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Full text of "Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin"

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Mittheilungen 


des  Seminars 
für 

orientalische 
sprachen  an ... 


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Mitteilungen  des  Seminars 
für  Orientalische  Sprachen 

an  der  Königlichen 
Friedrich  -  Wilhelms  -  Universität 

zu  Berlin 


Herausgegeben  von  dem  Direktor 

Prof.  Dr.  Eduard  Sachau 


ERSTE  ABTEILUNG:  OSTASIATISCHE  STUDIEN 


Geh.  Gber-Regierungsrat 


JAHRGANG  X 


Berlin  1907 
Kommissionsverlag  von  Georg  Reimer 


Geschäftliche  Mitteilung. 

1.  Der  Pros  jedes  Jahi^ianges  der  »MitteUungen«  (bestehend 
aus  drei  Abteilungen:  1.  »Ostasiatische  Studien«,  2.  »West- 
asiatische  Studien««  3.  »Afrikanische  Studien»)  betrSgt  15, 

der  Treis  der  einzelnen  Abteilun«?  6  Mark. 

2.  Die  »Mitteilungen«  sind  durch  alle  Buchhaudluiigen  des  la- 
und  Auslandes  su  beziehen. 

3.  Die  für  die  »Mitteilungen»  besttmmten  Zuschriften,  welche  in 
deutscher,  fran^dsischer,  englischer  oder  italienischer  Sprache 

ub<j;cf"aßt  srin  kuniien,  wolle  maji  an  die  Semiuardirektion, 
Berlin  NW  7,  Dorotheenstr.  Ö,  oder  au  die  eiuzelueu  Ii45dak- 
teure  adressieren. 


Mitteilungen  des  Seminars 
für  Orientalische  Sprachen 

an  der  Königlichen 
Friedrich-Wilhelms-Universität 

zu  Berlin 


JAHRGANG  X 

ERSTE  ABTEILUNG:  OSTASIATISCHE  STUDIEN 


Herausgegeben  von  dem  Direktor 


Prof.  Dr.  Eduard  Sachau 


Bariin  1907 
Kommissioiiaveriao  von  GeorQ  Rotmar 


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I 


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Mitteilungen 

des  Seminars  fur  Orientalische  Sprachen  zu  Berlin 

Erste  Abieilung 


Ostasiatische 
Studien 

Redigiert  von 

Prof.  Dr.  R.  Lange  und  Prof.  Dr.  A.  Forke 

1907 


Berlin 

Kommissionsverlag  von  Georg  Reimer 

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Inhalt. 

Seminarffhronik  filr  die  Zeit  vom  Oktober  190G  bis  August  1007    I 

Lan-Heiig.    Selected  Essays  of  the  Philosopher  Wang  Ch'uiig.  Translated 

from  the  Chinese  and  annotated  by  Alfred  Forke  (Part  II)   I 

Die  Reorganisation  des  chinesischen  Heerwesens.   Verordnung,  betreffend  die 

DiVnatverhältniaae  and  Gebahrnime  der  Armee.    tTberaetzt  von  Dr.  H an  er  .  Hi 

Kane  Geschichte  der  Marianen.   Von  Georg  Fritt  '21S 

Der  amtliche  japanische  Briefstil.    Von  Dr.  jnr.  W.  Mflller  229 

Bürherschan.  Buddhist  and  Christian  Gospels  being  Gospel  Parallel«  from  Pali 
Texts,  now  first  compared  from  the  Originals  by  Albert  J.  Ediiiuiida.  Ttiird 
and  complete  edition.  Edited  with  Parallels  and  Note«  from  the  Chinese 
Buddhist  Tripitaka  by  M.  Anesaki.  Besprochen  von  R.  Lange.  —  Japanese 
Conversation  -  Grammar,  witli  numerous  reading  lessons  and  dialo^ies, 
by  Hermann  Plant.  IWö.  Julius  Groos,  Heidelberg.  Besprochen  von 
Christopher  Noss  2% 


Mitt  d.  ben.  £  Orleot  Spn«ben.  1907.  LAbt 


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I 


Seminarchronik  für  die  Zeit  vom  Olctober  1906 

bis  August  1907. 


T^hs  Seminar  zählte: 

a)  im  Wintersemester  1906/07:  311  Mitglieder  —  darunter 
10  Post-  und  10  Eisenbahnbeainte  als  Mitglieder  des  Kursus 
behufs  Ausbilduni;  im  praktisehcn  Gebrauch  der  rusui- 
schen  Sprache  —  uud  19  lIosj»itaiiten  und  Hospitantinuen. 
Gesamtzahl  der  Seminarbesucher:  HltO  Personen. 

L)  im  Sommerseinesli  r  1907:  197  Mit<^lieder  —  darunter  (>  Post- 
und  7  Eisenbabnbeamte  als  Mitglieder  des  Kursus  behufs  Aua- 
bildung im  praktischen  Gebrauch  der  russischen  Sj)rache  — 
und  5  Hospitanten  und  Hospitanttnneu.  Gesamtzahl  der 
Seminarbesucher:  202  Personen. 

Der  Lelirkörpcr  bestand: 

a)  im  Wintersemester  1906  07  aus  27  Lehrern  und  12  Lektoren. 

Zu  Beginn  des  Wintersemesters  wurde  der  bisherige 
Hilfslehrer  des  Russischen,  Herr  Dr.  A.  Palme,  zum  etata- 
mäßigen  Lehrer  dieser  Sprache  am  Seminar  ernannt.  Anfang 
Februar  1907  trat  Herr  Wang  Ching  Doo  aus  Schanghai 
als  Lektor  fur  den  chinesischen  Dialekt  von  Shanghai  in 
den  Lehrkörper  des  Seminars.  Mit  Ende  des  Semesters 
scliieden  der  Flilfslehrer  des  Russischen,  Herr  P.  Klentze, 
sowie  die  beiden  Suaheli -Lehr^hilfen,  Suedi  biaFar« 
jallah  und  Tabu  binüledi,  aus  dem  Dienste  des  Seminars; 
letztere  kehrten  in  ihre  Heimat  liagamoyo  in  Deutsch- Oat^ 
afrika  zurück. 

Am  25.  März  1907  verstarb  nach  kurzem  Leiden  der 
Lebrci  des  Türkischen  am  Seminar,  Profes^^nr  T)r.  K.  Foy. 
Er  hatte  dem  Lehrkörper  seit  dem  Herbst  1890  aniiehört. 
Dem  Lehrer  des  Suaheli,  Herrn  Professor  Dr.  Velten, 
wurde  der  Rote  Ädlerorden  TV.  Klasse  und  den  beiden 
chinesischen  Dozenten,  Herrn  Hsiieh  Shen  und  Herrn 
Yao  Pao  Ming,  der  Kronenorden  IV.  Klasse  verlieben. 


6)  im  Sommerseme.8tcr  1907  aus  26  Lehrern  und  12  Lektoren. 
Mit  Anfang  des  Semesters  wurde  der  diplomierte  Scb&Ier 
der  türkischen  Klasse,  Herr  caud.  jur.  Kurt  Kam ke,  ver- 
tretungswdae  mit  der  Abhaltung  türkisdien  Uaterriclits  und 
der  Verwaltung  der  (ieschäfte  der  vakanten  türkischen 
Lehrerstelle  beauftragt.  Gleichzeitig  traten  an  Stelle  der 
in  ihre  Heimat  zurückgekehrten  Suaheli-Lclirgehilfen  Suedi 
und  Tabu  die  neuen  Lehrgehiifen  Saieh  bin  Omar  und 
Makinyo  Makanyaga  aus  Tanga  in  den  Dionst  des 
Seminars.  An  Stelle  des  frühem  Hilfslehrers  des  Russi- 
schen, Herrn  Klentze,  trat  Herr  Barou  Reinhold  von 
der  Osten -Sacken  in  den  Lehrkörper.  Am  Schlüsse  des 
Semesters  schipdeu  der  Lehrer  des  Arabischen,  Herr  Pro- 
fessor Dr.  Paul  Scliwarz,  und  der  Lektor  des  Amliari- 
schen,  Ht'rr  Alt'ka  Tajc,  aus  dem  Lehrkörper  des  Sciui- 
iiars  aus.  i^ctztcrer  kehrte  iu  seine  Heimat  Abessiuieu 
zurück. 

Der  Seminarunterricht  erstreckte  sich: 
a)  im  Wintersemester  1906/07 
auf  18  Sprachen: 
Chinesisch,  Japanisch,  Arabisch  (Syrisch,  Ägyptisch,  Ma- 
rokkanisch), Amharisch,  Äthiopisch,  Persisch,  -Türkisch, 
Suaheli,  Guzsrati,  Hindustani,  Haussa,  Fulbe,  Bantu-Laut- 
lehre.  Englisch,  Französisch,  Neugriechisch,  Rumänisch, 
Russisch  und  Spanisch 

und  6  Realienfacher: 
wissenschaftliche  Beobachtungen  auf  Reisen,  Tropenhygiene, 
tropiaclie  Nutzpflanzen,  Landeskunde  von  Deutsch  «Ost* 
afrika,  Landeskunde  der  deutschen  westafrikanischen  Ko- 
lonien sowie  Kolonial-  und  Konsularrcclit,  Britisches  Welt- 
reich. 

6)  im  Sommersemester  1907 

auf  21  Sjjraclu'u: 
Chinesisch,  Japanisch,  Arabisch  (Syrisch,  Ägyptisch,  Ma- 
rokkanisch), Amharisch,  Äthio|)isch,  Persisch,  Türkisch, 
Suaheli,  Gu/.erati,  Hindustani,  Ilaussa,  Fulbe,  Ewe,  Nama, 
Herero,  lOiiglisch,  Französisch,  Nt  ugriechisch,  Bumäniach, 
Russisch  und  Spanisch 

und  (")  IJi'alieufafljer: 
wissejischallliche  Hcobaclitiin^i'n  aul  lu-isi'n.  rrojx'iiby^iene, 
tropische   Nutzpflanzen,    Landeskunde  von  l>eutsch-Ost- 


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m 


afrika,  Ijandeakunde  der  deutBclMn  weitafiikudschen  Ko- 
lonien, Deutscbe  Kolonien,  wirtschäftUcfae  Geschtclite  Noid- 
amerikae. 

Der  Unterricht  wurde  erteilt: 

a)  im  Wintersemester  1906/07  zwischen  8  Uhr  mor|ren9  und 
S  Uhr  abends. 

ö)  im  Souimersemeater  1907  zwbdien  7  Uhr  morgens  und 
8  Uhr  abends. 

Ferieukui-se  fanden  während  der  Herbst feiK  u  1006  vom  15.  Sep- 
tember bis  14.  Oktober  und  wiibrend  der  Osterferien  1907  vom 
15.  März  bis  zum  14.  April  ntatt. 

Zu  außer8tatuteninäßig;en  Terminen  im  Mär/.  1007  sowie  zum 
statatenmäiäigen  Tennin  im  Sommer  1907  brachten  die  naclistehend 
TeizeicfaneteQ  Mitglieder  des  Seminars  durch  Ablegung  der  Diplom- 
prüfung vor  der  Königlichen  Diplom -Prüfungskommission  ilire 
Seminarstudieu  zum  vorschnt'tsmäßigen  Abschluß: 

1.  Franz  Sclimidt,  Referendar,  im  Arabisch- Marokkanischen; 

2.  Wilhelm  Lange,  cand.  jur.,  im  Persischen; 

3.  Tiein/  Buchentbaler,  Oberleutnant,  im  Chinesiscben ; 

4.  Hans  l  aubert,  Oberleutnant,  im  Chinesischen; 

5.  Wilhelm  Hesse,  stud,  jur.,  im  Chinesischen; 
C).  Artur  Hösel,  stud,  jur.,  im  Chinesischen; 

7.  Kgon  Krukow,  stud,  jur.,  im  Chinesischen: 

8.  Walter  Strzoda,  stud,  jur.,  im  Chinesiscben; 
0.  August  Baiser,  atud.  jur.«  im  Chinesischen; 

10.  Gottfried  Debio,  stnd.  jur.,  im  Chinesischen; 

11.  Eugen  Neumann,  stud,  jur.,  im  Chinesiscben; 

12.  Hans  Hülsen,  stud,  jur.,  im  Chinesischen: 

13.  Erich  von  Wurmb,  stud,  jur.,  im  Chinesischen; 

14.  Erwin  Stroetzel,  Referendar,  im  Chinesischen; 

15.  Kurt  Herger,  stud,  jur.,  im  Japanischen; 

IG.  Viktor  Iliesenfeld,  stud,  jtir.,  im  Japanisclien; 

17.  JaUob  Wolffsohn,  stud,  jur.,  im  Japanischen; 

18.  Walter  Dirks,  stnd.  jur.,  im  Japanischen: 

19.  Ernst  Gierlicii,  stud,  jur.,  im  Japani.sclien : 

20.  Paul  Prieß,  stud,  jur.,  im  Arabiseli- A^yptiselien: 

21.  Herbert  Diel,  stud,  jur.,  im  Arabiscli-.Marokkanischeu: 

22.  Alfred  Freu n dt,  stud. jur.,  im  .\rabisch-Marokkanischen: 

23.  Johannes  Haake,  stnd.  jur.,  im  Aiabiseli-lMarokkanischeu : 

24.  Keiuhold  üertelt,  stud.jur.,  im  Arabisch-Marokkanischen; 


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IV 


25.  Gerhard  Guertler,  stud.  ]iit  .  im  Türkischen; 

26.  Kurt  Ziemke,  stucl.  jur  ,  im  Türkischen; 

27.  Paul  Kutsner,  Mittrlsclmllehrer,  im  Raastscben; 

28.  Frans  Lencer,  Eichmeister,  im  Russischen. 

Soweit  vom  Seminar  aus  festgestellt  werden  konnte,  haben  die 
nachstehend  aufgeführten  Mitgheder  des  Seminars  während  der  Zeit 
vom  August  1906  bis  dahin  1907  in  verschiedenen  Ländern  Asiens 
und  Afrikas  Amt  und  Stellung  gefunden: 

1.  Karl  Steinführer,  Referendar,  aus  Mecklenburg- StrcHtz, 
als  Dolmetschereleve  bei  der  Ksiserliehen  Gesandtschaft  in 
Tanger; 

2.  Martin  Fischer,  Referendar,  aus  Anhalt,  desgl.  in  Peking; 

3.  Kurt  Öcheffler,  Referendar,  aus  Berlin,  desgl.  in  Kon- 

stantinopol : 

4.  En«; (Ml  Lohr,  Assessor,  aus  Provins  Saclisen,  als  höherer 
Beamter  bei  dem  Kaiserlichen  Grouvcmement  von  Deutsch- 
Ostafrika; 

5.  Eugen  Dinkelacker.  Assessor,  aus  Württembeig,  desgL; 
Ii.  Wilhelm  Lorch,  Oberleutnant,  aus  Bayern,  als  Offizier 

der  Schut/truppe  in  Deuts,  h -Süd westafrika; 

7.  Cäsar  Wegelin,  Oberleutnant  aus  Bayern,  desgl.  in 

Kamerun: 

8.  Gustav  Cunow,  Oberleutnant,  aus  Bayern,  als  Offizier 

bei  der  Greii/re^jjuHerungskommission  in  Kamerun: 

9.  Kurt  von  Steginann  und  Stein,  überletitnant,  aus 
Selilosien^  als  Offizier  der  Schutztruppe  in  Deutsch -Ostr 

al'rika: 

10.  Willie  Im  Bock  von  Wülfingen,  Leutnant,  aus  Han- 
nover, (les^l  : 

IL  Burghard  Kabo  von  Pappenheim,  Leutnant^  aus  LLcssen- 
^  Nassau,  desgl.; 

12.  Franz  Reuter,  I^utnant,  aus  Westfalen,  desgl.  in  Ka- 
merun ; 

13.  Karl  Leisel,  Leutnant,  aus  Königreich  Sachsen,  desgl.; 

14.  Krieh  Schiller.  Kolonialeleve,  aus  Westfalen,  als  Kolonial- 
eleve bei  dem  KaiserUcheii  Gouvernement  von  Deutsch- 
Ostnfrika: 

15.  Fritz  Weidner,  Kolonialeleve,  aus  Hanil>urg,  desgl.; 
1().  Josef  Bauer,  Kolonialeleve,  aus  Bayern,  desgl.; 

17.  Albert  Hager,  Kolonialeleve,  aus  Königreich  Sachsen, 
desgl. ; 


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V 


IS.  Gottfried  Haun,  Kolonialeleve,  aus  Hessen -Nassau, 

desgl.; 

19.  Oskar  Karsted t,  Dr.  jur.,  Kolonialeleve,  aus  Berlin, 

desgl.; 

20.  Morits  Kurs,  Kolonisleleve,  aus  Warttembei^,  desgL; 

21.  Gustav  Lauff,  Kolonialeleve,  aus  WQrttembefg,  desgl.; 

22.  Karl  Orth,  Kolonialeleve,  aus  Hessen- Nassau,  desgl.; 

23.  Rudolf  Häuser,  Verkehrspralttikant,  aus  dem  Elsaß,  als 
Beamter  bei  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch- 
Ostafrika; 

24.  Justus  Ha  this,  Verkehrspraktikant,  ans  Lothringen, 
desgl.; 

25.  Franz  Hiller,  Landmesser,  aus  Berlin,  deagl; 

26«  Ludwig  Schoen,  Polizeibureaudiätar,  aus  der  Rhein- 
pfovins,  desgl.; 

27.  Georg  Hesse,  Finanzaspirant,  aus  dem  Großherzogtum 
Hessen,  desgl.; 

28.  Rudolf  Regner,  Bahnadjunkt,  aus  Bayern,  desgl.; 

29.  Max  Seharlau,  Schichtmeister,  aus  Brandenburg,  desgl.; 

30.  Max  Spennemann,  Forstbeamter,  aus  Berlin,  als  Forst- 
bcaniti'r  bei  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch- 
Ostafrika; 

31.  Felix  Jahn,  Forstbearater,  aus  Ostpreußen ,  de^^l . ; 

32.  Bernhard  Krumm,  Lehrer,  aus  dem  Rheinland,  als  Lehrer 
an  einer  Regierungsschule  in  Deutsch -Ostafrika; 

33.  Ernst  Rottner,  Postdirektor,  aus  Baden,  als  Vorsteher 
des  Kaiserlichen  Postamts  in  Konstantinopel; 

34.  Wilhelm  Rothe,  Postdirektor,  aus  Hannover,  desgl.  in 
Daressalam; 

35.  Paul  ßurthal,TeIegraphenassistent,  ausKönigreichSachsen, 
als  Postbeamter  in  DeutscIi-OstMfrika; 

36.  Kurt  Menge,  Postassistimt,  aus  Pommern,  desgl.; 

37.  Fritz  Waßmuth»  Postassisteot,  aus  Hessen  -  Nassau, 
desgl. ; 

38.  Georg  Krueger,  Missionar,  aus  Hannover,  als  Missionar 

in  Sfulchina: 

39.  Ernst  Eich  ho  ff,  Missioiiskaiididat,  aus  Hessen- 2>jassau, 
desgl.  in  Deutsch -Südwestafrika; 

40.  Gu8tav  Becker,  Missionskandidat,  aus  der  Rheinprovinz, 

desgl. : 

41 .  Ii  r  i  s  t  i  n  n  K  ü  h  ii  i  r  t ,  Missiooskaudidat ,  aus  8acbsen- 
Meiuingeu,  desgl. 


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Von  den  vom  Seminar  herausg-pijebenen  Publikationen  ist 

im  Dezember  1906  Band  XX  der  »i.ehrb&cher  des  üemi- 
nars:  Misch  lieh,  Wörterbuch  der  Haussaspracbe«  er- 
schienen, während  von  dem  «Archiv  fur  das  Studium 
deutscher  Kolonialsprachen •  Band  V :  C os t a n ti ii i ,  Lehr- 
buch der  neupommerachen  Sprache,  und  Band  VI:  Heudle, 
die  Sprache  der  Wapogoro,  in  den  nächsten  Tagen  zur 
Auagabe  gelangen  werden. 


Der  Direktor, 
Geheimer  Ober-Regierungsrat 

Sachau. 


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Lim-Heng. 

Selected  Essays  of  the  Piiilosopher  VVaug  Cli'uug. 

Translated  from  the  Chinese  and  anuutated  by  Alfred  Fobkk. 


(Coaiiniied  from  MiU.  d.  Sein.  f.  Orient.  Sprachen  1906  L  Abu  p.  400» 

referred  to  aa  1^  p.  . . .} 


CHAPTER  XVU. 
Spook  Stories  {Chi-yao). 

Duke  Ling  of  Wei^  was  proceeding  to  Chm.  When  he  had 
arrived  on  the  banks  of  tlie  river  7^/,^  he  heard  at  night-time  a 

new  tune  ])Iayed  on  the  guitar,  wliicli  pleased  him  so  well,  tliat 
he  ordered  somebody  to  ask  his  attendants  about  it.  They  all 
reported  that  they  had  heard  notliinc:  Then  he  called  for  the 
music-master  C/iilau,  and  told  liim  saying-,  "  There  was  some  one 
plavin?  a  new  melody,  I  o;ave  orders  to  ask  my  followers  about 
it,  but  they  all  stated  that  they  iiad  not  heard  anything.  It  is, 
as  if  a  ghost  made  the  music  for  me.  Pray,  listen  to  it  and  write 
it  down  for  me."  The  music-master  Chnnn  acquiesced,  sat  quietly 
down,  played  the  !?\H"tar,  and  wrote  down  the  tune.  On  the  following 
morning  he  reported  that  he  had  got  it,  but  still  re([uircd  some 
practice.  Fie  therefore  asked  for  one  uieht  more  to  prartisr'.  Duke 
Lhif]  {^ranted  this  re([uest.  ('hnan.  practised  one  more  night,  and 
00  the  next  morning  he  had  mastered  it.  They  then  went  on 
to  Chin. 

Duke  P'hig  of  Chiu^  fea.sted  hnn  on  the  S,hi  yt  terrace.*  When 
they  were  flushed  with  wine,  l)uke  Lirifj  i{)a,e  and  said,  "  I  have 
a  new  tune,  which  I  would  like  to  have  played  for  Your  Highness 
to  hear."  The  duke  consented,  and  he  called  u|)oii  the  music- 
master  Vhi'tan  to  sit  down  next  to  the  music-master  A  uangy  to 

>  5S8-499a.e. 

^  On  the  border  of  the  provinees  Ckik  and'  Bhamkmg, 

*  556-030  B.r. 

*  Jffi  i/^  '^f'e  ^hl-rhi  chap.  24,  p  .^Ov.  calls  it  (be  "5A»-Ai»  terrace,"  |^ 
which  was  sttoated  oa  the  Fin  river  in  SItmsU 

]Bltd.BMklOrlMlflpiMlMB.  190?,  LAlrt.  1 


2  Powkk:  Litn>H#ng. 

takf  the  lute,  and  strike  it,  but,  ere  Cfifutt,  IkhI  finislwd.  A'  uanfj 
grasped  the  instrument,  and  sto{)prd  him  isaying:.  This  is  a  s'niix 
of  a  doomed  State.  You  must  not  proceed."  Duke  P  iny  iuquiretl, 
'"Where  does  it  come  from?" — The  mnsic master  A  uanr)  repUed, 
"It  is  a  liceDtious  melody  composed  by  (lie  niusic-inaster  F<?h,  who 
ina^le  this  voluj)tiious  miisie  for  C/iou.  Wu  Wan^  executed  Cfion, 
hanging  his  head  on  a  white  banner.'  Yen  lied  to  the  east,  and, 
when  he  had  reached  the  river  /'m,  lie  dr.>A\  ned  Iiimself.  Therefore 
to  hear  this  tune  one  must  be  on  the  banks  of  the  /'m.  If  form- 
erly any  one  heard  it,  his  State  was  wiped  out.  It  must  not  be 
continiud." — Duke  P  ing  said,  "  I  am  very  partial  to  music  Let 
him  i;o  on."    Chilan  then  linislied  his  tune, 

I)iiK<'  I'  ii'fj  said,  "What  do  they  call  tins  air?"—  music- 
mnster  re[)lied,  "  It  is  what  they  call  G  major.""  "  Is  not  G  major 
moht  plaintive;'",  asivcd  the  duke.  —  '  It  does  not  come  up  to  C 
major,"  replied  K  uang. — "  Could  1  not  hear  C  major?  ",  inquired  the 
dwkc. — The  music-master  rejoined,  "You  cannot.  Of  old,  only 
{irinct'S  possessed  of  virtue  and  justice  were  allowed  to  hear  (' 
major.  Now  the  virtue  t>f  Your  Highness  is  small.  Yon  could 
not  stand  the  hearing  of  it." — The  duke  retorted,  "  1  am  very 
partial  to  music,  and  I  would  like  to  hear  it."  K\iang  could  not 
help  taking  ti[)  the  lute  ajul  thrnmming  it.  When  he  play*(l  the 
first  part,  two  tunes  eight  black  cranes  came  from  the  south,  and 
alighted  on  the  top  of  the  exterior  ij;ate.  When  he  played  again, 
they  formed  themselves  into  rows,  uad,  wlien  he  played  the  third 
part,  they  began  <'rovving,  stretching  their  necks  and  dancing.  Hap- 
ping their  wings.  The  nf)tes  F  and  (J  were  struck  with  the  greatest 
precision,  and  their  sound  rose  to  heaven.  Duke  P  ing  was  en- 
raptured, and  all  the  guests  were  euchauted.  The  duke  lifted  the 
goblet,  and  rose  to  drink  the  health  of  the  music-master  K  uang. 
Then  he  sat  down  again,  and  asked,  "Is  there  no  more  plaintive 
music  than  that  in  C  major?  " 

K'uanff  rephed,  It  falls  short  of  A  major." — **  Could  I  not 
hear  it?  **,  said  the  duke. — The  music-master  replied,  "You  cannot* 
Of  yore,  Hmnff  It  assembled  the  ghosts  and  spirits  on  the  Western 

>  Cf.fiMU  ehsp.4.  p.  11  and  Chap.  XXXVIII. 

'  I  am  not  quite  rertahi,  whether  (i,  <\  and  A  ma  or  are  a  correct  midering 
of  Chinese  cfi'mg  (olear^  .shang,  chih  and  chio         |^?|    {j!>l((^  "f^J  •    ^"  ''"^ 
conccrnant  Im  ^'ÄiVioi«  Vol.VI,  p.  llr»  ihmc  notes  are  idetiti<if»H  with  w/,  iif.  aud  /«. • 
At  any  ra{#»  vh'htp  (rlear)  y|Jy  njirl  Its  correlate  cho  inhscnit')  would  be  a|»- 

j)ropriate  Uiriiis  to  deKignatc  stiarp  and  tlat  nolea. — The  parallel  paüsiage  ol"  the  »SAj-c/m 
omits  to  spo  ify  the  airs,  as  is  done  here. 


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Fous:  Lnii'Itti^.  3 

Mount  T  ai.^  He  rode  in  an  ivory  carriage,  to  wliich  were  yoked 
six  black  dragons.  The  Pi-Jaiig  bird^  camo  alonji  with  it.  ami  Cfi  ih 
Yu^  was  in  front.  FJie  Spirit  of  ilie  Wind  came  forward  s\\  ceding 
the  ground,  and  the  Spirit  of  Rain  moistened  tlie  road.  Tigersand 
wolves  were  in  front,  and  ghosts  and  spirits  in  the  rear,  reptiles 
and  snakes  crawling  on  the  ground,  and  white  clouds  covering  the 
empyrean.  A  great  assembly  of  ghosts  and  spirits  1  And  then  he 
began  to  play  in  A  major.*  Your  virtue,  Sire»  is  small  and  would 
oot  suffice  to  ]iear  it.  If  you  did,  I  am  afraid,  it  would  be  your  ruin/* 
Duke  P*ing  rejuined,  I  am  an  old  man  and  v«ry  fond  of 
OMine.  I  would  like  to  hear  it/'-^Tbe  music-master  K*uang  could 
not  but  play  it  When  he  had  Btruck  the  first  notes,  clouds  rose 
from  the  north-west,  and  when  he  played  again,  a  storm  broke 
loose,  followed  by  torrents  of  rain.  The  tents  were  rent  to  pieites, 
the  plates  and  dishes  smashed,  and  the  tiles  of  the  verandah  hurled 
down.  The  guests  fled  in  all  directions,  and  Duke  P'tn^  was  so 
friglitened,  that  he  fell  down  under  the  porches.  Tbe  Chm  State 
was  then  visited  with  a  drought.  For  three  years  the  soil  was 
Boorched  up.  The  duke*s  body  began  to  suflfer  pain  and  to  languish 
thereafter.* 

What  does  that  mean?  Since  the  State  of  Duke  lAng  of  Wei 
was  not  going  to  ruin,  whereas  Duke  P^wff  of  Chm  fell  sick,  and 
his  State  sufiered  from  a  drought,  it  was  not  spook.  The  music- 
master  K*uang  had  said  that  the  States  of  those  who  had  heard 
this  tune  before,  were  destroyed.  Now  the  two  States  had  both 
heard  it  before. 

How  do  we  know  that  the  new  tune  was  not  played  by  the 
music-master  Km? — ^When  Yen  had  jumped  into  the  Ai,  his  body 
ctecomposed  in  the  water,  and  his  vital  essence  dissolved  in  the 
mud.  How  could  he  still  touch  the  lute?  CJCn  Yuan  flung  himself 

^  The  «sered  Mount  T'ai  '\a  in  the  East,  in  f^htnfung,  not  in  the  West. 

'  Some  say  that  it  ?8  the  spirit  of  woncl.  It  is  cifscrilxv!  r\  hird  with  one 
wing,  always  carrying  fire  in  its  mouth,  and  portondiii^  tire  in  tin'  Imuso  wlurc  it 
ijipears.  According  to  the  Shan-hai-kui^  it  would  be  a  bird  like  a  crane,  liul  with 
ooe  leg,  a  green  pliunage  adorned  with  red,  and  a  white  betk. 

'  A  Itgeudiuj  penwn  said  by  some  to  Iwve  been  a  minister  of  Muattff  Ti. 
Cf.  Chap.  XXXV. 

*        the  details  about  the  as<.enihly  of  gho.st.s  are  omitted  in  the  Shi-c/ii. 

^  The  sauie  story,  illustrative  of  the  magical  force  of  music,  is  told  in  a 
panllel  passage  of  theSM^ii^  chap.  24,  on  music^  p.  31)  864.  Since  the  text  of  the 
iMi-htnff  Is  fuller,  I  pmenine  that  Woiy  CA'wy  did  not  quote  the  Shhchij  bat  had 
aa  older  «ouree,  probably  tli«  aauie,  from  whidi  the  Shi*ehl  has  copied. 

1* 


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4 


FonCB:  Lun-Hc'iig. 


into  the  river.  He  was  as  able  a  writer  as  Yen  was  a  player  of 
the  guitar.  If  Ym  could  strike  the  lute  again,  llien  Ch'a  Yuan  would 
have  heen  able  to  write  again.  When  Yang  Tse  Yün  lamented  Ch'd 
Yuans  death,  wh^efore  did  he  not  show  his  gratitude?  While 
alive,  CK H  Yuan  was  a  very  active  writer,  but  he  could  not  thank 
Yca^  Tse  Yün^  because,  when  dead,  he  became  mud  and  earth.  His 
hand  being  rotten,  he  could  not  use  it  again  to  write.  Since  Ch'ü 
Yuan  could  not  use  his  rotten  hand  to  write,  Yen  could  not  thrum 
the  guitar  with  Iiis  tainted  thumb  either. 

When  Q/u/itcius  was  buried  opposite  to  the  Sse  river,  the  Sse 
flowed  backwards.  They  say  that  it  was  the  spirit  of  Coi^vcius  which 
caused  the  Sse  to  flow  backwards.  Confttcius  was  very  fond  of 
teaching,  just  as  Yen  liked  to  play  the  lute.  Provided  that  the 
music-master  Yen  could  strike  the  lute  on  the  banks  of  the  Pu^ 
why  could  not  C&t^ucuu  teach  in  the  vicinity  of  the  jSw? 


Viscount  Chien  of  Chao"^  was  sick,  and  for  five  days  did  not 
know  anybody.  His  high  officers  were  alarmed,  and  then  called 
Pien  CK'io.^  He  entered,  inquired  into  the  nature  of  the  malady, 
and  then  went  out  again.  Tung  An  Yn^  asked  liim,  and  Pien  CKio 
replied,  "  His  blood  circulation  is  all  ricrht,  but  it  is  strange.  Form- 
erly Duke  Mil  of  CKin*  has  been  in  such  a  state.  Alter  seven 
days  he  awoke,  and,  when  lie  had  recovered  consciousness,  he  spoke 
to  Kung  Sun  Chih  and  'ise  Yu^  saying,  'I  have  been  in  God's 
abode.  T  was  very  haj)])y,  and  I  stayed  away  so  long,  because  I 
was  lucky  enouf^li  to  actjuire  some  knowledfjc,  God  told  me  that 
the  Chin  State  would  be  in  convulsions  lor  live  g»  ii<  rations  and 
have  no  repose,  and  that  the  next  powerful  prince  w  iiltl  die,  be- 
fore he  was  old.  Owing  to  the  son  of  this  jiu»narch  no  distinction 
between  nieri  and  women  would  be  made  in  my  country.'  Kuncj  Sun 
Chih  Wirte  it  all  down,  and  kept  the  paper  in  a  trunk.  Then 
ensued  the  revolution  under  Duke  JJsicn  of  Chin,^  the  domination 
of  Duke  WVn,*  the  victory  oi  Duke  Ihtang^  over  the  army  of  Chin 

»  516-457  B.c. 

'  JRwj  Ch'io  is  tilt-  honorary  appellative  of  C'A'm  l'üeh  Jen,  «  «elebrated  phja* 
iciao  who  travelled  troin  State  lo  Stale. 

*  A  aiiiiister  oi'  V  iscount  Chien. 

*  658^20  BX. 

*  Ofliosi»  of  Clfin. 

*  (575-651  B.c. 
»  634-627  B.c. 

*  826-620  B.C 


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5 


at  YaoK  «ad  his  weakness  towaids  Iiis  woman-folk  on  Iiis  mareli 
home.*  The  aicicnefls  of  your  prince  is  identical  with  this.  Within 
three  daja  it  will  cease,  and  then  the  patient  will  have  something 
to  say/* 

When  two  days  and  a  half  had  elapsed,  Visoonnt  Ckien  he- 
came  oonscions  again,  and  said  to  his  high  officers,  "  I  have  been 
with  God,  and  was  very  happy.  With  the  spirits  I  roamed  about 
heaven,  and  enjoyed  the  highest  bliss.  The  music  and  the  dances 
there  were  different  from  the  music  of  the  three  dynasties,  and 
the  sound  went  to  heart  There  was  a  brown  bear  preparing  to 
sdze  me.  God  bade  me  shoot  it;  I  hit  the  animal,  and  it  died. 
Then  a  spotted  bear  attacked  me;  I  hit  it  also«  and  it  died.  God 
was  very  much  pleased,  and  presented  nie  with  two  caskets  of  the 
same  contents,  i  then  beheld  a  lad  by  God's  side.  God  entrusted 
to  me  a  Ti^  flog  and  said,  '  When  your  son  lias  grown  up,  give 
it  to  him/  God  told  me  further.  '  The  Chm  State  is  going  to  be 
destroyed;  after  ten  generati<jiis^  it  will  have  disappeared.  Some 
one  of  the  family  name  of  Y^ing^  will  inflict  a  crushing  defeat  on 
the  people  of  Chau*  west  of  Fan-ku*-!,  but  he  \vill  not  keep  the 
country  all  the  same.  Now  I  think  of  the  merits  of  Skun,  there- 
fore I  will  marry  Iiis  descendant  M4iiff  Yao  to  your  grandson  of 
die  tenth  generation.*"^ 

Tung  An  Yü  committed  all  these  words  to  writing  and  kept 
the  document.  .  He  informed  Viscount  Chien  of  what  Pien  Ch'io  had 

>  A  defiltt  in  Bonan, 

*  On  the  battle  of  Vao  which  took  place  ill  626  bx.  cf.  Tto-dkum  Dok«  Hä, 
33d  year.  The  weakuess  of  Duke  Hsiang  consisted  in  releasing  his  prisoners  at 
tlie  reque<«t  of  his  motliefp  a  jiriiiceas  of  CJ&'tn,  which  wa«  deeply  resented  by  bis 
oHicers-    VVrf.  Chap.  XL. 

>  Nortibem  barbtriam.  A  dog  waa  probably  a  huge  Mongoliui  dog, 
resembling  a  St.  Bentardt  much  bigger  tliau  the  eommoo  Chiaese  dog. 

*  We  ought  to  read  "  seven  generaUona  "  as  the  Shi-cM  does.  TIic  charactei» 
for  seven  riiid  ten  can  be  easily  ronrntnided.  ^'him's  ^ickiifss  tovik  pl.uo  in  5(X)  n.r, 
under  ilte  ix'igti  of  Dukt?  /V' y  of  ('hin.  From  i>uke  Inuf  tu  tiie  end  of  the  Chin 
State,  which  in  375  broke  up  into  tlte  three  uiarquisates  of  W  d^  C7«vo,  and  Han^ 
Iber«  are  only  seven  ndere,  Ting  indaded.  Viaeoont  CAtm  was  a  vassal  of  Duke 
Täy  and  eneeetor  of  ibe  later  marqufoea  and  kings  of  OSIno. 

*  Ying  was  tlie  fauiily  name  of  the  viscounts  of  ('hfio, 

'■'  This  does  not  mean  the  people  of  the  royal  domain  of  Chou,  hut  tho  people 
of  VVVi  (Honcai),  whose  princes  were  descended  from  a  side  branch  of  the  royal 
bouie,  their  ancestor  being  ICang  a  younger  brother  of  the  Emperor  Wh  Wtt»g. 
After  the  exliiictlon  of  CAle,  the  Marquia  CMnff  of  Chao  conquered  seventy-tbrae 
towiie  from  "Wei, 

'  It  should  bo  "  of  the  seventh  generation,"  for  King  Wu  Ling^  who  was 
married  to  Ming  Yao,  was  a  dencendaiit  of  Viscount  (  'A/m  in  the  seventh  degree. 


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6  Pom;  Lon-Rtiig. 

said.  Chien  Tae  theu  made  Fien  CiCio  a  graut  ot  forty  tiiouäaod 
mou  of  land. 

When,  one  day/  Viscount  Chien  went  out,  a  man  htuod  in 
his  way.  Though  waruod  off,  he  did  not  go.  The  retinue  \ver(» 
goin»  to  arrest  him,  when  the  man  on  the  road  said,  "T  wish  to 
liave  an  audience  with  His  T.ordshij).  "  The  attendants  niiornied 
Chien  Jse^  who  called  the  man  cryln«^.  "How  tlelii^htful I  1  saw 
you  in  my  ramblcj»."'— "  Send  vour  attendants  away,"  said  the  man 
on  the  road,  "  I  would  like  iu  st[)eak  to  you."  When  Cliien  Tse 
had  dismissed  his  men,  the  man  on  the  road  eontinued,  "  Some 
time  ago,  when  Your  Lordship  was  sick,  1  w  as  bluuding  by  God." — 
"  That  is  true,"  said  Viscount  Chien,  "  What  did  I  do,  when  you 
saw  me?" — "God  bade  Your  Lordship,"'  replied  the  man  on  the. 
road,  '*  to  shoot  the  brown  and  the  spotted  hears,  which  both  were 
killed." — "  What  does  that  mean,"  asked  Chien  Tse. — "  The  Chin 
State,"  replied  the  man,  "will  be  in  extremities,  and  Your  Lord- 
ship will  take  the  lead.  God  ordered  yon  to  destroy  the  two 
ministers,  lor  the  brown  and  the  spotted  bears  were  their  I'ore- 
fatliers." — "What  does  it  mean,"  in([nired  the  ^'^iscount,  "  that  God 
gave  me  two  caskets  both  having  the  same  contents?  "—The  man 
on  the  road  said,  "  Your  Lordship's  son  will  conquer  two  kui^douis 
in  the  Ti  country,  Avhich  will  he  named  after  him.*'* — "  1  perceived 
a  lad  near  God,  said  Chien  Tse,  and  God  entrusted  to  me  a  It 
dog  saying,  'When  your  son  has  gro%vn  up,  give  it  to  liiin.*  Would 
my  BOD  be  pleased  to  have  such  a  dog?" — "That  lad,  rejoined 
th»  man,  **i8  your  son,  and  the  2¥  dog  is  the  ancestor  of  Tai, 
Your  Lordship's  son  will  get  possession  of  TaL  Among  your 
deseendants  th^  will  be  a  diange  of  government,  they  will 
wear  Mongolian  dress,  and  two  States  will  be  added  to  that  of 

the 

Chien  T99  asked  the  man*8  name  and  proposed  to  employ  him 
in  an  official  capacity,  but  the  man  on  the  road  declined  saying, 
am  but  a  rustic  and  have  delivered  God*s  messsge.*'  Then  he 

disappeared.' 

What  does  this  mean?  It  was  all  spook,  th^  say.  The  ex' 
planation  of  the  things  seen  in  God*s  presence,  as  given  by  the 
man  on  the  road  was  the  correct  interpretation,  and  the  man  on 
the  road  himself  an  apparition. 


*  Tai  aod  GiUft. 

'  So  far  the  story  has  been  qnoted  from  the  i^i-^  chap.  43,  p.  7  seq. 


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Fom:  Lim» Hing.  7 

Later  on,  the  two  ministers  of  Chm,  Fan  Tee  and  CKung 
Hang  Chao  2W  mutinied.  Visoount  Chien  attacked  and  routed  thorn, 
ami  both  fled  to  CKl 

At  that  Hme  Chien  Tka  had  his  sons  »amined  pliysic^omic- 
ally  by  Au  Pu  Tu  Citing^  None  of  them  had  any  auspicious 
sigos,  but,  when  the  physiognomist  arrived  at  Wu  //irA,  his  son 
by  his  7t  wife,  he  declaied  him  to  be  noble.  CA««»  7W  conversed 
with  him,  and  discovered  that  he  was  very  intelligent  Chkn  Tie 
then  called  all  his  sons  and  said  to  them,  have  hidden  a  pre- 
cious charm  on  Mount  Ch'mtff,^  He  who  first  finds  it,  will  be 
rewarded,'*  All  the  sons  ascended  the  mountain,  but  did  not  find 
asything.  When  Wu  H*ü  returned,  lie  said  that  he  had  found  the 
cliarm.  Viscount  C&ien  asked,  how.  "  On  Mount  C/tangt*  replied 
WuHtä,  **one  is  near  To«,'  whidi  might  be  acquired." — CMm  T»e  ' 
thought  him  to  be  very  clever,  therefore  he  deposed  the  heir-ap- 
parent, and  put  Wu  i/«0  in  his  place.  When  Chim  Tm  died,  Wu 
Hrfl  became  his  successor  under  the  name  of  Viscount  Hdang.* 

After  Viscount  Us'mng  had  come  to  power,  he  instigated  some- 
body to  assassinate  the  king  of  Tar,  and  annexed  his  territory,  and 
likewise  he  seized  the  territory  of  the  CltUi  family.*  Later  on,  lie 
married  ^Jun<i  from  K  ung-i'nug.^  Ton  generations  after  Chien  Tse' 
came  King  Wu  Ling.^  Wu  ('liing^  intrr)duced  to  him  Iiis  mother  of 
the  name  Ying  and  his  daughter  AfAi^  loo.'*^  Subsequently  King 
WnUng  seized  Chung  ahm,  "  and  annexed  the  Hu  territory.  In  his 
nineteenth  year  King  Wu  Ling  assumed  tlie  Hu  dress,  and  his  sub- 
jects adopted  the  Hu  customs.  Kverything  happened  as  predicted. 


'  Comp.  p.  88. 

*  Another  name  for  Mount  Bing  in  Ta-Umy-fa  in  AVM  SAtttm. 

*  A  Ti  State  oecii|)yiiig  tlio  confines  of  North  Shanä  and  MangoUa, 

♦  Cf.  SA^cAt,  chap.  43,  p.  llv. 

•  An  earldom  in  the  south  of  the  Chin  State. 

Name  of  a  iiionntain  in  h'anxu  and  of  ail  aboriginal  tribe  (Jw^)  settled  tltere. 
'  It  wust  be  "^eveti  gctterations.'* 

•  Wu  Lmff's  reign  lasted  Irom  325-299  B.r. 

*  In  the  Sht<hit  chap.  43,  p.  19.    WW  CAin^  is  caUed  Wu  Kuang,  He  was  a 

descend n sit  of  ■S'Aim. 

The  passage  s»?€ms  to  be  corrupt.  The  Shi-'-hi  says  Kvuny  through 

wife  introduced  (to  the  kiiig)  his  baantit'ul  dangiiler  Ymy  Jhiiff  i  ao."  First  a 
liilace  girl,  Mcruf  I'ao,  some  years  later,  was  raised  tu  the  raitk  of  a  i^ueeu.  See  on 
Ibis  passage  CAovwiiMff.  itfcfm.  Hkt.  Vol.  Y,  p.  68  Note  7. 

"  Originally  a  part  of  OArIn,  in  the  modem  Tinp-chou  of  Chili  province. 
"  These  Hu  tribes  were  settled  in  the  northern  provinoea:— CAil^  iSAsmsi, 
j^AoMi,  and  ikcmsii. 


8 


Fotn:  Lnn-Hlng. 


and  nothing  was  wroug.  TJie  supernatural  lucky  sigus  mauilesied 
by  portents  all  proved  true;  so  they  say. 

All  these  tilings  are  not  true.  The  lucky  ami  unlucky  omens 
happening  one  aftpr  the  other  were  like  manifestations  of  Heaven, 
but  liow  do  we  know  that,  as  a  matter  of  fact,  Heaven  did  not 
send  any  message?  Because  the  man  on  the  road  was  by  God's 
side,  for  only  spirits  of  the  hifjhest  degree  ean  keep  near  the  Ruler 
of  Heaven,  riiose  who  forward  God's  commands  are  the  liea\enly 
envoys.  Tlie  envoys  ot"  human  princes  are  provided  with  horses 
and  carriages,  and  ii  would  not  be  dignified  for  an  envoy  of  the 
Küh  r  of  Heaven  to  stand  alone  on  the  road.  Of  heavenly  olTicials 
there  are  one  hundred  and  twenty,'  who  do  not  differ  from  those 
of  the  kings  of  the  earth.  The  kin<^s  of  the  earth  have  plenty  uf 
»  officials  and  attendants,  who  have  received  their  power  after  the 
model  of  the  heavenly  officials.  Since  the  officials  of  Heaven  and 
Earth  are  alike,  their  envoys  must  resemble  each  other  also,  and, 
there  being  such  a  similarity,  it  is  impossible  that  one  man  should 
have  been  so  dissimilar. 

How  do  we  know  that  God,  whom  Ckitn  Tse  saw,  was  not 
the  real  God?  We  know  it  from  the  interpretation  of  dreams. 
Towers,  belvederea,  hills,  and  mountains  are  images  for  an  official 
post.  When  a  man  dreams  of  aaoending  a  iow&  or  a  helvedere, 
or  of  mounting  a  hill  or  a  mountain,  he  will  get  an  offioe.  In 
reality  a  tower,  a  belvedere,  a  hill,  or  a  mountain  are  not  an  of- 
ficial post.  Hence  we  know  that  God,  whom  Viscount  C/den  saw 
in  his  dream,  was  not  tlie  Ruler  of  Heaven.  When  an  official 
dreams  of  a  prince,  this  prince  does  not  appear  at  all,  nor  does 
he  give  presents  to  the  of&dal.  Therefore  the  interpretation  of 
dreams  teaches  us  that  God  who  gave  Chien  Tse  two  caskets  and 
a  7f  dog,  was  not  the  Supreme  Ruler.  Since  it  was  not  the  Ruler 
of  Heaven,  the  heaven  over  which  Chien  Tee  roamed  with  the  other 
ghosts,  as  he  says,  was  not  heaven. 

Sfiu  Sm  Mu  Tee  of  1«*  dreamed  that  heaven  fell  down  upon 
him.*  If  this  had  really  been  the  case,  heaven  would  have  drop- 
ped upon  the  earth,  and  approaeliing  the  earth,  it  would  not  have 
reached  Shu  Sim  Mu  Tse  owing  to  the  resistance  offered  by  towers 
and  terraces.  Had  it  reached  him,  tlien  towers  and  terraces  ought 
to  have  been  demolished  first.   Towers  and  terraces  were  not  de- 

>  The  «Ura,  considered  ■«  the  ofliciais  of  God.  tho  Kuler  of  Ueaveu,  and  aa 

divinities. 

*  A  nobleman  of  the  I«  State  of  the  8th  cent.  b.c. 

'  This  dream  is  nairated  in  the  r^-cAmin,  Duke  CA'wf  4th  year  (537  e.c). 


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Foub:  Lnu-H&ig.  9 

moKshed,  iheiefoxe  heaven  did  not  descend  upon  the  earth.  Since 
it  did  not  descend  upon  the  earth,  it  could  not  reach  him,  and, 
flinoe  it  did  not  reach  him,  that  which  fell  down  upon  him  was 
not  heaven,  hut  an  effigy  of  heaven.  As  the  heaven  which  fell 
down  upon  S^SmMu  Tte  in  his  dream  was  not  the  real  heaven,  so  the 
heaven  through  which  CS&awi  Tse  had  been  roving  was  not  heaven. 

Some  one  might  object  that  we  also  have  direct  dreams,  in- 
«omoch  as  we  dream  of  so-and-so,  and  on  the  next  day  see  him 
or,  as  we  dream  of  a  gentleman,  whom  we  see  on  the  following 
day.  I  admit  that  we  can  have  direct  dreams,  but  these  direct 
dreams  are  semblances,  and  only  these  semblances  are  direct,  which 
will  become  evident  from  the  following  fact.  Having  a  direct  dream, 
we  dream  of  so-and-so,  or  of  any  gentleman,  and,  on  the  following 
day,  see  Mr.  So-and-so,  or  the  gentleman  in  question.  That  is  direct. 
But,  when  we  ash  so-and-so  or  that  gentleman,  they  will  reply 
that  they  have  not  appeared  to  us  in  our  dreams.  Since  tliey  did 
not  appear,  the  persons  we  saw  in  our  dreams  were  merely  their 
likenesses.  Since  so-and-so  and  tlie  said  gentlemsn  were  likenesses, 
we  know  that  God,  as  perceived  by  Chim  IW,  was  solely  a  sem- 
blance of  God. 

The  oneirocritics  say  that,  when  a  man  dreams,  his  soul  goes 
out.  Accordingly,  when  he  sees  God  iu  a  dream,  the  soul  ascends 
to  heaven*  Ascending  to  heaven  is  like  going  up  a'  mountain.  When 
we  dream  of  ascending  a  mountain,  our  feet  climb  up  the  mountain, 
and  oar  band  uses  a  stick;  then  wc  rise.  To  mount  up  to  heaven 
thoe  are  no  steps,  how  should  we  rise  then?  The  distance  from 
hearen  to  ns  amounts  to  upwards  of  ten  tliousaiul  Ii.  A  man  on 
a  journey  uses  to  travel  one  hundred  ü  daily.  As  long  as  the  soul 
is  united  to  the  liody,  it  cannot  move  very  rapidly,  how  much  less, 
when  it  walks  alone!  Had  the  soul  moved  with  the  same  speed 
as  tlie  body,  C/ii>»  Tse  would  have  required  several  years  for  his 
ascension  to  heaven  and  his  return.  Now,  he  awoke  after  seven 
days,  and  became  conscious  again.  How  could  the  time  be  so  short? 

Tlie  soul  is  the  vital  fluid;  the  movement  of  the  vital  fluid  is 
like  that  of  clouds  and  fog,  and  cannot  be  very  quick.  Even  if  the 
soul  moved  like  a  flying;  bird,  it  would  not  be  v^ry  rapid.  Some- 
times people  dream  tliat  tliey  are  flying:  the  ll\iiig  is  done  by  the 
soul,  hut  it  could  not  be  quicker  tlian  the  tliglit  of  a  bird.  That 
fluid  of  heaven  and  earth  \\  hieb  possesses  the  greatest  speed  is  the 
storm,  yet  a  storm  does  not  blow  a  whole  day.  Provi(b'<l  thai  tlie 
twill  were  flying  like  the  storm,  it-s  speed  would  not  last  longer  than 
one  day,  and  it  would  be  unable  to  reach  heaven. 


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10  Foub:  Lon.Hlaf. 

When  a  man  dreams  that  lie  ascends  tu  heaven,  it  is  during 
the  short  span,  while  lie  He»  down.  At  his  awakening,  lie  is  per- 
liajts  still  in  heaven,  and  not  yel  deHCeiide«!.  a>  a  j)erson,  dreaming 
fjf  liavinfi  arrived  at  I^o^ang.  still  finds  liiniveif  in  Loyang.  when 
r'Hibed.  H<ivv  can  the  flight  of  the  soul  be  deemed  quick ?  Kapidity 
is  not  in  it>  nature,  conseijuently  the  a.scension  to  heaven  was  not 
real.  Not  bein<r  real,  it  nnist  have  l)eeii  a  supernaturnl  omen.  The 
man  on  tlie  road,  perceived  liv  X'i^count  Chieii  in  Iiis  Mvknrss  bv 
(ifxl's  side  and  mib«*et|nentl\  inet  on  the  roarl,  speakini^  like  a  man, 
was  the  same  w  ith  the  one  wiiom  he  had  st-en  near  Uod.  There- 
fore the  explanation  that  a  dream  durini;  tlie  sleep  is  a  state  of 
obscuration,  which  can  he  interpreted,  when  the  sleeper  awakes  to 
light  again,  is  quite  correct. 


Whea  Viscount  Hsiang  of  Cliao  had  beea  appointed,*  the  Earl 
of  Gah  became  more  and  more  arrogant»  He  aaked  land  Ban 
and  Wti^  which  Ilan  and  gave  him.  Tlien  he  made  tlie  same 
>  demand  to  €%ao,  but  Chao  refused.  This  roused  his  anger  to  such 
a  degree,  that  with  troops  of  IJan  and  Wd  he  assaulted  Hshoy  Tse 
of  Ckao,  Viscount  Hakmg  alarm<^d  fled  to  Gkui-yaug^^  and  sought 
shelter  there.  Yuan  Kuo  followed  him.  When  he  had  arrived  at 
tlie  post-town  of  To-j/ing^*  he  beheld  three  men,  who  from  the 
belt  upwards  were  visible,  but  invisible  from  the  belt  downwards. 
Thi^  handed  two  joints  of  bamboo,  still  unopened,  to  y«40fi  Kuo 
saying,  Forward  this  for  us  to  Wu  Hta  of  Chao.***  Upon  tliishe 
told  Hmng  Tte.  IIHemg  Tse  first  having  fasted  three  days,  [)er8on- 
ally  cut  open  the  bamboo,  which  contained  a  red  letter  reading  aa 
follows Wu  IM  of  Ckaol  We  are  the  IJutM'ai  Mountain,"  the 
Marquis  of  Yang,  and  the  Son  of  Heaven.'  On  the  prng-h^U  day  of 
the  third  moon,  we  will  cause  you  to  destroy  Chik,  and,  provided 
that  you  sacrifice  to  us  in  a  hundred  cities,  we  will  also  give  the 

•  In  456  B.c.  (cf.  iibove  p.  7). 

^  /.  f.  the  vl.sroutits  of  Han  and  Weif  who  together  with  those  of  Chao  had 
usurped  iho  power  in  f'/tin. 

'  Noar  T*ai-t/ium-fu  in  SStmui. 

*  Tho  <Sb<Ai  calb  this  place  Wmtg'tae,  vrhidi  waa  siloalad  in  Cklang-i^ 

"  The  pfrsoiial  nariif»  of  Viscntuil  Jl^iin'j  (iT.  p.  7). 
"  A  titountaiii  in  )  muf-tin-hjuiii  (^-hunm)  Ilo-lunff  circuit. 
'  The  reading  uf  ihc  S/U-chi: — "  .Mur(]uis  of  Slutu-ymuf  (name  of  city)  and 
Envoy  of  Heaven  '*  seoiiio  preferablo. 


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II 


toritoiy  of  the  Lm  £fii'  to  you/'^lbitn^  Tse  made  obeisance  again, 
and  accepted  the  commands  of  the  spirits. 

What  does  that  mean?  This  was  an  augury  of  Hiiang  7W« 
fntore  Tictoiy.  The  thiee  States  were  beleaguering  (Mn-^mg  ,tot 
ovec  a  year.  They  diverted  the  Fh^^  and  flooded  the  town,  so  that 
osly  three  blocks*  of  the  city  wall  were  not  submeiged.  Viscount 
flfMMjr  frightened  sent  his  minister  Chang  Ming  T*an  to  open  secret 
segotiationa  with  Ban  and  WtL  They  made  an  agreement  with  him, 
aad  on  the  ping-hsü  day  of  the  third  month  they  completely  an- 
nihilated Chiht  and  diTtded  his  country  among  them.* — ^Therefore 
the  fluid  of  the  supwnatural  porteot  was  shaped  like  a  man,  and 
called  itself  the  spirit  of  the  Huo'fai  Mountain,  as  the  apparitions 
in  tlte  Hsia  palace  had  the  foim  of  dragons,  and  called  themselves 
j^cinoes  of  Ibo^  Chien  7V«  omen  had  human  shape,  and  pretended 
to  be  an  envoy  of  God. 

How  do  we  know  that  it  was  not  the  spirit  of  the  Huo-t'ai 
Mountain?  Because  a  high  mountain  is  a  formation  of  the  earth 
just  as  bones  and  joints  are  of  the  human  body.  Ht>w  can  bones 
aod  joints  be  spiritual?  If  the  high  mountain  had  a  spirit,  it  should 
be  shaped  like  a  high  mountain.  What  people  call  gliosis  is  the 
cmence  of  the  departed,  in  appearance  they  are  formed  like  living 
men.  Now  the  high  mountain  was  broad  and  long,  and  not  at 
all  like  a  man,  but  its  spirit  did  not  differ  irom  a  man.  Such  being 
the  case,  the  ghost  resembled  a  man,  and  since  it  was  like  a  man, 
it  must  have  been  the  fluid  of  a  supernatural  portent. 


In  the  36tli  year  of  the  reign  of  CJiin  Shih  Huang  Ti^  Mars 
offuscated  the  (Constellation  of  the  Heart,  and  a  star  fell  down. 
When  it  reached  the  earth,  it  became  a  stone,  on  which  were  en- 
graved the  following  words: — "  Ch'm  Shih  Huang  2»  will  die,  and  his 
Und  wiU  be  divided.*' 


'  A  snbdtvtsion  of  the  ffti  tribes,  probably  Mongola. 

-  A  tributary  of  the  llmmg-ho. 

'  One  -  pan"         block  is  said  to  measure  8  teet.   The  H/d-chif  chap.  43, 

p.  13,  writes: 

*  So  far  the  narration  has  been  culled  with  some  omissions  and  alterations 
Im  the  Shi<ki^  chap.  43,  p.  12v.  aeq. 

*  Wbeu'the  Hma  dyiuwly  had  beg;aii  to  d«dtn«,  two  divino  drtgotia  made 
^  appearance  in  the  iniperwl  pilace,  and  said  that  they  were  two  princes  of  i^o. 
CY.^. /„,  (iiap.  4,  p.  25  (GkaxmrneB,  MAh.  Vol.  I,  p.  281)  which  qvoteathe  Kno^ 

211  Ü.C 


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12 


Fomb;  Lnn-Hlof. 


"When  (Ml  in  S/ii/i  llnnug  T't  L«'ar(l  of  it,  he  ordered  a  censor  to 
interrogate  the  people  one  by  one,  but  nobody  would  confess.  Where- 
upon the  emperor  had  all  the  people  living  near  the  stone  arrested 
and  put  to  death.  The  weird  stone  he  then  caused  to  be  des- 
troyed! by  fire. 

When  his  auibassad(»r,  coming  from  Tung-kttan^^  had  passed 
Hua-yin^  at  night-time,  and  come  into  the  open  country,  a  man 
witli  a  jade  badge  in  Iiis  hands  happened  to  block  his  passage. 
"Transmil  this  to  the  prince  of  the  Hao  IaJc«^  for  me,"  said 
the  man,  and  went  on  saying,  "  This  year  the  dragon  ancestor 
will  die." 

The  ambassador  was  just  going  to  aslc  him  for  particulars, 
when  the  man  disappeared,  leaving  his  badg-e.  This  tlie  ambassador 
took,  anil  apprized  the  emperor  of  everything.  Ch  in  iSJtiJi  lluuiuf  Ti 
kejit  silent  for  a  long  while,  tlipn  he  exclaimed,  "  The  spirit  of  the 
mountain  knows  only  the  ailairs  of  one  year.  The  dragtm  an- 
cestor, of  whom  he  speaks,  must  be  a  forefather,  however."  He 
then  gave  orders  to  the  imperial  liousehold  to  examine  the  badge. 
They  ascertained  that  it  was  a  badge  which  had  be«n  thrown  into 
the  Yanfftse,  while  it  was  crossed  in  the  28th  year  of  the  einperor*8 
reign.*  The  next  year,  the  37th  of  his  reign,  he  had  a  dream  that 
be  was  fighting  with  the  spirit  of  the  ooean,  which  was  shaped 
like  a  man.* 

What  does  this  mean?  All  these  were  auguries  of  C%'ni  SMh 
Itmrng  It  a  impending  death.  Having  dreamt  that  he  was  trying 
oonotusioiis  with  the*  spirit  of  the  oceaA,  he  entered  into  the  sea 
in  high  dudgeon,  waiting  for  the  spirit,  and  shot  at  a  huge  fish. 
From  Lang-yeh^  to  the  Lao  and  (Xeng  Mountains^  he  did  not  per- 
oeive  any,  but  having  arrived  at  the  Ck^oo  Mountain,*  he  again  came 


>  A  pisoe  «t  the  bend  of  the  Ydlow  Biver  in  Shgnti. 

*  A  town  half-wmy  betw««n  Tmg4aian  and  Ai-on^ 

*  The  Hao  Lake  wa«      u  ll^-tm-^t  tbe  eapital  of  Ch*in  Skih  Haat^  TS, 
who  IS  meant  by  the  prinoe  of  th»  lake, 

*  219  a.r. 

'  I  he  foregoing  are  extracUi  from  the  S/ii-c/u^  cha[>.  (i,  p.  24  v.  secj. 

*  On  the  aoath  coast  of  SAowtefy. 

'  yj  }&  lU '  Tvi^'Atg       jj£  ^J  {toe,  at  p.  28),. 

The  Lao  «kan  and  the  CKing  skan  are  tvo  high  mountain  ranges  in  CA»*iiio  (ifäno* 

ch(m)  reaching  to  the  sea.  The  Ttt-shih  fang  gii  chi  gao,  chap.  36  rejecta  the  reading 
Yung-cKeng.  Thf  motmtains  nnist  linvf  hi-en  on  the  '?fa-shr>re,  north  of  Lntuj-yth  and 
soutli  of  r/<«/</(',  fur  litis  was  tlie  way  taken  Ity  ihe  emperor,  as  results  from  Lun- 
hmg  Bk.  IV,  9  {Shu-hm}  and  BL  XXVI,  1  (S/ü/i-chih). 

*  The  Cfttfoi  Promontory,  forming  the  harbour  of  Ute  treaty>port  Ckefoo. 


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FoBiat:  Lun-Htog. 


13 


in  view  of  eoonnoiis  fisbet,  of  which  he  killed  one  hy  a  shot  with 
his  anow.*  Hence  he  proceeded  along  the  eea-ahore  as  far  m  P'«^ 
IM»*  ford,  where  he  waa  taken  111.  When  he  hid  reached  Sia- 
c4*m,*  he  coUapeed  and  breathed  hia  laat. 

At  the  time  of  the  falling  atar,  Mara  provoked  the  unlucky 
augoiy,  therefore  the  people  dweUing  near  the  stone  cut  ebar- 
actors  into  it,  as  though  they  had  done  so  purposely.  The  in- 
scription was  to  the  effect  that  Ch*in  SMJt  Wang  71  waa  going  to  die 
or  to  he  killed.  The  queer  sayings  of  childien,  of  which  we  hear 
«omethnes,  are  likewise  not  of  their  own  invention,  but  they  have 
been  inspired  by  some  force.  All  such  supernatural  apparitions  are 
eitlier  ghosts  shaped  like  men,  or  men  behaving  like  ghosts.*  The 
principle  is  the  same  in  botli  cases. 

Ch'uny  Er/i,  prince  »f  Chin^^  having  lost  his  country,  had  nothing 
to  eat  on  his  journey.*  He  asked  some  labourers  on  the  field  for 
food,  but  tliey  gave  him  a  clod  of  earth.'  The  prince  became  an- 
gry, but  Ckm  Fa»  said  to  him,  "This  is  very  auspicious.  Heaven 
grants  you  earth  and  land."^  Subsequently  the  prince  reconquered 
his  country,  and  was  re-instated  upon  his  soil,  as  G&tn  Fa^*  had 
predicted. 

T'ien  Tan  of  Ch\^°  defending  the  city  of  Chi-^no,^^  wished  to 
deceive  the  army  of  F<?n,  therefore  he  said  that  the  Spirit  of  Heaven 
had  come  down  to  help  him.  A  man  stepped  forward  and  declared 
that  he  could  act  as  the  Spirit.  T'ien  Tan  then  went  and  still  made 
obeisance  before  him.  And,  in  fact,  the  rumour  tliat  a  spirit  had 
come  down,  spread  among  tlic  soldiers  of  Yen.  They  beheved  in 
the  spirit,  and,  when  still  further  they  had  viewed  the  oxen  shining 
in  five  colours,  they  became  so  alarmed  by  this  belief,  that  the  army 


*  Aecording  to  the  Shi-^  the  emperor  shot  tboee  big  fiahea  with  a  r^taUnff 

(Totr-hoir  {lien-nu)  ,  (on  which  cf.  my  article  on  tlie  Chinese  Crooe-bow  ID 

ytrhmd^ngen  ihr  BrrOtier  GeselUrhaft  für  Anthr>ßpoiojfie  ISIdÜ,  p.  272). 

^  Li  the  Chi-nan-fu  prefectDre,  Shantung, 

»  In  Skun-te-fu  {ChiU). 

*  Ai  though  onder  a  spell  or  a  eharm,  which  is  the  «ipematiiral. 
'  Uter  Duke  W4»  of  Cktt,  631-627  auo. 

'  Banished  from  CAm,  he  lived  for  many  years  in  other  States. 

'  This  li;*|M>.MiPfI  ill  UVi,  whose  prince  had  treated  him  discourteously. 

*  Cf.  Jio-cÄuan,  Duke  Bm  23d  year,  where  the  incident  is  told«  though  with 
«<h»  words. 

9  Cdled  Tte  Fm  m  the  Tso-dkmt, 

'0  An  official  of  CKi,  who  deliversd  hia  oomUy  from  the  iuvtdh^  may  of 

1«,  in  the  3rd  cent.  b.c. 

^'  Citj  in  SAantungf  near  Kiao-chou, 


14  FoBXic:  Lnn^H^ngr. 

was  di8Cf)mfited,  and  the  soldiers  routed.'  T'ien  Tm  gained  the 
victory,  and  could  recover  tlie  lost  territory.  In  these  apparitioos 

there  were  men  resembling  ghosts. 

When  the  ambassador  passed  llua-ym^  an  iiidindual,  with  a 
jade  badge  in  his  bands,  blocked  his  passage,  and  went  away« 
leaving  him  the  badge.  This  was  a  ghost  in  human  shape.  Tlie 
jade  badire  had  been  tbrown  into  the  YangUe  for  the  purpose  of 
praying  for  liapjiinoss.  Now,  the  badge  was  returned,  wliich  showed 
til  at  the  offer  was  not  accepted,  and  that  happiness  could  not  be 
obtained. 

The  badge  was  like  that  wliicii  fonnerly  bad  been  submerged, 
but  it  was  not  really  the  same  for  the  following  reason.  When  a 
gingst  apppai-s  in  human  sliape,  it  is  not  a  frenniiu'  man.  If  people, 
alter  having  sfcn  a  L'host  lookini^  like  a  living  man.  thoroughly 
quf'^Jtioji  other  living  men,  thev  will  find  out  tliat  none  of  tliem 
have  come  to  see  them.  Consequently  a  supernatural  toree  has  ap- 
peared to  them  ill  ljunian  form.  Since  this  I'oree  has  merely  taken 
human  shape,  the  tilings  carried  by  the  apparition  cannot  be  real 
things  either. 

By  the  dragon  ancestor,  which  was  to  die,  Ch  in  >^hih  Ihtang 
Ti  was  designated.  .Vncestors  are  the  root  oi"  mankind,  and  a  dragon 
is  an  image  of  a  sovereiL'u.  If  there  be  a  resemblanee  between  man 
and  other  creatures,  a  disaster  cuuceruing  one  part  likewise  aii'ects 
the  other.' 


In  the  year  of  Ch'in  Shih  Iliutng  Tts  death  the  Emperor  Ban 
Kao  Tau  was  a  village-elder  in  Sseshaiig.^  As  such  he  had  to  escort 
convicts  to  the  Li*  Mountain,  htit  most  of  them  escaped  on  th6 
road.  Kao  Tyi  then  allowed  those  he  had  still  in  his  power  to 
run  away,  A\  hich  they  did  never  to  return.  Kao  Tsu,  who  was 
under  the  influence  of  liquor,  was  continuing  his  jouniey  through 

'  7'  Ol  'f<:ii  n-'Ci}  a  similar  stratagem  as  Hannibal.  Darin;;  t3>e  night  he 
fantastically  dresst  I  I'  NHl  oxen,  tied  sharp  b!ad«  <5  to  the  horns  and  irreascil  ruslies 
to  their  lüiis,  aud  ligluing  these  rushes  let  them  loose  against  the  eaetny,  who  were 
takeo  by  siirpriw  and  eompletely  beatea  by  the  men  of  Fat  following  in  the  rear. 
Vid.  the  biogrephy  of  T*im  Tm  in  the  Shi^U,  d»i».  82,  p.  3. 

*  Tfierefore  the  death  of  the  dragon  unplies  the  end  of  the  erapcror. 

^  iffS  Jl-   Thf  chap.     p.  2  v.  writes  ^m-«Am>  ifB^t  which  was  a 

district  in  the  pre.sent  )  rii-i  fiou-fu  {S/itnitunff). 

*  A  moiiiLtaiu  near  Chin  i</iih  liuatu/  It's  luau^olcum  iu  Shtum,  which  was 
built  by  convicts. 


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Fonw:  I«n*H^ng.  15 

a  manh  at  niglit,  and  had  ordered  a  man  to  keep  in  front.  This 
man  came  back  and  reported  that  there  was  a  big  snake  in  front, 
obstracting  the  way,  and  besought  htm  to  go  back. 

"What  does  a  valiant  warrior  fear?/'  asked  Kao  Ttu  inebriated, 
and  he  went  forward,  drew  his  sword,  and  with  one  stroke  cut 
the  snake  in  two.  The  path  was  free  then.  After  he  had  pro- 
ceeded still  several  miles,  his  intoxication  caused  him  to  fall  asleep. 

When  Kao  7W«  companions  arrived  at  the  place,  where  the 
make  was  lying,  they  found  there  an  old  woman  crying  ov^  it  in 
the  silence  of  night.  They  asked  her,  wherefore  she  cried.  A  man 
has  killed  my  son,**  replied  the  old  woman. — **  How  was  your  son 
killed?,**  asked  the  men, — **My  son,**  said  the  woman,  ''tlie  son  of 
the  White  Emperor,  was  transformed  into  a  snake  to  keep  watidi 
OB  the  path.  Now  the  son  of  the  Red  Emperor  has  slain  him, 
dieiefore  I  cry.*' — ^The  men  thought  that  the  old  woman  was  telling 
spook  stories,  and  were  goibg  to  give  her  a  flogging,  when  the  old 
woman  suddenly  disi^pesxed.' 

What  does  this  signify?  It  was  a  felicitous  omen  of  Kao  Tw'* 
rising  to  power.  The  old  woman  suddenly  vanished.  Since  she 
became  invisible,  she  cannot  have  been  a  human  being,  and  not 
being  human,  she  must  liave  been  a  s[)ectre.  Since  'the  old  dame 
was  not  human,  it  is  plain  that  the  slain  serpent  was  not  a  snake. 
The  old  woman  spoke  of  it  as  the  son  of  the  White  Em]>eror,  but 
why  did  be  become  a  snake,  and  block  the  road  at  night?  She 
asserted  that  the  serpent  was  the  son  of  the  White  KinptTor  and 
JÜO  Tsu  that  of  the  Red  Emperor.  Thus  tlie  son  of  the  White 
Emperor  would  have  become  a  snake,  and  the  son  of  tlie  Red  Em- 
peror, a  man,  whereas  the  five  Planetary  Emperors*  are  all  lieavenly 
spirits.  In  one  case  the  son  would  have  grown  a  serpent,  in  the 
other,  a  man.  Men  and  snakes  are  diflferent  creatures,  whereas  the 
Emperors  all  belong  to  the  same  class  of  beings.  The  human  state 
of  those  sons  would  not  be  conformable  to  the  laws  of  heaven. 

And  further,  if  the  snake  was  the  son  of  the  W  lute  Emperor, 
was  the  old  woman  the  White  Empress  perhaps?  An  empress  must 
have  her  suite  in  front  and  behind,  and  an  imperial  prince,  a  large 


'  The  «torv  is  f|U0tC(1  rrom  tlic  Shi-rfii,  (  hap.  H.  p.  5.  It  is  iiieaiit  as  a  jiro- 
phecy  nf  the  ovei  throw  of  ihc  f  'h'in  ih  nasty  by  tfi.it  of  Hun.  Tlic  t7(  im  us<»«l  mental, 
to  whicil  the  white  colour  corresponded,  as  the  symbol  of  their  power,  whereas  the 
Am  relied  on  fire,  which  hat  a  red  colour.  According  to  ChiiUMO  ejmboliaiii  fire 
««eceomea  molal,  ergo  the  CAVn  were  doomed  to  be  overpowered  by  the  Han. 

^  The  Five  Planets  which  from  andent  ttmee  were  woraMpped  aa  deitiee» 
Ibe  Bed  Emperor  ia  Mara,  the  White  £ro|ieror  Vemu. 


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16  Fonot:  Lnn-Hfiif. 

retinue  of  officials.  Now,  the  snake  died  on  the  pathway,  and  an 
old  woman  cried  ou  the  road!  This  makes  it  evident  that  her 
statement  about  the  son  of  tlie  White  Emperor  was  not  true.  Not 
being  a  real  prince,  it  was  a  semblance,  and  beinn  a  semblance,  it 
was  an  apparition.  Consequently,  everything  .seen  was  not  genuine, 
and  not  being  genuine,  it  was  a  fluid.  The  serpent  slain  by  Kao 
Tm  was  not  a  serpent. 

When  Duke  J.i  of  Cliih^y^  was  on  the  point  of  entering  into 
his  dukedom,'^  a  snake  in  the  city  was  fighting  with  one  out.side 
the  city,"  Init  they  were  not  genuine  ssnakes.  It  was  a  supernatural 
force  marking  Duke  Li's  entrance  into  Cfi  t'-ng  under  the  form  of 
contending  snakes.  The  fighting  serpents  of  the  Ch'eng  State  were 
not  snakes,  hence  we  infer  tliat  the  two  dragons  in  the  Ilsia  palace* 
were  merely  images  of  dragons  likewise.  Sucli  being  the  case,  we 
are  convinced  that  the  dragons,  which  were  fighting  during  Tse  Ch  an 
of  Cheng's  time,'  have  not  been  dragoris. 

The  ways  of  Heaven  are  hard  to  understand.  There  are  ap- 
paritions, when  things  are  all  right,  and  there  are  also  some,  when 
things  go  wrong. 


ünmg  Liang y  Marcjuis  of  ZriM,  dealt  a  blow  at  Ch'in  ShiJt  iiudny 
Ti  with  a  club,  but  by  mistake  hit  one  of  the  chariots  of  his  retinue.* 
Cliin  Shih  Huang  Ti^  infuriated,  ga\  e  orders  to  search  for  Chang  Liang 
everywhere,  but  he  changed  his  name  and  concealed  himself  in  Ihia- 
pei,''  where  he  had  always  leisure  to  stroll  about  at  pleasure.  Up 
the  river  Sse,^  there  was  an  old  man  in  coarse  clotlies,  who  came 
to  CJuxng  Liang's  place.  He  had  just  lost  one  shoe  down  the  river, 
therefore  he  said  to  Chang  Lumg,  '•'  Go  down,  and  fetch  me  my  shoe, 
my  boy." — Cliang  Liang  grew  angry,  and  was  going  to  give  him  a 

*  699-eMB.c. 

-  Duko  lA  had  been  forced  to  quit  his  country. 

^  Cf.  Tso-chmn,  Duke  Chmng  14th  year.  The  snake  inside  the  city  was  killed. 

*  V  id.  above  p.  1 1. 

'  The  Tso-chuan,  Duke  Ch'ao  19th  year  {ö22  b.c.)  relates;—"  There  were 
great  floods  in  CK/n/fi  «nd  some  dragons  fought  in  the  pool  of  W«f,  outside  the  Ski 
gate.  The  people  asked  leave  to  eaeriJIee  to  them:  but  Tm  CHan  refused  tt,  saying, 
*If  we  are  fighting,  the  dragons  do  not  look  at  us;  when  dragons  are  fighting,  why 
flllOUld  we  look  at  them? '  "  {Ugge  Vol.  V,  1».  IT.  p.  (i75) 

*  Chang  Liang  had  engaged  a  bravo  to  deal  the  blow  with  an  iron  dub  or 
mallet  weighing  120  pounds. 

'  In  the  modeni  P'd-ehou  of  Kiangm  province. 

*  Instead  of  S»  |f[ll|  the  Sh*^i  writes:--"!"         the  <'bddge.** 


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PoBu:  Iiiin>Rlng. 


17 


beating,  but  noticing,  how  strong  the  old  man  looked,  he  repressed 
his  feelings,  and  went  down  to  fetch  the  shoe,  which  lie  offered 
him  on  his  knees.  The  old  man  slipped  it  on  his  foot,  and  went 
>way  laughing,    (^m^  Liang  felt  greatly  excited. 

When  the  old  man  had  gone  to  about  a  Li*B  distance,  he 
ntumed.  Yon  can  be  taught,  my  boy,"  he  said,  "  Five  days  h^ce, 
at  aunriso,  meet  me  bere.**  (3umg  lAcmg  bewildered,  knelt  down  and 
anented.  After  five  days,  at  sunrise  Chang  Liang  went,  but  the  old 
gentleman  bad  alieady  arrived  before  bim.  Why  must  you  come 
hter,  when  you  have  an  appointment  with  an  old  man?,**  aaked  he 
angrily.  **  Five  days  after  my  departure,  very  early,  we  will  meet 
again.*' — After  five  days  Chang  Liang  went  again  at  cockcrow,  but 
a^in  the  old  man  bad  arrived  before,  and  repeated  bis  angry 
question,  wherefore  be  had  arrived  later.  ''Five  days  after 
I  have  left,"  said  be,  "come  again  very  early." — On  the  fifth 
day  Chang  Liang  went  before  midnight,  and  after  a  short  wbfle 
die  old  gentleman  arrived.  **So  you  are  right,**  said  be,  very 
pleased. 

He  tiben  produced  a  pamphlet^  which  be  gave  bim  8a}^ing, 
'*Rca(l  it,  and  you  will  become  preceptor  to  an  emperor.  After  thirteen 
yean  you  will  see  me.  A  ydlow  stone  at  the  foot  of  Mount  Att- 
d^A^  in  Okpfm^  that  is  1."  Whereupon  be  went  away,  saying 
nothiiig  further,  and  was  not  seen  again.  At  dawn  Chang  lAang 
k)oked  at  the  book.  It  was  Tai  Kwt^»*  Strategy.*'  Chang  Liang 
«mased,  studied  it  very  thoroughly.* 

What  was  this?  An  augury  of  Kao  Tw**  elevation  by  Chang 
Uan^t  assistance.  CKoi^  Umg  lived  ten  years  at  Hna-pei  as  a 
knight  and  a  hero.  When  CftVn  Shi*  and  his  confederates  rose  in 
revolt,  and  the  Governor  of  P  visited  Bsia-peit  Chang  Xriaiy  joined 
them.  Subsequently,  he  was  made  a  general  and  ennobled  with 
the  title  Marquis  of  LitL  Thirteen  years  later,  when  with  ICao  Tm 
he  crossed  the  OCi^  territory,  he  found  a  yellow  stone  at  the 
foot  of  Mount  Ku-clCing,  He  took  it,  stored  it  away,  and  worshipped 
it,  and,  when  be  died,  it  was  buried  with  bim. 


1  In  Tmg^  diatriet  (flXoxaay). 

^  The  helpmate  of  Wrn  Wangt  ^ho  had  bMQ  invested  with  the  marqniMte 

of  LHi  in  .<Liritun(f  (cf.  I,  p.  f>")2). 

^  The  story  is  quoted  from  Clwung  Litu^'t  Biography  iu  the  SM-chif  chap.  56, 
{!•  1  vv,  bat  somewhat  abridged. 

*  A  räaple  eoldier  who  in  209  a.c.  hronght  about  en  Inmrreotion  egamet  Erh 
SiA  Bmu^  Tt,  and  aasnmed  the  title  of  a  king  of  Ch'u. 

*  Lm  Bang  —  Kao  Tw,  at  that  time  atiU  govenior  of  F"ei  in  Flanffmi. 

■in.a.8cB,£0«i«iift.8irtadMik  M07.  LAbt  8 


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18  FoKKx:  Lm-H^g. 

T1Ü8  yt'llow  stoiic  wns  a  superuatural  translorni;nion  cnnvoyiiig 
an  omen.  Tlie  metaraoi  j  lj^ses  of  heaven  arxl  earth  are  most  in- 
f^enion.s,  tor  is  it  not  wonderful  to  make  an  (»1(1  man  take  the  form 
of  a  yellow  stone,  and  a  yellow  stone  the  form  of  an  old  luun? 

Some  one  nn^hi  ask.  whether  the  yellow  stone  was  really  an 
old  man,  and  the  old  man  really  a  yellow  stone.  A  yellow  stone 
cainiot  become  an  old  man,  nor  an  old  man  a  yellow  stone.  The 
appeanniee  of  a  supernatural  portent  made  it  look  so. 

During  the  time  of  Duke  I'  ni()  n\' Clnn^  a  stone  spoke  in  \Vei~ 
ifil.^  The  duke  asked  the  musie-inaster  A  uonf/,  w  hy  the  stone  had 
sj  iK<  [I.  "A  st<uw»  eannot  speak,  '  was  the  n'ply.  "Perhaps  it  was 
possessed  hy  a  spirit,  otherwise  tlie  people  have  he«Trd  wrong.'*' 

A  stone  eaunot  utter  human  speech,  and  so  it  cannot  take 
human  shape.  The  speaking  of  the  stone  is  not  diÜercnt  from  the 
falling  down  of  the  stone  in  Tuiicj-chnn*  in  Ch  in  tS/tUi  Huang  Ti's 
time,  which  w  as  engraved  hy  tl»c  people.^  Enarravinü:  gives  an  in- 
scription, and  talking,  speech.  Script  and  fipeech  fall  under  the  same 
law.  The  people  engraved  the  inscription,  and  a  force  made  the 
speech.  The  nature  of  the  people  and  the  force  is  the  same.  A 
stone  cannot  engrave  itself,  nor  can  it  talk,  and  not  being  able  to 
talk,  it  cannot  become  a  man  either.  T  ai  h'iiii<^'s  Strategy '"  w  iu» 
formed  hy  the  force.  IIow  do  we  know  that  it  was  not  reaL'  Be- 
cause the  old  man  was  not  a  man,  whence  we  infer  that  the  book 
was  not  T'ai  Knngs  Strategy  either.  Since  the  iorce  could  take 
the  likeness  of  a  living  man,  it  could  liken  itself  to  T'ai  Kung's 
Strategy  too. 

The  question  may  be  raised,  how  a  force  couldjwrite  characterSf 
having  neither  knife  nor  pencil. — When  Oiung  T^e,  wife  to  Duke 
/Am  of  iMt  was  born,  she  had  on  her  pabn  the  words: — "Future 
piincess  of  T'an$f  Shu  Yü  of  Chin  bore  on  his  hand  the  char- 

acter Y&t  and  Ch'ing  Chi  Yo  of  Im  the  character  Fo.*  These  three 
inscriptions  have  been  written  by  a  spontaneous  nature,  and  thos 
the  force  had  composed  the  old  man*s  book  of  itself.  The  spon- 
taneoas  nature  and  the  self-producing  force  must  be  classed  together 
with  the 'self-speaking  queer  sayings  of  children.  When  children 
utter  such  strange  things,  they  do  not  know,  where  they  got  them 

'  556-581 M. 

'  A  city  ill  modern  T'ai-yuun-fu  (Shandy 

»  r«o-chnan,  Duke  rf.',,,.  ^th  year  (T^fff;''  Vol.V,  Pu  II,  p.  622). 

*  Circuit  oomjirising  the  uorthem  part  of  lloiuui,  north  of  K'ai-Jery-Ju, 
'  See  above  p.  1 1. 

•  Cf.  I,  p.  275. 


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FoBu:  Lim>H£ng. 


19 


firom,  tbeir  mouths  speak  of  themselves.  The  self-speaking  mouths 
and  the  self-prodaced  writang  are  the  active  agents  so  to  say.  This 
argument  may  serve  as  a  cue  for  the  better  understanding  of 
other  events. 

Tin  Kwg  angling  caught  a  big  fish,  and,  when  he  cut  it  opoi, 
there  was  a  letter  in  it  reading,  ^lAk  Shang^  will  be  invested  with 
C%'t.**  At  Wu  Wan^t  time,  one  caught  a  white  fish,  marked  under 
ite  throat  witli  the  words,  ^^Give  it  to  Fa***  There  was  truth  in 
all  this.  In  fine,  the  '*Plan  of  the  Yellow  River*'  and  the  "Scroll 
of  the  Zo***  indicated  the  rise  and  fall,  the  progress  and  the 
declioe,  and  the  opportunities  of  emperors  and  kings.  There  cer- 
tainly have  been  such  writings.  Th^  were  appaiitions  caused  by 
a  sopematural  force  and  lucky  or  unlucky  omens. 

'  The  »aruame  of  T  ai  Kuny^  Wm  Wang's  associate,  who  later  on  became 
prmce  of  CA'i, 

*  The  peraoiMl  naaM  of  TVW  Waug. 

*  er.  p.  76. 


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20 


FoRxi:  Lu-Htog. 


CHAPTER  XVm. 
All  tkhovi  Ghosts  (Ting-kuei). 

The  gliosis  that  are  in  the  world  arc  not  the  vital  spirits  of 
the  dead,  they  are  evok<''l  bv  intense  thinking  and  meditating. 
Where  do  they  originate? — With  sick  people.  When  peoplt^  nre 
sick,  they  are  inclined  to  melancholy  and  easily  frii^htenecL  in  tiiia 
state  of  niiud  they  see  ghosts  apjiear.  Peoj)le  who  are  not  sick, 
are  not  apprehensive.  Thus,  when  sick  people  lying  on  their  pillows 
are  haunted  witii  fears,  ffhosts  appear.  Their  fears  set  them  ponder- 
ing,  and  when  they  do  so,  their  eyes  have  visions.  How  can  we 
prove  this? 

Po  Lo^  wslh  learnin«;  to  <h^tiI)guisil  horses;  evervthing  he  saw. 
when  .sight-seeine,  took  the  form  of  horses.  A  cook  in  Sung  was 
learning  to  dissect  an  ox.  For  three  years  he  did  not  perceive  a 
living  ux,  those  he  saw  were  all  dead  ones.^  These  two  men 
strained  their  mental  powers  to  the  utmost.  By  dint  of  thinking 
and  pondering  they  came  to  have  strange  visions.  Sick  men  seeing 
gliosts  are  like  /*(>  Lo  seeing  horses  or  the  cook  seeing  oxen.  What 
J'u  Lo  and  the  cook  saw,  were  not  real  horses  or  oxen.  Hence  we 
know  that  the  visions  of  the  8ick  are  not  real  gliosts  either. 

When  sick  people  have  a  severe  attack,  and  feel  much  j  aia 
in  their  bodies,  they  believe  that  ghosts  with  bamboos  and  fiu  ks 
beat  them,  and  have  the  impression  that  ghosts  with  lianiin<>rs, 
locks,  and  cords  are  standing  by  their  side,  watching.  These  are 
empty  visions  caused  bv  pain  and  tear.  When  they  first  feel  ill, 
they  become  alarmed,  and  see  ghosts  coming.  When  their  disease 
grows  more  violent,  that  ihey  feur  to  die,  they  see  the  ghosts  in- 
censed, and,  when  they  feel  pain,  they  have  the  idea  that  the  ghosts 
are  beating  them.  It  is  nothing  but  the  effect  of  too  much  ponder- 
ing, but  there  is  no  reality. 

When  the  vital  fluid*  is  thinking  or  meditating,  it  flows  into 
the  eyes,  the  mouth,  or  the  ears.  Wlicn  it  flow»  into  the  eyes,  the 

'  A  aomewfaat  l^gmduy  character,  mentioned  by  Chmng  7V  chap.  0,  p.  1. 

-  For  more  details  on  this  famous  cook  or  butcher  .see  ('huang  Tm  chap.  3,  p.  1. 

^  We  miglit  traii.siate  iticiita!  fluid,  for  hcrp  the  mental  fnnctions  of  tlie  vital 
tiuid  are  referred  to,  which  is  the  bearer  of  hie  as  well  as  the  origiiiator  of  mind, 
ankmui  and  CIAMIO« 


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FoHu:  Lon-Heng. 


21 


eyes  se^  shapes,  whea  it  flows  into  the  ears,  the  ears  hear  sounds, 
and,  when  it  flows  into  the  mouth,  the  mouth  speaks  something. 
At  (lay-time  ghosts  appear,  at  night,  during  sleep,  they  are  heaid 
in  dreams.  If  a  person  sleeping  quite  alone  in  a  lonely  house  is 
nervous,  he  will  see  ghosts  in  his  dreams,  and,  if  anybody  puts 
his  hands  on  him,  he  will  scream.  What  we  see,  while  awake,  or 
liear,  while  asleep,  is  all  the  work  of  our  spirit,  of  fears  and  thoughts, 
whieb  smounts  to  the  same. 


There  is  an  opinion  that,  when  people  see  ghosts,  their  vision 
and  their  sleep  are  disturbed.  If  during  the  day  their  vigour  is 
worn  out,  and  their  vital  force  exhausted,  they  desire  Lo  sleep  at 
ninjht.  While  they  are  asleep,  their  visiun  is  distorted,  lience  their 
spirit  perceives  the  images  of  men  and  things.  When  a  person  is 
sick,  his  vigour  is  worn  out.  and  his  vital  force  exhausted  Hkewise. 
Although  his  eyes  may  not  be  asleep,  their  seeing  power  is  still 
more  disturbed  Üian  if  they  were.  Consequently  they  abo  behold 
the  shapes  of  men  and  things. 

The  «ick  see  things,  as  if  they  were  asleep.  If  they  were  not 
like  dreaming,  they  ought  to  know,  wh«i  tiiey  see  something, 
whether  they  sre  awake,  or  dreaming.  Since  they  arc  unable  to 
distinguish,  whether,  what  they  see,  are  ghosts  or  men,  it  is  evident  . 
that  their  vital  force  is  exhausted,  and  their  vigour  worn  out.  Tlie 
following  will  corroborate  this. 

Madmen  see  ghosts.  They  are  mentally  deranged,  speak  to 
themsdves,  and  keep  away  from  ssne  people,  all  owing  to  the  severe 
form  of  their  disease,  and  the  disturbance  of  their  vital  force.  When 
people  are  ück,  and  about  to  die,  they  are  very  much  like  madmeo. 
All  the  three  states: — sleep,  sickness,  and  insanity  sre  accompanied 
by  a  decay  of  the  vital  force  and  a  disturbance  of  vision.  Hence 
aU  those  people  have  visions  of  men  and  things. 


OrlM  rs  say  that  i^hosts  are  apparitions  of  tlx-  Ihiid  of  sickness. 
Thi*ä  lluid  heiug  stirred  up  strikes  against  other  people,  and  by  <loinu; 
s*»  becomes  a  iz^host.  It  imitates  the  Iminan  sliajie,  and  hecf)nies 
vi*-il)I<'.  Thus,  when  tlie  fluid  of  very  sit  k  persmis  is  in  a  slate  of 
excitement,  it  appears  in  human  form,  and  tin-  sii-k  see  it  in  this 
form.  In  case  tliey  fall  sick  in  mountains  and  forests,  ihe  ghosts 
they  see  will  be  the  essence  of  those  mountains  and  forests,  and, 


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23  Fonac:  Lvn-Hfof. 

if  tlieir  sickness  breaks  out  in  Yüeh^  they  will  behold  people  of  that 
couiitrv  sitting  by  their  side.  Accordingly,  g'hosts  like  that  of  Avail 
Fu  and  Ton  Yhig^  were  apparitions  of  that  particMilnr  time. 

The  fluid  of  this  world  is  purest  in  heavi-n.  The  heavenly 
signs'  present  rertain  forms^  above,  and  their  fluid  descends,  aiirl 
produces  things.  When  the  fluid  is  harmonious  in  itself,  it  pro- 
duces and  develops  things,  when  it  is  not,  it  does  injury.  First  it 
takes  a  form  in  heaven,  then  it  descends,  and  l)t'ef)ines  enrporeal 
on  earth.  Hence,  when  ghosts  appear,  they  are  made  of  this  stellar 
fluid.  The  bodies  of  the  stars  form  men,  beasts,  and  birds.  Con- 
sequently sick  people  see  the  shapeti  of  men,  beasts,  and  birds. 


Some  maintain  tliat  ghosts  are  the  essence  of  old  creatures. 
When  creatures  grow  old,  their  essence  forms  a  human  being,  but 
there  are  also  those,  which  by  their  nature  can  be  transformed,  be- 
fore they  are  old,  and  then  take  a  human  shape.  If  the  fluid  a  man 
is  endowed  with,  is  the  same  as  the  essence  of  another  creature.* 
there  \s  ill  be  some  relation  between  him  and  this  creature,  and, 
when  it  heeomes  sick,  and  its  vital  fluid  begins  to  decline,  it  falls 
in  with  that  person  as  a  ghost.    How  can  we  prove  tliat? 

Those  crratures  which  peojtle  usually  have  to  do  witli.  ap- 
pear to  them  as  ghosts,  for  \\  iiat  differenre  is  there  betwt'cn  the 
ghosts  seen  by  siek  people  and  those  sick  creatures?  If  peo]ih»  see 
ghosts  rcst'mhhng  a  dead  man  in  his  gra\e,  is  eouiiiig  to  meet 

and  call  tliem,  it  is  one  of  the  domestic  animals  in  their  houses. 
If  they  see  <ither  ghosts,  unknown  them  previously,  tlmsc  ghosts 
are  caused  by  other  people's  animals  e.  g.  those  in  the  open  fields. 


According  to  another  opinion  ghosts  originally  live  in  men, 
and,  when  they  cease  to  be  men,  they  are  transformed  and  dis- 
appear. The  organisation  of  the  universe  is  such,  tliat  these  trans- 
formations take  place  iudeed,  but  the  votaries  of  Taoism  cannot 
discuss  tills  subject.' 

>  See  I,  p.  397. 

*  The  atai». 

*  The  constdlatlona. 

*  This  seems  to  refer  to  the  animals  connected  widi  the  twelve  cyclical  signs 
(cf.  I.  p.  2^4!).  A  man  boni  under  one  of  these  .signs  is  supposed  to  have  been  imbued 
with  the  same  e«&euce  a«  the  corresponding  nnimal  has. 

'  Their  viewe  are  too  phantastic,  U3  can  bu  seen  iVoni  tltoir  works. 


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FoRu:  Lun-H^g.  .  23 

That  which  assaults  men,  is  sickness.  Sick  people  axe  doomed 
to  die,  but  the  deceased  do  not  give  up  all  intercourse  with  men. 
This  will  become  clearer  from  the  following: 

The  Liki  tells  us  that  Chuan  Hsü^  had  three  sons  living  wlio, 
when  they  flied,  became  the  ghosts  of  epidemics.  One  living  in  the 
water  of  the  Yangtse,  became  the  Ghost  of  Fever,  the  seoond  in  the 
Jb*  was  a  Waier  Spirii^  the  third,  dwelling  in  thv  corners  of  palaces 
and  houses,  and  in  damp  store-rooms,  would  frighten  children.'  An- 
terior to  Chuan  Hsü's  time  there  Itave  heen  more  sons  living,  con* 
seqnently  there  must  have  been  hundreds  of  spirits  like  those  of 
CÄuan  jflT^iV  time.  AH  sjiirits  and  ghosts  possess  a  body,  and  there 
is  a  method  to  make  them  stand  upright.  Those  who  meet  with 
people  have  all  lived  in  good  men,  and  acquired  their  fluid,  hence 
in  their  a|)pcarancc  they  are  lilie  good  men.  That  whieh  ran  injure 
the  good  is  tlie  tliictuating  Yang  and  Yin  iluid,  as  a  fluid  like  that 
of  the  cloucU  and  vapours  it  could  not  do  so. 


Another  idea  is  that  poliosis  are  the  spirits  of  tlie  lirs.t  ami 
second  cyclical  signs.*  7'hese  spirits  nrv  a  peculiar  fluid  of  heaven. 
In  their  shapes  they  appear  like  Imniaii  l)eini;s.  When  a  man  is 
sick,  an<l  about  to  die,  tiie  spirit  of  the  iirst  and  seeon<l  day  makes 
its  appearruu-e.  I*rovided  that  soniehodv  falls  sick  on  rlie  tir^t  or 
-■ecoiid  (Uiv.  he  will  [)erliaps  see  tlie  spirit  of  the  seveiith  or  eit^hth, 
\\  lit'ii  he  (lies.  Why?  Because  the  gliost  of  the  first  and  second 
day  i>  tlie  messenger  of  the  seventh  and  eiühth.  iherel'ore  the  persdu 
is  Ulken  ill  on  the  first  and  -^eeond,  and  when  his  end  is  near,  and 
the  ghust  that  destroys  him  appears,  it  is  tlje  spirit  of  r he  seventh 
and  eisjhth.  This  is  evident  from  the  fact  that  for  a  malady,  that 
liri)ke  out  on  the  llr.st  or  seconil  day,  the  crisis  which  decides  on 
life  and  death,  sets  in  on  the  seventh  or  the  eighth. 

(  ritics  do  not  accept  this  view  as  correct.  However,  tlie  ways 
of  Heaven  are  difficult  to  understand,  and  gliosts  an<l  spirits  ah- 
scnnd  and  hide.  Therefore  I  have  noted  all  the  dili'ereut  opinions, 
tliat  my  contemporaries  may  judge  for  tliemselves. 

■  ■  '         ■  ■  — -  « 

^  A  legendary  mler  of  ^  2fiili  cent 

*  According  to  the  **  Watar  ClaMic  "  a  rivar  in  tha  aoulli-aftat  of  China. 

^  This  {lassage  is  not  to  be  found  in  our  Liki,  According  to  the  Pei-trAt- 
jrm*^  it  is  contained  in  the  Soasken-cM  (4th  cant  A.D.). 

*  The  mgaa  chia  and  y». 


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24  IVmub:  Lm-ffiiig. 

Some  say  tliat  ghosts  are  creatures  in  no  way  different  froia 
men.  There  are  spiritual  beings  in  the  world,  usually  staying  be- 
yond the  frontiers,  but  from  time  to  time  coming  to  China,  and 
mixing  with  men.  These  are  malignant  and  wicked  spirits,  hence 
they  appear  to  men,  who  axe  sick,  and  going  to  die.  As  a  being 
created  in  this  world  man  is  lüte  a  beast  or  a  bird.  When  demons 
are  created,  they  also  resemble  men,  or  are  like  beasts  or  birds. 
Thus,  unliappy  families  see  corpses  flying  about,  or  crawling  dem- 
ons* or  beings  like  men.  All  three  are  ghosts,  they  may  be  styled 
gliosts  or  demons,  goblins  or  devils.  They  really  exist,  as  long 
as  they  are,  and  are  not  empty,  formless  beings.  How  do  we 
know? 

Commonly  people  who  will  be  visited  with  misfortune  see  a 
ray  of  light  descending  on  iheir  homes,  or  they  perceive  something 
having  the  shape  of  a  bird  flitting  several  times  into  their  hall, 
but  on  looking  carefully,  th^  discover  that  it  is  not  like  a  bird, 
or  an  animal.  Creatures  having  a  body  can  eat;  by  eating  they 
acquire  activity,  and,  if  they  give  signs  of  activity,  their  body  must 
be  real. 

Tto  Gt*m  B£ng  says  in  his  Ch'un-ch'w:  ^ — "They  were  banished 
into  the  four  frontier  States  to  repulse  the  goblins  and  devils,*** 
and  the  Skan-hm^Bing  reports  that  in  the  North  there  is  the  Kingdom 
of  the  Ghosts.'  They  say  that  goblins  are  dragon-like  creatures. 
Devils  are  also  relateid  to  dragons,  therefore  they  must  resemble 
dragons.  Moreover,  a  kingdom  is  defined  as  a  congregation  of  men 
and  other  creatures. 

The  Shan-lMeing  also  relates  that  in  the  midst  of  the  Green 
Ocean  there  is  the  Tu  Sa  Mountain,  on  which  grows  an  enormous 
peach-tree.  Its  girth  measures  3,000  Li.  Between  its  boughs  to  the 
north-east  there  is  the  so-called  door  of  the  ghosts,  where  the  ten 
thousand  ghosts  pass  in  and  out.  On  the  tree  there  are  two  spirits, 
one  called  l^in  Sku^  the  other  Yü  üä,  who  have  the  superintendence 
over  all  the  ghosts.  They  bind  the  wicked  ones,  who  have  wrought 
evil,  with  reeds,  and  feed  the  tigers  with  them. 

Subsequently  Huang  H  worshippeil  lor  the  purpose  of  expelling 
the  ghosts  for  ever.  He  erected  a  huge  human  figure  of  poach- 
wood  and  painted  ShM  Shu  and  Yü  Lü  along  with  tigers  and  cords 

*  In  hh  commentary  to  the  Vit  nu-c!ii<t,  the  Tm-ch'unn. 

*  Fuur  wicked  princes  were  cast  uut  hy  S/tun  into  tlie  four  distant  regions, 
which  were  believed  to  be  inhabited  by  devils.  7«o<eA*ifofi,  Duke  Wen  18th  year 
(I^,  Oaukg  Vol.  V,  Pt  I,  p.  2S3). 


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FoRKii:  Luii-H^ng.  25 

of  reeds  hanging  down  on  the  houae-doon,  and  thas  frightened 
them  a  way  J 

Malignant  devils  have  bodies,  tlierefore  they  can  be  caught 
hold  of,  and  thrown  as  foo<l  to  tigers.  Being  eatable  creatures, 
they  cannot  be  unsubstantial  or  unieaL  Yet  these  creatures  have 
a  different  nature  from  that  of  man.  Sometimes  they  are  visible, 
sometimes  liidden.  In  this  respect  they  do  not  diifer  from  dragons, 
whiuh  are  not  always  visible  eithw. 


Some  j>t*oj»le  hold  that  anterior  to  a  man'»  fortune  or  mis- 
lortuue  lucky  or  unlucky  apparitions  become  visible,  and  that,  when 
a  man  is  appmachiiig  his  deatli,  a  jjrcat  many  miracles  appear  to 
him.  Ghosts  belong  to  these  miracles.  When  appaiilions  and 
miracles  come  forth,  they  take  human  form,  or  they  imitate  the 
human  voice  to  respond.  Once  moved,  they  do  not  give  up  hu- 
man ^hape. 

Between  heaven  and  earth  there  are  itian\  wonders,  in  words, 
in  sound,  and  in  writing.  Either  does  the  miraculous  fluid  as^sume 
a  human  shape,  or  a  man  has  it  in  himself,  and  pcri'urms  tlio  tnir- 
acles*.  The  ghosts,  which  appear,  are  all  apparitions  in  liuniaii 
shape.  Men  doing  wonders  with  the  fluiil  in  them  are  sorcerers. 
Real  sorcerers  have  no  basis  for  what  they  say.  and  yet  tlieir  lucky 
or  unlucky  prophecies  lull  from  their  li])s  sjxuitaneouslv  like  the 
quauit  sayings  of  boys.  The  mouth  of  boys  utters  those  quaint 
sayings  spontaneously,  and  the  idea  of  their  oration  cmnes  to  wiz- 
anls  spontaueuusly.  The  mouth  speaks  of  itself,  and  the  idea  comes 
of  itself.  Thus  the  assumption  of  human  form  by  the  miracles, 
and  their  sounds  are  spontaneous,  and  their  words  come  forth  of 
their  own  accord.    It  is  the  same  thing  iu  both  cases. 

They  say  that  during  the  time  of  Cftmr  ghosts  cried  at  night 
oat-side  the  city,  and  that  when  T'sang  H*idi^  invented  the  art  of 
writing,  ghosts  wept  at  night  likewise.  If  the  fluid  can  imitate 
human  sounds,  and  weep,  it  can  also  imitate  the  human  shape,  and 
appear  in  sttdb  a  form,  that  by  men  it  is  looked  upon  as  a  ghost. 

>  Aooording  to  the  f^hif-nhfmg  of  the  2tid  cent.  a.d.  this  atocy  ia  iiairated 

in  the  IIwtn<j  Ti  ^ftu,  the  Book  of  IStton^  Ti,  On  New-year's  Ev«  the  pctores  of 
Shr'n  S^u  aiui  )  ti  Lit  are  attU  at  pi'eaeot  paated  on  the  doorways  as  a  talisman 
agaiust  evil  spirits. 

*  A  legendary  personage. 


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26  FoBKs:  Lnn-Htng. 

A  ghost  that  a])pours  is  an  evil  omen  to  someboilv.  When 
in  iliis  unrld  lurtiuie  or  inisrortune  apjiroacii,  tlicy  are  ahvjiys  ar- 
c()ni|j;iiiit'(l  by  portents.  These  come  slowly,  not  sinldenly,  ami  not 
iti  great  numbers.  Aecording  to  the  lavvfs  t>i'  iiatun',  wlini  a  man 
is  going  to  (lie.  an  unlucky  phantom  comes  f'ortli  also.  and.  wlion 
a  State  is  guiiit;  to  perish,  an  evil  |)orteiit  ln'cotnes  \isil)le.  (\n\- 
versely,  Avhen  somebody  is  going  to  prosper,  there  are  lucU\  omens, 
and.  wJien  a  State  is  i;«Hag  to  Hourisli,  there  are  sioiis  in{li('atiug 
this;  prosperity  Ix  Ton  hand.  Gooil  and  bad  omens  or  portents  are 
tlie  same  tiling  alter  all. 

Now,  however,  the  general  belief  is  that  ghosts  are  noi  a 
kind  ol*  portents,  hut  spirits,  whieh  can  hurt  people.  One  does 
not  understand  the  nature  of  portents,  nor  j)ay  attention  to  the 
transformations  undergone  by  the  fluid  of  creatures.  Wlien  a  State 
ia  near  its  ruin,  and  a  phantom  ap[)ears,  it  is  not  this  phantom 
wMch  ruins  (Jie  State.  When  a  man  is  near  Iiis  end,  and  a  ghost 
Gomea  forward,  the  ghost  does  not  cause  his  death.  Wea[)ons 
destrc^  tlie  State,  and  diseases  kill  man,  as  the  following  example 
will  allow: 

When  Duke  Hskmg  of  Gii  was  going  to  be  killed  by  robbers, 
he  travelled  in  Kn-fM,  and  subsequently  hunted  in  Pei-cJi  'm^^  where 
he  beheld  a  big  hog.  His  followers  said: — "Prince  P'^iJjf  S&Ai^I"* 
The  duke  got  angry,  and  said,  *^P*iRgSft^g  dares  to  show  him- 
self?**  Then  he  pulled  his  bow,  and  shot  the  hog,  which  rose  liko 
a  man,  and  howled.  Tlie  dnke  became  so  panic-stricken,  that  he 
fell  down  in  his  carriage,  hurt  his  foot,  and  lost  one  shoe.'  After- 
wards he  was  assassinated  by  robbers. 

Tliose  who  ktftod  dukeH^ioii^  were  robbers,  the  big  hog  which 
appeared  on  the  road  previous,  was  a  portent  indi<»iting  duke 
Htian^s  impending  death.  People  called  it  PVk^  <S!6^,  because  it 
resembled  him.  Everybody  knows  that  duke  Hinang  was  not  kiUed 
by  the  hog.  Therefore  it  would  also  be  a  great  error  to  assert 
that  ghosts  can  kill  men. 

The  fluid  of  the  universe  which  forms  phantoms  foreboding 
evil  is  the  solar  fluid.  Phantoms  are  the  same  as  poison.  That 
part  of  the  fluid  wliich  injures  man,  is  called  poison,  that  which 
is  being  transformed,  a  phantom.  People  say  that  the  quaint  ditties 

'   Two  places  in  tlic  Vh'i  State,  in  Shantung. 

'  Vr'iufp  P't'iHf  Shrf}(j  wn-  :\  !ia!f-T)rrit!u  r  of  Dnke  Thiatig  of  Ciii,  who  em- 
ployed liiiii  to  murder  Iiis  brotiier-iii-law,  the  duke  of  Lii.  The  people  of  ^7«'«  put 
Fäiy  >luiig  to  de&Uu  Cf.  T*o-ch"vem,  Dyke  Huan  18th  year  (693  b.o.). 

*  Quoted  from  the  Tfo-d^'tutn^  Duke  Chmng  Sth  year,  corresponding  to  OK.)  B.r. 


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FoREx:  Lun-Heiig.  37 

of  boys  are  due  to  the  iofluence  of  the  Glimmciiiig  Star*  upon  men. 
There  ia  trutli  in  thpt»e  worda.  The  Glimmering  Star  is  the  Fire 
Star  (the  planet  Mars).  Fire  has  a  poisonous  glare.  Tlierefore,  when 
Mars  reigns  in  the  sky  daring  the  night,  it  means  a  disaster  and 
defeat  for  a  State, 

The  fluid  of  fire  flickers  up  and  down«  and  so  phantoms  are 
at  one  time  visible,  at  another  not.  A  dragon  is  an  animal  resorting 
from  the  Yanp  priuciple,  therefore  it  can  always  change.  A  gliost 
is  the  Yang  fluid,  therefore  it  now  appears,  and  then  absconds.  The 
Yanff  fluid  is  red,  bence  the  ghosts  seen  by  peoplu  liavc  all  a  uni- 
form crimson  colour.  Flying  demons  are  Ynnff,  which  is  fire.  Con- 
seqnenüy  ilying  (lenions  shine  like  fire.  Fire  is  lK)t  and  burning, 
hence  the  branches  and  leaves  of  trees,  on  wliidi  those  demons 
alight,  wither  and  (Ue. 

lu  the  HuHff-/an  of  the  Shukinff  tlio  sorond  of  the  five  elements 
is  called  fire,  and  the  second  of  the  five  businesses  speech.^  Speecli 
and  fire  are  the  sume  essence,  therefore  the  dittirs  ttf  hoys  and 
ballads  are  weird  sayings.^  The  words  come  iurth,  and  a  com- 
position is  completed.  Thus  tliere  are  always  writings  full  of  the 
supernatural.  They  say  that  boys  are  of  the  Yeutg  fluid,^  hence  the 
weird  sayings  come  from  small  boys.'  Boys  and  sorcerers  have 
the  Yang  fluid  in  tlicm,  therefore  at  the  great  rain  sacrifice  in  smn- 
mer  boys  must  dAuce,  and  sorcerers  are  exposed  to  tlie  sun.  Ac- 
cording to  the  rites  of  this  sacrifice  the  Yin  principle,  which  has 
iteparated,  is  united  with  the  Yeuiff  principle.*^ 

In  the  same  manner  at  an  eclipse  of  the  sun.  wlien  the  Yin 
predominates,'  an  attack  is  made  od  the  Yin  of  the  land.  As  during 
an  eclipse,  while  the  Yin  reigns  supreme,  everything  belonging  to 
the  Yin  fluid  is  being  assaulted,  so  at  the  time  of  a  drought,  when 
the  Yftnff  is  in  the  ascendant,  t!ie  indignation  is  directed  against 
all  allies  of  the  Yang,   Sorcerers  belong  to  tliis  class.  Therefore, 


s  SMth^t  Bmtg-/im  Ft  V,  Bk.  IV,  5  and  (>  {f^ffe  Vol.  Ill,  Pt  11,  p.  .325 
and  326). 

*  All  weird  things  ore  mantfestatk>ns  of  the  Tang,  the  «dar  fluid,  whteh  is  iieiy. 

*  The  Yanff  principle  is  male. 

'  The  Chinese  believe  that  popiiliir  «i<nig<?  and  sayings  lorcti^lling  future  events, 
01  which  they  have  coUectioiui,  are  ^.upciitatural  inspirutiuns  or  revelations.  Ilcnco 
xhty  bring  them  itito  coRDectioii  with  ghosts  or  supeniatural  beiuga.  Wung  VKnng 
ftffla  back  on  tlie  Yang  principle  as  the  origin  of  those  quaint  ditties. 

*  The  Yin  fluid  is  the  rain. 

'  The  »uu  is  eclipsed  by  tlie  moou,  which  belongs  to  tiie  i'm  fluid. 


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28 


Fomb:  Lim>H4Dg. 


wlien  Duke  Ihi  of  Lu^  was  visited  with  a  drought,  he  had  resolved 
to  burn  all  the  sorcerers.  Ti>e  sorcerers  beinjr  imbued  with  the 
Yaiiff  fluid,  there  are  for  this  reason  a  great  iiiaüy  soreerers  in 
the  Yang  re-gion  (the  .St)uth).'  Tlic  sorcerers  are  related  to  ghosts, 
aceordingly  sorcerers  have  sometbinp^  diabolical. 

Tliese  sorcerers  bear  a  certain  resemblanw  to  tlie  boys  singing 
tliose  (juaint  ditties.  Tlie  real  sorcerers  know  how  to  determine 
luck  and  misiortuoe.  Being  able  to  do  that,  tliey  are  the  mes- 
sengers of  fate.* 

Thiis  the  phantom  of  Sh^  Shäig*  appeared  in  a  sorcerer.  Since 
they  are  fdled  with  the  Yang  Ihiiil,  phantoms  can  appear  in  sor- 
cerers. As  Silin  Sliing  appeared  as  a  phantom,  we  may  infer  that 
the  Marquis  of  Tm,'  Chuanff  Tse  yi,**  and  the  malignant  ghost'  were 
likewise  phantoms. 

As  the  discontented  spirit  of  the  Marquis  of  Tu  was  a  phantom, 
the  bow  and  arrows  used  by  him  were  the  poison  of  this  phantom. 
The  phftntoms  assuming  human  shape,  their  poison  must  have  re- 
sembled human  weapons.  Tlie  ghosts  and  their  poison  being  of 
die  same  colour,  the  bow  and  arrows  of  the  Marquis  of  Tu  were 
all  red.  The  poison  was  like  a  we^>on  used  by  man,  therefore, 
when  it  hit  a  man,  he  died,  when  it  hit  him  but  slightly,  he  faded 
away,  but  did  not  die  at  onoe.  His  incurable  disease  was  the 
effect  of  the  poison. 

Phantoms  dther  emit  their  poisoo,  but  do  not  show  them- 
selves, or  they  show  themselves,  but  do  not  emit  any  poison,  or 
they  produce  sounds,  which,  however,  do  not  form  any  words,  or 
they  make  known  their  thoughts,  but  do  not  know  their  sounds. 
SkM  Slu'itfj  showed  himself  and  pronounced  words,  the  Marquis  of 

>  f)50-620  B.C. 

*  The  Soutli  is  tlie  land  t)f  the  mui,  the  Ynttrj  priiu'iplc. 

'  Tlio  forcgoitig  futile  apcculatiuns  are  babied  on  the  gratuitous  aualogies,  ia 
whidi  Chines«  tiatural  pliilosophei«,  atartmg  from  the  Yi-kmg^  indulge. 

*  Heir-a|^arent  to  Ddte  /f«tM  of  the  Chi»  State,  by  whom  he  was  put  to 
death  in  r>54  b.c.  We  leani  from  the  Tm-cHuan^  lOth  year  of  Duke  Iln,  that  in 
640  the  ghost  of  the  iiiurdct  cd  prince  appeared  to  an  iiffici  r  of  ('kin.  and  8{>oke  to  him. 
lie  told  him  that  iu  seven  days  he  would  have  a  new  inten  icw  witti  him  through 
a  wizard,  and  that  he  would  take  hi^i  revenge  on  Duke  Hm  of  Ckm^  Cf>  I,  p.  393. 

*  The  Earl  of  7«  had  been  iii\justly  pat  to  death  by  King  H»ia>t  ot  the 
(fhou  dynasty,  S2G  7S()  b.c.  According  to  a  legend  the  ghost  of  the  ninrderiMl  man 
appeared  to  the  king  while  liunting.  He  was  dressed  in  red,  and  carried  a  re»l  bow 
and  red  arrows.  One  of  these  arrows  }ic  shot  through  the  kinji's  heart,  who  died 
on  the  apoU    Cf.  (J/iaruunrM,  Mini.  iJi^t.  Vol.  I,  p.  27^  Note  2.    I W.  also  I,  p.  3>2. 

*  See  I,  p.  382. 

'  By  which  Vfh  Ku  of  Sung  was  killed.  Cf.  chap.  XLI. 


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F(Suu:  Lon-H^iig. 


29 


Tu  became  vieible,  and  sent  forth  his  poisoa.  Queer  songs,  the 
ditties  of  boys,  and  the  words  on  stones  axe  thoughts  uttered.' 
The  music  of  the  harp  on  the  P*u  RiTcr*  and  the  wails  of  the 
ghosts  in  the  suburb  of  Chou*  were  sounds  produced. 

At  the  appearance  of  ill  omens,  either  mishap  is  impending, 
and  the  omens  appear,  in  advance,  or  misfortune  comes,  and  is  ac- 
companied by  those  omens.  In  that  case  omens  and  poison  are 
both  at  work.  When  omens  appear  beforehand,  they  cannot  be 
poisonous.  Shin  Shing  was  an  omen  seen  before,  the  discontented 
ghosts  of  the  Marquis  of  Tu  and  Ckucmg  Tte  I  were  phantoms 
appearing  simultaneously  with  misfortune. 

When  King  //«flai»  of  Chou,  Duke  Ckien  of  Yen,*  and  Ku 
of  Sung*  were  going  to  die,  ill  omen^  appeared,  and  the  poison  hit 
them.  When  Duke  Hui  oi  duu  waa  to  be  captured,*  but  not  yet 
to  die,  merely  a  phantom  made  its  appearance,  but  no  pdson  shot 
forth.  The  appearance  of  the  Eail  of  Tu,  Chuang  Tm  /,  and  the 
discontented  spirit  however,  were  ill  omens,  announcing  the  im- 
pending deaths  of  Ring  HsOan  of  Cftoti,  C^ien  of  Yen,  and  Yeh  Ku, 
Shin  ShSng  coming  forward  was  an  omen  indicative  of  the  captivity 
of  Duke  Ihii  of  Chin.  By  Po  Yu  appearing  in  people's  dream  the 
deceases  of  Sse  Ted  and  Kung  Sun  Tuan  were  foreshadowed.^  The 
knitting  of  grass  by  the  old  roan  was  an  auspicioas  portent  for  the 
victory  of  Wei  K'o,  and  for  the  capture  uf  Tu  llui  at  that  time." 
The  grey  rV^^,  by  which  the  Empress  Lii  Hon  was  bitten,  was  the 
shape  of  a  phantom  showing  tliat  her  death  was  nesr.*  When 


>  The  thoughts  of  ghosta,  uttered  throngh  the  month  of  boj^  nngmg  queer 
•oogs,  or  niysterioual/  written  on  stonee. 

'  Cf.  p.  1. 

*  See  above  p.  25. 

4  Düke  Ciien  of  Fen,  503-491  b.&  I,  p.  382  epeaks  of  Dsko  Chien  of  Chao 
•nd  iMtMtg  Bk.  IV,  p.  5  of  Yiacoiuit  Chim  of  Ckao, 
s  Sec  chap.  XLI. 

«  Duke  Hui  ofChm,  649-635  b.c.  In  644  the  duke  waa  taken  prisoner  by  Ch'in. 

•  '  Cf.  I,  p.  m 

*  Wei  K'o  waa  a  commander  of  the  forces  of  Chm  in  tlie  Gth  cent,  b.c.,  with 
whieb  he  wvwated  those  of  the  CA'la  SMe,  and  took  Ihdr  strongest  man.  Tu  Ihti, 
prieoner«  Ho  was  supported  during  the  battle  by  an  old  ukui  twlhting  the  grass  in 
socii  a  way  as  to  impede  tlic  movements  of  his  enpinit  s.  'I'his  oU!  man  was  the 
§pirit  of  tlie  father  of  a  rorunl)inc  of  Wei  K'"'^  father,  whom  he  had  sa%'ed  from 
death.  Out  of  gratitude  for  the  kindness  shown  to  his  daughter  the  spirit  thus  cou> 
tribntad  to  his  vlctoiy  and  to  the  capture  of  Tu  HuL  Cf.  I,  p.  391. 

*  Vid,  Sh$^  chap.  9,  p.  8v.  The  Empress  lA  Hon  was  bitten  by  a  grey 
iogt  wliic)i  Muddenly  vanished.  The  diviners  declared  it  to  have  heen  the  phantom 
of  /a  If  Priuoe  of  CAoo^  whom  Lü  Jfo»  had  assassinated.  L&  Hou  died  of  the  bite.  . 


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30 


the  Marquis  of  Wn-an  was  near  his  end,  tlie  portents  liad  the  mien 

of  Toti  Ying  and  Knnn  Fii} 

In  short,  what  we  call  luoky  or  unlucky  omens,  ghosts  and 
spirits-,  nr-p  nil  produced  }>\  the  sohir  fhiid.  '1  lie  solar  fluid  is  iden- 
tical witli  1  Uc  lieaveiily  tluid.  As  Heaven  can  create  the  body  of 
man,  it  can  also  imitate  his  aj)pearan('e.  That  bv  which  man  is 
born  are  the  Yinxj  and  the  Yin  fluids,  the  Yin  fluid  produces  }iis 
bones  and  liesh,  the  Yang  lUiid,  the  vital  spirit.  While  man  is  alive, 
the  Yniig  and  Yin  fluids  are  in  order.  Hence  bones  and  tlesh  are 
stronfj,  and  the  vital  force  is  full  of  vigour.  Tiirough  this  vital 
force  he  has  knowledge,  and  with  his  bones  and  liesh  he  displays 
strength.  The  vital  spirit  can  speak,  the  body  continues  strong 
and  robust.  While  hones  and  flesh,  and  the  vital  spirit  are  entwined 
and  linked  together,  they  are  always  visible,  and  <lo  not  perish. 

Whea  the  solar  fltn'd  is  powerful,  but  devoid  of  the  Yin,  it 
can  merely  produce  a  semblance,  but  no  bod  v.  Being  nothing  but 
the  vital  (biid  without  bones  or  flesh,  it  i>  vague  and  diffuse,  and 
when  it  appeal's,  it  is  suun  extinguished  again. 

*  T  ien  Fen,  Marquis  of  Wu-on,  a  luioiater  of  tlie  Emperor  Ihn  Wu  Ti  had 
in  140  caused  the  death  of  hie  predeceaeor  and  rival  Tim  Ying,  The  ^oel  of 
the  latter  appeared  to  him,  when  he  waa  about  to  die.  The  general  Kuan  Ft^*  death 
was  likewise  the  woHc  of  Tim  Fm,   Cf.  I,  p.  397. 


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FoBBs:  Lull -Heng. 


31 


CHAPTER  XIX. 
On  Heaven  {Tan-Cien)» 

In  the  books  of  tbe  Literati  *  we  find  the  Btatement  that  Kmg 
Km^*  struggled  with  Chiuan  Hiü*  for  the  empire,  and  that  out  of 
anger  that  he  was  defeated,  he  knocked  against  the  Bi  Chou  Mountain,^ 
thereby  causing  the  breakdown  of  the  Pillar  of  Heaven  **  and 
the  dAibtemeid  of  the  confines  of  the  earth.  But  AVl  Wa*  melted 
multicoloured  stones,  and  therewith  plastered  up  the  blue  sky,  and 
cut  off  the  legs  of  a  sea-turtle,  which  she  erected  at  the  four  ex- 
treniities  of  the  universe.  However,  heaven  was  not  complete  in 
the  north-west,  therefore  sun  and  moon  moved,*  and  there  was  a 
piece  of  the  earth  missing  in  the  south-east,  hence  all  the  rivers 
flowed  to  the  ocean.'  This  b  a  very  old  tradition,  believed  by  most 
people."  Well  educated  persons  will  think  it  strange,  but  they  have 
nothing  to  say  against  it,  or  if  they  liave,  they  are  unable  to  settle 
the  question.  Ttiey  may  also  be  afraid,  lest  the  thin^i;  should  be 
really  true,  and  therefore  dare  not  discuss  it  seriously.  According  to 
the  laws  of  nature  and  from  a  human  point  of  view,  it  is  all  idle  talk. 

If  a  man  fighting  with  another  for  the  empire,  out  of  ungnr 
that  be  did  not  win,  knocked  against  the  Pu  Chou  Mountain,  and 
caused  the  pillar  of  heaven  to  break,  and  the  confines  of  the  earth 
to  be  smashed,  if  his  strengtli  was  lilvo  thnt,  he  would  have  no  op- 
ponent on  earth.  With  such  a  force  he  could  engage  three  armies, 
aod  the  soldiers  would  be  to  him  like  ants,  nnd  fiieir  weapons  like 
bladis  of  grass.  Why  should  he,  resenting  his  defeat,  strike  against 
Mount  Pu  Chou? 

There  is  nothing  harder  and  heavier  than  a  mountain.  The 
strength  of  ten  thousand  men  pushing  would  not  be  able  to  move 

*  Id  OmiNiiB  TVc.  Gf.  I,  p.  260. 

*  A  legeodary  bdng  of  prehntoric  times. 

'  A  mythical  emperor. 

*  riie  }'a  f'/um  Mountain  form«  pari  of  the  Ji'un-iun,  which  latter  is  also 
called  "  Pillar  of  Heaven"'  (T  :en-rl,,<). 

*  The  sister  uf  the  mytiucal  emperor  Fu  Hgi, 

*  To  wit  fiiom  eaal  to  west 

'  The  ocean  b  ui  tiie  east  of  Chine. 

*  Cf.  M  T^te  y,  5v.;  where  this  old  tredltiou  ie  told  with  almost  the 
mm  wMde. 


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32  Forkk:  Lvm-Hhig. 

even  a  small  mountain,  and  Mount  i\*  Chou  must  have  been  a  big 
one.  If  it  was  really  the  **  Pillar  of  Heaven,"  it  would  be  a  dif- 
ficult tiling  to  break  it.  If  it  was  not,  then  it  cannot  be  admitted 
that  by  knocking  against  the  Jf^^  Chou  ^louutain  the  "  T'illnr  of 
Heaven'"  was  broken.  -  ('fiuan  Hsü  in  Iiis  figlit  against  Kunf/  Kung 
might  have  mustered  all  the  soldiers  on  earth  and  all  tli'^  multitudes 
peoj)ling  the  land  within  the  seas,  he  \vould  not  have  beeu  a  match 
for  him.    How  should  Kunq  Knug  not  have  been  victorious? 

Moreover,  is  heaven  air  or  a  body?  If  it  lie  air.  it  cannot 
be  different  from  clouds  and  mist.  Then  there  could  be  no  pillar 
which  might  be  broken.  Since  Nil  \Va  repaired  it  witli  stones,  it 
must  be  a  body.  Tf  it  be  so  in  fact,  then  it  is  something  like  gems 
and  stones.  The  substance  of  stones  is  heavy,  a  sitigle  pillar  would 
not  be  a  sufficient  support  for  a  thousand  Li.  Not  even  the  peaks 
of  the  Five  Mountains*  could  prop  heaven  as  j)illars. 

"When  iMount  Pn  Chou  was  struck,  did  it  su{)j>ort  licaven? 
The  mountain  was  broken  by  Kung  Kung.  At  that  time  heaven 
ought  to  have  fallen  down.  How  could  it  be  raised  again,  onc^ 
collapsecl,  and  how  could  the  four  poles  be  erected  with  cut  off 
legs  of  a  sea-turtle?  Some  one  might  say  that  a  sea  turtle  was  a 
monster  of  olden  times  with  immense  legs,  and  that  its  legs  there- 
fore could  be  erect^  as  the  four  p<jUs. 

Now  Ptt  Chou  is  a  mountain,  a  sea-turtle  an  animal.  Origin- 
ally a  mouniaui  was  serving  as  pillar  of  heaven.  KntHj  Kung 
broke  it,  and  it  was  replaced  by  the  legs  of  an  animal.  liones 
become  putritied,  how  could  they  long  stand  upright?  If  the  legs 
of  a  sea-turtle  could  sup{)ort  heaven,  the  body  of  llie  turtle  must 
have  been  of  such  enormous  dimensions,  that  it  would  not  have  liad 
room  enough  l»etwcen  heaven  and  earth.  How  could  Nil  Wo  liave 
killed  it,  tlit)uiili  she  was  a  saint  ?  If  she  was  able  to  do  it.  how  did 
she  manage  it.'  Provided  that  the  logs  tiould  be  used  as  the  pillars 
of  lieaven,  their  skin  must  have  been  as  hard  as  stone  and  iron; 
Bwords  as  well  as  halberds  would  have  been  ineffective  against  it,  nor 
could  a  sharp  arrow,  shot  from  a  strong  cross-bow,  have  pierced  it. 

We  see  that  at  present  heaven  is  very  high  and  far  distant 
from  the  earth.  The  heaven  of  to-day  is  the  same  with  that  of 
antiquity.  Wheo  Kxtng  Kung  damaged  it,  heaven  did  not  fall  down 
upon  the  earth.  Nn  Wa  was  human;  a  man  may  be  vety  tall,  he 
never  will  reach  up  to  heaven.  When  Nü  Wa  was  repairing  it,  on 


^  The  Five  Sacred  Mouutains  o£  Clitua: — Tai-ahan  iu  S/umtun^,  Htng-$han 
in  Hmtmt  R^'tkan  in  SAnu^  Bsni^-aftan  In  Chi^  and  Sm^-Am  m  Bmam, 


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Fo«»:  Lud -Hing. 


33 


what  Step«  did  «ha  dimb  vp,  and  on  what  did  she  stand,  white 
doing  her  work?  Was  the  heayen  of  olden  days  perhaps  like  the 
roof  of  a  hall,  and  not  far  distant  from  men,  so  that  Kung  Kumj 
could  destroy,  and  Wa  repair  it?  If  this  was  actually  so,  there 
would  have  been  many  Kü  Weit*  Of  people  living  prior  to  NüWa 
the  Buman  'Emf^trm}  were  the  oldest  Was  at  the  time  of  the 
Hmnan  Emperors  heaven  like  a  canopy? 

The  commentators  of  the  Yüaing  wj  that  previous  to  the  sep- 
aration of  the  primogenial  vapours  there  was  a  chaotic  and  uniform 
inais,  and  the  books  of  the  Literati  speak  of  a  wild  medtey,  and 
of  air  not  yet  separated.  When  it  came  to  be  separated,  the  pure 
dements  formed  heaven,  and  the  impure  ones  earth.  According  to 
the  expositors  of  the  Yiking  and  the  writings  of  the  Literati  the 
bodies  of  heaven  and  earth,  when  they  fimt  became  separated,  were 
still  small,  and  they  were  not  &r  distant  from  each  otiier,  so  much 
80,  that  heaven  might  well  have  reclined  on  the  At  Chtm  Mountain, 
and  that  Kumg  Kmg  could  smash,  and  Nü  Wa  repair  it. 

AU  beings  filled  with  air  grow.  Heaven  and  earth  contain 
air,  which  develops  spontaneously.  A  great  many  years  have  elapsed 
since  their  first  beginning.  Hence  it  is  impossible  to  calculate  the 
dntanoe  between  heaven  and  earth  now,  whether  it  be  wide  or  nar- 
row, far  or  near.  What  the  scholars  write  about  it  may  so  far  be 
correct,  the  statement,  however,  that  Kw^  Kmg  knocked  against 
Mount  P»  CAoM,  broke  the  Pillar  of  Heaven,**  and  smashed  the 
borders  of  the  earth,  that  with  liquified  multicoloured  stones  the 
blue  sky  was  repaired,  and  that  the  legs  of  a  sea-turtle  were  cut 
ofi^  and  set  up  as  the  four  poles,  is  all  the  same  untenable.  Even 
though  a  mountain  might  be  moved,  Kung  Kunffs  force  would  not 
snfBce  to  break  it.  Were  at  the  time,  when  heaven  and  earth  first 
•eparated,  the  mountains  small  and  men  great?  How  else  could 
they  have  knocked  against  a  mountain,  and  broken  it? 

The  repairing  of  heaven  by  means  of  five  kinds  of  stones  may 
at  least  be  discussed.  These  stones  might  have  worked  like  mineral 
drugs  curing  a  disease.*  But  the  cutting  off  of  the  legs  of  a  sea^ 
tortle  and  putting  them  up  at  the  four  poles,  cannot  be  mentioned 
in  earnest.  It  is  a  long  time  nnoe  Nü  Wa*  Do  the  four  poles  look 
lUce  the  legs  of  a  turtle? 

'  These  arc  still  believed  to  have  been  preceded  by  a  dynasty  of  sovereigns 
ot  Heaven,  and  of  sovereigns  of  Earth,  all  fabulous  beings. 

*  Supposing  hearen  to  be  a  spirit  w  a  homui-ltke  living  being. 


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34  Forkk:  Lüh -Heng, 

In  Tsou  Ym*8 '  buok  there  is  a  notice  to  the  effect,  that  there 
arc  nine  divisions  o£  the  Kmpire  vis.  the  nine  diviaiona  forming  the 
tributary  land  of  Yn.  The  Nine  Circuits  of  Yil  are  so  to  speak  but 
one  continentw   If  in  the  "  Tribute  of  Yn'"'"-  Nine  Circuits  are  men* 

tinned,  they  are  the  present  Nine  Circuits  of  the  Empire.  They  are 
situated  in  the  south-east  of  tlu>  earth  and  bear  the  name  of  67/ tA* 
hsten*  or  Sh^n-chou*  (China).  But  there  are  eight  continent*;  besides. 
Each  continent  is  hemmed  in  by  the  Four  Seas,  which  are  called  Pai- 
Ao*,*   Beyond  the  Nine  Continents  there  is  still  the  Great  Ocean.* — 

This  statement  is  extraordinary  and  bewildering  to  the  hearers, 
but  they  are  unable  to  make  out,  whether  it  be  correct  or  not.  Thus 
it  is  being  handed  down  by  books,  which  are  read,  or  repeated  by 
word  of  motitli.  Keality  and  fiction  are  efjually  transmitted  to 
po'^terity,  and  the  worlrl  does  not  distiniT;uish  between  truth  and 
untruth.    People  become  [xTjjlexed,  aud  a  discussion  is  very  difficult. 

T'so?/  Yfii's  knowledge  did  not  surpass  that  of  Yü.  When  Yfi 
controlled  the  deluiie,  Yi  acted  as  bis  assistant.'  While  Yil  was 
regulating  the  wat*  r.  }  /  n<tted  all  tliinp^.  He  explored  thf>  expanse 
of  heaven,  and  penerrate<l  to  the  farthest  limits  ul"  the  (  ai  tb  Tie 
distinf;uisbe(l  what  was  bryontl  the  Four  Seas,*  and  tboroughly 
investigated  the  region  within  the  Four  Mountains.®  In  the  tliirty 
five  States  lie  enumerated  all  the  beasts  and  birds,  plants,  trees, 
minerals,  stones,  waters,  and  earths,  but  he  did  not  say  that  there 
are  still  nine  continents  besides. 

Liu  An^  prince  of  Fluni  Xan  invited  scientists  like  Wti  Pet 
and  T/io  Wu.  His  palac«'s  were  lull  of  such  men,  who  wr^tr  books 
OF)  the  Taoist  doctrine.  In  the  chapter  where  he  treats  of  the 
thmgs  of  the  world  and  the  shape  of  the  earth,"  he  speaks  of 


*  A  scholar  of  the  4<h  cant  b.c  who  wrote  on  ooraiogony  aad  geo^«phy. 

See  I,  p.2l<>. 

*  The  well  known  rliapter  of  tlie  Shaking. 

*  Literally  the  "  Red  Region,  '  Ig^. 

*  The     Divintr  Circuit,  '  ^j^. 

*  Minor  Seas,  ^:!|! 

'  Cf.  p.  111. 

*  The  Foot  Seas  supposed  to  surround  the  habitable  land  i.e.  China. 

*  The  Four  Sacred  "MomMJm  t—Tai'^han,  HAt^iJ^,  Hm-Aan  and  0Ay 
than  ia  the  East,  South,  Weet»  and  North  of  ancient  China.  The  Stm^-tkan  In  the 

Centre  is  omitted.    See  above  p.  32. 

The  Taoist  philosopher  /hmi  ]Vfm  Tut  cf.  p.  116. 
"  Chap.  IV  of  Uuai  Kan  T.-f'x  work. 


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FotKBt  Lun*HCng. 


35 


prodigies  and  the  wonders  of  foreign  lands,  be  also  talks  of  the 
peculiarities  of  the  tliirt}'-fiye  countries,  but  does  not  mention  the 
existenoe  of  Nine  Continents. 

Tmou  Ten  did  not  travel  as  far  as  Fii  and  Yt  on  earth,  and 
his  experience  was  not  greater  than  that  of  either  Wu  Bei  or  Tso 
Wu,  His  talents  were  not  those  of  a  sage,  aud  be  did  not  learn 
things  by  a  special  revelation  from  heaven.  How  then  could  he 
nutke  such  statements?  Examined  by  the  light  of  l*^'«  "Mountain 
Book  **  *  and  of  &ud  Nan's  chapter  on  the  shape  of  the  earth,  his 
words  are  utterly  wrong. 

The  Grand  Annalist*  says: — **In  the  'Chronicle  of  7^**  it  is 
said  that  the  TcUow  River  has  its  fountain-head  in  the  iTtm-Zfin, 
which  is  three  thousand  and  five  hundred  Li*  high.  There  where 
sun  and  moon  hide  in  the  JT'tm-Am,  it  is  full  of  Sj^endour*  On  tlie 
mountain  there  is  the  Jade  Spring  and  l^e  Flower  Lake.*  Now, 
after  C&ang  CiCign  went  as  envoy  to  Aidrta  *  he  traced  the  springs 
*  of  the  Yellow  River,  but  did  he  see  what  the  Chronicle  relates 
about  the  K*m.4un7  In  what  it  says  about  the  nine  divisions, 
mountains,  and  rivers  the  ShuJdng  may  be  near  the  truth,^  of  the 
wonderful  things  to  be  found  in  Ys^t  Chronicle  and  the  *  Mountain 
Book.**  I  dare  not  express  myself.** 

I  dare  not  express  myself  *'  means  that  there  is  no  truth  in 
them.  Every  one  has  heard  about  the  height  of  the  K^m,4m,  the 
Jade  Spring,  and  the  Flower  Lake,  but,  when  Chang  Cltien  went 
there  personally,  be  found  that  these  things  did  not  exist.  In  the 
Tribute  of  Fa**  mountains,  rivers,  and  wonderful  things,  predous 
metak  and  stones  occurring  in  the  Nine  Circuits  are  all  enumerated, 
but  there  is  no  reference  to  the  Jade  Spring  or  the  Flower  Lake 
on  Um  K  tm-lun.  In  the  opinion  of  the  Grand  Annalist  the  re- 
ports of  the  ** Mountain  Book"  and  the  Chronicle  of  Yü"  are 
inventions. 


'  The  iNTnnntain  Book  "  ~  Shun-kiny  forms  the  first  five  chajjtcrs  of  the 
"Mountain  and  Sea  Classic"  =  Shnn-lnii-k-nff,  which  tradition  ascribes  to  Yü  and 
hu  uiiiiister  Ft,  but  it  is  probably  not  earlier  ihau  tlie  4t]i  or  the  3d  ceuL  b.c. 

•  SAf^M  efaap.  123.  p.  19v. 

•  This  book  is  now  lost. 

«  The  Shi-chi  haa  2,500  U 

•  2  and  ^1^-  The  Ski^hi  writ«»:— •*  the  Sweet  Wine  Spring  and 
the  Jnaper  Uke":  j^^^  and  ^  J^. 

•  Chang  Ck*im  etajrled  on  U<  tuaan  expedition  in  122  ax. 

'  These  subjects  are  irentcd  In  the  chapter  entitled  the  **  Tribote  of  YH»'* 

•  The  SM^bi  «ritee:^Tbe  Skan^hai'4ebag, 


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36  Fobee:  Lüh -Hong. 

In  all  things  which  are  difBoult  to  know,  it  is  not  easy  to 
find  out  the  truth. 

The  pole  is  the  centre  of  heaven.  At  present  the  world  lies 
south  from  the  pole  of  Yii,  therefore  the  heavenly  pole  must  be 
in  the  north,  heaven  most  be  high  there,  and  more  people  living 
in  tliat  region.  According  to  the  ''Tribute  of  Yü"  the  east  is 
washed  by  the  ocean,  and  the  west  covered  with  "flying  sand.*' 
These  must  he  the  extreme  limits  of  heaven  and  earth. 

Wlu  n  the  sun  pricks,  his  diameter  measures  a  thousand  Li. 
Now,  if  the  sun  is  observed  at  his  rise  from  Ym  and  CUA  hsien^ 
in  JCttd^i  on  the  eastern  sea-shore,  his  diameter  appears  to  be  no 
more  than  two  feet,  which  proves  that  ihr  snn  is  still  very  far. 
Consequeutly  there  must  be  more  land  eastward.  This  being  the 
case,  the  assertion  about  the  pole  being  in  the  north  and  about 
the  extension  of  heaven  and  earth  is  not  made  at  random.-  In 
this  way  the  statements  of  Tsou  Yen  cannot  be  controverted,  and 
what  the  "Chronicle  of  Yfl"  says  on  mountains  and  seas,  and 
Huai  Nan  Tee's  lucubrations  on  the  shape  of  the  earth  appear  un^ 
reliable. 

Tsf)tt  Yen  holds  that  at  presont  the  "land  under  heaven"^ 
lies  in  the  south-east  of  tlii'  eartli,  and  is  calh^l  67/  /A  Lttm  nr  ShM 
c/tou.  Now,  file  hpavenly  pole  is  the  centre  of  lieavrn.  If  at  present 
the  "land  under  heaven"  a\ ere  situated  in  the  south-east  of  the 
earth,  the  pole  ought  to  a[)pear  in  the  ni)rth-west.  Since  in  fact 
it  is  straight  north,  the  w^rld  at  present  lies  snnth  of  the  pole. 
In  rei^ard  to  the  [)ole  the  worlil  cannot  lie  in  the  soutli-east,  hence 
Tsou  Yen's  statement  to  this  efleet  is  wrong. 

If  it  were  in  the  south-t  ast,  it  would  he  near  to  the  sun's 
risin«^  place,  and  the  li^hr  of  t lie  risiriü' sun  ()i)<;ht  to  appear  biffger. 
Now,  whether  looked  at  from  the  Eastern  Sea  or  from  the  Gobi, 
the  size  of  the  snii  remains  the  same.  Although  tlie  points  of 
observation  be  ten  thousand  Li  <listaiit,  it  makes  no  difference  in 
the  si/.e  ul"  tlie  sun.  That  shows  th.n  at  ])resent  the  world  occupies 
but  a  small  part  of  the  expanse  of  the  earth. 


*  ChA  s=  vnxxsX  be  a  misprint,  for  such  a  character  is  not  to  be  found 
in  tiie  dieüonari««.  We  otiglit  to  read  M<fH  =  ^||^.  Yin  and  Mw  were  tero  dia- 
triete  of  the  K*uei-fkt  circuit  comprieing  Chekiai^  and  parts  of  Ankd  and  Fukkii 
under  the  Haa  dynasty.    Tin  was  in  the  south-eaat  of  itfon,  both  aitnated  in  tin 

preient  Nin(jj>o  prefcrtnre.   (Cf.  KangM't  Dick) 
'  Twu  )  m'f  assertion. 
'  I.e.  the  habitable  land  or  China. 


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FoKKx:  Lun-Hriig.  37  - 

Loycmg  is  the  centre  of  the  Nine  Circuits.'  Viewed  from 
Loyang  the  nnrtli-pole  appears  direct  north.  The  shore  of  the 
Eastern  Sea  is  three  thousand  Li  distant  from  Loyang.  Seen  from 
there  the  pole  is  likewise  in  the  north.  By  analogy  we  may  saftdy 
assume  tliat  viewed  fronj  tlic  Gobi  the  pole  will  also  ajipear  in 
the  north.  The  Ka.stern  Sea  and  tlie  Gohi  are  tiie  eastern  and 
western  borders  of  the  Nine  Circuits,  ten  thousand  Li  distant  from 
one  anotlier.  nevertheless  the  pole  appears  alw;n,s  north.  The  earth 
must  t  beret  ore  be  very  small  and  occupying  a  narrow  space,  Biuce 
one  never  gets  away  from  the  pole. 

The  principality  oi  Anrutm  {JUt  Nnn  i.e.  the  South  (»1  iIk  ^un) 
is  ten  thousand  Li  distant  from  Lnijnntj.  Pe<)[)le  wbo  liad  emii;rat«'d 
there,  and  came  baek,  when  asked,  bave  said  tliat,  when  the  sun 
culiuinates,  Iiis  resting-place  cannot  be  in  Annam.  If  we  go  ten 
thousanfl  Li  further  south,  the  sun  tliere  nnist  reach  his  south-point. 
Then  the  soutli-point  of  tlie  stin  wotdd  be  twenty  thousand  Li 
distant  from  Loi/ang.  Now,  if  we  measure  the  distance  of  thf»  way 
made  by  the  sun  from  Lotjangy  it  cannot  he  tin  same,  as  if  we 
Qi.'jisurp  from  the  north-pole,  because  the  pole  is  ^til!  very  far  from 
hjij'UKj.  Let  us  suppose  that  we  went  tliirty  thousand  Li  norili. 
Kven  then  \n  e  would  not  arrive  under  the  pole.  But  provided  we 
dill,  then  we  could  say  that  we  liad  reached  the  place  just  beneath 
ili<:  north-pole.  Since  from  there  to  the  south-point  there  would 
be  fifty  thousand  Li,  there  must  be  fifty  thousand  Li  north  of  the 
pole  likewise,  and  under  these  circumstances  there  uould  ul^o  ho 
fitry  thousand  Li  from  the  pole  eastward  and  westward  in  either 
<lirt  I  tion.  One  hundred  thousatid  Li  from  north  to  south,  and  one 
liuüdred  tlurusand  Li  from  east  to  west  multiplied  would  give  a 
million  sij^uanj  Li.* 

Tsou  Yrn  opines  that  between  heaven  ami  eartli  there  are 
nine  continents  like  China.  At  the  Choa  period  the  Nine  Circuits 
measured  five  thousand  Li  from  east  to  west,  and  from  nortii  to 
south  also  five  tlujusaud  Li.  Five  times  live  gives  twenty-live,  one 
contiuent  therefore  would  contain  twenty-five  thousand  square  Li, 
whicli  would  be  the  size  of  China.'  Twenty-five  thousand  Li  multi- 


'  Loyaiuf  is  considered  tiie  ceiilre  of  tlie  wurid  t.  e.  Chlua. 
'  Wwng  CKuitg  is  a  better  theoriat  than  arithmetician.   The  square  of 
lOfMXX)  is  tO/)00  fluHioiis,  not  I  million.    Wang  CKwijf  soppoaes  the  eardi  to  be 

aa  eqollateral,  r^taiigular  square. 

*  The  same  mistake.  The  square  of  5,(KX)  is  25  millions.  2.t  million  square 
U,  about  b  million  square  kilometer  is  approxiuiately  the  area  of  tiie  Eighteen  Pro* 
viaeea  or  China  Proper. 


38 


plied  by  nine  would  give  two  hundred  and  twenly-five  thousand 
square  Li.  Tsou  Yens  figure '  may  ajjpear  too  higlit  hut  computation 
and  a  thorough  iuTestigation  show  us  that,  on  the  contrary,  it  is 
too  low.* 


The  Literati  say  that  heaven  is  air,  and  therefore  not  far  from 
man.  Consequently  it  immediately  knows,  whether  they  are  right 
or  wrong,  and  whether  they  possess  secret  virtues  or  vices,  and 
also  responds  to  them.  This  is  regarded  as  a  proof  of  its  vicinity. 
But,  if  we  examine  the  question  critically,  we  find  that  heaven's 
body  is  not  air. 

Men  are  created  by  heaven,  why  then  grudge  it  a  body? 
Heaven  is  not  air,  but  has  a  body  on  high  and  far  from  men. 
According  to  private  traditions  heaven  is  upwards  of  sixty-thousand 
Li  distant  from  the  earth.'  Some  mathematicians  reckon  the  entire 
circumfeienee  of  heaven  at  365  degrees.  Thus  the  world  all  round 
is  divided  into  degrees,  and  its  height  measures  a  certain  number 
of  Li.  If  heaven  were  really  air,  air  like  clouds  and  mnt,  how 
could  then  be  so  many  Li  or  so  many  degrees?  Besides  we  have 
the  twenty-eight  constellations,*'  which  serve  as  resting-places  to 
sun  and  moon,  just  as  on  earth  the  couriers  lodge  in  postal  stations. 
The  postal  stations  on  earth  correspond  to  the  solar  mansions  on 
heaven.  Hence  the  statement  found  in  books  that  heaven  has  a 
body  is  not  baseless.  To  him  who  considers  the  question,  as  we 
have  done,  it  becomes  evident  that  heaven  cannot  be  something 
diffuse  and  vague. 


I  825^000  aqnare  Li  (22S  miUtont),  which  nnmber  b  bued  od  ZVeii  Fm'« 

hypothesis  that  there  arc  nine  continents  M  hu^  as  China. 

'  Wanff  f'finnp  has  calrulated  a  million  s<]nare  Li  (lO^OTlO  millions).  Tlie 
area  of  our  Karth  measures  about  5l<1  million  !.)|uai  c  kilometer,  not  2,500  millions 
(=:  10,000  milliou  square  Li)  as  reauits  from  W  ang  Chuny  '^  calculation. 

*  Huai  Aon  Tät  lays  50^  Li. 


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Poms:  Lud 'Hing. 


39 


CHAPTER  XX. 

Oü  the  Son  {S/mo-Jih), 

i  lie  Literati  say  that  the  sun,  wheo  lie  becomes  vmible  in 
the  nionn'ng,  conies  forth  from  darkness,  and  that,  when  he  dis- 
appears in  the  evening,  lie  re-enters  darkness.  The  17/*  fluid  of 
darkness  is  obscure,  the^  say«  Üiereiore  the  sun  disappears  in  it, 
and  beeonies  invisible. 

In  reality  the  sun  neither  leaves  nor  re-enters  darkness,  but 
how  can  we  {  rove  that? 

Night  IS  (iarkness;  its  lluid  is  also  obscure.'  Rut  if  a  fire  is 
made  during  the  night,  its  light  is  not  extiniruisbed  by  the  night. 
The  darkness  of  night  is  the  darkness  of  ihv  north.  1  he  setting 
sun,  \vhi«;b  rises  in  the  morning,  is  the  kindled  lire,  i'he  hghL  of 
a  fire,  kindled  at  night-time,  is  not  extinguished,  tliat  shows  that, 
when  the  sun  sets  in  the  evening,  a  fluid  ^  cannot  be  the  cause  of 
bis  disappearance. 

Observing  the  sun-rise  and  the  sun-set  ip  winter,  we  remark 
that,  in  tlie  mornhifj,  he  riscü  in  tlie  south-east,  and,  in  the  evening, 
lie  sets  in  the  soutli-west.  The  south-east  and  the  south-west  are 
not  the  region  of  tlie  Yin  or  darkness.'  How  then  can  it  be  said 
that  the  sun  proceeds  from  and  reverts  to  darkness?  I  urthermore, 
the  stars  notwithstanding  their  sinallness  remain  visihie,  and  the 
sun  is  extinguished  in  spite  of  his  greatness?  Tiie  reasoning  of 
tbe  scholars  of  to-day  is  thoughtless  and  shallow. 

They  again  say  that  the  shortness  of  the  days  in  winter,  and 
their  length  in  summer  are  also  brought  about  by  the  Yin  and  the 
Yang,  In  summer,  the  Yanjf  fluid  abounds,  and  the  Ym  fluid  falls 
short  The  Yang  flnid  ahhies  with  the  same  splendour  as  the  sun. 
Coosequently,  when  the  sun  comes  forth,  there  is  notliiug  to  ob- 
seoie  him.   In  winter,  the  Ym  fluid  is  dusky,  and  ovefshadows 

■  I^g^t  ts  hen  teken  as  aomethiiig  positive,  Mmelhin^  like  a  black  veil,  or 
dark  air,  not  u  the  abtenco  of  li^t,  which  does  not'csnae  the  diaappearauee  of  tbe 
fOB.  but  is  its  conseqaencc. 

*  The  dark  fluid  oi  night. 

*  Accordiiig  to  Cliiiiese  syjiiboUsni  the  Yin  principle  of  darkness  corre«puiidM 
to  the  north. 


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40  Fobxb:  Lnn-iUng. 

the  sun-light.  Therefore,  although  the  sun  rises,  he  remains  dsj'k 
and  invisible.  Thus  in  winter  the  days  are  short.  Tlio  1^  is 
paramount,  and  the  Yang  is  scarce,  just  the  reverse  of  what  takes 
place  in  summer. 

However,  if  we  consider  ^e  question  seriously,  we  will  find 
that  the  I'm  and  the  Yang  are  not  responsible  for  the  length  or 
the  shortness  of  the  days.  This  is  made  evidtot  by  the  northern 
stars.  The  Fm  of  the  north  is  the  Ym  of  the  sun.  The  Yin  of 
the  north  does  not  overshadow  the  sparkling  of  the  stars,  why 
then  should  the  Yin  in  wrinter  obfuscate  the  brightness  of  the  sun? 
Hence  those  who  speak  about  the  Ym  and  the  Yang  miss  the  truth. 

As  a  matter  of  fact,  in  summer  the  sun  stands  in  Gemioi,  in 
winter  in  Aquila.'  Aquila  is  far  from  the  pole,  therefore  the  curve 
described  by  the  sun  is  short.  Gemini  being  near  the  pole,  the 
solar  curve  is  long  then.  In  summer  the  sun  proceeds  northwards 
as  far  as  Gemini,  in  winter  southwards  as  far  as  Aquila.  There- 
fore the  extreme  solar  points  in  winter  and  summer  are  called 

winter**  and  "summer  limit."*  Because  in  spring  and  autumn 
those  extremes  are  not  reached,  one  speaks  of    vernal**  and 

autumnal  division.*** 

Some  people  hold  that  in  summer,  when  the  Yang  fluid 
abounds,  it  is  in  the  south,  and  that  in  consequence  heaven  rises 
and  becomes  high.  In  winter  the  Yang  fluid  decays,  and  heaven 
sinks  down,  and  becomes  depressed.  When  heaven  is  high,  the 
course  of  the  sun  increases  in  length,  and  (he  days  are  lengthened; 
when  heaven  is  low,  the  solar  curve  decreases,  and  the  days  are 
short. 

Now,  if  owing  to  the  exuberance  of  the  solar  Yang  fluid, 
heaven  rises  in  tlte  soutli,  and  the  course  of  the  sun  is  lengthened, 
the  same  increase  ought  to  take  place  in  regard  to  the  moon.  In 
summer,  when  the  days  are  long,  the  sun  rises  in  the  north-east, 
but  the  moon  in  tho  south-east.  In  winter,  when  the  days  are 
short,  the  sun  rises  in  the  south-east,  whereas  the  moon  rises  iu 
the  north-east.  If  in  summer  heaven  \vere  raised  in  the  soutlt, 
sun  and  moon  ought  equally  to  rise  in  the  north-east,  and,  if  in 
winter  heaven  were  lowered,  sun  and  moon  should  both  rise  ia 
the  south-east.   It  results  from  this,. that  in  summer  heaven  does 


■  Literally:  Tvag-dting  the  "  Eastern  Well,"  aiid  CKien-nu 

the  UerdsmaLD." 

*  -    The  two  solstices. 

*  ^j^.    The  two  equiiioxc«i. 


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Fobkk:  LuQ-Ueiig.  41 

not  rise  ia  the  aouth,  and  that  in  ^vinte^  it  is  not  depressed.  On 
the  contrary^  in  sainiDer,  when  the  days  are  long,  the  stars  from 
which  the  sun  rises  are  in  the  nortli,  and  in  winter,  when  the 
days  are  short,  these  stars  arc  in  the  south. 

The  following  question  may  be  raised.  In  summer,  in  the 
fifth  moon,  when  the  days  are  long,  the  sun  stands  in  Gemini, 
which  are  near  the  pole,  therefore  the  course  of  the  sun  is  long. 
Nf)w,  wi-  see  that  in  the  fifth  moon  t!ie  sutj  rises  in  tl  10  sign  VVn ' 
and  sets  in  IJsfl.^  The  solar  curve  being  so  long  and  far  from 
men,  how  is  it  that  we  see  the  sun  rise  in  Yin  and  set  in  lUii? 
When  the  smi  stands  in  Gemini,  he  is  very  near  to  men.  Gemini 
are  near  tlie  pole,  hence,  when  the  pole  turns  round,  they  ought 
to  remain  always  visible.^  Provided  that  Gemini  are  by  the  side 
of  the  pole,  ought  we  nut  to  have  no  night,  but  continuous  day?* 

Some  scholars  assert  that  sun  and  moon  have  um«  diilerent 
courses,  therefore,  they  say,  the  sun  in  his  course  is  near  or  far, 
and  day  and  nijL;lit  are  long  or  short. — However,  in  the  üfth  month 
day-time  makes  up  and  night-time  and  in  the  sixth  month 
the  day  is  "^/m  ^"'1  ^^^^  night  From  the  sixth  month  to  the 

eleventh  month  every  montli  the  day  decreases  by  '/,„.  That  means 
that  to  the  course  of  the  sun  every  mouth  '  is  added.  In  the 
lapse  of  a  year  the  sun  takes  16  diiferent  courses  on  heaven  and 
not  9  only. 

Anotiier  idea  is  that  heaven  is  high  in  the  south  and  depressed 
in  the  north.  When  tiie  sun  rises  into  the  higher  region,  he  be- 
comes visible,  and  when  he  sets  into  the  lower  one,  he  (lisajjpears. 
Heaven  is  believed  to  be  like  a  reclining  umbrella,  \\  hieb  is  show  n 
by  the  fact  that  the  pole,  as  seen  from  us,  is  in  the  north.  The 
pole  is  the  centre  of  the  world.  Since  it  is  north  from  us,  heaven 
must  evidently  resembie  a  reclining  und)rella. 

If  to  illustrate  the  shining  ol'  the  sun  the  aaah)gy  of  a  reclining 
umbrella  be  used,  heaven  must  really  have  the  sliape  of  an  um- 
brella. The  polar  star  in  the  north  of  the  uppti  pan  would  cor- 
respond to  tlie  top  of  the  umbrella,  the  south  in  the  lower  part 
woulil  be  like  the  stick  of  the  umbrella,  but  w  iiere  would  that 
be?  An  umbrella  reclining  on  the  earth  cannot  turn  round,  but 
raise  it  straight,  aud  it  rotates.  Now,  provided  LhuL  heaven  revolves, 

1  This  qrdical  sign  deAiotw  ENEVilN  on  tbe  oompaM  and  oorrosponda 
to  Gemini. 

*  H»u  =  WNW7«N  and  Anuariitt. 
'  Ttiniing  round  with  the  pole. 

*  The  8UU  tuniiiig  ruuiid  tliu  pule  in  Geiniui  md  never  disappeaiUig. 


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42 


FoBus  Lnn-Hlag. 


its  northern  edge  cannot  touch  the  earth,  for  how  could  it  revolve, 
if  it  knocked  againat  the  earth?  We  aee  firom  this  that  heaven 
cannot  be  shaped  like  a  reclining  umbrella,  and  that  the  sun  rising 
or  setting  does  not  follow  the  elevation,  and  the  depression  of 
heaven. 

Some  people  maintain  that  the  northern  edge  of  heaven  sinks 
down  into  the  earth,  and  that  the  sun  foUowiog  heaven  enters 
into  the  earth.  The  earth  being  massive,  obscures  him,  so  that 
men  cannot  see  him.  But  heaven  and  earth  are  husband  and  wife. 
They  unite  in  one  body,  heaven  is  in  earth,  and  earth  joined  to 
heaven.  Their  fluids  mix  and  produce  tliingH.  The  north  is  Yin, 
When  both  are  coupled,  and  their  fluids  mingle,  it  is  in  the  north 
therefore,^  but  does  heaven  revolve  in  the  earüi?  If  not,  die  earth 
in  the  north  would  be  depressed,*  and  not  even. 

Let  us  suppose  that  heaven  really  is  revolving  in  the  earth. 
On  digging  up  the  earth  ten  feet  deep  we  find  »prings.  Does  then 
heaven  revolving  in  the  earth  pluoge  into  the  water,  and  then 
come  out  again?  If  the  north  were  depressed  and  not  level,  the 
Nine  Streams*  ought  to  flow  north  without  ever  filllag  it  up.  In 
reality  heaven  does  not  revolve  in  the  earth,  nor  does  the  sun 
become  obscured,  because  he  follows  heaven.  Heaven  is  quite  as 
level  as  earth,  and  the  sun  rises,  and  sets,  being  turned  round 
along  with  heaven. 

Heaven  appears  to  us  in  the  shape  of  a  bowl  turned  upside 
down.  Therefore  the  sun  rising  and  setting  looks  like  coming  from 
and  entering  into  the  earth.  When  the  sun  rises,  he  is  near,  when 
he  sets,  he  is  far,  and  becomes  invisible,  hence  the  term  setting  or 
entering.  When  in  his  rotation  the  sun  appears  in  the  east,  he  is 
near,  hence  we  say  that  he  is  rising  or  coming  out.  But  what 
proof  have  we?  If  you  attach  a  moonlight  pearl  to  the  bow  over 
a  cart,  and  turn  the  cart  round,  the  pearl  will  also  turn. 

To  men  heaven  and  earth  seem  to  unite  at  a  <listarioe  of  no 
more  than  ten  Li.  That  is  the  effect  of  the  distance,  for  they  do 
not  come  together  in  fact  When  we  behold  the  sun  setting,  he 
does  not  set  either,  it  is  also  the  distance.  At  the  time,  when  the 
sun  sets  in  the  west,  the  people  living  there  will  perhaps  say  that 
he  is  culminating,  and  looking  from  the  point,  where  the  sun  is 
setting,  eastward  to  our  world,  heaven  and  earth  may  appear  to 


^  The  north  is  ffn,  which  is  sjmonyrooos  with  female,  here  the  femsie  oi^gan* 

*  Viz.  by  heaven  knocking  against  it  in  its  rotation. 

*  The  Nine  Streams  regulated  by  1«.  See  PL  II,  Now  267. 


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Fom:  Lnn-Heng.  43 

the  beholder  joined  together.  Our  world  is  in  the  south,'  therefore 
the  sun  rises  in  the  east,  and  disappears  in  the  northern  regions.* 
If  the  sun  rose  in  the  north,  he  would  set  in  the  south,'  for  rvrry- 
where,  what  is  near  seems  to  rise,  and  what  is  far,  to  set.  la  real- 
ity there  is  no  setting,  but  it  m  the  distance. 

If  stanch'n^  on  the  shore  of  a  big  lake,  yon  look  out  to  its 
limits  in  the  four  directions,  they  are  blended  with  heaven.  As  a 
matter  of  fact,  they  are  not  blend^nl,  but  tlie  disttince  ^ives  this 
ini|tression.  Through  distance  the  sun  seems  s<'ttinf>;,  and  tiirough 
(listani  e  the  lake  seenis  to  be  blended  with  heaven.  It  is  tlie  same 
in  both  cases.  The  lake  is  bordered  by  land,  bnt  we  do  not  see 
it,  for  to  the  observer  it  looks,  as  if  it  were  blended^  with  heaven. 
The  sun  also  looks  like  setting.  All  this  is  brought  about  by  distance. 

The  height  of  Mount  7^  ni  equals  that  of  heaven,  and  is  lost 
in  the  clouds,  yet  from  a  distance  of  one  iumdred  Li  the  mountain 
does  not  appear  as  big  as  a  clod  of  earrli.  At  a  distance  of  one 
hundred  Li  Mount  T'ni  disappears,  how  much  more  the  sun,  w  hose 
distance  from  us  is  counted  by  ten  thousands  of  Lil  The  example 
of  the  7'  a!- Jinn  <jives  an  explanation. 

Let  a  man  take  a  big  torch,  and  walk  at  night  on  a  level 
road,  wliere  there  are  no  ^aps.  He  will  not  have  walki  1  lo  a 
distance  of  one  Li  from  us,  before  the  Htrht  of  the  fire  is  «;uiie  out.* 
It  does  not  go  out,  it  is  the  distance.  In  tlie  same  manner  the  aun 
revoivuig  westuard  and  disappearing  does  not  set.* 

The  following  quesuon  may  be  asked:-- Heaven  is  level  as 
mui-h  as  the  earth.  Now,  looking  up  to  heaven  and  regarding  the 
movements  of  the  sun  and  the  moon,  it  seems  as  though  heaven 
were  high  in  the  south  and  low  in  the  north.'  How  is  that  to 
be  explained? 


*  See  above  p.  36.  On  p.  44  Wang  Cktutg  says  that  oar  world  lies  in  tlie 
■oatliHBaait  of  the  anlvwMk 

*  The  ann  aets  in  the  west  and  puses  thnw^  the  north,  before  he  risee 
tffSok  in  the  east. 

^  To  jieople  living  in  the  f^^t  of  the  universe  ».  f.  bt-low  liie  farthest  casteni 
I  mit  re.T'f'Pfi  l»y  the  sni?  in  )iig  course,  the  sun  woold  appear  to  ris©  in  tlie  nortti, 
to  culiiimate  in  the  east,  and  to  set  in  the  huuth. 

'  The  context  requires  that  we  should  read  Uendtd  instead  of  look 
«rf  of  the  text 

*  The  light  beeqmeo  invlsibte  for  tiioee  who  look  after  hun. 

*  The  great  dtstiaee  makes  the  son  invisible. 

'  Because  the  sua  anH  the  moon,  whioli  are  suppost^d  to  he  attached  to 
heaven  and  revolving  witlt  it,  ri»e  on  the  sonthom  hemisphere,  and  go  down  on 
the  northern. 


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44  FoBKs:  LoiiVHIfig. 

The  answer  is  this: — Our  actual  world'  is  lying  in  the  south- 
east. Seen  from  below,  heaven  looks,  as  if  it  were  elevated,  and 
the  courses  of  the  sun  aud  the  moon  are  south  of  us.  Now,  our 
world  lies  beneath  the  courses  of  the  sun  and  the  moou,  therefore 
it  seems  to  us,  as  if  in  their  motions  they  rose  in  the  south,  and 
descended  in  the  north.   How  shall  we  account  for  that? 

If  heaven  were  elevated  in  the  south,  the  southern  stars  should 
be  elevated  likewlae.  However,  we  see  than  goiug  down.  Is  then 
heaven  agam  depressed  in  the  south?  The  celestial  bodies  which 
are  near  appear  high,  those  which  are  distant,  low.  To  people 
noHh  of  the  pole  it  seems  high,  and  the  south  they  n^ard  as 
low.  The  same  holds  good  for  the  r^ons'east  and  west  of  the 
pole.  All  ri  gaud  as  high,  what  is  near,  and  as  low,  what  is  far 
from  than. 

He  who  from  beneath  the  NorHtem  J^aue»*  looks  up,  sees  the 
polar  constellation  above  him.  The  north  of  the  Ibmng-tm  is  the 
border^land  of  the  earth.  Seen  in  the  north,  heaven  still  appears 
high  in  the  north  and  low  in  the  south,  and  sun  and  moon  in 
their  courses  ascend  heaven  there  also.  For  a  man  standing  on 
Mount  T'td  it  is  high,  whereas  ten  Li  from  its  foot  it  appears  low. 
The  height  of  heaven  is  like  that  of  Mount  T'td  as  seen  by  men. 

The  four  quarters  and  the  centre,  which  are  levd,  are  of  the 
same  height,  if,  therefore,  heaven  seems  to  be  depressed  at  the  four 
cardinal  points, .  this  must  be  an  illusion  caused  by  the  distance. 
Heavoi  does  not  only  seem  depressed  there,  but  joined  to  the  earth. 

Some  eaoant»  hold  that  at  sunrise  and  sunset,  in  the  morning 
and  in  the  evening,  the  sun  is  near,  and  that  while  in  the  zenith 
he  is  far  away.  Conversely,  others  maintain  that  the  sun  in  the 
zenith  is  near,  whereas  at  sunrise  and  sunset  he  is  a  long  way 
off.  Those  who  believe  that  the  sun  is  near,  when  he  rises  or  seta, 
and  far  off,  when  he  culminates,  have  remarked  the  large  size  of 
the  sun  rising  or  setting,  and  his  smallness  at  noon.  We  find  that 
things  are  large,  when  they  are  near  us,  and  small,  when  seen  from 
a  distance.  Therefore  the  rising  and  setting  sun  is  considered  to 
be  near,  and  the  sun  in  the  zenith  to  be  far  distant.  Those  who 
believe  that  at  sunrise  and  sunset  the  sun  is  far  off,  and  at  noon 
near  us,  Imve  on  the  other  hand  made  the  observation  that  at  noon 
the  sun  is  warm,  and  that  he  is  cool,  while  rising  or  setting.  When 
a  fire  comes  near  us,  we  feel  hot,  whereas,  when  it  is  at  a  distance, 


*  /.e.  Gbina. 
>  Id  Moogolia. 


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Fonn:  Lnn-H^g. 


45 


we  fed  cold.  Hence  the  idea  tbat  the  sun  at  noon  is  i^ar,  while 
he  is  at  a  distance,  when  he  is  rising  or  setting.' 

Both  views  are  well-founded,  and  it  has  not  yet  been  ascer-  * 
tained,  which  is  right,  and  which  is  wrong.  If  we  consider  the 
question  seriously,  we  arrive  at  the  condnsion  that  the  sun  in  the 
zenith  is  near,  and  at  sunrise  and  sunset  far  off,  as  the  following 
experimoit  will  show.  Plsoe  a  pole  upright  in  a  room.  The  room 
is  30  feet  In'gh.  The  pole  placed  vertically  under  the  roof-beam 
knocks  against  the  latter  above,  and  reaches  to  the  bottom  below. 
The  beam  then  is  30  feet  distsnt  from  the  bottom.  When  the  pole 
is  inclined  a  little  sidewards,  its  top  divei^s  sidewards,  and  cannot 
touch  the  beam  anymore,  because  the  distance  from  the  bottom  is 
more  than  30  feet. 

Whm  the  sun  is  culminating,  he  just  reaches  the  highest 
point  on  heaven,  exactly  like  the  pole  standing  upright  so,  that 
the  distance  from  the  bottom  measures  30  feet.  The  sun  rising  or 
setting  is  deflected  to  our  right  or  left  like  the  pole  inclining  to 
one  side,  whereby  the  distance  from  the  bottom  exceeds  30  feet. 
We  leam  from  this  that  the  sun  in  the  zenith  is  near,  and  the 
rising  or  setting  sun  more  distant. 

Let  again  a  man-  be  seated  in  the  central  hall,  of  a  house, 
and  another  walk  on  its  roof.  When  he  has  readied  the  centre 
of  the  house,  he  is  just  above  the  man  seated,  and  the  distance 
from  the  man  on  the  roof  to  tlie  man  sitting  in  the  house,  is 
30  feet.  When  he  is  at  the  eastern  or  the  western  comer  of  the 
roof,  his  distance  from  the  man  in  the  house  is  greater  than  30  feet. 

The  sun  in  the  zenith  is  like  the  man  standing  in  the  middle 
of  the  roof,  when  the  sun  is  just  rising  or  setting,  he  resembles 
the  man  at  the  eastern  or  western  comer.  The  sun  in  the  zenith 
is  near  us,  therefore  warm,  at  the  time  of  his  rising  or  setting,  he 
is  far,  and  consequently  cool.  However,  when  the  sun  stands  in 
the  zenith,  he  is  small,  whereas  at  sunrise  and  sunset  he  is  large. 
That  is  because,  when  the  sun  is  culminating,  the  brightness  of  * 
dayfight'  makes  him  appear  small,  and  when  the  sun  is  rising  or 
setting,  daylight  is  fading,  and  he  looks  larger  in  consequence.  In 
tlie  same  manner  a  fire  looks  small  at  day-time,  but  big  at  night. 
What  is  shown  by  fire,  can  be  proved  by  the  stars  also.  The  stars  * 

'  This  problem  is  already  enunciated  by  L>ch  Tge  V.  !'  wlm  makei?  two  lads 
expose  it  to  Confucius.  They  ask  the  Sage  to  decide  between  the  two  antagonistic 
ti«wB,  Imt  hft  is  onaUe  to  give  a  ntiafaetory  reply. 

«  Wm^  CHwitg  mods  to  tliink  that  aayl^ftt  i«  diathtct  firom  the  Ifglit  of 
tbe  toil. 


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46  Forke  :  Ltui  -  Heng. 

are  not  visible  during  the  day,  because  tlic  brightnesB  of  the  day 
eclipses  them.  At  night  there  is  no  light,  and  the  stars  become 
visible.  Now  the  sun  and  the  moon  are  Btars.  When  the  sun  ap- 
proaches the  horizon,  and  is  about  to  set,  his  Ught  fades,  and  he 
appears  bigger. 

The  scholars  argue  that  in  the  morning  tlie  sun  rises  from 
Fu  Sang,^  and  in  the  evening  sets  in  Hsi  Liu.*  Fu  Sang  is  tlie 
eastern  region,  Ihi  Ldu  the  western  d^ert,  both  are  the  confines 
of  heaven  and  earth,  and  the  places  where  the  sun  and  the  moon 

use  to  rise  and  set. 

1  big  to  put  the  following  question:— K very  year  in  the  se- 
cond and  tlic  eighth  months  tlie  sun  rises  exactly  iu  the  east,  and 
sets  exactly  in  the  west.*  We  might  say  then  that  the  sun  rises 
in  Fu  Sang^  and  sets  in  IIH  Liu,  But  in  summer,  when  the  days 
are  long,  the  sun  rises  in  the  north-east,  and  sets  in  the  north- 
west.* In  winter,  when  the  days  are  short,  the  sun  rises  in  the 
south-east  and  sets  in  the  south-west.  In  winter  and  summer  rising 
and  setting  take  place  in  four  differcut  corfiers.  In  which  place 
exactly  are  Fu  Sang  and  Hsi  Liu  situated  then?  Tlw  above  state- 
ment, therefore,  is  true  for  spring  and  autumn,  but  not  for  winter 
and  summer.  Yet,  after  all,  the  sun  does  not  rise  in  Fu  Sang  nor 
set  in  //vf'  Tyiu  for  the  reason  that  he  revolves  with  heaven  and  is 
visible,  when  near,  and  invisible,  when  far  off.  While  he  is  in 
Fu  Sang  or  fht  Liu,  the  people  there,  from  their  standpoint,  will 
say  t)i;it  the  8un  is  in  the  ztnitli.  At  other  times  it  may  appear 
from  Fa  Sang  and  ffs!  Liu,  as  tlioui^h  the  sun  were  rising  or  set- 
ting. When  he  is  above  ()eople's  heads,  thev  eall  it  noon,  when 
he  is  on  one  side,  tliev  call  it  niorninL":  or  cxcnin*;.  Mn\v  cau  the 
sun  under  these  eircumstances  rise  in  Fu  Snug,  and  act  m  ITsi  Lkt? 

The  Literati  ai;ain  assert  that  ]i»'a\en  is  revolving  from  riglit 
to  left,'  and  that  the  sun  and  the  m  '  »n  in  their  courses  are  not 
attached  to  heaven,  but  have  enclt  their  own  movement.  It  iniu-ht 
hv  objeeted  that,  in  ease  the  snn  and  the  moon  had  their  jiroper 
movements,  and  were  not  attached  ti»  heaven,  the  sun  would  proceed 
one  degree,  and  the  moon  tiiirteen.  After  their  rise,  both  ought 
to  go  on  and  turn  from  west  to  east,  how  is  it  that  nevertheless 

'  Fu  Sang  has  been  ideutilicd  witli  Sakhalin. 

*  Hd  Liu  mittt  be  the  31onffolian  Dmrt, 

*  At  the  eqninoxM.  Sea  above  p.  39. 

*  Viil.  above  p.  40. 

From  riglit  to  left,  facin?  the  polar  »tar  \%hich  remains  motioolesa  and  round 
which  heaven  revolve»  from  east  to  west  (cf.  p.  48). 


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FoMOi:  Lim- Hing. 


47 


they  commence  to  turn  westward?  They  are  attached  to  heaven, 
and  follow  its  movements  during  the  four  seasons.  Tlieir  movement 
may  be  compared  to  that  of  ants  crawling  on  a  i^oUing  mill-stone. 
The  movements  of  the  sun  and  the  moon  axe  slow^  whereas  heaven 
mom  yery  fast.  Heaven  canriea  the  son  and  the  moon  along  \viib 
it,  therefore  they  reaUy  move  eastward,*  but  are  turned  westward. 


Perhaps  the  following  question  might  he  raised; — The  sun, 
the  moon,  and  heaven  have  their  movement  each,  but  the  number 
of  degrees  which  they  traverse  is  not  the  same.  To  what  can  their 
Tetodty  be  compared.  If  referred  to  the  things  of  this  world? 

I  would  reply  that  heaven  makes  one  circumvolution  every 
day.  The  sun  moves  on  one  degree  equal  to  2,000  Li,  of  which 
he  makes  1,000  during  the  day-time  and  1,000  during  the  night. 
The  unicorn*  also  runs  1,000  Li  during  the  day,  therefore  the 
speed  of  the  sun  is  very  much  like  the  pace  of  the  unicorn. 

The  moon  moves  on  13  degrees.  10  degrees  being  equal  to 
20,000  Li,  and  3  degrees  to  6,000,  the  distance  made  by  the  moon 
in  oae  day  and  one  night  is  26,000  Li,  which  is  like  the  flight  of 
a  wild  duck. 

Since  heaven  turns  round  366  degrees,  the  multiplication  gives 
730,000  Li.  This  movement  is  very  fast,  and  there  is  nothing  like 
it  It  can  be  compared  to  Üa  rotation  of  a  potter's  wheel  or  the 
•peed  of  an  arrow,  shot  from  a  cross-bow. 

But  although  the  rotation  of  heaven  he  so  very  fast,  it  ap- 
pms  to  us  slow,  because  heaven  is  so  high,  and  far  away,  for 
distant  objects  In  motion  look  motiouless,  and  things  sliifHng  their 
place,  stationary,  as  the  following  observation  will  show.  If  any 
body  is  on  board  a  ship,  sailing  with  the  wind,  in  a  river  or  on 
sea,  her  speed  is  fast,  while  she  is  near  the  shore,  and  slow,  while 
ihe  is  far  off.  The  ship's  real  speed  remains  the  same,  its  quick- 
oem  or  slowness  merely  depending  on  the  distance  from  which  she 
it  seen. 

When  we  look  up  to  heaven,  its  movement  does  not  appear 
w  quick  as  that  of  the  unicorn.  With  the  sun  over  it  the  unicorn 
hastens  on,  but  when  darkness  faUs,  the  sun  is  in  front,  why? 

'  Their  own  movement  being  i'roui  west  to  east,  oppusiite  to  that  of  heitven. 

*  Tbe  Kili/i,  hy  Europeans  uüually  called  onioora,  whose  prototype  scents  to 
Ittve  been  the  ^lalTe.  The  ^ntC«  gnllops  like  the  fastest  borse.  The  swiftest  bones 
vt  ISkemm  said  to  nako  1^  U  a  daj. 


48 


Fobkk:  Lun-Heng. 


Because  the  unioom  is  near,  whereas  the  aun  is  far.  Distance 
conveys  the  imfirossion  of  slowness,  and  proximity  that  of  speed. 
If  a  joumy  exten<ls  over  60t000  Li,  it  is  difficult  to  form  an  ade- 
quate idea  of  the  real  movement. 


The  Literati  assert  tliat  the  sun  moves  one  degree,  and  heaven 
365  during  one  day  and  one  niglit,  that  heaven  turns  to  the  left, 
and  the  sun  and  the  moon  to  the  right,  and  that  tliey  meet  heaven. 

The  following  question  may  be  asked: — The  movements  nf 
the  sun  and  tlie  moon  depend  on  heaven,  they  move,  attaehed  to 
heaven,  not  strai<j;ht  on.  How  sliall  we  describe  it?  The  YiJcvi^ 
says: — "The  sun.  tlie  tnoon,  and  the  stars  rely  on  heaxen.  Fruits, 
•jraiises.  and  trees  rely  on  earth."'  Kelvin«:;;  means  that  thev  arc 
attaelied.  J  lie  movement  attached  to  heaven  is  like  that  of  men 
walking  round  on  the  earth.  The  simile  is  like  that  of  the  auts 
crawling  on  the  roiling  mill-stone. 


There  is  the  question: — How  do  we  know  that  t]>e  sun  does 
nut  detach  liiniself  from  heaven,  nor  move  straiclit  on  independently? 
If  the  sun  could  do  so,  lie  ouf^ht  to  turn  eastward  of  himself,  and 
not  share  heaven's  movement  to  the  west.  The  movement  of  the 
moon  is  the  same  as  that  of  the  sun,  both  being  attached  to  heaven. 
This  is  proved  by  a  comparison  with  the  clouds. 

The  cloud.s  are  not  attached  to  heaver),  they  always  remain 
in  their  place.  Provided  the  sun  arrd  the  moon  were  not  attached 
to  heaven,  we  would  expect  tliem  to  keep  their  places  hkewise. 
From  this  it  is  evident  tliat  the  sun's  movement  is  connected  with 
that  of  heaven. 

Another  question  arises:  I  lie  sun  is  fire.  On  earth  fire  does 
not  move,  why  then  does  the  sun  move  on  liea\en? 

The  tluid  arfaclied  to  heaven  has  motion,  that  attached  to 
the  earth  has  not.  If  fire  be  attached  to  the  earth,  the  earth  does 
not  move,  consequently  the  tire  dues  not  move  either. 

Some  one  might  object,  how  could  water  move,  if  the  lluitl 
attached  to  earth  had  no  motion.    The  reply  is  that  the  water 

1  Yiking,  30t!i  flir(<rrani  (Li),  I.rrjpr  .  tratisl.  p.  2?^7.-  C'ni  ;<  xt  slighüj  differs. 
It  adds  "and  the  stars,'  and  writes  *' iVuita  "  iitatead  of  ''grams.' 


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FoRKi:  Lna-H^.  49 

flowB  eastward  into  the  ooeaa,  becMise  tbe  north-western  region  is 
high,  and  the  south-esstern  low.  It  is  the  nature  of  water  to  seek 
the  low  phices,  whereas  fire  will  rwe.  If  the  earth  were  not  high 
m  the  west,  the  water  would  not  run  eastward  eitiher. 

We  will  hare  to  meet  another  objection  as  to  how  men,  being 
attached  to  the  earth,  can  move,  if  the  fluid  attached  to  the  earth 
is  motionless. 

Human  actions  and  desires  all  have  an  aim.  Since  purpose 
is  at  the  root  of  human  nature,  man  works  and  strives. 

The  ancients  were  plain  and  simple-minded.  Though  on  the 
frontier  of  a  neighbottring  oountr)^  tiiey  heard  the  cocks  crow  and 
the  (logs  bark,  they  never  had  any  intercourse  with  that  country. 

Somebody  wiU  ask  perhaps,  why  the  stars  do  not  move,  if 
the  fluid  attached  to  heaven  is  in  motion.  I  reply  that  the  stars 
SK  fixed  in  heaven.  Heaven  moves,  and  since  they  are  turned 
round  along  with  heaven,  they  move  also. 

An  opponent  might  uige  that  human  nature  is  based  on  pur- 
pose, and  therefore  acts,  but  how  could  heaven  inove,  since  its 
prioeiple  is  absence  of  purpose? — Heaven's  movement  consists  in 
the  spontaneous  emission  of  fluid.  The  fluid  being  emitted,  things 
are  pnoduced  of  themselves,  but  the  fluid  is  not  emitted  on  pur- 
pose, in  order  to  produce  things.  Without  movement  the  fluid  can- 
not he  emitted,  and  unless  the  fluid  be  emitted,  things  cannot  be 
created.  It  is  different  from  the  movement  of  man.  The  move^ 
ncDts  of  the  sun,  the  moon,  and  the  five  planets  all  consist  in  the 
canasion  of  fluid. 


The  Literati  hold  that  there  is  a  tiiree-legged  raven  in  the  sun, 
and  a  hare  and  a  toad  in  the  moon.  However,  the  sun  is  the 
heavenly  fire  which  does  not  differ  from  the  fire  on  earth.  In  the 
fife  on  earth  there  are  no  living  beinge,  how  could  there  be  a  raven 
ia  the  heavenly  fire?  There  are  no  living  creatures  in  the  fire, 
when  they  enter  it,  they  are  burnt  to  death.  How  could  a  raven 
ranaio  unscathed? 

The  moon  is  water.'  There  are  living  beings  in  tlit^  water, 
bat  not  hares  or  toads.  When  a  hare  or  a  toad  remain  long  in 
the  water,  they  inevitably  die.  The  sun  and  the  moon  are  attacluxl 
to  heaven  just  as  shells  and  oysters  swim  in  the  deep,  evidently 

^  A^iin  the  mitleadiiig  symboliam.  The  moon  reprsMnia  the  fenale  pria* 
sple,  7m,  to  which  water  eonresponda,  whence  the  naive  deductiott  m  made  that 
<be  mon  i»  %vater. 

■ 

iak.i.8a&£0riMLflpvMk«ik  ISO?.  LAIil.  4 


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50  Fonnt  Lun-H^ng. 

benatise  tlioy  bolong  to  the  same  fluid.  Ai*e  perhaps  that  what  we 

call  a  hare  and  a  toad,  shells  or  oysters? 

And  let  us  ask  the  Literati  whether  the  raven,  tlie  Itnre,  and 
the  toad  are  living  or  dead.  If  tliey  be  dead,  and  nMnain  for  a 
long  time  in  the  sun  and  tlie  moon,  tliey  nnist  become  charred, 
deeav  and  putrefy.  If  they  be  alive,  wliere  are  they  at  the  time 
of  a  total  ee]if)se  of  tlie  sun  or,  when  ou  the  last  day  of  a  month 
the  moon  totally  disappears? 

The  raven,  the  hare,  ;md  tlie  toad  must  be  tlie  (hiid  of  the 
sun  and  the  moon,,  as  the  intestines  of  man,  or  the  heart,  ;ind  back- 
bone of  animals  are  the  fluid  of  these  creatures.  It  is  still  possible 
to  examine  the  moon,  but.  when  we  look  at  the  sun,  our  eves  are 
dazzled,  and  we  cannot  make  out  ^\hat  fluid  really  pervades  the 
sun,  yet  we  should  be  able  to  distinguish  an  object  in  tlie  «uu, 
and  call  it  a  raven?  In  fact,  we  cannot  see  tlie  entire  body  of  a 
raven,  and  we  should  remark  that  it  has  three  legs?  This  is  cer^ 
tainly  not  true. 

Moreover,  we  hear  the  Literati  sneak  of  manv  animals,  whv 
then  is  tliere  only  one  raven  in  the  sun,  and  one  hare  and  a  toad 
in  the  moon? 

The  savants  maintain  that  the  eclipse  of  the  sun  is  eaused 
by  the  moon.  They  have  observed  that  the  eclipses  of  the  sun 
always  fall  on  the  last  and  the  first  day  of  a  month.  At  that 
time  the  moon  is  united  with  the  sun,  therefore  slie  must  eclipse 
him,  they  think.  Many  e<'lipses  of  the  sun  have  occurred  during 
the  "Spring  and  Autumn'*  period.  The  Classic  records  that  on 
the  first  day  of  siu  h  and  such  a  moon  the  sun  has  been  eclipsed, 
but  it  does  not  lollow  that  the  moon  has  any  thing  to  do  with 
these  eclipses.  If  the  chroniclers  had  known  that  the  ^uu  was 
eclipsed  by  the  moon,  why  have  they  been  silent  ou  this  point, 
and  did  not  speak  of  the  moon? 

They  say  that,  when  an  ecUpse  of  the  sun  takes  place,  the 
Yang  is  weak  and  the  Ytn  strong.  When  a  man  possesses  great 
strengil»,  he  can  subdue  others  in  this  world.  Now,  on  the  last 
day  of  a  month,  the  light  of  the  moon  is  extinguished,  and,  on 
the  first  day  of  the  new  moou,  it  is  gone  so  to  say,  which  is  the 
highest  degree  of  weakness.  How  could  it  vanquish  the  sun,  for 
the  eoHpM  of  the  sun  is  said  to  be  caused  by  the  moon?  If,  in 
an  ecUpse  of  the  sun,  the  moon  is  believed  to  eclipse  it,  where  is 
the  moon?  The  ecUpse  is  not  caused  by  the  moon,  since  the  moon 
herself  is  destroyed.  If  we  regard  the  sun  from  the  same  point 
of  view  as  the  moon,  his  light  at  an  eclipse  »  destroyed  of  itself. 


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FfHin:  Lnn-Hliig. 


51 


On  an  aTerage,  an  eclipse  of  tbe  sun  occurs  every  41  or  42 
moutlis«  and  an  eclipse  of  the  moon,  every  180  days.  These  eclipsea 
•  bave  their  fixed  tune,  and  these  changes  do  not  always  take  fdaoe. 
When  th«j  happen,  it  is  through  the  spontaneous  acstion  of  the 
fluid.  The  last  and  the  first  day  of  a  month  reeur  rery  ofteu,  but 
does  the  moon  cause  an  eclipse  then?  The  sun  being  in  his  (vU, 
the  change  is  brought  about  by  his  shrinking  together.  Must  we 
suppose  something  that  consumes  (eclipses)  the  sun?  What  con- 
fuineB  the  mountains  or  the  earth,  when  the  mountains  oollapee 
and  the  earth  shakes? 

Some  say  that,  when  the  sun  is  eetipsed,  the  moon  covers 
hisL  The  sun  being  aboyCi  the  moon  below,  her  shadow  falls  on 
the  8im*8  body.  When  the  sun  and  the  moon  are  united,  but  the 
moon  is 'above,  and  the  sun  below,  the  moon  cannot  cover  the 
ran,  whereas,  when  the  sun  is  above,  and  the  moon  underneath 
htm,  she  casta  her  shadow  on  him.  The  light  of  the  moon  then 
oovets  the  light  of  the  sun,  hence  the  expression:— eclipse.^  The 
«hadow  of  the  moon  is  like  that  of  tbe  clouds  which  cover  the 
sky  in  such  a  way  that  the  sun  and  the  moon  are  invisible. 

Ph>vided  that  both  unite  with  their  extremities,  they  must 
eclipse  one  another,  and  if  both,  when  they  come  together,  are 
joined  üke  two  pieces  fitting  one  into  the  other,  the  sun  must  dis- 
appear as  a  matter  of  course.  That  the  sun  and  the  moon  meet 
on  the  last  and  the  first  day  of  the  month  is  a  very  common  ce- 
leitial  phenomenon,  but  it  is  wrong  to  say  that  at  an  edipse  the 
noon  covers  the  light  of  the  sun  for  the  following  reason: — 

la  case  that,  when  the  sun  and  the  moon  unite,  the  moon 
covers  the  light  of  the  sun,  the  edges  of  the  two  luminaries  must  fall 
together  at  the  beginning  of  the  eclipse^  and  they  must  change 
thdr  places,  when  the  sun  comes  out  sgain.  Now,  let  us  suppose 
that  the  sun  stands  in  the  east,  the  moon  in  the  west.  The  moon 
mores  quickly  eastward,  where  she  falls  in  with  the  sun.  She 
eovm  the  edge  of  the  sun,  and  after  a  short  time  she  passes  the 
snn  and  proceeds  eastward.  The  western  edge  of  the  sun  has 
been  covfxed  first,  its  light  must  then  come  back.  The  eastern 
edge  has  not  yet  been  overshadowed,  it  will  be  eclipsed  next. 


'  TTie  Chinese  exprensiun  is  "to  ronsume,"  "to  eat"(^^  or  ^^)-  In  the 
poi»aIix  belief  the  suii  at  an  eclipse  is  being  devoured  by  the  heavenly  dog, '  ati 
idea  perhaps  derived  frooi  fiidia.  hi  Wat^  CKm^s  time  U  nra»t  not  yet  have  been 
^nwti  ftr  otberwise  he  «nndd  most  likely  not  have  omitted  to  mentim  Mid  con- 
«•nrt  it. 

4* 


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52 


Fobkk:  Lud -Heng. 


ThuB  we  see  that  during  an  eclipse  of  the  sun  the  light  of  the 
western  edge  is  extinguished,  and  that,  when  the  sun  comes  back^ 
the  light  of  the  western  edge  returns.   Then  the  moon  goes  on,  « 

and  covers  Üie  eastern  edge,  while  the  western  edge  returns.  Can 
we  say  then  that  the  sun  and  the  moon  are  joined  together,  and 
that  one  covers  and  oversh-idows  the  other?' 

The  scholars  assert  that  the  shape  of  the  sun  and  the  moott 
is  quite  round.  When  they  look  up  to  them,  they  appear  shaped 
like  a  peek,  or  a  round  basket.  Their  shape  is  a  regular  circle, 
they  are  not  like  the  fluid  of  a  fir«/  »em  from  afar,  for  a  fluid  is 
not  round. — In  reality  the  sun  and  the  moon  are  not  round,  they 
only  appear  so  through  the  distance,  as  will  be  seen  from  the 
following:— The  sun  is  the  essence  of  fire,  the  moon  the  essence 
of  water.  On  earth  fire  and  water  are  not  round,  why  should 
they  be  round  in  heaven  alone?  The  sun  and  the  moon  in  heaven 
are  hke  the  Five  Planets,  and  the  Five  Planets  hke  the  other  stars. 
The  stars  are  not  round,  only  their  i^diance  appears  round,  be- 
cause they  are  so  far  from  ns.  This  will  become  evident  from  tlie 
following  fact: — ^During  the  "Spring  and  Autumn"  periorl  stars 
fell  down  in  the  capital  of  Sung.^  When  people  went  near  to 
examine  them,  they  found  that  thev  were  stones,  but  not  round. 
Since  tlie  .stars  are  not  round,  we  know  that  the  sun,  the  moon, 
and  the  planets  are  not  round  either. 


The  scholars  discoursing  on  the  8un,  and  tho  mechani»»  hold 
that  there  is  only  one  sun,  whereas  in  the  '*  Trilmte  of  Yü  "  and  in 
the  Shan-hai-kiny  it  is  .stated  tliat  there  are  ten  suns.  Beyond  the 
ocean  in  the  east  there  is  the  "Hot  Wntpr  Abyss,"'  over  which 
rises  Fu-sang.  The  ten  suns  batlie  in  I  he  water.  There  is  a  Inige 
tree.  Nine  suns  remain  in  its  lower  branches,  while  one  sun  sfavs 
on  the  upper  branch.*  Ihiai  Nan  Tsie  also  writes  in  his  liook 
about  ten  suns  whicli  were  shining.  During  the  time  of  Yao  tlie 
ten  suns  came  out  togetlier,  and  scorched  everything,  whereupon 

*  Wmg  CKung  here  speaks  of  a  partial  eclipse.  Tliat  the  «hadow  of  the 
nMMMi  in  most  cases  eov«rs  only  part  of  the  aan  cannot  invdidato  llio  ri^  view, 
which  Wang  Chung  rejects  on  utMuffielent  groonda. 

>  riiuu-cKmt  Dnko  B»t  16th  year  (£^,  Claaaiei  VokV,  Pt.1,  170^ 

'  T'art(/-kji. 

*  Shcin-hiti-king  chap.  9,  p.  Iv, 


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Flom:  Lnn-BIng, 


53 


¥09  shot  at  them.'  Henoe  thej  neTor  wen  seen  together  any 
Dore  on  the  same  daj.^ 

Commonly  the  '^oelestial  stems***  axe  called  suns.  From  the 
fizst  to  the  last  stem  theie  are  ten  suns.  There  are  ten  suns,  ss 
there  are  five  planets.  Intdligent  people  and  disputing  scholars 
aie  at  a  loss,  how  to  find  out  the  truth,  and  do  not  wish  to 
dedde  in  favour  of  either  opinion.  Thus  the  two  antagonistic 
statements  are  transmitted  without  criticism,  and  neither  of  the 
two  opinions  meets  with  general  approval.  Yet,  if  we  ezamine 
the  question  thoroughly,  there  are  not  ten  suns. 

The  son  is  like  the  moon.  If  there  he  ten  suns,  are  there 
twelve  moons?  There  are  five  planets,  but  the  five  elements:* — 
metal,  wood,  water,  fixe,  and  earth  all  bum  with  a  differttit  light. 
Should  there  be  ten  suns,  their  fluids  ought  to  be  different.  Now, 
we  do  not  discover  any  difference  in  the  light  of  the  sun,  and  we 
find  that  his  sixe  is  Äe  same  at  different  times.  If  there  were 
really  different  fluids,  the  light  would  certainly  be  different  If, 
on  the  other  hand,  the  fluid  is  identical,  it  must  be  united  into 
one  sun,  and  there  cannot  be  ten. 

We  see  that  with  a  sun-glass  fire  is  drawn  from  heaven,  the 
sen  being  a  big  fire.  Since  on  earth  fire  is  one  fluid,  and  the  earth 
has  not  ten  fires,  how  can  heaven  possess  ten  suns?  Perhaps  the 
to  csUed  ten  suns  are  some  nther  things,  whose  light  and  shape 
resembles  that  of  the  sun.  They  are  staying  in  tlie  Hot  Water 
Abyss. "  and  always  climb  up  I^Mong,  Yü  and  Yi*  saw  them, 
and  described  tliem  as  ten  suns. 

Some  people  have  measured  the  light  of  the  sun,  and  cal- 
culated his  size.  They  found  the  diameter  to  be  1,000  Li  long. 
Provided  that  the  rising  sun  is  the  sun  on  the  Fu-sang  tree,  this 
tiee  must  overhang  10,000  Li  to  cover  the  sun,  lor  tlie  diameter 
of  one  sun  being  1,000  Li,  ten  suns  will  require  10,000  Li. 

Heaven  is  more  than  10,000  Li  distant  from  us. 

When  we  look  up  at  the  sun,  his  brilhancy  is  so  dazzling, 
•od  his  glare  so  bright,  that  it  becomes  unbearable.  If  the  rising 


t  AoeoffiÜiig  to  other  accoants  Yao  ordered  his  minuter  I't,  a  fiunone  ereber, 
to  iboot  at  the  snns,  of  which  he  destroyed  miie. 

-  The  appearance  of  ten  suns  is  mentioned  in  many  ancient  works: — in 
ikiumy  Tae,  the  Li-xao,  the     Bamltoo  AnnaU,''  the  Tao-chwxn^  etc 

'  The  ten  cyclical  aigns. 

*  The  five  eleiiienle  are  coneidered  to  be  the  aobetanoes  of  the  Five  Planets, 
triäch  have  beeu  named  after  them;— Metal  8tar(yemia),  Wood  Star  (Jupüer),  etc 
^  CCp.Ul. 


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54  Fo«n:  Loa -Hing. 

sun  was  tlie  sun  tVoiii  the  Fu-saiig  tree,  Ytl  and  17  would  not  have 
been  able  to  recognise  him  as  the  suu.  A  look  at  one  sun  would 
have  sufficed  to  dazzle  tlie  eyes,  liow  much  more  so,  if  there  were 
ten  suus.  When  Yü  antl  Yi  saw  the  suus,  they  appeared  to  them 
hke  pecks  and  round  baskets,  therefore  tliey  called  them  sun». 
Tlie  lires  looked  like  pecks  and  baskets,  but  an  object  seen  at  a 
distauce  of  60,000  Li  appears  different  from  one  looked  at  and 
examined  quite  near.  Consequently  what  Yü  and  Yi  saw  they  took 
for  »uns,  but  were  not  suns. 

Among  tlie  things  of  heaven  and  eartli  many  resemble  one 
another  in  substance,  yet  tliey  are  not  the  same  in  fact.  Beyond 
the  ocean  iu  the  south-west  there  is  a  pearl-tree.'  It  has  pearls, 
but  they  are  not  fisli-pearls.-  The  ten  suns  are  like  pearls  of  the 
pearl-tree.  The  pearls  of  the  pearl-tree  look  like  pearls,  but  are^ 
not  real  pearls.  Thus  the  ten  suns  look  like  the  sun,  but  are  not 
real  suns.  Iliuii  Nan  'J)si'  having  read  the  Sftan-ftm-king  wrongly 
asserted  that  for  a  Sage  teu  suns  were  lighted,  and  made  the  random 
statement  that  at  Yao's  time  ten  suns  rose  together. 

The  sun  is  fire,  the  "  Hot  Water  Abyss  "  water.  Water  and 
fire  annihilate  oue  another.  Therelure  the  teu  suus  bathing  in  the 
"Hot  Watti-  Abyss"  should  have  been  extinguished  and  destroyed. 
Fire  burns  trees,  Fu-scuty  is  a  tree.  When  ten  suns  rested  upon 
it,  it  ought  to  be  parched  and  scorched  up.  However,  iu  spite 
of  the  bath  in  Tang-kn  the  light  did  not  become  extinguished,  and 
though  the  suns  ascended  Fu-sang^  its  boughs  were  not  scorched 
or  parched.  The  ten  suus  are  like  the  sun  which  rises  to-day,  yet 
they  eaiiMOt  be  tested  by  the  live  elements.'  Hence  we  infer  that 
they  were  not  real  suns. 

When  Yü  and  beheld  ten  suus,  it  cannot  have  been  night- 
time, but  must  have  been  day.  When  one  sun  rose,  the  other  nine 
must  have  been  left  behind,  hoAV  could  they  rise  all  ten  together?* 
It  must  have  been  like  dawn  before  the  sunrise.^ 

Furthermore,  heaven  turns  and  passes  through  a  certain  number 
of  degrees.   If  the  various  suns  follow  this  moTemeiit,  and  turn 

'  Presumably  a  corftl-troe  in  the  Persian  Sea  is  meant. 

"  I'he  Chinese  tma^oe  that  pearls  or  the  t»roduce  of  fieb,  not  of  eheiis 

or  oysters. 

*  If  they  were  of  the  etme  etnff  as  our  eon,  eft.  fire,  they  would  have  been 
extingtti.shed  in  u  ater,  end  have  burned  the  wood  of  tlie  A-ittiy  tree.   Sinen  they 

did  not  do  that,  tliey  cannot  have  been  real  suits  like  mnt. 

*  The  on**  snn  in  the  tipper  branches  of  the  Fu-mnff  tree  must  have  rieeu 
prior  to  the  nine  others  stiU  lingering  iu  the  tower  branches. 

^  Aü  far     the  irine  «wi«  are  eoiiccntcd,  which  were  etiU  below  Uio  horitoii. 


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55 


foimd  with  heaven,  how  could  they  lemain  in  the  branohee  of 
Ftt-sanff  OT  in  the  water  of  the  **Hot  Water  Abyss?**  In  case  they 
stay  bads,  they  miss  the  movement,  and  differences  in  the  movement 
would  bring  disharmony.  If,  therefore,  Ihe  rising  sun  be  different 
from  the  ten  suns,  they  only  resemble  sons,  but  are  not  sons. 

** During  the  ^Spring  and  Autumn*  period  on  the  htin  mao 
day,  in  the  fourth  month  of  summer,  in  the  seventh  year  of  Duke 
Clmmff  at  midnight  the  common  stars  were  invisible,  and  stars  fell 
down  like  rain.*** 

Kunff  Yang  in  his  commentary  asks:— Wbat  does  "like rain'* 
mean?'  It  is  not  rain.  Then,  why  use  this  expression?  **Theun- 
revised  CA'vin^dl'ni  **  says,  **It  rained  stars,  which  previous  to  ap- 
proaching to  within  a  foot  of  the  earth  d^arted  again.**  The  Sage 
corrected  this,  and  said,  "The  stars  feU  down  like  rain.*** 

"  The  unrevised  C%'tm-cA'ui  **  refers  to  the  time,  when  the  Ch'mr 
ek'm  was  not  yet  revised.  At  that  time  the  Chronicle  of  Lu  had 
the  following  entry: — "The  stars  fell  down  like  rain.  They  came 
near  the  earth  at  a  distance  of  over  a  foot,  and  then  departed 
igain.**  The  Sage  is  Qmfueku.  Cai^tieku  revised  it,  and  said  "  The 
fttazs  fell  like  rain.**  His  idea  was  that  on  the  earth  there  are 
mountains,  hills,  and  high  buildings,  and  he  was  afraid  lest  the 
statement  about  the  stars  coming  near  the  earth  at  a  distance  of 
over  a  foot  should  not  be  true.'  Therefore  he  made  an  alteration, 
and  said  "  like  raiu.**  Being  like  rain  they  came  down  from  above 
the  earth.  The  stars  also  fall  down  from  heaven  and  depart  again. 
On  account  of  this  similarity  he  says  **]ike."  Although  there  was 
the  notice  that  the  stars  came  near  the  earth  at  §  distance  of  over 
a  foot,  he  merely  said  "like  rain."  The  expression  "falling"  whicli 
he  uses  refers  to  those  slars.  Though  he  assigned  them  their  places, 
and  fixed  the  text,  he  speaks  of  the  failing  stars  in  the  same  way 
is  the  Chronicle  does. 

When  from  the  plain  we  look  up  at  ISlount  T'oi,  and  behold 
a  erane  on  its  summit,  it  appears  to  us  as  big  as  a  crow,  and  a 
crow,  like  a  sparrow.  It  is  the  lieight  of  Mount  T'ai  and  its  dis- 
tance which  cause  us  to  lc»se  tlie  true  estimate  oi  the  size  of  things. 


'  or.  Ch'm-ch'iu  iLeffife,  Oaam»  VoLY,  Pi.  I,  p.  79).  The  asvttith  y«ar  of 

Duke  Chuanff  of  Lu  is  <>H<»,  B.C. 

*  A  quotation  from  Knnff  Yan^'n  coiuiuentary  to  the  Chun-rhiu. 

*  Had  Ibe  distance  of  th<^  meteors  not  been  wore  than  one  foot  froui  the 
mfiua  of  tlis  earth,  they  wotdd  iDevitably  have  oollided  with  the  elevationa  of  the 
unh,  such  as  nioiutains,  biiOdings,  etc  Tberafore  Confueku  omitted  the  remark  of 
the  oi^inal  tout. 


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56  Fouot:  Loa -Hing. 

Tlie  (listanco  ol*  lieavou  troni  eartli  amounts  to  upw  ards  of  GO, 000  Li, 
wliicli  is  DOt  t>iily  tlic  lu'iglit  anil  the  distance  of  tfie  snniinit  of 
Mount  T  ai.  The  star»  are  (Ixed  to  lieaven.  ^\'hcn  wo  cxaiiiiue 
them,  wp  do  not  ol>ta!n  a  correi't  idea  of  tluMr  nature,  for  tlie  con- 
flit  ions,  inider  which  wo  soo  tliom,  arc  still  more  unfavourable  tlian 
iho.so,  uiidoi  vvliich  wo  look  at  tlie  crane  or  the  crow.  By  cal- 
culations wo  lind  that  the  size  of  the  stars  must  bo  a  hundred  Li. 
Their  brilliancy  is  so  strong,  that  they  shed  light.  If.  novorf holess. 
tliey  appear  to  us  only  as  big  as  a  phcenix  egg»  we  have  lost  the 
true  estimate  by  distance. 

Let  us  suppose  that  tlio  falling  stars  arc  in  fact  stars  falling 
from  heaven,  then  we  w*  uiti  not  he  able  to  recognise  them  ajs  stars, 
wiien  they  appniaoh  the  earth,  because  during  their  fall  tlieir  size 
is  not  the  same  as  that  which  they  have  m  heaven.'  Now,  as  long 
as  we  see  the  falling  stars  in  heaven,  thev  are  stars,  if  tbev  are 
not,  they  are  made  up  of  air.  We  soo  ghosts  having  tlie  semblance; 
of  tlead  j)Oople.  In  reality  it  is  but  air  condensed  into  those  forms, 
not  real  dead  people.  Thus  the  falling  stars  are  in  reality  not 
shaped  like  stars.  Confucius  correctly  calls  them  falling,  which  means 
that  they  are  not  stars,  and  rightly  characterises  them  as  being 
like  rain,  t.  e.  they  are  not  rain,  both  features  being  opposed  to 
the  real  nature  of  stara. 

The  Tn-^mn  remarks  on  the  above  quoted  passäge  of  the 
Ch'ttn^iUt  **0n  the  Anh-moo  day,  in  the  fourth  moon  during  the 
night  the*  common  slan  were  not  visible,  becanse  the  night  wan 
bright  The  stars  fell  like  rain  i  e,  together  with  rain.**  This  re- 
mark that  tlie  stars  were  inyistble  owing  to  the  brightness  of  the 
night  tallies  with  a  passage  in  the  Yiking^  to  the  effect  that  at 
mid-day  the  Dipper*  »  viable.  If  during  the  day  the  Dipper  ia 
visible,  it  must  be  dark,  not  bright,  and  if  during  the  night  the 
stars  were  invisible,  the  night  must  have  been  bright  and  dear. 
The  facts  were  different,  but  the  idea  is  the  same,  and  it  is  con- 
sistent with  truth. 

The  Tuh^^mn  says  together  with  rain,*'  which  is  tantamount 
to  combined.**  On  the  ftnn^mao  day  the  night  was  bright,  there- 
fore the  stars  were  invisible,  but  this  brightness  shows  that  there 
was  no  rain.  The  rain  fluid  is  dark  and  obscure,  how  could  there 
be  brightness  than?  There  being  brightness,'  rain  is  impossible, 
how  could  the  stars  fall    together  with  rain?**  Consequently  the 

^  Tlio  meteors  never  measure  a  hundred  LL 

>  Tikinft  55th  diagram  {Fai^),  Legye»  traml.  p.  330. 

'  A  eoostellatioD. 


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Forxk:  Lan-H^ng.  57 

p^cpression  **  together  with  rain  "  is  wrong.  Moreover,  if  it  be  said 
tliät  the  niglit  was  so  bright,  that  t!ie  stars  became  inTisible,  how 
OCHÜd  tlie  stars  falling  together  with  rain  be  seen? 

"  On  the  wu-sJi^n  (lay  of  the  first  month  in  the  16th  year  of 
Duke  list  five  stones  fell  down  in  S-ungy  '   The  Tso-chuan  remarks 
that  they  were  stare.    Sine.e  falling  stones  are  calhnl  stars,  those 
sfars  are  believed  to  have  become  stones  by  falh'riir.     The  stars 
falling  in  the  /tsin-mao  uiij^ht  were  stars,  but  in  reality  stones  then. 
If  the  stars  falling  in  the  hsin-mao  night  were  like  those  stones, 
the  enrth   liad  higli  buildings,  which  inust   have  been  smashed. 
Although  Confucius  omitted  to  mention  iliut  tlir  stan»  came  near  the 
earth  as  far  as  one  foot,  tli  re  ('ertniiil\  lias  been  a  certain  dista nee 
from  tlie  earth,  and  the  histurigrapher  of  Ln,  who  saw  the  event 
with  his  own  eyes,  would  not  have  said  so  at  random. 

According  to  the  Tso-chtum  the  stars  fell  down  together  with 
rain.  As  rain  collects  on  the  earth,  tlie  stones  must  have  done  so 
likeAvise,  but,  since,  when  they  touched  the  earth',  they  did  not 
demolish  the  buildings,  it  is  evident  that  they  were  not  stars. 
Hesiijr  s,  on  what  does  I  so  Chin  Ming  base  his  statement  that  the 
btones  \vt  re  stars?  When  the  stones  came  down,  their  fall  was 
▼ery-  hght,  but  why  must  they  have  fallen  down  from  heaven? 

During  tlie  Qiin  epoch  tliree  mountains  disappeared.  Partly 
thev  were  not  dispersed,  bnt  collapsed,  where  they  stood,  which 
nvii-i  Uave  caused  a  great  noise.  Perhaps  at  that  time  the  mountain 
ül  the  /  7V  went  off  its  base,  and  came  d  own  in  Sung.  When  the 
people  of  Sung  heard  the  »tones  fall,  tiuy  called  them  stars,  and 
when  Tso  t'kiu  Mmjf  had  examined  them,  he  also  gave  them  this 
name. 

The  substance  of  the  stars  is  identical  with  that  of  tin  various 
things  and  like  that  of  the  sun  and  the  moon.  The  so-called  Five 
Planet«  are  the  light  of  the  substance  of  the  five  elements.  The 
live  Planets  and  the  other  stars  all  liave  the  same  light,  there- 
fore I  aiii  afraid  liiat  we  miss  the  truth,  if  we  regard  the  fixed 
stars  alone  as  stones.  In  reality  the  stara  which  fell  during  the 
htin-mao  ni^lit  were  like  laiu,  luit  they  were  not  stars,  just  as  the 
ten  suns  in  the  *•  Hot  Water  Abyss  "  resembled  the  sun,  but  were 
not  real  suns. 

The  Literati  also  maintain  that  the  expression  that  rain  comes 
from  heaven  means  that  it  positively  falls  down  from  heaven.  How* 


'  Qnote(i  from  the  Chun-chm  {legye  Vol.  V,  Pt.  I,  p.  17Ü}.  Tlie  event  took 
JiUce  III  B.C. 


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58  Fokkk:  Lnn^Hliig^. 

ever,  a  tlisrussi  ui  on  this  subject  leada  us  to  the  conclusion  that  rain 
coiiRs  iroiu  above  the  earth,  but  not  down  from  heaven.  Seeing 
tlie  rain  gatliering  from  above,  we  sinj[)ly  say  that  it  comes  down 
from  heaven.  As  a  matter  of  faot,  it  comes  from  above  tlie  earth. 
But  how  can  we  demonstrate  that  tlie  rain  comes  from  tJie  eartl», 
»  and  rises  from  the  mountains?   The  Commentary  to  the  CK t/n-rh  in^ 

says,  "It  breaks  throu<)jh  the  stones  one  to  two  iiielies  tliick,  and 
gathers.  That  in  one  day's  lime  it  spreads  over  the  wliole  Empire, 
is  only  the  case  with  the  YcU-slian."^ — From  the  T  ai-slum  it  rains 
over  the  whole  Empire,  from  small  mountains  over  one  State,  the 
distance  (h'j)eiids  on  the  height.  As  regards  the  fortlicominjj  of 
the  rain  from  the  mountains,  some  hold  tliat  the  clouds  carry  tlie 
rain  with  them.  Wlien  the  clouds  disperse,  the  water  falls  down, 
and  IS  called  ram.  Thus  the  clouds  are  rain,  and  rain,  clouds, 
"When  the  water  comes  forth,  it  is  trausforme<i  into  clouds:  they 
condense,  and  become  rain,  and,  when  they  arc  compressed  still 
more,  coagulate  into  dew.  Wlien  garments  are  moistened  as  wiüi 
rain,  it  is  uot  the  eflect  of  the  clouds,  but  of  the  rain  which  tiiey 
carry. 

Some  persons  will  refer  to  the  S/tukitu/  which  says,  "  When 
^  the  moon  follows  the  stars,  there  is  wind  and  rain,"^  and  to  the 
Sftiking,  where  we  read  that  "  The  moon  approaches  the  Ilyades, 
which  will  bring  heavy  showers  of  rain."*  They  all  believe  tliat 
according  to  these  pa.ssages  of  the  two  Classics  it  is  not  heaven 
which  is  causing  the  rain.    How  is  that? 

When  tiic  rain  comes  from  the  mountains,  the  moon  passes 
the  stars,  and  approaches  the  Hyades.  When  she  approadies  the 
Hyades,  it  must  rain.  As  long  as  it  does  not  rain,  the  moon  does 
not  approach,  and  the  mountains  have  no  clouds.  Heaven  and 
earth,  above  and  below,  act  in  spontaneous  harmony.  When  the 
moon  approaches  above,  the  mountains  are  heated  below,  and  the 
fluid  unites.  The  fortuitous  connexion  between  the  various  fluids 
and  bodies  is  due  to  spontaneity.  Clouds  and  fog  show  that 
there  is  rain.  In  summer  it  becomes  dew,  in  winter  frost  Warm 
it  is  rain,  cold,  snow.  Rain,  dew,  and  fn)8t  all  proceed  from  earth, 
and  do  not  descend  from  heaven. 

'  Kunp  Yanff'.'S  Commentary,  Dtike  &i  31st  JMT. 

*  The  highest  peak  in  JShantuiit/. 

»  i>h>dif»f,  Uang-fan,  Pt.V,  Bk.  IV,  iis  [I^eygr.  Vol.  III.  I'l.  U,  p.  342). 

*  Shiking  Pt.U,  Bk.Vm,  Ode  8  {Uygc  Vol.  IV,  Pt.  n,  p.  422). 


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FoBu:  Lim>U^ng. 


59 


CHAPTER  XXI. 

On  Heat  and  Cold  {Ilan-we/i). 

People  reasoniiig  on  heat  and  cold  assert  that,  when  the 
sovereign  is  pleased,  it  is  wann,  and,  when  he  is  angry,  it  ia  cold. 
How  is  that? 

iof  and  anger  originate  in  the  bosom.  Subsequently  they 
find  their  way  out,  and  once  outaide,  are  the  causes  of  rewards  and 
punishments,  rewards  and  punishments  being  the  manifestations  of 
joy  and  anger.  When  heat  and  cold  are  suffidently  strong,  things 
become  withwed,  and  men  are  injured,  and  that  is  done  by  heat 
and  cold,  which  are  said  to  be  the  representatives  of  joy  and  anger. 

Within  the  course  of  a  few  days  a  sovereign  is  not  always 
full  of  joy  or  anger,  which  sentiments  having  broken  forth  from 
the  bosom,  expand  and  appear  as  heat  and  cold  outside,  thus  showing 
the  feelings  of  the  bosom.  When  the  sovereign  is  pleased  or' angry, 
this  fluid  of  his  bosom  is  not  changed  into  heat  or  cold.  Why 
should  the  fluid  in  his  bosom  be  different  from  the  fluid  within  the 
t^ritory  of  a  country?  The  fluid  of  the  bosom  is  not  transformed 
through  joy  or  anger,  how  theo  should  heat  and  cold  originate 
within  the  territory? 

During  the  time  of  the  Si»  «State»,'  and  the  C/»«r>  and  Han 
epoch  the  feudal  princes  were  subjugating  one  another,  armour-clad 
warriors  filling  all  the  roads.  The  States  were  investiug  eacli  other 
with  the  greatest  animosity,  and  their  leaders  thought  of  nothing 
else  than  of  vanquishing  their  enonies.  A  feeling  of  universal 
slaughter  pervaded  everything.  Yet  at  that  time  it  was  not  always 
cold  in  the  £mpire.  The  time  of  Yd  was  one  of  universal  peace. 
The  government  was  good,  the  people  contented,  and  the  sovereign 
always  pleased.  In  every  house  they  were  playing  the  guitar, 
singing,  beating  drums,  and  dancing.  Yet  at  that  time  it  was  not 
constantly  warm  in  the  Empire,  is  the  feeling  of  Joy  and  anger 
evoked  by  small  things  only,  and  does  it  not  care  for  great  ones? 
How  is  it  so  little  in  accordance  with  the  deeds  done? 


'  l  en,  L/iao,  Ilan^  Wei,  C'Ai  and  6'Au,  which  in  332  b.c.  made  an  otlensi\  e 
and  defensive  alliinee  to  check  tiio  encroadunenta  of  the  Clii»  Stats,  but  by  aud  by 
tlie  Utter  overpowered  and  absorbed  them  all. 


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60  FoMw:  Lm  Vkag. 

Near  the  water  it  is  cold,  near  the  fire  warm,  the  heat  and 
the  cold  decrease  iu  proportiou  to  the  distance,  for  the  quantity 
of  the  fluid  varies  according  to  the  distance.  The  scat  of  the  fire 
is  always  in  tlie  south,  that  of  the  water  in  the  north,'  therefore 
the  northern  region  is  cold,  and  the  soutliern  limit  hot. 

Tlie  fire  in  a  stove,  the  water  in  a  ditch,  and  the  fluid  in  the 
huinau  body  are  all  governed  hy  the  same  principle.  When  the 
sovereign  is  pleased  or  angry,  tliis  fluid  of  heat  or  cold  ought  to 
he  especially  strong  in  his  private  apartments,  and  much  less  so 
outside  his  territor}'.  Now  the  temperature  is  the  same  withcjut  and 
within,  cousetjueniiy  it  cannot  well  be  the  result  of  the  sovereiffira 
joy  or  anger,  and  the  assertions  of  our  scholars  to  that  effect  me  t  u  tile. 

Willi  an  t'iapei'or  a  sudden  cliunge  of  the  uu'ntal  (lui  l  takes 
place  in  the  empire,  with  princes  in  theu  tirritory,  w  uh  niiuisters 
and  high  officers  in  their  depart uient,  and  with  common  people 
iu  their  house.  Since  even  ordinary  peo[)le  are  liable  to  such 
changes,  their  joy  and  their  anger  must  also  produce  such  fluids 
(as  heat  and  cold).  The  father  quarrels  with  the  son,  and  hus- 
band and  wife  reprove  one  another.  If  there  ought  to  be  anger, 
but  anger  be  turned  into  joy,  or  if  faults  be  forgiven,  and  the 
wrong  done  hushed  up,  there  would  be  cold  and  heat  in  the  same 
house.  This  shows  us  that  the  sudden  changes  (of  tempemtuie) 
are  not  being  caused  by  joy  and  auger. 

Some  one  will  lay  that  there  is  attnu^on  by  affinity.  If  a 
man  he  pleased,  he  is  kind  and  genial,  and  in  hia  kindness  gives 
rewards.  The  Yatig  principle  is  giving,  and  the  Yang  fluid  is  warm, 
therefore  the  warm  Huid  corresponds  to  it.  If  a  man  be  angry, 
he  is  enraged  and  indignant,  and  in  his  rage  puts  people  to  death. 
The  Ym  principle  is  cold  murder,  and  the  Ym  fluid  is  cold,  there- 
fore the  cold  fluid  corresponds. to  it.  *^When  the  tiger  howls,  the 
wind  blows  from  the  valley,  and  when  the  dragon  performs  its 
antics,  the  brilliant  clouds  rise.**'  Their  fluids  being  identical,  and 
their  species  the  same,  they  attract  one  another.  Hence  the  saying 
that  with  the  body  one  removes  the  shadow,  and  that  wiUi  the 
dragon  one  attracts  the  rain.*  The  rain  responds  to  the  dragon 
and  comes,  the  shadow  responds  to  the  body  and  goes.*  The  nature 

*  Acoording  to  anetenl  natnnl  phüoaophy.  (Tonaeqitmtly  tampeiatnie  eaanot 

be  the  result  of  tlie  feeliii^  of  the  sovereign. 

*  A  (juotati(»n  from  Huai  Nan  Tse  III,  2,  wit!?  a  sllglit  variation  of  the  text. 

*  Tiiei  ei'ore  dtu  iiig  a  drought  clay  figures  ol  dragons  are  set  up  and  worship- 
ped to  attract  tlie  raiu.    Cf.  I,  p.  235,  No.  47. 

«  V»;  with  the  body. 


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Foub:  Lan-H^ng.  61 

of  heaYen  and  earth  is  spontaneity.  In  autumn  and  winter  punish- 
ments are  meted  out.'  Smaller  misdemeanours  are  partly  pardoned, 
but  the  capital  punishments  cause  a  bitter  cold.  The  cold  comes 
as  an  accompaniment  of  punishment*  which  shows  that  they  attract 
one  another. 

If  lieat  and  cold  be  compared  with  wiud  and  clouds,  and  joy 
and  anger  refer  to  the  dragon  and  the  tiger,  a  mutual  attraction 
might  be  possible,  provided  that  the  fluids  be  the  same  and  tlie 
catesjories  similar.*  Wlien  tlie  t\<^eT  liowls,  tlie  wind  rises  from  tlie 
valley,  and  when  the  drai:;()n  gambols,  the  clouds  rise  witluii  n 
radius  of  one  hundred  Li,  but  in  other  valleys  and  other  regions 
there  is  no  wind  nor  clouds.  Now,  sudden  changes  of  temperature 
take  place  ever^'^vhere.  and  at  tlw  same  time.  There  may  be  exe- 
cutions within  a  territory  of  n  hundred  J,\.  but  it  is  cold  within 
a  thousand  Li,  conse(|uently  this  could  not  well  be  considered  a 
proof  of  a  connexion  between  the  two  events.  C/ii  and  Lu  were 
conterminous,  and  gave  rew  ar  js  ainl  punisbrnents  at  the  same  time- 
Had  Ch  i  rewarded,  while  Lu  punisheii,  the  ellects  would  have  been 
different  also.  Could  then  the  C/i  i  State  have  been  wann,  whereas 
it  was  cold  at  the  same  tune  in  the  Lu  country? 

In  former  times  nobody  was  more  cruel  in  punisliuig  than 
(%'ih  Yh  and  the  d  oomed  prince  of  T/j  m.^  The  subjects  of  CV///<  Yu 
were  most  perverse  and  dissolute,  arxl  in  doomed  C/iin  red  clad 
criminals  were  walking  on  the  roads  slioulder  to  shoulder,  and  yet 
at  that  time  it  was  not  always  cold  in  the  P^mpire.  On  the  market 
of  the  emperor's  capital  oxen  and  sheep  were  slaughtered  every 
day  by  hundreds.  He  who  executes  man  as  well  as  he  who  kills 
animals  ha^  a  wicked  heart.  Albeit,  the  air  on  tlie  market  place 
of  the  capital  cannot  always  be  cold. 

One  might  object  that  a  man  is  far  superior  to  animals,  and 
that  man  alone  provokes  the  fluid.  However,  does  the  one  who 
puts  to  deith  provoke  the  lluid.  or  do  those  who  are  ])ut  to  death, 
caiis<'  the  change?  In  the  first  case,  no  matter,  whether  the  one 
wlio  intli(,-ts  the  death  penalty  executes  a  man,  or  kills  mi  atiinial, 
the  mir>d  is  the  same,  and  in  the  latter  men  and  beasts  are  both 
creatures.  They  all  belong  to  the  ten  ihousand  beings,  and  would 
not  a  hundred  mean  ones  be  worth  as  much  as  one  precious  one? 

Some  jjeople  will  maintain  that  a  so^^ereign  alone  can  evoke 
the  Huid,  but  not  common  people.    If,  to  set  the  fluid  in  motion, 

»  Cf.  I,  p.  328  Note  7. 

'  An  attractloQ  between  joy  and  beat)  anger  and  cold. 
•  Ch'in  SMh  Huang  Ti. 


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62  Fowcx:  Lvn-H^ng. 

a  sovpffign  is  n  tjunfd,  wliy  does  the  world  make  so  inuc!»  of  Tsou 
Yen?  'Ison  Y>u,  a  iU)mmoner.  and  yet  lie  could  move  the  fluid 
quite  alone,  as  everybody  admits.' 

When  one  man  is  put  to  fleath,  the  air  becomes  cold,  but, 
when  a  roan  is  born,  does  the  temperature  become  warm  then? 
When  a  general  amnesty  is  granted  to  tlic  four  (|uarters,  and  ;dl 
punishments  are  remitted  at  the  same  time,  the  fluid  of  the  mouth 
and  the  year  does  not  become  warm  thereby. 

In  former  years  thousands  of  people  have  had  their  iiousrs 
burnt,  so  that  the  flames  and  the  smoke  went  up  to  lieaven,  and 
the  Yellow  River  broke  through  its  dykes,  flooding  a  thousaud  Li, 
8o  that  far  and  wide  there  was  no  bound  to  the  prospect.  Fire 
is  identical  with  the  hot  fluid,  and  water  with  the  cold  one.  At 
the  time  of  tlie  confla;2:ration  or  the  inundation  of  the  Yellow  River 
it  has  not  been  warm  or  cold.  The  setting  in  of  heat  and  cold  do 
not  depend  on  p;overnment,  I  dare  say,  but  eventually  heat  and  cold 
may  ])e  simultaneous  with  rewards  and  puiushments,  and  it  is  for 
this  reason  tiiat  the  plienomenalists"  describe  them  as  such. 

Spring  is  wauu,  s  iiuim  r  hot,  autumn  cool,  and  winter  cold. 
These  four  seasons  an  s[)ontaneou8,  and  do  not  concern  the  sover- 
eign. The  four  seasons  are  not  i-aused  hy  government,  but  they 
say  that  heat  and  cold  correspond  to  it.  At  the  beginning  of  the 
first  month  and  subsequently  at  the  commencement  of  spring" 
all  the  punishments  have  been  meted  out,  and  the  prisons  remain 
empty.  Yet  one  day  it  is  cold,  and  one  day  warm.  W^hat  manner 
of  punislimeiit  is  being  inflicted,  when  it  is  cold,  and  what  kind 
of  rewards  are  given,  when  it  is  warm?  We  see  from  this  that 
heat  and  cold  correspond  to  the  time  periods  of  Beaven  and  earth,' 
and  are  not  made  by  men. 

When  ])coplc  are  suffering  from  a  cold  or  from  fever,  their 
actions  have  no  influence  upon  these  diseases.  By  exposure  to  the 
wind,  or  to  bad  air  their  body  has  become  chilly  or  feverish.  By 
changing  their  habits,  or  altering  their  s^^le  of  life  they  do  not 

*  When  I'sou  )"',  :i  holar  of  the  4th  cpnt.  n.r..  liad  heen  put  into  prison 
upon  a  tramped  uj)  chaigt^,  iw  lookrd  u])  tu  he.ucn  and  wept,  Ali  of  a  suddca 
snow  begau  to  lall,  alihuugh  it  wa^t  iiudsuiiitner.    8ee  also  1,  p.  294. 

*  A  daw  of  aeholars,  oftan  UMattoaed  in  th«  £im«ilA|^,  who  Mem  to  hav« 
devoted  themsehes  to  tlie  ftndy  of  nalural  phenomoiM  and  calamitioa,  auch  as  heat 
and  cold,  inundations,  droughts,  famines,  etc.  to  which,  howewer,  they  did  not  ascribe 
natural,  but  moral  causes,  misled  by  the  pseudo-scienre  of  thp  Yiking  and  similar  works. 

*  Of  which  the  Chinesse  distinguish  24,  beginning  with  U-ch'un  "  couunencement 
of  spring."  They  count  from  the  da)i>  on  which  tliu  »uu  enters  the  first  aud  fifteenth 
de|jfee  of  one  of  the  sodiacsl  si|pi«. 


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Fork  r. :  Lon  -  H^rig.  63 

get  rid  of  tlietr  cold  or  their  fever.  AUhotigh  the  body  is  quite 
Dear,  it  cannot  bring  about  a  change  and  a  core.  Now  a  city  or 
a  State  is  much  more  distant,  how  should  it  be  possible  to  regu« 
tote  their  fluids? — When  a  man  has  raught  cold,  he  drinks  inedi- 
doe,  which  soothes  his  pain,  ancl  when,  being  somewhat  weak,  he 
baa  got  fever,  he  swallows  pills,  which  make  him  perapii«,  and 
thus  core  him. 

In  Km  there  was  the  Cold  Valley  "  in  wliieh  the  five  kinds 
of  grain  did  not  grow.  Tsou  Yen  blew  the  flute,  aod  the  Cold 
Valley  "  could  be  cultivated.  The  people  of  Yen  sowed  millet  in 
it,  and  called  it  "  Millet  Valley."  If  this  be  true  that  with  playing 
the  flute  the  cold  fluid  was  dispelled,  how  could  this  (;alamity  be 
averted  by  a  change  of  government  or  action?  Therefore,  a  cold 
and  fever  cannot  be  cured  but  with  medicine,  and  the  fluid  of  the 
Millet  Valley  "  cannot  be  transformed  but  with  music. 

When  Ym  was  visited  with  the  Great  Flood,  he  ordered  Yil 
to  regulate  it.  Cold  and  heat  are  essentially  the  aame  as  the  Great 
Flood.*  Yao  did  not  change  his  administration  or  conduct,  being 
well  aware  that  the  Great  Flood  was  not  the  result  of  government 
or  conduct.  Since  the  Flood  was  not  brought  about  by  govern- 
ment or  conduct,  we  know  that  heat  and  cold  cannot  be  caused 
by  government  either. 

Some  one  might  in  disproof  quote  from  the  "  Various  Veri- 
fications "  of  tijc  Hung-fan  which  says  that  "excitement  is  as  a  rule 
accompanied  by  cold,  and  cheerfulness  by  tepidity.'"*  Afrnmpanied 
means:  followed,  tepidity:  warmth,  and  *'  as  a  rule:  "  always, 
When  the  sovoroign  is  excited,  cold  wratlier  always  follows,  when 
he  is  cheerful,  -wnrni  w<^ath»^r  follows.  Cold  and  lieat  corrcsjiond 
to  excitement  and  cheerfulness,  how  can  tlieir  coiuicxioii  with  the 
sovcriimciif  h(»  chmicd?  Does  tlic  ^lassie  say  that  excitement  causes 
no  cold,  and  tiheerfulness  no  w  .n  iinh? 

The  sovereign  being  excited  or  cheerful,  cold  or  lieat  st't  in, 
but  hy  chani'c  and  of  their  own  accord.  If  they  corresponded  in- 
ttntiniiaily,  it  would  be  like  the  obtaining  of  omens  by  divining 
with  shells,  or  like  the  finding  of  numbers  by  telHn<>;  thr*  fortune 
fmni  straws.  People  pretend  that  heaven  and  eaith  resjiond  lo 
the  questions  addressed  to  them.  but.  as  a  matter  of  fact,  it  is 
uoiiiing  but  chance.  Heat  and  cold  respond  to  excitement  and 
cheerfulness,  as  omens  and  numbers  are  the  rcspouse  to  the  m- 


'  Tliey  are  a!!  mtnral  ptienomciia. 

»  Simkmg,  Uung.Jnn  Pu  V,  Bk.IV,  34  {Uggt  Vol.  Ill,  Pt.U,  p.  340). 


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64  Fobkb:  Lon-Btog. 

(luiries  of  the  diviners.  Externally  they  seem  to  respond,  but  actu- 
ally it  is  ha/ard.    How  can  we  prove  that? 

The  principle  of  heaven  is  spontaneity.    Spontaneity  means 

absence  of  purjiosf.  When  the  two  kindig  of  divination  are  applied, 
things  may  meet  cxentually,  or  happen  by  accident,  and  perhaps 
coincide  with  human  affairs.  Tlie  lieavenly  fluid  is  there  already, 
therefore  one  may  speak  of  a  j)rineiple.  Should  it  correspoud  to 
government,  however,  there  would  be  no  more  spontaneity'. 

Ching^  has  distributed  the  64  symbols  of  the  Yikiug  over  f)ne 
year.    One  symbol  rules  over  6  days  and  The  symbols  (Consist 

of  Yiti  and  Yang.-  The  flnid  rises  and  falls.  When  the  Yang  fluid 
rises,  it  becomes  warm,  and,  when  the  Yiu  lluid  rises,  it  become 
cold.  According  to  this  theory  heat  and  cold  depend  on  the  sym- 
bols, but  do  not  correspond  to  government.  In  accordance  witli 
the  "  wu-waujj  "  symbol*  of  the  Yiking^  inundations  and  droughts 
have  lixed  tunes.  All  the  ioQumerable  calamities  and  disasters  are 
of  the  same  kind. 

1  am  afraid  that  the  phenomenalists  liave  uussed  the  truth 
for  the  following  reason:—"  The  ideal  man  is  cud  nved  A\  ith  the 
same  virtue  as  heaven  and  earth.  When  man  takes  the  lead,  heaven 
does  not  disagree  with  liim,  and  when  be  follows  heaven,  l  e  n- 
s])ects  heaven's  time."*  The  I  lung-fan  on  the  otber  hanfl  saNs  that 
''excitement  is  as  a  rule  accompanied  by  cold,  and  chceriuluess  by 
tepidity."  According  to  this  [)assage  of  the  Ihing-fnn  the  lieavenly 
fluid  follows  man.  The  )'ikiug  however  only  says  that,  when  man 
tnlvca  the  lead,  heaven  does  not  disagree  with  him.  But  why  does 
it  add  that,  when  he  follows  heaven,  he  respects  heaven's  time? 
To  follow  means  that  heaven  was  already  cold  or  hot  before,  and 
that  man  followed  with  Iiis  rewards  and  [lunisliments  afterwards. 
1  bis  statement  of  men  does  not  agree  with  the  iS/iukmg,  That  is 
my  tirsi  doubt. 

('hing  deter  unties  heat  and  cold  by  the  }'///  and  the  Y(ntg  fluids 
ascending  and  descending,  wliereas  the  phenomenahsts  lay  all  the 
stress  on  punishmcnls,  joy  and  anger.  The  two  schools  walk  dif- 
ferent ways    That  is  my  second  doubt. 

When  [K-uple  determine  la  ai  and  cold,  it  may  be  cold  to-day, 
and  warm  to-morrow,  or  at  dawn  there  is  plenty  of  hoar-frost, 

*  Ckbig  Fm^t  a  nietaphy«i«ian  of  tb«  lat  eenl.  b.c.,  who  apent  nmdi  labour 

on  the  elucidation  of  the  Yiking. 

^  Marked  by  broken  and  unbroken  linM. 
'  The  25th  hexagraui  of  the  J  iking. 

*  Quoutiou  from  tiie  Y iking ^  1st  diagram  {VK'itn).   C£  1«  pp<.  278  and  300. 


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Forxje:  Lan-Heng. 


65 


and  in  the  evening  resplendent  light,  or  one  moniing  is  niny,  but 
wtnn,  ud  another  bright  and  cold*  Now  nun  is  1^  and  bright- 
DMB  Ymg,  and  convenely  cold  is  Ym^  and  warmth  is  Yang,  A  rainy 
day  may  dear  np,  and  become  oold,  and  a  bright  day  become 
rainy,  and  warm.  The  categories  do  not  correspond  corre<^y.  That 
is  my  third  doubt. 

These  three  doubts  are  not  set  at  rest,  and  the  prindple  of 
spontaneity  is  not  upheld  either. 


66 


FoBKg:  Lob -Hing. 


.  CHAPTER  XXU. 

On  Thander  and  Lightniiig  {Lei-hsü). 

In  midsummer  tfauttder  and  lightniog  rapidly  following  each 
other,  apHt  trees,  demolisli  houses,  and  occasionally  kill  men.  Com- 
mon people  are  of  opinion  that,  when  the  lightning  strikes  a  tree, 
or  demolishes  a  house,  Heaven  fetehes  a  dragon,  whereas,  when  a 
man  is  killed,  they  ti^j  that  it  is  for  his  hidden  fanlts.  If  in  eating 
and  drinking  people  nso  impure  things,  Heaven  becomes  angry,  and 
strikes  them  dead.  The  deep  rolling  sound  is  the  expression  of 
Heaven's  anger  like  the  breathing  and  gasping  of  angry  men.  Every 
one,  no  matter  whether  intelligent  or  stupid,  says  so.  But  if  we 
look  into  the  matter,  taking  human  nature  as  a  basis,  we  find  that 
all  this  is  nonsense. 

By  a  thunderstroke  one  fluid  is  set  in  motion,  and  one  sonnd 
produced.'  A  tree  Is  hit,  and  a  dwelling  damaged,  and  at  the  same 
time  a  man  may  be  killed.  When  a  man  is  slain,  a  tree  may  be 
struck,  and  a  house  damaged  also.  But  they  assert  that,  when  a 
tree  is  struck,  and  a  house  damsged,  Heaven  fetehes  a  dragon, 
whereas,  when  it  kills  a  man,  it  punishes  him  for  his  hidden 
guilt.  In  that  case  something  inauspicious  would  clash  with  the 
auspicious  fetching  of  the  dragon.'  That  both  things  should  happen 
at  the  same  moment,  and  with  the  same  sound,  would  not  be  proper. 

It  has  been  argued  that  the  rolling  is  the  sound  of  Heaven's 
growlii^.  That  would  be  appropriate  for  the  punishment  of  the 
gnilty,  but  out  of  place  for  fetching  dragons.  In  meting  out  pun- 
ishment. Heaven  may  be  angry,  but,  when  it  fetches  a  dragon, 
what  fault  hss  it,  that  it  should  be  irritated  like  that?  Provided 
that  the  dragon  be  a  spirit,  then  Heaven  in  fetching  it,  ought  not 
to  be  angry.  If,  however,  a  dragon  has  faults,  which  are  to  be 
atoned  for  like  those  uf  man.  Heaven  would  kill  it,  but  why  must 
it  still  fetch  it?  While  destroying  a  man.  Heaven  may  be  in  wrath, 
but,  when  it  fetches  a  dragon,  what  wrong  has  the  dragon  done, 
that  Heaven  should  be  so  enm^^od  at  it?  Having  smitten  a  man. 
Heaven  does  not  fetch  him.   If  under  the  same  circumstances  it 

'  The  same  force  destroys  tlip  tree,  the  house,  and  the  man. 
*  The  dragon  is  accoanted  a  sacred  animal. 


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Fobkb:  Lan-HCng.  67 

does  so  with  a  dragon,  wbat  diflercnc*'  is  liiere  between  huiiian 
guilt  and  that  of  dragons?  If  both  are  put  ta  death,  where  docs 
a  difference  come  in?  We  can  uo  more  accept  the  assertion  that 
Heaven  fetches  dragrms,  than  aj)prove  of  the  idea  that  the  guilty 
meet  with  their  dues  lor  the  following  reasons: 

When  the  thunder  instantaneously  follows  upon  tin-  lightning, 
and  a  man  falls  to  the  ground  dead,  the  rolling  sound  is  close 
above  his  head,  which  brings  about  Iiis  dt'alh.  But  is  tlic  rolling 
really  Heaven's  anger?  If  so,  in  its  wrath,  it  would  l<ill  a  man 
by  the  angry  breath  of  its  mouth.  But  how  can  the  angry  breath 
of  a  mouth  kill  a  man.'  On  examining  the  body  of  a  man,  who 
has  been  struck  by  a  thunderbolr,  (>ne  discovers  traces  oi  burning. 
Provultd  that  Heaven  used  its  mouth  in  its  anger,  could  ita  angry 
breath  become  fiery  then? 

Moreover,  the  mouth  is  connected  with  the  body,  and  its  move- 
ments must  be  the  same  as  those  of  the  body.  When  lightning 
strikes,  the  sound  is  on  the  eai  th,  and,  w  hen  the  work  of  destruc- 
tion is  done,  it  is  a^ain  in  the  sky.  Now,  the  moment,  when  the 
sound  is  on  the  earth,  the  mouth  must  aj>proach  it,  and  the  body 
do  the  same.  But,  li"  at  a  tbuiuUr-clap  we  look  up  to  Heaven,  we 
do  not  see  it  descending.  Since  we  do  not  see  it  come  down, 
the  rolhng  sound  cannot  be  the  expression  of  Heaven's  anger. 

Heaven's  anger  cannot  be  different  from  that  of  man.  When 
an  angry  person  comes  near  anybody,  his  voice  sounds  loud,  when 
he  is  for  off,  his  voice  seems  low.  Now,  Heaven's  voice  is  near, 
but  its  body  far  away.  Therefore,  anger  is  out  of  the  question. 

When  the  peals  of  thunder  rapidly  succeed  one  another,  the 
sound  may  be  in  the  East,  the  West,  the  North  or  the  South. 
Provided  that  Heaven  be  angry  and  move  its  bod^,  then,  if  its 
mouth  is  in  an  eastern,  western,  northern,  or  southern  direetion, 
looking  up  we  ought  to  see  Heaven  in  one  of  these  directions 
likewise. 

Some  one  might  object  that  Heaven  really  was  in  one  of  these 
diiectiooa,  but  oould  not  be  seen  by  man  owing  to  the  obscurity, 
caused  by  the  donds  and  the  rain.  Yet  over  a  distance  of  a  thousand 
Li  there  are  not  the  sajne  winds,  and  within  a  hundred  Li  there 
is  not  the  same  tempest  As  the  Yäckiff  has  it: — **A  hundred  Li 
SIS  frightened  by  the  conenssion.'* '  The  region  where  the  thun- 
derstorm is  raging,  is  darkened  by  the  thunder^clouds  and  the  rain, 
but  beyond  a  himdred  Li,  where  no  laan  is  falling,  one  ought  to 

>  TOk^  BookY,  CMb  Hexagram  (No.  51). 

6» 


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68 


Fram:  Loa-H^ng. 


see  Heaven  moving  eastward,  westward,  north-  or  southward.  The 
mouth  being  joined  to  Heaven,  Heaven  mmt  follow  it.  Whenever 
the  moiitli  moves,  the  entire  Heaven  must  shift  its  place  also,  and 
it  is  not  only  where  the  tempest  rages,  that  Heaven  follows  the 
movements  of  its  mouth. 

And  who  is  it,  whom  we  believe  to  be  anpr\'^?  The  Spirit 
of  Heaven  or  the  dark  lilue  sky  ?  If  we  say,  the  Spirit  of  Heaven, 
an  angry  spirit  can  c^ive  no  sound,  and,  if  we  say,  the  dark  blue 
sky,  its  body  cannot  become  angry,  for  anger  requires  a  mouth. 

Heaven  and  Earth  are  hke  husband  and  wife,  they  are  father 
and  mother  of  mankind.  Now,  let  a  son  have  committed  a  fault, 
and  his  father  in  a  (it  of  passion  beat  him  to  deatli,  would  not 
his  mother  weep  for  him?  When  Heaven  in  its  wrath  slays  a  man, 
?2arth  ought  also  to  cry  over  him,  but  one  only  hears  of  Heaven's 
anger,  and  never  of  Kartli's  crying.  If  Earth  cannot  slied  tears. 
Heaven  cannot  be  angry  either. 

Furthermore,  anger  must  have  its  counterpart  in  joy.  Men 
have  hidden  faults,  but  they  have  also  latent  virtues.  Hidden  faults 
in  a  wan  call  forth  Heaven's  anger,  which  prompts  it  to  kill  him, 
but  la  case  of  latent  virtues  Heaven  ought  .also  to  requite  him 
with  good.  If  Hie  rolling  sound  is  regarded  as  an  expression  of 
Heaven's  anger,  H«tven,  when  pleased,  ought  to  give  a  hearty  laa^. 

Men  are  pleased  or  angry,  therefore  the  same  Is  said  of  Heavoa. 
We  try  to  get  a  conception  of  Heaven  by  aseribing  human  qualittes 
to  it  The  source  of  this  knowledge  of  Heaven  is  man.  If  man 
would  feel  no  anger,  theje  is  no  reason  either,  why  Heaven  should. 
Since  our  knowledge  of  Heaven  Is  derived  from  that  of  man,  human 
natnie  in  its  entirety  must  be  taken  as  basis.  A  man,  when  angry, 
breathes  heavily,  when  pleased,  he  rings  and  laughs.  We  much  less 
often  hear  of  Heaven's  joy,  than  of  its  anger,  and  much  more 
seldom  see  it  reward,  than  punish.  Is  Heaven  always  irritated 
and  never  content?  Does  it  mete  out  punishment  pretty  freely, 
but  is  rather  sparing  of  its  rewards?  How  does  its  anger  and  vin- 
dictiveness  become  manifest,  whereas  there  are  no  instances  of  its 
joy  and  liberality? 

When  lightning  strikes,  it  hits  a  tree,  damages  a  house,  and 
eventually  kilts  a  man.  This  is  looked  upon  as  Heaven's  anger.  But 
not  unfrequently  a  thunder-dap  is  without  effect,  causing  no  damage, 
and  destroying  no  human  life.  Does  Heaven  in  such  a  esse  indulge 
in  useless  anger?  A  sovereign's  joy  and  anger  are  not  in  vain.  Being 
pleased  or  angry,  he  will  certainly  reward  or  punish.  Useless  anger 
without  punishment  would  be  unbecoming  in  Heaven.  Doing  some- 


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Fom:  Lon-Hlnf. 


69 


thing  unseemiug,  it  would  lose  its  dignity  thereby,  ihat  in  not 
Heaven's  way. 

The  Avriters  on  goveraraent  liold  that  cold  and  heat  coincide 
with  joy  and  anger.  When  the  sovereign  is  pleased,  ths  weather 
»  mild,  when  he  is  angry,  it  is  cold.  Then  on  the  day  of  a  thunder- 
storm  the  temperature  ought  to  he  cold. 

Before  Hon  Kao  Tm  was  born,  Dame  Lkt^  while  sleeping  on 
the  banks  of  a  big  pond  had  intercourse  with  a  spirit  in  her  dre&m. 
At  that  time  there  was  thunder  and  lightning,  and  a  great  dark- 
DMB.  HeavcQ  was  just  then  emitting  its  fluid,  and  ought  to  have 
baen  pleased,'  why  was  it  irritated  and  thundering? 

If  striking  and  breaking  is  construed  as  a  sign  of  Heaven's 
anger,  and  not  striking  or  breaking  t»  a  sign  of  HeavenV  joy,  the 
roHii^  noise  would  not  be  appropriate  in  both  cases.*  Man  ex- 
presses joy  and  anger  by  different  sounds,  if  Heaven  used  the  same 
sound  for  two  different  purposes,  there  would  be  a  fundamental 
difference  between  bim  and  man.  From  what  circamstanoe  then 
ooold  we  infer  Heaven's  anger? 

To  give  other  persons  impure  things  to  eat  is  a  small  offence. 
For  Heaven  to  cbastise  such  email  offenders  in  person  with  its 
own  most  precious  body,  would  be  derogatory  to  its  majesty. 
Exalted  persons  do  not  punish  personally,  therefore  does  tbe  em- 
peror not  execute  tbe  criminals  with  bis  own  hand.  Heaven  is 
more  exalted  than  tbe  emperor.  If  it  punished  small  misdemeanours 
itielf,  its  virtue  would  be  inferior  to  that  of  the  emperor. 

Heaven's  sentiments  must  be  similar  to  man's  feelings.  Wben 
a  prince  punishes  the  wicked,  he  upon  first  hearing  of  their  crime, 
becomes  furious  and  eondems  them,  but  when  it  comes  to  taking 
their  lives,  lie  conuiiserates  and  pities  tbem.  Therefore  the  Arudeets 
say  ^When  you  have  found  out  the  truth,  be  grieved  and  pi^ 
them,  and  do  not  feel  joy."*  Cftow  was  utterly  depraved,  yet,  when 
1f«  Wan^  was  going  to  put  bim  to  death,  he  deplored  and  pitied 
him.  Thus  in  tbe  Skukmg  he  says:—"  I  commanded  the  wild  tribes, 
but  I  am  sorry  for  you.*'*  A  sovereign  puts  the  bad  to  death. 


'  Thtt  mother  of  the  emperor  Kao  Tsu.    Cf.  I,  p.  357. 
'  Hmvco  u  a  sptril  wa«  jiut  tfaen  engendering  Ban  Kao  TVk,  the  Son  of 
Ueiveri. 

'  In  the  case  of  joy  as  well  as  of  auger. 

*  -I'la/^f^*  XIX,  19.  The  criminal  judge  Vany  Fn  having  consulted  the  phtlo- 
aopher  l-hag  Tat  ou  the  duties  of  iiis  olTice,  the  latter  advised  hiju  tu  pity  the  of- 
fioAmWf  whoM  toudeeils  were  perhaps  a  consequence  of  had  adnüobtratkm. 

^  This  puMge  b  not  to  bo  foond  in  our  text  of  the  Shakiuff. 


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70  Fobkk:  Lnn-Heng. 

but  with  a  feeling  of  comaiiseratioD,  whereas  Heaven  in  punishing 
misdemeanourst  strikes  people  dead  in  its  rage.  Thus  Heaven 
would  be  less  merciful  then  man. 

Rain  is  believed  to  he  a  fluid  emitted  hj  Heaven.  Put  forth 
by  Heaven,  it  becomes  moistened,  and  gives  the  rain.  When  the 
rain  saturates  eveiything,  one  speaks  of  timely  showers.  Unless 
he  be  in  good  humour,  man  does  not  show  kindness,  and  unless 
it  be  pleased,  Heaven  does  not  pour  down  rain.  If  thunder  be 
taken  for  an  expression  of  Heaven's  anger,  then  rain  must  be  a 
sign  of  its  joy.  When  there  is  thunder,  it  is  always  accompanied 
by  rain.  One  must  suppose,  therefoie,  that  Heaven  is  at  the  same 
time  grumbling  and  laughing,  k  sovereign  does  not  mctc  out  re- 
wards and  punishments  on  the  same  <day.  Should  Heaven's  anger 
and  joy  coincide  in  time.  Heaven  and  man  would  not  be  in  harmony, 
and  their  ways  of  rewarding  and  punishing  quite  different.  More- 
over, anger  and  joy  are  botli  fitful.  To  fly  into  a  fit  of  passion 
out  of  disgust  at  man's  C4)n(liu;t,  to  punish  him  fur  his  oflmoe, 
and,  in  doing  so,  to  be  guided  by  passion,  would  bo  unwortly  of 
Heaven. 

Regarding  a  thunderstorm  in  winter,  people  assert  that  the 
Yang  fluid  has  lost  its  force.  When  it  thunders  in  spring,  they 
say,  it  comes  out,  but  when  there  is  a  tempest  in  summer,  instead, 
of  owning  that  then  the  fluid  has  its  greatest  force,  tlicy  speak  of 
Heaven's  anger.    Of  course  that  is  nothing  but  idle  talk. 

Man  is  a  creature  between  Heaven  and  Earth.  Other  tTtuiturea 
are  Uke\\  ise  creatures.  What  other  creatures  eat  and  drink.  Heaven 
does  not  know,  and  it  should  be  aware  of  what  man  eats  and 
drinks?  All  beings  are  to  Heaven  like  children.  The  kindness 
and  love  of  father  and  mother  to  all  their  cliildren  are  the  same. 
Why  then  doe^  Heaven  watch  the  nobler  and  more  intelligent 
being  so  cK^sely,  but  takes  no  heed  of  the  humbler  and  less  gifted 
ones?  Why  does  it  piy -into  all  that  man  does,  but  ignores  other 
creatures? 

Dogs  and  pigs  eat  human  excrements,  yet  Heaven  does  not 
kill  them  for  that.  Provided  that  Heaven  restricts  only  man  on 
account  of  his  superiority,  then,  if  rats  coutaniiiuite  his  drink  or 
food,  and  man  unwittingly  eat  it  by  mistake,  Heaven  does  not 
destroy  the  rats.  If  Heaven  can  pardon  the  rats,  it  ran  do  the 
same  for  man.  Man  may  by  mistake  give  others  impure  things  to 
eat,  and  those  unaware  of  it,  may  eat  them.  But  they  will  never 
offer  rotten  thiu^s  on  purpose.  Should  they  do  so,  the  others 
would  not  take  thcra. 


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Fosn:  Lin-Htog.  71 

The  Kmpreiis  Lü  Hou^  cut  oflf  Lady  LA  t  a  hands,  tore  out 
her  eyes,  and  plarrd  her  in  a  privv  as  a  human  swin»'.  Then  she 
cailed  people,  and  sliowed  them  her  victim.  Al!  felt  sick  at  heart. 
When  the  emperor  fl/i>  Ti  saw  her,  he  fell  si'  k,  and  did  not  rise 
again.-  Lü  Hau  acted  ou  purpose,  but  Heaven  did  not  punish  her. 
If  on  tlie  other  hand  Heaven  strikes  people  dead  for  a  mere  in- 
advertence without  mercy  or  r^ard  for  the  faults,  ita  government 
is  tyrannical. 

When  men  eat  something  impure,  tliey  do  not  discover  it 
by  the  taste.  If  they  feel  it,  after  having  swallowed  it,  they  call 
it  a  pollution  ()f  their  bowels.  When  Lady  Ch'i  was  put  into  the 
co^s-pool,  lier  whole  body  was  disj^racelully  soiled,  which  is  nothing, 
else  than  impurity,  for  the  ])()dv  does  not  differ  from  the  bowels. 
To  care  for  the  intestines,,  but  disregard  the  body,  to  resent  im- 
purity, but  not  to  feel  the  afore-mentioned  horrible  disgrace,  would 
not  be  like  Heaven. 

The  news  that  anybody  has  eaten  something  unclean  does 
not  disturb  people's  minds,  whereas  all  that  saw  Lady  67*  i  felt 
sick  at  heart.  Man  being  hurt,  Heaveu  must  feel  pity  too.  Com- 
raiseratioij;  Lady  C//»,  it  must  hate  Lü  JIou.  Notwithstanding,  when 
Lü  Iktn  died,  she  was  not  struck  by  a  thunderbolt. 

The  Taoist  Liu  Cliun  made  a  fool  of  the  king  of  ('Ku,  Ying^ 
tnd  caused  him  to  eat  some  dirty  stuff.  Liu  Ch  un  died  later  ou, 
but  it  needed  no  lightning  to  make  him  die. 

In  the  6th  month  of  .summer  of  the  year  79  a.d.  CJiin  Chumi 
o(  K  u^i-rhi^  was  killed  by  lightning.  Of  the  sheep  which  he  used 
for  his  daily  meals,  five  died  together  with  him.  Whai  hidden 
faults  had  these  ainiuiuU,  that  the  ligliuimg  killed  them? 

Ii  atnu  u  sometimes  jioUute  a  stream  up-river,  while  other  people 
drink  ilb  \v;Uer  down-river.  Yet  the  boatmen  do  not  die  by  liji iiiiuuy,. 

The  Spirit  of  Heaven  dwells  in  heaven  just  as  a  king  in  his 
residence.    A  king  lives  behind  many  gates,  therefore  the  Spirit  of 

^  The  finl  wife  of  Ami  Kao  Tw,  who  warped  the  imperial  power,  and  reigned 
nlcr  her  own  naine  against  all  eutom  from  1S7-179B.O.  Her  bo-,.,  '  Emperor 
tfni  Ti,  whose  nominal  reign  laateJ  from  194  187  b.c.,  was  uolhitig  l»ut  a  [)U]jj)t't  in 
W  hands.  Lu  Hou  was  a  fiend  in  tiuman  shape,  who  had  always  »uiiie  poiituii  ready 
for  her  enemies.  One  of  her  first  acts,  after  she  came  to  power,  was  to  wreak  her 
Tcageanoe  co  her  rivalt  Lady  (Xi,  a  eoneobiiie  of  Am  Kw  Itw,  who  had  attempted 
to  have  her  own  aon  made  heir-apparent  in  place  of  Ail  Ti,  the  eon  of  Lu  Hou. 
Ulli  Ti,  a  very  kind-hearted,  bat  weak  sovereign  did  all  in  his  power  to  ahield  hia 
btlf-brother  from  the  wrath  oT  his  mother,  who  poii^oiied  him  all  the  aamOi 

*  'f  his  story  is  abridged  from  the  Hhi-chi  chap.  9,  p.  3. 

>  A  dty  itt  Oidtkmf, 


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72  Foitt:  Lnn-Hteg. 

Heaven  must  stay  in  some  secluded  place  likewise.  As  the  king  lias 
his  palaces  and  lialls,  ilea  von  also  has  the  Tai-wei^  Tse-kung^  ILiiari' 
yum  and  Wht-di  ang  mansions.' 

A  king  being  far  away  from  men  does  not  know  tlieir  occult 
crimes.  How  could  the  Spirit  of  Ilruvtii  in  his  four  palaces  see 
the  secret  misdeeds  of"  men?  If  a  kiii^  hears  of  the  faults  of  Iiis 
subjects,  lie  learns  it  through  others,  li  Ihaveu  l)ec()ines  c()i:;nizaut 
of  tlie  criuK's  of  nlen,  it  must  have  it  from  it>  atigels.  hi  case 
the  spirits  are  Heaven's  informants  as  to  crimes,  it  must  also 
entrust  the  spirits  with  retributive  justice.  Such  being  tlie  case, 
the  so-called  anger  of  Heaven  is  not  that  of  Heaven,  but  of  the 
spirits. 

A  king  inflicts  capital  punishment  in  autumn,^  Heaven  kills 
in  Sttinmer.  Thus  the  king  in  meting  out  justice,  does  not  observe 
the  time  of  Heaven.  As  HeaTen's  anointed  he  should  in  executions 
alflO  imitate  the  example  of  m^estic  Heaven.  Heaven  chooses 
summer  for  killing,  whereas  the  king  executes  in  autumn.  Heaven 
tod  man  are  thus  at  variance,  which  would  never  do  for  Heaven's 
deputy. 

Some  people  wiU  argue  that  giving  impure  things  to  eat  or 
drink  is  a  great  crime  before  Heaven,  which  in  killing  the  culprit 
does  not  pay  attention  to  time.'  Grreat  crimes  in  the  eyes  of  kings 
are  high-treason,  rebellion,  and  lawlessness,  whereas  Heaven  con- 
siders the  offering  of  unclean  things  to  others  as  food  or  drink  as 
a  serious  offence.  The  crimes  condemned  by  Heaven  are  of  dif- 
ferent gravity.  Were  the  light  and  the  serious  ones  all  equally 
dealt  with,  the  king  would  have  to  imitate  Heaven's  government, 
and  put  to  death  every  one,  who  had  given  others  unclean  things 
to  eat  or  drink.  When  the  holy  emperors  were  ruling,  th^  had 
not  such  a  penalty.  That  wotdd  mean  that  the  holy  emperors 
were  remiss,  and  had  forgotten  this  punishment.* 

It  may  be  said  that  the  ghosts  have  power  over  what  is  se- 
cret, and  that  a  king's  sway  extends  over  what  is  public  only. 
Secret  faults  are  wrapt  in  darkness  and  invisible  to  man,  therefore 
spirits  must  be  employed  to  watch  over  them.  I  reply,  there  being 


*  Nuii«t  of  conttfllklioiM. 

'  In  Chitia  the  r«galur  exwntimis  take  phoe  in  autamn. 
^  It  dttstrayt  the  fpSHty  on  die  spot,  end  doea  nol  delay  jadgmeut  nntO 
aotiumi. 

*  A  deductio  ad  absurdum  IVom  a  Chinese  point  of  view,  for  tlie  holy  euipcrorü, 
YaOf  Shunf  and  the  like,  were  perfect,  and  conld  not  have  omitted  to  punish  seriooa 
misdeeds. 


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Fovn:  Lmi-IUnf.  TS 

not  only  one  secret  fault,  why  are  not  all  the  offenders  [lut  to 
death?  To  fix  upuu  one  single  offence  would  not  be  a  just  retribu- 
tioD  for  liidden  sins. 

Heaven  vents  its  atijrer,  before  ttie  sun  returns,  and  an  out- 
burst of  liunian  ire  takcjs  less  tlian  the  time  o!ie  needs  to  turn 
rrtund  upon  one's  heels.'  However,  secret  crimes  of  men  often 
be<.'<)inc  manifest  in  winter  and  not  excluHively  in  summer.  If  he 
who  mise(»nduct4i  liimself  in  winter,  is  not  struck  by  thunder  tortii- 
witl).  hut  must  wait  till  summer,  Heaven's  wrath  cannot  be  (quicker 
thau  a  revolution  of  the  sun. 

When  painters  represent  the  thunder,  it  is  like  so  many  joined 
drums,  hea[)ed  together.  They  also  paint  a  man  havin«;-  the  sem- 
blance of  an  athlete  and  call  him  "  the  Thunderer  "  {Lei  Kuuy), 
Witli  his  left  hand  they  give  him  joined  drums  to  pull,  in  his 
right  hand  he  brandishes  a  hanuner,  as  tliough  he  were  goinp;  to 
strike.  It  means  that  the  rolling  sound  of  thunder  is  produced  by 
the  knocking  together  of  the  united  drums,  and  that  the  suilden 
crashing  noise  is  the  blow  of  the  hammer.  When  a  man  is  killed* 
he  is  struck  with  the  drums  and  the  liammer  at  the  same  time. 

People  also  believe  in  this,  and  nobody  objects.  But  if  wc 
get  at  the  bottom  of  it,  we  find  that  these  pictures  are  pure  fic- 
tions. Thunder  is  cither  a  sound  or  a  lluid.  How  can  a  sound 
or  a  tluid  branUibh  a  hammer,  or  pull  drums,  and  have  the  shape 
of  joined  drums?  If  the  tliuüder  caa  really  swing  or  pull  these 
tliiji^s,  It  must  be  a  creature.  That  which,  when  knocked  together, 
produces  sounds,  can  be  either  a  drum  or  a  bell.  Should  the  roll- 
ing sound  be  produced  by  diunis  or  bells?  In  that  case,  bells  and 
drums  could  not  hang  free  in  the  air,  t]u*y  would  recjuire  a  frame 
with  vertical  and  cross-beams.  Suspended  between,  they  co\dd  be 
sounded.  Now,  the  bells  and  drums  have  nothing  to  hang  upon, 
and  the  feet  of  the  Thunderer  nothing  to  walk  upon,  how  then 
should  the  thunder  be  produced? 

Somebody  might  object  that  for  this  very  reason  there  must 
be  a  spirit,  for,  if  in  order  to  produce  thunder  a  frame  were  re- 
quired, or  a  support  for  the  feet,  it  would  be  quite  human,  and 
by  no  means  spirit-like. 

I  hold  that  spirits  are  diffuse  and  incorporeal.  Departing  or 
coming  ta  they  need  no  aperture,  nor  have  they  any  hold  above  or 
below.  Tberafure  one  ualk)  tbem  spirits.  Now  the  Thunderer  has 
a  body,  and  for  the  thunder  there  are  inatromentB,  how  can  he  be 


*  Thia  MemB  to  be  ao  old  adage. 


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74  Fomn:  Lon-Edng. 

deemed  a  spirit?  If  tlie  Thunderer  were  incorporeal,  his  semblance 
could  uot  be  drawn,  and,  if  he  powseasea  a  body,  be  does  not 
deserve  the  name  of  a  spirit. 

People  talk  of  the  dragon  spirit  rising  to  heaven.  But  who- 
ever thoroughly  examines  tin;  question,  discredits  this  idea.  Men 
sometimes  see  the  shape  of  a  draj^on,  and  owin^  to  this  circum- 
stance they  paint  the  shape  of  a  draj:;on  rising  in  iuaven.  The 
best  proof  that,  as  a  fact,  there  is  no  spirit  is,  that  it  can  be 
pictorially  represented. 

My  opponents  will  argue:  "  ^ren  also  see  apparili(jiio  oT^  hosts. 
Are  they  not  spirits?"  I  say:  'Mf  men  see  ghosts  sometimes,  has 
anybody  alieady  seen  the  Thunderer?  Ghosts  are  called  spirits, 
hut  tliev  walk  about  on  eanh  hke  men.  The  Thunderer,  however, 
does  not  rest  his  head  in  heaven,  nor  walk  on  earth  with  his  feet. 
How  can  he,  therefore,  he  a  thuuderer?" 

All  il}  ins^  creatures  have  wings.  Those  who  can  fly  without 
wings  are  styled  genii.  In  re[>resenting  the  forms  of  genii  men 
give  them  wings.  Provided  the  Thunderer  is  like  the  genii,  he 
ought  to  have  wings  equally.  If,  in  case  the  Thunderer  does  not 
fly,  the  painters  pretend  that  he  can  fly,  they  are  wrong,  and  if 
he  really  could  fly,  but  had  no  wings,  it  would  be  wrong  likewise. 
Thus  the  pictures  of  the  Thunderer's  outward  appearance,  made 
by  painters,  are  merely  fancy  work. 

Those  who  argue  about  thunder  aver  that  it  is  Heaven's 
angry  snorting,  whereas  those  who  sketch  it,  contend  that  the 
Thunderer  in  his  anger  pulls  the  joined  drums.  If  it  is  really  as 
the  critics  say,  the  painters  are  wrong,  and  if  they  are  right,  the 
critics  must  be  in  error.  The  two  classes  are  antagonistic.  If  both 
their  views  were  taken  as  genuine,  there  would  he  no  difference 
of  right  and  wrong,  and  in  defianlt  of  Hiat,  no  rntl  right  and  wrong. 
Doubts  would  not  be  settled,  and  fallacies  would  triumph. 

The  speaks  of  a  goblet  with  the  drander  carved  upon 
it*  One  thunder  rushes  forth,  the  other  reverts,  one  Is  coiled  op, 
the  other  stretched  forth.  Their  friction  would  give  a  sound.  They 
look  as  if  they  were  colliding,  piled  up  in  a  grotesque  and  phan- 
tastic  way.  This,  form  represents  the  thunder.  When  through 
friction  the  air  breaks,  there  is  a  rolling  sound,  the  sound  of  friction. 


•  Neither  the  L>/<:i  nor  the  ('hon-li  contains  such  a  pa.ssage.  a.s  far  as  I  could 
make  ont.  On  the  old  sacrificial  lui-nrc  vasciJ,  called  istin  —  goblets,  clouds 
aiid  ihuuders  i.e.  coiled  up  cIoud.s  were  represented.  The  thiuider  onuunenl  is  the 
CblnoM  Moulder.  S|iee!i»fltw  of  theie  gobteto  «ao  be  seen  in  th«  i^-j^w-f chap.  7. 


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FoBu:  Lun-H^ng.  75 

A  sudden  crash  is  the  sound  of  the  shooting  forth  of  the  sir. 
When  tills  shooting  air  hits  a  man,  he  dies. 

In  üjct  thuiKler  Is  nothing  else  than  the  exploding  solar  fluid. 
How  do  we  know? — In  the  first  month  the  Yemg  fluid  begins  to 
he  roused,  consoqneatly  we  have  the  first  thunder  during  the  first 
moon.  In  the  fifth  month  Ymtg  is  at  its  cynosure,  therefore  at 
tliat  time  thunder  rapidly  follows  upon  thunder.  In  autumn  and 
winter  Yang  declines,  therefore  thunder  ceases  during  these  sra- 
8ons.  In  the  midst  of  summer  the  sun  reigns  supreme,  but  the 
Ym  fluid  eiuleavouTs  to  get  the  upperhand.  In  this  dispute  of  the 
Yang  and  the  Ym  fluids  it  comes  to  frictions,  and  these  frictions 
lead  to  explosions  and  shooting,  which  are  destructive.  A  man 
struck  by  these  forces  is  killed,  a  tree  split,  and  a  house  demolished. 
A  person  under  a  tree  or  in  a  house  may  also  by  chance  be  hit 
and  killed. 

To  test  the  justness  of  this  statement  take  a  basin  full  of 
water,  and  throw  it  on  a  fire,  used  for  melting  purposes.  The 
vapour  will  explode  with  a  puff  like  the  sound  of  thunder.  Should 
any  one  be  too  near,  his  body  will  be  burned.  Heaven  and  earth 
are  like  a  great  furnace,  the  Yang  fluid  is  an  immense  fire,  clouds 
and  rain  are  huge  masses  of  water.  When  they  struggle,  explode 
and  shoot,  the  efiects  must  be  most  violent,  and  a  man  hit  and 
injured  cannot  but  die. 

When  founders  melt  iron,  they  make  a  mould  of  earth,  into 
which  the  liquid  iron  runs  down.  El^^e  it  bursts  out,  üoAs  over, 
and  spurts.  Hitting  a  man's  body,  it  burns  his  skin.  Tlie  fiery 
Yang  fluid  is  not  only  as  iiot  as  liquid  iron,  the  exploHini:  Yin 
fluid  has  not  merely  tlie  wetness  of  earth  and  clay,  und  when 
the  Y-mg  fluid  hits  s  man,  it  does  not  simply  cause  the  pain  of 
buroiug. 

Thunder  is  tire.  A  inati  hurned  by  this  fluid  must  show  traces 
of  it.  If  those  traces  of  burning  look  like  written  characters,  people 
seeing  them  use  to  say  that  Heaven  has  written  the  man's  guilt 
to  make  it  known  to  the  whole  world.  This  is  also  unreasonable. 

If  Heaven  destroys  men  with  it«  thunder,  after  thev  have, 
perpetrated  their  misdeeds,  he  ought  to  make  their  wiekeciu«  ^s  *|uite 
publi«%  with  a  view  to  friirhteuing  for  thr  i  iture,  and  write  the  (;harac- 
tf  rs  clearly,  but  not  quite  indistinctly,  it  does.  When  tlie  "  Plan  " 
came  out  of  the  Yellow  River,'  and  the  "  Scroll  "  emerged  from 

*  The  "  Plan  '■  appeared  to  the  Emperor  Uuung  Ti  in  the  Yellow  Ri\  t  t . 
K  hig  fish  carried  it  on  Its  back.  JJuanrj  Ti  reccixfid  tlin  Plan,  which  ooasiated  of 
a  combiaation  of  syiubolical  lines  and  diagrams  like  the  Pa-ktia. 


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76  FoMoet  Lull -Hing. 

the  ZrO,^  Heaven  and  Earth  produced  them  for  men  to  read  and 
take  note  of.  The  writing  on  people  killed  by  thunder  is  also 
Heaven's  work.    "Why  is  it  so  difficult  to  understand? 

Let  us  assume  that  the  human  skin  is  not  fit  to  be  written 
upon.  The  wife  of  Duke  Hut  of  Lu,^  Cheung  Tse  was  daughter  to 
Duke  Wu  of  Sung.^  When  she  was  born,  she  had  a  writing  on 
her  palm  to  the  elVect  that  8he  was  to  be  ducliess  of  Lu.  The 
writing  was  distinct  and  intelhgible.  Therefore  Ch  ung  Tf^e  was 
married  to  Lu.  The  thunder's  liandwriting  not  being  eh*ar,  it  cannot 
serve  as  a  deterrent  for  the  future.  Urgo  the  burnt  spots  are  not 
characters  engraved  by  Heaven. 

Sometimes  people  exaL'^i^cratc  (liiu^s  that  really  exist,  souie- 
times  tliey  invent  things  thai  hin«'  im  r<'al  basis  at  n!L  Imposed 
upon  by  iallaeies,  they  indulge  in  labri eating  wouders  and  miracles 
as  the  following  arguments  will  prove: — 

1.  Tiiiuider  is  fire.  When  a  man  dies  struck  by  tiiunder,  one 
discovers  upon  examining  his  body»  if  the  head  be  hit,  that  the 
hair  is  singed,  and  if  the  body  be  struck,  that  the  skin  is  charred. 
Coming  near  the  body,  one  scents  the  smell  of  burning.  2.  Taoist 
expenuientalists  hold  that  a  stone  heated  by  a  thunder-clap,  becomes 
red.  If  it  be  thrown  into  a  ssell.  tlie  stone  being  burning  hot,  the 
well  cool,  au  explosion  ensues  witli  a  loud  detonatiou  like  thunder. 
3.  When  somebody  takes  cold,  the  eohl  fluid  enters  his  stomach. 
The  stomach  being  &ü  a  rule  warm  within,  the  warmth  an<l  the 
cold  struggle  together,  and  the  exploding  air  gives  a  thunder-like 
sound.  4.  In  a  thunder-storm  brilliant  liglitinngs  appear  everv  now 
and  then  like  the  glares  of  big  iires.  5.  Wiien  the  liglilnuig  stnkeü, 
it  often  burns  man's  houses  and  buildings,  or  gra^s  and  trees. 

Those  who  declare  thunder  to  be  fire  liave  these  live  argu- 
ments, those  who  preutend  that  thunder  is  Heaven's  anger,  not  a 
single  one.  Therefore  this  latter  assertion  is  without  any  foundation. 

Uow  ever,  it  might  be  obje(*ted  that  there  is  a  passage  in  the 
Analects  to  the  effect  that,  when  thunder  followed  (liuiidtr,  ;ind  the 
storm  raged,  Coi^udus  used  to  be  deeply  impressed.*   The  Lfiki  bays. 


'  The  *♦  Scroll  "  was  carried  by  a  dragon-horse,  which  rose  from  the  waters 
of  the  Lo,  a  tributary  of  titc  YeUow  Ri\'cr,  at  Fu  Hin's  time.  From  the  mystic  ftigns 
OD  lätöM  ** Serail"  th«  emperor  la  reported  to  have  derived  Uie  Eight  Diagnuna  and 
die  flnl  syaleiii  of  written  characters,  which  took  the  plaee  of  the  knotted  eorda, 

qaipos,  tlien  in  tue. 
>  7Ü7-721  B.c. 
»  764  746  f,.r. 

*  Quoted  fi-om  AnaUct«  X,  16. 


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Forkk:  Lull -Heng.  77 

**when  a  strong  \v\nd  blows,  and  the  thundei^daps  quickly  follow 
each  other,  and  rain  falls  in  torrents,  a  superior  man  will  be  deeply 
moved.  Though  it  bo  night,  be  will  rise,  don  bis  elotbes  and  cap, 
and  sit  up  "  '  in  awe  of  Heaven's  anger,  fearing  lest  its  punishment 
should  readi  him.  If  thunder  were  not  the  expression  of  Heaven^s 
anger,  nor  its  striking  a  punishment  of  the  guilty,  why  should  a 
good  man  be  frightened  by  thunder,  put  on  his  official  robe,  and 
sit  straight? 

The  Master'  means  that  the  relation  of  Heaven  to  man  is 
similar  to  that  of  father  and  son.  The  father  being  moved,  the 
son  cannot  remain  indifierent.  Therefore,  when  Heaven  is  moved, 
man  must  be  likewise.    Being  in  harmony  with  Heaven,  he  proves 

that  be  does  not  act  in  opposition  to  it. 

Man  suddenly  hearing  a  dog  bark  outside  the  house,  will  be 
startled,  and  with  trembling  limbs  barken  to  find  out,  what  it  means. 
How  much  more  so,  when  he  hears  Heaven  assuming  an  extraordinary 
voice  like  the  noise  made  by  the  quick  rolling  of  heavy  carts! 

The  remark  in  the  Ancäects  and  the  observation  of  the  Liki 
both  refer  to  the  wise  man.  The  wise  man  displays  the  utmost 
care  in  all  his  doings  and  knows  that  he  has  no  guilt,  just  like 
sun  and  moon,  which,  when  eclipsed,  have  not  clandestinely  given 
impure  food  to  men.  Kxamining;  his  heart,  he  feels  no  fear,  where- 
fore sliould  he  be  afraid  of  thunder?  If  he  is  not  afraid,  his  e\- 
dfement  can  be  no  proof  of  Heaven's  ancrer,  heeaiise  lie  fears  nothing 
for  himself  Sliould  he  really  be  afraid  ot"  thunder,  even  that  \\  ould 
not  suffice  to  prove  the  punislunent  of  hidden  crimes,  for  people 
struck  by  lightning;  nre  mostly  t|uite  innocent.  The  wise  man  aj)- 
preht-nds  that  he  might  be  hit  by  cliance.  Therefore  lie  is  anxious 
and  alarmed.  tbis  alarm  of  the  wise  man  cannot  be  jmt  for- 

ward to  demonstrate  that  thunder  is  Hravf-n's  anger,  it  shows, 
on  the  contrary,  that  tliuTvb'r  strikes  at  random.  Because  it  hits 
ar  random,  and  does  not  punish  the  guilty,  people  are  afraid.  Tf 
thunder  actually  punished  the  guiltj%  the  wicked  ought  to  stand 
in  awe,  and  the  wise  bad  no  cause  for  apprehensions. 

Tile  king  of  Sung  asked  T  ang  Yavff  saying  "  I  have  killed  a 
great  number  of  people,  yet  all  the  officials  are  still  quite  fearless. 
What  is  the  reason?'* 

Tana  Yaiu/  replied :  Those  that  Your  High ne.S8  has  piinislied 
were  exclusively  bad  characters.   If  the  bad  arc  called  to  account. 


»  Quoted  from  tlic  Liki  Book VI  Yn-t^ao  {L^^ffc,  ^tacrcd  BookaVoLXXyUI,p.5). 
*  dmfudttM  in  the  passage  quoted  from  the  AnakcU. 


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78  Fomue;  Liiii>H^g. 

'wLy  should  the  good  be  frio;}5fp!ir(l?  If  Your  Highness  winhes  all 
the  officials  to  be  in  awe,  the  hent  way  is  to  make  no  diisUnctioii 
between  good  and  bad,  und  cliastise  them  all  occasionally.  Then 
all  the  officialdom  will  be  afraid."  * 

The  king  followed  Iiis  advice,  and  all  the  functionaries  became 
frightened,  whereupon  the  king  of  Sun^  turned  very  angry.  Owine 
to  the  indis'  i  ill) mate  punisliments  of  the  king  of  Sim^,  the  wliole 
people  of  Sung  got  greatly  alarmed.  Because  thunder  and  liglitniug 
strike  indi^^criniinately,  a  wise  man  becomes  agitated.*  Ills  alarm  is 
like  tiie  great  fright  of  the  kingdom  of  Sung. 


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79 


CHAPTER  XXm. 
On  Poison  (Yen-tu), 

Sometiiues  the  following  ([uostioii  ia  considered Between 
heaven  and  earth  there  are  the  ten  thousand  beings  with  tlieir 
chara<'teristic  nature.  In  the  animal  kingdom  we  find  adders  and 
vipers,  bees  and  scorpions,  which  are  ]ioisonous.  When  their  l)ite 
or  sting  has  hurt  a  human  body,  the  sicltness  whir-li  tliey  cause 
must  he  most  <;iretuily  treated,  for  witliout  timely  help,  the  vims 
Pj)rea<is  ilirmiüli  the  whole  body.  In  the  vegetable  kingdom  we 
have  oroton  oil  beans  ainl  wild  dolichos.  whicli,  when  eaten,  cause 
a  siomach-aehe.  and  in  lar^i«-  doses  kiil  a  man.  "What  uianuer  of 
fluid  have  these  created  heinji^s  received  from  heaven?  The  ten 
thousand  beings,  when  created,  are  endowed  with  the  original  fluid. 
Is  there  any  poibon  iu  the  original  tluid? 

poison  is  the  hot  air  of  the  sun:  when  it  touiditM  a  man, 
he  becomes  empoisoned.  If  we  eat  sometliinü^  which  causes  us 
such  a  pain  in  tlie  stomach,  that  we  (;annot  endure  it,  that  which 
proves  so  nnendnrahle  is  called  poison.  The  liery  air  of  the  sun 
regrularlv  produces  poison.  This  air  is  hot.  The  people  bving  in 
the  ktinl  of  tlie  sun  are  impetuous,  i  he  mouths  and  ton^ies  of 
th^e  impetuous  people  become  venomous.  Thus  the  inliabitants 
of  C/t  u  and  IVW/  ^  are  impetuous  and  passionate.  When  they  talk 
with  others,  and  a  drop  of  tlieir  saliva  happens  to  fly  against  their 
interlocutors,  the  arteries  of  the  latter  begin  to  swell  and  ulcerate. 

The  Soufhrni  ("trcnit-  is  a  very  hot  region.  When  tlie  people 
there  curse  a  Sree,  it  witliers,  and,  when  they  spit  upon  a  bird, 
it  dro|)s  down.  Wizards  aic  all  able  to  make  people  ill  hy  their 
prayers  as  well  as  to  avert  their  misfortunes.  They  hail  from 
Kiang^an^^  and  are  imbued  with  the  hot  fluid.  Poison  is  the  tluid 
of  the  sun,  therefore  it  bums  like  fire,  when  somebody  is  as[)ersed 
by  it.   When  people  bitten  by  a  viper  cut  out  the  flesh,  as  some- 

Bukmi^  and  CMwy. 

* 

^  The  «nmtry  aonth  of  tiw  Ta$ifftte,  now  the  provincM  Xhnffm*,  KUmgä^ 
and  A»km. 


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80  Forke:  Lun*IIeiig. 

times  they  do,  and  put  it  on  tlie  ground,  it  burns  and  bubbles  up, 
which  shows  tbnt  thorn  is  a  hot  fluid  in  it.  At  the  four  cardinal 
points  are  border-lands,  but  the  south-eastern  comer  alonti  haa 
broiling  hot  air,  which  always  oomes  forth  in  Spring  and  Summer. 
Iq  Spring  and  Summer  the  sun  rises  in  the  south-eastern  corner, 
which  is  the  proper  sphere  of  the  sun. 

When  the  air  of  other  things  enters  into  our  nose  or  eyes, 
they  do  not  feel  pain,  but  as  soon  as  fire  or  smoke  enter  into 
our  nose,  it  aches,  and,  when  they  enter  into  our  eyes,  they  pain 
us.  This  is  the  burning  of  the  hot  air.  Many  substances  can  be 
dissolved,  but  it  is  only  by  burning  fire  that  they  are  scorched. 

Eatinc"  »^H  eets  is  not  injurious  to  man,  but,  when  for  instance 
he  takes  a  little  too  much  honey,  he  has  symptoms  of  poisoning. 
Honey  is  a  secretion  of  the  bee,  and  the  bee  is  an  insect  belonging 
to  the  Yang  fluid. 

If  a  man  without  having  hurt  himself  against  anything  in  his 
movements  feels  a  sudden  pain  in  his  body,  for  wliicli  there  is  no 
apparent  reason,  and  if  those  parts  of  his  ])ody  whieli  pain  him 
show  marks  of  flogging  so  to  speak,  he  sullei-s  from  lumbago. 
This  lumbago,  they  say,  is  caused  by  devils  wlio  are  beating  the 
person.  Devils  are  supernatural  apparitions  produced  by  the  sun. 
If  the  disease  l)e  less  acute,  one  calls  it  sciatica,  and  uses  honey 
and  cinnal)ar  to  cure  it.  Iloncv  and  cinnabar  are  substances  be- 
longing to  the  Ydiifji  fluid.  This  cure  is  homeopathic.  As  an  anti- 
dote against  a  cold  one  uses  cold,  and  against  fever  one  uses  heat. 
Since  to  cure  sciatica  they  take  honey  and  cinnabar,  it  shows  us 
that  sciatica  is  the  effect  of  the  Yang  fluid  and  of  the  diffusion  of 
a  poison. 

Poisonous  air  is  floating  between  heaven  and  earth.  WTien  a 
man  comes  into  touch  wnth  it,  his  face  begins  to  swell,  a  diseitse 
which  people  call  a  sun-stroke. 

Men  who  have  .s('<mi  ghosts,  state  tliat  tliey  have  a  red  colour. 
The  su])('rnatural  lorcc  of  the  sut!  must,  of  course,  have  this  colour. 
(!iios.fs  are  burning  poison;  the  man  whom  they  assault,  must  die. 
Thus  (lid  Karl  Tu  shoot  King  Jhiian  of  CJtou  dead.'  The  para- 
phernalia of  these  demons  of  death  are  like  the  fire  of  the  sun. 
The  bow  as  well  as  tlie  arrow  of  Tn  Po  were  both  red.  In  the 
south  they  l^'rm  poisun  "small  fox."  The  apparition  of  Earl  Tti 
had  a  bow  in  ]iW  liarid,  with  which  he  shut.  1  he  solar  ihud  wtis 
kindled  simultaucousiy,  and,  when  it  was  thus  intensified,  it  shot. 


Cf.  I,  p.  382. 


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FoBn:  Lm-Hlng. 


81 


Therefon-,  when  he  hit  the  kixiy,  he  seemed  providetl  with  bow 
aud  arrow. 

When  lieut  is  pent  up,  and  tlu*  tctiipt'ralure  iiuTcasod,  tlie 
poison  in  the  blood  is  stirred  up.  Tlu'idoie  eating  the  hver  of  a 
rare  horse  will  canse  a  man's  death,  tlie  lluid  pent  up  in  the  liver 
having  been  chafed.  During  the  dog-days,  when  a  scorching  heat 
prevaib,  people  die  by  insolation;  the  extreme  heat  has  been  turned 
into  poison.  We  perspire,  while  running,  near  a  stove,  in  the  sun- 
shine at  noon,  and,  when  we  are  feverish.  The  four  causes  have 
been  different,  but  they  all  engender  perspiration.  The  heat  is  the 
same,  and  it  has  been  equally  pent  up. 

Fire  is  a  phenomenon  of  the  sun.  AU  created  beings  of  the 
worid  are  filled  with  the  aolar  fluid  and  after  their  creation  contain 
tome  poison.  Reptiles  and  insects  possetising  this  poison  in  abund- 
aaee  become  Tipers  and  adders,  bees  and  scorpions,  plants  become 
croton  seeds  and  wild  dolichos,  fishes  become  porpoises  and  '*  to- 
iAk***  fish.  Consequently  men  eating  »  porpoise  liver  die,  and  the 
bite  of  a  toshu  **  is  venomous.  Fishes  and  birds  are  related, 
therefore  birds  can  fly,  and  fishes  too;  birds  lay  eggs,  and  fishes 
abo.  Vipers,  adders,  bees,  and  scorpions  are  all  oviparous  and  have 
a  similar  nature. 

Among  mankind  bad  chancteis  take  the  phtce  of  these  creatures. 
Their  months  do  mischief.  The  bad  men  of  the  world  are  imbued 
with  a  poisonous  fiuid.  The  poison  of  the  wicked  living  in  the  land 
of  the  Bun  is  still  more  virulent,  hcmoe  the  curses  and  the  swearing 
of  the  people  of  southern        produce  such  wonderful  results* 

A  proverb  says,  **Many  mouths  melt  metal.**  The  mouth  is 
fire.  Fire  is  the  second  of  the  five  elements,  and  speech  the  second 
of  the  five  actions.'  There  is  an  exact  correspondence  between 
speech  and  fire,  therefore  in  speaking  of  the  melting  of  metal  one 
sajs  that  the  mouth  and  the  tongue  melt  it.  They  do  not  speak 
of  pulling  out  wood  and  burning  it,  but  expressly  refer  to  the 
meltiog  of  metal.  Metal  is  overcome  by  fire,  fire  and  mouth  belong 
to  the  same  class.* 

Medicinal  herbs  do  not  grow  in  one  place  only.  Tai  B>  left 
luB  country  and  went  to  Tl^^  The  melting  of  metal  does  not  take 

'  Kar)(^-hi  qnotes  this  passage,  but  does  not  say  what  kind  of  a  fish  the 
•'losku''  i^ijj^  i**  It  nay  be  a  variety  of  the  which  atetm  to  be  a  kind 
of  storgeon. 

»  Cf.  SkukiHfi  (Uung-fan)  Pt.  V,  Bk.  IV,  5-6. 

'  AaeAsr  iattaBee  of  Chinese  symbolism,  which  they  mistake  for  science. 

«  Gf.i,p.aoa 

Atd.8«Du£0ncBt.8pnMben.  1907.  LiÜ>t.  ft 

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82  Forke:  Lan-H^ng. 

place  in  one  foundry  alone.  People  speak  v«ry  mudi  of  T'miff-chi 
in  Ch'u,^  The  warm  air  on  earth  lias  its  regions.  One  dreads  to  »^n 

into  the  southern  sea,  for  the  secretary  falcon  lives  in  the  south,  and  he 
who  drinks  anything  that  lia»  heen  in  contact  with  it,  roust  die.' 

SItäi  appertains  to  the  dragon  and  sse  to  the  snake.  &iin 
and  sse^  are  placed  in  tlie  south-east.  The  dragon  is  poisonous, 
and  the  snake  venomous,  therefore  vipers  are  provided  with  sharp 
teeth,  and  dragons  with  an  indented  crust.  Wood  engenders  fire, 
and  fire  hecoines  poison.  Hence  the  Green  Dragon "  holds  the 
**  Fire  Star  "  in  its  mouth.* 

Wild  dolichos  and  croton  seed  both  contain  poison,  therefore 
the  dolichos  grows  in  the  south-east,  and  croton  in  the  south-west. 
The  frequence  of  poisonous  things  depends  on  the  dryness  and  the 
htimifÜty  of  the  soil,  and  the  strength  of  the  poison  is  influenced 
by  the  locality,  wlicro  thev  have  i^rown.  Snakes  are  like  fish, 
tlierefore  thev  «^row  in  the  i^rass  and  in  marshes.  Bees  and  scorpions 
resemble  l)irds  and  are  born  in  houses  and  on  trees.  In  Kinng-ftfi'^ 
the  land  is  dry:  eonsequentlv  bees  and  scorpions  abound  there.  In 
Kuin(/-nan  the  soil  is  wet,  hence  it  is  a  breeding  place  for  great 
numbers  of  snakes. 

Tliose  creatures  fTrf)\\'in^;  in  liic^b  and  dry  |)Iaces  are  like  tlie 
male  prineijiN".  The  virile  mendxT  liatiirs  down,  therefore  bees  and 
scorpions  .sting  with  tlieir  tails."  i  he  «-reatures  living  in  low  and 
wet  places  resemble  the  female  |)rinei]»le.  The  female  organ  is  soft 
and  extensible,  therefore  snakes  bite  with  their  mouths.'  Poison 
is  either  concealed  in  the  head  or  the  tail,  wlience  the  bite  or  the 
stiug  becomes  venomous,  or  un<ler  the  epidermis  so  tliat  the  eating 
causeii  stomacli-acbe.  or  it  lies  hidden  in  the  lips  and  the  throat, 
so  that  the  movement  of  the  tongue  does  mischief.^ 

*  A  place  in  Ilonan  celebrated  for  its  foundries.   Vid.  p.  15S. 

*  Chni  secretary  falcon  has  become  a  synonym  for  poiaoii. 

'  The  fifth  and  the-  sixth  of  the  Twelve  Brandies  (Dnodenary  Cyde  of  symbols). 

*  The  *'  Green  IVagon  "  ie  the  qvadnuit  or  the  diWafon  of  the  eohr  mtneione 
oceapyiqg  the  eeet  of  the  eky.  The  Fire  Star'*  ie  the  Fliiwt  Man,  Man  is  the 
quadrant  of  tho  "  Green  Dragon  "  forebodce  war  I. «.  pmaon;  nothing  bat  nme 
ejrmbolism.    (Cf,  ch;i[).  27,  p.  Gv.) 

^  The  country  north  of  the  i  anylae,  now  the  northeni  parts  of  the  provinces 
Kiangtu  and  Anhuu 

*  Whidi  heag  down  likewise. 

'  Which  are  aoft  and  extensible.— To  sndi  ineptitudes  even  the  moot  elevmted 

Chinese  minds  are  led  by  their  craze  of  symbolisation. 

*  The  mischief  done  by  the  tongae  in  speaking,  whidi  is  not  only  eompored 

to,  bat  identiJled  with  poison. 


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Forke:  Lun-Heng.  83 

The  various  poisons  are  all  grown  from  the  same  fluid,  and 
howerer  different  their  manifestations,  internally  they  are  the  same. 
Hence,  when  a  n}an  dreams  of  fire,  it  is  rxplained  as  altercation, 
and,  when  he  sees  snakes  in  his  dreams,  they  also  mean  contention. 
Fixe  is  an  emblem  of  the  mouth  and  the  tonnen p;  they  appear  in 
snakes  likewise,  which  belong  to  the  same  class,  have  sprung  from 
the  same  root,  and  are  imbued  with  the  same  fluid.  Thus  fire  is 
equivalent  to  speed,  and  speecli  to  bad  men.  When  bad  men  say 
strange  things,  it  is  at  the  instigation  of  th^r  months  and  tlieir 
tonc^ies,  and  tlie  utterances  of  month  and  tongue  are  provoked  by 
the  influeuire  heaven  has  exercised  upon  the  persons  in  question. 
Consequently  the  second  of  the  five  actions  is  called  speech.  The 
objectionable  manifestation  of  speech  is  presemptuous  error,  sym- 
bolized by  constant  sunshine."  '  Presumptions  error  is  extravagant 
and  shining.  In  the  same  manner  snakes  are  gaudily  ornamented. 
All  ornaments  oriiyinatc  from  the  Ynn(/^  which  produces  them,  as  it 
were.  Sunshine  is  followed  by  talk,  which  accounts  for  the  weird 
songs  so  often  heard.^ 

Tlie  magical  force  engenders  beauty,  but  the  beautiful  are 
very  often  vicious  and  depraved.  The  mother  of  S/m  Hn^  was  a 
beauty,  ^hu  Ihiang's*  niothrr  knew  her,  and  would  not  allow  hrr 
to  to  the  chamber  of  her  husband.  !^hn  Hsumg  roiiKnistrated. 
**  In  the  depths  of  mountains  and  in  vast  marshes  dragons  and 
snakes  really  grow,"  said  liis  mother.  "  She  is  be.iutiful,  but  I 
am  atVaid,  lest  slie  g;ive  birth  to  a  dragon  or  a  snake,  w  hicli  would 
brinf;  niishaj)  uj)on  you.^  You  are  of  a  poor  family.  In  the  States 
great  favours  are  sonu^times  given,  but  wliat  cAn  the  recipient  of 
such  favours  do,  wiien  he  is  being  slandered  by  malicious  people. 
How  should  I  be  jealous  of  her? " 

She  then  allowed  her  to  go  to  her  husband's  couch,  and  she 
besot  a  son,  named  Shu  Hn.  Owing  to  his  beauty  and  hero-like 
strength  Shu       became  a  favourite  of  Lwui  Ihuu  Tse\'^  however, 


'  Cf.  p.  27  and  above  p.  81. 

^  A  half-brother  of  £Ai»  Häanf,  Hia  mother  waa  a  eonenbme  of  Shu 
Htmrn^*  father. 

♦  An  ofBcer  of  CUn, 

*  Being  an  eacceptiooal  woman  by  her  beauty,  ahe  wonld  give  birth  to  an 
exnordnmiy  aon— a  dragon,  and  it  wotdd  be  dai^eroos  for  an  ordinary  man  like 
bcr  eon       Htiang  to  be  a  blood  rdätion  of  auch  an  extraordinary  peraon,  since 

late  likr*  to  strike  tho  exalted. 

Quoted  from  the  ^'«o-cÄtkm,  Duke  Hsianff,  2Ut  year  (651  b.o.). 

0^ 


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84  Fonnc  Liin>H^. 

wIkmi  Fati  fJ-f/fni  Tse  exp**ll»Ml  Ltmn  Hum  Tsct^  he  killed  S/m  Iluy 
and  so  brought  misfortune  upon  SJm  Usiaug. 

Tlic  recesses  of  mountains  and  vast  marslies  are  tlie  plares 
where  dragoiia  and  snakes  breed.  Shu  Hus  mother  was  compand 
to  tliem,  for  under  her  charms  tlie  poinon  lay  hidden.  She  bore 
a  son,  Shu  FTti,  whf)se  beauty  consisted  in  Iiis  hero-like  strength. 
1  his  strength  grew  from  his  beauty,  and  the  disaster  came  from 
his  streng'th. 

Fire  has  splendour,  and  wood  has  a  pleasant  appearane<\  Draj^- 
ons  and  snakes  oorrespmid  to  the  east.  Wood  contains  the  essence 
of  fire,  hence  ita  beautiful  cokiur  and  graceful  ap]>oarance.  The 
gall  being  joined  to  tlie  liver,  courage  and  strength  are  prodm  ed. 
The  force  of  the  fire  is  violent,  hence  the  gr»*at  courage:  wood  is 
liard  and  strong,  liencc  tlie  {»;reat  streuL'^th.  When  there  is  any 
8U[)ernatural  apparition  ])roduced,  it  is  through  beauty  that  it  brinisys 
about  misfortune,  and  throngl»  courage  and  strength  that  it  injures 
like  poison.    All  is  owi ug  to  beauty. 

Generous  wine  is  a  poison;  one  cannot  drink  iiiueh  of  it.  Tlie 
secretion  of  the  bees  becomes:  honey;  one  cannot  eat  niu<'h  of  it. 
A  hero  conquers  an  entire  State,  but  it  is  better  to  keep  aloof  from 
him.  Pretty  women  delight  the  eyes,  but  it  is  dangerous  to  ke^p 
them.  Sophists  are  most  interesting,  but  they  can  by  no  means 
be  trusted.  Nice  tastes  s])oil  the  stomach,  and  pretty  iooks  beguile 
the  heart.  Heroes  cause  disasters,  and  controversialists  do  great 
harm.  These  four  classes  are  the  poison  of  society,  but  the  most 
virulent  poibou  of  all  is  tliat  llovviug  from  the  moutlis  of  the  sophists. 

"When  Couj'ucinii  caught  sight  of  Yang  IIu,^  he  retreated,  and 
his  perspiration  trickled  down,  for  Yang  IJn  w  as  a  glib-tongued  man. 
The  poison  from  a  glib  tongue  makes  a  man  sick.  When  a  man 
has  been  poisoned,  he  dies  alone,  whereas  a  glib  tongue  ruins  a 
whole  State.  Thus  we  read  in  tlie  ShiJcing:^ — "  Endless  are  the 
slanderous  reports.  They  threw  four  States*  into  confusion."  Four 
States  were  thrown  into  confusion,  how  much  more  would  be  a 
single  individual.  Therefore  a  man  does  not  fear  a  tiger,  but  dreads 
the  calumniator's  mouth,  for  his  mouth  contains  the  worst  poison. 

1  Two  noblemen  of  Ckk^  ef.  I,  p.388. 

■  A  powerful,  but  unworthy  oflleer  in  Im. 
>  Shi/>-mff  Ft.  11,  Bk.  VU,  5. 

*  Modem  romtnentatoni  exphun  the  expreHion  {[^  ^     meei^  <*UioliMr 

qtuutera  of  the  empire.** 


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FoBxx:  Luü- Hälft  85 


CHAPTER  XXIV. 
On  Anüiroposcopy  {Ku-Mmjfy. 

It  is  a  commoa  belief  that  fate  w  difficult  to  foresee.  Far 
from  it,  it  can  eaaily  be  known,  and  by  what  means?  By  means 
of  the  body  and  its  bones.  As  man  derives  his  destiny  from  heaven, 
it  becomes  visible  in  Iiis  body.  An  inquiry  into  these  manifestations 
leads  to  the  knowledge  of  fate,  just  as  from  a  look  at  measures 
one  learns  their  capadty.  By  manifestations  I  understand  the  osseous 
configurations. 

According  to  tradition  Buang  Ti  bad  a  dragon  face,  Chuan  Hsü 
was  marked  with  the  character  Wu^  on  his  brow,  7i  Ku  had  a 
doublt-  todtli,  Yao's  eye-brows  had  eight  colours,  Shttn's  eyes  double 
ptt{nls,  VtJ'of*  ears  three  orifices,  T'at^  hhd  double  elbows,  Waug 
foar  nipples,  Wu  Wai^s^  spine  was  curbed  backwards,  C/ion  Kwig* 
was  inclined  to  stoop  forward,  Kno  Yao^  had  a  horse's  mouth,  - 
t'onfttcms  arms  were  turned  backwards."  These  Twelve  Sages  t  itlu^r 
hdd  the  poisitions  of  emperors  and  kings,  or  they  aided  their 
sovereigns,  being  anxious  for  the  welfare  of  the  people.  All  the 
world  knows  this,  and  the  scliolars  speak  of  it. 

These  reports  being  given  in  the  Classics  and  Annals  can  be 
lelied  upon.  The  light  literature,  sach  as  journals,  iettexs,  and 
memoirs  which  the  Literati  do  not  read,  afford  a  great  many  more 
instances:  "Vsaiig  ILieh  had  four  eyes  and  became  one  of  IJunng 
IT*  ofdcials.  Clk  ung  Erh,  prince  of  C/<in,^  had  a  double  rib,  and 
became  the  foremost  of  all  the  feudal  lords.  Su  CA' in*  with  a  bone 

'  Huang  Ti,  Vkuan  Htü,  7t  A'u,  Fao,  ishun^  and  Yü  are  mythical  or  half 
legeiickry  rulers  of  old  Cbiua. 

*  Tang,  VfiH  Wmgt  and  W%  Wang  are  the  fonndara  of  the  Shang  and  CAeit 

*  ToJi,  Duke  of  Chtm,  a  younger  famither  of  Wm  Wan^r,  whom  he  helped  to 

wia  the  throne. 

*  A  minister  of  Shun. 

*  Like  the  wings  of  a  bird. 

Y  CKmig  Srh  raigned  as  marquis  of  CAto  from  634-026  b,c. 

^  A  famous  statesman  who  in  3li3  u.r.  succeeded  in  fonning  a  loegUO  of  the 
bia  State»:  I'en,  Chao,  /Jan,  Wti,  Ch\  and  CK%  against  CKtn. 


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86  PoBsx;  Lud -Hing. 

on  his  nose  obtained  tlie  premier.sln*p  in  all  tlic  Six  Kingdoms. 
Cltang  Yi^  having  a  double  rib  was  also  made  a  minister  in  Chin 
and  Wei.  Ilmang  Ffl,  who  owing  to  his  double  pupils  was  regarded 
as  a  descendant  of  the  Emperor  iHum^  shared  the  empire  with 
Kao  Tm.  C/iin  P'ing^^  a  poor  fellow  who  had  not  euougli  to  eat 
and  drink,  had  nevertheless  a  very  fine  appearance,  whicli  sur- 
prised every  one  so  much,  that  they  exclaimed:  what  on  eartli  does 
CK  in  I' i/i;/  eat  to  become  8u<*h  a  portly  man.  Hon  Hsin^  was 
rescued  I'rom  the  axe  of  the  executioner,  when  he  caught  the  eye 
of  the  duke  of  T ihig,  and  was  pardoned  also  on  arronnt  of  his 
extraordinary  appearance.  Fine  looks  and  statehuess  can  be  cha- 
racteristics as  well.* 

Kao  Tm  had  a  high  nose,  a  dragon  face,  a  tine  beard  and 
72  black  spots  on  his  left  leg.^  Lii  from  S/tan-fu^  was  skilled  in 
prognosticating  from  looks.  When  he  saw  Kao  Tsu's  carriaije,  he 
thought  him  very  remarkable,  and  therefore  *;ave  him  his  own 
daughter,  the  later  empress  Lü  Hou,  to  wife.  Afterwards  she  gave 
birth  to  Prince  Hsiao  Ilul'  and  to  the  princess  Yuan  of  Tai.  Kao 
Tsu  was  lirst  a  headboKmi^li  on  the  river  Sse.^  Then  he  gave 
up  his  post,  and  took  to  fanning,  again  living  with  Lü  IIou  and 
his  two  ehil  hen  on  bis  farm,  when  an  old  man  passed  by,  and 
asked  for  a  (irink.  la  return  he  divined  Lii  lion's  fate  by  her 
features  saying:  "  Madam,  you  belong  to  the  great  folks  of  the 
empire."  Called  upon  to  foretell  the  fortune  of  her  two  children, 
he  said  in  regard  of  Hsiao  Hut:  "Tlie  cause  of  your  greatness, 
Madam,  will  be  this  son,"  and  with  respect  to  Yimh  of"  Lu:  "You 
are  all  uobie.  "  When  the  old  mau  had  left,  Kao  Jlu  came  home 
from  abroad.  Uj>on  being  informed  bv  Lii  Hou  of  what  had  taken 
place,  he  ran  after  the  old  man.  and  .:,tiippt'd  him,  ^vishing  to  hear 
his  own  fortune  too.  Tiu*  old  fellow  rejoined:  'MJefore,  the  lady 
and  her  children  bore  a  resemblance  to  you  in  their  looks,  but 

*  A  celebrated  politician  of  the  4tli  century  ü.c.,  in  early  life  a  fettow-stadeni 
of  Su  CXin, 

'-'  A  partisan  of  the  founder  of  the  Ihm  dynasty,  Kao  Tm,  one  of  the  Three 
Heroes,  who  in  eviy  youth  lived  in  greet  poverty  end  eubaeqnenüy  rose  to  Uie 
hi^eet  honours. 

*  Anotiier  adherent  ol  Han  Kao  Tsu,  also  one  of  tlie  Three  Heroes,  tlie 
lUrd  bebg  CAoiy  LSeng»  He  was  to  he  executed  for  treason,  but  was  pardoned. 

*  As  anomaloDS  features. 

^  Tlii.s  passage  ocean  in  the  Sld^  du^.  8|  p.  8»  whidi  treats  of  Ifon  Kao  Ttu, 

'  A  place  111  Shanttmg. 

^  He  8ucce(>deii  liLs  futher  Kao  Tsu  in  194  b.c. 
^  A  river  in  öhanttmtf. 


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Foun:  Lno-H^.  87 

your  mien  is  so  grand,  that  words  fail  me  to  describe  it."  '  After- 
wards the  empire  devolved  upon  Kao  Tm^  as  the  old  man  had 
toretold. 

If  we  draw  a  general  principle  from  this,  we  find  tiiut  meiuber» 
of  the  same  family  all  show  their  nobility  in  their  appearance. 

ßeion£>:infij  to  the  same  caste  and  animated  by  a  similar  spirit,  they 
must  necessarily  have  some  kindred  traits  in  their  mental  and 
physical  quaUties.  It  however  liappens  that  two  persons  of  different 
classes  and  incongruous  minds  meet  together.  A  grandee,  wlien 
marrying,  gets  a  great  lady  for  his  wife,  and  a  gentlewoman  also 
finds  a  no]»le  lord.  If  two  individuals  meet  despite  discrepancies 
Ol  appearance,  a  sudden  deatli  ensues.  In  case  they  have  not  yet 
come  into  contact,  one  party  is  overtaken  by  death  previously. 

Wang  Many  s  aunt  Lady  Clieng  was  bespoken  in  marriage. 
When  the  moment  came  for  her  to  go,  the  bridegroom  suddenly 
died.  TTie  same  thing  happenetl  n  second  time.  Then  slie  was 
given  away  to  the  Prince  of  Chno,  hut  the  Prince  had  not  yet 
taken  her,  when  iie  breathed  his  last.  N(in  Kuny  Ta  Yu  of  CK itig-ho^ 
met  with  Lady  ClUng's  father,  the  Honourable  Cltih,  with  whom  he 
was  acquainted,  and  prognosticated  her  fate  saying:  "She  is  so 
exalted,  that  she  will  become  the  mother  of  the  emj)ire."  At  that 
time  Hsn/in  '/V  was  emperor  and  yuan  J'i  heir-ap])arent.  Tlirough 
the  goverjior  <>\  the  principaUty  of  Wet,  CMh  then  gave  her  in  mar- 
riage to  the  lieir-apparent,  wlio  was  very  pleased  with  her,  and 
became  father  to  a  son  of  the  name  of  ChOn  Shuag.  At  the  death 
o(  fhiUiit  Ii  tlie  lieir-appaient  ascended  the  tlirone.  Lady  t  /n'/ig  was 
made  empress,  and  i  hiiu  iShany  heir-apparent.  When  Yiuui  Ti*  died, 
the  heir-apparent  assumed  the  reins  of  government  and  became  t\\e  em- 
peror Ch^ntj  and  Lady  Chiiig  became  empress-dowager  and  thus 
mother  of  the  empire.  Lady  ('heng  had  something  in  her  features 
indicative  of  her  future  imperial  motherhood.  The  tw(»  jncn  to 
whoui  she  was  betrothed  tirst,  and  the  Prince  of  C7mw>  had  uu  marks 
»Lovviiig  that  they  would  be  fathers  of  the  empire,  therefore  the 
two  died,  before  the  marriage  could  take  place,  and  the  prince 
expire<L  The  two  fumcrs  and  tlie  Prince  of  Cluto  were  not  pre- 
destinated for  imperial  sway,  and  Laily  Cheng  wua  apparently  no 
match  fur  ihem. 

1  Ce  SMI  he,  €tk  which  tUghdj  difiera. 
>  A  city  m  filmltfiy;  M^ufkir  No.  1642. 

»  73-48  B.c. 
«  4t*-32  B.c. 
»  32-6  flu;. 


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88  Forks:  Lun-Hlng. 

The  prime  iniiiister  Huang  *fse  Kung, '  who  was  origiuallj  a 
bolder  wardeo  in  Yang-IiMo^*  travelled  with  a  sootliMiyer  ia  the  sane 
carriage,  when  tlu-y  perceived  a  womao  seventeen  or  eighteen  years 
old.  The  fortune-teller  pointed  to  her  and  said:— "This  woiiau 
will  be  raised  to  high  honours,  and  become  consort  to  a  marquis.** 
Hvauff  T^se  Kw*g  stopped  the  carriage,  and  looked  at  her  careftily. 
The  fortune-tdler  said: — **If  this  woman  wall  not  become  noUe, 
my  divination  books  are  of  no  use.'*  Ihumg  J^teKuuy  inquired  abcut 
her,  and  learned  that  she  was  from  the  next  village,  a  fenule 
belonging  to  the  Wu  family.  Thereupon  he  married  her,  and  after* 
wards  really  gained  high  lionours,  was  given  the  post  of  a  prime 
minister,  and  created  a  marquis.*  Since  Huang  T*9e  Knng  won  wealth 
and  honour,  his  wife  had  to  be  on  a  par  with  him.  Consequently, 
when  tlK*y  were  brought  together,  they  both  became  illustrious. 
Had  Hucuig  V«e  Km^a  fate  been  mean,  he  would  not  have  got  that 
woman  as  a  eonaort,  and  had  th^  not  tallied  together  as  man  and 
wife,  they  would  have  had  the  same  misfortune  as  the  two  persons 
above  mentioned  and  the  Prince  of  Chao,  If  an  entire  family  has 
a  glorious  destiny,  then  later  on  every  thing  turns  to  their  honour 
and  advantage,  whereas  in  case  of  incongruity  of  osseous  structure 
and  physical  shape-  they  will  be  separated  and  die,  and  cannot 
enjoy  great  happiness  long. 

In  noble  families  even  servants  and  slaves  as  well  as  cattle 
and  horses  which  they  rear  are  not  like  the  common  ones.  From  the 
looks  of  the  slaves  one  sees  that  tltey  do  not  easily  die.  The  cattle 
and  horses  often  produce  young.  The  seeds  in  the  fields  grow  up 
luxuriantly,  and  quickly  put  forth  ripe  grains.  In  commerce  those 
sort  of  people  manage  to  get  excellent  merchandise,  which  sells 
without  delay.  Those  who  know  fate,  find  out  the  great  folks 
amidst  low  people,  and  discern  the  miserable  among  the  magnates. 
Judging  from  the  osseous  structure  and  distinguishing  the  hues  on 
the  skin,  they  discover  mau*s  fate,  which  always  confirms  thmr 
predictions. 

Viscount  Chka  of  Ouxo*  bade  Ku  P»  Tw  OCing  tell  the  for- 
tunes of  bis  sons.  He  found  none  of  them  lucky,  until  he  came 
to  the  son  of  the  slave>girl  Ckaiy  Wu  Hbü^  whom  he  declared  to  be 
a  peer.    Wu  Haü  had  an  excellent  character,  and  was  stamped  a 

'  Hiianff  T'ge  Kunp  WU  prime  minuiter  of  the  emperor  Htim  Ti,  died  51  s  c. 

'  III  Hönau. 

*  A  parallel  passage  occurs  in  the  Uan-thu,  quoted  ui  the  T'ai-p'it^  jfi^isn 
729  p.  4. 

*  516  457«.c. 


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Fob  ke  :  Lun  -  Heng.  89 

nobleman  to  boot.  Later  on  Viscount  C/o^i  put  the  heir-apparent 
aside»  and  raised  Wu  Ihii^  who  aftenvards  became  \'isoouiit  Hsiatig.^ 

A  soothsayer  said  of  C^'ing  that  he  would  be  tortured,  but 
tlien  become  prince,  and  *he  really  was  made  a  prince  after  having 
suffered  punishment.' 

The  father  of  Wei  Ch'ing*  Chhtg  (Vi  liad  illicit  intercourse  with 
a  maid  of  the  princess  Ymg  Ildn^  Wei.  Wei  Cli'iug  was  boru  in  the 
Chiai-chwig  Palace.  A  convict  read  his  destiny  in  his  features  and 
said  He  is  noble,  and  will  be  invested  with  the  rank  of  a  marquis. " 
Wd  (Xing  replied: — "For  a  slave  it  is  quite  enough  not  to  be 
whipped  or  reviled.  How  could  he  dream  of  a  marquisate?  After- 
wards Wei  Ch'ing  entered  the  army  as  an  officer.  Having  dis- 
tinguished himself  in  several  battles,  he  rose  in  rank,  and  was  pro- 
moted, till  lie  was  made  generahssimo  with  the  title  of  marquis  of 
tea  thousand  families. 

Before  Gtou  Ya  Fu  ^  became  a  marquis,  Usü  Fu  predicted  his 
fortune  sayin^j: —*»  Within  three  years  hence  Your  Honour  will  be 
a  general  and  minister,  and  have  the  control  of  the  empire.  You 
will  rank  so  high,  that  amoi^  your  fellow  officials  there  will  not 
be  your  equal.  But  nine  years  later,  you  will  die  of  starvation." — 
(Äo«  Ya  Fu  repHed  laughing,  '  My  elder  brother  already  inherits  the 
title  of  marquis.  When  the  father  dies,  the  son  succeeds  to  his 
title.  Why  do  you  hint  at  my  becoming  marquis?  But  should  1 
really  attain  to  this  dignity,  as  you  say,  how  can  you  pretend  tliat 
i  shall  die  of  starvation?  Explain  this  to  me."  llffü  Fu  pointed  to 
the  perpendicular  lines  converging  at  the  corner  of  his  mouth,  and 
said.  "This  means  death  by  starvation."  — Three  years  passed.  His 
brotliiT,  marquis  S/teng  of  C/iiang''  was  punished  for  an  olfence.  W^n 
7«"'  was  in  favour  of  the  marquis  of  Chiang's  son.  The  wise  coun- 
ciiiü»  proposed  Lhou  Ya  Fu^  who  thereupon  was  created  marquis  of 


•  457  425  B.c.    Cf.  p.  7  and  Shi-rhi  chap.  43,  p.  8  seq. 

'  A  military  adventurer  of  the  2iid  century  b.c.  Hi«i  surname  vtm  originally 
itag  Pu.  It  wa«  diaiiged  intu  the  sobriquet  t'fCmg  Vu  "  Brautled  Pu  '  ,  alter  tie  tiad 
kflcn  branded  in  hii  oarlj  lifo.  He  mode  his  escape,  joined  in  tlie  rebellions  which 
M  to  the  rise  of  the  ifim  djoBsty,  and  was  rewarded  with  the  title  and  the  lief  of 
•  "Prtuce  of  A I  iA.-/fl//."  Mayert  Reader's  Manosl  No.  921k 

'  Quotatiou  from  iSAi^'  chap.  91,  p.  1. 

«  Cf.  I,  p.  349. 

*  Quoted  from  the  Shi-chi  chap.  Ill,  p.  Iv. 

>  Cf.  fS»le$  Biogr.  Diet.  No.  426»  wheie  the  end  of  Ckou  Ya  Fu  is  told  a  little 
iflerently. 

■  The  capital  of  tlio  Chin  State  In  Skiaui,  the  modem  Ckimig-ehou, 
»  Han  Wen  Ti  179-156  B.C. 


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90  Foub;  Lmi-Bfaig. 

7'' wo '  and  succeeded  the  marquis  of  C/iiang.  During  the  six  later 
years  of  Wen  Ti\i  reigu  the  Ihmnff-nu  invaded  the  Chinese  territory, 
and  Chmt  Yrt  Fu  became  general.  When  Ching  Ti-  assumed  the  govern- 
ment, Chou  Ya  Fu  was  appointed  prime  minister.  I.ater  oii  he  retired 
on  account  of  sickness.  His  son  bought  from  the  imperial  arsenal 
five  hundred  mail-coats,  which  he  wanted  for  his  father's  funeral. 
The  coohes  employed  at  the  job  were  irritated  against  him  for  not 
having  received  their  money,  ivnowing  that  fiscal  property  liad 
been  clandestinely  purcliased,  out  of  spite  they  denounced  Chou  Ya 
Fu's  son  to  tlie  throne.  C/iinf/  Ti  gave  orders  for  trying  and  tor- 
turing Um*  Ya  Fu^  who  did  not  eat  for  five  days,  spat  blood, 
and  died.' 

leng  T  ung  took  tlie  fancy  of  Win  71,  who  held  hiui  lu  higher 
esteem  than  a  minister,  presented  him  w^ith  enonnous  sums  (jf  money, 
and  treated  hiui  almost  as  his  equal.*  A  fortune-teller  predicted 
his  destiny.  The  verdict  was  that  he  would  become  poor  and 
miserable  and  die  of  starvation.  When  Win  Ti  died,  and  Citing  'It 
had  mounted  the  throne,  Ting  T  ung  was  punished  for  unlawful 
coinage.  On  examination  Chiug  Ti  found  l^ing  T  ung  already  dead. 
He  stopped  at  the  deceased  man's  house,  but  did  not  discover  a 
single  cash.'' 

The  prime  minister  Ilan^  when  a  youngster  borrowed  50  cash 
from  a  fortune-teller,  and  together  with  him  entered  the  Imperial 
Academy.  The  fortune-teller  divined  the  successes  of  the  scholars 
in  the  academy.  Pointing  at  I  Kumi''  he  intimated  that  this  youth 
would  rise  so  high  as  to  become  a  chief  minister  of  state.  Han  sent 
the  fortune-tell^  with  his  card  to  /  Kuan^  with  whom  he  contracted 
the  mcnt  Intimate  frien^hip.  He  exerted  hhmelf  to  the  utmost  in 
order  to  show  his  reverence.  For  the  purpose  of  lining  together 
with  /  Kutm  he  moved  hu  restdenos,  and  drew  as  near  as  possible. 
I  Kuan  was  sick,  Ban  nursed  him  like  a  servant.  His  kindness 
towards  I  Kuan  was  greater  than  towards  those  of  his  own  blood. 
Later  on  his  name  became  famous  all  over  the  world.  /  Kvan  ob- 
tained the  post  of  a  secretary  of  state.  The  local  officials  had  to 
obey  his  orders.  He  recommended  his  friend  to  the  throne  for  an 


^  Anodier  andflot  dty  in  8kmd  not  far  fitkm  Chiang. 

s  Hm  CklHfi  Tt  156-140. 

3  Quotation  in  a  abridged  farm  from  Shi-chi  chap.  57,  p.6v.  aeq. 

♦  Tenff  T'uny  was  a  minion  of  tlio  Enijieror  Win  Ti. 
Cf.  Trng  I'mig's  biography  io  Shi-dU  cbap.  125,  p.  2. 

*  iian  An  Kuo^  2nd  cent  B.O. 
«  DiAd  112  M. 


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Forke:  LoD-H^ng.  91 

appointment  at  the  eourt.  Man  aabaequeoily  was  promoted  to  the 
post  of  a  prime  minister. 

The  convict,  Hgü  and  the  men  who  told  the  fortunes  of 
TSuff  J^ung  and  /  Kuan  can  be  considered  as  soothsayers  who  knew 
fate.  These  sort  of  people  examine  the  symptoms  of  the  physical 
frame,  and  perceive  wealth  and  honour,  poverty  and  disjgraoe,  just 
as  we  on  seeing  plates,  know  the  use  thereof  Fine  veraels  are 
used  by  the  higher  classes,  coarse  ones  with  the  same  certainty 
fiiifl  their  way  to  the  poor.  Sacrificial  vases  and  tripods  are  not 
put  up  in  outer  buildings,  and  gourds  are  not  to  be  found  in  the 
principal  hall.  That  is  a  matter  of  course.  That  noble  bones  do 
not  meet  witli  the  liardships  of  the  poor,  and  that  wretched 
featin-fs  never  share  the  joys  of  the  grand,  is  on  the  same 
principle. 

Vesisels  used  as  measures  may  contain  a  peck  or  a  picul. 
Thus  between  tlie  human  ranks  there  is  a  difference  of  liigh  and 
\i<\\.  If  vessels  are  fiücfl  over  their  size,  their  c<:)ntents  runs  out, 
anil  is  lost.  If  tlie  limit  ol"  a  rank  is  surpassed,  the  holder  perishes. 
By  making  in  (uir  discussion  of  fate  tliis  comparison  with  a  ve-^'-r!, 
in  order  to  asfcrtain  the  iiatinr  of  anthroposcopy,  we  arrive  at  the 
conclusion  that  fate  is  lodged  in  the  corporeal  form. 

But  not  only  are  wealth  and  honour,  poverty  and  wretched- 
ness visible  in  the  body,  pure  and  base  conduct  have  also  tlu'ir 
phenomena.  Pre-eniinen(re  and  misery  are  tlie  results  of  fate,  pure 
and  base  condm  i  flt  j)r  nd  on  character.  As  there  is  a  method 
detenniuing  fate  by  the  bones,  tliere  is  also  such  a  science  doing 
the  same  for  the  character.  But,  whereas  there  are  famous  sooth- 
sayrrs.  it  is  not  known  that  a  science  determining  the  character 
by  the  leatun  ^  e.vists. 

ban  Li^  left  Yn^h.  From  67*  he  despatclied  a  !ettj»r  to  the 
high  t)fficer  (Jiuny  reading  as  follows: — "  Wlien  the  Hying  birds  are 
all  exterminated,  the  good  bow  is  put  away.  When  the  cunning 
hare  is  dead,  one  cooks  the  grcyiiound.  The  king  ol  Ytu-h  has  a 
king  neck  and  a  mouth  Hke  a  beak.  One  may  share  hardsinps, 
but  not  enjov  happiness  with  him.  Why  do  you  not  lea\  e  him?** 
Tiu*  ofticer  Chung  could  not  leave,  but  he  pretended  sickness,  and 
•lid  not  go  to  court,  whereupon  •  the  king  sent  him  a  sword,  by 
which  he  died.^ 

<  A  nativ«  of  ths  Y9A  State,  and  infai»tar  of  King  JTom  <^'m  of  FOeA,  In 
nodeni  Ckekiarg^  5th  oenl»B<o; 

*  An  old  Si^tf^  in  ShrmUmg. 

*  Quoted  from  tlie  JShi-cM  chap.  41,  p.  6  v.   The  last  clause  is  abridged. 


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92  Pom«:  Lan-Hteg. 

Wei  Luio^^  a  native  of  Ta-lmng,^  proposed  to  Ch  in  SiuJt  Huang 
7«^  a  scheme  to  eonquer  tl)o  erTipiro.  (li'in  Sfiih  Huang  Ti  accept<»d 
1Ü8  proposal  and  fonfVrred  upon  Inin  the  higb»»st  distinctions,  givinu; 
him  the  same  dr  sses  and  the  same  food  as  lie  had  himself.  Wei 
Liao  said,  "  Tlie  king  of  (^t  in*  lias  a  hij^h  nose,  long  eyes,  the 
chest  of  a  vulture,  the  voice  of  a  jackal,  the  look  of  a  tiger,  and 
the  heart  of  a  wolf.  He  knows  no  kindness.  As  long  as  he  i» 
liard  up,  he  is  condescend  in but,  wlit-ii  he  ha.s  got  what  he  wanted, 
he  despises  men.  I  am  a  simple  citizen,  yet  he  aKvays  treats  me 
with  great  condeacent-ion.  Should  1  really  serve  the  king  of  i'Jt 
he  would  gain  his  ends,  and  the  whole  world  would  be  robbed. 
1  can  have  no  deahiigs  with  him."    Thus  he  weut  away.^ 

Fan  Li  and  Wei  Liao  correctly  determined  future  events  hy 
observing  I  lie  outward  signs  of  character.  Things  really  happened, 
as  they  had  foretold  from  the  features.  It  is  evident,  therefore, 
that  character  and  destiny  are  attached  to  the  body. 

The  instances  quoted  in  the  popular  literature  are  universally 
regarded  as  true.  Hesides  there  are  a  great  many  cases  in  oldea 
and  modem  times  not  much  heard  of,  which  are  all  well  founded. 
The  spirit  comes  from  heaven,  the  body  grows  on  earth.  By 
studying  the  body  on  earth  oue  becomes  cognizant  of  the  fate  in 
heaven,  and  gets  tlie  real  truth. 

Confucius  is  reported  to  have  examined  7'  an  T  at  Tse  Yit,^  and 
T  any  C/iii''  to  have  divined  for  7" mi  Tsi^^  and  that  both  of  them 
were  mistaken.  "Where  did  their  error  come  from?  The  signs  were 
hidden  and  too  delicate.  The  examination  may  have  for  its  object 
the  interior  or  the  exterior,  the  body  or  the  voice.  Looking  at 
the  outside,  one  perhaps  misses  the  inside,  and  occupied  witl»  the 
body,  oue  forgets  the  voice. 

When  t'<jiifiu:im  came  to  C/iSng^^  he  lost  his  disciples.  He  stood 
by  himself  near  the  east  gate  of  Chh\g.  Some  man  of  Ch^tig  asked 
T&e  Ktuig     saying: — "  There  is  a  man  near  the  east  gate  with  a 

1  Wei  £iM  wrot«  •  work  on  the  art  of  tnur. 

*  All  aiideat  Mime  of  ICm-feng-fu. 

^  The  first  emperor  of  \hc  f'h'in  dynasty  221-209  BUS. 

*  S/iiA  Ihtattff  7V*.«  kint;(i<)iii  ill  Shrrm. 

*  Quoted  in  an  abridged  form  Iruiti  the  iHn-tlu  chap.  C,  p.  6  seq. 

*  A  diae^lo  of  Ceiy^udut,  extramely  ugly,  but  very  talentod.  Cf.  AnaJkd»  VI,  12. 

*  A  famoiu  phyaiognomist  3rd  coot  8.c. 

*  A  native  of  Fen,  wlio  first  studied  physiognomy  with  Tang  Chu  and  later 
on  was  appointed  roniister  by  King  C'A*ae  Htiang  of  Chin  (305^249  bx.). 

'    III  Hunan. 

A  diaciple  of  (  onfucius. 


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Foukk:  Lüh -Heng. 


93 


head  like  that  of  Yao,  a  neck  like  that  of  Km  Kno,  and  shoulders 
resembling  those  of  'Jse  Ch'an.^  But  from  Iiis  waist  downward  he 
is  by  three  inches  shf>rter  thon  Yu.  He  is  worn  out  like  a  stray 
dog.**  Ise  Kung  ioformed  Confticitis.  Confuaus  laughed  heartily  and 
said,    My  appearance,  never  mind»  but  like  a  stray  dog!  just  so, 

just  80."» 

In  the  matter  of  Cw^udus'  appearance  the  man  of  Ch^ig  was 
wrong.  He  was  not  (  lever,  and  his  method  was  very  siiperticial. 
Con/ucitu  made  a  mistake  with  Tse  Yn,  and  T'ang  Chfl  was  in  the 
wrong  with  T  mU  Tsd^  as  the  man  of  Ch^tg  in  looking  at  Confttcim 
(lid  not  apprehend  his  real  appearance.  Judging  from  his  mien 
Con/ueius  was  deceived  with  Tse  Yü,  and  going  by  words  he  was 
in  error  in  regard  of  Tmn  Yü,* 

^  The  appellation  of  Kuag  Sun  Ch'iaOf  a  famous  minister  of  the  Ckiitg  State 
in  the  6th  cent.  b.c. 

>  A  qnoCatkm  fWtni  8ltS-«M  ehap.47r  p.  12  v.  Gf.  Lr^^  Amledi,  iVolym^ 

«MP.7& 

'  One  of  the  disciples  of  Confucim,  wliose  character  was  not  qaite  on  a  level 
with  his  HiK^nn'  of  spporh,  wherefore  the  Master  said  of  him,  "In  choosing  a  man 
for  his  gift  of  speech,  I  have  failed  as  regards  T»ai  Yü.'' 

i 


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94 


FoKi;  Lnn-Hlng. 


CHAPTER  XXV. 

Long  Life  and  Vital  Fluid  (Chi-slum). 

The  fate  wliich  every  one  receives  jb  of  two  kinds,  one  (leter* 
mines  those  events  which  he  must  encounter,  the  other  is  tlie  fate 
of  streogtli  and  weakness,  of  long  or  short  life.  The  events  to  be 
encountered  are  war*  fiie.  crushing,  and  drowning,  etc.;  strength  and 
long  life,  w^&kn^  short  h'fe  are  connected  with  the  copious- 
ness and  scarcity  of  the  received  fluid.  War  and  fire,  crushing  and 
drowning  can  supervene,  there  fore  there  is  not  necessarily  a  period 
of  invariable  lengtli  for  what  has  been  received  as  fate.' 

If  the  limit  of  strength  and  long  life  be  a  hundred  years, 
then  the  fluid  of  those  who  do  not  reach  a  hundred  years  must 
be  insufficient. 

When  the  fluid  is  <'opiou8,  the  body  becomes  strong,  and  the 
body  bdng  strong,  life  lasts  long.  On  the  other  liand,  vvlien  the 
vital  force  is  scanty,  the  body  is  w^eak,  and  with  a  weak  body  life 
is  short.  A  short  life  is  accoraj)nnicd  hy  much  sickness.  If  the  span 
be  short,  people  die  soon  after  tliey  are  born,  and  are  anniliilated, 
before  tliey  are  fully  developed.  That  is  because  their  vital  fluid 
is  too  little  and  too  weak. 

Those  imbued  with  a  copious  and  a  strong  fluid  do  not  all 
at  once  end  their  lives.  If  people  do  not  meet  with  any  accidents, 
and,  leading  i\  quiet  life,  become  exhausted  and  worn  out,  until 
they  die  for  want  of  vitality,  it  is  owing  to  tlie  insufficiency  of 
their  vital  fluid,  wliich  they  have  completely  used  up.  Their  fate 
is  similar  to  that  of  those  \\lio  expire  soon  after  their  hirth  and 
are  cut  off,  before  they  liave  grow  n  up.  In  all  these  cases  the  de- 
ficiency of  the  fluid  is  the  reason,  why  those  persons  do  not  live 
a  hundred  years. 

Tlie  fhiicl  which  fills  men  is  citlier  full  and  abundant — then 
they  are  strong  and  vigorous,  or  scanty  and  poor — then  they  are 
weak  and  feeble.   Imbued  with  a  full  quantity,  they  are  strong, 

>  What  has  been  received  as  fate  ie  the  ^itsl  fluid  or  life.  The  length  of 
life  depends  on  the  quality  of  this  fluid,  but  it  can  be  shortened  by  accidents,  such 
as  WW,  fire,  etc.  coming  from  abroad,  before  vitality  is  eacbaasted,  and  death  would 
ensue  under  iionnal  conditions. — The  Clnneso  word  used  here,  means  fate  " 
as  well  as  ''life.'* 


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Foub:  Lud -Heng.  95 

and  five  long,  filled  with  a  small  dose,  they  are  weak,  and  lose 
thnr  bodies. 

WKen  HeaTcn  and  Eartii  produce  things,  sometimes  these  thin^ 
do  not  grow  to  their  full  growth,  and  when  father  and  mother  en^ 
gender  a  child,  sometimes  its  full  deyelopment  is  checked.  It  happens 
that  a  plant  bears  a  fruit,  but  that  this  fruit  withers,  dies,  and 
drops,  and  it  also  happens  that  people  hare  a  son  who  is  killed 
in  his  jronth.  Had  this  fruit  not  withered,  it  would  also  have  com- 
pleted one  year,  and  had  the  son  not  been  killed,  he  would  like- 
wise have  lived  a  hundred  years.  The  decay  of  the  fruit  and  the 
death  of  the  son  are  brought  about  by  tibe  weakness  of  tlieir  vital 
force.  Although  their  forms  be  complete,  their  feeble  fluid  does 
not  suffice  to  fill  them. 

When  the  cries  of  a  new-born  infant  are  shrill  and  piercing, 
it  will  live  long,  when  diey  are  whining  and  pitiful,  it  will  die 
young.  \Vliy?  Because,  when  the  new-boms  receive  their  fate  of 
longevity  or  short  life,  the  greater  or  smaller  quantity  of  their  fluid 
forms  their  nature. 

Wlifn  a  mother  nurses  her  child  at  longer  intervals,  it  will 
be  fit  for  life,  wliereas,  when  she  nourishes  it  very  frequently,  it 
will  die.  Why?  Because  the  nursing  at  intervals  shows  that  the 
fluid  is  copious,  and  the  child  is  strong.  The  frequent  suckling 
proves  the  insufficieni^  of  the  vital  fluid  and  the  weakness  of 
the  baby. 

A  fondling  is  a  son  anterior  to  whom  anotlier  son  has  already 
been  brought  up  and  died.  Tliey  say  that  such  a  fondling  cannot 
Hve,  and  call  it  a  fondling.  The  idea  is  that,  another  son  having 
already  died,  the  mother  is  too  anxious  about  the  new  one,  and 
spoils  his  nature.  The  former  son  is  dead,  and  the  fondling  is 
doomed,  because  be  is  nursed  much  too  often.  His  fluid  being 
too  feeble,  he  cannot  thrive.  Though  he  may  grow  up,  he  is  too 
easily  affected  by  external  influences.  He  wiU  always  be  the  first 
to  catch  a  disease,  and  his  alone  will  prove  incurable. 

A  fate  of  a  hundred  years  is  the  proper  one.  Those  who 
cannot  complete  a  hundred  years,  though  they  have  no  proper  fate, 
still  have  a  fate.  In  the  same  manner  the  proper  height  of  the 
human  body  is  ten  feet.^  Therefore  a  man  is  called  chan^fitj^  and 

>  And  this  nature  becomes  manifeel  bj  the  way  in  whidi  the  new'-bonw  «7. 
9itmi^  babies  bave  etrang  voieee,  weak  ones  give  only  a  whine. 

'  Oil  tlie  Chinese  foot  see  p.  101  Note  1. 

*  Wmfi  Ck'uHjf  explains  the  term  chai^-fn  ^  "  joang  man  **  as  origin- 
iDy  meaniiig  a  man  of  ten  feet  =  elumg* 


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96  Forkk:  Lim-Hrng, 

dmug-jt'u  is  aa  hoaoraiy  desigaatiou  for  an  old  gentlemaa  and  an 
old  lady.'  A  man  not  measuring  ten  feet  has  not  the  proper  heiglit, 
but  nevertheless  lie  possesBes  a  lioly.  A  body  cannot  he  declared 
to  be  no  body  because  of  its  falling  short  of  ton  feet.  And  so  fate 
cannot  be  said  to  be  no  fate  on  account  of  its  not  coming  up  to 
a  hundred  years* 

Heaven  does  not  distribute'  long  and  short  fates,  of  wliich 
every  one  would  obtain  either.  We  may  say  that  man  receives  his 
fate  in  his  fluid  from  Heaven,  which  is  the  same,  whether  he  fin- 
ishes it  sooner  or  later.  There  is  a  saying  to  the  effect  that,  if 
somebody  aspires  to  royalty  and  does  not  succeed,  this  pretender 
can  remain  a  leading  prince.  Leading  princes  are  unsuccessful  pre- 
tenders to  royaltjr.  A  pretender  should  rise  to  royalty,  as  a  long  life 
ought  to  come  up  to  a  hundred  years.  Unable  to  become  a  king, 
he  retires  and  continues  a  leading  prince,  and  thus  he  who  cannot 
attain  to  a  hundred  years  resigns  himself  to  a  premature  death. 

A  king  and  a  pretender  do  the  same,  but  are  given  different 
names,  the  one  an  honourable,  the  other  a  contemptible  one.  A 
long  and  a  short  life  are  caused,  as  it  were,  by  the  same  fluid,  but 
they  are  of  different  duration,  either  long  or  short.  How  do  we 
know  that  he  who  does  not  live  a  hundred  years,  and  dies  an 
untimely  death,  possess^  a  fate  of  a  hundred  years  all  the  same? 
Because  his  liodily  frame  is  as  big  and  as  tall  as  that  of  others. 
A  body  that  has  lived  a  hundred  years  docs  not  diffor  from  another 
of  fifty  years.  The  bodies  not  being  different,  the  vital  fluids  cannot 
differ  either.  Birds  and  animals  have  other  bodies  than  man,  hence 
the  length  of  their  hves  must  differ  from  the  human. 

How  can  we  prove  that  human  life,  if  it  be  long,  lasts  a 
hundred  years?  There  are  such  cases  in  the  world,  and  the  Literati 
say  that  during  the  time  of  universal  peace  people  iised  to  be  very 
tall,  and  live  about  a  hundred  years,  which  was  tin'  olTect  of  the 
hartnonious  fluid.  In  tlie  Canon  of  Yno,  Yao  says,  1  have  been 
seventy  years  on  the  throne."*  He  wished  to  abdicate,  and  found 
Sliitu.  S/lun  was  tried  and  had  occupied  tlie  throne  thirty  years,'' 
when  Yao  retired  owin^  to  his  old  age.  p]ii;ht  years  afterwards  he 
expired.  Ninety-eight  years  bad  elapsed  until  his  decease.^  But  he 

'        ^ .    A  husband  thus  addresses  his  fatlier  and  mother-in-law. 

•  Quotation  from  the  Shtkinff  Pt,  I,  chap.  Ill,  12  (Le^ffe  Vol.  Ill,  Pt.  I,  p.  25). 
s  The  Shi-cM  chap.  1,  p.  20  (CAooohmv,  JTAm.  JSfiM.  Vol.  1,  p.  09)  writes 

twentf  years. 

*  In  that  caM  Skm  CMmat  have  rdgned  for  lum  tonger  than  20  jrasra,  for 

70  -h  20  +  8  =  96. 


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Fo  n  K  E :  Lnn  -  H^ng.  97 

must  already  have  lived,  before  he  asoended  the  throne.  Counttng 
all  tliese  numbers  together  we  arrive  at  an  aggregate  sum  of  over 
a  hundred  years. 

It  is  further  stated  that  ''Shun  was  thirty  years  old,  that  he 
was  tried  thirty  years,  and  that  he  was  on  the  throne  fifty  years, 
when  he  went  on  high  and  died,"^  which  makes  just  one  hundred 
years.' 

WM  Wang  said  to  Wu  Wang,  am  a  hundred  years,  and 
you  are  ninety.  I  will  give  you  three  years  of  mine."  Wing  Wang 
was  ninety-seven  years  old,  when  he  died,  and  Wu  Wang  ninety- 
three,  when  he  departed.' 

The  Duke  of  Chou  was  a  younger  hrotlter  of  Wu  Wang.  Between 
brothers  there  is  generally  no  greater  difference  than  ten  years* 
After  the  death  of  Wu  Wang,  Chou  Kung  became  reo:«  tit.  Seven  years 
later  he  returned  the  government,  and  retired  owing  to  old  age. 
That  would  make  about  a  hundred  years.  The  Duke  of  Shoo  was 
an  elder  brother  of  the  Duke  of  Chou.  At  the  time  of  Kin^  K'ang* 
he  was  still  Senior  Tntor,  which  would  make  more  than  a  hjuindred 
years. 

Sages  are  endued  with  the  harmonious  fluid,  tlierefore  the 
years  of  their  destiny  liave  the  proper  number.  The  Iiarmonious 
fluid  is  conducive  to  a  tranquil  government.  Therefore  during  the 
age  of  universal  peace  the  number  of  tall  and  long>lived  persons 
was'  particularly  great.  One  hundred  years  is  the  proper  number 
of  years  of  a  long  human  life,  as  autumn  is  the  proper  timo  for 
the  fate  of  plants,  since  plants  live  until  autumn,  when  they  die. 

Plants  perishing  before  or  after  autumn  are  similar  to  men 
whose  life  either  exceeds  or  falls  short  of  a  hundred  years.  The 
thne  before  or  after  autumn  corresponds  to  more  or  less  than  a 
hundred  years.  Some  plants  fade  already  after  they  have  pierced 
the  earth,  as  men  may  die  soon  after  their  birth.  Other  plants  may 
pass  the  autumn  without  withering  just  like  men  whose  years  may 
eventually  be  from  one  hundred  to  three  hundred. 

*  Qootntiaii  from  tiM  Shukin^  {Shun-tim)  Pt.  II,  Bk.  I,  elM|».  VI,  38  (Z^ye 

YoLm;  PLi,  p.51). 

*  The  compatatiOB  fpvea  110  not  100 years.  We  should  read  "he  was  tried 

twenty  years'"  ii!<;tr-\d  of  thirty,  the  reading  adoptrd  in  tlie  S/iJ-rhi  m\d  defended  by 
several  old  commeutatorv.  Cf.  Legge' a  notes  to  the  passage  and  Chavannea  toe.  cit. 
p.  91  Kote  2. 

*  Quoted  from  the  Ittf,  WM  Wmg  M4te  (£^«.  Sacred  Book»  YcLlOCVE, 
p.  344)w  Tbe  eommentalore  are  at  a  Ims»  hoir  to  eacplain  that  W6t  Woiy  was  only  ten 
jean  older  than  his  son,  Wu  Wbty,  and  how  he  conld  give  him  aome  of  hia  years. 

«  1078-1053 

1^ 4. a^tiMmLStrtrnkm.  MOT.  LähL  7 


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98  Timm:  Liiii-H^. 

It  is  on  record  tliat  Imo  Tse  lived  over  two  Imndrrd  years.' 
The  Duke  of  Slmo  became  one  hundred  and  eiglity  years»  old.  K'!i> 
Tmtiff^  reigned  one  hundrctl  wars,  aiui  Iving  Mu  of  the  Cfioti  dyn- 
asty hkewise  one  hundred. '  Inchiding  the  time  before  his  ascension, 
there  must  have  been  upwards  of  one  imndred  and  lliirty-four  years 
altogether. 

'  Ma  Ch'ifn  mentions  this  report  in  tiis  biography  of  Lao  Tte  (Shi-rh>, 
chap.  ()3,  p.  3).  Some  said  that  Lao  T*e  became  over  1(30  years  old,  Others  that  he 
lived  over  2()()  years,  proionginj:  Iiis  life  by  the  practice  of  virtue. 

«  The  JSitukm^  PuV,  Bk.  XV,  {Uff</e  Vol,  111,  Pull,  p.  407)  expressly 
states  thst  Kao  Tnm^  =  Wu  Ting  enjoyed  the  throne  for  fifty  end  nine  years,  not 
for  a  hundred.  He  reigned  from  1324-1266  b.c. 

3  Thu.s  the  Shuking  {Lü-hnng)  Pu  V,  Bk.  XXVII,  1  {Legge  Vol,  III,  Ft.  II, 

p.  as  'Waiuj  Ch'nrui  :ind  others  understand  the  passage  (On  J.'gge's  different  new 
cf.  his  notes).  Aceordiiig  to  the  Shi-chi  King  Jlus  reigu  lasted  but  56  years.  It  is 
usually  reckoned  from  K>i.>l-i)47  b.c. 


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Foin:  Lon-Rlog. 


99 


CHAPTER  XXVI. 
Hirades  {(M-kuai^» 

The  Literati  pretend  that  Sages  are  not  born  from  Iiuman 
sperm,  but  that  they  are  endowed  witli  a  special  essence  from 
Heaven.  The  mother  of  Yfl  swallowed  pearl-barley,'  and  gave  birth 
to  Yil,^  whence  the  IlsUt  dynasty  haa  its  surname  Sse.^  IJsi^fi  .s  mother 
consumetl  a  swallow's  egg,  and  was  delivered  of  Hsieh  *  whence 
the  y'm  dynasty  derived  its  surname  T,se.^  The  mother  of  flou  Chi 
walked  in  tiie  foot-steps  of  a  giant,"  and  bore  IIou  Oii^''  whence 
the  ihoti  re«ieived  tlieir  surname  Chi.^  The  ShUcing  says.  "There 
was  no  rendirtir  rnid  no  tearinj^,  thus  Hou  C7n  was  horn."" 

They  turtlu'r  state  tliat  }7/.  and  Hsieh  were  horn  unnnturally, 
isjstiiiiij  from  tlieir  mothers  bai'k,  and  that  lion  Chi  wa.s  horn  na- 
turally. There  was  no  rending  and  no  tearing;,  the  mot her's  hoily 
did  not  suflTer.  hence  tlie  expressi'>ii: — no  rendinir  and  no  tearing. 
The  deseen<laiit!s  of  those  horn  unna t  u  [  ally  die  rm  unnatural  death, 
while  the  descendants  of  those  born  naturally  die  naturally.  There- 
lore  r/.fW'  and  I'hoH^^  were  executed,  and  Nan  Wang^^  was  deprived 
of  his  cities.    These  words  seem  to  be  seU-consisteut,  therefore 

•  f  ®- 

*  1^18  legend  I*  msntiottad  in  the  W«  THA  CWhimAVhi  the  Chronlde  of  WW 
and        by  Cha0  Tth  of  the  1st  cmt.  a.D. 

♦  Cf.  Chap.  XXXVII.  Tho  Skiking  Ft.  IV,  Bk.  III.  Ode  3  only  says  tliat 
Bearen  commissioned  the  swsQow  to  descend  and  giro  birth  to  (-^y  Vol.  IV, 
KU,  p. 636). 

'  ^^p*,  which  also  may  signify  an  ^gg* 

'  (  iuit'  fj  \>inj\,  the  mother  of  Hmi  ('hi  "  troH  nti  tlip  toe-jiriiit  made  by  God"* 
Mjs  the  Shikiny,  i'l.  iil,  Ük.  il,  Ode  1  (Z^yy  Vol.  iV  ,  I't.  ii,  |i.  4l.'»). 

*  ijj^*  r«,  HäiAt  «nd  Him  CH  ore  the  aocestora  of  the  Three  DynMtlee;— 
Bä^  I'Ai,  and  Cfto«.  The  Skt^-vsin  observes  that  because  the  mothers  of  these 
Sifes  wens  moved  by  Heaven,  Son  of  Heaven  became  a  term  for  a  Holy  Emtieror. 

»  Shiking  VuTO,  Bk.U,  Ode  I.  2. 

Th*»  \&sx  entperors  of  the  fhia  and  the  I'm  dynasties. 

The  last  reigning  emperor  ot*  the  house  of  TAom  {314  -2:itj  b.c.),  who  in 
256  had  to  surrender  36  cities  to  the  King  of  Chin  and  in  the  same  year  died  as 
a  prisoner  of  CNin, 


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100 


Foikb:  Lnn-H^g. 


people  believe  them,  and  sinoe,  in  addition,  evidence  is  given  to 
establisb  their  truth,  they  rely  on  these  utterances. 

The  Chan^ihi^  also  rdates  of  the  mother  of  Yao^  Ckmg  7t«, 
that  she  conceived  from  a  red  dragon,  when  she  went  out  into 
the  country,  and  gave  birth  to  Yao,  From  ihe  chronicle  of  Kao 
Jkn*  we  learn  that  dame  U»  was  reposing  on  the  banhs  of  a  large 
lake.  In  her  dream  she  met  with  a  spirit.  At  that  time  there  was 
a  tempest  with  thunder  and  lightning  and  a  great  darkness.  Tei 
Kong}  went  near,  and  perceived  a  dragon  above  her.  She  became 
eneauti  and  was  delivered  of  Kao  Tm,  These  instances  of  the  supers 
natural  action  of  spirits  are  not  only  narrated,  but  also  written 
down,  and  all  Üie  »aoanU  of  the  day  swear  by  them.  A  thorough 
investigation,  however,  will  show  their  futility. 

The  statement  of  the  Skikmg  that  there  was  no  rending  and 
no  tearing  viz*  that  the  mother's  body  was  not  much  affected  may 
be  true,  but  the  assertion  that  Yü  and  HM  issued  from  their 
mother's  back  is  irrational.  When  cicadas  are  bom,  they  break 
forth  from  the  back  of  the  larve.  Did  Heavm  in  generating  those 
sages  follow  the  law  of  the  Iarv«e? 

Hares  conceive  by  licking  the  pubescence  of  plants.  When 
the  leveret  is  bom,  it  issues  from  the  month  of  the  hare.  Since 
the  motiier  of  Yü  swallowing  the  barley  and  that  of  Htuh,  who 
consumed  the  swallow's  ef^,  were  like  hares  licking  the  pubescence, 
their  sons  ought  likewise  to  have  issued  from  their  mouths,  and 
not  from  their  backs.  Consequently  the  statement  about  the  back 
is  pieposterouB. 

In  the  world  many  persons  die  a  sanguinary  death  by  the 
sword,  and  it  is  not  necessary  that  tlieir  first  ancestor  should  have 
had  an  unnatural  birth.  When  the  Ch'in  lost  the  empire,  Yen  Yiieh* 
belicaded  IIu  Hai,^  and  Hsiang  Yü*  executed  Tue  Ving.'  Was  the 
forefather  of  the  CA'tn,  PoYf"  hom  unnaturally?  Ergo  the  thesis 
of  natural  and  unnatural  births  based  on  the  ancestors  of  the  Three 
Dynasties  is  erroneous. 


*  A  book  of  prophedo*  wrongly  ueribod  to  Conjucpu. 

*  Skt-eM  chap.  8,  p.  2. 

*  The  father  of  Kao  Tmu 

*  The  son-ill-law  of  the  powerful  eannch  Chao  Kao,  who  oontrivod  tlio  dooth 

of  tbo  emperor.    C(.  ChavannP'-',  M-'m,  Hi^it.Yoi.U,  p.  213 seq. 

^  The  Emperor  Erh         iltuuy  Ti,  son  of  (.'hin  SAih  Huang  Ti^  209-206  b.c 

*  Cf.I,  p.  358. 

^  A  child  which  ooeqMlod  tho  throne  6S  days  only. 

*  The  fonstw  of  the  Emperor  8km. 


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Fowu:  Lun-H^ng.  101 

Moreover,  pearl-barley  is  a  plant,  a  8M'alIow*8  egg  a  bird,  and 
a  giant's  foot-prints  are  earth.  These  three  things  are  bodies,  but 
not  a  fluid,  how  oould  they  procreate  a  man?  With  regard  to 
Sages  people  suppose  that  they  receive  the  essence  of  Ueaven»  which 
is  an  exceptionally  £ne  fluid,  wherefore  their  doings  are  so  different 
from  tho&e  of  the  masses.  Now  the  progenitors  of  the  Three  Dy- 
nasties are  born  from  a  plant,  a  bird,  and  earth.  Could  these  be 
regarded  as  very  fine  essences? 

Since  among  the  productions  of  Heaven  and  Earth  man  is 
the  noblest,  the  others  are  common.  Now,  if  the  essence  of  those 
common  things  should  be  the  sperm  for  the  noblest  creature,  man, 
how  could  it  be  very  fine? 

Let  us  suppose  that  a  pigeon  or  a  sparrow  emitted  their  fluid 
into  a  wild  goose  or  a  wild  swan,  it  would  never  produce  an  e^g. 
Why?  Heeause  a  pigeon  and  a  sparrow  are  too  small,  compared 
with  a  w  ild  goose  and  a  wild  swan.  Now,  the  body  of  a  swallow 
measures  but  five  inches,  and  the  stalk  of  pearl-barley  not  more 
than  several  feet.  How  could  the  two  women  who  swallowed 
the  egg  and  tlu-  \x^t\in  Iiavu  begot  a  creature  of  seven  feet?' 

Supposing  that  one  melts  the  copper  required  for  a  tripod 
and  pours  it  into  the  mould  of  a  cash,  it  is  plain  that  one  could 
not  produee  a  tripod.  Now  the  giant  is  the  Spirit  of  FTeaven,  there- 
fore his  foot-prints  were  so  big.'  The  man  with  the  hu^e  foot-prints 
i?*  like  the  molten  copper  for  a  trij>nd.  ami  (liinug  Yuans^  body  like  tlie 
mould  of  a  cash.  Should  the  giant  emit  his  fluid  into  T/iw«^  Ff/aw, 
her  body  would  b<'  mueli  too  small  to  receive  the  whole  easence,  and 
without  this  whole  essence  Hou  Chi  ixjuld  not  have  been  born. 

If  Yao  and  Kao  Tm  were  really  the  sons  of  dragons,  their 
nature  as  sons  ought  to  have  been  similar  to  that  of  their  dragon 
fathers.  Dragons  eau  ride  on  the  clouds,  and  Yao  aud  Kao  Tm 
should  have  done  the  same. 

All  plants  growing  from  earth  resenibU  ilieir  own  species,  but 
not  earth,  for  thev  are  jiot  produced  by  earth,  which  merely  nour- 
ishes and  feeds  tlu  iii.  A  luuther  with  child  is  like  the  earth  feeding 
plants.  rii»'  mothers  of  Yao  and  Kiut  Tsu  received  the  emissions  of 
t}>e  drn^  )M-^.  earth  receives  the  ^eeds  of  plants.  Since  grow  ing 
plants  are  snniiar  to  their  own  species,  tiie  two  emperors  also 
aiiould  have  been  like  dragons. 

'  Msn  flMsaom  wven  feet  acoordiog  to  tha  ncsaarsmeat  of  the  Chim  ^ocb, 

whm  1  foot  was  like  20  cm.,  and  7  feet  =  1,40  m. 

The  Shikiny  loc.  tit.  explicitly  states  that  the  foot-prints  wsre  made  by  God. 
Tlie  name  of  Hou  Chi'*  mother. 


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102  Toub:  Lnn-Hteg, 

Of  animals  with  blood  males  and  females  pair.  Wlien  tliey 
come  togetlier  and  see  one  of  tlieir  own  kind,  their  lusi  is  excited, 
they  wish  to  satisfy  it,  and  then  are  able  to  emit  their  lluid. 
Should  a  stallion  see  a  cow,  or  a  male  sparrow  a  heu,  they  would 
not  couple,  because  they  lu'long  to  diirerent  species.  Now,  dragons 
ntid  itiuii  are  of  a  dillerent  species  likewise.  How  then  could  a 
dragon  be  njoved  by  a  human  being  so  as  to  impart  its  fluid? 

Some  say'  that.  wIm-ti  flic  ll-iii  dynasty  was  near  its  down- 
fall,  two  dragons  iouglii  Ujg<  rher  in  tlie  court,  and  spat  tlieir  sali\a 
on  the  ground.  When  the  ihagons  had  disappeared,  their  saliva 
was  [ni'served  in  a  casket,  tmtil  King  Yu  of  the  Choxi-  dynasty 
opened  it.  Then  the  saliva  ol'  the  snakes  eliauged  into  a  l)laek 
li/.ard,  which  slipped  into  the  scrai^Ho,  where  it  had  intercoui*se 
with  a  palace  girl.    The  result  was  the  Inrtli  of  Mjo  tke.^ 

A  hlaek  lizard  belongs  to  another  class  than  man,  how  could 
it  become  enamoured  with  a  palace  girl,  and  emit  its  lluid?  Tlie 
intercourse  with  the  black  lizard  was  vicious,  therefore  J'<io 
catised  disasters,  and  overthrew  the  Chou  dynasty.  When  dilVcrcnt 
sj)ecies  recklessly  mix  together,  their  offspring  l)ecomes  uu))rincipled 
and  mischievous.  Now,  the  mothers  of  Y<uj  and  Kao  Tsti  had  illicit 
intercourse,*  why  did  the  two  emperors  become  wise  aud  sage  meu, 
and  were  quite  diU'erent  from  Pao  Sse? 

They  say  that  Viscount  Chien  of  C/iao  was  sick  and  lor  five 
(.lays  did  not  know  anybody.  When  he  awoke,  he  said,  **  1  ha\e 
been  to  God's  abode.  There  appeared  a  brown  bear,  (iod  hade 
me  shooL  it;  1  hit  the  animal,  and  it  died.  Then  came  a  spotted 
bear;  I  hit  it  also,  and  it  died.  After  the  two  bears  bad  died,  I 
asked  a  ghost  on  tiic  road.  Tlie  ghost  said:  —  "The  bruwn  and 
the  spotted  bears  arc  the  tV)refalhcrs  of  two  ministers  of  (7«/*.'** 

Bears  are  animals,  and  as  such  of  a  tlill'erent  class  from  mau. 
How  should  they  bt'come  of  the  same  class  aud  the  ancestors  of 
the  two  ministers?  The  tinie,  when  the  ancestors  of  the  two  min- 
isters, the  brown  and  the  spotted  bears,  killed  by  Viscount  Chien, 
were  doomed  to  die,  was  one  of  luck  for  the  Viscount  Chien.  He 
saw  them  as  in  a  dream.  They  were  empty  semblances  aud  must 


'  For  details  d.  t<lu-clu  dmp.  4,  ]j.  25  {Chavatum^  J/<w. //iW  Vol.  I,  p.  281) 
whtdi  quotes  a  passage  fron  the  Kwhyü,  and  Lun^nf  BLV,  p.  h.  {J-k^u). 
<  781-77111.0. 

*  The  fiunone  fovourile  of  King  Jit,  who  ruined  the  empii«  hy  her  extras 

*  With  two  dragoas. 

'  8e«  p.  0,  vvlicre  Una  stury  is  told  in  detail. 


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Foux:  Lnn-HAog. 


103 


aot  hAve  been  real  Should  fhey  reaUy  bave  existed,  then  perhaps 
the  two  hears  were  Bist  metamorphosed  into  human  beingSf  before 
they  engendered  the  two  ministers. 

Nm  Ai^  Duke  of  Lu,  was  changed  info  a  tiger  during  a  sick- 
ness.* Man  can  be  transformed  into  an  animal,  as  animals  can  be- 
eome  men.  Probably  the  black  lizard,  which  entered  the  harem, 
was  also  first  changed  into  a  man. 

Between  heaven  and  earth  it  does  not  happen  that  creatures 
of  a  different  species  mix  and  couple.  Should  Heaven  have  the 
same  law  as  man,  their  likes  and  dislikes  would  also  be  similar. 
Man  does  not  like  different  species,  therefore  Heaven  would  not 
consort  with  such  either.  Although  man  is  created  by  Heaven, 
he  is  like  the  lice  wbidi  are  produced  on  man.  Man  does  not  love 
those  lice,  for  what  reason  then  should  Heaven  desire  to  beget 
through  man?  Different  classes  have  different  natures,  and  their 
sentiments  and  desires  do  not  agree.  Heaven  and  Earth  are  hus- 
band  and  wife.  Heaven  emits  its  fluid  into  Earth  and  produces 
the  various  things.  Man  is  bom  by  propagation.  If  Sages  are 
formed  of  a  veiy  fine  essence,  yet  they  receive  the  fluid  firom  their 
fathers,  and  are  not  endowed  with  a  special  essence  from  Heaven. 

Should  the  recipients  of  a  special  essence  become  Sages,  HsUh 
and  Hott  CM  are  not  Sages,  and,  if  it  be  necessary  that  all  Sages 
should  have  received  a  special  fluid,  the  Twelve  Sages'  did  not  all 
meet  this  requirement  What  fluid  did  the  mothexs  of  Huang  7t, 
71  Ilu,  Chuan  Ihü  and  Shun  receive,  and  what  did  the  motliers  of 

Wanff,  Wu  Wang,  Clum  Ktmg^  and  Conßtekts  swallow  to  become 
pte^ant? 

Perhaps  the  surnames  of  the  Three  Dynasties: — Sae,  Tte,  and 
Cki  gave  tiie  impetus  to  the  invention  of  those  unfounded  and 
marrcUous  stories,  as  the  legend  of  Huang  TTs  ascension  to  heaven 
originated  from  the  local  name  of  Tmg^.^  Not  only  are  they 
irrational,  but  those  names  are  also  misinterpreted.  When  T^sang 
Ihieh*  invented  writing,  he  made  the  signs  agree  with  the  ideas. 
Chiang  Yuan  walked  into  the  foot-prints  of  a  ^iant.  "  Foot-print  ** 
[cht  =  uicaus  a  "  basis  "  (c/ii  ^.),  tlicreforc  the  surname 
should  be  ^  his  "  (ek't  =  ^)  with  earth  {tu  ^  ±)  below,  but 
it  is  "  woman  "  {nü  =        with  "  vhin  "  (i  -      at  its  side.  This 


•>  Cf.p.107. 

*  Cf.p.8&. 

>  For  this  legend  vid.  p.  113. 

*  A  niaister  of  lluat^  2^     p.  25. 


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104 


Fom:  Lvtt-Hlng. 


is  not  the  character  cAt  =  ^  or  cM  —  nor  in  accordance  with 
the  circumstances,'  whence  their  truth  becomes  very  doubtful. 

Judging  by  the  surname  Chi  of  the  Chou  of  those  of  the  Una 
and  we  arrive  at  the  conduaion  that  Tae  and  Sse  have  nothing 
to  do  with  a  swallow's  egg  or  pearl-barley.  May  be  that  the 
mothers  of  FA,  UsieJi,  and  Üou  Chi  were  just  going  to  conceive, 
when  they  happened  to  swallow  a  grain  of  pearl-burley  and  a 
swallow's  egg,  or  walked  upon  the  foot-prints  of  a  giaut.  The 
world  is  fond  of  the  marvellous,  a  propensity  whi<^  has  been  the 
same  in  ancient  and  modem  times.  Unless  they  see  wonders,  people 
do  not  believe  that  a  person  possesses  extraordinary  faculties.  Thus 
they  explaiu  surnames  acconling  to  their  preconceived  ideas.  The 
world  puts  implicit  faith  in  these  ezplanatioos,  and  they  are  there- 
fore r^;arded  as  true.  Sages  have  repeatedly  uttered  their  doubts, 
but  they  could  not  solve  them,  and  the  shallow  discussions  of  the 
scholars  of  the  day  cannot  discriminate  between  right  and  wrong. 

The  literati,  who  approve  of  all  that  is  old,  have  put  forward 
those  arguments.  The  Shiking  says  that  there  was  no  rending  and 
no  tearing,  which  means  to  say  that  by  I  lau  Chi's  birth  the  body 
of  his  mother  was  not  much  affected.  From  this  the  literati,  per- 
verting; the  right  j)rinciples,  have  derived  the  story  of  the  unnatural 
birth  of  Yü  and  Uneh.  The  fecundation  by  the  dragon  and  the 
dre<Tm  of  the  meeting  with  the  spirit  are  of  the  same  nature.  The 
mothers  of  Yao  and  Kao  'I'm  vrere  just  about  to  become  enceuUe^ 
when  they  met  with  a  thunder-storm  and  a  dragon  carrying  clouds 
and  rain  along.  People  seeing  these  phenomena  then  told  the  stories. 

A  dream  that  one  meets  with  a  dragon  is  an  augury  of  the 
birth  of  a  wise  son.  Is  a  dream  of  a  meeting  with  gliosts  not  like 
a  dream  of  a  reiukz-vous  with  a  spirit?  How  could  it  be  real? 
When  the  mother  had  intercourse  with  the  dragon  in  the  wilds, 
and  when  the  dragon  appeared  on  high,  Yao  and  Kao  Tau  perchauce 
received  tlieir  destiny  of  wealth  and  honour,  for  a  dragon  is  an 
auhjneious  animal,  and  to  meet  it  appearing  above  is  a  lucky  ouien 
and  a  .sit;n  that  fate  has  been  received. 

When  tlie  lünperor  Kuany  Wu  Ti  saw  the  hght  in  the  C-Va- 
^071^  palaee,  a  pluenix  alighted  on  tlif  i^round,  and  an  auspicious 
grain  ^i-ew  in  one  rotjiu.-  When  Sages  are  born,  and  strati<^«'  birds 
and  auspicious  things  appear  as  portents,  strange  and  auspicious 


>  The  surname  Chi  =  jj^  doet  not  point  to  tho  foot-priaUi  wbirh  CMm^ 
Yuan  'a  believed  to  have  miked  apon. 
*  Cf,  1,  p.  300. 


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Fobsb:  Liin>Hteg.  105 

things  become  visible  indeed.  Tf,  however,  we  are  to  regard  tlie 
children  born  then  as  the  offspring  of  those  things,  should  we 
consider  the  Kmperor  K\uing  Wu  Ti  as  the  essence  of  the  auspicious 
blade  or  the  fluid  of  the  plueiiix? 

According  to  the  chapters  on  the  pedigree  of  the  Kinperoni ' 
and  the  Genealogical  Tables  of  the  Three  Dynasties*  Yn  was  the 
son  of  Kill),  and  Ih-ieh  and  Hou  Chi  were  both  sons  of  the  Kmperor 
A"w,  their  inothrrs  being  second  wives  of  A'^".  Yno  also  was  a  «on 
of  the  Emperor  A'w.  Why  then  must  the  wive^s  of  kings  and 
emperors  walk  into  the  country?  A]tlu)ugh  the  ancient  times  are 
noted  for  their  simplicity,  yet  there  w  ere  already  certain  rules  of 
propriety  established.  And  why  did  these  ladies  bathe  in  the 
rivers?'  It  follows  that  the  assertion  about  the  Satres  receiving  a 
special  Üuid  frouj  Ht-a  .  cn  and  tlieir  mothers  becoming  pregnant  by 
swallowing  something  is  a  fallacy. 

As  a  rnatti>r  of  fact  Sages  have  their  prototypes  among  their 
ancestors;  being  as  virtuous  as  W^n  Wmu/  and  Wu  Wang,  they  siili 
find  their  peers.  Con/ticitts,  playing  the  flute,  knew  that  he  was  a 
deisceiidant  of  the  Yin,*  and  llsiang  Yii^  having  double  pupils,  was 
cognisant  of  his  lieing  a  scion  of  Shitn.^  The  Five  Eniperor«  and 
Three  liulrrs  liad  all  Huang  Ti  as  their  ancestor.  He  was  a  Sage, 
who  first  rert  ived  a  grand  destiny.  Therefore  all  his  descendants 
beeanie  emperors  and  rulers.  At  their  births  there  were  miracles 
of  course,  which,  if  they  did  not  appear  in  things,  became  mani- 
fest in  dreams. 

»  ChBp.^of  liw 

«  Chap.  13  of  tiie  Shi-<hi. 

*  As  tlie  mother  of//«'eA  did,  when  she  swallowed  tlie  egg,  cf.  rliap.  XXXVII, 

♦  We  learn  from  Lttn-hr'nff  Bk.  XXIV,  p.  3  that  it  was  agaiiiift  tiie  custom 
to  make  uitutic  on  the  anniversaries  of  tiie  downfall  of  the  Hfda  and  Yin  dynasties, 
«  one  did  not  write  on  tfaa  death  day  of  Tiang  HriA,  the  inventor  of  writli^. 
I  bfcr  fifom  tiiio  that  the  laet  enq^erars  of  the  htia  and  Ym  dynasties  were  famous 
for  Uieir  masic,  and  that  Confaemn  fediiig  in  bhnself  a  talent  lor  mnme  imagined 
tint  he  was  a  descendant  of  the  Ym  ouip^rs. 

^  Hkvn  had  double  pupils  a«  well,  vid.  p.  öS. 


Foma:  Lsn-Hing. 


CHAPTER  XXVII. 

Uiü'üuiided  Aiisertions  ( Wu  /taiiu/y. 

Men  receive  the  vital  fluid  from  heaven  at  their  birth,  and 
are  all  given  a  fate  fixing  the  length  of  their  lives,  in  accordance 
to  which  their  bodies  exist  for  a  longer  or  shorter  period.  Just 
so  vases  are  formed  out  of  clay  by  the  potter,  and  plates  from 
copper  by  the  founder.  As  tlie  shape  of  a  vessel,  once  completed, 
cannot  be  made  smaller  or  bigger,  thus  the  duration  of  the  coiporeal 
frame  having  been  settled,  cannot  be  shortened  or  prolonged.  The 
said  fluid  forms  tlie  constitution,  which  determines  fate  and  shapes 
the  body.  The  fluid  and  the  material  body  pervade  each  other. 
Life  and  death  correspond  to  fixed  periods.  The  body  cannot  be 
transformed,  and  likewise  fate  cannot  be  lengthened  or  shortened. 
We  may  elucidate  the  question  as  to  the  duration  of  human  life  by 
observing  the  potter  and  founder. 

Some  one  might  object  saying,  "  1  rue,  if  a  potter  uses  his 
stufl*  to  make  a  vase,  this  vase,  after  its  completion,  lasts,  until  it 
breaks,  but  cannot  be  formed  anew.  If,  however,  a  founder  casts 
a  plate  out  of  copper,  although  it  be  finished,  it  can  be  melted 
again,  and  be  made  into  a  cup  or,  if  that  is  not  possible,  into  a 
vessel.  Although  men,  who  owe  their  spirits  to  heaven,  all  have 
a  destiny  fixii^  their  span,  by  which  their  bodies  are  regulated, 
they  can,  if  they  know  the  right  way  and  an  effiective  elixir,  change 
their  bodies  and  prolong  their  lives  all  the  same.** 

I  reply,  If  a  founder  recasts  a  finished  vessel,  he  must  first 
liquefy  it  in  fire,  before  he  is  able  to  enlarge  or  diminish,  extend 
or  shorten  it.  If  a  man  desiring  to  protract  his  years,  should 
wish  to  be  like  the  copper  vessel,  there  must  be  some  sort  of  a 
furnace  witli  coal,  where  the  change  and  the  transmutation  of  his 
body  could  take  ]>lace.  The  body  having  been  changed,  the  life- 
time might  abo  be  extended.  How  could  men,  in  order  to  change 
their  bodies,  undergo  a  smelting  process  like  a  copper  vessel?** 

The  Li  Ki  states,  When  the  water  poura  down,  one  does 
not  ofier  fish  or  turtles  for  food."^   Why?   Because,  when  äie 

'  Li  hl  chap.  1,  No.  1  {fhi'i  h'),  p.  20v.  (/^«•y^e'*  translation  Vol.  I,  p.  84.) 
Various  reaM)na  have  beeu  as&iguud  by  llic  cuuuuentator^  for  this  rule.    They  say. 


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Foin:  Lui>Hnig.  107 

rain  water  rushes  down,  snakes  and  reptiles  are  clianged  and  l)eeonie 
fish  or  turtles.  Since  tliey  give  n[)  their  original  real  nntnre  and 
are  transformed  ouly  lor  a  while,  t!ie  servants  take  eure  aud  dare 
not  offer  them  to  their  masters  lor  food.  Would  ineu  desirous  of 
having  their  hodies  traiisnmted,  be  satisfied  with  a  change  like  that 
of  reptiles  and  snakes?  Those  reptiles  whi<'h  are  liable  to  a  cliaugc 
are  worse  oil*  than  those  which  do  not  change  at  all.  Before  they 
diaii^e.  tlio  v  are  not  eaten  hy  men,  hut,  when  they  have  been 
iraiisrornied  into  lish  and  turtles,  men  eat  them.  Being  eaten» 
their  long  lives  are  cut  short,  and  that  is  not  what  people  desire. 

Years  aud  months  change,  and  the  intrinsic  fluid  may  trans- 
form one  species  into  another.  Frogs  become  quails,  aud  sparrows 
turn  inio  clams.  Man  longing  for  bodily  transformation  would  like 
to  resemble  (juails  and  crabs.  These  are  in  the  same  plight  as 
fish  and  turtles.  Man  fishes  for  crabs  and  eats  them,  when  he 
catches  them.  Although  without  a  metamorphose  of  the  body,  life 
cannot  be  lengthened,  this  result  '  cannot  be  aimed  at. 

Duke  Ntu  Ai  of  Lu  was  laid  up  with  a  malaily  for  seven  days, 
when  he  was  trausformed  into  a  tiger.'*  Kttu^  when  banished  to 
Mount  Yü-shan  turned  into  a  moose.  Do  those  who  seek  trans- 
formation desire  to  become  a  tiger  like  Nia  Ai,  or  a  moosi'  like 
Knii  !  The  life  of  a  tiger  or  a  moose  is  not  longer  than  the  human, 
lu  liiis  world  the  human  nature  is  the  noblest  of  all,  therefore  the 
trausmuiation  of  a  man  into  a  bird  or  a  beast  cannot  be  desirable. 
It  would  be  a  great  boon,  if  au  old  man  could  be  transformed  into 
a  youth,  or  if  at  least  the  white  hair  could  turn  black  again,  the 
lost  teeth  grow  once  more,  and  the  animal  forces  be  strengthened, 
so  that  the  person  could  jump  about,  devoid  of  all  decre])itnde. 
Tliis  would  be  grand  indeed!  Where  would  be  the  advantage  of 
a  transformation,  if  life  were  uot  prolonged  thereby? 

If  a  thing  is  transformed,  its  concomitant  fluid,  as  it  were,  fa- 
vours the  change.  Human  work  may  produce  new  forms,  it  is  not 
liiaveii  which  transforms  tilings  in  ortler  to  prolong  their  duration. 
No  more  can  a  r;  ansforni:i:  ion  be  brought  about  by  eating  divine 
herbs  or  wontlerlai  drugs.    A  man  constantly  using  cordials  can 


ui  upposiuou  to  Wang  Chungs  that  ditriug  heavy  liuu-lalls  ühU  are  so  easily  gut  a» 
not  to  b«  viduable,  or  that  then  Üuif  are  muUj  and  not  ftt  finr  eating.  Thte  UM 
ntma  wtnnt  the  most  pUumble. 

*  To  become  like  a  quail  Of  a  crab. 

'  Quoted  from  JIuui  A'm  Tm,  wbo  add«  thai  the  t^er  devoured  hio  brother, 

wfa*n  he  opened  the  door. 

"  A  legendary  iniiiister  oi  i  uo  aud  liuiicr  to  Great  ] '/. 


108  Fomb:  Lnn-Hteg. 

thereby  merelv  strengthen  his  constitution  and  add  to  Iiis  years. 
A  sudden  transmutation  is  not  caused  by  the  real  lieavenly  lliiid 
or  tlie  true  nature,  witli  which  men  are  endowed.  Il«'a\eii  and 
earth  do  not  change,  sun  and  moon  are  not  transformed,  and  the 
sUir^>  do  not  disappear.  Such  is^  tlicir  real  nature.  As  man  has 
received  part  of  their  real  fluid,  his  body  cannot  be  transformed 
either:  men  do  not  sometimes  heroine  women,  or  women  men.  .\ 
high  mound  may  be  turned  into  a  valley,  or  a  deep  ravine  intn  a 
hill.  But  then  the  elian|;e  keeps  ])a(  e  with  humau  labour,  it  is  a 
change  by  labour,  not  by  iiilierent  nature. 

At  the  rise  of  the  ILin  dynasty,  an  old  man  presented  Chang 
Liang '  with  a  book,  and  then  was  transformed  into  a  stone.  There- 
fore the  essence  of  a  stone  waa  a  propitious  omen  for  the  rising 
Huti.  Niniilarly  the  essence  of  the  River''  became  a  uian  who  gave 
a  jade-badge  to  tlie  envoy  of  Cliin^  which  was  an  unlucky  augury, 
indicating  the  downfall  of  67*  wi.' 

The  silkworm  feeds  on  mulberry  leaves,  when  it  grows  ohl, 
it  sets  to  spinning,  and  becomes  a  cocoon,  and  the  cocoon  again 
is  changed  into  a  moth.  The  moth  hati  two  wings,  and  in  its 
altered  form  widely  differs  from  the  silkworm.  Grubs  change  into 
chrysahss^,  and  these  turn  into  ericlvets.  The  crickets  arc  born 
with  two  wings,  and  are  not  of  the  same  type  as  grubs.  A  great 
many  of  all  worms  and  insects  alter  their  shapes  and  transform 
their  botlies.  Man  alone  is  not  metamorphosed,  beina:  the  recipient 
of  the  real  lu  avenly  fluid.  Born  as  a  chihl,  he  ürows  into  a  man, 
and,  when  be  is  old,  into  greybeard.  From  birth  to  death 
there  is  no  metamorphose,  for  such  is  his  original  nature.  Creatures 
which  by  their  nature  are  not  transformed,  cannot  be  induced  to 
do  so,  whereas  th(jse  \sliich  must  pü.ss  liirough  a  metamorjiliose, 
cannot  forego  it.  Now,  the  length  of  life  of  those  transformed 
creatures  does  not  compare  favoural)ly  with  that  of  non-transformed 
ones.  Nothing  would  be  said,  il  a  man  desirous  of  a  metamorphose 
could  thereby  prolong  his  years,  but  if  he  only  changes  his  body 
witliout  increasing  bis  years,  he  would  be  merely  on  a  level  with 
crickets.     Why  should  he  like  this? 

Dragons  are  reptiles  which  appear  sometimes,  and  then  again 
become  invisible,  and  which  sometimes  are  long  and  sometimes  short. 
It  is  in  their  nature  to  undergo  transformations,  but  not  for  good, 

^  An  adherent  of  the  founder  of  the  Han  dynutj.  The  Taoiali  hftv«  daiined 
turn  M  00«  of  tlieir  iiatriarcht  and  mjr«tici.  See  p.  16. 

•  The  I  tlioir  h'tvtT, 

*  Thij»  eveul  ui  U>M  iu  detail  on  p.  14. 


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FoBKB :  Lon  -  Hfng. 


109 


siiice  after  a  short  while,  they  relapse  into  their  previouft  stato. 
Eigo,  every  thing  considered,  we  find  that  the  human  being,  endowed 
with  an  nnchangeable  body,  is  not  liable  to  metamorphoses,  and 
tliat  his  years  (*aDnot  be  prolonged. 

Km  Tsung^  having  witnessed  the  abnonnal  growth  of  a  paper 
mulberr}','  is  reported  to  have  repented  of  his  fauhs,  changed  tlie 
st}'le  of  government,  and  enjovMl  happiness  for  one  liuudred  years.* 
This  is  not  correct.  Of  Duke  Ching  o(  Sung*  it  is  said  that  on  his 
having  uttered  tliree  excellent  maxims,  the  planet  Mars  left  out 
three  solar  mansions,  and  twenty  one  years  were  added  to  the  duke's 
life,'  which  is  likewise  unfounded.  Duke  Mu  o{  Chin*  is  believed 
to  have  been  rewarded  by  God'  with  nineteen  extra  years  on  ac- 
count of  his  conspicuous  virtue,  an  untruth  too.  Ch'ih  Sung^  and 
Wmg  Ch'iao*  they  say,  became  genii  by  their  love  of  Tao^  and 
lived  on  Avitbout  dying,  also  a  falsehood. 

I^t  OS  suppose  that  a  man  is  bom,  gets  a  body,  and  is  given 
the  name  A,  then  he  always  preserves  this  body  called  A  through 
his  whole  life  up  to  his  death.  Adherents  of  Tao  are  said  to  have 
become  genii,  but  it  never  has  happened  that  A  was  transformed 
into  B:  neither  can  the  body  pass  through  a  metamorphose,  nor 
years  be  added.  Wlierefore?  Because  of  the  body,  the  vital  force, 
and  the  constitution,  which  are  from  heaven.    The  body  being 

*  Posthamoos  name  of  the  Shanjf  emperor  Wu  Tiny,  1324-1265  b.o. 

*  A  paper  omilbeiTy  tree  greir  in  the  oourt  of  die  Emperor,  whidi  had  two 
i|NM  of  ciiaimfereBM  on  the  aooond  day  already.  This  waa,  of  eowee,  fegarded 

aa  a  portent.    Cf.  Lun-heng  Bk.  V,  p.  1  {Yi  Htii)  where  the  legend  is  told  in  full. 

>  According  to  the  SshiUekng  Pt.  V,  Bk.  XV  [Leggt  VoL  III,  Ft.  II,  p.  467)  Kaa 
T»ay  reigned  59  years. 

«  515-451 

*  Tfaie  fltory  ie  toU  in  fiiD  io  Um-kSng  Bk.iy,  p.9v.  ivMch  eeenu  quoted 
fron  Bmit  Km  Tm  SI,  llv.   The  planet  Men  being  in  the  eonetellation  of  the 

"Heart,"  the  aatrologer  Tm  Wti  informed  the  Dtike  that  Heaven  was  going  to 
inflict  a  ponishmrnt  upon  liim,  :!f!vi>,iiig  him,  however,  to  shift  this  niisfpifuiu'  on  di^ 
prsme  mioister,  or  on  his  people,  or  on  tije  year.  The  prince  thrice  (iei-imed  to 
iDow  othen  to  suffer  io  his  «tcad,  giving  his  reasons  for  each  refusal.  The«e  are 
<he  three  good  mazfane  of  our  teat.  Tae  Wid  then  changed  and  eragmtoUted  the 
^e,  saying  that  Heaven  had  heard  the  tfiree  excellent  aentimente  uttered  by  hin« 
that  the  same  night  it  would  cause  Mars  to  pass  (hrou^  three  solar  manaiona,  and 
that  it  would  add  twenty-one  years  to  hie  life,  each  manaion  oonaieting  of  cevea 
Mara  and  each  star  repr^euUng  one  year. 
«  658-619  B.C. 

*  Skamg  Ti,  the  eaprene  behig,  God. 
'  A  magician  of  the  time  of  ^hfn 

'  A  prince  of  Chin  571  b.c.,  who  became  a  Taoist  and  an  imnoTtaL  He  wae 
leea  riding  through  the  air  upon  a  white  crane.   Ma/yrri^  No.  801. 


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110  Forrk:  Liin-H^ng. 

spring,  the  vital  (orvo  is  summer.'  Man's  lifetime  is  the  outcome 
of  his  vitality.  The  boUy  follows  the  vital  force  in  its  actions.  If 
the  vital  foree  and  the  constitution  are  not  the  same,  there  must 
he  a  diversity  in  the  bodies  also.  The  life  of  an  ox  is  half  as 
long  as  that  of  a  liorse,  and  a  horse  lives  half  as  long  as  man. 
Therefore,  the  oiitw  ard  forms  of  the  ox  and  the  horse  must  be 
different  from  the  human.  Having  obtained  the  shape  of  nn  ox 
or  a  horse,  one  cannot  but  get  their  spans  too.  As  oxen  and  horses 
do  not  change  into  men,  their  Hfetime  is  also  shorter  than  that  of 
human  beings. 

Because  of  Kno  Tmng  and  the  like  it  is  not  stated  that  they 
under^vent  a  transmutation,  b\it  simply  that  their  lifetime  was  leng- 
thened, people  put  faith  in  these  reports.  The  force  pulsating  in 
the  veins  of  the  body  is  like  rice  hoarded  up  in  a  sack.  Tlie  hulk 
of  a  picul  sack  also  corresponds  to  a  picul.  If  rice  be  taken  away 
or  inore  added,  the  sack  appears  smaller  or  bigger.  The  vital  force 
dt't('rinin(*s  the  length  of  the  human  life.  It  is  like  the  rice,  and 
the  hody  like  the  sack.  Tn  order  to  increase  or  dimitiish  the  life- 
time, the  body  too  must  become  bigger  or  thinner,  it  cannot  remain 
the  same.  Slionhl  anybody  think  tlie  human  body  to  be  quite 
different  from  a  sack,  and  tliat  tlie  vital  force  cannot  well  he  com- 
pared to  rice,  we  may  still  take  anorlier  illustration  from  a  coiird. 
The  juice  of  a  gourd  is  like  the  human  hlood.  its  pnlji  like  tlcsh. 
Now.  let  a  man  lake  awav  or  add  some  juice  hut  so  tliat  the 
gourrl's  t'orm  remains  unal^^^'red :  lu'  will  ])e  uiirih]««  to  perform  tliis. 
It  !i(  ing  impossible  to  man  to  dimitn"sh  or  to  re])l«'nish  the  juice 
of  the  fjourd,  how  can  Heaven  extend  or  curtail  the  liuman  span? 
As  the  human  life  can  neither  he  lenttthened  uov  shortened,  who 
could  have  done  such  a  thing  in  the  case  of  Kao  Tsutng  and  others, 
so  that  we  might  sjveak  of  an  increase  of  years?  The  assertion 
that  Kno  T-uiitj  and  others  were  metamor[)b(>sed,  and  their  years 
increased  would  alter  all  be  credible,  but  the  stati Ditnt  advanced 
now  that  their  vears  wiMc  prolonged,  no  nietiTion  being  made  of  any 
traust ormation  of  their  bodies,  is  past  all  beUef  for  tlie  following 
reason: 

Man  receives  the  vital  force  from  Heaven.  Wlien  it  is  ct)m- 
plete.  the  bodv  is  informed.  Durini;  life  both  work  harmoniously 
tnuether  up  to  the  last,  death.  Since  the  body  cannot  be  trans- 
formed, the  yeacs  cannot  be  increased  either.    As  long  as  man 


'  The  ineaniiiir  t^.       «minnior  U  preceded  by  i^iring»  thna  Ihe  body  oxista, 

before  it  ia  iiirormed  by  the  vital  force. 


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FoRKX :  Lun  -  Heng.  Ill 

IiVes,  he  can  move,  but  when  lie  dies,  he  collapses.  At  death  the 
vital  foToe  Taoiahes,  and  the  body  is  dissolved  and  decomposed. 
As  a  man,  whtte  in  posaeesion  of  life,  cannot  be  metamorphosed, 

how  should  Iiis  yeaiS  be  prolnnjjed? 

What  changes  on  the  body  firom  birth  to  old  age  is  the  hair 
and  the  skin.  The  youth's  liair  is  black,  the  aged  man's,  wliite. 
Later  on,  it  turns  ydlow.  But  this  change  concerns  the  hair  alone, 
not  the  body.  A  youngster  has  a  white  skin,  an  old  man  a  dark 
one,  which,  later  on,  becomes  Markisb.  as  if  covered  with  dust. 
Respecting  the  yellow  hair  and  the  dusty  skin  the  //t-Är»  says:  "  We 
will  have  yellow  hair  and  wizened  faces  indefinitely,"*  If  the 
liair  changes,  people  reach  an  old  age  and  die  late.  Despite  tin's, 
bones  and  flesh  do  not  change;  the  limit  of  life  being  reached, 
death  ensues. 

From  amongst  the  five  elements  earth  alone  admits  of  several 
transformations.  Moistened  with  water,  it  can  be  shaped  into  a 
horse,  and  this  again  be  altered  into  a  human  being,  but  be  it 
noted  that  it  must  not  yet  have  been  put  in  a  kiln  and  burned. 
If.  after  liavino;  been  modelled  as  a  utensil,  it  has  already  been 
hardened  l)v  burning;  in  tlio  kiln,  a  new  transformatioTi  i«  out  of. 
tlie  question.  Now.  man  mav  be  tlmuj^bt  of  as  liavini;  been  baked 
and  moulded  in  the  furnace  of  Heaven  and  Earth,  liow  can  he 
still  undergo  a  change  after  bis  shape  has  been  fixed? 

In  representinj:^  tlie  bodies  of  genii  one  rjives  them  a  ])lumai;e, 
and  their  arms  are  changed  into  winces  with  \vhieli  thev  poise  in 
the  clouds.  This  means  an  extension  of  their  lifetime.  They  are 
believed  not  to  die  for  a  thousand  years.  Tliese  pictures  are  false, 
for  there  are  not  only  false  reports  in  tlie  worhl.  hut  also  fancy 
pictures.  However,  man  in  reality  does  n(»t  heloui^  to  the  class 
of  rrickets  and  moths.  Tn  the  tlnrty-live  kiniidoms  hevond  the  sea 
there  live  plumigerous  and  feathered  tribes.  F<'athered  relates  to 
their  pinions.'  These  people  are  the  produce  of  their  8oil,  it  eaiuiot 
be  said  that  their  bodies  were  eoveretl  with  plumat^e  and  feathers 
through  the  ioiluence  of  Too.    Yü^  and  Yi*  visited        Wang  Mu^^ 


*  Thi.**  vprse  does  not  ocror  in  the  Liki,  hut  iti  ilu;  Shikiiu/  Pt.IV,  Bk,  III, 
Ode  n  {L^pffe,  Cini^  icA  Vol.  IV,  Ft.  II,  p.  B.T»):-  •'  He  (tlio  aiit  (>stor  )  will  \A^'^s  ns  with 
ibe  ejebrowa  of  longevity. — Wc  will  have  yellow  hair  and  wizened  faces  indefinitely." 

*  Fors  mora  dataib  ise  Uie  SBkan-hm-hibtg, 

*  Onst  Y%  2205-2197. 

*  A  roimster  of  Fii. 

*  A  Taoist  pod(les.s.  Cf.  my  artiVle  "  M't  Wanrj  vnd  rfir  TOmiffht  von  Saba** 
ia  the  MiWihmgen  dft  Seminars  fur  Orientalische  Sprachen  tu  Berlin  Vol.  VII»  1904. 


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112  Foftx«:  Lun-Htog. 

but  she  is  not  reported  to  have  had  a  plumage  or  feathers.  There 
are  also  immortals  in  foreign  <;ountries,  hut  they  are  not  descrihed 
'tis  having  a  plumage  and  feathers,  and,  conversely,  the  plumigerous 
and  feathered  tri!)es  are  not  said  to  he  immortal.  As  phnnag*'  and 
featliers  nre  not  nvcrilxnl  to  tlie  immortals,  these  attrilnitf^s  eannot 
iTiifjly  immortality.  How  then  can  it  be  inferred  that  the  genii 
must  live  for  ever,  because  they  have  wings? 


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Foan:  Lon-IIC^g. 


113 


CHAPTER  XXVllI. 
Taoist  Untruths  {Tao-hsü). 

In  the  books  of  tlie  Literati  it  is  stated  that*  Httnng  It  ex- 
ploited the  copper  miues  oi'  Mount  Shou^^  and  out  of  the  ore 
auil  tripods  at  the  foot  of  the  Chiiiy  Mountain.*  When  the  tripods 
were  completed,  a  dragon  witli  a  long  beard  came  down,  und  went 
lo  met't  Hmtnfj  Ti.  Huang  'It  mounted  the  dragon.  FTis  whole  suite 
includini;  the  harem,  over  seventy  persons  in  all.  mounted  together 
with  him,  whereupon  the  dragon  ascended.  The  remaining  smaller 
ojffif  iais.  whu  cuuld  not  find  a  seat  on  the  draj^on,  all  got  hold  of 
the  dragon's  beard,  whieb  they  pulled  out.  /lu/ituj  I'i'.s  bow  fell 
down.  The  people  gazed  after  him,  until  be  disappeared  in  the  sky. 
Then  they  hugged  Iiis  bow.  and  the  dragon's  beard,  aad  moaned. 
Therefore  later  ages  namt^d  the  place  Ting-hn  (Tripod  Lake)^  anil 
the  bow  of  the  emperor  Wu-liao  (Raven's  Cry).^ 

The  Grand  Annalist  in  his  eulogy  on  the  Five  Emj/erors^  also 
say»  that  having  performed  the  hill-sacrilice  Ihtang  Ti  disappeared 
as  a  genius,  and  that  his  followers  paid  their  respect  to  his  garments 
aud  cap,  and  afterwards  buried  them.^  I  say  that  tliis  is  not  true. 

'  The  following  story  is  taken  from  Ui6  Shl^M,  elm]). '2^,  p.  28v.,  where  an 
official  relates  it  to  Hon  Wu  Ti,    Cf.  Chavannti,  JUim.  EisL  VoL  ill,  p.  488. 

*  In  S/iansi  Province,  near  Pu-chou-fn. 

*  This  uioiuitaii)  lies  in  Shnvn,  near  ilid-an-fu. 

«  The  context  reqvim  0  ^    Tripod  beard«**  but  we  read  ^  instead 

of         A  place,  called  ''Tripod  lake"  actually  exiiits  in  llonan  (Playfair 

Chies  and  Towns  No.  7329).  This  nanie  has  perhaps  been  the  origin  of  the  legend, 
at  Winy  Chung  suggests  (ef.  above  p.  In  aneienl  timea  onlj  tJie  phonetic  part 
of  a  «haraeter  «M  ofUn  written,  and  the  ndioal  left  out.  Thns  jf^  eould  aland 

Ibr  H  -beard**  a«  weH  aa  for  ^  •«lake.'*  Our  text  haa  the  «beard.*' 

*  Some  commentators  iiold  that  the  name  \Vu-hao  =;  Raven  s  Cry 
nfam  to  tile  lament  of  tibe  people,  othera  tiiat  [t  waa  the  name  of  a  tree  well'  fit 
Car  Ae  iabrieotion  of  bows. 

*  Huang  2^  Gfttian  Hȟ,  K'u,  Yao,  and  Shun.  According  to  other  writers 
lb<  Five  Emperors  are-  — T"««  Ffno,  Yen  Tl,  Huduij  Ti,  S/mo  If  (to,  and  ('It  .'in  JIsu. 

'  Shi-chi  chap.  2S,  p.  30v.  When  (  'h'in  Shih  Ihmng  Ti  haii  .sacrificed  on  the 
(cub  of  Huang  Ti  upon  Motint  CUiao,  he  asked,  how  Huang  Ti  could  be  an  imniortal, 
«ad  yet  be  buried  there.  Then  somebody  replied  that  Haanff  Tt  bad  ascended  to 
heaven  at  a  geoins»  aad  that  only  hia  gaments  and  cap  were  left  and  interred. 


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114  Fobke:  Lun-Hcng. 

What  does  Hiuxiig  7i  really  mean?  Is  it  an  appellative  or  a 
posthumouB  title?  Being  a  postluimous  title  it  must  be  some  praise 
bestowed  upon  him  by  his  subjects,  for  tliis  kind  of  title  is  a  glori- 
fication of  what  the  deceased  has  doue  during  his  life-time.  Huang 
7%  was  a  votary  of  7iio,^  and  subsequently,  as  they  say,  rose  to 
Heaven.  If  his  subjects  wanted  to  lionour  him,  they  ought  not  to 
have  styled  htm  fltMi^,  but  ought  to  have  given  him  a  title  im- 
plying his  ascension  as  an  immortal. 

According  to  the  rules  for  honorary  titles  tlie  pacification  of 
the  people  would  be  called  Huang^  which  means  that  he  who  is 
styled  so  kept  the  people  at  peace,'  but  the  word  does  not  denote 
the  acquisition  of  Too.  Among  the  many  emperors  those  given  to 
arts  and  literature  were  called  Whi  i.  e.  Scholarly,  those  fond  of 
War  i  e.  Warriors.  Hoth  designations  had  their  real  basis. 
They  served  to  exhort  others  to  do  the  hlce. 

K  at  the  time  of  Huang  Ti  posthumous  titles  were  not  yet 
given  according  to  qualities,  of  what  genemtion  were  those  who 
first  called  him  Huang  Ti?  Huang  Ti  s  own  subjects  must  have  known 
their  prince,  and  later  generations  could  trace  his  doings.  Although 
our  doubts  about  the  existence  of  appellatives  and  posthumous  titles 
at  Huang  7i'.v  time  may  not  be  set  at  rest,  at  all  events  it  is  evident 
that  Huang  cannot  mean  an  Immortal  who  rose'  to  Heaven. 

A  dragon  floes  not  rise  to  Heaven.  If  fliiang  Ti  rode  on  a 
dragon,  it  is  clear  tliat  lie  could  not  have  ascended  to  Heaven 
either.  When  a  dragon  rises,  clouds  and  rain  aj)j>ear  simultaneously 
and  carry  it  along.  As  soon  as  the  clouds  disperse,  and  the.  rain 
stops,  the  dragon  comes  down  ajjain,  and  re-enters  its  pond.  Should 
Huang  Ti  really  have  ridd^'ii  on  a  draijon,  he  would  afterwards 
have  been  drowned  with  tiie  dragon  in  the  pond. 

Huang  Ti  was  interred  in  the  Chiao  Mountain,'  and  still  they 
say  that  his  officials  buried  his  garments  and  caj).  If  he  actually 
went  up  to  Heaven  on  a  draiiou.  his  garments  and  cap  cannot  have 
separated  from  his  body,  and  if  he  b(  i  ;i(ik'  a  genius  after  the  hill 
sacrifice  and  vanished,  he  cannot  have  left  his  garments  and  cap 


'  The  fundamental  i)ritii  ij)le  of  Tauisni.  The  T.ioists  have  always  claiinmi 
Huang  Ti  as  one  of  llieirN.    Hence  the  legend  of  Iiis  a.stension  to  lieavcii. 

'  This  seems  to  me  a  i'aiicy  etymology.  Huang  is  "yellow,"  bat  never 
iiie.1118  '*  to  pacify."  The  Yellow  Emperor  **  wm  oftHed  yellow  from  the  oolonr  of 
the  earth,  over  which  he  raled.  Thus  the  ouae  is  geuerailj  explained,  whether 
correctly  is  doubtful. 

'  Some  say  that  this  mountain  is  situated  in  the  province  of  JKaMMf  othen 
more  eastwai  d  in  the  province  of  IShttuL    Vid.  <SAi-cAt  cbsp.  1,  p.  8. 


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FoBKx:  LttU'Heiig. 


115 


behind  either.  Did  Huang  71  really  become  a  genius,  who  could 
jMt  die,  but  rose  to  Heaven,  his  offioers  and  people  mast  hare  seen 
it  with  their  own  eyes.  Having  thus  witnessed  his  ascension  to 
Heaven,  they  decidedly  knew  that  he  did  not  die.  Now,  to  bniy 
the  garments  and  cap  of  somebody,  who  did  not  die,  would  have 
been,  as  if  he  had  died.  Such  a  thing  would  not  have  been  in 
accordance  with  the  feelings  of  the  officials,  who  were  aware  of 
the  real  state  of  affairs,  and  could  distinguish  between  life  and  death. 

It  is  on  record  that  the  seventy-two  sovereigns  who  ascended 
Mount  7*0«,^  had  troubled  and  toiled,  worrying  themselves  over  the 
state  of  the  ^pire.  Subsequently  their  efforts  were  crowned  with 
success,  and  things  settled,  so  that  universal  peace  reigned  throughout 
the  land.  When  there  was  universal  peace,  the  whole  empire  en- 
joyed harmony  and  tranquillity.  Then  they  ascended  the  T'oi-dWi 
and  performed  the  hiU-^iacrifioes.  Now,  the  pursuit  of  Too  and  the 
struggle  for  immortality  are  different  from  the  vexations  of  official 
life  and  business.  He  whose  thoughts  all  centre  in  Too,  forgets 
woridly  affairs,  because  to  trouble  about  them  would  injure  his 
nature.-  They  say  that  Yao  looked  dried  up  and  Shun  withered. 
Tlteir  hearts  were  sorrowful,  and  their  bodies  feeble  and  care-worn. 
If  Btiang  J*  brought  about  universal  peace,  his  appearance  must 
have  been  similar  to  that  of  Yao  and  Shun,  Since  Yao  and  S^ 
did  not  attain  to  Too,  it  cannot  be  true  that  Hmng  77  rose  to 
Heaven."*  If  Huang  It  iu  Iiis  pursuit  of  Too  neglected  all  wordiy 
affairs,  his  mind  would  liave  been  equanimous,  and  his  body  fat 
and  strong.  Then  lie  woul<l  liave  been  quite  different  from  Yao  and 
Shtn^  and  consequently  his  achievements  could  not  have  been  the 
aarae.  In  that  case  the  universe  would  not  Iiave  enjoyed  universal 
peace.  Without  the  universal  peace  his  sacrifice  on  the  mountain 
would  not  have  taken  plaoe.^ 

The  Five  Emperors  and  Three  Rulers  were  all  remarkable  for 
their  wisdom  and  virtue,  Httany  Ti  not  more  tlian  tlie  other?*.  If 
all  the  sages  became  genii,  Huanjf  It  would  not  be  one  alone,  and 
if  the  sages  did  not  become  genii,  why  should  Huang  '£%  dlone  be 


'  China's  most  sacred  mountain  in  Shantung. 

*  Taoism  incnleates  contemplation  and  ijuietism,  and  nhltors  an  active  life. 

*  Only  he  wiio  possesses  7ao,  becniiics  immortal,  and  can  nttrend  to  heaven. 
If  the  model  emperors  Yao  and  Shun  did  not  attain  to  T ao,  wiiy  should  tluang  Ti, 
provided  chat  he  worited  as  hard  as  Yao  and  Shan. 

*  The  hUI^aacrifice,  ^jpip  waa  not  performed,  tmlesa  the  ompire  enjoyed 
['Xi'  .  3Dci  peace  could  nut  be  sL-ciired  without  hard  work.  Hard  work  precluded 
a  Iwiisi  life,  and  without  Joe,  Hmt^  Ti  eoold  sot  ascend  on  high. 

8* 


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116 


FoBKc:  Lud -Heng. 


8  genius?  People  seeing  th^t  Bmg  71  was  ywy  partial  to  magical 
arts,  which  are  practised  by  genii,  sunniaed  that  he  was  a  genius. 

Bforeover,  on  finding  the  name  of  "  ün^A»  "  *^  Tripod  beard  **  * 
they  said  that  Huang  7«  exploited  the  copper  of  Mount  Shou,  and 
caat  it  into  tripods,  and  that  a  dragon  with  a  floating  beard  came 
to  meet  him.  This  explanation  would  be  on  the  aame  line  widi 
that  of  the  K*ud^  Mountain.*  The  purport  of  the  name  of  this 
mountain  ia  said  to  be  that  the  emperor  Yn  of  the  Hsia  dyuasty 
on  a  tour  of  inspection  held  a  meeting  (^)  and  a  review  (^)  on 
this  mountain,  whence  its  name  K'wi-ehL^  Yü  went  to  iCudM  for 
the  purpose  of  regulating  the  water  courses,  but  not  on  a  tour  of 
inspection,  just  as  ITuang  Ti  was  addicted  to  magic,  but  did  not 
ascend  to  heaven.  There  was  no  such  thing  like  a  meeting  or  a 
review,  as  there  was  no  casting  of  tripods,  nor  a  dragon  with  a 
long  beard.  There  is  a  village  called  Shing^u  Vanquish  mother/' 
Does  that  mean  that  there  was  really  a  son  who  vanquished  his 
mother?  A  city  is  called  Chao-ko  "Morning  song."  Are  we  to  infer 
that  the  inhabitants  of  that  city  used  to  sing,  when  they  roae  in 
the  morning? 


The  books  of  the  Literati  relate  that  the  Prince  of  HtUM-noR^ 
in  his  study  of  Taoism  assembled  all  the  Taoists  of  the  empire, 
and  humhled  the  grandeur  of  a  princedom  before  the  expositors  of 
Taoist  lore.  Consequently,  Taoist  seliolars  flocked  to  Utiai-nan  and 
vied  with  eat^h  <Uher  in  exliibiting  strange  tricks  and  all  kinds  of 
miracles.  Then  tli  [>rince  attained  to  Tao  and  rose  to  heaven  with 
hia  whole  household.  His  domestic  animals  became  genii  too.  His 
dogs  barked  up  in  the  sky,  and  the  cocks  crowed  in  the  clouds. 
That  means  that  there  was  such  plenty  of  the  drug  of  immortality, 
that  dogs  an<I  cocks  could  eat  of  it,  and  folloAv  the  prinre  to 
Heaven.  All  u  lio  liave  a  fad  for  Taoism  and  would  learn  the  art 
of  immortality  believe  in  this  story,  but  it  is  not  true. 

Man  is  a  creature.  His  rank  may  be  ever  so  high,  even  princely 
or  roval,  his  nature  cannot  be  difl'erent  from  that  of  other  creatures. 
There  is  no  creature  but  dies.    How  could  man  become  an  im> 


*  The  text  says  "Tripod  lake.''    Cf.  above  p.  113. 

*  ^"  ^'^  province  of  Vhekian^.  » 

>  Thia  etjnnology  is  given  by  Sm  Mo  ChUeUt  Shi-ehi  chap.  2«  p.  26. 

*  lAu  Ani  Prince  of  Ifoaf-iMm,  comutonly  knowii  a«  Hmd  Nm  Tm,  a  Taoist 
philosopher  and  alchymitt  of  the  2iid  cent.  b.c.  He  was  a  prince  of  the  impertd 
family  of  (he  Han  emperors.  His  principality  was  sttuated  in  Amkm, 


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Foin:  LvB'Heng.  117 

mortal?  Birds  having  feathers  and  plumes  can  tly,  but  they  cannot 
rise  to  Heaven.  How  should  man  without  feathers  and  plumes  be 
able  to  fly  and  rise?  Were  he  feathered  and  winged,  he  would 
only  he  equal  to  birds,  but  he  is  not;  how  then  should  he  ascend 

to  heaven? 

( reaturea  capable  of  flying  and  rising,  are  provided  with 
feathers  and  wings,  otliers  fast  at  running,  have  hoofs  and  strong 
feet.  Swift  runners  cannot  fly,  and  flyers  not  run.  Thrir  bodies 
are  differently  organised  aeeording  to  tlie  fluid  they  are  endowed 
\^'itli.  Now  man  is  a  swift  runner  by  nature,  tliercforc  he  does 
n<it  irrow  frarhers  or  plumes.  From  th(>  time  he  is  full-grown  ujj 
till  his  old  a<ie  he  never  gets  them  by  any  mirarhv  if  amongst 
the  believers  in  Taoism  and  the  students  of  tlie  ar  t  >  f"  immortality 
some  became  feathered  and  winged,  they  might  eventually  Üy  and 
rise  after  all. 

In  case  the  nature  of  creatures  could  be  changed,  it  oui;ht  to 
be  possible  that  metal,  wood,  water,  and  fire  were  also  altered.' 
Frogs  can  he  change<l  into  (juails,  and  sparrows  (li\ c  into  the  water 
and  become  cianis.^  It  is  the  upshot  of  t heir  spontan(»ous,  original 
narure,  and  cannot  be  attainpd  bv  the  study  of  Jao.  Lest  the 
Taoists  shoidd  be  put  on  a  levet  with  tlie  aforesaid  animals,  I  say 
that,  it'  men  could  have  alt  the  necessary  featliers  and  plumage,  they 
might  ascenil  to  heaven. 

Now,  the  growth  and  development  of  creatures  is  not  abrupt, 
and  its  changes  are  not  violent,  but  gradually  brought  about.  Tf 
the  Tanists  and  students  of  immortality  could  first  ijtow  feathers 
an  i  plumes  several  inches  lonir,  that  tliey  could  skim  u\vr  the 
earth,  and  rise  tf)  the  terraces  of  high  buildings,  one  might  believe 
that  they  can  ascend  to  heaven.  But  they  do  not  show  that  they 
an»  able  to  fly  even  a  small  distance.  How  can  they  suddenly 
aijqujrc  the  faculty  of  flying  such  a  lojin  way  through  the  study  of 
their  miracuh)UB  arts  witliout  any  giathial  {»rogre-SS?  That  such  a 
great  result  might  be  really  elTected  by  means  of  feathers  and  wings 
cannot  be  ascertained. 

rile  human  hair  and  beard,  and  the  diflerent  colours  of  things, 
when  young  and  old,  ailbrd  another  cue.  When  a  plant  comes  out, 
it  has  a  green  colour,  when  it  ripens,  it  loiiUs  yellow.  As  long  as 
man  is  young,  his  hair  is  black,  when  he  grows  old,  it  turns  white. 

*■  The  elements  of  whidi  the  bodiM  of  all  creatiiraa  are  comtMMed  caonot  be 
tniiiflfonne<i.  thc-n-fore  tlio«;«  rronttirns  r.annot  chari^'c  their  nature. 

2  Tdcsr  metatni)ii)hose.s  are  iiK  iitiDuetl  in  ancteut  works,  and  believed  bjr  Uie 
Chinese  up  to  the  preset)  t  day.    Cf.  p.  107. 


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118  Pom:  Lan-Hin^. 

Yellow  i?^  the  sign  of  maturity,  white  of  old  age.  After  a  plant 
has  become  yellow,  it  may  he  watered  and  tended  ever  so  much, 
it  does  not  become  green  again.  When  the  hah  has  turned  wliite. 
no  eatinj^  of  dru<:*s  nor  any  care  bestowexl  upon  one's  nature  can 
make  it  black  a<;ain.  Black  and  green  do  not  come  back«  how 
could  age  and  (lerre[)itude  be  laid  aside? 

Yellow  and  wliite  arc  like  the  frying  of  raw  meat,  and  the 
cooking  of  fresh  fish.  What  has  been  fried,  cannot  be  caused  to 
become  raw  again,  and  what  has  been  cooked,  to  become  fresh. 
Fresh  and  raw  correspond  to  young  and  strong,  fried  and  cooked, 
to  weak  and  old.  Heaven  in  developing  things  can  keep  them 
vigorous  up  till  autumn,  but  not  further  (m  till  next  spring.  By 
swallowing  drugs  and  noTirishing  one's  nature  one  may  get  rid  oi' 
sickness,  l)nt  one  cannot  jjrolon?  one's  Üfe,  and  become  an  uHuiortal. 
Iiiimonalü  have  a  light  body  and  strong  vital  energy,  and  yet  they 
cannot  rise  to  lieaveu.  Light  and  strong  thougli  they  be,  they  arc- 
not  provided  with  featliers  and  wings,  and  therefore  not  able  to 
ascend  to  heaven. 

Heaven  and  earth  arc  both  bodies.  As  one  cannot  descend 
into  the  earth,  one  cannot  ascend  into  heaven.  Such  being  the 
case,  wliere  would  be  a  road  leading  up  to  heaven?  Man  is  not 
strong  enough  to  enter  and  pass  through  heaven's  body.  If  the 
gate  of  heaven  is  in  the  North-west,  all  people  rising  to  heaven 
must  pass  by  the  JCtm-lun  Mountain.  The  State  of  Hum  Nan  Tse 
being  situated  in  South-east  of  tlie  eartli,  he  must,  if  he  really 
aaoended  to  heaven*  first  have  gone  to  K*Utt'4tta  vfith  all  his  house- 
hold, where  he  would  have  found  an  ascent.  Provided  the  Prince 
of  Hwu'^um  flew  straight  acroaa  the  land  to  the  north-western  comer, 
flapping  his  wings,  then  he  must  have  had  feathers  and  wings. 
But  since  no  mention  is  made  of  his  passing  by  the  A"iin4w»,  nor 
of  feathers  and  wings  growing  out  of  his  body,  the  mere  assertion 
of  his  ascension  cannot  be  but  wrong  and  untrue. 

Liu  Ant  prince  of  Hw»-nan,  lived  contemporaneously  with  the 
emperor  Bnao  Wu  His  father  Zni  C/umg  was  banished  to  Yen^ 
too ^  in  iSAit'  for  some  ofleuce,  but  died  on  the  road,  when  he  ar- 
rived at  Yung-<^ou.*  Liu  An,  who  succeeded  him  in  his  princedom, 
bore  a  grudge  against  the  emperor  for  having  caused  his  father's 

»  140-86  B.c. 

^  The  modem  Ya-choti-fu. 

*  An  old  kingdom  in  Sfechuan. 

*  One  of  the  Nij»e  Proviuccs,  into  which  1  u  divided  llie  Empire,  comprislug 
SAau4  and  Kanm$, 


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Fonc:  Lon-Htag.  119 

death  m  exile,  and  thought  of  making  rebellion.  He  atiiachd  all 
sorts  of  schemers,  ami  intended  great  tilings.  Men  like  Wu  /W  filled 
his  palaces,  busy  in  writing  books  (in  riic  Taoist  arts,  and  [juhlishini; 
essays  on  tiie  most  niiraculous  subjects.  They  were  bustling  about 
aud  putting  their  heads  together. 

In  the  "  Mcniolr  of  the  Eight  Co/zipanions"  ^  thoy  vnshed  to 
prove  supernatural  ton  et?,  as  if  they  had  attained  to  y</o.  But  they 
never  reached  it,  and  had  no  success.  FIkmi  Ifimi  Nan  Tse  plotted 
a  rebellion  titg^'tli.  r  with  Wn  /W.  The  h»  iiu*  wiu>  discovered,  and 
he  cominitt4»d  sui*  ule  or,  a.s  sonn'  sav,  w  as  done  to  death.  Whether 
this  be  the  case,  or  whether  he  conHiiitted  suicide  is  about  the 
same.  But  people  finding  his  writings  very  <hiep,  abstruse,  and 
mysterious,  and  believing  that  the  predictions  of  the  "  Pa-kung- 
chmn  '  had  been  fulfilled,  divulged  the  story  that  he  had  become 
a  geaius,  and  went  up  to  heaven,  whicli  is  uot  iu  accordance 
with  truth. 


It  is  cbTonided  in  tht  books  of  the  Literati*  th*t  Im  Ao^ 
wbsD  wandering  near  the  ** Northern  Sea,*'^  psased  the  "Great 
North,"  and  through  the  **  Dark  Gate***  entered  upon  the  Mon- 
golean*  plateau.  There  he  beheld  an  indtvidual  Mrith  deep  eyes, 
a  black  nose  and  the  neck  of  a  wild  goose.  Lifting  hie  shoulders, 
he  soared  up,  and  rapidly  came  down  again,  gamboling  and  dia- 
porting  all  the  time  against  the  wind.  When  he  caught  sight  of 
1m  he  suddenly  took  down  his  aims,  and  sought  refuge  under 
a  rack.  Im  Ao  saw  htm  there  resting  on  the  back  of  a  tortoise 
and  eating  an  oyster. 

Im  Ao  accosted  him  saying,  "Sir,  I  beUcTe  that,  because  I 
,  have  given  up  what  the  world  desires,  separating  from  my  kindred 
•ad  leaving  my  home,  in  order  to  explore  what  is  outside  of  the 
ttx  cardinal  points,'  you  will  condemn  me.  I  b^an  travelling  in 
my  youth.  When  I  had  grown  up,  I  did  not  care  for  the  ordinary 

^  The  eight  prindpit  Taoiat  «Moctates  of  Umi  i\'an  TW,  one  of  which  wm 

'  The  following  story  ui  taken  from  lluai  Aan  T»e. 

*  A  Invdlflr  of  the  3rd  eent.  a^o. 

*  This  expression  can  mean  the  Gobi. 

•'•  The  ''Great  North"  and  the  "Dari;  Oatr- "  ;iic  Taoist  fancy  names. 

*  It  is  interesting  to  note  the  name  Mongol  here.  The  last  character 
M  ^mffpn  now.  The  Mongols  were  already  known  to  the  (^htriPsi"  nrider  their 
actoal  name  in  tiie  set-ond  century  b.c.,  when  tiiey  were  living  in  tlie  north  of  China. 

'  To  wit  tlie  four  quarters,  ahove  and  below. 


120 


Finn:  Liiii>Hing. 


duties  of  man,  but  managed  to  travel  about.  Of  the  four  poles 
the  "Grfjath  North**  is  the  only  one  which  I  have  not  yet  seen. 
Now  unexpectedly  I  find  you  here,  Sir.  Shall  we  not  become 
friends?** 

The  stranger  burst  out  laughing  and  said,  Why,  you  are  a 
Chinamaa.  You  ought  not  to  come  as  far  as  this.  Yet  sun  and 
moon  are  still  shining  here.  There  are  all  the  starsi  the  four 
seasons  alternate,  and  the  Ym  and  the  Yang  are  still  at  work.  Com- 
pared  to  the  Nameless  Region*'  this  is  only  like  a  small  hilL 
I  travel  south  orer  the  Weary  Waste,**  and  halt  north  in  the 
Hidden  Village.**  I  proceed  west  to  the  Obscure  Hamlet,**  and 
pass  east  througli  the  "Place  of  Dimness.**  There  is  no  earth 
beneath,  and  no  heaven  above.  Listening  one  does  not  hear,  and 
to  the  looker-on  the  objects  flit  away  from  siglit.  Beyond  that 
region  there  is  still  shape.  Where  that  ends,  one  advances  ten 
million  Li  by  making  one  step.  I  could  not  yet  get  there.  You, 
Sir,  reached  only  this  place  in  your  travels,  but  ^eak  of  exploring. 
Is  not  that  an  exaggeration?  But,  please,  remain.  I  have  to  meet 
Han  Man^  on  the  ninth  heaven,'  and  cannot  stay  longer.** — ^The 
stranger  then  raised  his  arms,  gave  his  body  a  jeik,  and  off  he 
went  into  the  clouds. 

Lu  Ao  stared  after  him,  until  he  became  invisible.  His  heart 
was  full  of  endless  joy,  and  at  the  same  time  he  was  grieved,  as 
though  he  had  lost  somebody.  Compared  with  you,  my  master* 
said  he,  I  am  nothing  more  than  an  earth-worm  is  to  a  wild  goose. 
Crawling  the  whole  day,  I  do  not  advance  more  than  some  feet, 
but  myself  consider  it  far.   It  is  pitiable  indeed.'* — 

Such  9B  Im  Ao  held  that  dragons  alone  have  no  wings,  and 
when  they  rise,  ride  on  the  clouds.  Had  Lu  Ao  said  diat  the 
stranger  had  wings,  his  words  might  be  credible.  But  he  did  not 
speak  of  wings,  how  could  the  other  then  ascend  to  the  clouds? 

Those  creatures  which  with  agility  rise  into  the  clouds,  do 
not  take  human  food  or  human  drink.  The  dragon's  food  is  different 
from  that  of  snakes,  hence  its  movements  are  not  the  same  aa 
those  of  snakes.  One  hears  that  the  Taoists  drink  an  eliidr  made 
of  gold  and  gems  and  eat  the  flowers  of  the  purple  boletus.  These 
extremely  fine  stufis  make  their  bodies  light,  so  that  they  become 
spirits  and  genii.  The  stranger  ate  the  flesh  of  an  oyster.  Such 
is  the  food  of  ordinary  people,  by  no  means  fine,  or  rendering  the 

'  TIÜ8  is  probably  the  nanie  of  a  genius. 

*  Afioordiiig  to  the  belief  of  the  Teoiate  tliere  aw  nine  auperpoaed  etagee  or 
spheres  of  the  hesveoa. 


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Föns:  Lon-Hlag.  121 

body  light.  How  cüuld  he  then  have  given  liiiUBclf  a  jerk  and 
ascended  to  lieaven? 

I  have  lipard  that  those  who  feed  on  air  do  not  take  solid 
food,  and  tliat  tiie  latter  do  not  eat  air.  Tlie  above  mentioned 
stranj^er  ate  something  substanlial.  Sin«!e  he  did  not  live  on  uir, 
lie  could  not  be  so  light,  that  he  mis:ht  liave  risen  on  high. 

May  bi-  that  Lu  Ao  studying  Too  and  tning  hard  to  become 
an  immortal,  travelled  to  the  Northern  Sea.  Having  left  human 
societ V ,  a.{j(l  none  lar  away,  he  felt  that  he  did  not  succeed 
in  ac(juiring  I'ao.  He  w;ia  ashamed  and  afraid,  lest  his  fellow- 
countrvraen  should  criticize  him.  ivuowing  that  thinj^s  would  eert- 
ainlv  turn  out  so,  that  every  body  would  reproach  hiui,  he  invented 
the  extravagant  stories.  He  said  that  he  met  with  a  stranger. 
The  meaning  of  the  whole  story  is  that  his  efforts  to  become  im- 
mortal were  not  successful,  and  that  time  had  not  yet  come. 

In  the  case  of  Liu  Ati^  Prince  of  Huai-nan,  who  suffered  death 
as  a  punishment  of  rebellion,  all  people  heard  of  it,  and  at  that 
time  saw  it,  and  yet  the  books  of  the  Literati  say  that  he  obtained 
Too,  and  disappeared  as  a  genius,  and  that  bis  cocks  and  dogs 
went  up  to  heaven  also*  We  cannot  be  surprised  tlien  that  Im  Ao^ 
who  alone  went  to  a  &r-off  country,  leaTing  no  trace,  should  speak 
obicoie  and  mysterimis  words.  EKs  case  is  similar  to  that  of  Hmag 
Men  Til'  of  P'u-fan*  in  Bo-4mg? 

Egiang  Man  T\i  was  »  followw  of  Too  and  a  student  of  spirit- 
ioiL  He  abandoned  his  family,  and  went  away.  When  after  three 
yean  absence  he  came  back,  his  people  asked  him,  what  had  hap* 
peoed  to  him.  Hriang  Man  Tu  replied  I  have  no  dear  recollection 
of  my  departure,  hut  I  suddenly  found  myself  as  if  lying  down. 
Several  genii  appeared,  who  took  me  up  to  heaven,  until  we  were 
al  some  few  Li^s  distance  from  the  moon.  I  saw  that  above  and 
beneath  the  moon  all  was  dark,  so  that  I  could  not  distinguish 
East  and  West.  Where  we  stopped  near  the  moon,  it  was  bitter 
PcAd.  I  felt  hungry,  and  wished  to  eat,  when  a  genius  gave  me 
a  cupful  of  morning-red  to  drink*  After  having  taken  one  cup,  one 
does  not  feel  hunger  for  several  months.  I  do  not  know,  how  many 
years  or  months  I  stayed  there,  nor  what  fault  I  committed,  for  sud- 
denly I  found  myself  asleep  again,  and  brought  down  to  tliis  place." 


»  In  \hr     Wat.M  Classic  "  y^i^j^  /A«any  Man  7»       ^  ^  is  called 
Hieiang  Anuf  I  a         ^  . 


*  The  modern  P'u-chou-fu  in  Shatm. 

*  A  dreuit  eomprtoing  the  aontlieni  part  of  SAoMi. 


122  FoRu;  Im-Bhig, 

The  Ho-tuiKj  people  gave  him  the  surname  of  "Fallen  Augel." 
But  dealing  thoroughly  with  the  subject,  we  liiid  that  this  storv 
is  impossible.  If  Hsiang  Man  Tu  could  rise  to  lieaven,  he  fnw- 
have  become  a  genius.  How  could  he  return  after  three  years  nuu  .' 
If  a  uian  leaves  ]u>  1  i mired,  and  ascends  to  heaven,  his  vital  lluid 
and  his  body  must  have  undergone  a  eliange.  Now,  all  creatures 
that  have  been  metamorphosed,  do  not  return  to  their  previous 
state.  When  a  chrysalis  has  «lianged  into  a  cricket,  and  received 
its  wings,  it  cannot  be  transmuted  into  a  chrysalis  again.  ^Vil 
iTc  aturea  that  fly  up,  have  wings.  When  they  fly  up,  and  come 
down  again,  their  wings  are  still  there  as  before.  Had  Jimmy  Mau 
Tus  body  had  wings,  his  tale  might  be  reliable,  but  since  it  had 
not,  his  talk  is  futile  and  not  more  trustworthy  than  Ln  Ao's. 

Perhaps  it  was  known  at  Iiis  time  that  Ilsiaug  Mim  Tu  was 
a  fervent  believer  in  Tao,  who  stealthily  left  his  home,  and  wandered 
about  in  distant  lauds.  At  last,  when  he  achieved  nothing,  and 
felt  his  strengtli  exhausted,  and  his  liope  gt)ne,  he  stealthily  re- 
turned lionie,  hut  being  ashamed,  if  he  liad  nothing  to  say.  he 
told  tlie  story  ol  his  ascension  tu  licaven,  intimating  thereby  that 
'J  ao  (*x>uld  he  learned,  and  that  there  really  were  genii,  and  tJiat 
he  himself  \\  as  degraded  for  bumc  fault,  alter  iui\  lag  readied  the 
goal,  first  rising  to  heaven,  and  then  coming  down  again. 


The  books  of  the  Litenti  contain  the  statemeDt  that  the  king 
of  CKi  being  dangerously  ill,  a  measenger  was  sent  to  Sung  to  fetch 
Win  Chih*^  When  he  arrived  and  saw  the  king's  sickness  he  said 
to  the  heir-apparent:  **The  king's  illness  can  certMnly  be  cured, 
but  when  it  has  been,  the  king  is  sure  to  kill  me/' 

The  heir^apparent  inquired  what  for,  Win  Chih  replied,  With- 
out anger  the  king's  illness  cannot  be  cured,  but  when  the  king 
gets  angry,  my  death  is  certain." 

The  heiivapparent  bowed  his  head,  and  entreated  him  saying. 
Should  you  cure  the  king's  sickness,  myself  and  my  mother  are 
going  to  forcibly  restrain  the  king  at  the  cost  of  our  livt^.  The 
king  will  certainly  please  my  mother.  We  are  Mrishing  that  you, 
master,  shall  have  no  trouble." 

Wri,  Chih  gave  his  consent  and  said  that  he  was  prepared  to 
die.   The  king  with  his  eldest  son  fixed  a  time.  Thrice  the  phy- 

'  A  famoiui  doctor,  who  cannot  have  lived  later  than  the  4th  cent,  b.c.,  for 
he  it  nuBitioiwd  in  Litk  Ttt, 


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FofRKx:  Xun-H^ng.  123 

ndan  was  expected,  but  did  not  come  so,  tliat  tlie  king  of  (7* »  was 
already  very  angry.  When  l»e  eanie  at  last,  he  did  not  put  off 
his  siloes,  hut  walked  upon  tiio  bed  and  tread  upon  the  sheets. 
llv  asked  the  king  about  his  sickness,  but  the  king  was  so  furious, 
that  he  did  not  speak  with  him.  Theu  lie  said  something  which 
but  aggravatetl  the  king's  wrath.  Tlie  king  abused  him,  and  rose 
up,  and  his  disease  was  gone.  He  \\  a,s  so  en  raffed  and  sn  b'ttle 
pleased,  tliat  be  w  ished  to  boil  Wen  VhUi  ali\e.'  Tlie  heir-apparent 
and  the  ijueen  lortbwitli  interfered,  but  eould  obtain  not  hing.  Wen 
Vhih  was  actually  boiled  alive  in  a  cauldron:  After  three  days' and 
three  nigin  s  cooking,  his  appearance  had  not  yet  changed.  Wh. 
i  JtiJi  said,  *•  If  one  really  is  anxious  to  kill  me,  why  does  one  not 
put  on  the  lid  to  intercept  the  Y^in  and  the  Yanrj  fluids.'* 

The  king  had  tiie  Hd  put  on,  whereupon  Urn  ChiJi  died. 
Wen  ChUt  was  a  Taoist,  in  water  he  was  not  drowiu'd,  and  in  lire 
he  did  not  burn.-  Hence  he  could  remain  three  days  and  three 
nights  in  the  kettle  without  changing  colour. 

Tliis  IS  idle  talk.  WM  Chili  was  boiled  three  days  and  nights 
withuut  changing  colour.  11  tluMi  only  in  consequence  of  the  lid 
being  put  on  he  was  choked  and  died,  this  proves  that  he  was 
not  in  j»ossesaion  of  Tao.  All  living  and  brcatliing  creatures  die, 
when  deprived  of  air.  When  they  arc  dead  and  boiled,  they 
hecome  soft.  11"  living  and  breathing  creatures  are  placed  in  vessels 
with  a  lid  on,  having  all  their  fissures  carefully  filled,  so  that  the 
air  cannot  circulate,  and  their  breath  cannot  pass,  tliey  die  instant- 
aneously. Thrown  into  a  kettle  with  boiling  water,  they  are  also 
cooked  boft.  Wliy?  Because  they  all  have  the  same  kind  of  body, 
the  same  breath,  are  endowed  by  heaven  with  a  similar  nature, 
and  all  belong  to  one  class.  If  Wen  Ckilt  did  not  breathe,  be  would 
have  been  like  a  piece  (d"  metal  or  stone,  and  even  in  lajiluig  water 
not  be  cooked  soli.  Now  he  was  breathing,  therefore,  when  cooked, 
he  could  not  but  die. 

If  Win  Chih  could  speak,  be  must  have  given  sounds,  w  liich 
rcrpiire  breathing.  Breathing  is  closely  connected  with  the  vital 
force,  which  resides  in  bones  and  flesh.  Beings  oi"  bones  and  llesh 
bnog  cooked,  die.    To  deny  that  is  the  first  untruth. 

Provided  that  Win  Chih  could  be  cooked  without  dying,  he 
wit  %  perfect  Taoist,  similar  to  metal  or  stone.  To  metal  or  stone 
it  makes  no  difference,  whether  a  lid  be  put  on,  or  not.  There- 


*  A  parallel  passage  of  this  stoi-y  otcurs  in  the  Lü-ahili-ch  wi-chiu. 

*  That  is  wtiat  the  Taolsts  say  of  tlicui»elvcs. 


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124  Fonic:  Lan-Hing. 

fore,  to  say  that  W^t  Chi/i  died,  when  tlie  lid  was  put  on,  is  a 
second  uu truth. 

Put  a  man  into  cold  water,  which  is  not  hot  like  boiliog 
w^ater,  and  he  will  die  for  waut  of  breatli  after  a  short  interval, 
his  nose  and  month  being  shut  out  from  the  outer  air.  J^n])mer«j;;ed 
in  cold  A\  aler,  a  man  canuot  remain  alive,  how  much  less  in  bub- 
bling, boilini;  water,  in  the  midst  of  a  violent  iire?  To  say  that 
Win  Chill  survived  in  the  boihng  water  is  a  third  untruth. 

When  a  man  is  submerged  in  water,  so  that  his  mouth  is  not 
visible  outside,  the  sound  of  what  he  says  is  inaudible.  When 
Whi  ChUi  was  cooked,  his  body  was  certainly  submerged  in  the 
kettle,  and  his  mouth  invisible.  Under  those  circumstances  one 
could  not  hear,  what  he  said.  That  Win  C'hiJi  should  have  spoken 
is  the  fourth  untruth. 

Had  a  man  who  after  three  days*  and  three  nights'  cooking 
died,  not  clian^ed  colour,  e\i*a  iji^norant  {)eoplc  \\ouId  have  been 
ama/.ed.  If  the  king  of  Ch  i  was  not  s\irjjrised,  the  heir-ap])uii  ui  and 
his  ministers  sIkjuKI  have  noticed  this  wonderful  fact.  In  their 
astonishment  at  Wrn  Cfii/i  they  would  have  pravtil  that  he  be  taken 
out,  granted  high  honours,  and  be  venerated  as  a  master,  from 
whom  one  might  learn  more  about  Tao.  Now  three  days  and  three 
nights  are  mentioned,  but  nothing  is  said  about  tlie  oflicials  asking 
for  his  release.    That  is  the  fifth  untruth. 

At  that  time  it  was  perhaps  known  that  Win  Chih  was  actually 
cooked,  and  that  his  death  was  caused  by  it.  People  notiemj^ 
that  he  was  a  Taoist,  invented  the  story  that  he  lived  a  subtle 
life,  and  did  not  die,  just  as  Ilmny  Ti  really  died,  whereas  the 
reports  »ay  that  he  rose  to  heaven,  and  as  the  prince  of  Hum-^um 
Buffered  the  punishment  of  rebellion,  wliilst  the  books  say  that  he 
entered  a  new  IKe.  There  are  those  who  like  to  spread  fadse 
reports.  Hence  the  stoiy  of  Win  Chih  has  been  propagated  until  now. 

There  are  no  instances  of  any  one  having  obtained  Tao,  but 
there  have  been  very  long-lived  persons.  People  remarking  that 
those  persons,  while  studying  Tao  and  the  art  of  immortality,  be- 
come over  a  hundred  years  old  without  dying,  call  them  immortals, 
as  the  following  example  will  show. 

At  the  time  of  Han  Wu  li^  tliere  lived  a  certain  Id  Shoo  CAon, 
who  pretended  that  by  sacrificing  to  the  Hearth**  and  abstaining 
from  eating  grain  he  could  ward  off  old  age.  He  saw  Üie  emperor, 
who  conferr^  high  honours  upon  him.  lA  Shoo  ChOn  kept  his  age 


>  140-85  B.c. 


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FoBKx:  Lou-H^ng. 


125 


and  the  place  where  lie  wu  born  and  had  grown  up  secret,  always 
saying  that  he  was  seventy  old,  and  could  efTect  that  things  did 
not  grow  old.  On  his  journeys  he  visited  all  the  princes  around, 
and  was  not  married.  On  hearin«^  that  he  could  manage  that  things 
did  no*:  uge,  people  presented  him  with  luuch  riclter  gifts  tliau  they 
would  otlierwise  liave  done.  He  had  alwavs  inonoy,  üold,  dresses, 
and  food  in  abundance.  As  people  believed  that  lie  did  not  do 
any  business,  and  was  yet  richly  provided  with  everything,  and 
SB  nobody  knew,  what  sort  of  a  man  he  really  was,  there  was  a 
general  competition  in  offering  him  services. 

Li  Shoo  ChUn  knew  some  clever  mancnuvres  and  some  fine 
tricks,  which  did  not  fail  to  produce  a  wimdcrful  eifect.  He  used 
to  feast  with  the  Marquis  of  Wit-an. '  In  the  hall  there  was  a  man 
of  over  90  years.  Li  Shoo  Chfln  indicated  to  him  the  places  which 
his  grand-father  frequented,  when  shooting.  The  old  man  kiu  w 
them,  having  visited  them  as  a  child  with  his  father.  The  whole 
audience  was  bewildered. 

When  Li  S/tao  Chun  saw  the  emperor,  the  emperor  had  an 
old  bronze  vase,  about  which  he  asked  him.  Li  Sfiao  Chfln  replied 
that  in  the  15th  year  -  of  the  reign  of  Duke //uom  of  Ch  i*  it  was 
placed  in  the  Po-ch  in  hall.  The  inscription  was  examined,  and  it 
was  found  out  that  it  was  indeed  a  vessel  of  Duke  Huan  of  Ch'L 
The  whole  Court  was  startled,  and  tliought  that  TA  f^fiao  Chün  was 
several  hundred  years  old.*   After  a  long  time  he  died  of  sickness. 

Tliosc  who  now-a-days  are  credited  with  tlie  possession  of 
Tofi  are  men  like  Li  Shoo  Chliu.  lie  died  amongst  men.  His  body 
was  seen,  and  one  knew,  therefore,  that  his  nature  had  been  lon- 
gevous. Had  lie  dwelt  in  mountain-forests  or  gone  into  deserts, 
leaving  no  traoe  l)ehin(l  him,  he  would  have  died  a  solitnry  death 
of  sickness  amidst  higli  rocks.  His  corpse  would  have  been  food 
for  u«;ers,  wolves,  and  foxes,  but  the  world  woidd  again  have  be- 
lieved him  to  hav«'  disappeared  as  a  real  immortal. 

The  or  li[iar\  students  of  Tao  have  not  Li  Shoo  Chiln's  a^e. 
Before  reaclung  a  liundred  years  tliev  die  like  nil  the  otliers.  Yet 
unrultured  and  ignorant  people  still  hold  that  they  are  separated 
fri  ni  their  bodies*  and  vanish,  and  that,  as  a  matter  of  fact,  they 
do  not  die. 

>  A  diatriet  in  Hmiaiu  The  oame  of  the  Mai^ub  wii«  Tien  Fen, 

*  The  SMMi  says  the  tenth  /ear. 

'  Duke  Burnt  of  Ch'i  rdgn«d  from  G83-6I1  sx.  The  I5th  year  of  his  reign 
was  0(;0. 

*  This  story  of  Id  Shoo  Chun  is  qnotcd  from  the  6hi-cM  chap.  2Ö,  p.  21. 


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126  Fornns:  Lnn-Hfng. 

What  is  understood  by  sppamtion  from  the  body?  Does  it 
mean  that  the  body  dies,  und  the  spirit  disappears?  Or  tliat  tlie 
body  does  not  die,  but  drops  its  coil?  If  one  says  that  the  body 
dies,  and  the  spirit  is  lost,  there  is  no  dilference  from  death,  and 
every  one  is  a  genius.  And  if  one  beUeves  that  the  body  does  not 
die,  but  throws  off  its  eoil,  one  must  admit  that  the  bones  and 
the  flesh  of  all  tlie  deceased  Taoists  are  intact  and  in  no  wise 
diji'ereut  from  the  corpses  of  ordinary  mortals. 

Wlion  ilie  cricket  leaves  its  chrysalis,  the  tortoise  drops  its 
sholl,  tlie  snako  its  sln'n.  and  the  stag  its  liorns,  in  short,  when 
th*'  linrncd  and  skinned  animals  lose  their  outward  cover,  retaining 
only  tiicir  flesh  and  hones,  one  might  speak  of  the  separatiou  from 
the  body.  But  even  if  tlie  body  of  a  dead  Taoist  were  similar  to 
a  <*hrA'saIis,  one  coidd  not  use  tin's  expression,  bccanse,  when  the 
erieket  leaves  tlie  chrysalis,  it  ("aniiot  he  considered  as  a  spirit  \N  itli 
tefjard  to  the  chrysalis.  Now  to  call  it  a  separation  tVoin  the  bodw 
when  there  is  not  even  a  similarity  with  the  chrysalis,  would  again 
be  an  unfotinded  assertion  inissinn,'  the  trntli. 

The  Grand  Annalist  was  a  conteni{H)rary  of  Li  S/iao  t'hUu. 
Although  he  was  not  amongst  tliose  who  came  near  to  Li  Shoo 
i'hiln's  body,  when  he  had  ex{>ired,  he  was  in  a  position  to  learn 
the  truth.  If  he  really  did  not  die,  but  only  parted  w  ith  his  body, 
the  Grand  Annalist  ought  to  liave  jmt  it  on  record,  and  would  uot 
Jiave  given  the  j)la(:e  of  his  death. 

The  reference  to  the  youth  of  the  nonagenarian  in  the  court 
Wf)uld  prove  Li  ^luto  i'hini^  a^e.  PerIia{)S  he  \Nas  fourteen  or  tif- 
teen  years  old,  when  the  old  inati  accompanied  Iiis  i^randfather  as 
a  boy.  Why  should  Li  Slioo  Chiln  not  know  this,  if  he  lived 
200  years?* 

Wu  Ti's  time  is  very  far  from  Duke  Huan,  when  the  bronze 
vase  was  east,^  and  Li  Shrm  Chiln  cannot  have  seen  it.  Perhaps 
he  heard  once  that  in  the  palace  there  was  an  old  vessel,  or  he 
examined  the  inscription  beforehand  to  s[Kak  upon  it,  so  that  he 
was  well-informed,  when  he  saw  it  agaiti.  VVlien  <Hir  amateurs  of 
to-day  see  an  old  s\vord  oi-  an  anti(pie  crooked  blade,  they  gener- 
ally know  where  to  place  it.  Does  that  imply  that  they  saw,  how 
it  was  wrought  1* 

Why  200  years?  U  Shoo  CMm  would  have  known  itie  nona^nariu'« 

grandfather,  if  he  was  aboilt  ninety  years  old  hiin«elf* 
'  The  inten'al  U  upwards  of  5U0  years. 


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FouKE :  Ltin  - 1  leng. 


Tung  Ftmg  So  is  said  to  hnvp.  also  been  possessed  of  Too,  His 
oame  was  T/mi,  his  style  Man  cKien^  but  he  changed  bis  names 
and  for  a  time  took  office  with  the  Han  dynasty.  Outwardly  be 
was  eoxisidered  an  official,  but  inwardly  lie  passed  to  another 
existence. 

This  is  wrong  too.  Tung  Fang  So  lived  together  with  lA 
Shoo  thün  under  the  reign  of  Wu  7Y,  and  must  have  been  known 
to  the  Grand  Annalist.  Ia  Shoo  Chün  taught  Too  and  a  method 
to  keep  '>fV  old  age  by  means  of  sacrificing  to  tlie  "  Hearth."  lie 
determined  the  period  of  a  tripod  cast  under  Duke  liuan  of  C7/*, 
and  knew  the  places  frequented,  when  buntini;.  I)y  the  grandfatlior 
of  a  nonagenarian,  and  yet  be  did  not  really  attain  to  Too.  lie 
was  only  a  long-lived  man,  who  died  late.  Moreover,  Tung  Fang 
So  was  not  as  successful  as  Li  Shoo  Chün  in  magical  arts,  where- 
fore  then  was  he  credited  with  the  possession  of  Tao'}  Under  Wu 
Ti  there  were  the  Taoists  Win  Ch  ing  and  Wu  Li  anil  others  of  the 
same  type,  who  went  on  sea  in  search  of  the  genii  and  to  find  the 
physic  of  immortality.  Because  they  evidently  knew  the  Taoist 
art«5,  they  were  trusted  by  the  Emperor.  Tung  Fang  So  undertook 
no  mission  on  sea,  nor  did  he  do  anything  miraculous.  If  he  had 
done,  he  would  only  have  been  a  man  like  IA  S/iao  Chün  or  on  a 
level  with  Wen  Ching  and  Wu  IA.  Nevertheless  he  had  the  ehanee 
to  be  credited  "with  the  possession  of  Tno.  He  again  resembled 
Li  Shao  Chiln,  insomueh  as  lie  made  a  secret  of  his  birth  place, 
and  the  courtiers  did  not  know  his  origin.  He  exaggerated  his 
a;:*'.  People  finding  that  he  looked  ratiier  strong  and  yoimg  and 
was  of  phlegmatic  tem[)er,  that  lie  did  not  care  much  for  bis  olTire, 
but  wa»  well  versed  in  ilivination,  guessing,  and  otlier  iuterestiug 
plays,  called  him  therefore  a  man  possessed  of  Too, 


Tlir  re  is  a  belief  that  by  the  doctrine  of  />r/o  Tsf  one  can 
tr54ij«^> .  11(1  into  another  existence.  Through  quietism  and  dispassion- 
ateness one  nourishes  the  vital  force,  and  cherishes  the  sjiirit.  The 
length  of  life  is  based  on  the  animal  spirits.  As  long  as  they  are 
unimpaired,  life  goes  on,  and  there  is  no  death.  Tjv>  T.ie  acted 
upon  this  principle.  Having  done  so  for  over  a  liuadred  years,  he 
passed  into  another  existence,  and  became  a  true  Taoist  sage. 

Who  (ian  be  more  quiet  and  have  less  desires  than  birds  and 
animals?    But  birds  ;ind  animals  likewise  age  and  die.  However, 
e  will  not  speak  of  birds  and  animals,  the  passions  of  which  are 


128  Fobxe:  Lun-Heiig. 

similar  to  the  human.  But  which  are  the  passions  of  plants  and 
shrubs,  that  they  arc  born  in  sipring,  and  die  in  autumn?  They 
are  dispaasionate,  and  their  lives  do  not  extend  further  than  one 
year.  Men  are  full  of  passions  and  desires,  and  yet  they  can  be- 
come a  hundred  yeai*s  old.  Thus  the  dispassionate  die  prematurely, 
and  the  passionate  live  long.  Hence  Lao  Ise'a  theory  to  prolong 
life  and  enter  a  new  existence  by  means  of  quietism  and  absence 
of  deriree  is  wrong. 

Lao  Tse  was  like  Li  Shao  Chun.  He  practised  his  theory  of 
quietism,  and  bis  life  happened  to  be  long  of  itself.  But  people 
seeing  tliis,  and  bearing  of  his  quietism,  thought  that  by  his  art 
he  passed  into  another  existence. 

The  idea  prevails  that  those  who  abstain  from  eating  grain, 
are  men  well  versed  in  the  art  of  Too.  Tli^  say  g.  that  Wemg 
Tjw  Ch'iao '  and  the  like,  because  tbey  did  not  touch  grain,  and 
lived  on  di  Here  at  food  than  ordinary  people,  bad  not  the  same 
length  of  life  as  ordinary  people,  in  so  far  as  having  passed  a 
hundred  years,  they  transcended  into  another  state  of  being,  and  be- 
came immortals. 

That  is  another  mistake.  Eating  and  drinking  are  natural 
impulses,  with  which  we  are  endowed  at  birth.  Hence  the  upper 
part  of  tlie  1)ody  has  a  mouth  and  teeth,  the  inferior  part  orifices. 
With  the  mouth  and  toeth  oue  chews  and  eats,  the  orifices  are  for 
the  fliscliar/^e.  Keeping  in  acirord  with  one's  nature,  one  follows 
the  law  of  heaven,  goin«:  against  jr.  on  '  violates  one's  natural  pro- 
pensities, and  nenrleets  one  s  natural  spirit  before  heaven.  How  can 
one  obtain  long  life  in  this  way  .' 

If  Wang  Tse  Cliino  had  jj^ot  no  mouth,  teeth,  or  orifices  at 
birth,  bis  nature  would  have  been  different  from  tiiat  of  others. 
Even  then  one  could  hardly  speak  of  long  life.  Now,  the  body 
is  the  same,  only  the  deeds  beinj;  different.  To  say  that  in  this 
way  one  can  transcend  into  another  existence  is  not  warranted  by 
human  nature. 

For  a  man  not  to  eat  is  like  not  clothing  the  body.  Clothes 
keep  the  skin  warm,  and  food  fills  tlie  stomaeh.  With  a  warm 
epidermis  and  a  well-lilled  ])ellv  the  animal  spirits  are  bright  and 
exalted.  11"  one  is  hunsiiy,  and  lias  nuthing  to  eat,  or  feels  eold. 
and  baii  nothing  to  warm  one's  self,  one  may  freeze  or  starve  to 
death.   How  can  frozen  and  starved  people  live  longer  than  others 

'  A  inagicinii  <^r  the  6Ui  cent,  b.c.,  son  of  King  lAng  of  the  Chou  djrnssly. 
He  is  reported  to  have  boon  aeeu  riding  oa  a  white  crane  through  the  air  as  an 
immortal. 


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P'orke:  Lan-Heiig. 


129 


HoreoTer»  during  bis  life  man  draws  his  \ntal  force  from  food, 
just  as  plants  and.  trees  do  5om  earth.  Pull  out  the  roots  of  a 
plant  or  n  tree,  and  separate  them  from  the  soil,  and  the  plant 
will  wither,  aud  soon  die.  Shut  a  man  s  mout!i,  so  that  he  cannot 
eat,  and  he  will  stanre,  but  not  be  long-lived.  * 


Th<»  Taoists  exalting  each  other's  power  assert  that  the  "  pure 
iiiau '  eats  rhc  lluitl,  that  the  fluid  is  his  food.  Wherefore  the 
books  say  that  the  fluid-eaters  live  long,  and  do  not  die,  that, 
althougli  they  do  not  feed  on  cereals,  they  become  Jat  aud  strong 

by  the  Hiiid. 

I  his  tof)  is  erroneous.  What  kind  of  fluid  is  understootl  by 
fluid?  If  the  fluid  of  the  Yin  aud  the  Yang  he  meant,  this  fluid 
caQMot  satiate  people.  They  may  inhale  this  fluid,  so  that  it  fills 
their  belly  and  bowels,  yet  they  cannot  feel  satiated.  If  the  fluid 
inherent  in  medicine  be  meant,  man  may  use  and  eat  a  case  full  of 
dry  drugs,  or  swallow  some  ten  pills.  But  the  effects  of  medicine 
we  very  strong.  They  cause  great  pain  in  the  chest,  but  cannot 
feed  a  man.  The  meaning  must  certainly  be  that  the  fluid-eaters 
lireathe,  inhaling  and  exhaling,  emitting  the  old  air  and  taking  in 
the  new.  Of  old,  F'Sng  Tsit^  used  to  practbe  this.  Kevertlieless 
he  cotdd  not  live  indefinitely,  but  died  of  sickness. 


Uany  Taoists  hold  that  by  regulating  one's  breath  one  can 
nourish  one^s  nature,  pass  into  another  state' of  being,  and  become 
immortal.  Their  idea  is  that,  if  the  blood  vessels  in  the  body  be 
not  always  in  motion,  expanding  and  contracting,  an  obstruction 
eoanes.  There  being  no  free  passage,  constipation  is  tlie  conse- 
quence, which  causes  sickness  and  death. 

This  is  likewise  without  any  foundation.  Man  a  body  is  like 
that  of  plants  and  trees.  Plants  and  trees  growing  on  the  summits 
of  high  moontains,  where  they  are  exposed  to  the  squalls  of  wind, 
sre  moved  day  and  night,  but  do  they  surpass  those  that  are 
hidden  in  mountain  valleys  and  sheltered  from  wind? 

*  The  Chinese  Methxuialrh,  wlio  b  believe(l  to  lia\o  lived  over  SCO  years. 
Aod  to  have  beeit  a  great  grand«oi)  of  the  legeudar^  Kujperor  (Jkuan  Iljfü  2511  b.c. 

■aid.SM.C0rii  »fnOm,  HW.  LAM  9 

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130  FoM»:  Lnn-Rtng. 

When  plants  and  trees,  while  growing,  are  violently  shaken, 
they  are  injured,  and  pine  away.  Why  then  should  man  hy 
drawing  his  breath  and  moving  Iiis  body  oain  a  lon^  life  and  not 
die?  The  hlood  arteries  traverse  the  Ijody,  as  streams  and  rivers 
flow  through  the  land.  While  thus  flowing,  the  latter  lose  tlieir 
liinpiditv,  and  become  turbid.  When  tlie  blood  is  moved,  it  be- 
coiues  aii;if:ited  also,  whieh  causes  uneasiness.  Uueasincss  is  hkf 
the  hardsiu[)s  man  has  to  endure  without  remedy.  How  can  that 
be  conducive  tu  a  long  life? 

The  Taoists  sometimes  us<  laedicines  ^\  ith  a  view  to  renderinjc; 
their  bodies  more  supple  and  tlieir  vital  force  stronger,  hoping 
thus  to  j)rolong  their  years  and  to  enter  a  new  existence. 

This  is  a  deception  likewise.  There  are  inanv  examples  that 
by  the  use  of  mcdiciues  the  body  grew  more  supple  and  the  vital 
force  stronger,  but  the  world  alfords  no  instance  of  the  prolongation 
of  life  and  a  new  existence  following. 

The  dili'erent  physics  cure  all  sorts  of  diseases.  When  tliey 
have  been  cured,  the  vital  force  is  restored,  and  then  the  body 
becomes  supple  again.  Aceordiui;  to  man's  original  nature  his  body 
is  supple  of  itself,  and  bis  vital  force  lasts  long  of  its  own  aeeord. 
Bui  l>y  exposure  to  wind  and  wetness  he  falls  a  victim  to  hundreds 
of  diseases,  whence  his  body  becomes  heavy  and  stiif,  and  his  farce 
is  weakened.  By  taking  an  efficacious  remedy  he  restores  his  body 
and  tbe  vital  force.  This  turee  is  not  small  at  the  (jutset,  or  the 
body  heavy,  and  it  is  not  bv  medicine  that  tbe  force  lasts  long, 
or  the  body  grows  supple  and  light.  \\'ben  liist  received,'  they 
already  possess  thoac  quabties  spontaneously.  Therefore,  when  by 
medicines  the  various  diseases  are  dispelled,  the  body  made  supple, 
and  the  vital  force  prolonged,  they  merely  return  to  their  original 
state,  but  it  is  impossible  to  add  to  the  number  of  years,  let  alone 
tbe  transition  into  another  existence. 

or  all  the  beings  with  blood  in  their  veins  there  are  none 
but  are  born,  and  of  those  endowed  \vith  life  there  aie  none  but 
die.  From  the  fact  that  they  were  bom,  one  knowe  that  they 
must  die.  Heaven  and  Earth  were  not  bom,  therefore  tbey  do 
not  die.  The  Ym  and  the  Yang  were  not  iMirn,  therefore  ihey  do 
not  die.  Death  i»  the  correlate  of  birth,  and  birth  the  countei^ 
part  of  death.  That  whieh  has  a  beginning,  must  have  an  end, 
and  that  whieh  has  an  end,  must  necessarily  have  had  a  begiH' 


'  Vis.  received  by  mm  at  his  birth,  when  Heaven  endows  him  with  a  body 
and  tiie  vUal  flnid. 


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Fomue:  Lon-U^.  131 

nug.  Only  what  is  without  beginnhig  or  end,  lives  for  ever  and 
never  dies.* 

Human  life  is  like  water.  Water  frozen  gives  ice,  and  the 
vital  force  concentrated  forms  the  human  being.  Ice  lasts  one 
winter,  then  it  raelts,  man  lives  a  hundred  years,  than  he  dies. 
Bid  a  man  not  to  die,  can  you  bid  ice  not  to  melt?  All  those 
who  study  the  art  of  immortality  and  trust  that  there  are  means, 
by  which  one  does  not  die,  mmt  fail  ae  sure,  as  one  cannot  cause 
ice  never  to  melt. 

'  This  the  TaoUts  say  of  tlicir  fundauionlal  principle.  "  Too  la  without 
begiuning,  witbottt  end,"  Chuany  Tse  chap.  17,  p.  13,  and  thu  the  Tvasta, 
nUdk  hxn  becone  one  with  Too,  sre  iaimortal. 


132 


Fobkb;  Lnn-H^. 


CHAPTER  XXIX. 

On  Dragons  (Zkh^Asu). 

When  in  midsummer  during  a  thunder-storm  lightning  strikes 
a  tree  or  demolishes  a  house,  it  is  a  common  saying  that  Heaven 
fetches  the  dragon,  wliich  is  believed  to  hide  in  the  tree,  or  to  be 
concealed  in  tlie  house.  The  lightning  striking  the  tree,  or  demol- 
ishing the  house,  the  dragon  appears  outside.  On  its  appearance, 
it  is  seized  upon  by  tlie  thunder,  and  carried  up  to  Heaven.  The 
unintelligent  and  tlie  learned,  the  virtuous  and  thp  wicked  are  all 
agreed  upon  this,  but  trying  to  get  at  the  truth,  we  End  that  it 
is  idle  talk. 

Why  should  Heaven  fetcli  the  dragon?  Provided  that  tlie 
drairon  be  a  spirit  and  Heaven's  envoy,  as  a  virtuous  minister  is 
the  deputy  of  his'  sovereign,  then  it  ought  to  report  itself  at  a 
fixed  time,  and  would  not  have  to  be  fetched.  If,  on  the  other 
hand,  the  dragon  sneaks  away,  and  does  not  come  back,  it  does 
not  behave  like  a  spirit,  and  would  be  of  no  use  U)  Heaven. 

According  to  the  dragon's  nature  its  real  al)0(le  is  Heaven. 
Being  there  it  certainly  must  have  ofrsj)nng.  There  would  be  no 
reaison,  why  it  should  be  on  earth  again.  If  there  are  rising  and 
descending  dragons,  the  latter  cl.iss  might  bear  its  offspring  on  earth, 
and  Heaven  fetcli  it.  when  gro\\  n  up.  People  call  a  tempest  an 
expres.sion  >>i  Heaven's  auger,  but  in  fetching  the  sdon  of  a  dragon 
it  cannot  be  aniiry. 

Furllier  the  dragon  generally  lives  in  ponds,  not  in  trees  or 
houses.  Whence  do  we  know  that?  .^7///  Jtsiang's^  mother  said: 
"  In  the  de[)th8  of  mountains  and  iii  '  ;is(  marshes  dragons  and 
snakes  really  grow,"  -  And  in  books  we  read,  "Where  the 
mountains  are  highest,  the  rain  clouds  rise,  and  where  the  water 
is  deepest,  the  diflerent  species  of  dragons  are  born."^  The  annals 

>  A  miiuAtar  hi  CAte,  6th  cent  b.c. 

-  Quoted  tnm  the  TtO'chmm,  Duke  llmang  2lst  jtme  {Ltgs*t  C^auie»  Vol*  V« 
Pt.  II,  p.  401).  The  inothM'  of  S/tu  Ihiang  spoke  these  words  in  a  fignmtive  sense, 
with  rrf(>rpnr(>  fo  Shn  fhtan^*  half-brother,  and  his  beautiful  mother,  a  concabiae 
ot  her  husband.    Ci".  j). 

*  A  parallel  passage,  worded  a  little  differently,  ooeim  in  Arib  7«t» 


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133 


go  on  to  My  that,  when  Yü  crossed  the  YanglMf  a  yellow  dragon 
carried  bis  boat  on  its  back/  and  that,  when  Ching  Tie  Ed  went 
orer  the  Huai,  two  dragons  swam  round  his  ship.  Near  the 
Eastern  Sea*  there  lived  Im  Chm  Enn,  a  bold  and  strong  man. 
When  he  once  passed  the  Spirit  Pool,  he  ordered  his  charioteer 
to  give  his  horse  to  drink  there,  but  when  it  drank,  it  sank  down. 

dm  Hun  got  angry,  drew  his  sword,  and  went  into  the  pool 
is.  pursuit  of  his  horse.  He  then  beheld  two  dragons  just  in  the 
act  of  devouring  his  horse.  Sword  in  hand,  he  slew  the  two  dragons.' 
Henoe  it  is  evident  that  the  dragons  called  **4^nao***  and  the  others 
always  live  in  the  water  of  pools,  and  not  on  trees  or  in  houses. 

Living  in  deep  water  dragons  belong  to  the  same  category 
as  fish  and  reptiles.  Why  should  fish  and  reptiles  ascend  to 
Heaven,  and  what  could  Heaven  use  the  dragon  for,  if  it  fetched 
it  up?  If  the  Spirit  of  Heaven  should  ride  on  the  dragon,  a  spirit 
is  something  diffuse  and  incorporeal.  Entering  and  departing,  it 
Deeds  no  aperture,  nmther  would  it  require  a  dragon  to  ride  upon. 
Should  the  genii  mount  the  dragon,  then  Heaven  would  fetch  it 
for  their  sake.  But  the  genii  are  imbued  with  the  fluid  of  Heayen, 
and  their  bodies  are  so  light,  that  they  can  fly  up  like  wild  geese. 
Therefore,  why  should  they  ride  upon  drsgons? 

People  in  general  say  that  Huang  7i  ascended  to  Heaven  on 
a  dragon.  This  statement  is  as  inane  as  the  other,  made  now^a- 
daja«  that  Heaven  fetches  the  dragon.  If  the  dragon  id  said  to 
riae  to  Heaven,  it  implies  a  dragon  spirit,  because  only  a  spirit  can 
soar  on  high,  this  being  in  fact  a  characteristic  feature  of  spirits. 

Among  the  creatures  produced  by  Heaven  and  Harth  man 
beiug  the  noblest,  the  dragon  must  be  inferior.  If  the  noblest  are 
not  spirits,  can  the  inferior  be  so?  Let  us  suppoue  that  the  nature 
of  dragons  be  such,  that  some  of  them  are  spirits,  the  others  not, 
and  that  the  spirits  rise  to  Heaven,  while  those  that  are  not  spirits, 
casnot:  are  turtles  and  snakes  likewise  partly  spirits  and  [)artly  not, 
asd  can  the  turtle  spirits  and  the  snake  spirits  ascend  to  Heaven? 

Moreover,  what  essence  is.  the  dragon  endowed  with,  that  it 
should  alone  be  a  spiiil?  Heaven  has  the  four  constellations  of 
the  Blue  Dragon,  the  White  Tiger,  the  Scarlet  Bird,  and  the  BUck 

*  This  fact  is  recorded  in  the  .'^hih  cliun-chm  and  iu  lJuai  Aan  Tte  Vll, 
IJ».  ViiL  also  Lun-Zunff  Bk.  V,  p.  4  ^l'i-/»nt). 

*  Tb«  Ydlow  Sm,  eact  of  Gbioa. 

*  Thi*  atoty  ia  narrated  in  the  Han-thA-4iraf-ckiian  loO  a.*;,  and  tlie  JR»-iptt- 
dit,  «  here  tbft  bmto  ia  called  T*ai  Chm  ffam  bowevsr. 


134  FoBu:  Lnn-H^. 

Tortoise.  Earth  also  has  dragoin,  tigen,  scarlet  birds,  and  turtles. 
The  essence  of  tlie  four  constellations  pouring  down,  produces  those 
four  animals.  The  tiger,  the  scarlet  bird,  and  tlie  turtle  not  being 
spirits,  wherefore  should  the  dragon  alone  be  a  spirit? 

Man  ranks  first  among  tlie  naked  creatures,  as  the  dragon  is 
the  foremost  of  the  scaly,  animals.  Both  take  the  first  place  among 
their  kindred.  If  the  dragon  is  believed  to  ascend  to  Heaven,  does 
man  rise  to  Heaven  likewise?  If  under  the  above  respect  the  dragon 
is  on  the  same  h^vel  M  ith  man,  but  alone  credited  with  tlic  faeultv 
of  ascendinfj  to  Heaven,  the  drat^on  must  be  supposed  to  be  a  spirit. 

The  world  also  says  that  the  sai^es  being  spirits,  have  the 
gift  of  prophecy,  as  tliev  «;iy  tiiat  the  dragou  spirits  are  able  to 
soar  to  Heaven.  The  divination  of  the  sajj^es  thus  l)ein«^  accounted 
for,  it  is  but  natural  that  the  special  talent  of  the  dragon  should 
be  found  in  its  power  to  rise  to  Heaven. 

That  whicli  amidst  Heaven  and  Earth  is  vague  and  un- 
substantial as  the  vapours  of  cold  and  heat,  wind  and  rain,  has  the 
nature  of  a  s[»irit.  Now  tlie  dragon  has  a  body,  having  a  body, 
it  nunes  about,  moving  about,  it  eats,  and  eating,  it  has  the  iiafure 
of  other  creatures.  According  to  the  orgaiu'sation  of  Heaven  aud 
P^^arth  whatever  possesses  a  body,  moves  about,  and  eats,  caooot 
be  a  spirit.    How  so? 

The  dragon  has  a  body.  One  tiuds  in  books  the  staienient, 
that  out  of  the  three  hundred  scaly  auimals  the  dragon  is  the  tirst. 
Being  the  first  of  tin-  scaly  animals,  how  can  it  be  a\  ithout  a  body? 

Chitj'ui-tn^  said  that  the  dragon  fed  in  limpid  [)laces,  and  lived 
there,  that  the  tortoise  fed  in  limpid  places,  and  lived  in  the  mud, 
and  that  the  fish  fed  in  t\w  mud,  and  lived  in  clear  water.  He 
did  not  attain  to  the  dragon  himself,  but  was  neither  equal  t<» 
the  lisb,  he  was  only  to  be  compared  to  the  tortoise,  which  takes 
the  middle  rank. 

The  Shon-hm-king '  relates  that  beyond  the  four  seas  there  are 
men  riding  oii  drajron  snakes.  As  a  rule,  dragons  are  pictorialiy 
represented  with  a  hoi-se's  head  and  a  snake's  tail.  Hence  they 
must  be  hybrids  between  the  hoi>;e  and  the  snake. 

S/i^n  Tse^  informs  us  thai  the  thing  dragons  mount  the  clouds, 
and  tlnit  tbc  soaring  serpents  raiablr  (lirough  the  fog.  W  hen  the 
clouds  disperse,  and  the  rain  ceases,  they  are  like  earthworms  aud  ants. 

1  Tlie  «Hounteia  ud  Sea  Glaaaic,"  the  oldeet  geographical  work  of  the  4th 

or  the  8rd  cent  b.c. 

-  The  Taoist  philosopher  Sluai  Too  of  ihe  5tb  ceuU  u.c.,  of  whose  works 
oiily  ü-agmenta  are  leil. 


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Fohb;  LnooH^ng.  135 

Han  Fei  7««'  teaches  that  the  dragon  is  a  reptile,  which  obeys 
a  call,  and  allowesj  itself  to  be  patted  and  mounted.  But  under 
its  throat  it  has  a  protruding  scale  over  a  foot  long,  if  a  man  knocks 
against  it,  the  dragon  always  kills  him. 

In  sliort,  the  dragon  is  compared  with  earthworms  and  ants,  and 
it  is  further  saitl  to  be  a  reptile,  which  can  be  pattotl  and  mounted. 
It  must  therefore  havf-  somethin^'^  in  eommon  with  snnkes  and  horses. 

Tt  is  reported  that  when  Chou  -  used  ivory  chopstieks,"*  Chi  Tse* 
burst  into  tears.  He  wept,  commiserating  hit^  excesses.  There  being 
ivor\-  chopsticks,  there  must  have  been  jade  cups  also.  Tbesr  jade 
cups  and  ivory  chopsticks  were  certainly  used  to  hold  and  to  sei/e 
dragon  liver  and  unborn  leopard. °  Dragon  liver  was  ratable,  but 
a  dragon  liard  to  be  found.  This  being  tlie  ease,  tl»e  emjjeror  wonld 
frown  upon  his  subordinates.  That  would  bring  them  into  distress, 
therefore  Chi  Taes  sympathy. 

If  the  dragon  were  a  spirit,  its  body  could  not  be  killed,  and 
its  liver  not  be  eaten.  The  livers  and  the  unborn  young  of  birds 
and  animals  are  not  tiie  same.  Dragon  liver  and  utdiorn  leopard 
being  specially  mentioned,  man  must  have  eaten  them,  and  thereby 
learned  to  a|)[)reeiate  their  excellent  laste. 

Düring  tiie  e[)och  of  Spring  and  Autumn,*"'  a  dragon  appeared 
in  the  outskirtö  of  Chiang.''  Viscount  Jhien  of  HW  interrogated 
Tiai  M^*  saving,  I  heard  say  that  of  all  creatures  none  is  as 
intelligent  uü  the  <lragon,  which  tJivrelore  cannot  be  cjiught  alive. 
Is  it  true  what  they  say  about  its  cleverness?"  The  other  replied. 
"Those  tliat  say  so,  really  do  not  know.  As  a  lact,  tlie  dragon 
is  not  intclHgent.  Of  old,  dragons  were  domesticated,  therelore  the 
empire  iia<.l  its  families  of  Dragon  Keeper  {Haan  Lung)  and  its 
Master  of  the  Dragons  [Yu  Luugy'^^ 

»  Cf.  I.  p.  3?iO. 

'  thou  Hsi/t,  the  last  emperor  of  tlie  «SAany  dynasty. 

'  Ivory  chopsticks  are  very  common  io  China  now,  and  no  loxory. 

*  Yiaeount  Cfti,  one  of  the  foremost  nobles  under  CSIok  üsfin,  12th  cent  i».c. 
^  Dngoo  liver  and  unborn  le<^ard  would  eeem  to  have  been  considered  greet 

dsticicies. 

*  Ttie  histoiital  period  comprised  by  tlie  Chun-chim  (Spring  and  Aulunm) 
between  722  aiid  4t^\  b.c. 

'  A  ptincipality  in  ShantL 

■  A  feudal  lord  ander  Duke  CWov  of  Cftte  in  5ftaiMi,  530^524  n.e.,  wboee 
«aeee^rs  became  inarqaises,  end  at  I«st  kings  <^  Wei. 

'  Hie  grand  historiographer. 

'I  fie   raiiiily   nnnips  fltian  Ltmg  and   )' '<   f^n'uf,  '^P  which 

liiendly  laeati  Üragou  Keeper  and  Master  of  the  Drdguiis,  iiave  probably  given  rise 
to  tha  queei'  siovy. 


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136  Foub:  Lim. Hing. 

Viscount  Ih'mi  observed  that  of  tliese  two  he  liad  heard  also, 
but  did  not  know  their  origin,  and  why  they  were  called  so.  Ts  ni 
Ml'  said.  "In  ohh'ii  time  there  was  Shu  Sioh/^  of  l/mo.'-  Oue  of 
Ills  «iistaiit  descendants,  Titnrj  Fu  was  very  i<Hi(l  ot^  dragons.  He 
could  find  out  their  taste.^  and  likings,  so  as  to  be  able  to  stipj>ly 
litem  with  food  and  drink.  IMaay  dragons  canie  to  him,  and  were 
thus  bred  by  liim.  With  tlieni  he  waited  upon  Shun,  who  be.stowed 
upon  him  the  family  name  of  anil  the  clan-name  of  Dragon 

Keeper  {Ilitan  Lung)^  and  invested  him  with  Tmny-ch  uau.  The 
t sung- J  family  were  his  deseendants.  Thus  dragoos  were  reared 
at  the  time  of  the  emperor  Slmn.** 

*'  During  the  //.via  time  A  nug  Chia^  was  obedient  to  God, 
ulio  presented  liun  with  a  team  of  dragons  from  the  Yellow  Hirer 
and  the  Uau,  there  bi'ing  a  male  and  a  female  from  eaeh.  A.  ung 
Chia  was  at  a  loss  liow  to  feetl  them,  for  no  member  of  t lie  Ihutu 
Lung  family  was  to  be  found.  But  among  tlie  remains  of  the  Vao 
T'aity  '  laiuily,  which  had  perished,  w.is  one  Lin  Lei,  who  had  learned 
the  art  of  rearing  dragons  from  the  Iliian  Lung  family.  Witli  that 
he  served  K  ung  Chut,  and  was  able  to  give  food  ami  wat<M-  to  the 
dragons.  The  Ihia  ruler  was  so  pleased  with  him,  that  he  con- 
ferred upon  him  the  clan-name  of  Master  of  the  Dragons  {Yü  Lung). 
He  took  the  place  of  the  descendants  of  Sliih  Wei.*** 

**  When  one  female  dragon  died,  hv'  secretly  liad  it  chopped 
up,  and  offered  the  meat  to  the  ruling  emperor  of  the  house  of 
Ilsia  as  food.  The  emperor  had  it  cooked,  and  asked  for  more. 
Then  Liu  Im  became  frightened,  because  he  could  not  procure 
it,  and  emigrated  to  Lu^ksien.^  The  Fan  family  were  hts  des- 
cendants."— 

Viscount  Hsien.  asked,  why  there  were  no  dragons  to-day. 
Tsm  Mi  replied,  Such  animals  have  their  offidals,  who  know  their 
treatment,  and  think  of  them  day  and'niglit.  When  they  suddenly 
lose  their  post,  the  dragons  die.  The  cashiered  functionaries  do 
not  feed  them  any  more.  As  long  as  the  competent  officials  do 
their  duty,  there  fre  always  animals  coming  to  them,  hat»  when 


^  The  Lun-hvng  calls  the  man  ishu  6ung.    In  the  Tuo-chtum  his  name  is 
Shu  An. 

*  A  mall  Stets. 

»  The  emperor  K*wtg  Chia  1879-1848  h.c. 

*  T'no  T  ang  wa<!  t!ie  pi  ino<>dom  of  the  emp«ror  Too  in  Shantt^  whose  de- 
sceudaiits  t ffieir  clan  iiiiine  therefrom. 

*  A  nuble  wiiu  iluumiied  uuder  lite  HJtang  dyuasty. 
The  modern  Lu-ahm-Mm  in  Hanav, 


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Fokkb:  Lnn-U&ig.  137 

they  are  neglected,  they  lie  down  listless,  and  their  pruductiuo  is 
stopped." ' — 

Thus  we  may  say  tliat  dragous  can  be  reared  and  eaten. 
\Vliat  can  be  eaten,  is  certainly  not  a  spirit.  When  the  pmper 
officials  an  not  at  hand,  nor  ujen  hke  Tuuy  Fu  and  Liu  Lei,  the 
slragons  ab.scoinL  and  hide  themselves,  and  appear  but  rarely.  Wben 
tlit  v  once  come  out,  tliey  also  ride  ou  the  clouds,  a  course,  man 
can  never  take,  and  are  then  regarded  as  spirits.  As  lone  as  tliere 
are  the  proper  offieials,  or  the  proper  men,  the  dragon  is  like  an 
ox.  Wliy  ^.liould  they  be  spirits? 

Taking  into  consideration  what  iliv  ^han-liai-kiiig  SRys,  the 
evidence  of  ^h>'n  i'.se  and  Jlan  Fci  7«%  the  usual  pictorial  represent- 
ations, the  despair  of  Chi  'J'.sc,  and  the  information  given  by  Ts  at 
we  see  that  the  dragon  cannot  be  a  sjjirit,  nor  rise  to  Heaven, 
and  it  is  evident  that  Heaven  does  not  fetcli  it  with  thunder  and 
lightning. 

Tlie  common  belief  that  the  dragon  is  a  spirit,  and  rises  to 
Heaven,  i«s  preposterous.  But  there  is  a  reason  for  it.  In  light 
hl«rature  we  meet  w  Ith  the  statement  that  without  a  tree  one  fot»t 
higli  the  dragon  cannot  ascend  to  Heaven.  They  speak  of  ascending 
tu  Ueavcu,  and  of  a  tree  one  foot  high,  implying  tliat  the  dragon 
rises  to  Heaven  from  w  ithin  the  tree.  The  authors  of  tliis  sort  of 
hterature  are  uncultured  people.  They  have  observed  that  at  the 
saine  time,  when  the  thunder  rolls  and  the  lightning  flashes  up, 
tin  dragon  rises,  and  when  thunder  and  lightning  strike  a  tree, 
the  dragon  happens  to  be  close  to  the  tree,  just  like  thunder  and 
lightning.  When  they  arc  gone,  the  dragon  rises  on  high  iii>^ewisc. 
\  Therefore  they  pretend  that  it  ascends  to  Heaven  from  within  the 
tree.  As  a  niatter  of  fact,  the  thunder  and  the  dragon  are  of  the 
same  kind,  and  luuiually  auraci  one  another,  when  set  in  motion 
hy  the  forces  of  nature. 

The  Yiking  says  that  the  clouds  follow  the  dragon,  and  the 
wind  the  tiger,  it  is  further  stated  that,  when  the  tiger  howls, 
the  wind  passes  through  the  valley,  and  that  the  variegated  clouds 
Tmt,  when  the  dragon  gambols.^  There  is  a  certain  manner  of 
fjnipathy  Ijetween  the  dragon  and  the  clouds,  and  a  mutual  at- 
tiaction  between  the  tiger  and  the  wind.    Therefore,  when  Tung 


•  This  eonvemtioD  between  Viscount  Hsien  and  T'xd  Mr  on  the  rearing  of 
dragtius  in  ari'-iftit  times  is  literally  called  ffoni-tlie  2Vo-cAt/aii,  Duke  t'h'ao  2$Hhyear* 
CL  Legge,  Chun-cAm  Pt.  U,  p.  731. 

*  I'Aiotf  Book  I,  (Ut'ien  iiexagraui  (No.  1).   See  also  p.  60  Note  2. 


138  Fcwn:  I«ii-Htof. 

Chung  Shu^  offered  thr  rain  sacrifice,  lie  put  up  au  earthen  dragon 
vvitii  a  view  to  attract  tlie  rain. 

Wlien  tlie  summer  is  at  ita  height,  the  sun  reigns  ^.upreine, 
but  the  clouUä  and  the  raia  oppose  it.  The  bun  is  lire,  clouds  and 
rain  beinff  water.  At  the  colhsiou  with  water,  fire  explodes,  and 
gives  a  tsound,  which  is  the  thunder.  Upon  hoarinn;  iho  sound  of 
thunder,  the  draj^on  rises,  when  it  rises,  the  clouds  appear,  and 
when  they  are  there,  the  dra»i;on  mounts  them.  The  clouds  and 
the  rain  are  alleeted  by  the  draL(on,  anrl  the  dragon  also  rides  on 
the  clouds  to  Heaven.  Heaven  stretchea  to  the  larthi-st  distance, 
and  the  tliuuder  is  very  high.  Upon  the  clouds  dispersing,  the 
dragon  aliglits  asain.  Men  seein*:-  if  rifling  on  the  cloutis,  lielieve 
it  to  ascend  to  Hiaven,  and  behoidsüg  Heaven  sending  forth  thunder 
and  lightning,  (hey  iiniigiue  that  Heaven  fetches  the  dragon. 

The  scholars  of  to-day  reading  the  Viking  and  the  historical 
records,  all  know  that  the  dragon  belongs  to  the  same  class  as  the 
clouds.  They  adhere  to  the  common  gossip  without  knowing,  what 
it  means.  Besides  they  look  upon  the  light  literature  as  an  author- 
ity.   Tims  they  say  that  Heaven  fetches  the  dragon. 

Heaven  docs  not  do  that,  nor  does  the  dragon  rise  to  Heaven. 
W'lien  Lu  Chili  ll^iu  sh-w  the  two  serpents,  lie  dragged  them  out  with 
his  liatuls  by  the  tail,  but  the  nioiuiMit  they  were  out  of  the  pool,  a  thun- 
der-bolt fell.  Serpents  are  a  species  similar  to  dragons.  When  serpents 
or  dragons  make  their  appearauec.  clouds  and  rain  arrive,  upon  their 
an  ival  tlu're  is  tiiunder  and  lightning.  If  Heaven  really  fetched  the  dra- 
gon lor  its  ow  n  use,  w  hat  benefit  would  it  have  from  dea<l  serpents? 

Fish,  though  living  in  the  water,  yet  follow  the  clouds  and 
the  rain  Hying,  and  riding  on  them  ascend  to  Heaven.  The  dragon 
heh)ngs  to  the  class  of  fish,  it  rides  on  thunder  and  lightning  in 
the  same  way  as  the  fish  fly.  For  following  the  clouds  aud  the 
rain,  fish  are  not  considered  to  be  spirits,  the  dragons  alone  are 
called  spirits  because  of  their  riding  on  thunder  and  hghtning.  This 
common  beUef  is  contrary  to  truth. 

All  the  creatures  in  the  world  liave  their  peculiar  veliicles: — 
The  water  serpents  ride  on  the  fog,  the  dragons  ou  the  clouds« 
and  birds  on  tlie  wind.  To  call  the  dragon  alone  a  spirit,  because 
it  is  seen  riding  on  the  clouds,  would  not  be  in  aocordauce  with 
its  real  nature,  and  would  only  detract  from  its  skiU. 

But  the  reason  why  the  <lragon  is  looked  upon  as  a  spirit  is, 
because  it  can  expand  and  contract  its  body,  and  make  itself  visible 


>  A  Mholar  of  die  2n4  cant;  ii.r.  See  I,  i>.  219. 


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Font:  Lon-Heng.  139 

or  invisible.    Yet  the  expansion  and  contraction  of  the  body  and 

its  visibility  and  invisibility  do  not  constitute  a  spirit, 

Yn  Jang '  swallowed  charcoal  and  varnished  Iiis  body,  so  that 
he  got  ulcers,  and  nobody  recognised  hira.  Tse  Kung^  burned  off 
his  beard,  and  took  the  semblance  of  a  woman,  so  that  nobody 
knew  him.  Wlien  tlic  dragon  transforms  itself  and  absconds,  men 
are  also  unable  to  [>erceive  it,  such  is  its  skill  in  metamorphosing 
and  hiding  itself. 

Much  in  the  nature  of  creatures  is  spontaneous: — Tlu' rhino- 
pitliecus'  knows  the  past,*  magpies  foresee  tlie  future,^  ;uid  parrots 
can  talk.  These  three  peculiarities  may  be  compared  to  tlie  trans- 
formations, which  are  in  the  nature  of  drasrons.  If  by  astuteness 
one  could  become  a  spirit,  Yü  Jang  aud  7>v'  Ku/i(j  would  be  spirits. 

Confurtus  said,  "The  roving  animals  can  l)e  ensnared,  the  flying 
birds  be  shot  with  an  arrow.  As  regards  the  dragon,  I  (h)  not 
know,  whef}ier  it  can  ride  uu  tiie  wind  and  the  clouds,  and  thus 
rise  on  in^li.  To-day  I  saw  Lao  Tse,  Should  he  perhaps  be  like 
a  dragon?  "® 

Provided  that  the  dra:;<in  rises,  mounted  on  a  cloud,  and, 
when  the  cloud  disperses,  comes  down  a^ain,  then  the  class  of 
creatures,  to  which  it  belongs,  might  he  ascertained,  and  all  about 
its  celestial  and  terrestrial  state  known.  Yet  the)  say  that  (hnfucius 
did  not  know.  A  sage  like  Ccnfucim  ip;nored  the  nature  of  draj^ona. 
How  much  less  can  common  people  know,  whose  learning  is  de- 
ticienr.  who  are  biassed  in  favour  of  the  marvellous,  and  whose 
niiods  are  unable  to  d«  i nie,  w'hat  is  possible  and  what  not.  That 
tht»T  should  call  the  dragon  a  spirit,  which  rises  to  Heaven  can 
therefore  be  no  matter  for  sui'prisu. 

1  A  nathrtt  of  ths  Cftdi  State»  5th  and  6th  cent  b.c.  He  twice  made  an  at- 
lenipt  upon  the  life  of  Viieoiint  Btkmg  of  CAoo  to  avenge  the  death  of  his  master, 

the  Earl  of  Chih,  wiium  Ihiang  had  ^!.ull.   Both  attein|)ta  failed.  The  second  time 

iie  disguised  himself  in  ilic  way  described  here. 

*  A  disciple  of  ( 'onfiintiif. 

'  A  kind  of  inunkey  in  western  China. 

*  Thb  probably  means  that  monkeys  have  en  excellent  meoioiy. 

*  Magpies  are  believed  to  know,  whether  the  next  year  will  be  very  stormy, 
tur  in  that  case  they  bttild  their  itcsts  near  die  ground.  Moreover,  they  annotmce 
fware  juy,  hcmo  tlipir  popular  name  "birds  of  joy." 

*  A  <^uutalion  Iruui  the  Biugraphy  of  Lao  Tm  in  tlie  ^m-«/m  chap.  G3,  p.  2  v. 


140 


Focnr:  Lnti-Btiig. 


CHAPTER  XXX. 
Argameaia  on  Ominoiis  Creatures  {CAiang-Jm^ 

The  scholars  in  their  essays  claim  for  themselves  the  faculty 
of  knowing  the  phoenix  and  the  unicorn,  when  they  see  them. 
They,  of  course,  rely  on  the  pictures  of  tlie  phccuix  aud  the  uni- 
corn. Besides  there  ia  a  passage  in  the  Ch'un-chiu  concerning  the 
capture  of  a  unicorn  to  the  effect  that  it  was  a  sort  of  a  deer  with 
a  horn."  Hence  a  deer  with  a  horn  must  he  a  unicorn.  When  they 
see  a  bird  like  a  phtcnix,  they  take  it  for  a  plnTnix. 

Huang  Tt,  Yao,  Slum,  and  the  sovereigns  of  the  (!/iou  dynasty, 
when  it  was  llounsln'ng,  all  caused  the  plurinx  to  make  its  appear- 
ance. Under  the  reiij-ii  of  If^lm}  Hsilan  Ti"^  a  pluenix  aliglited  in 
the  ^Mng-liii  [»ark,  aud  alterwards  also  on  a  tree  at  tlie  east-gate 
of  tlie  Ch(ing-(o  palace.  It  was  five  I'eet  liigh.  and  had  a  heaiitiful 
variegated  plumage.  The  unieorn  caught  l)y  the  people  of  Chou 
resembled  a  deer,  and  had  a  horn:  the  unieoru  of  VT«  Ti  was  also 
hke  a  deer  witli  a  horn.  If  there  be  a  huge  liird  with  a  varie- 
gated plumage,  or  an  animal  shaped  like  a  deer  having  one  horn 
on  its  head,  it  is  possible,  they  fancy,  to  determine,  whether  it  be 
a  phcenix  or  a  unicorn,  by  referring  to  drawings  aud  pictures,  and 
to  ancient  and  modern  traditions. 

Now  the  phcenix  is  the  holy  bird,  and  the  nnicom  the  holy 
animal  as  the  Five  Empfmrs,  thv  I'/irrr  Rnirrft,  Kdo  Y<u),  and  Ca>h- 
fwin.s  are  tlie  holy  ones  among  men.  Tiie  Twelve  Holy  Men-*  vary 
coubiderably  in  their  appearance,  can  we  ihen  eall  a  deer  with  a 
born  a  unieorn,  or  a  bird  resembling  a  piicenix  by  this  name?  Be- 
tween the  hair  and  the  coloui'  of  rhc  holy  birds  and  the  lioly 
animals  there  is  as  much  diiTerence  as  between  the  ossetius  structure 
of  the  twelve  holy  men. 

The  horn  is  like  the  character  "  w\:  "  worn  on  the  front.  C/atan 
Usfl  had  this  character  on  his  brow,  but  Yao  and  Shun  were  not 
necessarily  marked  in  the  same  way.  If  the  unicorn  caught  in  Lu 

*  The  ImI  ptfagraph  of  the  CAWeAVii»  Doke  At  14th  year,  merdj  mentioiM 

the  capture  of  a  lin.  That  it  was  a  deer  with  one  lioni  i.s  recorded  in  tilO  '*  Family 
Sayiugs  "  of  ( onfuciut.   See  L^fg^ii  tranii.  VoL  U,  p.  834,  Note. 

2  7:]  48  B.c. 

•  a.  p.  hö. 


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Fokkk:  Lan-Hrng.  141 

bad  a  horn,  it  floos  not  follow  anyhow  that  the  unicorns  observed 
later  on  bad  all  a  horn.  Should  we  be  desirous  to  learn  to  know 
the  umcom  of  the  present  day  by  using  the  unicorn  caught  in  Ln 
18  a  prototype,  we  may  be  sure  to  fail  in  our  endeavour.  The 
for,  the  bones,  aad  the.hom  vary.  Notwithstanding  their  difference, 
there  may  be  a  certain  resemblance,  but  that  does  not  mean  identity. 

Shun  had  double  pupils«  and  Wang  Mang  also,  Duke  Win  of 
Chki  had  his  ribs  all  in  one  piece,  and  Chang  Yi  likewise.  If  a 
resemblance  be  based  on  the  oss^us  structure,  the  hair  and  the 
complexion,  then  Wang  Maag^  was  a  Shm^  and  Chang  Yi*  b.  Duke 
WSn  of  Chin.^ 

Yu  Jo  in  Lu  bore  a  striking  resemblance  to  Confuchts.  After 
the  death  of  the  latter,  his  disciples  all  made  Yu  Jo  sit  down  and 
questioned  him  on  some  points  of  the  doctrine,  but  Yu  Jo  could 
not  ans>ver.  Why?  Because  there  was  only  a  likenpss  of  his  ex- 
ternal appearance,  whereas  Iiis  mind  was  different.  Thus,  variega- 
ted l>irds  and  animals  with  one  horn  may  sometimes  look  like  a 
phcenix  or  a  unicorn,  but,  as  a  matter  of  fact,  tlify  are  not  real 
one?*.  Therefnn^  it  is  a  mistake  to  distinguisli  a  phoenix  or  a 
unicorn  by  their  sJiape,  thrir  liair.  or  tlicir  colour. 

In  this  manner  did  Yen  Yita/i*  almost  ('(lual  ('<nifnc'nts,  \mX  he 
was  not  liko  him,  wliereas  Yu  Jo,  i|uito  an  or<liiiary  typt*  of  man, 
looked  like  a  sa<;e.  ( "onsequentl y  a  real  plKeuix  or  a  real  luiirorn 
may  perhaps  not  look  like  it.  in  its  outward  sliape  and,  on  flic 
other  liand,  (inifc  coininon  l)irfls  and  animals  n*semble  tlie  real 
nluerux  and  uiucorn  hv  tlieir  hair  and  eolonr.  How  can  tliey  l)e 
distinguished?  Tlie  literati  who  maintain  that  they  are  able  to 
recognise  a  plncuix  or  a  unicorn,  when  they  see  them,  must  also 
say  of  themselves  that  they  know  a  holy  man,  when  they  per- 
ceive liim. 

Kmj  Yao  had  a  horse  mouth,  and  Conßo  iu.^'  arms  were  turned 
harkwards.^  If,  later  on,  their  wisdom  far  <  \r  i  led  that  of  other 
popie,  still  they  could  not  be  called  san;es  on  account  of  the  horse 
rootitli  <»r  the  eonca\e  forehead,  for  as  tlie  features  of  the  Twelve 
Tloly  Men  dilVered  from  those  of  former  sa^'^cs,  they  cannot  be 
«•haracteristic  tMther  for  future  sages.  Tiie  configuration  of  tlie 
bones  difl'ers,  as  do  their  names  and  their  physical  frame;  and  they 

1  The  QMirper. 

*  A  politica]  adventnrer,  cf.  I,  p.  295. 

3  An  enlightened  soverei^,  cf.  I,  p.  342. 

*  D'töciple  of  Ctmßtdm» 

*  Cf:p.85. 


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142  Fmnce:  Lvn^H^^. 

are  born  in   tlillenMjt  places.    Therefore,  how  could  a  sage  be 
known,  provided  that  one  were  born  again? 

Hmn  Chiin  S/ian^  said  ro  Yanj  Tue  Yiin,^  *' If  in  future  g«MU'r- 
ations  there  sliould  be  again  a  man  like  the  sages,  people  would 
be  well  aware  tliat  his  talents  surpassed  theirs  by  far,  but  they 
would  not  be  able  to  know,  whetlier  ho  really  was  a  holy  man 
or  not."    Yang  Tse  Yüu  reph'ed.  "  So  it  is,  indeed.'* 

It  is  diffieult  to  know  a  saije.  Even  nu'U  like  Huan  Chfln 
Slian  and  Ycmg  Tse  )7/;j,  who  could  judge  the  exeellence  and  the  at- 
tainments of  a  sage,  felt  incompetent.  Tlie  seholars  of  the  age 
represent  mediocrity.  The  knowledge  of  niedioerity  eonsists  in  the 
eoinbination  of  ordinary  observations,  but  we  can  be  sure  that,  on 
seeing  a  sage,  they  woidd  not  be  in  a  position  to  recoi:;nise  him 
as  such.  Being  unable  to  reeognise  a  sage,  they  could  not  know 
a  jduenix  or  a  unicorn  either.  Why  must  people  at  the  present  day,  , 
who  are  speaking  of  the  phceuix  and  the  unicorn,  pretend  that 
they  have  such  a  knowledge? 

In  former  generations  people  used  the  words  phcenix  and  uni- 
corn merely  upon  hearing  of  the  queerness  of  a  bird  or  an  annual. 
If  those  had  a  peculiar  plumage  or  horn,  and  if  they  did  not  ily 
at  random,  or  wildly  roam  about,  struggHng  for  their  food  w  ith 
other  birds  or  .animals,  they  were  called  pluenix  or  uuieorn.  The 
knowledge  wdiich  the  men  of  to-day  have  of  the  sages  is  of  very 
much  the  same  kind.  They  liave  been  told  tliat  sages  are  wonder- 
ful men.  Therefore,  when  a  rium's  body  shows  some  peculiarity 
of  the  bones,  and  his  wisdom  is  profound  and  extensive,  they  call 
him  a  sage.  Those  who  really  know  what  a  sage  means,  do  not 
give  that  name  at  first  sight,  and  when  they  have  heard  a  man 
for  the  first  time.  They  first  bow  to  him,  hear  his  lectures,  and 
receive  his  instruction,  and  afterwards  learn  to  know  him*  This 
will  become  more  clear  from  the  following  facts. 

When  Tse  Knng  had  served  Cor^cnu  one  year,  he  thouglit 
hiaudf  to  be  superior  to  Confucius,  after  two  years  he  thought 
himself  to  be  his  equal,  but  after  three  years  he  had  learned  that 
he  could  never  come  up  to  him.  During  the  space  of  one  and 
two  years,  he  did  not  yet  know  that  Confucius  was  a  sage,  and  it 
was  not  until  three  years  had  elapsed,  that  he  became  aware  of 
it  If  Tse  Kung  required  three  years  to  find  this  out,  our  scholars 

'  Iltiiiri  Tan  ffuan  ('hün  Sftan  lived  in  the  Ist  cent.  vs.r.  and  .^.d.  He 
wns  a  man  of  wide  learning.  Of  his  works  the  *^Hiin-iitn"  "New  Reflections *' 
liavc  iieeii  preserved. 

*  liifl  Confiidao  phOoaopher,  cf.  p.  172. 


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Fokxb:  Lun-H^ng.  143 

must  be  in  error,  when  UbiCf  imagine  they  know  a  sage,  for  they  are 
l««B  gifted  than  Tse  Kwig^  they  aee  a  sage,  but  do  not  study  under 
him,  nor  have  they  three  years  intwcourse  with  him,  »  sudden 
glance  is  all  they  rely  upon. 

In  7.M,  Sltao  Ching  Mao^  was  jilaced  on  a  level  with  Confucius. 
The  school  of  Confucius  was  three  times  full,  and  three  times  empty. 
Only  Yen  Yuan  did  not  leave  him.  Yen  Yuan  alone  knew  that  Con- 
ßtcmg  waa  a  sage.  The  other  pupils  abandoned  ConfucktSy  and  re- 
turned to  Shoo  Cking  Mao.  Not  only  did  they  not  understand  tlio 
sagehood  of  Confucius,  but  they  did  not  even  know  Shao  Ching  Man. 
The  disciples  were  all  imposed  upon,  so  that  Tse  Kung  asked  Cou- 
fucius  saging,  "  Sftao  ChSng  Mao  is  a  famous  man  in  7/M,  how  can 
you  know  more  about  government  than  he? "  ('onfuciti.^  replii  d. 
**  7>^»  Kitng\  You  had  better  leave  this,  for  you  are  not  up  to  it." 

Only  the  intelligent  can  distinp;ntsh  the  artificial.  iSince  a  man 
like  Tse  Kung  was  unable  to  know  a  sap^e,  it  is  nonsense,  if  our 
scholars  claim  to  know  a  sage  upon  seeing  him.  From  their  in- 
ahih'ty  to  know  a  sage  we  may  inter  that  they  do  not  know  a 
phoenix  or  a  unicorn  either. 

Let  tis  suppose  that  a  pluenix  lias  lonsj;  and  broad  feathers, 
and  that  the  hoch  of  a  unicorn  i^  Inirli  and  bii;.  I  lien  the  be- 
holder would  refi,ard  them  as  a  big  bird  or  a  hiit;;e  animal,  but  by 
what  should  he  distini^uish  them?  Tf  their  h'v^  size  Avrre  to  be 
taken  as  a  criterion,  then  one  n-ii^ltr  to  know  a  sam'  by  his  size 
also.  During  the  "Spring  and  Autumn  Period  there  arrived  a  bird 
and  remained,  but  it  could  not  be  considered  a  pluenix,  and,  wlien 
the  tall  7i'  made  tlieir  appearance,  they  could  not  be  taken  tor 
sages  either.  The  pluenix  and  the  unicorn  being  like  otlier  birds 
or  animals,  wliat  can  people  do  to  know  them? 

Slioiilil  ihr  -(  rrearuros  not  live  in  China  and  come  across  the 
»iesrrt,  tiiey  wouitl  be  like  the  '*  inainah,'"^  whic.h  is  nr»t  a  ("lilnese 
bird:  nor  would  the  plurnix  and  the  unicorn  be  Cliint-se  ani- 
mals riien.  \\'hy  then  tlo  the  T^iterati  decrv  tlie  mainah,"  and 
applaud  the  phoenix  and  the  unicorn,  if  none  of  them  is  of  Chi- 
nes* origin? 

*  Shne  Chnig  Man,  a  hich  officer  nf  Lu,  was  lattr  on  exeeut^cl  liy  (ontuci  t.i 
for  high  ttieasoD,  when  Con/uciug  was  assistant-minister  {SM-chi  chaj).  47,  p.  i»v.). 
Some  aay  that  JS^ao^hf'nff  is  the  offldal  title  and  Mao  the  cognomen.  £iftaö-eMli»y 
n^g^  mean  a  «ibdh«ctor,  or  an  aMMtant>-jttdge.  (Cf.  HuatAtm  Tm  XOL,  22  oomm.) 
See  olao  rh^Pomie*,  Mim.  IHtt.  ToL  Y,  p.  326,  Note  7. 

»  Cf.  XV,  4. 

>  Acridotherea  cristauillus. 


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144  Foi»«:  LiiB-Hfng. 

Some  one  may  say  that,  wlien  at  the  time  of  Hsiao  Hsüan  It 
a  phipnix  alif^htetl  in  the  Shang-lin  park,'  flocks  of  hinls  crowded 
around  it  on  the  trees,  thousands  and  ten  thousands.  They  rever- 
ently followed  the  pluenix,  because  it  surpassed  all  the  other  hirtl«« 
by  its  size  as  well  as  by  the  holiness  of  its  spirit.  Provided  that 
a  large  bird  around  which,  when  it  alights,  all  the  multitudes  of 
biffls  gather,  is  a  phcenix,  then  we  would  know  what  a  ph<eiiix 
really  is.  Now  the  j)li(enix  has  tht"  same  character  as  the  unicorn. 
If,  when  a  plucnix  appears,  all  the  birds  follow  it,  then  all  the 
animals  ought  to  accompany  the  unicorn,  when  it  shows  itself, 
likewise.  But  in  regard  to  the  unicorn  of  the  "Spring  and  Autumn  ' 
no  mention  is  made  of  all  tlu'  nnirnals  following  it.  HsQan  Ti  and 
Wu  Ti  both  got  a  unicorn,  but  nothing  is  said  about  animaU  ac- 
companying it. 

Should  anybody  be  of  opinion  that  the  train  of  tlie  unicorn 
disperses,  when  it  is  caught  by  man.  whereas  the  pln^nix  is  never 
caught,  and  that  the  birds  folhnving  it  become  visible,  when  it  is 
dying  about,  1  refer  to  the  S/iuklin/.  Tbere  avc  read  that,  when 
the  nine  parts  of  the  imperial  music  were  performed,  the  male  and 
female  ph<enix  came  gambolling.^  The  Tn-rhunn^  speaks  of  a  plm  iiix 
on  the  trees,  but  does  not  mention  that  flocks  of  birds  were  l^illow  iug 
it.   Was  tlie  jiluenix  atti  acted  by  tlsüan  Ti  of  another  kind  perhaps? 

One  might  suggest  that  this  is  an  omission  ou  the  part  of 
the  chronicler,  that  under  Yns  reign  the  plaenix  was  really  ac- 
companied by  other  birds,  that  the  time  of  remote  antiquity  is  so 
far  away,  that  the  chroniclers  fni«jbt  well  have  omitted  to  mention 
it,  and  that  the  text  of  the  (  lassies  canuot  be  a  proof.  Of  course, 
it  may  happen  that  something  has  really  taken  place,  whieh  the 
historians  have  dropped,  but,  in  the  same  way,  it  can  be  the  case 
that  something  really  never  hapjiened,  and  was  invented  by  the 
liistorians.  riierefore  it  is  difficult  to  find  out  the  truth  from  the 
text  of  the  work.s  of  the  Tiiterati,  and  our  attempts  to  know  a 
pluenix  from  its  following  are  in  vain. 

!\I(^reovpr,  there  are  cunning  fellows  among  men,  who  succeed 
in  winning  followers,  m  tliere  are  wily  birds,  which  assemble  others 
around  themselves.  Was  tlie  phcenix  of  the  time  of  Yd  honest 
then,  and  that  of  flsilan  Ti's  time  a  trickster?  How  is  it  possible 
that  they  were  both  endowed  with  the  virtue  of  holy  men,  and 
that  still  their  actions  should  be  so  dissimilar? 

~Vid.^.  140. 

»  shukinp,  r i-    Pt.  n,  Bk.  IV,  Ü  (Lrffr/f  Vol.  ni,  Pt,  i,  p.  88). 

'  ~/r'{^'    f'i^  must  be  tlie  uame  of  an  aiicieut  work. 


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Foam:  Lm-Wtng.  145 

A  bird  may  perhaps  be  a  phcRnix,  although  thero  nre  no 
birds  following  it.  or  it  may  not  bo  a  phtrnix,  notwithstanding  the 
great  number  ot  birds  llorkiug  around  it.  The  superior  man  leads 
a  pure  lite.  He  preserves  his  intei^rity  ;uid  does  not  care  to  have 
many  adherents.  In  his  doings  and  (b-alings  be  lias  not  many 
followers.  A  cunning  intri«Tuer.  on  the  other  hand,  uses  all  his  energy, 
and  bustles  ab(Md  so  much,  that  the  seholars  gather  around  him 
like  clouds.  The  phcrnix  is  lilie  the  superior  man.  If  the  number 
of  followers  were  to  decide,  w^hether  a  bird  is  a  phcj'nix  or  not, 
then  a  cunning  impostor  ought  to  he  considered  a  superior  man. 

Ihe  more  retined  a  song  is,  tlie  fewer  are  the  persons  who 
••au  sing  to  tbe  tune,  and  the  more  disintere>!fe<l  one's  actions  are, 
the  fewer  are  one's  8ym[)atliisers.  The  same  Ik  Id-  u'iood  for  birds  and 
animals.  To  Und  out  a  pjuenix  by  tlie  number  of  its  followers  would 
be  like  calling  a  song  a  erood  one,  because  it  can  be  sung  by  many. 

The  dragon  belongs  to  a  similar  class  of  animals  as  the 
pbcrnix.  Under  the  reign  of  IIsüuh  ti^  a  yellow  (ira^^on  came  out 
at  Hsm-fviKj,'  bur  the  snakes  did  not  accompany  it.  The  "  spirit 
bini  "  and  tbe  "fuan"  take  a  prominent  place  amoni;  the  commoa 
binls.  Altbongb  their  goodness  and  their  lioliness  be  not  as  devel- 
oped as  that  of  the  pliuinix,  still  they  ought  to  have  a  suite  of 
ai  least  .some  ten  birds. 

Hsin  Ling  and  Ming  Ch  ang  '-  entertained  three  thousand  guests, 
and  were  called  wise  and  superior  men.  The  Hnn  general  Wei 
Ch'ing*  and  the  general  Ho  Cltü  Ping^  had  not  a  single  guest  in 
their  houses,  famous  generals  though  thev  were.  The  Li  rand  An- 
nalist notes  that  robber  Che,  in  spite  of  all  his  misdeeds,  had  several 
thousand  partisans,  whereas  Po  Yi  and  SIm  ClCi^  lived  in  conceal- 
ment on  Mount  Shao-fjang. 

The  actions  of  birds  and  animals  are  like  those  of  man.  A 
man  may  win  the  crowd,  but  that  is  not  sufticient  to  characterize 
him  as  a  wise  man.  Thus  the  fact  that  other  birds  follow  it,  is 
not  a  sufficient  testimony  for  a  phrenix  either. 

Some  say  that  the  phtenix  and  the  unicorn  are  omens  of  uni- 
yeraal  peace,  and  that  at  a  time  of  universal  peace  one  sees  them 


>  73-48  B.c. 

s  A  localilj  in  8him$i  provioee. 

>  The  princes  of  Häbi  Lmg  and  vt'Ma^  Ch'mp,  ef.  dwp.  XL. 

«    Vid.  p.  89. 

*  A  relehratcd  coaimanderf  who  >gniQed  many  brUliant  victoria*  ovar  tha 
Bmmg'tm.    Died  U7  b.c. 

•  Cf.  I,  p.  .348. 

JütL  d.  Sen.  tOrieatSprMbea.  1907.  L  Abe  JO 


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146  Föns:  Lvn^HIng. 

arrive.  However,  tliey  also  appear,  when  there  is  not  universal 
pefico     By  their  quaint  plumage  and  extraordinary  bones  they 

distiiiguijsh  themselves  from  the  nrdinary  hirds  and  animals,  and 
can  l>e  known.  Provided  tliat  the  ])li<pnix  and  the  vinioorn  usually 
arrive  at  a  time  of  general  peace,  then  the  unicorn  of  tlie  Spring 
and  x^utumn  jx'riod  must  have  disliked  to  apiienr  during  tlie  reign 
of  Confucius,  When  the  Emperor  Kttany  H //^  was  born  in  llie 
('hi-yaug  palace,  a  j>h«eiiix  came  down.  Kuaug  W  u  77".^  birth  fell  in 
the  time  of  C/h'ih/  77'^  anil  .1/  by  no  means  a  time  of  universal 
peace,  nevertheless  the  plnenix  made  its  appearance.  If  it  did  so, 
because  it  knew  Kunuy  W'u  Ti's  w  Isdom  and  virtue,  tlien  it  was  an 
omen  of  the  birtli  of  a  holy  eni|)eror.  ljut  not  a  sign  o'l  universal 
peace.  Lucky  (unt-ns  may  corresj)f)n(l  to  universal  peace  i>r  happen 
to  mark  a  special  birth.  It  is  tiiilicult  to  find  out  the  real  cause. 
Therefore  it  would  aot  be  proper  to  think  of  a  period  of  universal 
peace  only. 

Some  say  that  the  phtKuix  and  the  unicorn  are  born  as 
members  of  a  certMin  species  of  animals,  just  as  the  tortoise  autl 
tlie  dragon  belong  to  a  <'ertain  species.  For  this  reason  a  tortoise 
will  always  beget  a  toitoise,  and  a  dragon  will  al\\;iys  beget  a 
dragon.  In  shape,  coUtur,  and  size  the  oUspring  does  not  dilTcr 
nuicli  from  the  progenitors.  Why  should  it  not  be  possible  for 
us  to  know  thes<'  annuals,  seeing  the  father  and  beholding  the  son 
and  the  ijrand-son  ? 

For  the  loHowing  reason.  (V)mmon  creatures  have  their  sp<xies, 
but  ominous  creatures  have  not:  they  are  born  by  accident.  There- 
fore they  say  thai  the  tortoise  and  the  dragon  are  endowed  with 
virtue.  How  can  [jcople  distinguish  a  spiritual  tortoise  or  a  divine 
dragon,  when  they'  perceive  them? 

At  the  time  of  King  Yuan  of  Suny*  fishermen  caught  a  spiritual 
tortoise  in  their  nets,  but  they  did  not  know  that  it  was  a  spirit. 
The  scholars  of  our  days  are  like  those  fishermen.  Since  the 
fishermen  did  not  know  a  spiritual  tortoise,  we  may  be  sure  that 
the  [)eople  of  to-day  do  not  know  a  divine  dragon  either. 

SometimeB  a  dragon  is  like  a  wake,  and  aometimea  a  anake 
resembles  a  dragcm.  Ekm  Fd  Tse  remarks  that  a  hone  resembling 
a  stag  is  worth  one  thousand  chm.  An  excellent  horse  resembles 
a  stag,  and  a  spiritual  dragon  sometimes  looks  like  a  snake.  If 

>    -JS-SS  A.D. 

2  ;32-G  B.C. 

'    t>  B.C-1  A.O. 

«  580-515  S.C. 


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Forks  :  Luti  -  H^iig.  147 

thoee  creatures  really  belonged  to  a  certain  species,  there  would 
be  no  discrepancy  in  shape  or  colour. 

During  the  time  of  Wanff  iUoji^  there  was  an  enormous  bird, 
as  big  as  a  horse,  with  vari^ated  plumage  adorned  with  dragon 
like  ornaments,  which,  togeth(n-  w  Ith  several  ten  other  birds,  alighted 
in  Ch'i-haien  in  the  State  of  The  pha*uix,  which  during  the 

time  o£  HtOan  T*  sat  down  on  the  ground,  was  5  feet  high,  wliich 
would  correspond  to  the  sizo  of  a  horse  afore-mentioned.  Its 
plamagr  was  multicoloured,  which  would  be  like  the  variegated 
colour  \v  itlt  dragon  ornaments,  and  the  several  tens  of  birds  would 
be  like  the  flocks  of  birds  all  aligliting  at  the  same  time.  If  at 
HsOan  TVs  time  it  was  a  phienix  in  shape  and  colour,  accompanied 
by  all  the  other  birds,  liow  do  we  know  that  it  was  one?  Pro- 
vided it  was,  then  the  bird  attracted  by  Wang  Mang  was  a  phosnix 
likewise.  That  being  the  case,  it  cannot  have  been  an  omen,  since 
Wang  Mang  caused  its  appearance,  and  if  it  was  not  a  phcenix, 
how  is  it  that  in  shape  and  colour,  and,  aa  r^ards  the  following, 
it  was  exactly  like  it? 

AU  ominous  things  originate  from  a  propitious  fluid.  Born 
in  an  ordinaty  species,  they  have  their  peculiar  character,  and 
therefore  become  omens.  Thus  the  arrival  of  a  phoenix  is 
Uke  the  appearance  of  the  red  crow."  ^  If  the  plucnix  is  said 
to  belong  to  a  species,  is  there  a  distinct  species  of  **red  crows" 
also? 

As  regards  the  auspicious  grain,  the  wine  springs,  and  the 
sweet  dew,  the  auspicious  grain  grows  amidst  other  grain,  but  it 
has  its  peculiar  spikeleta,  wlicrefore  it  is  called  auspicious  grain. 
The  wine  springs  and  the  sweet  dew  flow  forth  sweet  and  nice. 
They  come  from  sources  and  dew.  but  there  is  not  a  special  kind 
of  sweft  dew  in  lieaven,  or  a  certain  class  of  wine  springs  on 
eanh.  During  the  just  reign  of  a  wise  ruler  the  sweet  dew  falls 
down,  and  the  wine  eomes  uj). 

Tlie  "felicitous  plant""*  and  tlte  "vermilion  grass"  also  grow 
on  cartli  along  with  other  |)lauts,  but  tiiey  do  not  always  sprout 
from  the  same  root.  Ihey  come  forth  for  a  certain  time,  an<!  rtl'ter 
ten  days  or  a  mootli  they  wither  and  fall  ofl*.    Hence  they  are 

1  9iM:.-23A4>. 

*  In  modern  Anini, 

'  A  fMPOpitioss  bird  whidi  ^patred  to  ^Vn  VTnng^  ef.  I,  p.  310. 

*  The  fetidtous  plant,  '*  ming  «Ate**  ^^.waafoood  in  the  court-yard  of 
.V,.  ,,j^p^p(-,p  Ynn.  With  the  waxing  moon  it  grvw  ona  naw  leaf  avary  day,  with 
ibc  waning  moon  one  leaf  di'0|»ped  every  day. 


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148  Fobkk:  Lua-H6ng. 

considered  as  omens.  The  pbcenix  and  the  unioorn  aie  omens  as 
well.   Why  should  they  form  a  distinct  species? 

When  there  was  perfect  peace  under  the  C/tau  dynasty,  the 
people  of  Yiiehr^fiang^  brought  white  pheasants  as  a  present.  These 
white  pheasants  were  short-lived  and  of  white  colour,  hut  there 
was  not  a  special  class  of  white  pheasants.  When  the  people  of 
Lu  caught  a  deer  with  one  horn,  and  called  it  a  unicorn,  it  des- 
cended perhaps  from  a  deer,  and  there  was  no  species  of  unicorns. 

Accordingly  the  pha?nix  is  perhaps  also  bom  from  a  <?now 
goose  or  a  magpie,  but  difTfring  so  much  from  the  majority  of 
birds  by  its  quaint  plnmage  and  peculiar  feathers,  it  is  given  the 
name  phrrnix.  Wlierefore  must  it  belong  to  quite  another  class 
than  the  other  birds? 

1«  Jo-  said,  ''Tlir  position  tlie  unicorn  takes  among  quadru[»cds. 
the  phoenix  takes  amon«?  Hying  birds.  Mount  T'ai  amonjx  hills,  and 
the  Yellow  Kivor  and  the  Ocean  amon^  water-courses."  Consequently 
the  pluenix  and  tlie  unirorn  are  to  be  classed  together  with  birds 
and  animals,  only  tlieir  sliajie  and  colour  is  exceptional.  Tliey 
cannot  constitute  n  separate  class.  Belonging  to  the  same  categorj-, 
they  have  their  anomalies,  by  these  anomalies  they  fall  out  of  the 
common  ruu,  and  owing  to  this  irregularity  the  distinction  becomes 
difficult. 

Yao  begot  Tan  (  hit,  and  Shtm,  Shanff  Chün.  .>//a/<^  Or^//  and 
Tan  Clin  belonged  to  the  same  species  as  Y<io  and  Shun,  hut  in  l)ody 
and  mind  they  %\  ere  abnormal.  Khd  begot  Yil,  and  Ku  iktu,  iSJtuu. 
Shun  and  Yil  were  of  the  same  class  as  Kun  and  Ku  Sou,  but  dif- 
fered from  them  in  wisdom  and  virtue.  If  we  try  to  sl>^\  the  seed 
of  auspicious  grain,  we  cannot  reap  auspicious  grain  thereby,  but 
we  may  frequently  lind  millet  with  abnormal  stalks  or  ears.  People 
beholding  Shu  Liant/  llo  could  not  know  that  he  was  the  father  of 
Confueius,  nor  could  tliey  see  in  Fo  Yü  the  son  of  Conjticiiu.  The 
father  of  Chang  T'ang^  was  5  feet  high,  Chang  7' himself  8,  and 
his  grand-son  6.  The  phrrnix  of  //.wV/o  H.Hlan  Ti  measured  5  feet. 
The  bird  from  which  it  was  })orn  perhaps  measured  but  2  feet, 
and  tiie  own  offaprinu'  of  the  jilm-nix  only  1  foot,  for  why  should 
a  species  be  quite  stereotype.'  Since  classes  and  species  are  not 
stereotype,  Ising  Hsi  had  a  son,  Ts^ng  Sh^n,*  whose  character  was 

>  Id  chap. XL  we  raid  THih-than^  ^      ,  wUch  mn  a  peaiik 

ne&r  the  Annamese  frontier. 

'  See  above  p. 141. 

'  Chang  T  cmg  lived  ai  tl>e  bpgiiiüiiii,'  of  the  \s\  cent.  a.i>.  Tk/.  rliap.  XXXVUL 
*  Tn'iuf  Tue,  the  well  known  disciple  of  Con/udw,  ci\  I,  p.  344. 


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FbiKt:  LvioHlng.  149 

unique,  and  Yen  Lu  was  father  to  Yen  Uui,  who  outshone  every 
one  in  ancient  and  modern  times.  A  thousand  Li  horse  must  not 
be  the  colt  of  a  unicorn,  and  a  bird  may  be  benevolent  and  wise 
without  being  the  fledgehng  of  a  plioenix. 

Th«^  brooks  on  the  mountain  tops  are  not  r,onuected  witli 
rivers  and  lakos,  still  they  are  full  of  fish.  The  generative  power 
of  the  water  has  producetl  tlu-m  inde])i*udently.  On  the  terraces 
of  ruined  palaces  and  crumbling  halls  grows  grass,  sent  forth  by 
the  force  of  the  soil  of  it.self.  The  iisli  in  the  brooLs  and  the 
grass  on  tin*  terrace*  of  tlie  halls  have  no  progenitors  of  their  own 
species,  hi  the  same  manner  an  omen  corresponding  tf)  something 
happens  spoutaoeoutfly,  there  is  not  a  special  class  for  it  in  the 
world. 

An  omen  corresponds  in  the  same  way,  as  a  calamitous  event 
superveoes.  Tho  *>men  corresponds  to  something  gooil,  a  calamity 
to  somt'ilmig  Ijad.  Uood  and  bad  are  opposites,  it  is  true,  but 
the  corrcjjpouding  is  the  same.  As  a  calamitous  revolution  does 
not  beion*;  to  a  class,  an  omen  corresponding  to  something  has 
no  species.  The  tluids  of  the  ) ///  and  th<'  ^"ny  are  the  fluids  of 
lh-a\  en  and  Karth.  Falhng  in  w  itli  somethinu  good,  tliey  harmonize 
with  it,  and  meeting  something  had,  they  suddenly  turn.  l)o  Heaven 
and  Earth  in  aihlition  to  the  goveranu  ni  which  they  exercise  over 
good  and  evil  still  produce  a  harmonious  and  a  suddenly  clianging 
Ouid.'  Hy  no  means: — when  an  omen  corresponds  to  something, 
it  is  not  of  a  certain  class  or  category,  but  it  comes  forth  along 
with  something  good,  and  grows  trom  the  harmony  of  the  fluids. 

Sometimes  during  a  })eaceful  administration  and,  wliile  the 
tluids  arc  iti  harmony,  various  <*reatnres  undergo  a  metaiiioi  [ j I n  sis. 
In  spring  f.  (j.  the  eagle  cliaogcs  into  a  pigeon,  and  in  autuinn  the 
j)i2coii  becomes  an  t^agle.  Snakes,  mice,  and  the  like  arc  trans- 
lorraed  into  lish  and  turtles,  frogs  into  quails,  sparrows  into  clams.' 
1  hese  creatures  change  in  accordance  with  their  fluids.  Their 
existence  cannot  l)e  denied,  llunuy  ShUi'  became  au  old  man,  pre- 
sented Umny  Linny  with  a  book,  and  then  became  a  stotic  again. 
The  Literati  know  this.  Perhaps  at  the  time  of  universal  peace, 
when  all  the  fluids  are  iu  iiarinony,  a  deer  might  be  transnuited 
into  a  uuit  f  rii,  and  a  snow-goose  into  a  plm-nix.  lu  this  way  the 
iiaturi-  of  aniiuais  uould  be  changed  at  times,  but  there  wouhl  not 
bo  a  stereotype  species. 


»  Cf.  p.  117. 

»  J,e."  Yellow  Stone." 


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150  Fobib;  Lnii'H^. 

Poo  Sse^  was  the  daughter  of  a  black  lizard,  and  born  from 
the  saliva  of  two  snakes.*  Two  ministers  of  Chin  were  tlie  proi^eny 
of  a  brown  and  a  spotted  bear.'  The  stories  about  the  raiing 
of  the  swallow's  eg^g,*  and  the  pearl-barle\ ,  and  tlie  walking  upon 
an  enormous  fout-print"  arc  likewise  accepted  by  the  people  of 
to-day,  why  then  shall  the  omens  belong  to  a  stereotype  species? 
If  we  eonsider  tlie  question  from  the  i»oint  of  view  that  creatures 
ha\  ('  not  a  \\  I'U-defined  species,  nor  men  a  separate  class,  and  tliat 
a  body  can  be  metamorpliosizeil,  then  the  pho'nix  and  the  uniconi 
are  not  born  from  an  unchan^feable  specie^.  But  wlierefore  must 
they  be  alike  then  in  shape  and  colour? 

We  read  iu  the  chapter  on  omens  in  the  Liki'  that  the  male 
pha*aix  is  called  •*  Feng "  and  the  female  "  lluangt*  and  that  the 
male  sings  *'c/ii,  cAi,"  and  the  female  "ton,  I«*."*  In  the  Shu 
king  we  find  the  following  verses: — "The  oil  tree  is  growing  on 
yonder  high  hill,  and  the  male  and  female  pbcenix  is  singing  there 
in  the  morning  sun-shine.  Luxuriant  and  flourishing  is  the  tree, 
**yunfft  gung,  chieh,  chieh"  sing  the  phoenixes.' — The  chaptcar  on  omens 
as  well  as  the  Shänng  describe  the  singing  of  the  phcenix,  the 
one  as  **tiA«  cAt,  tm  tai/*  the  other  as  **gmg,  yttng^  chieh^  dUeA.** 
These  aonnds  differ.  Provided  that  they  are  really  hke  this,  then 
the  shape  of  the  birds  cannot  be  the  same«  and  if  it  is,  then  there 
is  a  discrepancy  between  the  S/uking  and  the  LikL  Consequently 
the  common  traditions  about  the  singing  of  the  phcenix  are 
suspicious.  • 

Of  the  unicorn  caught  in  Lu  it  is  said  that  it  was  a  deer 
with  a  horn,  that  means  that  its  colour  was  like  that  of  a  deer. 
The  colour  of  a  deer  is  invariable,  as  the  colour  of  birds  is.  At 
the  time  of  Wu  Wanff  a  stream  of  light  appeared  in  the  form  of 
a  crow.  Its  colour  is  said  to  have  been  red.  Red  not  being  the 
colour  of  crows,  it  is  expressly  stated  that  the  colour  was  red. 


1  The  favourite  oomort  of  the  Emperor  Tu  Wm^^  781-771  B.e. 

'  On  tliis  legend,  see  p.  102. 

'  Fatt  \\'<'n  T«e  and  Ch  ung  Hang  Chao  'Av,  cf.  p.  G. 

♦  Tlie  niotiicr  of  Hfieh,  the  ancestor  ot'  tlie  i »«  dynaatjr  swallowed  an  egg 
dropped  by  a  swallow,  and  thereupon  conceived.    Cf.  i».  95>. 

*  The  mother  of  Great  IIS  is  eaid  to  have  «onoeived  aller  having  eaten 
pearl-berley.   See  p.  99. 

•  F.V/.  p.99. 

'  There  is  no  diapter  on  omens,  "  Jmi-wih^,"  in  the  lAki  now. 

*  A  similar  passage  octiors  in  Uie  Han-t/tih-tcai-chuan  {T  tu-ping-yA-ian)  2ad 
cent.  a.c. 

«  Pt.  m,  Bk.  II,  Ode  VUI  Vol.  IV,  Pu  n,  p.  494). 


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Fonn:  Lnn-Rlog.  151 

If  the  unicorn  resembled  a  deer,  but  had  a  different  colour,  it  would 
rrrtninly  have  been  a'lded  tiiat  its  colour  was  white  or  black.  Now 
the  colour  was  the  usual  one,  thcn  lore  they  merely  say  that  it 
was  a  deer.  A  deer  is  hornless.'  iSince  the  deer  in  question  was 
different  iVom  the  ordinary  ones  in  this  respect,  it  is  said  that  it 
had  a  horn.  lo  this  maoner  the  uuicora  caught  in  Lu  was  shaped 
like  't  deer. 

Dunn;!  tiie  time  of  Wu  It  a  huntinj^  party  in  the  west  caup^ht 
a  white  unicorn  with  one  liorn  and  five  feet.  The  horn  was  then 
as  in  other  case^,  but  the  reference  to  tlie  five  feet  sliows  that  it 
lia<l  not  the  same  number  of  legs.  The  unicorn  found  in  Lu  is 
described  as  a  deer.  The  colour  u'lt  hein;^  nieutioned,  it  must 
have  been  a  deer  of  no  lunisuai  colour.  Wu  J'i  is  rc])orted  to  liave 
got  awhile  unicorn.  White  colour  does  not  agree  with  a  nnieorn. 
The  statement  that  a  unicorn  is  a  deer,  means  thereh»re  tliat  it  is 
an  ordinary  one,  w  liereas  the  allegation  tliat  it  is  a  white  unicoru, 
shows  that  its  colour  is  unuj^iial. 

Under  the  reign  of  ffsitto  IhiUtu  Ti  the  Vhin-rheu'^  sent  as  a 
tribute  a  nnieorn  shajted  like  a  deer,  but  with  two  horns.  It  thus 
differed  from  tlie  unicorn  of  Hs'mo  Wu  Ti,  to  which  one  horn  is 
ascribed.  During  the  Spring  and  Autumn  Period  the  unicorn  wa,s 
like  a  deer,  that  of  the  emperor  Ilsünu  Ti  is  desciilied  as  resembliug 
a  iitag.  A  slag  is  double  the  size  (d"  a  deer,  and  diUereully  shaped. 
The  unicorns  which  appeared  under  the  reigns  of  those  three 
empert»rs  vary  very  much,  as  regards  the  colour  of  their  hair,  the 
horn,  the  feet,  and  tlie  size  of  the  body.  If  we  infer  the  future 
frum  these  instances,  it  is  quite  evident  that  the  unicorns  eventually 
appearing  at  the  present  time  will  not  be  hke  those  of  former 
generations.  In  this  respect  tlie  unicorn  is  like  the  ]>lio  tiix.  The 
unicorns  varied  at  different  periods  in  shape  and  eolt)ur.  If  we 
were  to  start  from  the  plucnix  seen  at  the  time  of  llaiuin  J'i,  measur- 
ing live  feet  and  beina"  in ' il Ucoloured,  and  to  foretell  the  future  from 
the  past,  it  would  Ije  a  mistake  to  maintain  that  a  phnmix 
appearing  later  on  must  be  like  that  one.  There  ciux  be  no  doubt 
tliat  pbicnixes  and  unicorns,  which  will  appear  later  on,  will  not 
resemble  those  observed  formerly,  ilow  can  the  scholars  assert 
that  on  seeing  them  they  would  know  then)? 

When  the  people  of  Lu  caught  the  unicorn,  they  dared  not 
straightway  call  it  a  unicorn,  but  said  that  it  was  a  horned  deer. 


'  China  [>(m&^es  several  varicti&s  of  honiless  deer. 
*  A  tribe  Lii  Amiam, 


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152  Foun:  Lon-Htof. 

*At  that  time  in  fact  thoy  did  not  know  it.  Wu  11  called  upou  the 
censor  Chung  C/ifln  to  give  his  opinion  about  tlic  unicorn.  Clmvg 
Chün  ropHt'd  that  it  was  a  wild  aiiiiiial  witli  joined  horns,  show  ing 
that  tlie  wliolo  empire  liad  grown  from  tlie  some  root.  He  (h'd 
not  at  once  style  it  a  unicorn,  but  (h'chired  it  to  be  a  wild  animal. 
Chung  Chün  had  iii.s  doubts  as  ^\-^A\.  and  did  not  kno'v  it.  Tlie 
knowledge  of  the  scholars  of  our  ag(  ddcs  ?iot  exceed  tiiat  ot  the 
people  of  Lu  or  ol"  (luirKj  CJiün.  Should  they  see  a  jd^enix  or  a 
uuicorn,  they  \\  ould  certainly  have  tlie  ««ame  doubts  as  tiie  latter. 

How  is  it  possible  to  find  out  a  piuenix  and  a  unicorn  anions^ 
uncommon  birds  and  animals?  if  shape  and  colour  be  taken  as  a 
criterion,  they  are  not  always  alike.  If  there  be  a  big  train  of 
birds  and  animals  following  them,  this  is  not  always  a  proof  of 
their  excellence.  11"  their  rarity  be  regarded  as  a  characteristic, 
there  is  the  mainah  "  also,  and  if  im|iortance  be  attached  to 
peculiarities,  then  Bages  as  well  as  m  ise  men  have  strange  physical 
features.  Both  sages  and  wise  men  arc  abnoruial,  and  there  is  no 
means  to  «listiuguish  between  tliem. 

Taking  wisdom  and  sageness  as  a  startinL:^  point,  we  find  that 
sage  birds  and  sage  animals  do  not  possess  more  peculiarities  than 
ordinary  birtls  or  common  animals.  Tlie  wisdtun  of  sage  or  wise 
men  may  be  quite  extraordinary,  whereas  their  liones  show  no 
anomaly.  Thus  sage  and  wise  birds  and  animals  can  be  endowed 
with  benev(dence,  honesty,  unselfishness,  and  purity,  though  there 
be  nothing  remarkable  in  their  [)hysical  constitution.  Sometimes 
there  are  rich  and  noble  persons  w  ho  have  not  the  body  of  a  sage, 
and  the  osseous  structure  of  many  points  tu  wealth  and  honour, 
who  do  not  i)rove  to  be  sage  or  wise.  Accordingly  some  birds 
are  multicolour,  and  some  animals  have  a  horn,  but  are  devoid  of 
benevolence  or  sagene.»*s.  Hoxs  do  wc  know  then  but  thai  the 
phcpuixes  and  unicorns,  set  n  in  olden  days,  were  common  birda  or 
animals,  and  the  magpies  and  deer  seen  at  present  are  phtenixes 
and  unicorns.'  The  present  holy  age  is  the  result  of  the  reforms 
emanating  from  Ycm  and  jSÄu»,  why  should  no  benevolent  or  wise 
creatures  be  born? 

It  may  happen  that  phcenixes  and  unicorns  are  mixed  with 
snow-geese,  magpies,  deer  or  stags,  so  tlial  our  people  cannot 
distinguish  them.  When  precious  jade  was  hidden  in  a  stone,  the 
governor  of  the  king  of  Ch  u  did  not  know  it,  which  distressed 
the  owner  so  much,  that  he  wept  teara  of  blood.  ^    Perhaps  now- 


«  Cf.  I,  p.  293. 


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FoBss:  Lon-Hteg.  153 

a-days  the  phtrnixes  and  unicorns  also  hide  their  benevolent  and 
wise  heart  under  a  common  plumage  and  ordinary  fur,  and  have 
neither  a  single  horn  nor  five  colours  as  a  distinctive  mark,  so  tliat 
our  people  know  them  no  more,  than  tlie  jade  in  the  stoiio  was 
known.  How  can  we  prove  that?  By  a  reference  to  the  plants, 
which  at  the  commencement  ol  tlie  period '  wore  always 

presenting  omens.  When  tlie  emperor  IJsiao  Ming  Ti  was  mani- 
festing his  kindness,  all  sorts  of  omens  happened  at  the  same  time. 
At  the  Ynnn-hn  and  Chaiiy-ho  epoelis,^  when  1Js;mo  Chang  Tt's  virtue 
was  shining.  [)erreet  harmony  pervaded  the  world,  and  auspicious 
oin>^ii«*  r\nd  strange  things  corresponded.  Piurnixes  and  unicorns 
came  torth  one  after  the  other,  an<l  were  ohserved  on  many 
orrrifi;if)ns,  nnich  more  thati  at  the  time  of  the  Five  EmjM'rors.  This 
chapter  was  already  completed,  therefore  I  could  nut  mention 
it  then.^ 

It  might  he  ohjected  that  arguing  on  omens,  T  liave  tleclared 
that  the  phtpuix  an<l  the  unirorii  are  hard  to  know,  and  that  the 
omens  of  our  age  cannot  be  distinguished,  whether,  therefore,  tlie 
phoenixes  and  the  unicorns  attracted  now  by  Hsiao  Cluxny  Ti  could 
not  be  known? — I  say  that  according  to  the  "  Itecords  on  the  Five 
Birds"*  there  are  big  birds  in  the  four  regions  and  the  centre 
which,  when  they  roam  about,  are  accompanied  by  all  the  other 
birds.  In  size,  and  the  colour  of  the  plumage  they  resemble  a 
phtfnix,  but  are  difficult  to  know  indeed. 

Sinei»  the  omens  of  our  age  do  not  allow  of  distinction,  how 
caii  we  lind  them  out.'  By  the  ijov  crrinient  of  the  empire.  Unless 
the  virtue  of  the  reigning  emj^eror  etjualled  tiiat  of  V//,  we  \\'ould 
not  p(^rceive  plmuiixes  and  unicorns  with  our  own  eyes.  The 
<>nicn->  of  Yil  were  undoubtedly  genuine,  and  Ydos  excellence  is 
f\idciit.  Under  ITmao  llsuan  7V  the  world  enjoyed  a  still  more 
universal  peace  than  at  the  time  of  Yao  and  «S/mm,  as  far  as  ten 

*  Style  of  the  reign  of  tlie  Emperor  Ming  Tt^  58-70  aj>. 
«  Styl«  of  the  Emperor  Chnng  Ti,  84-87  and  87-89. 

*  This  chapter  mmt  have  been  written  prior  to  84  a.d.,  so  that  the  anephaoiw 

reign  of  the  Emperor  Chang  Ti  coold  not  yet  be  referred  to.  The  author  made 
tiiis  addition  lat«^r  >.  r.  after  89,  for  it  was  not  before  this  year  that  the  eiiiperor 
nerved  bis  pusthuuious  title  H«iao  Chang  Ti. 

*  By  the  Five  Birds  perhaps  the  Five  Phccuixes  '*  Wu  Frng"  five  dUTerent 
Uade  of  phcenixee,  whidi  differ  hj  their  colours,  are  meant.  The  **  FeHjf*^  ia  red, 
Ibe  ••  y'aam  eAu*'  yelJow,  the  "  Luan  "  blue,  the  "  1«  tm**  pwple,  and  the  "A«*' 
whit«.  Whrreas  "  Fi'ng"  and  '*  FAian"  are  still  used  as  names  for  the  plurnlx, 
'  n onderstaiids  by  "  }  uon  c/iu  '  a  kind  of  pearock  or  pheasant,  bj  "i  ü-lsu"  a 
kiiiti  of  dock,  and  by  "  Ku "  tlie  suow-goose  or  swan. 


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154  FcwKs:  LnB-Htag. 

thousand  Li,  |)eople  were  anxious  for  reforms  and  progress,  and 
tht  moral  laws  louud  an  edio  everywhere.  Affected  bv  tins  stale 
ol  thinj^s.  the  benevolent  birds  and  animals  made  their  ajjpearenee, 
only  till"  ^j/c,  the  colour  of  tlie  hair,  the  feet  and  the  \ving>  of 
those  aubpiciuus  creaturen  were  not  ahvay.s  ilie  same.  Taking  the 
mode  of  government  and  tlie  intelligence  of  the  rulers  as  a  criterion 
for  the  various  omens,  we  find  tliem  all  to  be  genuine.  That 
means  that  they  are  hard  t(»  know,  but  easy  to  understand. 

The  sweet  dew  may  also  serve  ns  n-  a  key.  Tlie  sweet  tlew 
is  produced  by  the  harmonious  iluui,  it  has  no  cause  in  itself 
which  could  make  it  sweet;  this  can  only  he  done  by  the  iiitt-r- 
veution  of  the  harmuiiious  fluid.  When  the  harinonious  tluid 
appears,  ilie  sweet  dew  pours  down,  virtue  permeates  evei y thinj^, 
and  the  varitms  omens  come  lorth  lo^ellier.  From  the  Yuny^j*  iny 
down  to  the  Chang-ho  period  the  sweet  dew  has  continually  been 
falling.  Hence  we  know  that  the  omens  are  ail  true,  and  that 
jihumixes  and  unicorns  are  likewise  all  genuine. 


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155 


C^lAPTEli  XXXI. 
The  Forming  of  Gharftoters  {Shuai-hamg), 

Speaking  of  liuinau  nature  one  must  distinguish  «jond  and  bad 
characters.  The  good  ones  are  so  of  themselves,  the  wiilvcd  can 
be  instructed  and  urged  on  to  do  good.  A  sovereign  or  a  latlier 
seeing  that  his  subjects  or  sons  have  good  eharnctci-s,  proviiU's  lor 
thein.  exhorts  them,  and  keeps  them  out  of  the  rca<'li  of  evil.  11" 
the  latter  come  into  contact  with  it,  they  assist  and  shield  them, 
and  try  to  win  them  back  to  the  cause  of  virtue,  it  is  by  the 
transition  of  virtue  into  wickedness  and  oi*  wickednefiü  iuto  virtue 
tb^t  the  characters  are  formed. 

The  (hike  of  S/tno  adinonislied  Kinu'  ( Inny  saying: — "Now  you 
for  tilt;  lirst  time  carry  out  Heaven's  decree.  Ohl  you  are  like  a 
youth  with  whom  all  depends  on  his  first  years  of  hfe."* 

I?y  youth  is  meant  the  age  up  to  fifteen.  If  a  youth's  thoughts 
are  directed  tow  ards  virtue,  he  will  be  virturms  to  the  last,  but  if 
his  propensities  tend  to  badness,  lie  w  ill  end  badly. 

The  Sltikiiig  says  "What  can  that  admirable  man  he  compared 
to.-*"*  The  Tso-iJitinn  answers,  ''He  is  like  boiled  silk;  dyed  with 
indigo,  it  becomes  blue;  iH)loured  with  vermilion,  it  turns  crimson." 
A  ynutli  of  fifteen  is  like  silk.  Iiis  gradual  changes  into  good  or 
bad  reseml>liug  tlie  dying  of  b*>iled  silk  with  imligo  and  vermilion, 
which  gives  it  a  blue  or  a  red  colour.  When  these  colours  lune 
once  set,  they  cannot  be  altered  again,  it  is  for  this  reason 
that  Ycmg  Tse^  wept  over  the  by-roads  and  Mi  Tue*  over  boiled 

>  The  AnnomieeiDflDt  otShaoY,  Bk.  XII,  18-10.  Wanp  CKmuf  reads 

js^jlgl  »«iwr  iiutMa  of  pjln^. 

»  Shikingl,  Bk.  IV,  Odo  IX,  2  where  we  re«d  HOW  ^]^~f*^  "what 
en  he  give?"  instead  of       ^  "what  can  he  be  compared  to?" 

'  Yntuj  f'hu,  the  philosopher  of  ejjotsm  The  story  referred  to  here  is  told 
in  Lit/*  f*e  Vlll.  lOv.  A  i>heep  had  heen  loü»i  on  by-roads.  When  Yaxp  ('hu  lieard 
of  it,  he  became  thoughtful  aud  changed  cuuuteuaiice.  No  meutiou  is  made  of  lii^ 
having  wept.  Wang  CKung  wotrnm  to  have  quoted  frcmi  Buai  i\an  T9f  XVII,  2Sv, 
who  expressly  mentions  Vang  Tte's  weepmg. 

*  Ml'  Tt,  the  philosopher  of  altruism.  We  read  in  his  works:  — 7Vie 
rhav.  >,  ji.  4  (What  cohiun*)  and  in  the  Lii-fhih-ch  un-ch  hi  cliap.  'i,  \o.  t.  p.  S  (CoU>nr» 
ix^  that  J/*  Tse  witnessing  tlie  dying  of  silk  said,  heaving  a  mtjh,  Dyed  blue,  it 
twne  Uq^  and  dyed  yellow,  it  tui  tts  ycUow  "  aud  tlieu  he  guc»  on  to  explain,  how 


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156  Fobb:  Lim- Hing. 

sillc.  They  were  sorrowful,  because  men  liaving  gone  astray  from 
the  right  patli  rannot  be  transformed  any  more,  fluinau  uature 
turns  (nnu  good  iiiio  bad,  and  frooi  bad  into  good  only  in  tliis 
manner.  Creepers  growing  amidst  liemp,  stand  upright  without 
support  by  themselves.  White  silk  yarn  placed  amongst  dark, 
becouie«  black  without  boihng.  Cree{)ers  are  not  straight  Ijy  na- 
ture, nor  is  the  hlaek  eoloiir  an  attrihnt»»  of  silk  yarn.  The  heatp 
affording  support,  and  the  dark  silk  lending  the  colonr,  creepers 
and  white  silk  become  straight  and  black.  Human  nature  liears  a 
resemblance  to  creepers  and  silk  yarn.  In  a  inilieu  favourable  to 
transformation  or  colouring,  it  turns  good  or  bad. 

11(7  ^/  Lian(/  and  Tsao  Fu  were  famous  as  charioteers: — out  of 
unruly  nn<]  vicious  animals  they  made  good  ones.  Had  they  only 
been  able  to  drive  good  horses,  but  incapable  of  breaking  bad  ones, 
they  would  have  been  nothing  more  than  jockeys  and  or  lm;iry 
equerries.  Their  horsemanship  would  not  have  been  remarkable 
nor  deserving  of  world-wide  fame.  Of  Wang  Liang  tlie  saying  goes 
that,  when  he  stepped  into  a  chariot,  the  steeds  knew  no  exhaustion. 

Under  the  rule  oi'  and  ^hnn  |>eople  were  neither  setlitious 
nor  ignorant.  Tradition  says  that  the  people  of  Yao  and  SJmn 
might  have  been  invested  with  fiefs  house  by  house^*  whereas  those 
of  Chieh  Kuei^  were  wortliy  of  dt'ath  door  by  door.  The  people 
followed  tlie  way  prescribed  by  the  three  dynasties.  That  the 
people  of  the  holy  emperors  were  like  tliis,  those  of  the  wicked 
emperors  otherwise,  was  merely  tfie  i  r-ult  of  the  influence  of  their 
rulers,  nt»t  of  the  people's  original  uaiurL'. 

The  covetous  heurii.;^  of  I'o  Yi's'^  fame  became  disuiu  rcsird, 
and  the  weak  resolute.  The  news  of  Liu  Jhia  Ilui's*  reputation 
made  the  niggardly  generous  and  the  mean  liberal.  If  the  spread 
of  fame  alone  could  bring  about  such  clianges,  wliat  then  must  be 
tlie  effect  of  [)ersonal  intercourse  and  tuition? 

The  seventy  disciples  of  tlie  school  of  Confttciiis  were  each  of 
them  able  to  creditably  till  the  post  of  a  minister  of  state.  Cou- 

man  alw  takes  the  colour  of  his  enviroiimeilts,  ecpecially  of  tliose  with  wlioni  he  has 
intcrconrsp,  whcrcfoi  L-  "  oolouriog  *'  is  a  vtry  Mrious  affair.  Mothiog  ia  aaid  about 
his  liaving  shed  tears. 

*  So  excellent  were  lliey  all. 

*  The  laat  empen»*  of  tho  Htbi  dynasty,  the        of  a  tjrnat 

*  Fa  Yi  and  Sh»  C'A'i,  two  brothera  famoiie  for  their  dinntereetedoeM  in  r&> 
fusing  to  ascend  the  throne  of  tbmr  father,  leet  the  other  ahoidd  be  deprived  of  iC 

Mojfora  No.  54B. 

*  An  t>nicial  of  the  State  of  Lu  faiiions  lor  honesty  and  upri^ii  diaracter, 
often  menUoned  by  Conjuciim. 


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Fohke;  Lun-Hoiig.  157 

forming  to  tlie  holy  doctrine«,  they  became  aroompluthed  scholars, 
and  their  knowledge  and  skill  grew  tenfold.  Tliis  w  as  the  result 
of  teaching;  thus  latent  faculties  were  gradually  developed.  Before 
tbey  joined  Cot^cim  school,  they  sauntered  about  in  the  streets  as 
quite  ordinary  and  in  no  wise  exceptional  people.  The  most  tm- 
p>veniabie  of  all  was  Tse  Ltt,  who  is  generally  reported  to  have 
been  a  oommou  and  unsteaily  individuaL  Before  he  hev&me  Conßtchis' 
pupil,  he  wore  a  feather  hat  and  a  pig  skia  belt.  He  was  brutal 
and  unmannerly.  "Whenever  he  heard  some  reading,  he  tossed  up 
his  feather  hat,  pulled  Ids  belt,  and  uttered  such  a  yell,  that  he 
deafened  tlie  ears  of  the  worthies  and  sages.  Such  was  his  wicked- 
ness.  Con/itcius  took  him  under  his  guidance.  By  degrees  he  pol- 
khed  and  instructed  him.  The  more  he  advanced  in  knowledge, 
the  more  he  lost  his  fierceness,  and  his  arrogance  w«as  broken.  At 
last  he  was  able  to  govern  a  state,  and  ranked  in  the  four  classes.' 
This  is  a  shining  example  of  how  a  man's  character  was  changed 
bom  bad  into  good. 

Fertility  and  steriHty  are  the  original  nature  of  the  soil.  If 
it  hp  rich  and  moist,  the  nature  is  good,  and  the  crops  will  be 
exubt  ranr,  whereas,  if  it  be  barren  and  stony,  the  nature  is  bad. 
HrAvever,  human  efforts: — deep  ploughing,  thorough  tillinir,  and  a 
I'ojiious  use  of  manure  may  help  the  land,  so  that  the  harvest  will 
Iteconu'  like  that  of  the  rich  aiul  well  watered  iields.  Such  is  the 
case  with  the  eh^vation  of  the  land  also.  Fill  up  the  low  ground 
with  earth,  duix  out  by  means  of  hoes  and  spades,  and  the  low 
land  will  be  on  a  level  with  the  high  one.  If  these  works  are  still 
'  ontinued,  not  only  will  the  low  land  he  on  a  level,  hut  even  hijj;her 
than  the  high  land.  The  high  ground  will  then  become  the  low 
one.  Let  us  suppose  that  the  human  natures  are  j)artly  ^ockI, 
partly  bad;  as  tlie  land  may  be  eitlier  high  or  low.  By  makinij 
use  of  the  good  effects  of  education  goodness  can  be  spread  and 
generalized.  Reformation  bein^  jjushed  on  find  instruction  perse- 
vered in,  people  will  change  and  become  still  better.  Goodness  will 
increase  and  reach  a  still  higher  standard  than  it  ha<l  before,  just 
as  low  ground,  filled  up  with  hoes  and  spades,  rises  higher  than 
the  originally  elevated  ground. 

T*se*  though  nr.t  predestinated  thereto,  made  a  fortune.  His 
capital  increaaed  wiiitoui  a  decree  from  Heaven  which  would  have 

^  The  foor  daasea,  into  whicii  tha  tan  principal  follawera  of  Qn^iteiiu  ware 
divided.  Cf.  AnaUcts  XI,  2. 

*  A  disci[)lc  nf  r.,/j/^, \y}y.,K,^  M]  nntup  was  Ttian  Mu  T'iie  ȆM  Tm  ICun^y 
iMMetwd  of  gre&t  abilities.    He  became  a  high  ofßcia). 


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158  FoKu:  Lnn-H^ng. 

liini  rieh.  TliP  aciMiiiiulation  of  wcaltli  is  due  to  the  cleverness  of 
the  rich  tncii  of  the  time  in  makiii|i;  a  fortune.  Throntrl»  this  al)ihty 
of  tlieirs  thc\'  aic  themselves  the  a\ithoi*s  of  tlieir  y;ro\viiiä[  wealth 
without  a  special  decne  from  Heaven.  Siinihirly,  be  who  lias  a 
wicked  nature  chatig^es  his  will  and  his  doings,  if  he  hapiu'ns  to 
be  t:iii<;lit  by  a  Sage,  altiiQugh  he  was  not  endowed  with  a  good 
character  by  Heaven. 

One  speaks  of  «j^ood  swords  for  which  a  thousand  c//i>/'  are 
paid,  such  as  tlie  Yi'i-cJi  any-  sword  of  1^ (lua-rh  and  the  T  ai-a 
sword*  of  Lfing'ch  iinn/^  Their  blade  is  ori^nually  nothinu  more  tlian 
a  common  piece  of  iron  from  a  mountain.  By  the  folder's  sjnfltin;:; 
ami  hammering  tlu'y  become  sharp-edged.  But  notwithstanding  this 
smelting  and  hammering  the  material  of  good  swortls  is  not  different 
from  others.  All  depends  on  excellent  workmanship  and  on  the 
blade-smith's  ability  in  working  tlie  iron.  Take  a  sword  worth 
otdy  one  chin  from  Tunq-Iisia,  beat  it  again,  and  forge  it,  giving  it 
sufficient  fue,  and  smoothing  and  sharpening  its  edge,  and  it  will 
l)e  hke  a  sword  of  a  thousand  chin.  Iron  and  stones  are  made  by 
Heaven,  still  being  worked,  they  undergo  a  modification  of  their 
substance.  Why  then  should  man,  whose  nature  is  imbued  with 
the  five  virtues,  despair  of  the  l>adness  of  ins  character,  before  lie 
has  been  thoroughly  worked  upon  by  Worthies  and  Sages? 

The  bkilUul  physicians  that  in  olden  days  were  held  in  high 
esteem,  knew  the  sources  where  virulent  diseases  sprang  from,  and 
treated  and  cured  them  with  acupu mature  and  medicines.  Had  they 
merely  known  the  names  of  the  com{)laints,  but  done  nothing  be- 
sides, looking  quietly  on.  would  there  have  been  anything  wonder- 
ful in  them  .^  Men  wlio  are  not  good  liave  a  tlisease  of  tlieir  nature. 
To  expect  tlieui  to  chan^a'  without  proper  treatment  and  instruction 
would  be  hopeless  indeed. 

The  laws  of  Heaven  t  an  be  ajiplied  in  a  right  and  in  a  wri»ng 
way.  The  right  way  is  in  harnioiiy  with  Heaven,  the  wrong  one 
owes  its  results  to  human  astuteness,  but  cannot  in  its  effects  be 

'  i'he  name  of  t!»p  ancient  copper  coins,  which  first  were  called  "metal," 
not  "  gold,"  as  may  be  seen  from  tiie  wurk«  on  cutnage. 

'  T)ufl  «Word  is  said  to  have  been  fabrieated  by  the  famous  blade-smith  Ou 
Ytk  in  the  kingdom  of  Yüfh, 
•  A  place  in  Uonan. 
'  *  Thi.s  sword  is  tlic  work  of  Ou  »/«  of  Yüeh  and  Kan  Chiang  of  Wk,  both 
celebrated  swnrd-rtiflprs,  who  wrought  it  for  \\\p  King  of  Ch'n. 

.V  plate         likely  in  ('hrki<t!,'j,  called        J||  "Sword  river"  under  Uie 
^■«/l</  dynasty,    ttat^air,  tUtes  No.  4 (»50. 


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Forke:  Luii-H^ng.  159 

distiogaished  from  the  right  one.  This  will  be  shown  by  the 
Mowing.,  Among  the  "  Tribute  of  Yü'"  ^  are  mentioned  jade  and 
white  corals.^  These  were  the  produce  of  earth  atui  £^«*niiine  precious 
stones  and  pearls.  But  the  Taoists  melt  five  kinds  of  stones,  and 
make  fire-coloured  gems  out  of  them.  Their  lustre,  if  compared  with 
real  gems,  does  not  differ.  Pearls  in  fishes  and  shells  are  as  gcntiiin- 
as  the  jade-stones  in  the  Tribute  of  Yü.  Yet  the  Marquis  ott>m^ 
made  pearls  from  chemicals,  which  were  as  brilliant  as  genuine  ones.* 
This  is  the  climax  of  Taoist  leamii^  and  a  triumph  of  their  skill* 

By  means  of  a  burning-glass  one  catolies  fire  from  heaven. 
Of  five  stones  liquefied  on  the  Jfist^wn'^  day  of  th('  r)th  moon  an 
instrument  is  cast,  which,  when  polished  bright,  held  up  against 
the  sun,  brings  down  fire  too,  in  precisely  the  same  manner  as, 
when  fire  is  caught  in  the  proper  way.  Now,  one  goes  even  so 
far  as  to  furbish  the  crooked  blades  of  swords,  till  they  shine, 
when,  lield  up  against  the  sun,  they  attract  fire  also.  Crooked 
blatles  are  not  burning-glasses;  that  they  can  catcli  fire  is  the  effect 
of  rubbing.  Now,  provided  the  bad-natured  men  are  of  the  same 
kind  as  good-natured  ones,  then  they  can  be  influenced,  and  induced 
to  do  good.  Should  thcv  be  of  a  different  kind,  they  can  also  lie 
coerced  in  the  same  manner  as  the  Taoists  cast  ^ems,  iiui  lion  made 
pearls,  aud  people  furbish  the  crooked  blades  of  awords.  Kn- 
light«'iird  with  learninii;  and  familiarized  with  virtue,  they  tOO  begin 
by  and  by  to  practise  benevolen<v>  and  erpiity. 

When  Fluntig  Ti  foui^ht  with  Yen  for  the  empire,  he  taught 
ljear>.  leopards,  and  tii^fr-^  to  (•f>nibat  for  hiui  ia  the  wilds  of  Fnn- 
^äan.   After  three  battles  he  gained  Iiis  end.  and  Yt'it  J'i  was  rontrd. 

Yno  yielded  the  empire  to  iS//?/??  Awi,^  one  of  his  vassals, 
desired  to  become  one  of  the  tliree  cliief  ministers,  but  Yao  did 

*  The  Tribute  of  I'ti,  Yü-kumj.  is  also  the  tiame  of  a  book  of  the  Shukkifft 
>  Cf.  Sfi,h-nff  Pt.  nr.  Book  I  (/^,  Classic»  Vol.  IH,  Pt,  I,  p.  127). 

*  A  principality  in  Uiipei. 

*  The  time  of  thfa  ^farqnis  of  Sid  is  usknowii.  Hb  pearta  are  very  faniotia 
»  Chineae  Itteratnre.  Aeoording  to  one  tradition  the  Marquia  found  a  woniided  anake, 
and  cured  it.  Oat  of  gratitude  the  snake  presented  him  with  a  precious  pearl,  whictt 
ahooe  at  nii,'lit.    Wan^  f'h'nyrj  makes  the  Manjuis  ]l^•)(^ucc  artificial  [leails  hinisolf. 

^  A  niunbor  of  the  scxageuary  cycle  used  fur  the  de«igttaUon  of  years,  moutlis, 
and  d^ys. 

*  7%  ta  naually  identified  with  8k^  Kmg  and  aaid  to  have  been  hie 
pfdaneaaor,  but  we  do  not  learn  that  he  fooght  with  Huamg  Ti  for  the  empire. 

'  Aeeording  to  Kai^  Bit       =  1^  would  be  the  aanie  as  ||^  JiTiM,  1W« 

^Irnister  of  Works,  who  in  vain  endea^xored  to  drain  the  waters  of  the  great  flood. 
HLs  >  ■  >  >/.  who  «nH'<f iriiorifty  became  emperor,  succpcded  at  laat  in  r^gtilating  the 
water  cuar^ea.    Here  we  seem  to  have  a  different  tradition. 


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160  Foin:  Lim-H«ng. 

lit  t  liaten  to  this  t<'(]ue.«5t.  Tliereiipoii  Kun  became  mt)re  infuriated 
tlian  even  ferocious  aniinalö  are,  and  wishetl  to  rebel.  The  horns 
of  animals,  all  in  a  line,  served  him  as  a  rampart,  and  tlieir  lifted 
tails  were  Iiis  baunei*^.  They  opposed  and  tackled  tlieir  foi*  with 
the  utmost  determination  and  eiuTi^y.  —  If  l>uds  and  beasts,  which 
are  shaped  otherwise  than  man,  can  nevertlieless  be  caused  to  liglu. 
how  riiucli  more  so  man's  own  kindred?  Proceedini;-  on  this  line 
of  arf^umcTit  we  liave  no  reason  to  doubt  that  (by  hiusu')  tlie  multi- 
tuilinuus  aiiimals  were  made  to  dance,  the  fish  in  the  ponds  to 
come  out  and  listen«  and  the  six  kinds  of  horses '  to  look  up  from 
their  fodder.* 

The  equali/.anon  of  wliat  varies  in  different  categories  as  well 
as  the  dilferentiatiou  of  what  is  the  same  in  similar  classes^  does 
not  depend  on  the  thin«^  itself,  but  is  man's  doing. 

It  is  by  instruction  that  living  beings  are  transformed.  Amone 
the  Three  Miao  tribes^  some  were  honest,  some  disreputable.  Yao 
and  ^lun  made  them  all  ahkc  by  conferring  the  boon  of  instruction 
upon  them. 

Suppose  tlu'  men  of  rV<  and  IvW/ '  to  settle  down  in  Chitnng 
or  Yü.^  Having  passed  there  months  and  years,  they  would  become 
pliant  and  yielding:,  ^'I'l  their  customs  changed.  They  say  that  tlie 
people  of  Chi  are  soft  and  supple,  those  of  Cfiiu  unsteady  and 
versatile,  of  CKu  lively  and  passionate,  of  Yen^  dull  and  simple. 
Now  let  us  sup}»ose  that  people  of  the  four  States  alternately  went 
to  live  in  Cliuang  and  Yü  for  a  certain  time,  the  prolonged  stay  in 
a  {)lace  remote  from  their  country  would  undubitably  bring  about 
a  change  of  their  character. 

A  bad  natured  man's  heart  is  like  wood  or  stone,  but  even 
wood  and  stone  can  be  used  by  men,  why  not  what  really  is 
neither  wood  nor  stone?   We  may  hope  that  it  will  still  be  able 

*  kinds  of  bones  were  distint^iahed  in  the  stads  of  the  CAen  empeix^mf 
Mcording  to  tiMir  height.  Tcham  Li  (Chou  Li),  trad,  par  BM^  Vol.  II,  p.  2G2. 

'  There  are  many  myths  illustrative  of  the  power  of  music.  Hu  Pa,        pi, , 

l^layed  the  miifar,  so  that  the  fish  came  ont  to  listen,  and  Po  Vn,  'ff^'^^.  played 
the  lute  ill  such  an  admirable  way,  that  ihe  horses  forirot  their  lodder,  and  looked  up  to 
harkeo.  Han-sAih-trai  ch'uan,  (jiK^ted  by  the  P  ei-wen-jfiin  fu  cliap.  96  under  f^i^^* 

•  The  aborigines  of  China. 

'  Tiiey  were  settled  in  modern  Huhteutg  and  ClkktoMg, 

■  An  aUnsiou  to  Mmehu  Bk.  HI,  Pt  II,  chap.  6,  where  the  difference  of  the 
dialects  of  CSIt  and  Ch'u  la  pointed  out.  Chtmff  and  Yü  wer»  two  qnurteiv  tn  the 
capital  of  ChU. 

"  1  he  (.'h'i  State  was  in  uorlhet  a  i>hiintaii</,  (  hm  in  6Atn^  and  )  en  in  C/ui*. 
The  characteristic  of  the  inhabitants  of  these  provinces  is  partly  still  true  to-day. 


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Fowu:  Lau -Heng.  IGl 

to  underataDd  tlie  preoepta  of  superior  men.  Only  in  the  case  of 
imuui^,  when  a  person  sings  and  weeps  in  the  streets,  knowing 
neither  east  nor  west,  taking  no  heed  of  scorching  heat  or  humidity, 
tmaware  of  his  own  madness  and  unconscious  of  hunger  and  satiety, 
nature  is  deranged  and  upset,  and  there  is  no  help.  As  such  a  man 
sees  nothing  before  him,  he  is  afraid  of  nothing. 

Therefore  the  govemment  does  not  abolish  the  officers  of 
paUic  instruction  or  dispense  with  -criminal  judges,  wishing  thereby 
to  inculcate  the  observance  of  the  moral  laws.  The  schools  guide 
people  at  first,  the  laws  control  and  restrain  them  later  on. 

Even  the  will  of  a  Tan  Cka  might  be  curbed;  the  proof  is 
that  the  soldiers  of  a  big  army  are  kept  in  order  by  reproofk 
Men  and  officers  are  held  in  check  to  such  an  extent,  that  they 
look  at  death  as  a  return. 

Ho  Lu^  put  his  soldiers  to  the  test  by  the  "Five  Tiakes.*** 
They  ail  cut  their  arms  with  swords,  that  the  blood  trickled  down 
to  the  ground.  Kou  C/ilen^  also  gave  his  men  a  trial  in  the  hall 
of  bis  inner  palace.  Those  who  jumped  into  the  fire  ati<l  jxTished, 
V  ( ro  innumerable.  Human  nature  is  not  particularly  fond  of  swords 
and  fire,  l)ut  the  two  rulers  liad  such  a  power  over  their  men, 
that  they  did  not  care  for  their  lives.  It  is  the  effect  of  military 
discipline  to  make  light  of  cuts  and  blood. 

Min^  Pin*  WAS  bold,  but  on  hearing  the  order  ibr  the  army 
he  became  afraid.  In  the  same  way  the  officers  who  were  wont 
to  draw  their  swords  to  fight  out,  whose  merits  were  lirst,  went 
through  all  the  ceremonial,  and  prostrated  thcmst'lves  (before  the 
emperor),  when  SJiu  Sun  Tung^  liad  fixed  tiie  rites,  imperious  and 
overhearing  first,  they  became  obedient  and  submissive.  The  power 
of  instruction  and  the  influence  of  virtue  rmTi-torm  the  character. 
One  need  not  sorrow  that  a  character  is  bad,  but  it  is  to  be 
r^retted,  if  it  does  not  submit  to  tlie  tea(;hiugs  of  the  sages.  Such 
so  individual  owes  his  misfortune  to  himself. 

Beans  and  wheat  are  different  from  rice  and  millet,  yet  their 
oonsDmption  satisfies  the  appetite.   Are  the  natures  of  low  and 


<  King  of  the  Wu  State,  514-496  b.c. 

*  Another  name  of  the  T'ai-hu  lake  in  JOan^Ut  which  conawted  of  five 
lakai,  or  five  connected  sheets  of  water. 

*  Tlw  ruler  of  the  Ji*«/»  ijtaie,  4tM>  v.c.,  wlio  overthrew  tlie  kingdom  ol  Wu. 

*  A  hero  of  mtmuom  straigth  in  tiie  Chou  epoch. 

*  An  official  of  great  power  under  Han  JEao  Tmt,  who  aubdued  tiie  arrogance 
ud  MpereOiotuaeaa  of  the  princes  and  nohles  by  the  ceremonial  ttiey  were  made 
t»  udargo  at  aa  audienoe  before  the  new  etupen^.  Shi-ehi  chap.  *J9,  p.  7v. 

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162 


FoEiLE :  Lun  -  U^g. 


superior  men  then  of  a  different  kind?  They  resemble  the  Fiw 
Grains,*  all  have  their  use.  There  is  no  fundamental  dilferenoe 
between  them,  only  their  manifestations  are  unlike.  The  Huid  men 
are  endowed  mth,  is  either  copious  or  deficient^  and  their  character 
oorrespondingly  good  or  bad.  The  wicked  have  received  but  a 
small  dose  of  kindness,  the  irascible,  plenty  of  temper.  If  kindness 
be  unaufficient,  people  do  wrong,  and  there  is  not  much  hope  for 
an  improvement.  With  plenty  of  temper,  people  become  violent, 
and  have  no  sense  of  justice.  Moreover,  their  feeling  of  eympathy 
is  defective,  joy  and  anger  do  not  happen  at  the  proper  time,  and 
ihey  have  baseless  and  irreasonable  fears.  Reckless  men  like  that 
commit  ont  rages,  therefore  they  are  considered  bad. 

Kan  has  in  his  body  the  Five  Qualities'  and  the  Five  Oigans.^ 
If  be  got  too  little  of  them,  or  if  they  are  too  small,  bis  actions 
do  not  attain  to  goodness.^  IVlan  him»elf  is  either  accomplished 
or  deficient,  but  accomplishment  and  defidency  do  not  mean  a  dif> 
ference  of  organisation*  Use  leaven  in  big,  or  in  small  quantities, 
and  the  result  will  be  similar.  In  rich  as  well  as  in  poor  wine 
there  is  the  same  leaven.  Good  men  as  well  as  bad  ones  are 
permeated  by  the  same  original  fluid.  According  to  its  greater  or 
smaller  volumen  the  mind  of  the  individual  is  bright  or  dull. 

Ilsi  M4n  Pao  would  tighten  his  leathern  belt,  whenever  he 
wanted  to  relax  himself.  Tung  An  Yü  loosened  Iiis  girdle  strings, 
when  he  was  going  to  rouse  himself.^  Yet  neither  passion  nor 
indolence  is  the  rijyht  medium.  HoxN  ovrr,  he  who  weare  a  belt  or 
a  f^irdle  ou  his  body  is  properly  dressed.  When  the  question 
arises,  how  deficiencies  can  be  made  ^ood  l>y  nicans  oi'  belts  and 
strings,  tlie  names  oi  HsiMinFao  and  Tung  An  Yü  must  be  mentioned 
together.*^ 

*  Hemp,  millet,  rice,  wheat,  and  beans. 

*  The  Five  Cardinal  Virtues: — beuevolence,  justice,  propriety,  knowledge, 
and  tmth. 

*  The  heart,  the  KvoTi  the  atomach,  tho  lungs,  and  the  kidneys. 

*  Human  character,  to  wit  the  Five  Quditiea,  depends  on  tiie  volumen  of  the 
origina]  fluid,  the  vital  force,  which  shapes  the  Five  Organa.  Accordine  is  tln»v 
are  bigger  or  smaller,  the  nature  of  the  individual  is  different.  This  idea  liii<i.«>  (.-.x- 
prc^iou  ill  til©  Chiiieüc  laii;^uago.  A  maji  with  a  big  lieart,  ij^^Jy.»  ü't^'if rouis 
«ad  liberal,  with  a  small  heart,  mean.  The  fluid  of  the  etomadi,  ^ 

Is  equivalent  to  aiiger. 

'  In  both  cases  liie  belt  or  girdle  is  tho  same  indtspenaible  part  of  a  gentle- 
man's toilet,  hut  tlio  nso  made  of  it,  and  the  reeolta  achieved,  are  quite  different. 
The  same  may  be  suid  of  human  uature. 


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FoBzx:  Lon-Htog. 


163 


Hoasee  of  poor,  wretched  people  sre  not  in  a  proper  «täte. 
TbiBj  have  holee  in  the  walls  under  the  roof,  to  which  others  take 
objection.  When  rich  and  well-to-do  people  bnild  houses,  they 
have  the  walle  made  in  a  way,  that  they  find  there  real  shelter. 
The  whole  house  is  in  good  repair,  and  nobody  could  say  anything 
agpbst  it^ 

In  Wei*  the  land  was  divided  in  lots  of  a  hundred  mowy  in 

alone  the  lots  measurod  two  hundred  mow.  I  Is!  }fM  Van  ir- 
riirated  his  land  with  water  from  the  C/iom/*  and  made  it  so  fertile, 
that  it  yielded  one  bushel'  j^'  T  mow.  Man's  natural  parts  are  like 
the  fields  of  Yeh^  tuition  and  education,  hke  the  water  from  the 
(Xsn^.  One  must  be  sorry  for  him  that  cannot  be  transformed, 
bat  not  for  a  man  whose  character  it  is  difficult  to  govern. 

In  the  streets  of  the  city  of  Loyatig^  there  was  no  writer.  It 
WIS  therefore  pulled  up  from  the  Lo  by  watermen.'  If  it  was 
streaming  quickly  day  and  night,  it  was  their  doing.  From  this 
point  of  view  kindness  and  justice  must  increase  manifold  in  him 
who  comes  into  close  contact  with  an  excellent  man.*  Mencius' 
moüier  changed  her  domicile,  for  she  had  ascertained  this  truth.' 

Water  amongst  men  is  dirty  and  muddy,  in  the  open  countiy 
it  is  dear  and  limpid.  It  is  all  the  same  water,  and  it  (lows  from 
tbe  confines  of  heaven;  its  dirtiness  and  limpidify  are  the  elTects 
of  its  environments. 

Chao  T  o,  king  of  the  soutliem  Yüeh^  was  originally  an  honouf^ 
able  man  of  the  Ban  State, but  he  took  to  tJbe  habits  of  the 
southern  barbarians,  disregarded  the  imperial  commands,  dressed 
hi<  hair  in  a  tuft,  and  used  to  squat  down.    He  was  so  fond  of 

*  Haman  nature  ia  like  thoae  houses.  They  are  all  houses,  aiid  servo  the 
■■e  ]mrpo«e,  boi  MMBe  art  ut  good  repair,  otben  b  a  «ratehed  atate. 

*  An  aadeot  State  in  Noith  Honm  and  Sonth  CkOL 

'  The  moilcrn  Chong-U-fit, 

*  .\  large  tributary  of  the  rivfir  Wei  in  ffonan,  near  Chang-te-/u. 

^  A  <  hunt/,  an  ancient  measure  equal  to  4  [>ecks  —  1  busliel,  as  some  say. 
AcuM^iiiig  to  uthcrsi  it  would  be  as  mucii  as  ^  pecks. 

*  The  capital  of  the  dkw  dynasty  in  Bmutn,  the  modem  Hwtu^. 
^nhMj  witii  pamp-woffcs. 

*  Tbe  exeeilMit  man  io  like  the  river  Xo.  Streane  of  kindneas  and  Jtutlce 
pft  froo)  him. 

*  She  changed  her  donucUe  for  the  purpose  of  saving  her  son  from  the  bad 
^■CDces  of  the  neighbourhood. 

CXm  7*0  mt  to  JiiaA,  modem  faoR^-ikM^,  as  genend  of  Ch'in  SUA 
^^t»S  7i,  and  anbaeqaflDtly  becama  king  ni  tim  sonthom  buhariano,  wboM  eoatoma 
^opted.   Lu  (  Ma  was  sent  to  him  bj  the  fint  amperor  of  the  Han  dynasty  to 
iMns  hit  daciaralMm  of  ailegiaaoe. 


1 C4  Forks  :  Lun  -  Heng. 

this,  as  if  it  had  been  his  nature.  Lu  Chia  spok«-  to  him  of  the 
virtues  of  the  ITan^  and  impressed  him  with  tlieir  holy  power,  so 
that  he  suddenly  rose  up,  and  felt  remorse.  He  received  the  com- 
mands of  his  sovereijy^n,  and  communicated  them  to  the  savages. 
Against  his  hair-dress  and  to  his  squatting;  he  lelt  something  Uke 
a  natural  r«  jmgnanc^.  First  he  acted  in  the  atorenaid  manner, 
aftcrwardii  thus.  It  shows  wliat  force  instruction  also  has,  and 
that  nature  is  not  tlie  only  factor. 


* 


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Forxb:  Lon-Iltag. 


165 


C  HAPTER  XXXIL 
On  Original  Nature  {PinMng), 

Natural  feelings  and  natural  disposition  arc  the  basis  of  human 
activity,  and  the  source  from  which  morals  and  music  s[)riog.  Mor« 
impede,  and  music  diecks  the  excesses  of  original  nature.  The 
DatanU  disposition  may  be  humble,  modest,  and  yielding.  The 
moral  laws  are  enforced  with  a  view  to  general i/.inir  sucli  praise- 
worthy qualities.  The  natural  feelings  may  be  good  or  ))ad,  cheerful 
or  ingiy,  mournful  or  merry.  3Iusic  is  made  in  order  to  make 
evfry  one  ]>ehave  respectfully.  What  morals  and  music  aim  at  are 
tbe  natural  feelings  and  natural  disposition. 

The  ancient  literati  and  scholars  who  have  written  essays 
have  all  touched  upon  this  question,  but  »ould  not  give  a  satisfactory 
aosirer.  The  philosojdier  Shih  Tse^  of  the  C/kiu  time  held  tliat 
homan  nature  is  partly  good  and  partly  bad,  that,  if  the  good 
nature  in  man  be  cultivated  and  regulated,  his  goodness  increases, 
and  if  his  bad  nature  be,  his  hnfluess  develops.  Thus  in  the  human 
heart  there  would  be  two  coullicting  principles,  and  good  and  evil 
depend  on  cultiTation.  Accordingly,  Shih  Tse  composed  a  cliapter 
OD  cultivation. 

Fu  Tse  Chien,  Cfii  Tiao  K  aij  and  Kung  Sun  Ni  Tse^  also  dis- 
cuss this  subjert  in  very  imich  the  same  way  as  Shih  Tse,  all  de- 
daring  that  nature  is  partly  ^nnd,  partly  bad. 

yfnmiis  ^vT1^te  a  chapter  on  the  goodness  of  nature,'  contending 
thai  all  men  arc  originally  good,  and  that  tlu'  bad  ones  are  cor- 
rupted by  tlie  world.  Men,  lie  says,  arc  created  by  Ijohvcii  and 
earth:  tliey  are  all  provided  with  a  good  iiatiirt',  but  wlieii  tliry 
up  and  come  into  contact  with  the  world,  they  run  wild, 

'  Uia  full  Dauie  is  Shih  S/u'.  He  was  oue  of  the  seventy  disciples  of  Con- 
/nit  aod  a  writer,  Catalogae  of  the  Banshu  chap.  30  nieiitiona  twenty-one 
<^>lm  of  his  pen.    Fabtt  in  hb  IMctrIne»  of  ('on/udwi  p.  *!&  at«tea  that  the  title 

rrUie  lost  work  of  Shih  She  was    yang-tku'^  *  ^        ^  ^ 

b«ea  a  disciple  of  ChU  Tiao  K'ai,  wtioiti  vide. 

'  .^11  disciples  of  (\mfuciu*,  whose  writtng-s  were  still  extant  Hnrin<»  the  ffim 
dpuij,  but  are  now  lost.  According  to  Liu  Utint  Catalogue  fu  Tse  ('lUen  alias 
A  JV  CXt  wrote  16  «hapters,  CKi  Tiao  ITai  12,  and  Kwtg  Sun  Si  7V  2H. 

•  JfwteBLVI,  PtL 


166  Fotne:  Lnn-Hiiig. 

and  are  ixTverted,  and  their  wickedness  increases  daily.  According 
to  Alencln,^'  opinion,  man,  when  young,  wouhl  be  invariably  good. 

Wei  Ti>e '  said,  "  I  have  formerly  remarked,  that  as  a  child 
the  prince  (Chou)  did  not  show  off.'* 

When  Chou  wsm  a  child,  Wei  Tse  observed  that  lie  liad  no 
good  character.  IncHned  to  evil,  he  did  not  eclipse  the  commou 
people,  and  w  hen  he  had  grown  up,  he  caused  endless  revolutions. 
Therefore        7W  remark. 

When  Yuiitj-Sli,'  ShiJt-Wo^  was  bom  ami  Ludy  S/iti  8a\v  Jiiin. 
and  upon  entering  tbe  ball  heard  hiiu  cry,  she  went  bark  and  said, 
*'  His  voice  is  that  of  a  wolf.  lie  bas  a  reckless  character,  dcjiti- 
tute  of  all  afl'ectiou.  Ikil  fur  bini  tlie  Yung  S/tS  family  would  not 
perish."  Afterwards  she  declined  to  see  him.  When  he  had  grown 
up,  C/i  i  Slihtg  made  a  rebellion,  in  which  S/ii/i-Wo  took  part. 
The  people  killed  him,  aud  the  Y^ang  Slid  family  was  extinguished 
thereby.^ 

Clum's  wickedness  dated  from  his  childhood,  aud  Shi'Woi 
rebelliou  could  be  foretold  from  the  new-born 's  whine.  As  a  new- 
born child  has  not  yet  had  any  intercourse  with  the  world,  who 
could  have  hrought  about  his  perversion? 

Tan  (Jk»  was  born  in  Yao*9  palace,  and  ^Mng  Chün  in  Shun't 
hall.  Undigr  the  reign  of  theee  two  sovereigns,  the  people  house 
hj  house  were  worthy  of  being  entrusted  with  a  fief.  Those  with 
whom  the  two  might  have  mixed,  were  most  excellent,  and  the 
persons  forming  the  suit  of  the  two  emperors,  were  all  most  vir- 
tuous. Nevertheless,  Tm  Chu  was  haughty,  and  Skang  CKfin  brutal. 
Both  lacked  imperial  decorum  to  such  a  degree,  that  they  were 
set  up  as  a  warning  to  coming  generations. 

Menems  judges  men  by  the  pupils  of  their  eyes.  If  the  heart 
he  bright,  says  he,  the  pupils  are  dear,  if  it  be  dark,  the  pupils 
are  dim.*  However,  the  clearness  and  dimness  of  the  eyes  reaches 
back  to  as  far  as  man*s  birth.  These  differences  are  due  to  the 
different  fluids  received  from  heaven.  The  eyes  are  not  clear  during 
childhood,  or  dimmed,  when  man  grows,  and  associates  with  other 
people.   Nature  at  first  is  spontaneous,  goodness  and  badness  ate 


>  The  YiMonnt  otWei,  a  kinnmm  of  prioee  OAm  i.  e,  CAm  JBirin,  the  lui 
emperor  of  the  Shea^  dynasty,  who  lost  the  throoe  throng^  hü  widtednen  and 
tyrany  (1154-1122  b.c.). 

*  The  Tnn^  Sfu  I'aniily  was  very  powerful  in  the  Chin  State.  Ledy  Hhm  had 
married  one  I'anp  tShe  and  wam  thus  related  to  Yang-SAt  ShiA-Wi^ 

*  This  took  place  iji  the  CMn  State  in  513  b.0. 
«  jraicfa*Bk.lV,  Pfc,I,diap.X7. 


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Fobsb;  Lnn-Hfaig. 


167 


the  outcome  of  diffeTent  dispodtions.  What  Mtncku  nys  about 
oiigioal  natuTo  is  not  true. 

Yet  eomething  may  hare  contributed  to  the  idea  of  the  good- 
BCBB  of  nature.  A  man  may  be  benevolent  or  just,  it  is  the  wonder^ 
ful  proficieQcj  of  hb  nature,  aa  m  his  locomotion  and  movements 
kfi  shows  his  extiaordinary  natural  ability.  But  his  colour,  whether 
wbHe  or  Uack,  and  his  stature,  whether  long  or  short,  remain  un- 
changed until  old  age  and  final  death.  Such  is  his  heavenly  nature.^ 

Everybody  knows  that  water,  earth,  and  other  substances 
difier  in  their  natures,  but  people  are  not  aware  that  good  and 
evil  are  due  to  different  natural  dispositions.  A  one  year  old  baby 
is  not  inclined  to  violent  robbery.  After  it  has  grown  up,  its 
greed  may  gradually  develop,  and  lead  to  ferocity  and  aggressiveness. 

Kao  n»,  a  contemporary  of  Meneku  denies  the  difference  of 
g(v>doess  and  badness  in  nature,  comparing  it  to  flowing  water 
which  led  to  the  east,  runs  eastward,  and  to  the  west,  westward. 
As  water  cannot  be  divided  according  to  its  eastern  or  western 
direction,  a  division  of  men  into  good  and  bad  ones  is  untenable.* 
Therefore  Kao  Tte  asserts  that  human  nature  is  similar  to  the 
natore  of  water.  Such  being  the  case,  water  may  well  be  used  as 
«I  illnstratioB. 

Nature  is  as  metal  is  metal,  and  wood,  wood.  A  good  man 
has  a  natural  bent  towards  goodness,  and  a  wicked  man  to  wicked- 
Dcaa.  Man  is  endowed  by  heaven  with  a  spontaneous  mind,  and 
hsB  received  a  uniform  disposition.*  Therefore  portents  appear  at 
the  time  of  birdi,  from  which  man^s  goodness  and  badness  can  be 
diaeovered. 

People  with  whom  no  difference  of  good  and  bad  exists,  and 
who  may  be  pushed  one  or  the  other  way,  are  called  average 
people.  Being  neither  good  nor  bad,  they  require  instruction  in 
order  to  assume  a  certain  ^pe.  Therefore  Canfuam  says  that  with 
people  above  Uie  average  one  can  discourse  on  higher  subjects,  but 
that  with  those  under  Üie  average  one  cannot  do  so.^  Kao  Tse's 
oomparison  with  channelled  water  applies  only  to  average  people, 
hut  does  not  concern  extremely  good  or  extremely  bad  persons. 


*  The  ^ifa<ltna]  BatDva  may  be  tranafomed,  but  ndfc  the  phyaical  oncb  Homan 

B4ture  is  so  wonderful,  that  even  originally  bad  people  may  by  much  training  be- 
(ome  benevolent  and  just.  Mmchix  seeing  these  wonderful  resulta  waa  mialed  into 
tlte  beUef  that  haniaii  nature  vim  origiaally  good. 

*  MtntSM  Bk.  VI,  PL  I,  chap.  IL 

*  EMiar  good  or  bad,  not  partly  good  and  pardy  bad. 

*  JMfafr  H,  1«. 


168 


FoMOt:  Lau-H^ng. 


AocordiBg  to  Cov^ueinu  people  are  nearly  telated  to  one  another  by 
character,  but  become  veiy  different  by  habit  ^  The  character  of 
average  people  is  the  work  of  habit.  Made  familiar  with  good, 
they  turn  ont  good,  accustomed  to  evil,  they  become  wicked.  Only 
with  extremely  good,  or  extremely  bad  characters  habit  is  of  no 
avail.  Therefore  Om/ucMw  holds  that  only  highly  cultured  and 
grossly  ignorant  people  cannot  be  changed.'  Thdr  natures  being 
either  .good  or  otherwise,  the  influence  of  sages,  and  the  teaching 
of  wise  men  Is  impotent  to  work  a  change.  Since  Cot^ueiua^  the 
Nestor  in  wisdom  and  virtue,  and  the  most  eminent  of  all  philo« 
Bophers,  asserts  the  unchangeability  of  highly  cultured  and  grossly 
ignorant  people,  we  may  conclude  that  Kao  'iWs  sayings  arc  not 
correct. 

However,  there  is  some  foundation  for  Kao  Tse^s  view.  The 
Shikinff^  says: — **What  can  that  admirable  man  be  compared  to?** 
The  Tso-ckuan  answers: — "  He  is  like  boiled  silk;  dyed  with  indigo 
it  becomes  blue,  coloured  with  vermilion  it  turns  crimson.**  leading 
water  eastward  or  westward  is  like  dyeing  silk  blue  or  red.  Tan 
Chu  and  Shmff  Chün  were  also  imbued  with  Yon  and  Shun*s  doc- 
trines, but  Tan  dm  remained  haughty,  and  Shang  ChOn  cruel.  The 
extremely  bad  stuff  they  were  made  of  did  not  take  the  blue  or 
the  red  colour. 

In  opposition  to  MancUfs,  Sm  Chüig*  wrote  a  chapter  on  the 
wiekedneas  of  nature,  supposing  human  nature  to  be  wicked,  and 
its  goodness  to  be  ficticious.  Wickedness  of  nature  means  to  say 
that  men,  when  they  are  bom,  have  all  a  bad  nature,  and  ficti- 
ciousness  that,  after  they  have  grown  up,  they  are  forcibly  induced 
to  do  good.  According  to  this  view  of  Sun  Chinjf^  among  men,  even 
as  children,  there  are  no  good  ones. 

C/ti  as  a  boy  amused  himself  with  planting  trees.  When  Con- 
fiudus  could  walk,  he  played  with  sacrifidal  vessels.  When  a  stone 
is  produced,  it  is  hard,  when  a  fragrant  flower  comes  forth,  it 
smells.  All  things  imbued  with  a  good  fluid  develop  accordingly 
with  their  growth.   He  who  amused  himself  with  tree  planting. 


'  Analect.^  XVII,  2. 
»  Analects  XVII,  3. 

»  SMhng  I.  V>k.  IV,  tide  IX,  2.    \%f.  aluyve  p. 

*  Uiie  oi   tlie  Ten  Philosophers,  whoso  work   has  come  down  to  u.s.  He 
lived  ill  Uie  3rd  cent.  b.c.    His  ürigiiial  suniaine  //^"  -     heoce  Iliiim  Tiv 
was  changed  into  8m  Jf^  under  the  reign  of  the  Emperor  Bt^im  Ti  of  tlie  Han 
dynaaty,  73-48  m.o.,  whose  personal  name  was  /Mn.  Cf.  ÜSdÜfemi,  *^SiAn\King  tAe 
FUlhtophfT  **  in  Jcwnal  of  tkt  Roj/a!  AiUUie  Sudefy,  Shaiiphai  Vol.  XXXITI,  p.  46. 


^  kjui^uo  i.y  Google 


FoKRi:  Lnn-H^ng.  169 

became  the  minister  of  T'ang^^  and  the  boy  who  jdaycd  with 
sacrificial  vessels,  the  sage  of  C/iou.  TUius;^  ^vith  a  fragrant  or 
stony  nature  show  their  hardness  and  IVa;^raiice.  Sun  Chiug's 
opinion  is,  therefore,  incompatible  with  truth,  yet  his  belief  in  the 
wickedness  of  nature  is  not  (juitc  without  foundarion: 

A  one  year  old  baby  has  no  yielding  disposition.  Seeing 
^omething  to  eat,  it  cries,  and  wants  to  eat  it.  and  bidiohbng  a 
nice  thing,  it  weeps,  and  wants  to  play  with  it.  After  it  has 
vTQwn  up,  its  propensities  arc  checked,  and  its  wishes  cut  dowu, 
and  it  is  compellpd  to  do  good. 

Lm  Tse  Cli^ng^  objects  tbat  in  this  rase  heaven  would  have 
no  lluid.  Where  wotdd  tlie  first  good  deetl  rome  from,  if  the  Yffng 
and  the  Y'rr,  principles  and  good,  and  evil  were  not  counterbalancing 
each  other? 

Lh  C/tin^  says  tliat.  \\  hen  heaven  and  earth  create  n)en.  tliey 
jiredispose  tliein  in  favour  of  propriety  and  justice,  tbat  man  can 
8«>e  what  for  he  has  received  life  and  aet  acconHngly,  whieh  ac- 
cordance is  called  virtue.  Lu  C/iia  tiiiiiks  that  the  huninn  niin<l 
is  turned  towards  j)ropriety  and  justice,  and  that  man  also  can  dis- 
cover what  for  he  lots  come  into  life.  However,  tlie  rit;bl -minded 
do  good  (»I  tlieir  own  accord  without  waiting  for  tliis  chseoverv, 
and  tlie  evil-minded  disregard  propriety  and  defy  justiee,  altliough 
tliey  see  «piite  clearly  in  the  matter.  It  is  impossi]»le  tbat  juslitx' 
should  win  tliem  to  the  good  cause.  Thuy  the  covetous  can  speak 
ver\'  well  on  disinterestedness,  and  t!ie  rebels  on  good  government, 
robber  Uie*  cuudc;ais  theft  and  (^Imang  i'liiai)-'  stigmatises  lawless- 
ness. They  have  a  clear  c(jnception  of  themselves,  and  know  liow 
to  talk  on  virtue,  but  owing  to  their  vicious  charaeter  they  do  not 
practise  what  they  say.  and  rlie  good  cause  derives  no  benefit  from 
it  Tlierefore  Tai  Chin  s  opinion  cannot  be  considered  the  right  one. 

i'ung  (y^'iiio  .SVi«"  having  read  Mencins  and  Sun  Cfiwrj's  writings. 
(XHuposed  himself  an  essay  on  natural  feelings  and  natural  dis- 

'   Vtz.  of  Y(f  >  who  reigned  at  T'arif/,  in  Chili. 

^  A  f  amous  author,  more  generally  kuown  by  the  name  Liu  h*iai^,  bO-9  b.c., 
wboae  works  we  stUi  possess. 

'  A  politidan  asd  sclioUr  of  the  Svd  and  2nd  cent  b.c.,  author  of  the  N«w 
Wgrds**  ^  ,  the  aame  as  mentioned  above  p.  164  aa  envoy  to  the  king  of  the 
MBtban  TisA. 

♦  Cf.  p.  319. 

'  Another  (Mitlaw. 

*  An  author  oi  the  'Jiid  rent.  b.c.  who  wrote  Uie  "  Dew  of  the  Spring  aud 
^^'^'"'^  **  ^  ik  ^  ^  which  is  still  extant. 


170 


positiou,  in  wliicli  lu'  says: — Heaven's  great  principles  arc  on  one 
side  the  Yin^  on  llic  other  the  Ywig.  The  fjreat  principles  in  man 
are  on  one  side  the  natural  iecHn^,  on  the  other  natural  disposition. 
The  disposition  comes  out  of  tlie  Yaiig,  the  feehnjs^  out  of  the  Yin. 
The  Yin  fluid  is  base,  the  Yang  fluid  humane.  VVlio  believes  in  the 
goodness  of  nature  sees  the  Yang,  who  speaks  of  its  wickedness 
the  17«.  That  is,  Tung  CItung  Shu  means  to  say  tliat  Mencius  saw 
only  the  Yang,  and  Sun  Ching  the  Yin. 

The  opinions  of  the  two  philosophers  may  well  thus  be 
distiDguished,  but  as  regards  human  nature,  such  a  distinction  does 
not  bold  good.  Groodness  and  badness  are  not  divided  in  this  way. 
Natural  feelings  and  natural  disposition  are  simultaneously  produced 
by  the  Yin  and  the  Yemg  combined,  either  more  or  less  copiously. 
Precious  stones  growinji^  in  rocks  are  partly  of  a  single  colour, 
partly  multicoloured,  how  can  natural  feelings  or  natural  disposition 
growing  in  the  Ym  and  Yang  be  either  exclusively  good?  What 
Tung  Chung  Shu  says  is  not  correct. 

Zm»  Tte  Oiing  teaches  that  the  natural  disposition  is  formed 
at  birth,  that  it  is  inherent  to  the  body  and  does  not  come  out, 
that  on  the  other  hand  natural  feelings  arise  from  the  contact  with 
the  world,  and  manifest  themselves  outwardly.  That  which  mani- 
fest» itself  outwardly,  he  calls  Yang,  that  which  does  not  appear, 
he  calla  Yin.  Thus  Uu  Tie  Ching  aubmits  that  the  natural  dis- 
position is  inherent  to  the  body,  but  does  not  come  out,  whereas 
the  natural  feelings  unite  with  external  things,  and  appear  out- 
wardly. Therefore  he  designates  them  as  Yang.  The  natural  dis- 
position he  designates  as  Fbt,  because  it  does  not  appear,  and  has 
no  communication  with  the  outer  world.  lAu  7W  Ckh^M  tdentifica- 
tion  of  natural  feelings  with  Yang  and  disposition  with  I%i  leaves 
the  origin  of  thesje  qualities  quite  out  of  tlie  question,  insomuch 
as  the  Km  and  the  Yang  are  determined  in  an  off-hand  way  by 
outward  manifestation  and  non-appearance.  If  the  Yang  really 
depends  on  outward  manifestation,  then  it  may  be  said  that  na- 
tural disposition  also  comes  into  contact  with  external  things.  *^  In 
moments  of  haste,  he  cleaves  to  it,  and  in  seasons  of  danger  be 
cleaves  to  it."'  The  compassionate  cannot  endure  the  dgbt  of 
suffering.  This  non-endurance  is  an  efiQuence  of  benevolence.  Hu- 
mility and  modesty  are  manifestations  of  natural  disposition.  These 
qualities  have  all  their  external  objects.  As  compassion  and  mod- 


*  A  qnotaUou  from  AjmIckU  IV,  5,  where  we  read  thai  the  saperior  man  al. 
wsyi  dssMs  ts  bsiMwilBnMik 


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Foub:  Lun.miig.  171 

estv  manifest  tlieni*!*»lvps  ontwanlly,  I  am  airaid  that  the  assertir^xi 
tbar  natural  (iis[)(>siii()u  is  ?<ometlnng  inside  without  any  ronutH-liou 
with  exterual  things,  cannot  be  right.  By  takinn;  into  consideration 
merely  outwardness  and  inwaninpss,  Yin  and  Yang,  without  rcl'cr- 
ence  to  the  goodness  and  l)a(hiess  of  nature,  tlie  (nirh  caunot  be 
ku(n\  n.  As  lAu  Tse  Cheny  lias  it,  natural  disposition  would  be  Yin, 
aud  natural  feelings  Ycuiff^  but  have  men  not  good  as  well  as  bad 
passions? 

From  ^Jeui;in6  tlowu  to  Liu  Tse  Ch/ii<f  the  jirotouiiut  st  scliolara 
and  greatest  thinkers  have  |»rupounded  a  great  many  (lillVicnt  views 
without,  however,  solving  the  problem  of  original  nature  in  a  satis- 
factory way.  The  arguments  of  the  pliiIoso])hers  .^7///'  T» .  Knug 
Sun  Xi  Tse,  and  others  of  the  same  dass'  alone  contain  much  Uutli. 
We  may  say  that  it  is  eajsy  to  undersraml  the  hubje<'t,  but  the 
difficuhy  IS  to  explain  the  principle.  Style  and  diction  may  be 
ever  so  brilliant  and  Üowery,"  ami  ilie  conceptions  and  arguments 
as  sweet  as  honey,  all  that  \h  no  proof  of  their  truth. 

As  a  matter  of  fact,  human  natural  disposition  i«  sometiuies 
good,  and  sometimes  bad,  just  as  human  faculties  can  be  of  a 
high  or  of  a  low  order.  IIip;h  ones  cannot  be  low,  nor  low  ones 
high.  To  say  that  human  iiaUire  is  neither  i^ood  noi  Uad  wmdd 
be  the  same  as  to  maintain  that  human  laculties  are  neither  high 
nor  low.  The  onginal  disjiosition  which  Heaven  gives  to  men,  and 
the  destiny  which  it  sends  down,  are  essentially  alike.  By  destiny 
men  are  honoured  or  despised,  by  nature  good  or  brul.  if  one 
disputes  the  existence  of  gtxxlness  and  badness  in  Iiuman  nature, 
lie  might  as  well  call  in  question  that  destiny  makes  men  great 
or  miseruble. 

Tlie  nature  of  the  soil  of  the  Nine  Provinces  '  is  different  in 
rF'<>ai  J  to  goodness  and  badness.  It  is  yellow,  red,  or  black,  of 
superior,  average,  or  inferior  tpiality.  The  water  courses  are  not 
all  alike.  They  are  limpid  or  muddy,  and  run  east,  west,  north 
or  southward.  IMan  is  endowed  with  the  nature  of  Heaven  and 
Earth,  aud  imbued  with  the  s|)int  of  the  Five  Qualities.^   lie  may 

'  Who  maintain  tlint  Inunan  nalnra  is  partly  good  nd  partly  bad. 

*  Tlie  test  hM  K'^jQISiS  ^^"^  lool^*  ^  •  name:— the  Record  of 
Fhg  Wim  Map,  The  fect»  however,  that  •  phiiowpher  of  tlie  name  of  Wen 
Mao  is  unknown,  and  the  synimetry  of  Uie  context  letda  me  to  the  oondtt^oa  that 
imtead  of        we  should  read  1^  and  translate,  as  I  have  done. 

^  In  preliistoric  times  Ch'ma.  wns  divided  into  nine  proviaceSt  hence  the  term 
the  Nine  Province.*!  has  heroine  a  ayuonjm  of  Qiina. 

*  Cf.p.  162  Note  2. 


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172  FoaKi:  Lud -Hing. 

be  benevolent  or  just,  it  is  the  wonderful  pruüciency  of  his  nature. 
In  his  locomotion  and  movements  he  may  be  majestic  or  agile,  it 
is  his  extraordinary  natural  ability.  But  his  colour,  whether  white 
or  black  and  his  stature,  whether  long  or  short,  remain  unchanged 
until  old  age  and  final  death.    Such  is  heavenly  nature.' 

I  am  decidedly  of  opinion  that  what  Mencius  says  on  the 
goodness  of  human  nature,  refers  to  people  above  the  average, 
that  what  S'-n  Ching  says  on  its  badness,  refers  to  peo{)le  under 
the  average,  and  that,  if  Yang  Ihinng  teaches  that  in  human  nature 
goodness  and  badness  arc  mixed  together,  he  means  average  peijj)Ie. 
Bringing  people  back  to  the  unchaDging  standard  and  leading  them 
into  the  rigbt  w  ay,  one  may  teach  tliem.  But  this  teaching  alone 
does  not  exhaust  human  nature. 

>  The  Ia9t  sentences  are  repeated  from  p.  167. 

(To  he  continued.) 


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FoKix:  Luii'H^ng.  173 


CONTENTS. 

B.  MelapkjftkaL 

17,  Spook  Storiflo  (Ghi-yao).  BLXXn,  Chap.  1   1 

1&  M  about  Ghoota  (Tiog^knei).  BLXXII,  Chap.  O   2U 

19.  On  Heaven  (T'an-t'ien).    Bk.  XI,  Chap.  I  ^  .    .  31 

*2'\  On  the  Sun  (Sl,uo-jih).    Bk.  XI,  ("liap.II   3«) 

21.  On  Heat  and  Cold  (Han-wen).    Bk.  XIV,  Chap.  U   59 

22.  On  Thunder  and  Lightning  (Lei-hsQ).  BL  VI,  Chap.  IV   G6 

25.  On  Fbisan  (Yen-tn).  BlcXXEI,  Chap.  I   79 

84.  Oa  Aathropoacopy  (Kn-hsiang^.  Blum,  Chap. XI   85 

Long  Life  and  Vital  Fluid  (Chi-ahou).   Bk.I,  Chap.  IV   04 

26.  Mintcle-s  (Hii-kuai).    Bk.  UI.  Chap.  VI   99 

27.  Unfounded  Assertions  (Wu-hsiiig).    I ?k.  II.- Chap.  HI   lOH 

28.  Taoist  Untruths  (lao-hsü).   Bk.VIl,  Chap.  I   113 

2a.  On  Dragona  (Lung-hsü).  Bk.VI,  Chap.  Ill   132 

SOL  Aijgmnenta  on  Qminoua  Creatures  (Chuiig-jni).  BL  XVI,  Chap.  IV  140 

D.  EtkleaL 

31.  The  Fonniqg  of  Charaekan  (Shtiai-haug).  BLD,  Chap.  IV   155 

32.  On  Original  Nature  (PIn-haing).  BLID,  Chap.iy   165 


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174 


Die  Reorganisation  des  chinesischen  Heerwesens. 


Vorwort 

den  venebiedenen  Refonueo,  wddie  Ouna  auf  &st  allea  Oebieten 
der  Verwaltung  eiog^hrt  hat,  ist  die  Beorgaoisatioii  des  Heerwesens  wohl 
schon  adff  wdtesten  rorgesehrittea.  Die  gmndlegendeo  Ideen  der  Heeres- 
reform  finden  wir  in  der  von  Herrn  Dr.  Hauer  Qberset/ten  VerordnuQg, 

welche  von  dem  neuerrtchteten  Reiclisbeeresrat  ausgearbeitet 
und  vom  Thron  genehmigt  ist    Sie  schließt  sich  eng  an  die  deutsche 

Heeresorganisation  an. 

Zur  gleichmäßigen  Durchfiüininii^  des  Systems  im  «^anxpn  Reiche  ist 
die  Erriclituni»  von  MilitSrnnstalten  verschiedpiKM-  Art  iu  Aussiclit  genommen, 
und  zwar  in  den  llaupUstädten  der  21  Provinzen,  einscIilielMich  der  drei 
mandscluii  Ischen,  je  eine  untei'e  Militarschule  j|i  /J^'t^^'  lacking, 
Nanking,  Wuchang  und  Hsi-an  je  eine  mittlere  Militärschide  Pjl 
^^^»  in  denen  die  Zöglinge  der  unteren  Stufe  ihre  Fortbildung  erbaltm» 

und  in  Peking  eine  Hauptmilitftrschule  |^  ^  ^  ^  s&or  weiteren  Au8> 
blldung  der  Abiturienten  der  vier  mittleren  Schulen.  In  Peking  soll  außerdem 
noch  eine  Ofligiersschule  -p^  ^     ^  ausschliel31ich  zw  Heranbildung  von 

Offizieren  sowie  eine  Generalstabsschule  errichtet  werden. 

Zweelcs  Einhdtliclikat  in  der  Ausbildung  und  Bdumdlung  der  Truppen 
hat  der  Beichsheeresrat  femer  angeordnet,  daß  alle  sonstigen  das  Heerweeen 
betreffenden  Bestimmungen «  worunter  Bzerzierreglemait,  Felddienstordnung, 
Schießvorschrift,  Mititarstrafgesetz  und'  Proaeßordnung  fallen,  au  kodi« 
fixieren  sind. 

Die  Redaktion. 


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Uaoxb:  Die  Beoi^gauisatioo  de«  cbinesucbeD  Ueerweeeoa. 


176 


Ymtdsmgt  betreffend  die  Dienstrerhältaiiflse  und  CtebOhr- 

nisse  der  Aimee. 

Vom  ItttchsheeiQsmt  dem  Throne  lur  Grenehmi^ung  unterbreitet 

Uberaelzt  von  Dr.  Hausb. 


1.  Gruodgedftnken  der  Verordmi  np;en  nht^r  die  Dienstverhält- 
nisse und  Geh ü iir n isse. 

Wie  es  noch  kein  System  gegeben  hat,  das  fiir  aJle  Zeiten  giit  ge- 
wesen wäre,  hat  sich  auch  auf  dem  Gebiete  des  Militärwes-ens  im  lirsonderen 
eine  uminterbrochene  Keilieiifuljje  /eit^emäBer  VerSndefruiijcn  benierkhnr 
macht.  Alle  Dynastien  und  alle  Epochr'ii  haben  ihre  eigenen  Heeresverfas- 
suDgen  gehabt:  alte  Pflaster  jiassen  so  wenig  aut  lVischc  Wunden  wie  Pelz- 
rücke zur  Sommertracht.  Hsün  \Vu  unter  den  C'lün  schjiffle  die  Wagen- 
burgen ab  und  verwaiidte  Fufitruppen ,  König  Wn  Ling  von  Chao  filhvte  du 
Bofenaeluefien  zu  Pferde  ein,  und  Tsao  Ts*o  rOslete  anter  der  Han-Dynastie 
dis  Heer  mit  langen  Lanzen  aus;  alles  das,  wdl  die  ZeitverhUtniaae  solch 
aireekniifiige  Neuemngen  geboten. 

Heutzutage  gehen  im  Heereswesen  aller  Linder  tiglich  so  viele  Neue- 
motten  und  manatlich  so  mannigfache  Umgestaltungen  vor,  daß  es  des  sorg- 
faltigsten Studiums  und  der  genauesten  Gegenüberstellung  l>edarf,  um  alle 
Einrichtnr)i^»M)  vergleichend  zu  prüfen  und  das  Passende  auszuwählen.  Das 
Militärwesen  ist  zu  einer  besonderen  Wisscnsch.itt  jieworden  mit  kcnnpli- 
zierten  Reglements  luid  Verordnungen,  die  sich  uui  die  l>eiden  Ilauptge- 
siditspunkte  der  Dienstverhältnisse  und  der  GcbQhrnissc  gruppieren. 

Bei  der  gesetzlichen  Regelung  der  Dienstverh&Itnisae  kommt  es  nidit 
aHelD  auf  die  Hebung  der  nationalen  WOrde  und  die  Stirkung  des  Ansehens 
SB,  vielmehr  entscheidet  auch  der  Wert  der  im  Frieden  erlangten  Kriegs- 
iMrdiaehaft  den  Sieg  oder  die  Niederhige  im  Felde.  Fdddieostordnung, 
Exerzierreglement  und  die  Verordnungen  fiber  die  Dieni^verhältmsae  mOssen 
«Ue  einheitlich  von  derselben  nrutidla^e  ausgehen,  damit  V^oigesetzte  und 
Untergebene  sich  verstehen,  Offiziere  und  Mannschaften  zusammenhalten» 
i**  2Jahl  der  Verbände  im  rechten  Verhältnis  steht  uful  alle  Hlieder  zu- 
^mmeDwirken,  wie  der  Körper  den  Arn»  inul  der  Arm  die  Finger  iu  Be- 
wegung setzt.    Jedes  Zuviel  oder  Zuwenig  ist  vun  Schaden. 

Die  Verordnungen  über  die  GebQhrnisse  haben  diese  weder  zu  hoch 
Doch  zu  niedrig  y  sondern  auf  das  rechte  Maß  festzusetzen  und  f&r  ein  wohl- 
geordnetes  Verpfl^ungssystem  und  Transportwesen  Sorge  zu  tragen.  Gibt 
CS  doch  io  der  Garnison  keine  grSßere  Verl^nheit  als  das  Ausbleiben 
«icr  Verpflegung  und  im  Fdde  keine  ernstere  Oefiihr  als  das  Versagen  der 


17fi 


Hai  er:  Die  Reorganisation  des  chiiiesischcu  Heei'wesens. 


Zufuhr.  Scheuen  sich  die  Offisiere  vor  Vcruntreiiungcii,  so  vvini  auch  die 
Intendantur  keine  Unterschleife  wvgfui}  und  die  Regierung  wird  ihre  treoeo 
Untertanen  belohnen. 

Manche  behaupten  v.wiu;  im  Kiie^^r'  sei  die  Strategie  die  Hanptsaclie 
und  nicht  das  Reglement;  schon  Koufiizius  liabe  j^esagt:  »Guter  Plan  gelingt«, 
und  die  militärischen  Schriftsteller  der  Han-Annalen  häiku  den  strategi- 
scheu Plan  (Qr  das  allein  Wesentliche  erachtet.  Wer  so  spricht,  ubersieht, 
dafi  die  Strategie  erst  die  Aowendang  des  R^lements  bedeutet  und  das 
Vorhandensein  eines  solchen  zur  Voraussetsung  hat.  Sind  die  grundlegenden 
Reglements  unzurdehend»  so  wird  der  bette  strategisdie  Plan  susebanden 
werden. 

Das  Heerwesen  Chinas  liegt  seit  lai^em  im  ai|;en,  und  die  militärischen 
Verhältnisse  haben  sich  unaufhörlich  verschlimmert.  Ein  Zurückgreifen  auf 
das  Beispiel  anderer  und  die  Einfilhmng  von  Reformen  ist  dalier  ein  drin- 
gendes üebot,  wenn  auch  die  geographische  Beschaffenheit  des  Landes  .  die 
Eigenart  des  Volkes  und  die  Lage  der  Finanzen  uns  verbieten,  es  uiit  (jewalt 
andern  gleichtun  /,u  wollen.  Wir  können  nur  alles  anschauen,  vergleidiea 
und  zeitgemäße  Maßnahmen  erwägen.  Durchgreifende  Reformen  werden 
ihren  Nutsen  bringen. 

2.  Aufstellung  der  Armee. 

Im  Alteiiiim  hatte  der  Kuser  6  Armeen  und  die  großen  Lebnsstaaten 
deren  3;  jede  Armee  gliederte  sich  ohne  weitere  Unterscheidungen  in  4 

Abteilungen,  die  »vordere«,  «hintere«,  «rechte«  und  «linke«.  Heute  sind 
die  Truppenformationen  aller  Länder  stattlich  an  Zahl  und  mannigfach  an 
G&stalt.  .\bgesehen  von  der  Marine  begreift  man  alle  Verl)ände  unter  dem 
Namen  -Armee»  und  zählt  sie  nach  fortlaufenden  \ntninern  von  1  bis  über 
100;  ^h'iel»  einer  Käsehschniu*  durch  da.s  Land  ge/ogen  sind  sie  die  seine 
Adern  vereinenden  Sehnen.  Die  Soldaten  sind  Soldaten  der  Regierunji. 
Ausgeschlossen  ist  es,  daß  Truppeu  iui  Solde  von  l'rivutjiersonen  stehe» 
oder  in  ii^endeinem  Winkel  versteckt  gehalten  werden  können.  Die  Führer 
.  können  die  Trupj)en  weder  selber  benennen  noch  anf  ihre  besondere  Art 
au^Uden.  Alle  VerUnde  unterstehen  ohne  RQcksicht  auf  die  Entfernung 
ihrer  Standorte  dersdiben  Obergewalt  und  dersdben  der  Landesgeographie 
angepaßten  Einteilung;  alle  Reglements  und  Verordntmgen  werden  von 
gleacbmäßigen  Grundsätzen  beherrscht.  So  köiuKMi  Ti  n^tpenteile  nadi  Be- 
heben irgendwohin  versetet  werden:  sie  gliedern  sicit  sofort  gleichwertig 
andern  Formationen  an  und  ein  und  sind  jjleich  bereit  /.um  Angriff  wie 
zur  Verteidiixunj^.  Alle  Offiziere  können  Jeden  Truppenteil  fähren  und  in 
j^e  Ausbildung  beiiehlitiend  eiii';ieilen. 

Die  Wehrmacht  Chiuas  ist  in  einer  Neugestaltung  begriffen,  und  die 
Truppen  aller  Provinzen  sollen  nach  neuen  Methoden  ausgebildet  werden; 
aber  viele  Maßnahmen  harren  noch  der  Durchfahrung,  da  sich  mannig> 
fache  Schwierigkeiten  in  den  Weg  legen.  Es  besteht  jetzt  die  Absiebt, 
dafi  zunSchst  der  Reichsheeresrat  und  das  Rri^mloisterium  gemeinsam 
beim  Throne  die  Entsendung  hoher  Wflrdentriger  zur  Besichtigung  der 


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HAvnt:  Die  ReoigMiwation  dei  duaerischen  HeecwMana. 


177 


neuautgc-sleUten  Truppenteile  aller  Provinzen  beantragen.  Die  vorschrift- 
mißi;;  aiuigebildeten  Truppen  sind  durch  iiaiserliclie  Order  in  Divisionen, 
Brq^den,  Rc^menter  und  Bataillone  zu  formieren  und  durcligangig  zu 
aumeritf^n,  die  unturelcbeod  oder  nicht  nacli  dem  Reglement  vorgebildeten 
dagegen  von  dem  xnstiadigen  Bannergenend,  Generalgouvemeur  oder 
Gonvenieur  dem  Tbrone  namhaft  au  machen,  damit  die  Benchtigung  hinaus- 
gesclioben  und  die  sorgfältige  Durchbildung  der  \'erbiinde  vollendet  wird. 
Dabei  haben  sich  alle  Befelilshaber  auf  das  peinlichste  an  die  vom  Throne 
genehniigten  Reglements  zu  halten.  Nach  Beendigung  der  Ausbildung  sind 
diese  Truppen  hpim  Tlirone  r.nr  Besichtigung  anzumelden  und  erhalten  ihre 
Nummern.  So  wird  man  ufi  der  Nummer  eines  jeden  Truppenteils  dessen 
ürüih  oder  spat  erlangte  Dienstbrauchbarkeit  erkennen. 

3.  Einteilung  der  Armee. 
Die  Armee  tdlt  aieh  in  3  Klassen: 

1.  Das  aktive  Heer  {cKang-pei-ekBn)  wird  aus  der  diogeaessenen 
Bevölkerung  ausgehoben.  Die  Mannschaften  tun  aktiven  Dienst» 
erbalteo  volle  GebObmisse  und  werden  nach  3  Jahren  in  die 

Heimat  entlassen. 

2.  Die  Reserve  {ksu'pei-chün)  setzt  sich  aus  den  nach  dreijähriger 

Dienst/fit  im  aktiven  II«'erp  zur  Entlassting  gelangten  Mannschaften 
zusammen.  T^ifsf  ^vf^^(h^II  zu  rt-i^eliiiüßigen  Übungen  h<'iaii'2:ezoj;pn, 
empfangen  get  ingere  iiebührnisse  und  scheiden  nach  3  Jahren  aus 
der  Heserve  aus. 

3.  Die  Landwehr  {iiou-pei-chün)  besteht  aus  den  entlassenen  Mann- 
schaften der  Reserve.  Auch  diese  werden  su  Übungen  einberufen, 
erhalten  wiederum  verringerte  Gebühmisse  und  scheiden  nach 
4  Jahren  aus  dem  MilitSrverhXttnisse  aus. 

4.  Aktives  Heer  (ch'ang-pei-chän). 

Im  Frieden  bilden  2  Divisionen  {eMn)  ein  Korps  (csMm).  Die  Division 
besteht  aus: 

a)  2  Brigaden  (hsieh)  Infanterie,  die  Brigade  zu  2  He(;imentern  (piao), 
das  Regiment  zu  3  Bataillonen  ijfwg),  das  Bataillon  %u  4  Kompag- 
nien (htf); 

b)  1  Regiment  Kavallerie  zu  3  Bataillonen ,  das  Bataillon  zu  4  Kom- 
pagnien ; 

c)  1  Regiment  Artillerie  su  3  Bataillonen,  das  Bataillon  su  3  Kom- 
pagnien; 

d)  1  Bataillon  Pioniere  su  4  Kompagnien; 

e)  1  Bataillon  Train  su  4  Kompagnien. 

Bei  der  Infanterie,  Artillerie  und  den  Pionieren  gliedert  sich  jede 
Koaijtagnie  (tui)  in  3  Züge  ip*ai)  und  jeder  Zug  in  3  Korporalschaften 

{p''ny),  hfl  der  Kavallerie  in  3  Züge  zu  2  Korporalse! laftf-n,  beim  Train 
in  3  Zü<;e  mit  3  Korporalscliaften.  Jede  Korporalsehaft  aller  Wafiengat- 
tunp  n  zahlt  14  Mann. 

Xitt.a.{>ca.£0fiwt.8pimaM«.  1907.  LAbt.  U 


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178  Havir:  Die  Raoi^ganiaatMm  dat  rWiiiwbffhen  Heerwwanfc 


Der  Etat  einer  Division  beläuft  sicii  auf  748  OfBziei'e  uu«l  lie- 
ainte,  10436  Unteroffiiiere  and  Manoachaften  und  1328  Kolis,  zimmmen 
12  512  Minn. 

FOr  den  Kriegifidl  kftnnen  bei  der  Mobiloiadiiing  je  nach  dw  Be- 
schaffenheit dea  Oelindea  und  der  Lage  der  Verhiltniase  beim  Feinde  3 
Diviaionen  zu  einem  Korps  zusammengezogen  oder  mehrere  Korps  zu  einer 
Armee  {ta-chün}  vereinigt  werden,  auch  kano  eine  einzelne  Division  einen 
Sonderauftrag  erhalten.  Die  Vorschriften  dea  Reglements  binden  nicht, 
sofern  die  Kriegslage  es  iM-fonlert. 

Im  VnWc  »Miicr  iMobilinafhiirifi;  werden  die  Divisionen  in  der  Art  ver- 
stärkt, daß  jeder  Zug  Infanterie  3  Korporalsrhaften  He>;i"rvi.sten  zugeteilt 
erhiilt,  denen  ausgesuchte  Leute  des  aktiven  Heeren  ais  l  ■  iiterufBzierc  vor- 
gesetzt werden.  Bei  der  Artillerie  bleibt  jede  Kompagnie  zu  6  Geschützen 
beateben,  auch  wird  die  Zahl  der  Bedienungsmannsdiaften  nicht  vermehrt; 
hingegen  ^d  Beserviaten  und  im  Bedarfsfidle  Landwelvlente  zur  Heribei* 
Schaffung  der  MunitionsvorriLte  und  der  übrigen  BedOrfbisse  heranzuziehen. 
In  Anbetracht  der  schwierigen  Ausbildung  der  Kavallerie  und  der  Pioniere 
darf  deren  Verstärkung  im  Kriege  nur  durch  ▼oUatlndig  ausgebildetes  Mate* 
rial  erfolgen,  die  Einreihung  von  Rekruten  ist  unstatthaft.  Der  Train  kann 
den  Wegeverhältnissen  entsprechend  je  nach  Bedarf  beliebig  vermehrt  werden 
und  wird  von  Reservisten  und  Landwehrleuten,  im  Bedarfsfälle  auch  von 
angeworbenen  Kulis  bedient. 

» 

8.  Reserve  {/tsü -pei-chün). 

Die  Mann^t&ften  des  aktiven  Heeres  erhalten  nach  Ablauf  ihrer  drei- 
jährigen Dienstseit  einen  Ausweis,  auf  Grund  dessen  sie  in  die  Hetmnt 
enUasaen  und  «ur  Reserve  flberf&brt  werden.  Sie  erhalten  monatlich  einen 
Tad  Sold  weniger. 

FQr  jedes  Departement  und  jeden  Kreis,  innerhalb  dessen  mehr 
als  100  Reservisten  wohnen,  wird  ein  besonderer  ße/.irksunterofßzier  be- 
stellt, bei  einer  grSßeren  Anzahl  von  Reservisten  melirere.  Sind  mehrere 
Bezirksiiiiteroffi/iere  vorhanden .  so  kann  ihnen  ein  Rezirksuffizier  vorge- 
setzt Avriclcn.  Sind  weniger  ah-  liiO  Reservisten  vorliniiden .  so  können 
zwei  Ue/.irke  zu  einem  zusanuueugeiegt  und  von  eiuem  Bezirksunteroftizier 
verwaltet  werden. 

Die  Bezirksbeliördc  zahlt  monatlich  eiiunal  iu  Geineinschaft  mit  dem 
DepartMAOltsvorsteher  oder  Magnat  den  Sold  aus  und  bMprgt  auch  die 
Soldteüzalilongen  an  die  Familien  der  im  aktiven  Heere  dienenden  Mann- 
schaften; femer  liegen  ihr  die  AushebungsgeachSfle  ob« 

Die  Mannschaften  der  Reserve  dürfen  nach  Belieben  iigendwelehe 
Beschäi^'gung  treiben. 

Im  10.  Monat  jedes  Jahres  kommandiert  der  zustlndige  oberste  Be* 
fehlshaber  Offiziere  in  alle  Präfekturen,  Departements  und  Kreise  zur  Be- 
sichtigung und  weiteren  Ausbildung  der  znvor  von  den  Bezirkshehörden 
einberufenen  Reservisten.  Die  Üf>ttn«^«^n  dauern  1  Monat,  währeiul  dessen 
die  Mannschaften  die  vollen  Gebührnissc  des  aktiven  Heeres  beziehen« 


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Hausb:  Die  Reor]gU)i«Uion  dttt  chinemchen  HearweBW.  179 


Je  DÄch  der  Zalil  der  Reservisten  haben  die  Vorstände  der  Präl'ek- 
tureo.  Departements  und  Kreise  die  Lieferung  der  benötigten  Menge  von 
Gewchi«a,  Waffen,  Üoiformen  und  AosröstiuigMtQcken  bu  beantragen. 
Diese  werden  wShrend  der  Übung  getragen  und  hernach  von  den  Bezirks» 
bebSrden  an  die  Hagaane  surQckgegeben. 

Werden  ta  Friedenseetten  militirtacbe  Maßnahmen  aur  Unterdrückung 
von  Atifiitinden  n.  dgl.  nutig,  sn  kann  jeder  Magistrai  in  Gemeuisdiaft 
mit  der  Be7.irksbeburde  die  Reservisten  einberufen.  Die.se  erhäUcn  dne 
besoiulere  Vergütung  und  wenlen  nach  Fortfall  des  Anlasses  der  Einbe- 
rufung wieder  t"ritln«:5;fn    ]e<]v  \\  vitorc  Kinbehallung  zum  Dienst  ist  verboten. 

Die  Hf^ervisten  dürfen  auch  aiiBcrh.-ill)  ilirp«*  lleiuiatsbezirkes  irgend- 
wplfhen  Bt-schriltigungen  nnchgeiien  nnd  küutifii  sich  in  jeder  Provinz  mit 
iirufr  lieeresotganisation  zur  Ableistung  vuu  Übungen  melden.  Die  Meldung 
hat  im  d.  Monat  jedes  Jahres  heim  Magistrat  des  Heimatsortes  zu  erfolgen, 
der  im  8.  Monat  das  Gesuch  an  den  Oeneralgouvemeur  oder  Gouverneur 
der  IVovina  des  Aufenthaltsortes  wdterglbt.  Wird  das  Gesuch  genehmigt, 
io  braucht  der  Reservist  zur  Übung  nicht  in  die  Heimat  zurQcksukehren. 
Beservisten.  die  wen^;er  als  1000  Li  vom  Ueimatsorte  entfernt  wohnen, 
haben  indessen  au  ihren  Übungen  dortbin  aurückzuk ehren. 

Gesuche  um  Befreiung  von  Übungen  wegen  Krankheit  oder  aus  mulcrea 
wichtigen  Anlassi  n  sind  wahrheitsgemäß  r.n  begriinden  tinrl  von  den  üe- 
bürdeu  genau  nacli/.upröfen.    Falsche  Angaben  werden  streng  bestraft. 

Im  l'alle  einer  Mobünmchnng  werden  alle  Mannschaften  der  He>ei\c 
im  IIei[n.itsl»c/.irk  oder  auch  anßei'halb  einberufen.  Wer  sich  nicht  stellt, 
vnrd  nach  deui  Kriegsgesetz  bestraft. 

6.  Landwehr  (Aoii'/w'-dlAn). 

Die  Mannschaften  der  Reserve  werden  nadi  3  Jahren  unter  Erteilung 
öoes  anderen  Auaweises  In  die  Heimat  entlassen  und  aur  Landwehr  flberflihrt. 
IKe  Landwehr  erhält  die  halben  GebOhrnisse  der  Reserve.  Fur  jedes  Do- 
pa rteaient  und  jeden  Kreis  mit  ungefähr  200  Landwehrleuten  wird  ein  beson« 
derer  Uezirksunterofßzier  ernannt;  sind  weniger  als  150  Mann  vorhanden, 
s»i  ur;tei>teh»  ri  diese  der  Rerirkshehorde  der  Reserve.  Die  Sidd Zahlungen  er- 
folgen in  derselben  Weise  wie  l)ei  der  I{(>serve.  Die  Mannschaftea  können 
tigendwelchen  gewinnbringenden  Hesehäl'tigiuigen  nachgehen. 

Die  Landwehrleute  müssen  im  2.  und  4.  Jalire  l'bungen  ableisten 
geoau  wie  die  Reservisten,  sind  aber  im  1.  und  3.  Jahre  von  Dienstleistungen 
befrdt  Nach  Ablauf  des  4.  Jahres  scheiden  sie  aus  dem  Mitit&rverhMtnla 
n»;  sie  beaiehen  keine  OebQhrniase  wdter,  werden  nicht  mehr  einberufen 
oad  erkalten  abermals  einen  neuen  Ausweis. 

Ba  einer  Mobilmachung  könnai  aicfa  alle  Leute,  die  aus  der  Land- 
wehr bereits  ausgeschieden  sind»  aber  das  45.  Lebensjahr  nocli  nicht  vollendet 
haben,  unter  Vorweisung  Ihrer  Mititirpapiere  bei  den  Bataillonen  zum 
I'ienst  melden.  Diejenigen  unter  ihnen ,  welche  wahrend  ihrer  zehnjrdirigen 
I>ienstzeit  stets  intelligent,  kräftig  nnd  diensteifrig  gewesen  sind,  werden 
2u  Leutnants,  Felüweljeln  und  UulerofUzieren  ernannt. 


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180 


Havsb:  Di6'  ReorganltttioD  de«  chinerisdien  Heerwiiani 


Die  Offiziere  und  UnU-Tuffiziere  sowie  die  liexirk.sulTizicre  und  Bezirks* 
unteroffiiiere  der  Reserve  und  der  Loodwekr  werden  der  Reibe  nach  beim 
Throne  tu  DienatowsMichpuDgen  in  Vorsebkig  gebrtcbU 

7.  Aufsichtsbehörden. 

Jeder  Bannergeneral,  Generalgouverneur  oder  Gouverneur  ist  fur  die 
Ausbildung  der  Truppen  seinw  Provinz  verantwortlich.  Da  aber  wichtige 
Dienstobliegenheiten  mannigfiwher  und  schwieriger  Art  diese  Beamten  hindern, 
ilire  ganze  Aufmerksamkeit  der  Ausbildung  des  Heeres  au  widmen,  ist  fQr 
jede  Provins  mit  neuer  Heeresverfassung»  dow  Kontingent  sich  auf  min- 
destens eine  Brigade  Stellt,  dne  Oenerailnspektion  {Tu-lien-cKu)  zu  er- 
licliten,  die  mit  ausgesuchten,  gut  vorgebildeten  und  intelligenten  Oflßueren 
besetzt  wird,  in  3  Abteilungen  die  Krie^srHsfiingPn ,  die  Generalstal)san^e- 
legenbeiten  und  die  Reorganisation  hearljeitet  und  für  die  Umgestaltung  und 
moderne  Aushildun«;  der  alten  Proviuzialtriippen  Sor;;e  triii^t.  Die  iianner- 
generäle,  Geaeialgouvernpure  und  Gouverneure  haben  in  jeder  Hinsicht 
Ilili'e  zu  leisten,  behalten  aber  nacii  wie  vor  die  Oberaufsicht,  damit  alle 
Masehen  des  Netses  an  einem  Striek  glatt  ausammengezogen  werden.  Die 
Erfkbrung  lehrt,  daß  die  Staaten  —  mag  ihr  Heer  groß  oder  kidn  sein  — 
einer  obersten  milit&rischen  Zentralstelle  bedürfen,  wenn  sie  aus  eigener 
Kraft  kriegsbo^t  sein  wollen;  nur  dann  geht  alles  am  Schnörchen  und 
wird  den  Vorschriften  entsprechend  au^geHihrt;  dies  ist  dUe  Meinung  aller 
Sachvers  tindigra. 

8.  Offiaierstellen. 

Die  Truppenlührer  haben  eine  überaus  große  Verantwortung«  Sie 
mflssen  im  Fdde  nicht  nur  mit  größter  Sorgfalt  die  strategischen  Pline 
.  erwigen,  sondern  auch  die  Verhiltnisse  beim  Feinde  genau  erkunden,  um 
Angriff  oder  Verteidigung  vorzubereiten;  sie  haben  sich  daher  vor  jeder 

Zersplitterung  ihrer  Krilfte  durch  Beschäftigung  mit  Nebendingen  zu  hüten. 
Sind  die  Sonderpilichten  aller  Dienstgrade  scIiaiT  al)r::egrenzt,  so  wird  sich 
im  Frieden  jeder  einzelne  einarbeiten  und  im  Kriege  keine  Unordnung 

vorkommen. 

Die  I{ei;lements  aller  Länder  haben  nelien  den  Offizieren  und  Unter- 
offizieren zur  gegenseitigen  Hilfe  und  Unterstüt/ung  weitere  Beamte  fiir 
Sonderaufgaben  vorgesehen.  Namen  wie  Zahl  dieser  Beamten  sind  unver- 
meidlich ftußerst  mannigfach.  Wir  müssen  uns  den  VerhEltnissen  entsprechend 
dabei  bescheiden»  die  unumgänglich  notwendigen  auszuwihlen  und  ftkr  sie 
besondere  Stellen  mit  eigener  Verant%vortuog  zu  schaffen. 

Die  moderne  Krit^kunst  ist  in  fortlaufender  Entwickelung  begriffen, 
so  daß  sich  die  Offiriere  unabilasig  damit  beschäftigen  müssen.  Alle  Miclite 
haben  verschiedene  Arten  von  Spezialschulen  begründet»  auf  dmen  Ofßziere 
in  ein/elnen  Kursen  der  Reihe  nach  ihre  Ausbildung  erhalten  und  die  neuen 
Mi  thotlen  studieren.  Vm  dafür  von  jeder  Koni[>agtiie  mindestens  einen 
Zuiinilirtr  frei/.umarlien ,  müssen  im  Reglement  für  die  Friedens/eil  2 — 3 
Zugluhrei'  zum  Aiu»bilduugsdiuust  iu  der  Garnison  voi^eseben  sein;  unter 


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« 


Haoeb:  Die  Reorganisation  des  chinesischen  Heerwesens.  181 

dn  Mindesliiiaft  Ton  airüekbldlmideii  Oflßcieren  kann  nnmftgÜch 

beniiitergegangeii  werden. 

Hinzu  kommt,  daß  in  Anbetracht  der  verheerenden  Wirkniif<  der 
modernen  Waffen  und  der  dadurch  bedingten  erliobHchen  Verluste  an  Toten 
und  Verwundeten  ein  starkes  OfBi^ier-  und  Unteroffizierkorps  tmerlaPlich 
ist.  Hamit  sich  im  Nodalle  Ersatz  findet.  AusgebilHete  Offiziere  und  Unter- 
offiziere lassen  sich  nicht  aus  dem  Boden  stampfen.  Daher  scheuen  alle 
Mächte  weiler  Kosten  uoch  Mühe,  schon  in  Friedenszeiten  für  einen  reichen 
Emtz  Sorge  zu  tragen,  damit  im  Kriege  kein  Mangel  eintritt. 

Welter  veriangt  die  moderne  Taktik  auifgelöste  GefechtaforitHidonen 
fom  kldnsten  wie  vom  größten  TruppenverlMude  und  lEßt  die  aufgelöste 
Seblaebtlinie  sich  Uber  weite  l^me  erstrecken,  ao  daß  eine  Kompagnie 
nck  mehrere  100  Sehritt  weit  atiaddinen  kann.  Sind  nicht  genug  Offiziere 
nnd  Unteroffiziere  vorhanden,  so  ist  es  schwer,  fortlaufende  Befehle  zu 
geben  und  die  Truppe  stetig  in  der  üand  zu  behalten.  Die  Offiziere  und 
Unteroffiziere  unserer  alten  Schule  vermögen  diesen  Anforderungen  nicht 
gerecht  zu  werden:  das  ist  der  (inuul  nnsner  militärischen  Schwäche. 
Wir  müssen  nach  dt'iu  \'orhilde  anderer  Länder  die  Vermehninj;  der  Offi- 
aüwe  und  rnteroffiziere  ins  Auf^e  fassen  und  so  die  .Schla^ferti^kint  cihühen. 

Für  die  Infanterie  kommen  in  Betracht:  hei  jeder  Kuuipagnie  1  Kom- 
psgnieflllHrer  (An-Jhian),  3  ^gf&hrer  {pai-chang)  und  1  Feldwebel  (ms- 
•»•ola»9).  Oer  Feldwebel  besorgt  die  ioneren  Angelegenheiien  der  Kom- 
pignie.  Jeder  der  3  Zugführer  führt  einen  Zug.  Im  Felde  lißt  der  Kom- 
psgniefilhrer»  sobald  ea  die  Lage  erfordert,  zunichst  einen  Zug  ausschwftrmen ; 
der  betreffende  ZugfTdirer  leitet  dann  nach  eigenem  Ermessen  den  Angriff. 
Je  Dach  dem  Verhalten  de.s  Feindes  sehwSrmen  weitere  Zuge  auSt  bis  die 
ganze  Kompagnie  aufgelöst  ist.  Der  Kompagnicfuhrer  geht  voran,  um  die 
Verhältnisse  heitn  Feinde  und  die  ReschafTenheit  de»s  Geländes  zu  erkunden ; 
die  ZnglTdirer  folgen  iliren  Zügen  und  gehen  acht,  daß  niemand  zurück- 
bleibt t)der  fortlSuft.  Wird  der  Konipnunieffthrer  getötet  oder  verwundet, 
so  tritt  ein  Zugführer  au  seine  Stelle,  damit  die  üefechtski*aft  der  Kom< 
pagoie  nicht  erheblich  leidet. 

Alle  diese  Umstinde  sprechen  l&r  die  Sdiaffimg  eines  starken,  nach 
Kiiften  zu  ▼mnehrenden  Offizier^  und  Unteroffizierkor])s.  Erst  dann  kfinnen 
wir  von  dner  Armee  apreehen, 

9.  Offizierersatz. 

In  allen  Ländern  ist  die  Lehre  vom  Kriege  eine  h«'sondere  Wissen- 
schaft, und  jeder  Angehörige  des  Heeres  vom  Zugführer  .uifwärtH  hat  vor 
sHnfr  Beförderung  bestimmte  Kenntnisse  nachzuweisen.  In  riiin.-i  steht  die 
Krie^sH i.s»enscfjal\  noch  in  den  ersten  Anfängen,  olme  daß  man  e.s  Ix-i  dem 
großen  Mangel  an  geeigneten  Kräften  den  andern  Ländern  gleichtun  könnte. 
Wir  uiii^en  uns,  so  gut  es  geht,  behelfen. 

Nachdem  der  Gesetzentwurf  betreffend  die  Errichtung  von  Kriegs-: 
sdudea  die  Allerhöchste  Genehmigung  gefunden  bat  und  allen  Provinzen 
die  unverzQgliche  Ausführung  des  Gesetzes  zur  Pflicht  gemacht  ist,  werden 


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182 


Haüer:  Die  Reorganisation  des  chinesischen  Heerwesens. 


in  Zukunft  bei  der  Aufstellung  neuer  Truppenteile  nur  noch  Abiturienten 
einer  Kriegsschule  und  auserlesene  Oflßzierdiensttuer  bereite  bestehender 
moderner  Formationen  zu  Oftiziernn  ernannt  werden. 

Die  alten  Offiziere  und  Unteroffiziere  sind  genau  zu  sichten;  vorzu- 
inerkeu  ist,  wer  etwas  lesen  und  schreihen  kann  und  Lust  iiat,  sich  weiter- 
zubilden. Werileu  nach  der  Aufstellung  neuer  Truppenteile  Offizierstellen 
daselbst  frei,  so  sind  die^e  ausschließlich  mit  den  b^^steo  Abiturienten  der 
Kriegsschulen  £u  besetzen.  Offiziere  und  Unteroffiziere  aller  Pormttionen 
können,  wenn  sie  außergewdhnlich  begabt  und  in  der  Ausbildung  von 
Truppen  erfahren  oder  mehrfach  auagezeichnet  oder  dekoriert  worden 
sind,  auch  ohne  eine  der  neuen  Militirschulen  besucht  zu  halten,  nach 
freiem  Ermessen  vcr  seh  irdene  Posten  erhalten. 

Militarmandarine  der  Provinxialstreitki-afte  und  der  Milizen  haben  sich 
nach  deren  Auflösung,  sofern  sie  in  die  Neuorgant5.ation  ühcrtreten  wollen, 
einer  Pi  i'ifun>;  durch  die  /tistSndigen  Beamten  zu  unterziehen  und  sich  eine 
Qualifikation  erteihni  zu  I.ism  ii ,  in  der  im  Frieden  erhaltene  Auszeiclinimgen 
und  etwaige  aktive  I)ii;iust/.eitcn  zu  venuerken  sind.  Das  Attest  wird  dem 
lieichslieeresrat  und  Kriegsministcriuni  eingereicht,  che  nach  eingei tender 
Prfifung  die  Übernahme  des  Bewerbers  genehmigen  oder  abldmen. 

10.  Aushebung. 

Werden  Rekruten  in  grußer  Zahl  augeworhen  »ind  wird  die  Heere-s- 
verfassung  von  der  Regierung  durchgreifend  umgestaltet,  so  laufen  nur 
zu  leicht  gelegentliche  Ungehörigkeiten  beim  WerbegeschSft  unter;  daher 
ist  die  genaue  Beobachtung  und  Durchführung  aller  Vorschriften  uner- 
läßlich. Wir  mOasen  uns  die  Heeresordnongen  der  MIchte  des  Westens 
tmd  die  Rekrutierungsgeselze  der  Hau-  und  der  Tangdynaatie  zum  Vorbild 
nehmen. 

Jeder  Generalgonverneur  oder  Gouverneiir  hat  die  Bevölkerungsziffer, 
den  Flächenraum,  die  Straßen  und  die  Verkehrsmittel  aller  Departements 
und  Kreise  seiner  Piovinz  genau  zu  prüfen  und  danach  Musterungstermine 
an  paiisend  ausgewählten  Orten  anzusetzen,  nachdem  dort  zuvor  die  ijesetz- 
lichen  Bestinunuiigen  über  die  Aushebung  in  Form  von  Hekaiuitiiiaelmngen 
eine  angemessene  Zeit  öffentlich  ausgehangen  haben.  Am  festgesetzten  Tage 
entsendet  er  Beamte,  die  gemeinsam  mit  dem  zustindigen  PriLfekten  oder 
selbständigen  Departemenlsvorsteher  und  Magistrale  das  Aushebungsgescbift 
leiten.   Dabei  gdten  folgende  Nonnen: 

1.  Altersgrenze:  20 — 25  Jahre. 

2.  Körperliche  Beschaffenheit:  MindeatmaS  4  Fuß  8  Zoll;  im  SQden, 
wo  die  Leute  von  kleinerem  Wudise  sind,  kann  auf  4  Fvi&  6  Zoll 
heruntergegangen  werden.  Leute  mit  Fehlem  der  Sionesoi^gane, 
mit  Augen«  oder  Geschlechtskrankheiten  sowie  Leute  yon  scliwich- 
Itcher  KÖrperkonstittttion  werden  nicht  angenommen. 

3.  Kraft:  mindestens  100  Catty  sind  mit  gestreckten  Annen  empor- 
zuheben. 


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Hal'er:  Die  HeorganUation  des  chinesischen  Heerwesens. 


183 


4.  Die  Aszendenten  mOssea  eingeseflMoen  Familien  angehören.  Der 

Anfjeworbene  hat  die  p;<»nanen  Adressen  dreier  Geoemtionen  und 
eine  Anzahl  Fini^erabdrücke  einzureichen. 

5.  Opiuuuaucher.  Leute  von  schlechtem  Leumund  und  Vorbestrafte 
werden  nicJit  angeuomuien. 

Die  DoriscIiuUen ,  Ältesten  und  Gemeindevursteher  haben  genaue 
Lürten  aller  Ui^liehen  Leute  ni  f&bren  nnd  der  MusterungskommlMion  vor^ 
xulcgen,  welche  die.  ihr.  geeignet  erscheinenden  Mannschaften  aushebt  Ver- 
botoi  ist  es,  nngeeigneCe  Elemente  Yorsuachlagen  und  fahrendes  Volk, 
desertierte  Milisen  oder  den  gesetzlichen  Erfordernissen  nicht  entsprechende 
Leute  auf  die  Liste  7.u  .setzen  oder  sonst  irgendwelche  Tataachen  zu  ent- 
stellen oder  7M  verheimlichen;  femer  ist  es  den  Unterbeamtrn  .  Dorfsrhulzen 
und  Gemeindevorstehern  streng  untersagt,  da.s  Musterungsgeschäft  zu  S«|iiee7.e- 
reieo  zu  benutzen;  jede  Verfehlung  wird  untersucht  und  «chwer  bestraft 
werden. 

Die  vom  General^ouverneur  oder  Goiivernt  ar*  entsundteii  KtHnini.s.sMrf, 
die  sich  xuui  Aushebung-sleiiiiiii  nach  den  \  enscliii-deiieu  Muslerungsorteu 
hieben,  haben  die  angenommenen  Mannschaften  in  die  Stammrolle  ein- 
ntrageo;  eine  Alisehrift  davon  wird  den  zusflbidigen  Lokalbdiörden  mitgeteilt. 

Die  zar  Musterung  Torgestellten  Leute  erhalten  vom  Kommissar  pro 
Mino  und  Tag  eine  kleine  Bation,  die  Ausgemusterten  von  der  Einstellung 
aa  anfierdem  eine  Geldsulage  zur  Bestreitung  persönlicher  BedQrfnisse. 
Ferner  erhält  die  Familie  eines  jeden  Rekruten  einen  vom  Kri^Bdepar« 
teinent  {pm</'j^i-ch'u)  abgestempelten  Ausweis. 

Nach  Antritt  des  aktiven  Dlfnste.s  heginnen  die  Gcbuhrnisse  der  Mann- 
scfiaftcn  vom  Anfanj:;  des  /weilen  ^h)nats  ah  in  nionatÜchen  Stufen  zu  steifjen. 
Ein  Tiil  der  Gebülirnisse  wird  einbehalten  und  alle  ♦»  Monate  von  »1er 
Mililärkaj.jieiiver\valtung  durch  be.sondere  Delegierte  an  ihe  lleiniatshehtirdeii 
gescliickt,  die  darauf  einen  Tag  bekannt  geben,  an  dem  sich  die  Angehö- 
rigen des  Mannes  persontieh  das  Qdd  abholen  können.  Die  Abzahlung 
oriblgt  in  Gegenwart  des  Delegierten,  der  ausführliche,  Datum  und  Rate 
genau  angebende  Quittungen  entgegennimmt.  Haben  Angehörige  Ihren  Aus- 
weis verloren,  so  mllssen  sie  das  1 — ^2  Tage  vor  dem  Zahlungstermin  durch 
den  Dorlscbulsen  und  Gemeindevorsteher  den  Lokalb<>hr>rden  melden  imd 
den  Delegierten  darüber  Auskimft  geben,  wie  die  Urkunde  abhanden  ge- 
kommen ist.  Gewinnt  der  Delegierte  die  Uberzeugung,  daß  der  Ausweis 
wirklich  verloren  gegangen  ist.  so  kann  er  trotzdem  ausxahl^'n  und  einen 
neuen  Ausweis  atisstellen.  Sollte  der  Delegierte  Abzüge  irgendwelcher  Art 
machen  oder  Geld  einbehalteii ,  so  haben  die  interessif'Ttfn  Familien  da.s 
Recht,  an  die  betreffenden  Soldaten  zu  schreiben,  damit  diese  bei  ihren 
Vorgesetzten  Beschwerde  fuhren. 

3  Monate  nach  der  I^stellung  findet  eine  Besichtigimg  statt,  tnn  die- 
jeo^  Leute  festsostelleo,  welche  am  weitesten  in  der  Ausbildung  forfge- 
adtoitlen  rind.  Den  Angehörigen  dieser  Leute  wird  nach  Vorbild  des  Ge- 
tetus  betr^end  die  Aulstellong  der  Kavallerieroilizen  der  Grundsteuerzu- 
M^tig  i&r  dO  Mott  erlassen  und  dies  den  »istindigen  De|>artementsvorstehem 


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184  Hauzr:  Die  Reorganisation  des  chinesischen  Heerwesens. 


find  Mftjjistraten  bekanntgegeben.  Stellt  (s  sich  dabei  licratis,  daß  ein 
Mann  von  fremden  Leuten  vorgeschoben  worden  ist,  ao  treten  strenge 
Strafen  ein. 

In  Prdviniten,  die  keinen  üriindsU'U'Tziischlag  erlieben,  können  als 
besondere  Ausnahme  geeignete  Familienangehörige  des  Mannes  Hir  die 
Verleihung  des  Titels  »Graduierter  der  Kaiserlichen  Akademie«  (ekim 
MhStig)  von  der  Heimatsbehürde  in  Vorsclilag  gebracht  werden.  ÜbeU 
bdeumundete  oder  vorbestrafte  Leute  sind  von  dieser  Aoaxelehnung  aus- 
gesehloosen.  Werden  Angehörige  der  Familie  in  Prcnesse  verwidkdt,  so 
sollen  sie  ebenso  wie  ein  Oraduierter  der  Kaiserlichen  Akademie  das  Recht 
haben,  nicht  in  eigener  Person  vor  Gericht  zu  erscheinen,  sondern  sieh 
rcrtrfeten  zu  lassen. 

Nach  dem  Ansi^cheiden  des  Mannes  aus  dem  Heere  hören  alle  diese 
Privilegien  wieder  auf. 

Die  auf  li'mKnc  Zeit  liciiHntihten  oder  aus  dem  lieere  entf'eraten 
Mannschaften  \v(  rtlcn  von  den  /nsiändigen  Militärbehörden  den»  Kriegsde- 
parteuienl  {jping-pei-cliu)  uionattieh  gemeldet,  damit  dieses  die  betrelTendeo 
HeimatsbebQrden  benachrichtigt  Aus  dem  Heere  «Atferale  Leute  dOifen 
nie  wieder  in  einen  Truppenteil  au%enommen  werden,  auch  dürfen  sie  bei 
späteren  Musterungen  nicht  wieder  von  den  Dorfichulxen  oder  Gemeinde- 
vorstehern auf  die  Vorschlagsliste  gesetst  werden.  Die  Familie  solcher 
Leute  hat  wieder  denselben  Grundstenersaschlag  wie  früher  su  entrichten, 
bzw*  geht  ihr  das  Hecht  verloren,  sich  vor  Gericht  vertreten  zu  lassen, 
auch  wird  ilir  Ausweis  zur  Geldabhebung  von  den  Lokalbehörden  kassiert 
Hatte  ein  ans  dem  Heere  enffcrntei-  Mann  wahrend  "-ciiit^r  Dienstzeit  irgr-ml- 
u'f'lchen  militärischen  Rang  iiekU-idrt,  so  ist  da^  vom  Kriegsdepartement 
den  lleimatsbehurdeu  zur  liegistiiei  ung  mitzuteilen. 

11.  Beförderung. 

Alle  Linder  tdlen  die  Angehörigen  der  1.  Klasse  des  Soldateostandes 
nach  Begabung  und  Anstelligkeit  in  verschiedme  Dienstgrade,  die  den  Wür- 
digen nach  eingehender  PrBfung  durch  die  direkten  Voigesetsten  verliehen 
werden.  So  wii'd  der  allgemeine  Eifer  angespornt:  eine  vorzil^iche  Ein- 
richtung, die  Nachahmung  verdient. 

Von  allen  neueingesteliten  Hekruten  ist  der  fiinfte  Teil  auszusondern, 
daninter  die  Leute  mit  einif^er  Kihliin;^  und  (h'e  k«»r[>erlic}i  Krliftigen.  Diese 
erhallen  (jefreilfnlöhunnu ;  ilie  hcsiun  niit<'i-  ihnen  werden  nach  fünfmonat- 
licher Aiisbildniij,'  zu  l  iitcroltizicn'u  (Ju-mu)  befördert,  die  übrigen  zu  Ge- 
freiten {cheny  - jjiiiy).  Die  dadurch  freigewordenen  eiaisniäßigea  Stellen  der 
Truppe  wei'den  mit  neuausgehobeuen  Leuten  besetzt. 

Die  UnterolBziere  und  Gefreiten  sind  fUr  die  dnzelnen  Koiporal- 
schaden  verantwortlich.  Die  besten  Unteroffiziere  rücken  nach  einer  wei- 
tereu Ausbildung  von  3  Monaten  In  freie  Sergeantenstellen  (eMi^-SM«)  ein. 

Sobald  alle  etatsm&Bigen  Gdreitenstdlen  besetzt  sind,  treten  alle  mwen 
Rekruten  hinfort  als  Gemeine  ißt-pmg)  ein.  Nach  flinfmonatlicher  Aus- 
bildung wird  eine  Anzahl  ausgesuchter  Leute  zu  Gefreiten  befSrdcrt  und 


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Uaukb  :  Die  Reorganisation  dos  chineslachen  Heerwesens. 


185 


im  weiteren  Verlaufe  der  Oienatadt  «Ue  di^nigen»  die  sich  besondere 
berrortan. 

Gleich  nach  der  Aushpbnng  und  unmittelbar  nach  der  Finstelhmg 
lassen  sich  unter  den  Mannschaften  nur  schwer  Unterscliicde  machen;  da- 
her soll  die  vorgc.se Ii enc  ctatsniüßige  Zahl  der  verschie(h'iien  Dienstgrade 
erst  10  Monate  später  voll  besetzt  sein,  doch  können  auch  noch  weiterhin 
znr  Belohnung  oder  zur  Strafe  Veränderungen  von  dea  zuständigen  \'ur- 
lesetilen  veriugt  werden,  damit  UntoroilBaiefe  und  MannachaAen  nch  stets 
einer  gerechten  Beurteilung  ihrer  Leistungen  bewußt  bleiben. 

Entfernung  aus  dem  Heer  und  Degradation  kann  nur  von  den  dasu 
eimichtigten  Besmten  verhSngt  werden*  Fflr  die  Beförderung  vom  Gemeinen 
zom  Gefreiten  ist  der  Kompagnieflihrer,  för  die  Beförderung  vom  Gefreiten 
zam  Unteroffixier  der  BataUlonskommandeur  sustlndig. 

12.   Be  f  e  h  1  s  c  r  t  e  i  1  II  n  i;. 

Der  milittrische  Befehl  muß  kurz,  klar,  })estiuunt  und  alliieniein  ver- 
ständlich sein,  Itn  Buche  der  Wandhinfjjen  heißt  es:  -Mächtig  wie  schwel- 
lende Wasser  llutet  der  Kul«  und  im  Buche  der  Urkunden:  »Das  Gebot 
O^ht  und  wird  befolgt,  nicht  aber  übertreten«.  Soll  der  erteilte  Befehl 
ausgeführt  und  nicht  mifiachtet  werden,  so  muß  unbedingt  i^cbon  in  FHe- 
dewxeiten  das  feste  Vertrauen  begrfindet  sein ,  dsß  der  Fahrer  im  ISnuU 
liüle  alle  Umstinde  berQckaichtigen  und  die  richtigen  Maßnahmen  treffen 
wird.  Wer  in  Friedensaetten  aber  Vertrauen  erwerben  will,  muß  Strenge 
uod  Wohlwollen  geredit  abwigen  und  dai-f  niemals  die  Gewalt  über  sich 
Tcrlieren;  seine  Worte  müssen  wohli'iberlegt  sein,  und  nietnals  darf  er  sich 
hinreißen  lassen.  Weder  dürfen  Auszeichnungen  leichtfertig  verteilt,  noch 
Vt'rjelien  unL'osüInit  diu-chgelassen  werden:  alles  ist  viehneltr  auf  Grund 
d»  i-  ep^ati-ieiMTi  \  orschriften  ausscuführen  und  zu  enlsclu'iiien.  Unveränder- 
lich wie  der  Lauf  der  vier  Jahreszeiten  und  uneiNcliütterlich  wie  die  Bei*ge 
mU  das  Recht  seinen  Weg  gehen;  dann  wertien  die  Untergebenen  den 
VorgCKtzten  achten.  Wenn  jeder  Mann  weiß,  daß  der  ergangene  Befehl 
wddflberlcgt  ist,  so  wird  er  ihn  aus  eigenem  Antrieb  genau  befolgen  und 
reqtdttvoll  im  Gedlchtnis  bewahren,  und  niemand  wird  es  wagen,  Einwen> 
düDgen  zu  machen  oder  nach  Ausflüchten  zu  suchen. 

Im  Felde  hat  der  Befehlshaber  alle  Umstinde  ohne  V.oreingenommen- 
iieit  sorgsam  zu  erforschen,  au  prüfen,  zu  erwägen  und  (hmn  die  der  Lage 
entsprechenden  Anordnungen  zu  treffen.  £r  hat  dabei  die  geistige  und 
köq»erliche  Fäfiltikeit  des  Hefelil.sempfann^ers  zu  berücksichtigen  inul  danach 
sWnpa<vsen  und  zu  entscheiden,  oV»  der  Aull ra<^  .scliwer  oder  leicht  sein,  ob 
tr  hIidciI  oder  langsam  ausgeführt  werden  umÜ.  Alles  ist  Punkt  fiir  Punkt 
»ipam  zu  überlegen,  denn  nur  so  kann  man  sich  genaue  Uechenschaft 
geben,  ob  die  geplanten  Maßnahmen  Erfolg  haben  und  nicht  etwa  bereits 
foihandene  Vorteile  in  Frage  gestellt  werden. 

Mtti  brmnchc  kdne  unklaren  oder  schwerverstlndlichen  Phrasen,  man 
Miene  sich  keiner  Wendungen,  die  aweierlei  Deutung  zulassen,  man  hüte 
lieb  vor  hochfahrendem  Wesen  und  geringsdifttalger  Bebandltmg  der  Unter- 


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186 


Havkb:  Die  Reoi^gtnuation  des  diinestseben  Heerweaens. 


gebeueti  und  man  j^L-be  uiiler  keinen  rin.slüiidcn  detn  Willen  der  Leute 
nach.  Nach  reil'liclier  Ul>erlef;iinf;  fasse  man  seineo  Entschluß  und  erteile 
dann  einen  hestiinniten ,  klaren  Befehl,  der,  einmal  erla^iseu,  ausgeführt 
werden  muß,  ungeachtel  aller  eiwa  entgegenstehenden  Hindeniistie  iind 
Scbwferigkdten  irgeudwelelier  Art.  Die  Kunst  der  richtigen  Befehieertei* 
luDg  ist  der  lialbe  Weg  ztim  £rfoIge. 

Man  onterscbeidet  2  Arten  der  Befehlserteilang:  der  strikte  Befehl 
scliretbt  *ile  Einxelhtiten  vor,  die  der  Befelilaempflbiger  «u  befolgen  hat, 
wihrend  das  Wesentliche  des  direktiveo  Befehls  darin  zn  sehen  ist,  dafi 
er  dem  Ermessen  des  Befehlsempfangei-s  einen  gewissen  Sjn'elraum  läßt. 

Die  Befehlserteiinng  erfolgt,  je  nachdem  es  die  Umstände  erfordern, 
gedniokt,  schriftlich,  tnundlich  oder  dureh  mündliche  Bestellung.  In  allen 
Ländern  des  Ostens  und  des  Westens  ist  die  Lehre  von  der  Befehlst'rteiluiig 
und  BeleliUüberuntieliMii;  ein  wichtiger  Zweig  der  Krieg.swissenseliaften- 
Die  Übermittelung  der  Befehle  geschieht  in  l>cstimn)ten  F'ormen  und  be- 
stimmten Zeiten,  und  die  huheren  Führer  haben  ein  besonderes  Meldeper- 
sonal zur  Seite«  damit  alle  Anordnungen  sofort  an  die  Truppen  wdter- 
g^ben  und  dort  befolgt  werden  können,  gleichwie  dn  Hebet  das  gaose 
Maschineowerk  in  Qang  setxt  oder  &n  Windstoß  alle  Giiser  beugt. 

Sollen  alle  Teile  des  Heeres  mit  vereinter  Kraft,  alle  Zehntaasende 
eines  Sinnes  in  den  Kampf  ziehen  und  in  heißem  Sturme  den  Sieg  erringen, 
so  sind  obiges  die  Vorbedingungen  dazu. 

13.  Dienstunterricht. 

Der  rechte  Weg  zur  Krzieliung  des  Heeres  besteht  darin,  daß  die 
Manu.schafuui  zuerst  unterrichtet  und  dann  einexerziert  werden.  Der  Dienst- 
unterricht weitet  den  GesichU»kreiä  und  vertieft  da^  Wis.>ea,  durch  ihn 
werden  die  natürlichen  Talente  und  Fähigkeiten  geweckt  und  wdteiigebildet. 

Allen  Mannschaften  muß  gleich  beim  Eintritt  ins  Heer  Treue  und 
Gehorsam  zur  Hauptpflicht  gemacht  werden;  die  Grundregeln  darüber  sind 
in  leichtfaßlicher  Form  festzuli^n,  damit  sie  von  den  Offizieren  und  Unter> 
Offizieren  erkllrt  und  von  Zeit  zu  Zeit  abgefragt  werden  können*,  aus  den 
erhaltenen  Antworten  können  dann  die  Lehrer  ersehen ,  ob  die  Unterwei- 
sung bei  Gelegenheit  wiederholt  werden  muß.  .led^^r  Mann  muß  die  wich- 
tigen pntriotisclien  Pflicliten  genau  kennen  und  den  festra  Willen  haben, 
die  Woiihaten  des  \'aterlandes  zu  ver^;elten. 

Weiter  sind  lüe  ( ii'iind?,(i^e  der  Heglenient.s,  vom  Leichteren  zum 
iSciiwierigen  lurl&chreilend,  m  in.strnieren.  Dahei  ibt  allein  auf  das  wirk- 
lich Nützliche  und  leicht  Erlernbare  Wert  zu  legen,  aJles  nur  äußerUcb 
Prunkende  aber  zu  venneiden,  damit  die  Krafte  der  Leute  nicht  uoaQta 
vei^eudet  werden. 

Die  Offiziere  und  Unteroffiziere  sind  stets  ffir  die  FQbruog  und  Di* 
rektive  verantwortlich;  Sieg  oder  Niederlage  im  Kampf,  Leben  oder  Tod 
der  Mannschaften,  alles  das  hängt  von  ihnen  ab;  bleiben  die  Leute  aber  io 
Unkenntnis  über  den  Zweck  de;  Krlcrnten  und  im  Unklaren  über  das  Warum 
der  Anwendung,  so  ist  das  der  Weg  zur  Niederli^e.   Daher  müssen  die 


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Uaucb:  Die  Reorganisation  de«  chinesischen  Heerwesens. 


187 


HamischaAen  zu  regelmäßigen  Instruktionsstunden  versammelt  werden,  in 
denen  die  Kampfesweise  erklärt  wird.  Weiß  der  Führer  seine  Leute,  weiß 
der  Manu  seine  Waffen  richtig  zu  gebnachen,  so  ist  damit  schon  der  Er- 
(o\g  lur  Hälfte  Vf*rl>iirj;t. 

In  allen  Ländern  erteilen  die  Otiiziere  und  Unteroffiziere  persönlich 
den  Dlenstunlcrriclit.  Nur  was  die  Leute  iui  Frieden  von  ihnen  erlernt 
haben,  lassen  die  Offiziere  und  Unteroffiziere  im  Felde  von  ihnen  ausHihreu: 
daher  It&meii  die  FQfarer  ganz  nadi  Gefalleii  verftlireOf  ohne  beAlrehten 
zu  miteseii,  daB  Hiademtsse  In  den  treten  oder  die  Untergebenen 
iSgero  werden.  Alle  Organe  greifen  aar  AusfQhrung  jedes  einmal  gefaßten 
Planes  ineinander  und  sind  jetler  Lage  vollkommen  gewachsen. 

UiisL-re  Offiziere  und  Unteroffiziere  der  alten  Schtale  sind  ziun  größten 
Teile  oltne  Bildung.  Gründliche  t^rfahrun^  in  Throne  und  Praxis  ist  aber 
die  Vorbedingung  fur  je<len  Instrukteur.  Die  eigentlich  fi'ir  die  lOrleihuig 
de«  rntrnirhts  in  Betracht  kommenden  Offiziere  und  Unteroffiziere  sin<l 
enlwt^il^'r  st  llKst  noch  in  der  Aiisbildunj;  begriffen  und  daher  nicht  verwend- 
bar, ridi-r  aber  nnahkurnndich ,  weil  sie  iKttwendiir  ^eln  auchl  werden.  Wer 
plOLzliuh  in  einen  großen  Wettbewerb  tritt,  kann  nicJit  gleich  allen  Anfor- 
derungen gerecht  werden. 

Da  gerade  jetzt,  wo  wir  die  ersten  grundlegenden  Schritte  aur  Rc- 
ofganisalioo  des  Hemvs  ton,  ein  filhlbarer  Mangel  an  hinreichend  vorge- 
UUeten  Offizieren  herrscht,  können  wir  uns  nicht  der  Bel&rcbtuqg  ver- 
.vchlieBen,  dafl  die  gleichzeitige  Übernahme  des  Dienstunterrichts  durch 
Offiziere  eine  Überlastung  derselben  darstellen  wflrde.  Es  soll  (1nl  '  <  In  t- 
w  eilen  in  jedem  Regiment  ein  besonderer  InstruktionsofBuerange^lelU  werden, 
der  nach  den  Ideen  und  Finfjerzeigen  des  Kommandeurs  die  Ausbildung 
!pi*ft  tmd  anrli  die  iihri^en  Ofli/.iere  in  allen  /weisen  (h'r  Kerilements  unter- 
weist. So  wird  er  nach  oben  hin  detn  Kominnnileur  heifeiiil  zin-  Seite 
stehen,  oime  uu  geringsten  in  deasen  Wirkungskrei.s  einzugreiü-n,  und  nach 
UQteo  zur  Belehrung  der  Offiziere  beitragen.  Sobald  erst  nach  vollständiger 
Bariehtung  der  Kriegsschulen  einige  Jahi^gänge  atis  diesen  herroi^egangen 
nad,  werden  die  Offiziere  und  Unteroffiziere  auch  selbstSndig  den  Dienst» 
aaterricht  Qbemehmen  kOnnen.  Der  besondere  Posten  der  Instniktions- 
eflmere  wird  dann  abgescliaflfl  werden. 

14.  Besichtigungen. 

Nach  den  Riten  der  Chou  (Chou-li  der  Choudynastie,  1122 — 25.'> 
Chr.)  rief  der  Mai-sehnll  im  zweiten  Frühlingsmnnd  die  Triijifien  zu  den 
Fahnen;  im  zwriti  ii  Sdiiniir  rinond  lehrte  er  sie  Lager  bauen  und  im  zweiten 
ii*::rb.Ntuiuiid  cxerzunte  er  sie  ein;  im  zweiten  Wintermond  endlich  hielt  er 
One  große  Heerschau.  Seitdem  herrschte  unter  allen  folgenden  Dynastien 
^  Brauch,  das  Kriegswesen  durch  Besichtigungen  der  StreitkiiUle  zu 
flWern.  Sie  rüsteten  ftlr  den  Kampf,  indem  sie  ftlr  die  StrdtwagenkKmpfer, 
Ar  die  Instandhaltung  der  Waffen  tmd  f&r  die  Formierung  der  Schlacht- 
nihen  genaue  Anweisungen  erllefien.  In  der  Sonderung  des  Guten  vom 
Schleehteo,  des  Gesehickten  vom  Unbrauchbaren  und  in  der  darauf  beru* 


188  Baosb:  Dfe  Reorgsnisation  des  diineatsdim  BeenreMnt. 

henden  gerechten  \'erteihing  von  Belohnungen  und  Strafen  beruhen  die 
großen  Vorzüge  solcher  Einrichtungen. 

Unüerin  Erhabenen  HerrscherUause  hnt  ki  iegprisches  Genie  den  Grtind 
gelegt.  Daher  haben  von  weiland  Seiner  -Majestät  dem  großen  Ahnheri'n 
und  Friedenskaiser  {Tai-tsung  WM'huang-ti)  und  der  R^erungsepoche 
•HiaimekerlettcbtUDg-  {Tim-it'ung  1627—1644)  an  die  Kaiser  und  die 
Prinzen  des  kaiserliehen  Hauses  persönlich  ritterliche  Tugenden  geObt  und 
damit  den  Anstofi  sn  den  großen  Besachtigungen  gegeben.  Alle  spiteren 
Hmrscher  haben  diese  Gewohnheit  voneinander  Qbemommen,  und  Ic einer 
hat  sich  in  der  Ausflbung  seiner  Pilichten  vertreten  lassen.  Aus  den  PSssen 
der  Großen  Mauer  sogen  sie  zum  Jagen,  itn  Sddpark  (iVim*yBaR,  sQdlicli 
von  Peking)  übten  sie  das  Weidwerk  unil  auf  den  beiden  Kxerrierplatzen 
(bei  Peking)  besichtigten  sie  ihre  'rnijijien:  st»  stellt  es  übeiall  in  d^n  An- 
iialen  verzeiclinet.  Zur  Zeit  der  Hulie  dachten  sie  der  üefalir  und  übten 
und  lehrten  d;i.s  WafTenhandwerk  vveitaussciiauenden  Blickes.  RegchiiäßiR 
kehrten  am  Kai.seri)ol'e  die  Besichtigungen  der  Pekinger  Lager  und  draußen 
in  den  Fhnrinsen  die  Revuen  der  fibrigen  Strdtkrifte  wieder,  in  gewisMOi 
Turnus,  ohne  Unterbrechung. 

In  allen  Undera  des  Ostens  und  des  Westens  ist  jetat  die  Lage  adir 
ernst.  Daher  werden  die  Truppenteile  entweder  einaeln  oder  in  größeren 
VerlAnden  oder  in  besonderen  großen  Manövern  besichtigt,  und  es  gibt 
Herrscher,  die  diese  mit  ihrer  pcrs&nlichen  Gegenwart  beehren.  Hohe  Of- 
fiziere werden  eigens  als  Zuschauer  und  iSchiedsriehter  kommandiert  und 
spezielle  Regulative  erlassen,  auf  Grund  deren  die  Besichtigungen  abgehalten 
werden  und  auf  Grund  deren  fiber  den  Ausfall  der  Übuugen  Bericht  er- 
stattet vvinl. 

Chinas  Heerwesen  gleicht  heute  einem  ungespannten  Bogen,  und  die 
alle  drei  «lahre  vorgeschriebenen  Besichtigungen  werden  von  der  Mehrzahl 
der  liohen  Flrovinzialbeamten  als  leere  Form  betrachtet.  Aber  in  jüngster 
Zeit  ist  die  Frage  der  Verteidigung  eine  iußerst  widitlge  geworden,  und 
die  besten  finanziellen  Krifte  des  Reiches  sind  aa  ihrer  LOsung  erschöpft 
worden.  Wird  bei  den  neuarichteten  Truppenteilen  nicht  gleich  von  vom* 
herein  besonderer  Wert  «auf  genaue  Kontrolle  der  Schlagfertigkeit  gelegt  — 
wie  könnten  wir  da  der  Gefaiir  von  außen  und  den  Unruhen  itn  Innern 
wehren?  Wir  liringen  daher  die  folgenden  drei  Regehi  in  Vnrscldag: 

1.  Kaiserhche  Bpsielitignngen.  Alle  drei  .lahre  werden  von  S'-incr 
^L'ijestät  auf  Antrag  des  Heichsiieeresrat«»  und  des  Kriegsnuniste- 
riuins  «  ine  Anzahl  hoher  Ofiiziere  abwechselnd  in  die  Provinzen 
entsandt,  um  dort  Uesichtigiuigen  abzuhalten.  Üas  Aussehen,  die 
AnstdligUeit,  die  ]>raktiache  und  theoretische  Ausbildung ,  der  Zu- 
stand der  AusrOstuqg  und  der  Lüger,  der  Geist  der  Truppen  and 
die  Dissiplin  sind  eingehend  au  pr&fen  und  dem  Throne  wahrheits« 
geuilß  au  melden,  inwieweit  den  r^lementarischen  Anforderungen 
entsprochen  worden  ist. 

2.  Provinzialbesichtigungen.  Die  Bannergenerale,  Generalgouvemeore 
und  Gouverneure  liaben  in  ihren  Provinxeo  j&hrliche  Besichtigungen 


» 

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Hauer:  Die  Reorganisation  des  chinesischen  Heerwesens. 


189 


abzuhalten  und  sich  personlich  von  dem  Zustande  ihrer  Truppen 
zu  überzeugen.  Sie  haben  dein  Keichsheeresrat  und  dem  Kriegs- 
ministerium  auHführlich  zu  berichten,  wie  weit  die  Divisioneo, 
Brigaden  und  Rep'menter  in  der  Ausbildung  fortgeschritten  sind 
und  wie  weit  öie  deu  Anforderungen  der  Reglements  genügen. 

3.  Korpab«flichtigungen.  In  allen  Korps  Inben  ^«  KömnmndeiMre  dar 
IMTiaiiMien,  Bri|piden  und  Regimenter  zu  gewissen  Zeiten  Besich- 
tigungen abzuhalten  und  eingehende  Berichte  darftber  dem  zu- 
•findigen  Bannergeneral»  Oeneralgouveraeur  oder  Gouverneur  ein- 
znreidien,  der  ne  an  dea  Bdchaheeresrtt  und  das  Kri^fBrnini* 
sterium  weitersendet 

Eine  besondere  Verordnung  betreffend  die  Abhaltung  von  Beslchti« 
gongen  wird  dem  Throne  noch  zur  Bestätigung  unterbreitet  werden. 

In.  Operationen. 

Da  die  neu  aufgestellten  Truppenteile  aller  Provinzen  gleich  gegliedert 
sbd  und  nach  gleichen  Grundsätzen  ausgebildet  werden,  können  sie  gleich- 
oiiflig  Verwendung  finden. 

Werden  an  der  Grenze  gröfiere  mUltirische  Operationen  notwendig, 
iit  dies  zuvor  dem  Reichsheeresmt  und  dem  Kriegsministerium  zu  melden, 
dsmii  dieses  bei  Seiner  M^estiU  die  E^ennung  eines  Feldmnrsdiells  (te- 
fn^-Ai-cA*^)  erbittet.  Der  Feldmarschall  erörtert  mit  dem  Kcichsheeres- 
rat,  dem  Kriegsministerium  imd  dem  Finanzministerium  die  Verhältnisse 
beim  Feinde,  die  Rcschaffenhcit  des  Operationsf^cbiftes  und  die  .\ufbrinf;nnp; 
der  nöticen  Mittel.  Krweist  sich  dif»  Hinzuziehung  von  Trujipcn  mehrfn-pr 
Prtivirizpn  notw^endig,  so  ist  von  »Seiner  Miyestät  ein  entspr^hender  Bei'clil 

lU  erwirken. 

Die  Gesamtstreilkräfte  unterstehen  dem  Feldutai.sciiull ,  dtu-  darüber 
nach  GotdQnIcen  deponiert  imd  die  alleinige  Verantwortung  ti  Sgt. 

Brechen  in  den  Provinzen  AufstXnde  aus,  welche  die  Herbeiziehung 
vm  aktivem  SliKtlr  benötigen,  so  hat  der  zusttndige  Banneigenerai,  Oene> 
nfgouvemeur  oder  Gouverneur  zuiAclist  die  Truppen  der  eigenen  Provinz 
m  verwenden.  Reichen  diese  nidit  aus,  so  ist  durch  den  Reichsheeresrat 
and  das  Kri^sministerium  die  Herbeiziehung  von  Streitkiiidten  der  Nach- 
^arprovinzen  beim  Throne  zu  beantragen.  Nach  Wiederher*stellung  dlM* 
Ordoong  kehren  diese  Truppen  wieder  in  ihre  Provinzen  zuröck. 

16.  Auszeichnungen. 

Die  ersten  Schritte  zur  Begründung  eines  neuen  1  leeres  sind  äußerst 
«diwierig,  doch  werden  Organisatiou  und  Ausbildung  bei  Befolgung  der  er- 
gangoien  ReglcmenU  aUmlhlich  fortsdireiten  und  vollkommener  werden, 
M»  dafi  man  die  Truppen  als  sdblagfertige  Waffe  brauchen  kann. 

Die  Bannergenerale,  Generalgouvemeure  und  Gouverneure  haben  beim 
Throne  die  Entsendnng  von  Beamten  zu  erbitten,  die  auf  Grund  der  Ver- 
ordnung betreffend  die  Besichtigim^en  die  vorgeschriebene  Resiehtigung 
aUnlten.    Erweist  sich  die  Ausbildung  als  unzureichend,  so  ist  eine  Frist 


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190 


Haubs:  Die  Reorganisation  dee  duneeiadien  Heerweeena. 


zu  bestimmen,  nach  dereu  Ablauf  iiocliiiials  eine  Besic!itif»iin^  stattfindet. 
Ist  die  Ausbildimg  dagegen  %wecktn«ßig  und  vollkommen,  so  sind  hei  der 
ersten  großen  Bealehtigung  dieser  Art  von  jeweilig  100  Leuten  imiiier  2 
Seiner  Mi^est&t  und  Z  dem  ziistindigen  Baanergenend,  GenenügouTemeur 
oder  boavemeur  zur  Verleihung  von  eii6eiigew5bDlichen  Auszeiclinungen 
in  Vorschlug  £u  bringen.  Olfizlere  und  Unteroflixiere,  die  gewissenhaft  ihre 
Pflicht  erfiUIt  haben  und  den  Anforderungen  entsprechen,  werden  vom 
Reiclisheere^rat  und  KHegsministerium  in  eine  be^^ondere  Liste  aufgenonunen 
und  bei  der  Besetzung  offene  Stellen  und  bei  Beförderungen  in  erster 
Linie  berncksicliti^t. 

Bei  den  später  alle  8  Jahre  erfnlf^fiulcn  Besichtigungen  wird  die  ^Icirlie 
Anzniil  Leute  für  gewöhnliche  Auszeiehiiuiip;fii  in  X'orschlag  gebracht.  Das 
geschieht  aber  nur  in  der  ersten  Zeit  nach  der  Aufstellung  des  Heeres, 
denn,  nachdem  erst  einige  große  Besichtigungen  stattgefunden  haben,  wird 
das  Interesse  geweckt  und  die  Kraft  einiger  Jalirgänge  enlfkltet  sein,  so 
daß  die  Fortbildung  leichter  f&llt.  Die  simtllchen  Fieher  der  Kriegs- 
wlsaenschaften  in  Theorie  und  Praxis  zu  beherrschen,  ist  dann  die  selhst- 
verständliehe  Pflicht  der  Offiziere  und  Unteroffiziere,  und  es  werden  be- 
sondere Bestimmungen  Ober  die  Verlnhung  von  Auazeicbnnng^n  erlassen 
werden. 

Offiziere  und  Unteroffiziere,  die  sich  während  der  Fnedensarl>eit  durch 
besonderen  Dienstriffr  hervortun,  sind  von  den  Banncru'^f'iifr nloii ,  General- 
gonverneuren  timl  Ciomeni euren  am  Knde  jedes  Jalues  dvm  Throne  tu 
incldfii.  Es  gelaugt  an  diese  ein  vom  Heielishecresrat  und  Kriegsministerium 
in  ö  Klassen  hcrzustelleuder  Orden  zur  X'erteiiung.  Die  tQchtigsten  Mann- 
sehaften  und  die  besten  Schätzen  erhalten  vom  Rachsrai  und  Kriegsmiot- 
Stenum  festzusetzende  silberne  Medaillen  und  Ehrendiplome,  die  von  den 
Provinzen  selbst  zu  beschaffen  sind  und  von  den  Banneig^neralen,  General* 
gouvemeuren  und  Gouverneuren  bei  Gelegenhdt  der  jihrtiehen  Besichtigungen 
verteilt  werden  als  Ansporn  t&r  den  allgemeinen  Eifer. 

17,  Bestrafungen. 

Fur  dip  Würde  und  das  Ansehen  des  Hefres  ist  es  unprlaßlich,  daß 
\'orgesetzte  und  Untergebene  sieh  einer  elu  enlinften  l'iilu  iinii  lielleißli^en.  Ab- 
gesehen von  den  Vertiehen  det-  OCfi/ieie  und  Manustchaflen,  die  nach  dein 
.Militärstrafg<'setz  gealuulet  werden ,  sind  alle  Nachlässigkeiten  und  Verstöße 
mit  Diszipliaarstrafeu  zu  belegen.  Je  nachdem  sich  bei  der  Untersuch i mg 
die  einzelne  Tat  als  leichter  oder  schwerer  darstellt,  behält  der  zustSadtge 
Vorgesetzte  zur  Strafe  einen  verschieden  abgestnften  Teil  der  GebOhmlsse 
ein  und  verwendet  ihn  zur  Belohnimg  anderer.  Sind  Offiziere  so  bestraft, 
so  wird  dies  nach  oben  gemeldet  und  dort  vermerkt;  hinsichtlich  der  Unter- 
oDIiziere  und  Mannschaften  werden  dergleichen  Strafen  monatlieh  im  Bataillon 
bekanntgegeben  und  auL^erdem  dem  Regimentskommandeur  gemeldet.  In 
leichteren  Fallen  sind  Offiziere  und  Unteroffiziere  mit  einfachem  oder  ver- 
scbärfteuj  \'er\veise,  Mannselinfteri  mit  Ärmst  oder  Arbeitsdienst  zu  Viestrafpn. 
im  aUgeuteiuea  ist  darauf  zu  sehen,  daß  ^ur  Aufrcchterhaitung  der  Mauues- 


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BAon:  Die  Reorganintkin  des  ehineatsdien  Beerwreaen*.  191 


iiiclit  kriep'geriehtliche  Strafen  inuglirhst  vfiiniVrlpn  werden  und  die  Iricli- 
tert^n  Disziplinarstrafen  an  ihre  Stelle  tictfii.  Wenn  die  Lpü!»'  sich  s«>lbst 
achten  gelernt  haben,  werden  gerichtiiclic  Strafen  nicht  leiciit  eintreten. 

18.  Fahnenflttcht 

Die  «lag^benen  L«ite  dteintfrendig  bd  der  Fahne  bu  halten  ist 
oieht  Idefat;  laufen  sie  nach  einiger  Zeit  halbauageliHldet  fort,  so  sind  Zeit» 
Odd  und  MCAe  für  sie  umsonst  yei^udet  worden.  Ist  dies  schon  &u6er8t 
Maoerlieh,  so  stellt  die  Falineoflachl  im  Augenblick  des  Krieges  eine 
ernste  Gefahr  dar,  und  es  niQssen  .somit  die  strengsten  BCafinahmen  mr 
Wiederergreifung  fahnenflüchtiger  Soldaten  vorgeselien  werden. 

Außer  dem  von  zuständiger  Seite  geföhrlen  gerichtlichen  Verfaliren 
lüpldet  das  Kriegsdepartenient  jeden  DpsertHin-  *;eirier  Heiinatshehörde.  die 
darnuf  den  l»etreffenderi  Dorfältesten,  Gemeiniievorstehern  und  Famiiien- 
aageitürigen  die  eingehendsten  Nachfoi  sclujiigen  und  die  Festnahme  des 
Fahnentluchtigen  zur  Ptlicht  macht,  sobald  dieser  in  die  Heimat  zurückkehrt. 
Verfaamlichen  die  Dorfältesten  oder  Gemeindevorsteher  die  erfolgte  Ruclc- 
kehr,  so  werden  sie  sSmtlieh  streng  bestraft.  Solange;  der  Deserteur  nicht 
in  die  Heimat  zurückgekehrt  ist,  haben  die  DorfUtesten  Sicherheit  zu  stellen, 
dsB  «ie  den  Mann  nach  seiner  RQckkehr  einliefern  werden* 

OrtsbehSrden,  die  sich  bei  der  Verfolgung  und  Festnahme  von  De- 
serteuren lasfdg  zeigen,  sind  in  folgende  Dis7.iplinar.<:trar(>n  zu  nehmen: 
Werden  Deserteure  innerhalb  eines  Jahres  nicht  gefaßt,  der  Beginn  des 
Jahres  mit  dem  Tage  gerrchnrt,  an  wck  lieni  der  {x'Lrcfrende  Benrnte  die 
Anzeige  des  Kriegsdepartenient s  erhalten  h.it,  so  hat  der  zuständige  General- 
gouvprneur  oder  Gon%'erneiir  auf  Antra-^  des  Krieffsdejmrtemenls  die  he- 
sonJeren  Umstände-  zu  prüfen  und  den  betreffenden  Departementsvorsteiier 
oder  Magistrat  v.n  bestrafen: 

bei  1  —  2  nicht  gefaßten  I)<'serteuren  mit  Gehaltsabzug  für  9  Monate, 
bei  o  —  6  nicht  gefaßten  Deserteurea  mit  (lehaltsabzug  ftii-  1  Jahr, 
bei  10  und  mehr  uiciit  gefaßten  Deserteuren  mit  Gehaltsabzug  für 
2  Jahre. 

1st  ein  weiteres  Jahr  vergangen,  ohne  daß  die  Deserteure  fes^e- 
nonmen  wurden,  so  werden  die  betreffenden  Departementsvorsteher  und 
Msgistnte  weiter  bestraft: 

bei  1 — 2  nicht  gefaßten  Leuten  mit  Verlust  einer  Rangstufe, 
bei  5 — 6  nicht  gefaßten  Leuten  mit  Verlust  einer  Rangstufe  und 
Versetzung, 

bei  10  und  mdir  nicht  ge&ßten  Leuten  mit  Verlust  zweier  Rang- 
stufen und  Versetzung. 

Diese  Disziplinarstrafen  treffen  in  höherem  Msße  als  die  bisherigen 
Batimnmngen  die  Wurzel  des  Übels.  Noch  wesentlicher  ist  es  aber,  daß 
die  Führer  w  ährend  der  Friedensausbildung  durch  gute  Behandlung  und 
zweckmäßige  Erziehung  einen  dienstfreudigen  Geist  unter  den  Leuten  wecken, 
M)  dafi  diese  ihnen  wilh'g  und  gern  folgen  und  gehorchen.    Dann  wird 


192 


Haveai  Di6  ReMigftniMlion  de«  chbeaisdien  Haat'weten». 


Fahnenilucht  ein  seltenes  Vurkoiiunnis  sein  und  nur  noch  solche  Leute  auf 
eine  Gelegenheit  zum  Lotlaufen  warten,  die  sich  den .  Anstrengungen  des 
Dienstes  enlxiehen  wollen  oder  aber  eine  Strafe  fQr  begangenes  Unrecht 
f&rchten.  Bei  solchen  Deserteuren  liegt  die  Ursache  der  Flucht  in  ihnen 
selbst,  und  ihre  Zahl  kann  nie  groß  sein,  denn  die  Zahl  der  FahneoflOch* 
tigen  bildet  ein  Moment  bei  der  Beurteilang  der  FOhrer;  ist  sie  zu  hocfa, 
so  müssen  die  betreffenden  KompagnieAlhrer  mit  DissipUnarstrafcn  belegt 
werden. 

19.  Pensionen. 

Unter  der  Herrschaft  unseres  Erlanclitpn  Knisprhanses  haben  im  zweiten 
Jahre  der  Regieningsejjoche  »StaiuliLM'  Höfie«  {('h'ion  LurKj)  (1737)  »so- 
wie im  6.  und  im  11.  Jahre  der  Kegiernngse])oc}n"«  •Stgtui-.wiinder-  ((^hia 
CKing)  (1801  und  180G)  Allerhöchste  Edikte  und  Reskripte  wiedcrliolt  be- 
stimmt, daß  bei  militärischen  Operationen  für  gefallene  Soldaten  eine  Geld- 
entsdi&digung  7.u  xahlen,  fiir  gefallene  Offiziere  je  nach  dem  Range  ent- 
weder eine  OeldentsehSdigung  oder  eine  posthume  BangerhShung  vonni- 
sehen  sei.  Hinsichtlich  der  Verwundeten  wurden  je  nach  der  Erheblichlteit 
der  Verletaungen  fflnf  Klassen  unterschieden  s  Schwerrwwundete  erhielten 
die  HUAe  der  für  Gefallene  gezahlten  EntschädIguQg,  Leiditverwundete 
geringere  Summen.  Leute  mit  Dienstauszeichnungen  oder  Ehrenzeichen 
erhielt«»n,  wenn  sie  wegen  Alters  oder  Krankheit  aus  dtnn  Dienst  schieden, 
die  Krie^sration  oder  dir  Frifdensratinn  in  Reis;  Offiziere  bezogen  im 
gleiehen  Falle  das  ganze  oder  das  lialhe  (iehalt  weiter.  Starben  .solciie 
Offiziere ,  so  wurde  den  tSühuen  der  Titel  {ym-s/i^ru/)  verliehen,  während 
nach  dem  lüde  ausgezeichneter  Invaliden  dereu  Familie  die  Reisration 
weiterbezog.   Das  waren  vorzQgltcbe  Regeln. 

Heute  ist  die  gute  Einrichtung  in  langer  Friedensxeit  ganz  in  Vergessen- 
heit geraten.  Alle  Michte  des  Ostens  und  des  Westeos  halten  sie  aber 
ftir  iufierst  wichtig  und  beachtenswert  und  haben  fUr  alle  im  Kriege  oder 
im  Frieden  sterbenden  OCBaiere  und  Mannschaften  Pensionen  ausgeworfen 
und  flir  alle  \'er1etxungen  Entschädigungen  vorgesehen.  Offiziere  und  Unter- 
offiziere erhalten  nußerdein  nach  einer  aktiven  Dienstzeit  von  mehr  als  elf 
J«liren  ein  Gnndenuelialt .  das  nach  ihrem  Tode  der  Ehefrau  und  nach 
deren  Tode  ihren  Kindern  Ms  zm-  (ii  oßjälirii;keit  vveiter;;ezalilt  wird.  So 
wird  allen  fürsorglich  geholfen  und  niemand  zurückgesetzt,  lutd  es  Leii\sclit 
daher  «in  fteutliger  Geist,  der  alle  befaliigt,  durch  Wasser  und  Feuer  zu 
gehen  und  dem  Tode  furchtlos  ins  Auge  zu  schauen. 

China  hat  jetzt  bei  der  Reorganisation  sdnes  Heeres  die  beste  Ge* 
l<^enheit,  den  Geist  und  das  Interesse  weiter  Volkskreise  durch  zweck* 
roftßige  Verordnungen  zu  wecken*  Daher  sollen 

1.  fDr  alle  im  Kampfe  Gefallenen» 

2.  fiir  alle  im  Kampfe  Verwundeten, 

3.  für  alle  im  Dienste  Verunglückten, 

4.  für  alle  Militärpersonen,  die  lange  mit  Auszeichnung  aktiv  ge> 
dient  hal>en  und  dann  an  Krankheiten  gevtorhen  sind, 

5.  liu-  alle  aus  Aileri>rücksichteu  \'erabscliiedeten 


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Havib:  Die  BMigMiintion  des  diineeiwhen  Heerweeene.  193 


ID  verschiedenen  Abstufungen  Pensionen  y.ur  Aui>zaiiiuri<;  gelangen.  Die 
liSügeo  Mittel  werden  Ton  den  ProvinsudregierUDgen  aufgi  hracht  und  ver- 
redinet  TVotx  des  gegenwärtigen  Ahlbaren  Maagds  an  staatlichen  Fonds 
DMifl  das  fttr  diese  Penakuusahliingea  nötige  Gdd  unter  alten  Umstilnden 
bewliafft  werden. 

Machen  die  mit  der  Pensionsauszahlung  betrauten  Beamten  Abiflge 
oder  behalten  sie  Geld  ein,  so  hat  der  Ptrislonsenipfänger  das  Recht,  per- 
sönlich oder  durch  einen  Familienangehörigen  bei  seiner  alten  ürigade  oder 
seinem  Refjiment  Beschwerde  zu  führfn.  Zur  Entsclicidiirii;  dci-  Beschwerde 
ist  in  den  Proviti/er)  ät-r  Rannergeneral,  G ciu'ialf^ouvrnicui-  oder  Uouver- 
neuTt  in  Peking  dt-r  iilt-ichisheeresrat  und  das  Finanzmiiiistcriuni  zuständig. 
Erweist  sich  die  Beschwerde  als  begründet,  wiid  der  schuldige  Beamte 
streng  bestraft;  außerdem  hat  er  fur  alle  Unterschleife  vollen  Ersatz  zu 

20.  Altersgrenzen. 

Pttr  jede  TVuppe  ist  frischer  Mut  das  kostbarste  Out,  passive  $chlaff> 
heit  die  größte  Gefahr*  Daher  werden  die  BCannsehalten  in  immer  neuen 
Jabig^Dgen  herangebildet  und  nach  vor|];(  srIiiiebene]l Zeiten  wieder  entlassen; 
aber  auch  fUr  den  Rücktritt  b^abrter  Offiziere  ^^tht  bestimmte  Kegeln. 
So  werden  nach  den  Oesetzen  unseres  erhabenen  Herrscherhauses  alle  Ofß- 
yifte  \()in  Ci«'neraliiiajor  { ftt'chianff)  aliwärts  mit  dem  60.  Lebensjahr  verab- 
srhiedel.  In  den  Lan<I«Tt)  de>s  Ostens  und  des  Westens  gibt  es  für  die 
unsenii  General  (t'i-tu)  ents])rechenden  Dienstj^rade  keine  Altersgrenze;  da- 
gegen sind  fur  die  unserm  Generalleutnant  {tmm^-pmg)  entsprechenden 
6<5  Jahre,  füv  die  uns^m  ßeneralm^or  (/«-«Aionjr)  entsprechenden  60  JaHre, 
i&r  die  unsom  Oberst  (Ar'an-dUBR^)  entspredienden  54  Jahre,  fllr  die 
onaerm  Oberstleutnant  {yu^chi^  entsprechenden  b\  Jahre,  l&r  die  unserm 
Major  ond  Hauptmann  (te-iie  und  »hau^pei^  Mitsprechenden  4$  Jahre  und 
lor  die  unserm  Oberleutnant  and  Leutnant  entsprechenden  {eKim^iamg 
und  pa-tsung)  45  Jahre  die  äußerste  Grenze.  Wenn  auch  die  niederen 
Dienstgrade  weniger  Geschick  und  Mühewaltung  erfin'dern  als  die  hohen 
Chargen,  so  ist  doch  ni  berf^cksichtij?en ,  daD  die  Offizi<>rp  vom  ]\!a}nr  bis 
zum  Leutnant  abwärts  die  von  den  liöheren  N'orgeselzten  criialteneu  Befehle 
nach  unk-n  hin  in  die  Tat  uinznset/.en  liaben  und  täglich  die  Atisbildung 
überwachen  müssen;  nur  körperlich  rüstige  uud  gesunde  Männer  sind  aljer 
di^r  Aufgabe  gewachsen. 

ünaer  Gesetz,  daß  dte  OCfiiiere  vom  Generalm^or  abwIrts  nicht  Ober 
60  Jahre  alt  sein  sollen,  1st  zu  unbestimmt  Bei  der  jetzt  beabsichtigten 
Festsetzung  der  Altersgrenzen  wollen  wir  nicht  allein  das  Ausland  nach- 
ahaen,  sondern  in  Anbetracht  unsere  eigenen  Lage  die  Tüchtigkeit  des 
finrfirrn  itnd  die  jeweiligen  besonderen  Umstände  nach  Möglichkeit  be- 
r'uk sichtigen.  Wir  schlagen  daher  vor,  daß  filr  Generale  und  General« 
Ifulnants  keine  Altersgrenze  bestinimt  wird .  dapjegen  sollen  Generalmajore 
mit  65  Jahien.  Obersten  und  ni)erstleiitnanls  mit  ('•<•  Jaljren ,  Majore 
lind  Ilaupüeute  mit  55  Jaliren,  Offiziere  vom  Oberleutnant  rdiwärts  mit 
öO  J allien  veraliscliie»lei  weiden.    Wenn  erst  mit  der  Ausgestaltung  der 

Kitt  d.  Sem.  t  Orient,  äpraoben.  1SI07.  L  Abt.  IS 


194 


Kriegsschulen  allmäiilich  ein  größerer  Offiziersersatz  herangebildet  sein  wird« 
•o  soll  die  Herabsetzung  diesw  Altengrawen  in  Krfrilgung  gezogen  werden. 

Hdhere  OlBxiere  vom  Obentieutiiant  aufwirls  kftnnen»  kfirperliche 
ROst^keit  und  besondere  Erfshning  vomusgesetit,  im  BedaiftTalle  Mich 
neeh  errinchter  Altersgrenze  auf  weitere  5  Jaiire  im  Dienst  bdassen  werden, 
sofern  dn  diesbezüglicher  Antrag  des  zusl&ndigen  Banner^enerals ,  General- 
gouvemetirs  oder  Gouverneurs  die  Genehmigung  Seiner  Majestät  findet. 
Nach  Ablauf  dieser  Frist  dürfen  sie  nicht  linger  im  Dienst  bebidten  werden. 

21.  .S.-mitätsweseD. 
Wohl  lind  Wcfie  eines  Landes  Ijcrnlit  auf  der  Armee,  die  Leisumv^s- 
fähigkcit  der  Armee  wieder  auf  der  Brauchbarkeit  der  Offiziere  und  Mann- 
schaften, die  Felddienstfähigkeit  der  Offiziere  und  Mannschaften  auf  der 
Oesmidheitspllege;  daher  ist  ein  wohlgeordnetes  Sanit&tswesen  von  der 
allergrofilen  Bedeutung.  Aas  Liebe  zu  den  Soldaten  haben  die  Herrscher 
unserer  gdieOigten  Dynastie  aiyibrlieh  an  Zeiten  der  feuehten  Sommer^ 
bitte  Hedikanente  an  die  OflSaiere  und  Mannsehaften  verteilen  lassen,  und 
aus  Mitleid  mit  den  Verwundeten  hat  Ihre  Mi^jestat  die  Kaiserin -Rifl|g^ntiD 
kürzlich  die  B^n>'^d*i"g  ^'n^i*  Koten -Kreuz -Gesellschaft  befohlen.  Je  na^ir 
für  den  Krieger  in  sanitärer  Hinsicht  gesorgt  wird,  desto  bereiter  ist  er 
zum  Kniiii)re. 

Die  niiiitSrisrlicii  Hc,u;leinents  aller  Länder  des  Ostens  und  des  Westens 
legen  das  grüßte  dewicht  auf  diese  Beiätiu;nnp;  der  Nächstenliebe;  sie  hah*»n 
besondere  Bildungsanütaltea  für  Militärärzte  begründet  und  eigene  Stelleu 
l&r  militärische  Sanitiltspersonen  geschaffen,  .die  alle  Zweige  der  Gesund- 
beitspflege  flberwachen. 

Wo  kriftige  Männer  in  grofier  Zahl  Tersamm^t  sind,  entstehen  leidht 
Seuclien,  und  bei  den  Anstrengungen  und  MQihsalen  des  Marsches  kommen 
häufig  UnjAOlichkeiten  und  Erkrankungen  vor*  Kranke  und  Verletzte,  die 
nicht  im  Frieden  au^eheiit  worden  sind,  brechen  bei  der  Mobilmachung 
susammen  und  vermehren  nur  die  Verluste;  Es  ist  vorgekommen,  daß 
Armeen  heim  Kintrefff*n  nnf  dem  Kampfplatze  zwd  bis  drei  Zehntel  ihrer 
Streitkräfte  eingebüßt  hatten,  allein  weil  die  Gesundheitspflege  vernachlässig 
worden  war. 

Bei  der  jeUigen  Aulstcllung  dta  neuen  Heeres  haben  wir  die  sanitären 
Vorkehrungen  aller  Länder  sorgfaltig  zu  prüfen  und  zu  studieren  imd  da- 
nach unsere  Msfinahmra  su  trcAiso.  Im  «OgemeineD  kann  auu  3  Haupt- 
gesicbtspunkte  unterscheiden: 

1.  Sanitätswesen  im  Frieden:  Bei  richtiger  Ausbildung  muß  beim 
Aufetehen  und  Sdilsfengehen  kontrolliert  werden,  ob  die  Stuben 
aufgeräumt  und  gelüftet  sind.  Kleidung  und  Essen  sollen  sauber 
sein,  außerdem  ist  Baden  eine  notwendige  Pflidit,  damit  Erkran- 
kungen vermieden  werden.  Kranke  kommen  in  abj:^psondprte 
Zimmer  und  werden  von  be.sonderen  lieainten  untei-siidit.  Fur 
jedes  Bataillon  wird  ein  Revier,  für  jede  Division  ein  Lazarett  ein- 
gerichtet, das  unter  ausschlielälich  militärischer  Aufsicht  steht. 


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Havkb:  Di«  Beorgialiatkm  dw  chinmlMlMin  Hewwetwa. 


195 


2.  Saiiitätswesen  auf  dem  Marsche:  Eile  iunl  Huhf,  Anstrpii^nnc;  und 
Muße  sind  vei"schiedene  Dinge.  Üliiie  Scliutz  gt-^t  it  tliti  UnWiltleii 
von  Wind  und  Sonne,  gegen  die  EiuÜüsse  von  Regen  und  Tau 
jBofi  jeder  niederbrecheo.  Dmher  werden  die  Marschgeschwindig- 
keiten und  Maradwtreeken  genau  geregelt  und  die  Baracken  und 
Biwaks  naeh  «probten  Grundsitxen  Ungerichtet.  Viele  Erkran- 
kungen entstehiai  durch  unpaaaendes  Schuhzeug,  durch  Sntteldruck» 
durch  Erkältung  und  durch  Diätfehler.  O^n  diese  vier  Übel  ist 
erhöhte  Vorsicht  am  Platse. 

3.  Sanifitswe.sen  im  Felde:  Im  Donner  der  Gewehre  und  Ge^^chfitze, 
wenn  Fleisch  und  Uhit  g^eneinander  unten,  gibt  es  kein  Mitleid. 
Wie  kann  das  Bittere  gemildert  werden?  Auf  das  Schlachtfeld 
müssen  Sanilätskolonnfn  mit  Tragbahren  geschickt  werden,  um 
die  Verwundeten  foitztiluilen;  \veit<'r  müssen  im  Hückcn  eine  An- 
zahl \'erband platze  eingerichtet  werden,  wo  den  \'ci  let/ten  tlie 
erste  Uilfe  zuteil  wird,  und  weiter  hinten  eine  Atizalil  Feldlaza- 
rette für  die  weiter^  Behandlung.  Da  das  Personal  di<sMr  Feld- 
lassrette  aber  mit  dem  Heere  vorrQckt«  muß  es  dureh  Reserve» 
personal  ersetzt  werden.  Das  Feldhisarett  whrd  damit  sum  vor» 
deren  Fddlasarett  (di»'iM-«jlan«t-yi)an).  Abgesehen  von  den  als 
gdieilt  Entlassenen  sind  auch  die  übrigen  X'erwundeten  und  Kranken 
von  Zeit  zu  Zeit  zurückzuschicken,  damit  die  iQckwärtigen  \'er- 
bindungen  nicht  behindert  werden.  Für  solche  Fälle  werden  weiter 
rückwärts  liint'Te  Feldlazarette  {hon  -  chrtn  -  i  -  yi'ian)  eingerichtet. 
Diese  Feldlaz.u ntf .  die  ehenOills  noch  vor  deniFeindp  errichtet 
werden,  schicken  liir  Kninkeninaterial  an  die  stehenden  Kriegs- 
lazaretle  {tsung-dm-i-yuan)  weiter,  die  auch  von  den  vorderen 
Feldlazaretten  direkte  Verwundete  und  Kranke  aufnehmen.  Alle 
MOitirpersonen  finden  dort  Behandlung  und  Fliege.  Gebeilte,  die 
nieht  mehr  felddienstfahig  smd,  werden  gel^enüieh  nach  Hause 
geschiekt  und  können  dort  in  irgendwelchen  Posten  angestellt 
werden« 

Wird  so  fOr  alle  Verwundeten  nnd  Kranken  nach  KriLften  gesoi^* 
«0  wird  niemand  auf  dem  Wege  liegen  bleiben,  und  jeder  Mann  wird  tapfer 
«ein  Leben  in  die  Schanxe  schlagen.  Genatic  Bestinmiongen  werden  besonders 
Sugearbeitet  und  dem  Tlirone  /nr  Oenehmigung  linterbreitet  werden. 

Weiter  muß  den  wertvollen  Militnrpferden  be^sondere  Aufmerksamkeit 
gewidmet  werden.  Alle  Lander  halten  Tiet -at /n«  isrhnlen  begiündet ,  an 
dfnfn  die  Behandhmp  der  Krankheiten  des  Pferdes  ^clehii  wird.  Auch 
Chitu  muß  dergleichen  ailmälUich  in  Angriti'  nehmen,  um  tücliiige  Koßürzte 
heraazubilden. 

22.  Gebührnisse. 

Nach  den  alten  Regidativen  waren  die  Bezüge  der  Offiziere  des  stehen- 
^■m  Heeres  sehr  gcrinfi.  imd  im  Falle  militärischer  Operationen  ph'Uzlich 
Lmgereihte  erhielten  das  Doppelte  bis  FünÜaclie.  Jetzt  ist  gerade  die  rechte 

13* 


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196 


Haoib:  Die  Reor^gmiaatioii  das  chiAestidifln  HeanraMni. 


Zeit,  (lern  lieere  einzuschärfen,  daß  alles  wohlgeordnet  zugehen  muß.  Jeder 
soll  sein  Auskommen  haben ,  damit  er  nicht  in  \'ersuchuog  gerat  und  unsere 
aufrit^tige  FQnorge  klar  nitage  tritt  Die  jetst  fiMtsuaetKeaden  Gebühr* 
niase  werden  höher  aän  als  die  in  den  alten  RegulMiven  vorgesehenen, 
niemand  aber  darf  sich  dann  mehr  irgendwelehe  Nebeneinnahnen  versehaffen, 
wie  das  bisher  in  weitesten  Umfange  gang  und  gibe  war,  wo  unersftttlid) 
alles  Erreichbare  eingeheimst  wurde. 

Fur  die  monatliche  Löhnung  der  Mannschaften  werden  nach  den 
RegliMnt'iits  aller  Länder  nur  f»eringe  »Summen  ausgeworfen,  dap;ej»f*n  werden 
Kleidung,  Bcköstij*iing  und  alle  Gehraiichsgegenstäiide  vom  Staate  g<"lit  lVrl. 
1st  das  Heer  zalilreich,  so  werden  die  Ausgaben  hieiTrn'  zwar  recht  erheb- 
Hell,  aber  die  Leute  können  sich  ausschließlich  dem  Dienste  widmen ,  i)!ine 
für  andere  Dinge  sorger»  zu  müssen.  Daher  ist  solch  Verfahi*eu  vorzüglich. 
China  hat  leider  bisher  keine  für  die  Verwaltung  derartiger  staatlicher  Zu- 
sehflsse  ausgeUldeten  Sonderbeamten  snr  Verfügung.  Da  die  Zeit  driLngt» 
mnfi  die  Ausbildung  solcher  Beamten  mit  Eifer  betrieben  werden,  denn 
ehrliche  M&nner  von  absoluter  Zuverlässigkeit  gibt  es  wirklich  nicht  viele. 
Der  Umstand,  daß  dergleichen  Beamte  äußerst  geschlft^igewandt  sein  müssen, 
macht  ihi  (>  Auswahl  noch  schwieriger  und  erschwert  auch  die  Untersuehung, 
wenn  einmal  Unregelmäßigkeiten  vorgekommen  sein  sollten;  andererseits 
steht  aber  zu  befilrehten ,  daß  Offiziere  keine  Geschäftsleute  sind  und  Ober 
militärische  Fonds  ungeschickt  disponieren. 

Einstweilen  sollen  die  Banner^enerale,  Geuei-algouvemeure  und  Gou- 
verneure die  besonderen  Verhältuisse  ihrer  Provinzen  prulVn  und  nach  dem 
Vorbilde  der  Reglements  anderer  Länder  je  nach  dem  Silberkurse  und  der 
Marktlage  der  betreffenden  Frovinzen  Durchschnjttsiirejse  festselaen,  damit, 
wenn  möglich,  von  den  monatlieh  aus  der  Staatskasse  fliefienden  Geldern 
«in  Überschnß  surQckgelegt  werden  kann.  Mit  diesen  Finanzoperationen 
sind  suveilassige  Beamte  zu  betrautti,  die  gelegentUehen  Revisionen  durch 
Offiziere  unterworfen  sind ,  damit  die  lihnnschaften  das  ihnen  Zukommende 
erhalten  und  Unredlichkeiten  ausgeschlossen  werden.  Genaue  Darstellungen 
des  einjjesehlairenen  Vei'fahrens  sind  dem  Reich sheeresrat  und  Kriegsmini- 
steriuni zur  Prülunj^  einzureichen.  Liegen  die  Verhältnis.se  niu-r  Provinz 
ungünstig  oder  fehlt  (  >  an  geei-^neten  Beamten,  so  können  die  obigen  Wei- 
sungen nicht  mit  (Jewalt  ausgeführt  werden,  da  sonst  Ubelstände  und  Miß- 
giiife  niclit  zu  vermeiden  wären.  Dem  zuständigen  Bannergeneral,  General- 
go  uvemeur  oder  Gouverneur  bleibt  es  vielmehr  in  solchen  FSllen  überlassen, 
die  Truppenbefehlshaber  anzuweisen,  selber  ein  zoverlissiges  Wirtscbafts- 
^stem  dnsurichten  und  dies  dem  Reichsheeresrat  und  Kriegsministerium 
zur  Begutachtung  zu  unterbreiten. 

Zu  jedem  Lohnungsappell  wiegt  das  Proviantamt  (hgiang-diü)  die 
Rationen  aller  Mannschaften  sb  ntid  V)Ittet  den  Delegierten,  die  Überweisung 
an  die  einzelnen  Bataillone  zu  !)ewirken.  Nach  Beendigung  des  Dienstes 
wie?»en  und  prüfen  dort  Offiziere  die  Rationen  nach  und  verteilen  sie  auf 
dem  Lxerzier|ilatz  an  der  Hand  einer  namenlliehen  Liste.  Aus  dem  von 
den  Ufüziereu  aub/uiiilleudea  Empfangsfonnular  muß  sich  ergeben,  daß  alle 


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Havkb:  Die  Reoi^^iMtion  des  chinesischen  Heerwesens.  197 

Rstionen  ricbtig  verteitt  sind;  du  iat  durch  Beidruck  des  Amtasi^SelB  su 
beglaubigen.  Auf  die  im  Dienste  unzuverlässigen  oder  sonst  unsicheren 
Leute  ist  besonders  zu  achten,  damit  s'\ch  nicht  einer  falschlich  für  finrn 
andern  au5!^ht  tin'l  <lt";son  Ration  einstreicht;  cIhmiso  ist  sorgfaltig  zu  prüfen, 
ob  die  Zahl  der  I  rlauher  und  der  Kranken  stinunt.  Macht  sich  jemand 
betrügerbcher  Manipulationen  verdächtig,  so  erhält  er  nichts  und  wird  ia 
Untersuchung  genoinnien.  Beamte,  die  bei  der  Auszahlung  der  Lohnung 
irgendwelche  Abzüge  machen,  werden  streng  bestraft;  auch  können  in  solchen 
Filtei  die  beteiligten  OfSxiere  xor  Verantwortung  gezogen  werden.  D»- 
diirdi  wird  die  Bedeutung  der  Ebriidikdt  offen  sutege  treten. 

23*  Kesernementa. 

Heute  sind  die  Heerlager  keine  HQtten  mehr.  Die  früher  üblichen 
Offiziers- und  Mannschaf^hfltten,  Vorratsräunie ,  Ställe,  Küchen  und  Ab- 
tritte waren  größtenteils  enge  und  winklige,  elende  und  dürftige,  dunkle 
und  nnsaubere  Bauten,  und  die  Leute  lagen  in  2  !iis  3  niedriLjeti  Räumen  zu- 
sa:nmpn;;epterclit ;  sonst  gab  es  luu'  noch  einen  Kxer/ierplatz  und  weiter 
nichts.  Fehlen  al)er  Stätten  für  Lern-  und  Lehrzwecke,  so  leiilet  der  Unter- 
richt;  mangelt  es  an  geeigneten  Wohnungen,  so  treten  leicht  iviankheiten 
auf;  gibt  es  keine  V^orratsriume  und  Werkstatten,  so  bt  jede  geordnete 
Wirtidiaft  ausgeschloasett. 

In  allen  Lindem  des  Ostens  und  des  Westens  verfügen  die  Kasernen 
über  weite  H6fe  und  Hallen  und  gerilumige  Zioimer  und  Ginge.  Die  U&user 
werden  oblong,  quadratiseh  oder  in  Kreuzform,  stets  aber  so  ang^gt ,  dal^ 
die  frische  LuA  ungeliindert  hindurchziehen  kann.  In  dar  Regel  finden 
sich  innerhalb  der  Kasernements  eines  Regiments;  Mannschart.<;stuben  der  Art» 
daß  auf  jeden  ^lann  50  Quadratfuß  Raum  gerechnet  wird,  nffizier''-  und 
Lnleniffiziershäuser  .sowie  Wolinungen  für  Arzte,  Sanitatspersruiai,  Scfu'eiher, 
Spielleute  und  Handwerker.  Weiter  gil)t  es  In.struktions/.inuner,  ."^p  .n.sesäle, 
Bureaus,  Versammlungs-  und  Repräsentationshallen,  Telephon-  und  Karteu- 
ximmer,  Räumlichkeiten  f&r  die  Aufbewahrung  von  Brennmaterial,  Kranken- 
ilaben, Badefaioaer  und  Vorratskammern  fSr  KleidungsstQcke,  Proviant  und 
Wafen,  Gerichtszimmer  und  ArresUokal.  Draufien  liegen  Kilehen  und  Ab> 
wasehflume,  Wasehanstalten  nnd  Sehwimmbider,  Übungs*  und  Exerrier- 
pÜtze,  Schiefistlnde  und  Plitse  fOr  Fechten,  Ballspiel  und  Turnen,  Waffen- 
reparaturwerkstätten und  Arbeilslokale  für  Schmiede ,  Stellmacher,  Schuster, 
Schneider,  Sattler  und  Beschl  'uniede,  Pissoirs,  Latrinen  und  Stallungen. 
Bei  der  Artillerie  kommen  noch  <Je.schützschuppea  hinzu,  bei  der  K.ivallerie 
Reitbahnen.  So  gibt  es  Nfirnen  und  Bezeichnungen  in  solcher  Zahl,  daß 
äe  unmöglich  detailliert  autgezahlt  werden  köiuien. 

China  muß  bei  der  jetzt  in  Angriff  geauinuienen  Neugestaltung  des 
Heeres  großes  Gewicht  auf  den  Bau  zweckmäßiger  Kasernements  legen. 
Aber  unsere  finanzielleo  ICräfte  sind  beschilUikt  und  die  Staatskassen  er- 
schöpft, so  daß  wir  nicht  so  großart^e  und  stattliche  Anlagim  sdiaffen 
filmen  wie  andere  Under.  Andererseits  ist  es  wied»*  nicht  leicht»  mit 
bmehriakten  Mitteln  Gutes  zu  schaffen,  denn  alle  die  genannten  Einrich- 


198 


Hauer:  Die  Reorganisation  des  cliinesischen  Heerwesens. 


tungen  sind  von  höchster  Wichtigkeit  fur  den  Dienst,  und  es  darf  keines- 
falls vorkommen ,  daß  unzureichende  Anlagen  später  als  unbrauchbar  auf- 
gegeben werden  müssen.  Im  allgemeinen  gelte  das  Prinzip,  eins  nach  tiein 
andern  allmählich  in  Angriff  zu  nehmen.  Die  Bannergenerale,  General- 
gouverneure lind  Gouverneure  der  Provinzen  haben  alle  militärischen  Befehls- 
haber anzuweisen,  unter  Berücksichtigung  der  jeweiligen  Verhältnisse  das 
Wichtigste  zuerst  in  die  Wege  zu  leiten. 

24.  Uniformierung. 

Die  moderne  Taktik  mit  ihrem  Aufspringen  und  Niederwerfen.  Aus- 
schwärmen und  Zusammenschließen,  Vorgehen  und  Zurückweichen  legt  den 
Hauptwert  auf  .Schnelligkeit  und  Gewandtheit;  beim  Zusammentreffen  mit 
dem  Feinde  und  im  Gefecht  ist  es  aber  wesentlich ,  daß  man  dem  Gegner 
möglichst  verborgen  bleibt  und  von  ihm  nicht  erkannt  wird.  Daher  müssen 
die  Uniformen  einerseits  anliegend  und  der  Ivorperform  bequem  angepaßt 
sein,  anderseits  aber  bunt«?  Karben  vermeiden,  die  das  Auge  des  Feindes 
leicht  auf  sich  lenken.  Im  Winter  macht  die  schwarze  Farbe,  im  Sommer 
die  Erdfarbe  auf  weitere  F^ntfernungen  unsichtbar. 

Hinzutreten  grön  eingefaßte  Achselstücke  verschiedener  Farb<'n  und 
verschiedene  Abzeichen  der  einzelnen  Klassen  und  Stufen  der  Dienstgrade 
vom  Offizier  bis  zum  Gefreiten.  Solche  Unterscheidungen  müssen  ange- 
wandt werden,  um  \'erwechselungen  tmd  Unordnung  zu  vermeiden.  Um 
unsere  OflGziere  leicht  kenntlich  zu  machen,  sollen  sie  auch  an  der  Kopf- 
bedeckung Abzeichen  tragen. 

Der  Vorderschirm  der  Kopn)edeckungen  soll  ein  wenig  breit  sein ,  um 
gegen  Wind  \\m\  Sonne  zu  schützen  und  genaueres  Zielen  zu  ermöglichen. 

Eine  dedaillierte  Bekleidungsvorschrifl  wird  dem  Throne  zur  Geneh- 
migung unterbreitet  werden.  Die  Offiziere  haben  sich  selbst  vorschrifts- 
mäßige Uniformen  und  Kopfbedeckungen  anfertigen  zu  lassen,  den  Mann- 
schaften werden  sie  vom  Staate  geliefert 

25.  Feldzeichen. 

Alle  Infanterie-  und  Kavallexieregimenter  führen  Kegimentsfahnen.  Im 
Frieden  werden  besondere  Unteroffiziere  zu  Fahnenträgern  ernannt,  um 
durch  solche  .\uszeichnung  den  militärischen  Geist  anzuspornen,  im  Felde 
geht  der  Führer  mit  dem  Fahnenträger  voran  und  alle  andern  folgen.  Beim 
Vor-  und  Zurückgehen,  beim  Angriff  und  bei  der  Verteidigung,  innner  ist 
die  Fahne  das  Wahrzeichen  des  Regiments;  daher  sind  nur  die  tüchtigsten 
UnterofBziere  zu  Fahnenträgern  auszuwählen. 

Die  Fahnen  sind  das  Sinnbild  der  Treue  und  <ler  Kriegerehre  und 
im  Heere  von  der  größten  Bedcuttmg.  Leben  oder  Untergang  der  Truppe 
hängt  an  der  Fahne:  ist  die  Fahne  verloren,  so  be<leutet  das  die  Vernich- 
tung des  ganzen  Regiments,  andernfalls  werden  die  für  die  Fahne  Ver- 
antworthchen  .schwer  bestraft 

In  allen  Ländern  werden  die  Feldzeichen  vom  Herrscher  verliehen 
und  die  Offiziere  und  Mannschaften  erweisen  ihnen  dieselbe  Ehrfurcht  wie 


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ÜAim:  Dia  Reoiguiaatioo  das  chineHaehen  HeerweMOS.  199 

ihren  Kricgabemi,  um  to  kandznliui,  daß  sie  im  Heraen  «teCs  des  Herr- 
leben  gedeokea.   Wir  wollen  diese  sebflne  Sitte  such  aDoehnieD,  and  dw 

Beichsbeeresrat  soll  Muster  TOO  FeUbcekthen  drm  Throne  zur  Genehmigung 
und  Verteilung  an  die  Aitnee  vorlegen.  Diese  Fahnen  sind  bei  ihrem  Ein- 
treffen b»'i  den  Truppen  von  nllcn  Offizieren  und  MaimschalVn  fflt-rlich 
eiuzuiiulen  und  zu  Qhcrnehmen.  Am  Geburtstage  Seiner  Majestät,  aui  Neu- 
jahrstairc und  an»  Tage  der  Wintersonnenwende  werden  vor  den  Fahnen 
Feierlichkeiten  abgelialten.  Auf  der  Straße  werden  vorüberziehende  Kaimeu 
durch  Fronliuachen  g^üßt.  Auch  daa  isi  ein  Mittel  zur  Erziehung  vater- 
ttndhAer  Gesinnung. 

26.  Bewaffnung. 

Die  Waffen  aller  Lander  sied  mit  der  Zeit  immer  Tollkommener  und 
wirksamer  geworden.  China  muß  bei  der  gegenwärtigen  Reorganisation 
seines  Heeres  die  neuesten  und  besten  Modelle  fih  (iewehie  und  (leschiitze 
auswählen,  um  kriegsbereit  zu  sein.  Es  kommt  nicht  allein  auf  .siniurithe 
Konstruktion  der  Waffen  als  vielni«'hr  darauf  an.  daß  der  Meclianisnnis 
nicht  7.U  kompliziert  und  das  Material  stark  und  dauerhaft  ist»  damit  es 
mchl  nur  anfangs  gebraucht  werden  kann,  sonderu  lange  vorhält. 

Jn  neuester  Zeit  werden  nach  vergleichenden  Versuchen  als  wirksamste 
Waffen  verwandt:  Schnellfeuergewehre  von  7- mm -Kaliber  mit  einer  An- 
&ngsgesGfawind%keik  von  600  m  und  mdir  und  einer  Wirkung  bis  Qber 
2000  m;  Geaehfitae  von  7'/, -cm-  und  größerem  Kaliber,  die  Feldgeschatse 
nit  einer  Anfiuigsgesebwindigkeit  von  500  m  und  mebr  und  einer  Wirkung 
von  fiber  4000  m,  die  Oebiig^pischfllKe  mit  dner  Anfangsgescliwindtgkeit 
von  300  m  und  mehr  und  einer  Wirkung  von  über  3000  m;  Belagerungs- 
ttnd  Festangsgesdi&tze  von  in.,  12-  und  15 -cm- Kaliber.  Für  die  Größe 
und  Abmessungen  dieser  Waffen  bestehen  keine  festen  Regeln.  Für  alle 
Geweljre  und  Geschütze  muß  rauchloses  Pulver  Anwendutii;  finden. 

Die  Bewaffnung  der  Streitkräfte   des  Reiches    ist   gegenwärtig  eine 
»ebi  verschiedenartige  und  buntscheckige  und  nur  uiiL  großen  ydiwierig- 
kdteo  einheitlich  zu  gestalten.    Wir  wollen  jetzt  unter  Berücksichtigung 
obiger  Gesichtspunkte  folgendermaßen  GldehfSrmigkett  erxieleo:  Im  ganxen 
Beiche  sind  einstweilen  bei  der  Infimterie  die  Mannschaflen  desselben  R^* 
nwnts,  bei  der  Kavallerie*  der  ArttUerie,  den  Pionieren  und  dem  Train  die 
Leute  desselben  Bataillons  mit  der  glmcben  Waffe  auszurfisten;  je  mehr 
D)err*instimmimg  herrscht,  desto  besser  ist  es.    Unter  keinen  Umslinden 
darf  geduldet  werden ,  daß  innerhalb  desselben  Regiments  oder  desselben 
Bataillons  rwH  verschiedene  Modelle  in  Gebrauch  sind.    Sob  ild  von  den 
Pmvinz'^n    die    prf trdrrlirlien  Geldmittel  aufgebracht  sind,   tiabcii   die  zu- 
ständigen Baiiuergeneraie .  (i«'neralgouverneure  und  Gouverneure  sivU  mil  dem 
Reichsheeresrat  und  dem   Kriegsministeriiun   über  die  zu  verwendenden 
Modelle  schlüssig  zu  werden  und  diese  allutählich  zu  beschaffen  und  gegen 
äit  atten  umsiiweehseb.   Spitestens  S  Jahre  naeh  der  Aufstellung  der  neuen 
Fonnalsoneo  sind  alle  alten  Waffen  an  die  Magazine  der  betreffenden  Pro* 
vinami  abnuliefem »  um  gelegenUich  tu  tTfaungsswücken  xur  AusrOstung  der 


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200  Havkb:  Die  Reorganintion  des  ehineaieclieii  Heerweaeae. 

Oendarmerie  oder  bei  der  Unteidruokunt!;  von  Unruhen  Verwendung  zu 
finden.  Sind  nn«?ere  eigenen  WaneiilaljriktMi  er"st  fertif^  ausgebaut  und 
lei.«jlu«gsfälii^ ,  so  wei-df'n  sie  genau  su  uiite  WalTeu  liel'etn  können  wie  die 
übrigen  Länder;  der  ganze  liedarl'  wird  dann  aus  ihnen  gedeckt  werden, 
damit  der  Verdienst  nicht  Fremden  zufließL 

27.  Zufuhr. 

Zieht  d«s  Heer  au»  uod  bewegen  sich  die  Massen,  so  wird  dne  Un- 
menge von  Dingen  nStig,  die  kaum  mm  sehnten  Teile  aus  dem  Lande  ge- 
deeict  werden  können.  Sind  wohlberechnete  Vorräte  bereitgestellt  uod  ist 
die  Zufahr  der  LebensbedQrfnisse  geregelt,  so  wird  der  Nachschub  Imcht 
nach  bdiebigen  Punkten  p;el(>nkt  und  in  ununterbrochenem  Flusse  gehalten 
werden,  und  Menschen  wie  Pferde  bleiben  frisch  und  braudtbar.  Versagt 
die  Zufuhr,  so  werden  trotz,  straffer  Disziplin  Ausschrei tnn«j;en  unvermeidlich 
sein,  und  auch  das  br^ti^rsdiulte  lleei-  \\  inl  auf  eigene  Faust  phinderti.  Die 
lvrieg.swi.s.senschaft  leint  dalier:  ohne  Train  gelit  das  Heer  unter,  dhne 
Lebensmittel  geht  das  Heer  unter,  ohne  geordnete  Zufuhr  geht  das  Heer 
unter;  Schlagfertigkeit  und  Versagen,  Sieg  und  Niederlage,  alles  beruht 
In  letster  Linie  auf  der  Zufuhr. 

Alle  Linder  des  Ostens  und  des  Westens,  die  großen  Wert  auf  das 
Heerwesen  legen ,  haben  daher  der  Zufuhr  die  gr50te  Beachtung  geschenkt. 
Ob  auch  Millionen  auf  dem  Kriegsfuß  stehen  und  weit  in  Feindesland  vor- 
dringen,  nie  brauchen  sie  sich  ob  drohenden  Mangels  xu  sorgen,  denn  Er- 
satz und  \'erteilung  sind  wohird)erl^  und  vorberutet  und  jeder  Mann 
kann  seine  äußersten  Kräfte  einsetzen.  So  ist  es  unerlißlich,  diese  Metho- 
den zu  studieren,  nachzubilden  tuid  r.u  befolgen. 

Im  alltzemeinen  lassen  sich  '<2  Arten  der  Zufuhr  unterscheiden:  Bagagen 
{gui'Chnn  -  s/iu  -  t/iin)  und  Krsatrdepots  {Aou ilu-shu-yün). 

1.   ilagügen  gibt  es  dreierlei : 

1.  Die  kleine  Uaga«;e  (h^ian  -  rhtfh-chi)  folgt  Jedem  Infanterie-  oder 
Kavalleriehfitaillon  und  jeder  Artiliene-  oder  Pionierkninjjagnic  mit 
dem  Mnnitionsersat/, ,  Wei  kzeugen  und  \  erbandmatenal,  die  auf 
dem  Kanijjtplalze  beuütigl  werden. 

2.  Die  große  Hat^at^e  {ta- chieh  -  cht)  ^chlieiät  sich  einem  Rei^iuient 
oder  einer  Brigade  uder  lier  ganzen  Division  oder  einer  abge- 
sweigteu  selbsttndigen  Truppenabteilung  hdm  Vor-  und  Zurück- 
gehen an  und  enthält  einen  Tagesbedarf  an  Leliensmitteln ,  Fu- 
rage und  Brennmaterial  sowie  das  O^ick  der  Offixiere  und  das 
LsgergeriL 

3.  Der  Train  (6^-dlw»jr-<iMt)  folgt  dem  Korps  mit  mdirfachem  Muni- 
tioosersatx  und  Lebensmitteln  fAr  einige  Tage}  er  fiUtrt  auch  die 
Gerätschaften  der  Feldlazarette,  Sanit&tskolonnen,  BrOckentrain 
und  Feldtelegraphen  mit  sich. 

Auf  diese  Weise  kann  aller  Bedarf  zweimal,  nämlich  vor  und  nach 
dem  Kampf,  voll  eq^nat  werden. 


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Haükb:  Die  RewganUation  des  duDanschen  Heerwesen«.  201 

n.  ErsatzdepotH  p[}ht  es  zweieiid: 

1.  Die  einen  fulgen  der  eigenen  Armee  auf  dem  Kriegsschatiplats 
und  en-ichten  innerhalb  des  okktipinrten  Gebietes  an  atisj^ewähl- 
ten,  sti*ategi^cli  wichtigen  Punkten  der  Eiseiil)aliiien ,  Wasserwege 
nnd  Verbindungsstraßen  Mnpazine  vor  dein  Feinde  {ch' ien  - ti - chuan- 
yün-tsurt^-chu)f  in  denen  Kriegsbedarf  jeglicher  Art  aufgestapelt 
wird.  Im  Anschluß  daran  werden  errichtet:  Hintere  Feldlazarette, 
Telegrapfaeniinter,  Postimter  und  WafienrepanitQrwerkstiUteo,  die 
flimtlicb  der  Magpzinvemaltung  unterstellen.  Wenn  nötig,  können 
je  nach  der  Kriegslage  nnd  der  Besehaffenheit  der  Verbindungen 
weiter  vorwlrte  oder  im  Rttcken  dne  AnzaU  Zweignwgazine  (ySlki- 
chü)  eingerichtet  werden,  um  den  Trninkolonnen  leichter  Ersats 
zuxufiihren  und  die  tele^grapliiBche  Beorderung  der  Zufuhr  au  er- 
möglichen. 

2.  Die  anderen  Ersatzdepots  folgen  nicht  der  Armee  auf  dem  Kriegs» 
Schauplatz,  sondern  errichten  entweder  in  den  zum  Operations- 
gebietgehörigen Provin7.('n  oder  an  anderen  geeigneten,  dem  \'ri  kehr 
und  Naehschtib  bequem  znirangiiciien  Plätzen  im  RüeUen  der  Armee 
ein  Gerieraldepot,  i  fsung  -  chün  -  hsä  -  cK n)  mit  alien  Arten  von 
Kriegsbedarf,  datnit  die  Magazine  vor  dem  F^einde  von  dort  aus 
die  Vorr&te  ei^ozen  können,  die  sie  nicht  selbst  zu  beschaffen 
imstande  sind.  Die  Oeneraldepola  sind  in  der  Regel  ingr50erem 
Mafistabe  anzulegen»  haben  sie  doch  den  gesamten  Bedarf  der 
Armee  nach  dem  Kriegsschauplatz  hin  und  von  dort  zurQck  zu 
leiten,  haben  ne  doch  fttr  die  gesamte  Zufuhr  aus  anderen  Pro* 
vinzen  Sorge  zu  tragen  und  die  Transportstrafien  einheitlich  aus- 
zuwählen und  zu  überwachen,  wie  wwm  eine  Uaod  alle  Fäden 
leitet. 

Ist  die  rückwärtige  Zufuhr  aller  Bedurfnisse  auf  solche  Weise  liin- 

reichend  gesichert,  so  knnn  sich  das  Heer  vertratiensvoll  frei  bewegen. 
Sind  die  Leute  satt  und  zufrieden,  so  haben  sie  Kraft  und  iVisciien  Mut, 
der  k  riegeriselie  (Jeist  erstarkt  und  hilft  bei  Angritl  und  V^ei'teidigung  zur 
Voilbringuug  von  iiuiimestateo. 

28.   A  r  1) e i  ts  d  i  e  ns  t. 

Ausbildung  ini  Fne<len,  Kampf  im  Krieye  ist  die  aUeinige  Pflicht  des 
isoldaten;  alle  anderen  Arten  von  Arbeitsdienst  gehen  ihn  nichts  an.  Unter 
der  alten  lieeresverfassung  war  die  Unsitte  eingerissen,  Soldaten  als  Polizei 
n  verwenden  oder  Mannscliaften  als  Tischler  oder  Maurer  arbeiten  zu 
lanso;  auch  wurden  richtige  Soldaten  von  den  OiBzieren  als  Diener,  Tflr^ 
lAter,  KSche  und  Viehtreiber  verwendet.  Solche  MiBstlnde  maeben  nicht 
■Ucin  jede  geordnete  Ausbildung  unm^lich,  sondeni  untergraben  auch  das 
Aasdien  des  Heeres. 

Bd  der  gegenwärtigen  Neuregelung  der  Dinge  werden  allen  Offizieren 
besondere  Ordonnanzen  {hn^ping)  überwiesen,  die  sie  zu  allen  Di^istleistungen 


202  HAxm:  Dte  ReorguisBlion  das  chbesiaehoi  HeenveNm. 

iuneihalb  des  Lagers  verwenden  können;  im  übrigen  sind  die  Ik'züge  der 
Offiziere  so  hoch  beinessen,  daß  sie  sich  mit  Leiclitigkeit  Privatdiener  mieten 
küuueu.  Unter  allen  Umstanden  ist  es  verboten,  Mannschaften  zu  Dienst- 
Idstangen  fur  die  eigene  Person  heranzuzielien.  Zu  Arbeitsdienst,  Aus- 
'  bess^ngsarbe&ten  und  dergleichen  dQrfen  die  Leute  dot  dann  komnuuidtert 
werden,  wenn  ihre  luiegsgeinftfie  Ausbildung  dadurch  In-  irgendwelcher 
Weise  gefördert  wird.  Soldaten  sind  keine  Kulis.  Zuwiderhanddnde  OlB« 
ziere  werden  streng  bestraft. 

29.  Remontierung. 

Auswahl  und  Ergilnziinp;  der  I)ienst[)ferde  sind  für  die  Armee  von 
größter  Bedeutung.  Früher  traf  man  nur  nach  Farbe  und  SchnelIii,'t<P!t  die 
Wahl  unter  der  llci  lt'  luid  ließ  es  damit  bewenden ;  besondeie  Kegein  über 
die  KeinoiiiiL'i  ung  gal)  vs  nicht.  Unser  erhabenes  Herrscherhaus  liat  ^tets 
auf  guten  Pferdeersatz,  grüßen  Wert  gelegt;  in  den  kaiserlichen  Mai-siäUen 
und  auf  den  WeidepUtzen  in  der  Mongolei,  bei  den  Kavalleriemilizen  der 
8  Provinsen  und  den  übrigen  TVuppenteilen  wurden  ttberall  von  Zeit  au 
Zeit  Masteningen  abgehalten:  so  steht  es  in  den  Chroniicen  gesdirieben  und 
kann  dort  von  Fall  »i  Fall  nachgeschlagen  werden. 

Heute  hat  io  allen  landem  des  Ostens  und  des  Westens  jeder  Armee- 
bezirk seine  eig(Mien  Reinontierungsbehurden ,  die  bei  der  Auswahl  der 
Remonten  darauf  achten,  daß  nur  Tiere  mit  starkem  Knochengeriist, 
kräftigem  Körper  und  gesunden  Beinen  genommen  werde?i  und  daß  Alter, 
Temiterament  und  Futterzustaud  den  vorgeschhebenea  Anforderungea  ent- 
spreclieu. 

Gegenwärtig  wird  von  der  Kavallerie  mehr  verlangt  als  früher:  Auf- 
klärung und  Unterhaltung  der  \'erbindungea ,  Meldedienst  und  Alarsch- 
sicherung  sind  ihre  Sonderaufgaben  gcwordm.  Bd  der  Artillerie  mOssen 
die  Pfi^rde  die  Geschfitze  und  Munitionswagen,  beim  Train  die  Bagage- 
und  Vorratswsgen  ziehen  und  werden  damit  zu  einem  höchst  widitigea 
Teile  des  ganzen  Ueeresmechanismus. 

Bei  den  jetzt  fur  die  Auswahl  der  Remonten  zu  erlassenden  Bestiiii* 
mungen  ist  zunächst  darauf  zu  sehen,  daß  die  l'ferde  willig  und  dressur- 
frdng  sind  und  keine  Neigung  zum  Schlagen,  Beißen,  Scheuen  oder  Durch- 
gehen haben;  ferner  s-»I!e!)  sie  kraftig  gebaut  sein,  um  ein  i^utes  Gewicht 
tragen  >veite  EnlleinunL;en  /.nrnckleiren  zu  können:  das  sind  die  Haupt- 

gesicht.sj)nnk£e.  Außerdem  sind  vvünseiienswert:  eine  breite  und  hohe  Stirn, 
geräumiger  und  nicht  gesenkter  Rücken,  klares  und  nicht  tückisches  Auge, 
dastische  und  kurze  Lenden,  starke  und  nicht  spröde  Hufe,  wohlausge- 
bildete und  kräftige  Muskeln  und  Sehnen,  gesunde  und  starke  Haut,  gerside 
und  nicht  gebogene  Beine,  die  eine  mittlere  Geschwindigkeit  gewihriebten. 
Hmsiditlich  des  Alters  ist  zu  beachten,  daß  nur  kiiftige  Tiere  mittleren 
Alters  genommen  werden,  die  noch  längere  ZSeit  gebraucht  werden  kSn> 
nen;  zu  junge  Tiere  sind  zart  und  weich,  zu  alte  schwach  und  nicht  aus« 
dauernd*  5  —  6jälirige  Tiere  sind  am  geeignetsten.  Bei  der  Farbe  ist  da- 
rauf zu  sehen,  daß  keine  aufTällig  gefirbtea,  leicht  sichtbare  Tieren  geaom- 


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Haükh:  Die  Reorganisation  des  chinesischen  Heerwesens. 


203 


men  wrrden,  die  den  Blicken  des  Feliulo?!  nur  scliwfr  rti  entziehen  sind. 
Rap(>«n  und  Brautie  .sind  ani  i^esten,  dann  t'uigea  Falbe;  öcheckeDi  SchilUinel 
und  Grauschimmel  sind  am  «jefährliclisten. 

Die  Remonten  sollen,  was  Länge,  Größe,  Höhe  und  Stiii-ke  an;;eht, 
gewissen  NormaU'orderungen  entsprechen.  Die  aus  der  nördlichen  Mongolei 
komiModeii  Herde  flwneo  3  FixB  9  Zoll  bia  4  Fuß  &  Zoll;  die  mos  der 
wesdicbeD  Mongolei  sind  im  allgandnen  um  3  Zoll  höher.  Diese  Maße 
f erstdien  steh  nach  dem  amtlichen  Sdineider-Foß  (Awni'lr*ai'dl*ift).  Die 
diesen  Mafien  entsprechenden  Remonten  aolten  als  Reitpferde  Voveodung 
finden,  vihrend  f&r  die  Bespannung  der  Geschfiize  nnd  Munitionswagen 
andi  etwas  größere,  für  die  Bes|)annang  ^ier  Trainkolonnen  und  ^^)ITats• 
wapen  auch  ein  wenig  khnnere  Tiere  genominen  werden  können.  Hie  Reit- 
tiere scipn  lan2;2;ebaut  imd  gelenkig,  die  Zugtiere  starkknochig  und  kui-z. 
Abfr  )(•(!('  Gegend  hat  ihre  besonderen  Itassen ,  nnd  es  würe  unsinnig,  alles 
über  tinen  Leisten  zu  schlagen.  T''nler  Beachtung  der  vorstehenden  rini^er- 
zetge  ist  * me  /.weckiuuiiige  Auswahl  gevvuiuieistet,  und  damit  ist  schon  ein 
guter  Schritt  vonvärts  getan. 

30.  Abänderungen. 

Obwohl  die  neuen  Verordnungen  in  allen  Provinaen  gleichmißig  zur 
DuFchföhrung  gebracht  werden  sollen,  ist  doch  darauf  Rftekskht  au  nehmen, 
dafi  die  besonderen  X'erliiltnisse  der  Provinaeo  nicht  die  gleichen  sind  und 

daß  unter  Umständen  notwendige  Abändeiningen  Platz  greifen  müssen.  So 
zum  Bei'^piel  kann  für  Provinzen ,  die  im  Flachlandf^  liegen  nnd  gute  Fahr- 
wege haben,  eine  V'ernieiirnng  der  Feldartillerie  und  Kavallerie  in  der 
Weise  in  Erwägung  gezogen  werden,  daß  an  Stelle  des  für  jede  Livimoh 
torgeseiienen  Kc^iinents  eine  Brigade  tritt.  In  gebirgigen  Pi-ovinzen  wird 
eine  Vermehrung  der  Gebirgsartillerie  und  der  Tragtiere  inid  daneben  die 
Uittiaxtebung  von  Lasttrigem  loa  Auge  au  fassen  aein  und  in  Gegenden 
aiit  guten  Wasserverbindungen  die  Verwendung  von  Schiffen  und  Treidel- 
knUa.  Laasen  sich  iHr  die  Gebiigsartillerie  die  nötigen  Tragtiere  nicht  be- 
adialfen,  so  kann  auch  fftr  die  Fortsdiaffung  der  GeschQtae  und  der  Mu* 
aition  Menschenkraft  in  Anspruch  genommen  werden. 

Sold  und  Gebührnisse  der  Leute  Wie  die  Fonrage  der  Tiere,  Uni- 
formen und  sonstige  Bedürfnisse  sind  zum  Marktpreise  der  einzelnen  Orte 
zu  be^rlinfTen  und  in  der  Regel  an  Ort  und  Stelle  voll  aufznhringefi.  Ver- 
euie  i'rovinz  nicht  über  die  nutigen  Mittel,  um  sofort  naeh  Inkinft- 
trtten  der  neuen  Verordnungen  die  Aufstellung  eines  K<ui)s  oder  einer 
Division  bewerkstelligen  zu  kötmeu,  so  1st  folgendermaßen  zu  verfahren: 
im  1.  Jahre  sind  zu  errichten  die  beiden  Infanterieregimenter  der  1.  Divi- 
äoB,  das  ].  Batailloa  Kavallerie  und  das  1.  Bataillon  Artitlerie  sowie  je 
1  KoaBpagnie  Pioniere  und  Train}  im  8.  Jahre  das  1.  R^jment  der  2.  In- 
&ateridirigBde,  das  2.  Bataillon  Kavallerie,  das  2.  Bataillon  ArtiUerie  sowie 
je  dne  weitere  Kompagnie  Pioniere  und  Train;  im  3.  Jahre  das  2.  Regi- 
Bieot  der  2.  Inianteriebrigade ,  das  3.  Bataillon  Kavallerie,  das  3.  Bataillon 
ArtiUerte  und  je  eine  weitere  Kompagnie  Pioniere  und  Train,   äo  ist  fort- 


204 


HAvnt  Die  Reoi^g«nlntIon  dw  AiauSadun  Hflenraseot. 


Äufahren,  bis  allmählich  der  SuUbestand  erreicht  ist.  Sieht  sich  lAuc  Provinz 
auch  nach  Ablauf  von  3  Jahren  noch  außen;tande,  den  vorgeschri<*bi'iu;n 
Anfoi'dernrigeii  zu  genri^cii,  si»  5?ol1  es  verstattet  sein,  nur  '/j  bis  '/^  der 
Friedensstärke  der  Bataillone  und  Kotnpagnien  aufzustellen:  das  ist  alier 
das  äußerste  Mindestmaß,  unter  das  nicht  heruntergegangen  werden  daif. 

Alle  AbinderuDg^n  sind  vom  zusündigen  BannergeDenüt  OeoeniU 
gouveniettr  odor  Gottvemeur  mit  dem  Rtichsheeresnit  und  dem  Kri^pi- 
miniaterium  su  beraten  und  Seiner  Miyestftt  sur  Entechddtmg  xu  unterbreiten. 

31.  Besetzung  einer  Generalinspektion  (te-fiim*eA'ii). 

Generalinspekteur  (tu-pan)  ist  in  tUni  3  mandschurischen  Prt»viii/,en 
und  in  den  Bannergamisonen  der  /.ustandig»-  iiaiuiergeneral,  in  den  Provinzen 
der  Generalgouvemeur  oder  Gouverneur.  Er  föhrt  die  AuCsicht  Aber  die 
3  AbteiUingen  der  Generalinapektion  und  ist  der  hSdiste  Voi^esetste  aller 
ilim  unterstdienden  Truppentdle.  Sem  Stab  besteht  aus: 

Riten  (tt*an'i-htan)  für  die  Ausarbeitung  der  Befehle  und  die 
Besorgung  des  sehrifUidien  Verkehrs, 

Assessoren  (ttän^an)  sur  UnterslAtsung  der  BSte, 

kommissarisch  beschäftigten  Zivilbeamten  (sui-yüan)  fur  gelegeat> 

lUshe  besondere  Auftrige, 
Ordonnanzoffizieren  (hsim-/Aiff'huiH)t 

Kaiizb'iräten  (ch'ing-shu)  sowie 

einer   Anzahl  von  Ordonnanzen,  Sekretären,  iStabswachen  und 

Boten. 

Die  etatsmäßi^e  Zahl  der  den  obigen  Kategorien  augehOrendeu  Be- 
amten, Offiziere  und  Leute  ist  je  nach  der  Wichtigkeit  und  Größe  des 
Armeebezirks  vom  QeneFalinepekteur  dem  Throne  zur  Festsetzung  in  Vor- 
schlag zu  bringen. 

Die  Generalinspektion  zerfällt  in  3  Abteilungen: 

1.  Das  Kriegsdepartcmnnt  (ping -pet' ch'u)  unter  1  Direktor  {tswiy-pan) 
ist  das  Organ  das  Generalinspekteui-s  zur  Durcliführung  der 
Reglements,  für  Gnaden-  und  Sträfsaehen»  Verpfl^ungs«,  Rflstungs- 
uttd  Bechnungsangelcgenhdten  sowie  f&r  das  Medizinalwesen. 

2.  Das  Oeneralstabsdepartement  (tr*mi-m<Mt-cA'tf)  untM*  1  Dirdctor 
(<Mifi^-j»ii)  ist  das  Organ  des  Oeneralinspekteurs  f&r  die  Ausar- 

■  beitang  von  Plänen  und  Karten  sowie  l&r  das  veigleichmide  Stu- 
dium des  gesamten  In-  und  attslindtachen  Kriegswesens. 

3.  Das  Instruktionsdepartement  (dUoo-fiiM-dl«)  unter  1  Direktor 
(iNMjr-jMii)  ist  das  Organ  des  Generalinspekteurs  fllr  die  Ausbil- 
duQg  der  Truppen  und  die  Beaufsichtigung  der  Schulen. 

Jeder  Abtdlung  werden  Del^wte  (toM-yfiofi)  als  Ullfaaibmter  sii- 

geteüt,  die  den  Verkehr  zwischen  den  3  Abteilungsdirektoren  vennitteltl. 
Ihre  Zahl  richtet  sich  nach  dem  Umfange  des  Geschiftsganges. 


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HAvm:  Die  Reorganüstion  des  ebinestsduMi  Heerweaeos. 


205 


32.  Besetzung  eines  Korps  (chün). 

Kin  Korps  zählt  2,  3  oder  4  Divisionen.  0??  gegenwärtig  ntir  wenige 
Divisionen  besiehen,  werden  sie  einstweilen  im  Frieden  nicht  zu  Korps 
vereioigt;  im  Kriegsfnlle  werden  unter  lierück.sichtii^unjj;  der  jeweiligen 
Verbiltnisse  dein  Throjie  entsprechende  Vorschläge  unterbreitet. 

Werden  2  Divisionen  zu  einem  Korps  vereinigt,  so  set/.t  sich  das 
GaMnBtoaraiaado  wie  folgt  zusammen: 

1  Kommandierender  General  {tmug'fung)  als  Oberbefeblshaber  des 
gesamten  Korps, 

1  Gen  era  Istabschef  {bnmg'tsan-mou-kuan), 

Geiici alst.'»b5?ofBziere  I.Klasse  ii-tMg-t^'an-mmi-kiuin)^ 

2  Generalslalisiäfßziere  2.  Klasse  (e'rh  -  tc'/u/ -  Lh' an  -  mou- kuan), 

1  Kommandeur  der  Artillerie  {pao-(ui-hsieh-Iing-kuan)  fUr  die 
Leitung  der  Artillerie  auf  dem  Sclilaclitfelde. 

1  Koniniandeur  der  Pioniere  {kuny  -  cKing  -  tu  -  ksieh -  laig - kuan) 

für  die  Leitung  der  Pionierarbeiten, 

1  Kommandant  der  Stabswache  (hu-chiin-  hmn)  zur  Aufsicht  Qber 

die  zugehörigen  Unteroffiziere  und  Mannschaften, 

1  Adjutant  des  Konnnandanten  der  Stal)swache  (cAiA-s/uh-kuan) 
zur  Untei^tuizung  des  Kommandanten, 

4  Sekretare  L  Klasse  {i-tMg-shu-  chi), 

1  Oherkriegsgericlitsrnt  {tsmg'chih  •fa-kwm)  für  das  Gerichtswesen 

deii  gesamten  Korps, 

1  InteTtflnnt  (tsung -  chün- htm)  flir  die  Verpflegung  und  Ausrüstung 

des  gesamten  Korps, 

1  Oberzeuiinieister  {tsung-chun-hsirh- kuan)  für  die  Beschaffung 
von  Waffen  iind  Munition  für  das  ganze  Korps, 

1  Kot-;  <^arzt  {tsung  -  cAün-i-fcuan)  fur  das  JSanitatsweseu  des  gesamten 

Korps, 

1  Korp.sstabsveterinär  {(.^ng-ma-i-kuan)  fur  das  Veterinärwesen 
des  gesamten  Korps, 

5  Sekretäre  (shu  -chi-chang)  für  den  Scbriftvwkehr,  je  einer  fiir 
den  Kommandanten  der  Stabswacbe,  den  Intendanten,  den 
Generalsiabflcbef»  den  Oberzeugmeister  und  den  Korpsarzt, 

3  Kanzlisten  (sta-Mh-sk^g),  je  einer  fftr  den  Kommandanten 
der  Stafaswadbe,  den  Intendanten  und  den  KorpsstabsveterinSr, 

15  Schreiber  (99e'^'9Mnff),  6  ffir  den  Kommandierenden  Oe- 
oeral,  je  2  fiir  den  Generalstabschef  und  den  Intendanten,  je 
1  fOr  den  Kommandeur  der  Artillerie,  den  Kommandeur  der 
Pioniere,  den  Kommandanten  der  Stabswache,  den  Korpsarzt 
und  den  Korpsstabsveterinär, 
1  Wachtmeister  {chi-ch'a-kuan)  der  Stabswache^ 


206  Haukr:  Die  RmrganiMlloii  del  cfaiDMitdiea  HMrweaeoa. 

3  Meldereiter-Unteroftiioiei  e  \  können  vom  ivuiiiuiaudierendeii  Ge- 
20  Mddereiter  /  neral  dnzelnea  Offiztovn  oder  Be- 

6  OrdonnaoK^Uiiteroffiziere  I  amten  flir  Sondonuiftrige  zugeteilt 
60  Ordonnanzen  )  werden, 

6  Kulis  zw  Bedieoung  der  Stabewache  und  für  versehiedene  Ar- 
beiten. In  Kri^gszeilen  Icann  ihre  Zahl  nach  Bedarf  erh5bt 

werden ; 

H3  Reitpferd«  filr  die  Meldereiter  -  Unteroffiziere  und  Meldereiter. 
Die  vorstehende  Besetzung  des  Generalkommandos  versteht  sich  fTir 
den  Fall,  daß  2  Divisionen  zu  einetii  Korps  vereinigt  sind.  Werden  3  oder 
4  Divisiotieii  zu.saimnenge7.op;en ,  so  sind  weitere  Stellen  fur  Obei-krir^s- 
gericiitsräte,  Intendanten,  Oberzeugmeister,  Kurpsärzte  und  Korpsst^ibsvete- 
rinare  zu  schaffen,  auch  kann  im  Bedarfsfalle  die  Zahl  der  Generalstabs- 
olBziere»  Sekretire,  Kanzllsten  und  l^relber  heraufge^tzt  und  die  Stabs- 
waehe  verstirkt  werden. 

33*  Besetzung  einer  Division  («Afi»). 

Die  Division  besteht  aus  2  Brigaden  Inf  u  t  i  ie,  je  1  Regiment  Ka- 
vallerie iwd  Artillerie»  je  1  Bataillon  Pioniere  und  Train  und  1  Kompagnie 
Musiker. 

Ein  Divisionsstab  hestfli?  -ms: 

I  Divisionskonuitundeur    i/wiff  -  chih)   als   Oberbeiehl^liabei*  der 

ganzen  Division, 
1  Generalstabsüffizier  2.  Klasse  (A'h-tSng-ts'an-mou-kuan), 
1  Generalstabsoffizier  3.  Klasse  («m-lAijf-i/ait-iiMNi-AiMfi). 

Diese  unterstehen  dem  Oeneralstabsehef  des  Kor^;  bed 
einer  selbsttndigen  Division  treten  3  wdtere  Generalstabs- 
Offiziere  hinzu. 

1  Divisionsa^jutanten  (chung^i^ün)  )  zur  Besorgung  versdiiedener 

1  Adjiitnnten  (ehih'sMh-kuan)         )  Angelegenheiten, 

3  »Sekretaren  1.  Klasse  (i-tAig-shu-chi-lnian), 

1  Krie^sgerichtsrat  {cMng-eh^'/a-kuan)  fÜr  das  Gerichtswesen 

der  Division, 

1  Intendanturrat  {cht'iuj  -  chün-hsu-kuon)  (ÖT  die  Verpflegung  und 
AusriLstuiig  lier  Division, 

1  Zeugnieister  (ch^riff-cAün-hsieh'kuan)  f&r  die  Beschaffung  von 
Waffen  und  Munition  ffir  die  Division, 

1  Divisionsarzt  (ehing^^tiin'i''kuan)  ffir  das  Sanittts-  und  Apo- 
thekenwesen der  Division, 

1  Divisionsstabsvetoinir  (eMiff'-  mo  -  t-Avts»)  ffir  das  Veterinirwesen 
«1er  Division, 

1  Oberstabstrompeter  (sM-Aoo-Awon)  f&r  die  Kontrolle  der  Spidl* 

leute  der  Division, 

7  Sekretären  (.^hti -  rhi -  chnng) ,  2  für  den  Kriegsi^erichtsrnt  nni\ 
je  1  für  den  Adjutanten,  der»  Intendanturrat,  den  Zeu{;:niei>ter, 
den  Divisionsaizt  und  den  Generalstabsüffizier  1.  Klasse, 


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Hahbb:  Die  ReorgaalMitioii  dea  ditneiiMhen  Haerweaena. 


207 


15  Kanzlistf'n  (sse-shih-sh^nff),  je  3  fiir  den  Kriegsgerichusi  at ,  den 
Inteudantiii rat,  den  Zeugtueister,  den  Divisionsarjit  und  dea 
Divisionsstahsveteriuar, 
1  Meldereiter  -  Unterofftxier, 

1$  HddareiterD,  8  für  den  Divisionskommandeur,  4  Iftr  den  Kri^s- 
gerichtarat  and  je  I  flir  den  Intendanturrat,  den  Zeugmeister, 
den  Divisionsenct  mid  den  Diviaionsstebsveteiinir, 

3  Ordonnaos-UoterolBsieren,  2  f&r  den  DaVtsionskommandeur»  1 

fur  den  Kriegigerichtsrat, 
30  Ordonnaniien,    18  fur  den  Divisionskommandeur,  5  fur  den 
Krie««jgerichtsrat,  3  fur  die  OeneralstabsolBziere  und  je  1  ftir 
den  Jntendanturrat .  dm  ZeogmeisteTy  den  Divisionsarat  und  den 

Divisionsstabsvetei  iriar, 
5  Kulis  für  die  Bedienung  der  UuterofBziere  und  Mannschaften; 
17  Beitpferdea  für  den  Meldereiter-UnterofEzier  und  die  Meldereiter. 

34.  Besetzung  einer  Brigade  (htieh). 

Die  Brigade  besteht  aus  2  Regimentern  Infanterie. 
Ein  Brigsdesteb  bestellt  aus: 

1  Brigadekommandeur  (eOk'lmff'ktum)  als  Befehlshaber  der  ganzen 
Brigadef 

1  Generdstabsa^jutanten  {ttm-tAitn'kuim)  zur  Unterstfltsung  des 
Brigedekonun  and  ours  in  der  Führung, 

1  A^atanten  (ckih'tkih'kuan)  am  Besorgung  venehiedener  An^ 

gelegenheiten, 

2  Sekretären  2.  Klasse  i&h  -  t^-ghu'Chi-kuan), 
2  Kanzlisten  {sse'shih'Shing)^ 

1  Stabstrompeter  {gsf  -  hao  -  chang)^ 
1  Meldereiter  -  ü uteroffizier, 
(S  Meidereiteniy 

1  Ordonnans-Unterdfiizier, 
10  Ordonnanaen» 

2  Kulis; 

7  Beitpfisrden,  Ar  den  Meldereiter -UnteroflBsier  und  die  Melde- 
reiter. 

35.  Besetzung  eines  Rej^iments  (piao). 

Das  Regiment  besteht  bei  der  Iniantcnc  aus  3  Bataillonen,  bei  der 
KsTallerie  und  Artillerie  aus  3  Kompagnien. 
Zum  Beglmentstab  gdi5ren: 

I  Regimentskommandeur  (t'ung'tai-kuaa), 
1  Instruktioiisolfizier  (ektao-km'him),  leitet  im  Frieden  die  Aus- 
büdttiig  des  B«gimeDts  und  tot  Im  Fdde  Dienst  als  General- 
stabsofiBcler.  Sobald  aus  den  Kriegsschulen  genflgender  Offiziers- 
ersatz  hervorgegangen  ist,  füllt  diese  Stelle  fort, 
1  Adjutant  {ckih-thih''ktian). 


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208  Haukk:  Die  Raorguilntion  dt»  chinemdien  Heenwem. 


1  Fahoeoträger  {chanff  -  ch  i  -  kuan)  ^  tragt  die  Kaliue  oder  Standarte« 

wird  bd  der  Artillerie  nicht  vorgesehen, 
1  Intendanturasseasor  (/^f»-dli)»-il<it-Aiia»),  sorgt  bd  der  lolknterie 

und  Kavallerie  auch  f&r  Waffen  und  Munition, 
1  Zeughauptmann  (ßt-eh9n'Ameh'kuan)t  nur  bei  der  ArUUeriei 
1  Stabsarzt  (Ju'ckSn-i-hian)  Air  das  SaottiEtswesen  des  Regunents» 
1  Subsveterinir  (/u'ina'i^kuim),  nur  bei  der  KavaUerie  nnd 

Artillerie, 

1  Stabstninipeter  {ssf-hao-chang), 

2  Sekretäre  2.  Klasse  {^rh- teng-shu-chi-kuan), 
2  Kanxlisten  (sse-shih-sMiu/), 

1  Meldereiter  -  Utiteroffizier, 

4  Meldereiter, 

1  Ordonnaoz-UnteroUBsier» 

8  Ordonnanzen, 

1  KuU; 

Beitpferde:  für  ein  Infimterier^^ent  sind  5  Pfa^e  snttfndlg»  nSm- 
lieh  je  1  für  den  Meldereiter- Unteroffizier  und  die  4  Meldereiter, 
för  ein  Kavallerieregiment  17  zur  weiteren  Berittenmachung  des 
Standartenträgers,  des  Stakstroinpetcrs ,  des  Ordonnanz -Unter- 
offiziers lind  der  Ordonnanzen,  fiir  ein  Ai  tillerieregiinent  7  Pffnle 
zur  Berittenmachung  des  Adjutanten,  des  Stabstrompelers ,  des 
Meldereiter- Unteroffiziers  und  der  Meidereiter. 

36.  Besetzung  eines  Bataillons  Infanterie  {pu'ttd^ffvng)* 

Das  Bataillon  zerfUlt  in  4  Kompagnien:  die  vordere  («A*m»*Ah),  Unke 
(««•Im),  rechte  iyu-ttd^  und  hintere  (Ami-Am),  jede  Kompagnie  in  3  Züge, 
jeder  Zug  in  3  Korporalschaften.  Die  Korponüscliaft  zihlt  14  Mann. 

Das  BatuUon  z&hlt: 

1  Bataillonskommandeur  {kwm-tai-kuan), 

1  Bataillonsadjutaoten  {tu-ttd'kuan)  zur  OnterstÜtzuog  des  Bataii- 

lonskommandeiirs, 
4  Kompagnietuhrer  {tui-kuan),  fiu*  jede  Kompagnie  1« 
12  Zngfuhppr  {p  ai-chang) ,  liir  jeden  Zug  1, 
4  Feldwebel  {sse-ttu-chaug) ,  für  jede  Kompagnie  i,  zav  Verwal- 
tung aller  inneren  Angelegenheiten, 
36  Sergeanten  {ch^g-mu),  fi'ir  jede  Korporalachaft  1, 
36  Unterofifiziere  {ßt'inu)^  IQr  jede  Korporalscbait  1, 
144  Gefreite  (rA/n^-jm^),  fi)r  jede  Korporalsdiaft  4, 
288  Oemeinen  (Ju-pit^f),  für  jede  Korporalscbait  8, 

1  Tntendantursekretar  (cM'tn  -  hxü  -  chatig)  für  die  VerpflegUOf^  und 

Hekleidungsangelegenheiten  des  Bataillons, 
1  Ob»'inr/.t  {chün-i'cAtmff)  zur  Soige  fUr  die  Verwundeten  und 

Kranken, 

1  Assistenzarzt  (i-shAig)  zuv  Unterst&tzuug  des  Oberarztes, 
1  Sekretär  {shu  •  chi - chang)f 


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Rai«:  Die  Reorguiaalion  des  cMnesladien  HeenraMoa.  209 

t)  Kanzlisten  (sse- s/iiA- sfi^nq) .  J  iTir  il«n  Bataillouskominandeuiv 

jf  1  fiir  jeden  der  4  K()m()agaiefiihrer, 
I  Trompeter- Unteroffizier  (Äao-mu), 

8  Trompeter  {hao-pmg)  ^  f&r  jede  Kompagnie  '2, 
1  OrdoniiADx-UnterofiBzier» 

18  Ordoonanseii,  6  für  den  Batailloaskommandeur  und  je  3  Air 

jeden  d«*  4  Kovpagoieftthrer, 
1  Werkatattimteroffixier 

4  BQchsenmacher 
4  SaUler 

4  Sinnttatssoldaten 
36  Ersatzlerite,  fur  je<!e  Korpnralsrimft  1,  werden  im  Frieden  mit 
austjrhildet  und  dienen  \n\  Kriege  zur  AusfiiUnng  von  Lücken. 
Auf  dem  Marsche  überwachen  sie  die  Lagergerät«  und  daa 
Gepick, 

38  Kulu,  2  i&r  die  Handwerker,  die  Übrigen  Iftr  die  Sergeanten 
der  36  Korporalseliaften.  Auf  Weisung  der  Vorgesetzten  kochen 
sie  das  Essen  entweder  lUr  jede  Korporalsdisll  oder  die  ganze 
Komiiagnie,  doch  ist  dss  inneriislb  jedes  Korps  einheitlich  zu 

regeln, 

4  Kutscher  f&r  die  Bsgagewagen;  ihre  Zahl  wird  im  Kriege  ver' 

dreifacht, 

4  Furaireurt-  /nr  Putterbeschsfiiing;  ilu%  Zahl  wird  auf  dem  Marsche 

verUreiiacht, 

4  Bagagew  ai;*'n  ,  werden  im  Felde  \  erdreilaeiit. 
12  Ziigniauluere  für  die  Bagagewagen,  werden  im  Felde  auf  36 
erhöht. 

37.  Besetzung  eines  Bataillons  Feldartillerie  {lu-lit'p*aO'kd-ymff). 

Die  beiden  ersten  Bataillone  jedes  Eegioients  werden  als  Fddartillerie 
eingerichtet  Das  Bataillon  zerfUlt  in  3  Kompagnien:  die  mittlere  (cAmi^- 

tw),  lioke  {t*o-hi{)  und  rechte  (yu-tei),  die  Kompagnie  in  3  ZOge»  der 
Zog  in  3  Korporalschaflen*   Die  Korporalschaft  s&hit  14  Mann. 
Das  Bauillon  besteht  aus: 
1  Bataillonskommaadeur, 
1  Bataillonsndjutanten, 

3  Kompagnieiiihrern ,  für  jede  Kompagnie  1, 

9  Zugf&hrern,  fiir  jinlen  Zug  1, 

3  Feldwebeln,  Itir  jede  Kompagnie  1, 
'27  Sergeanten,  fur  jede  Korporalschaft  1, 
27  Unteroffizieren .  für  jede  Korporalschaft  1, 
108  Gefreiten,  für  jede  Korporalschaft  4, 
21t>  Gemeinen,  fiir  jede  Korpornlschaft  8, 

I  Intendantursekretir  {ür  die  Verpllegung  und  Bekleidung  des 
Bataillons, 


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I&r  die  Besorgung  von  Reparaturen, 


RAuts:  Die  Reoi^ganitatkHi  dm  ehinMiadMn  Heermaem. 

1  Zfutili'iitnatit  (rhf'm -hsieh' chant/),  sorgt  im  Frieden  fTir  die  In- 
staudlialiuiig  dar  Geschütze  uud  wirkt  als  Lehrer  .in  der  Ar- 
tillerieschule ,  beschafft  im  Felde  die  Munition, 

1  OberwEt, 

I  Assistensant, 

1  Pferdetnspektor  (dk'a'iM»ekmg)  %ur  Kontrolle  den  Pferdebe- 

stondes» 
1  Oberveterinftr, 
1  Veterinär, 
1  Sekretär, 

5  Kao7.1isten ,  2  fiir  den  Bataillooskuminaodeur,  je  1  l'ür  jeden  der 
3  Koinpagniefllhrer, 

1  Trompeter- Unterofti/.ier, 

0  Trompetern  f  fur  jede  Kompagnie  2, 

1  OrdonmiiK*Unteroffi»er, 

18  OrdonnanKen,  6  Air  den  BaUillonskomniindeur,  4  Itir  jeden 
der  3  Knmpagnieltthrer, 

1  Werkstatt- Unteroffixier, 

3  Schlossern, 

3  Schmieden, 

(!  Bcschlagschtnieden, 

3  Stellmachern, 

3  Sattlern, 

3  Sanitätssülduten, 
27  Ersatzleuten,  fur  jede  Korpur&lschaA,  1, 

31  Kulis,  4  für  die  Handwerker,  je  1  f&r  jede  KorjMralscImft, 
(>  Kiitachem,  werden  auf  dem  Marsehe  verdoppelt, 
0  Futtermeistern,  werden' auf  dem  Marsclie  verdoppdt, 
3  Obermafas»  f&r  jede  Kompagnie  1,  werden  auf  dem  Marschr 

verdoppelt, 

39  Mafua,  13  für  jede   Kompagnie;  im  Felde  treten  bcsi  jeder 

Kotnf)«p;nie  9  weitere  Maftis  dazu. 
Ih  (jeschüi/i'ii .      hei  jeder  KoiDpa^nif». 
18  MunitioiiswugeD ,  6  bei  jeder  ivumpagniet 

3  Feldschniiedewagen, 

3  Gerätewagen, 

9  EreatxmuniUonswagen ,  werden  im  Frieden  bereitgestdit, 

6  Vorratswagen,  werden  im  Felde  verdoppelt, 

116  Zuffi^erden,  6  fllr  jede»  GeschOta  und  jeden  Munitionswagen, 
36  Zugpferden  (Qr  die  Feldschmiede-  undGeritewagen,  werden  nur 

im  Mobilmachungsfalle  aufgestellt, 
54  Zugjirerden  fur  die  Ersatamunitions wagen,  werden  im  Frieden 

nicht  gehalten, 

64  Reitjjfeitlen,  je  I  fiir  den  Balaillonsadjutaiitcn .  die  Ivoin patrnie- 
liihrer,  die  Zugführer.  Feldwebel,  Sergraiitt  ii  und  Troin peter; 
im  Felde  werden  4ü  weitere  Pferde  eingestellt  zur  Beritten* 


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Havcb:  TKe  ReornaoiMtion  dw  ehineaisehen  Heerwewa.  211 


maclmni;  dcN  Z»Mij;l»Mitnants  ,  des  lntPndantni-5ekr«*Uirs ,  des  Obor- 
ar/.tes,  d«s  Aü.si.sU*ii/.äi'/.les ,  dfs  I*rerd«'insj)ektc>rs ,  dro  Ober- 
veterinürs,  des  V'eUrinärs,  des  Sekieläis,  des  Uiitcroffixient, 
des  Werkstottaufseiiei-s ,  der  OrdoDnanzen«  Htifscbmiede  und 
Sanititflfloldaten, 

18  Zugmatdtieren  flir  die  Bagagewagen,  werden  im  Felde  verdoppelt, 
36  ErafttEpferden ,  werden  im  Frieden  gehalten. 

38.  BeseUung  eines  Bala.illn ns  (Gebirgsartillerie  QcuO'Shm'pao- 

tui-ying). 

Das  3.  Bataillon  Jedes  Artilleripregiments  wird  als  Orbirgsartillerie 
eingerichtet  \\m\  zerfüllt  in  3  Koiiipaj^nien ,  die  nülllere  {chutig  -  Uti) ,  linke 
(£«o-/u<)  itiid  reclue  (ytt-Aii).    Die  Kompagnie  gliedert  sich  in  3  Züge  zu 
je  i  Korpui-alschuften.    Die  Korpuralschaft  a^äldt  14  Mann. 
Das  Bataillon  hat: 

1  Bataillonskoniniandeur, 
l  Bataillonsa4iutsDten, 

3  KompagniefÖhrer,  fiir  Jede  Kompagnie  1, 
9  Zugfilhrer,  för  jeden  Zug  1, 

3  Feldwebel,  fiir  jede  Kompagnie  1. 
27  Sergeanten ,  fHi*  jede  Korporalscliaft  1 . 
27  Unteroffiziere,  fTir  jede  Kor|)üralschaft  1, 
IU8  Gefreite,  iVii'  jede  Ivorpuralsciiaft  1, 
"ilH  Geineine,  fiir  jede  Korporalschaft  Ö, 

I  Intendantursekretär» 

1  Zeugleutuant, 

I  Oberarxt, 

1  AssialenzaRt, 

1  Pferdeinspektor, 

1  Oberveterinir, 

1  Veterinär, 

1  Sekretär, 

5  Kan/Iisten,  2  Hir  den  BataiUonskommandeur»  1  fur  jeden  der 

3  Kompa^^iiiefiilirer, 
1  Trompeter- Uuleroftizier, 
t>  Trompeter,  fur  jede  Kompagnie  2, 
1  Ordonnanz.  UoteroilQzier, 

18  Ordonnanxen,  6  fDr  den  Balaillonskommandenr,  4  für  jeden 

der  3  Kotupagnief&hrer, 
1  Werkstatt-Unteroflitier, 
3  Schmiede, 

6  Sehlosser, 

6  Beschlagficbmiede, 
3  Stellmacher, 

3  Saltler, 

'i  Samt&tssoldateo, 

14» 


212 


Haou:  DI«  Reoi^ga&iMtioa  des  ehine^Mhen  Heerwemu. 


27  ErsaUleut«,  fttr  jede  KorporalscimlL  1, 

31  Kuliä,  4  für  die  Uaudwei'ker  und  1  fiir  j*sde  KorpoialschaiV 
18  Gemeine  mm  Sehutee  der  Phckpferde }    werden  im  Mobil- 
Id  Futlenneister  Ar  die  PeclEpferde      imediunga&lie  verdoppelt» 

3  Obermafus,  l&r  jede  Kompagnie  1,  im  Felde  «if  6  erhöbt, 

39  Mafuft,  fttr  jede  Kompagnie  13;  im  MobilmacbongafaHe  treten 

bei  jeder  Kompagnie  5  wdtere  binsti, 
18  Geschütze,  6  bei  jeder  Kompagnie, 

144  Packpferde  zum  Transport  der  Oeacbtttse  und  der  Munition, 

fUr  jedes  Oeschntz  8, 
90  Packpferde  zum  I  rnusport  der  Ersatzmuuitioo ,  f&r  jedes  Ue- 

schOtz  5,  im  Felde  10, 
18  Packpferde  zum  Trausport  der  Keldschmicdegeräie  und  sonstigen 

Utensilien,  6  bei  jeder  Kompagnie,  werden  im  Frieden  nicht 

gehalten, 

16  Reitpferde,  je  I  fttr  den  Bataillonsadjutanten,  die  Kompi^ie- 
fllhrer,  die  Zogfllhrer  und  die  Feldwebel.  Im  Fdde  treten  8 
weitere  Pferde  hinm  Air  den  IntendanturMkretftr,  den  Ze^g- 

leutoant,  den  Oberarzt,  den  Assistenzarzt,  den  Oberveterioir, 
den  Veterinär,  den  Pferdeiuspektor  und  den  Sekretär, 
36  I'ackpferde  fTir  die  Bagage,  im  Felde  72, 
36  Ersatzpferde,  werden  im  Frieden  nicht  gehalten. 

39.  Besetzung  eines  Bataillons  Kavallerie  (ma-tui'ying). 

Drei  Bataillone  bilden  1  Regiment.    Das  Bataillou  zerfällt  in  4  Kom* 
pagnien,  die  vordm  (dl*f0M-AM),  linke  (lflo*fat},  rechte  (jfu-lui)  und  hintere 
(hou'hd^f  die  Kompagnie  in  2  ZOge,  der  Zug  in  2  Korporalachaften.  Die 
KorpOTabchaft  zihlt  14  Mann. 
Das  Bataillon  beatefat  aus: 
1  Bataillonskommandwir, 
1  BatailIonsa4jtttanten, 

4  KompagniefDhrern ,  für  jede  Kompagnie  1, 
8  Zngfiihrern,  filr  jeden  Zug  1, 

4  Feldwebeln ,  fur  jeden  Zng  1, 
16  Sergeanten,  für  jede  Korporalschaft  1. 
16  Unteroflßzieren ,  für  jede  Korporalschaft  1, 
64  Gefreiten,  fiUr  jede  Korporalschaft  4, 
128  OemeÜMn,  (Ar  jede  Korporalsehaft  8, 

1  Intendanturseknstir, 

1  Oberant, 

I  Pferdeinapdilor, 

1  Veterinir, 

1  SekreiÄr, 

6  KanrJisten.  2  fi'ir  den  Bataillonskommandeor,  1  fur  jeden  der 

4  Kompagniefülirrr, 
1  Trompeteruiiteroffiziei', 


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Hal£b:  Die  KeorgaiiUatioii  fk-a  chineai«clien  Heerwesens. 


213 


8  Trompetern ,  fur  jede  KoiD]Nignie  2, 

I  OrdonoanzunterofSzier, 
1*J  Ordnntianren .  1  Hlr  den  BataiUoiuikominandeur,  2flirjedeQder 

4  Koiiijirit;iiifiuhrer, 

1  Werkstattun  tPioffizier, 

2  Buchscuiimchet  n,  • 
4  BeschUgscbnueden, 

2  Sattlern, 

4  SenititMoldaten, 

16  £mtileuten,  Ar  jede  Korporaleehaft  1* 

18  Kidis,  2  ftr  die  Handwerker»  1  fftr  jede  Korporalsobaft, 

4  Kutschern,  im  Felde  8, 
4  Fiittermeistern,  im  Felde  8, 
4  OVtprmafiis.  fiir  jede  Koijipajinie  1, 
32  Mafus.  iiir  jede  Kompagnie  b, 
264  Reitpferdeii.    ]m  Mohilinachuiigsf«!!*    tr«'leii  14  weitere  Pferde 
hinzu  xur  iu  riLU  nmacliung  des  Inli  iidajiturspkretärs,  des  Ober- 
arztes, des  Pferdeinspektors ,  des  Sekretärs,  des  Werkstatt- 
unteroiBxiers,  der  Beschlagschmiede  und  der  Sanitltnoldaten, 
4  Bagagewagen,  Im  mobileo  Verfalltnis  8, 
12  Zagmaultieren,  im  mobilen  Verliiltnis  24. 

40.  Be<fetzung  eines  Bataillons  Pioniere  {ktmg-ch'Mp-tui-yinff). 

Jedes  Pionierbataillon  trägt  die  Nuinuier  seiner  Division.  Das  Bataillon 
wrfällt  in  4  Kompagnien,  die  vordere  (ch'ieii'tui).  linke  (tso-ffti).  rechte 
{yu-tui)  und  hintere  (hou-tui).  die  im  Felde  jede  fin-  sidi  Briickeubauten, 
SchatiMrbeiten .  Fpldtelegiaplirn  nn«l  Minenvvesen  be.sorgen.  Die  Kompagnie 
iftflWi  in  H  Züge  zu  je  3  Korporalscbafteo.  Die  Korporalschaft  zählt  14 
Muuu 

Das  BataUlon  hat: 

1  Bataillonskommandeur, 
1  BetaiUonsB4jatanten, 
4  Kompagniefahrer,  Ittr  jede  Kompignie  1, 
12  Zi^giUbrer,  itir  jeden  Zug  1, 
4  Feldwebel,  für  jede  Kompagnie  1, 
36  Sei*geanten,  fur  jede  Korporalschaft  I, 
36  UntemfBziere,  fOr  jede  Kiirporalschaft  1, 
144  Gefreite,  für  jede  Korp* nalischaft.  1. 
28^  Gemeine,  für  jede  Korporalschaft  8, 
1  Inteiidafitursekretär, 
1  Oberarzt, 
1  Aesiateniant, 
1  Sekretir, 

6  Kanzliaten,  2  fttr  den  Betafllonskommandeur,  1  fOr  jeden  der 

4  Kompagniei&hrir» 
1  TrompeteFonteroffisier, 


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214  Hauer:  Die  Reorganisation  des  chinesischen  Heerwesens. 

8  Trompder»  fHr  jede  Kompagnie  2, 

1  Onlnnnnnzunteroflfizier, 

18  Ordonnnnzen,  H  fTir  den  Bataillonskuintnandeitr,  3  für  jeden 
der  4  Koinpasnipnilircr, 

1  Werks  tattunterotfizier, 
4  Buchseoinacher, 

4  Sehmiede, 

2  Sattler, 

4  Stellinadier, 

4  Sanitätssoldaten, 

H6  Krsatzleute,  fur  jede  Korporalschaft  1, 

40  Kulis,  4  fTir  die  Hnndwerker*  1  (Dr  jede  Korporalschaft, 

4  KuJscher,  im  Felde  12. 

4  Fiitternieister.  im  Ffldr  12, 

•1  Bagajiewageii,  im  Feld».  12, 

12  ZugmaiUtiere,  im  Felde  3t>. 

41.  Besetzung  eines  Bataillons  Train  {ts4'chung^iui'ying). 

Jedes  Tratnbatidllon  trigt  die  Nummer  seiner  Division.  Das  Bataillon 
xerflllt  in  4  Kompagnien,  die  vordere  (cA'wii-Aii),  linke  (£10 -An),  rechte 
(jrw>Aft)  und  hintere  (ümt-lM),  die  im  Felde  jede  fAr  sich  den  Transport 
der  Lebensmiitel,  der  Munition,  der  Lagergei^te  und  des  Bröckenroaterials 
hesdrgen.  f)ie  Kompn^in  zerfällt  in  3  ZQge  zu  je  3  Korporalsehaften 
Die  KorporaKchaft  /äiilt  14  Mann* 
Das  Batnillon  Ual: 

1  Bataiilonskommandeiir, 
I  Bataillnnsadjutanten, 

4  Kompagniefidirer,  für  jede  KonipHgnie  1,  , 
V2.  Zugführer,  fiir  jeden  Zug  I, 
4  Feldwebel,  für  jede  Kompagnie  1, 
3H  Sergeanten,  fllr  jede  Korporalsehaft  1, 
36  Uuteroffiaiere,  für  jede  Korporalsehaft  1, 
144  Gefreite,  lür  jede  Korporalschaft  4, 
288  Gemeine,  für  jede  Korporalschaft  8, 
1  Intendantursekretär, 
1  OluM-arzt, 

1  Assisieir/:ar/:t. 

2  Pferdeinspektoren, 
1  Obei*veterinär, 

1  Veterinir, 
1  SekretSr, 

6  Kanzlisten,  2  Ar  den  Bataillonskommandoir,  1  fllr  jeden  der 
4  Kompagnielfthrer, 

1  TrompeterunteroiYizier, 

8  Trompeter,  für  jede  Kompagnie  2, 

1  Ordonnanzunteroffizter, 


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Hal'kk:  Die  Reorgauisation  des  diinestsclten  Heerwesens. 


215 


IH  Ordonnnir/iMi .  H  fiir  dea  BaUUlonskominandeur,  1  fDr  jeden 
der  4  Kompa^^iiieluhrer, 

1  Werkstattuntcroffizier, 

4  BQcliseiunaciier, 

4  Schmiede, 

ft  Besebli^scbmiede, 

4  Stetlmacher, 

4  Saltier, 

4  SanitAtssoldaten» 
3t>  Ersat/l'^iito .  fur  jede  Korporalschaft  1, 
41  Kulis.  .j  fur  die  Handwerker,  1  f&r  jede  KorporaUchaft, 

^  Obermafti?.  im  Felde  40» 
7*.'  Mafus,  itii  Fekle  3«0. 
72  1  raiiiwatten ,  iili  Krldf  HHO. 

10Ü  Reiiplerde.  je  1  t'lii'  den  Bataillonsadjnlanten  .  die  Kfitiipnj^nie- 
fiihrer,  die  Zugführer,  die  Feldwebel,  die  Seigeanten  und  die 
Unteroffiaiere.  Im  Mobilmachungafalle  treten  8  weitere  Pferde 
hinan  anr  Berittenmachung  des  Inlendantttraekretlrs,  dea  Ober> 
arates,  des  Assistenzarates,  der  Pferdeinapektoren.  des  Ober- 
reteiinirs,  des  Veteriolrs  und  des  SekretSrs, 
Zugmaultiere«  im  Felde  1  300. 


Deutseb  chinesisches  Wörterverzeichnis  der  tecimischen  Ausdrücke. 

Division  ^ 
Divisionsa^^titant  \^  \^( 

nivisi»)n.santt        'iji'  ^'^'^^^  'g^* 
Divisionskoiiiuiaiulem- 
Dixisionsstabsveterinär  Jj^      ^  ^ 

l':rsat/.d»«i»üt  ^i^  ttiäi 

;  Fahnentriger  ^'^jgg'g 
Feldsrtillprie  #  l'^C 

Fe!<lni.ii>,  !iiiU  'Pf 
Feldwebel   mJ  ^ 

Gehir^rtillerie       [J^  ^ 

Ueliriter  yp 


Adjutant  ^i^'g 
Aktives  Heer       ^  rfi; 

Anuee  -  Landheer  |»^  j|£ 
Vniier  (taktische 

Asastenzant 

Hani»fni*«nrral  {|^V^ 
BitatUuu  ^ 

Mionsadjittant  'jg'JßfLiS 
BataiUi>nsk»uiniandeiir  ^*  ^ 

Brij;ati«  kuinniandeur  ^  iH^ß* 


216 


HAon:  Die  ReorginiMtioa  dw  ehiiMtwelwo  Heerwtwon». 


Gemeiner 
HSeneral 
Generddepot 

Geneialgouvemmir 
Cicneraliiisju'kteur 
Gcneralinspektion  ^^^^  |^ 
Generalleutnant  ^^-^ 
Generalmajor 
General8Ubsa4intant 


Generalstebsehef  ^ 

( MMipr.ilstaV^sdepai'teineiit 
tieiit  I  alf^tahsoffizier  1.  Klasse  — • 

Generalstabsoffixier  2.  Klasse  ^ 

Generalstabsoi&tier  3.  Klasse 

Große  Bagage  "^J^^^ 


Ii<iU[iliuann  -vj' 
llint4'ro  Komj>agiu«'  |); 
Hintei^  Feldlazaratt  ^j^^J^ 

Infanterie 
Intendant 

Intendanturaasessor  ^[J  T]  i*  'j^ 
Intendanturrat 

IntciulantursekretSr  i^*  ^ 
Instniktioiistlepai'teiiK  tit  ^ 
Instruküonaumaer 

Kaiserliche  Besichtigung  |^ 

Kansleinit 
Kanslist  ^ 
Kavallerie 

Kleine  Bagage  /»J^-^i 


I  Kommandant  der  Slabswacbe  ^ 

I 

j  Kommandeur  der  Artillerie  ^  |^ 

Koinniandeur  der  l^ioiiiei  e 

Kommandierender  General  jj^ 

Kompagnie  ^ 
Koinpagniefllhrer  ^  ^ 

Korporalschalt 
Korps  ^ 

Korpsarat  jft^Hlg 
Korpsbesichtigung 
Korpsstabsveterin&r  |J^i      '^''.i'^  'g' 
Kriegsaei)artement  .FT  fjj^'j  ^ 
Kriegsiniuisteriuui 
Kuli  if^^ 

Landwehr  ^  |^  $ 

Leutnant  flH^ 
Linke  Kuinpagnie  ^ 

Magazin  vor  dem  Feinde  j|f|j^^ 

Major  ^  ^ 
Meldereiter  ^ 
Meldereitemnteroffizier  ^  ^ 
Mittlere  Kompagnie  ifl 
Miisikerkompagaie  ^  ^  |^ 

(^herarzi  ^  ^  ^ 
Oberkriegsgerichtsrat  j^^l^^j^ 
Oberleutnant  -f'jjjjll 
Oberst 

Oberstabstrompeter  ^  'j^ 

Oberstleutnant  j^.  Ig 
Obcr/.eugineister  ^  ^  jjg^  'j^ 


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Hackr:  Die  iieorgaiitNatiou  des  chinesischen  Heenve^etis. 

OrdonDanz  ^j^.^ 
Ordoniuuixoffizier  -^f^tfl^ 
(Momunsnnteroffizier  ^  g 

FfoDiere  XSfi|t 
Proviantamt  |jpj 

Provinrirfbesichtigting 

Rechte  Kompagnie  y^}^ 
Regbieiit 


217 


KepmentskommandPMt  T0i^f^*l^ 
Keiciksiif  ei'^'sj-a  t 

Reserre  Hf  ü  9 

Schreiber  ^  ^ 

Seki-elar 


Sekretär  1 .  Klasse 
üi«kretär  2.  Klnsse  —  ^ 


I 


jStab«inrt  giJ1|lP^^ 
:  Stabstrompeter  a]  ^  ^ 

Stabsveterinär  0"|J       ^  g 
I  is  teilendes  Kriegslazarett 

[Train  ||  i]( 
.Trompeter  yj^^ 
TrompeterunterofBzier  g 

UnterofBsier  fj^  g 

!  Vorderes  Feldlazarett  ^  ^  ^  ^ 
'Vordere  Kompagnie 

I  Wachtmeister  jfj^^'j^ 

Ze..^i.i.  ister  iE^|^'gf 

(Zugführer 
jZweigmagazin  ^ 


Die  Beneooung  der  einzelnen  Dienstgrade  der  OlBzIere  ist  dnrrh 
Kiiserlidie  Verordnung  vom  Januar  dieses  Jahres  auf  Voraehlag  des  Reiehs- 
heeresrates  und  des  Kriegsministeriums  hinsichilieh  der  neuaufgestellten  und 
nenmifiuistellendeo  Truppenteile  wie  folgt  festgesetzt  worden: 


Generalleutnant  ^J:g(S)j^ 
Geoeralmiöor  fft^SiK 

Obentleutnant  ^ 


Major  tÄ^^i 
Hauptmann 

Oberleutnant  fH^igt 
Leutnant 


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218 


Kurze  Gescliichte  der  Mariauen. 

Von  (tkorg  Fritz, 

Gi  wkm  1519  *i  Ma^ltaws  htmafak  gkm  E^patm  para  mh  lago  Jan 
Im  «fahre         (Art.)  K^elt    von  nacli  Westen  mit 

5  na  «al^a»  düleikf. 
Schuren  klein. 

Mato     ffnma  fp  Brasil  Jan  kadaiiüalidte  ffmm  tstt  para  son  liicAan 
Kr  kam  an  xuerst  in  untl       folgt       von    da  nach  Sfiden 

i  hrijan  Sud  Amerika  asta  ke    ha$oda    tm   /ardv/ajan  para    *  ta*ex 
die  KQste  bis  dafi  er  flndft  eine  Dnrchfahi-t  nach  dem  Meer. 

pag^ko. 

ÄB§o  gumen  manmgkmg,  didide    nmgkanonUm  Jan  didide  na  hatmm 
Dort  sehr        kalt        wenig  Nahrung  ihrig  und  Wasser 
mottUy.  Mnjai  i/l  inaiujatrhnng       MoffttUann  monmaSngo  1  mmaiattganiha 
gut.     Viele  der  Mannschaft  (des)  verlieren  den  Mat  ihrig 

Jim  ma»matago  mtinmahmau  para  Eupama.  Imu  i  kapito»  iilnuimi  ha 
imd     wollen        lUehen     nach.  Aber  der  ftirclilloa  er 

aguaffuate  siha  para  umanigr, 
zwingt    sie    zu  folgen. 

/    hiuiUKvi   asta   ndjo  hataka  mas  dt   un  sakan.    Siha  manlajak  para 
Die  Heise    bis  dort  dauert  mehr  aI$  ein  .lahr.     h>ie    segeln  nach 
sati  layo,  lau       ti     manmnnjmh    tano   asta  defpufS  dt  trts    trifsef.  Ja 
Westen  aher  nicht  sie     Huden  L.ind  bis     nach       drei  Monat,  lind 
adpt  nai    i    tnamxpaniot  uhnhe    palo  maiidikike  na  tano. 

dann    die    Spariier    sehen  einige  (l*liir.)  kleine  Inseln. 

Gimn    rsfr    viftjai   ua     tautau  tano  manmamaUa  ffi 

\'ot\    ()n     viele        Mensciicii  (des)  Landes  (l'liir.)    kuiiimen  auf 

Sahjan7ii/ia,  AJin  siha  Jan  ijnniha  na  i/nlaidr  himajak  mandikike  manman' 
ScIitfTen  ihren.     Diese     auf  iiiren        Buiiten  Segel      kleinen  bringen 

Juujute  nijtde   Jan  paU»  na  tinektcha  para   /       tantau    hujuny  siha.  Ja 
Kokos  und  andere  Früchte    l'iir  die  Menschen  fremd     (Flur.)  Und 
/    manfspaniot  numac  sifia      ntnaen     '>""idiktke.    Taigufnau  i  mauixjianiot 
die   Spanier     geben  ihnen  Gesclienke    kleine.         So     die  Spanier 


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Funz;  Kurac  Ceschiclites  der  Marianen.  21U 

jan    »     lau  fan  tano  ittAa  manabok,    (au      ti     amam       halte       na  fstf 
und  die  luingeboreneu       Freunde,  aber  nicht  lange«  sie  sehen,  daß  diese 

«ils  0MwiianMi^  haßi  i    hagoda  fmnutna  i    lilok.     Pnt    mau  n  Maga* 
stehlen,    was    nie  finden,  xiierst  das  Eisen.  Wegen  dem 

Mmf«  h^mMtn     i     tano     manjnke.       Hafchulf'honm  Mntr  un  galauh  ja 
er  benennt  die  Insel  (der)  Diebe.   Sie  holen         auch  ein  Boot  und 

«iffo  ftMNrteAmi  t   «nminio     »a       ptäo    ^  imtitnt  knUrn  mmmamatai. 
dann  beg;innt  der  Kampf,  in  dem  meiirere  der  Gingeborenen  getötet  werden. 

Si  MapaUttiuis     hange     para   i  f&^mas  ana*  maiai  poi  ßnaUah^, 
fährt  weiter  nach  den  wo    tot  durch  Verrat. 

Gi  änaie  i  manetpanioi  immhahm  pah  na  biah  i  tauoäka 
In  dpr  Folge  die      Spanier   pehtia  herein   einigemal    die  Inseln 

gi  hitianauuiha  yinen  Akapulko  para  Manila ;  lau  fenma  yi  sakan  1667  man' 
aiif  Reisen  ihren  von  nacli  aber  erst  im  Jahre  sie 

raäd'au  ginmi. 
niedeilsüsen  hier. 

K^ff  na      stiknn  iini  maf'<     i  palt'  SonvitOftS  f/i  ja  irunhiin  jnn  yxj/n 

Iii'  ilifM'iu  .Jaiij-  *la  kam  di-i*  Patt'r                 nach  (iiiani  mit  t'inigen 

v.<ii)\iili    jmra  uhafanaguf  nl  i   kfnl!i<i'7nn    i     tautau  tano.  Mfif'>>ian>i 
I'nestern  um  zu  lehren     im  Chri.stcntuin  die  Eingeborenen  werden  gciiaunt 

I  tmto  .s'iha  I  Marianas  pot      /     minan      E.*jyiriin.     l  ja  MoHona*  gttaha 
(iie  Insehi  die  nach  der  Künigiii  Spaniens.    Die  es-  i;it»t 

/■>  na  tano:  Guahan,  Luta,  Agiguan,  Tmian,  Saipan,  Anatakan,  MedmiUa, 

ln>e|n: 

64uig(ntf  Guffuan ,  AlamagoHf  Ih</an,  Agriiinii ,  Asxongso/ig ,  Matttj .  ffaca.i. 
Mfgai  na  tautau  gi  /enena  yt  ja  Mariana»:  Gija  GuaAan*«*taba  30000,  gija 
Viele  Menschen  im  Anfang  auf  auf 

Se^m  20000  na  tautau  jan   (odo    i      palo  na  tano  manmatautayuf. 

^lenschen  und  alle  die  andern  Inseln  sie  waren  bevölkert. 
Manjasaga    gi  megai  na  songsong  mandikiki  ni  i  10,  20  pat  SO  na  guma. 
i>ie  wohnten  in  vielen       Dtirfern      klein      von  oder  Häusern. 

/    ginui  fiha      manma/iatsa    gi  hilo  haligeu   ntcho;  manmatodda 
Ihe  Häuser     .sie  waren  gebaut     auf  Pfeilern  Stein;  sie  waren  geschmückt 
fOft  mrjffmatclinff  rrt  d  na  ßnn.tngn   ni  i  quafak. 
und    geteilt      in         Zimmer  durch  Matten. 

/    lalahe  manlodo,  i  hiUtniha         manugis,  i  i/o  manmagiifsgufS  /urta 
Die  Männer  dick.     Haut  ihre  (Plur.)  hell,  Kopf     kahl,  außer 
«I     akijo     gi  kakogtmg.     I '  fantatauem  mananako  i    gapotiloniha  jan 
anea  Schopf  auf  Scheitel.    Die  Frauen        lang   ihre  Kopfhaare  und 
nanaapaka     ni  i  a/og.       I  ni/enniha         manatilong.  I  lalak^ 

aMchten  weiB  mit  Kalk.   Die  Zähne  machten  sie  schwarz.   Die  Männer 


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220  Fftm:  Kurz«  GctcMdite  der  Marianen. 

manaidahnyf    lau      *  famalauan  man  minagagago     ni  i   finifog  pogse, 
(l^hir.)  nackt,  aber  die  Frauen         kleideten  (sich)  in    Gewebe  Hibiscus 

Jan  un  hulon  na  manaijadbo  ni  i  harakot  manttikike.  Gi  talan- 
und  ein  Giirtelt  den  sie  uiaciien  schon  mit  Mtischeln  klein.  In  ihr«' 
ganiha  hapohtluje  ßnaadameUmg  siha  ni  i  l-ar,ii  Jan  f^m-ps.  Mcrnjo- 
Ohren  steckten  sie      Ringe  aus  Schildpatt  und  iiiunipn.  Sie 

tchofcho  nijok       sa  mepai ,  tupo y      pugas,    nika ,  gabgab, 

aßen  Kokos,  dcnctj  viele  (es  gab),  Zuckerrohr.  Reis,  Rüben,  Pffilw tinr,, 
nga ,      fiago,  svne,    pigOj       hafo.        Hakokone  lokue   megat  na  guihan 
I'aridaniis ,  .Tarn,  Taio,  (Tarn),  (Pandanus).  Sie  fingen  auch    viele  FiNche 

«/     i     hagtirt .     i      atchuman,       >'        lagua .        i  tchintchiilo. 
mit  der  Angel,  ileut  Käderstein«  dem  Wurfnetz,  dem  Staknetz. 

Guaha  yuihe    dos     klasen  tautau        i  manmagat  Jan  i 

Es  gab  hier  zwei  Kasten  (von)  Menschen,  die    Fdlcn     und  die 

managpapa.    J  mantnagas  manmafanaan  €hamorri}  senbanidoso  siha  ja  ti 
Niederen.    Die  Edlen  hießen  sehr  stoU   sie  und  nii  lit 

man     ^nan     jan    i  managpapa;   madesonra       i    gima  anai  tchumotcho 

venuischteo  mit  den  Niederen;  es  war  entehrt  das  Haus,  wo  aß 
iin    togpapa;  jagin  un  Chamorri  umasagua  jan     un      tagpapa,  guia  lokue 
ein  Plebejer;  wenn  ein  heiratete  mit  einer  Niederen,  er  auch 

humalum  tagpapa. 
trat  ein  (wurde)  Plebejer. 

/        atmasniha       togleka  na         tnlang  tautnu ,    jan   ait  ho 

Ihre  Waffen  (waren)  Speere  aus  Knochen  (vom)  Menschen  und  Steine 
Ja      manmandadagau       sen     tchadek     ni     /  nhtjxii. 
die  wurden  geschleudert  sehr  geschickt  mit  der  Schleuder. 

Ibjftti  na  Üdie  matummo  t  sen^song        «Aa.  Lau  Jagm  2 

Viele      Male  kSmpfen  die  Dorfer  (untereinander).   Aber  wenn 

pat  S     manmakä,         .  mandfmmihg.  I  mamnaamau  man' 

oder    getötet  waren,  sie  machten  gut  (Frieden).  Die  Unterlegenen  gaben 
numnAme  lahgmg         Adgan         m  i  manmiBagana,  ja  e^te  Mka  magepia 
Schilder  (der)  SchildkrOte  den     Siegern     und  diese  feierten 
I  ginanmiha  pat  haäa  Jan  kofUa.     Mangigimm  kwlau     na  mqfadUinaa 
ihren  Sieg  mit  Tans  und  (besang.  Sie  tranken  Laulau,  das  wurde  gemacht 
ginen  pugas  Jan  tehigo  manka, 
aus  Reis  und  Saft  (der)  jungen  Kokos. 

/    fenena    %    Anfftm  Mariana*  ha  t^nmgok  i  ßnanagtun  i   mamale  Ja 
Im  Anfang  die      Marianer  hörten  auf  die  Lehren  der  Priester  und 
megai  hanqfanmatagp«^tan^  tihajan   i  famaguonniha.    Lau    H   OMMMl  ft 
viele  ließen  sich  taufen ,   sie  und  die  Kinder  ihre.   Aber  nieht  lange  nicht 
mmmaguf  sa     i  mamate  manmamagat  »a     /   hhe    dehf  utb^m 
zufrieden,  weil  die  Priester  emudinten,  daß  der  Mann  mOsse  xosammenleben 


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Fnn:  Kurze  GoMihidito  der  Bfarwnen.  221 

fodii  i    hnnninia    jan  I   osaynania     ja      /    Ii  !u  tchfininilui   /   ilrtiau  9iha  iai' 
alle   seme  läge  mit    seiner  Frau  und  das      1  teibtii     der  (sei) 
ladjt.     E-sU  siha    i        inanjnfrro       ni    yi    kcuia   .tonysong  mamfni  gima 
schlecht.     Dipse,   die   .Tunggeseileii,   *lie   in    jedem     Dorf      luiiten  Haus 

dankxiUi  anai  ntanjisiha  Jan  mamaio  na  fnnnjotera  ni  i  luijafahan  gi  man- 
gioßcs.  dort  lebten  sie  mit  einij^en       Aladolien,  die    sie  kauften  von  ihren 

Jiamamha.    Lokur  megai  yi  man  sobetbio  na  Chamorri  man  -  öostm     pot  i 
Eltern.       Audi   viele  der     stolzen  unzufrieden  wegen  der 

ßnanaymn  kUisiano     na  i  menait  jtios  todo  i    taulau      manatrhaiyua,  Gi 
Lehre    christlich,  daß      vor   Gott  alle   Mensclien  gleich  (.seien).  In  dem 

S4.ng.*ong  Paa  sumasaya  im      moro  China      na  i    naania  CKoko.  lieg' 

Dorf  lebte         ein  heidnischer  (^hinese,  dessen  Name  Kr 

«KI  ni  i  tautau  tano  i  utamale  numailadjf ;  uhnpuno  i  famaguonmut 
sajte  zu  den  Eingeborenen  die  Frie.ster   schlecht;  sie  töten      eure  Kinder 

tu  t  Imnum  latatsi  jan  unnina  fanmainngo    hamio    pot  i  man  inayuaguayualf 
mil  Wa:5i>er  giftig  und    sie  machen  krank  auch  durch   sie  zwingen 
hamio    na  in/anmtnagayn.        Taiguim-   1  stng.stmg  siha  gi  finale  rnuna 

euch,  daß   ihr   (euch)   bekleidet.       Su    die  Dörfer         am  Entle  wurden 

tnanalborotao ,  ja  yuayttaha  minimo.  Fenma  viapuno  si  pale  Medmäla 
an%ewie^elt  und  es  gab    Kampf.    Zuerst  wurde  getötet  der  Pater 

gi  ja  Laulan  yi  Saipan  ;  ja,    i    suk^m  1672  i  Chamorri     sifia      as  Hirau 
in  auf  und  in»  Jahre         die  riiain  iri  {l'lur.)  (.^rt.) 

jan  Makytang  pumuno   si    p^^lf  Sanvitwes  yi  ja  Tamlunn  gi  Üuahan. 
und  tüteten  den  Puter  in  auf 

Gi  senysong  Smm  yi  peninsula  Oroie  mmmtuonyys  i  yima 
Im  Dorfe  auf  der  Hftlbiosei         sie  verbraooteo  das  Haiii 

jw)t  jan       hakone       i  famayuon  na  adjo  nai  manmafanayut  ni  t  kinili- 
Gottes  und  futirten  weg  die  Kinder,  die  dort  gelehrt  wurden  im  Ghristen- 

Kfam.     I    pale  Sumai    jan     i     mamalo  na  manespamot  manmaiayo 

inm.   Der  Pater  (von)  Sumai  und  die  andern         Spanier  flohen 

j>nra  i     inai     jan  todo  i  Chamorri  »ika  hadalaldlakp  para  adjo;    lau  Ii 
lum     Strand  und  alle  folgten     nach  dort;  aber  niciit 

haatotga  xiha  nmembeste  fa  i  manMpwwt  manyai  pak«.  Ja  adjo  nai 
wagten    sie  angreifen,  weil  die  hatten  Gewehre.    Und  da 

m  Ckamoni  na  naania  Cheref  ileynia : 
fiA  sein  Name  sagte: 

€WAo  higogue  hamio;    hukone    hamio  yi   gabädeho  para  HagtUma, 
Ich    schlitze  euch,  ich  geleite  euch  im  Boot  mein  nach 
/     pale    inanyoko    yui  jan     memmatatchony     yi  yaktidmia.      Lau  anai 
Der  Pater  vertraute  ihm  und  sie  setzten  (sich)  in  Boot  sein.    Aber  als 

«Ke  mangaiye  yi  tadtmg  na  tote,  «i  CSIer^  traidat  hakagom    i  yalaide.  I 
rie    wareo  im  tiefSsn   Meer  Verrftter  warf  tun  das  BooL  Das 


222  Prits:  Kline  Reachiehte  d«r  Maränen. 

peibolim  i  moMupmiot  mm^algon  ja  |t  «mts  ma»  maH$namakr.  Ana» 
Pulver  der  Spanier    wurde  nafl  und  nicht  kfinnen  mdir  sie  schießen.  Als 

9iha  man  namuiffo  kUo  para  %  orija,  toth  manmapmo,  Kaai  todo  i 
tat   schwimmen  wieder  nach  dem  Ufer  alle  werden  getötet.   Fast  alle 

tenffitmg  tiha  manjaujau     hmira  t  mofunpaawt,  Fmia,  TaUtaif  Orok,  Sumoi, 
Dörfer   empörten  sich  gegen  die  Spanier, 

Agqfan,   I        mnuudha  yi      pimta   »  Aguarm,         lumugofig  liagatnia 
und  war  ihnen   an  der  Spitae  Diese  griff  an  AgaAa 

jan  MMia»  mtgai  na  iatUa»  gi   tote  jan  yi  fauo,      I  tnmupamioi  l^a 
mit  sehr  vielen     Leuten  xu  Meer  und  su  Land.    Die   Spanier  (hatten) 

na  15  ha  pai  20  na  iauiatt.  Lau  i  Chamarri  Afihi  ama^uda  »ha  Jan  i 
nur         oder         Menschen*   Aber  half  ihnen  mit 

iaviaumaf     ja  kiifmns  imma  t  Hmgongniha     manai&ale.  I  maga' 

seinen  Leuten  und    so  ihr  Angriff  wurde  imtanglich.   Der  Gou- 

Isiie  jSon  i  Ckammri  siha  AJihi,  Stkm,  Uinetij  hataütijt  i  mana&omtaöf 
vemeur  und  die  verfolgten  die  AufrOhrer« 

na       nugai     man  mapuno    jan  m^jfai  man  malayo  para  Lata»  l 
von  denen  viele  getütet  wurden  und  viele      Ilohen      fiacli  Kota.  Am 

Hnaie  i  Chammri  siAa  mamnangayau  in^amaukg, 
Ende  baten  (um)  Beilegung  (Friede). 

Manmahatsa         6  na    yiina     juos    gi  ja  Inapsa/if  Payo,  huüahan, 
(Es)  wurden  errichtet  Hluser  Gottes  in 

Malesuf  IJmatag ,  AyaL    I      palo  songstmg    man    majulang  ja  i  UnUauniha 

Die  andern  Dörfer  wurden  zerstört  und    ihre  Be- 

mtm    maatotchoteho  para  u/aniaga  gi  ja  liagatnia  jait  adjo   i  6 
wohner  wurden    genötigt       xu   wohnen     in  und  jenen 

na  lugat. 
Orten. 

Df^fle  arijn  na  tiempu  manmale/a  yusi  ni  i        pinajoniha  t/i/tf 

Seit  jener      Z«*it  verj»aßen  (siet  rasch       ihi«-  Gewulmheiieu  vtm 

i  manjaifia ;  i  kantan  man  nidHd ,  man  maünyit.  Manmaatotchotchi) 
den  V'uri'ahren  die  ilesiinge  die  alten  wurden  w^rloicn.     Sie  wurden  ge- 

manasayna    todo      i  haattpnniha ,  uhaha/oi         i  manmatai  gi 

zwungeu  zu  lieirat«»»  (für)  all  iiirt-  l.el)t;i!»e,  sie  l>eerdi^ti'n  die    Toten  auf 

ftfmmlejtm  lahjajau;  u/anmiiiagayo       laujuthe  i  man^xpnnutt. 

dt'iii  Friedhol  ^eiiieinschaltlicli ;  sie  bekleideten  sich    wie     die  S|»anier. 

IlaiKtuiion  tnanuAclut  catne  jan  manma/iununi  inaits.  /  Chatiiorrt  siha 
iSie  begannen  zu  essen  Fleisch  und     zu  hauen      Mais.  Die 

ni  i  manabok  i  manespaniot  manman iahlau  piucka  ja  yi  kada  jumysony 
welche  Fr  t  imde  der  Snauier.       erhielten      Ämter  und  in  jedem      Doi  l' 

guayua/ta  wi     hulon    Jan      /m/o    mamiaipeka  na  C/iamorri. 
war     ein  Schulze  uud  uiehrere  üeainteu. 


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Fbttz:  Kuno  RcHM^hichte  der  Marianen.  223 

Gi  sakau  KiS^i  «4   Euplana       HutmntfaliJalw.  1    fmufinaiyue  na 

Im  ilalire  wurde  Gku VfiiuMi-.     Dt'v  scitlierij^e 

magdnhf    si  Quiroga  humanau  jmrn  Tmian ;     hatchuhhanau        jtaltf  gi 
Gouverneur  f«J>*t  natli  er  nalim  nu'l  lort  »'iiiige  von 

tri>]Mi  gl  un  sahjan  jan  ini(/ii  na  Vhamorri  gi  40  na  gaiatde. 
der  Tnqjpf  iu  einem  Schiff  und  viele  !n  Booten. 

Main       fmma  gi' ja  TuUan  anai    1     tautau  nrfjn,    jmpn      /  iinago 
Er  kam  an   ztifrst    in  wo  die  Kinjj;ehorenen  unter  tleni  lieiehl 

Kaüa  guse  mnnmnyana.    l  galaidtttHta       manfhirm         jnrt     i    mamnin  ja 
ra'^rh    hrsifü;t.  Ihre  Boote  vereini;;teii  sicli  mit  (it;n  atidern  «unl 

imnnialaij     SoipOii.       Manifilum       gi  Mgiia  Tattapag,     Anai  i 

eihe»  (uacl»)  8ie  fuliitMi  ein   in   den  H;itVii  \(in  Dort 

Chamorrm  Saipan  tnmugong  sihtt  manmatatnga  ja  kana  luitchvle     i  mhjan. 

w;riffen    an  .sie        kuhr»        un<l   fast   nahmen  das  Schiff. 

(ri  tinatf  1  maiUfijKMtot  manhalum  gt  taiio  ja  hajufang  i  smgsong 
Solilieisiicli  Ixtraten  das  Land   und  zrr>ir»rtfn  das  I)(»rf 

dankulit  AHajau  ja     t  humaluhihr  si  Ladahan  tnaiago  para    /    Gant;  taiguitic 
irr(»l>  und  <ler  AnlTdirer  Iloh    nach  tiem  so 

THamHofamiitann  /  Itiun  silia  gt  .tan  katnn  iSaip<tn.  I  inanrspaniot 
wurden  genannt   die    In.sehi     im         Norden  von  Die 

fuma/anmetgpt  xifta  gi  sau  liii  /tan  /  tann  gi  rnia/o  i  hagni  jan 
machten  sich  stnrk         im        biiden  der  Insel   zwiselieri  der  L;ij;ime  und 

(H^atn,    Faio     gi  impft  manhanau  jtara     i    (Sani  na  rnanmuguna 

Kirdge  der  Truppen  j^ingeu   nach  dem         das  wurde  unterworfen 
ft  muri  aguaguat. 
nicht  scliwer. 

Anai     rsff  gi  ja  Saipan   manahujung    un  jinaujau  gi  Guahan,  Un 

Während  dies  in               kam  heraus  ein  Aufruhr  in  Kin 

dTmffiijo  Gf)  gi  manjttujau  papa     i         tinngo       Jula  yinen  Äpurgtio»  manha- 
^uwvAwii     der  Kmpörer  unter  dem  Befeld  (des)        von  kamen 
luHi    gi  tfiyna  jnm     ja     i  finngpo   i     misa        hahtgrmg      i  mOfttspaniotf 
herein  in  die  Kirche  und  am  Knde  der  Messe  sie  greifen  an 

fnoiitnamuno  45  na  sendalo  jan  3  na  rnanude    ja    mana/'nnj^tnot    i  mtigalnhf . 
löten  Soldaten    und         Triejiter  und    verwunden  den  (iouver- 

/  Chaawrri  as  Hineti  turnugung   i     pah     ja  Jutnnfanhnjung 
nenr.    Der  j^rifT  an  die  andern  und  machte  hiuau.sgehpn 

I  maifjaujau.  Si  Jula  iokue  matai.  Anai  i  gi  Lita  jan  i  gi  Tmian 
die  Aufrijlii*er.  mich    tot.       Als   die  liota   und   von  Tiuian 

Itulnuyo  f. st''  lokur  inanjaujai/.  Gi  ja  Tinian  manmamtmo  17  na 
prfiilireii  (lies  aucli .  sie  enijjürl''n  sidi     in  \viif<len  getoti'l 

nanejspantftt  ja      masonggf       i     sa/tja/i  (^uiroga.     l     gi    TJtn  manmalag 
und  vei'brauuten  die  Fregatte  Die  vuu  Huta  eilten  (nacli) 


224  Fkm:  Km»  0«Mbidite  der  Kbrianm. 

Saqtan.    Todo  i  ta/ta     vianjaujau      lau     H       sinia     magana  si  Quiroga 

AUe  Iimfai  empörten  sieh  aber  nfeht  kSnnen  besi^pen 
Gi  tmate  tumalo  guato   gi  ja  GuaJutn,  ja  mauleg  ßnakmUi, 

Am  Ende  er  k^rte  zurRck  dortiün  nach  Guam  und  gnt  seine  Ankunft, 

M     oBta     i    Tagalo   siha  maneetnon  ja»     i     manjaujau.    Desde  adjo 
denn  sogar  die  Tagalen  vereinigten  sich  mit  den  AnfirBhrmi.  Von  nun  an 

•  mant^amei  kamiau  i  Chamorri  aiAa  ja     ti    abmam    todo  i  tano 

besiegieo  und  nicht  lange  die  ganze  Insel  war 

htmq/anmahgong. 
gemacht  ruhig. 

6*1  sakan  1695  ti  Qiuiroga  hunuman  para  Tinian  jan     i  senthJoHta. 

giti^  mit  Soldaten  seinen. 

/  tautau  Tinian  manmalago  para  Agiguau^  anai  nm  majjoi  hu  malum 
Die  Leute  (von)  Hohen  wo  sehr  schwieriL:  zu  l.inden 

pf>t       i       napo.         Lau  t  manespaniot  manajuk  para  i   fxust  rou  tifsdc  i 
wegen  der  Brandung.    .\ber  sprangen  auf  die  l'elsen    von  den 

palOy  ja  manmagana  i  C/uitnorri  na     todn      i      Udahr ^  fainalauan  jan 

Raen  (aus)  und  schlitj^en  von  denen  alle  MSnnoi-,  Frauen  und 

/amaguon       muniuukone       juira  üuaiuin.    l^thsu  i  tauUiu  öaipan  jan  i  tautau 
Kinder    getrieben  wnrden  nacii  Aiicli 

Gani    manmoaiotc/iolc/io    manradtkao  gi  jn  Gualian,     Taiguine  gi  sakan  1700 
wurden  ger.wungen  anzusiedeln  So 

dosha  na  tantj  mannmiautague,  Guahan  jan  Ltuteu  l  ChammTi  esiaba  sen 
zwei  nur  Inseln  waren  bevölkert.  waren  sehr 

didide  pot  i  megai  minima  jan  p(4  t  sago  jan  i  Itailaa  ginm 
weni^  irtfolge  der  vielen  Kampfe  und     der  Seuche      Hungersnot  infolge 

I      manmaktmeniha      todo  gi    un    kmo.    Gi  sakan  1110  taia  na  3078  hd  na 
zu^ammentreit>en  sie  alle  auf  eine  Insel.  nur  nar 

tautau  iano  jan  gi  sakan  1790:  1U39  hd,    Desde    adjo  mandania 
Eingeborene  Von  da  an  vermischten  sie  sich 

jan  t  tagalo  süui  jan  i  manespanUd  taiguine  na  gi  ja  Lutahä  na  maim 
mit  den  Tagalen  so  daß       auf  Rota  nur  allein 

jan  gi  settgsong  dücike  gi  ja  GuaJui$t  nai  guaha  pago  Chamurri  magahet. 
und  in  den  TfMem  kldn  auf  es   gibt  heute  acht 

Taia  na  ndmanman  gumtmha  desde  adjo.  Katla  lakan  matn  un  biah^ 
Nicht«?  Erstaunliches  geschah    seitdem.      Jed<.>  .l;ih[     kam  einmal 

i  siihjnn  //iuf'n  Akapuiko  para  Manila ,  Jan  pjiie  lokiu>  mumagpo  y#  sakan 
das  i>ci)iff  von  und  die^s  auch  endete 

t811,    Gi  tak)       enau      na  sigh    manmdfato  kada  sakan  i  mansalülungai, 
In  der  Mitte  jenes  .lahrhunderLs   kamen    jedes  .laiir  die  Walfänger 

lau  pago  lokue  dididehd  marmidfato  para  i  !  itio.  D^sde  i  sakon  lölö 
aber  beute  auch  weuijj  uur  kummeu  nach  der  lusel.  Seit 


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Fsns:  Rnne  Gttgdiidite  dar  MariaiMn. 


226 


w  ^  Bthu  mmndHttm  gi  Ja          jan  ffi  9akm  i86S  m«i  1869, 
«iD%e      Ksrolina'  Wedelten  an  auf 

mol^fm  gi  mil  manmata  gmm  i  taw  gi  Afa«  jMTS  IVgm,  IMm,  jSb»' 
nähr  ab       kamen    tou  den  Inadn  Karolinen  nach 


Gi  iakm  1899  i    ja    Quahan       maiekak       pot    i  Ämenkano 
die  (Insel)  Guam  wiurde  genommen  von  den 

lüfly  ja»    j  mamah  na  kmo      maamaaae     gmtBtpatda  ißt  Almumia, 
and  die  anderen  loteln  wurden  ttbei^geben  von  Spenleo  an  Deutachland. 

ühersetaang. 

Im  Jahre  1519  acfgdte  Iftigalhmes  mit  fQnf  kleinen  Schiffen  von 
Spanien  nach  Weaten. 

Er  kam  saerst  nach  Brasilien  und  folgte  von  du  der  Kfiste  Sftd- 
aaierikas  nach  SQdra»  bb  er  eine  Durchfahrt  nach  dem  Stillen  Meere  fand. 

Dort  war  es  sehr  kalt;  man  hatte  wenig  Lebensmittel  und  wenig 
Elites  Wasser.  Vi*^lp  von  Mer  Mannschaft  des  Magallanes  vnloren  don  Mut 
und  woilteo  nach  S^jauieu  zurQckkehreo.  Aber  der  furcbtlo.se  Füiirer  zwang 
sie,  ihm  zti  folgen. 

Die  lieise  hatte  bis  hier  mehr  als  ein  Jahr  gedauert.  Sie  segelten 
wdler  nach  Westen,  aber  erst  nach  drei  Monaten  fanden  ne  Land,  dann 
cnt  iahen  die  SpaiUer  einige  kldne  Inaelo. 

Vide  Bngehorene  kamen  von  dort  auf  die  Sdiiffe. 

Anf  ihren  kleinen  Segdhooten  bringen  sie  den  Fremden  Kokos  und 
andere  FrQchte,  und  die  Spanier  gaben  Ihnen  dafilr  kldne  Geschenke. 

So  wurden  die  Spanier  und  die  Kitigehnrenen  Freunde;  aber  bald 
merkten  sie,  daß  diese  stahlen,  was  sie  fanden,  besonders  Kisen.  Daher 
nannte  Magallanes  dieses  Laixl  die  Diobesinseln.  Auch  ein  Boot  nnhmen 
weg  und  es  kam  zum  Streit,  in  dem  mehrere  Eiogeborene  getutet 
wurden. 

Magaiiiiiies  fuhr  dann  weiter  nach  den  riiUippiiien  und  starb  dort 
dmch  Verrat. 

SpSter  besnditen  die  Spanier  zwnr  öfters  die  Inseln  auf  ihren  Reisen 
von  Acapolco  nach  Hanila;  aber  erst  im  Jalire  1667  lieflen  sie  sich  hier 


In  diesem  Jahre  kam  der  Pater  Sanvitores  mit  eloigen  Priestern  nach 

Guam,  um  den  Eingeborenen  das  Christentum  zu  lehren.  -Nun  wurden  die 
inseln  nach  der  Konigin  von  Spanien  die  Marianen  genannt. 

Die  Marianen  sind  15  Inseln:  Guam,  Rntn  ,  Ap^'ptan ,  Tinian ,  Saipan, 
AnaLiliau,  Me<linilia,  Sarigan,  Guguan ,  Alaoiägan,  Pägan ,  Agrigan,  Assöng- 
sotig.  Maug,  Urak.  \'iele  Menschen  lebten  früher  auf  den  Marianen:  Auf 
Guam  waren  30  000,  auf  Saipan  20  000  Einwohner  und  alle  andern  Inseln 
waren  bevölkert.  Sie  wohnten  in  vielen  kleinen  Dörfern  von  10,  20  oder 
SO  HIasem.  Die  Hioser  standen  auf  SteinsEulen;  sie  waren  geschmQckt 
mid  in  vier  Zimmer  geteilt  durch  Matten. 

lEttASoB-tCMMtSpiadHB.  1807.  LAbi.  15 


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226 


FaiTz:  Kurze  Geschichte  Marianeii. 


Die  M&nner  waren  dick,  ihre  Hautfarbe  hell,  der  Kopf  kaU  bia  aof 
einen  8diopf  auf  dein  Scheitel.  Die  Frauen  trugen  langes  Haar  und 
bleichten  es  mit  Kalk.  Ihre  Zähne  schwirzten  sie.  Die  Männer  gingen 
nackt;  aher  die  Frauen  kleideten  sich  in  Gewebe  atis  Bast  mit  «-inem  Gürtel, 
den  sie  mit  kleinen  Muscheln  verzierten.  In  den  Ohren  trugen  sie  Ringe 
aus  Schildpatt  und  Bluiaeu.  Sie  aßen  Ivokos,  von  deneu  es  viele  gab, 
Zuckerrohr,  Reis,  Rüben,  Pfeilwura,  Pandannsfrüclite ,  Jam  und  Taro.  Sie 
fingen  auch  viele  Fische  mit  der  Angel »  dem  Ködei-stein,  dem  Wurf-  imd 
dem  Slaknebc. 

Die  Eingeborene  waren  in  zwei  Kasten  geteilt,  den  Add  und  das 
Volk.  Die  Edlen  hiefien  Ghamoni;  sie  waren  sehr  stolx  und  vetkebrtea 
nicht  mit  den  Niederen;  entweiht  war  das  HauSi  wo  ein  Plebiger  g^essen 
hatte,  und  wenn  ein  Chamorri  ein  Midchai  aus  dem  Volk  hdmtete,  so  ge- 
hörte auch  er  zur  Kaste  der  Plebejer. 

Ihre  Waffen  waren  Speere  aus  Menschenknochen  und  Steine,  die 
sie  sehr  geschickt  mit  der  ScldendtM-  warfen. 

Oft  kninjiflen  die  Dörfer  miteinander;  nher  wenn  zwei  oder  drei  ge- 
fallen waren,  so  ni.irlite  man  Frieden.  Die  Unterlegenen  gaben  den  Siegern 
Ivrötenschilder  utui  diese  feierten  ihren  Sieg  mit  Tun/,  und  Gesang  und 
tranken  Laulau,  das  sie  aus  Reis  und  dem  Saft  junger  Kokosnüsse  be- 
reiteten. 

Anf&nglieh  hörten  die  SCarianer  auf  die  Lehre  der  Priester  und  viele 
liefioi  sieh~  und  ihre  Kinder  taufen.  Bald  aber  wurden  unsufrieden; 
denn  die  Priester  malmten,  der  Mann  mltee  sein  Lebtiig  bei  seiner  Frau 
bleiben  und  nichtsnutzig  sei  das  Treiben  der  Uritau.  Das  waren  nämlich 
die  Junggesellen ,  die  in  jedem  Dorf  ein  großes  Haus  besaßen.  Hier  lebten 
sie  mit  einigen  .Tungfraiien .  die  sie  von  ihren  Eltern  gekauft  Isatten.  Auch 
waren  viele  der  stol/en  rimniorri  unzufrieden  mit  der  christlichen  Leiire, 
daß  vor  Gott  alle  Meni>ciien  gleich  seien. 

Im  Dorfe  Paa  lebte  ein  heidnischer  Chinese  mit  Naujeii  Choko-,  der 
s^te  zu  den  Eingeborenen:  die  Priester  sind  schlechte  Leute,  sie  toten 
eure  Kinder  mit  giftigem  Wasser  und  madien  eudi  krank,  wenn  sie  euch 
nötigen,  Kleider  anraziehen. 

So  wurden  sehltefilieh  die  Dörfer  aufgewiegelt  und  es  kam  sum  Kri^. 

Zuerst  ward  der  Pater  Medinllla  in  Laulau  auf  Saipan  umgebracht 
und  im  Jahre  1672  tüteten  die  Chamorri  Uirau  und  Matapang  den  Fater 
Saavitores  in  Tomhom  auf  Guam. 

Im  Dorfe  Siiinai  auf  der  Halbinsel  Orote  verbrannten  sie  die  Kirche 
und  führten  die  Kinder  vveg,  die  doi't  in  der  Uliristenlelirc  nnterrichtet 
wurden.  Dim-  Pater  von  Siimai  und  die  übrigen  Spanier  IIoIkmi  /um  Strand 
und  alle  Chamorri  folgten  ihnen  dahin;  doch  wagten  sie  keinen  Angrüf, 
weil  die  Spanier  Gewehre  Imtten. 

Da  sprach  ein  Chamorri,  der  hiefi  Cheref:  Idi  schlitze  euch  und  gie* 
leite  euc^  in  meinrai  Boot  naclT  Ilagutnia. 

Der  Pater  traute  ihm  und  sie  seteten  sieh  in  sein  Boot  Aber  als  «ie 
waren  auf  dem  hohen  Meer,  da  warf  der  verriiteriadie  Cheref  das  Boot  um. 


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Fkm:  Kmne  Oosdiiehte  der  MMunen.  227 

Dis  Pulver  der  Spanier  wurde  naß  and  sie  konnten  nieht  mehr  sehießen. 
Und  ab  üt  xurflcksehwemmen  sinn  Ufer,  wurden  alle  getutet. 

Fast  alle  Dörfer  empörten  sich  gegen  die  Spanier:  Funia,  Taliaai» 

Orote,  Sumai,  Agafao;  an  ihrer  Spitze  stand  Aguarin. 

Dif^sfr  p"iflr  tiiit  ?:ihireichen  Streitern  Apana  zu  Wa.sser  und  zu  Lande 
an.  Die  Spfinier  waren  nur  15  oder  20  Mann  stark.  Aber  der  Chamorri 
Ajihi  unterstützte  nitt  mit  sciiicn  Leuten,  so  daß  der  Angriff  abgeschlagen 
wurde.  Der  Gouverneur  und  die  Chamorri  Ajihi,  Soon,  Hineti  verfolgten 
die  AuTrührer;  viele  wurden  getötet  und  viele  flohen  nach  Rota*  Schließ» 
Bdi  baten  £e  Chamorri  nm  Frieden. 

Nun  wurden  sechs  Kirchen  errichtet:  in  InApun,  Pago,  Inarahan, 
Heriio,  Umattg,  Agat.  Die  übrigen  l>5rfer  wurden  serst5rt  und  ihre  Be- 
wohner genSt^,  sich  in  Agafta  und  in  jenen  aecha  Ortea  aoxuaiedeln. 

^'(ui  nun  an  gerieten  die  Sitten  der  Vorfahren  rasdi  in  Vei^essenlieit, 
die  altes  Gesinge  verloren  sich.  Man  mußte  auf  Lebenszeit  heiraten.  Die 
Toten  wurden  auf  dem  j»emeinsamen  Friodliof  beerdij^t.  Man  kleidete  sich 
wie  die  Spanier  und  fing  an  Fleisch  zu  e^s*'fi  nr<d  zu  pllanzen.  (']»a- 

inorri.  die  Frriinde  der  Spanier  wjireri,  er'hielten  Ämter,  und  injedem  Dorf 
war  ein  Sclmlze  und  mehrere  Bt  auiie,  alle«?  rhamorri. 

Im  Jahre  1683  wurde  Esplana  Gouverneur;  sein  Vorgänger  Quiroga 
wog  nach  Tinian;  in  dnem  Schiff  führte  er  einige  Soldaten  und  in  40  Booten 
ride  Chamoni  mit  sielt. 

Zuerst  kam  er  nach  Tinian  und  unterwarf  bald  die  Eingeborenen, 
ODtcr  Kaixas  Befehl;  ihre  Boote  schlössen  sieh  den  andern  an  und  segelten 
Bsdi  Saipan.  Sie  fuhren  in  den  Hafen  von  TntiMpiig.  Iiier  aber  wurden 
ae  von  den  Chamorri  Saipans  kühn  angegriffen;  fast  hätten  sie  das  Schiff 
erobert  Schließlich  landeten  die  Spanier  und  zei*storten  das  große  Dorf 
Afüjan,  dessen  Anfnlirer  Radalian  nach  dem  Gani  Hob:  so  hießen  die  Insfhi 
ririnllich  von  Sni})an.  Die  Spanier  verschanzten  sich  im  sudlichen  Teil  der 
I&hd  zwi^hen  der  Liigune  und  Objam.  F^inige  Soldaten  wurden  uacli  dem 
Gani  geschickt,  das  sie  ohne  Muhe  unterwarfen. 

Wlhrend  dieser  Vorgänge  auf  Saipan  brach  anf  Guam  dne  E^pSrung 
SOS.  Eines  Sonntags  kamen  60  Verschwftrer  unter  dem  Befdile  des  Jula 
von  Apniguan  zur  Kirche.  Nach  Sctiluß  der  Messe  griffen  sie  die  Spanier 
aa,  tüteten  45  Soldaten  und  drei  Priester  und  verwundeten  den  Gouverneur. 
Der  Chamorri  Hineti  trat  ihnen  entgegen  und  trieb  die  AufrQhrer  hinaus. 
Aach  Jula  fiel.  Als  die  von  Rota  und  Tinian  dies  ^fuhren,  empörten  auch 
sie  sich.  In  Tinian  wurden  17  Spanier  getütet  und  die  Fregatte  Quirogas 
verbrannt.  Die  Männer  von  Rotn  eilten  nach  Sai[>an  und  alle  Inseln  waren 
in  Aiifnilir;  aber  sie  konnten  Quiroga  niclit  bezwingen,  der  schließlich  nach 
Guam  zurückkehrte,  zur  rechten  Zeit,  denn  sogar  die  Tagalen  verbanden 
sieb  mit  den  Emporern.  Nun  aber  siegten  die  Spanier  Ober  die  Chamorri 
sfld  bald  war  die  ganze  Insel  beruhigt. 

Im  Jahre  1695  fuhr  Quiroga  nach  Tinhkn  mit  seinen  Soldaten*  Die 
Bnrohner  von  Tinian  flohen  nach  Agiguan,  wo  es  wegen  der  hohen  Bran- 
duag  sehr  adiwer  ist  au  landen.  Aber  die  Spanier  sprangt  von  den  Rara 

It* 


228  Fritz:  Kurza  Geachtdite  der  Marianeo. 

aus  auf  die  Felsen  und  schlugen  die  Chainorri.  Alle  MSnner,  Frauen  und 
Kinder  wurden  nach  Guam  überf&hrt.  Auch  die  Bewohner  von  Saipan  und 
des  Gani  mußten  sich  auf  Guam  niedorlassen.  So  waren  im  Jahre  1700 
nur  iiorh  zwei  Inseln,  Quam  und  Rota,  l)e\volint.  Infolge  der  vielen  Kämpfe, 
der  öeuclien  und  IIunger?;not,  die  nach  dem  Zusammenti  eibeji  aller  auf  der 
einen  Insel  ausbrachen,  blieben  nur  .sehr  wenif^  Chamorri  übrig:  171Ü  waren 
es  noch  3678,  1790  nur  noch  1639  Eingeborene.  Von  da  ab  vermischten 
sie  ideh  Biit  den  Tagalen  und  den  Spftniern,  so  daß  es  beute  nur  auf  RoU 
und  in  den  kleinen  DOrfem  von  Guam  noch  edite  Chemorri  gibt. 

Seit  jen«r  Zeit  erdgnete  sich  nichts  Bemerkenswertes.  Jedes  Jahr 
I^(te  einmal  das  Scliiff  von  Acapuloo  nach  Manila  hier  an  und  auch  dies 
hörte  auf  im  .lahre  1811.  In  der  Mitte  jenes  Jahrhunderts  kamen  dann 
j&hrlich  die  ^^'al(%nger«  al>er  auch  von  ihnen  besuchen  heute  nur  noch 

wenige  die  Insehi. 

Seit  IM 5  siedelten  sich  Kaixiliner  auf  Saipan  an  und  von  1<S65  bis 
1869  kamen  nach  luid  nach  melir  als  Tausend  von  den  KaroUoeninseln 
nach  Pagan,  Tinian,  Saipan  und  Quam. 

Im  Jahre  1899  wui'de  Guam  von  den  Amerikanern  erobert  und  die 
Übrigen  Inseln  wurden  von  Spanien  an  Dftitacblind  abgetreten*. 

1  Eine  ansfllhriidtere  Darstettiing  ist  fai  meinar  •Geaehiehte  und  Etimographie 
der  Hsrianen«  enthalten. 


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229 


Der  amtliche  japamsciie  Briefstil 

nebst  18  erlftuterten  Dokumenten. 
Von  Dr.  jur.  W.  Külleb. 


Vorwort 

In  der  vorliegenden  Arbeit,  die  hauptsächlich  praktischen  Zwecken  dienen 
soll,  hat  df'r  Verfasser  versucht,  die  Kij^entütnlichkeiten  dt«  aintliolnn 
japanischen  Briefsiiis  kurz  '/.usamnienzufjisseii  imd,  soweit  es  sich  um  rein 
fframmafi>clie  l"iaf;en  hanilelt ,  svstpmaf isch  dar/iistpllen.  Die  Stii«lieii  liier- 
m  liüt  er  im  iSeminar  lur  Ürienlalii»chc  ypracheii  zu  Herlin  unter  Anlei- 
tung seines  ehemaligen  Leiirers,  Herrn  Prüf.  Dr.  Ii.  Lange,  begonnen 
umI  dtnn  an  der  Hand  der  Fraxb  in  Japaii  forlgeselKt.  Ihrem  H«upttwedce 
neb  stellt  sich  die  Abhandlung  als  eine  pralcUsche  Anld^tung  zum  sdb> 
tfSnd^D  tlfaereetxen  amflieher  Urkunden  der.  Weno  es  nun  auch  bei  dem 
großeo  Wortrdchtum  der  japanischen  Sprache  und  der  Kompliciertheit  des 
Schrifii>3'.stems  als  ausgesclilossen  gelten  mufi,  daß  .\usländer  Je  der  Hilfe 
des  Lexikons  werden  entbehren  können,  so  darf  doch  erwartet  werden, 
daß  die  Belierrschung  des  in  den  beigefügten  amtlichen  Noten  enthaltenen 
Materials  die  Schwierigkeiten,  die  ein  selbständiges  Arbeiten  auf  diesem 
Gebiet  erfahrungsgemäß  bereitet,  eriieblich  vermindert. 

Der  Anlinni;  entiiiilt  eine  Sammlung  der  wichtigsten  Ausdrücke  der 
vnt&chen  jaj»anisclieii  Schrii'tsprache.  Die  darin  aul'geführten  Wörter  und 
Wortverbindiuigen  (fast  ausschlieBUch  chinesische  Romposita)  sind  aus  einem 
<iBcn  Zeitraum  von  mehr  als  20  Jahren  umfassenden  Material  eines  in  Japan 
be6ndlidien  deutsehen  Konsulats  sowie  aus  sonstigen  Quellen  susammen- 
isrtdlt  Hit  Rfidctncht  auf  den  Zweck  dieses  Buches  ist  die  Anordnung 
oaeb  Strichen  gewählt  worden,  damit  —  wenigstens  au  einem  gewissen 
Teile  —  dem  Übersetzer  die  Midie  des  schwierigen  und  umständlichen 
Nackschlagens  in  japanischen  Wörterbüchern  erspart  bleibt.  Sclbstverstand- 
Ücli  darf  und  wUl  die  Sammlung  keinerlei  Anspruch  auf  Vollständigkeit 
erhebfn. 

Krnllich  sti  es  mir  gestattet,  aii  dieser  Stelle  den  Herren  Prof.  Dr. 
l^nge  in  lieriin,  Prof.  Dr.  FUirenz  in  l  oky«)  für  ihre  werLvi)llen  Rutscliläge 
Mwie  den  Herren  Konsnlatslinguisten  Asahina  Mutnsaburö  in  Köbc  und 
»lud.  jur.  Tanaka  Sokuji  in  Kioto  für  ihre  freundliche  Untersttltitung  meinen 
verinndltefasten  Dank  auszusprechen. 

KG  he,  im  Oktober  IU06. 

Der  Verfasser. 


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230 


MCixn:  Dar  amtlidM  ji^aiuMhe  BriefttD. 


Eiiileitiing. 

Der  amtliche  und  private  japanische  Briefstil  sind  voneioander  mir 
wenig  verschieden.  Beide  beruhen  auf  dein  sogfiiunnteii  söröbun,  d.  h.  dem 
Stät  in  dem  das  Hilfszeitwort  sörö  (auch  soro),  verwendet  wird.  Beiden  ist 
eine  in  festjijezogenen  Grenzen  .sicli  bewegende  Satzkonstruktion  ei^jentrimltch, 
die,  vefbtindcn  mit  einer  aus  fiiilierei-  Zeit  übernommenen  und  zum  TeÜ 
von  dem  chine.Niselien  Sat/hau  Lelierrscltten  Phi'aspologie,  dem  stilistischen 
Gewatide  der  japanlsdieu  Korrespondenz  eine  gewisse  iSteiflieit  verleiliu 
Nur  in  den  Einleitungs-  und  Schlußredewendungen  weisen  der  amiliehe  und 
private  Brie&til  bemerkenswerte  VerschiediBnheiten  auf.  So  falten  in  der 
amtliehen  Korreapondenx  die  in  Privatbriefen  ablieben  Gesundbeitabegiack- 
wOnachungeo  weg.  Anderseits  enthält  der  amtliche  Brie&Ul  Japans,  analog 
demjenigen  andrer  LSoder,  eine  Menge  graßtenteits  aus  neurer  Zeit  stam- 
mender Termini  technici  und  Ranaleiauadrücke,  die  dem  Privatbriefe  fciilen. 

Was  die  Schriflform  anlangt,  so  findet  in  amtlichen  Briefen  neben 
der  Kaisho  die  Gyösho,  in  einzelnen  Fallen  auch  die  Sösho,  Verwendung. 
Indessen  wird  in  dem  schriftlichen  Verkehr  zwischen  den  fremden  und 
japanischen  Behörden  des  Landes  die  Kaislio  bevorzugt. 

Vgl.  Basil  li  iü  ("liamberlain:  A  practical  Introduction  to  the  »Study 
of  Japanese  wriUng.    12th  section:   "Tin'  K])isfoIary  style." 

Derselbe:  Simplified  Gramniaf.   Ciiapter  X:  "  The  Epistolary  style." 

1  Systematiseher  TeiL 

LKapiteL 

Das  Hilfsxeitwort  söro, 
A.  Fonnenlelire. 

Von  dem  Hilfsxeitwort  wn  (urspr.  'samurau  dienen« ;  vgl.  das  Sub- 
stantiv •Samum  der  Lehnsmann*)  kommen  folgende  Formen  vor: 

smv  (^)>  Gegenwart  und  Vei^angenheit',  auch  als  Attributivfonn  * 
gebraucht 

mramAa  ^  n  rf  fsHs  es  ist. 

«^wfla  r  f  da  es  fst  (bisweilen  mit  «dhnno&a  verweebseli). 

söraeflor/io  ^^^^^^  oder  '|^-^^:L  obgleich  es  ist, 

'  Fniher  drückte  man  die  Vergangeniieit  von  »ürö  dorcb  Yerbindougen  mit 
grauimatisclien  Nüiszeitwörtern  aua,  z.B,  sörai-ki  usw. 

*  Bekanndieh  ist  der  japaniseben  Schriflsprache  die  B&dang  besondrer  Ai- 
tribtttivfonaen  ainzelnw  Tempora  dgentAmlidt,  so  daß  awiaehen  diesen  und  den 

eigentlichen  Schlußformen  zu  unterscheiden  ist;  z.B.  neg.  PrSs.  a)  Schlußform:  y-tk<;zn 
man  gctit  nirht  ,  i/oroshifcaram  es  ist  nicht  gut;  b)  AtUibtttiv:  yuibieani  aiclit  gebend, 
jforoahikarazaru  nicht  gut. 


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Mduke:  Dar  anlficha  japAnisebe  Briafitib 


231 


^  tomo  (oder  sörö  mo)  ^  (oder        <^  )  weuu  on  auch  ist, 

sein  sollte. 

mratcait  es  wird  sein,  wofür  man  heute  jedoch  meistens 

sagt:  bdm-sörö  pj  /|^. 

iMfe  ^  X.  Sttbordinaüonsfonii  (selteo). 

Qewine  «inttiche  Briefe,  wie  Gesuche  usw.,  schliefien  r^lmifiig  mit 
mr?  iMfi,  etoer  Umschreibung,  wie  sie  auch  sonst  in  der  Schriftsprsche 
vorkommt 

B.  Sjntax. 

1.  £SirD  in  Verbindung  mit  V^erben  wird  stets  an  die  Stammform,  in 
Verbindung  mit  Adjektiven  an  die  Adverbialform  ntigehängt,  B.  üashi-särö 
ich  mache,  yoroshiku-aörö  es  ist  fj:ut.  Steht  da.s  Verbum  oder  Adji-lvtivtim 
im  Negativ,  so  tritt  äörö  an  die  Schlußfonn  des  Präsens,  s.  B.  ütuasu -wv, 
jforeihikarmv  -  nörö. 

2.  SÖrä  tritt  in  Hrr  Regel  nur  an  das  Schlußprädikat  des  Satzes. 
Koordinierte  Z'>\  isi  i  rnsätze  endigen  mit  der  Slammform  des  Verbtims '  brw. 
der  A(iveri)iaitonn  diis  Adjektivs,  z.  U.  Utmzuki  wo  ayamctri  mchi  ni  kyuka 
m  jfökyü  üashi'Sörö:  man  handelte  gegen  das  Verfahren  und  suchte  die 
Erianfanis  erat  spiter  nach.  Yoraekiku  bmd  m*  kon  ari'äSn  es  ist  gut  und 
schön.  Mit  chinesischen  Zeitwörtern  (chinesischen  Kompositis)  wird  tSn 
mitonter  auch  direkt  verbunden ,  s.  B.  SeikjfS  ämrö  es  ist  nachgesucht 
worden  (Bri^2).  Innerhalb  eines  Satzes  kommt  «Sro  nur  ats  AttribuüT> 
Ibnn  vor*. 

8.  Nach  taku  and  bdm  fUlt  aSrö  biuflg  w^. 

iL  KaintoL 

Verbindungen  mit  tUrö, 

(tum)  machen  wird  In  Verbindung  mit  wrö  im  BrielsUl  gew5hn- 
tidi  dnrdi  andre,  der  Höftiehkeit  dienende  Verba  ersetxt.   Diese  sind; 

a)  l&r  die  1.  Person: 

1.  ÜBM,  also  UeuM'«mS, 

2.  tgmimnaiaurUf  also  tsukamatsuri'SÖrä. 

In  besondem  höflichen  Redewendungen  gebraucht  man  auch  tote' 
Mttarw  oder  $ei^itatematntru,  a.  B.  gaM  Mmaisuri'Wfft  Ich  gestatte  mir, 
awine  ehrerbietigen  Qliickwiknsche  auaausprechen. 

b)  ftr  die  2,  Person: 

1.  Kudaaaru,  audh  fumki-kudatarUf  im  Interesse  des  Brieftchreibers; 
s.  Bii  Waga  koktffin  no  tame  go-jimyoku  nmkikudasare  arigatak»  »hä»ki  tale- 


'  Von  Chamberiain  Indefinite  form  genannt. 

'  VgL  Brief  2,  Mekoakuhi  ni  oyobi-sörö  da$$ea»haf  die  aberlieferten  De- 
«erteora. 


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232 


Mvlur:  Oer  aintlieh«  jipanltdie  BiiefttiL 


matsuri-sörö:  Fur  Hure  liebenswürdigen  Bemühungen  um  meine  l4Uiddeute 
s|»r«che  idi  Urnen  meinen  ▼erbindlielwlen  Dtiik  «us. 

2.  flOMim,  «Ibo  nawr«-cörö. 

8«  ikuaru,  slso  UamavtSr^ 

c)  für  die  3.  Person: 

Su  (Attribiitivform  »um),  ebenM»  auch  xuweflen  Uasu  {itasam)  und  noiani. 

Im  Passiv,  Negativ,  der  Stamm-  sowie  der  Atiributtvform  gebraacht 
man  jedoch  id  der  Regel  die  entsprechenden  Folviai  von  •«!• ,  z.  B.  kj^ 
mankaru  m  yori  infolge  davon,  daß  gewidmet  worden  sind  (vgL  Brief  3). 

d)  Audi  d»-fMrt-«^in  Verbindung  mit  der  Verbalstammform  oder 
cbioesisdien  Zdtwörtern  (Kompositis)  entsprieht  der  Bedeutung 
nach  hinfig  dem  Zeitworte  «m«  ,  *,  B.  lon^kaikartti  m-nan-'mro  yo: 
daß  Sie  veranlaaen  roSchten ;  go-seik]^  m'mm-tSröt  Sie  haben 

ersucht.  Ai  hnt  hie»  seine  Bedeutung  »gegenseitig«  Terioren 
und  braucht  überhaupt  nicht  übersetzt  zu  werden. 

Eine  hSiifij;e  Verbindung  ist  auch  die  von  ni  njfoÜ'äöm 
mit  der  Stammform  oder  einem  chinesischen  Kompositum,  z.B. 
qo-tmchi  ni  oyfihi - h'to  Ihtipn  mitgeteilt|   wurtl.;  ist 

gelangt  um  einer  Benachrichtigung  au  Sie. 

3.  Kapitel 

Kopula» 
Die  Kopula  des  Briefstils  ist: 

L  Li  Terbindiug  mit  tSföt 
a)  Positiv:  b)  Negativ: 

1.  nt  hon  ari'San  ni  kore  naku*mim 

hart  oH  und  ^-sa  in  go-xa-äSn  können  wi^allen  und  sörö  nur  durch  na 
verbunden  werden,  z.  B.  ßaim  ni  äSnx  es  ist  unklar.  In  Verbindung 
mit  chineMsehen  Zeitwörtern  sowie  nach  Adverbten  wird  m  regehnäßig 
weggelassen,  z.  B.  köfu  kore  ari-sörö  es  ist  übersandt  worden  (Brief  5), 
ö'ö  kor»  ari'täm  es  ist  liftufig  der  Fall  (Brief  6)  K 

IL  Ih  allen  Qbrigen  Flilen,  besonden  in  Nebenriitsen. 
Nari  (atia  m  an«  was  bisweilen  daftir  gebraucht  werdtii  kann)  und 
Airi,  Zm  B«  mono  norasinvAo'^nt  nrasffiv&ci)  wenn  es  nicht  Leute  sind  (Brief  6). 
kanchö  Umahi  ka^^mUaüf  der  (damals)  als  Kommandant  fungierende  KapitSn- 
leulnant  (Brief  5). 


'  Am  Ende  koordinierter  ZwisL-lieusät/o  wird  als  Subordiiiationsform  der 
Kopula  wie  in  der  gewöhnliolien  Schriftsprai'lie  ni  ttfiitf  gebraucht,  ■/..  R.  hy'/.-'hi  ni 
fthiUf  kyökyo  itu.^hi  -  sörö.  »Nicht  nur,  aoudern  aucli*  heißt  ...  w  kore  ari-mh-ö  ttomi 
mwasu  ...  m  kore  ari-HÖrO, 


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Mfiun:  Dar  amtUehe  japanische  Brit^atll. 


233 


4  KapiteL 

W  II  n  s  c  h  fo  r  in. 

Der  Wurisr}i  witd  (iiircli  tahu  ausgedrückt,  das  an  die  Stammform  tritt, 
z.B.  gn-söfu  kvdasart  -  fjikn:  Ich  bitte  Sie,  (e.s)  mir  zu  senden ;  kudoMTU 
bezieilt  sich  aui  den  Eiiipfänger,  taku  auf  den  Schreiber  des  Briefes. 

6.  Kapitel 

V  ro  n  u  Ml  en. 

lu  niiitlichen  Briefen  redet  der  Hi'iefschreiber  von  sich  häutig  in  der 
3.  Person  und  bezeichnet  sich  dann  als  -dieser  BfTiuter*.  Solche  Ver- 
bindungen sind  hon-kican^  hon-shoku,  el>eni>o  lum-iiaijui  dieser  Minister,  sho- 
Awa»,  hi-kmm  der  kleine,  niedere  Beamte. 

Das  Pronomen  possesaivuin  »Ihr«  in  der  Anrede  wird  meistens  1.  dareh 
ih  ^  (geehrt)  ersetxt,  z.  B.  Mohorn  Ihre  (die  geehrte)  Behörde,  ki-kohtfm 
Ihr  (der  geehrte)  Landsnuuin,  ki'kokutm  das  Schiff  Ihres  (des  geehrten) 
Landes. 

2.  durch  das  Höflichkeitaprftfix  go  (on,  o)  ^jfy,  das  Oberhaupt 
wertvolle  Anhaltspunkte  f&r  das  Verständnis  des  iTextes  gewährt  So  deutet 
es  fast  immer  darauf  hin,  daß  es  sich  um  eine  .Angelegenheit  des  Adressaten 
handelt,  z.  B.  go-kimi  von  Ihnen  bezeichnet  (Brief  5).  Mitunter  ist  go 
freilich  auch  Gegenstan<len  de-s  Uriefschreibers  beigefügt.  Dann  handelt  es 
«ich  aber  stets  um  eine  im  Interesse  des  Kwpfäugers  vorgenouuiieae  Tätig- 
keit (vgl.  Anm.  5  zu  Brief  2). 

Außer  go  {on,  o)  kennt  die  Schriftsjjrache,  hauptsächlich  aber  der 
Brie6ti1,  noch  andre  Wörter  als  Präfixe,  die  überbleibsei  dei"  iltern  Um- 
gaogsspraehe  sind  und  bisweilen  auch  heute  noch  in  der  Umgangssprache 
gebnmdat  werden  können.  Dahin  gehören  die  Verba:  «,  sashi,  hätii  iori, 
ankt  usw.  Dieselben  liaben  aber  ihre  ursprQngUche  Bedeutung  veriaren: 
X.B.  »"tugai  bitten.  MsAt-^  darbieten,  kiki'Waiemt  fibei^ben,  tori'sMnbe 
naterraeheo,  ueü'Watmt  vei^eaaen  osw. 

6.  Kapitel 

Chinesische  Sehreibwelse. 

Bei  einigen  Wortverbindungen  und  Verbatformen  ist  noch  die  chine> 
sisehe  Sebreibweise  hiufig.   Dahin  gehören: 

Vgl.  auch 

Mwb  kU  {wo) 

itMu  ^ ,  z.  B.  ^  jj'^  J'        hijo  üoitM-wro, 
motte        ,  /..  B.  J[^^-jjy(|  ^ftokan  {tco)  motte^ 


234  MÜLun:  Dttr  Amtliche  jtp«iiiadi«  Bn«lkta> 


an '  soro. 


kore  ^  ,  z.  B.  ^      jß^  kort; 

kataxhi  (in  Ziisammensetztiogen  gaia*hi)  ||||,  z.B.  ^^(g^'f^  ^'"^ 
hakaraiyaUtku  -  sürö. 

henhi  1^  ^  z.  B.  mösubrku-itwöy 

noffwa  X.  B.  '^^il^  nagOFa^ 

zu  (neg.  PrSs.),  dnrch  ^  ausgedrftckt,  3&.B.  Alwosii, 

asttkam  «.  B.  j^illfl/ß"^  ya-yakkni  (/«)  asKJborft 

miftmUbi  {iii)  itari, 
ö:u  Z.Ii.  iS^fipIfli^  yo-sckyü  (ni)  fizu, 

kömunt  ^ ,  z.  B.  ^  ^  ffo-kojö  (wo)  Aromur»« 

jte  (ICndung  der  ICausativfonn)         k.B.  tIeiMMe» 
shUagan  iff^,  z.  B.  fi^  ^  j^j  -"^rrt  (nt)  «AiKa^^ 

.v.'.v.v«  .(^  ,  /..  B.         ^  fifj   rai/rau  (ui)  .sr.s.ttt, 
ttUenrntsuru        ,  /.Ii.  ^^^^'I^  nfyai  -  UUfntatfiuri  •  fiöroy 

Z.B. 

moArow  'j^,  z.B.  '^^'^  kimei  (ni)  ntakwte^ 
S/oru       ,  z.  B.  ^  I^J  r/-»  (««) 

Die  Passivendiing  wird  durch  voi^gesetztes         au^edrQckt«  also: 

Wie  obige  Beispiele  ersdien  hwaeo,  werden  die  betrelTeodea  Aiu- 
drfleke  den  Wörtern  oder  Wortrerbinduiigen,  denen  sie  gremmaüseh  folgen« 
vorKngesehrieben.  Die  FlexionaparCikeln  too  und  m  fidlen  denn  weg  nod 
müssen  beim  Lesen  ergänzt  werden.  Schreilit  man  sie  jedoch  mit  der 
japanischen  Ivana,  so  werden  die  betreffenden  Wörter,  die  sonst  vorstehen, 
nachgestellt}  so  kann  man  schmben:  (s.das  1.  Beispiel). 


r.KipitoL 

Konj  unk  tion. 

Durch  folgende  als  Konjunktionen  verwandte  Wörter  wird  haupt- 
särlilicli  dio  Unterordnun-^  ganzer  Satze  bewirkt.    Aitia  tokom 

Dir  »Tstcrn  Ix-idcn  Ansdrurkf  köiinpn  mit  »Wfil«,  »du«,  -nach- 
dem-, der  letztere  mit  »obgleich-  ril)ersetzt  werden;  ItftiiBg  pibi  man  >sie 
aber  aucli,  die  betreffenden  Sätze  kourdiiucrond,  mit  »daher«,  •suniit«,  >nuD- 
rnehr*  bzw.  mit  ■indessen«  wieder.  Das  gleiche  gilt  von  Ihnlichen  Ans- 
drOcken,  wie  «•  yo««  (/t  -ßc  "C ,  «•  UM  ^  >fvf ,  im  Mfo  t]^  » 


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MfiuJtt:  Dw  amtliche  japaniMbe  Briefsül.  235 

^'         ni  fai         ['Z  ,  ni  ktcan  shi  ['Z.  .  fÜ»'  samtlich  dim 

deutschen  •  belrefl's  • ,  «in  beznp;«,  •hc/n;^lich«  enUspreclien.  Ni  yori 
l^Z  0       'n  ViTbinduug  mil  Substuntiven ,  sowie  motozuki  heißt 

»in  Gemäßhrit« ,  »auf  Grund«,  «nach«;  jö       »  verbunden  mit  Snb.stan- 

tiT*»n  oder  Adjpktivpn,  drückt  obcnfaüs  den  Zweck  oder  (Jnind  rms, 
r.  Ii.  kenkojn  auf  die  (jcsundheit  hin,  aus  GesiindhritMiV-k sichten.  -Daß«, 
•danut«  hciCt  ijö  /|=^J^  .  nnint  ^  und  nmomuki  Di<'  l)citlt  u  !ct/tea  V\  örter 

bfiit  iteii  fi<^cnilich  Inhalt,  Zweck.  Auch  die  Verbindung  beider  Zeichen 
XU  einem  Worte        ^  shmhi  hat  (iiesell)e  Bedeutung. 

8.  Kapitel. 

Dtp  häufigem  Kioleituop-  und  Schlußredewendungen  aintlicber  Briefe 
«od  die  folgendea: 

I.   Ki  n  1  ei  t  n  n      |i  Ii  1-  a  se  n. 
(»cwöhiilidie  Briefe, 
l.  f>otkt'  (kinkri). 

Beantwortende  Bticfe. 
3.    ^  ^^''^■f-^)  fi'iM-u  {hatßiku). 

JI.  Schlußph rasen. 
Gewöhnliche  Briefe. 

( *  *  -  %  ^  ^  {'  '  '  yo'ithökwai  ni  ogfohi^MorS 

•  .  •  ÄfiPiJIU^^-)  .  •  •  go-tsürkö  ni  f»fobi-mrö). 

7.  ^  ^  ^  f^Pl$^^{^  go'hirö  ni  otfitbi-mrö. 

Beantirortende  Briefe. 


236 


MCixn:  Der  amtliche  japanlache  BriefttO. 


in.  Schlußworte'. 

Übersetzung. 

1.  Ich  habe  die  Ehre,  ergebenst  iriit/.ut»  ilen. 

2.  Hierdurch  beebre  ich  mich,  Ihnen  folgende  amtliche  Mittdiang 

zu  Diachen. 

3.  Ich  lia]>e  die  Khn'  f^eliabt,  Ihr  Schrpibpti  zu  lesen. 

4-   Ich  halx'  \<»n  Ihrem  fielTiUijL^en  Öchreiben  Kenntrii.s  genommen. 
5.  Ich  bitte  Sic  uiu  Ihr  geneigtes  Einversländni.s  mit  dem  Obigen. 
().  Obiges  beehre  ich  mich  ergebenst  mitzuteilen. 

7.  Hiermit  beehre  ich  mich  Ihnen  roitzuteflea. 

8.  Obige  Bitte  beehre  ich  mich  eigebenst  vorzutragen. 

9.  Ich  benutze  diese  Gelegenheit,  Gw.  Exzelienz  meine  vorzQgltchste 
Hochachtung  zu  erneuem. 

10.  Obige.s  beehre  ich  mich  eigebenst  zu  erwidern. 
11*  Eichenst 

9.  Kapitel 

Einiges  Ober  den  Briefumschlag. 

In  j'apani.schen  Briefen,  privaten  wit-  auch  amtlichen ,  ist  stets  auf  der 
Rückseite  des  Umschlags  Name.  Titel  und  Adresse  <li's  Absenders  anjrec;eben. 

Auf  der  \'orderseitc  des  Briefumschlags  finden  sich  links  neben  der 
Adresse  mitunter  folgende  Ausdrücke: 

1.  On-Jü  l^p^,  wenn  der  Brief  nicht  an  die  Person,  sondern  an 

die  Beho5|^f  adressiert  ist;  onjü  heißt  eigentlich  »geehrte  Mitte« .  also  an 
ein  Mitglied  der  betrefl'enden  B'^horde  (onjü  ist  auch  der  im  Briefe  selber 
enthaltenden  Adre.'sse  in  der  Regel  beigefngt). 

2.  himitsu  oder  kimitm  geheim. 

3.  shinten  j^j^  persTmlich. 

4.  8hikyü  ^^^^  eilig. 

10.  Ka|iltaL 

Anleitung  zum  Übersetzen. 
A.  Eiolettiinga-  und  SdiloBphrasen. 
Es  empfiehlt  sich,  die  im  Kapitel  8  aufgeführten  Redewendungen  bei 
der  Übersetzung  einer  Note  xunichst  unberücksichtigt  zu  lassen  und  zuerst 
in  das  Verstftndnis  des  Zwischentextes  einzudringen.  Ist  man  sich  Uber 
den  Inhalt  des  letztem  khu*  geworden,  so  ergibt  sich  die  Übersetzung  der 
fra^ichen  Redensart  ganz  von  selbst   Pltrasen  wie  haik»,  haidaku,  «Mun 

'  In  dem  flrliri{\li(*!uMi  Verk^^hr  zwischen  japaiiiäciien  Behfirdao  untereinander 
fallen  die  Eioleituugs-  uiid  öclUußphrasen  In  der  Regel  weg. 


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Mullsr:  Der  amtliche  japaniacbe  Briefstil.  237 

«9  meU$  k$iß  itashi-sörü  braucht  man  meistens  überhaupt  niclit  zu  uber- 

sptfpn.  Am  yir.'ikti.sclisteii  faßt  man  sie  mit  den  üblichen  Sclilußrede- 
weiKliiii','*-ii  wie  kono  dan  kii  wo  r-söro  /.usammen  und  übersetzt :  K-.v.  nsw. 
(je  »ach  dem  Hange  des  Adr«'ssati'n  entweder  Kxzcllenz  j\  kakka 

oder  Ifwh wohlgeboren  ^'~|\  kika)  beehre  ich  mich  ergebenst  mitzu- 
teilen, daß  usw.  Handelt  fs  sich  tun  eine  bf'nntw ortende  Note,  welche  an 
dem  in  drr  Kegel  gegen  Scliluß  des  ScIirUt.slikks  sich  findenden  VV^orte 
'htmUf  als  solche  erkentitiar  ist,  so  übersetzt  man  am  besten  unter  Hin/n- 
figiing  des  Datmns  des  im  Text  zitierten  Krsuchungsschreibens  die  Aulanys- 
uad  Schlußphrase  zusammen  mit:  Kw.  usw.  beehre  ich  mich  auf  das  ge- 
ßUigp  Schmben  Tom  (Datum)  ogebenat  zu  erwidern,  daß  usw.,  oder: 
In  Erwiderung  auf  das  geflUUge  Schreiben  vom  (Datum)  beehre  ich  mich 
Ew.  usw.  ergebenst  mikauteilen,  bzw.  nachstehende  eirgebenste  Jifitteilung 
ttt  uneben. 

B.  Eigentlieber  Text 

Bei  der  Obersetaung  des  Zwischentextes  ist  zunXcIist  die  Satxabteiiung 
voD  grSfiter  Wichtigkeit.  Trotx  der  im  Japanischen  votiierrschenden  Neigung 

lutn  Subordinieren  der  Sätze  und  trotz  des  Fehlens  jeglicher  Interpunktion 
ist  dies  im  Sörölnm  verlilltnism&fiig  einfach.  Denn  da  das  I^iädikat,  sei  es 
ein  VeriHitii .  Adjpktivnm  oder  eine  Kopjila .  stets  am  Ende  des  Satzes  steht 
und  in  der  Kegel  mit  sort!  verlmnden  ist,  so  bildet  Ji'd("^  im  Text  vor- 
kommende sörö  (!f"ii  Schluß  eines  Sat/.es.  Ausgenommmi  sind  nur  die 
seltneji  Fälle,  iu  tleuen  sörö  Allributiviun  ist.  Nach  jedem  soro  lasse  man 
siso  eine  Ruiiepause  eintreteu.  Da  nach  beku  und  taku,  besonders  nach 
letzienu,  «oro  mitunter  wt^flUt,  so  deuten  auch  diese  Wörter  auf  das  Ende 
cioci  Sstxes  liin.  Hat  man  auf  diese  Weise  eine  Art  Interpuniction  vor* 
geaommen,  so  gebe  man  bei  der  übersetaung  der  einzelnen  Sitae  von  dem 
Pridikat  aus  und  sehreite  dureh  Fragen  nach  dem  nibern  und  entfernten 
Objekt  .sowie  sonstigen  nihern  Be.stimmungm  allmählich  nach  oben  aufwärts. 
Difs  Verfahren  rechtfertigt  sich  durch  die  Higentümliclikeit  der  japanischen 
Syntax  wie  im  besondern  dadurch,  daß  im  Japanischen,  zinnal  dn  das  Sub- 
jekt  häufig  fehlt,  das  Prädikat  die  alleinige  Basis  des  Satzes  bildet. 

Diese  Methode  soll  zunächst  nur  dazu  dienen,  in  das  Vcrständuis  des 
Tfxted  einzudringen.  1st  dies  geschehen,  so  kann  die  schriftliclie  über- 
setning  in  freierer  Weise  vor  sich  gehen.  Um  in  das  obige  Verfahren 
siher  einzuführen,  ist  der  Bllfte  der  Kustwbriefe  eine  Teztanaiyse  bei« 
gdtigt,  die  unter  Weglassung  der  Einleitunga-  und  Sditußphrasen  sowie 
oebeosieblleherer  Sitse  und  Wörter  auf  der  fraglichen  Metbode  bwulit. 


• 


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238 


Müuj»:  Der  amtliche  japanische  Brie&tU. 


2.  Japanisoher  Text  der  Dokamente. 

!p  V- 

^f'a     ^  *  ^  ^ ^  ^  «\ 

^^t^^      ^      ^  ä, 


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MCixsb:  Der  amtliche  japantache  Briefstil. 


239 


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240 


MCllkb:  Der  amtliche  japaniache  BriefsUL 


^  ^  ^ 


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MüLUu:  Der  Mutlidie  japuiiMiw  foiefstO. 


241 


*•  -  5^  Jö<  ^  ^     ÄW- ^  ^  •  V 


■tti'8Mk£Oili^8prM]MB,  1907.  LAbL 


16 


242 


Mvun:  Der  amtliche  japanische  Briefstil. 


^  ^ 


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MCuir:  Dar  amdiche  japanbdie  BrielMl.  243 

^^^^  KiA' 


244  MAun:  Dor  amaicbe  japuiadw  BriafirtiL 


^  V- 


^  %2  4  ^  '^i'  W  ^       ^  ' 
^  ^  W^'^       ^  ^  J^L  ^       ^5«^  • 


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MSium:  Dir  uMlidM  jfnimtit  BrieftlO. 


24S 


^^^^  ^"^-i^W  <'^>i^^ 

• 


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246  MCtun:  Der  «mlliche  ji^tuuMhe  Briefstil. 

^xi3^  ^'^^  ^  ^  > 

ij^n«.-^       >^  ^  4^  1^  4v  ^ 

^    ^  r(  i  \      '^l  -«Hir  1 

«J^  ^5?       -Ä^     \r  ^  ^  •• 

1Ä  ■■  «5^  ^  ^ ^  ^ 


!^  'gJ'     ^  ^~  >v  •^'^  "      '«^  ÄV>!^ 


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Mount:  Der  «nitliche  japauMcfae  Briefstil  247 

^  'r»J  ^  »v^'W  -'H 

Jg-  V 


-       ^Si" <>ö W"< "  "4  ;  ^ 


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248  MÜLU«:  Der  amtliche  japmiwlie  Briefstil. 

^  K<  V?  r  ^  -^w^  ^'«^v  ®  ^^ 

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M6ixn;  Der  «ntliche  jftpiniidie  Brief»til. 


249 


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250  .  MüLun:  Der  amtliche  jtpauische  Briefstil. 

#  ^  ^  W  2^  ^  -  ¥  ^ 

"  '^i  -  ^  ^  '^s      Yl/ •'^^  ^  ^'5'  # 

^  >^  <^  ^  ^«  ^  ^  ^«>  <- ^  ^ 


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MSlur:  Der  amtliche  japaniedw  BriefstiL  .  261 

^.^'^^ «.( ^  ^  »toi    ^ ^ 

m 

^  -v^l^'-*-  ^^^sVj«  5f '«^ 

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252 


MCluck:  Der  amtlich«  japanitehe  Briefstil. 


3.  Tnmskriptifni  der  DokmneDte. 

Nr.  1. 

Shokan  wo  motte  keitatxu  ttashi-söro.  Nobureba  hrnkweut  gi^  honjUm 
jökyö  itashi-sörn  ni  t'^nki  fuzai-chü  shokUcmm*  tiö*  ckömu  dttiri  Uaghi'WÖ  JS. 
kono  dan  ttüchi  made  kü  too  e-sUrö. 

keiffu, 

Meiji  mn  jü  hachi  nm  ni  ywatm  jü  san  nichi. 

liyugoken  clUji 

bo. 

Doümkoku  työji* 

nam  no  bö  küeo* 

Anmerkungen.  ■  ^hat  hiw  die  Bedeotuiig  von  tr«.  ^  >Ao  =  kaku\  ki:=i 
thinmi:  hrnn  j/niu;  Jiokikiran  eiitapricht  unserem  -Sekretär-.  Der  Titel  sAokiktran 
ist  für  die  liöliereii  Beamten  der  Kencliüs  seit  einig^er  Zeit  in  Wegfall  gekommen 
und  durch  Jimukicun  ersetzt  wordeo.  *  bö  =.  wregtulu  ein  Gewisser.  Eigemianien 
«ind  in  den  Briefen  in  der  Regel  fortgehasen  and  darcb  b6  eraetaL  *  Koneul  ry£  = 
«Mawm;  ß  ^  koto. 

Nr.  2. 

Shokan  wo  motte  kfiitatsv  itwhi'Sörn.    Nobvreba  taifio^-mjokö*  ni  yori 
taiho'kafn^  rjo-^eikyU^   ni  motoziiki  saki   ni  an*  hiki-watashi  ni  oyobi-i^rÖ 
kikokvs/fi  litt  (jft  rfn.fff'n.tha''  brj  hokn  kunif^  ni  laisuru  8vsa'  oyabi  ^nnn  ta  no 
hiyö  yokei  kin  hyaku  t/o  tfc»  brs.shi  no  töri  bo  krisntm  shochö  yori  amkt/ü  törö 
Jö  yo-sökin*'  ai-nari-taku.    ktmo  dan  yo-shöhcai  ni  oyubi-äörö.  keigu. 
Mo^i  am  ßl  kaeki  nm  ni  gwatsn  aan  niekL 

Kobe  ehikS*'ta»an8ho^* 
kmfiori^^  bS. 

Doitntkoku  ryöfi 

nant  no  htt  kika. 

A  II  ni  e rk  II ng rn.  '  Vf^rliaftiing  ko  —  ioraeru.  '  Hilfeleistung  en tasHkrru ; 
jv  —  tasiikriH.  3  i(f,(a  rinlckt  in  Irt-jldrlit-n  Verbindungen  den  Infinitiv  mit  -zu-  aus. 
*  Kfäudieii  ttei  =  koii ;  kyü  =  molonteru,  -*  on  weil  die  CbQr]gabe  im  Interesse  des 
Einpfangerü  erfolgt  ist  (vgl.  Bemei^iing  sum  S.  Kapitel).  *  Daaerleur  4akm  =  noya- 
rer«;  am  =  f*«**\  dia^mono,  '  Ermittelung  ad  =  aaya«i;  ag  =  Mrahera.  •  Geld- 
sendung 9Ö  =  okvTu ;  kill  —  kan* ;  fihnliche  Verbindungen  mit  »ö  sind  z.  B.  «öhon 
Bflchersendimg ;  /»««rXv  -  -  ('Ivorj^tMiihing  (\cs  St.nidojiicglstcrs.  "^—  '-^  -  Landgftrirtit ; 
rÄiAö  =:  Landschaft.  Die  iii])aiiiMlien  Gerichte  heißen:  a)  /h//>'//Aa/)v/(o  =  Amtsgericht, 
b)  chihömibanjtho  —  Landgericht,  c)  kösoin  —  Appeliationsgcridit,  d)  tJcushinm=  Heich»- 
geridat       kenjisei  =:  Ekvter  Staalaanwalt  hm  s::  dUraiberu ;  Ji  =  koto ;  Mi  ladleaite'. 

Nr.  S. 

Shokan  wo  moUe  üattelnf  Uasbi'ääv*  Nobnnba  Kobt-oki  moio  kyoryücki^ 
kn^ma^  sbicM  Jü  go  ban  bo  aAöXnooi  dtnkjfS^  kikeku^jimmin  nam  bo  alt 
yori  Tökjfo^^iikoku'/töhott*'dttigaku  ge  ^/Ö*-kwi^aktübwa*  kjföokUm*  paJhy'nftw 


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M0ub;  Der  tmdicbe  jajMoiache  BriefätiL 


253 


mehdim^  «AmAö*  im  küB        tonhak»ai*  oki-tön  jS,   kono  dan  go- 

kmdS  ni  cyohi^wrS.  keigit. 

Meyi  *am  ßt  tkiehi  nen  ichi  getnt  JiT  ruhi  nichL 

Hyoffokm  cAgn  nam  no  bö 

DoiUukoku  ryöfi 

dairi  nani  no  bö  kika, 

Aomerkutigen.  '  FrenidenniederlaMung  (Settleraent)  kyo  =  oru\  ryä 
toiomaru:  chi  =z  ba^ho.  Die  alten  Settl(>ment.s  sinH  seit  Jem  iiri  .Tahre  1899  erfolgten 
bkrafttret'-n  Hor  ncnm  Handelsverträge  in  Wegfall  gekommen,  daher  moto  =  früheren. 
'  Tecliu;^clie  !  akuluLt  kö  —  takwni;  fctca  =  Abteilung.  '  Ausübung,  Anwendung, 
G^gealMl  von  TheoHe.  *  iLbteilung  fQr  CiMime  ihm  =  hakeru;  yoiu  =.  Wiaaan- 
tAdL  *  Lahnul  kg9  =r  Mtont;  shitm  =r  Aryo.  •  Punkt;  wird  hlofig  fltr  Stflck 
gebraucht  ^  Holz  -  Sakebecher  nwku  ~  ki  :  hai--  aaktuvkL  Sakebecher  sind  beliebt« 
Gelegenlieitsgcsclieiike  japanischer  Bchürdeii  an  Privatpersonen.  Auch  goldene  {kimpni) 
und  $ilbeme  {yimpai)  Sakebecher  werden  je  nach  der  ( irößo  der  Verdie»i«te  gewidmet. 
'  Bilrgemieiater.  «Ai  Bezeichnung  Hlr  größere,  chö  für  kleinere  Städte.  Der  BQrger- 
■«ifler  der  letzter«!  heifli  eJlecAö,  der  YontMid  einee  Dorfes  (mmto)  heißt  mmchß. 

*  Taraalanen,  verfllgeii  (ein  in  der  aaitlidiea  Sprache  htnfig  vorfcomiaendes  Wort). 

Nr.  4. 

jä  kon  an  betM  kimd*  no  kUo^  no  skotai*  tori^Make-sSrö  lokoro 
fimui  m  itmki  kikwan  ni  oüs  gO'SkScki  no  kado  *  mo  kore  mi  törmeaba  on- 
Ukom  nagofia*  idt^fo*'rm*-nai  jfe  mmo  thoud  go-kki^*  m-'Uaturmoaaki^'» 
hhu  kono  don  jbn  wo  e-jörv.  keigu. 

Mti/i  tan  ßi  kaM  nen  ni  gwUnt  jü  skichi  ntcAt. 

I^be  zeimusho'Chö 
mnutkwm  bö, 

Dmtsvkoku  ryöjtkwan 

Anmerkungen.     '  kokuzei  =  StaaUsstener;  ktnzei  :=  Keiiäteuer;  shizn 
itUtiadie  Steuer;  »onzei  =  Dorfsteuer.       Krheben  chü  =  mexu;  »hü  ~.  o»atner%i. 

*  Tofieidmet  Af^ste'iMii;  Mi=.ficp«erH,  *  Aofenthaltaort  ^  =  Utkor9\  tat = am. 
'=PeiikL  «  wördieh:  Ee  ist  ebe  fieUstigiug  («»itm«)  l&r  Sie  {on)  aber . .  ^  Aus- 
zog, Haopu'nhalt  Uki  =  ttamamu\  yQ  =  ktumM,  *  Rubrik  ran  —  ioahL  *  Hhieiii- 
idniben  Ü^^skinun;  ngü^irtrn,    ^  «MdffMWMW  =  beUstigen. 

Nr.  5. 

Shakan  tto  motU"  h  ijo  itaxhi'Sörä.  Nohurfiba  Mkoku  Hfm  bö  gö  ga 
Bmgo-katkyö  ni  oite  teikokti  suiraitri  dai  Imi  gö  to  shötotsu  shiiaru  ken^  ni 
hcm^hi  FlfTisfmrg  ka^ishimjximho'^  yrri  no  mn/thi - tatf^  ni  inntnzuki  kikan  go- 
kiiai  sJttko  Jiko*  ni  isuki  .setsumn-sho  '  suj'u-kaia  /ionmu  ähichi  gtcatsu  jil  kn 
aiefc*  tuke  dai  skichi  jü  gö  kikan  wo  motte  go-shöktoai  no  omomuki  keishö'^ 
•M><Sro.  Migi  tea  «mmAk  kaigan'daijin  ye  ioko*  ni  ayobi'Oki-Mö  iokoro 
M«M»  dö'daijin  yori  skiSMtu  ßfi  dai  bö  gö  tmekS  iarifki  kaigttn'taii  hö  no 


254 


Mülur:  Der  amtliche  japanische  Brie&til. 


utiunmgko  beashi  m  iwi  «öfu  höre  ari'Smv  ni  tauki  koko  rU  go-im*  ni  oypd^ 
gnrö  aida  shtkaru-beku  Oft' tori-  haharai  ai- nari- taht kon  dan  go  -  fncaiio  kaiagOla 
hm-daijm  wo  koko  ni  koJtanete  iaikka  ni  nnukaUe  Juü  wo  AyäiA««4»rö.  keifpu 

Meifi  sm  ßi  Itaeki  nm  ku  gwattu  m*  mefti. 

Gamu'dtt^  HS, 

DdUu  iokum0i''geiükm'kä»hi** 

nam  no  hö  kakka, 

AiiiD«rkiing6ii.    1  Angelegenheit  km  =  ihr<^.   *  Seeanii  hat  =  vnn; 
ji  s=  Ao/o;  «AAi  s  f9miiaWttka{mrti)\  hm  {ptm)  =  Idmtfu:  «Ai»  sr  Meoro,  Ih»  See* 

mannsanit  heißt  kainhtshoi  mu  —  tsutomeru;  «Ao  --^  yaht»ho  Behörde.   *  Aussage. 

*  Sache  ji  =  kofo  ;  kü  -  Punkt.  •'  Erläuterungsschi'ift  =  fokif.  m'-'i  —  (t'.h-  ika 
(ni  siiru);  «ho  —  kaku.  *  Kenntnis  kei  =.  uyamau;  «Aö  =  ukettim<iti  anu  '  Vom  lu- 
halt  Kenntnis  geben  t  =^  u<mu«u;  chö  —  tegami.      Schicken  i  =  utttuu;  m  =  ukuru, 

*  Den  ganzen  Audnidc  oit- fori- AoAorof  ai~nawi-Uthi  Abeiw^t  man  an  besten  mit: 
«ur  weiteren  gefiiUigen  Veranlaasung.  f0AiMvl-saiAea«Aä«Af  =  AuBerordendieher 
Cicsandter  und  Bevollmäclitigter  Minister,  loku  —  hilori\  mri  erncimcii ;  :m  =  tmtlta- 
A-ii;  ^^n  =  Recht,  Macht;  kä  —  öyakf;  shi  =  (."i'^'n.  Der  Butschafier  heißt  frotAi; 
der  Miniaterreaideut  =.  bcnri-köthii  bm  =  tralima^'/'u;  n  =  o^amcfu. 

Nr.  6. 

SMtm  wo  motte  keifS  ilaehi'Smrö.  Nohureba  kakiaim  ehic/ä  yicatm  kMco 
eembm^'kS  Jisehi*  go  iaibako  no  yvnyü  wa  N^ppm  e^u  no  endcm*  ni  sokmhi 
kqfm  VM  kenXn-JS  skSktum-ß  kakU'bdmrasaru  taibako  ni  kaghi  arakojime 
no  kjfoka  wo  eU  yunjfü  wo  nashi-uru  koio  to  m-nari-äöro.  TtuHe  wo  dö  jü- 
gaUu  itsuka  dm  roku  een  go  hgaku  ski  ßi  ichi  gö  wo  motte  kompö  sairi/ü*  no 
kikoku  /ihimtmi  ye  »ono  mme  täueki  ai'^nari'taki  gö  go^irai  ni  ogobi'ekt-sörö 
tokoro  jmU^  mo  nao  eono  tetsusuki*  tpo  nyerniari  gempin  töchahi  go  ni  oite 
kyoka  trn  yokyti  fnini  mmn  ö-n  köre  ari-mrö.  Korera  vn  hikkyö  shitn^üj' 
xhiko'"  no  sai  imadd  frisiictiki  ni  tsügyd  sezaru  mono  lo  mitome^  xhtns/inku^^ 
tro  kuicac  toku  ni  kyoka  wo  atae '  kitari -  taru  shidai  ni  kort;  nri -  •^oraf  domn 
ima  ya  tabako  setnbai-Iut  jiii>ihi  go  sude  ni  ichi  nen  yü-yo  wo  keikwa  slii  nwhaya 
tokubetsu  no  sMnehaku  tco  kutcö-beki  riyü  kore  nashi  to  mHomO'eSro  anibi  kongo 
wa  eeiß  no  ieteutidki  wo ßmi mala  kenJm'jö dütkwan-jo  tono  kUnqfö  wo  kai  ewv 
aiawataru  koto  wo  kakunm^*  ski-vru  mono  ni  orazarAa  kgoka  HaetoM'Oörö 
mda  ktärka  ni  oite  imaneku  eatrgu  ehtmmtn  ge  m^  no  tdU$8hi  kokudU^*  kaia 
eM''(ori'hakarai  ai^nari'^v  go  «AwAt-  taku.  konkwan  wa  koko  m  kakka  m  km 
wo  ^oeki^emro*  ke^ 

Me^i  son  jS  haeki  nen  ßi  iehi  gwateu  m  j«  ieM  mekL 

Tkbahf  een^aäigoku'dÜt  hö, 

Doüeukoku  rg^ 

nam  no  hö  dono, 

Anmerkungen.  '  Monopol  een  7=z  mopparoi  bai  =  vru.  *  Ansl^hrang 
ßieu  SS  moAofe;  Msshodokouu  *  AtteinigM  Recht  *  Aufonthalt  eof  =  ere;  vyd  = 
todomaru,  *  Von  dann  ab  /i  =  «m;  rof  =  htm.    *  Verfahren.   '  Neues  Ocsela 


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Mülucb:  Der  amtlidie  japantscbe  Briefstil.  265 

«Am  =  «tePMitf;  ho  =  köräm.    *  In  Kraft  treten  tkS  —  iodokoau;  kö  =  okoaau, 
*  Erkennoit  ^i&r  halten.    "*  Rücksicht  ahm  —  kakaru\  9kaktt  =  kumu,        yü  - 
trru:  t/o  —  amari.    "  Siclicr  erkeuncu  A'oJini  = /«utAt/fca;  mn  :s  miYtfnwrv«    "  Mit- 
teilung koku  —  txugtru ;  cM  =  sJutm, 

Nr.  7. 

S/iol'ftn  fco  /7jo//^  ktdoLni  itfrMi -  föro.  N(>bureba  sffsha  gi  kornpan  Osaka 
(h<hf>- s-^^f-^usho  k'ujisti  ni  hoserare^  lutnJUsu  shünm'*  itaslU'SÖrti  jö,  kono  dem 
gO'Ufucht  ni  oyohi  -  sorn.  keigu. 

ifctn^'f  San  j»l  skicht  nm  sfii  giratsit  jü  ni  nicht. 

Omka  chilui-saibumho  kenjisei  nani  no  Oö. 
Doiisukoku  ken*  SuiUsurukoku  ryöji 

nani  no  HS  kika. 

A  ntricrkuii  fjeij.  '  Ao  —  cyina«  -  -  pnienrifii.  '  Daa  Amt  antreten  »hü — 
t»tkuy  nm  =  ghoka,  Amt.  *  Und  zugleich  ken^kanrra,  zu  gleicher  Zeit  etwas 
and«M  Mtn;  in  di«««n  Falle;  Dentseber  nnd  Schweizerisdier  Kousul. 

Nr.  8. 

SJiokan  to  mottr  kcitat-su  ttashi- .sorö.  Koburrba  hoiu/t  lsu  mikka  :uke 
wo  motte  tttiluj-kaUi  yo-seikyii  ai-nari-sjro  kikoku-sen  to  gu  dasxi/is/ut  Lessht 
tkimei^  no  mono  «a  Jtunyetsu  mikka  &o  keiaaiausho  ni  oiüt  taiho  »irä  ni  tsuki 
igdoM  ni  imten  SBÖ*'kata  tori'bakmw-tSrS  yö  dS-thtefüi  ye  tMki*  m 
Ojfobi'Cfn'tSn  jö  migi  ^•ryöehi  ai^fiari-teJb«.  kono  dan  go-tmieki  m  offtM" 
ton»  Mn^Um 

Meffi  »an  jß  kadU  nen  ni  gwaHu  yoM». 

Kobe  chihö'SaibandiO. 
kntfiaei  bö* 

DoHtukoku  ry^i 

na/ti  no  bö  kika. 

ADmerkiingen.  '  Vor-  und  Zuname  tthi  =  uji;  tn«l=^ntt.  *  Hinsenden 
ö  =  »neerw;  «f  =  okaru,  *  Leite»  *ki  ss  ynbiHuu;  ki  =  fttmu  s=  acbfltteln. 

Nr.  9. 

SAi^Mm  wo  motte  keifö  Hatü'törö,  NobunOa  Jb/m/w»  dat^id^-k^öffaldko 
kyöifhi  kikoku-jin  bö  shi  döbutsu  kenkyU  no  tarne  Okinawa- ken  jf$  shatekö  ni 
l$uki  kono  cki  ryokö-chü  chihökwansho^  no  hojo*  ni  asukari-iaki  mutK"  mö.vhi- 
id^-Mf7rn  omomuki  hongetsu  ni  jü  san  niehi  zitke  kikan  wo  motte  go-raishi^  no 
dan  ryosfuj^  ita«hi-söro  yotie  migi  nn  rmnmvki  shikyü*  Okinmrn-kin  rhiji  ye 
Um  hi  ni  oyobi-oki-sörö  aida  go-shöciu  kore  ari-taku.  kono  dan  ktoaitö  made 
kn  wo  e-sörö.  keigu. 

paimu'daijin  bo. 

TM  feint  niekL 
Doii$tt  iokwnei'tenken'Jtödti 

nani  no  hS  hakht» 


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256  MClleb:  Der  amüidie  japanische  Briefstil. 

Anmerkungen.    >  LandesbehGrden  chi  —  iokoro ;  hö  =  höffok»  Bidltailig; 

kuHzn  —  Beamter;  »ho  =  Beliörde.  -  Hilfe,  Unterst'"»?'!-::  ho  "fjinau  ;  r  ta.<m~ 
kera.  "  Gesuch  rai  — ■  kitaru;  «lü  —  »himem.  *  KcauUns  ryO  —  oeru  ((nooru); 
ahö  =  uketamavaru.    *  Sofort  »hi  =  Utu-u^  itatte;  kyü  —  itogu. 

H^r.  10. 

Shokan  wo  motte  keijö  äoM-^ro.  Nohureha  honktcan  gi  kano  taJU  K^fe- 
zetmu-kantokti^'k^goku^-chö  iant  no  üoto  hongeUu  ichi  jitsu  yori  »hinsetsu*  ai' 
nari-taru  Köbe-emmukyoku-chö  kemmu*  meizerare-sörö  ni  tsuki  enimu'^  ni  ktoan- 
suru  tssai  nn  jimu  wa  kögo  tö-kyoku*  nai  m  oUf  tori-ataulco-beki  ni  ttvki 
koko  Iii  gc-hira  ni  oi/obi-sörö.  keigu. 

Me^i  San  Jü  hachi  nen  shi  yvoatm  shichi  nichi. 

Köbe-iomu'kttiäohtkjfaku-'cAö  ba. 

Doüntküku  ryofi 

nani  no  bö  kika. 

Anm erka  ngen.   *  KonlroUierea  kan  =  kmtgaitdr*  =t  nadweben ;  Mm  =  «w- 

beni  - —  beherrschen.  Abteilung.  Mit  kyoku  werden  im  beaonderen  auch  die  einzelneo 
A^f^'il'iiigen  der  Ministerien  bezeichnet  Eine  Unterabteihmp  (fi*s  ki^oku  ist  ktra  — 
Sektion,  eine  Unterabteilung  hien'on  A-n^-nrf  — r  Uutersektion.  ■*  Neu  «»rrichtet  -hin — 
atarasJtü\  *et»u  =  mökeru.  *  Zu  gieiclicr  Zeit  verwalten  ken  =  kaneru;  gleichzeitig 
etWM  tan  «UM  =  imthmtnu  *  Sakverwaltang  «i  —  «ftj»;  mu  =  ttMiomtm,  *  Dies« 
seitige  Abtetlnng  tS  =  dam. 

Nr.  11. 

Shokm  wo  nmUe  keUaint  Htuki'äSn,   Nchttnha  kongettu  nmuika  smke  ' 

ken  ni  tntki  tono  fftnin  ehösa-kata  ffO'inri  ai-fiari-Mv  mumuki  ryöshö  tadaeht 

ni  Ynra-yösai*-shireihBan*  m  taishi  migi  toi^awate^MTÖ  iokoro  töji  adakatno 
keieisen*  kötai'-chü  ni  kore  ari'Wrö  nomi  narasu  i^iisu  tea  tetüeo  furyü  nari 

shi  famr  kntagata  gni  ni  gai  ktsen  wo  hakkoishi  f>:/irishi  ni  ynri  nan  föro.sha 
«I  taishite  tva  shörat  migi  yu  no  futsugö  kore.  naki  yü  jülniti  gentaLm  '^  shi-oki- 
tarti  mune  hmilö  kore •  art  -  söro  jö  migi  yö  go-shöchi  ai-nari-taku.    kono  dan 
ktoaifö  made  kii  ino  e-mrrj.  kcigu. 

Metji  san  jü  shtchi  nen  shichi  gwatsu  kokonoka, 

Hyogokni  chiji 
nani  no  bö. 

Doitsukoku  ryöji  dairi 

nani  no  bö  kika. 

Anmerkungen*  *  Postschifi*  yü  —  ^mini;  «m  =  ßme.  *  Me^twenge 
kni  uiiii;  kyü  z=  itemai.  '  Stoppen  tn  ^=  to'hmenr,  nen  —  ßme..  *  Festung  yö  --^ 
kanavu;  sai  =  ioride.  ^  Konmtandant  thi  -  tmkaxadoni;  r«  —  yobu;  ktran  ■=  yaku, 
*  WachtsebüT  kei  —  imashinuru;  ei  s  manioru\  sen  =  /un»,  ^  Abwechsltmg  kö  = 
kaumru ;  fei  =  kawan»  "  Der  betreffende  Betmle  tö  s  aim;  ro  =  «nieJU;  «An  = 
mono.  *  Strenge  Anwelenng  gen  =  AfUaAff;  loten  —  Um. 


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Mduxs:  Der  untlidie  japaiuMh«  Briefatil. 


257 


Nr.  12. 

Htmgflsu  til  ju  rokti  ntrhi  :nkfi  dai  tu  hyaku  go  jn  ku  go  kiknn  tm  motff 
kikoku'jin  Lö  jihi  ye  .san  <- ka  - yetsu  kiyen  no  iiaichi-ryuko-menjn^  ko/u-kata 
yo'irm  no  tmumuki  shöchi  iiashi-wn-  Shikaru  ni  miyi  bo  shi  tea  Doitsu^ 
kyöhd-pttJi^  no  yatin-kyoshi  m  jMtr  gm  ni  ßika*  K^maeHäeu  mbandüö 
ßl  yo  baitehi  ni  kyökjfo  UashU'Ori-wrn  iokaro  waga  kokujm  ni  yatonBore  iyih 
rficki.ffwai  m  kyökjfo  no  mono  y»  tco  kaki  i/^nm  hffSgyS*  no  kinttu*  ni  anuam 
lafti  wo  oubele  ni  «Ai  kam  jfo  no  tyoko  wo  igoka  «rmpn  raki*  ni  koM  an- 
mm  aida  ikan  nagara  ffo-raii  ni  ojigaiaku  söro  jo  migi  yS  gO-ryStkS  m-nati' 
tokn.    kono  dan  htoUÖ  mSffAl-MMMM-mw.  k«igu, 

Toihi  getm  nidA, 

Gmmu'dttißn  Itä, 

Doittu  lokumei  zenkm-köskL 

nani  no  bo  kakka. 

Anmerkungen.  '  Paß  nun  ~  yurum;  jö  .  tfgemi.  •  Im  Fu:  Ära  in 
•ler^leichen  Verbindungen  heißt  innerhalb ,  z.  B.  kenka  Im  Ken.  •  Ferien  kyä  — 
yanumu ;  yyö  =  waza,    *  Zeitpunkt  ki  ~  Tertuiu ;  ^eUa  =  /«oAt.    *  Regel  rn  = 

Nr.  13, 

HaäuL  Nobun^  kongfittu  yBka  ktkoku  kös^  yori  dai  td  kjfoku  nku  jS 
idii  gö  okokan  wo  metk  naidü-tyekö-mmfo  kqfit-kata  go-nikyS  ai-nari'Soro 
kikoku'jm  Kofi  iS  »H  wa  k^mio  Kmagmoa  kmka  ni  oHe  ytiAo-AiÜln'  m 

äuM  '  thitaru  no  kado  ni  yofi  gtnkon  ytvaimu-daijin  yori  yo-shöktrai-chU  ni  köre, 
ari-sörö  kik(tku-jin  C.  bö  sAi  to  seimei  tomo  hobo  döiisu  ni  kore  an-sord  ni 

tjnihi  hnlnshltf  döit-*ti-jin  nan  ya  inn  ya  nm  no  tamr  sJwchi  ita.'^hi -tnht-.'^örö 
aula  on  -  ttkazu  rtngarn  on  -  tf/ri -  shirabe  go -  fiöchi  ai-  Jutri •  laku.  kono  dan  go-irai 
möahi-sugutne-iüoro.  krigu. 
TogJU  geisu  nichi. 

Gtcaimu-daijin  ktcambö^  shomu*  kwat.Uo. 
Doitim  JimMkvMm  ghekikuian  kiht. 

Anmerkungen.  '  Bestimmmig  ki  ~=  okite;  fei  =  hodo.  •  Ztuvidcrhandhmg 
i=iayoui  han  =.  okam,  *  Geheiuie  Kanzlei  kvHin  —  yaku\  bö  ~-  fitm.  *  Ver- 
«hiedene  (Zentral-)  Gaechlft»  «Ao  ^  MoroMer»;  mu  s=  Uvtimiau» 

Nr.  14. 

Hongftgu  yöka  zttke  dai  ni  hyaku  roku  jü  ichi  gö  kikan  sesshu '  hietnt* 
ito$hi'SÖrfi.  Noburrba  zai  Yokohama  kikoku  sJuJnin  bö  shi  byöki  yöjö  no  tame 
mvkö  rokka-getsu  kan  Nikkö  sono  ta  ye  ryokö-menjö  kößi  no  gi  go-srikyü 
yu>  ommmthi  shöcbi  iiashi-srprö  shikaru  ni  dftshi  toa  kalsuie  S/iiznokakrnka  tii 
keimtnuktßan  rw  seishi^  wo  gamzfiztt  ryokö'mmjö  kisai  no  cliiltö  igtcai  ni 
rgokö  ahiiaru  km  ni  tsuki  saki  ni  hondaijin  yori  kakka  no  yo-vhüt*  wo  una- 
goM-oki'Wn  kikoku -jin  bö  thi  to  kobo  tnmä  dSUm  ni  tsuki  nm  no  Inm 
Alö*  jikNNKjhM'Aftö  IS  $ori  kihoan  diokikvxm  made  iekiö  on-lot-aiiwiM  m' 

10H.4.8i^eOH«tiffiMh«.  1907.  LAU  17 

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2^8 


MvuKKS  Der  amtliche  japanisdie  Briefirtü. 


oydU'Wm  iokoro  hatasAit«  ddHtsU'jin  nam  mme  no  kteaitö  wo  e-aörö,  TMfe  tea 
3,ao.mi  ihoMha  Matm  no  km  nikum  sü  ki-ga  ry^  se^noaidam 

oUß  manJHiku  naru  kj/^'  ai'Monoi-soro  made  tea  dö-shi  ni  iaishi  naichi  ryoko- 
meiyö  ho/u  no  gi  tea  nanihun  tori  -  ItakaraigiUaku  sörö  aida  migi  jfo  ffo-työihö 
ai-nttti'iaktt,  kono  dan  kteaitö  rnad^  kü  too  e-tiörö,  kmgtL. 

Gtcaimu-da^m  bö. 

Doitsu  senken 'köshi 

hS  kaMta, 

AnmerkungeD.  ^  Empfangen  »eUu  =  /ureru  berühren  «Iv  =  le.  *  Er* 
halten  Af  A/raAi»;  «Uu  =  mim,  *  Verbot  9H  =  iodomeru;  «Ai  =  Moment.  *  Ihre 
Anfmerfcsamkdt  ehü  =  sosopu;  i  =  h^tmro*  *  Dieaea  MImeterinm  tö  =  atara\ 
skö  =  luurimim,  *  UberNnkommeo  kjfö  =  Motum;  ^  =  kaiUam  (Aatom)  enihlen. 

Nr.  15. 

Kckttffittu  ni  jü  $an  fddti  zuke  kikm  9e&tku  ikoH'äöi^  NdhurAa  ki- 
teäMnt  kwmsö^'kökm*  hö  go  kmdiö  hö  »ki  konhoai  Boldiaidö  m  Anftö  m- 
nari  kampo  m»km  aJkifto'  ye  k&tan*  Uamre-'taiki  nume  teo  moUt  nuyi  koko  m 
kwmntru  tensJio  kö/u-kata  go-ircd  no  omomiki  i^oekiüagM-söro,  Stmawacki 
kiju*  ni  öji  bewhi  tetuho  ittsü  sashi-suaume-sörö  aida  do-kancKö  ye  go-tensö* 
ai-nari-tnkii  hatm  rm-mnshi-koshi  no  omomuki  tea  gaikan  tsüktca''  no  enkai 
chihö  ye  ai-tasshioki  mösu-bekU'Särö.    kono  dan  kwaUö  kü  woe'törv*  keijfu. 

Toshi  getan  nicht, 

GtoaimU'daijin  bo, 

Doitsu  tokumei  -  zenken  -  koshi 

nam  no  flo  kukka. 

An  merk  a  Ilgen.  '  Sdinetlaul'end  kwai  =  kokoroyoi\  sö~it<uhuu.  ^  Ka- 
mmenboot  kö  ss:  ithibiya;  km  =  Iktuabtine.  Die  fibrigen  Arien  der  Rriegeeduffe 
heißen:  Schlachtachiff  tenton  (nen  —  ikum),  Kwaw  ^jtmsfökam  (/iiii  =  nuHram; 

yö  ;  -  öumi) ,  Torpedoboot  =  «utrailn;  mh'  =  imra;  nri  ^  kaminarii  tri  =  kobunr, 
Torj)Pcloier8törer  kuchikukan:  ku  =  tpashint;  chik-u  —  ou  wrfolgcn  '  Sämtliche 
Häfen  fho  ~  moromoro ;  kö  m'mato.  *  Aniaufen  ki  -  yoru;  kan  —  Kriegs- 
acbiO*.  *  Ihr  Wunsch  ki  =^  taUoi;  ju  —  nmtome.  •  Übersaaden  ten  =  korobu; 
«ö  =:  okmtt,   ^  Ftesieran  (einen  Hafen  nach  dem  andern  anlanfeo)  taH  =s  Ipm; 

Nr.  16. 

Jiaidoku.  Noburfhn  kihnhi  -jfn  hö  hoka  go  mei  KyTitn  (josho  riaralu  ni 
Nijö  riktffi  ^  haiku  an  ti/  (/ai-i(If'  no  yi  sashi -yitruffare  sörö  ni  tsuki  l'fs'^fii  teitiho 
go-stifu  ni  oyoOi-suro  Jö  lionnin  ye  go-dmiatsu^  ai-nari-taktu  kono  dan  go- 
ktcaito  ni  oyobi-sörö.  keigu. 

Toshi  getm  tti^ 

Tonomo  no*  kmni*  hö, 

Doiim  tokumei  unken-köM 

nani  no  bö  kakka, 

Anmerkungen.  *  Kaiaerliehe  YlUa  H=.  hanarent;  kgA^m^  *  -Ober^ 
geben  den  =s  teuüterui  tute»  =  Iomutn.  *  Verwaltunf  der  SddSeser.  *  Yontnad. 


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MSun;  Dar  «ratiieha  japftniadie  BrialMI. 


259 


.  Nr.  17. 

Honyfisu  mScka  zuke  dai  san  jü  «Ai  gö  kikan  wo  motte  iaUtm  90*^0 

no  budö'ifiu  kamt  rtti  .^hmeki  atco'irffi  nana  hako  yunyu  muzei  l^tikipan  no  gi 
YiAohnina  znkxcan  ye  tasshi-kata  go-irai  no  omirmuhi  ryösKö  itashi-sfirö.  Su- 
mumhi  iM-sjihi  tsüktcan^-  ^hn*  ippü  mf^hi-siisume-Sf/rä  nida  gn-ryoshü  ai-nari- 
taku-snrö.  Mftttomo  genka  n/ösn^  no  gt  icn  zcikwau  ye  tsüchi  wo  gushi^söro 
auia  gaihm  go-ryöshü  no  ue  ai - wakari - sörawaba  tö-shö  ye  go- tsüchi  ai-nari- 
Itht,  kono  dan  hptritS  kü  wo  t-äSn,  keigu. 
TM  geltu  meM, 

Gwaimu'daifm  bö, 

lUMt  HO  bö  kakktt, 

Annarknngen.  *  Zdlpanuß  t*ü  =:  tfr«;  kwtm  weil  as  aich  am  iä»  Zoll- 
•fflt  tei-twan  bandelt  *  Schein.  •  Gewicht  und  Zahl  ryd  =  kokarui  «i  =  Zahl 

Nr.  18. 

S/tokan  ICO  wotte  kfijo  itmhi-stirö.  Nohurtha  Puroisu  shiho^  sümitmi*- 
gikiean^  ken  datgaku  kgtgu^  0(ß  shi  wo  kun^  ui  ui  joserare*  kyokujUsit' -  slut^ 
w»  tamaman^''tak%  mtm«  jSm"*  itoMf  hfku  zoiyi'WrS.  Ki-stifu  m  oHt  go- 
ttm  *'  koro  naJat'9örö  ya  shBeM  UatM'taku-ääro  tuda  en-tekasu  nagara  ki'-m^ 
f$  €»-toi'Owem  no  tie^  nanibmn  no  go-kwaUo  ai-nari-te^.  kono  dan  im  wo 

ToM  gattm  niM. 

Qwamu'daifin  65* 

DoUsu  tokumei-zenken-köshi 

nani  no  Itö  kakka. 

Anmerkaagen.  *  Jaatis  «Aiss  t/mlOuadar»;  regieren  kö  =  narl  =  Bedbto- 

Dornt.  *  Sämititu  -giktean  bedeutet  hier  Gcheimmt.  SOmUm  («ü  ztz  Angelpunkt;  Wichtig- 
keit mit^rt  ~  hi'ok'i)  ist  der  Bc/elrlintinj»  ff^r  den  japanischen  Geheimen  Staatsrat 
tümiUuin  entlehnt.  Rat  gi  —  hakaru;  ktcan  _  yokii.  *  Professor  kyö  =■  oshiera; 
jn  —  iozukeru,  ^  Orden  kun  ^  i-sooshi  —  Verdienst  °  jo  suru  {jo  =  sazuka)^  mit  m* 
koaatniiert)  heifit  verieihen.  Die  Passiv«  oder  Potentialform  ««rare  ist  als  HSflidikeits- 
fbrm  gebraucht,  weil  vom  Kaiser  die  Rede  ist.  Aufgehende  Sonne  h/oku  ~  ntalUi 
ßlfu  —  hi.  *  xhö  {nkircüca)  ist  das  zweite  Zeichen  von  kun-shö  =  Orden.  •  ta- 
mmcaiu  =  vprlpihen  (vom  Kaiser).  "  Vortrag  Iialten  (dem  Kaiser)  70  =  taifmahnnt; 
«V  —  müBkiagtru.  Verschiedene  Meioong  i  =  kokmaru\  zon  =  omou,  naclidem, 
aaf  Grvnd. 


17* 


260  Mfiun:  Der  amdieha  jApaniMlw 

m 

» 

4  Deaiselie  OberaetEiing  der  Bokmneiiie. 

Nr.  1. 

Vaw.v  Ilochwolilgeboren  beehfc  ich  mich  ergebenst  mitzuteilen,  daß 
icii  heute  nacii  Tökyö  reise,  und  daß  während  meiner  Abwesenheit  der 
Sekretär,  Herr  X..  mich  vertreten  wird. 

13.  Februar  1905. 

Gouverneur  des  Hyögo-Ken. 

An  den  Kaiserlldi  Deutsclieo  KonauUiteverweser 

Herrn  X«,  Hochwohlgeboren. 

Wortliche  Übersetzung. 
Es  reist  nacli  der  Hauptstadt  dieser  Beamte  (ich),  infolgedessen  nimmt 
wahr  vprtrpfnnirsweise  die  Amtsgeschäfte  der  Sekretär  Herr  X.  während 
der  Abwciienlieit. 

Nr.  2. 

Infolge  der  von  Kuer  Hochwolilgehurea  gemäß  den  UcKiinimungcn 
über  Hilfeleistung  bei  Verhaftungen  beantragten  Festnahme  und  Ubergabe 
dar  Ton  dem  deutsdien  Sdiiffe  Y«  deaertierten  Matroaen  X.  und  9  anderer 
sind  an  Kosten  (Qr  Ei^greifung  usw.  104  Yen  laut  bdfolgeDder  AufateUuug 
von  di>m  Polneivorstand  liqiudiert  worden. 

Euer  Hoehwohlgeboren  bitte  ich  ergebenst,  mir  den  Betrag  geiUligst 
zugeben  lassen  au  wollen. 

3.  Februar  1906. 

Der  Erste  Staatsanwalt  des  Laudgerichts  /.u  Köbe. 
An  den  Kaiserlich  Deutschen  Konsul 

Herrn  X.,  Hochwohlgeboren. 

Wörtliche  Übersetzung. 

Es  sind  Obeigeben  worden  zuvor  auf  Grund  Ihres  Geaudis  um  Ver- 
haftung gemiß  den  Bestimmungen  Hiher  Htlfdeistung  die  Deserteure  des 
Sehiftes  Y.  Ihres  Landes  X.  und  9  andere,  in  besug  auf  welche  erbeten 
aind  T<m  dem  Vorstande  der  Polizeibehörde  laut  Anlage  104  Yen  Kosten 
der  Ebrgreifung  usw. 

Infolgedessen  bitte  ich  um  Übersendung  des  Oeldes. 

Nr.  3. 

Der  \  crlrcUT  (l*  r  Firma  Y.  in  Kobe,  frühere  Fremdenniedeilassuog 
Nr.  75,  Herr  X.,  hat  der  Abteilung  för  angewandte  Chemie  der  Technischen 
Fakultm  der  Kalseriichen  UnirersitSt  in  Tökyö  als  Studienmaterial  Ar  Lehr* 


Mfiun:  Der  •mtlicfae  japanische  Briefstil.  261 

saaliwecke  künstlichen  Indigo  und  22  andere  Chotniknlien  überwandt.  Ich 
habe  iiifulgedessen  den  hiesigen  Bürgermeister  veranlaßt,  dem  genannten 
Herrn  ein  Danksagungsschreiben  und  einen  iiolzemen  Sakebecher  zu  über- 
laittieln,  und  beehre  midi.  Euer  Hochwohlgeboren  ergebrast  hiervon  in 
Kenntnis  tu  seteen. 

Iti.  Januar  1904. 

Der  Gouremeur  des  Uyögo-Ken. 

An  den  Kaiserlidien  KonsuhUsverweser 

Herrn  Z.»  Hochwohlgeboren. 

Wörtliche  Übersetzung. 
Ich  habe,  veranlaßt  durch  den  BQrgermeister  von  Kobe»  die  Aushlndi- 
gung  eines  Trinkbechers  und  AneriLcnnungsschrcsbens  dafür,  dafi  gewidmet 
worden  sind  22  Sachen  außer  liQnatlichpm  Indigo  als  Material  (Gebrauch) 
wissensduilUieher  Studien  im  Lehrsaal  fiir  angewandte  Chemie  der  (ab- 
hängig von  >gewidniet«)  Technischen  Fakultät  der  Kaiserlichen  Universität 
SU  Tokyo  von  Ilirem  Laudsoiann  Herrn  X.,  Vertreter  der  Firma  Y.  in  usw. 

Nr.  4. 

Zum  Zwecke  der  Erhebung  der  Staatasteuem  beelire  ich  mich,  das 
Kaiserliche  Konsulat  ergebenst  su  bitten,  die  Wohnungen  der  in  der  bei- 
gelegten Liste  aufgeführten  Penoneo  in  die  entsprechende  Bubrik  eintragen 
XU  wollen,  fklls  sie  dem  dortigen  Konsulate  n&lier  bekannt  sind. 

17.  Februar  190S. 

Der  Vorstand  des  Lokaisteuenuntes  zu.  Kobe. 
An  das  Kaiserlich  Deutsche  Konsulat. 

Wörtliche  Übersetzung. 

Ich  ermittele  die  Wohnung  der  Leute,  die  aufgefidirt  sind  in  der 
Anlage,  indem  dies  wichtig?  ist  7uv  Erhehtin»;  der  Staatssteiier.  Ich  bitte» 
Sie,  Sil'  helastitrend .  mn  KiTitrHgiinj^  der  Wohnungen  in  die  .ib^cki'ir/.te 
Rubrik,  wenn  es  nocli  i  ui/.eliieiten  (kado)  gibt,  die  bekannt  sind  in  Ihrer 
Behörde  betreffs  der  Lakiarheiten. 

Nr.  5- 

Enrer  Ixzellena  gefallige  Note  Nr.  70  vom  19.  Juli  d.  J.  habe  ich 
XU  erhalten  die  Fhre  gehabt.  In  dersdbcn  hal)en  Kuer  Kxzeltenx  mir  mit- 
geteilt. 3aß  das  Kaiserlich  Deutsche  Seeamt  in  Flensburg  mit  Bezug  auf  den 
in  der  Bunsostraße  stattgehabten  Zusammenstoß  des  deutschen  Dampfers  Y. 

mit  deu)   Kaiserliehen  Torpedoboot  Nr         t^ber  viei-  von  Huer  bixzeiienz 

aiber  bezeichneten  Funkte  Auskuui't  erbeten  habe.    Ich  habe  vou  diesem 


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262 


MCujni:  Der  amdidie  jftpmlMhe  BriefstiL 


Wunsche  den  Marinemtnister  sofort  in  Kenntnis  gesetzt.  Von  demsd^beo 
ist  mir  nunmehr  die  anliegende  schriftliehe  Auskunft  des  Kapitänleutoents  Z., 
welcher  zur  Zeit  des  Zusammenstoßes  das  Torpedoboot  Nr.«..  befehligte, 
zugegangen,  indem  ich  diese  in  der  Anlage  zur  weiteren  gcfallii^en  Ver> 
•dassung  ergebenst  beiftige,  liabe  ich  die  Ehre»  Euer  Exzelienz  naeioe 
ausgezeichnetste  Hochachtung  zu  erneuern. 

20.  September  1905. 

Der  Minister  der  Auswärtigen  Angelegenheiten. 

An  den  Außerordentlichen  Gesandten  und  bevollmichtigten  Hinister 

Herrn  X.,  Exzellenz. 

Wörtliche  Übersetzung. 

Ich  habe  Kenntnis  genommen  von  Ilireni  Eisuclien  miltels  Sciueibeos 
vom  usw.  und  Übersendung  einer  Auskunft  fiber  4  Punkte,  niher  bezeiebnet 
von  Ihnen  auf  Grund  einer  Anfrage  vom  Seeamt  in  Flensburg  bezQglich 
des  Vorfalls  des  Ztunmmenstoßes  des  Kaiserlichen  Torpedoboots  in  der 
Buogomeeresenge  mit  dem  Dampfer  usw.  Ich  habe  mich  sofort  sehriAIich 
gewandt  an  den  Marineniinisler ,  und  jetzt  ist  mir  zugegangen  anliegende 

Auskunft  dee  KapitSnIeutnants  X.,  der  befehligte  Nr         zur  Zeit  des 

Zusammenstoßes  von  demselben  Minister,  und  dalier  übersende  ich  aie  Ihnen 
jetzt  zur  weiteren  Veranlassung. 

Nr.  6. 

Nachdem  im  Juli  v.  J.  das  Tabaksmonopolgesetz  in  Kraft  getreten 
ist,  stellt  das  Recht,  Tabak  einzukaufen.  allfMii  der  Kaiserliehen  Rep^iernng 
zu.  LiT)z<»lppi"Sonen  win!  i»'(l'»ch  auf  ihren  Antrag  die  Einfuhr  solcher 
Tabaksfabrikate  erlaubt,  deren  sie  aus  Gesnndheitürücksjichlen  und  üewohn- 
heit  nicht  entraten  können.  Infolgedessen  liabe  ich  unter  dem  5.  Oktober  v.  J. 
mittels  Schreibens  Nr.  6547  Euer  Hocbwohlgeboren  gebeten,  den  Inhalt 
dieser  Bestimmungen  den  in  Japan  anslssigen  deutschen  RdchsangehSrigen 
zur  Kenntnis  zu  bringe.  Tkwtidem  haben  die  Importeure  zuweilen  ver^ 
sucht,  die  Genehmigung  zur  Einfuhr  erst  nach  Ankunft  de^  Ware  einzuholen. 
In  der^eichen  FKUen  hat  nun  die  Behörde  bish«r  darauf  R&cksicbt  genommen, 
daß  das  durch  das  neue  Gesetz  vorgeschriebene  Verfahren  den  Importeuren 
noch  nicht  genügend  bekannt  gewesen  sein  mochte  und  ihnen  ausnaluns- 
weise  die  Einfuhr  gestattet.  Naehdeui  jedoch  seit  Inkrafttreten  des  Gesetzes 
ein  volles  Jahr  verflossen  ist  und  daher  /.n  der  bisher  geübten  Rücksicht- 
nahme keine  Veranlassung  mehr  vorliegt,  soll  in  Zukunft  die  Erlaubnis 
zur  Einfuhr  nur  denjcnificn  Importeuren  erteilt  werden,  die  des  Genusscss 
von  fremden  Tabaken  aus  Gesundheitsrucksicliteu  und  Gewohnheit  nicht 
entraten  können;  auch  wird  das  bd  der  Einfuhr  zu  beobachtende  gesetzlich 
vorgeschriebene  Verfahren  von  nun  an  streng  innegehalten  werden.  Ich 


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MSlueb:  Der  undichd  japan'wdio  BriefätO. 


263 


ckhte  daher  an  Euer  Hoch  wohlgeboren  die  ergebene  Bitte,  den  unter  ihrem 
Schübe  stebeodea  Residaiten  den  Inhalt  dieses  Schrdbens  sehr  geflll%st 
rar  Keonlois  bringen  tn  wollen. 

21.  November  1905. 

Der  Direktor  der  Talialumonopolabtälung. 

X. 

An  den  KaiserUch  Dentsehen  Konsul  usw. 

Wörtliche  Übersetzung. 

Ea  kann  einAhren  mit  vorheriger  Erlaubnis  der  Regierung  nur  {koffki^ 

aus  Gesundlit  it  und  Gewohnheit  unentbehrilclie  Tab.ike  eine  Privatperson, 
indem  es  ist  alleiniges  Recht  der  japanischen  Regierung,  Tabak  einzuluhren 
nach  Inkiafitr«'tt'ii  des  Tabaksmonopolgrsct/.es  im  Juli  v.  J.  Infolgedessen 
habe  ic!i  gebeten,  daß  Sin  mitteileu  möchten  diese  Bestimnning  (mune) 
Ihren  Landsieuten ,  die  in  diesem  Liindt'  wohnen,  ntittels  Schreibens 
vom  ii.sw.  Itidessen  ist  e,s  öfter  vorgekuiuüien .  daß  die  Leute  naelisuchten 
die  Erlaubnis  in  (der  Zeil)  nach  Ankunft  der  Ware,  indem  sie  fehlten 
g^en  das  Verfidiren  noch  in  der  Folgezeit  Ob^ddi  nun  der  Fall  (Umstand) 
eugetreten  ist,  dafi  man  gab  Erlaubnis  ausnahmswdse»  indem  man  Rflcksicht 
Shead  annahm,  daß  noch  nicht  bekannt  sei  das  Verfahren  sur  Zeit  des 
lokrafttretens  des  neuen  Qesetases,  so  nimmt  man  an,  daß  jetzt  nicht  mehr 
Grand  vorhanden  ist,  besondere  Rücksicht  zu  üben,  nachdem  verflossen 
ist  über  ein  Jahr  schon  nach  Inkrafttreten  des  Tabaksmonopolgesetzes. 
Infolgedessen  erteilt  man  nicht  m(>hr  I-',rlaulmis,  wenn  nicht  solchen  Personen, 
die  bestimmt  nicht  köimen  aufgeben  das  Rauchen  aus  Oewohnheit  und 
Gesundheit,  in«iein  man  einhalten  wird  das  gesetzMche  \'('ifalirpn  jetzt  und 
s|>äter,  und  so  {aifla)  bitte  ich,  von  seilen  t^ner  lAzellenz  zu  veraiilas.sen 
die  Bekanntmachung  obigen  Inhalts  für  die  süuiliiciien  dort  wohnenden 
Staatsange  hörigen. 

Nr.  7. 

Euer  Uochwobigeboren  beehre  ich  mieh  ergebenst  mitzuteilen,  daß 
idi  sum  Erstell  Staatsanwalt  bei  dem  Landgericht  zu  Osaka  ernannt  worden 
hia  nod  heute  die  GeschSfte  der  Steatsanwaltschall  übernommen  habe. 

12.  April  1904. 

Erster  Staatsanwalt  bei  dem  Landgericht  zu  Osaka. 

Ad  den  Kaiserlich  Detttachm  Konsul  und  Vertreter  Schweizenacher  Interessen, 
'    Herrn  X.,  Hochwohlgeboren. 

Wörtliche  Übersetzung. 

Ich  habe  das  Amt  angetreten  heute,  indem  ich  wnannt  worden  bin 
xam  Ersten  Staatsanwalt  des  Landgerichts  in  Osaka. 


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264 


MOujm:  Der  amtliche  japuiieche  BriefatiL 


Nr.  8. 

Eiier  Hochwohlgeboren  bedire  ich  mich  ergebensl  ntteuteilen,  daO 
dem  geflUHgen  Ersuchen  um  Verhaftuog  vom  3.  d.  M.  entsprecheod,  die  in 
der  Anlage  au(|;e(lihrten  Deserteure  des  deutschen  Daihpfera  Y.  von  der 
Polizei  von  Z.  festgenommen  worden  sind.  Ich  habe  daher  den  Polizei- 
vni  stand  sofort  angewiesen,  die  Übergabe  der  Leute  an  Bord  des  betreffenden 
Schiffes  zu  veranlassen. 

4.  Februar  1905. 

Der  Erste  Staatsanwalt  beim  Landgericlit  zu  Kobe. 
An  den  Jiaiserlich  Deutschen  Kon&ul  Herrn  X.,  Uochwolilgeboreo. 

Wörtliche  Übersetzung. 

Sie  haben  ersucht  um  Verhafliing  mittels  Schreibens  vom  usw.  Es 

.sind  festgenommen  worden  von  der  Poli^pi  zti  Y.  am  usw.  die  vier  in  der 
Anlage  niifge  führ  ten  Leute.  Deseiteure  Ihres  Dampfers  nsw.  Infolgedessen 
habe  icli  veranlaßt  die  Überführung  dei'seiben  aufs  Schiff  und  bitte,  hier- 
von Kenntnis  zu  nehmen  usw. 

Nr.  9. 

In  Erwiderung  auf  Euer  Exzellenz  sehr  gefälliges  Schreiben  vom 
23.  d.  M.»  in  wdchem  Sie  mieh  benachrichtigen ,  daß  der  Lehrer  bei  der 
ersten  Höheren  Hittelsdiule  Herr  X.,  deutscher  ReichsangehSriger»  zum 
Zwecke  zoolc^sdier  Forschung  stell  naeh  dem  Oltinawa-Ken  hieben  wird 
und  Hire  Vei-mittdung  nachgesucht  hat,  um  vi^rend  seiner  Reise  die 
Unterstiit/.ung  der  dortigen  Lokalbehördeii  zu  genießen,  beehre  ich  mich. 
Euer  Exzellenz  en$ebenst  zu  benachrichtigen,  daß  ich  den  Gouverneur  des 
Okinawa-Ken  von  dem  Inhalte  Ihres  geHilligen  Schreibens  sofort  in  Kennt« 
ois  gesetzt  habe. 

Der  Minister  der  Auswirtigen  Aogelf^enheiten. 

Datum  und  Unterschrift. 

An  den  Außerordentlichen  Gesandten  und  bevollmächtigten  Minister 

Herrn  Y.,  Exzellenz. 

Wörtliche  Übersetzung. 

Ich  habe  Keuntnii»  genoimneu  von  dem  üesuclie  mittels  iSchreibens 
vom  usw.,  des  Inhalts»  daß  gel)eten  habe,  zu  erhnUen  die  Unterstützung  der 
Landesbdi&rden  wSlirend  der  Reise,  betreffend  das  Hingehen  nach  dem 
Okinawa-Ken  zwecks  zoologischer  Studien,  der  usw.  Infolgedessen  habe 
ich  in  Kenntnis  gesetzt  den  Gouverneur  des  Okinawa-Ken  sofort  von  dem 
Inhalte  des  Obigen. 


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MSun:  Dar  Amtliche  japuitdie  Briofttil. 


265 


Nr.  10. 

Euer  Hoch  wohlgeboren  beehre  ich  mich  ergebenst  mitwiteilen,  daß 
ich  nnter  Beibehaltung  meines  jetzigen  Postens  (auch  noch)  xam  Direktor 
des  am  1.  d.  M.  neu  erriehtelMi  Salauntes  ernannt  worden  bin.  Infolge« 
dosen  werden  alle  Geachlfte  betreffend  Salzangel^genbeiteD  in  Zukunft 
von  dieser  Behörde  erledigt. 

7.  April  1905. 

♦ 

Aa  den  iüuserlich  Deutschen  Konsul 

Herrn  X.,  Uocbwohlgeboreo. 

Nr.  11. 

In  Krwiderting  auf  das  gefällige  Sflui-iben  vom  7.  d.  M.,  betreffend 
die  Verspätung  dtüs  deutschen  Postdampfers  X.  beim  Passieren  der  Kiistraße, 
beehre  idi  mich,  Euer  Hodiwohlgeboren  ergebenst  mitzuteilen,  daß  ich 
aticb  sofort  an  den  Kommandanten  der  Forts  in  Yura  gewandt  habe.  Der 
geniante  Herr  teilt  mir  nunmehr  mit,  daß  zur  ft-a^ichen  2eit  nicht  nur 
gende  die  Ablösung  des  Waehtscfaiffes  stattfand,  sondern  andi  unklares 
Wetter  war,  so  daß  der  Dampfer  nicht  gleich  bemerkt  wurde.  Trotadem 
sei  die  zustandige  Stelle  nachdrucklichst  darauf  aufmerksam  gemacht  worden, 
daß  in  Zukunft  dergleichen  Unregelmlßigkeiteo  zu  vermeiden  seien. 

9.  Juli  1904. 

Der  Gouverneur  des  Hyögo-Ken. 

An  den  Kaiserlich  Deutschen  KonsulaLsverweser 

Uerrn  X.,  UocliwolUgeboren. 

Nr.  12. 

In  Erwiderung  auf  liUier  Exzellenz  sehr  gefall iges  Sdirelben  vom 
26.  d.  M.,  in  wdchem  Euer  Exzellenz  f&r  den  deutsche  Reiclisangehörigen 
Horn  X.  einen  dreimonatigen  Reisepaß  filr  das  Innere  nachsuchen,  beehre 
ich  mich.  Euer  Exzellenz  ergebenst  mitzuteilen,  daß  ich  Euer  Exzellenz 
Wunsche  zu  meinem  großen  Bedauern  nicht  enteprechen  kann,  da  der 
^snate  Herr  bei  der  Vereinsschule  als  Lehrer  angestellt  und  gegenwärtig 
Nr.  14  Nilian  Köjimaphikii ,  Tökyö,  wohnhaft  ist,  nach  den  besonderen  Vor- 
schriften al)«'T-  (!f'it'fni'4("n ,  welche  V)ei  Japanern  ani;<^stellt  sind  und  außerhalb 
der  Fremdcnnietlrrlassurig  wohnen,  im  allgtuneiuen  eine  Reise  von  länger 
»Is  2  Wochen  auloor  io  den  Sommerferien  nicht  gestattet  wird. 

Der  Minister  der  Auswärtigen  Angelegenheiten. 

Datum  und  Unterschrift. 

Aa  den  tit  Herrn  Y.,  Exzellenz. 


260 


MCiuk:  Der  amIIMw  japanuche  Briefstil. 


Nr.  13. 

Der  Vo^  und  Ztmame  des  deutschen  Reiclisangchurigen  Herrn  Karl  X.« 
ftlr  welchen  mittds  Schrdbens  Nr.  261  des  deutschen  Herrn  Gesandten 
vom'  8.  d.  M.  ein  Phß  zur  Heise  ins  Innere  nachgesucht  worden  istt  iat 
mit  dem  des  deutsclien  Reichsangehörigen  Herrn  C.  X.,  beadgUch  deaaen 
wegen  Überschrdtung  der  Vertragsgrenzen  im  Kanagawa  Ken  durch  den 
Minister  der  Auswünigen  Angelegenheiten  angeregte  Verhandlungen  schweben, 
heinahe  identisch.  Ich  hechre  mich  nun,  das  Sekretariat  ergehenst  zu 
liirti  n  nacli  p;ef^!li^pr  Feststellung  mich  wissen  zu  lassen,  ob  die  beiden 
ein  und  diesi-llx*  Person  sind. 

Der  \'ui-stand  der  Zentralsektion  der  Geheimen  Kanzlei. 
An  den  Kaiserlich  Deutschen  Lej?ationssekrptSr 

Herrn  Y.,  Hochwohlgehoren. 

Nr.  14. 

V.net  Exzelleii/  T>eehre  ich  mich,  den  Kmpfang  des  sehr  gefälligen 
Sclireihcns  vom  8.  d.  M.,  in  Wf^lclifin  Kuer  Exzellrnz  für  den  deutsehen 
Kaufmann  Henii  Y.  in  Yoknliaina  um  Znstplhnit;  fines  Passes  /tir  Heise 
nach  Nikko  /.tu*  Wicderherstelhing  der  Gcsundlu-it  nrid  für  die  I);iu«t  von 
6  Mttnaten  nachsuchten,  ganz  ergehenst  zu  be.stäügen.  Da  jedoch  licr  Vor- 
und  Zuname  des  genannten  Herrn  mit  dem  deutschen  Reichsangehürigeu 
Herrn  Y.,  auf  den  ich  bereits  wegen  der  von  ihm  seinerzeit  im  Shizuoka  Ken 
trotz  Warnungen  der  Polizeibeamten  vorgenommenen  Überschreitung  der 
im  Reiaepafi  aufgefllhrten  Route  Euer  Exzellenz  Aufmerksamkdt  gelenkt 
habe,  fiuit  gldchlautend  ist,  so  hat  der  Vorstand  der  Oeheimea  Kanzlei 
im  Ministerium  der  Auswärtigen  Angelegenheiten,  Herr  X.,  an  den  Legations» 
sekretSr  der  hohen  Kaiserlichen  Ocsnndtschaft  eine  diesbezQglicbe  Anfrage 
gerichtet  und  die  Antwort  erhalten,  daß  die  beiden  ein  und  dieselbe  Person 
sind.  Ich  lieehre  niicli  nun,  Kuer  Kx/ellen/,  zu  benacln'ichtijjen ,  daß  die 
Ausstelhini;  eines  Kcisepnsst's  ins  Innere  für  de»i  oIxmi  f^cnannten  H«M'rn  so 
lange  unuiüglich  ist,  als  die  Frage  der  Bestrafung  des  die  \'ertragsgrenieen 
V'erletzenden  nicht  eine  zufriedenstellende  Ei*orterung  zwischen  der  deutschen 
und  der  japanischen  Regierung  erfahren  hat. 

Datum  und  Unterschrift. 

Der  Minister  der  AuswSrtigen  Angelegenheiten. 

An  den  Außerordentlichen  Gesandten  usw. 

Herrn  X.,  Exzdlenz. 

Nr.  15. 

In  Erwiderung  auf  das  geneigte  Sehreil)en  vom  23.  v.  M.,  in  dem 
Euer  Hocliwohlgeboren  ntir  mitteilen,  daß  der  Kommandant  des  Kaiserlich 
Deutschen  Kanonenbootes  Z.»  Herr  X.,  auf  der  Fahrt  nach  dem  Hokkaidö 
die  HIfen  von  Japan  anzulaufen  beabsichtigt,  und  ein  Einl&hrungmdirelben 
nachsuchen,  beehre  ich  mich,  Euer  Hochwohlgehoren  Wunsche  gemiO, 


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MOiub:  Der  «ntliche  j«pawichft  Briefirtil.  267 

Ibpeu  das  Ueifolgeude  Einfuhningschreiben  Kukommen  xii  lassen»  und  stdie 
ei^benat  anheim.  dasselbe  dem  Herrn  Kommandanten  geföll^t  xu  überinittpln. 
Datum  und  Untenehrift. 

Der  Minister  der  AuswirUgen  Angelegenheiten. 
An  üi.  Herrn  X.,  Exzellenx, 

Nr.  IG. 

Unter  ßexugnahme  auf  Euer  Exzellenz  gefSlliges  Selirtiluu  heelire 
ich  mich,  Hie  erfjehtnst  zu  benachrichtigen,  daß  den  deutschen  Keichsan- 
gehörigen  Herrn  X.  sowie  ö  anderen  Herren  die  Besichtigung  des  Nyö> 
Palastes  und  des  Kyoto -Sehlosses  gestattet  ist,  und  ich  erlaabe  mir, 
Eoer  Exxelleos' das  beifolgende  Empfehlungsschreiben  mit  der  Bitte  um 
gefilUge  Weiterbeförderung  an  die  genannt«!  Herren  au  Obtnwiden. 

Datum  und  Unterschrifl. 

Der  Intendant  der  Kaiserlicbefi  SddSsser. 
An  den  tit.  Exzdlena. 

♦ 

Nr.  17. 

Euer  Hochwoiilgt-buren  geneigtes  Schreiben  vom  3.  d.  M.,  mittels 
dessen  Euer  Uodiwohlgebonm  einen  Zollpenniß  tun  freie  Fassierung  von 
7  Wein,  Papier  und  BQcher  iQr  Euer  Hoeh wohlgeboren  Gebrauch  ent- 
haltende Kisten  durch  das  Zollhaus  au  Yokohama  nachsuchen,  habe  ich  au 
erhallen  die  Ehre  gehabt.  Euer  Hochwohlgeboren  beehre  ich  mich  nun,  in 
der  Anlage  einen  Penntß  crgebenst  zu  Qbersenden.  Da  jedix-li  vlmt  <nit- 
sprechendc  Mittrilung  an  das  Zollhaus  in  Yokohamn  erforderlich  ist,  dart  ich 
Euer  Hochwohlgeboren  bitten,  den  Wert,  die  Anzahl  und  das  Gtnviclit  der 
gedachten  Gegenstande  dem  diesseitigen  Ministfrinrn  geneigtest  angeben  /.u 
wollpn,  tKiclideni  Euer  Hochwohlgeboren  die  (ic^ensiände  in  Empfang  und 
von  dem  Wert  derselben  Kenntnis  genommen  haben. 

Datum  U!ul  Uiiterscliiift. 

hcy  Minister  der  Auswärtigen  Angelegenheiten. 

An  den  Kaiserlich  Deutschen  Außerui  dentlichen  Gesandten 

Herin  X.,  Exzellenz. 

Nr.  18. 

Etier  Hnchwohlgelioren  beehre  ich  mich  ergebenst  mitzuteilen,  daß 
icli  Allerhöchsten  Ortes  die  Verleihung  der  II.  Klasse  des  Ordens  der  Auf- 
geiieuden  Sonne  an  den  Preußiscben  Geheimen  .liKsU/.rat  lierrn  Prolcssor  X. 
in  Anregung  zu  bringen  gedenke.  ICuer  Uocliwülilgeboreu  bitte  ich  ergebenst, 
bei  Ihrer  Hohen  Regierung  gefälligst  anfragen  zu  wollen,  ob  der  beab- 
richtigten  Ordensverleihung  nidits  im  Wege  steht,  und  midi  von  dem  Ergebnis 
Ihrer  &mittelung  gefälligst  in  Kenntnis  xu  setaen. 

Datum  und  Unterschrift. 

Der  Minister  der  Auswirtigen  Angelegenheiten. 
An  tit.  Herrn  X.,  Exadlena. 


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268 


MCtutft:  Der  amtlieha  japani«ehe  Briefstil. 


6.  Samnliiiig  widitlger  Ansdrflcke  der  amilicheii  japaiiische& 

Sobriitspraohe. 

Vorbemerkung. 

Die  nachstehende  Sammlung  besteht  aus  1 1 18  Kompositia  (Jukvffo), 
die  man  als  häufig  vorknunnende  Ausdrücke  der  amtlichen  Schriftsprache 
bezeichnen  kann.  Natürlich  gehören  y\>Ar  dersrlhen  nicht  lediglich  der 
Amtssprache  an,  ein  großer  Teil  kommt  vielmehr  auch  in  der  sonsUgen 
ScbrifUijirache  vor. 

Die  Anordnung  beruht  auf  der  Zahl  der  Striciie  des  jeweilig  ersten 
Charakters.  Dabei  ist  nun  zu  beachten,  daß  die  ZShIweiae  der  Striche  in- 
sofern von  der  in  den  meisten  japanisch "ebinesisclien  Wörterbildieni  Ob- 
liehen  abweicht*  als  nur  die  tatsSehüch  vorhandene  Anxahl  der  Striche 
Kiignindc  gelegt  ist.  Während  also  £.  B.  die  meisten  Lexika  h»  ^  sansvi 

und      te  hm  je  vier,  bei  ^  shinyS  sieben  Striche  sälilen,  weil  die  ur- 

spiiiiigUrhen  Charaktere,  deren  VfTkiimintren  sie  sind  (]?fC"^*^_)'  diese 
Strichzol)!  aufweisen,  sind  in  der  Sammlung  bei  den  ersten  beiden  nur  drei, 
bei  dem  letatcren  vier  Striche  sa  aihlen.  Diese  Htr  den  Anflnger  weit 
praktischere  29Udmethode  findet  sich  fibrigeos  attdt  in  dem  von  der  Buch- 
handlung Iku-bun-sfaa  (-^^  ^         erst  kOrzlioh  (Mai  1906)  heraus* 

ueuebeiien  japanisch •  chinesischen  I./exikon  Kan-tpa-dai'ß-rift 

^^J^\j'  '""^  /.w  ar  in  der  am  Knde  di'sscilx'n  bei>?efti<;tf' n  Zusauuiii  iistcllung 
der  insgesamt  vei-WHiidten  .">OÜÜ  Ideographeii.  Auch  ;>oiisl  ist  dieses  Wörter- 
buch durdi  große  Ubei'siclitliclikeit  wie  aucli  durch  Aufnahme  modemer 
FachausdrHcke  ia  hohem  Grade  ausgeseicbnet. 


bhaltgYenelduilB  aller  AaSutgukutkim  der  Kompodto. 

271* 

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271  271 

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271  271  271  271  271 

271  272  272  272  272  272  272  278  272  27«  S72  J7S' 273  273 

*  ^  >j\  :K  Ix.  Ii  n        ^  M 


*  Die  fettgedruckten  Ziffer»  bea^ichnen  die  Zahl  der  .Striche,  die  gevrohnlidieQ 
die  Sdte. 


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llvixBa:  Dar  amiliche  japaniscbe  Briefstil. 


269 


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2MS  2SS  289  289  289  289  289  289 


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270  MC  LUCS :  Der  amtliche  japaaisctie  Brie&^. 

280  LNO  2Sn  2S9  2S9  2S9  2H0  2S0  2S9  289  289  290  290  290  290 

8go290  »02oaago2gosgoi9o»02mi9u»o!!w 

^-  B  m   ^  if  ff  m  m   it'i  m  ^ 

290  290  201  291   291   291  291  291  201   201    291   291  201   291  291 

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MüLu»:  Der  arotlicbe  japauiache  Brieilitil. 

1  -« 

— •  hiMsti.  it.m  oder  irhi  eins. 


271 


^^9bLM  '^^  ftamfm  Alleiu- 
verkaiif. 


iitökoktt  (i  rc )ßni  acht. 

— •      *  ippan  im  allgemeinen. 

' — ^fl"*  lA'Are»  Angelegenheit. 

— -*|^*  tßAto  einst,  einmaL 

— ^  ftfn  bestimmt,  Entschluß. 

— ^  iehitan  Überblick. 

—  Jt(  *  iehi-iehi  eins  nach  dem 
andern. 

^  Alto,  jin  oder  nw  Mensch. 
^  P  *  ^'mAo  Einwohnerzahl. 
AR'j«»*""»  Börgpr. 

A  I'm*  "''y^  Gesinnung. 
A  ite    j''*^^  Menschenrecht. 
A  ^  *  J'f*-i>*  Anzahl  der  Persuueii. 
A  Hl  *  ß^'^  künstlich. 
A  ^  *  ^'üinM  Menschheit 
A     *  jüuhu  Menschenrassen. 
A      *  Ȁi*o*ii  Arbeiter. 
A       ".'/"  liincingehen,  ireru  hioein- 


^  jöshm  Bericht 

p        Jök'okH  Revision. 

_tl  jukohmhin  Uevisiuns» 

vei'haudlung. 
g    jokiniii  li<.li('rcr  Beiunter. 

_tl|i/C*  iierrenhaiis. 

j^ftfteti  wie  erwähnt 

"jC  «Ato,  «Amio;  y«,  Ür«  unten. 

|\  l^j*  ka/u  Ausstellung  (k.  B.  von 
passen). 
~]\^*  kam  Abgeordneter. 

ff«raku  Preishembsetzung. 

~fs  *  yesunlö  Drainage,  lünn- 

stein. 

~J\       sayeicatashi  Ausstellung  (von 
Urkunden). 

axu,  kuH  übertreten,  verletzen. 

~f^i^  f^'on.shö  Interveniioo. 

-pj^  kaa^  Mitarbeit 

j^*  kanktra  Krieg  (eigentlich 
Sebild  und  Speer). 
Sküy  dm  grofi. 
i^^^M*  ^^fSryö  Prisident 

ö3tiira«Ao  Finanzmini-. 

sterium. 
^  ^ *  flaij'm  Minister. 

pl  kurhl .  kö  Mund. 

|_|  I'll:    kökyn  Gcstundrus. 

P  itL  ^y^^*  mündlich. 

Pffi^W  ^htnron  mlittd- 

liche  Hauptverhandlung. 
P  ^  XiÖN|rtMii  «um  auä« 

plaudern. 

t(K  ko  Tür. 
^  lläuseranzahl. 

*  Die  mit*  vwselwnen  Komposita  sind  entweder  Substantiva,  Adjektiv«  oderAd- 
vnbii,  die  Ab^gen  ktenen  dnreb  Verbindnng  mit  mam  auch  ab  Verba  benutzt  werden. 


tun. 


A  5|^*".'/"*^'wry^J^'>fe"^«^"hr. 
A  ]^  riyükö  V^uxUxXw'i  in  den  llalen. 

A^  «Sf^<*^  Eintritt  in  die 

Schule. 

A  ^Hj.  "y"''^^^'^'  Submission. 
A^^J^  *  »yü/^en  Eintrittskarte. 

A"om*,       ;V7,  ää*  oben. 


joshinshn  Bericht  an 


eine  höhere  Behörde. 


272 


Mvlucb:  Der  amtliche  japanische  BriefsUL 


^  P  *  kokö  Zahl  der  Hansbe-  1  §|  hiku,  m  zidien. 


wohner. 

^  n  ^  S  AroX»  ehSaa  Zihlun^ 
der  Uaushewohner. 

koW'teari  Faiiiili«ii- 


)'<  mm' 

Steuer. 

jil^  *  Uneinigkeit,  Un- 

vereinbarkeit. 
^       *  -^"^  nnriihig. 

^7  V«*^*»'^**^»<'^****'8- 

keit. 

^  ^  *  /«zai  abwesend. 

^      shu  Hand. 

^j^*  Mmteuki  Verfahren. 
■^1^*  Mühe,  Arbeit. 

^*  ^5  *  Mittel. 

J2  *  «AwAö.UandarbeiU 
'^IMl*  «J(«9*tttnf  Operation. 

.sa*ö<7'i/,  vakatm^  ethi;  shi  teilent 
Zwelp. 

^       shiharm  Besnhlunj;;. 

*  shüiarai-zwni  erledigte 


Zahlung. 

shit>n  Zw ci^iiicdi'rlassun'i. 

*  ZweigHicilcrlassung 
einer  Behörde. 
^I^^n  '^'^^  Lielerung. 
^  ffit»,  «fi  Wasser* 

^*  »uiiyoku  Wasserkraft 

y]^  rl'j^  *  •'''"'.'/'^  Quelle. 
-;J\^  <[''|'  *  M/ii/fJ  Wasserleitung. 
^       *  Wasserstraße. 
^  ^Ij  *  mW  Benutzung  der  Wasser- 
kraft. 

suigai  Schaden  infoige 
Uberschwemmang. 


^  I  arrctiepeo. 

^1  ^  hikiuke  (iarantie. 

§1  S  jlE*  hikntkexhö  sciiriftUcbe 

Garantie. 
^1       ^^'''■B''^^*  Ckbergeben. 

^  Ai,  Xnoa  Feuer. 

ij^^  kwastii  Kciu'i-shrunst. 
tj^         hcaji  FeuersbrunsL 
^^%*  eilig. 
kaem^  han  gegen. 
^'1"  hnntai  ( Je^eutL•il. 
^^H^^*  kantai-«ha  Opi»usitio- 
netler. 

ifcofv  m  Aauä«  dagegen. 

U       ^tVSM,  fueM  Tag. 
^  ^*  Nip)>rm  Jjipan. 
^  "^p*  Anzahl  voll  i'ageo. 

0  ^M*  ^'^«Mi  Anzahl  von  Tag^o. 
B  16*  Tagebuch. 
B  ^*  Tagc.«tarbeil. 
g         mi«»  Diäten. 

^  ^-mX-i,  ywatsu^  getm  Monat. 
^  ^  *  ^«'^'yi*  monatliches  Gehalt. 
^  $B  *  9^PP^  monatliches  Gehalt 

iic/ii\  nni,  rini  innerhalb. 

naimurtkö  Ministeriiun 
des  Innern. 
^  jg*  naieki  innere  Politik. 

J4b*  Inland. 

ft  i^Üi    ^T  * 

ins  Innere, 
jjgjr  *  nawM  innere  Politik. 

ft  ^  *  «atyö  Inhalt, 

ft  ^  *  nai^oAru  Kabinett. 


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MfuJEK:  Der  amtliche  ja^aniädio  Briefstil. 


273 


^  «yaAv,  kö  Öffentlichkeit. 

Aöffw  Auitsgeschalt 
k^:oku  Bekanntmaehnng. 

^  ^  A-öÄ«/  üfleiitliclHir  Vcrkfiiil". 

^^t*  kökyö  tii'iiieinstliiil't. 

^  ^  *  4rö«Art  üfieiitliches  Interesse. 

"^yiwn,  dun,  mon  Schrift. 

*  inom^ii-tfÄöKultusmini- 


n\ 

steriiiin. 

J  H  _t  *  -iö  hrieflich. 

ntoiH^i  Wurt. 

y|C  ib',  bokuj  tnoku  Baum. 

^;||^*  mahihai  iiöhtemer  Sake- 
bedier* 

TI^^  *  mokusö  aus  Holx  gemacht. 


^  taiftoaoffem,  #Ai  herrschen,  ver- 
walten. 

^  ^  *  skihff  Jtistix. 

^  ä      *  JusUxmini- 
sterittm. 
n]  ^  ÄÄÄiÄö  Verwaltung. 

^  ä*      *     shikSkmm  Justiz- 
beamter. 

IJ]  ^  ^  *  Mir«»«««  Komman- 
dant. 

j^L  to/f«,  iaOru^  ritsu,  ri/ü  stehen. 

~lf       *  rippö  GesetZf;rl)Uiig. 

jLL       '  itsuan  Entwurf. 

Konstitution. 

i     iF*  *  Kinseteung  des 

Thronerben. 

ijj  *  »eÄi,  nM  Markt. 

^  ^  *    shiyakwsho  Stadtl>e- 
hürde. 

ijj  ^    shichö  Bürgermeister. 
llitt.4.ikB.flOncotSpnMbeB.  liNT?.  LAbt. 


l|l      *  «Am«»  Stadtverwaltung. 
T}]  jjL  *  stidtiscli. 
jjj  ^  *  «hiktem  Stadtverordneten- 
versammlung. 

rtl#y#*  «ilMan;i»iM»  Ma. 
gistrat. 

ini(ji ,  i/it ,  11  rcclits. 

'^'^jfi  «»Sf*  /io         wie  oben 
erwälint. 

'j^  miyt  no  mono  der  Ge- 

nannte. 

wie  oben  erwähnt. 
|rj4   iiiösii ,  jihin  sagen. 
^  fiw  A'A/>*.V(^i  Autrag. 
^  2ul  ""ötrAi-tete  Aussage. 
«Am^uiitif  Bericht. 

Q  »!/■.  mtihi  Auge. 

^  ^    ^         imkinj/ki  sum  in 
.Aiigensclifin  nelrmen. 

@       *     tnokuroku  inhaltsver- 

zeicliriis. 
tl  6^  ^  iiiokittrki  Zwi'i'k. 
Q*^*  mokkon  aitg(;nblieküch. 
Q  ~J\  *  mnkka  jet»t. 
g  ^  *  mohtfi  Verxeichnis. 

^  »iMÄt,  (MRO,  «M<  Herr,  Hauptsache. 
^       *  ^t/iit(/i  Prin/.ij). 

i  5^  aAwcAö  Behauptung,  üeltijiid- 

niaehung. 

^      *  »huyö-hiH  Uauptartikei. 

^  kawaru^  dm\  iai  Vertreter. 
^  gl  dam  Vertreter. 

'f^  *   '^"'^"^  - «'«  Verlt  t  U  T. 

'Hw  ^  ^  *  '^'"'''y' -  •'•'Äö  \  ertreter. 

-i^V  Kon- 

sulataverweser. 

16 


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274 


HvLLBs:  Dar  nntlidie  japainwhe  Briefttil. 


^  moto,  lum  Ursprung,  HaopU  jjjß  kuwaeru^  ka  sufQgen. 

J^*^*  honkvan  ich  (dieser  Be-  jjßM         schwere  Bestrafung. 

Hinter).  Jjjj  jj^,^  yigen  Befuiden,  Proportion, 

(fe*  jj^  ^J^  Aahö  Gehaltszulage. 

*  ^  •  to»™  a.«»  J.ü.r.  Tirj«"'".      0')  «ige». 

"  71T  ^  i**"*  Röcksprache. 
"pj^  Ar.vA/,  Ära  gut. 

kakfitmit  Ziistiuimung,  An-  in  ^ 


nähme. 

pj'^*  A'oÄi  gut  oder  schlecht 

(Qiuditit). 

sotn^  gicai  außen. 
^  |^j^^*jfic!a/i»tt-«Ao  Ministerium 

der  aiiswirtigen  Angelegenheiten. 
ifnttikö  Diplomatie. 

/»S»  *  gwaihom  Krieg  mit  dem 
Auslände. 
\jf^  motte,  i  mittels. 

Jl^  %  1$    «Ao^o»  UM  motte  mit 
dem  Schreiben. 

\^       *  ijö  nl)er. 

»jAw,  .v/iö  rulen,  winken. 
J^jl^  shökwan  Vorladen. 

^  x^Aa  Berufung,  Außbrde- 

^{^{jj^"  sAökwanjS  schrifUiche 
Vorladung. 
^  nakttba,  hon  Hllfte. 
^j^*  hauki  Halbmast. 

AanitaAw  die  Uaifte  dies 

Preises. 

^1,,)^  Aim^diemifle des  Preises. 

/A-f/M  It'hcii:    M//<«/.  utnart^ni,  .W, 
.vAö  geljälcii,  geboren  werden.  I 
yfj:  |£  |-  *  xeikei  leben. 

wicA»  iiM  us/wio  mittellos  werden. 
4"^*  atjaniku  {ainiku)  leider. 


jj.  -j^  *  .sW(//  aufrichtlti. 

*  Rielitigkeit. 
j£  ^  *  wijitm  Ehrlichkeit 

hidart\  so  links. 

ffE  ^  M 

nacli-sleliend  vermerkt. 

^}-|  f/^rr/,  fia.su,  «httt»u  herausgehen, 
herausgeben. 
|Jj  ^  thuttei  Ei-scheioen  vor  Ge- 
richt. 

tfAtt/!p«r/ra  Abreise. 
[Ij  ^  ihvicho  Entsendung. 
[I  i  liH  ^^■^  Erscheinen. 
lU       ^  yi^  ghukkin  sttru  in  den 

Dienst  gehen. 
■j^^  nhixH^  hau  ül>erNi-iir<*iten. 

'ili  ii'J  *  Gesetzwidrigkeit. 
Aon«»  Verbrechen. 
A«i»-i  verbrecherische  Ab- 
sieht. 

6  zk  M 

^  misukara,  onotukara^  Jü  «ki  von 

selbst. 

^       *  Jikoku  eigenes  lAud. 
^  ^  *  ^'tAa  eigenes  Haus, 
g  ffl  >5»  privat 
1^  2i  *  J'^'^  selber. 

uieindeselbstverwal  tuDg. 


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BlvLun:  Der  amtliche  japanische  BriefstU. 


275 


^  Ifyku^  oAoiMNf,  Aö,  gsfo  gehen, 
aiisfüfireo. 

ffi^*  ÄSWM»  Verwaltung. 

trÄ*  ^  Tat,  Handlung. 

fflf)^*  .yN^y«'  Aufenthalt 

i  J  9tj  *  I/^'f^oki  zukünftiger  Auf- 
enthalt. 

//^v^/;/<M,  Ayu  aiismben. 
^  Q  *  Ayii;«^  freier  Tag. 
fklS*  Ferien. 

^  ^  ^"ywyy^  frei  von  de»*  Arbeit 

k^jshoku  Ruticstand. 

^  am,  zai  sein,  sich  befinden. 
^  ^  £011^  ansässig, 
fl:  ft  :aishoku  Im  Dienst  stehend. 

^        zaikhi  im  Dienst  st<*liend. 
zuinm  im  Dieust  stebeod. 

i(t  «Äf .  Erde. 

Mt^B.*  Grundsteuer. 
^f^  Jj  *  chihö  Provinz, 
■^ill^  ^ft*  '■'f*'^'"-'^  l.nkaLsteiier. 
^  >^  1^  *   cAiAd^m»  Lokalbe- 

nintpr. 

Üj^^*  ckikm  ßeaitstitel  (eines 

Grundstücks). 
it^j^*  ckidtti  Mietpreis. 
fl^pJiX*  Gnmdstack. 

Js/f  *  Mibansko 

Landgericht 

^Jl.  .ion  \  ijrliaii(lfiisciii. 

^aL^*  *onrUsuki  Daner  des 

Ristehens. 
-j^^  «ofKiat  Dasein,  Vorhanden- 


^  «Mytttor«,  Ao  verkehren. 
kdkmm  Tausch. 


Aöeib'  Tauachhandel,  Ver- 
kehr. 

^  '^tj*  AiqA*  AussteUung  (von  Do- 
kumenten). 

fcSa&ö  Vermittlung. 

^       kSttd  Abwerhslung. 

>^   am,  t/fi ,  II  \'()rhandensein. 

W  'liS  ^  *    y««**«^  Uleiclige- 

sin  liter. 

inh  *  y^^^''  Nutzen. 
^ISS^*  If  um  Sein  oder  Nichtsein. 

WäJ Äl  RR  *  y****^  *^ 

der  Gaitigkeit 

ij^  #ia,  m«,  «lyö  Name. 

■^^*  ""'f^'  Natiicuvem'iflniis. 
^       *  m^iij"  Khit*. 

»M^i  Name,  Grund,  \^or^ 

wand. 

^  §  *  '"!/ömoku  Name,  Grund, 
Vorwand. 

^  mattaku^  sen  ganz. 

^fi*  Vollmacht 

^       ^       *  :rnkf'n  tin  lievoil- 
niächtigtcr  Kommis.sar. 

c/vJk/*-  Aym7w  be- 
vollmächtigter Minister. 

18 3^ HB*  fais/ii  he. 

v()lliiiii(  !ifij;tf»r  Botsriiafter. 
^  ^1  '  zmküku  da.s  ganze  Land. 

^  aif,  oicoM«,  ^  zusammenstellen, 
ij  I  j?«*«  Summe, 
'o'.^  y««  Vereinbarung. 

rj^  tomurou,  chö  bedauern, 
irj^       cAdiA«  Kondolation. 

^  *  chSM  Halbmast 
rj^  ijjg  *  eAöm*  Trauerzeremonie, 
rji  ^y^'  Küudülation. 

18* 


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276 


MtLUta:  Der  amtlich«  japaniadie  Briefirtil. 


^  SMW,  vteL 

^\ti*  to&ö  B«3chXitigiing. 


^  j^l^  *  tatan  Beschift 


^1^?^*  teÄÜÄPiiw  Miyoritäts- 
heschluß. 
1^  Ar«tew  beschließen. 

Bescbliifi. 

^^l'  ^  Äv^-»/^t  Beschluß.  • 

Entschlossenheit 

Ä-f-v-vaM  K«'climiagsal)s<  liluß. 

1^  /ifldteM,  M«  wieder. 
f^ÜS  wiederliolte  Unter- 

saikm  Wiedersehen. 
gaitm  wiederholt 
^    miUhm  Wiederaufnahme 
des  Verfahrens. 

sakt,  .sm  früher,  vorher. 

*    sennimlM  AmUsvur- 

«;anp;er. 

*  sniJHsu  iHMilich. 

«m/M  die  andei-e  Partei. 

^  «mo-imo,  AroAii  jeder. 

^      *  itdtibXw  alle  Under. 

1^  *  hakuji  jedermann. 
^j^*  AoXf«  alle,  jeder  Rang. 

to*ki%  nm  Jahr. 
4^  (|A  *  ^r«-  Alter. 
^*  nm-wn  jilirlich. 

^^f4^*  «I«hrrsgelialt 
^^^^*  ueukiH  Pension. 

1^  muffit  dS  gleich. 

1^  ^  *  dmten  ein  gleiches  Jahr. 

]^  ^        s'**'**^^®  Ansicht 
j^J        *  döri/ö  Kollege. 


^  gl  *  dökoku  gleiches  Laud. 
1^  ^  *  dyi  gleiche  Zeit 

JflJ  kfi  Strafe.  ' 

Jf^J  ^  *  h'ihö  Strafreeht 
^J^*  krijt  Kriminalsache. 
^]      *  keibatsu  Bestrafung. 
Jflj  ^  *  keiki  Zeitdauer  der  Strafe. 
Jj^  Cam»,  mm  V<»lk. 

Jfö       "  ">*"'l>''  Burfjerreclit 


iniiiji  Zivilsnelie. 
^      '  minkan  heim  Volke. 
minyü  Privatbesits. 

Privatgeschiit 

^   itartiy  shi  nelanfjen. 

||||  tmtkau,  kö  gegenülierstehen. 
^  in  Zukunft. 

Xvvi  Sache. 

^  Ai>u  ziehen. 

^Ilg*  kiki/une  Schleppschiff. 

P   v/i/«  Untertan,  Lehnsmann. 

jj^*  shimmiii  St.iMtsaniieiiririaer. 
»hüüia  Bürger,  Untertan. 

^Ij  tea Aweru,  too^rm«,  ^«toti  absondei-n. 
jjlj  fg^  6ei«At  Anlage  (einesBriefes). 
^Ij^*  d<39w  anliegender  Briet 

M  IB  ^^*'  Anlage  ver^ 

zeichnet. 

katachi,  kri  Geslalt- 
J^j^*  Av^'V^-'  Spur. 

i^«yö  Gestalt 

£P      *  «oftv>-  sofort 


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MrixKii:  Der  aiutliciiu  ja^iauisciie  Briefstil. 


277 


*  Mkinku  sofort 
Q  *  mh^ägu  derselbe  Tag. 

tMujtruy  kuhu  iriitteilei). 


n 


^  JJlJ  hohihfLm  Abschied. 
^  *<MbfrAi  Mitteilung. 


2kl. 
trt 


4«^hijbitof  Denunciation. 
kohtm  Strafamseige. 

Kouüskation. 
Mff^Kvit,  16^  weifen. 

^  ilS  ''^^^y^  Ankern. 

•j^  ^öif//'  K;ipitril;iiil:iy,r. 

toki  Sjiekulatioii. 

jfj^  tamatajffm^  bo  stören. 


Störung. 

ki  Dampf. 

li^Äft*  nainpfocliifl'. 

Ä  Äft  #  Si  *  Danii>- 
fei^sellseiiaft. 

^  MwliiihMM,  «As  ich. 

«iliwta*  privat. 

J^^i^*  *hmtm  privaL 

j^*^  privat. 

ÄÄw^«  eigenes  Interesse. 
$  stiU. 

'^a*»»  Vereinbarung, 
^j^'g'*  db<?  Richtigkeit. 

/riair>iy)i,  ktmi  «livheii. 
[[jj  5^  kwaisö  Übersendung. 
IJQ  ^  AwaAlfM  Umdrehung. 
|B|:^  kwaie  Antwort 
^  oA-i,  dUt  hohe  See. 

^  *  ^^*!/"'  hohe  See. 

it  1^  A  *  Händler  an 

Bord  von  Schiffen. 


Atfn  entscheiden. 

Ao»^««*»  Entscheidung, 
^j^l^  handan  Kntsclieidiuig. 
.^J^*  hm^Ji  Richter. 

^  »M,  «Am  Korper. 
^JC*  mimoto  Pci^inliclikeit 

^       *  iniOuu  Stand. 
^  'f^  [(H  *  kagiri  Konkurs. 

^  «iMMi,  jS  wohnen. 

sumai  Wohnung. 

'^^^*^Mm/«  Bewohner. 
^  *  ß'^f^o  Wohnnrt. 
^  *  jüka  Wuhnhaus. 

^  Mti«,  ki  liedauern. 

&  ^1  *  ^'^^  Trauerzeit  von  Be- 
amten. 

&  ff  *  Ti-anerateit 

ii>in.^hir/irni ,  kai  wamen. 

J&M^*  ^«^«w'«  Verhingung 
des  BelagerungsKustandes. 
JlmffAoAw  Wamimg. 

7^1]  r#  VorteU. 

7^)^^*  riV'A**  Vorteil,  Interesse. 

^  *  ri(/ai  \'t)rteil  und  Nachteil. 
TfOjfl}*  r»teAw  Vorteil. 
7ft||]fß|*  rytm  Gewinn. 

inamu^  hi  verneinen. 

"S^i^    /"Awa«   Ableliuung  (vom 
Parlament). 

1^  kokoroifoi .  k?raf  angenehm. 

^Tk^m*  ^MöAöAa»  Ka. 
noneohoot 

j;^  hitosM^  km  gleichmSßig. 

— •*  kmUxu  gleichmäßig. 
Jj^  ^  *  gleichmäßig. 


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278  Mi  ixek:  Der  amtliche  japanische  Brie&til. 

^  inamtkarmt^  mm  Entgehen. 


//fr/iAwffiiBeamtenentliwsnng. 

-^j^^  iiintjn  Befiriiiiin  von  etwas. 
^  ilT  '"^"h/"  Ciciiehiiiimuif?. 
I^HIFtUc*   menkjfojö  Ei-iaubnis- 
scliein. 

menoAttku  EuÜassuDg  (im 
Dis7.i  plinarverfiihifn). 
^  ^  *   menjo  Erlaubnisschein, 
Patent. 

uketaiiHiicani ^  shö  hörrii. 
a7<ö«/h  Aiu'ikruDung. 
»ködaku  Geuehmigiiog. 
Einverständnis. 
^  ^  I  «Aöm  Einvei'stSndnis. 


8  A  ift 

tsuhnty  tsukuy/u  Ijeifiigen,  ai»- 
haften. 

Sft       /"^oht  zujreliiM  is. 
pit  jjjH  /«*»  Beifügung. 
}f^^*  furaku  Beilage. 

/m*i  l)eiliegend  veraeichnet 


ji  Sache, 
-fj^  *  Angelegenlieit. 
4^      W  *  J'*^^^  Kontor. 
4*  *  ^  '^'^  *Ȁfe*w  nnch- 

Iräßliche  Geiiclimigimg. 
^      W  *  J"""^'^''"'*  Kommissar. 
^  ^    JiJ'(^'  Tatsache. 
Jijö  Umstand. 

ff^  Ju  Behörde,  8  große  Städte  (To- 
kyo, Kyoto,  Osaka). 
ffiP  )8  *  /«cÄö  Fu-GouveiTiement. 
ij^  ^    /tfJhrffi  Fii-Versammlunp. 

*   fmanjikicai  Fll- 


tatms/u\  rei  Regel,  Beispiel. 
r«7b  Regel. 
^\  4p  *  r<w«»  wie  j&hrllch. 
I^J  j^j»  *  rciijirai  Ausnahme. 

^  «Ott,      entUng  sein. 

y{5'r,H[  *  wiWi*K  historische  Ver- 
inderung. 

^Ö*  ^       *  nufanchi  Küste. 

^  Arff/M«,  A«n  surHckgeVien. 
^  ^  hmin  Antwort, 
jl^^^  henhcan  ZurücUgal»e. 


Magistrat. 
^        ßti  liiji  Fu-G<Mivoriieur. 

~j\  *  /uka  innerhalb  des  Fu. 

^  /oXoro,  «Ao  Ort. 

H\      *  gehörig, 
'Ü*  *  "f"'^'^""  Amtsbezirk. 

^  t 'J  I'>i'>l^<»'»"»<'f^'  Erwerb. 

^      ^  *  /»Ao«r.t^ni£M  Einkommen- 
steuer. 

Mhokwaisu  Aiitlsliezirk. 

ffi^*  9^^^  Aufenthalt. 

^  tndohrv^  keti  meiden. 

^  *  Utdokfuh»  Aiiincldung. 

toru^  shu  nehmen. 

fnmhhmri  Vorstand. 

flK  jt  '''"-'"^^  Erhebung  (z.  B.  von 

Sieiierii). 
Jj)t^    trtri'Oimkai  Bcliandlung, 

\"erfnhren. 
^  rJI  ^Jf  *  tarihihigho  Börse. 

^  *  toritMiyinin  X'eruiittler, 
Makler. 


Digitized  by  Google 


MOlucm:  Der  amtliche  jaimiiisehe  Briafstil. 


279 


^  torkthintbe  Untersuchung. 
torihakarai  Veranlassuog. 

sei  Einrichten,  Brscljrankfii. 

*  jseido  lustitiit  (KechtsiD- 
stilut). 

ifi'J        wV/("/i  llcsehränkung. 
^it  Verbot. 

öm,  o  srhietien. 
^  TAW  l  Itei-scnduiig. 

aragu^  ki  es  ist  sieht,  nicht 
^       Aman  Tadd. 

*  fnjo  aiifierordentlich. 

'fj^  Jt  "tt"  *  li'jo  jokohi  aiißer- 
t)i-ilent!irlip  Rcnifiirig. 
0^^C  DisposiÜüU. 

Jp^  oru,  Aiyo  sich  befinden  an,  in 
•  itictii  Orte  (von  Personen), 
jg^*  ii^Ao  Aufenthalt. 

^      *   ht*^^^^  Fremden- 
niederiaasung. 

/ia*»,  A-ö  iimannen,  festnehmen. 
AcMoAn»  BeschrSnknng. 

OTV»'  hin  und  zurück. 
nuAti,  6a/«»  ausziehen. 

"t^v^lf     f>ni-<<ugun  AiiSzeictiiitiDg. 
Ipl  oMnoA»,  flifi,  myo  Klarheit. 
^      *  mtibtm  Zivilisation. 
^       '  meikaku  klar  und  sicher. 

^  Ö  *  '"^'Aaku   klar   uud  ver- 
ständlich. 


ywlanfru^  makaw^  kutewthiif  i  über» 
lassen,  genau. 

^  *  II»  Komitee,  Mitglied  eines 
solchen. 

im'n  BevuHmichtigung. 
:3c  iE  Aultrag. 

genau, 

amart^^  *hS  ganz. 
^Ij*  «AtflS*  genau,  vollkommen. 
*  shui  Umfang,  Tragweite. 


^  «aiicai,  A'o  Glück. 

%m  Glftckseligkeit. 

kvxtn  Amt. 

^  1^  *  kttanri  Beamter. 

W  'll'l*  f^o*^  amtlidie  Organi- 
sation. 

l^t  *  f^'Toiisha  DitMistW'tliiMiiiL:. 
ß  ~Q     ktraiUtikii  1  )i(  ii.sUV(»liiiimi5. 
*  k'iraiif  i  gevvi'rhiiche  1  ätig- 
kpi't  der  R^ierung. 
^  ^  *  Anrfff^yogewerhliclte  Tätig- 
keit der  Regienmg. 
^>^*  kmmyü  Regierungseigen- 
tom. 

*^         kwmritm  amtlich. ' 
^  ^  *  kicambö  Kanxlpi. 

1^       *  Itcgirnnijishaiipt- 
gebaude. 


A'tcatm't.m  matlich. 

kn/tamu,  kyo  verweigei*n. 

'fli^f^  X'_yo;/'/.v«  VtM'wei^eniug. 
^  uk*ru,  Ju  empfangen. 

^  "rj^  ß'^'lfö  Empfangnahme. 
ttjfr«(rjm  empfangen. 


Digitized  by  Google 


280 


Mvlur:  Der  amttidie  japanwehe  Briefirti]. 


^  Inmoy  mmMPu;  kj/ö  gdneinsam* 

veisehen. 

ityöAyS  Liefeiimg. 

1^^^^  Ajii^  geben. 

f Jt  Erklärung. 

t/mcaraf/ti .  tea  (auch  Japan)»  Ä-«ja 


rtilii^  werden. 


lifV. 


^ll^  *  trnsf/i  jnnanisclics  >«<■ 
^jfl  ^  *  toaintn  Japanischer  «Stil. 
^  ^  *  KMn^j  Friedensrerhandlimg. 
5|«P      froArat  Vergleu'])«  Ausgleich, 

1^  n«n\  Korht. 

A^m  juristische  Peraon. 
^"^^  iStnm  Gesetz. 

Aör«(m  Recht  (im  objek- 
tiven Sinne). 
Ü*  ä  *  Gericlitshof. 
y^^^*  /löfci  gesL't/.lich  hestimmt 


*  A«rt  Sinn  eines  Gesetsir.s 


(ratio  legis). 

m/a7/,  W  schhii»en,  angreifen. 

:tft|^'-  ''"Av^  Kritik. 
'Iliij^  Uatiiikution. 
^  ukeru^      empfangen  (s.  B.  Opfer). 
^  ^  Ay^'»  Empfangen. 

hl  öflnon. 

Airö  Mitteiliwg. 

Aut^im  Öffnen  und  Lesen 
(von  Briefen). 

sei  Gi'Sclilrclit. 
jl^^^  *  seimei  \'or-  und  Zuuaxue. 

^  Auru,  kiktnt^  rat  kommen. 
^jlH**  raishi  {raiji)  Mitteilung. 


^  kil'iw".  kö  Wirkung. 

^■fl*  kwyoku  GßlUgkeit 

^  ^1  *  ms  Wirkung. 

$/j  3ji*  Erfolg. 
^  «Mwv,  K  selten. 

kidoku  wohlwollend. 

^  1^  *  *»t  seltsam. 

1^  inatsiirigftto^  s<i  Hf^iciung. 

igtÄ?*  '^'^^^  Rcgienmg. 
igjrj^*  cetji  Verwaltung. 
U^l^*  mh»  Verwaltungsrecht, 
jg^  ^  *    Mfimi  Vcrwaltungsge- 

schlfle. 
ig^  ^  *  ««Mdttt  Politik. 

^1^*  /fetfai  Renipninn:ssystem. 

j^jj^^*  scijika  .suiat.sinami. 

^  ß  Umstand,  Brief. 

tii  *  Umstand. 

^«  Dnick. 
J^|g*  AdnAm  Druckrecht. 
^  gl  *  Aonib  Gebiet 

ruK-hiy  ushiro^        gn  hinten, 
'^fl'^  *  kömtisha  Nachfolger. 

Hille,  Uückhalt. 
I^IH*  Reserve. 

<i>i'i'loru^  hu  vi'racliton. 

biijoku  lieleidigimg,  Ver- 
leumdung. 

hodokoeu,       «At  geben, 
jjijg  ^  sAtftö  AusfilhruDg. 

J^äi^  .v.yf>  Gabe. 


Digitized  by  Google 


MÜLLU:  Der  «mdiche  JapaniadM  BrMktfl. 


281 


^  okaau,  skin  verletz«D. 

skmnjfS  Eindringpn. 

^  ^^''''''U'tfiu  Erobenin!;. 
shhulattH  Ertiliniui^. 
shinyai  Zei"slüruug. 

hohean     in  (nwahrsanj 
öelmn'ii»  KtJiilruUe  iihen, 
hozon  Krlialtuti||;. 
h(Hf<t  Scliiitz. 

{S^^  ZitrOcklassiiDg. 
^Ulpf  Veraicliening. 
llf  ÄoäAö  Garantie. 

Ol  ,  w  gegenseitig. 

wüö  eiitsprrclitfnd. 
«0«  Verschiedenheit. 

^  taytiri,  hm  Nachricht. 

ü  j|[  *  6«*ijr*  Be(|iiemlichkeit. 
01 *  bmri  Bequemlichkeit,  waa 
geeignet  ist 

^  knname^  i/ö  WicliligkeiL 

^  ->}c  .'/ö*y«  Fordemog. 

^       wichtige  Angelegenheit. 
*  ywyö  Hauptinhalt 


f /i  *  yötm  wichtiger  Pimkt 

^w?a/  Festmig. 

1^  Am,  «Att,  /if  aufnehmen. 

fl^^  thütoku  Ailfnehmen. 

tlnf^lßi*  «AütoAruAw  Fund. 
J[  «»^«9%  <»i,yw  iinteiiiqpin,  tn^( 

M  ft  *  /***^*  Schuld. 

^  ^  *  fujieki  Verantwortlirhkeit. 
/w'o«  I-nst  (vou  .Steuern), 
Verautwortliclikeit 


amuu^  ktfö  verdnbarra. 

A-ii/^i  Beratung»  Konferenz.. 

*  kySkwmi  Verein. 

^  /'yw-j/rz/'M  Mitwirkung. 

onumuku,  /u  geiien. 

^  Jl'  /um»  mm  sich  auf 
seinen  Posten  begeben. 

JJJ^  ^liitagau^ßtku  folgen,  Sieh  Unter- 
werfen. 

J!ft      *  Amtspflicht 

*  fuhixö  Hrklcidiin^. 
^  ^  yi/A'MjM  (iclioritaui. 
J||[>|^  /ukwki  dicjiKu. 

^  Mon-gotiki^  bö  ein  (iewisser. 


*  bwhi  ein  Ctpw  isaer. 


;en. 


Scliift'en). 

*  gcwisst's  Land. 

^  /if  einschließen. 

/ünjfS  Beiliigung  (in  einem 
Briefe). 

»f^  «MmiAif,  W  Rucken,  sich 
aufleimen. 
W'^ü*  Vet^ehen. 

^1^2^  haifton  Zuwiderhandlung. 

^  Alt»  Abteilung,  Fakult&t 

km^  Geldstrafe  dtoli. 

Keilich). 

5f>'*j*'^*  krcagaku  Wissenschaft, 
^'j-  g  *  kvcamoku  Fakultät. 

1ca:t>,/H  Wind. 
Jg,>fg.*/i«o*w  «itte. 
JIL  W  *  f^^^  Gewohnheit 

kl  fH  *  /"Ä"'  «ä««- 

Ä  äa  '  ^^"ssehen. 


28*2 


Mflixn:  Der  amdiche  japaniselie  Briefstil. 


jj^^  sv7.sf/.  !/»//>/,  shi  zeigen,  Fingrr.    ]  yjß^  ou,  tsui  M^vu,  verfolgen. 
;^g::^AAf»iWEiii«inuDg,  Vorschlag  tmika  Nachtrag. 

jjl^  ^  *  tsuishm  Postskriptum. 


Xtt  einem  Pt>sten. 
^  ^hizu  Befehl. 

Anordnung. 

^  I'  kakaru^  Jen  messen. 

H-J-i^  krihrahi  Plan,  Projekt 
g-j-        k'pisan  litM'hniing. 

^  yuey      Grand,  verstorben. 

koaho  Hindernis. 

1^       koxatfiu  Totschlag. 

W^M^*  Awt  Aliaicht 

F^.  *  kirü  Kaiser. 
_  I 

J^l      *  l^'^o&ei  Kaiser. 
*  kwög^  Kaiserin. 


^^mm  nachtrigliebe  Ge- 
nehmigung. 
^  ^   toriAö  Landesverweisung. 

/ij  Seefahrt. 
^  *  Kalirsti-aße. 
kokai  Fahrt 
koko  Fahrt. 

P[I   ktifiaru,  hai  v«'rtt>ileii. 

S&        Aai/atoi  Verteilung  (von 

Briefen). 

SB       Äaf'^  Besorgnis*  Unruhe. 


1^1  ^  *  hemhi  kaiaitrlicher  Prinz.  |  iß^  *«w»  Besorgnis,  Unrulie. 
Ö  |j},J*Awöro*»kaiserlicheFami1ie. ,  >^  lc„ra,  .vf7  Speicher. 


31 


hvr(tshit.su  kuiserliclieü  llaus. 


yf//'M  Veitrag. 

yoh^  Kontrakt. 
^       yakmoku  Versprechen. 

t/akktean  Vertragsartikel. 


■Jljlj  cr/i  vor. 

*  r^/»/-/  wie  «»heu  erwäiiut. 
lly"  Q  *  senjitsu  früher. 

^  1^  *  senjutau  oben  erwälmt. 

*  zembtm  vorstehender  Satx. 
lliy       *  Voraussetzung. 

oxiniirni  ^  s/tu  r»'parieren, 
fl^^§  «Aü-sm  Reparatur. 
^^^^  ffküffoku  Studium. 

^  nozokut  jo  beseitigen. 
^^^^  j*f9^^  Ausschluß. 

^  *  /oS^tn»  Ausnalime. 


»oko  »Speielicr. 

AaAüsrt»,  ryö  altuiessen,  wXgen. 

^H'^*  ry^'W'»*  Geböhr. 
^*  I  ^  ^  *  fi/ön'gyö  Uestauratiuus- 
^e  werbe. 

«««',  A"rt*  Meer. 

y$      *  kai'riku  Land  und  Meer. 

^  *  kttim  Seemann. 

^<***"<"*  Meeresspiegel. 

*  kaiskö  .Seehandel. 

*  Seehandels- 
recht. 

1^  ^  f 'J  ^  *  ''"'J'  "^'"'pof*^^ 

Seenmt. 

^  tfal}nni^  Im  itfrliretlien. 
T^^^  ^  hasüu  Beschädigung, 
fi^^  IxtrtiSH  Explosion. 
lS0i^  kasan  Konkurs. 

hakwai  Zerstörung. 


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MCllei:  Der  amtliehc  japanische  Briefstil. 


283 


^  maknto^  *Mn  Wahrheit 
^      *  sAhtAö  Wirklichkeit. 
^  jj^  *  9hingi  Walirheit  »der  Un* 
Wahrheit. 

ka/ru,  fihu  Ilaumstuuipf. 
^  *  kabushiki  Aktie. 
1^  ^  ^      *  kübmhiki  heaiitha 
Aktiengeseihwhaft. 

kaMem  Aktie. 

^  ofiii/dkasu ,  kt/ö  drohen. 

^yöhaku  Drohung. 
ky^aint  Dn>hung. 

^[[  n^hieru  ^  kii/t  anwiMsen. 
^ij  ^  ktinrri  Anweisung. 
'^^1^  kunkai  Warnung. 
^7|f  kuHfi  Anweisung. 


g    kiirii,   sliii/-it  Xmv^iW. 

«AaibicAu-;^  Pachtgeld. 

Intra,  moto.  tfm  IVId,  IJrspruug. 
^  *  t/c/iau  Lulu  II rC. 
1^  glj  *  ffmsoku  GruuUsatK. 
j^-^*  ffenh^  Kläger. 
^  @  *  jTCAM  Grund,  Ursache. 
^  ^  *  ff'ftri  Grtindsata. 

jj^  koto  ni,  tnku  besonders. 
^  ^Ij  *  iokubetnu  aiifierordentlicli. 
i}^^^*  tokkjfo  Vorzugsrecht. 
^      *  tnkkm  Privilefif. 

tohätH  buuderbe^tiiuiinuig. 

^  «AtrMm,  ki  aufzeichnen. 
^  kiji  Beschreibimg. 
öti^  XVroA-«  Notiz. 


kaktty  gho  schreiben. 
^      *  *kf*»kiki  Formular. 
^  %t\  *  Sohrlftstflck,  Akten. 

(ill       *  ■'<f"»kis('i  Srhrciber. 
€  *  skokikwan  .Sekretär. 

jimniofi  \'»'ni('ltuiiing. 

osarnfTUy  Hö  liefern,  zahlen. 

j^«^  h^u  Lieferung  (an  eine 

Behörde), 
j^j^  »öcff  Kteuercntrichtung. 

^*  mii/a,  h't/ii,  ku  Tempel. 

l'i        ^  *  Ilausiiiini- 

steriiiin. 
^*       *  h/iijö  Palast. 

AyK^/r/i  I'alasl. 

kuMU,,  thaku  schöpfen, 
p^-^  shttkurjfB  Krwagung. 
kfxii  ,  fthö  Mschen. 

?fi         .'<houif  tsu    Eriüschcu  (vou 
Reclitcn). 

^  />,  X-fl,  Ärc  llaua. 
^jS*  Wohnhaus, 
^j^j^*  kaaknzm  llausstener. 
'4^      *  yarAin  Miete. 

t(nlf>iii(ini  ^  ri/ii  liI<'ibeD. 
f'n  im'  Haft. 
^      ryiiNm  im  Amte  verbleiben. 
@  ^Ij  «3^6^  Abschied. 

nnrtt,  jiJ  falircn,  reiten. 

^  'Jiii  ^*  "f"''k"'in,u  Mit!^li(!d  der 
Besatzuni;  (eines  Scliifles). 
*  Jükaku  Falu'gaüt. 


284 


MCujnt;  Der  amtliehe  japanisebe  Briefirtil. 


.<tas/it\  sa  Untcfscliied. 

Mtkitnikae  Hindernis. 
Kntsendung. 
H  ^1  sashihiki  Bilanz 

kanfTu^    km    /.u    gleicher  Zeit 
etwas  sein,  tun. 

^    kemmu    ViM'j«ini«:;iin,y;  von 

zwei  oder  melireren  Ämtern  in 
einfT  Per8(»i. 

jö  i'ara^raph,  Altselinitt. 

#  ^  *  >>y«Arw  \'ertitig. 

*  JSbm  Paragrapti  oder  Ai*^ 

tikel. 

Äft  *  Bedingung. 
^^"j'öjtMNm  Artikel. 

:a>.sf'i  Finanzpolitik. 
<?afmtt*<a«intf  finanxieile  Ver- 

^  ^  *  cowan  Vennögen. 

^  ^^*«a^S^QueUedesV«nn5gens. 

kakrni.  kftsu  fehlen. 
}f]^}   /v^  w/v  Alwesenlieit. 
jj^^  krkkm  Ffhli  n  hei  derArbeiL 
1^^*  kutwin  Vakanx. 

11  +-« 

^  kdhoro,  sho  Ort. 

»hch«n  Erledigung,  Be- 
strafung. 
^  2  «AocAi  Erledigtiog. 

Jf  skori  Erledigung. 

shitlmtsu  BestraTuug. 

■^jj  /"/  AhteUung, 

^*  tmka  unterstehende  Person. 
^  ^  *  dum  MitgUed. 
m]^  ^  *  .\bteilungschef. 


fthlfagau^  ju  folgen. 
fj^  ^  j^JSzoku  «um  zugehörig 


sein. 


tarif  ad  valorem. 

t'll      *  ^'^'^  Ungenauigkeit, 

'-orif'ikii  Unaufinei'ksnnik«*it. 
jÜLii^  *  *o;o/.vM  \'ei*wickliiiig. 

uiRorem,  <a»  geboren  werden. 
^  ^  *  ftamtmtm  Produkt 

jjj   smmhutjiti  Fi odiiktion. 

mnkahu  rruduktiunünienge. 

ktuU^  kaku  Land. 
^      *  kokka  Stoat. 

^      *  ^^^^  Staatssteuer. 

^       *  kokuyU  staatliel). 

^  *  /-o^'^vT  FrenndschaA  »wi- 

sc'luMi  zwei  Stnaten. 
§1 1^^7*^    hihnsai  N'erkehr  y.wii$clieu 
zwei  Staaten. 

kokumin  Nation. 

koktiscki  .Nationalität. 


^  ^  *  kohtsho  Beglaubigtmgs- 

schreihen. 
09  J^*  kokko  tstaatskasse. 

^  9iUfHru^  M^omf,  Ihm  nachforschen. 

t/fc5i^*  ^""^'"^  Ermittlung. 
i'^iä,  ^*'"  Deteküv. 
^  narotf,  «A»  Oben»  lernen. 

skSsoku  Gewohnlidt 

in'nkerUy  mAm  errichten. 
»it9iAi  Vorbereitimg. 
Ig*  g  seicht  Errichtung. 
^  ^1  M^A«  Plan. 


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Mvun:  Der  amtliche  japanische  Briefatil.  285 

AiTH,  «^cfm  nehmen. 
^  ^  «hikio  Ausfulininf;. 
1^       fhitMtnm  GesehSAsfOhrting. 

*    •'^fii^oisuri  GericUts- 


^  «fmm,  «rfNMtt,  «  hioabergefaen, 
um^heOf  fibertragen. 
^ifl^  Um  Umzug, 
^f^*  Mnm  Auswanderer. 

#  ft  Unwug. 

^  rb<'rsendnnK. 

H-hö  L  I)ermittluiii5. 

^  nAuu^  htfS  retten. 
i^L^  Aryü/uCw  Untenttatzung  (z.  Ii. 
Armer). 

m 


kySgo  Unterstfitzung. 
A-yi7.v<M*  Untei'stntzvini;. 

•^1^  Ayw/rtiV*  Uott'i'ätriUung  (Ar- 
mer). 

^  9F  ^  *   ^^^'^  Appellations- 

pencht. 

Abzug  (rpchnerisch). 

^  jrurwnf,  Ay»  genehmigen. 

pj"  Ayoka  (Irnfhiiiiiiuiig. 
^^^^  kyoyit  (iiMictiinii^uii*;. 
mIFI^  Aryw/ffAv/  Kiiivi'rst&ndnis. 
If  ^  Aysjyö  Erlaubnis. 

^  oMnoi,  «Äö  Handel. 

*    ithötftfö  kaufuiäxtiiisclies 
Gexhrifl,  Ilarnlel. 
jl^  ^  *  yfirinin  I^niifinaiin. 

^  ^  ^  jj^  *  liht^i-gteeüsha  Han- 
delsgesellschaft 
^  j,^  *  shötm  Laden. 

sKSkwan  Handclsniedei - 
Iftssang,  Handelshaus* 
^     *  «hSgiö  Firmenname. 
I^jj^*  ahS^yö  Handelsmarke. 
Ijp  *  ghSim  Uandchiwanu 


VOll/H-lKT. 


^Ij^,^     shitsuji  Sachwalter. 

ISrvt  j^yotff  <nf  durehgehen. 
^  l^tBoCm  Mitteihmg. 
tsSchi  Mitteilung, 
j^^^  tmikö  Pajfsag«». 
jfi^T'^^*  tvf/A'ö-c*»/  Fahi>UMH'r. 
tmhca  Vorbeigehen,  Pas- 

^Sk  ^  ^""'A'tra  die  zur  Zeit  gültige 
Münze. 

txiishö  Maadel. 

f-'*Stfaku  Dolmetscben,  Dul> 

metscher. 
IM  llfL  '^"^''^  Mceresfabrt. 
jj^  §3  ^  *  Zoll. 

kotmarti,  i  vorschieden  sein. 
*  tco»  Einwand. 

iofirv,  hfi  scbtießen. 

[y]       hntftt  iieseliSftsscblIeßung. 

IVJ  £ti  Scbließuiig  einer 

Behörde. 
tH^  £  Vff'^  Schließung  einer  Be- 
hörde. 

[yj       Ama  Vei^hheßung. 

osa riifnt,  ri  ordnen. 


rirw»  Theorie, 
^i^*  riß  Auditcur. 

arairarfni ,  gm  erscheinen. 

</''»l^'öhö  ur-Licnu  artig 
ill  Krall  hi'liuillielio  (icsi-tz. 

(j'nJi'ohan  \  crbi-ccljeii 
auf  f nach  er  TaL 


286  MCujjh;  Der  wntliehe  japaniad»  Briefstil. 


^I^ü^*  gatsai  Praseas. 
3^      *  9*^J^  jetziger  Zustand. 
||«  *  <jr„jö  an  Ort  und  Stelle 

j^>^  *  ytmkhi  hares  tJeld. 

ML  /Ü  *  BoÄtimmitng. 

^Mfl^*  Disziplin. 

A-iy<ub<  Vei-eialianmg. 

fnuf^  sen  Schiff. 
^  *  am»eki  NatiuDaiität  eiues 

Schiffes. 

*  «engtaku  .Schiff. 


oirani,  s/iü  hcftidi^cii. 


eiitllielien. 

U  U;  fi  fi*  '^"t'P'' 

lianilhinpj  Gesetze. 
fjj^f^^*   doKxeaitka  Deserteur 
(Matrose). 

*  yü  Poststation. 
^1^*  tfUstm  Postschiff. 

^     ^mZ»/«  I\»st. 

fiHTji^iara,  speziell. 

]^  ^  sfmhoi  Patent. 

.««ftXrm  Vorreclit. 

snizoku  aiisschlicßlicli  ZU 
etwas  gehörig. 

I^jj  «o»/.  /'///;/  daneben  sein. 

Wi  <ft  Vizekonsul. 
ßtkkwan  AcyutanL 

.v/7s7/  Ix'i'iiliren. 
^  t.-. 


^         shuktfoku  schließlich- 

S  *J'V^  Umstände,  Vorui-teil. 
kaknf^fru,  Jen  aushängen. 

Wh  '1'^  \  i  r.jlVeutlithung. 

^  m  keinhutttu  Anzeige. 

>v/«f/v/,  x^'A'i  haften, 
'fi  *  trkltiiit  \"er;uit\\  «irlung. 
^j^*  aekimu  Verantwortung. 

^  kwa  Ware. 

j^^'^  kicabulj^u  Ware,  Güter. 

mairu^  «an  gehen,  teilnehmen. 

^  *  «anjikttai  vollziehender 

Aussclniß. 

^  ^  *  .so/y/Ariwtiw  Mitglied 

desselben. 

^  ^     *  sanjikwan  Uat  (Titel).  |    g  ^Ij  *  Bereich 


.■"Uat  Kniplang  eines  dasies. 
*         e.ssItoku  BcrOhning. 
setshu  erhalten. 

^  iiohcnt,  rhm  sagen,  mitteilen. 

g^^-    nohiinlin    was    irh  sami» 
wollte,  (ist  liilgendes:). 

yor»,  üri  sich  nähern. 
^PH"  *»>  Widmnng. 
'^•jti;^  A-Mff  Widmung. 
'^^^  hitaku  Auftrag, 
'^y^  AvAyT  Anlanfen  ein«'S  Hafens. 

^"l'"'!''"  eines  Hafens 
(vnn  Kriegsschiffen). 

kkhttku  übernachten. 

1^  ku  Abteilung. 

hdki  Bezirk. 


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H^UiKb:  Der  amtliche  japanische  BriefsUl. 


287 


S  ^      ^  *  A^M«n^«^  Amts- 1  ij^  kiMOffem^  tri  in  der  Hand  tragen. 


gertcht 

|B  A  innerhalb  des  Bezirks. 

noioru,  steigen. 

#/io/<*/i  i3elurderuiig  im  Amte. 

|||)  on,  y9|  lenken. 

tnthmmt.  tri  zurückhalten. 

trishajö  Station. 

^  ^  Uikvai  Suspension  einer 
^>!•sam  III  lung. 

l»s<wStopi>en  (von  Schiffen). 

2^  «Mru,  fe»  beifDgen. 

■  |^**°'*^^(*o''*^')Kmpfelilungs- 
schreibeu. 

12  +-ie 

l^y  katmeara,  ftö  Seite. 

^oA'tca/i  zuselieii. 

nwwte,  lutau  binden, 
ig^*  »M*«««!  Resultot. 
]g  ^  *  krkkt/oku  Resultat,  Ende, 

endlich. 

^i'^  ff^^*****  Erfolg,  Ende, 
gjf  aÄö  hesrhfiriiijf  11. 

|j£  ^  *  «Aö«>m  Zeuge. 

»kSko  Beweis. 

«AmAo  Zeugnis. 
SWS*  «^^*"e>*^  Besehdni- 

t/ll:  W      -'i^  «J^äw«  «wTtt  beschei- 
nigen. 

oit  -tS  jt  T  ^i-  «ÄöÄwfafer»  Be- 
ww»  erbringen. 

fif  ^  *  shöhtfö  Beweis. 

Sit^^li^*  «AöA-wi  imhi  Stem- 
pelmarke. 


[fj  iriskutau  Überreichung,  Be- 
antragen. 

letAyö  Vorbringen  (31.  B. 
eines  Beweises). 

«nAret  Mitnahme. 

^  tsuku^  chaku  ankommen. 

^\  ^  chakku  Ankunft  im  Hafen. 

chakunm    Kintrefleu  auf. 
einem  Pusten. 
7^  ^j^*^ÄffA*«//i  Ankuiill«'in»'r\Vare. 
^-^J  chakutö  Ankiinl'L 


^  utiaeru,  so  verklagen. 

nfffö  Wu7  Klag.', 
"  ^If        siHjtran  lJe.s«'li\v(mle. 
iDf  Ilic  *  '^^'j'^  Klagest  lii-ift. 

atdmi  Ei^nzuBgsklage. 

^  itatcaruy  rd  Mitlt  itl  iiabeii,  sich 
abmühen. 

Arbeit. 
^Jj  Arbeit. 
57      *  Arbeitskraft. 
^  ^  rwki  Arbeit. 

"fP'*^"^  ergänzen. 
It  luthtsu  Ki-gilnzung. 
hej»  Ergänximg. 
Mjft  ^  Ergänzung. 

hfyo  Hilfeleistung. 


^  :ri  Steuer. 

srikm  Steuerbetrag. 
srihS  Steuergesetz. 
*  zrisoht  Bestimmungen  fiber 
I  Besteuerung. 

R  *  Steuertabelle, 
j      It  ^  *  ifiritsu  Zolltarif. 


288 


Müllxb:  Der  amdiclie  japaniach«  Bitofitil. 


^  H  *  zeiiwan  Zollamt. 

'f*'«^  Steiteraint. 
^  W  *     seimukrean  Steuer- 
b«unter. 

moHomo,  .sai  höchst. 

j  *    saikrikoku  Äleistbe- 
güristigungslaiid. 

yjH  ^  *     saik-ö  kmryoku 
höchst t3  Gewalt. 

Jjjp^  shitagau.  jitn  folgen. 

Ig        junjo  der  Reibe  nacb. 

^  feMot,  M  geehrt 

'^~|>*  hika  Hochwohlg«'li(H«;n. 

kikuku  Ihr  Land. 


^-'g*  kikican  Sie. 

kUhoku  Sic. 

«tiAnv,  iS'  veieinigeu. 
^       (miau  Vereinigung,  Kartell. 

^li  ifx  Kegieren. 
jj^^J^  tokan  Kontrolle  (Titel  des 
Sf;itthaltfMS  von  Kurea); 

*  itlkat^u  die  entsprechende 

Pii'höi'd«'. 

j^^'l'  tokd  Statistik. 
^  shäru^  tsujfoi,  kyS  zwingen,  stark, 
tfi'l  Ö*I  ^'/**^***»  «wangsweise. 

M  Ife  ^1 '  ^•5'^'**' 

Zwangsvollstreckung. 
$M  ^£  *  AyoX^  hartnilclcig. 
jfft   /ii'i/iii/H,  kf'i  ünade. 
jK^i)  Areüö  Geschenk. 
^i|iL  ifc»>^  UnterstatKung. 

fiMrAt,  «RM  (ist)  nicht. 
4ß^^*  mwA'ökraftlos,  wirkungslos. 

is  ft  ilä '  UuentgelÜich- 
keit. 

^  Ä  *  unentgeltlich. 


1^  «09,  ^  noch. 
H^HD  Verzogerang. 

hirakii .  A"<ii>  öflnen. 
^  ]||^  Xö/cA«  ErüfTuung  ciuer  Be- 
hörde. 

kaiyyö  Erößnung  einej»  Ge- 
schäft«?. 

Jl^  A'ai/tw  Eröffnung  eines  La- 
dens. 

^  ^    kalkicai   Eröfluung  einer 

Versammlung. 

ä^rawar»,  «a  betrfigen. 
f^^^J  «f$pt  Betnig. 

tfc  )Ö:  HZ  W  ^«.v  Betrug 

(juristisch). 

^  Tausch. 

^  Außenhandel. 
MS^*  6öritrAr^  Wert  des- 
selben. 

^  ^  ^  ^  *  6M>ib»  it«in;^  jihr> 
licher  Uandelslierivlit. 

jgC  nobftnt,  imAcnw,  /ff  hfsteigen,  be- 
steigen machen, 
j^l^  [Iß  /öÄri  Eintragung. 

/owA-M  Registratur. 

^  f®-  *Ä  iä  *  Register- 
tonne. 
ij^  sau  kleine  Brücke. 

;|;^>|^*  samiashi  SchilTsbrQcke. 

j         (ainau,  kyu  verh'ihen. 

^  k'/üiiii  Verteilung  des  Lei- 
tungswassers. 
1^^.  k>/>n/n  geben. 
I&jm-  '  Ayiiiyö  GchalU 

Aw  erreicbeQ. 

/^otAo  Festnahme. 


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MCujut:  Der  anUliclie  Japauische  BriefstU.  289 


t»mku,  *hS,  ju  folgen. 
^       "/limm  Antritt  d«i  Postens. 

'f  fhushfiku  Antritt  des  Postens. 


imiryom,  ki  verach wenden, 
i^fö  Kosten. 

^  Ui-^iiht  nt,  en  helfen. 

ßt  i|/j  Hilfeleistung, 
«itgo  Hilfeleistang. 

M  Periode. 

*  ^'y*'*  Zeitdauer,  Periode, 
ttfj  f/',J  *  kikan  Periode. 

m  g  *  kijitsu  Termin. 

ÄBili5£^*  ^  Ver- 

jäh  rung. 

^fH*  Awefe«  Zeitpunkt 

*  inncrlialb  des  ilafeiis. 
n(*  ^("^»«^  Ua£enunt 

^  Aö  benachrichtigen. 

/"x/a  Mitteilung. 

ÄöÄoAfM  Bericht. 
Aa(o)«nf  Ausbruch. 

deckt  werden. 
^  Jjs  A  *  Gründer. 

i'tasoneru^jun  zum  Muster  nelunen, 
Reihenfolge. 

ji'i'ktp  Reihenfolge. 

4'-  ^  junjfo  Reihenfolge. 
^  OK,  kmu  susaniineDtreffen. 
^)j[f  *  Awiiffika  OesellschafL 
^  ^  ktcaiffö  Versammlung. 
^       A-«-a/^/  V'er.saininlung. 
Kttd.8ea.C0ri«aifc.StiimdMa.  1907.  LAbi 


^  kteaik»  Rechnung. 
^       kwaiken  Zusammenkunft. 

*;f^  N'uuinier. 
^      *  j^öm  Kommando. 
^  InMoni,  do  sammeln. 

^  /»Wm  Snnunlung. 

Aufnahme  einer  Au- 

leiiie. 

to  Turm. 

iSkai  Laden  (von  Scbiffs- 
gfitem). 

^  Mft^A«ro4wmrK,  deint  verachten. 
hetmfo  Verachtung. 

uyamau^  hi  verehren. 

^  ^  *  ArmAö  ergebenste  Kenntnis- 

iiahuie. 
1^  ^  *  krigu  ergehenst. 

^      *  ^^''"'^^  ei'gebenst. 

%  ^  *  ArmVgcehrtesEinTersUUidnis. 

^  «Aar»',  Im  Anker. 

'ßSliÖ  ««'Ädhi  Ankern. 

hnhifni .  rm  traiispurtiercn. 

i!^  ^K}*««*«»«»Transportschiff. 
J2  ^  *  wckm  Fracht. 

«m^M»  Transport. 

iill  'fljjl)   "".'/"  Transport. 
)äi      ^  *  tintcilxhu  iSleiieruiann. 
HS  /<»rt/,  *Äö  strahlen, 
ü^,  ^  «AöXwat  Mitteilung. 

Amt,  {hyö)  pasisieren,  durch- 
gehen. 

$M  lij  *  durch. 

A-«Ä^Fa  \'erlauf. 

^'''-i-f^o  breiten-  und 
Längengrad. 


J  ^  *  keiribu  Proviantamt. 


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290 


Müller:  Der  aintlithe  japajiSsche  Briefirttl. 


^  gi  Rechtlichkeit 

yienkin  Dei  trug. 
ha$hi^,  Ju  Booi. 

^1  «ojfcoiMNf,  Mf»  Schaden. 


songai  Schaden. 
^  ^  jfjX  Ig  *  sonyai  baishö  Scha- 
denersatz. 

.sonshitsu  Veilusi. 

tazttgaeru,  kei  IrageD* 

J^  i^  >^  /'l'  A-W'«'"         hei  sich 
tragen,  uiitnelimen. 

hin  verhieten. 
^1]  kmsei  Verbot. 
iJ^  Jemshi  Verhot. 

Ärmm  Verbot. 

Jfco^^ora^«,  •  Wüle.  Meinung. 

17/«  B.grifT. 
«Ar«»  Meiuuiig. 

tsutatearu^  tsulaent,  den  ttber- 
miUelt  werden,  flbermitteln. 

dempo  Verbreitung. 

dcntatm  Übermittlung. 

^  oter»,  ofeni,  iS*  treffi&n,  sielen. 


^       Kapital,  Schate 
^      *  «fttiteilNi  Fihigkeit. 
*  «jUraf»  Vermögen. 


'ri  >y 
I 


föffoi  betreffend* 


St  i^S        /örtwAa  der  BetrelVcnde, 

saijastt^  *ö  suchen. 

60.<a  hl  uiittlunji. 
sösaku  Ennittlung. 


^  «tt&an»>  ioiBH  beherrschen. 

^iSL  ^  ^  tohtsoku  auKu  aof- 
fordem. 

tokii^  kai  lösen.  . 
fj^lfl^  kaishoku  Entlassung  a«is 

dem  Amte. 
ff/^^  kakun  Entbssung  aus  dem 

Amte. 

fßj^  kaiko  Dienstentlassung. 
XmXö  Entlassung. 

m  ren  biUig. 

shio.  m  Salx. 
nn.  ' 

jl^  *  tmmukiokii  Salzauit. 

A^K,  «Am  schöpfen. 
S^j-Ovl  ErwSgung. 
poi  passend ,  besagt. 

>(  i^i'  po*^  betivffeD. 

fio  Landwirtschaft. 

sterimn  fur  Handel  unii  Ackerbau- 

*  t^gyö  Landwirtschaft. 

*  - 


fwam  Bauer. 

tei  Indem. 
^^^*    tpisAins/iö  Vcrkehrs- 
niinisteriuni. 
^  teisö  Übersendung. 

do,  «no  Imitation. 

wtow  Imitation. 

^  jl^  i/KH/i suru  verf&lsclien. 


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HUtuai;  D«r  amtiiche  japarasdie  Briefttfl. 


291 


shn  prnenneot  Amt, 

«AoeA?  BureaavoFfttand. 
»homei  Unterzeidinuiig. 

osaineru^  ukeru^  lyo  regieren,  ex- 

halten. 

n/oj/  Kunsiil. 
y^- *  ryokai  Meeresgcliirt. 

tySio  Gebiet 
«yöiX»  Bereich. 

Intda,  ktean  Röhre. 
^*         ktraii/.-atsu  Zustaudigkeit, 
^  jJp  kttanri  Verwaltiin|». 

kmmJta. im  Amtsbezirk. 

Mnorww,  Am  geboren  werden. 

^ijr  ^-i/z/ö  Geburt. 

itsiiwaru^  gi  fälschen. 
jjSk^  gi^  Fftlschung. 
ioku,  mttu  erkliren. 


nil  pife  Wamiinf?. 
ijlj  /teisumet  ili  kiaimig. 
n.irfn'ni,  man  Toll  flein. 
jj^  ^  *  tROMJb'  Ende  der  Periode. 
^       mmcoXm  zufrieden. 

m 

6a/^M  bestrafen. 

^  *  Oakkin  Strafgeld. 
kmeashii,  sei  geneu. 
^ttS*  genau. 
^;|r^*  smhaku  sicber. 
Tfri  ^IIH  *  genau. 

mtifnnrru^  nii/i  unerkenuen. 
1^  pj^  ttmka  Genehmigung, 
g^g^  Genehmigung. 

mwiSsftK  Einverstindnis. 
nmtei  Anerkennung. 


*i  •  Seü. 
Ulf  9»  Ek-haltung. 

at/amarut  go  einen  Feliler  be- 
gehen. 

15^  nB  ^''^^^  vei-schreiben. 

j^'>A'at  JNliJäverständnis. 

^mnnif,  tdei  pflficken. 
^j^  ^  *  /eX^  Auszug,  Hauptinhalt. 

-fiS^ffll*  t^^'yö-raH  Rubrik. 

takarfonn,  krrku  Palast. 
^  ~|\  *  kakka  Exzellenz. 

^  kyo  sich  aufhalten. 

fiS  temporärer  Aufent- 

halt. 

kam},  kci  leicht. 

keiehö  leicht  und 

schwer, 
j^l^  k»ffen  Erleichterung. 
IIP*  Mai  Vei^ehen. 


tayaii  ^  i  zuwiderli.inilrln. 
Jfj^  i7(wy  Zuwiderliandlung. 
^  IIL  Zuwiderhandlung. 
^  ^  ^  *   tA«vc»  Übertretung, 
PoLizeldeUkL 

hart  regieren. 

^    kantoku   Kontrolle,  Kon- 

trolK'iir. 

h         kamn  Kon  trolle. 
^*  kanji  KuutruUeur. 

nokoutf  i  zurQcklassen. 
^Pjk*  *^  Nachlaß. 
^0^^^  \  «-'«^  shikkmm 
Nachlaßverwalter. 

^      *  wÄÄmifiÄwi  verlorener 
Gt'geikstand. 


iXran  Bedauern. 
1«* 


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292 


Mlhxu:  Der  amtlieh«  j^anifclie  Bitefirtfl. 


15  +aLÄ 

^  AmmaftünaX»,  »Am  genau, 
^^i^  shmsa  Untersuchung. 

59  Verhur. 

shtmjtan  \'erui"teiluiig. 
Beratung. 

^  moMtf  <o  vermehren. 

^\  \  Ztinahme. 

^  *    zörUsu    Erliöhimg  der 

Steuersätze. 
jQ'j^  zözei  Zunahme  der  Steuern. 

m  fi  nahe. 
jg5(5*irh«8eit. 

^1  tolonorniy  shiraberu^  rhö  iu  Ord- 
nung bringen ,  untersuchen. 
äjH^        rÄäwi  Untci-suchung. 

in  vf^ll  '  ^'^""^  Vergleich, 
gl^  gj  chotä  Vergleich. 

^  /«  erheben. 

fukwa  Versteuerung. 


fniiiftiriiru^  f>hi  verleihen. 
shika  Urlaub. 


\^  ataru^  sho  stoßen. 

shöHotm  Zusammenstoß. 

uarfTit,  kican  sicli  irowohncn. 
^  ^  *  kwoMhä  Gewohnheit. 
'I^^*  Inoankö  Gewohnheit 
tS  W  *  ^^*^*^  Regel. 

au,  troffen. 

5^        sö/ia«  Zu:)tußL'u  eines  Un- 
glücks. 
^|[^^  treffen. 

)g  kanau^  teki  passen. 
'^^^  ^  tek^fö  Anwendung. 


iekHS  na  j;eeignet. 


[  f/ru,  Im  verkaufen. 

^  iai%(M  Ver-  und  Einkauf: 
imitydtw  Verkauf, 
yj^  l^jj  ariharai  Verkauf. 

^       >f\^        unkakedaikm  Kauf- 
geld. 

«utsidiUy  tei  Kusammenbinden. 

Verbindung. 

^fji'  [*i  |]^  *   tcinmkuku  \'erlrags- 
macht. 

teiyaku  Verti'ag. 

ANjbmartf^  «;A«  sich  aufhalten« 

pjj^  ^  (huzai  Aiil'riithalt. 

chüsatmt  AufeuthalL 

3^  kou^  ukeru,  #M  ersuchen. 

.st  tkyü  Ersiiclieii,  erhalten. 
shödai  Kinladuni^. 
i|^JP[  sei^mm  Bittgesuch. 

tfwsii,  chö  erhclx'ii. 

c/iös/iü  Aushebung, 
jj^^  cAöfto  Aushebung. 

chShm  militftrische  Aus- 

hebung. 
M  '^^^^'^  Konskription. 

]^  yaimm,  Aoi  au%eben. 
^  ^  JUiAtMM  AbschalTung  eines 

Amtes. 
^  ij^  AomAi  Aufgabe. 

1^        haitihokv  Abscliaffung  einer 
Beliiiidt'. 

luügt/ö  Geschäftöauigabe. 

^  hemtm^  9hö  loben. 


\uerkennungs- 


schreiben. 


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Mfituni:  Der  amtlidie  japaiiiMhe  Briefirtfl.  293 

"  m  Wichtijikfit.  ta^shika^  kaku  sicher. 


^  *  tSmItu  gikiean  Ge- 

heimrat. 

«üMum  der  O'apanO 
geheime  Staatsrat. 

Mtaru^  ri  verwickelt  werden, 
ig      *  fttfttt  Ungiack. 

Armirn/ ,  Tto  pniisen. 

^itlc*  Anerkennungs- 
scbreiben. 


16  +^ 

shittujau ,  jun  folgen. 
^  jtmahu  Foigelei«tung. 
^L^^  /vff^  Folgeleiatung. 
juit^  gesetzesgem&ß. 

iiioroinoro .  s/uj  vcvsrhn  den. 

shohan  verschieden. 
5rw  transportieren. 
^      yuslkttm  Ausfuhr. 
Ä>\.  y""y"  Einfuhr.  • 
^  yt«ö  Transport. 

kaeni,  karsu^  hrctn  zurftckkeliren, 

zurücksenden. 

i  j?^  hrampu  /.nri'icksenden. 

^   kwankö  liuckkehr  (vom 
Kaiser). 

^  teotmerw,  dm  unterscheiden. 
bensai  Eotsehidigim^. 
jj^'  hm»hö  Entschädigung, 
//'«m«  r'lädoycr. 
^       it  *  ^<^f>Of>shi  Rechtsanwalt. 

P  ^  ^  0S  *       ^ÄsAi  Minister- 
resident. 
jPj  A«fl0rt,  dioibf  allein. 
1^^*  JMaw  Deutsch. 

dioAirdn«  Unabhängigkeit. 


$11^  kahOei  fest  bestimmt 

^  *  kakufüfu  sicher. 
^  ^  kakuß  bestimmte  Antwort, 
{^g^  kaktmin  Anerkennung. 

Manoer«  sei  ordnen. 
3||  Sft'rt"  Ordnung, 
.«dübf»  Ordnung. 


17  +-fc« 

aganau ,  A-ö  kaufen. 
kokt/U  Einkauf. 
fl^JPl.^*  ^'öOairi^fku  iiaulkraft. 
^  ara^d^'üms,  vorlSofig. 

Ö'i  Uli  Reserve. 

^^^^ yokoku  vorläutigeMitteihing. 


Ä£  y^^'  vuriäutige  Bestiuiuiung. 
^       yfwa«  Ktat. 
^  )tH       Vermutung,  Erwartung. 
K^ESr  yofto  Vorbeugung. 

ma/uru,  gi  nachmachen. 
ffizö  Imitation. 

^  (Staate),  Awi  Departement. 


^'    kmeho  Gouvernement 


^^^■fl^*  Av'«<Ä/;i  Gouvemetir. 

^Lj-,       *  h,  tikirni  K»'n- Vcrsaiiuiihuig. 

^  ^  ^  *  kmmnjiktcai  Ken- 
MagislraUsversamtnlung. 

*  A*«»Ara  innerhalb  des  Kens. 

ükMMtfTt«,  «  betreiben. 

^  '  W/"  Oe\v«u  l)e. 
•^yjij]*  ein  Gewinn. 

jj^  ken  nachsehm. 

^^[/d:  ^'^^  Besichtigungsattest 

;^^^|J  kensoku  Unter.suchuug. 


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294 


Mfiujn:  Der  amtliche  japaaisehe  BriefitO. 

19  +X 

tofftdf  fiw  Art. 


kensa  Untersudmng« 
*  jteneifti  QuaraotSne. 
^  *  kmji  Staatsanwalt 

an  wall. 

^  ^  *   kenjkhö  Oberstaats- 
nnwalt. 

kenetsu  TrüfuDg. 

j|ic  ff  abschreiben. 

>?Ji  *  /öÄo«  Abschrift. 

^        /ösAa  mm  abschreiben 

nengnro^  km  freundlieh. 
^      *  koMetsu  freundlich, 
ir  *  Freundschaft. 


18  H-A« 

korobu^  ten  rollen. 
^«^  fT'  Verset/.ung. 

tmiaku  Umzug. 
fpHj^  I0IMÖ  Übersendung. 

kaeni,  ki  y.uruckkeliren. 

"ffi  ^'^^^  Natiiialisation. 
^  ^  Ac»A»Aw  Backkehr  nach  d 

Heimat 

kisei  Rückkehr  nach  dei 

Heimat 

tili  Jii£  Rackkehr  ins  Amt 

«AoA»  Amt 

«hokken  AmUbefugnis. 

*  «^^"*«  Amtspfliclit 

*  ahokmeki  Atntspilieht 
*^  ^^"^  shokushö  Aintspllicht. 


Mtsiumrii,  ehin  beruhigen. 
^^W*  chinju/u  Krieg.shafen. 


WA  '^  S  Mitverbrennen. 

^il  ''i'J  Alit<-ilurig. 
H^"!^  rvi^'t  Ähnlichkeit. 

AoroMi,  cAö  bestrafen. 

laus. 

f^^*^  rA^6afe»/  Bestrafung. 

Bestrafung. 

aiplinarbeslrafttng. 

JhtJtmcidnf,  kwan  sieh  bezidieo. 

Iii]  1"^"  H«-ZirliuiiEf. 

^  ^  ^loanrm  «utm  sich 

beziehen.  « 

20  -+itr: 

imnshimeru,  kei  waiiicn. 
bureau. 

Ae«Xnmm  Polizeibeamter. 
JMJIö  Warnung  (Sturm, 
wamudg). 

patroullieren. 
^^<^  keikoku  Warnung. 
^  ^  iNitoj  Warnung. 

^Äßf*  Wachtschiff. 

oboem^  MAni,  AoA»  kennen« 
wissen,  behalten. 

tf^M^oM  Protokoll. 

^       /hiJhfcjU  Bewußtsein. 

j^g^  kakugo  Gefaßtheit 


ffi  Beraten. 

9*^  Beratungsgebinde. 

^  <7yt  Debatte 


Y      *  ^  Mitglied  des  Rats. 


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Müllkb:  Der  amtliche  japanische  Brieistil. 


295 


9^*^  Beratungsballe. 
i"*»*  Entwurf. 

yiA-ffe«  Bi  schliiß. 
^^^^*  giteiülHj  schriftlich  uie- 

dei-gelegte  Ubereiokunft. 
^  ^  *  gUshS  Fribident. 
^1  ^  *  gtkwai  Reichsti^. 

(des  Parlaineoy). 
•  Rubrik. 

I^J     *  ramai  {noeriialb  der  Ru- 
brik. 

H^J      *  ranyvcai  außerhalb  der  Ku- 
brik. 

21  Ä 

1^  hirogan«^  tebtt  Eisen* 

X.  ^ij"  *  teit*35rĩ  Eisenwerk. 

*  t'tsujo  Schiene. 
^  *  tttaudö  Eisenbahn. 

^i^*  AiMwm  Eisenrobr. 

fc]t  il^n  *  Sehienenweg. 

*  tekh/ö  eiserne  Brücke. 

^  lemaru^  km  sich  indem. 

hmku-a  ViTiijuIet  uiig. 
^  ^f'  «/tÖ  V  eränderung. 
A«nM»  Verftnd«nmg. 

22 

Hecht. 

?fs||*  *«»n  Recht  (hn  subjektiven 
Sinne). 

*  kmnä  Fihigkeit 


ijj^'fl*  kmrytiku  Macht 

*  ^'^'J^"  Befugnis. 

*  ^'^^^  Gleichuiäßiglieit. 

koffornif  kan  Spiegel. 

J^jjij^*  kansatsa  trhiubnissehein. 
^  /jlj  *  kambdm  Unterscheidung. 

kansa  Untersuchung. 
0^       kaiUei  Begutachtung. 

kikUf  cAS  hören. 
Hl^^if^  ehSkj/0  Genehmigung. 
^  *  chSkm  Zuhörer. 

kiküorislio  Prutokoll. 


24  -+Hfi 

^  «Aojhi  auftragen. 
[1^1^  shokuktku  Auftrag. 

^  Aromom,  j'ö  brauen* 
jcOT  Brauen. 

i/iizitru,  ji)  übertragen. 
>äb>  Übertragung. 
jöXo  Zurilcktreteo. 


25  n+3L 

miru^  kwan  sehen, 
ihrnmnm  Begriff. 
^  AnsoMolw  Beobachtui^. 


27  =.  +  ^ 

chö  Behörde. 
J^^*  «ASmi  AmtsgeschSft. 

tender  Leiter  der  Amktgeschäfte. 


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29G 


MüuJw:  Der  Miilifibe  j»]MUii«che  BrU^atil. 


>p|\  daishS  {oküt  chtuot)  groß 
und  klein. 
^  cAöte»  (noffai^  n$ijikai)  lang 


Liste  häufig  vorkotiiiiieuder,  zwei  beRrilüicUe  Gegensätze 

cnthalteniler  Kouipusita. 

rÄM/en  (mow,  heru)  Zu-  und 
Abnahme. 
^  MS»  (mmtXift,  «touAi^M) 

hißlicli  und  hfibseh. 
JjJ^  koffm  (hnM^fem,  heru)  Zu- 
und    Abnahme    (s.  auch 
S.  274). 

^  zennaku  (yoi^  varui)  gttt 

nnd  böse. 

j\    kncjp.  (takai,  hikui)  hoCil  und 
niedrig. 

1^    ^    na«i  (kafai^  yasui)  schwer 
lind  leiclit. 

chöseki  («Äo,  bati)  Moi'geu 
und  Abend. 
S   ^  r/mi/a  (Atnc,  ^ont)  Tag  und 
Nacht 

1^  ig  itoadivi  (coflMff,  nifJbi»)  kalt 
und  warm. 

^   ^  kengu  {l^$h!ikoii  Woka)  klug 
und  dämm. 
^||]  JbSMn*  (teihimi,  toitenai) 
geschickt  und  ungeschickt. 

^    ^   zeiujo  {mar,  ushiro)  vom 


und  kurz. 
^    ^tj^^  kteöksfo  (Atrvi,  semeU)  breit 
und  adimal; 

1^   shinjim  (/«kai,  asm)  tief 
un<l  seicht, 
^jjl^  /w<'7  (fair,  i/'ik(i)  iiorizontal 

und  vertikal. 

kankyü  (t/ttruyaka^  ünyti) 
laiif^sriin  und  schnell. 

tH*  ^  eMsoku  (CNN»,  ^yo»)  lang- 
sam und  eilig. 

^  Amtjt/ti  (ma^hü^  tomu)  arui 

und  reich. 

^    ^  ^/ashii)  edel 

und  unedel. 
^   röjaku  (oi,  teakai)  alt  und 

^  7^*^  ("J'*»  «Alto)  oben  und 

unten. 

^  .sat/ü  {hhlnriy  tniffi)  links 

und  recliLs. 
j^.  /;///»  (/öt,  chikai)  weit  und 


Dil 

nah. 


und  hinten. 

g    kokttbyaku    (knroi,    slüroi)  j  ^  shmko  (aiarashd,/urui)  neu 

schwara  und  weiß.  |  und  alt. 

jj^    ^         i^'^'"'^''  ""^^^  heiteres 
Wetter  und  Regen. 
sntlnt)     (hfirent,  kumoru) 
heiter  und  trübe, 
j  1 1    Jll   snnftnt  (yatM^  kawa)  Berg 
und  Fluß. 

toÄi  {mitinkn,  ütaka)  iStudt 
und  Land. 
^  «a///if«i  {tirhiy  wlo)  innen 


jjf^   '  ///o/i  {.<nirurioi^  niltui)  üchurf 

und  Rttimpf. 
^fc   khnnn    {knfai,  yaißarokai) 
hart  lind  weich. 

^    jfe   »d/myo  {ptokoy  onnä)  Mann 
und  Weib. 

1B*  ktrnmniin  (öyakr^  tami)  amt- 

lich und  privat. 

4!^  A'ävÄ/    (öi/akf,  ^rofakushi) 

üffeutlich  und  privat. 


und  außen. 


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McLLsa:  Der  amUicbe  japanische  BhetstU. 


^  ^  {eHö  außer  Morgen 

auch  Hof,  no)  amtlich  uod 
privat. 

1^  kamku  (fmi,  oka)  Meer 

und  Land. 
^  Mtn^  (nwcv«  oAo)  Meer 

und  Land. 
1^        tannö  (oMt,  Ao»)  hell  uod 

dunkel. 

^  ^  löcat  (hu/asM^  msJU)  Osien 
und  Weateo. 


297 

kiia) 


SfldiBii  und  Norden. 

fWf)  gehorsam  und  unge- 
horsam. 

^         ^^^^  '*^^) 
nicht  sein. 

i(S  (i/orokobtt,  il-(int)  fröh- 

lich und  äi^rlich. 
aü'oku  (kanaxhimuy  tamshi- 
mu»)  traurig  uod.  vergofigt 


iMir.  LAb«. 


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2DÖ 


Bücherschau. 


Buddhist  nnd  Cliristian  Gospels  being  Gospel  Parallels  fruin 
Pfili  Texts,  now  first  compared  from  the  Originals  by  Albert 
J.Edmunds.  Third  and  complete  edition.  Edited  with  Parallels 
and  Notes  from  the  Chinese  BuddbistTripitaka  by  M.  Anesaki. 

Das  vorlit'STPnde  Werk  ist  hervorgegangen  ans  eiiir.elnen  Aufsätzen ,  welche 
im  Jahre  r.Hiö  und  1901  itn  »Open  Totn-t«  in  Chikago  erechrenfn  sind,  und 
ist  der  erste  Versuch,  butldhistische  und  christliche  I.rlni-u  aiil'  Grund  der 
Palitexte  zu  veri^leiphen ;  denn  die  frühern  8hnlich«'ii  \' ersuche  andrer  Autoren, 
wie  Spcnce  Hardy  uud  Rudolf  Seydel ,  l>fi  ulieii  li:iijptj.ächlicli  auf  singhtilt-si- 
schen  oder  chioesischeo  nachchristlichen  Texten.  Das  ganxe  Werk  soll  später 
in  ein  großes  Sammelwerk,  betitelt s  Cyclu])acdta  Eraogellca,  an  English 
Documentary  Introduction  to  the  four  Gospels,  eingerdht  werden. 

In  der  Vorrede  zur  «weiten  Auflage  hat  Kdmtinds  seinen  Standpunkt 
dargelegt:  «K^e  Entlehnung  wird  in  diesen  Parallelen  weder  auf  selten 
d&s  Buddhismus  noch  auf  seilen  des  (Christentums  behauptet.  Wir  bieten 
keine  Theorie,  sondern  geben  die  Parallelen  als  Tatsachen.  Sie  gehören 
zum  mindesten  einer  Gedankenwelt  an ,  die  dem  pjanzen  Orient  gemeinsam 
ist.«  Dieser  voi-sichtijre  Standjnuikt  ist  sehr  zu  billigen.  7tjmal .  wie  <l»*r 
Verfasser  selbst  weiterhin  bemerkt,  <lie  Parallelen  hauptsächlich  in  den 
Gedanken,  nicht  in  don  Worten  hervtu-treten. 

Das  Prinzip  des  V'erfassers  bei  der  Vergletcbuog  der  PftUdarstellungeo 
mit  denen  des  Neuen  Testameots  ist  folgendes:  Wenn  die  Darstellung  eines 
Evangeliums  sich  der  der  FSlitexte  mehr  n&h^  als  die  der  andern  Evan- 
gelien, so  wird  nur  die  erstere  aufgeführt,  sonst  wird  die  des  Markus 
bevorzugt.  Wenn  Markus  keine  ents|)rechende  Darstellung  hat,  80  gibt 
der  Verfasser  dem  Evangelium  des  Matthäus  den  Vorzug  vor  dem  des 
Lukas.  Selten  werden  die  Apostelgeschichte,  Briefe  und  die  Apokalypse 
zur  \'ergleiclinn!x  angeführt. 

\'iele  Parallelen  wetden  ztiin  erstenmal  gezogen,  aiuhe  beruhen  auf 
Aiit  eguni4en  von  liekanuien  Korscliern,  wie  Max  Müller,  itenao,  Beal,  Hhys 
Davids,  Oldenberg,  Fausböll,  Aiken  usw. 

Der  Herausgeber  der  vorliegenden  dritten  Auflage,  Anesaki,  der  sich 
mit  Uinlichen  vergleichenden  Studien  beschSlligt,  hat  in  dieser  Ausgabe 
noch  Parallelen  aus  den  ins  Chinesische  Qbersetxten  Agamas  in  chinesiachem 
Texte  und  englischer  Übersetzung  hin74igefiigt.  FOr  ihn  ist  es  ein  unleug- 
bares  Faktum,  daß  die  Agamas,  die  dem  Nordbuddhismus  angehfireo,  und 
die  Nikäyos  des  Sudbuddlüsmus  einer  und  derselben  Quelle  entstammen. 
Kr  ist  der  Ansicht,  daß  eine  Vergleichung  der  beiden  Quellen  geeignet  ist, 
Liclit  auf  den  inlialt  und  Ursprung  der  buddhistisclieu  Schriften  zu  werfen. 


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Bächerachra. 


299 


und  er  hofft  zugleich,  daß  eia  Weric,  wie  da.s  vorli^ende»  isum  gegen- 
seitigen Verständnis  des  Christentums  und  des  Buddhismus  und  der  auf 
ihnen  benih»*n(len  Zivilisfitioti  fuhren  wird. 

Den  Parallelen  wir  d  pine  ausfiihrliclie  histnrischp  KinleitUHg  von  S.  1—52 
vorausgeschickt,  welche  in  folgende  Ahschiiiite  zerfallt: 

a)  Das  Alter  der  Pälitexte,  S.  1  —  9. 

b)  Stellung  der  Suttns,  die  von  der  Gehurt  Buddha.s  handeln,  im 
Ksnon,  S.  9—11. 

c)  Die  christliebea  Berielite  Aber  die  Kindheit  Jesu,  S.  11—23. 

d)  Über  die  MSglichkeit  eines  Zussrnmenhanges  zwischen  Christentum 
«ad  Buddhismus,  8.  23—52. 

Die  Pälitexte  waren  wenigstens  mündlich  zur  Zeit  des  großen  Asoka, 
des  huddhistischen  Konstantin*  ▼orbanden.  HekaontUch  hat  dieser  FQrst 
auf  drei  Felsen  in  verschiedenen  Gegenden  Indiens  und  in  zwei  Alphabeten 
die  Namen  von  fünf  griechischen  Herrschern,  darunter  Ptoleiriaiis  Piiila- 
delphus,  eingraviert,  zu  denen  rr  Gesandte  geschickt,  und  in  deren  Landern 
die  Keli'^'on  des  Buddha  angenommen  worden  sei.  Diese  Angnb<'n  werden 
durch  die  Ceyluuchrunikeii  bestätigt.  Derselbe  IvOnig  enipßehlt  auf  dem 
Fdien  von  Bairat  Mooeheo,  Nonnen  und  Laien  das  Studium  verschiedener 
Teile  der  Schrift,  deren  Titel  zum  großen  Teil  mit  den  heute  ▼orhandenen 
JWitexten  identifiziert  werden  können.  Naeh  den  Ghronilcen  von  C^Ion 
berief  Asoba  auch  ein  Konzil,  In  welchem  der  Kanon  der  Schriften  end- 
gültig festgesetzt  wurde«  und  die  Glaubwürdigkeit  der  Nachrichten  dieser 
Chroniken,  die  zum  mindesten  älter  als  das  5.  Jahrhundert  n.Chr.  sind, 
ist  durch  neu  gefundene  Inschriften  bestätigt  worden.  Nach  denselben  Chro- 
niken soll  der  buddhistische  Kanon  unijefrihr  40  Jnhre  v.  Chr.  schriftlich 
fixiert  worden  sein,  nachdem  also  der  Text  mehrere  .lalirhimderte  hindurch 
von  der  Schule  der  Rezitatoren  mündlich  überliefert  wonlen  war.  Kine 
solche  Sehlde  von  tiezitatoren  winl  nicht  nur  auf  luNciu'ifien  des  3.  uud 
2.  Jahrimnderts  Clir.,  sondern  auch  io  den  alten  Kommentaren  und  dem 
Kanon  sdbst  sowie  in  den  «Fragen  des  Kdnigs  MUiodo«  (Menander)  um 
100  V.  Chr.  erwUint 

Vom  1.  Jahriiuttdert  der  christlichen  An  an  ging  eine  Anzahl  von 
Missionaren  und  Übersetzern  nach  China,  wo  sie  die  helligen  Bilcher  ins 
Chinesische  übertrugen.  Zuerst  vorzugsweise  die  der  MahäySnaachule,  die 
damals  emporkam.  spBter  imi  die  Mitte  des  2.  .Jahrhunderts  n.  Chr.  auch 
die  der  Hinayänaschule.  Der  schon  erwa'ntf^'  japanisclie  Gelehrte  Anesaki 
ist  jetzt  dal^ei ,  diese  fur  die  V'ergleichuui;  n  if  «leu  Pälitexten  wichtiiit*n 
chinesischen  Übersetzungen  in  eine  freuitle  iSjirache  zu  nhertrafjt'n.  In  der 
kritischen  Analyse  der  buddhistischen  Schriften  Lst  noch  viel  z.u  tiu».  Unsre 
jetzige  Kenntnis  entspricht  etwa  derjenigen  des  Neuen  Testaments  am  Ende 
da  18.  Jahrhunderts.  Wss  vor  allen  Dingen  getan  werden  mO0te,  ist,  die- 
jen%en  Stellen  znaammenzustdlen ,  die  den  verschiedenen  Rezensionen  ge> 
metnsam  sind.  Bumouf  hat  dies  1852  begonnen,  starb  abor  leider  zu  frOh. 
Edmunds  ist  der  Meinung,  daß  sich  auf  diese  Weise  alle  Pälitexte  als 
fiindamentale  ur^rQngliclie  Dokumente  erweisen  werden.   Sicherlich  ver> 


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300 


Büchorachau. 


halte  sich  dies  so  mit  den  Legenden  fiber  die  Geburt  Buddlias*  die  bisher 
als  sfSA  entstanden  beargwöhnt  worden  sden.   In  einem  kursen*  Artikel 

gibt  er  hierfiir  die  nötigen  Nachweise. 

Im  Zusainmonhaniic  damit  steht  die  darauf  folgende  laogere  Abhand- 
lung nher  die  Behandlung  der  Kindheit  Jesu  in  den  verschiedenen  Kvan- 
gelieu  und  späteren  Schriften.  Edmunds  findet  in  der  Geburt  Christi  von 
einer  Jiinglrau  Spuren  df*r  zoroa.strisehen  Lehre.  Die  FrajC^e,  uVi  der  Evan- 
gelist Lukaü  hei  meiner  Darsteliuug  der  Kindheit  Jesu  die  Kindheitslegende 
von  Buddlia  benulst  liat,  hingt  mit  der  Frage  zusammen,  ob  d^  Evangelist 
Oberhaupt  den  buddhistiachen  Kanon  benutat  haben  k5nne,  und  diese  wird 
im  letEteo  Abschnitt  behanddt,  der  fiber  die  Möglichkeit  eines  Zusammen- 
hang swischen  Christentom  und  Buddhismus  handelt.  Zu  diesem  Zwecke 
gibt  der  Verfasser  auf  Grund  der  hier  und  da  verstreuten  Nachrichten  bei 
griechischen  und  romischen  Schriftstellern  sowie  von  MQnzenftmden  in 
neuester  Zeit  eine  ausfuhrliche  Darstellung  der  Ausbreitung  des  Buddhismus, 
besonders  nach  Westen,  nach  Persien  und  Baktrien,  sowie  der  Beziehungen 
von  Indien  und  den  westüchen  Kulturländern  der  alten  Zeit. 

Der  Buddhisnnis  war  zur  Zeit  der  Entstehung  des  Christentums  die 
mächtigste'  ReHgion,  die  noch  durch  Missioiistätigkeit  in  der  Ausbreiluug 
begriffen  war.  Bekanntlieh  &nd  sie  in  der  aweiten  Hllfte  des  I.Jahr- 
hunderts n.  Chr.  auch  in  China  Eingang.  Es  gibt  auch  eimcelne  Nadirichten» 
die  uns  einen  größem  Einfluß  des  Buddhismus  auf  die  westiiche  Kultur 
vermuten  lassen.  Es  wird  von  einer  Hindukolonie  in  Armenien  berichtet» 
die  vom  1.  bis  4.  Jahrilundert  n.Chr.  bestand;  und  es  ist  bekannt,  daß  in- 
dische Fabeln  Eingang  in  den  Talmud  gefunden  haben.  So  ist  es  auch 
nicht  unmöglich ,  daß  buddhistische  Ideen  his  an  die  Grenzen  von  Palastina 
gedrungen  sind,  wenngleich  uns  bestimmte  Nachrichten  darfiher  fehlen ,  und 
<laß  der  heidnische  Apostel  Lukas  von  diesen  Ideen  Kenntnis  erlangt  haben 
kann.  F'dmnnds  stellt  nämlich  die  fiieliL  unvvahrsclaeinliche  Ilypotliei^e  auf, 
daß  der  Evaugelisi  Luka-s  hei  der  l)ai*stelluug  der  Kindheitsgeschichte  Jesu 
von  buddhistischen  Ideen  tHselnflußt  worden  ist  Der  allgemeine  Orundsats, 
den  er  vorsicht^erweise  bei  dieser  Untersuchung  befolgt,  ist  folgender: 
•Our  prindple  should  be  to  regard  notiiing  as  borrowed  unless  proven  by 
express  reference,  by  identity  of  text  or  sequence  of  narrative,  sccompanied 
with  demonstrable  intercourse-  (S.  23).  Edmunds  macht  nun  darauf  auf* 
merksam,  daß  gerade  diejenigen  Punkte,  welche  Lukas  vor  ando'n  Evan- 
gelisten eigentümlich  sind  und,  wie  jetxt  von  den  Kritikern  ztigestanden 
wird  .  fast  alle  Erdiehtungen  sind  —  z.  B. :  Die  Theorie  vcm  einer  geistigen 
Kraft,  die  die  Mutter  « iibersciiattet« ;  die  Vision  der  Freude  der  Inrnmlischen 
Heerscharen  durch  einen  Eremiten  (die  Hirten  bei  Lukas);  der  Lobgesang 
der  Engel;  die  VV^eissagung  über  die  Laufbahn  des  Heilands  durch  einen 
bejahrten  Eremiten,  der  auf  seine  Ankunft  geharrt  hat  — ,  wichtige  Bestand- 
teile der  buddhistischen  Legende  sind  und  dort  in  derselben  Reihenfolge 
wie  im  Lukas  auftreten.  In  dem  Lobgesang  der  Engel  bei  Lukas  findet  er 
sogar  eine  teilweise  wörtiicbe  Übereinstimmung  mit  don  entsprecbendeD 
buddbbtischen  Texte  S.  47.    Daß  die  Ausdrueksweise  beider  Texte  sum 


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B&cherscbaQ. 


301 


niindt'.stf'n  älinlicli  ist,  iiinP  zug^^gebt^I^  wenien.  FMnuinds  glniibt  nicht  an 
eine  iliit'kte  Entlehnung,  liait  es  al>er  fui*  mehr  alü  einen  bloßen  Zufall,  <1r^ 
der  b^dniaehe  Evangelist,  der,  wie  erwähnl,  allein  die  meisteo  dieser  Gfr> 
sddchten  ercihlt,  einige  der  bemerkenswerteaten  Enihlungen  dw  Imddbi- 
atüBcheo  Li^eode  berObrt  haben  sollte. 

Edmunds  gebt  nicht  so  weit  wie  S^el»  der  eine  Betinflussong  des 
ganzen  ChristenttiDiS  durch  den  Buddhismus  annahm,  sondern  glaubt«  daß 
der  Einfluß  sich  nur  auf  Lukas,  vielleicht  auch  auf  .lohannes  erstrecke, 
während  der  spätere  Buddhismus,  wie  Beai  behauptet  hat,  vom  Christen- 
tum bePtnflußt  sein  kann. 

Au»  Schlüsse  der  historischen  Kiiileitutifi  <X\hl  dfv  X'fifiis.ser  auf  Ö.  49 
bis  02  eine  interessante  Verj^U'ichung  dei*  beiden  Hdi^ioru'u  und  ihrer 
Stifter,  zum  Teil  mit  Bezug  auf  Schopeidiauer,  und  hebt  in  klarer  Weise 
die  VerachledeDbeit^  und  Abnlidikeiten  derselben  hervor.  (Vgl.  Wochen- 
schrift f&r  klassische  PhUologie  1907,  Nr.  25.) 

R.  Lanob. 

Japanese  Conversation-Grammar,  with  numerous  rendtnpr  les- 
sons and  dialogues,  by  Hermann  Plaut.    1U05.    Julius  Groos, 

H  e  i  d  e  1  h  e  r 

This  neat  little  blue  book  of  4(M)  pa^cs  is  designed  to  help  Kn^lish- 
s jie.-ikiii«:  studeriLs  to  a  thorough  knowlt'd^r  of  collo([uial  .bi paiicse.  The 
grauHiiatical  exposition  dues  not  differ  muterially  from  that  in  Prüf.  Dr. 
Langels  '*  Lehrbuch, "  though  it  is  quite  differently  arranged.  The  specimens 
of  colloquial  style  are  entirely  new. 

ExcqitiDg  the  sentences  used  to  illustrate  the  grammatical  exposition 
and  the  sprightly  dialogues  appended  to  each  of  the  forty-two  lessons,  the 
colloquial  material  consists  of  continuous  narratives  and  descriptions*  The 
style  is  irreproachable,  and  the  vocabulary  is  well  chosen,  Conlraste«!  \s  'i\h 
these  delightful  selections  the  short,  disconnected  sentences  of  the  older 
book  i)i  e pared  by  Prof.  Dr.  Lange  ajipear  at  a  disad\  antage.  But  considered 
irom  a  pedagogical  point  of  view  the  new  book  is  weak. 

The  author  seems  to  have  in  mind  the  typical  German  student  of 
modern  languages,  who  has  had  considerable  experience  in  linguistic  work  and 
needs  very  little  assistance  in  mastering  the  grammar  of  a  strange  tongue.  But 
En^ishmen  are  as  a  rule  very  slow  to  learn  foreign  languages.  This,  by 
the  way,  is  one  great  reason  for  the  wide  diffusion  of  their  own  language. 
One  who  would  write  a  grammar  for  English-speaking  people  must  keep 
this  lact  in  mind  and  observe  pedagogiGal  principle  The  book  before  us 
does  well  ia  teachin<;  tlie  inflections  of  the  verb  and  the  adjective  at  the 
start;  but  its  method  is  too  summaty,  and  the  exercises  are  not  properly 

adapted  to  the  grannnatical  exposition. 

This  is  not  tiie  place  to  criticize  the  author's  use  of  tlte  English.  In 
more  or  less  literal  trauslatioiiis  from  the  .lapanese  it  i.s  ui'  course  unreasou- 
al»I*»  to  expect  of  any  one  a  perfect  English  style;  but  this  consideration 

Mitt.  d.  Sen.  L  OrieoU  Simehen.  1907.  I  Abt.  21 


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302 


BfldMradiuL 


by  no  means  Jiistities  all  the  mistakes  in  the  book.  Happily  the  author's 
Japanese  far  surpasses  his  English. 

It  is  gratifying  to  the  writer  of  this  review  to  observe  that  the  author 
has  adopted  the  terms  "  numeratiTe  "  and  '«subordtnatiTe." 

Omittiqg  obvioua  typographU^  errors  1  venture  to  suggest  the  foUow^ 
ing  eorreetions: — 

Page  6,  the  word  hUo  unmodified  is  always  more  or  less  indefiolle 
and  may  not  he.  translated  **  the  man;"  p.  39,  the  author's  rule  would  require 
the  form  mi'beki,  whereas  miru-htki  is  proper;  p.  76,  in  the  pnnfligrn  of 
the  verli  tlie  future  form  lahr-nakaro,  which  rarely  oecurs.  sliuuld  luit  dis- 
place the  much  more  usual  tabc-mai ',  ji.  94»  the  o  in  YompjM  is  long;  p.  1 18, 
the  rule  (99)  was  formulated  too  hastily — the  expressions  aru  koto  toa  aru 
and  nai  koto  ira  nai  are  nut  parallel;  p.  135,  kfxiomo  ni  shite  va  is  to  be 
rendered  for  a  child,"  nut  "as  for  a  child;"  p.  221  it  is  fanciful  to  find 
am  in  the  passive  termination*  as  comp«rison  with  the  causative  terminntion 
will  show;,  p. 283,  n>  made  is  not  used  **only  locally;"  p. 296,  the  as  in 
j^yo  M  is  quite  different  irom  the  m  "at  the  head  of  n  sentence." 

Cbbistofbsr  Noss. 


Bctlla,  gcitoskt  is  der  Bciehadnekezai, 


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Mitteilungen  des  Seminars 
für  Orientalische  Sprachen 

an  der  Königlichen 
Friedrich-Wilhelms-Universität 

zu  Berlin 


Herausgegeben  von  dem  Direktor 

Prof.  Dr.  Eduard  Sachau 

Otk.  OlMr-R*glaiiiig«nt 


JAHRGANG  X 

ZWEITE  ABTEILUNG:  WESTASIATISCHE  STUDIEN 


Berlin  1907 
Kommissionsverlag  von  Georg  Reimer 


^uj ui.uo  uy  Google 


Geschäftliche  Mitteilung. 


1.  Der  Preis  jedes  Jahrgaiigti«  der  »Mitteiluugeu«  (besteiiend 
aus  drei  Abteilungen:  1.  »Ostasiatische  Studien«,  2.  »West- 
asiatische  Studien«,  3.  »Afinkaniscbe  Studien«)  betiSgt  15, 
der  PxeiB  der  einzelnen  Abteilung  6  Mai^. 

2.  Die  'Mitteilungen«  biud  durch  alle  Buchhandlungen  des  In- 
und  Auslandes  zu  beziehen. 

3.  Die  für  die  «Mitteilungen«  bestimmten  Zuschriften,  welche  in 
deutscher,  franzosiscbw,  englischer  oder  italienischer  Sprache 
abgefaßt  sein  können,  wolle  man  an  die  Seminardirektion, 
Berlin  NW  7,  Dorotheenstr.  6,  oder  an  die  einzelnen  Redak- 
teure adressieren. 


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I 


Mitteilungen  des  Seminars 
f  Ur  Orientalische  Sprachen 

an  der  Königlichen 
Friedrich-Wilhelms-Universität 

zu  Berlin 


Herausgegeben  von  dem  Direktor 

Prof.  Dr.  Eduard  Sachau 


JAHRGANG  X 

ZWEITE  ABTEILUNG:  WESTASIATISCHE  STUDIEN 


Berlin  1907 
KonniBSioiwverlag  von  Ceorg  Reimer 


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Mitteilungen 

des  Seminars  für  Orientalische  Sprachen  zu  Beriin 

Zweite  Abteilung 


Westasiatische 
Studien 

Redigiert  von 
Prof.  Dr.  K.  Foy  und  Prof.  Dr.  P.  Schwarz 


Berlin 

Koinmis$ionsverl«^  von  Oeorg  Reimer 


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Inhalt. 


Seite 

Sewiuarchrouik  fQr  die  TSeit  vom  Oktober  1901)  bis  August  1907    I 

Ans  den  BIMiotliekcn  von  Kairo,  D.inin<ikn«i  und  Ronataiitinopel.  (Arabische 

Handichriftcn  geschiclillicheii  Iidialts.)    Von  .)  om<>  f  Hornvitz   1 

VoQ   deti   rechtlichen   Verliältniüseu   der  Christen   im  8ai>auidenroidi.  Von 

Eduard  S«eh«ii  60 

Dn  OemijM^te  Handelaigericlit  in  der  Tfliteu  Unter  bcsondersr  Bertcksiditi* 

gang  des  Genilschten  Handelsgerichts  in  Konstantinopd.  Ein  ^tStng  vam 
Kapitnlationenrecht  von  Dr.  Theodor  Weber,   ..*..»•••  96 

Strofe  e  hrev\  testi  amarici.   Per  Ignaaio  Gnidi.   .   .   *  167 

Proben  aus  aiubariichem  Volksramide.   Mitgeteilt  vou  Engen  Mittwoch   .  1B5 

Bibliograplueehe  Anselgeii: 

Hlatoire  de  TAfrique  et  de  rEspagne  intitulee  al-bayano  l-ningrib  traduito 
et  annotee  par  E.  Fagiian.  Tome  II.  Alger,  Imprimeric  Orientale  Pierre 
Foütana,  19i»4.     (Gouvernement  ^neral  de  l'Algerie.)     Besprochen  von 

Paul  Schwärt  242 

PublicaiMiis  de  l*Eoole  dea  Lettres  d*Algw.  Bolletln  de  Corres|K>udanee 
Afrieainai  Tome  XXDt.  —  L'eiabllasemeiit  dea  Dyuaatiea  dea  ChenTa  an 
Maroc  et  leor  rivalitc  avec  les  Turcs  de  la  Regeiuc  d'AIgcr  (1509—1830) 
par  Auguste  Cour,  ancien  professeur  d'arahf  au  coIIi  jl;»^  dr  Medea  et  repe- 
titeiir  au  iycee  d* Alger.  Paris,  Elmest  Leroux  19(H.   Besprochen  von  Paul 

Schwan  282 

Blhard  Wiadaoann:  1.  Beitrige  inr  Qeadiidite  dar  Natnrwiaaenachaften. 
VIL  über  aiabiadia  Anaaflge  ana  dar  Schrift  daa  Arehimedaa  Aber  die 
schwimmenden  K0qMr.  VIIL  über  Bestimmung  der  speziB»  f  n  Gewichte. 
IX-  Zu  der  Astronomie  hei  d^n  Arabern  (S.A.  —  S.  !5"i — 194  der  »Sitzungs- 
berichte der  ph^-8ikalisch-u)edi£inischen  Sozietät  in  Erlangen»,  Jahrg.  .'j8,  1906). 
—  2.  Ihn  aUUaitam,  ein  arabischer  Gelehrter  (S.A.  =  S.  I4ä — 178  der 
•Feataehrift  lOr  J.  Roaenthal««  Laipxig  1906).  —  8.  Zur  Phyaik  bei  den 
Arabern  (S.  A.  aus  dem  .Jahrbuch  fQr  Photographie  und  Heproduktions- 
technik  fur  das  Jahr  1906«,  Halle).    Besprochen  von  Friedrich  Kern     .  290 

Nachtrag  zu  Jahrgang  IX  Abt.  II  S.  74  — 110.  (Eine  alte  Liste  arabischer 
W  erke  zur  beschichte  Spaniens  und  Nordvvestarrikas )  Von  Dr.  G.  Kaniplf- 
mejer  296 

Dan  Andenken  Karl  Foya.  Von  Martin  Hertmann  299 


llitt.d.8cn.C0itni.8teMlic»  iWt.  HJAt 


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I 


Seminarctironik  für  die  Zeit  vom  Oktober  1906 

bis  August  1907. 


Das  Seminar  »Uüte: 

<i)  im  Wintersemester  1906/07;  3U  Mitglieder  —  darunter 
10  Post-  und  10  Eisenbabnbeainte  als  Mitglieder  des  KuEBUS 
behufs  Ausbildung  im  praktischen  Gebrauch  der  rusai- 
sclien  Sprache  —  und  19  Hospitanten  und  Hospitantinnen. 
Geaamtzahi  der  Seminarbesueher:  330  Personen. 

b)  im  Sommersemester  1907:  197  liü%lieder  —  darunter  6  Post- 
und  7  Eisenbalinbeamte  als  Mitglieder  des  Kursus  behufs  Aus^ 
bildung  im  praktischen  Gebrauch  der  russischen  Sprache 
und  5  Hospitanten  und  Hospitantinnen.    Gesamtzahl  der 
Seminafbesucher:  202  Personen. 
Der  Lehrkörper  bestand: 

a)  im  Wintersemester  1906/07  aus  27  Lehrern  und  12  Lektoren. 

Zu  Beginn  des  Wintersemesters  wurde  der  bisherige 
Hilfslehrer  des  Russischen,  Herr  Dr.  A.  Palme,  zum  etats- 
mifiigcn  Lehr^  dieser  Sprache  am  Seminar  ernannt.  Anfang 
Februar  1907  trat  Herr  Wang  Ching  Doo  aus  Schanghai 
als  Lektor  f&r  den  chinesischen  Dialekt  von  Shanghai  in 
den  Ijehrkör[)cr  des  Seminars.  Mit  Ende  des  SemcHters 
schieden  der  Hilfslehrer  des  Russischen,  Herr  P.  Klent se, 
sowie  die  beiden  Suaheli -Lehrgehilfen,  Suedi  bin  Far - 
jallah  und  Tabu  bin  Uledi,  aus  dem  Dienste  des  Seminars; 
letztere  kehrten  in  ihre  Heimat  Bagamoyo  in  Deutsch -Ost- 
alrika  zurQck. 

Am  25.  M&ns  1907  verstarb  nach  kurzem  Leiden  der 
Lehrer  des  TOrkischen  am  Seminar,  Professor  Dr.  K.  Foy. 
Er  hatte  dem  Lehrköq)cr  seit  dem  Herbst  1890  angehört. 
Dem  Lehrer  des  Suaheli,  Herrn  Professor  Dr.  Velten, 
wurde  der  Rote  Adlerorden  IV.  Klasse  und  den  beiden 
chinesisehen  Dosentm,  Herrn  Hsfteh  Shen  und  Horn 
Yao  Pao  Ming,  der  Kronenorden  IV.  Klasse  verliehen. 


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b)  im  Sommersemester  1907  aus  2G  Lelirem  und  12  Lektoren. 
Mit  Anfang  des  Semesters  vniide  der  diplomierte  Schüler 
der  tQrkiscLen  Klasse,  Herr  cand.  jur.  Kurt  Kamke,  ver- 
tretuogswetse  mit  der  Abhaltung  türkischen  Unterrichts  und 
der  Verwaltung  der  Geschäfte  der  vakanten  tArkischen 
Lehrerstelle  beauftragt.  Gleichzeitig  traten  an  Stelle  der 
in  ihre  Heimat  xurückgekehrten  Suaheli'Lehigehilfen  Suedi 
und  Tabu  die  neuen  Lehi^gehtlfen  Saleh  bin  Omar  und 
Makinjo  Makanyaga  aus  Tanga  in  den  Dienst  des 
Seminars.  An  Stelle  des  frühem  Hilfslehrers  des  Russi- 
schen, Herrn  Klentze,  trat  Herr  Baron  Rein  hold  von 
der  Osten 'Sacken  in  den  Lehrkörper.  Am  Schlüsse  des 
Semesters  schieden  der  Iichrer  des  Arabischen,  Herr  Pro- 
fessor Dr.  Paul  Schwärs,  und  der  Lektor  des  Amhari- 
sehen,  Herr  Aleka  Taje«  aus  dem  F^hrkörper  des  Semi- 
nars aus.  Letzterer  kehrte  in  seine  Heimat  Abessinien 
zurück. 

Der  Seminarunterricht  erstreckte  nch: 

a)  im  Wintersemester  1906/07 

auf  18  Sprachen: 
Cliincsisc-h ,  Ja[)aiiiscl) ,  Aiahiscli  (Syrisch,  Ägyptisch,  Ma- 
rokkanisch), Amharisch,  Äthiopisch,  Persiscli,  Türkisch, 
Suaheh,  Guzerati,  Hindustani,  Haussa,  Fulbe,  Bantu -Laut- 
lehre, Englisch,  Französisch,  Neugriechisch,  Rumänisch, 
Russisch  und  Spanisch 

und  (»  Realienfächer: 
wissens<^haftlichp  Boobachtungeii  auf  Reisen,  Tropenhygiene, 
tropische  Nutzpflanzen,  Landeskunde  von  Deutsch -Ost- 
afrika, Landeskunde  der  deutschen  west^frikanischcn  Ko- 
lonien sowie  Kolonial-  und  Konsularrecht,  Britisches  Welt- 
reich. 

0)  im  Sommersemester  1907 

auf  21  Sprachen; 

Chinesisch,  Japanisch,  Arabisch  (Syrisch,  Ägyptisch,  31a- 
rokkanisch),  Aniliorisch,  Äthiopisch,  Persisch,  Türkisch. 
Suaheli,  Guzerali,  Hindustani,  Haussa,  Fulbe,  Ewe,  Nania, 
Herero,  En<:::!isch,  Französisch,  Neugriechisch,  Kumaaiscb, 
Russisch  und  Spanisoli 

und  G  Realienfaidjer: 
wissenschaftliche  Beobachtungen  auf  Reisen,  Tropenhygiene, 
tropische  Nutzpflanzen,  Landeskunde  von  Deutsch «Ost- 


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Ul 


afrika,  Landeskunde  der  deutsclien  westafrikanischen  Ko- 
lonien, Deutscbe  Kolonien,  wirtsebaftlicbe  Geschichte  Nord* 
ameiikM. 

Der  Unterricht  wnrde  erteilt: 

a)  im  Wintersemester  1906/07  zwischen  8  Uhr  morgens  und 
S  Uhr  abends. 

6)  im  Sommersemester  1907  swischen  7  Uhr  morgens  und 
S  Uhr  iibends. 

Ferienkurse  fanden  während  der  Herbatfeiien  1906  vom  15.  Sep- 
tembff  Ins  14.  Oktob«  und  iHlhrend  der  Oster  Perien  1907  vom 
15. 3IärK  bis  znm  14.  April  statt. 

Zu  außertttatutenmäßigen  Terminen  im  Marz  1907  sowie  sum 
statutenmäßigen  Termin  im  Sommer  1907  brachten  die  nachstehend 
verzeichneten  MitgUeder  des  Seminars  durch  Ahlegung  der  Diplom- 
prüfung vor  der  KönigUchcn  Diplom- Prüfungskommission  ihre 
iieniinarstudien  zum  yorschriftsmäßigcn  Abschluß: 

1.  Franz  Schmidt,  Referendar,  im  Arabisch-Marokkanischen; 

2.  Wilhelm  Lange,  cand.  jur.,  im  Persischen; 

3.  Hein/  Buchen  thaler,  Oberleutnant,  im  Chinesischen; 

4.  Hans  Taubert,  Oberleutnant,  im  Chinesischen; 

5.  Wilhelm  Hesse,  stud,  jur.,  im  Chinesischen; 
G.  Artur  Hösel,  stud.  jur.,  im  Chinesischen; 

7.  Egon  Krukow,  stud.  jur.,  im  Chinesischen; 

8.  Walter  Strzoda,  stud.  jur.,  im  Chinesischen; 

9.  August  Bali^cr,  stud.  jur.,  im  Cbinesisohen; 

10.  Gottfried  Dehio,  stud.  jur.,  im  Chinesischen; 

11.  Eugen  Neumann,  stud. jur.,  im  Chinesischen; 
]'2.  Hans  Hülsen,  stud.  jur.,  im  Chinesischen: 

13.  Erich  von  Wurmb,  stud.  jur.,  im  Chinesischen; 

14.  Erwin  Stroetzel,  Referendar,  im  Chinesischen; 

15.  Kurt  Berger,  stud.  jur.,  im  Japanischen: 

IG.  Viktor  Riesenfeld,  stnd.  jur.,  im  Japanischen; 

17.  Jakub  WoH'fHohn,  stud.  jnr.,  im  Japanischen; 

18.  Walter  Dirks,  «tud.jur.,  im  ,Tri]i:i!n^<'l)*Mi ; 

19.  Ernst  Gierlich,  stud.  jiir..  uu  Japauibciien; 

20.  Paul  Prieß,  stud.  jur.,  im  Arabisch -Ägyptischen: 

21.  Ilt'rhcrt  Diel,  stud.  jur.,  im  Arabisch -Marokkanischen: 

22.  /Vlfred  I>(Mindt,  stud. jur.,  im  Aralnsch-Marokkanischcn : 

23.  Joliannes  Haake,  stud.jur.,  im  Arabisch-MarolLkanischcn: 

24.  Ueinhuld  Üertelt,  stud.jur.,  im  Arabisch-Marokkanischen; 


IV 


25.  Gerhard  Guertler,  stud,  jur.,  im  Türkischen; 

26.  Kurt  Zit'inket  stud,  jur.,  im  Türkischen; 

27.  Paul  Kutzner«  Mittelschullelirer,  im  Russischen; 

28.  Frani  Lencer,  £ichmeister,  im  Russischen. 

Soweit  vom  Seminar  aus  festgestellt  weiden  konnte,  lialn^n  die 
nachstehend  aufgeführtem  MitgHeder  des  Seminars  während  der  Zeit 
vom  August  1906  bis  dahin  1907  in  yerschiedenoi  Ländern  Asiens 
und  Afrikas  Amt  und  Stellung  gefunden: 

1.  Karl  Steinführer,  Referendar,  aus  Mecklenburg- Streiitz, 
als  Dolmetscher^eve  bei  der  KaiserUchen  Gresandtschaft  in 
Tanger; 

2.  Martin  Fischer,  Referendar,  aus  Anlialt,  desgl.  in  Peking; 

3.  Kurt  Schcffler,  Referendar,  aus  Berlin,  desgl.  in  Kon- 
stantinopel; 

4.  Eugen  Lohr,  Assessor,  aus  Provinz  Sachsen,  als  höherer 
Beamter  bei  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch- 

Ostafrika: 

5.  Eugen  Dinkelacker,  Assessor,  aus  Württemberg,  desgL; 
<S.  Wilhelm  Lorch,  Oberleutnant,  aus  Bayern,  als  Offizier 

der  Schut/truppe  in  Deutsch -Siidwestafrika; 

7.  Cäsar  Wegelin,  Oberleutnant  aus  Bayern,  desgl.  in 
Kamerun ; 

8.  Gustav  Cunow,  Oberleutnant,  aus  Bayern,  als  OlBzier 

bei  der  Grenxr^ulierungskommission  in  Kamerun: 

9.  Kurt  von  Stegmann  und  Stein,  Oberleutnant,  aus 
Schlesien^  als  Offizier  der  Sclmtztruppe  in  Deutsch- Ost- 
afrika:  , 

10.  Wilhelm  Bock  von  Wülfingen^  Leutnant,  aus  Han- 
nover, desgl.; 

11.  Burkhard  Rabe  von  Pappenheim,  Leutnant^  aus  Hessen- 
Nassau,  (lesi;!.; 

12.  Ftaaz  Reuter,  Leutnant,  aus  Westfalen,  desgl.  in  Ka> 

merun ; 

13.  Karl  Lessel,  Lentnant,  aus  Königreich  Sachsen,  desijl.: 

14.  Krich  Schiller.  Kolm  i  ialeleve,  aus  Westlaien,  als  Kolonial- 
eleve bei  dem  Kaiscriicheu  Gouveruement  von  Deutsch- 
Ostafrika: 

15.  Fritz  Weidner,  Kolonialeleve,  aus  Hamburg,  de^l.; 

16.  Josef  Bauer,  Kolonialeleve,  aus  Bavern,  desgl.; 

17.  Albert  Hager,  Kolouiaieieve,  aus  Königreich  Sachsen, 
desgl. ; 


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18.  (i  <>  1 1  f  r  i  e  (1  H  a  u  xi ,  Koloaialelevc ,  aus  Hessen  •  Nassau, 
desgl.; 

19.  Oskar  Kars  ted      Dr.  jur.,  Kolonialeleve,  aus  Berlin, 

(los^l. : 

20.  Moritz  Kurz,  Kolonialfleve ,  aus  Württemberg,  desgl.; 

21.  Gustav  Lauft",  Kolonialeleve,  aus  Württemberg,  desgl.: 

22.  Karl  Orth,  Kolonialeleve,  aus  Hessen- Na^^suu,  desgl.; 

23.  Rudolf  Häuser,  Verkehrspraktikant,  aus  dem  Elsaß,  als 
Beamter  bei  dem  Kaiserlichen  Gouveruement  von  Deutsch- 
Ostafrika; 

24.  Justus  Mathis,  Verkehrspraktikant,  aus  Lothringen, 
desgl.; 

25.  Franz  HiHer,  Landmesser,  aus  Herliu,  desgl.; 

26.  Ludwig  Schoen,  Polizeibureaudiätar,  aus  der  Rhein- 
piovius,  desgL; 

27.  Georg  Hesse,  Finanzaspirant,  aus  dem  Großherzogtum 
Hessen,  desgl.; 

28.  Rudolf  Regner,  Balinadjunkt,  aus  Bayern,  desgl.; 

29.  Max  Scbarlau,  Schichtmeister,  aus  Brandenburg,  desgl.; 

30.  Max  Spennemann,  Forstbeamter^  aus  Berlin,  als  Forst" 
beamter  bei  dem  Kaiserlichen  Goavemement  von  Deutsch- 
OsUfrika; 

31.  Felix  Jahn,  Forstbcamter,  aus  Ostpreußen,  desgl.; 

32.  Bernhard  Krumm,  Lehrer,  aus  dem  Rheinland,  als  Lehrer 
an  einer  Regterungssehule  in  Deutsch -Ostafrika; 

33.  Ernst  Rottner,  Postdirektor,  aus  Baden,  als  Vorsteher 
des  Kaiseriichen  Postamts  in  Eonstantinopel; 

34.  Wilhelm  Rothe,  Postdirektor,  aus  Hannover,  desgl.  in 
Daressalam; 

35.  Pan  1  fi  u  rth  al ,  Telegmphenaasistent,  aus{Conigreich  Sachsen, 
'als  Postbeamter  in  Deutsch- Ostafrika; 

36.  Kurt  Menge,  Postassistent,  aus  Pommern,  desgl.; 

37.  Frits  Waßmath,  Postassistent,  aus  Hessen -Nassau, 
desgL; 

38.  Georg  Krueger,  Missionar,  aus  Hannover,  als  Missionar 
in  Südchina; 

39.  Esnst  Eichboff,  Missionskaodidat,  aus  Hessen- Nassau, 
de^l.  in  'Deutsch-S&dwestafrika; 

40.  Gustav  Becker,  Missionskandidat^  aus  der  Rheinprovinz, 
desgL; 

4L  Christian  Kühhirt,  Missionskandidat,  aus  Sachsen- 
Meiningen,  desgl. 


Von  den  vom  Seminar  lipraiisf^O|n^ebenen  Publikationen  ist 

im  Dezember  190G  Band  X\  der  'Lehrbücher  dos  rSeini- 
nais:  Misch  lieh,  Wörterbuch  dor  Haussaspraohe«  (*r^ 
schienen,  während  von  dem  »Archiv  für  das  Studium 
deutscher  Kolonialsprachen*  Band  V:  Costantini.  Lehr- 
buch der  nenpommerschen  Sprache,  und  Band  VI:  Hi'ndlc, 
die  Sprache  der  Wapogoro,  in  dt'n  nächsten  Tagen  zur 
Ausgabe  geUingen  werden. 


Der  Direktor, 
Geheimer  Ober-Rcgierungsrat 

Sachau. 


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Ans  den  Bibliofheken  yon  Kairo,  Damaskus  und 

Konstantinopel 

(Aiabische  Handschriflen  geschichtlichen  Inhalts.) 

Von  JOSIF  HOEOTITZ. 


Während  eines  Aufenthaltes  in  Äp^ypten,  Syrien  und  der  europäischen 
Türkei  habe  ich  im  Auftrags  ties  Principe  Leine  Caetani  di  Teano  die  in 
den  Bibliotheken  von  Kairo,  Damaskus  uiul  Konstantinoj)el  aufbewahrten 
arabischen  Handschriften  untersucht,  welche  für  die  (ieschichte  namentUcli 
des  ilteren  Islam  als  Quellen  in  Betracht  kommen  können.  Neben  den 
gesdttchtUcben  waren  es  auch  vor  allem  noch  biographische  Werke»  auf 
wdche  ich  mein  Augenmerk  riditete.  Was  die  von  mir  antersnchten 
Schriften  an  unbekanntem  Material  enthalten,  soll  sjAter  in  den  •  Annali 
dell'  Islam«  Terwertet  werden.  Schon  jetst  aber  ▼eroffentliche  icli  eine 
kone  tlberaicht  dieser  Kandschtiften«  welche,  wie  ich  hoffe ,  die  Fach- 
fienossen  auf  manches  unbekannt  oder  unbeachtet  gebliebene  Werk  auf- 
inf'rk'jfjtji  machen  wird.  Wenn  ich  so  die  Kristenz  mancher  fiir  ver- 
l^n^n  £;i'liaU«'i)»'r,  wertvoller  Wei'ke  nachweisen  kann,  so  muß  icli  in  anderen 
Hlle/i  lariggeiiegte  HolTnuuf^cn  zerstören.  Nauicntlich  die  l\.onstantiiu)[teler 
KaUiiuge  haben  duich  allzu  kurze  udav  gänzlich  unrichtige  Angaben  Er- 
wirtnngen  her\'orgerufeu ,  welche  eine  Untersuchung  der  Handschriften  als 
lAbcgrOttdet  erweist. 

Die  Angaben,  die  ieh  fiber  die  Handscliriften  mache,  sind  an  Aus- 
fiUirlichk<»t  sehr  verschieden.  Bei  den  Handschriften  der  Kairoer  Khedi« 
?islbibliothek  habe  ich  mich  mit  RQcksicht  auf  den  gedruckten  Katalog 
meist  kurz  fassen  können.  Andererseits  hatte  ich,  da  ich  in  Kairo  irin^'ere 
Zeit  bleiben  konnte,  auch  wiederum  die  Möglichkeit,  einige  dieser  Hand- 
schriften ^enan  diirchzuarhpiten  und  eine  aiisfTihrlichere  Analyse  zu  gehen. 
Außer  dei-  Kiiedivialbihliollick  konnte  ieh  aucli  einige  Handschriften  der 
gut  gt'ordneten  Azhai-Bibliuthek  einsehen  .  von  welclier  —  wie  es  heißt  — 
dn  Katalog  für  den  Druck  vorbereitet  wird.  In  Damaskus  sind  die  früher 
in  den  verschiedenen  Moscheen  aufbewahrten  Bibliotheken  bekanntlich  zu 
einer  Sffe&tliebeD ,  allgemein  zugänglichen  Sammlung  vereinigt  worden ,  von 
der  ein  siemlich  ungenaues  Verzeichnis  im  Jahre  1299  H.  erschienen  ist. 
Xsmentlich  die  in  den  •  Sammeifainden«  (ma^^ml*)  titsammengefaßteii  kleinen 
tJdmften  sind  unvollständig  au^esahlt   In  seinem  Bucli  «IJssäin  ai-kutub 

liltd.8cMi£Oiicii*.SpiMlien.  1907.  ILAbl.  1 


2     Hosovm:  Ana  den  BiblioUieken  von  Kairo,  Oaroaakiu  und  Konstantinopel. 

fi  Diimiiq-  (Kairo  1902)  hat  l^abib  az-Zi^jit  die  Löcken  des  Katalc^  atis- 
gefHUt  und  ein  voUstftndiges  und  suveriisaiges  Veneicbnia  der  nur  hand- 
schriftlich erhaltcneii  Werke  geliefert.  Auch  sonst  enthält  di<^e  sorgfältig  ge- 
arbeitete Schrift  allerlei  nützliche  Angaben  Ober  die  Damaszener  Bihliutheken. 
Von  den  nicht  melir  zahlreichen  Privatbihliotlieken  in  I>amnskus  konnte  ich 
die  wertvollste  öfteis  l)esiiclieM;  an  sonst  un!ifk;mtiten  Werken  geschicht- 
liclien  Inhalts  enthält  sie  wenig.  Dagegen  finden  sich  in  <ler  öfTentliclien 
Hililiothek  uuße«  Ihn  'Asäkirs  berühnitcj-  Ucschicht«;  von  Damaskus  eiiu- 
Anzahl  unbeachtet  gebliebener  Monographien  geringen  Umfangs,  die  mau- 
dmiei  Wortvolles  endMÜten.  Auch  in  Jertualem  habe  ieh  die  »ysli- 
duje«,  von  der  unter  dem  Titel  «Bandinta^  aUmaktaba  al-||i]id\üa«  im 
Jahre  1318  (1900)  ein  Katalog  erschienen  ist,  besucht,  aber  nur  ein  sonst 
unbekanntes  Werk  gefunden;  in  den  Privatbibliotheken  kein  einxiges.  In 
Konstantinopei  konnte  ich  durch  das  liebenswQrdige  Elntgegenkoinnien  des 
Herrn  Legntionsrats  Dr.  Gies  Zutritt  zu  den  sonst  schwer  zugänglichen 
Büjliütheken  erlangen.  Ihm  sowie  den  Herren  Memdouh-Bey,  Kwrak 
müdir  im  Mearif  naz.Tri  t  imd  Miinir-Bey,  Bahnhofszensor,  gestatte  ich  mir 
auch  an  dieser  Stelle  meinen  herzlichen  Dank  auszusprechen.  Da  die  Zeit 
meinem  Aulenthaltes  in  Koui>taiitinopel  nni-  knrz  bemessen  war,  .sg  könnt'- 
ich  nicht  alle  HibUotheken  besuclien  und  inul3te  mich  auf  das  mir  am  wioli- 
tigsten  erschdnende  beschriüiken;  ich  hofi'e  meinen  Bericiit  später  nach 
dieser  S^te  hin  ergänzen  au  können. 

In  meiner  Übersieht  habe  ich  im  altgemdnen  nur  solche  Werke  be- 
radksiehtigt,  welche  sich  in  europlischen  Bibliotheken  Oberhaupt  nicht  oder 
nur  fimgmen tarisch  finden.  Die  Angabeji  d«^  Kataloge  habe  ich,  wo  es 
nötig  war,  bericlitigt  und  namentlich  bei  den  großen  Chroniken  und  bio* 
grapliischen  Sammlungen,  von  welchen  einzelne  Teile  in  vielen  Bibliotheken 
zerstreut  vorhanden  sind,  eine  Zusammenstellung  der  mir  a»is  den  euro- 
päischen Katalogen  bekannt  gewordenen  Teile  gemacht,  welche  einen  llber- 
blick  über  den  erhaltenen  Bestand  gewährt. 

i  Allgemeine  Gesohiehte  des  klam. 

1.  dirawaih  Ibn  SahridSr  (gest  509),  Kitab  rijSd  aUuns  li- 
'uqalt  al-ins.  Kairo,  Tarit)  48  (Kat.  V,  64). 

Unser  Buch  beginnt  Fol.  23  der  Handschrift  und  endet  Fol.  86. 
Fol.  23^  heißt  es  nach  einer  frommen  EUnleitung: 

c 

*J\ j^j  <^^j  i>^^ j\  ««.l^lj  *L1juj  «Jsi^J  •»u-JJ 

«iüi        Ji\  ^  4aJ  •Ji^\^  <>^J  *t5^ 


HauoviTZ:  Auä  cieii  Bibliotheken  von  Kairo,  Damaskus  und  KooataaUnopel.  3 

23*  imten:  ^|  J)  Ä_J  j^s»'^,  mit  einem  kageo  lanld  bis 
auf  Said  Ibn  al-MusaJjab  von  Ibn  *Abbi8. 

25'  jJu         J\  ühr'i  Ji,  dann  <\^\  /i, 

dann  ./waT 

w'JMm^        nacb  'Ali. 

•  28»  ^\  t3yi*l  darunter  »A-»- /,  28»  (immer 

mit  besonderen  Isnaden),  31»  ^^Lc,  33'  UoH  j  «-uj,  35'  35» 
Jfr  37'AiU-,  40V  C;U,  41' ^IfcU^j  .^ja^, 

41»44Jl  .jU-lj  AiUl,  43*  ^-U«il  J>* 

44»  /i. 

55' * Cpj  O 56'«itijJ\  ^  (d.  i.  der  Frauen,  die  *Ätik* 

bießeo)  uod  i^^l^l  ß  (d.  i.  derer,  die  Fätima  liieiien). 

37r  ^  I j^Ol-j»li  ebenda  ^  J|         i^J^\  *U5f  ^ 

fjji  nach  Ibn  *Abbis. 

^'  iir'^  J>i>«3L-'l  ^  j  ^Üi  ü;  ».^1  f  '^  und 

62'  Aäjj  Ji. 

» 

64»  ^*U»  ^  ^.^U 

09'  -0:^  eine  TradiUuu  des 

Abu  Uuraira. 


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4      HoRoviTz:  Aus  den  BibUothckeu  von  Kairo,  Damaskus  uiid  Konstaiitinopcl. 

70^         71'4,£rund  oVjl 

71'  jik^  Cr,  ö\>>  72'  4.t^^  oVjl  ß. 

72'  unten  72^  4»il5^und  oVji  Jl. 

73r  jJ-\,  73'*tS^and  oYjl 

73»  Je-  J-  jw-l  JlJj  und  ebenda  •j'Vjl 

74'  j  i!5^^  ^         0^  u;         »IJJ^  tendesxIdM 

Tradition,  wonach  der  Prophet  gesagt  hatte,  das  «Cbalifat«  werde  na/ck 
ihm  30  Jfthre  dauern,  dann  komme  der  •mulkm;  Salina  hieß  BahrSn  (nach 

Usdal-gälja  •Mihrau-),  seine  Kunja  war        ^\  j»L 

74*  ^}^J  fCl  J^i    \j^f  Genealogie;  Dauer  des  Chalifals, 

Todeadatum;  75*4»  er 

7r)f  .I.i/.id  Ihn  Mu'äwija.  seine  Mrjtter,  Huldigung,  Regierungsdauer» 
Tudesdatuüi ,  Leute,  die  iu)  i>elben  Jährt-  starben;  seine  Schreiber. 

7S'  Mu'Swija  Ihn  Jaxid ,  Genealogie ,  Regierungsdauer,  Todeadatum, 
.  Si^dinsehrift,  Schreiber. 

76*  Marwän  (immer  daasdbe  Schema:  Genealoge,  Regierongadauer 

usw.). 

75» 'Abdallah  Ihn  az-Zubair,  etwas  ausfuhrlicher. 

76' 'Abdalinahk  Ihn  Maruän;  7<>'  Al-Walid  Ihn 'Abd  al-Malik;  Sulai- 
niän  Ibn  'Abil  al-Malik;  77' 'Umar  Ihn 'Abdal'a/Iz;  Jazid  Ibu 'Abdalmalik; 
77'  HiSäm  Ibn  'Abdalmalik;  M -Walid  Ibn  'Abdalmalik;  Jazid  Ibn  al-VValidj 
78'  Ibrahim  Ibn  al -Walid;  Marwün  Ibn  Muhammad. 

7a»  ^Ul  ^  As-SafiTil^,  Mutter,  Daten  der  Ueburi,  der 

Huldigung  und  dea  Todes,  seine  Weaire,  Si^gelinachrift. 

78*  AUMansür;  79^^  Kurz«*  Bericht  des  'AbdarrazzKq  Ibn  Hammiro 
Ober  Man&iira  Befdil,  den  SttQSn  a^'-Ttiui  an  kreux^en;  seine  Weaire; 
'  .Tahjä  aUMaqSbiri's  Bericht  über  den  ^Innn,  der  den  Man.s{lr  cur  Gottes- 
furcht ermahnte  und  den  sein  Kammerdiener  töteo  wollte« 

7*J'  Mahdi,  seine  Wesire;  nnjjehlicher  Ausspruch  Mtihfimmads  über 
Saffnh,  Man>nr  und  Mnhdli  ^80')i  über  den  Traum,  der  Mahdi  an  die  Ver- 
gänghciikeit  gemahnte. 

80'  llädi;  80'  Raäid,  seine  Wesire,  Anekdoten  über  ein  Mädchen,  in 
das  er  sich  verliebt  hatte,  das  aber  sein  \'ater  schon  berührt  halte;  Verse 
des  Abül>'Atibya. 

81' Amin,  Mamün;  81*  aUMu*ta.sim;  82'  al-Wiliq;  Ober  Ibn  Ahl 
Duäd  uod  die  Inquisition  Ober  die  Lehre  vom  Geacbaffenadn  des  Koran. 

82»  ANMutawakkU;  Ja^js  Ibn  Aktam  über  die  Hinrichtung  dea  A^mad 
Ibn  Na^  al-Hu^l  (audi  bei  T^bari);  dann  ganz  kurz  die  folgenden  ClialiTen 


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HoBOViT?.:  Aus  den  Bibliotiicken  von  Kairo,  Dninaskns  und  Konst.intinopfll.  5 


von  al-Miintasir  (8.V)  bis  al -Mustazhir  (487 — 512)S:)V.  Das  Buch  enthält, 
vielleicht  mit  Ausnahme  einiger  Anekdoten  Ober  die  Abbassidea,  itaum  etwas 
Neues. 

1«.  Ibn  Maskawaih,  Ta^Erib  al  umam.  Konalantinopel  Aja  Sofia 
3116 — 3121.   Ihn  Maskawaiha  Ta^irib  al-umani,  von  welchem  de  Ooige 

in  den  riaginenta  historicorum  arabicoram  einen  Teil  herausf^egeben  hat, 
befindet  sich  vollständig  in  Knnstfintiiro|)el.  Kin  Kairoer  Buchhändler, 
Faragalläh  al  Kurdi  hat  den  Plan,  das  Werk  nach  der  Konstantinopeler 
Haodschrilt,  von  der  er  sich  eine  Abschrift  gemacht  hat.  herauszugeben. 
Ajn  Sofia  3116  »Teil  1»  t  iithält  nnch  t'inpm  \'()r\vort,  in  wp!rhein  dir 

WaW  des  Titels  ^Vl  begründet  wird,  zunächst  eiucu  ausftihrlichen 

Abschnitt  über  die  persischen  Könige  von       jS  bis  «um  leUtcn  Sassaniden 
Dann  wird  die  Geschichte  Muhammads,  Abii  Bakrs,  'Umars» 

'Utmlns  behandelt»  und  der  Band  endet  mitten  im  Bericht  Uber  den  Kampf 
zwischen  Mu'fiwija  und  Xli.  Der  Band  besteht  aus  337  Fol.,  die  Seite  au 
12  Zeilen.   Die  Schrift  —  alle  Bände  sind  von  deraelben  Hand  gescliriel>en 

—  ist      '  '  ^rl  r  deutlich,  aber  lesbar. 

i>117  »Teil  II-  setzt  die  Kr/.ählung  vom  Kampf  zwischen  Mu'äwija 
und  'Ali  fort  und  reicht  wüter  bis  zum  Jahre  103.  Dieser  Band  besteht 
aus  317  Fol. 

3118  ist  jetzt  nicht  zu  finden. 

3119  -Teil  enthalt  die  Geschichte  der  Jahre  191—283  auf 
337  Fol. 

3120  »Teil  V*  erzShlt  die  Geschichte  der  Jahre  284—326  auf 
844  FoL 

^  3121  .Tea  VU  erOhlt  den  Schluß  der  Ereignisse  von  326  i  ^ 
ßj  ftlA>  Jfr  DoT  ^)  und  reicht  bis  369.    Die  letzten  Worte  selae 

ich  her: 

i «Jy»   ^    (ÄJj-^i   JLd£^  <^_»  ^J^\  .  . 

cr*>  ^yi         j  Jtj*         (y^^         ü^^J  h\y  ^A3^ 

A^V  .^1        l  VI 

Dann  heifit  es  nqch  ausdrilcklich       y\  'a\zJ)/\  4^  U  j>T  j 
(j^  ^y^  ^j  Jjf-  Q        (vgl.  daxu  Ibn  at  Allr  ed.  Tornberg  VIII,  621). 

Wir  haben  also  das  Werk  vollständig  vor  uns. 
Von  europäischen  Handschriften,  welche  Teile  des  Werkes  enthalten, 
AvA  beksnnt: 

Amsterdam  101  -Teil  VI«  enthilt  die  Jahn  196-- 251,  folgt  also 
dner  anderen  Einteilung  (herauag.  von  de  Goeje,  Fragroenta  historiconim 
siatncomni  II). 

Bodleiana  1  804  .TeU  Vlll«  enthält  die  Jahre  345—360. 


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6      HoBOVtT7.:  Aus  den  ßihliotlieken  von  Kairo.  Damaskus  und  Kon.stanuno[iel. 

Bibliotheque  nationale  5038  (Scbefer)  euthält  als  «Band  III«  die 
Jahre  249  (Knde)  his  :U5. 

tlsciirial  ITnl  »\  ol.  II«  hepnnt  mitten  im  licricht  iHier  die  Kntiiel- 
schlacht (3(i)  und  ciidft  mit  Milljt.'irs  Tode  (»17).  11  Ko!.  scliciiirii  Mtrri  zu  ft-Ulen, 
nach  der  alten  arabisclien  Paginierung  zu  schließen.  (Die  Angaben  über 
diese  Handsdirift  verdanke  icli  der  Freundliehkeit  C.  H.  Beekos.) 

2.  Muhammad  Ihn  al-*Afimi,  Tarib*  Konslantinopd »  Qara  Mus* 
talk  3d8: 

Qara  Mustafi  398  enthält  nach  dem  Katalog  ^^JaJl  ^jl'.  Dieser 
riitselhalle  Titd  heifit  richtig  und  voINtändig  —  nach  der  letzten  Seite  der 
Handschrift     ^1  O,  ^  5^^'*  eine  Chronik,  welche 

mit  der  hibiiacheii  Geschichte  bepnnt  und  von  Anfang  der  ialamiachen  Epoche 

iwu  li  Jahren  geordnet  his  538  reirlit.  Die  Abschnitte,  die  den  ein/.elnen 
Jahren  gewidmet  sind,  sind  meist  sehr  kurz,  und  der  etwa  220  Fol.  starke 
Band  dQrfte  kaum  etwas  Neues  enthalten. 

Unser  Buch  ist  also  identisch  mit  dem  Q  ^  angef&hrten  ^j»i^Ui>i\  '^J» 

3.  Ihn  aU6aush  Tari^  al-mantafam: 

Die  Binde  des  Tarih  al-muntafam,  w^che  sich  in  Konstaotinopel 
befinden,  sind  folgende: 

a)  As'ad-Efendi  208ö.  Der  Anfang  fehlt;  auf  dem  ersten  Blatt  nach 
dem  Titel  heifites:  ü  <^  ci>-^  ^,    Der  Band  behan- 

delt die  Jahre  22r) — 251  (?);  die  letzte  größere  Untti^chriii  laut«^  i  j 

^UJi  j\  jö^.    Der  Hand  besteht  aus  etwa  170  Fol.,  die  Seite  zn 

17  Zeilen  deutlich  geschriebener  Schrift. 

h)  Aja  Sofia  8002  —  ^98. 

;5nf>2  enthält  «Teil  1.  die  Vorgeschichte  von  der  Schöpfung  bis  an 
Mul^auunads  Flucht  nach  Medina;  am  Si-liltiß  fehlen  einige  Blätter* 
30(1:^  «Teil  II«  hrhandelt  die  Jahre  i  — :5(). 
301)  l  .Teil  III.  !,»4.andelt  die  Jahre  .^7— 100. 
H096  .Teil  IV.  behandelt  die  Jahre  101-107. 

3096  .Teil  Vi.  bebandelt  die  Jahre  285 — 111. 

3097  .Teil  Vil.  behandelt  die  Jahre  412—520. 

3098  «TeU  VIII.  behandelt  die  Jahre  521—574. 
Die  Handschrift  ist  dentlich  geschrieben. 

47)  &ir-Efendi  716—718. 

715  Tdl  1  enth&lt:  die  Vorgeschichte,  biblische  Oeschichte  und  Le« 
genden  voxx  Heiligen  uaw. 

710  enthalt  laut  Nachschrift  -  Teil  III«  und  schließt  mit  dem  Jahre  567. 
Die  Blätter  sind  falsch  gebunden ,  und  es  sind  auch  viele  dnr.wischcn.  welche 
früheren  Banden  angehören,  z.B.  Ereignisse  der  Jahre  50  l>ebaodeln. 


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Hoiio%tr:  Ans  den  BiUbtheken  v<m  Koiro,  Dunadcos  and  Konstantinopd.  7 


717.  Der  Band,  dessen  Anfang  l't-liU,  licginnt  mit  dem  Jalirc  32  und 
schließt  mit  dem  Jahre  95.  Am  Ende  wii-d  er  als  »Teil  VI-  bezeichnet, 
folgt  also  einer  anderen  Einteilung. 

718  ist  von  derselben  Hand  geschrieben  wie  71Ü.  Er  beginnt  mit 
dem  si^ntoi  Jahre  nach  Mubammada  Geburt  und  scbliefit  mit  dem  Jahre  13 
(Tod  Abu  Bakni). 

d)  Köpriilüzäde  1172  ohne  Titel;  Aufmig  ielilL  Das  Kriialtene  be- 
ginnt hn  Bericht  über  das  Jahr  9  und  reicht  bis  tum  Jahre  36;  in  der  Ho- 

graphie  des  (jr  j^,J\  bricht  der  Band  ab. 

I17;i  beginnt  mit  dem  Jahr  35  und  reicht  bis  180;  der  Tit»*!  fehlt, 
arn  S<?ilii(^  nh  «Teil  II>  bezeichnet.  Die  deutlich  geschriebene  Handschrift 
staaunt  aus  dem  Jahre  649. 

1174  Anfang  felilt;  die  vorderen  Blntter  sehr  wurmstichig.  F>pr 
Band  beginnt  jetzt  am  Ende  des  Al)schnitts  ühcr  das  Jahr  •2r»7  und  rricht 
bis  334  (dieser  Abschnitt  wird  abtT  nicht  zu  Ende  getührt).  Am  Schluß 
als  «Teil  III«  bezeichnet:  geschi  ichcti  714. 

1175,  Titel:  »Teil  \'-,  beginnt  mit  dein  Jahre  198  und  reicht  bis  284, 
gehört  also  zwischen  Aja  Sofia  3005  und  309G,  und  das  Werk  ist  in 
Konstantinopel  vollständig  erhalten. 

Die  vier  Bände  dicker  UibUuthek  cntstamnien  nicht  einem  einheitlichen 
Exemplar;  jeder  ist  von  einer  anderen  Hand  geschrieben. 

e)  Die  Handschrift  Damaskus  Taril)  62  enthüll  den  Teil  des  »Mun- 
tauim«,  welcher  mit  dem  Bericht  über  die  Scidacht  am  Jarmük  beginnt 
und  hjs  zum  Jahre  35  reicht.  Der  Band  besteiit  aus  etwa  165  Fol.  deutlich 
geschriebenen  Textes,  die  Seilen  ku  19  Zeilen. 

Zu  den  bei  Broekelmann  1,  502  aufgezählten  Mnden:  Beriin  9436 
{Jahre  297—441);  Gotha  1553  (Fragmente  aus  den  Jahren  63—164); 
LeideD  755  (Einleitung);  Oxfoi^,  Bodl.  I,  171  (Jahre  96—136);  Brit  Mus. 
353  (Jahr  3311;  Auazug);  Brit.  Mus.  Suppl.  460  (Jalire  228—289;  diese 
Handschrift  ist  dne  Abschrift  aus  der  im  Kairoer  Katalog  \\  160  be- 
schriebenen), kommen  noch  Paris,  Bibl.  Nat.  5iK»l»  (Sciu  fer),  enthaltend  die 
.IrJire  27.'  r]i2,  und  Brit.  Mus.  Add.  7.320  (Cat.  30;;),  w.  k  li.'  Handschrift  die 
Jahre  58—198  enthält  (s*  Amedroa  in  J.K.A.Ö.  1906,  ä.861). 

4.  Sibt  Ihn  al-<jlauä:  MirSt  az^-samin. 

Vom  MIrSt  aa^zamin  finden  sich  in  Konstantinopd  folgende  B&ode: 
e)  As*ad-&fendi  2141*  auf  dem  Titel  als  jU  j>l  j* 

^J  JL^   -njul-H  -ia—  1  flJiT  bezeichnet.    Der  Band  bcginui 

mit  dptn  Jahre  598  und  reicht  bis  tJ.'- 1 ,  d.  i.,  wie  am  Schlu.^sc  bemerkt  wird, 
zum  Kode  des  Werke««,  dessen  Wrf.i.sstM-  ♦>.'}  starb.  D<t  liaml  enthält 
tUva  180  Fol.,  die  Seite  zu  17  /eilen ;  etwa  '6V  Kol.  sind  vollkommen  ver- 
wischt und  absolut  nicht  mehr  zu  lesen. 


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8     Hokovitk:  Au  den  BiUiotheken  von  Kairo »  Dtmukua  und  Ron8tantiDO|Ml. 

6)  A^a  Sofia  3410—3412. 

3410  Band  I  enihUt  die  Einleitung,  die  Vorgesebkhte  (d.  i.  bibliadie 
Gescludite,  Gesdiiclite  der  Clnldler,  Oriecben  osw.,  die  OeBchiehte  der  Ambrr 
in  der  6shiiyje)  und  die  Oesdiicbte  MulHunmads  bla  su  'Unurs  Bekehrung. 

3411  b^jnot  mit  dem  Jahre  75  (aber  nicht  mit  dem  Anftng  des  Ab- 
schnitts über  dieses  Jahr,  wie  3412  reigt)  und  fHIu  t  dann  weiter  bis  zum 
Jahre  132.   Von  anderer  Hand  geschrieben  als  3410. 

3412  beginnt  mit  der  Überachrift  J\  ^^\J  JiJ-i 

Jtj  im  Jahre  61  nnd  errilhlt  dann  weiter  die  Ereignisse  und  Biographien 

bis  zum  Jahre  131,  entiiäU  also  —  bis  auf  die  ersten  13  Jahre  —  den- 
selben Stoff  wie  3411.  Dieser  Band  ist  von  wieder  anderer  Hand  gesehrieben. 

Aja  Sofia  3146  enthilt  einen  -dait  mirSt  az-zamän*,  und  «war  be- 
handelt dieser  starke  Band  die  Jahre  654  —  bis  dahin  reicht  das  Werk 
des  Sibt  Ibn  al-6auxi  bis  jS62.  Das  Jahr  662  ist  aber  nicht  au  Ende 
behandelt;  ein  folgender  Band  sollte  die  Fortsetzung  bringen.  Der  Ver- 
faner  acbetnt  nicht  genannt  au  sein. 

c)  In  der  Bibliothek  Ilakim  oglu  'AU  Pm  enth&lt  Nr.  801  -l  eil  I- 
des  Mirät  az-zaniän.  d.i.  die  Einleitung  und  biblische  Vorgescliicht«- .  umi 
pndet  mit  dem  Abschnitt  über  die  Jüoin.  Die  deutlich  geschriebene  iiaud> 
schrifl  ist  im  Jalire  1041  vollendet. 

d)  Läleli  2100  enthalt  -^Rnnd  I«,  d.  i.  die  Einleitung  und  die 
biblische  rioschiohtc  his  .Su'aib;  deutlich  geschrieben. 

e)  Köpruluzide  1154—1157. 

UM»  auf  dem  Titel  ata  OL»  j'i  «T^  <>•  j^l  bezeichnet,  beginnt  mit 
der  Oesdildite  des  j  ^  (Ezra)  und  reicht  bis  «um  Jahre  6  H. 

1 1  rjf) ,  Titt^l :  beijinnt  mit  9  H.  (aber  nicht  dem  Anfanc 

dieses  Abschnitts)  und  reicht  bis  /.utu  JaJire  31,  dessen  Geschichte  nicht 
zu  Ende  erzählt  wird.  Wurmstichig. 

1156,  Titel:        JÜL^l,  beginnt  mit  dem  Jahre  96  (aber  nicht  dem  An* 

fang  des  AbaehnittSi  sondern  der  Biegraphie  des  «jj^t  cT  und  reicht  bis 

tum  Jahre  121,  dessen  Ereignisse  nicht  au  Ende  entXhlt  werden. 

1167,  Titel:  ^  i^Ü^t  »jJt-U  beginnt  mit  358  (aber  nicht  dem  An- 
fang dieses  Abschnitts)  und  reicht  bis  439. 

Wie  die  Übersicht  bei  Broekelmann  1,  347  zeigt,  enthalten  Aa*ad-Efendi 
2141  und  Köprliiazlde  1 1 55Tene  deaWerkes,  welche  sonst  nicht  voriumdeo  sind. 

7m  den  früher  bekannten  Handschriften  kinunu  n  nun  auch  noch: 
l»aris  (Schefer)  5866  (Jahre  358  —  400)  tmd  5903  (Jahre  175  —  202).  Über 
Mönchen  37Sc  v;;!.  Anicdros'  in  J.R.  A.  >S.  190.').  S.  476  Anni.  1. 

Die  K;iii  t)tT  liihliotfick  etitliält  auch  (s.  Kat.  W  57)  nls  Tai'ih  .">öl  eine 
anonyme  Fortsetznnt;  von  »Mirät  az-ramän*  in  zwei  Händen.  Band  I. 
des^sen  Anfang  tVhlt,  beginnt  in  tlen  Bitigraphifu  (Ali),  die  z>nn  Jahre  655 
gehören,  und  fuhi-t  auf  125  Blatt  bis  xum  Ende  der  alphal^elisch  geord» 


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Hoiionn:  Ans  den  Biblfothekan  vor  Kairo,  Daiuadias  nnd  Koii«tantino|iel  9 


nelen  Biographien  des  Jahres  (>.')(;.  Band  II  hfi^irmt  nach  dem  Titelblatt, 
das  ihn  als  Teil  17  des  -Mirät  az-zamän«  bexeichiict ,  mit  der  Biographie 
(lex  'Abdan'ahim  Ihn  Muhaiiiaiad  al-.Mau.^ili  und  eothüU  dann  weiter  die  Er» 
Zählung  der  Ereignisse  mid  die  Biographien  bis  zum  Jahre  685.  Dieser 
Btnd  besteht  aus  277  Folios. 

S.  Dfthabi:  Tarib  al-isUm. 
e)  Kairo,  Tarlb  42  (Kat.  V,  21/22). 

Die  Kairoer  Bibliothek  besitat  zwei  Binde  von  Dahabls  großer  Chronik. 

Dri  die  Jnhre  145  — 190  in  den  sonst  bekannten  Handsclnlflen  fehlen  (vgl. 
Wüstenfeld  S.  173,  s.  aber  unten  Aja  Sofia  :W06),  so  wäre  der  riiip  dieser 
Bande,  welcher  di*^  Jahre  1H1  —  200  lip}iande!t,  weni«rstens  für  i\iv  .lahi"e 
18!  — 190  gpeitjnot,  di»'  Liiclvf  ."iiiszundleii.  Diese  Kaitoej-  Handschrift  ist 
um  so  wertvoller,  als  sie  ein  Autograph  des  \  erfassers  aus  dein  Jahre  726 
ist  (vgl.  die  Bemerkung  lü2a). 

Der  Band  besteht  aus  zwei  Teilen  und  umfaßt  l<i2  Folios,  die  Seite 
«1  23  Zdleo.  Teil  I,  von  Fol.  1  bis  Fol.  80  reichend,  behandelt  »die 
19.  Klasse«,  d.  i.  die  Jahre  181--190;  Teil  11  reicht  von  rot.  81—162 
und  behandelt  »die  20. Klasse-,  d.i.  die  Jahre  191—200. 

FoL  1 — S''  enthalten  eine  Aulkihliing  der  Ereignisse,  die  zMriaehen 
181  und  190  vorfielen;  nur  die  Hinrichtung  des  6a*far  al  Barmaki  wird 
rin>frihrlic!i  behandelt.   FoL  8^  beginnen  dann  die  Biographien  («J^t  j 

aU*).  Unter  den  Biographien  dieses  Teils  zeichnet  sich  durch  großen 
(Tio&ng  die  des  fiL^j/S  ^  jjlil  Cr  ^\  «us,  die  Fol.  35'  bis  42* 
dmiimnit.  Die  Schrift  ist  nicht  leicht  lesbar,  und  die  BlSIter  sind  vielfach 

W  UnDjMyllMfc» 

h)  Kairo,  Tarib  644  (Kat.  V,  22). 

Dieser  Band  von  fiahabis  Tarib  enthllt  Biographien  der  in  den 

•Uhren  500  —  030  verstorbenen  Persönlichkeiten.  Daß  es  sich  um  einen 
Teil  von  Dnhabis  Werk  handelt  —  der  Anfang  fehlt  — ,  zeif«;t  die  Nach- 
schrifr  Die  Pajnnienmg  betjinnt  mit  Fol.  144  und  schließt  mit  288;  jede 
Seite  enthält  19  Zeilen  in  recht  deutlicher  Schrift. 

In  Koustaiitiiiopel  befinden  sich  viele  Bände  des  Tarih  al-islnm  in 
den  verschiedenen  Bibliotheken;  ich  stelle  sie  hier  in  der  Reibenfolge  /.u- 
aammen,  in  der  ich  sie  gesehen  habe. 

c)  'Umümyje  5015.  Dieser  Baud  des  Werkes  begiunt  mit  dem  Jahre 
451  und  schließt  mit  dem  Jahre  700,  d.  h.  also,  er  ftlhrt  das  Werk  zu 
Ende,  das  nach  der  Nachschrift  im  Jahre  715  vollendet  worden  ist.  Die 
Abschrift  ist  in  Kairo  nach  dem  Original  des  Verfassers  gemacht  worden. 
Der  Band  besteht  aus  etwa  150  Folios,  die  Seite  zu  26  Zeilen  ziemlich 
deutlicher  Schrift. 

d)  Aja  Sofia  3005  —  3016  unifaCt  Teile  zweier  Exemplare:  die 
Nummern  3005  —  3014  bilden  Teile  des  einen,  30 M/ 15  Teile  de,s  anderen. 

3005  enthalt  <^Bnnd  II«.  H.  i.  die  Biographie  des  Propheten  und  die 
Crdguisae  der  Folgezeit  bis  zum  Jahre  29. 


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10    Hiwovm:  Aus  dm  RihKothoken  vnn  Kairo,  Daiiiaskos  und  Konstantinofiel. 

^^Oflf),  Der  Anfaiif^  fehlt;  rilialton  ist  der  J^chluR  der  Biographien 
des  Jahreü  IhO;  darauf  folgt  »Klasse  19«,  d.  h.  also  das  Jahr  181,  und  dann 
gelit  es  weiter  bis  200. 

3007.   Auf  dem  Titel  -Band  VUI-,  ht  giiuil  mit  201  und  iticht  bis  2;J0. 

3008  -Band  XU-  begannt  mit  351  und  reicht  bis  400,  enth&lt  aber 
nur  die  Biographien,  nidit  «ttdi  die  »Ereignisse«.  1 

3009  .Bend  XII«  (sie!)  enthalt  die  Jahre  401—450. 

3010  «Band  XV«  beginnt  mit  den  Ereigmaseo  von  501,  die  dann  bis 
550  weitergeführt  werden;  dann  folgen  die  Biographien  bis  546. 

3011  .Band  XVIII.  enthült  zuerst  die  Biographien  von  601  bis  620; 
die  »Ereignisse«  dieser  Jahre  folgen  dtnnn  nach. 

?>012  »Band  XIX«  enthält  zuerst  die  Biograpliien  von  021  bis  640,  dann 
die  Ereignisse  von  ')21  bis  650. 

3013  «Han«l  XX«  bi'ingt  zunächst  die  üiograj)liien  der  'itl  —  'iü*' 
storbenen  Personen  (die  «Ereignisse«  schon  in  3012)  und  fuhrt  dann  weiter 
bis  670. 

3014  »Band  XXI«  beginnt  mit  671  und  seblieOt  mit  700. 

3015  enthUt  die  Jahre  571—700  und  3016  die  Jahre  41—120;  beide 
Handschriften  bilden  Teile  eines  Exemplars,  das  von  3005  bis  3014  ver^ 
schieden  ist 

a)  KfiprQlazIde  1015—1020  (Ober  1021,  das  im  Katalog  fUscblich 
ebenfalls  als  Teil  des  Tari^  aU  islSm  bezeichnet  ist,  s.  unten). 

1015  -TeU  1«  enthalt  die  Jahre  1—40. 

1016  »Teil  IV«  beginnt  mit  dem  Jahre  51  und  reicht  bis  aum  Jahre  80. 
1017.   Titel  und  Anfang  fehlen.   Das  Erhaltene  beginnt  mit  dem 

Jahre  266  und  reicht  bis  280.   Die  Biographien  der  letaten  Delcade  dieses 

Zeitraumes  (271—280)  werden  nur  bb  ^y-f'  «-^X  ^.  S^ben. 
Am  Schluß  als  »Teil  13«  bezeichnet. 

1018  (so'  auf  dem  ersten  Bktt,  auf  dem  Rand  außen  «1019«)  beginnt 

mit  wÜt  4LL)\,  d.i.  dem  Jahre  81,  und  reicht  bis  110.  Die  Biographien 

der  iHt/tPH   »'labaqa«  werden  aber  j)ur  bis  «LC-  ^J  {j  ^\ 

(^jLdVI   4^1  gegeben. 

lu  demselben  Baude  folgt  dann  j ^ J\  *J^U  der  mit  dem 

Jahre  6ö6  b^innt  (d.  Ii.  tiitt  den  Biographien  dieses  Jahres)  und  mit  den 
•  P^reigiiisspn-  des  Jabies  '570  endet;  die  Biographien  von  661  bis  670 
stellen  aber  nicht  luchv  in  dioem  Baude.    Am  Schluß  heißt  es: 

1019  «Teil  XV«  beginnt  mit  301  und  reicht  ins  350;  die  Biographien 
der  loteten  Dekade  (341—350)  erhtit  der  Band  nicht  mehr. 

1020  -TeilXXXVI.  beginnt  mit  den  Biograi)liien  des  Jahres  686^ 
die  dann  bis  690  weitergeführt  werden;  darntif  folgen  die  »Ereignisse« 
der  Dekade  681  —  690.  Dann  reicht  der  Band  weiter  bis  700,  d.i.  —  wie 
es  am  Schluß  heißt  —  zum  J:^nde  des  Werkes. 


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Howvm:  Aitt  den  Bibliotheken  von  Kairo,  DamaadiiM  mid  Konstantinoiiel.    1 1 

(KSprOiüxide  1021  wird  vom  —  von  spiterer  Haod  —  als  j^J» 

^Äl!  ^'>L«'V1  bezeidinet,  wovor  eine  noch  sp&tere  Hand  geschneben 

h;*t.  1">  is!  nl)(.'r  kein  Band  des  ^"^L-V^  J^'»  "v^«'*!'"!'  tiiHU-l  t!i<- Kin- 
teüiuig  in  »tabaqät* ,  noch  enthält  der  Ban«i  hitigrapltischc  Artikel.  Die  Hironik 
begioot  mit  den  Worten  ij  j-^  <^  wi?»^  ^«  und  die  Annalen 

laichen  weiter  bis  710.    Der  Schlüß  lautet: 

cüjT,     1>L^       j  >  j/Tj  jio»     jij  j-»»^ 

liq;t  hier  aUo  eio  Teil  von  AbüUftdS*,  Mul^tasar  fi  tsiib  a!-baiar  vor. 
Vgl  ed.  Konstantinopel  IV,  61. 
/)  RSprQlQxide  1081. 

Titel:  ^1  JÜWD  ^'%^^\  ^^jt  ^ 

Dieser  Anhang  beginnt  mit  dem  Jahre  762  und  endet  mit  78G;  der 
•Anbang-  dea  Vatera  dea  Verfassers  wird  also  die  Jahre  701  —  so  weit 
fdeht  da»  Werk  dea  Dahabi  — J>i8  761  enthalten  haben.  Am  Schluß  heifit  es 
J[jll  1^       47j^  j  L  ja  iJL*>  44  Pol.,  die  Seite  tu  27  Zeilen. 

g)   Dämädzäde  Qäcirasknr  Muf^amumd  Mui-üd  1433. 
Diese  Bibliothek  soll  aufgelost  sein  und  ihre  Bücher  sind  nun  nicht 
mehr  au  finden. 

Ana  einer  Kombination  metner  Angaben  mit  denen  der  europäischen 
Kataloge  ei^bt  sich  folgende  Zusammenstellung  nach  Dekaden: 
Jshre 

1-10   Paris  626,  1880     Lee  71     KöprQlfiaade  1015  Aja  Sofia  8005 
11—20  •  •  • 

'21-30  »  .  •  iV|aijofia(bis29) 

■'1  — 40'  .  > 

\  1  —50       Bodl.  1 ,  Ö52  Aja  Sofia  30 1 6 

'  Die  Zaitona  in  Tonis  besitst  Vol  I  nnd  den  Band,  der  vom  Chalifat  dea  I.Iasan 
bis  zum  Anranp:  der  Abbassiden  (also  40»  181)  reicht  (s.  Bulletin  de  correspondance 
aDriGÜM  11,  p.  21,  Nr.  64). 


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12    Hraovin:  Aiu  den  Blbliothekoi  von  Kairo,  Damasktu  and  KonstanlinopeL 


Jahrc 

öl~f>0 

Bodl.  1,652 

Koprüluxade  1016 

Aja  Sofia  3016 

61  —  70 

• 

• 

71—80 

• 

• 

81—90 

KSpralOzade  1018 

• 

91—100 

• 

• 

101—110 

• 

• 

111—120 

> 

121  —  130 

• 

131—140 

141  l.'O 

Gotlia  1563 ' 

i.')i— it;u 

- 

lt)l — 170  tStraßhurg  (unvoUbtiiiHlig) 

171  —  180 

•  (vollständig) 

AJaSofi»  3006  > 

181—190 

Kairo  V,  21 

• 

191—200 

Bodl.  1, 659 

m 

201—210 

• 

An  Sofia  3007 

211—220 

• 

■ 

221—230 

• 

231—240 

• 

241—250 

251—260 

261—270 

Köpiüliizade  1017» 

271—28(1 

-  « 

281—290 

291—300 

• 

301—310 

Paria  1581 

KopraiOxade  1019 

311—320 

• 

3»— 330 

331—340 

• 

341—350 

351—360 

Gotha  1564 

BriU  Mua.  1636 

Aja  Sofia  3008* 

361—370 

•  a 

» 

« 

371—380 

• 

• 

381—390 

• 

• 

391—400 

• 

• 

401—410 

Brit.  Maa.  1637 

Aja  Sofia  3009 

411—420 

• 

• 

421—430 

• 

431_440 

a 

• 

441-450 

a 

• 

>  EiitbiH  nur  143—145. 

>  ScUiiß  von  130. 

»  Von  266  an. 

*  Biographien  ntir  his  Mn!aminad  Ibn  Jüanf. 

*  Enthält  nur  die  Biograpiuou. 


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UoBovtTz:  Aus  den  BibliuUieken  von  Kairo,  Dtanaku  und  KonsbutiiK^.  13 

'Umüiuijje  5Ü15 


Jahr« 

451—460 
461—470 
471—480 

481—490  Mflnchen  378' 
491— SOO 
501—510 
511-620 

521-530 
531—540 
r.4 1—550 
551 — 560 

r>H  1-570 
ö7 1—580 


BriU  Mus.  lOaK 


Kairo  V.  22    Aja  Sofia  3010 


Bodl.  1,649 


BriL  Miui.  1039 


581-590 
591—600 
601-610 
(>1 1—620 

621— bao 

631— MO 


Paris  1&82 


Bodl.  1,654 


641—650 

651—660  KöprQlOzadelOlS« 


661—670  .  • 

671—680 

681— üyo  Köprülüiade  102U* 
691—700 


Bodl.  1,656 


Aja  Sofia  3015 
Brit.  Mus.  1640    'Umüiuijje  5015 

Aja  Sofia  3015 
'UinGinij)e5015 
Aja  Sofia  3015 
•  *  llmrunijje  5015 

AjaSoHa  3011  und  3015 
'  Umümijje  5015 
Aja  «üfia  3011  und  3015 
'  Umümijjf  5015 
Aja,  Sofia  3012  und  3015 
'  Uuuliiiijje  5015 
Aja  Sofia  3012  und  3015 
'Umümyje  5015 
Aja  Sofia  3013  und  3015* 
*Uniüniüje5015 
Aja  Sofia  3013  und  3015 
'  l'inümijjt;  501 5 
Aja  Sofia  3013  und  3015 
'  Umumljje  5015 
Aja  Sofia  3014  und  3015 
Brit.  Mus.  1611,  '  Ummnyjc  5015 
Suppl.  486 

Aja  Sofia  3014  und  3015 
'Umümijje  5015 
Aja  Sofia  3014  und  3015 


*  Nur  487  —  490. 

*  Die  Biographien  unr  bis  546. 

>  Die  Ereigniase  641—650  noch  in  9012,  in  3013  folgan  dann  die  Biographion. 

*  Boginni  mit  656. 

*  Die  Biographien  von  (>(>1  bia  G70  stehen  nicht  mehr  in  dem  Bande. 

*  Beginnt  mit  den  Biographien  von  666;  dann  die  Ereigniaae  von  681  an. 


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14   Hottomt:  An»  den  Bibliotheken  von  Ridro,  Damtwkns  und  Ronstantiiiop«!. 

6*  Aluliiammad  Iba  .Säkir:  'Ujüo  atotawäri||. 

a)  Damaskus  Tnrih  i?» — 10. 

•13  'Teil  I -  f'uttiält  die  tiescliichte  Muhammads  his  m  seinem  Tode. 
■14  *  I  eil  Iii«  beginnt  mit  132  (Huldigung  des  ^aflab)  und  reiclit  hi» 
zum  Jahre  217. 

45  »Teil  V'  beginnt  mit  121  und  reicht  bis  143;  wir  haben  es  hier 
also  mit  einer  anderen  Einteilung  des  Werkes  su  tun. 

4$  »Teil  V«  entbSlt  die  Jahre  71—108,  also  wiederum  andere  Ein- 
teilung. 

47  •Teil  VN  enthält  die  Jalire  204  —250;  am  Schlüsse  fehlt  etwas. 

48  -leil  XU«  (so  am  Schlüsse,  der  Anfang  fehlt)  beginnt  im  Jahre 

310  und  schließt  mit  dem  Jahre  390. 

49  »Teil  XIII«  beginnt  mit  404  und  reicht  bis  437. 
Die  Nummern  43,  44,  48  sind  Teile  eines  Exemplars. 

b)  Konstantinopel  KöpruliizJide  1121.  Der  Anfan«;  fehlt;  Fol.  0  steht 
als  überschiifl:  »Das  Jahr  737«;  aber  dieses  und  die  foljiicnden  Blätter 
i»ehöreri  niclit  hierher.  Fol.  23  bej^innt  das  Jalir  072  und  die  Ami&leu 
reichen  dann  ordnung.sgeuiäß  weiter  bis  ♦is7. 

Von  europäischen  Bibliotheken  enthält:  Gotlia  15ü7  den  biographi- 
schen Teil  des  Jahres  297  und  die  folgenden  Jahre  bis  337;  Paris  1586 
die  Jahre  21,  22;  1587  die  Jahre  80—123;  1588  die  Jahre  218  (Schlu6) 
bis  250;  BriL  Mus.  Suppl.  472  die  Jahre  404—  437;  Cambridge  697  die  Jahre 
11—52;  698  die  Jahre  505—555;  699  die  Jahre  735— 760.> 

IL  Geschiclitliche  Monographien. 
A.  Hnhammad  und  die  Alidea 

7.  Ibn  Ishäq:  KitSb  al-mngäzi  (angeblich). 

a)    Küprüliizäde  1140  entliiilt  nacli  dein  Katalug  das 

des  Mubammad  Ibn  Isbäq.  Der  Titel  in  der  Uandsehrift  lautet: 

er 

Der  Katalog  druckt  diesen  Titel  nur  bis  jL..  ab ,  wodurch  der  An- 

.sehein  erweckt  wird,  als  wenn  das  intakte  Werk  des  Ihn  Ishäfj  voilit-;^*'. 
Nur  in  den  Üherstluitten  der  11  Teile,  aus  vveli-hfn  dicst  r  linnd  hestt  ht, 

ist  der  Titel  des  Buches  (^jUJli;  diese  Überschriften  scheinen  alle  erst 
spiter  hinsugefiigt  worden  au  sein.  Im  Texte  selbst  heißt  das  Buch^ji«'« 

'  Die  Angaben  in  Uibliotlieca  italiana  Bd.  40,  p.  .''2  uiui  hei  I.e*^,  Catalogue 
Nr.  72— ^ 72b  huMen  nicht  erkennen,  welche  Jahre  die  betreffenden  Handacfariftea 
entbalteu. 


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HoBOViTz:  Aus  den  BiblioUieken  von  Kairo ,  Daniaskus  und  Konstantinojiel.  15 
»0  c  B.  «tn  Sehluß  jl         4ftt  J  j^j  JL^  '/TO* 

Der  \\wv  l>(!\v:ilirtf>  Hniul  enthält  das  Werk  bis  zu  dem  Abschoitt  über  die 
Ungläubigen ,  die  bei  Badr  fielen. 

b)  Ebensowenig  enthllt  Fitib  4399,  als  dessen  .Titel  der  Katalog 

angibt,  den  ursprQnglicIien  Ibn  \dßx{.  Vielmehr 
haben  wir  es  in  dieser  Handschrift  mit  einer  persischen  Prophetenbiographie 
la  tun,  in  welcher  es  oft  heißt  (j\  J^^j^    Daraufhin  macht  d^ 

Katalog  den  ibn  l.s^äq  zum  Verfasser. 

Wir  besiisen  also  auch  jetxt  von  dem  Werke  des  Ibn  Lsljiuq  nur  das 
eine  Blatt,  das  die  Sammlung  »Papyrus  finhersog  Rainer«  als  Nr.  665  be- 
wahrt (s.  Führer  S.  174).  Zu  dem  Titel  des  Werkes  vgl.  Hartmann,  Der 
islaausehe  Orient  I,  3S— 34. 

8.  Wiqidi:  Sijar  (angeblich),  Konstantino|)cl ,  .^u  Sufia  3245. 
Aja  Sofia.  3245  wird  im  Katalog  als  (^oJt j!i        bezeichnet,  wohl 

weil  Waqid!  sehr  h&uQg»  vor  allem  aber  noch  gegen  Ende,  angeftohrt  wird. 

Ys  ist  aber  ein  spätes  Werk  Aber  den  Propheten,  in  welchem  neben  Ibn 
Lsiiäq,  Mnsa  Ibn  'Uqba,  Ihn  HÜSm,  Wüqidi,  üu^järi,  dem  Imum  Abmad 
auch  Suhailt,  Baihaqi,  TsbarSnl  u.  a.  zitiert  werden.   Es  ist  nur  fragmen- 

tariseh  «halten,  beginnt  mit  den  Kapiteln  jLiiVl  ^j^i         «j  <^  und 

Cj  und  endet  mit  dem  Kapitel        ^  j ^ 

9.  I bn 'Abdalbarr,  Kitäb  ad-durnr.  Kairo,  iärilj  .'iJ.i.  Kat.  \',  »iJ. 
Üer  Titel  lautet:  tfl  jwJ|j  t^jULI  jLtti-i  j  jjJ^\  Ji^ 

•  •  m  ^ 

Das  Werk,  das  155  Folios  umfaßt,  enthält  nur  die  CJeschiLliti;  Mu- 
hammads von  der  Sendung  («1«^)  bis  zum  Tode,  wobei  natQrlich  auch  die 

Mt-ä/.l  ln-rncksiclitlgt  sind.    Die  Schrift  ist  sehr  deutlich,  aber  in  der  zweiten 
Hälfte  fehlen  häufig  die  diakritischen  Punkte.    Als  Quellen  nennt  dfr  Ver- 
fasser in  der  Kinleitunp;  (Fol.  l"")  Miisä  Ibu  'Uqlia  und  das  Bucli  de»  ibn 
in  der  Kezeasioa  des  Ibo  HiSäm. 

10.  Ibn  'Inaba:  ßaljr  al-ansäb.  Kaiiu,  Tarib  39  (Kat.  V,  17). 
Die  Oberscbrift  lautet:  Kitib  babr  at-analb  li-muallif*umdat  at-tälib.  Die 
Handschrift  ist  anpaginiert  und  besteht  nach  dner  Angabe  auf  don  letzten 
Blatt  aus  138  Folios.  Der  Verfasser  der  **umdat  at*|Slib*  ist  (s.  Wflstenfeld 
Nr.  470,  Broekelmann  II,  199)  Ibn  *Inaba  (f  828).  Da  die  •*unida<  die  Ge- 
nealogie der  'Aliden  behandelt  und  in  mehreren  europäisclum  Handschriften 
i^gäagUeh  ist,  so  gebe  ich  liier  nur  eine  kurze  Übersicht  der  Kapitel, 


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IC    HoROvrrz:  Aus  den  BiblioUicken  von  Kairo,  Damaakos  und  Ronstantinopel. 

vvolche  nicht  die  'Aliden  ix-liandelo ;  die  Genealogie  dteier  letateren  nimmi 
etwa  neun  Zehntel  des  Werken  ein. 
Kap.  1:  Genealogie  des  Iläsim. 

Kap.  11:  l>ie  Kinder  des  llaSim.  1.  Abschnitt:  Die  Naciikoiniiien  des 
Abdalläli  Ibn  'Abd-al-Muitalib.  2.  Absciinitl:  Die  Nachkommen  des  al-^lürii^ 
Iba  'Abd-*l-Mat{ftlib.  a.  Absehoitt;  Die  Nachkomiiieii  des  Abu  Laliab  Ibn 
Abd-al-Mttttalib.  '4.  Abschnitt:  Die  Nechkommea  des  Xbbis  Ibn  'Abd.«U 
Mu(|alib.  In  diesem  letzten  Abschnitt,  der  von  FoL  8a  bis  14  reicht, 
werden  die  Abbassiden  and  ihre  m&nnKcben  'Nachkommen  au^eflihit, 
manchmal  auch  chronolo^sche  Angaben  hin/.ugeftlgt.  Dann  folgt:  5.  Ab- 
schnitt: Uber  die  Nachkommen  des  Abu  Xälib  Ibn  'Abd -al -Muualih  mit 
vielen  Unterabteilungen.  (Dieser  Abschnitt  reicht  bis  aum  Ende  des  Buches 
[Fol.  136  b].) 

11.  Xbdarrabmän  Ibn  ^asau  al-U^hüri:  Ma§äriq  al-anwär. 
Kairo,  Tarib  436  (Kat.  V,  150). 

Verfasser  und  Titel  dieser  Schrift  —  jU.y\        jT  J  j\ y  V 

—  sind  auf  Fol.  1*  der  aus  34  unpaginierten  Blittci-n,  die  Seite  zu  21  Zeilen 
bestehenden  Handschrift  angegeben;  der  Name  des  Verfassers  lautet  dort 
iSj^J^^  <JA\  (PULI  U:U\  y\  iSJj^^"^  o^J\  ^  (vgl.  Brockel- 
mann U,  294)  gest.  IldS. 

Bäh  1  behandelt  die  Genealogie  und  Geschichte  Muhammads. 

Bib  2  (FoL  3'— 9')  handelt  Qber  seine  Eigenschaften,  seine  Nach- 
kommen und  Frauen. 

Bib  3  (Fol.  9'— 11^)  Qber  die  vontQgUchen  Eigenschaften  {\»\^) 
der  Nachkommen  des  Propheten. 

Bsb  4  (Fol.  II*— aö"")  aber  -die  Iliupter  der  Familie  des  Hauses* 
(«ijJi  Ja\  »  die  in  Kaiit»  begyaben  sind;  auerst  wird  dber  'AU  und 

Fatima.  ^asan,  l.Iu.snin,  Zaid  Ibn  1\11  Iba  al-Qusain,  dann  über  die  Siyjida 
Zainab  (20'')  und  die  anderen  in  Kairo  begrabenen  'Aliden,  auletat  Uber 
den  Imäni  as  -  Sali  i  gehandelt. 

Jjätima  '26":  über  die  Asrüf,  welche  nicht  durch  einen  Ortsnamen 
näher  bezeichnet  werden  ^J^^Vl»  c/J*-^'  *-*l^Vi  (j* 

Es  handfit  sich  also  durchau.s  nicht  hauptsächlich  um  »die  in  Kairo 
begrabenen  unbei  ühiiitt  n  'Aliden  ,  wie  man  nach  dem  Katalog  glauben 
konnte,  und  das  Schrittcheu  hat  kaum  viel  Wert. 

B.  Ähü  Bakr,  Utman  und  die  Zeit  der  Omajjaden. 

12.  Ibn  al-Üiäri:  Kadäit  Abi  Bakr'.  Kairo,  Tarih  424 
(Kat,  V,  iOü). 

»  Vi»l.  K^iJ\  J*-»^  i.Ji^\  von  RndätiT,  gest.  1093  (Cod.  Lbg. 
'.115,  Alilwatdi  i,72fr.),  wo        -XJ^  (!)  jV  ^^j^^         ^}  J-**^*-«-» 

imter  deu  vom  Verfasser  stndiei-ten  Werken  sitierl  wird. 


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HouoviTz:  A.as  den  Hibliothckcu  von  Kairo,  Damaskus  und  Koostantinopel.  17 

Der  Verfasser  Al)ü  Talib  Muiiammnd  Ibn  Ali  Ibn  al-Fath,  bekannt 
ais  Ibn  al-'ü§iri'  hat  die  in  dieser  Sammlung  vereinigten  (*l)ei  liefcningen 
im  Jahre  446  gphört.  Das  ScViriftchen  behandelt  fiiif  10  Fulios  die  -Küdnil 
Abi  Bakr«,  wobei  Jede  Tradition  ihren  besonderen  l.snäii  hat.  Ks  hantleit 
sich  meist  um  AusspiMcli*!  Muhammads,  welclie  dem  Abu  Bakr  Lob  sj)(Mi(l*»n, 
ihn  als  den  reclituiä Bilsen  Nachfolger  Muhauunads  hinstellen,  ihm  den  Kin- 
tritt  ins  Paradies  sichern  usw.  Auch  «Genossen^  und  Mitglieder  der  Familie 
desM  sind  mil  AuasprQchen  vertreten,  welelie  den  Abu  Bakr  rOhmen  usw. 
Das  meiste  ist  wohl  auch  sonst  bekannt  und  in  den  Abteilungen  derTraditions- 
werite  Ober  die  »FadlU«  tu  finden. 

13.  Mudiainmad  Ibn  Ja^^ji:  Kitsb  at-tamhld.  Kairo,  Tarib  SSm. 
(Kat  V,  .37). 

Atif  der  Irt/.ten  Seite  der  Hand>'fhrift ,  welche  aus  248  Seiten  zu 
19  Zeilen  /.iemlich  deutiiciier  Schrift  lu^slehl,  .stehen  der  Nnme  des  \'er- 
fa.s.sei-8  und  der  Titel:  Miihauunad  Ihn  .lalijä  fll)n  MnliiuunailJ  Ihn  Abi 
Bakr,  ktüb  at-uu)liid  wal  bajün  fi  mni|tal  iis-.sahid  l'iuiän  Ibn  Afian  (vgl. 
Brockelnuinn  II,  259).  Der  Verfasser  war  Kadi  in  Granada  und  fiel  741. 
Als  seine  Quellen  gibt  ,er  Fol.  l""  an:  Ibn  6a*d:  Kitäb  at-tabaqät;  Saif  Ibn 
'Ulnar:  KilSb  al-futüb  (vgl.  Wellhausen,  Skixzen  und  Vorarbeiten  VI, 
S.  4— 5);  Abu  Bakr  Mu^unmad  Ibn  aKHiisain  al^Ä^ni  (gest.  360):  Kitäb 
al>§ari*a  (diese  Schrift  scheint  sonst  tmbefcannt  xu  sein,  eine  andere  Mono- 
graphie desselben  Verfassers  s.  weiter  Nr.  16} ;  *Umar  Ibn  Sabba  (gest.  262): 
Kitäb  al-maqtal  (Fihrist  112  nennt  es  Kitäb  maqtal  'l'tmün);  Jbn  al-A^ir 
al-Gazari:  Kitäb  [al-kämil  fij  at-taii^  »und  andere  berühmte  suverliasige 
üesdxichtswerke  • . 

S.  2  —  4,   Kaj).  1 :   ('her  'Ulmäns  Abstflininmi^ .   Kinder  und  Frauen. 

S.  4  —  5,  Kaji.  II:  über  seine  Bekehrung  und  lligia  (nach  Ibn  Sad). 

S.  ö,  Kap.  III:  über  die  Huldigung  und  die  äüi'ü;  S.  ü  'Umant  Er- 
mordung naeh  Amr  Ibn  Maimun;  S.  7  fiber  'Utm&ns  Wahl  zum  Chalifen 
(Saif  Ibo  'Üiiiar);  dann  kleine  Traditionen  8. 10  FadiÜl  *Uniar;  S.  14  wie 
Ka'b  al-ahbir  dem  'ümar  das  MürQrrertutn  prophexeit  hat  (nach  Ä||nrri 
Kitäb  as-§ari  a)  =  Tab.  I,  2722 ->25i,  (beidemal  geht  der  Baicht  auf 
Ätika  surfiek);  S.  16  Klage  der  6inn  fiber  'Umar;  S.  17  Tod  des  Uurmuzln 

(nach  Saif);  S.  17  unten  bis  18»  =  Tab.  I,  2797, . S.  19  (Ut  Jlj)  bis  20« 

=  Tabb280Ia_,,;  dann  Verse,  dieT«bari  auagelassen  hat;  8.21  waa'Uimän 
tat,  als  er  ChaUf  wurde;  8.23  Sa*d  Ibn  Abi  WaqqSs  in  Kufo  usw.  =  T«b.2865tt 
Ws  2867, ,  2802j^„ ;  8. 28|o— 2\  Briefe  des  *ütinto  =  Tab.  2802,^—2804»^; 

S.25  '*iLJ\  jj^        SUJI  Jl  =  Tab.  2842,— 2843,. 

S.  2<;,  Kap.  IV:  ^  Olp  \^  Lj  j  • 

Zuerst  nur  sumoiarisch.  S.  27 — 35,  =  lab.  2811,4 — 2813,  (es  wird  immer 

^  8iQ&fI  Lobb  al-tubftb:  ^  V..>J<>  sJ^y\  c^^L^I; 

S 

m  < 

^jtlc-  lieiüt  näiitlich:  decern  cubites  iongus. 

1907.  ILAbl.  S 


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18    HoROviTz:  Aus  den  Bibliotheken  vou  Kairo,  Damaskus»  und  Konstantinopel. 

Saifs  Buch  zitiert  und  so  finden  sich  im  einzelnen  zahlreiche  Abweichungen 
von  Tabaris  AnszuKen).  '>840,,_2847. ,  i-«  1  r  — 2848^,;  S.  35.  mehrere 
Traditionen  zum  Teil  nach  Miisnad  Al.ini.ui  ihn  Hunlial;  iS.  ^Ui  . — = 
Tab.  2849g— 2850,;  dann  — äS,  Verse  des  Ahn  Z.ibaid  über  nl-VVaiid; 

S.38,— 42«  =  Tab.  2851,,— 2856,5  S.  42^—46,  jfij  C^^J^Jl 
sum  großen  Teil  nach  Saif. 

S.  46y — 48^  iSiunmarischfi  (Ersieht  über  Ereignisse  der  Jahre  30 

und  33. 

8.  48,^.54,,  rr^  Tab.  2941,,  ff.,  dann  2907,^—2914,5. 

S.  ^  Tal..  2^27,,— 2yiU,;  Ö75_,j  =  Tab.  2935,, 

S.  57,, —  58,  zwei  Traditionen,  die  Tabari  nicht  zu  haben  scheint. 

S.  58«— 58,^  =  I'ab.  2935,c'-2936„. 

S.  ö8,g — 59,,  ^j*  ^ •  (j\  -^3 S^^' 

S.  59,1— t>Hjs  =  Tab.  3032,,— 3037,;  8.  ti3„_„  noch  Verse  des  ^ 

a  64,— 68.  =  Tab.  2922.-2926,,. 

S.  68,-74«  =5  Tab,  2858,,— 2862,,,  2895«— 2896,,. 

S.  74« — 70,7  nicht  bei  Tabari  (?). 
S.  76„— 79,  —  Tab.  3026,       3027,«— 3029,, 
S.  7^3  _,«  scheint  nicht  bei  Tabari  su  stehen. 
S.  79,«— 81,  =  Tab.  3029,«— 3030,,. 

S.81,,  K*p.V  »y^J  Ol  jU  fi, 

&81,  Traditionen  fiber  *fitna»  (allgemein);  S.  82,— 84.  (^  )  =: 

Tab.  2941,,— 2944,. 

S.  84,-86,  nicht  bei  Tabari;  8. 86,_„  =  Tab.  8146,«.  „;  S.86,,  bis 
95„  =  Tab.  2944^—2948,,  2949,-2054«;  S.  95,,— 98„  (meist  Briefe  'Ul- 
mlns)  seheint  nidit  bei  Tabari  zu  stehen;  8. 98„— 104pu.  —  Tab.  2954,« 

■  bis  294I2,. 

S.  104  pu.  — 105,,  nach  Ibn  al-Altr,  Chronii^;  S.  105,,— 107,  naeh  Ibn 
Sa'd  (Tabaqät). 

S.  107,  bis  ult.  =^  T^b.  J  i^jari  scheint  den  Bericht  in  der 

Mitte  abgebrochen  zu  haben,  der  hiei-  S.  108, — 109ult.  weitergetuhrt  wird. 

S.  109  ult.  —  1 13«,  nach  8aif  u.  a. ,  enthalt,  wie  es  scheint,  Nachrichten, 
die  Tabari  nicht  hat. 

S.  1 1.3«  ,5  =  Tab.  I,  3008, ^. 

8.11;'.,,.  Kap.  VI  ^  J6         ^\  j  0^  ^  ^Ui  ^Ül. 

8.113,2—114,  nicht  bei  Tabari  (?);  8.114.  — 117,3  aus  Ihn  8a'd, 
Tabaqät;  S.  117,  , ^118,,  nach  Saif;  S.  118,,— 121,,  ^  Tab.  3012,^ 
(nur  121,_  ,  aiclit  bei  Tabari);  S.  121,,— 122  ult.  aus  Ibn  Sa'd,  Tabai^at. 

S.  122  ult.,  Kap.  VJl  Jl^fr  Ji         j  ^Ul  ^U- 

8. 122  ult.  — 125«  anonym,  wörtlich  nicht  so  hei  Tabari;  S.  125^  bis  ult. 
aus  Ihn  Sad;  S.  126,— 128,,  =  Tab. 3012,,— 3016,  (aber  kürzer  als  Tabarij. 


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Hoioyin:  Ana  dec  Btbliotbakeii  von  Kairo»  DuMokn«  und  Kotutontinopol.  19 

S.  128i, —  129j|  =  T*t«  3003,  ff.,  aber  später  doch  viele  Abweichungen 
und  Zo^Ltie. 

S.  129„— 131.  =  Tab.  3016,^3017i,;  S.  131._„,  über  *Abddlih  Ibn 
Saüms  Rolle  bei  der  Edtnordung  des  'CJ^miii. 

S.  131,r— 132t  »  Tab.  8017,, S.  132,^|«  nicht  bei  Tabari  (?); 

S.  132,,  — ini^,  narh  Ihn  Sa'd. 

S.  134j,— 135,,  =  Tab.  3017,,— 3019,  j  S.  13ö|,— 136,  nach  Iba  al -Mira 
Chronik. 

S.  13*5,  Chronolof^isflioü  (anonym);  dann  über  Tltnäns  Vermögen  nach 
Ibn  Sa'd;  S.  137  nach  Ibn  al-Aiirs  Chronik;  S.  137ult.  —  I39j  nach  Ibn 
Sa'd,  Ta^MiMiit- 

S.  139i— 140j„  =  Tab.  3049,— 3050,;  S.  140,^^,^  nicht  bei  Tabari. 
S.  140,4— 14 1(  n>c')t  bet  Tabari,  nach  Saif  (?);  S.  141,— 142,^  wie  man 
'UtnwDs  Ermordung  bereute  (mehrere  lanSde). 

14-J,.  Kap.  Vm   <S>^  j\J^j  <L  ^  j  ^Ul.  Ki-st 

Ciironologisches  uhne  Isnäd,  dann  t>.  Sail'  über  eine  angebliche  Pro- 
pUezeiuDg  betreffend  die  Regierungsdaner  von  Muhammads  Nachfolgern. 

zuerst  gieicii  i'abah  3Üö<S,_,,,  daim 

aber  novit  weitere  Angaben. 

S.  14')^— IH;^^.  Kap.  IX  kJJj  <Ju>         ^^  o^^U 

zum  Teil  nach  Ihn  Sa  d. 

zuerst  ohne 

Isnäd,  dann  ein  Abschnitt  «wie  Muhammad  den  'Uimän  mit  seiner  Tuciiter 
verheiratete«  nach  dem  Buch  des  al-A^urri,  bis  148,^;  S.  I  IH,^— 149,,  wie 
'ülmän  gleich  nach  Mu^animad.s  Ankunft  in  Medina  dort  den  Brunnen 

K&ma  kaufte  (nach  Nasü  und  Tirmidi);  S.  149,  ji^  jfr  Ja 
jjt        nach  Ahmad  Ihn  ^anbal  (Muanad)  bis  151,;  S.  löl^ — 152  ult.  warum 

'Utuiän  nicht  an  der  Bai  at  ar-ridwän  teilnahm,  nach  Ahmad  Ihn  lianhal 
(Mu5nad)  mid  Buhär?;  S.  1 52  idt.— 1 53^,  M  "Jl  AJ^\j  »L-»-  Ji 

nach  Ahmad  Ibn  iianbai  und  Buh^« 

8.153,,  j^j  j*J\j  Wl»         U^rU        nach  Zaid  Ihn 

.\slnm,  dann  sadi  Ahmad  Ibn  ^anbal  (Musnad)  bis  155,. 

S.  155,-156«  jCf- j  j V  •  jjW»  Jl  nach  Ahmad  Ibn 
Haabal. 

S.  156,_,B  ^ yi*- j  0^  ^J=^  nach  Ahmad  Ihn  ^anbal;  S.  156,,, 
bis  157,         Jf'  4*  jU(  U         nach  Ahmad  Ibn  llaobal;     157.,  bis 

159^  l jLl)  Jl  nach  Bul^,  9ahih;      159,  bis  ult. 

J^ij\  verschiedene  kleine  Traditionen «  zum  Teil  nach 

Ahmad  Ihn  Ifanbal;  8.  160,-161,  4ttl  J^j         S^^U«  Jl  nach  ver- 


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20    HoBOvm:  Aus  den  Bibliothekctt  \  uu  Kairo,  Damaskus  und  Konstant inopcl. 

schicdenen  Quellen  (Bu|)Sri,  A^Miiad  u.  a.);  S.  161, — 162^  wie  *Utmän  bei 
Tabük  di«  Kosten  fllr  die  AusrQstung  des  Heeres  xahlte,  Qacii  verschiedeaen 

Überlieferern. 

S.  — 1^4, ^  AhtiiRd  Ihn  Hanbals  Lehre  QIht  das  •tafdil«  (d.i.  die 
Frage,  wer  von  den  »Genossen«  der  voi-züglichste  sei  usw.). 

S.164(«— 166.  (>ü|  J\  JS,  inehrereTnuliUoiieD. 

S.  166,,— ir.i),,         Ji  <a\  Jl^  die  Aussprüche 

der  einzelnen  (jcnossen  iuuucr  mit  be.sonderen  I.snüden. 

8.  169,— 17-2,  j  JM^Vl  Jl,  Vene  der  Dichter 

fiber  'Uj^iuln  und  und  die  Ansichten  der  venetuedenen  Sekten,  IJiri- 
^ten,  Zaiditen  usw. 

S.  172,-175,  4A\  J^j  0^  J-^  J^i  ^-i'«  was  die 

Genossen  zugunsten  des  Ulinän  gegen  seine  Ankläger  vorbrachten,  mehrere 
Traditionen. 

j\Xf'')l\j.  In  diesem  Abschnitt  werden  die  EinwttrÜe  der  «räfida  und 
mulbUla«  gegen  *UtinSns  Verhalten  der  Reihe  nach  widerlegt  unter  der  Formel 
k)^  jU  («wenn  behauptet  wird«)...  Jj^  ("sn  erwidern  wir«). 

8.  IS.'),— 192,^  jic^  ui  ^  U meist 
nach  Sail"  Ilm  '  Umar. 

8.  l>s;>,„— 190,  -=  Tab.  3255,_  190^— 191,,  =  Tab.  3200,— 3252,, 

auclt  sumt  noch  einzeliu-^  uiit  T&barl  Qbereinstimniend. 

S.  192,-204,.  Kap.  XI  jUiVJ      \  Jj  \^  f^^f^  vM*- 

S.  192,  „  ==  Tab.  3060,0—3061,;  S.  1 95,  j— 196,  =  T»b.  3063,— 3064,; 
S.  1964,-196  ult  =  Tab.  3061,,— 30624}       ^^'^x-*  =  Tab.  3064^^1,; 

8. 197,„— 198,5  =  Tah.  3062«— 3063^. 

Die  Dichter,  von  denen  <liese>"  Abschnitt  fnußer  den  auch  bei  Trih»rl 
zitierten  Versen)  Gedichte  enthält,  sind:  Al-W'alid  Ibn  Ka' Ii   11  it 

Mälik.    an-Nadr   Ibn   nl-Härit,    Hassan   Ilm   ^äbit,  Azhar  Ibn  bubll^an, 

'Abdall.th  Ilm  Wahl),  aI-M\ii;iia  Hm  al  Aljnas. 

ä.  204,,  Kap.  XU  Äi-Vl  ^  j  jls^  ^\  J^\, 

S.  205  Über  den  Tod  des  Mälik  Ihn  al- AStar;  S.  206  Tod  des 
Mubainmad  Ibn  Abi  Oaki  und  Kiuäna  Ibn  BiSr;  .S.  207,,  über  den  Tod  des 
Talba  und  Zubair;  .S.  211,.  Tod  des  Ammär  Ilm  Jäsir;  S.  212,,  Tod  di  > 
Anir  Ibn  al-l.Iämic);  S.  213, ^  Tod  des'Umair  Ihn  Däbi  und  de^s  K»iniail  Iba 
Zijäd;  S.  216  Tod  des  llurqns.  Meist  sind  in  diesem  .\bsclinilt  keine 
QucUcn  zitiert,  gelegentlich  wird  aber  z.  B.  Gal.iiz  ungeitilirt. 

S.  217  oben  ji^fr  Ji  jU  ^  Jl  -,  Aussprüche  Alis  und  anderer» 

die  'UtmSns  Ermordung  verdammten  (mit  Isniden). 


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Ilosovrrz;  Ana  den  Bibliotheken  voa  Kairo,  Oamaakna  und  Koiulantiuopcl.  21 

S.  218|»-*220t,  j  iSJJ  U;  meut  Ausxnge  aus  deni 

Boche  des  Abö  Bakr  Ibn  al-l^usatn  ftl^A^irri. 

S.  220,7  0^  ij***  «-»^;  nach  al-Äj^urri  und  Abiiind  Il>n  Hnnbal 

Musnad  (dieser  von  222^  bis  223,J;  i>.  223^ — 225^  eine  Erörterung  des  Ver- 
fassers Ober  die  Frage,  inwiefern  die  Ermordung  '  Ulinina  ein  größeres 
Ung^fidc  war  als  Hie  des  *Um«r  usw. 

S.  22.% — 227,,  Aussflge  aus  Äj^urri  Ober  'UimlDs  Vorzl^e. 

«.  227,j--248  J^\jJ\  j  SÖJ;  eine  Streitschrift  des  Ver- 

Ikssers  gegen  die  KawüfKl  mit  einer  Auseinandersetzung  ihrer  Lehren  und 
xahlreicheo  Tätaten  aus  Gä^^  und  anderen  Scliriftstellern. 

14.  Al-Ahwäxi:  Sarb  'iqd  ahl  al-imin  H  Mn'äwija  Ibn  Abi 
Sufjän.   Damaskus t  Ma^Kmi*  129.  Der  BammellNind  129  entliilt  u.a.  eine 

Schiift,  auf  deren  Titelblatt  man  liest:  -üc  ^j-^  sj* 

von  Abs  Ali  al-^asan  Ibn  j^li  Ibn  Ibifhim  al-Ahwäzi.  Der  hier  bewahrte 
Teil  enthalt  eine  Zusammenstellung  von  Traditionen,  welche  Mii'iwija  vom 

Propheten  überliefert  hat.  Jeder  Tradition  ist  ein  >l>äb«  ^(;\vidmet»  und 
meist  wird  sie  in  zahlreichen  Versionen  wiederholt.  Manche  dieser  Tra- 
ditionen haben  pn|iti«;r!ip  Tfiidfiiz ;  bei  rinderen  ist  sie  wenigstens  ohne 
weiteres  nicht  zu  erkennen.  Jedenfalls  ist  diese  Sclu'ift  ein  Dokument  des 
omajjadischen  Hadii.  Sie  besteht  aus  30  Folios,  die  Seite  /ii  27  Zeilen,  nicht 
sehr  deutlicher  Schrift;  das  gan/.e  Werk  —  hier  haben  wir  ja  nur  den 
24.  Teil  vor  uns  —  mu0  also  ziemlich  umfangreich  gew^n  sein. 

Die  Hadite  des  Mu'ftw^'a  ihn  Abi  Sufjin  stehen  Im  Musnad  Abmad  IV, 
91 — 102  xusammen/  Der  Verfasser  unserer  Sdirift  ist  (vgl.  Brockelmann  I, 
407)  362  geboren  und  446  in  Damaskus  gestorben. 

15.  Abu'l-Qäsini  'Ubaidalläh  Ibn  Muhammad  as-Saqati: 
Fadiil  Mu'äwija.    Damaskus  Ma^ämi' 2:'». 

Der  Sftmmelband  25  der  Damaszener  Bibliothek  entbilt  als  Nr.  2  ein 
SchriAcheu,  auf  dessen  Titelblatt  es  heißt: 

Vj&  besteiit  aus  H  Folios,  die  Seite  zu  23  Zeilen,  und  enthalt  eine  Zu- 
sammenstellung von  Ijadiien,  in  welchen  MuliHnunad,  Abü  iiakr.  'Uuiar  u.a. 
den  Mii^w(ja  loben  oder  Ersühlungen ,  aus  denen  wwt»  Vorzüge  und  Ver- 
dienste ttviehtlieb  sind  und  vom  Propheten  anerkannt  werden;  auch  daß 
zwischen  ihm  und  *Ali  spiter  ein  Zwiespalt  eintreten  wird,  sagt  der  Prophet 


Rudäni  (ßerün.  Luidheig  015)  kennt  -Fadail  Ma'awga  U-Abi1-Qiaim 
Alnlailäh  Iba  Moi^iuumad  aa-Saqail*. 


22    HoBovm:  Atu  den  Bibliotheken  von  K«rOt  Damaekiw  and  KontUntino|>el. 

voraus.    Nach  (iulfJyJIier  (Muhainuietianische  Studien  ll,4t>)  liflt  das  Volk 
•  in  Dauiaskuji  iiucli  von  NasSi  (gest.  303)  Hadiie  verlangt,  die  dem  Mu'iwija 
zur  Ehre  geretchten.  Wir  sehen  hier»  dtiSi  Schriften  dieser  Tendenz  sich  tat- 
aiehlich  in  Damaskus  erhaften  habMi. 

16.  Abu  Baki  Muhammad  Ibn  al-Husain  al  A^urri:  A^bär 
'Umar  Ibn  Xbd  al-Axiz.   Damaskus  Ma^i*  30. 

Der  Sammelband  80  enthSH  an  erster  Stelle  ^  3^ 

-LC-  von  Abu  Bakr  Muhammad  ihn  al-Husain  Ibn  'Abdallah  ai-A^urri. 

• 

Jede  einzelne  Uberlieferung  hat  ihren  besonderen  Isnäd.  Das  8chriftchen 
besteht  aus  21  Folios,  die  Seite  zu  15  Zeilen,  nicht  leicht  lesbarer  Schrift, 
der  sehr  vielfnch  die  diakritischen  Punkte  fehlen;  eine  Einteilung  in  Ab« 
schnitte  iindel  sich  nicht. 

Brockelmann  I,  164  ken/it  der»  Veriasser  (ßc^i.  ^5*)U)  aLs  iaüili.schen 
Rechtsgelehrteu  und  Verfasser  von  Schriften  über  l.iadii  usw.  \'gl.  auch 
oben  Nr.  13.   HH210  erwShnt  unsere  Schrift. 

17.  Al-Baijäsis  aI-i*lSm  biUhurQb  al-wiqiat  fi  sadr  aUislIm. 
Kairo  Tarib  599.   Kat.V,  II. 

Dieses  Werk,  dessen  Verfasser  Abu*l-Ha^^  Jüsof  Ibn  Muhammad 
al-BaySn  (gest.  653)  ist,  bestdik  aus  zwei  Bind^,  die  hier  nicht  ganz  voll* 
stSadig  eriialten  sind.  Unter  den  BQchem,  die  der  Verfasser  als  seine 
Quellet!  zitiert,  Nerdieneii  besondere  Erwähnunj^  «das  Buch  des  Düläbi-, 
womit  jedenfalls  die  -Aljbär  al-ljulafä.  (Hl]  193)  des  320  gestorbenen  Abu 
Bisr  Muhammad  11)11  Ahmad  ;id-I)ni;lbi  ^empint  sind  und  »das  Buch  des 
TT.mlial  •  ,  das  ist  die  Chronik  des  \hn  Ali  Hanhal  Ibn  Ishnq  (p^est.  273). 
eines  Neffen  des  Imaui,  üht-r  welche  man  Wüsienfeld,  Gwchielitschreiber 

Nr.  70,  vergleiche.  Wer  der  Veriasser  (Vol.  Ii,  Fol.  7* 

des  ebenfalls  hlufig  zitierten  «KitSb  al  Muztfbr«  ist,  konnte  ich  nieht 

ermitteln. 

Vol.  I  (Kairo).  Fol.  1  hp£»;iniit  mitten  im  Bericht  über  den  Kampf 
zwischen  Mti'äwija  und  'Ali,  speziell  Uber  die  Einsetzung  des  al- Aitar  zum 
StatUialter  über  Ägypten. 

6^  wird  Xabari  auagezogen  (in  dem  Abschnitt  «ttti  -UP  V^J'* 
jJi^\  jjif"  er),  bis  Fol.  15'  scheint  dann  alles  aus  Tahari  zu  atammen, 

15'  Mas*ndt,  15^  MadSinf  fiir  eine  kurze  Bemerkunp^,  dann  in  dem  Ab- 

scrmitl  ^   ^\ j  ^ J-^  '\J^  i^.y^  1"'^—-"''^    ^'i'^"  Pol- 

Abu  '\bd  ar-Rahmän  as-Sulauii  zitiert,  sonst,  wie  es  .scheint,  kein  Isnäd. 
nur  Fol.  20'  eine  Nachricht  von  Al-^asan  al-Basri.    Fo1.20'^^jIm  Af^y 
J\  i^j)  O,  r^, ;  Abschnitt  ist  im  wesentlichen  gleich  T«b.  I, 

3450  11. .  euihüit  alirr  Verse,  die  Tahan  nicht  haU 


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Uomvm:  Aim  den  Bibliotliekeii  voii  K«in>,  OaiiMskiu  ond  Komtautinop«!.  23 

^  O,  ^•^«P'»  ^"'^       Bericht  des  Abu 

Mlbnafv  den  auch  T^b»  1*  3453  benutxt,  aber  BaySsI  hat  mehr  davon. 

24'  «_JU»  (J^  Cr  (V-  Vieln  entspricht  genau  dem  Berieht  bei 

'\a.\>.  I,  34ö6fr.,  ohne  daß  aber  ein  Gewährsmann  geuanut  wäre;  außer- 
dem sind  endere  Quetien  benutzt,  z.  B.  das  Buch  des  Abu  Bifir  ad-Duläbi 
(25^  unten)  Wlqidl,  MadSini  u.a.,  dann  wieder  Tabari. 

aus  Mas'udi;  Aussprüche  von  AU  usw. 

30'  Je*  0:  Cr^\  darin 

31'  t^j/fc  Jl  ^jff- ebenda        ^j^L^  31'  jVj-^ii  x^,y\*  32' 
JUwi  Ol*  JJl».  ytTund  yjiJ  J<  ü:         J^[6.\.  JaqCbi]  an- 

32»  l y^ll         (j-  j\ ^  fast  ganz  nach  T^ib  II,  1 1  ff. 

33^  JUui»  <>         4i  jU  zum  Teil  gleioh  Tab.  II»  71t 

34'  c/^l  J^;   ^"erst  gleich  Tab.  11,  10, 

dann  vieles  über  I^lauura  Ihn  Wadl*. 

35»  IjAS  fCl  j  <ji  (rJj^S  »«s*»  Madsini. 

86»— 48»  jli ^  Jä  ^  ^  \yM.\  \yi^cr  jli 

=  Tab.  II,  17 — 21,  "28  —  dann  noch  Aussjjiiu'lic  des  Mustaurid  nach 
Mubanad  (Kämil).    Dieser  ganze  Abschnitt  enthält  also  nichts  Neuejs. 

48*  ^^U'  ^J    •       ilj  j ;  nach  Mas'ild!  (Murü^;  und  Tanbih),  Abu 

Bür  ad-Düllbl,  Abntad  Ibn  Abt  Ja'qüb,  Baläduri. 

50'  ^  4^      jbj  f  J*^*  neeh  Tftbari,  der  auch  genannt  wird. 

51'  jUL«  ^  jl3  J^ocil«'!;  nach  Abmad  Ibn  Abi  Ja  qub, 

Masüdj,  A  hü  Libaida. 

53'  •        ^bj  VVj}  das  meiste  nach  Teb.  11,  71 — 81,  dazwischen 

mehrere«  nach  MadStoI,  6ibi9  und  (58')  dem  Buche  des  Ahmid  Ibn  Abi 
Ja'qüb. 

^  f  jJ^  -s^.  iy^i^  Cr        er  J\  JU.  J naeh  Tabari. 

iVS'  :iVj  ^  wJ\c  Cr  ^3 

59'  Km^  O         »lij      '^Si\  ^Vj;  nach  Madiini  =  T«b.  II, 

87 —  89  [BaijSn  scheint  immer  direkt  aus  Madiini  zu  zitieren,  was  Tebari 
ihm  durch  Vermittetnng  des  *Umar  Ibn  §abba  entlehnt]. 

60»      ^ybj  Jjj^l  j13  wJil» ;  nach  Abu  *Ubaida  —  Tftb.  11,  94—109, 

aber  manches  bei  Uaijäsl  verkürzt;  dann  63'  Abu'l-Farag  al-I>faiiani  (Agäni) 


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24    HoHovm:  An»  den  BibliothekiMi  von  Kaim,  Domaskos  and  Rons(Miti»(»|)el. 

und  (oben)  Ibn  Duraid  zitiert}  der  ganze  AbscJmitt  enthält  nur  Be- 
kanntes. 

(unten)  ö jüj  il»^;  nach  Madäini  (=  — lt>Ü),  dann 

{64'  oben)  Abu  Bi§r  ad>Düläbi  und  Wäqidi. 

65'  (^JC53i  ^  Cr,  =  Tub.  11, 

♦)7'  ./^  ^_/«  *^J'f  nach  Abu  üisr  ad-Dülnbi ;  ebenda 

Zeile  11  folgt  dann  der  weitere  «f^ricln  laL.  II.  117  (Zeile  l  fl.)  bis  rJ8-; 
dann  (^9*)  der  Bericht  des  Ibn  Qutaiba  über  den  Tod  des  'Amr  Ibn  al- 
I.Iämi<|  (ganz  kurz)  und  dann  wieder  Tnb.  12S. — 145j.  Auch  in  dieseui 
Abschnitt  (67' — 74^^)  ist  also  nur  sehr  wenig  Neues. 

74^  jU;       jC>.  j^jj^  =  Tab.  11,  löl— 165. 

76^  JjbUl  ^jj^  Cf,  (iii  J^J  ^>^^        O  -^W  mit 
eingelTdut  (v^l.  >Iiibarrad  Kamil  602  ff. ,  wo  alles  kürzer). 

'7'  ^  43  er.         ^  -Ji-*^^  =  Tab.  II,  180—187,; 

dann  77*  »iich  noch  ein  anderer  Berieht  (•  J)* J)  angefugt  und  ebenso 
82'  (^1  ^y  jf  jj);  dann  am  Schluß  (82«)  al-Mubarrad. 

bä»^'  (zwischen  82  und  83  nuiÜ  etwas  fehlen):  ^  ^y^J 
jU (Anno  68)  =  Tab.  11,  754/55. 

84'  (zwischen  83  und  84  muß  wieder  etwas  fehlen)  mefareres  aber 
Mu*iw^a,  meist  nael)  Madiinu 

85'  (zwischen  84  und  85  fehlt  wieder  etwas!*)  Mas'üdi  Aber  die  0a- 

wSri^  (das  Blatt  ist  mehrfach  zerfressen);  86'  J  »U  CLj 

ein  Bci-ioht  des  Mushm  und  Abu  liasid  von  Muhaminad  Iba  ijinn; 
87  (vor  Kol.  1  gebunden,  stark  zerfressen)  entliält  Auszüge  aus  Mubarrad 
(KSmil)  aber  die  jjawSri^  und  87'  ^  j|  JLfr  <Lyj;  mitten  in  einem 
Satse  schließt  der  erste  Band. 

Vol.  II,  Titelblatt;       JÜi  »jJ^U 

1*  (sehr  zei-stört)  ...  pdjj  J*  j  A^V  j  ...  zum  Teil  nacli 

DüiSbl;  2'4iLj  4ijU  jKoA  «iJ  nach  (^Ssim  Ibn  al-Asbag,  KItib 
al-Mufaffar,  Ibn  Wsddnh,  Xabari,  öshiz,  Oulibl  u.a. 

G'  <j  JwjrJ  ^yj  =  Tnb.  II,  223ff.;  7'  Duläb«;  7'  al-Mu- 

Taiiar;  7»  ß\  =^T»h, II,  232— 269 (oben);  16'  Mas- 

*SÄ;  17'  Uanbal  Ibn  IsbSq  zitiert;  17^  J\ Ji  Jui-I  ^  Tab.  11, 

272  —  275,7,  -"^^i?  —  -^U'  288,,  — (mtiuli'-h  mit  sehr  vif-cn  Auslassun- 
gen^; 26'  beginnt  dann  der  Bericht  des  Düiäbi,  dann  meist  T^hari. 


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HoRovm:  An*  den  Bibliotheken  von  Kairo,  Dmraskus  nnd  RoMtantinopel.  25 

32»  jUi-\  je.  ^Jtf.  4/ JÜjll        =  Tab.  11,  402— 404;  dann  33»  Mitte 

ein  StQck,  das  Tabari  nicht  tu  haben  scheint,  and  unten  «^«^ij)!  Jti;  35' 

(Z.  3)  stimnit  dann  wieder  einiges  mit  Tab.  II,  406,  Qberein,  aber  es  ist 
doch  ein  anderer  Bericht,  der  bis  36^  weitergeht. 

36'  1^)3  <mA\  J!  J y}^\         ^ y      Tal).  II,  4<>8,,— 418, 

(scheint  aWi  iiit  einzelnen  viell'ach  abzuweichen};  40'  Wäqidl,  41'  Oüläbl; 
43'"  wieder  VVafjidi. 

43'-  j^  'J\  ^  *a\  ^  ^ ^  l'^S  ij  ^  jw.;  44'  Dü- 

läb'i,  Uiäim  ibu  aUKalbi;  44*  WSqidi,  Ofiitbi,  Al^inad  Ibn  Abi  Ju'qnh, 

45'  3JC  Ji  jjC  CT  Cf^\  j^;  45»  Wsqidi-,  46»  DüHbij  46'  MasVidi. 

-47'  j^J\  t>       -Lfr       nach  al-'Utbi,  Abu  Maäar. 

48' £C  Jl      ^\  £j =  Tab.11, 513—517«;  49'Mubamd(KimU). 

51'  j^^i  cT  auI  ^1  « y^^y  über  Erklärung  koranisclier 

Ausdrücke  (mit  sehr  vielen  Versen);  55'  Mubarrad. 

56'  jlj  4>  4»i  -Ut  Ja»  i.*U  =  Tab.  II,  435„-437„.  460, ff.; 

57 — 58*  scheinen  dann  zum  Teil  Nachrichten  xu  stellen,  die  Tabari  nicht 
hat;  58^  nuten  =  T«b.n,  437,,— 439, o- 

59'  •        i  ^  4tt^  JUfr  £j  J*- ,  verschiedene  anonyme  Be- 

richte; 61'  einer  des  Abu  'Ubaida      lab.  II,  44.\. 

61'  J*j  O,       ^  ^.  «r^i  (>i  ^yl«^l>  zuerst     Tab.  U,  446; 

62'  aber  schon  abweichend;  62'        3*.^  clJ        "^^^^^  mehrmals  wieder^ 

holt);  64'  dann  ['abari  zitiert,  unten  ein  (i (dicht  des  Zaid  Ihti  MatVriij. 

^jmwm*  (JCiu,  uiit  vielen  Versen;  67' 

68-  >T  Ji>  Ji;  69r  3l^yi  i  ^  jj jVi  a 

=  Tsh.  11,  517  unten  bis  520  o!)en.  von  70'  iin  abweichend;  72'  M»d)arrad. 

72"^  0        JläL  fj»  ^-'l?^^  am  Anfang  mit  Tab.  11,  580  ff. 

übcu'einstimmend ,  nachher  ganz  abweichend,  zum  Teil  =  Kämil  61 7 ff. 

74'      ^\  JtS  jy  =  Tab.  II.  582,,— .'i84„;  76'  unten  Jj 

j>'\  ^  ji»;  7(i^  oben  AIhI  Mihnaf  -  -  Tab.  585,  ^  —  588j,  bzw.  =  Kämil  638 
bi»  639,;  77'  Verw;  7Ö'  Ij^j;  79'  Abu  Mi^naf  (=  Tab.U,  590),  dann 
wieder  iSSJJ'^  79'  unten  Tsbsri  {^Sj^^  JS)J  80'  *  jf  JÄ^;  81'  Mubarrad. 

82'  ^  l  »Ulli. 

84'  jj^U  ^ijljVi  J\  J*11  j^. 


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26    HoRovm:  Aim  den  Bibliothakeu  voii  Kairo.  Damaskus  mi  Konslantiiioiiel. 

O  i^Acli  einer  kiirzeo 

Einleitung  »(aa*udi;  87»  i^j^^S  j\  ^  '^y^,  O.  xS'y 
89»  DÖlibi. 

•   d(K  U-j  a  ^  Tab.  11,  578,,  — 07«»,,;  90» 

Dfilähl;  Ol'  Altn  Milin;il' = 'Jab.  II,  669,  ff.;  92' dann  aber  nicht  mehr  out 

'Paliari  iilM-ipinsiiumifuil. 

92'  ^\  O;  iÜj  VVEqidi;  92'  Mas'üdi. 

92»    /K,  ^jlI   ^\  ^\JZ.\  ~  Tab.  II,  497—507^.  Ö08„— 509|. 

95'  Jj-»  0:  üic^  ^J>-  -  Tab. II,  538—555,. 

100'  j^J\  jjM»  0;  üU-  »U^l  =T»l».n,  555i,— 569,j  dann 

folgt  noch  103'  ein  längeres  Gedicht  des  A'&fi  Hanidän  öber  diese  Er- 
eignisse. 

104'-  ^  Jl  J  4ji\  ^  ^Ujj  j\Z^\  ^\  *\X-l  =_  Tab.  il,  521^— 53L. 
107»  '21  jlit  ^J>-  ==Ta1><lli  531»— 537,,  569»— 570. 

HO»  jvJ-i  fJk.  Ul^  jLil  =  Jal'.  11,  568,,— 632,. 

120^  4>  4JI^  JLP  jfi^j  jL-a.V\  AlUj  jLi\  Jji.^ 

^jaJI         =  Tab.  11,  6:V2,„— 641,,. 

122»  Jci\  ü/S  J»l  =  T»b.II,  648,,— 660„.  663,,— 667», 

«85.-689,. 

129»  ipi  jtäl  .j^'j  j-^l       <>  i  ^  J3u  =T«b.lI.  * 

661,^—663,,,  667,— t>7l,^.,  675,o— 680. 

1  CT  -   Tab.  11,  671,.— 675,.i 

133''  Dulabi. 

133'  <^A\  J\  Lu>.  jlil  ^rf  =  T*b.  11,  686,^—693,. 

136'  Cii-l  er         Jjj;'^  ^'  -«»^       ^r^**  Mnbamid,  Ahmad  Ibn 

Abi  JiMiüb;  136*  Tab.  11.  69.%— 695,,;  137'  Ahmad  Ihn  \h\  .la'qnb. 

137»  jIJ  J  4tti  -Lop  ^       jLlVl  tr  tf^\j\  <-i-y  ^  Tab.  II, 

700,,— 702,,,  705„— 7O64;  138'  J>A  Jj  r=  Tab.  II,  704,— 705„j 

ilann  138'  =  Tab.  II,  707,-716,0;  ^^^^  Düläbi,  Ahmad  Ibn  AW  Ja'qüb; 
142'  c$J->J- 

142»  ;  wJl  4«Vj»  Duiibi,  dann  (142»  unten)  Abu 

Mihnnf  —  T«»b.  M,  718-  731,  (nur  Fol.  143'  JJj  stimmt  am  Anfang  nicbt 

genau  mit  Tabari),  732,,— 738^,. 


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iloHoim:  Ans  d«n  Bibliotheken  von  Kairo.  Deuiaakus  und  Koiwtentiuopel.  27 

»48-  ä  — *•  ^  ^  JjJ       Tab.  II. 

738,4—741,^;  149*  das  Bncli  des  Abmad  II»n  Abi  .la^iüb.  löO'  dann  Mubarradi 
150^  Mitte  fabari  (=  Tah.  II,  7 1'),  — 7 1».,,  ,  749,,— 7;>2,,). 

151'  cr^  er  wJtta-Vi  i^J  DüÜbi,  152' Mubeirad. 

152'  J-»^^  Je  Ji4l\  j>,J\  (y  w*-e«  ISy,  166»  Mabamd*  158' 

Abu  Mihnaf       Tab.  II,  757, — 762,. 

159'  (letzte  Zeile)  =  Tab.  II,  762,— 7()3,; 

159*  (ooten)  Mubnnad;  162'  Wäqidl       Teb.  11,  781  unten  ff.). 

162''  j  JjWJl  J)jfrUJl  nach  DüISIm,  xuin  Teil  verwischt. 

1»;2'  *y-   >^  jlj^  c/  ^\  -  Tab.  II,  78H,j 

bis  793, f.,  dann  HiO^'  unrh  melireres  (.sehr  .stark  zerstört)  nach  Abu 'Awäna 
und  \*\^'  Düläbi;  mit  den  in  dessen  Bericht  angeführten  X'iTscn  briclif  da.s 
Bach  ab.  Die  Rückseite  vou  Ibfi"^  ist  a!leiditJi;s  nicht  beschrieben,  wonach 
man  aiso  annehmen  .sollte,  das  Buch  !>ei  hier  tatsächlich  zu  Knde. 

Ib.   Al-iii<jai:  A^jbar  al-giläd,  K<instantinu|>«l. 
a)  Laieli  ld44.    Titel:   ^\  l'V>l  .J^^l  ^  j 

^UJi  OrjH  JU^  ...fUVi. 

In  der  Vorrede  huidelt  der  Verfasser  Ober  die  AutoritSten,  aufweiche 
diese  Oeschiehte  der  Eroberungen  xurückgelit,  und  ihre  GlaubwQrdigkeit 
Er  nennt  als  diese  Oeschichtachreiber  al*MadHini,  ad-DülIbi,  Saif  Ihn 

Tmar.  al-Baliduri*  Ihn  I.shäq  und  WricpMi.  Die  Eroberungsge.schiclite 
der  syrischen,  mesojMitamischen ,  ägyptischen  tind  anderer  Städte  wii-d 
aiL<«frihrlich  behandelt,  wobei  auch  Gen^i a]»bisches  und  Xacliricbten  ril)er 
allerlei  wunderbnre  Selieiiswiirdif;keiten  mit  eintließen.  Ktwa  Kol.  30Ü  bis 
■^n  steht  ein  Abschnitt  über  'üniar  ntiil  seine  Kij;en.s(  liaften.  Hs  folgen 
üaxin  meist  kurze  Abschnitte  über  die  Eiobci  ung  von  Nurdafrika,  Spanien, 
Sizilien,  Cypern,  Rhodus,  die  Nuba,  die  turke.stanischen  Länder  usw. 

Den  Schluß  bildet  ein  kurzes  ivapitel  «Jlä* 

Der  Band  besteht  ans  etwa  360  enggcschriebenen  Folios,  die  Seite 
zu  20  Zeilen  deutlicher  Schrift:  nach  <ler  Nachschrift  hat  der  Verfasser 
sein  Werk  im  Jahre  84,  d.  h.  also  884,  beendet. 

h)  Därnlid  IbräliTm  Pä?ia  886:  wie  die  anderen  Handschriften,  deren 
Nummern  ich  mir  aus  dem  Katalog  dieser  Bibliothek  notiert  hatte,  ist 
auch  (Uese  bis  jetzt  nicht  aufzufinden. 

Unser  Werk  befindet  sich  auch  in  der  rnllecrjon  Schefer.  Bibliotheque 
oatiouale  5862  (wohl  eine  .\bscbnft  einer  der  Kouslantinojieler  Ilandsehiilten). 
Der  Natne  des  Veriasäers  lautet  vollständig  Burhin  ad -Din  Abu  U^jlnsan 
Ibrdnm  Ibn  *Uniar  aUBiq&'l.  Sein  Tarib  (Berlin  9694),  den  Brockelmann 
erwibnt,  ist  mit  den  abbir  al-^Uid  nicht  identisch. 


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28   IIoBoviTz:  Au»  deo  BIBliotheken  von  Kairo,  Damukus  and  Konttantinopel. 


(X  Ägypten. 

19.  Tarib  Iskandarijja  (aageblich).    Konstantinopd  Aja  Sofia 

3003/04. 

Aja  Sofia  3003/04  soil  nach  dem  Katatof;  4.  jXSdl  ^  jl'  enthalten; 

in  Wirklit  liUeit  steht  deutlich  da  j-C^\  ^  jl"  ^  J  jVl  •  ""^ 

haben  es  mit  e.inem  Alexanderroinan  7.11  Itin,  der  swei  starke  bände  umfaßt 
und  dessen  Abschrift  881  vollendet  worden  ist. 

20.  Alidallüli  Ibn  Muhaiiiuiad  al-Madinl  nl-Balawi:  Kitäb 
sirat  äl-Tniün.  Damaskus,  Tarih  242  (noch  nicht  im  gedruckten  Kntaloj;). 

Auf  dem  Titelblatt  der  Handschrift  steht:  öjj^       i  * V^*^ 

^jUi  ^Jdi  Jjf-  ^  4A\        JJ^  In  dem  Vorwort  redet  der 

Verfasser  einen  Ungenannten  an.  der  mit  dem  Buch  des  Ahmad  Ibu  Jüsuf ^ 
Rber  die  Geschichte  des  Ibn  Tülün  nicht  zufrieden  war,  weshalb  er  selbst 
(der  Verfasser)  rum  dicsps  Buch  {^esclnicben  liabe;  das  Rncli  des  Ahmad 
ll)n  .iHsuf  sei  scliK'clit  ^^(^urdfiet  usw.  Der  hier  vorhandene  Teil  beliatideit 
nur  die  Geschichte  des  Ahmad  Um  X'dun  selbst  (niclit  der  j^an/.en  Dynastie). 
Meist  werden  die  Berichte  vim  Zeitgenossen  und  manchniul  auch  Ereii;niivse 
aus  anderen  Zeiten  /.ur  Erläuterung  angeführt.  Das  Buch  scheint  niclit  ganz 
vollstilndig  erhalten  zu  sein  (?),  reicht  aber  bis  tarn  Tode  dea  Ibn  Tniüo. 
Der  Band  besteht  aus  etwa  125  Folios,  die  Seite  au  22  Zellen;  die  Schrift 
hat  fiist  ^r  keine  dialcritischen  Punkte  und  einige  Stellen  sind  beschidigt. 

21.  TugSn  al-Mubammadi:  al-Muqaddama  as-sui^&nijja. 
Kairo,  Tarib  502  (KatV,  156). 

TügBn  aKMidiannnndi  al- Alrafts  Buch  •al-muqaddama  as  •  sultänijja 
fl  as-s\j8sa  aä'iar'ijja«  befindet  sich  in  Kairo  in  einem  Exemplar  (VII,  10 

steht  nur  ein  Verweis  auf  V,  1.56).    Wie  die  Ka[>itelübersicht  auf  Fol. 
der  unpagitiiei ten  Handschrift  —  sie  bestellt  aus  1S3  Folios,  die  Seite  /.u 
II)  Zeilen  —  zeigt,  kouuiit  für  geschichtliche  Interessen  nur  das  letzte  (10.) 

Kapitel  in  Betracht.    Dieses  Kapitel  liat  die  Überschrift  yÜI 

dieses  Kapitel  hat  der  Verfasser  das  historische  Gedicht  des  Ibnr  al*6aziir  aaf> 
genommen,  das  mehrfach  in  europiischen  Bibliotheken  erhalten  ist(8.  Brockel* 
nuwn  I,  335)  und  bis  zum  Jahre  672  reiclit,  dann  die  Ur^üza  des  Abu*K 
Fara^  Ibn  Riia  Aber  die  folgenden  Jahre  bis  764;  dann  eine  Fortsetzung 
dieses  Gedichtes  von  Ahmad  Ibn  'Ali  QaratSl  bis  zum  Jahre  872.  An  diese 
Versifikationen  der  IrOheren  Geschichte  schliefit  der  Verfasser  einen  um- 


'  Dieses  Biicli,  dem  also  unseres  entgegentreten  will,  ist  in  den  Ma^;rib  des 
Iba  Sa' Id  aufgenonuncn  (a.  Brockeliiiann  1,  149). 


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UouoviTz:  Aus  deii  Uibliutlteke»  von  Kairo .  Damaskus  uud  KoustatiUuupcl.  Hl) 

f«ngr«iehen  Absehnitt  Ober  Qütbli  «n  jJm^  j»  iXJ  Jl) 

(^LLIs  j\  «3y^Vl>    Nadi  dner  Ginleitung  behandelt  er  darin  die 

Ereignisse  des  Jalires  872,  dann  folgt  ein  Absciinitt         ^*La»>  ^  0^  , 

hierauf  <J»,j^\         ^Uj  C>^^\  ^*V>i  jifl  U       und  endlich 

Abschnitte  über  Ereignisse  unter  Qäitbäi.  Den  Scliluß  bildet  eine  Anzahl 
von  Abedinitten  ftber  allerlei  Themata,  die  mit  Qfitbii  nichts  au  tun  haben. 

Die  Berliner  Handschrift  (Ahlwardt  9839)  entliUt  —  nacli  der  Be- 
schreibung bei  Ahlwardt  —  nur  ein  Fragment  aus  dem  Kapitel  Aber  (^tbil. 

22.  *Ali  Ibn  DaQd  al-6auhari:  Nuahat  an^nufüs.  Kairo  Tarib 
116  m.   Kat.V,  167. 

All  Ibn  Däud  al-b>^^b  aUÖauhari  al-Hanafl:  KitAb  nuzhat  an-niifüs 
wal-abdrin  fi  tarilj  az-zaniSn.  Dieses  Werk  fehlt  bei  Brockelniantt  II ,  43, 
obwohl  Wustenfeld  Nr.  41M>  es  nach  ijä^^i  JJalffi  anfiiln  t.  Die  Kniriner 
Handschrift  uiiifaßt  'l'^7  Folios,  dir  Seite  zu  'Af\  Zeilen  in  undeutlicher  Schrift 
—  Autogrii]ili  des  NerfasstTs        der  auch  die  diakritischen  Punkte  hiliifiii 

fehlen.  Das  buch  beginnt  ujit  den  Worten:         vlÜlll  ^Uäi  <Jy 

\  t}ß    «Uw  y  \  ^lUl  (im  Jahre  784).  £b  werden  dann  bei  jedem 

Jahr  auerst  aosfilhrlich  die  Ereignisse  erzlhlt,  dann  folgt  eine  (meist  nicht 
sehr  ausführliche)  ZusammensteUung  der  berQhmten  Personen,  welche  in 
dem  betreffenden  Jahre  gestorben  sind.  Das  Werk  reicht  bis  «um  Jahre  850. 


D.  Fes. 

23l   Mubammad  Ibn  a{-T*ijll>  al-Qidiri:  Lambat  al-bah^a 
al-*alija.  Kairo,  Taiih  2028  (erst  nachdem  Druck  des  Katalogs  erworben). 
Die  Handscln  ifi  Tarib  2028  entl.nit  eine  Schrift,  deren  Titel  Fol.  3' 

unten  als  OLJI         ^jait  ^  OJl  *^^\  ^  ang^eben  wird;  der  Ver« 

fasser  nennt  sich  Fol.  2'  Mubammad  Ibn  at-TaiJib  al-Qüdh-i  al-Uasani.  Die 
Handschrift  besteht  aus  29  Folios  (unpaginiert),  die  Seite  zu  14  Zeilen  raa- 
gribiDischer  Sehrift.  Nach  einer  Einleitung  (Fol.  1  bis  4'),  in  welcher  der 
Verfasser  erzählt,  wie  er  die  Schrift  zusammenzustellen  veranlaßt  wurde, 

beginnt  Fol.  4'  wJ»^»  w-Jl  \a*  JW^  J^\\- J  JjV\  J-iJl, 

in  wcIcIh'mi  aiislVilirlich  die  (»t'n»'ali)<;ii'  der  jJ^ÜLa^  <■'[)  ^  in  Fäs  bis  auf 
Uusaiu  Ibn  Ali  zurückgeführt  wird  (unter  Anf&lu-nng  der  A\itt)ritäten). 

11*  L4i  L j  CuJ)  Ulli  «i»  »UJJl  »Ul  j  jb\  J^i 
^Üi  J?Uill. 

14'        J:L-.  jU  J  w^ul  (die  V  ragen  beziehen  sich  eben- 

falls auf  die  Familien  der  Sizilier). 


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BO    Ho«ovm:  Ana  den  Bibliotheken  von  Kairo,  Damaskits  und  Konstantinopel. 

25'  jJr\  j^r.  J  cJ^^l  j  J--*W  die  beiden  Furü' 
»ind        lJ^^  JM  und  JLÜI  t>i. 

Der  Schluß  de»  Schriftcliens  felilt.  Idi  kann  weiter  nielits  Ober  diese 
Abkdmmlioge  der  •8izilier>  in  Fes  finden. 

Brockelmann  11 , 455  föhrt  ein  biogra|>hiscliee  WSrIerbucfa  unseres  Ver- 
fassers (gest.  1152)  an,  eine  andere  Sdirifi  von  ihm  QüVi,  594. 

K  Syrien  tmd  Mesopotamien. 

24.  Abu'I-Fidä:  At-tibral-m.usbiik.  Kairo, Tarib 86m  (KatAM35). 
At- tibr  a1- masbuk  fi  tawirili  akibir  al-mulük  talif    •  sultäa  al-kablr* 

al-fadil  ...  *InUUl  ad- Bin  sibib  llamSt,  die  sweite  in  dem  Sammelbande 
Tarib^Sni  enthaltene  Sehrilt,  bestellt  aus  einer  chronologisch  geordneten 
AufzUilung  von  in  den  Jahren  499 — 742  stattigehabten  Thronbesteigungen» 
Todesrallpii  ^(>n  Herrschern  und  sonstigen  wielitigen  Ereignissen  (Kämpfe 
uiit  den  Franken  usw.).  Hie  chronologischen  Angnl)en  beziehen  sich  im 
wesentlichen  auf  Damaskus,  das  iibriec  Syrien  und  Mesopotamien,  Die 
Handschrift  besteht  aus  20  sehr  deutlicli  und  scliun  gescliriebenen  Folios. 

25.  Geschichte  von  Mesopotamien  (wohl  ein  Teil  von  ihn  iad- 
däds  al-a'lfiq  aUitazlra  fi  üikr  uroarä  aft-Sam  wal*gazira).  Beirut, 
Universite  St -Joseph. 

In  der  kurzen  Vorbemerkung  sagt  der  Verfasser,  in  dem  vorangehen- 
den  Teil  seines  Werkes  habe  er  von  Syrien  gesprochen  und  wie  seine  ein- 
seinen  Gebiete  an  Konige  und  Emire  übergegangen  seien;  nun  wolle  er 
Mesopotamien  an.schliei^n  und  seine  Herrscher  behandeln  \on  Anfang  an 
Iiis  auf  die  Zeit,  wo  es  von  doii  Muslims  an  die  Tataren  übei'gegangen  sei; 
auch  Mo'^ul  habe  er  mitbeliandclt ,  ninvnlil  es  nicht  eigentlich  zu  Mesop<»- 
tamien  gcliüre.  Wir  haben  hier  al&t»  nur  cirif  ti  Band  des  Werkes  vor  tms, 
das  im  Jalire  G70  verfaßt  ist  (wie  auf  der  let/.teu  8eite  .steht).  Verla.s.ser 
und  Titel  sind  nicht  angegeben.  Dsis  £xcui]ilar  der  Universitc  St-Josepli 
ist  eine  moderne  Abschrift  einer  Handschrift,  die  im  Jahre  7^  geschrieben 
Ist.  Auf  eine  kurte  Einleitung  fiber  die  Einteilung  des  Landes  und  sdne 
Eroberung  fdgt  ein  längerer  Absehnitt: 

Die  Aufzahlung  rddit  bis  zum  Jalire  302.  Von  da  an  werden  dann  die 
einzelnen  Gebiete,  die  ihre  besonderen  Herrscher  hatten,  getrennt  behandelt. 

und  zwar  zuerst: 

V^Ia^j         j\ti  In  diesem  Abschnitt  wird  suerst  llanibi 

behandelt;  Geographisches  und  Topogmphisclies  und  dann  Geschichtliches 

bis  zur  Tatarenzeit  (6')ll).  In  dem  gesell ichtlichen  Abschnitt  ist  erst  von 
der  Gründung  der  Stadt  die  Rede  und  dann  w  ird  die  Geschichte  Vom  Ende 
der  Ilamdanidendynastie  bis  zur  ratnrenherrschaft  er/.ählt.  Dann  noch 
kurze  Abschnitte  iibfr  die  Kinkünftc  {irfifri'),  wobei  der  Verfasser  ens&hlt, 
er  sei  G40  hingeschickt  w^orden,  um  di<>  Einkünfte  feslxustelle^i. 


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Hoatn-TTx:  Ans  den  BibBoll^fln  von  Kairo,  Dum^u  und  RonMantinopd.  31 

K»  jl|  dessen  Geschichte  ebenfalls  Ins  zur  Tatarenhernchaft  ver* 
folgt  wird. 

\^J\  ^5^.  erst  Topographisches,  dann  »die  Geschichte  seiner  Erol»e^ 

rung*  kurx  nach  Wäqidi  und  die  weitere  Geschichte  bis  658;  ebenso  die 
Geschichte  von  Sarii^,  QaTat  äa*bar,  Al-Bira. 

jUfcL-    belmiidelt.    Die  Geschichte  von  »Sin^är  (von  den»  Knde  der  ilam- 

daniden  an)  wird  nn.sfQhrlich  erzählt  und  ebeafalls  bis  zur  Tatarenberr- 
schalt  weitergeführt. 

ij\  •  j  j>-\  ebenfalls  ausfOhrlich  behandelt  vom  Jalire  521  an 
(Tod  des  'h.z  ad -din  Maü'üd). 

jL>  ^ß^t  mit  den  Unterabteilungen         ^J§\JL»f  jj^l  und 

^^jU   Erst  das  Tupugrapliisclie  behandelt,  dann  das  Geschichtliche  sehr 

aosföhrlicb  vom  Jahre  285  (Mu*tadid)  bis  zur  Eroberung  durch  die  Tataren; 
der  Verfasser  spricht  darin  audi  von  seinen  eigenen  Krlebnissen.  Es  wird 
die  gemeinsame  Geschichte  von  Amid  und  MaJJafIriqin  enililt,  dann  die  von 
Miyjillriqlo  cu  Ende  geführt  und  dann  kurz  die  Geschichte  von  Ämid  nachge- 
holt  fur  die  Periode  seinerTrennnng  von  MajjSi^lriqin  (488 — 679).  Dann  folgen 
noch  kurae  Abschnitte  fdier  Hi^n  Kaifa,  Annn  und  <'in  längerer  über  Märdin. 

Nachträglich  sehe  ich,  daß  unsere  Handschrift  dasselbe  Werk  enthält 
wie  Berlin  *>SO0  (Alihvardt  IX ,  S.  L'.t  lfl".).  Wir  haben  es,  wie  es  scheint, 
mit  dem  letzten  Teil  von  lUn  Saddäds  Werk  z.u  tun,  über  welches 
mau  die  Beschreibung  von  Brit.  Mus.  Nr.  13"23/4  verj;leiche.  Die  liantl- 
scliriflcn  des  British  Museums  und  des  Asiatischeu  Museums  (vgl.  Brockel- 
mann  1,  482)  enthalten  die  Kapitel  Über  Mesopotamien  nicht. 

2(T.  Muhammad  Ibn 'Abdalwähid  al  Ma()disi:  Fa<Iüil  a^-Snm, 
Teil  11.  Damaskus  M;i^ämt'  48.  Der  Sammelband  48  enthält  ab  Nr.  2 
^Ul|  JTUi  j»  Jdl         von  pijB  ad-din  Muhammad  Ibn  *Abdalwll^d 

Ibn  Ahmad  al-Maqdisi.   Auf  dnige  Abschnitte  über  AussprQche  Muhammads 

betreffend  besonders  ausgezeichnete  Moscheen  folgt  F"ol.  »der  Vorzug  des 
Geliets  in  Jerusalem« ;  6""  »daß  der  Dag^äl  Jerusalem  nicht  betreten  wird«  usw., 
9'  brd>  fi-s-sakriä  M-l>ait  nl - iii.Kidis  wa-dikr  fathiha ;  lO""  bäh  fi  dikr 'imrän 
bait  a!-uia<|dis;  iU'  i'ilu-r  .Miihainniads  nächtliche  Reise  nach  Jerusalem; 
Itj*"  bäh  «Jiki-  man  ahraina  niiii  bnit  al-umtidis  min  ri';  -  ^ahäha. 

fcls  liaiKielt  sich  al^o  in  diesem  Teil  des  Buches  niigend.^  um  »as-l^iam« 
im  eugsten  Sinne,  sondern  ausschließlich  um  Jerusalem.  Geschichtliches  enthält 
das  Scbriftdien  freilich  kaum.  Der  hier  vorliandene  Teil  besteht  aus  18  Fol., 
die  Seite  zu  25  Zeilen.  Über  den  Verfasser  vgl.  Brockelmaon  1, 398 :  p||ä  ad-din 
Muhammad  IbnXbdalwabld  al-MaqdIsi,  ging  600  nach  Damaskus  und  starb  643. 

27.  Dikr  binä  mas^id  Dimas«!  j u  raf  bil- II mawi.  Damaskus 
Ma^mr  8.    Der  8ammelband  8  enthält  sLs  letzte  Nummer  eine  Kurriisa  in 


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32   Hosovitb:  Ans  den  Bibliothdten  von  Rain»,  Dawaakiui  tind  Konstaatinopel. 

deutUdier  Schrift,  welche  auf  der  zweiten  Seite  als  Übei'schrift  hat  »bi  ß^ 

iSy^\  «3*^'^  Da  die  19  Seiten  niclit  ausreichten ,  so  schrieb 

man  den  Sohhiß  auf  die  erste  Seite.  Das  Schriftchen  (oder  ist  es  ein  Teil 
eines  größeren  Werkes?)  behandelt  die  Geschichte  der  Omi^jadenmosctiee 
und  ist  nach  Ihn  'A«ikir  geschrieben ,  der  einmal  erw&Jint  wird.  Auch  das 
Jahr  740  wird  noch  berücksichtigt.  Der  Verfasser  nennt  sich  nicht,  gibt 

aber  meist  seine  Quellen  an.   llabib  az-ZiyjSt  sagt  S.  29  »tL«  <i 

(I)j^^^JJi  ia-U\  *!»\  Afffc— . 

2H.  .M  11  i^amuiuii  lliii  .Sa  id  :il -Qiisairi:  Tariij  ui--Ka(£i|u.  Da- 
maskus Mu^üinr  34.  Die  Samiiielhandsclirift  34  entiiilt  als  Nr.  I,  2  und  3 
»Tarib  ar-Ra(|qa  wa^inan  naxalahSmin  ash&b  rasull'Uih  wat't&bnnwal-fuqahS 
walmubaddilin«  verfaßt  von  AbQ  XII  Mubainmad  Ibn  8a*id  Ibn  Abdanraboiin 
al-Quftairi  al-llarnini  (gest.  334).    Nach  einer  kurzen  Vorbemerkung  über 

die  Erol>ernng  von  Raqqa  durch  die  Muslims  folgt  Fol.  2'  ^j*  <i  j\  ^ 

J_^J  w-»^**-"^.    Jt'der  -Genosse«    hat  einen   besonderen   Artikel  und 

jeder  Iladii  seinen  Isnäd.  fc^  fulgen  dann  die  Artikel  über  die  Tra- 
diti<»narier  »rsw.,  die  sicli  in  Ra(iqa  aufgebnltrii  lialicn.  Die  Artikel  sind 
niciit  aliili.il>etisch ,  sondern  nnch  der  Chronologie  tier  TiKU-sjahre  geordnet, 
deitii  Itt/.tf  bis  etwa  29"  reichen.  \'on  der  •(le.sciiichte«  von  ar-Uaqqa 
wird  also  last  gai  mcht  gesprochen.  Die  drei  Icile  nmla.sscn  /.n.sainincn 
38  Fol ,  die  Seite  zu  19  Zeilen.  Leider  sind  sehr  viele  Stellen  kaum  les« 
harj  namentlich  im  ersten  Teil  ist  vieles  ganx  verwischt  und  serstuit. 

Von  Brockelmann  I,  138  wird  unsere  Schrift  als  verloren  gegangen 
bexddinet. 

29.  Muhammad  Ibn  'Ali  al-Xlawi:  Kitäb  fadl  aUKüf*  1. 
Damaskus,  Ma^ämP  93, 

Als  leUte  Nummer  enthllt  die  Handschrift  Ma^mf  93^  JjVt  »J^l 

l^Ut  ^1:5^  von  Abs  *Abdatlih  Muhammad  Ibn  'Ali  Ihn 

al* Hasan  (Hustin.'j  Ibn  'Abdairali^mäu  al-'Alawi.  Das  Buch  besteht  aus 
Iblgendeji  Absichuitlen : 

3*  JS  O  Jfr  Cff^y^\      »iy^.*  .  .  .        jii^  JJ^i  AjJ^ 

^  wlli». 

7'  V»  juy^  5>j      ^3  W      j^-L*  s>-»* 

12'  liUli  cU»  J  >  Jy. 


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1  loBoviTz :  Aus  dej)  Hibltotbckcu  von  Kairu ,  Damaskus  uad  Koostautiuopel. 
19»  Äi^l  JuÜ  j  JUL  Jji. 

Damit  endet  Fol.  27'  dieser  erste  Teil.  Auf  die  folgenden  Teile  bis 
xam  Ende  lies  Werkes  wi-ist  die  Nachschrift  eines  »Lesei"»«  hin;  hier  ist  aber 
Dur  Teil  I  erhalteo.   Die  Schrift  ist  ziemlich  deutlich,  die  Seite  hat  22  Zeilen. 

F.  Arabien. 

30.  Hasan  Ibn  Ali  al*'U^aimi:  Ihdä' al-la^&if  min  a|)bär  a(-> 
Täif.    Kairr>,  Tnrih  87  fK.it.  V,  135),  Fol.  7—22. 

In  der  Vorbemerkung  (7-)  erklärt  AhdnlijrKHr,  der  Solin  des  Mufti 
Jabjä  (des  Sohnes  des  Mufti  und  Qä<li  von  Mekka  Abdalqädir  as-Sädi<ji), 

dafi  er  das  BrouiUon  des  llasan  Jbn  Ali  al-'U^aimi  (a.  über  ihn 

[sest  1113]  Broekdmann  11,392)  Ober  die  Geschichte  von  l  aif  geordnet 

habe.   Nach  einer  kurzen  Einleitung  b^nnt  dann  Fol.  9'  (j  JjVl 

^*y\  J-«»j  Fol.  13'  sJiU\  j  '^\^\  -Uldllj  JUS        j  JU  JL^V, 

Fol.20r  ^1  JCS\.    VieLfach  werden  al-Marglni,  Ihn 

Fahd  (Brockelnumn  11,  175)  n.  a.  als  Quellen  angef&hrt    Der  Titel  lautet 

w^'vUl  j4  ^'LUli  iS''^\  «CLil  ÄiU J\  «Ä»  wofür  wohl  zu 

lesen  ist. 

31.  Muhammad  Ihn  pijä*  at*QuraiIt  Ahwäl  Makka  wal- 
Madina  (?).    Kiüro,  TSrib  1570  (nach  dem  Druck  des  Katalogs  erworben). 

Nach  der  Basmala  beginnt  da.s  Buch  mit  den  Worten  *J->-  ^-^-i-* 

J-ß  cr^»  J^»  -^"^  er 

Dieser  Muhammad  Ibn  PyS  ist  nach  Brockelmann  1, 378  (Zeile  24/25), 
852  H.  gestorben.  Die  Handschrift  ist  aiemllch  deutlich  gesehrieben  und 
besteht  aus  186  anpaginierteo  Folios,  die  Seite  au  23  Zeilen. 

Fol.  1»  j  '^  jJä\  4-S3i  JU  U J  SC  jft      J  JjVl  yUl 

In  diesem  Abschnitt  wird  die  ganze  legendarische  Vorgeschichte  der 
Ka'ba  in  der  dihil^ya  ausf&hrlich  behandelt  (oft  werden  die  Isnide  oder 

NHtd. Sflm. £  Orient  SpiMbca.  UM,  D.  Abt  3 

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34    HosoviTz:  Ails  (it-It  Uibliotiiekeii   oll  Kairo  .  Damaskus  und  KuiiisU^ituiopel. 

wenigstens  die  Quelldi  nneegeben),  dann  die  Geschiclite  der  Eroberung  Mek- 
kas durch  Muhammad,  die  Kaulen  des  Zubair  an  der  Ka'bn  (häufig  Ibn  (Jtirnig 

und  Azraqi  zitiert);  dann  ^^^Vi  ,'t*t  über  die  einzelnen  Teile 

der  Moschee  (den  maqtm  Ibrihim,  Zarozam  usw.).   Ein  Abschnitt  haf  die 

Überschrift  t        jL»  ji  J\  ^M's  f 

j  Vi  <Jtf.        darin  werden  die  Erweiterungen  der  Moschee  Ins  zum  (  luilifen 

Mahdi  behandelt.  Ein  anderer  Abschnitt  hat  als  Überschrift  JÜ^UI  ^ 

^\ ^\  Jk»BJli,  darauf  folgt  f\ •4»bJl\  O^j^  ^>  usw.,  znletat  wird 

ftbpr  die  Knfferniinp  des  sehwar/i  ri  Stciiu's  diircl»  die  Cai  jiiathen  gehandelt. 
Ivs  werdfii  iiiiiui'r  (^)iienen  angefiiliit ,  z.B.  A/.fSuji,  Hahabi  (al-'ibnr)  u.a. 

Etwa  Fol.  V  beginnt  dann  Ü^ULl  ^/UV'l  ^  J  J-«^ 

(Aaraqi,  lj|ar|^1,  Abfi  Mulaika  u.  a.  als  Quellen  xttiert) 

Fol.  94'  (ungefähr)  br-ginnt  dann  jLi*       <mA\  J  j'Jl 

Fa§l  3:  ^1  UjU j  0.^1         J  U 

FasI  5:  '^_J  <^  J3 J  J-^i  y^J  ^  ^  j. 

Fa;l  6:  '^1  o  Ji*3  Uj       J y^j  -»»^  t!^\  J. 

(Auch  Qber  die  Anzahl  der  Siulen  usw.  cur  Zeit  des  Verfassers.) 

Fa>l  7:        U> j  OJJll  ''^\  J\  J^L1\  jl  J. 

Fasl  8:  4»!  J Sisj  ^  j, 

(Aueh  aber  den  Tod  des  Abu  Bakr,  *Uoiar  und  die  Lsg«  der  Oriber 
des  Muhammad,  Abu  Bakr  und  'Uniar  nebst  Situalionsskizzen.) 

Fs«I  9:  USsfS  J yj  h^J  ^  ii> 

Mit  diesem  Kaptiel  schließt  das  Buch.  Ob  es  viele  Einzelheiten  ent- 
hilt,  die  in  den  gedruckten  Chroniken  von  Mekka  und  Medina  fehlen, 
könnte  nur  eine  genaue  Vei|^ehuiqB(  lehren. 

32.  Kitäb  aI-i*tibSr  fi  dikr  at-tawSrib  wal-abbSr.  Knill», 
Tarife  11,  Fol.  105  IT.    Kat.  V.  139. 

Die  Ilandscbrift  Tarih  11  lieginut  Fol.  105^  mit  einem  Werk,  das 
dort  als  »Kit&b  al-i'tibir  i'i-d>kr  at*lawärib  wal-afebir«  bezeidinet  wird. 


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HoBoviTz:  Aa«  den  Bibliotheken  von  Kairo  ^  Ihunaskaa  und  Konstantinopd.  35 

In  einer  kursen  Einleitung  (Fol.  105* — 107*)  spricht  der  Verfaaser  nber 
•den  Vorzug  des  Jemen  und  seiner  Bewohner  und  threD  Idim«. 

107'  sj^ibt  er  eine  Übersicht: 

Teil  1  (vgl.  Brockelmaiui  II,  184)  handelt  über  die  Dynastie  der  Banü 
Zijätl  und  (Irr  T'anü  Siilailii  bis  auf  di<*  7.*'it  des  Ibn  Mafidi;  dii'Sfn  'IVi!  erklärt 
der  \'erfn>^<'r  iinM-t  n.irh  'l'niära  ll>ii  /aiiläfi  fs.  i'ilxM"  <l<  ss('ii  von  Kay  ver- 
ollVutliciite.s  W(trk  iirocUi  liIiann  1,331)  bearln  iii  t  zu  haben,  alMT  darin  auch 
noch  über  dieseN  Werk  hiiiausgeganj^en  zu  sein. 

Teil  II  (be{;iinit  Fol.  120^)  handeilt  über  die  Geschiclite  von  \\'a.säb  (in 
Jcjueo).  Die  beiden  ci-sten  kurzen  Alisclmitle  sind  geographisch ,  der  dritte 
lind  die  folgenden«  deren  Inhalt  ich  hier  angebe,  belassen  sich  mit  der 
Geschichte  von  WasSb  und  den  Gelehrten,  die  dort  gelebt  haben. 

(123*)  t?b^  die  Konige  von  Wa^Kb,  darin: 

1.  Die  Könige,  die  vor  den  Banü  Basal  geherrscht  haben. 

2.  Über  die  Banü  Raaül  (Fol.  126'). 

3.  über  die  Dynastien,  welche  nur  einen  Teil  von  W&^b  beherrscht 

haben  (l^^i*),  in  sieben  Unterabteihingen. 

(130'^)  über  die  Gelehrten  von  VVasäb  (in  zwansig  Unterabteilungen), 
bis  zum  Ende  des  Werks  (Fol.  lä'i). 

Die  Schrift  ist  weist  ziemlich  deuUiclij  die  Seite  liat  37  Zeilen. 

6.  Venelüedenos. 

38.  $üH,  Al-aurtq.  Kairo,  TSrih  595.  Kat.  V,  16. 
Die  Handschrift,  deren  Anfang  fehlt,  liesteht  aus  181  Folios,  die  Seite 
xa  13  Zeilen  deutlicher,  schöner  Schrift;  Fol.  1'  steht  ein  Gedicht  und 

dann  in  der  letzten  Zeile  die  Überschrift  ^  4^t^  jli  jL^), 

dann  1^  (erste  Zfilt")  ab  neue  Teilüberschnii  -^^'i  ^  «j^l  uiit  einem 

IsDäd  des  >^nl!  bis  auf  Ali  Ihn  Muhanunad  an-Naufall  (jedp  Nnchricht  des 
Buches  hat  ihren  besonderen  Isnäd),  dann  Gedichte  des  Abün  bis  7\ 
7»  4 ^\  ^  ^  jU-\. 

-  —       •  ? 

17^  '^^^  J  iSJJ  L. 

18^      JJi  jßj  jlV  JjäII. 

26*'  j  ^ij  -Vi^'Vt        (j»-,  eine  Versifizierung  einer  Oesehiehte  aus 

Kaliia  wa  Dimna,  fÖr  die  AbSn  von  den  Bannakiden  reichlich  belohnt  wtu*de, 
dann  ein  Gedicht  über  das  Fasten. 

3* 


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3G    HoROViTZ:  Au9  deii  Bibliotheken  vou  Kairo,  Damaskus  und  Roiistaiitiiiopel. 
43'  (unten)  ^J^JoaII      jmJ  J>ji*— -l  ^^^»-i.. 

45'  •       jläf^  ^  Cj  j\  jU-i  (iiiehrer«8  aber  seine 

Begegnung  mit  Uärün  ar  -  Hasid ,  54bfF.  über  ^^)|  4*uJl  -^^-^i  -üp). 
58^  (ult)  4>J  ^.-J^l  j  ^\ 

84'  J  ^\ 

9 1    (ult.)         tj-  ykM:»-\i\,  ^^^=:=^  *         ^  der  liaujit- 

8&cblicb  Uebesgedichte  nach  Art  des  Iba  Abi  Umiyja  nuucbte  (^Ul  ^<ALi  ,JJ» 

98'  ^Ul)  (>  <-ii«'X  v/'^  neben  Gedichten  viele  Anekdoten 

mit  historischen  Nachrichten. 

112'   •         wAo'j»  eutliält  fast  ausschließ- 

lich Gedichte. 

144'  ^  '^^  0;  a  ^l-i-l 

Am  Anfan^^  des  Alisclinitts  s[)richt  as-^üli  von  seinem  *\ j  jjJl  ^LlS^s,  unten); 

bis  147*  entbllt  der  Abschnitt  fast  gsr  kwne  Gedichte»  sondern  historisdie 
Anekdoten. 

155»  cT         j**  u*J- 

160'  wi-_^^  o;  <>»• 

162'  Cj  JW-l  f^l^  J.. 

165'   w-^j»^  4>  oj-i 

16t>'  (ult.)  0;  4lll  JUfr  Jl^  jt        (meist  Gedichte). 

168»  A*><^ 

(enthUt  ftst  nar  Gedichte). 

177'   w-'Öl  <JL-  jl  J         jU-1,  fast  nur  Cledichte,  rt-iciit  bis  180-. 


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Horovmt  Aus  den  BRiKothdEen  von  Kairo ,  Dnnadttw  and  Konstantinopd.  37 

Ich  schließe  einige  Aus/iii/f»  an,  die  fiber  den  Charakter  de«  Werkes 

iuhI  sein  Verhältoia  zum  Kitäb  al-wuzarä  desselben  Verfasseni  urien- 
tieren. 

Kol.  95^  heißt  es  nach  der  Uberschrift:  A^mad  Ibn  Jüsuf  wazir  ftl- 
31amnii: 

«iAJi            \i\  «^ie  C--r»i  o/ii  -^Iji  aTU  ^  yciJl  J\i 

UU          -^b  J^-^^i  j  ^^J^'J  '^yrJ  J-  -'^J  >  Ji-  ^ 

0er  Schluß  des  Buches  (180')  lautet: 

>^  JT  V  u^ii         ^  ob  ^ 

14|v  Nach  der  Überschrift  «.^^  ^         Jtro^       jU-i  heifit  es: 

UU  JT  <i\  iS^\  J-^^J         CA^i:A  -wj 

Mit  öiewn  Angaben  YergMebe  man  Fihrist  150/51  JljjVi  s^^^^^^ 

jUilj  U^l  »uy^t  jUi  a;;.  ^i^»  |j  »i »Uä-l  jUi  j 

.j-V^»         J:  er*  ^ 

• Jfr  t>.  dü j  Jjlj  4jul  Äjüi-  o;!  Vj  Äaj;^  ^  jl« 


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B8   HoBOvmt  Aus  den  Bibliotheken  von  Kairo,  Damaafcus  nnd  KonsUntinopol. 

0 jtj^J  »„ji^i  jli-i  « J^J  <Ji^y  Cy,  "^^^ 

V(Hi  «ii'ii  hier  im  Filiirst  avjfgp/.älillen  Ivapiteln  fiiuh'l  sich  in  dem 
Kairoer  Fragment  nur  der  aiisnihrUchc  Al)schniit  über  A^niad  Ibn  Jusuf 
<Fol.l44fff.). 

34.  P«eudo*6sbi?:  Tanbih  aUmulük.  Konstantinopel,  Rö- 
prQlQziide  1065. 

Auf  dem  Titelblatt  liest  man  darüber 

in  kleiner  Schrift  ia>-U-l         ü  3 j\c*  ti\ 

Ich   kaua  ein 

#   

solches  Btich  des  Gähir.  sonst  nicht  bezeugt  finden;  im  Text  des  Hucht-s 
seihst  scheint  drr  Name  des  Verfassers  nicht  erwähnt  zu  werden.  Daß  das 
Bucli  nicht  von  (jühi?  (i^^^t.  verfaßt  sein  kiiiui  ,  ngiht  sich  aus  dem  Inhalt 
(Fol.  147  AT  s.  ti.).  Da.s  Buch  soll  —  nach  der  Vorrede  —  (die  Könige??) 
dazu  veranlassen,  sicti  vor  angeblichen  Freunden  zu  hüten  und  vor 
ihreo  Listen  und  ihrem  verborgenen  Haß  warnen.  Es  besteht  ans  den 
Teilen: 

1.  »Die  Listen  der  Perser«  ^ JS\  O^lC,  Fol.  2'~24r.  Der  erste 
Abschnitt  dieses  Teils  ist  überschrieben  jlsü^  ^ Jt,  S'^  C^'>» 
der  letete           ^       ^  ^  CJ, 

2.  «Die  Üeschiclite  der  Inder  und  Griechen  und  ihrer  Listen« 
^'I^J  f  jjb  ^\  (Fol.  24*— 32»).    Namentlich  die  Geschichte 
Alexanders  wird  in  diesem  Abschnitt  berQcksiditigt 

3.  »Die  Geschichte  der  Araber»     jJi  Die  ersten  .\b- 

schnitfe  diese-s  Trils  btharidtlii  (i.tdis  und  T.'a.sni,  Zabhä,  Saif  Ijn  .l;i/^n, 
'AUi  Ihn  Jazan  u.  a.  48^  »  I  riiiir  nnd  l\li|ama« ;  40  /Ufmän  uml  die 
Ägypter«;  51^  -Muüvvija  und  'AU«,  und  bis  58*  andere  -Listen*  des 
Mu*äwija;  59  »Listen  des  Amr  Ibn  al  a.s«;  dann  die  »DawSri^-;  72r  »die 
Listen  des  'Ubaidalbh  Ibn  Zyäd  und  des  Bl*  beginnen  »die 

Listen  der  Banü  Xbbis«;  96*  »die  Listen  des  Hinin  ar-RaSid«;  III*  «die 
Listen«  die  im  Streit  des  Amin  nnd  Mamün  angewandt  wurden«;  127' 
.I.isl<'ii  des  Mti'tasim«;  \W  -eine  List  des  Mntavvakkil«;  147'  »I/isten  de» 
Ahmad  Ihn  Tülün-  (254  — -270);  Hil^  »List  des  MutadiM.  (i>7li  -'^9); 
179*  'List  des  al  -  (,)tiinmi,  des  JSekretärs  des  Ihn  Bnjn-  ( ;{2» '  —  3  l^) :  JnS'^ 
»Listen  des  I[)§ididen  Kafur-  (3r)5  —  '.\Wi).  Am  Soliluß  lV)Ii;t  dann  rinch  ./in 
Abschnitt  üher  die  KrirL^sIistrn  Mnhnnnuids ,  uiid  da>>  Buch  endet  214^ 
mit  dem  Öut/.e,  dais  -(reseiz  und  Verstand  die  Listen  ioben»  wenn  sie  in  der 


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Hoiu»%'m:  Aus  den  Bibliotheken  von  Kairo,  Damaduu  und  Konstantinopel.  H9 

Kichtuui;;  verwandt  \M  nlen,  daß  die  Religion  dadurch  an  Macht  gewinnt  und 
die  Muslims  Nutzen  davon  haben«. 

Die  Handschnd  besteht  aus  etwa  214  Folios,  die  Seite  zu  15  Zdlen, 
und  ist  deutlich  geschriebeo.  Das  Datum  der  Abschrift  ist  nicht  sicher  zu 
lesen;  ein  Wurmstich  hat  die  Stelle  zwischen  den  Zehnern  und  Hunderten 
weggefressen,  es  scheint  64Ö  dazustehen.  Ich  habe  in  der  Inhaltsangabe 
nicht  alle*  sondern  nur  eine  Auswahl  von  KapitelOberschriften  gegeben, 
dir  alx  r  /pi2;en,  über  welchen  Zeitraum  sieh  der  Tiilialt  des  Buches  erstreckt. 
Die  Angabe  der  Folios  wird  vielleicht  nur  ungefähr  richtig  sein. 

35.  Ibn  'Ahd  al-Barr:  Kitib  al  qasd  wal-amam.  KonstaO" 
tinopel,  'Ä&ir  Efendi  688. 

Der  Titel  lautet:  ^ jA  JU\  J i-*>ii  j  f V\j 

•  •  •  •  •  •  ^  m 

Nach  kunter  Vorrede  beginnt  der  Verfasser  die  Gencaloj^ie  der  Nach- 
kommen des  ^U«,        und  «Lil  zu  entwickeln.   4/^  ^  Jj\  ^  JjÄil 

^L.  a!^  jn»      j>i\t  heißt  es  dann  -^y  (jf  ^L-  jjj         Jii  3' 

W  beginnt  das  Kapitel  über  '^äm  und  seine  Ktnd(>r« ,  15^  -Jäta^  und 
seine  Kinder«,  worin  von  den  S^*         ^J*  (^<A)Vi, 

ÄJIlJ),  jU) J»^  JjL,  i) ^  nnd  schließlich  von   r: yr^3 

(24»^)  gehandelt  wird.  Zwistinni  Fol.  'lA  und  20  ist  offenbar  etwas  aus- 
gefallen, denn  Fol.  *25  befiii(ii'n  wit-  uns  bereits  in  dem  Kapitel  über  die 

Genealoge  der  Arabrr  ( Dieser  Al).schnilt,  in  welchem  die  einzelnen 

arnbischeii  Slänwne  behaiulek  werden,  reicht  Iiis  r.un»  Ende  des  Ruches,  das 
aus  *59  Folios,  die  Seite  zu  M  Zeilen  di-utlicher  Schrill,  besteht. 

Unser  Buch  befindet  sich  auch  im  Eseurial  1Ö97  unter  dem  Titel 
•exdtatio  de  commemorattone  originis  tribuum  et  Cf>gnltlone  genealogiarum«, 
und  jetzt  in  Paris,  Bibliotheque  nationale  6039  (Sdieferj  wohl  Abschrift 
aas  der  Konstantinopolitaner  Handschrift). 

36.  Chalifengesehichte  (4.  Jahrhundert)  mit  Biographien, 
Beirut,  Vniversite  St- Joseph. 

Eün  Werk,  dessen  Anfang  und  Ende  fehlt;  es  enthält  zahlreiche  Bio- 
;;i"aphien  von  Ijervorraiteoden  Personen,  welche  zur  Zeit  der  Chalifeu 
at-'Jai'-Hlläh  Iiis  AI-Qfiim  bi-nmrilläh  {'M'^?^ — fj;e5tnrl>en  sind.  Die 
Hau jitsncli»'  bildet  iiiiin«'!'  der  tiusriibiliclie  Absebnilt  iil]er  das  Chnlifat  des 
betrellenüen  llen^cher.s,  aiil  welchen  tiann  die  Biographien  folgen.  Ibn  ^alli- 
kän,  Ibn  Asäkir  u.  a.  werden  zitiert. 


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40    Hosovrrs:  Au  den  Bibliotbd^en  von  Kairo,  Damaskus  and  Konstantinopel. 


HL  Sammliingen  von  Biographien. 
A.  AflgraraiBe*  SaaunhuigviL 

37.    ijaha;i,  At-tai'ib  al-kabir.  Konstantinopel. 
'/)    Die  Aja  Sofia  enthalt  als  Nr.  3089  —  3071  ein  Werk,  nui  (ii-^en 
Titelblatt  es  heißt  f>\-Vl  ^  ^i>^\  jSS\  j^jh       J^Vl  *J:\ 

Die  Bande  sind  in  inagribinisciier  Schrift  geschrieben,  nur  da>  ei-stc 
Blatt  jede??  Bandes  von  spSterer  Hand.    Nr.  30<;i>  (Band  I)  bejiinnt  mit  den 

Worten:  ^  lS>-^  Jl*  lSj^\  J-**^\  \J         iaileJl  J\5 

Juk^t  ulj  ^  A^UT^^jL«!  4tt\  5U  folgen  andere  Traditionen. 

Fol.  2  stdien  dann  sdion  biographische  Artikel,  a.  v.         ^  0  — 

Artikel  Muhammad  geht  allen  anderen  voraus  — ,  an  welche  sicli  dann  die 
übrigen  Artikel  in  alphabetischer  Reihenfolgf^  nnschließen.   Mitten  im  Artikel 

jL-  Cr  j^-->-  bricht  der  Band  ab;  der  Schluß  felilt,  ebenso  wie  zwischen 

Fol.  1  und  2  der  Anfang  der  Biographien  fehlt.  Der  Band  besteht  aus 
etwa  168  Folios,  die  Seite  zu  2h  Zeilen. 

3070  b^nt  mit  iji^  ^^^^  dieser 
Band  besteht  aus  etwa  140  Folios. 

3071  b^innt  mit  und  ffihrt  die  Artikel  welter  bis  sum  Schluß 

des  Alphabets.  Dann  folgt  ein  ganz,  kurzer  Alischnitt:  ^  <J^j*{  V  Cr*  '-'^ 
frVV  »3>^J  f-'\'  Am  Schluß  hcifit  es:  jV  '(^M 

Die  Abschrift  ist  im  Jahre  702  vollendet  worden.    Ms  folgt  noch  ein 
Anhang  von  zwei  Seiten:  i^j^t  Jt'  i^jX^\  4il        jlc-  ^'fj  ^Ujl  ^ 

Dieser  III.  Band  besteht  aus  etwa  140  i  olios. 

Die  biographischen  Artikel  sind  meist  sehr  kurx  und  enthalten  vor 
allem  Nachrichten  über  die  Lehrer  und  Schiller  der  Überlieferer  n.  L 

b)  Ein  Teil  desselben  Werkes  findet  sich  in  KÄprHhVJlde  1053.  Der 
Titel  lau u.i;  ^^'\  ^jj>-  ^  u'^  jr^l  ^J^*  4^  ^-^"^^  ^-'T^ 

'  D.  ii.  uidit  geographisch  beschränkte. 


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Hoiiovm:  Ana  den  Bibliolliekan  von  Kairo,  Damaskiifl  und  Konstantinopel.  41 
C/  ü;  Ai^  4»i  JL»  j\  ^UV\  CjM.i^i J  *»}^\  ^ 

\\nv',m\'  ♦olf^t  der  -Lsiiäd«  der  ('Uerlielerer  des  Buchas;  der  Irt/te  hat 
es  —  wit'  am  Aiifanj^  d«*-;  \V'erkes  heißt  —  '»73  in  Bagdad  »gehört«. 
Der  Text  stimmt  mit  .\ia  Soiia  3069  überein,  nur  der  Isnäd  der  Über- 
lieferer des  Buches  ist  vei-schieden.    Der  hier  aufhewalu  te  erhaltene  Teil  1 

enthält  die  Biographien  bis  (_/lk-Jl  ^  y\  j^^-ac-  CJ  cA— Ende 

heißt  es:  jÜl  »jJ^I  j  . jlC-  .  .  .  JjVl  >T. 

Die  Schrift  ist  uemlidi  deutlich. 

[e)  WiUi  ad-Din  2399  enthält  nsch  dem  KaUlo«,':  öolt  ^  jl' 

von  BiibSri.  Ein  solches  Werk  des  Bu(jiri  ist  nicht  bekannt,  und  man  ist 
geneigt,  zu  glauben,   es  auch  hier  mit  dem  «tarih  al-kalnr«  zu  tun  zu 

haben.    In  Wirklichkeit  aber  lautet  der  Titel:  ^-^-dl 

jw^  4»^  JLfr  f\  j».V»  f%J\j        U;iU  jp  l^'Uij 

F.«?  i"?t  also  im  Katalog  aus  Nag^är  »Buiiäri«  2;e\vordeii.    Auch  im 

Anfang  des  Werkes  selbst  wird  der  Verfasser  ^Isc^i  genannt.  ]tA  liandelt 
sich  um  eine  Besdutibung  Medinas,  einzelner  wichtiger  Pl&tte  UtJd  Mo- 
scheen usw.;  dazu  kommt  nnrh  ein  Abschnitt  über  die  -Genossen«  und  die 
»Tä!»rüu«  in  Medina.  Vj>  ist  also  ein  wertloses  spates  Werk,  das  mit  Bii- 
häri  nichts  zu  tun  hat.  Diese  Schrit  t  des  Iba  an  -  NaditHr  ist  auch  in  Gotha 
(1~I3)  imd  Paris  vorhanden  AN'iistenfeld,  GeschichUschreiber  327).] 

Aufli  dif  ßibliothcque  Naiionaif  (Schefer)  o'.lOH  besit/.t  den  letzten 

Teil  des  ^  J^">  tl^'"  mit  3->^  ü  ^--w-*  beginnt*,  es  ist  wohl  eine  Ab- 

schrift aus  dem  Konstantino|>ler  Exemplar. 

Berlin  9014  (Spr.  491)  enthält,  wie  dir  BpNclireilnmg  bei  Ahiwardt  IX, 
377fr.,  zeigt,  ein  anders  angeordnetes  Werk  des  Üuhari}  diese  Handschrift 

bildet  Teil  I  des  >Jl  j^jÜl. 

Ftiirist  830  xihlt  unter  den  Schnften  des  Bu^Iri  auf:  ^jÜt 

die  also  beide  etlialten  sind. 

3b.  Jaqüb  Ihn  bufjän:  Kitäb  al-ma'rifa  wat-tarih>  Konstan- 
tinopel, As'ad  Efendi  2391. 

Der  Titel  von  As'sd  Kfendi  2391  lautet:  ü yi\  »ji-^ 

^\  ^l-  j^vi  ;rjpj    ^  ^üi  .ji-i  y^j  j^yuij 

iSy^\  \J^f^  Lf .  Der  Anlkng  des  Bandes  scheint  von  basrischen  tlber- 
lieferem  xu  handdn.   Dann  folgt  eine  Überschrift  SLsSlt  4S ^m,  dann  als 


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42    HoEoiTT«:  Au»  de»  BiblioUiekeii  von  Kaim,  Danunkns  und  Konstantinopel. 


nickt  ijadi^e  von  kufischen  Tradiüonariern  überliefern;  dann  «yL'Vij  «j^^ 


hier  das  Werk  m  Kode  sd.  Der  Plan  des  Werkes  ist  nicht  ohne  weiteres 
ersiclititcb,  im  wesentlichen  scheint  es  Artikel  Ober  Überlieferer  und  Über- 
liefererklassen und  ihre  Glaubwürdigkeit  xo  enthalten.  Es  ist  ein  sehr 
starker  Band. 

erwihnt  Nr.  2269  und  2343  ein  j^jV  unseres  280  oder  288  ge- 
storbenen Verlassers. 

39.  Muslim  Ibn  al-I^la^gä^  al-Quftairi:  KitSb  al-kunS  Wal- 
as mS.   Damaskus,  Ma^ml'  1. 

Saromelband  1  der  Damascener  Bibliothek  enthllt  an  zwdter  Sidle 
das  «Kitfb  al-kunS  waUasmi«  von  Abül  If^usain  Muslim  Ibn  al-Ha^^^ 
Ibn  Mustim  al>QuSairi  an-Nisabüri.  Das  Buch  beginnt  mit  der  Kunja  »Abü 

Isbäq«  und  g^t  in  alphabetischer  Anordnung  weiter  bis  ^ y\.  Die 

Artikel  sind  ganz  kurz,  eine  Zeile  oder  weniger,  geben  den  vollen  Namen 
des  Betreffenden  und  fugen  hinzu,  bei  wem  er  gehört  hat  u.  dgl.  Das  Buch 
besteht  aus  etwa  60  Folios,  die  Seite  zu  30  2<eilen,  und  ist  im  Jahre  313 
»gehört«  worden.  Der  Titel  bedeutet  offienbar  —  nach  d^  Inhalt  der 
Schrift  —  Buch  der  Kaigas  und  der  Namen,  welche  die  Triger  der  Kuiyas 
geführt  haben* 


40.  Ahmnii  Ibn  Mubammad  Iba  Mubriz:  ivitäb  uia  rifat 
ar-rifiäl.    Danuuskus,  Mni^ilmi'  1. 

In  dem  Sauuuclband  (Ma^ämi  )  1  der  Damaszener  Bibliothek  steht 
am  Anfang  der  erste  Teil  des  •Kitib  ma'rifat  ar-rigrd<,  welches  Ahmad  Ibn 
Muhammad  Ibn  Muhriz  verfaßt  hat  und  in  welchem  er  die  Atigabai 
und  Urteile  zusammenstellt,  die  Abu  Zakarja  Jatyi  Ihn  Ma*in  und  einige 
andere  über  Traditionarier  ausgesprochen  haben;  am  Scblu0  aiod  «udi 
einige  andere  Aussprtlche  des  Jalyä  Ibn  Ma'in  zusammengestellt.  Im  zweiten 
Teil  beißt  der  \'erfasser  f;enauer  Wml  'Abbäs  Abmad  Ibn  Muhammad  Ihn 
al-Qäsim  Ibn  Muliii/:  al-Bnsidädi.  Die  bei<len  Teile  iielimen  Tiisammnn  ptwn 
4^  Folios  ein;  am  Kndc  h-s  /.weiten  Teiles  l>eißt  es:  .äljir  kiJäb  ma'iifat 
ar-ricäl«,  es  liem  nl>o  d.i.s  Weikelien  vollstand i|i;  vm-.  Die  Angaben  über 
die  ein/einen  Traditionarier  sind  denn  aucli  meist  kurz,  die  Anordnung 
nicht  alphabetisch. 


Am  Schluß  des  Bandes  wird  ausdrücklich  gesagt,  daß 


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HoRovtTt:  Aus  den  Bibliothekeil  von  Kairo»  Damaskua  uiid  Kooalentinopel.  43 

•la^ä  Iba  Ma'iii  wird  als  Verfasser  von  Schriflt  n  über  ^ ^ 
JiJUji«  genannt  bei  W  U,  591;  sein  JU  Ji  O  im  ^LS^aitiert  KitdSni. 

41.  Abü'l  Fara^  Ibn  al-6au«i:  Kit&b  a'uiär  al'a'jfin.  Da- 
maskus. MaC'nim'  2K. 

Der  Sainiuelband  "iö  enthält  als  Nr.  4  eine  Schrift  des  Abii'l  Fara^ 

Ibn  al  -  (iaiizi ,  \v  eiche  auf  dem  Titelblatt  als  jUVl  Iter.eichnet 
wird.  Das  Schriftchen  —  es  besteht  aus  '20  Folios,  die  Seite  zu  15  Zeilen 
nicht  sehr  deutlicher  Schrift  —  enthalt  Zusauiinenstel hingen  und  kurze 
biojrraphischc  Notizen  fniit  Isnäden)  rd)er  bekannlf  P'  Tsonltchkeiten ,  nach 
der  Anzahl  Dekaden ,  welche  sie  erlebt  haben,  geoninct.    I He  erste  Gruppe 

bilden  die,  welche  10  —  lU  Jahre  lebten  » -üc-) ,  dann  folgen 

die,  welche  im  Alter  von  20  —  29  .lahren  starben  usw.  Zuletzt  stdien  die 
■  Langlebigen«  (mu'anunarün)»  darunter  solche*  welche  3000  und  uiehr  Jahre 
alt  geworden  sind. 

971  kennt  unser  Buch. 

12.  Ibn  Fnil  1  ;i  1  la h  .  Masälik  al-abNär. 

\  Uli  dem  großen  Werke  «les  Ihn  Fadlallfdi,  von  tU  iu  .suu.sl  nur  ein- 
zelne Teile  vorlianden  sind,  besitzt  die  .\ja  Sofia  ein  fast  vollständiges 
Exemplar: 

fl)  Aja  Sofia  34 lo— 3439. 

341.5  enthält  -Teil  II-,  der  beginnt  ^Vi  l-j^  j  iS-^^ 

^  •^/^Ul  ^  (j}J^*  —  beiden  folgenden 
Binde  —  geographischen  Inhalts  ist. 

3416  .Teil  Dl«  beginnt  mit  V"  ^>^Vt  J  j^i  (J^l 

3417  «Teil  IV«  Fortsetzung  der  Beschreibung  der  Linder,  mit  »Jemen- 
beginnend  und  dann  die  arabischen  Stämme  behandelnd. 

^     3418  «Ten  V.  beginnt  mit       jV\  0^^=^  j  ^  j^l  ^\ 

^Vl  In  diesem  Band  b^innen  die  Biographien,  welche  dazu 

dienen  sollen,  die  Frage  nach  dem  Vorrang  des  «Ostens«  odev ^«Westens« 
zu  entscheiden.  Die  Biographien  beginnen  mit  denen  der  »t^,  auf  wel- 
che dann  die  ^ und  dann  die  ^jv^A^l  t.[^  folgen. 

3419  auf  dem  Titel  -Teil  V-,  dann  aber  als  «Teil  VI-  bezeichnet, 
behandelt  die  •Fuqahä-  (*.\^\         tut  Gegensatz  xu  den  O^^i  »U^^)* 

3420  •Teil  VI«  bzw.  >Teil  VI!«  behandelt  die  Spracfagelehrten,  Philo- 
logen usw. 

3421  »Teil  VIII«  enthält  die  unmittelbare  Fortsetzung  von  3420  und 
bebandelt  die  »l ^Iji»,  die  Derwische. 


44    BoRovm:  Aa«  dea  BiUiothekeii  von  Kairo,  Damaskos  und  Konatantiiiopel. 

3422  ■  Teil  \'lll-.  h/.w.  »T»iil  IX«  Uehandeit  <li«'  I'liil« isoplicii  iirul  Aractp. 

3423  .Teil  JX-  hzw.  -TeU  X.  behandelt  ^  J^i,  d.i. 

Musiker,  SSoger  usw.;  darauf  beginnen  in  diesem  Band  die  Biographien 
der  »loi,  von  denen  acunEchst  die  »tjjj  behandelt  werden. 

3424  »Teil  XI-  enthilk  noch  einmal  den  Teil  des  Absdinitts  aber  die 
Ajjj9  der  auch  in  3423  vorliegt,  und  fllhrt  dann  die  Biographien  der 

Wesire  weiter.  Dieser  Band  ist  von  anderer  Hand  geschrieben  als  die 
vorhergehenden'  Binde. 

3426  »Teil  XU  bzw.  .Teil  XII«  seUt  die  Wesir-,  Schreiber-  (w>£5) 
lind  sonstigen  Udabä- Biographien  fort 

342«;  .Teil  XII.  bzw.  •Teil  XIII*  beginnt  mit  den  ^i^^y 
den  »Schreibern  des  Westens-. 

3427  'Teil  XIII  bzw.  -Teil  XIV-  l)r>giunen  die  Biographien  der 
Dichter  (tniiiuM-  mit  selir  /aUlreichen  Ver*>ea). 

342H  .  Teil  XV-  FDttsetzunir  tier  Dichterbiographien,  der  erste  Arliiiel 
in  diesem  Bande  ist  Mutanabiii  gewidmet. 

3429  .Teil  XV.  bzw.  -Teil  XVI.  Fortsetaung  der  Dicbterblographie», 

3430  «Teil  XVJl.  handelt  weiter  von  Dichtem,  scheint  sich  Aber 
nicht  unmittelbar  an  3429  auxuscbliefien,  es  fehlt  wohl  etwas  awischen 
lieiden  Binden;  3430  ist  wieder  von  anderer  Hand  gindirieben. 

3431  >Teil  X\'IIT.  behandelt  ägyptische  Dichter. 

3432  'Teil  XIX  •  Fortsetzung  der  Biographien  der  Xgjrptischen  Dichter; 
Schluß  der  Biographien. 

3433  -Teil  XVI1I.(:)  bzw.  .Teil  XX-  behandelt  die  Tiero. 

(3434  .Teil  XIX.  bsrw.  XXII«,  so  auf  d**ni  Titel;  soii.st  ptüfjiiit 

der  liatnl  keinfn  Hinweis  daraul",  daß  er  .MaHälik  ;il-ab^är«  gehört, 
auci»  tlic  Schrill  «  eiclit  ab;  der  Band  handelt  von  der  iie-schichte  Syriens 
in  der  Mongolenzeit  (?).] 

3435  «Teil  XX-  bzw.  »Teil  XXII-  aber  die  verschiedenen  ReUgionen 
und  Sekten;  daran  schliefien  sich,  nach  kurzen  Abschnitten  Aber  die  -rechte 
mXßigen  Chalifen-,  ausgedehnte  Kapitel  Über  *Ali  und  die  *Aliden. 

3436  -Teil  XXIV«  weitera  Geschichte  der  schiittschen  Dynastien. 
Daran  schließt  sich  die  Geschichte  der  Umajjaden  im  Osten  und  dann  im 
Westen  (Spanien). 

3437  .Tf^il  XXV.  (Fiutspt/ung  von  343»".)  behandelt  die  »Chalifen  und 
Konice  «1er  Jutloii",  drr  - (  lialdäer-,  .Griechen«  usw.,  dann  die  vorislamiscbe 
üeschiclUe  der  Araber  und  die  Jahre  1 — 1<>0  H. 

3438  -Teil  XXVI.  behandelt  die  .lahre  Iti  1  —  540  H. 

3439  -Teil  XXVII-  behandelt  die  Jahre  541--744  H.  Die  Hand* 
sdirift  ist  im  Jahre  819  vollendet  worden. 

b)  Läleli  2037  enthält  ebenfalls  einen  Band  der  »Masillk  al-abür«; 
dieser  Bond  beginnt  mit  Abü  ^anifa  und  den  Qbrigen  Imamen  der  FuqidiS 

und  enthRlt  damit      <Jl  C^l^\>  ^lÜl  J^^V^L* 

t>er  deutiiclt  geschriebene  üand  entspricht  also  Aja  büfia  34 lU. 


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HoBOViTx:  Ant  den  Bibliothek«!  von  Ruro,  Damaalitte  und  Konetantinopel»  45 

Die  Angebe  dtis  Katalogs,  wonach  Lülcli  2037  einen  Teil  des  ^\ 
^  j^  J:  ^  j  yMuii  enthalte,  ist  unriditig. 

in  K^ro  befinden  sich  von  dem  Werk  des  Ihn  Fedlallah  noeh  fol- 
gende  Knde: 

c)  Kairo,  Tarib  99  (Kit.  V,  148) ,  vier  Binde  einer  modernen  Kopie. 
Bd.  V,  1  enthilt  die  Beschreibung  der  mohammedanischen  Reiche, 

aucli  die  von  Afrika  und  Spanien. 

Bd.V,  2  enthält,  nach  der  allgt  iiifinen  Auseinandersetzung,  in  welclier 
diH  X'f^rrüge  des  Ostens  und  Westens  abgewogen  werden.  Biotrrajjliten  von 
Ivuranlesem.  Traditionariern  und  dann  von  »fiiqahä  a!  -  innhaddil^n«. 

Bd.  VI  Bio^aphien  von  RoclUsj^clcln  t<'n  und  i'hilologfn. 

Bd.  VII  Biographien  von  >i-'iu|arü«,  in  der  zweiten  ilüU'te  die  der 
Philosophcu ,  spekulativen  Theoiugeo  und  der  Äntte. 

Bd.  VIH  Biographien  der  Musiker,  Singer  und  S&ngerinnen  und  in 
der  zweiten  HUfte  die  der  Wesire. 

d)  Kairo,  Tsrib  336  (Knt.  V,  147)  entliUfc  denselben  Teil  des  Werkes 
wie  Tarib  99,  Bd.  V,  2. 

e)  Tarib  337  (Kst.V,  147/48)  enthftlt  Biographien  von  KuttSb  und 
UuiabS. 

Von  europlischen  Haodsehriftensammluogen  enthalten: 
Bodleisna  I»  900  die  Einleitung,  Beschreibung  der  lünder; 
Bodleiana  II,  128  die  Kapitel  itti«>  die  Verteilung  der  arabischen 

SAmme  und  ihrer  Wohnsitze; 

Brit.  Mus.  ö7ö  die  vorishunischen  Dichter  und  die  islamischen  bis 
zum  Ende  des  3.  Jahrhunderts; 

Brit.  Mii^.  1293  Dichter  des  älagrib  vom  4.  Jahrhuuderl  his  zur  Zeit 

des  \  erfasse rs; 

Eäcurial  { Derenbourg)  287  Dichter  von  Mutanabhi  bis  Ibn  ai-llabbai  i^a; 

Paris  2325  die  Beschreibung  der  lünder  Us  einschliefilich  Syrien; 
2326  die  vorishunischen  Dichter  und  die  des  1.  Jahrhunderts;  2327  die 
msgribinisdien  Dichter  vom  Anfitng  des  4.  Jahrhunderts  bb  sur  Zeit  des 
Verlassers; 

Paris  2328  die  Annale»  des  Islams  von  541  bis  744; 
Paris  2329  die  Weltgeschichte  bis  zum  Chalifat  des  'All,  dann  die 
Imaroe  und  Nachkommen  des  'Ali  bis  zur  f&nflen  Generation ; 

Paris  (Schf'fVr)  2862  »reste  dans  les  generaliti-s  sur  Ips  hnl)itanl.s  de 
la  terr«'.  orientaux  et  (»ccidenlaux« ;  5867  und  t')86h  »contieunent  cii  11  clia- 
pitres  une  descriptiun  dt!  monde« ;  .'»870  Biographien  der  Musiker  usw. 
Diese  Handschriften  sind  Kopien  aus  Kairo,  Tarib  99> 

43.  $afadi  A*jin  aU'asr.   Konstantinopel,  Aja  Sofia  2962—2970. 
Von  $afadls  AjSn  al-*a.^r  besitst  die  ^a  Sofia  folgende  Bande: 
2962  «Bd.!«  enthlH  nach  einer  kuraeo  Einleitung  die  Biographien 
von  jrW  bis  ^/»Jlil; 


46   HoBOvitz:  Aua  dm  BibKothdten  von  Kairo,  DftmMkna  nndl  Komtantmopel. 

2963  beginnt  mitteii  in  einem  Artikel  CJ  uod  reicht  dann 
weiter  bis  zum  Ende  des  Werkes; 

2964,  Ulf  dem  Titelblatt  als  »«iJU.  bezeichnet,  reicht  von  ^0 

29<>'>  (ilfi-  Anfang  fehlt);  der  erste  vollständig  erhaltene  Artikel  bt 

beginnt  mit         (j-  ^j»  und  endet  mit  j 

^ ;  am  Schluß  als  »Bd.  V«  bezeichnet,  von  anderer  lland  geschrieben 
als  die  vorangehenden  Nummern; 

2967,  aaf  dem  Titel  -^U>« »  beginnt  mit  j twd  endet 

mit  d>^J^  Cy^  ^\ 

2ä6b  beginnt  mit  (j^  und  reicht  Ua       •U'i  «/^ 

^ ;  von  derselben  Hand  geschriehen  wie  2966 ; 

2%9  beginnt  mil  ^  J\  Xs.        Jjf-  ^  Jjf-  und  reicht  bis  ^ 

^  cT*    Auf  dem  Titel  > ^i»l^l-;  von  derselben  Hand 
geschrieben  wie  2966  und  2968;  • 

2970,  auf  dem  Titel  •JÜj«,  beginnt  mit         (?)  und  reicht  bis 

Dir- Nummern  29(i2,  Jiit.  i.  J'.ttn.  290.'),  29G7,  2970  sind  Teile  eine«* 
Exemplars,  das  in  Damaskus  beendet  und  nach  dem  Original  des  Ver- 
fassers anR<'fVi  tigt  wurde. 

Vua  eiiiufjäisciien  liaudsclu  ii\en  enthält: 

Berlin  9864  409  Artikel,  deren  erster  Abä^i  ist,  liat  zwischen  »bS« 
und  «dSl«  eine  große  Lücke  und  als  letzten  Artikel  Jüsnf  Ibn  Musaflkr 
Ibn  'Umar; 

Paris  (Scbefer)  5859  Biographien .  von  ^"j  jJLJU  bis  Taqi  ad- Din 

AbfiL^asan  *Ali  Ibn  Abd  al-Ksn; 

Eseorlal  1717  (vgl.  die  Bemerkungen  bei  D&renbourg,  Les  manuacrits 
arabes  de  hi  collection  Schefer  S.  31)  die  Artikel  von  Ali  Ibn  *lA  bis  zum 
Ende  von  •*Ain>* 


44.  Jüsuf  Sibt  A^mad  Ibn  All  Ibn  lla^ar;  Baunaq  al-alfls. 
Jerusalem,  IJälid^a  Tarü^im  14  (K.it.  S.  ö9). 

Von  den  geschichtlichen  Handschriften  der  öffentlichen  Jjälidiscbcn 
Bibliothek  in  Jerusalem  ist  nur  das  folgende  Werk  beachtenswert,  das  sonst 

nirgends  vorhanden  zu  sein  scheint  J»U^|  ^»miC  J^UiVl  ^JJ  Ct* 


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HoKoviTz:  Ans  den  BifalioÜieicen  von  Kairo,  Damaskiu  und  Kotiatantinopel.  47 

er.      i>       Cr-^i^  yV^  C^*^^  -'^'^  f^*  f^Vt  Her 

hier  bewalirte  Teil  hegiont  mit  »G«  (öälib)  und  fQhrt  dann  die  Artikel 
der  übrigen  Buchstaben  des  Alphabets  su  Ende,  worauf  dann  die  Kui^as, 
>Ibn«f  Nisben,  Alqüh  und  endlicli  die  Artikel  über  Frauen  folgen.  Die 

Ilandsclirift  ist  ganz  ohne  diakritische  Punkte  ucsflirieben ;  oft  finden  sich 
Lücken  zwischen  den  einzchien  Artikeln,  die  uffcnhar  sj)äler  ci-gSnzt  werden 
sollten.  Vor  faßt  ist  dipsf  Sntntnlunf?  vciri  ri  ailitionarierbiographien,  von  der 
hier  nur  Tt'il  11  vorliegt,  im  Jahre  857 11  (sso  am  Ende  des  Artikels  ».Tünus« 
vor  den  Iviuijas).  Viele  Artikel  sind  nicht  ganz  ausgeführt,  z.  B.  hinter 
AX-  (^jj  ist  manchmal  I'lal?  fiir  die  Namen  der  1*1)»  rlicfcrer  j^elassen. 
I)te  Länge  der  Artikel  ist  natürlich  x  lir  \ oiscliitMleii.  Die  1  laiulsoliiill  ist 
jrdeniVills  zu  Lel)/.eiten  des  Verfassers  geschrieben  worden,  der  die  Lücken 
späteT  ausfüllen  wollte. 

45.  Sabäwi,  Ad-dau*  al  limi*.   Damaskus,  Tarib  36 — 40. 

Dieses  Buch,  üaii  den  Titel  flihrt  j^l  J>V 

enthalt,  wie  in  der  Vorrede  gesagt  wird,  Biographien  von  »LiaJJij  »LJÜ| 

•b3^0cr>Lib*t^Vlji)jaii»UJib»l »^Vlj  ibjlj  »UUlj 

aIa   t\  U«jj  Ll£  jl  C  jUxSfc  L«Ll<       jjb  U  j"^^  welch*? 

im  9.  .lalirhundert  (d.h.,  wie  hinzugefügt,  vom  Jahre  801  an)  gestorben 
sind.  Das  Werk  besteht  aus  ffinf  starken  Randen  von  je  etwa  2.'>0  bis 
3<^<t  Kolitis  und  t-nthält  die  Artikel  in  alj)liabetisch'er  Reiiienlblge.  Die 
Sciirift  ist  deutlich.  Bd.  1  entliält  die  Artikel  vom  Anfang  des  Alphabets 
bis  Jlx'l  yjjl. 

Band  II  reicht  von  »Ul  b»        JL»  O, 

Band  Iii  von  ,j  y^s-  bis  ij 

Band  IV  von  jrU  <>  ^ 

B»)d  V  von  bis  zum  Schluß. 

Das  Ende  von  Band  IV  stimmt  nicht  zu  Band  V:  vor  stehen 

ninilich  in  IV  die  Artikel        (jf^         von  denon  sich  dann  in  V  auch 

einige  finden;  der  Ver&aser  seihst  hat  vielleicht  diese  Unordnung  ver^ 
schuldet. 

Wie  icli  erfahre ,  ist  das  ganze  Damaszener  Exemplar  iur  einen  eng- 
lischen Gelehrten  abgeschrieben  worden. 

4fi.   Riosrrajjhien  von  (lelehrten.    Beirut,  Uni\ crsite  8t-Joseph. 

I)iesis  Werk  wird  auf  dein  KiUken  nis  ^jl-^i  j*^  jl"  ^  A«Us 
»UiJi  ^\ j  bezeichnet.  Das  ist  aber  nichl  richtig.  Leider  fehlen  vorn 
einige  Blätter  und  el>enso  der  Schluß.  Das  Werk  entliält  Biographien  von 


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48    RoMnnn:  Am  den  Bibliothdten  von  Kairo,  Damaskus  und  Konshmtinopei. 

Gelehi  It'll ;  joilt*  Bi()'^ra[)hie  hat  iluc  Nuruaier;  die  ei-slf,  dereu  Anfung  er- 
halten ist,  hat  als  Cberschrift  ,j>^^\  ö^^*        folgende  ^^LJi  ^tdil 

f^J^  O*  «JjVi  y^J»  und  80  haben  dann  weiter  die  folgenden  Bio- 
graphien teils  die  einfache,  teils  die  doppelte  ZAhlung.  Die  letzte  in  dem 
Band  enUtaltenc  Biographie,  deren  Schluß  l'elilt  ((j*  ^  ^  (j 

kk^j^),  liat  die  übei'sclirift  ^tSii  j^j  Ä»U|  JUi  j^^iwjjtj  ^^LJl 

^^A^  ^j*          -W  öy  y^\j  ^oLJi.     Der  \'erf«sser  gehört  dem 

10.  «lalirhundert  an.  In  der  169.  Biographie  (-tr  J^)  erwähnt  er  seine 

Rejse  nach  Kajro  im  Jahre  913  und  eine  zweite  im  Jahre  922. 

47.  Aljtlalhajj  Ihn  Al^inud  al-Akari:  Sadjuäl  aU-Ü^hab  ti 
ahbär  man  dahab.    Kairo,  Tarilj  1112,  Bd.  1  (Kat.  V,  72). 

Von  diesem  Werk  befindet  sich  ein  Kxeinplar  im  Hesitr.  von  Reynold 
A.  Nicholson  (s.  Journal  of  the  Royal  Asiatic  Society  1899,  S.91I).  Die 
Kairoer  Handschrift  ist  eine  modeime  Abschrift  einer  in  Medina  in  der 
Bibliothelc  des  Ärif  llilcmet  Bey  befindlichen.  Der  1089  gestorbene  Ver- 
fasser beliandelt  in  diesem  biographischen  Werke  alle  irgendwie  bedeu- 
tenden Minner  des  Islam,  Gelehrte  und  Dichter,  Regenten,  Richter,  Heilige. 
I'titcr  seinen  Quellen  nennt  er  Dahabi,  den  VeHasser  des  Kamäl  (d.i.  wohl 
Gnnimülli  [s.  Brocketmann,  S.  Kamül  ist  also  richtig  und  nicht  in 

-Kämil«  zu  andern,  wie  Nicholson  a.  a.  O.  will),  den  Verfassor  dei-  -1-lilja« 
(Al)ü  Nu  .lim),  den  des  >ManhaU  (d.i.  Ibn  Tas^ribirdi)  und  Ihn  IJallikän. 
(diese  Ansahen  .stehen  Bd.  I,  JS. B.)  Knr  die  .lahre  1  — 1000  wtM-den  die  Er- 
eignisse immer  erst  kurz,  /nsammengei'aßt  und  dann  die  in  jedem  Jahre  ge- 
storbenen Personen  behandelt. 

Die  Kairoer  Handschrift  besteht  aus  vier  Bänden,  von  denen 

Bd.1  877  Seiten  zu  21  Zeilen  enthält  und  die  Jahre  1  —  350  umfaßt. 

Bd.n  861  Seiten,  umfaßt  die  Jahre  351—600. 

Bd.  III  1055  Seiten,  umfaßt  die  Jahre  601—799. 

Bd.  IV  882  Seiten,  umfaßt  die  Jahre  800—1000. 

Ich  gebe  im  folgenden  eine  Lute  der  größeren  Bic»graphien  (solcher, 
die  mindestens  vier  Seiten  einnehmen). 

Bd.I. 

S.  214—226  As-Sainb  (viele  Verse); 
S.301— 305  MüsS  al-lUdi; 

.S.  :{22~a26  Mälik  Ihn  Anas; 

S.  332 — 337  Ahn  Jfusuf  Ja'qüb  Ihn  Ibi-ähim,  der  berQhmte  Kadi; 
8.  3'i9 — 3G:i  Muhammad  Ibn  al-Uasan  al-^anaTi; 

S.  :^92— 398  AI -Amin; 
8.400 — 45G  Al-Mamiin; 

8.710 — 7IÜ  Al-Ualläg  (der  i)erühmle  ket/.eri.sche  Mystiker); 


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Hoiovm:  Au  deD  Bibliotheken  von  Kairo,  Dftmadtiie  nod  Konetwitiiiiopel.  49 

S.  792 — 797  AI  -  Bar  haliai  i,  hanbalitisclier  l  aqih; 
$.817—821  As.$üli,  der  Geschicbtschreiber; 
8.830—836  Ai.ftMbi. 
Bd.  II. 

S.  31—35  Abul-Fftdl  Iba  il-Xmidt  Wedr  des  Bujiden  Rttkn  ad-dauk* 

&  261— 266  Ibn  SInl; 

S.  266— 270  Abu  SUl  al-Httinu  «l-I^anbali; 

S.  462— 406  Al-6uwMiä,  Imim  aUbamoMiin; 

S.  434 — 430  AI-iMu'taniid  Ilm  Abluid,  König  von  Andalua; 
S.  501— 507  AI.  Ibn  Aqll,  gaib  der  ^anbaÜten; 

S.  540 — 513  Ibn  Tümart; 

S.  58G — .'^9  Aliü  Bakr Muhamiihid  Ihn  '\bi!-nl-Raqä,  h?inbalitisclior Kadi ; 
S.  f>s I    tütl  Ann  nd-din  Abü'l - Mufafl'ai'  Ja(yä  Ibn  Muiiammad  Ibo 
Uubaira,  \Ve.>»ir  des  Muqiafi;  * 

Ö.  693 — 098  'Abdalqädir  al-GUaui,  der  Heilige. 
Bd.  III. 

S.  31 — 3<j  Abu  'ümar  al  - iVliujdisi  Mdbamuiad  Ibn  Ahmad  al- IJanbali; 

S.  101 — 107  Muwafiaq  ad-Din  Abdaiiaii  Ibn  A^mad  al-Uaubali; 

8.175—180  *Umar  Ibn  aLFtrid  (der  Dichter); 

S.  22.'>— 241  Mulyi  ad-dln  Ibn  krabi; 

S.  692— 700  Taqi  ad- din  Ibn  TalmUja; 

S.  779 — 783  Abu  ||a(jin  Muhammad  Ibn  Jusuf  al-AndalusI; 

8.791 — 795  Ad-Dahabi  •rauarrib  al-ialSm«.  ' 

Bd.  IV. 
S.68— 74  Timür; 

S.  138—142  Firüzabädi  (Verftaser  dea  C^üa); 

S.  290— 294  Ibn  lla^ar  al-'Asqaläni; 

i^.  302— 307  Ibn  ArabäSh  al-Uanan,  UUtoriIcer; 

S.457— 4G2  Sujüti; 

S.  628 — 032  SIdi  Mubannnad  Ibn  'Arrfiq. 

Die  große  Mas.se  der  Artikel  ist  gans  kurz  —  drei  bis  sechs  gehen 
arif  die  Seite  — ,  sü  daß  die  vier  Binde  siuaminen  zwischen  10000  und 
I20O0  Artikel  enthalten  werden. 

'    E  HographiMha  Sunmhagtn  1lb«r  «inieliie  SÜdte. 

4^.    Abu  I.siiüq  Ibrabuu  Iba  Sa  id  Ibn  Abdallüb  ul-Habbäl: 

Wafajit  375—456.   Oamaskua,  Ma^i'  78. 

Das  letxte  Schriftchen,  welches  der  Sammelhand  78  enthUt,  ist  be- 
titelt ,y^Mk^j  (j*      >*"  j^-^  ^j*  ^  ^j^' 

In  der  kirnten  Vorbemerkung  sagt  Muhammad  Ilibatalläh  Ibti  Ahmad  Ihn 
al  -  Akfätii ,  ilin»  Abfi  T«;haq  Ibrnhim  Ibn  Sa'ifl  Ibn  'AbdaUäli ,  der  nnti-r 

«Ulli  NuHien  •.■ü-i.iahbäl«   bcknniit  ist,  die  folgende  Li.ste  von  Tode-^jahi-en 
aiib  Kairo  nach  Damaskus  gescluckt  liatie.    Das  Ver/eichuis  eutliält  (buui 
Jlitt.  Ii .  SeiB.  L  Oriesl.  6|irMlica.  1807.  IL  Abt.  4 


50    Hoiiovii^:  Aus  don  BibliuUieken  von  Kairu,  I.)aini&kus  uiid  Ronstantiiiopcl. 

unter  jedc-in  Jahre  den  genauen  NAiuen  und  das  genaue  Tode^datuui  der 
betrefffMidrn  ohne  sonstige  R«'ni<>rUMngen.  Die  Lisle  reicht  vom  Jalire  37.*» 
bis  /nin  Jahre  4aÖ.  Das  bchriftcheu  besteht  auH  11  Fulios,  die  Seite  zu 
24  Zeilen. 

49,  Ihn  at-Talji^än:  Tartb  *uUmS  ahl  Misr.  Damaskus,  Ma^- 
mr  116. 

Der  SammelbaDd  116  enthSIt  tAn  letzte  Nummer:  ^  jl*  ^  JjDl\  » ji;-^ 

j^oa  ^JM  «ui^  von  Abu  1- Qiisiin  Jal.iju  Ihn  All  Ihn  Mubaunnud  Ibii  Hiiäiilin 

al-||adraini  al-nia'rüf  bi-Ibn  at -  Tahliän.  Wir  haben  hier  aber  nicht  nur  <len 
ersti'n  Teil  des  Srhrirtchons,  sondern  bei  dem  Buchstaben  -S-  beginnt  der 
zweite.  Pas  Scliiilttlit'ii  enthält,  nljihahelisch  geordnet,  kleine  Artihfl  — 
mir  wenige  .sind  .msl'i'ilii  lichcr  —  iilji'i'  ilie  (i»*lehrt4'n :  du- 'rutlesjahre  --riK  ineu 
nicht  weiter  als  bis  in  den  Anfang  ties  fünften  .liilirinunlerLs  zu  reiclien. 
Die  letzten  l?l;iller  fehlen;  der  letzte  Artikel,  de»en  Anfang  noch  erhalten 

ist,  behamJcIl  j\       -Of-  tj  ji— ^1        4)i\  -* — t-       -L^.    Erhalten  sind 

300  Folios,  die  Seite  zu  II)  Zeilen  deutlicher  Schrift. 

Der  Verfasser  (vgl.  Wüstenfehl  180)  ist  llt>  gest(U'ben;  er  schrie!» 
(^^  2312)  eine  Fortsetzung  der  UeschicUte  Ägyptens  von  Ibn  Jilsiif  (gei>t.347). 

50.  Ihn  'Asäkir:  Tarih  madinat  Dima^q. 

o)  Damaskus,  Tarih  1  —  2<i.  In  Danfa-skus  sind  zwei  Kxeniplare  vnn 
Ihn  Asäkirs  Tnrrli  vorhanden,  von  denen  das  zweite  eine  niodern«'.  llt»! 
vollendete  Kopie  des  ersten  ist.  Wiu  dieser  zelitiliiiiidi^cti  Kopie  '.V-hlt 
Band  I  (vgl.  über  die.se  Ilandschrilten  die  Angaben  di  s  l\,atali><^  .S.  8.'>,  und 
be-sondei-s  Ilabib  az  Znj[jrit  S.  75  und  70).  Icli  gelie  im  lulgeudeu  eiiu-  Be- 
schreibung von  Bd.  I — XIX  des  ursprünglich  der  Maktabat  Suhiimän  Bäää 
gehörigen  Exemplars. 

Bd.  I  enthüll  auf  293  Folios,  die  Seite  zu  33  Zeilen,  die  Etnleituof^. 
Die  Schrift  ist  nicht  sehr  alt,  deutlich,  aber  vielfach  fehlerliait 

Dieser  Band  umfaßt  die  folgenden  Kapitel: 

6  <jL^j  4-»lj  ^jh\  ^\  jUül 
11'  l j=y^\  v-i»V 

j^ij  fCVI  V-»"        J  ß  J^.' 


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liouoviTz:  Aus  deii  Bibliotheken  von  Kairo,  Daaiaakoa  und  KoiMtantiiiopal.  51 

12^  o\  u;vi       ^Jül  ^1  ß 

^lUi  ^>ui  j/;        ^  ^tji  jj:  VI  ui  j^r. 

27'         ^ßj  j  UI*  ^jfr       u  oV- 

30t  l^lj  ^ij^ 

^'j.^  ^1    ^    u  oi- 

45'  »^U       j-L-di  Ol  jUYO  jL^Vl  L  ylf 

57'  Upu  y  ;5Sii  Ol  ^jJii  >i    ji'  u  ot. 


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52    HoRuvn/.:  Aus  den  Uibliothekeu  von  Kairo,  DaiuaakuB  und  KonstanUnopel. 
-     64'     V.  ^1  0^  f^»  «>V        »Wj  yt. 

67'         J>»     ü:^»  Juvi  j>C  /ljJi        ^  •t'!? 

72»  t>Ül  Jj^  jCp  jJl  Iii  ^Uib  U 

75'       j  fUlt  >i  jAry 

77*  iUt         J*l  ^l. 
78'  /bJl  >i  Im-  >ll 

86'  J  U'^t  Ji-»».  Ö\        ftiJl  il>  jif-i       ^  U  >t 

89'  f LJ(  ^l:^^  ü  jLJl) 

(99')  »»Ui  obj  (95»)  5*>  olij. 

101'  Jjj-'  ^\». 

106'  A*U  J^l         ^  yU 

■ 

110'  J^^  jl  ^L>1 

118'  juULI       ^ ^  jfx^^        ^  ^^"^  ^ 


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HuBovtTz:  Aus  den  Bibliotheken  vooKatn»,  Damaskus  uiid  Konstautinopel.  53 

121V  -^1  j.^^y  JjJJ\  •U*»  Lj  ^\  j  JJU:»  ^1  C)r^^V- 

136»  v^ui       ^  V  2r     V.^^  y  r>^  6^^"  y^- 

i37r     >i    ^LJi  ^lüi    ;:vi  .Ju^  l 

140»        ^iU      o     Li  juijVt  ^  ß 

145'  yli  j  J^j.  jj-  4  C  cWlj  ^JJ  U  >*.  yif 

147'  JliLjill  jUl         ^  ^l,. 

161-  V  i.\  J\J         Jjij  J^UJi.  ^ULi  JoyS\  ^ 

154'  aJjJI  ^      ^'Ijll  g'LlJl  ^Vl      jJ^  ^  ^j« 

159'  ji>.  ^^^L-j^  jp     j    -'-^^  ■V'  ^.  ^  «^^^ 

161'  jjJlj  y  ^  U^j  jjJi  ^  yt. 

170-  1^1  ^UJ  JU.  JJaij  l4->.Ulj  j^lU  *->^ 


54   HoBovm:  Ans  den  Bibliotheken  von  Kairo,  Dttnuiskiu  nod  Kon8tautüio|iel. 
172»  ^  sJL.  \>L-  J\  'Cj^\  >l  ^'uTjJU^  ^i» 

173*  j>Jl  Ji-b  C-il^^^li  jjJ^\  w»L 

175'  jUiVb      Ji  J-J  •         jVVI  >  j  *W  U  ^t. 

179'      ijj^j^l ^1  w*Lö         ^-u  J  ^UUlj^lXi-l  jfr^jj  u 

183»  V^^ij  .  .  .  \  wj"  ^  ^l. 

184'  JvJl  >b  »UVI  ...J.  j-li.  JJ*  /5 

186»  beginnt  dann  '^1  ^U-t^  Ai^j  Jl»-!         ^        ,^Vl  J 

also  die  Biograpliie  des  Pr(>[ilirU;n,  die  daiui  den  p;an/.en  Rejst  di<'ses 
Bandes  und  einen  Teil  des  zweiten  füllt;  das  Irt/te  Kapitel  nn«?pres  Handes 

(Fol.  284)  iüt  übei-schrieben  ÄcU^^  Atf.L-J>.ij  »U*J|  Jl  ^^-Jj^  ^ 

Die  Isnade  nehmen  einen  sehr  großen  Haam  ein,  und  Ihn  Asäkir 
bringt  nach  Art  der  Haditwerke  meist  dieselbe  Tradition  in  mehreren  Ver- 
sionen mit  ihren  verschiedenen  Isnaden.  Der  tatsächliche  Inhalt  des  Bandes 
wird  dadurch  bedeutend  dem  scheinbaren  gegenüber  verr  ingert.  In  Bd.  I 
habe  ich  keine  Lücken  gefniulen,  wie  sie  in  den  folgenden  Bänden  häufig 
sind.    Sehr  korrekt  ist  der  Text  nicht  überliefert. 

Bd.  II  (auf  dem  Titelblatt  ^i^l)  beginnt  mit  der  Biographie  des 

Vorrede  sagt  Ibn  Asikir»  er  beginne  die 
Biographiea  mit  Ahmad,  weil  das  der  Name  des  Praplieten  sei.  En  fehlen 
aber  zwischen  Bd.  1  und  U  die  Biographien  vom  ersten  Artikel  s.  v. 
'\9^\  bis  <Afr  die  wohl  einen  besonderen  Band  geiullt  haben. 

Bd.  II  besteht  ans  438  FoUos,  Sclirift  wie  Bd.  1.  Die  Biographien  s.  v. 
A^i  reichen  bis  Fol.  147»;  dort  beginnen  die  Artikel  jU,  und  dann  geht 

es  in  alphabetischer  Keihenfolge  w  eiter  bis  ^  ^J 

Bd.  III  (auf  dem  Titelblatt  «iJ^i)  iieginnt  mit  deui  kurxcn  Artikel 
iSfi»  ^  c^-^Vl  cU^I)  aufweichen  die  Artikel  »V^t,  ^iw^t, 
usw.  folgen.    Der  Hand  llihrt  dann  die  Biogrn|)hien  weiter  bis  j''^ 

^miMk^  ^1      j  jf'  (jj^  er  besteht  aus  323  Folios  derselben  Schrift  wie  Bd.  1. 

Bd.  IV  (jjl beginnt  mit  u/*^        ^  «sieht  bis  CN-i-t 

-Xs-  ^J/.    l>er  Band  besteht  ans  342  Folios,  Fol.  1 — 1G4  haben 
aber  nur  je  2T  Zeilen  (Sclirift  wie  B<1.  1). 

Bd.  V  beginnt  mit  ^  O  4Ui  JLC-  4/  juJ-i  und  führt  auf  359  Fo- 

Hos  die  Biographien  weiter  bis  LsjJ       ^ jU  (Schrift  wie  Bd.  1). 


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HoBovrra:  Ans  den  Bibliotheken  von  Kairo,  Damadtns  und  Ronstantinopel.  55 
Bd.  VI  (noch  nioht  im  geilruckten  Katning,  weil  ei-st  nach  dessen  Druck 
wiedergefunden)  b^nnt  mit  ^ß^\  J^y-'^\  lT  und  itibrt  die  Bio- 

graphioi  weiter  bis  «st        tj       j;  die  Folios  sind  nicht  gesdUilt. 

Bd.  VII  beginnt  mit  den  Artikehi  ^y^^  (der  en*tc  i.st  «a-p  ^J 
Xm^  y\  ^\)  und  reicht  auf  327  Folios  bis  (5^iVI         cT  üU^* 

Bd.  Vni  beginnt  mit  ^jl  (j  ^\A^  (mitten  im  Artikel;  nach  einer 

Bemerkung  aui  iSdiluß  von  Bd.  \'1I  soll  d*  !-  lol<;ende  Band  mit  jLj  j\e^ 
beginnen,  awischen  Bd.  VII  und  VIII  fehlen  also  wieder  Artikel)  und  reicht 

bis  jij««»  j»!        fj,  Bl&tter  9ind  nicht  gesählu  Große 

LQcken  z.  B.  auf  d^  vorletzten  Blatt. 

Bd.  IX  führt  die  Biographie  des  'Abdalish  Ibn  Biir  zu  Ende  und  reicht 
dann  weUer  bis  ^  4»!  JL»  ^ J\  JL».  Die  BlStler  sind  nicht 
getihlt 

Bd.  X  beginnt  mit  dem  Schluß  eines  Artikels  il^Vi-cT  C^^^^* 

auf  welchen  dann  ^j—^l  0"  ü  ö^J^        folgt.    Die  Biogr«])hien 

u  erden  dann  weitergeführt  bi»  Cf         }  auf  dem  letzten  Blatt  ist 

die  Hälfte  we^eschnitten. 

Bd.  XI  beginnt  mit  ^ jl\  JLC'  fjf^  und  reicht  bis 

Bd«  XU  beginnt  mit  (j  reicht  bis  (j 

«^Ua^t,  welcher  Artikel  in  diesem  Band  nidit  z»  Ende  gelilhrt  wird. 

Bd.  XIII  führt  die  Biographie  des  *tJmar  zu  Ende,  auf  welche  dann 

die  anderen  bis  ^  ü  sj'^  f'^'g^'i»  dieser  Artikel  wird  in  diesem  Bande 
nicltt  zu  Ende  geftihrt. 

Bd.  Xl\"  enthält  den  kur/.en  Schluß  von  ^  ^/  <J^^^  ""'^ 

fieoden  Artikel  bis  ^LÜ^  cK^^^  cT  *^  Buchstabe  >Mim«  beginnt 
mit  »Mul^ammad«). 

Bd.  XV  mhrt  die  Biographie  des  Ol       '«^  li^nde  (am 

Anfang  des  Bandes  fehlt  etwas),  und  dann  folgen  die  weiteren  Biographien 
bis  er  X^. 

Bd.  X\'I  beginnt  nochmals  mit  dem  .\a"tikel  ^Jom  fj  Jjf"  und  lührt 
die  Biographien  weiter  bis  ij  -Lm. 

•  •  • 

Bd.  XVII  beginnt  mit  JÜjil  JU«  und  sdilieQt  mit  ^  <>  Jji^* 

Bd.  XVI II  beginnt  mit  ij  ,3^^'  (Buchstabe  Läm-Alif)  und 
endet  mit  4«  jU«  <>  ^J* 


5C    Hosovm:  Aiw  den  Bibliotheken  von  Kairo,  Datnaskiu  and  Ronstantinopd. 

Bd.  XIX  b«s;innt  mit  OlT      (der  Rest  von  Js  und  der  Aniane  der 

Kuojas  fehlt  also),  Itthrt  die  Kunjas  su  Ende,  auf  welclie  dann  die  «Ibn« 
folgen,  dann  die  -Alqäb-,  die  >Nisben«,  die,  deren  Namen  unbekannt  sind 

(J»>j,  (^U>  usw.),  imd  endlich  die  Frauen. 

b)  Damaskus  Ma^ämi'  14. 

Die  Handschrift  Magämi  14  beginnt  mit  Biographien  s.  v. 
auf  welehe  dann  mehrere  s.  v.  Je-  usw.  folgen.  AusfQhrlich  ist  nur 

der  Artikel  wiÜ»  ij\  der  sich  über  drei  Al>schnitte  erstreckt,  %'on 

welchen  der  letzte  außerdem  noch  ^^li»  ^j-  Jfc.         ,j\  Cf_       ""d  Cr 
^LJl  enthält  (diese  wieder  sehr  kurz);  es  folgt  dann  noch  ein  >TeiU  und 
der  Anfang  eines  anderen,  die  letzte  Biographie  behandelt  den  -A^  ^ 
<Ji,y\j  LT..    Es  handelt  sich,  wie  ein  Vergleich  mit  Bd.  XII  der  Damas- 

« 

zener  üaodsehrift  Ton  Ibn  SUSkirs  Chronik  zeigt,  um  einen  Teil  eines  Aus» 
zugs  aus  diesem  Werke.  Das  Fragment  besteht  aus  etwa  90  Folios,  die 
Seite  zu  20  ZaUen  alter  Schrift. 

Habib  az'Zajjät  S.  29  beschreibt  unseren  Band  so:  ^  u**^ 

^Aj  «iJ^i  JVj  ö-  Ca-J^        '^-^^  *W-Vl 

c)  Konstantiiiopel  Däniäd  llnTihim  liäSä  872  —  882. 

Die  Bibliothek  Dnmnd  Ibrahim  Bäsä  entliSit  als  Nr.  872  — 882  elf 
Bande  von  Tbn  'Asäkirs  Tarih  niaduiat  DimaSq.  Ich  habe  dif  Rthliofhpk. 
di«^  s»'lir  schwer  /.iijiruiuHch  ist  ,  hcsiiclit  ,  und  iiacli  iHnj^wieris;»'?»  ( UTiiuims- 
nrbciteii  konnte  icli  <  iidhcli  die  liücher  besiciitigen.  Dabei  sleÜle  sich 
heraus,  daß  die  Nunjniern  872  —  882  wie  mehrere  andere,  die  ich  suchte, 
nicht  vorhanden  waren.  Pas  -Minislere  de  l'instructiun  publique«  hat  viut 
Untersuchung  tiher  den  Verbleib  der  Handschriften  eingeleitet. 

rf)  Konstantiuüpel  Aiir-Klendi  1812 — 1819.  Ich  konnte  diese  llaad- 
schriften  nicht  selbst  einsehen  und  verdanke  die  l'ulgeitden  kurzen  Notizen 
der  Freundlichkeit  des  Herrn  Naoum  in  Konstantinopel. 

1812  Vol.  I  enthält  die  Einleitung  und  die  Biographien  von  Ahmad 
Ibn  *Utba  bis  Ösbir; 

1813  Vol.  II  Biographien  von  6a*wana  Ibn  al-  Uärit  bis  Zaid  Ibn  Aslam 
Ibn  Xbdallih; 

1814  Vol.lll  Biographien  von  Säbiq  Ibn  'Abdallah  bis 'Abdallah  Ibn  BiSr. 

1815  \'ol.  IV  fuhrt  die  Biographie  des  'Abdallaii  ibu  iiiSr  zu  Ende 
und  reicht  danu  weiter  bis  'Ubaida  Ibn  ^mUI 


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Hdrovitz:  Am  den  Bibltatbeken  von  Kairo»  Dain««kiM  und  Konstaattnopd.  57 

1816  Vol.  y  Wginnt  mit  'Ubaida  Ibn  Abdarral.iinän  und  endet  mit 
'Jjiil  Ibn  'Ätif  «1-lIim^i. 

1817  Vol.  VI  enthSU  Biogiajibien  von  *yid  Ibn  Muslim  bis  Mnbiid 
Ibn  Walib; 

181S  VoLVIl  Biographien  von  Ma*l»d  maali  al-Walid  bis  Jazid  Ibn 
Abi  Maijam;  dann  folgen  die  Kiinjas  «Ibn«,  die  Alqlb«  die  Frauen  und 

endlicl)  die  tinbestiniinten  (>ein  Mann««  «eine  Frau«)  Gewäln'sm&nner. 

1819  gelulrt  einem  anderen  Kxemplar  an  und  enthält  die  Biographien 
von  al-lla.san  Ibn  AU  Ibn  Abdallah  al-üurasänt  bis  al^^usain  Ibn  AU  Ibn 

al-Haitam. 

f)  Kairo,  Bibliothek  der  Azhar. 

In  der  Bibliothek  dor  Azhar  in  Kairt»  >»pfindpn  sich  21  Bände  von 
Ibn  Asäkirs  grolier  (  iiroiiik ;  etwn  di<*  fliilfic  habe  ii  li  p;esehen,  die  andeirti 
nur  aiLs  der  Beschreibung  des  Katidogs  kennen  gelerat.  Es  sind  die  l'ol- 
gendeu  Bände: 

Bd*  J »  entiiält  den  Anfang  des  5.  Teiles  (»J>-)  i  das  letzte  des 

Bandes  hat  die  Überschrift:  ^Ull  J*i  diU     ^  U 

itli^ij  iÜl  (vgl.  Damaskus,  Tarih  1,  Fol.  73*); 

Bd.  11,  Teil  dl — 99,  enUi&lt  die  Biographien  von  js^^  bis  su  den 
ersten  Artikeln,  die  mit  CjiT  beginnen; 

Bd.lll,  Teil  127 — 152,  beginnt  mit       CUf-  und  endet  mit 

den  eislen  Artikela  von 

Bd.  IV,  Teil  172—180,  enthftit  die  Biographien  von  j^lj  bis  [|^^( ; 

Bd.  V,  Teil  iö6 — 100,  beginnt  mit  ...  A-*-  imd  reicht  bis 

Bd.  VI,  Teil  231—240,  beginnt  mit  ...         und  reicht  bis  4»l  4^ 

ä; 

Bd.  VII  reicht  bis  Teil  257  und  enthilt  Biographien  bis  4tti 

Bd.VllI,  Teil  261  — 270.  enthält  die  Biographir  des  A1..1  Baki  fAbd- 
alläb  Ibu  Abi  Qubafa)  und  andere  Artikel,  die  uiit  4Ul  beginnen; 

Bd.  IX,  Teil  281—290,  beginnt  mit  Jjf-  Cf^       Af  und  reidit  bis 

•  •  • 

Bd.  X  beginnt  mit  JlJ^^        und  reicht  bis  4A\  JUfr; 

Bd.  XI,  Teil  819  und  Fragmente  der  folgenden  Teile,  enthUt  Biogra- 
phien von  jjf-  (j  *wi  bis  juJ-1        (^-Vfr  ; 


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58   HoRovm:  Aus  den  BIbliotbekeii  von  Kairo,  DamaAiui  und  Koaetontinopd. 

Bd. XU,  Teil  482  —  500,  Biograpliien  von  »>is  tT  ^ 

•  • 

Bd.  XIII,   I  ctl  ööG  —  0.')7,  Uiugi'üjiliiei)  von 

Bd.  XIV,  Teil  372—380  (??),    Hiosiaphien  von        0,  i 

Bd.  XV,  Schluß  von  Cr  ^  Cf 

Bd.  XVI.  Teil  401  —  404.  Bi(»<,'raphien  voh  ^  bis  JiAi  Cr 
na.  XVII,   IVil  40r>  — 410  und  zwei  Blätter  des  411.  l  eils,  liiugra- 
pkien  von  -LUU-  ij  bis  j>l57 

Bd.  XVIII,  Teil  419—434,  Biographien  von  ^UÜt  Cr  ^ 

bis  ^-V^i)  Ai^  ; 

Bd.  XIX,  Teil  463—472,  Biographien  von  iala^  bi«  w>J  C^ 

Bd.  XX,  Teil  495— 510,  Biographien  von  J^^l  Cr  j >^  bis 

y  Cr.  jj^^; 

Bd.  XXI,  Teil  521—530,  Biographien  von  JLlij  Cf         >>is  Jb  jr^ 

ijU  Cr- 

Die  Bände  III,  V,  ^'1I,  XII,  XIII,  XVHI,  XIX  sind  von  inagti- 
binischer  Hand  ge»chriehen,  die  übrigen  von  dem  Sohne  des  Verfassers, 
von  dem  auch  der  eine  in  der  Khedivialbibliothek  aufbewahrte  Band 
herrQhrt  (Tirib  17,  t.  unten).  Dieser  Band  entliUt  die  Teile  215—219  des 
Werkes,  gehört  also  zwischen  Bd.  V  und  VI  des  Exemplars  der  Ashar. 
Die  Schrift  ist  freilich  nicht  leicht  zu  lesen  und  entbehrt  meist  der  diakriU* 
sehen  Punkte;  aber  jedenfalls  biete:  dieses  Exemplar  einen  aothenttschen  Text. 

/)  Kairo,  Tarib  43m  (Kat.  V,  25). 

Dieser  iJarul  des  Werkes  he-^iifint  mitten  in  iler  Bio^raplii«*  »les  Hn^ji^g 
Ihn  JtJSlif  1111(1  endet  mit  «1er  «les  Hili'i  Ihn  IJiräJj.  W<  (!er  am  Aiit  irig 
noch  am  V.\\i\>'  limlet  sifli  eine  Angabe  iiher  Titel  oder  Autor  uml  iler  Wr- 

fasser  des  Katelußs  sriieiiit  durch  eine  Notiz  im  Artikel  ^Uält  j^,  wo 
der  Autor  sagt  Jh-l-*Jk>  Osi^j  o «u  seiner  Ansicht  veranlaßt 

\vt»r(len  zu  sein,  einen  Teil  des  Werkes  von  Ihn 'Asäkir  vor  sieh  zu  liahen. 
Daß  es  wM*kli<'h  Ilm  'Asfdvir  ist,  l>eweisi  die  H<'ih<'nr(>lü:e  der  Artikel.  <He 

in  dem  dritti'u  Baude  iles  Exemplars  der  A/.liar  (welcher  mit  ^  ^J—^^ 

4fi\  ^-T-Iafr  beginnt)  die  gleiche  ist.  Un^er  Band  umfaßt  aber  nur  1  (>5  Folios 
(die  Seite  zu  21  Zeilen,  undeutlich  gesehriobcn),  und  die.se  Anzahl  von  BlSttrm 
kann  unmöglich  alle  Artikel  von  l.ia^|ä|^  bis  Rib'i  in  ihrem  vollen  Umfang 


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HoRovnz:  Aus  den  Bibliolhckcii  von  Kairo ,  PantasliLs  und  Kon$tantitiO]>el. 

♦•iithaltf'ii;  iH'lunen  doch  in  ilcm  Exeiiiplaf  ^\vv  Azhar  allein  die  Ai*tik«l 
von  Ha-san  Ihn  Atijjnt-allali  his  zum  h't/trn  I;^asan  ^^'^  Folios  (die  Seite  /u 
27 — 28  Zeilen)  ein;  von  da  an  his  /.um  Schluß  des  Bueiistahens  >-  zählt  man 

etwa  180  Folios,  und  der  Buchstabe  ^  erstreckt  sich  fiber  120  Fulios.  Wir 

haben  es  also  in  der  Handschrift  der  Khedivialbibliothck  Tarib  43m  mit 
einetn  Teil  eines  Ausaigs  aus  Ibn  2i\säkir  zu  tun. 
ff)  Kairo,  Tarib  17  (Kat  V,  25). 

Dieser  Band,  der  aus  HIo  Folios  he^telit.  ist,  wie  ein  Teil  der  Bände 
in  der  Azhar-Bibliotlurk ,  vom  Sohne  des  X'erfasseis  geseht  ieben.  Kr  enf- 
hrdt  die  Biograpliien  von  Önrahhil  Ii)n  Ijasana  his  Safwän  Ibn  Sidaim; 
Fol.  141  —  !>i5  scheinen  einen  Teil  eines  Werkes  über  den  Propiietcn  zu 
eiiUialtt  n. 

/i|  Ivairo.  lühliotlirk  Muhammad  iMiduh. 

In  der  Bibliothek  des  V(  i  >(..i  lK  rir!i  Mufti  Muhauunad 'Ahduh,  die  jetzt 
in  'Ainsaujs  iu  x'iiu-ni  Mause  aul"bt  vvahi-l  \vir»l.  linden  sieh  zwei  Bän<le  \  on 
Ibn  Asäkirs  Werk.  Der  Katalog  verzeichnet  vier  Bände,  aber  der  Ver- 
bleib der  beiden  übrigen  ist  noch  nicht  aufgeklärt.  Purch  die  Freundlichkeit 
des  Bruders  des  MnfU,  Qanimtida  Hey  Abduh,  konnte  Ich  die  Handschrift 
benutzen. 

Der  eine  Band,  auf  dem  Titelblatt  als  »Teil  V«  bcKeicbnet,  enthält 

die  Biographien  \oi\  Said  Ihn  'Atija  bis  Simäk  ]bn  aUAbwas  in  deutlicher 

Schrift,  der  aber  <lie  diakriti^t  Im  n  Punkte  fehh'U. 

Der  andere  Band  enthält  die  Biographien  von'lJhaidalläh  Ihn  Muhauunad 
Aliü  Ali'lnll.ili  al-Makit  his  'l'Mnän  Ihn  Ma'l):id  Ihn  Nüh  und  selieint  von 
derseÜH'n  magi'ibinisdien  Hand  gescitrieben  zu  .sein  wie  ein  Teil  d<;r  Bünde 
der  Azhar. 

{)  K.iir...  Tni-ih  •V22  (Kat.  V.  lli.'i):  T.-i'litj  min  tarllj  Ibn  Asäkir. 

l)i'--e  li.unlschrift  konnte  ich  nicht  durchsehen,  weil  sie  im  Aus- 
>telluiigsziioiner  ausgelegt  war. 

Auf  europäischen  Bibliotheken  finden  sich  folgende  Bände: 

Berlin  9781,  enthält  einen  Teil  der  Einleitung,  beginnoid  mit  >bäb 
^azät  an-nabi  Tabiik*  und  endend  mit  »hfib  tiikr  al-aradin«  (=  Damaskus 
Vol.1  101»  bis  145'). 

Cvotlia  1775  enthält  die  Artikel  «Ibrilhlm«  und  Artikel  aus  dem  Bucli- 
.Htabcn  «bä**  A»togra{jh  des  Snhnes  des  Vcifa.Hser.s. 

Brit.  Mus.  1287  enthält  die  Artikel  Zai<l  Ibn  vSaläm  bis  Sa'id  Ibn  '.\rid. 

Brit  Mus.  12H8  enthält  die  Artikel  Sa'id  Ihn  'Atijja  bis  Sulaiin  Ihn  Sälil», 
»äulainmn«  st»'ht  vor  Sidaim,  ist  also  noch  in  diesem  Bande  enthalten. 

Brit.  Mus.  t2S9  beginnt  mitten  im  Artikel  Lä^iq  Ibn  Ijluuiaid  und 
reicht  bis  dazid  Ihn  ?i!-  A^an)m. 

Brit.  Mus.  :hi.s  beginnt  uu't'l  inar  ihn  al-^attäb  und  endet  mit  .Anu" 
Ihn  Baijir  (al-(Jähiz). 

Brit.  Mus.  Supplement  OöS  enthalt  einen  Teil  der  Einleitung,  he- 
i;innend  mit  •tautiq  ahl  a&-aam«  und. endend  mit  «bäb  ^ikr  ba'd  atdmr 
ul.dag^U  (=  Damaskus  Vol.  1  Fol.  75^  bis  150»). 


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60   HoRovrre:  Am  den  Biblintheken  von  Kairo«  Damaskus  und  KonaUntinopel. 

Camhridgi*  184/185  \' ol.  I  »pontauis  tlic  hi^Ntoi  irai  inii uUurtioti .  Vol.  II 
th<'  biugia[ihies  down  to  Isma  il  Ihn  Aijilii,  \  ui.  Iii  the  saiue  down  to  Gäbir 
Ibn  Amr*. 

Pkris  2t37  beginnt  mitten  im  Artikel  JaxSd  Ibn  Jadd  Ilm  Öfiblr  und 
meht  bis  in  die  Kunjas  (Abü  Mubammad  Ibn  al-XbbiB)  liioein. 

Petersbui^,  Asiatisches  Museum  285  enthSit  die  Biographien  von 
^Abdallah  Ibn  *Imrin  bis  Abdallah  Ibn  Qais  Ibn  Sulaim. 

Ferner:  Tunis,  Zaitotina  65  (s.  Bulletin  de  correspondanre  africaine  II, 
S.  20)  entbilt  die  Biographien  von  Durri  Ibn  Abdallah  Ins  Sa'd  Ibn  Ab! 
Waqqils.    Dasa  kommen  noch  7.wei  B&ode  im  Privatbesitz  des  Grafen 

Landberji. 

Die  Uand^chnttcn .  wrlrlic  nur  Auszüge  aus  dcui  Werke  enthalten 
(Berlin  9782 /8:i.  Gotha  ITTi.  77.  lUhingen  6,  Köprfdüzäde  1148/51)  sind 
in  dieser  Aufzählung  nidit  herücksichtigt. 

51.  Ibnal-Adim:  Bugjat  a^-(alab  fl  tari|)  ^alab.  Koostanti- 
nopeU  A  ja  Sofia  ??03»>. 

Der  später  hiuiugefiigte  Titel  lautet  ^-Ül       \  »_JU-  ^  J^'«   l^er  hier 

vorliegende  Band  enthält  aber  nirlit  eine  Geschichte  von  AleppOt  sondern 
eine  Beschreibung  von  Syrien  und  Mesopotamien,  in  welcher  neb*»n  0'""* 
asrin,  Antakija,  und  sehr  vielen  größeren  und  kleineren  Städten  auch  Hala>> 
seinen  Platz  hat.  Gelegentlich  des  Abschnitt«  über  SifHu  wird  ansfTihrlich 
der  Kflnipf  zwiscluMi  Mu'äwija  und  'Ali  behandelt  (Fol.  117  bis  ItiH  ungt-tTiliri. 
Am  Schluß  steht  ein  ausführliches  Kapitel  über  die  arabischen  Stänune, 
die  sich  in  ^alab  ansiedelten,  und  ein  anderes  über  die  Elrobening  von 
Qalab  und  Qinnasrin.   Das  E^nde  des  Bandes  fehlt 

Haben  vrir  es  hier  wirklich  mit  dem  Werke  des  Ibn  al-^üdlm  an 
tun?  (vgl.  Ober  dieses  Blochet  in  Revue  de  Torient  Utin  Vol.  III,  509). 
Was  wir  von  ihm  an  Fragmenten  in  europlisdien  Bibliotheken  besitsen, 
enthilt  nur  Biographien;  die  Einldtung  seheint  sonst  nieht  erhalten  su  sein. 

52.  AbüM-Qasan  XI!  Ibn  Mub*niniad:  Ad>durr  al-munta^ab 
fi  tarib  Ijalab. 

a)  LSlefi  S036/37. 

Der  'ntel  in  *2036  Uutet:         ^      4^  j  «>a:It  3i  ^  JjVI 

(richtig  lautet  der  Name:        0;  ^  y  \  cT^^  *^  «•  HU  1877). 

Das  Werk  ijietet  eine  Ergänzung  des  von  ^j  ^J  ^  \ 

^oJl  verfaßten  «Ji»>  ^jiT      wüi^i  ÄJI»  i  von  welchem  ein  Teil  angeblich 

in  ^a  So6a  3036  vorliegt  (s.  die  Inhaltsangabe  dieser  Handschrift).  Nach 
kurzen  einleitenden  Kapiteln  Uber  Nsmen,  GVenxeo,  Voraflge.  die  Eroberung, 
die  wichtigen  Bauten,  Moscheen,  WalUahrtsstittai  usw.  von  Aleppo  folgen 


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BoMvm:  Aas  den  Bit^ioUieken  von  Kairo,  Dunaakus  und  Komtan^opel.  Gl 
dieBlogn]rfiien  der  nacli  658  ventorbeoai  »t.'jjj  »UJi^  iSjj 

Die  etnleitendeu  Abschnitte  reiciico  bis 
15';  dort  sehlieBen  sich  die  Biographien  an,  die  in  diesw  Band  bis  CJf^^ 

<4^\  ij\  gefnhrt  werden.    Der  Band  bmtebt  aus  270  Folios ,  die  Seite  zu 

21  Z^i\tu  deutlicher  Schrift. 

2037  enthält  nicht  die  Fortsetzimg  des  •durr aUmuutaljab« ,  wieder 
Katalog  behauptet,  sondern  einen  Band  des  »masililL  al-alMfSr«  (.s.  d.). 

b)  DSiuäd  Ibrählm  922. 

Die  Böeher,  die  ich  mir  aus  dem  Katelog  dieser  Bibliothek  notiert 
liatte,  sind  bis  jetst  noch  nicht  aufgefunden  (s.  oben  unter  Ihn  'Asikir). 
Von  europäischen  Bibliotheken  enthalten: 

Berlin  9791  unser  Werk  bis  aur  Biographie  des  IbiCbim  Ihn  'AU  Ibn 
Abil  Fawiris; 

Gotha  1772  die  Bachstaben  b  bis     die  Polemik  von  Pertsch  gegen 

90  ist  unberechtigt; 

Brit.  Miuj.  430(2)  enthält  nur  die  fünf  Pinleite  iiden  Abschnitte: 
Kopenhagen  142  enthalt  nicht  iins-er  Werk,  sondern  das  des  Ibn 
6ihn<i ,  wie  ein  Vergleich  mit  Ahlwardt  IX,  2ö7  Tiei^t.  I)aj?ef;en  ist  in  der 
Collection  Schefer  (Hililiotheqiie  nationale  hSöo)  ebenfalls  lid.  I  unseres 
Werkcj»  eiitlialttii ,  iler  aber  dort  bis  zur  Biographie  des  Abd  iii-l^uliir  ibn 
Mu^^aminad  reicht  (s.  Dcrenbourg  S.  36). 

ÖÜ.  Al-lJatib  al-Ba<jdädt:  Tari^  Bagdad  inadlnat  as-saläni. 

Die  große  Biographiensammlung  des  IJatib  aUBagdädi  »t  in»  Kon- 
slantinopel  in  mdireren  Exemplaren  voUat&ndig  vorbanden;  aufierdem 
finden  sieh  noch  mehrftch  einzelne  Binde  vor. 

a)  KöpraiOtfde  1022/83  (vollstlndiges  Exemplar). 

1022  enthilt  die  Einleitung  des  Werkes  und  die  Biographien  bis 
-Vi^l  /f  j^^.   Am  Ende  dieses  Artikels  steht  als  Überschrift  ^li 

»ki-l  (innerhalb  der  einzelnen  Buciistaben  des  Alphabets  läßt  der  Verfasser 

« 

die  alphabetische  Reihenfolge  unbeachtet). 

1023  bfittinnt  denn  auch  mit  »U-i  oi»  und  fuh  rt  die  Biogranhien  bis 

*  • 

xum  Ende  des  Alpliabets,  worauf  dann  noch  das  jSSi  Jf  und  Jl 

^\  Juoäll»  .si-W  J^i  ^  folgen.   Am  Schluß  des  Bandt-s 

heiBt  es:  ^'^'^\  i>»U  .^L'  f%Jt  OJU  ^\JA^  j^J:  J^^^  JA  i-j^ 
^5j\JUÜ^  Ol*  C\  "j-  ß.  ^j}  fl»VU    Die  Abschrift  ist  im 

Jahre  1UÖ4  vollendet  woiden. 

Die  beiden  großen,  starken  Bände,  die  bis  auf  den  Einband  s^r  gut 
erhalten  sind,  sind  sehr  d«itlich  gesclirieben ;  Jede  Seite  hat  39  Zeilen. 


C2   HoMnrm:  Ans  den  Bibliotheken  von  Kairo,  Dtmaakiu  und  Konatnatinopel. 

L)  Küpiiilü/ri.]»'  1024  —         (einzelne  Bände). 

1024  enthält  Teil  1  — 10,  nämlich  die  fclinleitiing  und  die  Biographien 
biü  A-^llJi  ^J  -XJ^  (2')0  gezählte  Folios,  die  Seite  zu  21  Zeilen). 

102d  enilMll  die  Biographien  von  4»t  JLP  Cx,  cT  ^  cT  Cf^^ 
bis  cf  ji- 

102H  begiiuU  mit  der  Biographie  des  jy  ^  ^j^^  O 

und  reich!  bis  zu  der  des  w>J  cT  cT  -'^  (^^1  gezihlle  Folios, 

die  Seile  xu  25  Zeflen). 

c)  Qakim  oglu  'AU  FSftä  (vollständiges  Exemplar). 

4>93,  Bd.I  reicht  vom  Anfang  (Einleitung)  bis  xuui  Artikel 

■^^^\  jyoi-»,  der  aher  in  diesem  Band  nicht  ganz,  /.n  Unde  geführt  winl. 

<>'J-i,  Bd.  II  fuhrt  den  Artikel  J yo>jk  (j  ^ — ^\  zu  Ende  un«l  enthält 

dann  weiter  die  übrigen  Artikel  bis  zum  Sehhiß  des  AlpbabetSt  dann  die 

Kunjas  und  die  Frauen.  Die  Schrift  ist  deutlich,  aber  im  ganzen  ersten 
unil  einem  Teil  des  zweiten  Bandes  sclieinen  die  Buchstaben  der  Vorder- 
b/.w.  Rückseite  so  stark  durch  „daß  das  Lesen  schwer  fallt. 

(1)  Asir  Kfendi  »)04  —  ♦»Oll  (vollständiges  Kxemplar). 

U04  eniiiäit  die  Kioleitung  und  die  Biographien  bis  4/ 

•«     .      ^»  • 

6Ö5  b^tnnt  mit  ^^y^  ^>  J-ia»  ^j-  (diese  Worte  werden  am 

Ende  von  604  als  Anfangsworte  des  folgenden  Bandes  angegeb(Mi)  und  reicht 
bis  ^  Cy,  ü  ^s^' 

»iO«"v  Itc^riniit  mit  j\ j^»  (jr  und  iiihit  die  Biographien  zu  Ende 

«tarnt  den  Abschnitten  über  die  Kiinj.'is  und  die  Frauen. 

Die  Abschrift  ist  IMl  vcillendet  worden,  <lic  Schrift  deutlich. 

e)  Nur- i-'ütmänijje  3093/94  enthält  nach  dem  Katalog  ebenfalls  tlrn 
TarHj  Bagdad;  ob  vollständii:  konnte  ic!i  leider  nicht  f«'<;t!?tcl1pn .  dn  dir.sc 
Bibliothek  nur  durch  ein  sp.vicllcs  Iiädc  ziigiinL'lirh  ist,  das  ich  mir  der 
Kürze  m^'ines  Aufenthall.N  wc^ca  nicht  vcrsrhaflVn  konnte. 

/)  D.imäd  Ibrähim  889.  Der  Verbleib  dieser  Uandsciirift  ist  bis  jelxt 
nicht  l'e;jti;c stellt  (s.o.). 

7)  In  der  Azharbil^liotlick  (Taril>  ^«i'>)  sind  die  folgenden  Bände  dei« 
Tari[i  madinnt  ns-saläm  vorlianden: 

Bd.lV  (a»\J1  jÜi,  so  auf  dem  Titelblatt  bezeichnet),  enthaltend  die 
Biographien  von  jL^i  'Xs-  (j  A>t  bis  UJ^      Jl^m»«>I.  . 

l\d.\\  beginnend  mit  Juaili  J>;«^^  ""«1  reichend  bis  ^J  j^— ^\ 
Jj^%  welcher  Artikel  aber  in  diesem  Bande  nicht  zu  feinde  ge- 
nihrt  wird. 


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HoBOVtTz:  Auh  tleii  HiLliulhckeu  \uu  Kairo,  Datna^ku^  uiiii  Koiiülaiitinupel.  (iij 

Bd.  VI ,  enthaltend  den  Schluß  der  Biographie  des  Cf,  O^**^) 

und  die  folgenden  bis         CX,         Ül  ^\ 

Bd.  VIII,  beginnend  mit  ,V  ü  cT  ^  J^^        und  schließend 

init  iä>-l^l        ^J  the  letzten  Blätter  fehlen. 

Bd.  IX,  heginnend  mit  Jl-»-^  ,j         und  reichend  bis  wijy^ 

;  auch  hier  fehlen  die  letzten  Blätter. 

h)  Kairo,  Tarih  530  (Kat.  V,  enthält  Bd.  I  des  Werkes  in  deutlicher 
Schrift,  der  aber  die  diakritischen  Punkte  vielfach  fehlen.  ;\uf  die  Kinlcitung 
folgen  noch  dieBiugrajihien  bis Mul^aunnnd  Ihn  al-Ihusan  Ibn'Ulinän  Ibn'Umar. 

Kairo,  Tarilj  tiO  (Kat.' V,  2<)).  Difscr  Bnnd  lir'iinnt  inif  dem  Artikel 
Nu'aitii  Ibn  n;iiiinind  tind  lülirt  dn<;  Werk  vm  Hmlr.  Ih  r  Band  besteht  aus 
178  Folios.  Aukier  in  den  vullstiiiidii^fn  Kftfsstantiijopt'ii'i  I^xpnijilaren  findet 
sich  dieser  »'iVil  X«  des  Werkes  nur  iiucli  in  der  Berliner  üaudscljrilt 
WE  28  (Nr.  des  Kataloges).    Diese  BerUner  Handschrift  ist  unvoU- 

slindig  und  falsch  gebunden.  Erat  F.  Kern  hat  in  ihr  einen  Teil  des  Taril) 
tnadloat  as-salini  erksnnt 

In  europSischen  Katalogen  finden  sich  noch  folgende  Teile  des  Werkes 
beschrieben: 

Berlin  9757,  enthSlt  nur  einen  Teil  des  Artikels  'Äniir  Ibn  Surabbll. 

Berlin  99<).'{,  (s.  oben  i)  enthält  den  letsten  Teil  des  Werkes. 

Paris  2^J^^,  entliiilt  dir  Biographien  von  Muhanunad  Ibn  Ishüq  Ibn 
Jasär  bis  jNTiilininmad  ll>n  ai-I,Iasan  Ihn  Saih  al-I>fahäni. 

Paris  beginnt  mit  Mutisnimad  Ibn  Ka^r  al-Fihri  und  endet  nUt 

Ai>uiad  Ibn  'Ubaid  as-Saffär. 

i'aris  21.10.  beginnt  mit  .Sfdib  Ibn  Mu^iainuiud  ibn  Amr  und  endet  mit 
Abd  ai-Azi/.  ibn  Muhanunad  al-Mutarriz. 

Paris  2131,  beginnt  mit  Ali  Ibn  Midjiammad  ad-Dämagäui  und  endet 
mit  al-Padl  Ibn  Muhatninad  Ibn  .Sa'id. 

Brit  Mus.  781,  enthalt  die  Einleitung. 

Brit.  Mus.  782,  enthält  die  Biographien  von  Muhsmmad  Ibn  al  -  Ilusain 
Ihn  Muhammad  Ibn  lyiStim  bis  Muhammad  Ibn  Miskin  Ibn  Nunwila. 

Brit.  Mus.  783»  enthält  die  Biographien  von  Muhammad  Ibo  *Uniar  Ibn 
^AfilLn  bis  Mu^^unmad  Ihn  Ilärün. 

Brit.  Mus.  784,  enthält  Einleitung  und  Biographien  bis  Muhammad  Ibu 
isl^«!  Itjii  Muhammad  Ibn  Faduwaih. 

Brit.  Mtis.  Supplement  05.")  hat  denselben  Initalt  wie  Brit.  Mu».  7S4. 

Femi  r:  .M^jrr  (Fagnan  8.  44'»)  Nr.  l(j(M»  enthält  die  Kinleitun^  und 
die  Biograjiliien  bis  Ahmad  Wni  l.bisan  Ihn  Abd  al-(jabbär;  Nr.  1607  setait 
die  Biographien  fort  bis  IJiusain  ibn  jahir  Abu  Abdallali. 

54.  Iba  an-Naggär:  D&il  Tarlb  madinat  as-Salim.  Damas- 
kus, Tarih  42. 

Der  Katalog  S.  84  beseidmet  Nr.  42  als  <^JU  ^jlT  von  Mu- 

hibb-ad-din  al-Bagdfidi.   Auf  dem  Titelblatt  steht  aber  —  die  erste  Keihe 


64    HoftoviTz:  Ana  d«i  Bibliotheken  von  Kab>,  Dunaskiis  und  RonaUnthiopel. 

ist  überklebt  —       Ujjj         f>^Vl  J^\j  •  •  • 

0;       er  -A^  üi^<  1^  -i-U^I  fUVi  ^\        ftVi  .Uk 

jl^l  iji     A\  ^^lAiJi. 

Es  handelt  sich  nhso  um  die  Fortsetzung  des  T.nnh  madiiiat  as-Saläui, 
die  Iba  än-Kaggär  verlaßt  hat.    Der  er  tc  Artikel  ist  j^jtj 

der  leiste  Cf,  ^/^\  cT  cT  ^«  vorhandene  Band 

bestdit  ans  etwa  220  deutlich  geschriebenen  Folios,  die  Seite  zu  27  Zeilen. 
Die  Tode^ahre  g^Öreo  ineütt  den  Jahren  400  — 600  an.  Am  Ende  des 

Bandes  heißt  es:  cT^I         >T  y^J  »JU  JüLL| 

J--»VI  Wir  haben  es  also  mit  Bd.  XX  des  Werkes  zu  tun. 

55.  Ibn  ad-Diinjütl:  al-mustafüd  min  dail  larltj  Bagdad. 
Kairo  Tarib  2%  (KatV,  150). 

Diese  Schrift  des  Abmad  Ibn  Aibak  Ibn  Xbdallsh  al-Qusaini,  bekannt 
unter  de«  Namen  ■ibn  ad-Dinyiti«  (gest.  749),  ist  ein  Auszug  aus  dem 
tanb  Bagdid.  des  Um  an-NaggSr  (gest.  643,  s.  WQstenfeld  8. 123,  Nr.  327, 
Brockelmann  1,360),  von  welchem  Teil  XX  in  Damaskus,  Tarib  42  (vgl. 
Nr.  54)  erhalten  ist.  Utiser  Buch  besteht  aus  acht  Teilen,  die  zusanunen  84  Folios 
einnehmen.  Jede  Seite  hat  etwa  23  Zeilen;  die  Schrift  ist  oft  schwer  zu 
lesen  und  entbehrt  meist  der  diakritischen  Punkte.  Das  Buch  —  also  ein 
Auszug  aus  der  I'ort-setzuiij^  des  Tarüi  Haüdad  — -  enthält  ledigüfli  Biogra- 
phien: Teil  I  (Fol.  3  —  Iii)  solche  von  Männern,  derfn  Namen  mit  Mu- 
hammad i)eginnt.  Teil  II  <K«)I.  14  — 1>;?)  UMäliim  his  Aliinn.!.  Teil  III  (Kol. 
24  —  3.3)  .Schluß  V(»u  AInuad  Itiü  nu->an  ,  i'eil  1\'  { 1  ul.  ;i  1  —  4.i)  Ilu.sain  l»is 
Abdall&h  Ibn  'Ali,  TeU  V  (Fol.  44— 53)  Schluß  von  Ahdalläh  bis  Ali  Ibn  Allal>, 
Teil  VI  (Fol.  54— 63)  Schluß  von  Ali  bis  aUFadl,  Teil  VII  (Fol.  64-^73) 
al.Qisim  bis  HibaUlläh,  TeilVllI  (Fol.  74*-84)'Schlu0  von  HibataUih  bis 
sum  Ende  des  Werkes. 

56.  D&habi:  al-muhtasar  al-mubti^  ilaih  min  tarib  ad-Du* 
baiii.   ivairo,  Tarih  324  (Kat.  V,  M5). 

Auf  dem  Titelblatt  dieser  Handschrift  steht:  al-mul}ta>ar  al-niubtä^ 
iiaiit  min  tarib  abhäfiz  Abi  Abdallah  Muhanmind  Ibn  Abi  Sa'id  Ibn  Muhammad 
ad-I)ubaiti  iniicja  Mid.iannnad  Ibn  Ahmad  Ihn  üiniän  fa^-Hahabi]  wa-fihi 
zijädat  wn  -  fawüid  fi  t-tnrji«!;im.  In  der  kurzen  \'f>rhemerknnj»  wird  dann 
gesagt,  daß  das  Werk,  des  Dubniii  ein  Anhang;  (dail)  zu  dem  Tarib  dt*s 
Sam'äni  sei,  der  eine  Fortsetzung  zu  der  (  hronik  des  ijatib  al-Bai:ilädi 
gesdirieben  habe.  Wir  haben  es  hier  mit  einem  Auszug  aus  dem  Werke 
des  DubsiH  au  tun,  welchen  Dahabi  veranstaltet  bat 

Unmittelbar  nsch  der  Vorbemerkung  beginnen  die  BiograpfaleD,  mit 
Mubammad  anfangend,  dann  alpliabetisch  von  Ahmad  bis  Ja*ü  [die  alpha- 
betiscbe  Reibenfolge  wird  innerhalb  der  Buclistaben  aber  nicht  genau  ein- 
gehalten, a.B.  «lü.tuf  vor  Ja'iS],  dann  noch  wenige  Artikel  ftber  Frauen.  Die 


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HoBovnz:  Aas  den  Bibliotheken  von  Kairo,  Datnasku«  und  Konstantiuopel.  65 

Handschrift  besteht  ai»  132  Folios,  die  Seite  zu  23  Zeilen  uicht  sehr  deut- 
licher Schrift 

57.  Al-Abhäs  Ilm  Suhän  nl-Jsman:  Kitftb  al>attjft  as* 

sanijja.    Kairo.  Tarilj  3')!  (Kat.  \',  129). 

Die  Saiimielhandsclirift    Tarih  351   enthält  zuerst  das  Uucli 

m 

verfaßt  von  Al*iiuilik  aUafdal  at- 
l\bbäs  Jim  al-malik  aloinu^hid  'AM,  SiiltSn  al-.laman  ( Brock elmann  11,  184, 
isest.  778).   Der  Vetfa.«iser  erklirt,  in  diesem  Bucb  über  die  Geschldite  des 

Jemen  sprechen  au  wollen  und  «die  Klassen  (o^S^)  der  Leute  des  Jemen, 
ihre  lirade  ihre  Vor/.fiy;«',  ihre  Tod(\sjahr«* ;  die  ausgezeichnetsten 

<f»'lebiien ,  \V»'sire.  Häiijiter  (»L-J^),  ilire  (ieburtsorte,  die  Dauer  ihres 

Lebens,  die  •Genossen-,  die  nnch  dpui  .lernen  u;ekoinrneii  sind,  usw.  be- 
lirtndriii  711  \\'(ill''n.  Fiühric  iiätti'ii  /\v;ii"  iÜinlicli''  Werke  bef^onnen.  ;iber 
keiner  hab^'  eins  /,u  Ende  f^eiVdiit.  i>ie  Artikel.  ait>  denen  das  RiK-h  1k*- 
>lebt,  sind  alphabetisch  geordnet  und  brjiiiiiu-ti  mit  Abu  Bakr  ;i>-Sid<inj, 
Die  Handschrift  umfaßt  etwa  6Ü  unpaginierte  Folios,  die  Seite  lu  11  Zeilen; 
sie  ist  deutlich  geschrieben,  aber  oft  wurmstichig. 

An  didses  Werk  schließt  sich  ja  deroselben  Band  ein  anderes  an «  von 
demselben  Verfasser  «nd  von  derselben  Hand  gesehrieben :  j  yJ\ 

Cjy^\  w«j*l_^  J^'ij-  Aul' (Ifuj 'rit«'lbl;itl  >ind  au<'h  die  Werke  nnfj*ez;ililt. 
die  der  Verfasser  l)rniil/.i  1ml;  ii  icb-r  sind  tiiHhrer**  von  dii-scn  Titeln  üher- 
Idebt,  andere  schwer  lesbar  oder  »ieutbar,  du  die  iliakiilisehen  Puukie  fehlen. 
Lesbar  sind  s.  B.:  MirSt  az^zam&n  von  Ibn  al-Gauzi,  Tanbil)  al-aSriU*  von 
Ma&iNll;  Tarib  DimaSq  von  ibn  SUfikir;  öamhara  Iii  ansah  von  Ibn  al- 
Kalbi;  At|bSr  at-|iwil  von  Oiniwari;  KSmil  von  Ibn  al<Al|r;  Tarib  des 
Baliduri;  SIrat  mulük  al-'a^m;  Ta^rib  al-umam  des  Ibn  Maskawaih; 
Tarih  al*atibhi  des  Ibn  Abi  Usaibia;  Tahdlb  al-Kamäl  des  Miazi;  Mu'gam 
deN  (^astaläni;  Nitqat  al-'arSs  von  Ihn  Häzim;  Dibäg  des  Ibn  Dnraid; 
Farih  Bani  Ajjüb  von  Mubamuiad  Ibo  Wä>il;  Sarh  mä  Ja<ta'u  fihi  at-tas 
hif  v<»n  Khü  Ahmad  al- Hasan  al-Askari  u.a.  Der  Verfa.s.ser  erklärt  iu  der 
Vorbemerkung,  daß  er  in  seinem  voranstehenden  Werke  die  Bin^niydu'en 
vieler  Leute  ausgelassen  habe,  die  ei-  nun  finehtratien  wolle  und  aii>  etwa 
Buchern  gesaiiiintlt  hal>e.  Er  bei^iimt  mit  Adam  und  Ijelunideli  uffenbar 
ifi  diesem  Werke  (auch)  s(dche.  die  zu  Jemen  in  kein<;r  lie/.ieliung  gestanden 
haben;  in  der \'orbemerkung  i.st  jedenfall.s  von  .Icmeu  überhaupt  nicht  die  Rede. 
Die  Anzahl  der  Artikel  ist  sehr  groß,  das  Werk  besteht  ans  etwa  220  Folios. 

58.  Abdallah  \\m\  Muliammad  Ihn  Ga'far  Ilm  ^aijin:  T*^- 
baqät  almühaddii-io  bi-Isfahän.    Damaskus,  Tarilj  65. 

Der  Titel  lautet:   jl^ia  JCa^)  ^UJ»  ^  JjVt  »J^i 

Jjf^  j        JLft  JJ^        ^UVi  uiJl"         jJ^         y^j  \^  iJ,^j\^\j 

^y\i  ^jjß!k\  ij  O •    (^{jl'  über  <len  Veifasser  Bruckel- 

Uitt.  d.  &«&.  i;  OritBt.  SprMhot.  1907.  U.Abt.  S 

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ÜG    HoBoviTz:  Aus  den  Bililiotliekcii  von  Kairu.  Damaskus  und  Koiistantinopel. 

mannl,  195.)  Das  Buch  l>e^innt  mit  eim'r  Einleitung  i'ihev  »den  Voi7.u}i 
unserer  Stadt-  (f'i  fadl  (>nludinä),  d.  Ii.  also  Isfahüns.    Keil.  3  folgt  ein  Ab- 


weiche nach  Is&hän  gekommeD  sind  (darin  lO^ — 14^' ein  ansOIhrlicher  Ab- 
schnitt Qher  Sdniän  at -Finn),  Fol.  14*^:  AbG  MusS  a1-Ai*ari  und  dann  dir 
übiigen  •OeiuMs<ai>,  die  in  Isfahin  waren. 

19*  beginnt  die  zweite  Klasse, 

26''  beginnt  die  dritte  Klasse, 

29'  beginnt  die  vierte  Klasse  mit  lüU»  <>  i)jLi. 

34*  beginnt  die  fUnfte  Khuse  mit  ^%Jt  JLt  ^j  jUJ\, 

56'  beginnt  dw  sechste  Klasse  mit  ^\  -Xs-  ^y  -Kjf'y 

60*  beginnt  die  siebente  Klasse  mit  fjr^  %^^^\  u;  ^\  ^ 


Die  Todetyaltre  reichen  bis  in  die  Mitte  des  4.  Jahrhunderts.  Die 
Handschrift  tunfaßt  etwa  165  Folios,  die  Seite  xu  21  Zeilen;  die  Schrift 
ist  nicht  immer  deutlich  imd  die  diakritischen  Punkte  fehlen  hiiifig.  Am 
Anfang  und  am  Ende  stehen  die  Zeugnisse  Ober  das  »samS^«.  7881 

erwShnt  —  worauf  mich  Mr.  EUis  hinwies  —  die  ^JLas^VI  C»^-**^  drs 

^  J  ^j^^  ü^*•  o}*  der  354  gestorben  ist  (vgl 
ülier  ihn  Brockelmann  I  164).  Ks  ist  dort  jedenfalls  unser  Buch  ;;en)eiiit. 
aber  die  Ausgabe  Aber  den  Verfasser  beruht  auf  einer  Verweclislung. 


66'  beginnt  die  achte  Kla.sse  mit  y*\c  (j" 

79'  beginnt  die  neunte  Klasse  mit  ^L>£-  ^  «^i, 
104*  beginnt  die  zehnte  und  elfte  Klasse  mit 


Indizes. 

Verfasser. 


'Abbäs  Ihn  'Mi  r>5. 

'Abdal!.ia|j  Ihn  Ahmad  4H. 

Abdallali  Ibu  Muiiammad  Ibn  üa't'ar  Ibii 


'AK  Ibn  Muhammad  60. 

BaijasT  22. 

Biqu'i  27. 

Buljarl  40. 

Dahabt  9  u.  64. 

(iihif  (paeodo)  3ä. 

Hasan  Ibn  "^Mi  at-UgaimI  33. 

Hatlb  aJ- Bagdad! 

Thn  Ahd  nl-  Barr  15  u.  39. 

Ibn  al-Aiiiin  (K'. 

Ihn  'Asakir  50. 


Haijau  65. 
'Abdallah  Ibn  Mnbammad  al>Balawi  28. 
'Ahdarrahmäa  Ibn  ^aaan  16. 

Abu!  •  fid  i  11  XL  30. 
A^urrT  22. 

Ahmad  Ibn  Muhamniati  ibu  Mul.irit  42. 


Ahwaxi  21. 

AI!  Ibn  Daüd  at  Uaubari  29. ' 


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HoROvm:  Aus  den  Bibliothekien  von  Kairo,  Damaskas  und  Konstantinopei.  ()7 


Um  td-Diauäil  64. 
Ibn  Fadlalkh  43. 

Ibii  al-<iauzT  (i  n.  43. 
Ibn  Iiiaha  15. 
11)11  Isliaq  14. 
Ibii  Maskawaih  5. 
Ibn  aa-Na|^r  63. 
M  Saddäd  30. 
Iba  ai-Tahb.iii  50. 
Ibn  al-Uiir  IG. 

Ibr.iliTiii  Ibn  Said  ibn  Abdallah  4U. 
Jaijub  Ibn  SuQuu  41. 
JAraf  Sibt  Ahmad  Ibn  'All  Ibn  Ha^r 
fttahaiBiDad  Ibn  *Abd  al-Wabid  31. 
Mnhaimiiad  Ibn  'AlT  al«AiawT  32. 


Aljbar  al.^äd  27. 

A'ibar  'Umar  22. 

Al)w,il  Makka  3.1 

Xym  al  -a  ;r  45. 

A  liq  ai-  iianra  .30. 

A'när  al-a'jän  43. 

A^ja  a«-Mnijja  6&. 

Aar.iq  35. 

Ba'ir  .il-  aiixb  ir>. 

Biigai  at-t.ila!)  Ii  tai-i^i  Halab  Hi). 

Daii  larii;  madinat  at^-saliui  63. 

IW  al'lami*  47. 

Dikr  htna  na^id  DünaSq  31. 

Oonr  15. 

Dürr  al-muntatiah  »iO. 
Fn  'rn!  Abi  Bakr  IH. 
Fa.laiJ  Mnawija  21. 
Fa^aii  ti-8an  31. 
Fadl  al.Rnfa  32. 
Ihda  al-laiaif  SS. 
Iltni  Sil  - '  n.-iili  22. 
I  libir  1 1  t  ~  tawarili  34. 
Kiiua  vrai-a.sma  42. 
Lanhat  al-bah^  29. 
MagaxT  14. 
MaVifat  ar-rigil  42. 
Ma  rifa  wat-tarTli  41, 
Ma».ilik  al  -ab^  ir  4.'.). 
.Masaiiq  al-ai)w<tr  IG. 


I  Mnhanmad  Ibn  al<>'At?niT  6. 
Muhammad  Ibn  Dljä  al-QnmiT  33. 

Muhamoiad  Ibn  Jabja  17. 

Mubammad  Ibn  Sa'id  al-Qosairl  32, 

Mubanitiiad  Ibii  ^>akir  14. 

Muhaininad  Ibn  at-Tayib  29. 

Madtm  42. 

Safadi  45. 

Sahawi  47. 

Siht  Ihn  al-<,iauzT  7. 

^irawaih  Iba  8aliridar  2. 
>  SülT  35. 
46. '  Ttigän  al-Mul^amniadi  28. 

^  'Ubaidnllüh  Ibn  Muhammad  u-Saqati  21. 

Titel. 

I  Mirät^aaosan&n  7. 
I  Mn^ta^ar  fi  tarib  II. 
Mutitasar  tanb  ad*DubaitT  64. 
Muqaddaiiia  a.«»- sultanijja  2.S. 
Mustaf.id  min  dail  tarl()  Bagdad  64. 
'  Nnshat  -an  -  nafüs  29. 
Qud  wal*-amam  39. 
Raunaq  al-alfa/.  46. 
Rij.iil  al  -  Ulis  2. 
Sadarat  ad-daliab  4H. 
iSarb  'iqd  ahl  al-iman  21. 
;  Syar  al-Wäqidi  15.  . 
'  Sirat  äUTülvn  28. 

iTabaqat  al-nuhaddiiin  bl-Iffidian  6ä. 

t  Ta^.iril)  al-uniani  5. 
TamtiTd  ual-hajui  17. 
Tanbih  al-nmUik  38. 
^Tarrt)  al-AfIml  6. 
Tarib  Iskandar  28. 
,  Tarib  al  -  islam 
Tarib  al-kablr  40 
1  Tai"i!>  madinat  I)iiiia.>«i  ^0. 
•  Tarib  madinai  aa  salam  61. 
Tan?)  al-motttafam  6. 
Tarib  ar-Raqqa  32. 
'  Tarib  ulama  ahl  Mi?r  50. 
Tibr  al- masbuk  30. 
Tiuti  at-tawarih  14. 


Wafaj  It  40. 

Signaturen  der  Hand.schriften. 
Kairo  Tarib  1 1  S.  34.  j  Kairo  'I  arib  39  S.  15. 

-     17  S.59.  -        -     42  S.9. 

•       •    28m  S.  17.  •       •    43m  S. 58. 


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(>S    Honnvm.:  Aua  den  Bibliotheken  von  Kairo,  Damaskus  wid  Konstaiitinopel. 


Kairo  TaiTh  48  S.  2. 

80  m  S.3^>. 
87  S.33. 

llÜin  211. 

;mH  :r  s.  4*>. 
421  s.  lü. 
43t)  S.  lü. 
502  &28. 
522  S.59. 
r>2;i  s. 

:.05  S.35. 
bW  S.  22. 
(>44  S.9. 
1112  S.48. 
1570  8.33. 
202S  S.29. 
Azhar  S.  57  u.  62. 
-  Bibliothek  des  Muliammad  'Ahdu  S  b\K 
Koiiütautijiopel  Aja  Sofia  2i)ti2— 2970  S.  4ö, 
-     -  3W)3-30(>4S.28. 
.     •   3006-..')016  8.9. 
•     -    3036  S.GO. 


^  Konstaiitiiiopei  Uakitn  oglu  6l>3  '*4  S.)>2. 
j  •  *  .       .   801  S.^ 

RSpriUaxMle  1015-lOSO 
S.10. 

1021  S.U. 

1022  23  S.»;i. 
1024  2»;  S.<i2. 

.        105:!  S.  40. 
1065  8.38. 
1081  S.  11. 
1121  S.  14. 
1140  S.  14. 
nn»-07S.8. 
1172— 75  S. 7. 
Lalell  1944  S.27. 
.    2036/37  S.60. 
.    2073  S.  44. 
-     2100  S.  8. 
Nur- i  -  iTtrn:in?j,jc  G2. 
Qara  Mustat'a  3'.in  8.<!. 
'Umitiuijc  5051  8.9. 
WaK  ad-lKn  2399  S.41. 
Damaakos  Mii|amf  l  S.42. 


.     .    300U—3071  S.40. 

*■  ■ 

8  S.31. 

3O92-  30«>8  S. 

»  »• 

14  8.50. 

.      ..    31 1<)— 3121  S.5. 

M  ■ 

25  8.21. 

•     -    314G  S,8. 

*  «i 

28  S.  43. 

-     *  3245  S.  15. 

d  m 

3(1  S.  22. 

.     •   3410--3412  S.7. 

m  * 

U  8.32. 

.      .  3415-3i:?*^S.48. 

«  •» 

48  s.31. 

As'ad-Elendi  2085  S.  C. 

1»  * 

78  S.  4'.». 

.     2141  S.7. 

«  » 

93  S.32. 

-     231M  S.41. 

m  • 

116  S.50. 

CUir.Efendi 604-606  8.62. 

*  * 

129  S.2I. 

»    088  &  39. 

m  Tarlli 

1    2(5  8.  .50. 

.     71'.    718  S.«. 

n  « 

36-10  S,47. 

'Atif-Efendi  1Ö12-1S1!> 

42  8.63. 

8.  56. 

43-49  S.  14. 

Daiiiadz^tde  11. 

«  P 

62  8.7. 

Diimiid  Ibrahim  872-882 

41  • 

05  8.65. 

S.  56. 

»  P 

242  K.28. 

88G  S.  27. 

Beirut  S.  30.* 

SHO  S.G2. 

8.  30. 

1)22  S.  til. 

-     S.  47. 

F.aih  4;;i»u  8.  15. 

Jerusalem  S.  46. 

Berich! ttgung:  8.30  and  3)  ist  zu  lesen  «at  a'laq  al-hnftra>  <ftr  «al-alaq 
•1-liaxTra». 


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69 


Von  den  rechtlichen  Verhältnissen  der  Christen  im 

Sasamdenreich. 

Von  Eduard  Sachau. 


Staat8gruQ(Ige8et2,  welches  die  VerhältDisse  der  climtlichen 
UnterUnen  eines  muhammedaoischeD  Staates  regelt,  ist  in  den  «II- 
genunnen  Prinzipien  im  Koran,  in  weiterer  Ausfübrung  durch  die 
«  Edikte  Omars  gegeben  und  f&r  alle  Folgesieit  festgestellt.  £s 
ist  xum  erstenmal  in  denjenigen  Vertragen  paragraphiert  worden, 
durch  welche  die  ersten  christlichen  landschaften  und  Städte  wie 
NegrAn  in  Arabien,  Bosra  und  Damaskus  in  Syrien  sich  dem  Islam 
ergaben.  Da  diese  Verträge  nicht  allein  ein  neues  Hecht  schufen, 
aoodem  auch  umgestaltend  in  die  Besitz-  und  Erwerbsverhältnisse 
tief  eiogrifien,  sind  sie  die  Grundlage  und  der  Ausgangspunkt  der 
nirtschaftageschichtlichen  £ntwickelung  der  betreflenden  Gebiete 
geworden. 

Der  Islam  gewährt  christlichen  und  jüdischen  Untertanen 
Sicherheit  der  Person  und  des  Besitzes,  Schutz  g^en  äußere  und 
innere  Feinde  und  freie  Religionsfibung,  sofern  sie  ihreiseito  nichts 
Feindliches  oder  Anstößiges  gegen  den  Islam  unternehmen,  sowie, 
abgesehen  von  einigen  geringeren  Leistungen  Kopfsteuer  und  Grund- 
steuer zahlen.  Der  Islam  verzichtet  auf  den  Heeresdienst  der  Christen 
(ur  die  Verteidigung  des  gemeinsamen  Vaterlandes,  d.  h.  er  gestattet 
Andersgläubigen  nicht  den  Eintritt  in  seine  Armeen.  Was  aber 
riel  tiefer  als  diese  Bestimmungen ,  welche  zum  Teil ,  wie  wir  später 
flehen  werden,  verglichen  mit  den  Verhältnissen  der  orientalischen 
Christen  in  vormuhammedanischen  Jahrhunderten,  nichts  wesentlich 
neues  waren,  in  die  Geschichte  der  Millionen  christlicher  Unter- 
tanen des  Chalifats  eingriff,  war  jenes  Gesetz,  welches  den  Abfall 
vom  Islam,  den  Übertritt  eines  Muhammedaners  zum  Christentum  mit 
dem  Tode  bestrafte.  Und  es  verdient  hervorgehoben  zu  werden,  daß 
wohl  niemals  ein  Gesetz  durch  die  Jahrhunderte  hindurch  bis  in 
die  Gegenwart  mit  solcher  Konsequenz  innegehalten  und  durch- 
geführt worden  ist  wie  gerade  dies.  £s  konnte  also  jeder  Christ, 
der  sich  in  seiner  Gemeinde  mißUebig  gemacht  hatte,  der  mit  einer 


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70  Sachau:  Von  den  reehlJichen  Verhiltnissen  der  tarnten  im  Sosamdenreieh. 

richterlichen  Entscheidung  des  Priesters,  Bisdiois  oder  I'atrian  luMi 
nicht  einverstanden  oder  von  ihnen  mit  einer  Strafe  belegt  worden 
war,  der  Kirchen-  ot\or  Klosteri^fiter  an  sich  zu  n-IBen  suchte  und 
dabei  dem  Widerstande  der  christlichen  Behörde  begegnete,  wann 
es  ihm  Ix  liebte,  zum  Islam  übertreten  und  rlorr  sein  Recht,  »einen 
Vorteil  suchen.  Wehe  aber  dem  Muslim ,  der  Christ  geworden 
wäre!  Er  ware  rettungslos  verloren  gewesen.  So  sind  die  .Millionen 
Christen  >lT)1inrnrnedaner  geworden,  aber  es  ist  keiner  zum  «Christen- 
tum zurückgekehrt. 

Diese  Gesetze  der  neuen  Religion,  des  iifuen  Keicht's,  traten 
inr  Habylonien  im  Jahre  iVM  in  Kral't,  naclidein  die  arabischen 
Weltstünner  unter  der  Fiihruug  <les  Saad  ll)n  Abi  Wakka^,  eines 
der  ältesten  I  reunde  .Muhammeds,  der  inr  den  Islam  den  ersten 
Pfeilschuß  getan,  die  Sasanidenresiden/. ,  Ktesiphon  und  Seleucia. 
deren  Überreste  auf  beiden  Seiten  des  Tigris  acht  We<;«  sfundcn  • 
südlich  von  Bagdad  noch  der  Untersuchung  harren,  erobert  hatten. 

Weniger  gut  sind  wir  über  das  staatsrechtliche  Verliältnis  der 
syrischen  Christen  unter  den  Vorgängern  der  Chalifcn,  den  sasa- 
nidischen  Großkönigen,  den  Saporen  undChosroen'  unterrichtet. 
Vergebens  sucht  man  in  den  t^berresten  der  zon)astrischen  Literatur, 
wie  z.  B.  in  den  dundi  den  Dinkard  erhaltenen  Inlialtsangaben  ver- 
lorener Religionsschriften,  der  sogenannten  Nasks■^  nach  staats- 
rechtlichen Urkunden.  Die  Lehre  Zoroasters  war  die  Staats  religion 
des  Sasanidenreiches,  und  speziell  die  zerwanitische  Foi  ni  derselben, 
die  wir  aus  den  Angaben  einiger  gleichzeitiger  armenischer  Historiker 
sowie  aus  einem  zur  Zevt  noch  ungedruckten  Traktat  des  nestoria- 
nischeu  Patriarchen  Mär  Abhä  über  die  Begründung  des  christ* 
liehen  Eherechts  kennen  lernen.  Es  fehlte  innerhalb  ihrer  eigenen 
Grenzen  nicht  an  dogmatischen  Differenzen  und  sektiererischen 
Spaltungen^;  sie  hatte  die  heftigsten  Kämpfe  mit  der  in  ihrer  Mitte 
entstandenen  Religion  des  Mäni  im  4.  ,1alirliuii(iert  und  mit  dei^ 
ji'TiigcT)  des  Mazdak  gegen  Ende  des  5.  Jahrhunderts  zu  bestehen, 
und  mit  Feuer  und  Schwert  tobte  sie  gegen  das  Christentum,  zu- 
nächst in  der  vierzigjährigen  Verfolgung  des  4.  Jahrhunderts 
(339  —  379)  sowie  in  einigen  kürzeren  Verfolgungen  l)is  jregcn  das 
Ende  ihrer  Herrs(!haft.  Das  letzte  mir  bekannte  chhstüche  Mariyriiun 
fallt  in  das  Jahr  615. 

Als  Kaiser  Konstantin  das  Christentum  angenommen  hatte, 
erwähnte  er  in  einem  Schreiben  an  den  Perserkönig  Sapor  IL  den 

*  Von  226  bis  637  n.  Chr.  Geb. 

*  Vgl  Weit,  Pahlavi  lexte,  park  IV,  Oxford  1892. 

*  Swhe  Spiegel,  £ranii«he  Aitartumsktuide  III,  a  700,  7ia 


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Sachau:  Von  deti  rechtiicliLMi  Verhältuisaeii  der  Qiristen  itit  Saj^aiiidcnreicii.  71 


blühenden  Zustand  des  Christentums  im  pcrsisclu'u  lieich.  In  den 
spätereil  Verhandlungen  zwischen  Persem  und  Hy/antinern  spielte 
allemal  die  Frage  des  Schutzes  der  Christen  im  Perserri'ich  und 
der  Zoioastrier  oder  Ma«;ier  im  Kömerreich  eine  hervorragende  Rolle. 

464  beklagt  sich  König  P^r6z  ])ei  Kaiser  I^eo,  daß  die  Römer 
Flüchtlinge  aus  seinem  Reiche  bei  sich  aufnähmen.  da(.^  sie  die 
Zoroastrier  schlecht  behandelten  und  ihnen  nicht  die  freie  Aus- 
übung ihrer  Religion  gestatteten.^ 

König  Hal&s  (484 —  488)  gewährt  den  armenischen  Christen 
freie  Religionsübung,  gestattet  die  Zerstörung  der  Feuertempel  im 
Lande,  verspricht  nicht  mehr  Christen  zum  Magismus  hinüberziehen 
und  sie  nicht  für  den  Übertritt  belohnen  zu  wollen.' 

517  soll  Kawad  I.  seinen  Untertanen  die  Erlaubnis,  das  Christen- 
tum anzunehmen,  gegeben  haben.' 

563  gewährt  Chusrau  Andiarwän  in  dem  Frieden  mit  Justi- 
nian den  Christen  in  seinem  Reich  freie  Religionsiibung,  erlaubt 
ihnen  ihre  Toten  zu  beerdigen  —  anstatt  sie  nach  persiscliem  Brauch 
den  Raubvögeln  und  Tieren  zu  überlassen  —  sowie  Kirdien  zu 
bauen,  verbietet  aber  die  Ptoselytenmacherei  unter  den  Magiern 
zu  Gunsten  d^  Christentums.* 

Ähnlich  lautet  ein  Edikt  des  Königs  Chusrau  II.  ParwiK  (590 
(»is  628),  der  unter  dem  Einfluß  politischer  VerhältniBSe  —  er  war 
durch  die  Unterst&tzui^  des  Kaisers  Mauricius  auf  den  Thron  ge- 
langt —  seinen  christlichen  Untertanen  freie  Rel^onsübung  zu- 
sicherte, aber  die  Proselytenmacherei  der  Christen  unter  den  Magiern 
verbot.* 

Als  die  Fürsten  der  Persia  aus  dem  Geschlechte  Saaans  um 
226  die  Nachfolge  der  Partherkönige  antraten,  fanden  sie  nach 
meiner  Ansicht  in  den  seoiitischen  Provinzen  ihres  Reiches  bereits 
Christen  vor.  Uber  ihre  Zahl  und  Verbreitung  fehlt  es  an  zuver- 
lässiger Information;  als  sicher  aber  dürfen  wir  annehmen,  daß  schon 
bald  däranf  durch  die  unter  Sapor  I.  angeordnete  Transportation 
kri^agefangener  Bevölkerungen  aus  Syrien  nach  Susiana  und  anderen 
Teilen  des  Reiches  das  Christentum  daselbst  vermehrt  und  geför- 


'  Sidie  TOIemoat,  Hittoire  dt»  emperours,  Qnartausgabe  Y,  881;  vgl.  über 
thii  «nd  Min  VeriiiltRiB  so  Christen  und  Juden  Nöldeke,  Oescbiehte  der  Pener 

and  Araber      118.  Anm.  4. 

'  Siefio  I.clieau.  Histoire  du  Bas-Empire;  Ed.  de  Saint-M;irtiii ,  Tome  VII,  3^)9 
'  Tiilfinont ,  a.  a.  O.,  VI.  582  nach  Thfnphaiies  ed.  de  Boor  163|  27.  28. 

VgL  über  ihu  üudt  Nüldeke,  a.a.O.  S.  143,  Aitiri.  3. 

*  Labesn,  s.s.0.  IX,  410. 

*  Siebe  Laboort,  Le  ehrietiaiiMine  dau  Tenipire  Perae,  209. 


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72  Sachau:  Von  den  radiUidieu  VerhUuiiMen  der  Christen  im  SManidenreidi. 

(lert  worden  ist.  Die  weitere  MiitwirUcluni;  (iess('ll)en  muß  nun  in  flei 
Folgezeit  in  .illeii  Liindern  von  der  Mündung  <les  Eupln  at  und  Tiirris 
bis  Arinemeii  und  Iiis  an  den  ICanka?*ns  trotz  der  nn^iinstiusren 
|t()litiselieti  \  i  rl!:i!' !Mi,se,  trotz  w  ietlerliolter  I\ riegsgreuel  und  trotz 
niehrt'aclier  \  i'rlulguujjen  von  Seiten  der  l\ej»i»'ning  eine  so  reicli- 
lielie  '  und  gl in'k liehe  gewesen  sein.  (I;d.>  am  Ende  der  Sasaniden- 
hen-sehart.  als  die  ersten  Muslims  in  diese  Länder  einUraelieii,  sie 
als  (' Ii  ri  s  te  ulä  n  d  e  r  erseheinen ,  uiul  dal.^  von  antleren  alselirisf- 
lichen  I levölkerungen,  abiioselien  vf>n  einigen  jiidiselien  Kolonien, 
ntir  sehr  geringe  Spuren  naeii/ nweisen  sind.  Die  Zoroastrier  oder 
Malier  —  ihre  König»'  waren  so  hesorul  gewesen,  sie  vor  d«'r 
christliclien  Mission  zu  hclii'iton  sind  in  fliesen  («etienden  \'.  ie 
von  der  Er(h^  weggefegt,  was  so  sein-  aulTallig  ereelieinf .  wenn 
man  bedenkt  .  dali^  die  Lidire  Zoroasrers  seit  nahe  eini'm  .lahr- 
lausend,  seit  den  Tagen  des  (\ rns  dort  verbreitet  und  sNÜlnend 
vieler  .lalirhunderte  unter  den  Acharneniden  und  Sa.saniden  Maats- 
religion gewesen  war.  Man  kfinnfr  fasJ  glauben,  daÜ  in  den  Se- 
niitenlandern  nur  die  Beamten,  l'riester  und  Soldaten  Magier  ge- 
wesen seien,  wie  lietiti£^i>ntags  im  arabischen  Orient  nur  die  Be- 
amten, die  Oi'tiziere  und  der  größte  Teil  der  Truppen  das  Türken- 
tuiu  repräsentieren. 

Das  Christentum  ist  zu  allen  Zeiten  der  Sasanidenherrschalt 
toleriert  worden,  selbst  in  Zeiten  der  heftigsten  Verfolgung,  weini 
auch  die  einzelnen  Gemeinden  in  Stadt  und  Land  vielfaehen  Schi- 
kauen und  Heliistigungen  von  seiten  habgieriger  persischer  Beamten 
ausgesetzt  gewtvsen  sein  mögen.  Unter  den  Augen  der  Regierung 
hat  sich  das  orientalische  Christentum  in  der  Keichshaupt.stadt  in 
den  Synoden  von  410  und  420  seine  Verfassung  gegeben,  idiarak- 
teristischerweise  in  Gegenwart  und  unter  Beihilfe  zweier  kaiser- 
licher Gesandten  aus  Byzanz,  des  Bischofs  Maruthas  von  .Maiper- 
kat  und  des  Bischofs  Acacius  aus  Amid ,  als  ob  diese  den  orientali- 
schen Bischöfen  eine  Art  Rückendeckung  gewährt  hätten.  .\phi'aates 
verfaßte  seine  llomilien  zur  Zeit  der  ärgsten  Christen verf(dgung 
unter  Sapor  IL,  läßt  aber  durch  nichts  erkennen,  daß  nicht  der 
christliche  Gottesdienst  zu  seiner  Zeit  ungestört  und  io  gewohnter 
Weise  ausgeübt  worden  sei.  Die  offiziellen  Verfolgungen  richteten 
Mich  betK>nder8  gegen  Kleriker.  Wenn  man  in  deji  Zeiten  der  schlimm- 

<  Johauues  von  Epliejiu.s  15.  27.  34  erzählt  von  dem  Kriegszug  des  Comes 
Maiirieiiu,  des  «plteren  Kaisers ,  darcb  die  pcrrisdie  Ftt>viiiz  Aruaeoe  and  atdlt 
^•bei  die  Verhlltniflse  so  dar,  ab  ob  die  gesamte  Bevolkem^g  de»  Lande«,  die  daw 
nadi  Pipern  transportiert  wurde,  aus  Christen  bestanden  habe.  Vgl«  die  Ober» 
settling  von  Scfafinfeider  ü.  243,  258.  264. 


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Sacbav:  Yon  dm  redidicthen  VeriiSltnisseii  der  CShriaten  tm  SManidenreidi.  73 


stell  Vcrrolgiiug  gelegentlich  Laien  zwang  an  der  I limiclitunLi:  rlirist*- 
licher  Geistlicher  mity.nwirken  so  si^heint  djirnit  das  Maß  der  V'er- 
tolgung  erschöpft  gewesen  /u  sein,  denn  es  wird  nirgends  erwähnt, 
daß  sie  außerdem  gezwungen  worden  seien  ihren  christlichen  Glau- 
ben ahziischwören.'*  Wenn  man  erwägt,  daß  nach  der  virrzigjährigen 
Christenverfolgung  des  4.  .Tahrliunderts  nur  noch  gelegentlich  kiir/ere 
und  lokal  beschränkte  Verfolgungen,  die  zum  Teil  durch  besondere 
persönliche  Umstände  oder  durch  das  provokatorische  Auftreten 
einzelner  Kleriker  veranlaßt  waren,  inszeniert  worden  sind,  so  er- 
gibt sich  als  wahrscheinlich,  daß  die  Sasauidenkönige  nach  dem 
fehlgeschlagenen  Versuche  Sapors  II.  von  der  Ausrottung  oder  Be- 
kehrung tier  ("liristen  zum  Magismus  als  von  einem  aussichtslosen 
Beginnen  Abstand  genommen  haben. 

Aus  welchen  Volkselementen  K  ^rntierte  sich ,  abgesehen  von 
der  Inzucht,  der  Zuwachs  des  Christentums  seit  dein  Anfang  der 
Sasanidenherrschaft?  Man  kann  an  Juden  und  Heiden,  die  An- 
bänger der  alten  e])icliorischen  Kulte  Assyriens  und  Babyloniens, 
die  Anhänger  der  heidnisch- ;»ral>isclien  Kulte,  an  Sekten  wio  Ma- 
nichaer,  Mazdakiteu  und  andere  denken.  Daß  die  christliclic  Mission 
sich  vielfach  an  die  Juden  wendete,  darf  man  wohl  aus  den  Reden 
des  Aphraates  entnehmen,  der  sich  in  großer  Ausführlichkeit  mit 
ihnen  auseinandersetzt.  Wie  aber  stand  es  mit  den  Zoroastriern, 
den  Angehörigen  der  Staatsreligion?  War  ihnen  df^r  ("übertritt  zum 
(Thristentam  gestattet  und  ra^lich?  —  Besondere  Lehren  der  Tole- 
ranz konnten  die  Sasaniden  aus  dem  gleichzeitigen  Römerreich 
nicht  entnahmen.  Die  Kaiser  Gratian ,  Valentiuijin  und  Theodosius 
verboten  durch  ein  Gesetz  vom  Jahre  383  den  Abfall  vom  Christen- 
tum^  und  Theodosius  II.  verfügte  438,  daß  Juden  und  Samaritaner, 
wenn  sie  Christm  zu  ihrem  GlaulK  ii  lilnüber/ogen ,  mit  dem  Tode 
bestraft  werden  sollten.^  Man  darf  daher  wohl  annehmen,  daß 
König  Perozes  sich  von  dn-  Toleranz  im  Romerreich  nicht  viel 
▼ersprach  und  guten  Grund  halte,  wenn  er  sich,  wie  oben  (S.  71) 
bemerkt,  bei  Kaiser  Leo  beschwerte,  daß  seinen  Glaubensgenossen 
im  Romerreioh  nicht  die  freie  Ausübung  ihrer  Hehgion  gestattet 
würde. 

Die  Frage,  wie  die  zoroastrische  Literatur  sich  zu  den  Ajxy- 
staten  vom  Magismiis  stellt,  ist  von  CasarteUi,  La  pJUhsopkie  reli' 

^  Acta  martyrnm  orieiitaiiuni  ed.  S.  E.  Assemani  S.  192.  199.  200.  229. 
'  Aach  wuriie  iiuieu  iu  der  Folgezeit  nicltt  verwehrt  an  den  Orten,  wo  die 
Slirtynr  gestorben  fnren ,  Kapellea  za  errichten. 

*  Codex  Theodoeiaaitt  XYI,  7, 2. 

*  Tühmoot.  Ubtoire  des  emperenn  VI,  79;  Codex  Tbeodommm  II;  III,  S. 8. 


74  Sachau:  Von  den  reehtliehen  Verhiltnissen  der  CShritten  im  SManidenrddi. 

(fieiuie  du  Miuät  isme  .sous  Sn^^uiiiili  .■< ,  Paris  18iS4,  >.  Itil.  105,  be- 
handelt. Nach  einer  einzigen  Stelle  im  Menoilvliirad  15,  25  könnte 
man  schlieLv-n.  daß  der  Apostat  «Getötet  werden  noII:  es  isi  aber 
nicht  7M  erkemieii.  oli  diese  Wdite'  nur  die  Ansicht  des  Ver- 
laiisers  des  Menoikliirad  oder  der  Priesterkaste  wiedergeben,  oder 
ob  sie  ein  Staatsgrundgeset/  des  Sasanideiireiches  zuoi  Ausdruck 
bringen. 

Wenn  wir  nun  der  Frage,  ob  Malier  das»  ("hrist^rUiim  an- 
iielinieii  konnten,  an  (b»r  Hand  von  Tatsaciien  näher  zu  treten 
>u(:heu,  so  können  wir  konstatieren,  daß  es  alltieinrinc  l^raxis  im 
Sasanidt^nreich  zu  allen  Zeiten  seiins  Hestehens  war.  Iiochgefeledte 
Zoroastrier,  Mitglieder  des  köniulielu  n  Ilausejs  oder  des  hoben  Adels, 
wenn  sie  Christen  gewoiden  waren,  zu  verfolgen  und,  falls  sie  niclit 
zum  .Mairismns  zuriiekkelireu  %\t)llten,  zu  töten.  Und  bei  sob'hen 
Prozess»  11  traten  bisweilen  liie  nächsten  Verwaudteti  des  .\ugeklai?ien 
als  die  heftigsten  Verloiger  auf.  Typisch  ist  <lie  (ieschichte  des 
(Trt'^or  aus  dem  großen  .Vdelsifeschlechte  Miiirän-,  der,  obwohl  «t 
Clirist  i^eworden,  dennoch  vom  (Troßköniire  in  hohen  Staatsstel lini^en 
verwen«let  w  urde,^  bis  er  aul'  Draiii^en  enuvs  N'erwandten  gelangen- 
ge.setzt  uiul  getötet  wurde  (512).  Siehe  «len  Bericht  über  dies 
Martyrium  bei  i%.  llollmann,  Auszüge  aus  syrischen  Akten  per- 
sischer Märtyrer  S,  78ll.  und  Labourt,  Le  i'hristianisine  dans  l'era- 
pire  IVrse  8.178.  l'her  die  Martyrien  von  Magiern,  die  zum 
Christentum  über«retreten  waren,  vgl.  Nöideke,  Geschichte  der 
Perser  und  Araber  zur  Zeit  der  Sasanideu  S.  287  Anm.  1,  S.  75 
und  S.  162  Anm. 

(^husrau  !.  und  Chusran  11.  vcTboten  die  I'it>selytenma<  lu'rei 
der  ChrisM n  unter  den  Map:ieni.^  W^irde  da<lnrc]i  etwa  eine  alte 
Verwaltuugspraxis  ynm  (ieseiz  erholien  oder  war  das  Kdikt  t  Inis- 
raus  l.  die  Einseliariuii^  eines  bereits  besttdienth'n  (lesetzes?  Hatte 
man  etwa  früher  den  l  herlritt  son  Magiern  zum  (  iinsti-nl um  ire- 
duklet,  während  er  stren<i  i;-enottim<'n  G;Pi;cn  \  er<n*dnung  und  liesetz 
verstieß?  —  Um  zu  einer  richtigen  Schätzung  de»  Normalzustandes 

»  Ed.  West  S.  11 :  II  tan  ru't  ri  b4  ain»päre(|. 

^  Vber  diese  Familie  s.  Nöideke,  a.a.O.  S.  139  Anm.  .S. 
*   I>ie<  wfirf  im  I>lam  zu  jeder  Zeit  uumöglicli  gewesen. 

^  Wir  kenneu  schon  aus  der  Zeit  vor  dem  Erlaß  de«  Edikts  von  ('husraii  I. 
einen  Fall ,  daß  Christen  auf  Grund  einer  Denunziation  bei  der  persischen  Behörde 
eingekerkert  und  zur  Apostasie  gezwungen  wurden«  weil  eie  und  ihre  Eltern  erat 
neuerdings  Christen  geworden  soien  (s.  §  1  des  Konzils  vom  Jatu'e  554  in  Syno- 
dieon  Orientale  S.  .l')!);  1)S,  lOfT.).  Es  ist  allerdings  uiclU  ausdrücklicli  gesagt,  da0 
diese  Personen  ur8|irüngiich  Magier  waren,  aber  wahrscheinlich,  daß  ate  es  waren. 


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Sackav:  Von  dmt  rocMRc^an  Y«irh|lltnfss«n  der  Chrütten  fm  Sasanidonrekh.  75 

zu  gelanj^en,  wird  n»an  gut  tun.  Zeiten  ilcr  Vorlulj^ung  von  der 
Betrachtung  auBZUSchließeii.  So  sicher  es  nun  ist,  daß  Prinzen  und 
hohe  Adlige  wegen  ihres  Abfalls  verfolgt  wnr  lm.  so  sdunnt  mir 
die  Praxis  des  sasanidi«chen  Staates  "^egeniiber  deu  JMiilionen  des 
christlichen  Volkes  eine  n'(*seDtli(;h  vltscIh  ^  ite  gewesen  zu  sein. 
Es  Hegen  uns  eine  Reiiif  T.ebenslätife  bedeutender  Männer  vor 
welche  über  diesen  Punkt  sichere  Auskunft  geben. 

«Der  in  der  syrischen  Kirche  gefeierte  Meidenbekehrer  Sabhi 
war  ursprunglich  ein  Zoroastrirr  aus  sehr  vornehmer  Familie.  Er 
nahm  das  Christentum  an,  wurde  Priester,  übte  eine  große  Missions- 
tstigkeit  aus  und  starb  nati'irlichen  rodes  im  »lahre  487.  Kr  ist 
wegen  seines  Abfalls  von  der  Siaatsreligion  nicht  verurteilt  und 
getötet  worden«  was  um  so  mehr  betont  /u  werden  verdient,  als 
es  auch  während  seiner  Lebenszeit  an  Verfolgungen  An<ler5>gläubiger 
im  Perserreiche  nicht  ganst  gefehlt  hat  (s.  das  Nähere  bei  Labourt 
a.a.O.  ö.  152). 

Einer  der  hervorragendsten  unterden  nestorianisohenPatriarclicn 
ist  der  552  verstorbene  Mhr  Abha.  Geboren  als  Zoroastrier,  wurde 
er  in  jungen  Jahren,  als  er  bereits  erwachsen  und  Staatsbeamter 
war,  Christ  und  ging  dann  zum  Studium  der  christlichen  Religion 
und  I^iteratur  nach  Nisibis.  Es  ist  in  allttA  auf  ihn  bezügÜchen 
Nachrichten  mit  keinem  Wort  die  Rede  davon,  daß  er  wegen  seiner 
Apostasie  verfolgt  worden  sei.  Viele  Jahre  später  hatte  er  als 
Oberhaupt  der  nestorianischen  Christenheit  unter  einer  Christen- 
verfolguDo^  schwer  uud  lange  zu  leiden;  aber  obgleich  seine  Ver- 
folger entdeckten,  daß  er  ein  Apostat  vom  ^lagismus  war,  hatte 
diese  Tatsache  doch  nicht  die  Wirkung  ihm  ein  Todesurteil  zu* 
zuziehen.  Er  hat  natürlichen  Todes  in  Amt  und  Würden  sein 
l^ben  beschlossen  (s.  Labourt,  a.a.O.  S.  Iti3, 183. 190). 

Der  615  gekreuzigte  Kporg  war  samt  einer  Schwester,  obwohl 
einer  voniehmen  Magieriamilie  angehdrig,  zum  Christentum  über- 
getreten und  dnnn  zu  einem  der  ersten  Wortführer  desselben  in 
Zeiten  großer  Not  geworden.  Er  ist  wegen  seiner  Apostasie  nicht 
verfolgt  worden,  auch  dann  noch  nicht,  da  er  als  Vertreter  seiner 
Glaubensgenossen  mit  dem  Hof  des  Königs  Chusrau  II.  in  Uerührung 
kam.  Erst  der  Streit  um  ein  Kloster  zwischen  Monophysiten  und 
Nestorianern  brachte  ihn  in  das  Gericht,  und  während  tatsächlich 
die  Feindschaft  der  am  Uofe  mä(;htigen  Monophysiten  ihm  zum 
Verderben  gereichte,  bot  formell  jenes  oben  8. 71  angefülirte 
Edikt  des  r^erenden  Königs  gegen  A[)Ostasie  seinen  Feinden 
eine  be(]uerne  Handhabe  fur  seine  Verurteilung  (s.  liSbourt,  a.  a.  O. 
ä.  225.  229). 


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76  Sacsau:  You  den  reditUdien  Veriiiltaiaaen  d«r  ChriiteD  im  SaMaideurMcii. 

Ditise  Lel)ensläufe  brw  l  isen .  daL^  ZoioiUitrici",  au«:li  stilclie  .'nis 
guten  Familien,  den  l'iliktoii  der  Könige  Chiisrau  I.  und  II.  /um 
Trotz  Christen,  ja  so^ai-  KleriUer  und  Mönche  werden  und  jahr- 
/(•Imh'Ianp;  il)re  Tätigkeit  ausübrii  konnten,  ohne  deshalb  vom  per- 
.siöciicn  Staate  verfolgt  zu  Wtiileii. 

In  (iieseiii  Zusammen  ha  nj;  ist  iiocli  eine-,  amlei-en  Umstände« 
/u  gedenken.  Viele  t  liiis^ien  ini  persi^elien  hVieh  tVilirten  wiiliiend 
aller  Jahrhunderte  seines  i^estehen-  Niinien  rein  zoroastrischeu  l  r- 
spruntrs,  Personennamen,  die  mit  den  Namen  der  vnn  den  Zoro- 
astriern  verehrten  Gottheiten  zusammengesetzt  sind,  t  'b.vuhl  viele 
Proselyten  des  Thristentums  hei  der  Taufe  ihre  heidnisehen  Namen 
iTiit  rein  eliristlirheii  \-ert;ms('l»teii ,  tritt  uns  denuoch  eine  große 
An/  ihl  zoroa^tiisclier  NauK ü  in  den  Überlieferungen  der  persisehen 
CiinsU  idieit  eiitgeijen.  Alle  rhristen,  welehe  solche  Na»nen  führten, 
waren  entweder  selbst  Apostaten  vciin  Magismuf  oder  die  Nach- 
kommen von  tiolebeu  Apoütaien.  \Vt)llie  man  nun  annehmen,  daß 
es  vom  AnfaniT  der  Sasanidenberrschaft  an  keinem  Zoroastrier  er- 
laubt gewesen  sei  Clirist  zu  Nverden,  so  wiirdi»  man  gezwnniren 
sein  die  Hekeliruugr  \ieb'r  I'aiiiilieti  in  Armenien.  Assyrien. 
lonien,  SuBiaua.  I'ersis  und  Medien  in  vorsasaiiidisohe  Zeiten  zuriiek- 
zudati<'ren,  und  ein«i  solclie  Anaahme  entbehrt  jeder  Wahrscbein- 
liebkeit,  da  das  (^bristen) um  vor  dem  .lahre  ■22fi  n.  Chr.  lieb,  eine 
solche  Verbreitung  noch  tiielit  ijebabt  haben  kann. 

Die  Gesehiehte  der  (renesis  und  ersten  N  erbreitinii;-  des  riinsten- 
tums  in  den  verseluerbMien  Provinzen  des  Sasanidenreichs  ist  noch 
nicht  im  einz<'hien  iinter-^uclit ;  sieher  aber  ist,  daß  auch  in  den 
östlichen  und  siulUtdien  l'mvinzen  jenseits  d«'s  Zagms.  in  Medien 
und  dvv  Persis  im  4.  .labrhunderr  1  eyeiti»  cbristliehe  Gemeinden 
vorhanden  waren.  Der  Bischof  -\hies  von  Susa,  der  341  in  der 
großen  Verfolgung  unter  Sapor  II.  das  Martyrium  erbu,  »tauinae 
aus  Rai  oder  Rhagae.  der  Hauptstadt  Mediens,'  und  Harsebhja, 
getötet  in  demselben  .lahr,  war  Abt  eines  Klosters  in  der  Tei-sif« 
nicht  fern  von  istakhr-Persejtolis  ge\\esen.-'  Aus  welebeu  Volks- 
elementen diese  christlichen  (iemeituleu  iu  Medien  und  i'ersien  im 
ei"sten  .Iahrhun<lert  der  Sasanidcjdierrseliafr  sieh  rekrutiert  hatten, 
kann  kaum  zw  eil*  Ihaft  sein.  Sind  wir  auch  in»  einzelnen  über  die 
religiösen  Verhältnisse  jener  Länder  in  jenen  Zeiten  nicht  näher 
untenii  htet  ,  so  können  wir  tloch  mit  eitiiger  .Sicherheit  atineinnen. 
daß  diese  Christen  bekehrte  Zoroastrier  wareu  und  daß  diu 

'  Acta  niartyrum  orientaliuni  ed.  ABsemuii  I,  68. 
"  Act«  martynini  et«.  1,  9',i, 


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SAt  iiAi':  Vuii  don  rechtlichen  Vftrfialtnissen  der  Christen  im  Sasanidenrelch.  77 

sasanidischen  Froviozialstatthaiter  ihre  Bekehrang  nicht  verhindert 
hatten.*  ' 

Es  mag  in  den  Kreisen  der  zoroastriechen  Geistlichkeit  zu 
allen  Zeiten  die  Neiiiun£:  vorlianden  gewesen  sein  ihre  Macht  aus- 
zudehnen und  zu  dem  Zweck  Andersfjläulii«;«'  (^ventuoll  mit  Gewalt 
zu  sich  hinüberzuziehen.  Während  vor  der  Hokchning  Konstantins 
eine  weil^hende  Toleranz  im  Perserreicli  geherrscht  zu  haben 
scheint,  waren  seit  dieser  Zeit  für  die  Perserkönige  ihre  Beziehun- 
gen zu  Byzauz  der  Regulator  für  ihre  Behandlung  ihrer  christlichen 
Untertanen.  Diese,  namentlich  ihre  liervorra^endsten  Kleriker,  waren 
in  Kriegszeiten  iußerst  gefährdet.  Durch  die  Annahme  des  nesto- 
rianischen  Dogmas  durch  das  Konzil  von  486  war  ein  Riß  zwischen 
der  persischen  und  der  romischen  Christenheit  yeruraacht:  der 
Kaiser  von  Byzanz  war  nicht  mehr  wie  seinerzeit  Konstantin  der 
Protektor  der  persischen  Christen,  und  diese  Absonderung  vom 
römischen  Westen  wird  ihnen  l)ei  der  persischen  Regierung  zum 
Vorteil  gereicht  haben.  Zum  Uuu^lück  traten  aber  besonders  im 
letzten  Jahrhundert  der  sasanidisclien  Herrschaft  die  Monophysiten 
als  Mitbewerber  der  Nestorianer  um  die  Gunst  der  persischen  Könige 
auf,  und  der  unversölmliche  Kampf  dieser  beiden  cbristUchen  Lager 
hat  beide  geschädigt.  Immerhin  ist  zu  allen  Zeiten  der  Sasaniden- 
faerrschaft  soviel  Toleranz  vorhanden  gewesen,  daß  das  Christen- 
tum  in  allen  Provinzen  des  Reiches  bis  nach  dem  fernen  Baktrien 
uid  A%hanistan  verbreitet  werden  und  besonders  in  den  semitischen 
Provinzen  sich  zur  allgemeinen  Volksreligion  entwickeln  konnte. 
Diesem  Wachstum  wurde  erat  durch  den  Islam  ein  Ende  berettet. 

Es  mag  an  dieser  Stelle  hervorgehoben  werden,  daß  die  Be- 
richte syrischer  Schriftsteller  über  die  Bekehrung  Andersgläubiger 
deshalb  nicht  so  lehrreich  sind,  wie  sie  sein  könnten,  weil  die 
letzteren  meist  nur  als  --i  Heiden  oder  als  ViSO  exteri  be- 
zeichnet werden,  so  daß  nicht  zu  ersehen  ist,  ob  damit  Angehörige 
des  Hagismus  oder  anderer  Religionen  gemeint  sind.  So  wird  im 
$  20  der  Akten  des  Konzils  vom  Jahre  554  erwähnt,  es  sei  schon 
von  amderer  Seite  verboten  worden,  daß  man  Kloster  und  Mi)rt\  i-er- 
kapeUen  in  den  Städten  und  ihren  Umgebungen  baue,  denn  Heiden 
und  Joden  freuten  sich  darüber,  daß  das  Christentum  sich 
nicht  weiterentwickele  und  der  Ruhm  Gottes  sich  nicht 
mehre,  augenscheinlich  deshalb,  weil  über  der  Ausbreitung  des 

'  l>em  Bischof  Barln' »  suun  von  Seleucia  und  Kte^iiilioii,  der  ^^40  getötet 
wurde,  wurde  vorgeworfen,  daü  er  viele  Zoroasirier  von  ihrem  (tlaubcii  abtrfluuig 
mache,  wm  also  vermatllch  in  der  Haapt«t«dt  des  Reiches  tn  der  Nihe  des  Hofes 
gescbefaeo  sein  muß.  Acta  marljrram  orientaliujn  I,  III. 


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78  Saciiao:  Von  den  rechtliehen  Yerltiltaissen  der  Christen  im  Samnidenreiob. 

Kultus  in  neu  erstaiuienen  Gotteshäusern  »ler  Gott^'sdienst  in  den 
Fantchialkiri'hen  vornachlüssigt  würde.  Daraufhin  beschließt  das 
Konzil,  daß  man  wohl  Kirchen,  Klöster,  Tempel  und  Märtyrer- 
kapellen in  den  Städten  und  ihren  Umgebungen  erbauen  solle  ^  daß 
aber  der  Gottesdienst  dort  nur  mit  Erlaubnis  des  Bischofs  und 
nur  an  gewissen  Tagen,  im  übrigen  aber  in  der  Gemeindekirdie 
abgehalten  werden  solle.- 

Die  Frage  der  Herstellung  der  nötigen  Gotteshäuser  ist  fur 
die  christlichen  Untertauen  des  rauhamraedani sehen  Staates  stets 
eine  schwierige  und  peinliche  gewesen.  Nach  dem  Buohstabeu  des 
Gesetzes^  dürfen  sie  ni<'ht  neue  Kirchen  bauen,  sondern  nur  vor- 
handene, wenn  sie  baufällig  werden,  restaurieren.  Ähnlich  scheint 
nun  auch  die  Verwaltung^praxis  im  Sasanidenreich  gewesen  zu  sein. 
Der  §  2  des  Konzils  vom  Jahre  554  berichtet  uns  folgenden  in  die- 
ser Beziehung  lehrreichen  JFalL  In  einer  Ortschaft  waren  zwei 
Kirchen,  >ine  alte  und  eine  ueue,  und  jede  hatte  ihre  besondere  Ge- 
meinde. Kin  Brief  des  Bischofs  an  die  Gemeinde  der  neuen  Kirclie. 
in  dem  dieselbe  der  Wahrheit  gemäß  als  die  neue  bezeichnet  ist. 
wird  von  der  Gegenpartei  in  die  Hände  des  radh  oder  persischen 
Ortsmagistrats  gespielt,  worauf  dieser  die  Kirche,  weil  sie  ein  Neu- 
bau ist,  niederreißen  läßt.^  In  der  Praxis  werden  wohl  die  christ* 
lieben  Untertanen  der  Sasaniden.  wenn  Neubauten  erforderlich  waren, 
sieh  mit  ähnlichen  Mitteln  ^:ebolfeu  haben  wie  die  christlichen 
Untertanen  mubammednnischer  Fürsten,  d.i.  durch  Bestechung  der 
Lokalbeamten.    Neun  Jahre  nach  dem  genannten  Konzil  gewährte 

1  Zu  dieser  Zeit  haben  also  die  peniaehen  Staatsbehörden  dem  Ban  never 

christlicher  OoiteshSusor  kw»  Hindemi.sso  in  den  Weg  gelegt. 

'■i  Siehe  Synodicon  orlpntalc  cd.  J.  B.  Chabot,  Paris  l!Ü>2,  S.364;  106,  2T  ff. 

Aach  in  dem  §15  des  Konzih  vom  Jahre  585  ist  von  der  Bekehrung  (ISk^O^O^) 
vieler  utid  von  der»  Spott  drr  PNt'  fi  die  H^^dr  (-rh'f  friert  tr-ürrfer^  'ins  rtr- 
ypolten,  umi  lue  lifkrhrnny  tieier  u-tirii,  öe/nntlert  wtrden"),  woraus  man  wohl  eul- 
nehtncu  kaiin,  daß  das  Chriütcntutn  auch  danialn  Proselyten  erwarb ,  nicht  aber  er- 
flhrt,  aas  welchem  religioeen  Lager  sie  kamen  (s.  Synodicon  Orientale,  S.182, 1% 
20:  441).  ^ 

*  Vgl.  das  Grandsteueibuch     j>-\  ^llTvoa  AbA  JAsnf,  ed.  Bulak,  S.80, 

13;  87, 10—14;  88,  4—8.  Der  Islam  wandelte  hierin  auf  den  Sparen  des  Kaisen 

Theodosius  II.,  der  48*.»  den  Juden  und  Saniaritanem  verboten  hatte  GotteshSuser  tn 
bauen  (.s.  Tilleinont  VI,  79]  In  nucm  Gesetr.  des  Ilononus  und  Theodosius  von  423 
heißt  es;  Syimeofrae  de  cetero  nulhie  protinus  extruaiitur,  veteres  in  sua  forma 
pennaiteant  ^Codex  Thcudosianus  XVI,  S,  25). 

*  Siehe  Synodicon  Orientale  S.  99,  10. 11;  356.  Vgl.  auch  Acta  inarQnw 
orientatinni  I,  227,  wo  erwlhnt  wird.  Sapor  II.  sei  auch  dadurch  zur  Christenverfol* 
gang  gereixt  worden,  da0  die  Christen  Kirchen  bauten. 


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Sachau:  Von  den  reclitlicheu  Vfiliältiiisscn  der  Cliristeii  im  Sa.<*aiiidcnreicli.  71) 

der  damals  schon  regierende  Cliiisrau  1.  in  dem  Frieden  mit  Kaiser 
Justiniait  (s.  oben  8.  71)  seineD  chnstlichea  .Untertaaen  das  Recht, 
neue  Kirchen  zu  bauen. 

Die  zoroastrischen  Könige  unforschieden  sich  dadurch  von  den 
Maclithnhern  des  Islams  ^  daß  sie  kein  Bedenken  trugen  Christen 
in  ihren  Heeren  Kriegsdienste  tun  lu  lassen.  Die  Acta  martyrum 
orientalium  I,  50  berichten,  daß  in  der  Verfolgung  de^  Jahres  341 
auch  Soldaten  martvrisiert  worfl»Mi  sind,  und  von  dem  fanatischen 
Zoroastrier  König  Jezdegird  II.  wiss^ea  wir  aus  zuverlässiger  Quelle, 
daß  Christen  in  seinem  Heer  dienten.  Als  er  eiiiPii  Ivrieg  in  Hyr- 
kanieo  lUhrte,  befahl  er  die  Christen  ms  seinem  Heer  auszuschei- 
den, weil  er  meinte,  daß  sie  die  Ui-sache  seiner  ^lißerfolge  seien 
(s.  Mösinger,  Monumenta  syriaca  II,  8.  68,7.  8,  und  (t.  Hoilmann, 
AusziSige  usw.  S.  50).  Ob  in  den  Zeiten  nach  Jezdegird  II.  (438  bis 
457)  noch  wieder  Christen  im  persischen  Heere  gedient  haben,  ist  mir 
nicht  bekannt. 

Die  Stellung  des  Patriarchen,  des  Konzils,  der  Bischöfe  uud 
Priester  im  persischen  Staat  -  scheint  derjenigen  im  Islam  nicht  un- 
ähnlich gewesen  zu  sein.  Sie  vertraten  die  Interessen  drr  rlirist- 
lichen  Bevölkerung  am  Hofe  des  Großkönigs  und  xot  den  könig- 
lichen Behörden,  und  hatten  über  ihre  Glaubensgenossen,  sowohl 
Kleriker  wie  Laien  ein  gewisses  \>rfügungsrerht.  Das  Konzil  er- 
laßt Gesetze  über  rein  weltliche  Materien,  wie  /insnelimen  und 
tVaüenraub,  für  Kleriker  und  Laien.  Der  Patriarch  ist  der  höcliste 
Richter.  Eine  vollständige  Regelung  des  Appell  Verfahrens  gegen 
das  Urteil  des  Gemeindepriesters  bis  zum  Patriarchen  hinauf  ist 
durch  Kiiiion  6  des  K<mzils  vom  .Talire  57()  gegelien.^  V.s  matdit 
nicht  den  Kindruck,  daß  die  christlicheji  Tribunale  für  die  Voll- 
streckung ihrer  Urteile  den  Arm  der  persischen  Staatsgewalt  in 
Aus[)ntch  genomm^  hätten,  denn  es  wird  in  ihnen  nie  auf  andere 
als  Kirchenstrafen  erkannt.  Daß  die  Kleriker  an  Verwaltungs- 
funktionen des  Staates,  wie  z.  B.  an  der  Krhebunu  der  Steuern, 
beteiUgt  gewesen  seien,  ist  nicht  bekannt  und  darf  wohl  au(di  aus 
der  Tatsache,  daß  König  Sapor  II.  von  Simeon  Bar  Sabba  S  die 

*  Wenn  d«r  Ulam  aneh  keine  Christen  in  seinem  Heere  dnldet,  la£t  er  Mich 
doch  im  Rri^  die  HUfe  von  Christen  gefeiten  nech  dem  Gntndsaize 

Jl  ^4ll  ^.>_  -Oil  J\ 

IS.  Bokhari,  cd.  Krehl  II,  263.  S.  .">  von  unten).  Die  .luden  wuidiii  im  löriiisoheii 
Rddi  dnreh  ein  Gesetz  der  Kaiser  Honorias  und  Theodosius  vuii  41^  vom  Dienst 
b  der  Armee  anegeschloasen  (Codex  TheodoslannK  XVI «  8,  24). 

*  Siehe  Sjrnodioou  8.377. 


80  Sachau:  Von  den  rechlichen  Verhiltnissen  der  Christen  im  Saaai^tonraiefa. 

Erlieinmfr  eAüßr  doppelten  Steuer  von  den  Christen  fur  Krieguwecke 
▼erlangte  ^  nicht  gefolgert  werden. 

Schwierig:  i^t  die  Frage  nach  dein  Connubium  xwischen  Ma- 
giern und  Christinnen.  Christen  und  Magi^nnen.  Es  ist  bekannt, 
daß  mehrere  Sasanidenkönige  (iliristliche  Frauen  heirateten,  nicht 
aber,  ob  diese  ihrem  christliehen  Glauben  treu  blieben  oder  zum 
Magismus  übertraten.  Lehrreich  in  dieser  Beziehung  sind  zwei 
Canones  des  mehrfach  erwähnten  Konzils  vom  Jahre  554,  die  von 
gemischten  Ehen  handeln:  da  aber  das  Kon/il  den  Ausdruck  Hei- 
den, Heidinnen  gebraucht,  so  bleibt  zwdfeihaft,  ob  damit  Mau:ier 
und  M.'igierinnen  oder  andere  Nichtchristen  gmeint  sind.  So  be- 
richtet Canon  11  (Synodicou  S.  360),  es  sei  vorgekommen,  daß 
Heiden  die  Töchter  von  christlichen  Geistlichen  heirateten,  daß 
dxvac  Geistlichen,  die  mit  der  Verwaltung  der  Güter  von  Kirchen 
und  Klöstern  betraut  waren,  dieselben  widerrechtlich  als  ihr  Privat- 
eigentum in  Anspmch  nahmen,  und  daß  dann  nach  ihrem  Tode  ihre 
heidnischen  Schwiegersöhne  a  titre  des  Erbrechts  ihrer  Frauen  Eigen- 
tum christlicher  Kirchen  und  Klöster  forderten  und  auch  erlangten. 
Dagegen  handelt  Canon  10  (s.  Synodicon  359)  von  dem  Con- 
nubium zwischen  heidnischen  Frauen  und  christliclien  Männern 
und  berichtet,  daß  zuweilen  christliche  Geistliche  Heidinnen  hei- 
rateten und  daß  einige  der  letzteren  dann  den  christlichen  Glauben 
annahmen.  Wenn  aber  die  Magier  davon  erfuhren,  schleppten 
sie  die  Frauen  in  das  Gefängnis  und  zwangen  sie  das  Christen- 
tum wieder  aufzugeben.'  Die  Kinder  aus  solcher  gemischten  Ehe 
seien  Ungläubige.  Das  Konzil  beschließt  daher,  daß  ein  Priester, 
der  eine  solche  Ehe  eingeht,  vom  Priestetamt  ausgeschlossen  werde. 
Da  kaum  anzunehmen  ist.  daß  die  zoroastrischen  Behörden  um  das 
Seelenheil  von  Jiidinnen  und  Heidinnen  so  sehr  besorgt  gewesen  seien, 
so  dürfen  wir  wohl  diesen  Canon  10  auf  die  Ehe  zwis<;hen  Christen 
und  Magierinnen  beziehen. 

Wenn  wir  uns  nun  der  Frage  zuwenden,  wie  das  bürgerliche 
Recht  der  sasanidisehen  Christen  besehatfen  war,  müssen  wHr 
mit  der  Tatsache  rechnen,  daß  die  I, ander  um  den  mittleren 
und  oberen  Tigris  während  längerer  Zeit,  bevor  sie  im  Frieden 
Jovians  von  365  an  die  Perser  abgetreten  wurden,  Provinzen  des 
römischen  Reiches  gewesen  waren,  daß  daher  römisches  Recht  auch 
dorthin  angestrahlt  haben  kann,  und  unwillkürlich  richten  sich 

'  Siehe  Labourt,  a.a.O.  S.  28.  16;  Acta  martyrum  oriciitalium  1,18. 
Siehe  Synodicon  S.  102,  14,  wo  mit  dem  Übersetzer  in  lesen  tvt: 


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Sachau:  Von  den  rechtlichen  Terhiltnieaen  der  Christon  in  Saeanldeitreich.  81 

unsere  Blickr  auf  das  syrisch  -  römische  Rechtsbuch'  oder,  wie  es 
im  Orient  genannt  wird ,  die  Leges  Comtnntini  Theodosii  Leonis^ 
das  einzige  Gesetzbuch  seiner  Art,  welches  die  syrische  Literatur 
aufweist.  Welelies  ist  nun  die  Auetorität  dieser  Len;es.*  Sind  sie  das 
geltende  Recht  ihrer  Zeit  oder  etwa  die  für  das  })raktis(;lu'  Leben 
belanjL^lose  I>ucubration  eines  Literaten?  Wie  stellt  es  mit  (U'r  lio- 
glaubi^nn^  der  Leges  als  einer  iiechtsoorm  fur  das  Leben  de« 
Syrervolkes  ? 

Was  zunächst  die  handschrifthche  Uberheferung  betrifft,  so 
ist  zu  konstatieren,  daß  die  Leges  in  allen  Handschriften  durchweg 
neben  und  in  Verbindung  mit  solchen  religiösen,  dogmatischen, 
liturgischen  und  kanonischen  Texten  erscheinen,  welche  fur  die 
orientalische  Christenheit  Auetorität  sind.  Ferner  erwähnt  der  be- 
kannte lins  gestorbene  Bischof  Ebedjesu  von  Nisibis  und  Singär 
in  seinem  Kompendium  des  kanonischen  und  bürgerhchen  Rechts, 
in  dem  Abschnitt  über  Erbrecht  als  die  Quellen  alles  Rechts  in 
erster  Linie  die  Beschlüsse  der  Konzilien  von  Nicäa  und  Kou- 
atantinopel  und  die  Leges  Constantini  Theodosii  Leonis,  gibt  also 
damit  zu  verstehen,  daß  er  den  Leges  eine  ebenso  große  Auetorität 
l)eimißt  wie  den  für  alle  Christenheit  verbindlichen  Canones  der 
beiden  ältesten  ökumenischen  Konzilien.  Eine  ähnliche  Auetorität 
wird  den  f.eges  von  Barhebräus  in  der  Einleitung  seines  Nomocanon 
eingeräumt. 

In  einem  zweiten  späteren  kanonistischen  Werke  di^s  oben 
genannten  Ebedjesu,  das  zur  Zeit  noch  unediert  ist,  fintlet  sich 
ein  von  Abbe  1.  B.  Chabot  in  dem  Synodicon  Orientale  S.  609  fl*. 
mitgeteiltes  Verzeichnis  aller  Quellen  des  kirchlichen  und  bürger- 
lichen Rechtes  nac^h  nestorianischer  Lehre.  Hier  werden  neben  den 
Canones  der  Apostel,  den  Konzilien  der  nestorianischen  Patriarchen, 
die  Canones  regum  Graecomm  christianonim,  d.  i.  unsere  Leges  aii' 
geführt,  also  in  einer  Weise,  welche  deutlich  beweist,  daß  sie  in 
ihrem  Ansehen  den  heiligsten  und  ältesten  Traditionen  des  östlichen 
Christentums  gleich  geachtet  wurden.  Es  muß  außerdem  darauf 
hingewHesen  werden,  daß  Ebedjesu  wie  auch  Barhebräus  manche 
Bestimmungen  in  ihren  Corpora  juris  canonici  et  gitiKs  wörtUch 
aus  den  Leges  herubergenommen  haben. 

Die  Zeugnisse  des  Ebedjeau  aus  dem  14.  und  des  Barhebraeus 
aus  dem  13.  Jahrhundert  sind  verhältnismäßig  sehr  jung,  und  es 
könnte  sehr  wohl  in  Frage  gestellt  werden,  ob  ihre  Ansicht  auch 
für  die  Zeiten  des  ältesten  Chaiifats  und  gar  fur  die  noch  ältere 


'  Siehe  die  Ausgebe  von  Bnuie  und  Sachau,  Leipzig  1880. 
Mit«. 4.8c»  f.  Oritnt  SpiMbon.  1907.  H.  AbL  0 


82  Sacbad:  Von  den  raditlichen  VerhiltttisMii  der  Chriaten  im  SMUiidenreidL  ' 

Zeit  der  Sasanidenlierrschaft  j^elten  dürfe.  Aus  früheren  Jalir- 
liundtTten  lyt  mir  zur  Zeit  nur  ein  eiozij^es  Beglaubii;uugszeu£jnis 
fur  die  Leges  l)ekannt,  aber  ein  stdir  liorcfltivs,  daüjeuij^e  des  iicstoria- 
nisclieii  Patriarchen  Timotheos  1..  der  vou  780  bis  819  au  der  Spitze 
de«  nestorianischen  Christentums  siaud  und  es  am  Hofe  der  abba- 
sidischen  ClialilVn  v(  rtrat.  In  einem  seiner  Briefe,  deren  Veroilcnt- 
Hchung  wir  Herrn  J'rof.  Ü.  liraun  verdanken,  zitiert  er  zwei  Paru- 
graphen  l.ht um  ht '  aus  den  Leges  Constantini  Thwdosii  Leonis, 
leitet  das  Zitat  ihirivh  Iblgeutle  Worte  ein: 

•  Aus  den  königHchen  Gesetzen  (d.  i.  den  I^ges),  welche  die 
heiligen  Synoden  und  die  Väter  befolgt  und  augeuonimen  haben«, 
und  bemerkt  nach  dem  Zitat: 

»Das  sind  wie  in  einem  (einzigen)  Abschnitt  die  reinen  Gesetze 
der  Christenheit-  (vgl.  Oriens  (^hristianus  II  (11)112)  S.  31).2  Aus 
diesen  W»)rtoji  geht  zweifellos  hervor,  daß  Tinioiheos  die  Lege« 
als  geltendes  Recht,  als  verbindlich  für  die  ganze  Christenheit  ansah, 
zugleich  Wold  auch  als  einen  aus  den  ältesten  Zeiten  der  Kirche 
überkonimeucn  Bestandteil  ihrer  Rerhtsliteratur. 

Ein  älteres  ähnliches  Zeugnis  spe/.ieli  für  die  Sasanidenzeit  ist 
mir  nielit  bekannt.  Da  aber  die  riltoste  Handschrift  der  Leges 
während  der  Herrschaft  der  iSasanidcu  wahrscheinlich  um  510  oder 
520  n.  Chr.  Geb.  geschrieben  ist  und  da  die  Leges  v<)n  sämtlichen 
Bruchteilen  der  syrischen  Nation  angenommen  worden  sind ,  daher 
vermutlich  aus  jenen  Zeiten  stauimen ,  welche  der  durch  die  christo- 
logischeu  Streitigkeiten  verursachten  Spaltnni;  derselben,  d.  i.  der 
Mitte  des  5.  .lalirlninderts  vorausgingen,  tlürfen  wir  getrost  an- 
nehmen, daß  sie  auch  schon  unter  der  i^asanidenherrscliaft  im 
Christ  liehen  Osten  verbreitet  gewesen  sind  und  Geltung  gehabt  haben. 
Da  aus  dieser  älteren  Zeit  anderweitige  Rcchtsbüeher  niemals  er- 
wähnt werden  und  diejenigen  Rechtsbüchei  wrl  li  »  bekannt  sind 
oder  gelegentlich  zitiert  werden,  ohne  Ausnahme  jungereu  Datums 

1  L  (Lüiidoner  iiaiidadirilt)       108.  109. 

*  Der  Text  der  beiden  Stetten,  den  ich  frenndliclier  Mitteilung  Henn 
Bnuina  verdenke^  lautet  in  der  rfimiechen  Handechrill: 

Ich  nehme  an,  d«13  za  lesen  ist: 
Dl«  iwe!t<»  8t«!!e  lautet: 


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Sacbao:  Von  den  reditlidien  VertiUtninen  der  Christen  im  Sasanidenreieb.  83 

sind',  so  hat  es  last  d«'n  Anschein,  al8  ob  in  j  imt  Zeit  die 
oriciitalisi'heii  Cliristen  im  I{(")iner-  wie  im  Perserreieh  \n  den  Leges 
r<«!istantitii  Tlieodosii  Leonis  bereits  die  Wobhat  eitii's  einheitliehen 
tiiirnerheiien  Grset/hnelieK  sjeiiossen  hätten.  Sind  daher  neben  den 
heges  itneli  Spüren  oder  Keste  einer  riiKb^rweiti^eu  bürgcrUcheu 
Rerbtsorduuiii;  vorhanden?  Und  falls  sie  voriianden  sind,  in  welebern 
Verhältnis  stehen  sie  zu  den  Le^es?  —  VollMtiui(hti^  winl  diese  l'ra^e  erst 
dann  beantwortet  werden  können  ,  wenn  sanitliehe  Iveste  der  syrisclien 
Reclitsliterai ur  vorüet^en:  einen  Heilrag:  zur  Reantwortunf!^  derselben 
kann  man  aber  sehon  jetxt  der  lehrreiidien  Publikation  des  Syiiodiroii 
orientah'  von  ('habot  eiitnehTnen.  einer  Sainmlunu-  a1b»r  ostsyriseheii 
Koiizibikten  von  der  ältesten  Zeit  410  l)is  in  das  erste  .lahrhundert 
des  abbassidischen  ("halifats,  bis  790  n.  Chr.  (Jeb.  In  fbesen  Akten 
werden  im  Zusammenhang  der  Bestimninnj^eii  ul»er  (he  kirehlielie 
Offjanisation  und  das  Kirchenreeht  gelegentlieh  auch  /iviirechtliclie 
VerfQguDgea  g^eben,  denen  wir  im  Folgenden  nachgehen. 

Die  Einrichtung  der  Ehe  nach  christlichen  (irundsätzen  war 
fiir  die  leitenden  (ieistcr  der  östlichen  (^'hristenheit  evident  eine 
sehr  schwierige  Materie,  und  die  Konzilien  bis  zum  Ende  der 
Sasanidenherrschaft  hören  nicht  auf  sich  wicfb'r  und  wieder  mit 
Fragen  des  Eherechts  zu  beschaiiigen.  Kine  fclauptschwierigkeit 
lag  darin,  daß  die  aus  dem  Heidentum  und  Magismus  gewonnenen 
Christen  sich  auch  nach  ihrer  Bekehrung  nur  seliwer  von  den 
früheren  nichtchristlichen  Ehegebräuchen,  wie  z.  B.  von  der  zo- 
roastrischen  Ehe  mit  den  nächsten  l^lutsverwandten  loszusagen  ver- 
mochten. So  heißt  es  in  den  Verhandlungen  des  Konzils  des  Bar- 
j-auniä  zu  Beth  Lapat  vom  Jahre  484:  »Viele  Christen  an  verschie- 
denen Orten  ahmen  die  Magier  in  ihrer  schmutzigen  Ehe  nach  und 
übertreten  damit  das  gerade  Gesetz  der  Kirche  des  Messia»  sowie 
den  hon  sens  aller  Völker,  auch  derjenigen,  die  noch  Heiden  sind, 
ausgenommen  allein  die  Magier«  (Synodicou  S.  623.  G24).  Ferner 
traten  im  Leben  jener  Zeiten  einige  Tendenzen  hervor,  welche  der 
Ehe  und  ihrem  Ansehen  nicht  gerade  förderlich  waren.  Hierher 
rechnen  wir  die  aus  dem  Heidentum  überkommene,  in  gewissen 
Kreisen  verbreitete  Auffassung,  daß  nur  der  Castrat  in  Wahrheit 
die  Gottheit  verehren  und  bedienen  könne.  Wie  das  Konzil  von 
Nkia  durch  §  1  Boiner  Beschlüsse  diesen  Brauch  verboten  hat, 

*  VgL  Bnins>Sad»o,  Syn«eh«röiiiiMhe«  Rocfatoboch  II,  S.  175,  Anm.  3. 


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84  Sachau  :  Von  den  rechtliehen  VerhSltnbaen  der  Christen  im  Saeanidenreidi. 

SO  war  auch  noch  viel  später  Muhammed  gecwuugen,  im  Kreise 
Miner  iltttttti  und  trenesten  Gefährten  der  gleichen  Tendmz  mit 
einem  bestimmten  Verbot  eutgegentreten  zu  müssen.^  Der  Patriarch 
Mär  Abhä  bestimmt  544  in  seinem  Canon  20,  daß  ein  Mann,  der 
sich  entmannt  hat,  nicht  Priester  werden  darf,  und  das  Konzil  des 
Patriarchen  EEechiel  vom  Jahre  576  fügt  hinzu,  daß  ein  Priester, 
der  ach  entmannt,  aus  dem  Klerus  ausgestoßen  werden  soll  (Syiiodi- 
oon  S.  558.  375 \  Andererseits  ist  sehr  stark  die  asketische  Tendenz 
vertreten,  welche  die  Ehe  und  Kinderzeugung  für  ein  Übel  erklärte 
und  fur  Kleriker  zu  verpönen  suchte,  eine  Tendenz,  welche  ganz 
besonders  von  denjenigen  Bischöfen  gt  iördert  wurde,  die  aus  dem 
Mdnchsstande  hervorgegangen  waren.  Es  verdient  hervorgeh oIkju 
zu  werden,  daß  es  gerade  diese  Neigung  vieler  christlicher  Kreise 
zur  Ehelosigkeit  war,  welche  ganz  besonders  den  herrschenden  Zo- 
roastriern  unbegreiflich,  anstößig  und  vcrv\'erflich  schien.  Vgl. 
Acta  martyrium  orientalium  I  S.  178.  181,  wo  die  Ankläger  der 
Christen  vor  dem  zoroastrischen  Tribunal  ihnen  vorwerfen,  dal»S  sie 
lehren:  «die  Menschen  sollten  nicht  heiraten  und  nicht 
Kinder  zeugen,  nicht  mit  dem  König  in  den  Krieg  ziehen  und 
nicht  töten«. 

Obgleich  schon  durch  das  erste  Konzil  von  410  in  Erneuerung 
der  gleichen  Bestimmung  des  Nicäischen  Konzils  das  Klerikerkon- 
kubinat,  djis  Zusamiuen  wohnen  mit  einer  Subintroducta,  verboten  w.ir. 
scheinen  die  ehelichen  Verhältiiisse  sich  doch  nicht  bald  wesentlic*}i 
gebe,ssert  zu  haben,  denn  das  Konzil  von  184  muß  si^hon  wieder 
Konkubinat  und  l^igainie  verliietcn  (Synodicon  S.  624),  und  in  dem 
486  gehaltenen  Kunzil  dva  Acacius  wird  (lariil)er  Klage  gefüljrl, 
daß  Ehebruch  und  Hurerei  in  Christenkreisen  ziitn  ( rejrenstand  der 
Verachtung  und  des  Spottes  für  Niclitchristen  ijewordeti  sei  (das. 
S.  HO.S,  18.  19:  304.  3.  4.  17.  18.  ^28).  Daher  !)elieldt  diis  letztere 
Konzil:  Entweder  absolute  Kailialtun^  oder  Elle!  Die  Bischöfe 
sollen  den  Nupturienten  keine  Seliw  ierigkeiten  und  Mindernisse  be- 
reiten, denn  Ehe  und  Kinderzeugung  sind  gut  und  gott- 
gefällig sowohl  für  Laien  wie  für  Priester.  Wer  ver- 
heiratet ist,  soll  nii  ht  mit  anderen  Weibern  verkehren;  künstlicher 
Abortus  ist  verboten.  Ein  Priester  darf  nach  dem  Tode  seiner 
ersten  Trau  ein»»  zweite  heiraten.  Letzteres  muß  in  gewissen  Kreisen 
als  /.weifelhat't  an^csclien  worden  sein,  denn  es  wird  ausdrücklich 
hin/ugefügt,  daß  die  iiischöfe  eine  solche  Ehe  nicht  hindern  sollen 
(das.  S.  305,  19).    Die  Monogamie  wird  veronlnet  auf  Grund  von 


'  8iciK'  li.u  Saad  III.  I,  S.  ff. 


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Saciao  :  Yon  den  nschtlidien  VerbiltntaseD  der  Christen  im  Sasanidenreich.  85 


1.  Timotheus  111,  2:  »Es  soil  aber  ein  Bischof  unstitflieh  sein,  eines 
Weibes  Hann,  nüchtern,  mäßig,  gastfrei,  lehrhaft.«  Diese  Sitze, 
welche  för  alle  Grade  der  Geistlichkeit  wie  für  Laien  gelten,  weiden 
von  dem  nachstfolgeaden  Konzil  de6  B&bhai  vom  Jahre  497  (das. 
8. 312)  wie  von  allen  Konzilien  des  6.  Jahrhunderts  wieder  aufge^ 
Bommen  und  von  neuem  eingeschärft. 

Der  herroiragendste  Gesetzgeber  auf  dem  Gebiete  des  Ehe- 
rechts ist  der  Patriarch  lAkr  Äbbi.  In  einem  Sendschreiben  vom 
Jahre  544  wendet  er  sich  ^igen  Mißbrauche  in  der  Ehe,  verbietet 
die  Bigamie  und  die  Ehe  mit  den  folgenden  weiblichen  Personen  * : 

t.  Der  Frnn  'les  \  atcrs. 

2.  (l»*r  Frau  des  \'ai ctbriulcr--. 

ii.  (iiT  I  ran  (le-i  Mutlerliruders, 

4.  der  \'alerss(;li\vester. 

ä.  der  ^bil terseliwester. 

H.  der  >('li\vesrer, 

7.  der  8('!i\\  ieu"Ttoi:hter, 

iS.  der  Toeliter. 

'J.  der  Stieftochter, 

10.  d<'r  Tochter  des  SoIhm'.s. 

11.  der  Tochter  der  Toehter, 

12.  (h'r  F^iikehii  der  brau, 
dvr  Witwe  des  iiruders, 

14.  der  Heidin. 

^  Synodicon  S.  335  und  das  Fragment  S.  561  Canon  98.  Von 
den  hierdurch  verbotenen  Ehen  waren  1  bis  12  unter  den  Zoroastriem 
üblich,  die  Leviratsehe  Nr.  13  unter  den  Juden*  Dieser  Kanon 
der  verbotenen  Ehen  ist  wenige  Jahrzehnte  später.  585,  von  dem 
Patrianshen  Jesujabh  I.  infolge  fortdauernder  Mißbräuehe  im  Ehe- 
leben  von  neuem  veröffentlicht  worden  (das.  S.  410).* 

Verbotene  Ehen  der  genannten  Art,  welche  zur  Zeit  von  M&r 
Abhfc'a  Erlaß  bestanden,  sollten  spätestens  innerhalb  Jahresfrist 
gelost  werden;  widrigenfalls  wurden  Mann  und  Frau  mit  dem  Banne 
belegt.  Nur  die  Leviratsehe  erfreute  sich  einer  milderen  Behandlung. 
Wer  in  dem  Glauben,  ein  gutes  Werk  zu  tun,  eine  solche  Ehe 
eiugegaDgen  war,  sollte  mit  seiner  Frau  ein  Jahr  lang  fasten  und 

<  Vgl.  Legee  CoiistantiDi  Theodosii  Leonis  RH  §§  .53^55. 

-  AH'  Ii  rijiliT  dm  Persern  (nach  Jcsuhoclit). 

'  In  islaiiiisclipr  'Äoit  wurde  I5iixaiiiif>  iiiul  Konkiif)iii.it  durch  das  Konzil  des 
Pjtuian-iitMi  Gi;org  I.  \<jui  .luiire  67t>  wiedeinini  vt  rlmtm  ((l,i?>.  S.  t'S'J),  spozioU  auch 
(iie  Ehe  eiuer  Chri.stin  mit  einem  andersgläubigen  Manne  (8.  -i^iy). 


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9 


80  Sai  hau:  Von  den  rcchtlidieu  Verhältuittseii  der  Climtt  n  uu  Sa.sanidciireich. 

Almosea  geben  uad  dann  Absolution  erhalten,  d.  Ii.  in  der  Levirats- 
ehe weiterleben  (das.  S.  336.  337). 

Fraueniaub,  der  von  den  Leges  Coostantini  Theodoaii  IjCoius 
RH,  §  62  mit  dem  Tode  bestraft  wird,  muß  in  jenen  Zeiten 
nicht  ganz  unerhört  gewesen  sein,  denn  mehrere  Konzilien,  die- 
jenigen von  482;  544  und  576,  nehmen  Veranlassung  sich  damit 
zu  beschäftigen',  und  belegen  dies  Verbrechen  mit  der  schwersten 
Strafe,  über  die  sie  verfugen  konnten,  mit  der  Ausschließung  aus 
der  Kirche.  Es  wird  angedeutet,  daß  dabei  gelegentlich  auch 
Priester  die  Hand  im  Spiele  hatten.  Eine  geraubte  Braut  soll  ihrem 
Bräutigam  zurückgegeben  werden  und  kann  auch  dann,  wenn  ihr 
von  dem  Räuber  Gewalt  angetan  worden  ist,  seine  rechtmäßige 
Gemahlin  werden  (S.  557,  §  15). 

Im  allgemeinen  hängt  die  Eheschließung  von  der  Einwilligung 
der  beiderseitigen  Eltern  ab  und  winl  durch  die  kirchli<'he  Ein- 
segnung perfekt  Dies  wird  in  einem  unter  dem  Islam  676  gehaltenen 
Konzil  als  das  christliche  Gesetz  und  die  Sitte  der  Gläubigen 
bezeichnet,  darf  daher  wohl  als  eine  Bestimmung,  die  auch  sdion 
in  der  älteren,  saaanidischen  Zeit  gegolten  hat,  angesehen  werden 
(S.  487,  Canon  13).  Aus  dem  Gebiet  der  Bestimmungen  betrefiend 
EhelSsung  finde  ich  nur  das  eine  Detail  erwähnt,  daß  Sterilität 
der  FraUy  auch  wenn  sie  ihrem  Gatten  vor  der  Ehe  nicht  bekannt 
wi^r,  nicht  als  Scheidungsgrund  angerufen  werden  darf  (s.  Canon  20 
des  Konzils  von  585,  a.  a.  O*  S.  4^). 

Zu  den  anderweitigen  Rechtsgebieten,  welche  in  den  Konzil- 
akten gestreift  werden,  gehört  das  Dotalrecht,  Testament,  Intestat- 
erbrecht, Vormundschaft,  Sklaverei  und  Zins. 

Dotalrecht. 

Einen  lehrnMchon  Roitiaii  /'ir  (n'S(*hi<'bte  de»  Dotalrechts  gibt 
Canon  21  der  JSynode  des  i'auiarcheii  .Ii'sujabli  II.  vom  .Irthr«*  nSri 
sowie  Caiioii  14  seines  Sendschreibtus  an  den  Bischüi'  Jakob  von 
Balnain  (a.  a.  O.  S.  417.  441).    Der  erstere  lautet: 

|1.|  'Die  Frau  ist  mächtig  über  ilirc  q);.:vr'  (d.  h.  ist  Eigeu- 
tüineriii  ilirer  (,)?^v>^)'^  sowohl  zu  Lebzeiten  ihres  Gatten  wie  bei 
seinem  Toile,  aneb  wenn  er  in  seinem  leatament  keinerlei  He- 
stimmung  über  ihre  «pe/m)  getrolTeu  hat.    Und  weder  Gläubiger 

*  A.  a.  O.  S.  624,  S&7  Canooes  12  und  15;  S.  378  Canon  K. 

*  darf  nieht mit  verfAguugsbereohtigl  Qb^raet«! werden,  wefl 

die  Varföguiig  dar  Fraa  Ober  ihre  Dos  bekaantlidi  manebeii  Baariirfaknngen  nntar- 
worfen  isL  Leges  KU  |§  09.  70. 


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Sachau:  Von  den  rethtlichen  Verhältiiisseu  der  (  liristeti  iiit  Saj»aiiidenrcirti.  87 

(chartarii^)  nocb  £jrben  (ihres  Gemahls)  sind  mächtig  Ober  sie 
(die  (prpnj),  avagenommen  mit  Einwilligung  ihrer  Eigentümerin.  Wenn 
ein  barter  und  geseUverderbertscher  Zwang  vorhanden  ist  (d.  h. 
wenn  man  uns  von  iigendeiner  Seite  in  widerrechtlicber  Weise 
zwingen  will  dieaea  Geseta  zu  verletzen),  Bollen  wir  uns  nicht  be- 
wegen lassen  (zu  einem  Voi^hen)  gegen  diejenigen,  welche  die 
Gesetze  beobachten. 

[2.]  Wenn  aber  ihr  Gatte  ihr  aus  seiner  Habe  irgendeine 
Gabe  (gemeint  ist  Legat),  aber  nicht  den  ganzen  Teil  vne  den- 
jenigen dnes  seiner  männlichen  Erben  (durch  Testament)  vermacht, 
sa  ist  sie  mächtig  sowohl  über  ihre  tpepv^  wie  über  die  ihr  vermachte 
Gabe  (T^t). 

[3.)  Wenn  ihr  aber  (von  ihrem  Gatten)  ein  Teil  wie  derjenige 
rines  seiner  männlichen  Erben  oder  wie  derjenige  eines  seiner 
Tochter  vermacht  wird,  so 

a)  nimmt  sie  den  ihr  vermachten  Teil,  indem  sie  ihre  «ptpvij 
mit  den  Erben  (ihres  Gatten)  teilt; 

b)  wenn  sie  aber  sich  weigert,  den  (ihr  vermachten)  Teil  zu 
nehmen  und  mit  ihrer  «pt^  allein  zufrieden  ist,  so  steht  ihr  das  frei. 

[4].  Wenn  aber.,  der  Teil,  den  ihr  Gatte  ihr  vermacht  hat, 
nur  zu  ihrem  Lebensunterhalt  während  ihrer  Lebensdauer  bestimmt 
ist,  nicht  zur  Erbschaft,  die  ihr  vollständig  gehört  und  die  sie 
sterbend  einer  bdiebigen  Person  zu  vermachen  berechtigt  ist,  auch 
dann  ist  sie  durchaus  mächtig  über  ihre  «ps/m^  wie  über  ihre  ihr 
alldn  gehörige  Birbschaft«. 

Die  zweite  auf  das  Dotalrecht  bezügliche  Stelle,  der  Schluß- 
absatz des  Canons  14  des  genannten  Soidschreibens  lautet: 

•Wenn  er  (der  Mann)  aber  stirbt,  indem  er  eine  Frau  hat 
und  ein  Testament  macht  und  die  Rechte  seiner  Frau  an  der  Habe, 
die  sie  aus  ihrem  Elternhaus  mitgebracht  hat  (ihrer  tpep»^),  sowie 
an  derjenigen  Habe,  welche  sie  (beide)  durch  gemeinsame  Arbeit 
erworben  haben,  verkürzt,  so  macht  er  schon  dadurch  allein  seine 
Verfügung  hinfallig,  und  nicht  wird  sie  als  gültig  anerkannt,  weil 
er  eine  ebensolche  Verkürzung  begangen  hat  wie  der  Schuldner, 
der  seinen  Gläubiger  verkürzt  hat.« 

Das  hier  bei  Jesujabh  hervortretende  Bestreben,  die  ^fivr\  der 
'   Frau  sowohl  bei  Lebzeiten  ihres  Gatten  wie  nach  seinem  Ableben 
stcherzustellen,  ist  dasselbe  wie  in  den  Leges  und  findet  seinen 
deutlichsten  Ausdruck  in  der  Bestimmung,  dafi  über  die  bei 


*  V''gl.  ;(afTafi(  ans  x,«FTapio(  bei  Sophokles,  Greek  texiooii  of  the  RoHMn  and 
Bjunftios  perlodt. 


88  Sachau:  Von  den  rechtUcfaen  YerhlHnissen  der  Christen  im  Saaanidenreich. 

Eingehen  der  Khe  <>ine  schriftliche  Urkunde  angesetzt  werden  soll 
(vgl.  RH,  §51  Abs.  2).  Daß  ein  Mann  seinem  Gattin  ein  Legat 
hinterlassen  kann  (oben  Abs.  2).  stimmt  uberein  mit  \i  II  if  76. 
Die  weitere  Bestimmung  des  .Tesujabh  in  Absatz  3  b,  daß  die  Witwe 
das  Legat  annehmen  oder  ablehnen  (d.  h.  den  Erben  überlasseo) 
kann,  ist  selbstverständlich  und  in  den  L^^es  nicht  vorhanden. 
Neu  ist  das  Gesetz  Absatz  3a,  daß  die  Legatnrin.  falls  ihr  Legat 
dem  Erbteil  eines  Kindes  gleichkommt  und  sie  dasselbe  annimmt, 
ihre  <pcpn}  mit  den  Kindern  des  Erblassers  teilen  soll.  Hiervon 
findet  sich  in  den  Leges  keine  Spur.  Der  gante  Absatz  3  a  und  b 
ist  vielleicht  ein  Zusatz,  eine  nähere  Ausführungsverordnung  zo 
R  II  §  7G,  bestimmt  die  Reclitp  fler  Kinder  gegen  die  Witwe  zu 
schützen.  Die  Vorschrift  Jesujabhs  in  Absatz  4,  bctretfend  den  Fall, 
daß  das  Legat  der  Witwe  in  einem  lehensläugUcben  Nutzen  besteht^ 
ist  in  den  L^es  nicht  erwähnt»  brauchte  aber  auch  nicht  erwähnt 
zu  werden. 

Ubereinstimmend  mit  Canon  14  des  iSendschreibens  bestimmt 
RH,  §  150  Absatz  2,  daß  das  Verhältnis  der  (pspvr^  der  Witwe  zu  dem 
Nachlaß  ihres  Gemahls  wie  dasjenige  einer  Schuld  ist.  Wenn  daher 
das  Recht  der  q)£pvT]  verletzt  wird,  ist  das  Testament  ungültig. 
Wenn  Jesujabh  in  diesem  Zusammenhang  von  dem  gemeinsamen 
Vermögen  der  Ehegatten  spricht,  so  ist  zu  bemerken,  daß  es 
ein  solches  nach  den  Leges  nicht  gibt.  Sollte  damit  vielleicht  die 
Vermehrung  der  Dos  während  der  Ehe  gemeint  sein?  Diese  Ver- 
mehrung kann  insofern  als  ein  gemeinsamer  Besitz  der  Ehegatten 
gedacht  w<T(l<>n,  als  er  nach  RH  §  82  bei  Ehescheidung  zur  einen 
Hälfte  der  Frau,  zur  anderen  dem  Manne  zufallt. 

Testament 

Zum  Testament  übergehend  müssen  wir  darauf  hinweisen, 
daß  in  den  Testamenten  von  Klerikern  eine  gewisse  Gefalir  fur 
ihre  Gemeinden  lag.  Da  sie  Kirchengut  und  eventuell  persönliches 
Eigentum  zugleich  zu  verwalten  hatten,  so  war  die  ^lö^lj«  hkeit 
gegeben,  wenn  sie  zwischen  den  beiden  Besitzarten  absichtlich  oder 
unabsichtlich,  z.B.  infolge  hohen  Alters  nicht  reinlich  unterschieden, 
daß  durch  ihre  Testamente  Kirchengut  in  die  Hände  von  Privat- 
personen geriet  (s.  oben  S.  80.).  Uni  ilchem  Unheil  xu  be- 
gegnen, verfugten  die  Ivon/ilien  von  554  (Canon  11)  und  576 
(Canon  25),  daß  kein  Kleriker  ohne  Zustimmung  der  Gemeinde  ein 
Testament  machen  dürfe.  In  gleicher  Absicht  wurde  auf  dem 
letzteren  durch  die  §§  19  und  25  verfugt,  daß  die  bischöniche 


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Sachau  :  Vou  den  rechtlichen  VeriiilUiiMen  der  Christen  im  Sasauideureich.  89 

Venraltung  von  Riichengatern  einer  Kontrolle  durch  Kleriker  und 
Laien  unterworfen  und  jede  ▼ermögensrechtliehe  Yerfiligung  des 
Bischofs  über  Kirchengut  von  dem  Einventandnie  der  betreffenden 
Gemeiade  abhangig  sein  aolle.  Diese  und  ahnliche  Verordnungen 
sum  Schutx  des  Kirchen-  nnd  Kloste^ote«  sind  in  den  folgenden 
Konalien  von  585  und  605  «riederholt  worden.'  Bei  der  Besetzung 
von  Kirchen-  und  Kloeteramtem  spielten  Besitzfragen  eine  große 
fioUe,  wodurch  es  verstandlich  wird,  daß  die  Jagd  nach  diesen 
Ämtern  zu  allen  Zeiten  eine  sehr  lebhafte  war,  viel  Streit  und 
Spaltung  mit  sich  brachte  und  oft  mit  den  v^werflichsten  Mitteln 
gefuhrt  wurde.  Hauche  Bewerber  suchten  sich  dabei  sogar  der 
Hilfe  einflußreicher  Zoroastrier  zu  versichern,  obwohl  mehrfache 
KonalbescblQase  solchen  Unfug  verboten,  z.  B.  Canon  3  des  Konzils 
von  554  und  Cwaon  34  desjenigen  von  576. 

Das  Testament  ist  unverletzlich,  aber  die  Schulden  des  Testators 
müssen  bezahlt  werden,  nnd  zn  seinen  Schulden  zählen  auch  die 
qcpnj  seiner  Witwe  und  smne  Legate.  So  bestimmt  Canon  7  der 
Synode  des  Jahres  585,  hierin  völlig  übereinstimmend  mit  den 
Leges,  R  II  §  140  Absatz  2  und  g  128.  Ganz  besonders  sollen  Testa- 
mente, welphe  Zuwendungen  für  die  Kirdie  enthalten,  vor  der 
Habsucht  der  Erben  geschützt  werden.'  In  der  Tendenz,  die  For^ 
dening  der  Kirche  durch  testamentarische  Zuwendungen  zu  sichern, 
begegnet  sich  das  Konzil  von  585,  dasjenige  des  Patriarchen  Jesu- 
jibh  I.  mit  den  jüngeren  Redaktionen  der  L^es  Constantini  Theo- 
dosü  Leonis.'  Während  in  dem  §  1  der  ältesten  Redaktionen  L 
und  R  n  beteeffend  das  Testament  noch  mit  keinem  Worte  von  Zu- 
wendungen an  die  Kirche  die  Rede  ist,  ist  in  den  jüngeren  RH! 
mid  A.r  ein  darauf  bezüglicher  Passus  in  einer  so  ungeschickten 
Weise  interpoUert  worden,  .daß  die  alte  Lehre  von  den  drei  Un- 
sen ab  Pflichtteil  dadurch  fast  bis  zur  Unkenntlichkeit  entstellt 
worden  ist 

Derselbe  Patriarch  Jesujabh  L,  dem  wir  diese  Angaben  über 
flaa  Testament  verdanken,  beschäftigt  sich  auch  mit  dem  Intestate 
erbrecht  und  gibt  darüber  in  Canon  14  seines  Sendschreibens  an 
deo  Bischof  JdEob  von  Bahrain  einige  zum  Teil  sehr  eigentümliche 


in. 


'  Vgl.  Labourt,  Lc  christianisme  daae  TempirB  Perae  S.  337.  338;  auch 

Micliael  Synu  II.  ii.  S.  193  Kol.  I ,  wo  berichtet  wird,  daß  Justinian  befohlen  Iiahe: 
Rcvnr  'enmiid  Bischof  oder  Verwalter  vou  Kirrheiigut  werde,  solle  sein  Vf^mtn^en 
iineiiiarisiert  werden;  er  dürfe  nichts  vererben  als  dasjenige,  was  er  vor  seiner  Au- 
ücQiiDg  besosMo  habe. 

*  Vgl  Ubmatt  a.  t.  0.  S.  336. 


00  Sachau  :  Von  den  rechtlichen  Verhältnissen  der  Chriaton  im  Sasanidenreich. 


(1.)  »Wenn  er  (der  Mann)  Kinder  (wörtlich:  Söhne)  und  eine 
Frau  Iiat  und  er  nicht  ein  Testament  gemaciit  hat,  80  verbleibt 
(falls  er  stirbt)  seine  Habe  seiner  Frau. 

(2.)  Wenn  er  aber  keine  Frau,  wohl  aber  Kinder  bat,  so 
verbleibt  seine  Habe  seinen  lOndem, 

(3.)  wenn  autrh  in  einigen  Gegenden  die  Frau  (nur)  ihre 
qiepi]  und  iwpta  bekommt  und  (damit  aus  der  Nachlaß  Verhandlung) 
ausscheidet,  womit  viele  andere  Gegenden  nicht  einverstanden  sind. 

(4.)  Wenn  er  (der  Mann)  aberstirbt,  ohne  Kinder,  eine  Frau 
und  ein  Testament  zu  hinterlassen,  wird  seine  Habe  in  drei  Teile 
geteilt,  von  denen  der  eine  den  Geschwistern  (wörtlich:  den  Br&deru) 
und  der  Verwandtschaft  seiner  Frau,  einer  den  Geschwistern  und 
der  Verwandtschaft  des  Mannes  und  einer  dem  Hause  Gottes 
zukommt ,  (geteilt)  unter  Kenntnisnahme  des  Biscbofs  und  notonscheri 
rechtschati'ener  Kleriker  und  Laien.« ^ 

£s  ist  sehr  merkwürdig,  daß  gerade  dasjenige,  was  hier  in 
Absatz  3  als  ein  lokaler,  auf  gewisse,  nicht  näher  beseichnete 
G^enden  beschränkter  Brauch  erscheint,  in  den  Leges  aUgemein 
gültiges  Recht  ist.  Denn  nach  dem  t^stamentlosen  Ableben  eines 
Mannes  kann  seine  Witwe  nach  KII,  §44  Abs.  5  nichts  fordern 
als  ihre  t^npviq  und  ihre  dwpsd.  Vgl.  dazu  den  Kommentar  von  Bruns 
in  Bruns- Sachau,  Syrisch-römisches  Recht  IL  «S.  264«  Daß  die 
Kinder  und  sie  allein  den  testamentlos  verstorl)enen  Vater,  der  keine 
Frau  hinterläßt,  beerben  (nach  Absatz  2),  ist  selbstverständlich; 
daß  dagegen  hier  in  Absatz  1  die  Witwe,  falls  der  Gatte  testa- 
mentlns  rorstorben  ist,  wohl  aber  Kinder  hinterlaßt,  als  alleinige 
Frbin  des  Verstorbenen  unter  Ausschluß  seiner  Kinder  proklamiert 
wird,  ist  sehr  auffallend  und  jedenfalls  uänzHch  unvereinbar  mit 
den  Leges  Constantini  Theodosii  Leonis.  Nach  letzteren  erben  in 
diesem  Fall  die  Kinder  allein,  und  die  Witwe  kann  prinzipiell 
nur  dann  zur  Erbschaft  dirt  s  verstorbenen  Gemalils  berufen  wer- 
den, wenn  er  sie  durch  Testament  zur  Erbin  eingesetzt  hat 
(vgL  RH,  §76). 

Geradezu  befremdend  ist  Absatz  4.  Dies  Gesetz  fallt  aus  dem 
Rahmen  der  Anschauungen,  welche  in  den  Lcges  zum  Ausdruck 
gelangen,  vollständig  heraus.  Nach  den  letzteren  (R  LI,  §  1  Abs.  &  ff.) 
würde  in  dem  angegebenen  Falle  zunächst  der  Vater  des  Verstor- 
benen, dann  seine  Geselnvi^ter  und  ev.  seine  Mutter,  dann  die 
Vatersbruder,  die  Söhne  der  Vatersbrüder  usw.  zur  Erbschaft  be- 
rufen werden;  dagegen  wären  die  Verwandten  der  Frau,  denen  hier 


i  Siehe  Synodioon  S.  161, 27— 182,  5;  &  441. 


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Sachau  :  Von  den  rechtUdien  VerhUtniaaen  dor  Chmten  im  Saaanidenreich.  9 1 

das  erste  Drittel  des  Nachlasses  zugewendet  wird ,  nach  den  Leges 
von  der  Erbschaft  vollständig  ausgeschlossen.  Sie  könnten  nur  in- 
sofern in  Betracht  kommen,  als  sie  ein  Erbrecht  gegen  die  tptpmi 
und  die  dtopea  ihrer  Yeistorbenen  Schwester,  der  Gremahlin  des  Erb- 
lassen haben.  Auch  ist  auffallig,  daß  die  Verwandtschaft  der 
Witwe  des  Erblassers  vor  der  Verwandtschaft  des  Erblassers 
selbst  aufgeführt  wird.  Außerdem  erscheint  mir  der  Ausdruck 
Jesujabhs  »Geschwister  und  Verwandtschaft«  wenig  prSxis. 
Cteeint  sind  doch  wohl  »Geschwister  und  Eltern«.  Man 
würde  daher  die  umgekehrte  Wortfolge  erwarten. 

Unter  dem  Hause  Gottes  darf  man  vermutUdi  die  Kirche 
der  Gemeinde,  welcher  der  Verstorbene  angehörte,  verstehen.  Daß 
hier  der  Kirche  eine  so  hervorragende  Stellung  im  Erbrecht  ein- 
geräumt wird,  entspricht  der  schon  einmal  (s.  oben  S.  89)  gestreiften 
klerikalen  Tendens  der  syrischen  Rechtsgeschichte. 

Vormundsohaft. 

In  betreff  der  Vormundschaft  ist  zunächst  das  Konzil  des 
Jesujabh  I.  vom  Jahre  585  zu  konsultieren.  Es  bestimmt  in  dem 
Canon  22,  daß  der  Vormund  gemäß  der  Kenntnis  und  dem 
Befehle  des  Bischofs  ernannt  werden  soll,  und  fiOgt  hinzu ,  daß 
der  Stiefvater  der  Walsen  nur  dann  zu  ihrem  Vormunde  gemacht 
werden  soll,  wenn  er  sich  eines  besonders  guten  Leumunds  erfreue.' 
Diese  Bestimmung  ist  von  Ebedjesu  IV,  16  S.  77  unverändert  her^ 
ubei^genommen  worden. 

Es  ist  zweifelloe  die  Absicht  der  Konzilien,  daß  Kleriker  nicht 
Vormünder  sein  sollen,  wie  ich  yermute,  deshalb,  damit  nicht  durch 
die  Verwaltung  irdischer  Güter  ihr  geistliches  Amt  Abbruch  er- 
leidet. Für  eine  solche  Auffassung  bieten  die  Leges  Constantini 
Theodosii  Leonis  keine  Farallde.  In  einem  an  Kleriker  gerichteten 
Sendschreiben  äußert  sich  der  Patriarch  Abhä  folgendermaßen:* 
Denen,  welche  sich  beständig  des  Wortes  »Gehorchet  euren  Leitern«" 
erinnern  sollten  (den  Klerikern),  raten  wir,  daß  niemand  von  ihnen 
unheigehe  in  den  Häusern  »und  daß  sie  nicht  seien  Erzieher  oder 


*  Mit  dar  Stellmig  de«  Biachoft  in  diaaar  Besiehnng  beachlftigt  aich  dann 
iioeb  ein  apitara«  Komil  in  islamischer  Zeit»  dai^eaige  des  Patriardien  Georg  vom 
Jthre  67G.  Ilieniach  soll  der  Bischof  in  der  FQrsoiga  filr  die  Waisen  im  Einver- 
nehmen mit  den  Onkt'hi  von  Vater-  und  Matteneite  voi^gehen.   Zugleich  ist  er  die 

Autiichtsbehördc  über  die  Yorniundschaft. 

*  S^nodicoQ  8.  b2,  l:iti'.  . 

*  HainM^riaf  13, 17.  ^ 


D2  •Dachau:  Vou  den  rcchtliclien  Verhältnissen  der  Christen  im  Sasanidenreich. 

Imxponoi  för  Julien  \  wodurch  sie  dazu  kommen  könnten ,  das  Priester- 
tum  %\x  enteliren  und  Sünden  über  gläubige  Laien  zu  bringen.  Auch 
die  Laien  ihrerseits  sollen  sich  hüten  ku  dergleichen  Dingen  die 
Hand  su  leihen.«  Es  ist  schwer  zu  eisehen,  Avie  Mir  Abhl  hier 
zwischen  Erzieher^  und  harpono^^  unterscheidet.  Er  kann  schwer- 
lieh  gemeint  haben,  daß  der  Kleriker  nicht  als  Lehrer  von  Laien 
funktionieren  solle;  man  wird  daher  unter  Erzieher  etwas  ähn- 
liches wie  den  IvvrpoTto^  verstehen  müssen,  und  dies  fuhrt  uns  auf 
(las  syrisch -römische  Recht  Nach  R  II  §  2  steht  das  Waisen- 
mädcben  bis  zum  vollendeten  zwölften,  der  Waisenknabe  bis  zum 
vollendeten  vierzehnten  Jahr  unter  dem  imrpmro^,  und  Ton  diesen 
l4eben;^;renzen  an  stehen  beide  bis  zum  fünfundzwanzigsten  Jahr 
unter  dem  Curator.  Wenn  diese  Auffassung  richtig  ist,  wollte 
Mir  Abha  sagen,  daß  ein  Kleriker  weder  Curator  noch  Imrpojn^ 
für  Waisen  sein  soll,  und  übersetzte  Curator  mit  Erzieher. 

Mit  dieser  Verfügung  Mir  AbhAs  ist  Canon  36  des  Konzils  des 
Patriarehen  Ezechiel  vom  Jahre  676  zu  vergleichen,  ein  Verbot  fur 
Kleriker  •tmrpoTtoi  für  Laien  und  Erzieher  ftir  Heiden  oder  Laien  zo 
sein«,  damit  nicht  die  Würde,  die  sie  von  der  Kirche  empfangen 
haben,  leide.  Dieser  Paragraph  macht  auf  mich  den  Eindruck,  nur 
im  Auszuge  überliefert  zu  sein,  und  es  kann  wohl  fraglich  sein,  ob 
der  Epitomator  die  technische  Bedeutung  von  Erzieher  =  Curator 
und  imrpono^  noch  kannte.  Jedenfalls  bt  nicht  ersichtlich,  warum 
der  Verfasser  den  Unterschied  macht,  daß  er  die  Wirksamkeit  des 
Erziehers  auf  Laien  beschränkt,  dagegen  diejenige  des  ImTpoTn^ 
auf  Heiden  oder  Laien  ausdehnt.  In  der  Sache  selbst  ist  gewiß 
nur  gemeint,  daß  Kleriker  nicht  Vormünder  sein  sollen,  nicht  fur 
christliche  Laien,  natürlich  erst  recht  nicht  für  Heiden. 

Sklaverei. 

Das  Sklavcnrocht  ist  Gegenstand  verschiedener  Konxill>e8chlüs8e, 
wie  es  in  den  I^es  (^onstantini  Theodoeii  Leonis  einen  breiten  Raum 
einnimmt  Menschen  zu  rauben,  um  sie  in  die  Sklaverei  zu  verkau- 
fen, ist  durch  Canon  7  des  Konzils  von  Ö85  verboten.  Ebendort  wird 
bestimmt,  daß  die  testamentarisdie  l^reilassung  des  Sklaven  unter 

1  Der  Aiudrack  -fUr  Laien*  ist  von  dem  Hemmgeber  ei^gitnt. 

^  Es  mat^  hier  darauf  hiii;:<'\vi<  >>en  werden,  dal3  das  Wort  tiri'ipjrsi,  auch  in 
der  Bedeutiui-^  Sachwalter,  nugotiorum  gtstor  gebriracht  wird,  s.  8.  Syno« 
dicon  S.  1&6, 16.  17. 


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Sachau:  Von  den  rechtliohen  Verhältnissen  der  (Christen  im  Saaanidenroich.  Uli 


allen  Umständen  respektiert  werden  soll.  Mit  demselben  Gegon- 
Stande  hatte  sit^h  schon  das  Konzil  von  57G  beschäftigt,  indem  es 
durch  Canon  11  im  besonderen  verfügte,  daß  die  testamentarische 
Freilassung  von  Sklaven  oder  Sklavinnen  zugunsten  von  Kirchen, 
Klöstern  oder  Hospizen  nicht  von  den  Krben  angefochten  werden 
sollte.  Daß  solche  Maßregeln  notwendig  waren,  ersieht  man  aus 
dem  fünften  Schreiben  des  Patriardicn  Chrnanischo  einem  Appell- 
gerichtsurteil, in  dem  der  Patriarch  die  Freiheit  l  ines  (hirch  Testa- 
ment freigelassenen  Mannes  gegen  die  Erben  seines  Freilassers  vin- 
diziert. 

Unfreie  Personen  suchten  i^icli  gelegentlich  der  Sklaverei  da- 
durch zu  entziehen,  daß  sie  KlerikiT  wtirrh'n.  Hiergegen  wendet 
tick  Canon  12  des  Konzils  von  576  uiit  der  Verfugung,  daß  Frei- 
gelassene nor  dann  in  den  Klerus  aufgenommen  werden  sollen, 
wpnn  sie  ihre  Freilassung  durch  dne  Urkunde  beweisen  können 
und  ihnen  außerdem  ein  guter  Leumund  zur  Seite  steht. 

¥.H  muß  vorgekommen  sein,  daß  Besitzer  von  Sklavinnen  dirae 
zor  Prostitution  zwangen,  um  sich  durch  ihren  Verdienst  zu  be- 
reicbem,  oder  daß  sie  ilinen  alles  Nötige  zum  Lebensunterhalt  ver- 
sagten und  sie  auf  diese  Weise  zwangen  sicli  dtir«  h  Prostitution 
zu  ernähren.  Gegen  solches  Wi^elien  wendet  sicli  Canon  9  des- 
8*Mhrn  Konzils  von  576  und  bestraft  jeden,  <ler  sich  dessiolhen 
schuldig  macht,  mit  der  Exkommunikation.  Es  fehlte  wohl  fiir 
solche  Unsitten  nicht  an  Parallelen  in  dem  gleichzeitigen  byzantini- 
schen Reiche.  Theodosius  II.  verbot  im  Jahre  428  seinen  Unter- 
tanen ihre  Töchter  und  Sklavinnen  zu  prostituieren  und  befahl 
<(ie  Abschaffung  der  Steuer,  welche  der  Staat  bis  dahin  von  diesem 
Verkehr  erhoben  hatte.* 

Zins. 

Schließlich  erwähnen  wir  noch  dnige  Bestimmungen  betreffend 
das  Zinanehnien.  Die  alte  Kirche  verbietet  den  Klerikern  Geld  auf 
Zins  zu  verleihen.  Das  erste  nestorianische  Konzil  von  410  hat 
lieses  Verbot  vom  Nicänischen  Konzil  herübergenommen,  und  der 
Patriarch  M4r  Abha  hat  es  544  wiederholt.'  Es  ist  bemerkens- 
wert, daß  dem  Patriarchen  Dadhischo  (um  424)  von  seinen  Gegnern 
Toigeworfen  wurde,  er  verleihe  Geld  gegen  Zinsen.* 

*  ri.ititlschrift  der  Vattkanischen  Bibliothek  Siriaco  Borgiano  82. 

*  Vgi.  Tülemont,  Histoire  des  empereurs,  Quart- Ausgabe  VI,  (>l. 

*  Synodicon  a  2ß4  Caiioii  4  and  S.  558  Canon  21. 

*  Schon  in  frDherer  Zeit,  in  der  eraten  Hilfte  de«  4.  Jehriranderta,  er- 
lieht  der  oeteyriacAe  Kirchenvater  Apkrutee  den  gleidien  Vorwurf  gegen  s«ne 


94  Sachau:  Von  den  reditlidiea  VerhlltniaMB  der  Ghruleo  in  SaMnidenreidi. 

Etwas  cingt'licndrr  l)e^'(:haltigt  awh  mit  dieser  Materit*  der 
Patriarch  Jrsiijabli  I.  sowohl  in  seinem  Konzil  vom  .laiir<>  585  wie 
in  seinem  nieliri'acli  erwähnten  Sendstch reiben.  Er  wiederlioll  das 
Verbot  des  Ziuönehmens  für  Klt  rikcr.  t^ibt  aber  zu  verst^dieu.  daß 
die  Kindle  im  Verkehr  der  Laien  untereinander  aus  besi)n(ierer  Hfiek- 
si(dit  für  die  Armen  den  11  u  n ile rt  s t e n  der  Kirche  dulden  komu* 
und  latHätddieh  dulde. ^  Es  int  in  diesen  Texten  nielit  an«^egebeu.  für 
welclien  Zeitraum  diese  ^y.arocrr:  zu  bereehnen  ist,  ob  für  den  ^b»ii;it 
oder  lür  das  .Talir;  es  kann  aber  kaum  /.weil'elliaft  sein,  daL^  in 
(Übereinstimmung  mit  den  LegCi*  Constautini  Tlieodosii  Leonis  Kl 
§53  und  K  II  147  die  Berecbnuug  pro  Monat,  also  12  Prozent 
im  Jahr,  gemeint  ist.* 

Die  BerOhrnngen  zwischen  den  /ivilrechtlichen  Bestandteilen 
der  Konzilakten  und  den  Legea  ('(  i  s: mfiui  Theodosii  Lex)nis  siud 
nicht  sehr  rahlreicl»,  doch  aber  menies  Kraelitcus  jL^eiiiigend,  um 
zu  beweisen,  daW  in  wichtigen  Fragen,  wie  z.  B.  im  Intestaterbrecht 
der  Witwe  m  biMi  den  Kindern  (S.  1)0,  Abs.  1)  lokale.  prnvin7:i«le 
Verschiedeniieiten  zutage  treten,  daß  eine  Frage  des  Dotabtrbts. 
die  Pflicht  der  Tran  als  Legatarin  unter  gewissen  TTmständen  ihre 
cpspvri  mit  ihren  Kindern  zu  ti*ilen ,  in  den  beiden  Reclitsquellei) 
ganz  vers(diieden  beantwortet  wird  ,  daß  also  die  ostsyrische  nestoria- 
nische  Ciiristenlieit  sich  unter  der  Rerrseliaft  der  Sasanidenkoiiii:«' 
keineswegs  eines  eiriheitliehen  l)iirgerlielien  Rechts  erfreute. 
der  (rrundlage  der  Kechtsverseliiedenlieit  der  älteren  Zeit  baut  sieh 
die  ausgleichende,  unifizierende  Darstelbmg  der  .luristen  der  aiis- 
gehentlen  syrischen  Literatur,  des  Priesters  Elias  aus  Geddan,  d»*s 
späterem  Patriarchen,  und  seiner  literarischen  Nachfolger  (s.  Ebedjesn 
S.  24)  auf.  Indem  sie  sidi  rlle  Aufgabe  stellten,  aus  den  über- 
lieferten Herhtsquellen  ihrer  Nation,  wie  sie  in  verschiedeuen 
Provinzen  ilires  Vaterlandes  entstanden  waren  und  Geltung  i,^»- 
funden  hatten,  ein  einheitliches  Ue(!ht  herzustellen,  haben  sie  sich 
um  die  Erhaltung  ihrer  Nation  im  schweren  Kampf  fnit  der  um- 
gebenden islamischen  Welt  verdient  gemacht.  Dit  Kampf  um  das 
Dasein  war  fiir  das  Cliristentum  im  Islam  viel  schwerer  als  in  den 
Zeiten  der  zoroastrischen  8a^«anidenheri"sehaft :  in  letzteren  zeifftf 
es  eine  große,  jugendliche  Expnnsionskraft,  verbreitete  sich  über 
viele  Länder  trotz  aller  Verlblgungen  und  feindlichiu'  Gesetze, 


Q1aiibeiiag«n<MMn  (in  Homilte  14  §  2,  Übonetzung  von  6.  Bert»  8.  210) ;  gldch&Ilt 
dar  edflweniMhe  Oiidton  Audi  (a.  H.  Pognon»  Inscriptioi»  MandtftM  II,  196,  %), 

I  SynoJiron  S.  41J  Canon  10;  41B  Oanun  28;  412  Craon  15;  440  GMlOlil& 
»  Vgl.  »neb  £bedj«wi  Ii,  8  8.72  Kol.  l. 


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Sachau:  Yo«  den  recliUichen  VerhSitniasen  der  Christen  im  Sasanidenreieh.  95 

währead  es  im  Islam  zunächst  Millionen  yerloren  hat,  in  vielen 
Läudern,  wie  z.B.  in  Susiana  (Cbuatistan  oder  Aiiwäz) ,  Ostarabien, 
der  Persis,  in  Merw  restlos  verschwunden  ist,  nnd  sich  auch  dort, 
wo  es  als  Volksreligion  in  Tiompakten  Bevölkerungen  weiterlebt, 
außer  durch  Inzucht  nicht  vermclirni  kann,  da  das  rigorose  Geaetss 
des  Islams  gegen  A  postasie  die  Bekehrung  von  Muslims  sum  Christen- 
tom  unmöglich  macht 


Das  Gremischte  Handelsgericlit  in  der  Türkei. 

Unter  besonderer  Berücksiclitigiinu  des  (lemiscliU'n 
Handelsgerichts  in  KonstautiiiopeL 

Ein  Beitrag  zum  Kapitulationeiirecht  von  Dr.  Theodor  Werer. 


§1. 
Einleitung. 

Naeh  den  in  den  Lindern  des  tQrkiachen  Oriente  gdtenden ,  auf  Vertrag 
oder  Herkommen  beruhenden  und  unter  der  Bezeichnung  Kepitulationen- 
recht  zuaammengefiißten  besonderen  Völkerrechtsnormen  ist  der  ottomsui' 

sehen  Stants^'fMvalt  eine  Gericlitsholieit  über  Angehörige  dor  Iv  i[)itulations- 
staaten  im  allgemeinen  nur  dann  eingeräumt,  wenn  an  dem  Hecht>strcit 
ein  Ottomane  als.  Partei  bcteilij^t  ist,  d.  fi.  tiäcIi  HWichem  Sprachgebrauch, 
in  allen  p^fmi^cliU'ti  Pi-ozeßsachen ;  fehlt  es  an  einem  Interesse  des  Territorial- 
Staates,  sei  es.  daß  nur  Anajehorigf  eiiuis  und  desselben  fremden  Staalfjs 
oder  solciie  '/.Wides  udv.v  uie.iirerer  freaider  Siaaten  au  dem  Kecljt.sstreit  l>c- 
teiligt  sind,  .so  steht  die  Entscheidung  des  1  alles  unter  Au.s.schhiß  des  ein- 
heimischen Richters  allein  der  richterlichen  Behörde  des  jeweilig  zuständigea 
fremden  Staates  zu. 

Doch  auch  in  gemischten  Bechtsstreitigkeiten  «teilen  sich  der  freien 
Betitigung  der  einheimischen  Gerichtshoheit  auf  Orund  der  Vertrilge  er- 
hebliche Einschränkungen  entgegen;  die  ottomanisehe  Gerichtsbarkeit  ▼er» 
mag  —  von  einzelnen  besonders  festgelegten  Ausnahmen  abgesehen  —  nur 
unter  der  Bedingung  fUr  den  Auslinder  rechtswirksam  zu  werden,  dafi  hin' 
sielitlieh  der  Form  des  Verfahrens  gewi.sse  Anforderungen,  welche  die 
Conditio  sine  «pia  non  fur  dessen  Rechts'j;ültigkeit  bilden,  beobachtet  werden. 
Diese  Anforderungen  beziehen  sich  bekanntlich  einmal  auf  die  durch  die 
diplomatische  br.w.  konsularische  Heliüi'de  bei  der  RcchLspi-echuii;^  aus/.u- 
üLende  Mitwirknnj;  (Konsulara.s.sisteiJz  im  weiteren  Sinne),  sodaun  al>er 
insbesondere  auf  das  wichtige  Privileg,  alle  zwischen  Ottomanen  und  Aus- 
Ui^em  entstehenden  Ptazesse  von  gewisser  Bedeutung  vor  das  Forum 
eines  Sondergerichtshofes  au  bringen,  an  welchem  auch  Angehörige  der 
Kapitulationsataaten  als  Richter  fungieren. 


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Wkbkk:  Das  Geuibclito  Handelsgericht  iu  der  Türkei.  97 

Dieses  U't7.ti?pdachte  Privileg  ist  es,  dem  das  Gemischte  Handels- 
gericht (Maiiki  ine-i-tidscharet  iniiclitelit  medschlissi,  im  VoUcsmunde  auch 
kurzweg  'l'idscharet  genannt)  sein  Bestehen  verdankt. 

Bei  den  reiben  llandelsverbindunijen  des  Orients  mit  dfi-  enrnpaischen 
iieschaflswelt  bedarf  es  hier  keines  bes(UHlen-ii  Hinweist-s  auf  die  wichtige 
und  einzigartijjf*  Stellung,  welche  dieses  (Icriclit  im  Reclitsleben  der  Le- 
vante einninmiL  Bi.s  auf  weni<;e  Aiisuaiinien  von  geringerer  Bedeutung 
atisiichließlich  dazu  berufen,  nicht  nur,  wie  aus  der  Bezeichnung  des  Ge- 
richts vidleichc  geschlossen  werden  kömite,  in  handeterechtliehen,  sondern 
«ich  in  rein  bürgerlichen  Rechtsstreitigkeiten  das  Urteil  zu  sprechen,  ver- 
bindet das  gemuchte  Gericht  mit  der  Erftlllung  dieser  wichtigen  Aufgabe 
auch  die  Verfolgung  des  weiteren  idealen  Zieles,  r.ur  Beseitigung  der 
C^enaXU&e  beizutragen,  welche  ti-otz  aller  türkischen  Reformgesetcgebung 
mohammedanische  und  abendländische  Rechtsanschaunng  noch  immer  viel* 
fach  unversohnbVli  voneinander  trennen. 

In  der  nachfolgenden  Abhandlung  soll  nun  rbf  Versuch  unternommen 
«erden,  die  Entstehung,  Entwicklung  und  heutige  Cie,sta!tiinf7  des  Ge- 
(ni.schten  Handelsgericht,«?  Hner  zusammenhängenden  Darstellonu  /u  unter- 
werfen. Die  Seh\vieri;;keit  der  Bf^schaOuiig  des  erforderlichen  Materials, 
das  liäuGge  Fehlen  aller  authentischen  Quellen,  die  Notwendigkeit,  sich  viel- 
fach nur  auf  mehr  oder  minder  schwankende  Gebrüuche  oder  gar  auf 
nifindliche  Überlieferungen  verlassen  ai  müssen,  haben  die  I.fOsnng  der 
gestellten  Aulgabe  ersdiwert.  Auf  erschöpfende  Behandlung  des  Stoffes 
wagt  der  Verfasser  daher  keinen  Anspruch  zu  erheben. 

Dieser  eigenartigen  Institution  des  Völkerrechts  geböhri  aber  nicht 
nur  die  Beachtung  aller,  die  sich  aiLs  beruflichem  Zwange  oder  wissen- 
schaftlichem Antriebe  mit  dem  Studium  des  Kapitulationenrechts  näher  be- 
fassen mri.<«sen;  sie  venlient  mit  Recht  auch  in  weiteren  Kreisen  und 
namentlich  gerade  bei  dem  in  der  Türkei  angesessenen  fremden  Handels- 
stande lebhaftes  Interesse.  Die  Verüflentlichung  diesj>r  SnnÜc  audi  in  ihrer 
;;egenwartigpn  (iest.ilt  dürfte  daher  einen  zeitirtMiiüßen ,  \v<'iin  auch  be- 
.scbeideneu  Beitrag  zur  l\.t;nntni.s  des  Kapitulaiioneni  echt.s  lit'ft;rn. 

Es  sei  indessen  gleich  hier  ausdrOcklich  betont,  daß  die  vorliegende 
Arbeit  nicht  den  Zweck  vm^olgt,  eine  systematische  &hilderung  des  vor 
dem  gemischten  Gericht  zur  Anwendung  kommenden  gesamten  materiellen 
und  prozessualen  Rechts  zu  geben';  lediglich  die  auf  Vertrag,  Herkommen 
oder  Gesetz  beruhenden  Grundsätze  und  Einrichtungen ,  welche  dem  Gericht 
den  Charakter  eines  Sondergerichtshofes  verleihen,  sollen  im  folgenden 
nähere  Berücksichtigong  finden* 


'  Ii)  dieser  Hinsicht  mag  zur  weiteren  Orientiening  hingmsii  seti  werden  aaf 
die  ansfnhrlirho  Darstellung  des  tOrkischen  Zi\ ilproze.sses  von  Dr.  Ivan/i,  -Daj?  Ver 
f^hrffii  vor  «ifii  Zivilporirhten  des  Tflrki.schfn  Rfirlips-.  Wien  iS*(Jt»,  sowie  mit'  dm 
Aafsiau  des  Salonikor  Ad\oLaten  Salem  in  dem  Siiiiunelwcrkc  von  Le.Hke  und 
Ldwoifdd.  »Die  Rechtsverfulguug  im  internationalen  Verkehr«. 


MiU.  d.  Sem.  f.  Orient.  bpr»ciiea.  1907.  II.  Abt 


98 


Wkbkb:  Da«  Gemischte  Uaudebgericlit  in  der  Türkei. 


Teil  I.  Entstehung  und  Entwioklong  der  gendsohten  Gerichte. 

§2. 

Die  Kapitulatioben.   Die  Rechtsprechung  vor  1848. 
Die  Duanekomniissioneii. 

Bis  zu  der  um  die  Mitte  des  vorigen  .laliriiiinderta  eiusetzenden  all- 
gemeinen Justi^relurui  ist  es  bekanntlicli  das  niubaiiimedaiiische  Uecltt 
(Scheriatrecht),  welches  ausschUeßltcb  die  Rechtsprechung  ta  der  TQrkei 
beherrscht  Auf  der  streng  rellgidsen  Basis  des  Korans  and  der  Siinna 
beruhend,  ist  es  seiner  eigenen  inneren  Bestimmung  nach  nur  filr  die  Be- 
kenner des  Islam  geschaffen  und  daher  auch  in  erster  Linie  nur  auf  die» 
anwendbai*.  Diesem  der  Scheriatlehre  wesentlichen  Prinsip  der  Personstitilt 
des  Rechts  ist  e-s  zu/.uschreiben,  daß  die  nicht  dem  Islam  angehörenden 
Religionsgemeinschaften  des  Orients  auch  nach  der  osmanischen  Eroberung 
ihre  eigene,  von  früher  überkommene,  (hircli  besondere  Orfjane  ausfifübte 
fierichtsbafktMt  unter  türkischer  iierrschaft  ungeliindert  beibehalten  nn<l 
weiter  ausbildt  ii  konnten.  War  aber  schon  den  Untertanen  der  Pforte  in 
weitem  Maße  sclhständige  Jurisdiktion  cin^tMäuint,  so  erscheint  es  niclit 
weiter  belVcuulcnd,  sondern  geradezu  als  uatürliclie  Folge  der  islamischen 
BechtsaufTaäsung,  daß  auch  die  von  alters  her  in  den  Haupthandelsplitzee  der 
Levante  angesiedelten  Fremdenniederlassungen  in  ihren  inneren  Angelegen, 
heiten  vollkommene  Autonomie  besaßen.  In  eigenen,  durch  besondere  Einfrie* 
digung  von  derTurkenstadt  geschiedenen  Quartieren  angesiedelt  und  hierdurch 
schon  äußerlich  als  selbständige  Gemeinwesen  gekenmdcbnrt,  genossen  die> 
adben  in  Wirkliclikeit  alle  Vorrechte  der  Exterritorialität.  Was  insbesondere 
die  Rechtsbe7.iehimgen  /.wischen  Angehörigen  eines  und  desselben  Staaten 
oder  zwischen  Angehörigen  verschiedener  fremder  Staaten  untereinander  be- 
trifil,  so  kümmerte  sich  der  Territorialitntsstant  i:m  deren  Kecelnn«^  nicht 

Krst  <lnnn,  wenn  Interessen  tier  ri^cnen  rntertanen  in  Fra^e  kann  u. 
Iii  ilen  stjgen.iiinlen  i:<'niisc!ilen  ReTlit>streiugkeiLen ,  mußt«'  für  die  in'iiVudi.scIir 
Staatsgewalt  das  juaküsclie  Bedürfnis  entstehen,  sicli  der  Oitinung  dieser 
Verhältnisse  anzunehmen. 

Solange  Handel  und  Verkdir  sich  in  verMltnism&ßig  einfachen  Formen 
abspielten,  wie  dies  xur  Zelt  -.des  Abschlusses  der  ersten  Kapitulationen 
noch  der  Fall  war,  hatten  natui^emäß  auch  die  rechtlichen  BeKiehungen 
zwischen  Einheimischen  und  Fremden  geringere  Bedeutung,  RechtshSndel 
waren  selten  und  mehr  primitiven  Charakters.  Zu  ihrer  Entscheidung  be* 
durfte  es  keiner  aiisitihrlichen  Kee!itsnormen  grundsätzlicher  Art.  Es  ge- 
nügten \ielmehi'  einige  \\eni<;e  Abmachungen,  welche  lediglich  die  möglichst 
praktische  Erledigung  des  Koniliktes  bezweekten.  in  diesem  Sinne  siml 
die  auf  die  Hrilemtnt:  der  iiemiscbtcii  Pio/esse  abzielenden,  im  wesenÜidieD 
überall  gleicldruiti  iidrn  1  icstitumungen  der  TraktHte  aufzufassen. 

Wenn  wir  nun  den  Inhalt  dieser  \"ei  ira-isliestininiungen  in  Kürze 
hervorheben  sollen,  so  lassen  sich  insbesondere  drei  überall  wiederkehrende 
Hauptr(>geln  aufstellen. 


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« 


Wkhkm  :  Das  Gcniisclite  Handelsgericht  in  der  Tflri<ei.  99 

t)ie  Kntscheidunp;  gemischter  Rechtsstreitigkeiten  erfolgt  durch  die 
Organn  Aes.  Tprritorialstaatej?  und  diejenigen  des  betreffenden  fremden  Staates 
f»emeinsrliari!icli ,  und  zwar  in  der  Weise,  daß  die  einheimische  Behörde  zur 
Anh«!nini;  and  Aburteilung;  des  Streitfalls  nur  in  Anwesenheit  und  mit  Zu- 
sUmniun«;  des  VerUelei  s  der  IVcuiden  Schut/beliönle  i.chreiten  darf. 

Gemischte  Prozesse  sollen  jedesmal,  wenn  der  Wert  des  Streitobjekts 
eine  f;ewia8e  Summe  (in  den  Iltereii  Vertrigen  meist  2  000  bis  4  000  Asi)er, 
spater  500  Plaster)  übersteigt,  nicht  vor  den  «mA  ordoungsmlB^f  daxu  be- 
rufenen tOrktsciieo  Behörden,  sondern  auf  außerordentlichem  Wege  vor  dem 
Kaiserlichen  Divan,  oder,  wie  es  in  den  neueren  Kapitulationen  heißt,  vor 
der  Hohen  Pforte  zur  Entscheidung  gelangen,  welche  sieh  diesbezQglich 
von  Fall  zu  Fall  mit  der  betreffenden  fremden  Vertretung  ins  Elinvemehmen 
au  setzen  halten. 

Hinsichtlich  des  anzuwendenden  Verfahrens  wird  leiiinlich  bestinunt, 
(lat3  der  Zeugenbeweis,  dasjenige  Beweismittel,  ilcni  gerade  das  iScheriat- 
recht  den  weitesten  Spielrfuun  gewahrt,  nuPer  (icltiMii:;  zu  bleiben  hat; 
allein  der  Beweij;  ilui  cli  Trkunden  ist  in  gemisi-Iiten  Pio/.cLVsaclien  zuIiLssig". 

Diese  Bestimuunigen  in  ihrer  knappen  I-  asi»ung  bilden  noch  heute  die 
vertragliche  Gnmdlage  f&r  die  Behandlung  gemischter  Prozesse.  Garade  ihre 
Knappheit  aber  ist  fQr  deren  Beurteilung  beaeicfanend:  sie  spricht  vor  allem 
gegen  die  Annahme,  als  aeien  die  vartragschließenden  Teile  l)ei  der  Verein» 
bamng  dieser  Bestimmungen  von  der  Absicht  geleitet  gewesen»  auf  Grund 
streng  rechtlicher  £rwigung«i  eine  allgerndne  und  erschöpfende  LOsung  fttr 
die  Frage  zu  finden,  in  welcher  Wrlse  die  Erledigung  gemiseliter  Prozesse 
in  Zukunft  zu  erfolgen  habe.  Der  durch  die  Kapitidationen  eingeschlagene 
Weg  war  vielmehr,  wie  bereits  oben  angedeutet  wurde,  lediglich  durch 
praktische  Rücksichten  vm  L'*''/eii  hnet.  Die  Bestrehtmgen  waren  darauf  ge- 
richtet, an  Stelle  des  cinlieiuuschcn  bzw.  auslamlisehen  Richters,  welche 
infulg»^  des  damals  die  Rechtsanschauimgen  behei  rsclienden  I'ersouaUtüts- 
prinzi]>s  beide  an  und  für  sicii  zur  Ausübung  der  (Jerichtsbarkeit  über  An- 
gehörige des  fremden  Staates  nicht  befugt  waren,  ein  neutrales  drittes 
Forum  zu  schaffen  und  hiei'durch  den'  tatslchlich  bestehenden  negativen 
Korapetenzkonflikt  in  mugliclist  dnfiusber  Weise  aus  der  Welt  zu  schaffen. 


>  Vgl.  hierüber  im  eimalnen  die  K^tnlatlMien  mit: 

ö«tcrreic?i  von  1718,  Art.  5,  von  1615,  Art.  29,  von  1747,  Art.  4; 

Großbritannien  von  1583,  Art.  9,  von  1675,  Art.  15  ,  24  ,  54  ,  69; 

Dänemark  von  175(3,  Art.  10; 

Belgien  von  Iboh,  Art  8; 

Spanien  von  1782,  Art.  5; 

den  Vereinigten  Staaten  von  1830,  Art.  4; 

Fnuikreich  von  1535,  Art.  4,  von  1673,  Art  12,  von  1740,  Art.  26,  41,  69; 

deni  Königreich  der  beiden  Sizilien  von  1740,  Art  5; 

den  Niederlanden  von  1680,  Art.  6; 

Preußen  von  1761,  Art  5; 

Roßlami  von  llüd,  Art  9,  G3,  64; 

Schweden  von  1737,  Ait  6. 

7* 


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1(10  Wkueb:  Das  GemiscliU;  Handclsgericlit  in  der  Türkei. 

Man  hat  sicli  hierbei  nicht  Äuf  den  vielleicht  nahelie^pndeii  Aiisw  - n  ,fQ. 
einigt«  nnvh  dein  Gniiidsat/.  >actor  sequitur  forum  rei-  den  liiciiUr  des 
jcdcsmalij^cn  Heklagtei)  ttir  x.iiständig  zu  erklären,  ein  Weg,  w'w  ihn  hci- 
.spiels\\  pisf  die  i:f>mi'<('htf>  ("Irrii'litsliarkeit  in  Ägypten  beschritten  hat. 
Lüsiinu  lirst.iiid  liiri  \  iclineiir  darin,  daß  man  eine  geineinsehaftltrh*»  Knt- 
Nclieidnng  tlei  L;rtiii.sc!ii(  n  I'ro7.e*tse  diircli  lierufene  Organe  der  l»eidei>t'iti- 
gen  Staaten  veit'iubarle.  Zu  be.achten  ist  dabei,  daß  auf  türkischer  Seite 
durchaus  nicht  aUein  rieiiterüehe  Beamte  zuständig  waren;  in  allen  Sache© 
von  gr&ßerer  Bedeutung  lag  die  EnUtcheidung  vielmehr  beim  Kalaeriichen 
Di  van,  bsw.  der  Hoben  Pforte,  also  nicht  bei  einer  Gerichts»»  sondern 
einer  Verwaltimgsbebörde.  Über  das  zu  fallende  Urteil  mußte  mit  dvm  be- 
treffenden fremden  diplomatischen  oder  konsularischen  Vertreter  von  Fall 
zu  Fall  eine  Verständigung  erzielt  werden.  Man  verfuhr  hierbei«  die»  darf 
nach  Lage  der  Sache  mit  Sicherlieit  angenommen  werden,  nicht  ausschruMJ- 
lich  nach  inlündischeni  Hecht,  d.  h.  nach  den  Grundsätzen  des  Scherial. 
sondern  man  suchte  tunlichst  nach  freiem  Ermessen,  ex  aequo  et  bono,  eine 
gerechte  Hnt^chcidiiriLr  zu  treffen.  Nur  um  den  schlimm.sten  Mißbrriuchen. 
welche  (h'Ui  \  ci  iVihren  vt)r  dem  gcislliclK  ii  Hiclit'  r  anhafteten  .  wirk^a^u  vor- 
zubeugen, wui'if  vertraglich  iirsdiMlcis  vereinbart.  ilaB  eine  an<lere  Form 
der  Heweislührung ,  als  diejenig«*  durch  Urkunden,  im  gemischten  Prozeß- 
verfahren nicht  zuzulassen  sei '. 

Nach  der  heutif^en  Lehre  gilt  es  als  allgemein  anerkannte  Regel  des 
Kapitulationenrechts,  daß  alle  Prozefisachen ,  an  welchen  Ottomanen  und 
Ausländer  beteiligt  sind,  grundsatalieli  zur  Zuständigkeit  der  einheimischen 
Gerichte  f;ehriren,  die  allerdings  nur  unter  Hinzuziehung  des  Dragomans 
rechtsgrdtig  entsrlieiden  können.  Die  Richtigkeit  dieses  Satzes  läßt  sich 
zwar  nicht  bestreiten.  Indessen  ergibt  sich  die  geltende  Auffassung  nicht 
unmittelbar  atus  der  Auslegung  der  fraglichen  V'ertragsbe^stimnningen,  sondern 
hat  sir!)  im  weiteren  V»M-lnuf  der  Kntwirkhing  gewohnheiLsrechtlich  hernus- 
g«rbiitiet  Gerafle  die  (leschichte  des  grüiischtrn  (ierieht.«  und  seiiin  /.n 
sanuncnsetzung  ist  vor  nllem  geeignet,  uns  den  ursprüngiiciien  Sinn  «ier 
Kapitulationen  klar  vor  .\ugen  zu  fidn-en. 

So  mangelhaft  jene  \'erti'agsbestimmungen  uns  heute  erscheinen  mögen, 
den  praktischen  B«lüriiilssen  der  ersten  Zeit  werden  sie  genügt  haben. 
Erst  mit  der  weiteren  Zunahme  der  Handelsbeziehungen  zwischen  Orient 
und  Okzident  und  der  damit  Hand  in  Hand  gehenden  Vermehrung  der 
Frenidenniederlassungen  in  der  Türkei,  wie  sie  namentlidi  das  19.  Jahr- 
hundert mit  sich  brachte*  mußten  die  Berührungspunkte  der  fremden  Kauf- 
leute mit  i\cr  einheimischen  Bevölkerung  allmrddich  zahlreicher  werden,  die 
gegenseitigen  Rechtslieziehungen  infolgedessen  immer  verwickeitere  Formen 
annehmen.  Die  in  den  Kapitulationen  vorgesehene  Art  der  Erledigung  der 
nii<rhtt  n  RrchtNstreitigkeit^'ii  konnte  «b-n  wnrhsenden  Bediirfnis'^en  pines 
regeren  llandelsverkehra  nicht  uichr  genügen:  je  mehr  sich  die  modernen 


'   Vgl.  hierüber  die  trcHciideii  AusiüldUiigen  von  Pelissie  de  Hati.>4itö,  -Le  Rc- 
giiue  des  Capitulations-  Bd.  I,  8.20311'.  (Paris,  Artlmr  liuusseau,  t^ditours,  1902). 


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Wsbkb:  Dm  Gemischte  Haodelsgeridit  in  der  Türkei.  101 

Reclitsbegriffe  auch  im  Orient  Eingang  verschafften«  desto  fllhlharer  machte 

sich  der  Mangel  eines  geordneten  Gericlitswesens  luul  eiin  <  regeltnXfiigen 
Pruxeßverfahretis.  Eine  weitei-e  notwendige  Folge  dieser  Kntwieklung  war. 
(laß  jene  ursy)riinglicli  aLs  Wohltat  gedachte,  a!)er  iimstandliclie  X'orselirift, 
uf'rhe  alle  wichtigeren  gemischten  Pro/.e.sse  zur  KriNclieidiing  in  die  H;iii|»t- 
>i:uil  verwies,  mit  der  Zeit  als  Last  empfunden  uiiiih-  und  man  sich  ii.ifh 
neuen  Wegen  umsali,  um  eine  schiu  Uci c  Krlcdiirruiii  der  in  den  Prox  in/cn 
eutütelienden  Uechtsstreiligkeiten  wumughch  an  Oil  und  Stelle  herhei/.ululiren. 
Das  Bed&rfhis  nach  einer  Beschleunigung  des  X'erfahrens  mußte  sich  aber 
namcDtlieh  in  Handels-,  See-  und  Weehaelsaehen  geltend  machen. 

Bis  auf  diesem  Gebiete  die  Gesetzgebung  dea  Staates  eingrilT,  blieb 
es  der  Praxis  ilberlassen,  sdbst  die  geeigneten  Mittel  auafindig  zu  machen. 
Hin  in  mogliehst  schneller  und  einfacher  Weise  sich  den  nötigen  Reclitsschutz 
zu  ver-^rhaffen.  Ks  war  natürlich,  daB  die  Wege,  die  man  zur  Erreichung 
dieses  Zieles  einschlug,  vielfach  niiseinandergehen  mußten.  Besondere  ört- 
liilie  V  erhältnisse,  Umstände,  die  in  der  Person  der  Beteiligten  begründet 
waiTn,  wirktt'ii  hierbei  bestinnnend  mit.  Handelte  e.s  sich  beispielsweise 
dnriim,  dit-  F(uderung  des  nns!:iiii]is(lien  (iläubigers  vom  ottomanischen 
Scliuldrier  fi n/ut reiben ,  so  mag  hiiulit;  die  Wrmittliing  dei*  ♦•irdifinjischen 
Vcnvailuiig.sUeliörde  den  gewunsehlcu  Krfolg  gehabt  haben,  wobei  alkidings 
fiir  das  Ergebnis  Eiutluß  und  Geschicklichkeit  des  fremden  Konsuls  mit  in 
erster  Linie  maßgebend  sein  mtißten.  Sofern  nicht  mohanimedanische  Unter- 
tanen der  Pforte  in  Betracht  kamen,  wird  auch  manchmal  die  Anrufung 
derdensdben  Qbei^ordneten  geistlichen  Behörde  einen  wirksamen  Druck  auf 
den  Schuldner  ausgeübt  haben.  Vor  allem  aber  bildeten  die  mit  gewissen 
gerichtlichen  Befugnissen  ausgestatteten  Organe  der  einheimischen  beruflichen 
fienossenschaften  (Beratlis,  Zfinfle ')  geeignete  Instanzen,  welche  kraft  der 
ihnen  über  ihre  Zunfigenossen  eingeräumten  Gewalt  leiclit  i-;  Lai^e  waren, 
diPM-ü.nn  ziu"  Regelung  ilü-ei-  bindliehkeiten  an/uhaiteii.  Hef;uul  ^icli  dn- 
^egen  der  Ausländer  in  der  KoUe  des  Beklagten,  so  ließ  aiirli  der  Iretrell'eniie 
Konsul  anf  Anrufen  seitens  des  Klägei-s  seine  Mitw  irkiing  eialreteu,  um  auf 
sMißergerichtliciiem  Wege  eine  Erledigung  des  Streitfalls  herbei%urühren. 


*  lufolge  der  in  der  ersten  Mnlfte  des  vorigen  Jahrluinderu  bei  den  fremden 
diplomatischen  Vertretongen  mißbräuchlich  eiitstaudeueu  Sitte ,  ihren  Schatz  auch  auf 
Untertanen  der  Pforte  auazttdetinen,  genossen  tatsichlieh  viele  Einheimische,  nament- 
Kcfa  wohlhabende  Kaufleute,  die  sonst  lediglich  den  Ausliindern  zustehendon  Vor- 
rechte. Uni  diesem  Mißstande  ein  Ende  zu  bereiten,  entschloß  sich  die  tOrkiscbe 
lU'gienHi'.^  in  den  dreißiger  Jahren ,  angesehenen  einlieiniiM'lieii  Kauf  leuteii  gegen 
i:^itriL-titujig  einer  erheblichen  Gebühr  gewisse,  denjenigen  der  Ausländer  analoge 
Rechte  2.U  verleiben  und  ihiicn  hicrflbcr  eui  -Berat-  gcniuuites  Patent  m  erteilen. 
Ke  Inhaber  dieser  Patente,  die  Beratlia  oder  Beratairea,  besaßen  eine  eigene  Or- 
ganisation, deren  oberste  Behörde  die  Ranzlei  der  Beratlis,  Chanedlerie  des  Bera- 
taire«,  genannt  mirde.  Sie  bestand  aus  drei  Mitgliedern  und  flhte  ausgedehnte 
richtcriirhe  Befugnisse  nm.  Vir!,  ^nvvas  Pnscha,  «Le  Tribunal  Musnhnaii- ,  S.  fiS  (!'., 
sowie  Youtig,  -Corjjs  de  i>ruit  Ouoin.ui- ,  Bd.  I,  S.  "224,  deitöen  Angaben  aber  an- 
scheinend uur  ,iui'  die  Savvasschc  Quelle  zui*Qckgchcu. 


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102 


Wun:  Dm  Gemisdite  Handebgeriehi  ia  der  Tfirk^ 


Diese  Koi  iii  tier  i'rozrßcrUnliiiiaig  cniiatigelte  iiulos  (lei"  i'rfurdtM  liclu  ii 
gerichtlichen  Autorität.  Da  die  Gerichts!»ewalt  allci  diei>er  Iii.sUuutu  vou 
Haus  aus  sich  nur  aal"  eine  der  streitcudei»  Tarteien  iinbedingt  geltend- 
machen konnte,  auf  die  andere  aber  nur,  sofern  sich  dieselbe  der  fremden 
Oerichtsbarktit  freiwillig  unterwarf,  so  ließ  sich  nicht  vermeiden,  daß  man 
in  vielen  FSUen  dennoch  zur  ultima  ratio,  dem  Appell  an  die  Zentralbehörde, 
seine  Zuflucht  nahm. 

Indessen  gab  ea  ttkr  die  Erledigung  der  gemischten  Prozesse  noch 
ein  Forum,  welchem  man  infolge  seiner  besonderen  Zusammensetzung  all- 
seitig schon  früli  die  AuUirität  eines  Gerichtshofes  eher  eitr^uräumen  geneigt 
war.  Diese  (it  richtsbildung,  welche  dieser  all^^etneinen  Anerkennung  auch 
ihre  größere  Lebensffdiij^lccit  zu  verdanken  hat,  war  dazu  berufen ,  V'nr- 
iäui'er  der  heutigen  gcrnisrf^tpn  (tenehte  zu  werden.  Wir  ineinen  die  Duane- 
koinn)ii».si<)n(Mi ,  ('(»nuais^ions  (iouaiiii-rt'.s. 

In  den  Sti  i'itsarlien ,  w  elche  insbesondere  Kragen  des  H.iiideljj-,  Wccliscl- 
und  Seerechts  zum  Gegenstände  hatten,  büi-gertc  sieli  nünilich  in  den  Haupt- 
handelsplätzen  der  Levante  dks  Sitte  ein ,  dermi  Erledigtuig  einem  Koltegium 
zu  Überlassen ,  welches  aus  sachverstSndigen  Laien  unter  dem  Vorsitx  des 
ZoUdirektors  bestand.  Die  Vorsteher  der  Zollimter  in  der  TQrkei  galten 
infolge  ihres  Amtes  ala  mit  den  Handelagebriiuchen  ihres  Platzes  am  besten 
vertraut  und  waren  außer  an  gewissen  Akten  der  freiwilligen  GerichlsbarkeiL 
wie  Aufnahme  und  Zustellung  von  Protesten  usw.,  auch  zur  Ausilbinig  der 
streitigen  Ckm iiditshnrkeit  befugt.  Die  ttaufiBiSanischen  Sacbverstftndigen, 
die  dein  Zoildirektor  i)ei  d«'r  Urteilsfindung  zur  Seite  standen,  gingen  aus 
der  Zahl  der  ansässigen  H.nuIcUreibenden  hervor.  Näheres  über  die  Ar! 
IhitT  lieruAmg  ist  nicht  niierlielert.  In  d^'Il  Orten,  wo  die  lU-ratlis  eine 
lestf  ( )rganis:itii»ii  besaßen,  was  wir  beziiglicli  der  liauptliandelsstädte 
der  l.evaiiie  voraussetzen  dürfen,  wird  in  erster  Linie  die  Chaucelleric 
des  Berataires  bei  ihrer  Ernennung  mitgewirkt  habend  Das  Verfahren 
vor  den  Duanekommissionen  war  durch  keinerlei  gesetxUche  Vorachriftm 
bestimmt;  alles  war  den  mehr  oder  weniger  feststehenden  Gebrauchen 
überlassen. 


1  Vgl.  Hassan  Fehmi  in  sehter  Abhandhing  Ober  das  Völkerrecht  S.d<2; 
Savvas  Pa.scha,  a.a.O.  S.  53iF. ;  Young,  a.a.O.  S.  240  gibt  .ni,  daß  die  F'nt- 
stuliung  der  I)aaiiekommi.s.<4ioiieii  eine  Folge  der  Reformen  von  1S3*>  sei.  Ks  lie^l 
aber  hier  aniicheinend  eine  irrtilmiidie  Verwechsloug  mil  den  späteren  Handel»- 
gericliteu  vor.    (Siehe  uuteu  §  3.) 

Es  sd  hier  noch  endUmt,  daß  die  Rolle  des  Zolldirektor»  als  eines  mit 
riefaterlichen  Befagnissen  ausgestatteten  Beamten  kerne  neue  Erscheinung  im  Orient 
war.  Bereits  die  im  15.  Jahrhundert  zwti«c}ien  den  italienischen  .Stadtrepubliken  und 
den  Harbarcskenstaaten  abgeschlossenen  Kapitulationen  keniK^ii  cuic  n«  iiilit.s!i;irkcit 
de.s  Duancdirektors,  namentlich  in  Prozessen  zwischen  Mohammedanern  und  ('liristcn. 
mögen  diese  Eiubeiuiische  oder  auch  Ausländer  gewesen  sein,  und  darüber  hiuaiu 
noch  in  Reehtshindeln  zwischen  Untertanen  verschiedener  christlicher  Staaten  unter- 
euiaader.  Siehe  Niheres  hierfl1»er  bei  Martens,  'Das  Consnlarwesen  und  dieConsolar- 
jurisdiction  wi  Orient-  S.  121,  Iä2,  156  E 


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Weekr;  Das  Gemischt«  Handelsgericht  in  der  Türkei.  103 

Ein  in  ähnlicher  Weise  zu,sammenge,setzte.s  Ciericht  ht^taiid  für  die 
$l>e/.iell  seerechtlichr  n  StrettsacUen  bei  der  Hafenbehurde  unter  Vorsitz  des 
obersteu  Hafenbeamten. 

Die.^e  Einriclitiing,  welche  diiroli  die  Beteiligiintr  sarhvtM-standii^e^r 
Laien  die  Mögliclikeit  ^e^väh^te,  «lie  Rechlsjirrchunjj  in  eincui  den  miidcnicn 
Arir«>rJcrui»j;en  besser  angepaßten  Sinne  zu  beeinlliisseii,  erfreute  6ici»  weit- 
gehender BeliebUieiU  Auch  die  ausländischen  llandeUkreise  unterwarfen 
«eil  gern  der  Gerichtsbarkeit  der  Diianekommissionea.  Sie  taten  dies  um 
80  bereitwilliger,  als  Ihnen ,  neben  der  Dragomanassistenz,  anscheinend  ohne 
weitere  Schwierigkeiten  außerdem  die  Befugnis  eingerilumt  wurde,  in  den 
«ie  angehenden  Prozessen  auch  sadiverstlndige  Beisitzer  fremder  NaÜonalitSt 
an  dem  Verfahren  teilnehmen  zu  lassen. 

Auch  nber  die  Form  der  Prozedur,  wie  sie  vor  den  Kommissionen 
in  dieser  gemischten  Beset/nni^  zur  Anwendung  kam,  sind  genauere  Nach- 
ricliten,  wenigstens  soweit  das  dem  \*r'rfnsser  bekannte  Material  reirlit. 
in'ute  nicht  nit  ln-  vorhnndpn.  F.iiu-  lorrnelle  Regflmv^  der  fraglicJjeu  \  er- 
lültnisse  hnt  jfdt'nialls  nie  staltgcl'imden.  Maßg»'K»  ii(!  waren  allein  tjbungen 
und  Gebräuche,  wie  sie  sich  an  den  einzelnen  Orten  im  Laul'e  der  Zeit 
herausgebildet  hallen. 

Was  insbesondere  die  Anzahl  der  am  Prozefiverfabren  beteiligten 
Laienrichter  und  die  ihnen  hierbei  zustehende  Rolle  betrifft,  so  fehlt  es 
auch  hier  an  festlegenden  Bestimmungen.  Das  eine  wird  aber  mit  einiger 
Sicherheit  vorausgesetzt  werden  können ,  daß  das  natfirliche  Bestreben  dahin 
j^ng,  die  Zahl  der  am  Prozesse  teilnehmende  ausl&ndischen  Richter  mit 
deijenigen  der  einheimischen  Gerichtsmitglieder  möglichst  in  Gleichgewicht 
zu  eriialten;  auf  die  Gesamtzalil  der  jedesmal  fimgieremlen  Beisitzer  wird 
es  weniger  angekommen  sein.  Ihre  Aufgabe  bestand  ursprüii^lidi  nni-  il  n  in, 
dem  Zolldirektor  bei  der  ProzeBentscheidung  mit  ihrem  sjichvi  istiiixhi^cn 
Gutachten  die  Urteilsfäüung  zu  erleiehtern.  Ihre  Sliuune  war  dalicr  i-ine 
t»Hli|i;lich  beratende.  Indessen  lag  es  in  der  Natur  der  Dinge  begriindet,  daß 
der  Zolldirektor,  wenn  er  sich  einer  Sjialtung  in  den  Ansichten  der  Beisitzer 
gegenüber  sali,  schon  aus  OpportunitätsgrÜnden  und  um  seinem  Spruche 
die  erforderliche  Autoritit  zu  sichern,  zu  dem  nahell^enden  Ausweg  ge- 
grilTen  haben  wird,  sich  dem  Gutachten  der  Mehrhdt  anzuschließen.  Die 
tildehlichen  Verhiltnisse  föhrten  dalier  notwendig  dazu,  daß  aus  der  anfangs 
Dur  beratenden  allmShlich  eine  entscheidende  Stimme  sich  entwickdte. 

Die  .\nwmnheit  eines  \'ertretcrs  der  fremden  Sclnitzbehdrde  wlUirend 
lies  Veifahrens  war  gemäß  den  Kapitulationen  unerläßlich. 

Für  die  \'ollstreckung  der  ergangenen  Kntscheidungen  sorgte  die  der 
iiiilerlegenen  Partei  Vf)r^'»>setzte  Behörde,  d.  h.  je  nach  deren  Nnttnnnlitat 
fOtwifler  die  tiirkisehe  \'erw.iltungsbehr»rde  oder,  falls  es  sich  um  einen 
Aiisläiulcr  handelte,  der  betreftende  Konsul.  Da  aber  ilie  Kntschei<lungen 
der  Uiianekonunissionen  der  zwingenden  Ktxhthkraft  entbehrten,  lag  eine 
Verpllichlung,  die  Exekution  dei.selben  zu  bewirken,  in  keinem  Falle  vor. 

Verfrliren  vor  den  Duanekommisslonen  wies  unter  den  eben  dar- 
gel^D  Umst&nden  erhebliche  Mängel  auf.    Das  Fehlen  einer  modernen 


104  Wkbkb:  Das  Gemischte  Haadeligericitl  in  d«r  TärkeL 

GeMtxeskodifikaUoo  mußte  den  aus  rechtsunkundigen  MtCgliedern  Kusamnieo- 
gesetsten  Kommisstionen  ihre  Aufgabe  erschweren;  in  der  Praxis  behalf 
man  sich  damit,  daß  zur  Er^^nxuog  von  Gewohnhdtsrecht  undOrtsgebriuctien, 

die  in  et-ster  Linie  als  Rechtsqudle  dienten,  die  Bestimmtmuen  des  napoleo- 
nischeii  Roclits  /.u  Rate  gezogen  wurden,  dessen  Kenntnis  in  der  Leraote 
nocli  am  meisten  verlireilet  war.  Die  Pro/.eßfiiluiiny;  selbst  war  gehemmt 
durch  den  vollständigen  Mangel  auch  der  rinfnrhsten  \'orschriften  filver  das 
Zustellungswesen  und  das  X'ersaumnLsveri'alu'cn ;  ciiir  wirksam«'  H»  (>ijts- 
Verfolgung  war  ileiiinacli  auch  bei  dem  besteu  Willen  der  voibtreckeudeii 
Behörde  vielfach  unmöglich  gemacht. 

Daß  die  Duanekommissioneii  trotz  aller  Mängel  eine  erfülgreiulie 
Tätigkdt  entfidten  und  den  Ausgangspunkt  f&r  die  nun  folgende  Entwicklung 
der  gemischten  Gerichtsbarkeit  bilden  konnten,  beweist  hinreichend,  daß 
man  mit  der  Heranxiehung  des  auslindischen  Richterdements  fiir  die  Cr« 
ledigung  der  gemischten  Proxesse  eine  Form  gefunden  hatte,  welche  äch 
des  X'ertrauens  aller  beteiligten  Kreise,  nicht  xum  mindesten  auch  derein» 
heimischen,  /u  erfreuen  hatte. 

Wenn  wir  nun  noch  einmal  insbesondere  auf  diejenige  Einrichtung 
näher  eingehen,  welche  als  wichtigstes  Erbstuck  aus  der  Hinterlassenschaft 
der  Duanekommissinncn  noch  heute  ein  Hauptmerkmal  der  gemischten 
Gerichte  bildet,  die  Bctt-ilinmif;  ausländischer  Ricliter  an  der  RechtspreclninL;, 
so  ist  festzustellen,  daß  für  deren  damalige  Bereelitigung  eine  andre  als 
rein  gewohnlieitsrechtiiche  Grundlage  nicht  ins  Feld  gefuhrt  werden  k&iiii. 
Gei-ade  auf  tQrkiseher  Seite  wird  mit  besonderer  Vorliebe  auf  diesen  Um- 
stand hingewiesen,  um  die  heute  bestehende  Art  der  Zusammensetaung 
des  gemischten  Gerldits  als  von  Anfang  an  mißbriuchlich  entstanden  und 
daher  vdlkerrechtswidrig  hinsusteUen.  Daß  dieser  Vorwarf  durch  die 
spiteren  Ereignisse  jede  Berecht^ang  vetioren  hat,  wird  «war  schon  die 
Geschichte  der  nftclisten  Jahre  ergeben.  Aber  sdbst  wenn  wir  «uoichst 
hiervon  absehen,  vermögen  wir  doch  noch  nicht  ohne  weiteres  der  tür- 
kischen Aiiffassung  beizutreten.  Unserer  Ansicht  nach  laßt  sich  vielmehr 
mit  L;i'5ßerem  Rechte  v(  rfprhten ,  daß  die  Mitwirkung  der  fremden  Richter, 
wie  .sie  uns  hier  '/.iiui  i  rstcn  Male  begegnet,  wenn  auch  uicht  im  WKrt- 
laute  tlci*  \  ertiäge  vorgesehen,  so  doch  dem  Geiste  derselben  durchaus 
angepaßt  ist. 

Wie  wir  bereits  an  anderer  Stelle  hervurgeiiubeu  hal)en,  herrschte 
beim  Abschlüsse  der  Kapitulationen  schwerlich  die  Absicht  vor,  die  etn» 
heimisdie  Gerichtsbarkeit  als  die  zur  Entscheidung  der  gemischten  Prozesse 
schlechthin  allein  atustSndige  hinaustellen;  die  sinngemBße  Ausl^iog  der 
Vertragsbestimmungen  rechtfertigt  vielmelir  nur  den  Schloß  >  daß  l&r  die 
Erledigung  solcher  Prozesse  ein  auß<*rordentlich<;s  Verfahren  Platz  zu  greifen 
habe,  dt^ssen  wesentliches  Merkmal  in  dem  gleichberechtigten  Zusammen- 
wirken der  beiden  in  Betracht  kommenden  G<m  i(  lit,sgewalten ,  der  ein" 
heimischen  und  der  ausländischen,  brstand.  Diis  \'ci  fahren,  welches  rum- 
mehr  im  Wfge  gewohnhcitsreclitlicht  i-  liihltm:;  au  die  tjtclic  der  \  tM  tr.ii;Iirh 
vorgcseheneu  getreteu  war,  steht  mit  dem  Prinzip  der  üleicliberechtiguug 


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Wsbkb:  Das  ßeniisdite  Kandetq^eht  in  der  TOrkei.  105 

lier  iH'iden  zur  Rerht'^precliun};  berufenen  FakU)i*tnj  in  Iccinnlci  «•<;,. nsatr : 
wie  dem  tiUoiii!uiisi"h(!ii  Rirliter,  detn  Zolldireklor.  der  N  eitrett  r  Ues  am 
Rechtsstreit  inteMt\ssierlen  iVeutdeii  Staats,  der  Dragoman,  ge^iniibersteht. 
so  treten,  tiut  gleiclien  Befugnisseti  ausgestattet,  neben  die  einiieimischcn 
Gerichtsbeisitzei'  Laienrichter  fremder  Nationalität.  Vom  Standpunkt  der 
Kapitulationen  aus  hatten  die  Michte  keine  Veranlassung ,  ge^^en  diese  Neue- 
rung Widerspruch  zu  erheben.  In  deren  zustimmenden  Haltung  braucht 
man  aber  deshalb  uieht  gleich  den  Verzicht  auf  jenes  vertragsmlßig  ein- 
geräumte und  bisher  in  Gdtung  gewesene  Vorrecht  zu  erblicken.  Wie 
wenig  an  ein  Aufgeben  desselben  gedactit  wui*d<>,  geht  schon  daraus  hervor, 
daE  die  um  die  Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts  nbuc^chlossenen  X'erträge 
die  alte  KapituIationKvorschrift,  welche  die  Entscheidung  der  Pforte  Über- 
trug» unverändert  l>ribeiialten  haben. 

Ks  soll  allfitlinns  nicht  geleu^'n^t  wenlcn,  daß  jenp  \'iir.sclii-ift  in  der 
Fulgezeit  immi'r  ut-iiiger  zur  Anucndmi:;  Uflanyte ,  \<\s  >]«•  lu  iite  in  ihrer 
ui-sprüuglicheu  Vmin  als  obsolet  bezeichnet  werden  uiuli.  Daß  dies  Lje- 
sclieheu  konnte,  ohne  auf  Seiten  der  Missionen  Wideratand  hervorzurufen, 
beruhte  indes  auf  der  wesentlichen  Voraussetzung,  daß  die  Aosnahme- 
gerichtsbarkeit  in  gemischten  Sachen  in  ihrem  Bestände  tHrkischerseits 
emstlich  nicht  angetsslet  worden  tst^ 

§3. 

Die  Verordnung  (Keglemeut  C)rganit}uej  vom  12.  öefer  12t>4 

(!!».  Januar  184.S). 

im  Jahre  1831)  kfuidiiite  bck.umtHch  das  Halt- i -scherif  von  riülhane 
den  Kriaß  einer  HefonngeseU.gebunL;  in  feierUchster  Form  an.  8chon  im 
Jahre  vorher  war  mit  der  Reform  aui  den»  (iebiete  des  Geiichtswesens 
ein  Anfang  gemadit  worden,  indem  man  zur  Gründung  ordentlicher  staat- 

'  In  dem  BestreUpn.  «las  Vurh.mdcnsetti  etiler  hcsondoren  GeriflitMliarlu'it  in 
gemischten  Sachen  als  vertragswidrig  hiiiz,u^ttilt'ii ,  win!  von  tüiki>rIior- Seile  gerade 
auf  den  Umstaud  hingewiesen,  daß  die  gedadite  Kupituhitioiisbestiiiunuiig  tatsächlich 
in  dasaetndinem  geraten  sei,  am  daraus  die  Schlußfolgerung  xa  zieh«i,  daß  Aus- 
linder  in  ihren  vor  tflrkisehen  Gerichtetk  aiihingtgen  Rechtsaiigelegenheiteit,  außer 
dem  Rechte  der  Dragomanassistenz«  keinerlei  Ausnahniebehandlung  zu  hcan.^pnit'hcu 
haben.  Dieser  Standpunkt  konunt  a.  a.  7Uiii  Ausdruck  in  der  Dcükschrift  der  Hohen 
Pforte  betreffend  die  Kapitulationen  vom  A)iril  Is*.;)  (veröflentlicht  in  der  Zeitung 
•La  Tur(jaie-  vom  7.  Juli  1800) ,  wcldie  eine  iui  tüi'kiäohcu  Siimu  gehaltene  authen- 
tische lBterpreiati<w  der  kapitolattonsniäßigcu  Privilegien  darstellen  sollte;  sie  hatte 
zqn  Verfiuwer  den  Untcnlaatssekretär  im  Ministerium  des  AuOeni  Chalil  Bey> 
(Abgedmdtt  auch  bei  Aristarclii,  -La  Lrgisintion  Otu>inane-,  Bd.  II,  S.  421  ff.  so- 
wie Young,  a.a.O.  Bd.  I.  S.  *26i<  ff.).  Vgl.  hierzu  Meyer -.\nt<»iio]>tMi!os,  »Die 
Extem'torialitäi  der  Ausländer  in  ilfr  TiTrkt  !  • .  S.  10:  F<'rrvii<l -Giraud ,  1 In  .luri- 
dicüou  firauvai&e  dans  Ich  erhelle«  du  Levant-,  Bd.  11,  S.  li.VJ,  tiovvic  das  anonym 
«ndtieneue  Werk  «Etades  Praltqnes  sur  la  Question  d'Orlent,  R^fomes  et  Gapitu- 
Istioo».,  Teil  I,  Kap.  3. 


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106         ,    WiBn:  Das  Genttadite  HandeUgarieht  in  der  Tfirk«L 

I  icher  tierichtc  überging,  welche  der  Hen-schaft  des  Scheriatrechts  ent- 
zogen sein  «olUeo.  Sie  waren  spexiell  mc  Entteheidung  handelsreditlidier 
Streitigkeiten  berufen  und  wurden  dem  um  dieselbe  Zdt  gleiehlalls  neu 
ins  Leben  gerufenea  Handelsmiubterium  ressortmäßig  unterstellt 

Die  erste  der  OffentUehkeit  belumni  gewordene  amtliehe  Urkunde, 
welche  diese  Schöpfung  behandelt,  ist  eine  Zirkularnote  der  Pforte  an  die 
Missionen  vom  13.  Muharrcro  12r)r,  (17.  Älhrz  1840)',  in  welcher  von  der 
Griindung  eines  unahhSngigen  Ilnndelsministeriunis  inul  der  Krriclitung  änes 
n;in(h>l.sgencht.sIi(ilV.s  anitlirh  Mitteilung  gemacht  iiiid  im  Anschluß  ilnnin  von 
<'iiiii;eri  Bestiniiiiuiij;i'ii  Kenntnis  fjpgphen  wird,  die  zur  Regelung  des  Ver- 
fahi  en«  gelrofl'en  woi  tlen  waren.  Diese  \'orsclirirtcn ,  dip  nunmehr  auch  in 
;j;e!nischten  Sachen  zur  Anwendung  kouunen  sollten,  waien  allereinfachster 
Alt  und  betrafen  insbesondere  Tag  und  Dauer  der  Gerichtssitzungen,  die 
Reihenfolge,  in  der  die  Prozefisaehen  zur  Verhandlung  zugelassen  werden« 
sowie  gewisse  rein  sitzungspolizeiliche  Maßregelo.  Unser  Interesse  bean- 
sprucht diese  Note  vor  allem  aber  deshalb,  weil  sie  den  Versuch  macht,  ein 
den  AuslAodem  vertragsmlßig  zustehendes  Privileg  einseitig  eimsuschrloken. 
Um  den  Mißbrauch  zu  braeitigen,  welcher  angeblich  darin  bestand,  dafidie 
nnteriegene  Partei  durch  Anrufung  anderer  Behörden  eine  Aufhebung  des 
ergangenen  Urtfils  herbeizuführen  suchte,  wurde  angeordnet,  daJ3  die  pjil- 
scheidungen  des  Handelsgerichtshofes  künftig  unanfechtliar  und  etwaig«* 
Schritte,  gt'gen  dieselben  zu  appellieren,  strafbar  sein  sollten.  Feriirr  war<Mi 
Klagen  gegen  Personen,  die  nußerhalli  der  Il;uijit,st;idt  donii/iiicr  t  waifii.  bei 
der  dt»rtigej>  Zentralbeluhde  nur  dann  zii/ailsLssen,  wenn  zuvui'  sciu-ns  des 
Klagers  genügende  Sicherheit  gclcistci  würde,  um  den  Beklagten  im  Falle 
seines  Obsiegeus  für  seine  durch  die  Reise  nach  Konstiiutinopel  verursachten 
Spesen  zu  entachldigen. 

Bemerkenswert  ist  diese  XuÜterung  der  Pforte  ferner  aber  auch  dadurdi, 
daß  sie  es,  zweifellos  mit  Absicht,  vermeidet,  auf  die  wichtigen  und  das 
Ausland  besonders  interessierenden  Fragen  die  Art  der  Zusammensetzunf; 
des  Gerichts  und  der  Beteiligung  der  fremden  Richter  an  der  Redit- 
sprechung  —  näher  cnizugehen. 

Die  Form  dieser  Kundgebung  der  türkiselien  Kegierung  läßt  auf 
die  klaie  Absicht  .sehließen,  die  bisher  bei  den  Diianeknnunissionen  fdili«  h 
gPWPSPHP  Mitwirkun«»  d«*s  an'-l"ni<llsc!ieti  Htclitfrelcnit'tils  als  ein  nrlicn- 
säcldiches  und  unwesentliches  Merkmal  lies  gemischten  Verfahrens  er- 
sclieinen  zu  lassen.  Daß  die  Missionen  in  die  PreisL^ahe  eines  ihnen  tit- 
sächlicii  gewährten  \  t»i  leclits  nicht  so  leichten  Kaufe.s  einwilligen  würden, 
war  aber  vorauszu.sehen.  Ein  solcher  Verzicht  war  um  so  wahrsdieinlieher» 
als  man  tOrkisdierwits  gleichzeitig  darauf  ausging,  ein  durch  die  Ka^tula- 
tionen  festgdi^s  und  nicht  zu  bestreitendes  Privileg  in  sdner  freien  An* 
Wendung  einseitig  zu  beschlinken* 


>  Siehe  Anlage  L    Vgl.  die  iiwiz&iisehe  ÜberM»tznng  bei  Noradiiii||^ao, 
'Reenea  d*aotes  intematioiianz  de  I'Empu«  Ottoman-,  Bd.Il,  S.299. 


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Wnut:  Du  Gemiaclito  Handelsgericht  in  der  Türkei. 


107 


Ob  die  gedachte  Pfortennote  xu  einem  scliriniiclien  Meinungs;nistnu<;rh 
mit  den  Missionen  geführt  lint,  ist  dem  Verfasser  nicht  bekannt.  Jedcn- 
lalls  darf  aber  als  unzwt'itVlhafl  angenommen  werden,  daß  die  vorge- 
schlagenen Neuerungen  noch  nicht  ohne  weiteres  im  geinj.schtcn  Verfaliren 
zur  Anwendung  kameo  und  daß  der  bisherige  tatsächliche  Zustand  auch 
vor  den  aeaen  Gericfaten  vorKufig  ttufreohterlialteii  wurde*. 

Eine  eioigennAfien  geregelte  TtlU^eit  scheinen  die  neuen  Gerichte 
er»t  in  der  xweiten  HBlfte  der  vierziger  Jalire  entwickelt  zu  haben.  Be* 
xR^ch  ihrer  Zuaemmeoaetzong  ist  zu  bemerken,  dafi  nur  der  Vorsitzende 
ein  berufimaßig  angestellter  Beamter  war;  beim  hauptstädtischen  Gericht, 
weiches,  wie  bereits  erwähnt,  eine  Abteilung  des  Handelsministeriums  bildete, 
war  das  Präsidium  mit  dem  Ami  des  Ministei-s  verbunden;  in  der  Provinz 
wtirde  der  Vorsitz  geeigneten  muselmänniscIuMi  Xotabeln  anvertiaiit,  die 
Plereits  ein  öffentliches  ^Staalsanit  bekleidet  hatten.  Hie  Beisit/.(  r  da^zf^gen 
•.vttnlen  siinitlich  den  kaufmännischen  Kreisen  ••ntnoinnicn ;  in  niclit  ge- 
luiiciiUtfi  Saclien  bestanden  sie  je  zur  Hälfte  ans  Mohanunetlanern  bzw.  iiiclit- 
miisehnännischen  Pfoi'tenuntertanen In  dt-iijenigen  Streitsachen,  an  welchen 
Ausländer  beteiligt  waren,  nahmeu  fremde  Beisitzer  an  den  Sttzuageo  in 
dersdben  Weise  teil,  «de  dies  im  Verfahren  vor  den  alten  Duanekom- 
missionen  üblich  gewesen  war. 

Dodi  sclion  im  Jahre*  1847  erließ  die  Pforte  eine  weitere  amtliche 
Kttodgebong  an  die  Missionen,  welche  keine  Zweifel  mehr  darüber  auf- 
Auiiiinen  laßt,  daß  die  türkische  Regierung,  den  AVüuschen  der  Michte 
Rechnung  tragend,  die  Beteiligung  des  auslandischen  Laienelements  an  der 
Rechtsprechung  nunmehr  auch  formell  zuzulassen  gewillt  war.  In  einer 
Note  vom  25.  Kebl  -  ul- achir  l'2f>!^  (:=-  1 1.  April  1847i  s»'tzte  sie  dit»  Missionrn 
von  j'pwi'isen  Maßnahmen  in  Kenntnis,  wrUhf  zur  Ahstpllung  <ler  im  Ge- 
richtsverfahren   üblich    gewordenen  Rt^ellusigkeit   und  Willkür  dienen 

■  Die  Annahme,  daß  die  neuen  Gerichte  infolge  des  von  den  fremden  Ver> 

tTPffiiif^t  ii  erhabeuen  Widerspruchs  vorläufig  keine  wichtige  Rollo ,  wenigstens  in  ge- 
mUchten  Sachen,  gespielt  haben,  fim^  r  ihre  Bestäti<;ung  in  dem  nericht ,  dni  die 
in  den  Jahren  lH56/f>7  tagende  DraguinaiLskommisaion  (vgl.  tnitcii  S.  llN)  an  die 
Mlaaioiucliet's  erstattet  hat.  Dort  heißt  ^  uänilich:  Ce  ac  tut  tju  eii  (j[u'uu 
tribimal  de  commerce  Alt  etabU  k  Constantinople  et  encore  ne  oommenga-t-U  k 
feMtionner  regulicrement  qn'en  1846.  —  Oberhanpt  scheinen  die  Schriileteller,  die 
sich  aber  die  Entstehung  der  gemtschteu  Gerichte  Süßem,  die  Existenz  jener  von 
Noradunghiaii  7nerst  veröflTenthVhten  Pfortennute  vmui  13.  Mtiharrem  12.'>6  iiidit  ge- 
liaufit  7n  hab<'n;  j»o  setzt  Hassan  Felmii,  a.  a.  0.  S.  l'irj  und  mit  ihm  Salem,  a.a.O. 
S.  796  die  Gründung  des  Ministeriums  und  des  iiandelsgerichta  erst  in  daa  Jalir 
1848,  Sawas  Pasdia,  a.  a.  0.  8.  70  spricht  vom  Jahre  1849,  wihrend  der  sonst  gut 
urterriehtete  Verfasser  des  anonym  erschienenen  Werkes  «Stambnl  und  das  moderne 
TUentom«  als  Datum  Ittr  die  GrDndung  des  Handeisministerinms  das  Jahr  1847 

'  Vifl.  Savva.s  Pascha,  a.  a.  ().  S.  7'*  f!'.  Derselbe  erwähnt,  daß  die  neuen 
Geridit«  zur  Unterscheidung  von  den  geisthchen  Gerichten  —  Meliakim-i-scliorie  — 
die  Bemdmuog  Medsehlis-i-tl&diaret,  Handdaimamier,  erhalten  bitten:  indessen 
ivicht  die  gedachte  Note  nur  von  Mahkemo-i-tidsdiaret,  Handetsgericht. 


108  Wcbbr:  Dl»  Gemuehta  Handelvgericfat  in  der  TiiifceL 

.sollten'.  l)iv  Note  ••ntiiait  /.um  IVil  f'we  Wietlcrl»ulung  einif^er  ilei  tin 
Jahre  184U  scljon  niitgetcilteu  Uestiinmungeu ;  bexeichncmlcrweise  kommt 
sie  aber  auf  dt«  fniheren  Vorschriften  bctreffeod  die  Unanfechtbarkeit  der 
ICntscheidiiiigfii  nicht  mehr  zurGck.  Statt  dessen  besehä(Ugt  sie  sich  näher 
mit  der  Art  und  Weise  der  Ernennung  der  fremden  Beisitzer  An  Stelle 
der  in  dieser  Hinsicht  bisher  herrschenden  Unordnung  —  den  ^uteicii 
war  es  anscheinend  ntehr  oder  weni|^r  selbst  überlassen,  f&r  das  Erscheinen 
der  noUgen  Amuihl  von  Bcisit/.erti  zu  .sori^cn  —  sulltfii  iiuninehr  /elui  an- 
gesehene ortsangesessene  ivnufieute  freiiuler  NalionalitSt  diiix*h  die  Müsioncu 
nach  gemeinsanier  Versläntligung  /.um  Hicliteranit  ausei-selien  werden,  von 
\vf'lch<'n  v'wv  oder  fünf  sich  in  den  GenchtssitzungCD  ais  Beisitzer  eiozu» 
tindeu  liätten. 

Diese  Note,  in  welcher  (Me  (inki^elie  Kegierung  über  die  Existenz 
gt-niiscliler  Gericlite  .sicli  zum  eisten  Male  in  aiiUlicher  Form  eingehend 
äußert,  war  von  nicht  zu  unterschätzender  Bedeutung;  wa^i  aber  die  in 
derselben  enthaltenen  einzelnen  Vorsciiiäge  anging,  so  konnten  dieselben 
nach  Ansicht  der  Missionen  als  wesentliche  Besserung  der  butherigeu  Ver- 
hältnisse nicht  gelten. 

Die  Entwicklung  der  gemischten  Rechtspflege  in  den  Duanekom- 
mis.sionen  hatte,  wie  wir  oben  gesehen  haben,  immer  mehr  daliia  gefllhrt. 
daß  die  Kntscheidnng  nach  Stimmenmehrheit  eHnltxtr*:  es  denmacli  im 
Interesse  der  Uilligkeit,  daß  eine  Verschiebung  des  Zalilcnverhältnisst>  der 
einheimischen  und  ausUindischen  Kichter  xiiungnnst+'n  der  letzteren  inüg- 
liclust  vermieden  würde.  Die  Vorschläge  der  l'torti'  botfn  nach  dipsfr 
Richtung  noch  keine  hiiiicicliende  Garantie.  Wälireml  tiie  Zf»lii  tier 
Iremden  licisit^ei  iini.li  oben  hin  eine  Einschränkung  ei  tulir,  war  bezuglicli 
der  eiulieiumchen  keinerlei  entsprechende  Besüuimuug  getroffen;  deren  be- 
liebige Vermehrung  war  somit  jederzeit  moglieli  und  die  Mitwirkung  des 
ausländischen  Richterelements  hätte  auf  diesem  Wege  leicht  illusorisch  ge- 
macht werden  können.   Außerdem  bot  die  Note  insofern  Anlaß  aur  Be* 

• 

anstandung,  als  die  verhältnismäßig  geringe  Zalil  der  zur  Teilnahme  an 
den  Sitzungen  berufenen  fremden  Beisitzer  eine  allzu  starke  Belastung  de» 

einzelnen  zui-  I\)l'je  gehabt  hätte;  entschloß  man  sieh  andrerseits,  eioeo 
regelmäßigen  Wechsel  in  der  Person  der  assistierenden  Beisitzer  einlrt*ten 
ZU  lassen,  so  wiinh?  wiederum  dieser  Unistand  für  die  Krledigung  der 
M>ehrer»>  Teniiini  in  Ansjniicli  nehmenden  Prozel^adien  erhebliche  Nach- 
teile im  Geiolge  geliabt  lialicn. 

Die  fremden  N'evtretungen  iii.ictiten  die  ^cM  luMerten  Bedenken  zum 
(legeiislantl  einer  g.  in<  in^ainen  Nute  .111  »lie  l'lni  Lc  (2").  Mai  1S17).  Letzl#TP 
willigte  darauf  ein,  »lie  angeregten  Fragen  in  einer  aus  Delegierten  der 

'  Sielie  Allhang  II.  Eine  fraTi7Ös!>;clic  ('btT.si'tzung  liofiiidct  sirh  bei  \  ouüg, 
a.  a.  0.  Bd.  I,  S.  248.  Die  Note  wurde  in  der  Presse  ainUicii  verölleiiliicht ;  er- 
schien im  •Jonnud  de  Constantinople-,  Nomnier  vom  IS.  April  1847  und  ia  den 
•Aunales  du  Commerce  Exteriew-  von  1847,  Nr.  378.  AnÄTalteDderweise  eathilt 
die  Noradunghiansehe  Sammlung  diesen  Text  nicht. 


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Wmn:  Das  Gemischte  Handelsgericht  in  der  TArkei.  100 

Regieninp;  und  der  Geaandtacbaften  Isestehenden  Kommission  einer  gemein- 
schaftlichen Beratung  xu  iinlenverfen.  Die  Verhandlungen,  an  denen 
namens  der  Türkei  der  erste  Inhaber  des  neuen  Handelsministeriums  Kisa 
Pascha  teilnahm ,  erreichten  bereits  im  Dezember  desselben  Jahi'es  ihren 

,    ,  12.  Sefcr  1264». 

Abscniuk»;  iiir  P.rgel»nis  war  das  »Kigli  rtient  Orgjuiintic«  vom  yü  i.  ~  T  iö  i« 

Dieses  Reglement,  dessen  Bestimmuttgen  für  die  Beiirteiliing  des 
;;einiscl)ten  llandpls^eriohls  aiirli  heute  von  grundlegender  Bedeutung  sind« 
verdient  einpt-hcinlr  W'ürdi.unng. 

Bezüglic  Ii  rlf-r  Zusaininonsr*t7.img  des  ('«frichtsliofes  winl  liier  im  ein- 
zeinen  bestinitnl:  Der  Vorsitz  steht  dein  jeweiligen  IlarnU  lsminister  bzw. 
in  desisen  Behinderung  dem  Unterstaatssekretär  (Muavin,  Gehilfen)  zu. 
Letsterer  besorgt  auch  die  laufenden  Prisidtalgeschlfte  (Art.  1).  Das  dem 
Vorsitzenden  beigcgebeoe  RichterkoUegium  besteht  aus  einer  geraden  An74ihl 
▼4H1  Mi^liedern,  die  nicht  mehr  als  viersehn  und  nicht  weniger  ab  aehn 
b<^iagen  darf;  sie  sollen  sur  HÜfte  dem  einheimischen ,  zur  anderen  Hilfte 
dem  ausÜndischen  Handeisstande  angehören.  Die  fremden  Beisitzer  ins- 
besondere werden  der  Znld  derjenigen  Personen  entnommen,  welehe  auf 
Vorschlag  der  Missionen  in  eine  ku  diesem  Zwecke  beim  Ilandetsministeriuin 
f'i  fiihrende  List<'  eingetragen  worden  sind.  Um  das  Prinzip  der  Paritat 
zn  wahren,  sind  besondere  V'orschriflen  vorgesehen:  wird  die  Oleirhheit 
infolge  Ausbleiliens  eines  oder  zw  ricr  Beisitzer  (l»>r  »miicii  Kategorie  g<*str>rt. 
so  hat  eine  entsprecliende ,  durch  das  Los  zu  bestimmende  Anzahl  v(m 
Richtern  der  anderen  Kategorie  auszuscheiden.  Kin  Beisitzer  kann  Hir 
einen  bestimmten  Prozeß  durch  einen  anderen«  ordnungsmäßig  in  der 
gedachten  Liste  eingetragenen  Kaufmann  ersetxt  werden,  wobei  der  Aus- 
seheidende gleichfalls  durch  das  Los  bestimmt  wird  (Art.  2). 

Was  das  Ver&hren  betriAi  so  ist  insbesondere  hervorauhel>en,  daß 
den  Beisitzem  ein  entscheidendes  Stimmrecht  etngerftumt  wird  (Art  2).  Die 
Kiitschf-idung  erfolgt  im  einsdnen  nach  Stimmenmehrheit»  woliei  zu  liemerken 
ist,  daß  der  Vorsitzende  zur  Abgabe  eines  Vottuns  nur  dann  berufen  ist* 
wenn  Stimmengleichheit  eintritt  (Art.  6)*.    Abgesehen  von  der  weiteren 


'  Den  Missionen  durch  Note  gleichen  Datums  Nr.  l  nintlich  mitgotcilt.  Siclio 
Anliang  III.  In  französischer  Übersetzung  aaszugsweisc  verGflfentlicht  bei  Young, 
a.a.O.  Bd.  I,  S.  240. 

*  Wie  das  Reglement  ausdrQcklich  hervorhebt,  bt  diese  Beätiuunang  nur 
prarisorisch  und  kann  erforderlichenfaUs  wieder  aa%ehoben  werden.  Dieser  Vor> 
behalt  verdient  deshulb  besondere  Beaditung,  weil  er  die  damalige  herrsehende 
Auflasjiung  von  dem  Charakter  der  gcniisrliton  Rechtsprechung  scharf  hclouchtct. 
In  der  dem  Erlaß  des  Reglements  vomnfei'liciHlen  Boratniiir  war  seitens  der  fremden 
Delegierten  angeregt  worden,  daß  im  Fallt:  tier  Stimiiiengicirhlicit  unter  den  Bci- 
ntieni  die  Entscheidung  eines  in  jedem  einzelnen  Falle  besoudcrü  zu  cnienncndea 
Oberschiedsrichters  einzuholen  sei.  Diesem  Gedanken  lag  wohl  die  Besoignis  zi^mnde, 
daß  das  ein  wetentltohes  Mwkmal  des  gemischten  Verfahnms  bildende  Prinzip  der 
(jleichberechtigmig  des  fremdon  tmd  einlunmisclien  Kir!it(;r  i  l.'meiits  durch  Verleihung 
de«  entscheidenden  Stimmrechts  au  den  ottomanisdiea  Vorsitzenden  eine  Be- 


110 


Wntk:  Du  Gemischte  Handelsgericht  in  der  Türkei. 


beinprktniswf rtiTi  Vorsclwift. ,  wonach  dir  (MTontliclikoit  hei  tletr  rrcncliJs- 
Sitzungen  rmsirfschlossen  bleiben  solle,  enthält  die  \'erordniiiiü  nur  einige 
.Spe/.ialliestiniiniingen ,  wpIcHp  die  pescliäfiliclie  Krledipnni^  der  lVozp,s-sp  in 
geregelter  und  uiiparteiiüclier  Weist;  i^ew  älirleisteii :  so  \vii-d  ;in<j;enr(liii  l. 
daß  für  die  Keihenfolge  der  Belinndltin^  das  Datuui  des  aut  der  klage- 
achrill  befindlichen  überwelsiirigsdekretes  (Bujuruldu)  inaßge1t«nd  sein  soll, 
wobei  nur  hintfcbtlicb  der  als  eilige  Sachen  besonders  bezeichneten  Wecbsei' 
und  SeerechtsproKesse  eine  Ausnahme  gestattet  werden  dQrfe  (Art.  3).  Die 
Beschleunigung  des  Verfabrens  bezweckt  Art  9,  welcher  flir  die  Ausfertigung 
der  Urteile  eine  vom  Tage  des  Urtdlaspruches  zu  bemessende  vierzehn- 
tiigige  Frist  festsetzt. 

Die  Regdung,  die  das  Reglement  Organique  dem  Verfahren  in 
gemischten  Sachen  angedeihen  läßt,  ist  demnach  immerhin  noch  eine  recht 
stnnrnarisj  lie.  Dies  ist  ohn(^  weiteres  erklärlich,  wenn  man  erwägt,  d.aß 
ilie  dfitiials  iin  Stadinin  der  Vorbereitung  befindliche  aUj^eniein«-  Kodifikation 
de-ji  Handelsrechts  nach  der  Absicht  des  Gesetzgebers  auch  fiii-  die  künftige 
Behandlung  der  gemischten  Rechtsstreiiigkciten  maßgebend  sein  sollte  und 
daß  es  sich  demnach  hierbei  um  eine  lediglich  xirovisurisclie  Maßnalime 
banddta*  Daß  die  Bestimmungen  des  Reglementa  etwa  neue»  bis  dahin  un- 
bekannte Konzession«!  an  die  Michte  darstellen,  mQssen  wir  bei  richtiger 
Witadigung  dieser  Verhältnisse  für  ausgeschlossen  erkliren.  Denn  es  ist 
nicht  anzunehmen ,  daß  die  türkische  Regierung  bet  dieser  Gelegenheit  »eh 
in  eane  bindende  schriftliche  Festlegung  so  wichtiger  Privilegien  eingelasseo 
haben  wurde,  wenn  es  sich  nicht  um  Vorrechte  gehandelt  li&tte,  welche 
die  Missionen  auf  Grund  der  bisherigen  Übung  mit  einer  gewissen  Be- 
rechtigupf?  für  sich  in  Anspruch  nehmen  konnten  und  deren  tatsächliches 
Bestellen  nuch  türkischerseits  nicht  nut  in  Abrede  zu  stellen  war. 

In  Aidietiacht  des  provisfu'i.schen  Charakters  des  Reglements  ist  <-s  daher 
auch  nicht  weiter  verwunderlich,  daß  es  anscheinend  an  jedem  Versucite  ge- 
feldt  hat,  die  mannigfaclien  Mängel  des  bisherigen  \'erfahrens  zu  beseitigen'. 

Die  hervorragende  Bcdeutimg,  die  dieser  Urkunde  zukommt,  wird 
aber  hierdurch  nicht  bedntrSchtIgt.  Diese  Bedeutung  Ist  nicht  allein  in  der 


efaitrlditigung  erfahren  kSnns.  Nvr  aas  Ritekrfeht  auf  die  PerMnIidikeit  dei 
damaligen  Ministers  end  GerichtaprSsidenten  Risa  Pascha  vemchteCen  die  fremd«« 

Delegierten  auf  Utr  Verlangen,  setzten  aber  dnrdl,  daß  im  Reglement  selbst 
(Art.  0)  die  spätere  Abänderung  dieser  Bestimmung  aasdrOcklich  vorbehalten  wnrde. 
Diese»  dem  Vorsitzenden  anfange  nor  bedingt  eiogerininte  Recht  ist  spJUer  nicht 
mehr  i»  Frage  gestellt  worden. 

*  Ei*  mag  hier  erwihnt  werden ,  daß  sich  hinstditlich  der  Bemihng  scboa 
um  diese  Zut  eine  feste  Übni^  dshin  entwickdt  ta  haben  sdieint,  wonadi  das 
gemtschle  Gericht  in  der  Hauptstadt  die  regelmlOtge  Bemfimgsinstaaz  fiir  die  Urteile 
der  Provinzialgerichte  bildete.  Gegen  die  Urteile,  welche  vom  Konstant! nupler 
Gericht  in  t  r^tcr  Instanz  s;cfallt  wurden,  gab  es  denmach  keine  Berufung:  7npcla.'««eTi 
war  nur  eine  Art  von  Niehtigkeithbeschwerde,  welche,  soweit  ein  VerstoLi  ge|;en 
die  Bestimmungen  des  lieglcments  selbst  vorlag,  eine  erneute  Yerlmndlung  aad 
Gntsdieidnng  durch  dasselbe  Geriet  ennöglichte. 


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Wkim :  Dm  GomiMhte  Ruidetagerieht  in  der  Tflrkd.  1 1 1 

grondsitaUchen  Reguluog  der  Beisitzerfrage  zu  suchoit  iie  liegt  vor  allem 
noch  darin ,  daß  die  neuen  Bestimmungen,  weno  auch  SuBerlich  In  die  Form 
einer  voo  der  t&rkischen  R^ierung  doseidg  erlassenen  Verordnung 
gekleidet,  dennoch  im  Grunde  einer  xwischen  der  Pforte  und  den  Missionen 
getroiEmett  Vereinbarung  ihre  Entstellung  verdanken.  Eane  AUUiderung 
des  Reglements  kann  daher  folgerichtig  nur  im  Wege  einer  neuen  Ver» 
ständigung  zwischen  den  Beteiligten  erfolgen.  Dieser  Auffassung  trägt  die 
Verordnung  selKst  Itechnung,  indem  im  Schlußparagraphen  eine  wieder- 
hnlti«  Ejf^nieinsame  licratiini;  tn  Aussicht  geuomm»'n  wird  fiir  den  FnÜ.  daß 
fine  Neuredaktiou  nus  Anlaß  der  bevorstehenden  llaixU  Isgesetzgehung  er- 
forderlich werden  .soUU''.  Hiernach  ist  die  Schlußful<;eriini;  unzweifelhaft 
gereditlt'itigl,  daß  der  Verordnung  auch  heutzuUige  die  rechtliche  Geltung 
oicht  abzusprechen  ist,  es  sei  denn,  daß  die  Missionen  unterdes  in  eine  Ab- 
änderung derselben,  in  weleher  Form  aneb  immer,  eingewilligt  haben. 

Zum  Schlüsse  mögen  hinsichtlich  der  Rechtsstellung  der  fremden  Bei« 
sitier  die  gewonnenen  Ei^ebnisse  nodi  einmal  kurz  hervorgehoben  werden. 

Die  fremden  Richter  unterscheiden  sich,  was  den  Umfang  ihrer  Be« 
fugnisse  angeht,  in  keiner  Weise  von  ihren  ottomaniscben  Kollegen.  Bei 
der  Besdihißfassung  insbesondere  steht  ihnrn  eine  entscheidende  Stimme  SU. 
Im  Interesse  der  Parität  muß  daher  die  auf  das  fremde  Hichterelcment  ent- 
fallende Stimmenzahl  der)Vniü;pn  der  tinkisclu  n  Reisitrrr  die  Wage  Imlten. 
Die  Anwesenheit  der  vorgescbriebeneo  2^1  von  fremden  Beisitzeru  in  den 


'  Fs  lifißt  dort  wortlirli :  Bis  /iir  Vollendunfj  tmt]  Vprkflndnng  des  zur  Zeil 
io  Vorbereitung  befuidiiehen  I  landeisgesetzbucheat  (>oii  dic^cii  Rcglcmoiit  provisorisch 
md  zur  Erleiclitcruiig  des  Geachäftsgaiiges  in  jeder  Beziehung  Geltung  haben ;  sollte 
sieh  dann  da»  Bedürfnis  heraiiastdlen,  so  wird  es  unter  Anpassong  an  die  Be- 
Stimmungen  des  genannten  Oeaetabuehes  nach  erneuter  Beratung  abgeindert 
twerdeii  können.« 

T>(T  hier  2tun  Ausdi  koiiimendp  Standpunkt  entspricht  dem  von  den 
Kapituiatiiiiismrii-Iiten  von  jeher  vertretenen,  lürkiscIierjseitH  aber  angcrucliteueii 
teitendeu  (ii-uiid:)<it^,  dan  Freindeiirechts,  wonach  die  Anwendung  iiiländiBcher  Gesetzes- 
Bonnen  auf  AusMnder  erst  daun  znlissig  ist,  wenn  zwisdten  der  tttrkiachen  Re- 
gienmg  und  den  Miciiten  dn  dfesbesftg^icfaes  Einvemdinien  erzielt  worden  ist. 
hierüber  unten  S.  11;!  f. 

Aus  dem  Unistaridi',  daß  weder  das  Rcglemnit  splhst  norh  die  dasselbe 
l>egleiteiide  Pt'ortciiimto  \  üri  einer  Oenehmigiuig  durch  kaiserliches  Irade  Erw^hnuna^ 
tun,  könnten  vielleicht  Zweifel  an  der  ütaat«rcchtlichen  Gültigkeit  diesem)  Aktes  ent- 
«lehai.  Defi  sieh  die  Pforte  tn  Beratungen  mit  Delegierten  der  Missionen  ein- 
gdassen  und  das  geuieinsdiaftUch  fes^estellte  Ei^bnb  in  Form  einer  Verordnung 
•mtlieb  mitgeteilt  haben  sollte,  ohne  sich  der  Einwilligung  des  Staatsoberhauptes 
\  !»rli«»r  vergcn-issert  zu  haben ,  nmß  von  jedem  tuit  den  türkischen  Verliältnissen 
eiiugeririaßen  Vertrauten  an  sw.h  sclion  als  hr^chnt  !»)vvahrschein!irii  hezeirhiiet 
werden.  Zugunsten  der  Annahme,  dat^  ein  Irade  in  der  flblielien  Weise  taLsäcidich 
ergangen  ist,  spricht  der  Umstand,  daß  eine  in  arabisdier  Sprache  abgefaßte  und 
bdm  Ibmdel^>ericht  in  Beirat  ermittelte  Ansfertignng  des  IteglenieRts,  die  das  Datairt 
des  27.  Kedacbeb  1260  (6.  Mai  1853)  trigt,  die  ansdraddiche  Erwähnung  des 
Indes  enthil«. 


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112  Weisi.h  :  Das  ruMiiiscliU:  Handelsgericlu  in  der  Tdrkci. 

(ierichtssit/.iingen  ist  fulglich  iinerlüßlich;  es  steht  weder  im  Belieben  des 
(Jericltts  noch  in  flptnjVni^^en  der  Partei,  auf  die  Teilnahme  eines  oder 
uichrffer  Hicliter  zu  verzichten. 

I);iß  die  froTTulen  Reisit/.fM- snintlich  An^ehnrigp  df*sjenii;rn  Staates  sein 
iniis,seii,  uelchjiui  die  an  dcni  srhu cljetulcn  I'id/.pssr  licteiliutf  Partei  an- 
geliürt,  wird  nicht  (erfordert.  Ks  grnügt,  wenn  dieselbeti  iilxMhaiipt  Ans- 
l&oder  sind  und  ku  den  gemäß  den  näheren  Bestimmungen  zur  Au^iübuitg 
des  Beisitxeratnts  befugten  Personen  gehören. 

Man  kann  wohl  bexweifdn,  ob  das  Reglement  Organicjue  von  1848, 
von  der  Hauptstadt  und  allenfalls  einigen  gr&0eren  Uandelsplltsen  abge- 
sehen, in  seinen  EinKelbestimmnngen  {Iberall  genau  durchgeführt  worden 
ist.  JedenfalKs  bildete  es  bis  /um  Erscheinen  des  Anhanges  /.um  Handels- 
gesetzbuch im  Jahre  1862'  die  alleinige  Basis  lur  die  Behandlung  der  ge- 
mischten Prozesse. 

Unter  der  Herrsclialt  des  R(  i:;!pment  Or«;anl(jtip  erwarb  sich  das  ge- 
mischte Gerirlit  defart  allL^^Mncinc  Cicltun^.  (!:iß  sicli  allscilii^  die  AufTn.'J'^'ini: 
Im- festigte,  es  bcsU'ii<'  ix'i  dirscin  (rericbtslu»!  i'iiv  allr  .\nu;elH")fiiir  drr  Ivaj'i- 
lulatiunsstaaten  in  ihiea  nicia  auf  deut  Gebiete  des  StralVechts  liegtntlcu 
Streitsadieu  mit  Ottomanen  ein  ausschließlicher  bevorrechteter  Gerichtsstand. 
Die  sachliche  Zuständigkeit  des  gemischten  Gerichts  war  daher  faktisch  un> 

■ 

b^p^nxt.  Sie  erstreckte  sich  außer  auf  handelsrechtliche  Prozesse  auch  auf 
sSmtliche  bürgerliche  Klagen. 

Was  insbesondere  die  seerechtlichen  Prozesse  betrifit,  so  bestand, 
wenigstens  in  der  Hauptstadt,  ein  im  Jahre  1850  nach  dem  Vorbilde  des 
gemischten  Handelsgerichts  gleichfalls  nengeregeltes  Forum  bei  der  Hafen* 
prifektur. 

§4. 

Die  iOrkische  Justizreform  und  ihre  Bedeutung  fQr  das 
gemischte  Handelsgericht. 

Das  ,Inhr  ISöO  be/.eitimct  den  Heginn  der  ailgemeineu  .Iusü/-g*'M'U- 
gebiuig.  Ihren  Abschluß  .sollte  sie  erst  im  Jahre  1879  erreichen.  In  dit^m 
Uai  dreißig jalirigen  Zeitraum  rollzog  sich  die  Wandlung  der  tfirkiseben 
Recbtsptlege  in  ein  nach  modernen  Rechtagrundsfttzen  geformtes' Gebüde. 
Die  Geschichte  dieser  Entwicklung  in  allen  ihren  Elnzelh<»ten  wiederza- 
geben,  li^  außerlialb  des  Rahmens  dieser  Arbeit  Eine  kurze  Darstelltti^ 
der  gesetzgeberischen  Tätigkeit  der  türkischen  Regierung,  namentlich  auf 
dem  Gel)iete  des  Ilandelsrerlits.  wiixl  indessen  nicht  zu  umgeben  sein,  da 
das  weitere  Schicksal  der  gemischten  Gerichtsbarkeit  in  dem  hier  in  Frage 
kommenden  Zeitraiini  ohne  Kingehen  auf  diese  Verhältnisse  keine  verständ- 
liche Darstelluiiii  cilahren  wünle. 

Ztir  allgemeincfi  Klarstellung  crsrlicint  es  zunächst  eriorderiicli .  ^icii 
diejenigen  Gegensätze  zu  vergegenwiirligen ,  welche  in  der  grundsätzlichen 
AuHiUssung  von  der  Bedeutung  neuer  Gesetzgebungsakte  dejs  Territorial- 

I  Siehe  unten  S.1I8. 


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Wkpu:  Da«  Gemuchto  Handebgericht  In  d«r  Tfliiei.  IIS 

sUMts  fQr  fremde  Staatsangehurige  xwisctien  der  Pforte  eineaneits  and  den 
KapituIaUoosmicIitea  andererseits  von  jdier  bestanden  haben.  Sie  bonihen 
auf  den  prinzipiell  entgegengesetzten  Voraussetzungen,  von  welchen  die 
beiden  Parteien  bei  der  Beurteilung  der  Frage  glauben  ausgehen  tu  mflssen. 

Nach  der  von  der  Pforte  vertretenen  Ansieht  ist  das  in  den  KapitOf 
Utionen  1)egi  iindete  F'remdenrecht  im  Wege  reiner  VergünstigJing  entstanden 
lind  stellt  im  \'erliultnis  zum  inländischen  Rechte  nur  einen  Ausnahmezu- 
stind  dar.  Seine  Berechtigung  hatte  dieses  Fremdenrecht  ursprünglich  nur 
(iaraiis  herleiten  l;nniipn,  daß  das  einheimische  Recht  aller  den  abendlan- 
ilischfii  KfcliLsl-citritTeri  ada(|uaten  Einriclittinp^en  enthehrte.  Als  aber  die 
Türkei  infolge  der  ScUafTung  einer  nuulenuMi  rie.scizt^chmig  nach  europäi- 
schem Muster  in  die  Reihe  der  RecliLsstaaten  Eurüpiu»  trat,  konnte  sie  olme 
weiteres  Anspruch  auf  Gleichberechtigung  erheben,  und  entiUllt  somit  flir 
die  Kaintulationsmaehte  jeder  Grund,  eine  Ausnahmebehandlung  filr  ihre 
Unlertanen  zu  verlangen.  In  diesem  modernen  Beditsstaat,  wie  ihn  die 
Tfirkei  heutzutage  daratellt,  mOssm  die  Landesgesetze  nach  dem  vSlker- 
rechiUch  anerkannten  TecritorialiUitsprinzip  allen  Bewohnern  des  Staat^- 
bietes  gegen&ber  unbedingte  Geltung  haben.  Vorrechte  zugunsten  fremder 
Staatsaiigehuriger  kGnnen  nur  da  zugelassen  werden,  wo  sie  durch  Völker^ 
rechtlichen  \'ertrag  vorgesehen  sind.  Eine  Erweitenuig  dieser  Vorrechte, 
spi  es  infolge  ausdehnender  Atislef^tmg  der  \'ertia<rsl>estinimungen ,  sei  es 
durch  gewohnheitsrechtliclic  Weiterbildung,  sei  dalier  ein  Mißbrauch,  dessen 
Allstellung  nicht  länger  verzögert  wei*den  dürfe,  /u  diesen  nur  inißhräucli- 
lich  enUlaudenen  Privilegien  gehöre  vor  allent  die  Einrichtung  der  gt'nii.sclitcn 
Gerichte,  welche  demnach  als  jeder  vertragliclien  Grundlage  entbehrend  ver- 
worfen werden  muß^ 

Hiermit  unvereinhar  ist  die  Auffassung,  die  von  den  Verfechtern  des 
Kapitolationenredits  vertreten  wird.  Sie  geht,  uns  scheint,  mit  vollem  Recht, 
fon  der  Voraussetzung  aus,  daß  zur  Zeit  der  Entstehung  des  Fremdenrechts 
von  der  Herrschaft  des  Territorialititsprinzips  lu  der  Türkei  nicht  die  Rede 
sein  könne.  Nach  den  damals  geltenden  Rechtsanschauungen  sei  vielmehr, 
wie  liereits  in  anderem  Zusanunenhang  betont  wurde,  die  Geltung  deM  Per^ 
sonalitätsprinzips  nnbestrltten.  Nicht  als  ein  im  Gegensatz  zum  Kt!clit»'  des 
Territorialitätsstaates  entstandener  Ausnahme/.ustand ,  sondern  vielmehr  als 
natürliche  Folge  des  Personalitätsprinzips  sei  das  Kapitiilationeiir«>rlit  zu 
bezeichnen.  Der  im  We^e  sinngemäl^er  Auslegung  der  N'ertragsbestimmuu- 
gen  und  gewohnheitsrechtlicher  Wciterausbildung  derselben  erfolgenden  Ent- 
wiekdung  könne  die  Hechtsgriltigkeit  nicht  abgesprochen  wenlen.  Die 
solchergestalt  ziigimsten  der  Ausländer  geschaff»ie  Beditslage,  d.  h.  das 
beutige  System  des  Kapitulationenrechts,  beruhe  dem  Rechtsgrunde  nach 
«nf  einem  zweiseitigen  Vertragsverhiltnis;  eine  Abänderung  oder  gar  lös- 
liche Beseitigung  desselben  sei  daher  anders  als  durch  gemeinschaftliche 
Verstindigung  nicht  sollssig. 


I 


Diese  Aunassung  finden  wir  d.irgi-lcgt  in  dem  oben  anfgefilhrten  Memo* 
random  von  1809  (Aristarchi,  B<LIl,  &421). 

Ktt.  d.  Sem.  £  Oiioat  Spnidicfi.  n07.  n.  Abt.  H 


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1)4 


WiCBKRt  Dm  Gemischt«  Handcls<Tcricht  in  der  TOrkei. 


W'l'iiu  .sirli  (letiinach  die  cin/clnrn  Institiitp  des  FrptndtMirrrlit«  isnrfi 
Ansicht  der  K.ipiliilation.'smfjrlit«'  diirci)  einst'itigen  Akt  »ler*  l  in  k»'i  nii  lil  ;il> 
.schallVii  lasM'u ,  so  üiiiü  dieü  hiicIi  ^leicliennaßen  «elten  hitisichUich  «irr  aiU 
geiueinen  X'oraussetzung,  von  welcher  ans  wir  an  die  rechtliche  lieurtfihuii; 
des  Kapitiilattonenrechts  ab  solchen  heranzutreten  haben.  Uni  daher  dem 
Terrilorialitäts|jrin/.i])  unbedingt  Gdtung  zu  verschaffen,  genügt  es  nicht, 
daß  man  tOrkischerseits  einfach  die  Erkllrung  abgibt,  mit  dem  Eintritt  der 
Türkei  in  die  Reihe  der  europlischen  Rechtsstaaten  seien  nunmehr  ohne 
weiteres,  die  allgemeinen  völkerreclitlielien*  GrundsStxe  allein  maßgebend; 
es  bedarf  vie!in«  !ir  zu  i-mw  derart  durchgreifenden  Änderung  auch  d<'r  Zu- 
stimmung der  Ivapitulniionsmicbte.  In  t^rninngehmg  eines  die.sbtf/.üglichi>ii 
internationahMi  Kin  verstand  nisse.s  muß  daran  festgehalten  weiden,  daB  tlir 
von  der  inländischen  Stnat^j^ru  nlt  ausgehenden  gesct/irelx^riscln  r»  Akte  in 
Geniüßhf'it  dfv  Pcj-siinalitälsjn  iiizips  a  jiriori  als  fTir  Aii»lati(l('r  iin\  ('i  lMudlicli 
zu  gt'lti'it  iiaheii.  Kä  ergibt  .sich  hieraus  fiir  die  Zw  tckf  tlci  \ '>i  iiegcMiden 
Abhandlung  die  .Schlußfolgerung,  daß  die  liir  die  Iii Iciligtuig  geinlsehtiT 
Prozesse  vor  der  Einli'thrung  der  neuen  Justizgesetze  maßgebenden  Normen 
aocti  nadi  der  Justizreform  ungeschm&lert  in  Geltung  bleiben  müssen»  es 
sei  denn,  daß  im  einzelnen  Falle  seitens  der  Mächte  ausdrücklich  oder  auch 
nur  stilbchweigend  in  deren  AlAnderung  eingewiifa'gt  worden  Ist*. 

Geht  man  von  derart  widerstreitenden  Gesichtspunkten  aus  ao  die 
Losung  etwa  entstehender  Streitfragen  heran,  so  läßt  sich  eine  Einigung 
ohne  ginzlichen  Ver/icht  auf  die  eigene  prinzipielle  AuiYassjinä^  schwei  er- 
zielen. Der  ge8rhild(M-te  (jegensatz  bildet  dahei'  bis  auf  den  heutigen  T^z 
den  liauptsäcliiiclien  Gnind  fUr  die  in  der  iiandhalmng  des  Fremdenrechts 


*  Mit  der  Polemik  gegeu  die  ubenervväiinte  Denlcsclirili  Ucn  sich  ab  ias- 
besoodere  I.  von  Teata,  in  ehier  lesenswerten  Sdirifl  »OlMervations  svr  le  memoire 
de  la  Subliuic  Porte  relatlf  atuc  Capitulations*,  Koiistantinopel  1869,  sowie  das  sdmit 
angeführte  Werk  -Ktudea  pratiques  sur  la  (^ucNtion  d'Orient-,  Kapitel  II.  Vgl.  fenicr 
die  trcircnden  Ausführungen  von  Pi'lissir  d.'  Ivausas,  a.a.O.,  S.  203fr.  und  422fr. 

Die  Auffassung  der  Kapitutatiun.smäi  lite  in  der  Frage  der  Auweudbarkeit 
türkischer  Gesetze  auf  Ausländer  ist  ausföhrlidi  dargelegt  iu  der  identischen  Note, 
welche  die  Missionen  am  28.  Februar  1895  an  die  Pforte  gerichtet  haben  (a.  Yooog. 
a.a.O.,  Bd.  1,  S.  274).  Es  heißt  dort  ii.a.:  >D  est  d'nne  n^cessite  primordisle  que 
les  lob  aoxqnollcs  doivcüt  *' tre  .soumis  lea  ikrangars  solent  en  liarmonie  d'abord  avee 
les  trfiit<'s  pylsf  uii  1 1  siihsiiltriiretneTit  avf>«;  nn  ensemble  de  eonvetitions  ou  d  en- 
tenies iniet  i  enucs ,  aom  dm  fornie.s  divenses,  avec  ie  Urmvemenient  bnpcrial  rela- 
tivemenl  ä  des  questions  de  principe  d'ordre  politique,  administratif  ou  judiciaire  . . . 
la  legislation  Ottomane  ne  He  les  Strangers  que  tout  autant  qo'elte  ne  s^eearte  pa.'« 
des  claoses  iaserces  dans  les  Capitnlatiotis  k  moins  de  derogations  librement  (x^ti- 
senties  par  les  Puissance.*)  interessees.  Les  Missions  etrangtres  sont  done  foodeast 
en  vue  d  tin  int/rOt  eomnmn ,  ä  demander  ."i  !  i  Sidilinie  Porte  eommnnieation  des  loh 
et  rrglements  dont  l  application  duit  etre  eleiidue  aux  «'trangers.  Elles  seronl  alnsi 
en  niesure,  apn-s  s  c'tre  rendu  couiple  quo  cea  dlspositioui}  tie  vuut  paa  ü  reucoutr« 
des  immnnitea  octroyees  et  garauties  par  lea  traites,  de  lenr  reoonnaitre  forte  exe* 
cutoire,  c'ost^i-dire  un  caractere  d'applicabilite  h  l'egard  de  leura  national».  ■ 


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Wsbke:  Das  Gemischte  Uaiidelsgericht  in  der  TfirkeL  1 15 

vorhandene  Uoklarheit  und  Unsicherheit  Gerade  das  Gebiet  der  gemiscbtea 
Reditsprediuii{(  bietet  bierfftr  ein  bezeichnendes  fieiapiel. 

Da  in  der  Praxis  ein  modus  vivendi  gefunden  werden  miifite,  behalf 
man  sich  mit  Kompromissen.  Meist  war  die  EnLscheidung  eine  i-eine  Macht- 
fra^»>.  Da  wo  clor  Pforte  bei  liartnäcki^em  Widerstand  empfindlicher  Nachteil 
i!n»hte,  sah  sich  die^^elbe  genötigt,  einzulenken,  wobei  sie  freiücli.  um  ihren 
fot  iiif'llfMi  Standpunkt  möglichst  7.11  rftffn  ,  stets  boriiulit  war.  dem  Kückziig  den 
t^taraktrr  rini*r  jjrinripii  llt'ii  A tierkcimung  der  uri^nrrischeii  Ansieiit  zu 
nehmen,  lletrigegmühn  h;ilicri  auch  die  freniden  \  »  i  ticiungen,  deren  Vor- 
f^ehen  vielfacii  die  iH>ligfr'  Eiriheillichkeit  und  lleliarrlichkcit  vermissen  ließ 
oder  durch  poIiU^iche  liücksichtcn  gehemmt  war,  ihrem  Standpunlct  nicht 
immer  die  w&nschenswerte  Anerkennung  verschafil.  In  der  Frage  der  Anwende 
barkeit  ottomanischer  Rechtsnormen  auf  fremde  Untertanen  insbesondere  ist 
die  Stellungnahme  der  M ichte  nicht  durchweg  klar  sum  Ausdruck  gebracht 
worden.  Allerdings  mußte  sich  die  türkische  Regierung  wiederholt  dazu 
hojuemen,  sich  in  eine  gemeinschaftliche  Prüfung  neuer  Gesetze  einzulassen; 
in  eiiixclnen  Fällen  liat  sie  den  Vorstellungen  der  Vertretungen  entsprechend 
fstchliohc  Änderungen  an  denselben  vorgenommen.  Dies  bat  sie  aber  bei 
nndr-rcii  (M-Ici^enheiten  nicht  verhindern  können,  auch  f>!ine  vorliprigos  Ein- 
vrnit  hiiir'ii  mit  den  Mächten  neue  (ieselzesvcrscluitlcn  zu  erlassen,  die  ihrci- 
Bestiuunung  nach  nuch  auf  fremde  Staatsangeliorige  An\v<Midung  zu  finden 
hatten.  Den  Missionen  blieb  vielfach  nichts  andere-s  übrig,  als  die  ge- 
schaffene RechLslage  nachträglich  stillschweigend  anzuerkennen. 

Das  Reglement  von  1848  war  noch  unzweifelhaft  unter  Beobaditung 
der  kapitulationsrechtHchen  Formen  zustande  gekommen ;  auch  war  f&r  seine 
spatere  Aband«»iingy  wie  wir  oben  bereits  gesehen  haben,  der  Weg  inter- 
nationaler Veralindigung  vorbehalten.  Sdion  bei  dem  Erscheinen  des  im 
Reglement  selbst  angekündigten  Handelsgesetzbuches  war  inderaen  die  Pforte 
Dicht  mehr  von  demselben  Geiste  geleitet,  welcher  bei  der  Abfassung  des 
Reglements  maßgebend  gewesen  war.  Am  3.Muharrem  12(57  (S.November 
1850)  wurde  seitens  der  türkischen  Regierung  den  fremden  Mi'ivionen  der 
Tcxtdes  neueiirrespt/bnches  (Tidscliaret  knninin.iincsvi)  vom  1^.  l*aMi,'is;iii  l*2'»'i 
(2'*.  .Ittli  IS.",!))  mit  (Icni  lienierken  amtlich  tnilgi-triU,  daß  il:us  (iesel/.  Iierrius 
Hut  tli'iii  l.Muharrem  1267  (G.  November  desselben  Jahres)  in  Kraft  ge- 
treten sei  K 


'  In  den  Provinzen  trat  das  Gesetz  erst  6  Monate  später  in  Kraft,  vgl«  Ahmed 
Reachid,  KommeDtar  sani  Hiindelsgeaetxbaeh  (Hnkuk-i-Udsdisret)  *  S.  45;  türicisdier 

Tt.'xt  in  der  Ge&etzsanimhuig  Dilsiur,  Bd.  I,  S.  37*11?.;  fi  iuizoslsche  Cl)ersotzung  hei 
Ari«»rchi.  Legislation  Ottomane,  Bd.  I,  S.  t!77ir. ;  Tt  sia.  R.  i  iicil  (]»■•,  Traites  de  la 
i*orte  Ottoiuaite,  Bd.  I,  S.  2l5ir. ,  »owie  Young.  l'yrj>«  de  Üioil  Ouoinan,  Hd.  VII, 
$i.55ir.  Eine  dcutsclto  Übersetzung  findet  sich  in  der  Borchardtschcn  Sammlung  der 
Ibndclsge«ott8  de«  Erdballes «  Bd.  V,  S.  184 ff.  Diese  Übersetzongen  geben,  wie  hier 
beitinfig  bemeikt  werden  mag,  ^elfaeh  nur  den  Text  des  franzosisdien  Code  de 
Commerce,  dessen  Bestinuiiungen  allerdings  einfach  in  das  türkisr'he  Gesetz  Aber- 
nomnien  worden  sind,  wörtticli  wieder.  ItKleH«;rn  weist  die  türkische  Übersetzung 
lüer  und  da  Abwcicituugen  vom  tj-anzÖ8iacüeu  Vorbild  auf.   Da  der  türkische  Text 


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116 


Wemb:  Das  Oeroischte  Handi^lsgoriclit  in  der  Tflrkei. 


Allerdins^s  hatte  die  Pforte  schon  vorher,  am  14.  I  )s(  ht'iiia/.i-iil-s,iiii  12H4 
(18.  Mai  ISIH)  (He  Missionen  anfj^eforHert ,  ihir  n<'l*"_:i' tt<  ti  ziirii  Hnndcl."!- 
niiiiLsteriuiii  zu  entsenden,  um  einer  \'erlesung  des  Ue.setzi's  lieizuw oluu-n. 
Dir  den  fremden  Vertretern  hei  diesem  Anlaß  gemnchten  Ernflnun^en  waren 
aber  recht  stiramarischer  Art.  Eine  genauere  Durchsicht  tnler  ^ai  eingehende 
Beratung  der  einzelnen  Bestimmungen  in  einer  gemischten  Kommission,  wie 
dies  von  den  Delegierten  angeregt  wurde,  leimte  man  tarkischersdts  ohne 
weiteres  ab.  Ansehdoend  glaubte  die  Pforte  durch  eine  einfiushe  Mitteilung 
des  GesetKes  ihren  V^erpflichtungen  gegenüber  den  Michten  vollauf  genQgt 
zu  iiaben.  Ihrem  Standpunkt  getreu  bestanden  die  fremden  Vertreter  indes 
auf  (Mner  weitergehenden  Mitwirkung  bei  dem  Zustandekommen  des  Gesett- 
buches;  da  ihnen  mif  diese  Weise  verwehrt  wurde,  sich  eine  eigene  Clier^ 
Zeugung  über  den  Wert  der  neuen  Schopfiujg  zu  bilden,  legten  sie  ans- 
(Irürldtch  dagegen  Verwalinrni;  ein  .  daß  üjre  Gejronwnrt  hei  der  Verlesung  im 
JSiune  einer  GenehmiijiiTiL;  des  (icsctzcs  Musi;<-U'i;t  werde. 

Weitere  N'erh.uuUungen  mit  den  Missionen  liat  die  türkisclie  Regierung 
in  dem  feixenden  /.vveijährigen  Zeitraum  bis  zur  endgültigen  Veröffentlichung 
des  Gesetzes  nicht  eingeleitet'. 

Was  den  Inhalt  des  Tidscharet  Kannnnamessi  betHffI,  so  war  derselbe 
im  einzelnen  den  Bestimmungen  des  franzfinschen  Code  de  Commerce  nach- 
gebildet. Daneben  hatte  man  bei  der  Redaktion,  nach  der  den  Gesandt- 
scliaftsdelegierten  im  Jahre  1848  gemachten  Mitteilung,  auch  die  in  der 
Türkei  geltenden  Handelsgebrauche  gebührend  berücksichtigt.  Nicht  alle 
Materien  aber,  die  im  französischen  \*orV)ilde  behandelt  werden,  hatten  in 
die  türkische  Kodifikation  Eingang  gefunden.  T)a.s  g&samte  Seerecht,  als 
minder  dringlich ,  und  die  Bestimmungen  Ober  Organisntion  und  Verfahr»'n 
der  Handel5c;et-iehte,  als  auf  türkische  Verhältnisse  nicht  anwendbar,  hatte 
der  Gesetzgelier  vorläufig  rinsijest  haltet 

Das  neue  Geset/Jnu  h  l)i  ;ichte  dalier  luoiil  einmal  ein»'  erschoplende 
Behandlung  des  iiaudel^rechts.    Diese  Unvollstandigkeit,  die  iu  der  Ful^e 


atleiii  gcsot7.1iche  Grltutifr  hat,  ist  die  rtblirhe  fran7osisciic  i^'assun?  niclit  frei  vun 
gewissen  Ungcnauigkcitcit.  Eine  nach  dieser  Kichtuiig  verbesserte  übertragtmg  im 
Fruiiösisclie  ist  diejenige,  weldie  tn  der  neuen,  gegenwärtig  im  Erecheinen  be« 
grlffenen  Auflage  der  Borchardtschen  Sammlung  entitalten  ist. 

'  Das  Work  hatte  seine  Entstehung  dem  Eifer  des  Handelsminislers  Riss  Pasdii 
/u  verdanken  gehabt.  Nach  dessen  schon  im  Jahre  1848  erfolgten  Ahsetrun!;  ni'"jr<^n 
.seiiip  Nac'lifolger  Kiamil  timl  Ismail  Pascha  nur  ein  laue«?  Interesse  für  eine  Suh*' 
bekunde»  haben,  für  welche  das  Hauptverdienst  doch  nur  ihren  Vorgänger  trai. 
Andererseits  hatte  das  H.  6.  B.  die  diplomatiselien  Kreise  und  die  interesderteBaodsls* 
weit  insofern  einigermaSen  enttiuschtf  als  das  Gesets  sich  damit  begnflgto,  die  im 
gemischten  Verfalu^n  bereits  tatsächlich  angewandten  handelsrechtlirlicn  Vorschriften 
des  Code  Napoleon  wiederzugeben.  I)a.s  Verlangen ,  dasselbe  möglichst  bald  in  Kraft 
treten  %n  sehen,  war  d3!ier  hei  ihnen  nirht  vorauszusetzen. 

'  Das  Tid.<icharet  Kauunnamessi  linndelt  im  ersten  Bucltc  von  d&x  Kauf- 
leuteu,  den  HandeUbQcheni ,  den  Handelsgewllachaften,  dem  KomraiasSooe-  and 
Frochtgesdilft  und  vom  Wediselreeht,  im  sweiteii  Buefae  vom  Konkorse. 


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Wkbcr:  Daa  Geniwdito  Uaudelsgoricht  in  der  Türkei.  117 

Ja  leicht  ei^^zt  werden  konnte,  fiel  aber  weniger  gegen  den  Wert  des» 

selKfti  ine  Gewicht,  als  »  in  weiterer  Mangel,  dessen  Trsachen  tiefer  liet^eu 
und  deti^^eii  nachteilige  Wirkung  in  der  Praxis  sich  spater  fühlbar  machen 
snllte.  Der  Coile  de  Commerce  setzt  hekaniitlich .  als  Ghed  tier  napoleo- 
ni^chen  Gesanitgeset/gehung.  dns  Vorhandensein  eines  biirgei'Hrltfti  Geset/- 
IhhIips  vorntis,  dessen  Grundsatz«»  ntich  in  Handelssachen  mv  iü'gän/.iing 
und  \iisl»'v;ung  herangezogen  wenh  ii  müssen.  Die  Türkei  hat  dem  frejiiden 
Kecjit  eine  begi-enzte  Zahl  von  Ucchtsv urschrilten  entlehnt,  aber  d'w  zu 
deren  \'erstäudni:i  uneutbehrlichen  allj^emeinen  Normen  außer  acht  ge- 
lassen. f)an  exotudien  Gew&chs»  das  sich  in  einen  fremden  Boden  ver- 
pilanat  sah,  fehlte  es  somit  an  den  zn  seinem  rechten  Gedeihen  nötigen 
Bedingungen.  Ohne  die  tu  seiner  sinngem&Oen  Anwendung  erforderliche 
Gnindlaj;e  mußte  das  Tidscharet  Kanunnamessi,  namentlich  in  den  Händen 
eines  in  den  Anschauungen  des  Scheriatrechts  befangenen  Richters»  nur  ein 
kßamierliclies  Dasein  fristen. 

Die  Neuregelung  des  Prozeßvei'ffthreus,  dir  im  Kcu'h'mcnt  von  1848 
in  .\ussieht  ge.steUt  wotxlen  war,  hatte  im  Handelsgesetzbuch  noch  keinen 
Pirttz  cpfimden,  war  auch  bei  d<Mn  Cliniaktfr  dfss<'!!»en  «ils  Kodifikation 
ill  s  vai  liliehen  IlandelsreehLs  niciil  /n  rrw  ai  teii.  Die  Existenz  der  ge- 
un.schlcn  f  i  criclitsbarkeit ,  wie  sie  in  (n'iiiäßhfit  des  Reglements  ausgeübt 
wurde,  war  daher  voiläaüg  nicht  direkt  in  Frage  gestellt.  Sich  der  tat- 
sichUcben  Anwendung  des  Gesetzbuchs  ^or  dem  Forum  der  gemischten 
Gerichte  au  widersetxen,  lag  ilQr  die  fremden  Missionen  um  so  weniger 
Anhifi  vor,  als  man  dort  ja  bereits  von  jeher  daran  gewöhnt  war,  neben 
den  ortsüblichen  Gebräuchen  die  Vorschriften  des  fransösischen  Rechts  sich 
cur  Richtschnur  dienen  zu  lassen.  Obgleich  daher  eine  formelle  An- 
«rkentning  seitens  der  .Mächte  niemals  erfolgt  ist,  besteht  heutzutage  kein 
Zweifel  mehr,  ilaU  das  Gesetz  auf  fremde  Untertanen  »ud>edingt  anwendbar 
luid  gerade  für  die  gemischte  Rechtsprechung  der  Handelsgerichte  in  erster 
Liioie  niftP^eftend  ist. 

Die  nächste  Aufgabe  des  türkischen  Ge.sel/i;thors  mußte  sich  inni- 
iDehr,  außer  der  Krgäti/.tmg  cler  im  matej'iellen  Knlii  noeh  vorlianiirm  n 
bücken,  vor  allem  der  Schall'ung  einer  GerichUverla^sung  und  cine.s 
Prozeßreciits  zuwenden.  Zu  ihrer  Verwirklichung  bedurfte  es  indessen 
noch  weiterer  sehn  Jahre. 

Während  dieses  Zeitratunes  gelang  es  den  Missionen  wieder,  ihrem 
prinzipiellen  Standpunkt  bei  der  Pforte  Anerkennung  zu  versehaiTen  und 
eine  gemeinschaftliche  Beratung  der  au  erlassenden  Gesetze  dui-chzusetzen'. 


1  In  einer  Note  vom  —  I^*^!*^,^^' ^* ,  die  auch  in  der  Zeitung  ■Journal  de 

t.  Juii  lb.>o  ^ 

Conatanlinople",  Nmmner  vom  12.  Joli  veröffentlicht  worde,  schreibt  die  Pforte: 
-Conime  od  prendra  auMii  l'avia  des  tnterprctea  des  legations  oommiia  &  ce  genre 
d'affaires,  ce  memonuidnm  a  ete  adresse  aux  chcfs  de  Mission  ü  TcfTet  de  les 

prcvenir  que  lesHits  intpq>rctcs  sororif  rmtorisi'-,  ä  ('nicttn'  Iciii«!  o]>iiiio!is  dans  le 
sein  de  la  co(niiu.'7>it)ti  et  i^u'its  veuilletit  bieu  cu  cousc(|UCucc  ruudre  toutes  lea 
Ibis  «juils  scront  incites  ix  ces  scaitccs.« 


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118  Wnn:  Dm  Gemischte  Hendelagericht  in  der  TfirkcL 

Die  auf  (fiMind  (h'r  gepllop;»Mif»ti  XCrliandlinint'ti  cinLiort/tp .  mis  |>cU*u!Hrtrii 
tier  Pforte  iiiul  den  GesandtschrirtsciiannHjaii.s  lK'>t(  lirriil('  ^niii-cli'i'  Ivuin- 
iiiissioii.  die  votii  August  Ihrj.'t  Wis  /.iiiii  Mai  18ö()  t;ii;le,  ailnitoU'  /utiächst 
eiue  Ucilie  von  leitenden  GrundsStzen  für  die  Gericiitsverfnssung  und  das 
Prozeßverfidiren  aiis^  Einem  tiirkischerseits  darauftiin  vorgelegten  Entwurf 
versagten  die  Missionen  ihre  Billigung.  Die  fremden  Delegierten  stdlteti 
ihm  vidmehr  einen  ihrerseits  verfaßten  Entwurf  entgegen,  der  am  14. Mai 
1857  der  Pforte  uberreicht  wurde.  In  diesem  Gegenentwurf  hatien  die 
fremden  Vertreter  das  gesamte  in  Frage  lioimnendc  Rccht.sgel»iet  in  «n- 
gellender  Weise  berueksichtigt.  Entsprechend  der  von  den  Missionen  ver- 
tretenen Anflassnng,  daß  das  geplante  Gesetz  n)it  da/n  berufen  .nei,  die  lui- 
xnliingliclien  Bestimnnmujeii  dt^';  IS  IS  er  ReirlenKMits  zu  ei-set/.eti .  war  auch 
gerade  dem  Verfalircn  vor  den  uemisclitni  üericliiin  luxiD'i.-ff  Aufmerk- 
samkeit g(;widnift  wdiilen.  Bei  ]'>iiti;('^eiu!alMne  dieses  EiiLi>iiil>  erteilte 
die  Pforte  die  Zusiige,  die  ilu-  geuiaclUeu  \'ur.sclilage  zu  beriicksielitigeu. 

Ti'otzdem  ist  die  türkische  Regierung,  ohne  die  Wunsche  der  Mächte 
in  ErwSgunj^  zu  xiehen  «od  ohne  einen-  weiteren  Versuch  getnaclu  m 
ha1>en,  irgendeine  Verstftndigimg  berbeütufElhren,  bald  darauf  sur  Ver- 
offentUckung  der  geplanten  Handelsgesetze  geschritten.  In  Form  eines 
Anbanges  tum  liandelsgesetxbucb  (Tidacbaret  Kanunnamessine  Zeil)  erschien 

PSchewal  1276  .    ^  ,  ,  x  , 

zuerst  am         .     .,  c\n  Gesetz,  weiclies  auüer  \  tinselu  ilten  ni  iiei  i  U 

M).  Apnl  IS<>0 

rechtlichen  Inhalts  iioi  h  Hestimnningeu  ilher  die  Verfassung  der  HandcU* 
gerichle  und  ül>er  das  l*ro/,eß\'^rrlnhren  enthielt*. 

In  kurzen  Ahstnnden  folgten  sodrinn  zur  WrvoIlstniidiiTMuir  der  Ku- 
difikation  des  Uandeisrechls  der  Erlaß  einer  Haudelspro/rLviiHliniDL:  |1  s- 

sul-i-muhakeuie-i-tidscharete  dair  nisamname)  vom         ...  . 

'  l.).  Oktober  Ibbi 


'  niese  Grundsätze,  welche  von  seifen  der  Missioneii  «I»  iiotwenHiire  Hahis 
für  ciiu'  ^Mstindo  .TiiNti/reforrn  heyeiclinet  wurden,  hetiafcii  vor  allem  tin*  Kiii- 
hilinirig  des  V^irsiiunuii.Hvei  JalireiiJ*  und  einer  wirki»anien  l'onn  der  /wangsvotlstreckimg 
sowie  die  Anerkennung  der  Kegel,  daß  die  untwliegende  Partei  in  die  ProveEk 
kosten  «u  verurteilen  sei. 

-  Den  Ge.H:u)dt.H<-haften  wurde  das  Gesetz  im  Juni  1800  amtlich  mitgeteilt 
'rflrkisclifi-  Ti  xt  im  Dfislur,  Bd.  1,  S.  4ir>n". ,  französische  C^berset/nng  bei  Aristarclii. 
a.  a.  O.  IM.  II.  S.  ::43ff.;  Testa,  a.  a.  O.  Bd.  I,  S.  2<S(ilV.  und  Young,  a.  a.  il 
Bd.  I,  S.  22o  d.  und  IM.  Vll,  S.  (UMF.  In  aieben  Titeln  worden  l)eliandclt  :  AUgt:- 
meine  Bestimmungen,  die  Yerfasautig  der  Handelsgerichte,  die  Znstittdigfceit  da* 
Handelsgerichte,  Vorschriften  betrefTend  den  inneren  Geschiftsgaog,  die  Verfassung 
des  Handelsberufungs^criclits,  Proteste  und  Vorschriften  über  Schadenersatz. 

'  Türkisch  im  DiVtur.  Hd.  I .  S.  7^0 m  Tbersetzt  bei  Aristarchi,  a.  a.  O.  Hd.  II. 
S.  374ir.;  Tr<tm,  n.  n.  i ).  Hd.  1,  S.  ;^iM)ti.;  Vomig,  a.a.O.  Bd.  VII.  S.  l.S.MT.  I>ie 
zehn  Titeln  handeln  \on  den  £j*fordei'uisseu  der  Klage,  der  Ladung  der  Parteien 
und  Procefivertagung,  der  mAndlicben  Verhandlung,  den  kontradiktorisehen  Urteileu, 
dem  Versiumniaverfahren«  dem  Einspruch»  der  Dritloppositioa,  der  Bemfung  und 
der  Requite  Civile. 


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Wkvkb:  Da«  Gemischte  Handeligerichi  in  der  Türkei.  119 

(ind  eines  SeetuiDddsgesetxbucbes  (Tidscharet-i>l>ahrie  kanunnsmessi)  vom 
6.  «ebi»«Uewwel  1 280 » 
21.  August  1863 

Bei  der  Bereitwilligkeit,  niit  weicht^-  <lir  ti'irkisclie  Refjierung  his 
/um  .Tnlire  ISö^^  <\ei\  fremden  Machten  eine  .Mitwii-kuna;  hei  ilirer  ^eset/- 
ci  i«««.-}!.-!!  Arl  K-it  iiumorhin  norli  pinixeriiiimt  ]ialte ,  ist  die  Sinti' siindei-iinf». 
tlif  >t-it  jfueiii  Zcitpuiikl  bei  der  rrorlt;  deiitlieh  ziitritrr  tritt,  eiiiijierajaÜen 
befremdend.  Diese  Ei.scheiniinu;  findet  leiclit  ilire  lü  kliining  in  der  Wand- 
hm'^,  welche  die  politische  Slelliin«:;  der  Türkei  infolge  der  schwerwiegen- 
den Ereignisse  Jeoes  Jahres  diirclip;einacht  hat.  Nacb  den  Ergebnissen  des 
Pariser  Kongresses  glaubte  die  tttrklsche  Regierung  den  eraehnten  Augen- 
blick gekoromen,  wo  sie  daau  schreiten  könne «  die  ihr  lästig  gewordene 
Ka{utulationen  abzusehQtteln ,  ohne  allau  lebhaften  Widerspruch  auf  selten 
Earo|>as  befllrcbten  zu  mflssen.  Wie  wenig  diese  Hoffnungen  in  Eriilllung 
gehen  sollten,  /eigt  schon  die  Geschichte  der  folgenden  Jahre. 

Mit  der  Promidgierung  eineir  auf  aliiMidliiiKlisclicr  (irundlage  beridienden 
Handelsgesetzgehung  hatte  die  Pforte  nacli  itn'er  Ansicht  ininniehr  alles  getan, 
luii der  Atisn,'i!miriirr  ichts!)nrkf'it  in  i^'-niiNclitcn  Sncheu  j«Hle  Daseinsherechtitinnu 
/.II  nehnifMi.  I  iicii  in.-  l.i  l><-n  ;;»'!'nt'('iicn  ( ici  iclitf.  liic.  nadi  europäischen»  Muster 
t'iiii;t'i  ieiiiet,  auf  Grund  mkx  lerner  Aiiscliauujigcii  ilic  Reehtsptlege  ausüben  soll- 
U'ii,  boten  nach  Lürkischt;r  Auffassung  genügende  (Jai  untien,  inti  fiu'tan  in  gieiclier 
Weise  für  fremde  Untertaueu  wie  fur  Landesaugeliürige  zuständig  zu  sein. 

Die  M&ehte  fühlten  sich  indessen  keineswegs  veranlaOtt  von  ihrem 
hisherigen  Standpunkt  abzuweiehen.  Im  Jahre  1862  richteten  sie  aus  An- 
laß der  neuen  Gesetzgebung  eine  Kollektivnote  an  die  Pfoite,  in  welcher 
sie  den  von  Ihnen  stets  verfochtenen  Satz  aufrechterhalten,  wonach  eine 
Abinderung  des  im  Wege  int*  rnntioii.iler  Veieinbaning  festgesrt/tcn  Zu- 
staiuh's  durch  einseitige  Akte  der  Türkei  nicht  7.ulä.ssig  sei.  Um  <las  er- 
fonierliche  Kinvernehmen  hinsichtlich  der  Anwendung  der  neuen  Gesetze 
herzustellen,  iurdern  sie  die  Wiederaufnahme  der  Verhandlungen  von  1806.^' 

^  Den  GesandtsciMiflea  in  franzosischer  Übersetzung  amtlich  mitgeteilt  Im  Sep- 
tember 18<>4.  Türkischer  Text  Im  Dflstur  Rd.  1.  S.  4G(1tl'. ;  franzosisch  bei  ArisUii  elii, 
r(1.  Bd.  I,  S.  344n\;  Yoan<;.  a.  a.  O.  Bd.  VII,  S.  !(»:^!r.;  d- utsclic  (  l.ersctzuug 
III  iJer  Borrhardt.scheii  Sammlung,  Llil.  V,  S.  23  511*.  Die  einzeinttfi  Titel  iiaiidchi  von 
den  Scliiflcu,  von  der  Beachlaguahmc  und  dem  Zwaitgäverkauf  der  8ehiÜ*e,  vou  den 
Reedern,  vom  Schiffer,  vom  Heuen'ertnig,  vom  Fraefatgeechift,  von  der  Personenbe- 
tordervRg,  vom  Bodmereigeechift,  von  der  Seevenrichenmg,  von  der  Haverei,  vou 
VerjSJimngen  und  von  prozeßhindenidei)  Einreden. 

'  Die  gedacht'  Note  ist  vom  22.  Febniar  liS()2  datiert  und  von  den  tliplonia- 
ti^clien  Vertretern  i »^terrciehs,  Uußlands,  Englands,  Fnuikreichs  und  l-'reußens  ge- 
wicbict.  Die  übrige»  Mächte  schlösse«  sich  diesem  Schrille  im  .März  dus^clbcii  Jahres 
E»  heiflt  dase1b«t:  ». . .  les  sonssignes  croiratent  manquer  ^  teure  devoirs  s'ils  ne 
liroHuient  de  la  presente  oecasion  afiu  d'insister  aupres  de  la  Sublime  Porte  que 
l'entente  sur  les  mesvres  destinöes  ä  completer  la  proct'dure  en  matiere  commerdale 
Hoit  nartivf'e  et  n'srulirrement  coriflnitc  ;»  son  tfrnio  sur  la  base  des  contre- propositions 
'iue  lo-s  missioiii*  i  trangercs  oni  conmiunii^uccs  au  Uouvet'ucmeat  Ottoman  eii  IhöT 
4ui  depuiä  sont  restees  saus  reponse.« 


120 


Wbbib:  Dm  Gmisdite  Handdflgerieht  in  der  TOrkeL 


In  ihrer  ErwirU-riinj; '  sjuncli  die  Pforte  zwar  die  Ansicht  ans.  daß 
die  htMiiiiii^cltcti  (iCNOtze  in  allen  riiiiktcii  den  hillicceri  Anfordertitigen  der 
Mäciile  euLspi-äciieu ,  wiili^ie  ubtir  troUtlem  ein ,  daß  die  fraglichen  Materiell 
eiov  Durchsiebt  durch  eine  gemischte  Kommission  unterbreitet  würden,  an 
welcher  vier  seitens  der  Gesamtheit  der  Mftclite  tu  erneuneode  Delegierte 
teilnehmen  sollten.  Auflallenderweise  schließen  mit  dieser  Erkllroog  der 
Pforte  die  Verhandluogai  ab;  die  hiermit  im  PHnxip  xugestandene  Kom* 
mission  ist  hernach  me  ins  Leben  getreten*. 

Um  für  diese  Tatsache  eine  t^-klEning  zu  finden,  1st  man  auf  Ver» 
mutungen  an^^ewiesen.  Man  muß  sich  vergegenwärtigen,  daß  die  niiniiiehr 
gescliaffenen  Geset7,e  trotz  mancher  Mängel  im  einzelnen  doch  im  Vergleich 
mit  dem  bisheritjpn  Zii<;tand  eine  erhebliche  Bes-serung  bedeuteten;  titn  Er- 
n  ai  tungen  der  Mächte  entsprachen  sie  vor  allem,  vielleiclit  aueli  allein  des- 
wegen, nicht,  weil  sie  tür  das  Gebiet  der  ueniiscliten  Uecht.sjirechuii^  die 
gcwiinschte  Regelung  nicht  gebracht  hatten.  Die  Missionen  werden  sich 
aber  damals  überzeugt  haben,  daß  die  Pforte  fest  entschlossen  war,  einem 
nadi  ihrer  Anschauung  nur  provisoiisdien  Ausnahmeznstand  die  gesetsliche 
Sanktion  zu  versi^en;  sie  werden  daher  die  Aussichtslosigkeit  weiterer 
Verhandlungen  nach  dieser  Richtung  ericannt  haben.  Andererseits  wird  auch 
die  Pforte  angesichts  der  bei  den  Missionen  lierrscheoden  Stimmung  auf 
die  g^zliche  Beseitigung  der  gemischten  Gerichtsbarkeit  ver/.ichtet  und  vor« 
gezogen  haben,  es  bei  dem  bisherigen  tatsächlichen  Zustand  zu  belassen, 
als  sich  der  Gefahr  auszusetzen,  sich  auf  diesem  Gebiete  dem  Auslande 
gegeniiber  noch  weiter  volkerreclitlirh  zu  binden.  Drohte  aber  dem  Be- 
stand der  gemischten  (Jerirlite  keine  iinniittelliare  (lelahr.  m)  enlHel  Psr  dir 
fremden  Vertretungen  auch  die  dringende  Notwendigkeit,  aul"  ihrem  \  er- 
langen zu  bestehen. 

Die  Grundregeln  des  gemischten  Verfahrens  blieben  unter  diesen  Uui- 
stinden  noch  weiterhin  unangetastet.  Gegen  die  tatalchliehe  Anwenduog 
der  neuen  Gesetze  auf  fremde  Untertanen ,  soweit  Jene  mit  den  bestehenden 
Vorrechten  nicht  im  Widerspruch  standen,  wurde  seitens  derMichte  kein 
Einwand  erhoben. 

Es  entstand  somit  ein  faktischer  Zustand,  dessen-  Aufrechterhallung 
mehr  oder  weniger  der  Wachsamkeit  und  Fürsorge  der  fremden  Missionen 
und  insbesondere  der  mit  der  Praxis  in  steter  Berührung  stehenden  Gc- 
sandtschnft.sdrago?nan>j  rd)erlasseii  Miel».  Die  hierdurch  geschaffene  Recht.s- 
laye  tt  iii;  aber  auch  den  KeiMi  der  h]s  auf  den  heutigen  Tag  fortdauernden 
rnsielierheil  in  ihrem  Soliolv-.  Bei  (ier  zwisrhefi  der  Pforte  und  den  Mächten 
über  l  ragen  vtiii  grundlcgeiidei-  Bedeutung  lien  .seiienden  Uneinigkeit  waren 
tägliche  Konflikte  nicht  zu  vermeiden  j  Aufgabe  der  fremden  Diplomatie 
mußte  es  bleiben,  von  Fall  zu  Fall  eine  Ihren  Interessen  mSglichst  günstige 
Lösung  zu  finden. 


•  Note  Ali  Pasdias  an  die  Miwioaen  vom 

*  Wen^tens  enthalt  das  den  VerfMser  zugingfiehe  Material  aber  £e  d«i 
Angelegenheit  gegebene  Folge  keinerlei  Angaben. 


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Wnn:  Das  GcmiMihte  Handeltgeriebt  in  der  TOrkei.  121 

Was  die  Bestimmungen  des  Reglement  OrgsHiiqite  betrifil,  so  wurden 
dieselben  größtenteils  durch  die  B'ozeßTorschriften  der  neuen  Gesetzgebung 
craetKt.  Aber  an  dem  wesentUehen  Erfordernis  der  gemischten  Gerichtsbar- 
keit, an  der  Teibiiüinie  des  fremden  Richterelenieuta,  wurde  nicht  gerüttelt. 
Allerdings  trat  auch  iiier  eine  Wundhing  ein.  Sie  betraf  aber  nieiit  die 
Sache,  sondern  nur  die  Form:  die  Art  der  Znsamnienset/.uni;  des  gemiscliten 
Gerichts  erfuhr  insofern  eine  Andening,  als  die  Zahl  dei*  (Jeridilsmitglieder 
doer  erhebliclien  Kinsclnankun^  untt-rwDrff n  wurde. 

Bereits  in  den  ninlViger  Jahren  hatte  uian  sich  von  der  Umstündlich- 
kfil  der  1848er  V^rsi  hriften  überzeugen  müssen.  I)a.s  Erfoideruis  der 
regehnäßigen  Teilnahme  von  mindestens  zehn  Beisitzeia  an  den  Gerichts- 
siizuDgeo  wai'  nicht  nur  bei  der  einheimischen,  sondern  auch  in  nicht  ge> 
riqgerem  Ma6e  bei  der  fremden  Kaufmannschaft  in  seiner  Ausfilhrung  auf 
Schirierigkeiten  gestoßen.  Von  den  ausländischen  Beisitsem,  und  insbe« 
sondere  von  deiyenigen  der  kleineren  MIehte,  wird  es  als  dne  harte  Zu- 
mutung empfunden  worden  sein,  unter  erheblicher  Aufopferung  von  Zeit 
an  der  Rechtsprechung  aucli  an  den  Tagen  mitzuwirken,  wo  Protesse  ihrer 
t  !i^<  rcn  Landsleute  überhaupt  nicht  zur  V'erhandlung  kamen.  Es  entstand 
daher  bei  den  einzelnen  Vertretungen  sehr  bald  die  CJewohnheit,  ihre  Bei- 
sitzer ntir  /II  denjenigen  Gerichtssitzungen  abzuoi einen,  in  welchen  Pros&esae 
ihrer  eigenen  i>taatsan{»ehririgen  zum  Austrage  gelanj^en  .sollten. 

Was  die  in  lein  türkischen  Streitsachen  zuständigen  llaiuiiWsgf'richte 
belrilli,  liaLte  der  Anhang  zum  Handelsgesetzbuch  (Art.  8)  unter  gleich- 
zeitiger Schaffung  von  zwei  mit  Berufsrichtern  zu  besetzenden  Beisitzer- 
Stellen  die  Zahl  der  Lmeoriohter  auf  vier  bescbrftnkt^  Diese  Neur^elung 
kam  auch  den  besonderen  Bedürfnissen  der  nual&ndischen  Handelskreise  eni- 
gegen.  An  die  Stdle  der  iOrkischen  Laienbeisitaer  traten  in  gemischten 
Proaessen  fremde  Beisitaer,  deren  Zahl  bereits  gleich  zu  jener  Zeit  auf  zwei 
testgesetzt  sein  dQrfte*.  BezQglich  der  Befugnisse  der  niditottomanisehen 
Richter  verblieb  es  bei  den  bisher  geltenden  Bestimmungen. 

Kinen  entscheidenden  Eintluß  auf  die  Entwicklung  der  gemischten 
Gerichtsh.Trkpit  Hilten  die  neuen  Geset/e  an?;.  ins-n\\  ett  das  eigentlichf  Pro- 
7f>ßveitahreii  in  Betracht  kam.  Der  iinrniielM'  ict'seliaffene  Zust.-ind  ist  l»is 
aul'  di'n  lieutiucn  Th^  \u\  wesrntlielien  uii\ crä iideit  erhalten.  Die  nähere 
Bespreciiuiig  dieser  \  erhältMi.s.se  wiril  »lalier  i^weckmäßig  deu)  zweiten  Al>- 
M:KDitt  dieser  Abhandlung  voraubeludtt;n  sein. 

Die  tnrkische  Handelsgesetzgebung  brachte  ohne  Frage  einen  bedeu» 
teoden  Fortschritt  auf  d«n  Wege  der  Beform.  In  einer  Beziehung  insbe- 


•  Aneh  diese  ZaM  ist  später  (Verordnone  vom  weiter  auf 

*  **         17.  Anirust  1  sft.i 

£wei  Laienrichter  herabgesetzt  worden,  hi  der  Folge  gerieten  die  tütkiäctien  kauf- 
müanischeo  Beisitaer,  wenigstens  beim  Handelsgeridit  In  Koaatantiuopcl ,  überlianpt 
in  Wcgfiül. 

-  Diefl  entspricht,  soweit  festgestellt  werden  konnte,  den  Verhältnissen  ia 
d«r  Uaaptstadt.  Bei  den  Provittzialgarichten  scheint  die  Praxis  ihre  dgenen  Wege 
gegangen  zu  aeia. 


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122  Webbr:  Dm  Oemischt«  Handelsgericht  in  der  TArkei. 

-sdiulere  ,i\u-v  war  sie  nucli  rüekslämiig.  Die  i-icliterlicho  Gewait  war  ikkIi 
iiii  iii  ('iHlirnltiVr  von  der  \'erwaltiin^  lt)s^elö.st.  Dieser  stand  noch  iiiiinei 
t  iin-  wcilgeut  iide  Mitwirkung  /«i ,  die  von  ihr  nicht  selten  /,u  einer  direkten 
ßeeintlusitun^  der  Kechtsprechung  ausgenutzt  wui-de.  üesetzlich  war  es 
Sache  der  Verwaltiin|rsbehurden,  die  Klageanträge  dem  zustandigen  Gericht 
7.11  fiber  weisen  (vgl.  II.  P.O.  Art.  4),  sodann  vor  allem  die  ergangenen  Ge- 
richtsurteile au  vollstrecken.  In  allen  Angelegenheiten,  an  denen  fremde 
Untertanen  beteiligt  waren,  war  es,  was  die  Hauptstadt  betrifft,  das  Mini» 
Stenum  des  Äußern  und  namentlich  die  bei  demselben  eingerichtete  Abteilung 
fiir  Streitsachen  (Hureau  du  Contentieux,  Kitnhet),  welche  die  Verniitduttg 
nbernahui '.  Sämtliche  fur  das  gemischte  Gericht  hestinnnten  Anträge  waren 
an  dieses  Ministerium  au  richten,  woi-nuf  das  Kitabet  deren  Uherweisnn«: 
an  das  Gericlit  f »(»wirkte ;  df^s^lficlien  nnißten  die  V(uii  (n'iicl  t  nn^-iichi-ndeti. 
an  iVenide  Unterlam  n  l:«  l  iLliicirn  Zustelhnigen  durcii  seine  Hände  ^etieii. 
Ihm  Injn  auch  die  \\)llsti  «  t  kuDi;  der  Uferen  lnländ«'r  erlassenen  l'rteile  ulj. 
Hiclitete  sicli  die  X'olhitreeknnj;  ^egen  die  ausländische  I'ro/.eßpartei,  so 
wandte  sieh  das  Kitabet  an  die  lietreffende  di{>lomaüsclie  oder  kunsularische 
Behörde  mit  dem  Ersuchen,  das  Urteil  zu  exeqnieren. 

Die  Tätigkeit  des  Kitabet  hatte  den  fremden  Misstonen  vielfach  Anlaß 
zu  Beanstandungen  gegeben.  i:>ie  richteten  sieh  inabesondere  dagegen,  daß 
diese  Behörde,  in  Verkennimg  ihrer  Aufgabe,  lediglich  als  VermitUungsttellr 
ZWischcrv-GericIit  und  fremder  Behörde  /.u  dienen,  sich  das  Recht  anmaßte, 
auch  in  sachlichei-  lie/ielnni^  auf  die  Entscheidung  einzuwirken.  So  be- 
durl'te  «*s  manchmal  eines  <  i  l;(  lilichen  di|>l()matisch('n  Hruckes.  um  die  Voll- 
streckung i-echtski  :irfi«::iM-  l  rtcile  zu  bewirket»  ■.  Wai'en  diese  Mißstände 
/inn  i^roßen  Teil  aul  die  l>ässi>rkeil  und  Parteiliclikeit  (b'r  mit  i\vr  Voll- 
strci-kiuig  betreuten  Beamten  zui'ückzulfihren .  so  darf  allcrdiii^s  ihdui  niclil 
aiik.'ii'r  acht  gelasseti  wei"den,  daL'i  ilie  das  \'oll.'>ii  t'cku!|l^^v«  rfahi  t'u-reiielnden 
Vor.schrillen  einer  weitgehcnilen  Begünstigung  des  Schuldners  X'orscbul» 
leisteten.  Gerade  auf  diesem  Gebiete  waren  die  Anscliainmgen  des  geistp 
liehen  Rechte  in  erster  Linie  maßgebend  geblieben,  wonach  die  Zwanp- 
vtillfttreckung  in  die  bewegliche  Habe  des  Scbnldnera  deswegen  nicht  tn- 
lässig  war,  weil  sie  die  Unantastbarkeit  der  Familienwolinung  und  somit 
das  SiltHchkeitsgefiihl  des  Mohammedaners  verletzte,  die  Inimobiliarvoll- 
streckniig  und  di.  iccktiiig  durch  \'erhruigunu  der  Schuldhafl  dagegCO 

durcli  allerlei  KiauseJu  im  Interesse  des  ZaltlungspUiciitigen  erschwert  war. 

'  In  der  Proviui  üel  diesu  Aufgabe  dem  höctiateu  Verwaltungsbeamtcu  de» 
GerichtsortoH  zu. 

^  Sd  war  es,  und  naniendich  da,  wo  es  sich  um  hochgestellte  ottomaniMfac 

Schuldner  handelte,  üblich,  daß  das  Kitabet,  bevor  es  die  Klage  dem  Gericht  über- 

niiticltc.  ciiif  JircktC  Iviiiwir  ktuig  auf  den  Ileklagten  ointrctcii  ließ,  ein  Vorgehen,  welches 
im  (Iruiide  auf  eine  miiiütige  "Wim  1ilep])itii^  drs  Verfahrens  und  siHnit  atif  eine  unbe- 
rcclitii^tc  Pic^üiistigtnic;  dor  ottotii.uiisclieii  Partei  liiiianslief.  l)es<^leielien  konnten  in  der 
Regel  eiiillußreiclje  Pcraunlichkiülcu,  die  rechtskräftig  zur  Zahliuig  verurteilt  waren,  auf 
weitgehende  Nadisidit  beim  Ktlabot  rechnen.  Dengegienilber  blieb  der  itttereasieiiea 
frejnden  ISetiordo  sdiließUeti  nor  das  Mittel  der  Retorsion  als  einzige  Waffe  flbrig. 


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Wkbkr:  Da»  Gcmisclite  Haiideisgcridii  id  tier  Tflrkei. 


123 


r>i('s  ist  in  wenigen  Zrijj;en  das  Bild  der  m'lnischtt'n  (jericlitsliarkpit, 
wie  we  sich  uns  in  den  stn  hxi^er  ,Ial>ren  nach  Absoliliiß  <ler  Ilandelsge^eU- 
iflnni>j  darMetet.  Mit  der  (Irrindiinjü;  von  llandelsnerirlitcn  ^iiijü  man  in 
i-ejifiTi  l'i'm]  n  vf»r!  anrh  «'ntle^ioneren  Ort<'n  l>(>t  ^\c}\  (i;ilirr  die  MöijÜrli- 
kt'it .  Hl  [iiisi  litr  jederzeit  vor  ein  reirelrei  hl  /.n>aMiinen^«*sel/.lr- 

niiM>iiU'>  l  ui  un»  /.u  bringen.  Die  Rj  i  lilspn  cininjj;  selbst  vvin'de  nanienllii  li 
Iseiiii  KoiKstautiiio])ler  (ierieiit.  welelies  uuiitittelbur  unter  der  Aufsicht  der 
aii^eklirteu  Leiter  des  HandeUsininisteriiims  stand,  in  durchaus  modernem 
Sinne  (i^liaitdhabt.  Klagen  der  fremden  Vertretungen  Aber  die  Ausnbung 
der  Justir.  b^egnen  wir  in  jenen  Jahren  aulTaUend  selten.  Krst  die  in  den 
Hidjcixer  Jahren  einwtsende  altgemeine  Justizrefurni  »ehuf  nette  Reibuiigs- 
dichen  swtschen  der  tarkischen  Regierung  nnd  den  Ka|i>tulati(uismächten: 
auch  das  Verfahren  in  j;enuschten  Sachen  bheb  von  der  neuen  Ordnnns; 
der  Diii^e  niclit  unbenihrt,  bis  e»  schUeßlich  diejenige  Gestalt  annahm«  die 
sicli  auf  den  heutim'ii  Taj;  erhalten  hat '. 

Die  ^t'setzgeberische  Tätigkeit  der  Türkei  richtete  sich  nun  im  tulgen- 
den  Zeiti-aurn  auf: 

1.  die  SchaflTuner  einer  niodrrneti  Gerichlhverra.ssuiigf 

2.  die  Regelung  des  W  rl'ahrens, 

3.  die  Kodifi/ierung  des  gemeinen  bürgerlichen  Hechts. 

'  Dem  Verfasser  liej^en  zwei  rimtliehc  BerirltTe  vor.  die  der  nan»iels(iiiiiist(  r 
Kpibuli  Pascha,  dein  ab  IJnlersUiatösekretSr  der  sji.ih  i  auch  pohtiseh  hervorgetretene, 
jüngst  Verstorbeue  Karatheodori  l'a«i:lm  taiktal'tig  zur  Seite  stand,  über  den  Ge- 
flchätugaiig  der  Handelsgeridite  Ar  die  Jahre  12ti4  niid  1285  (Isr.N/GU  und  lS(i*»/70) 
entsttet  hat.  Hieraus  mag  hervorgehoben  werden,  daß  die  Zahl  der  Handelsgerichte 
ni  eilten  Beriebt^abr  90  buti-agen  hat,  von  doticn  8ti  in  der  Euroimisehen ,  h» 
in  der  Asiatischen  Tfirkfi  und  S  auf  den  Inseln  bestanden;  schon  im  lofifcnHpn  .Inhre 
erhöhte  sich  diese  Zaitl  auf  I<*'^.  davon  cntfieten  auf  dte  Kuropäischo  Türkei  M,  auf 
<iie  Asiatische  37  und  auf  die  airiicauischcn  Provinzen  2  (ierichtc.  (I)io  in  der  ersten 
Statistik  besonders  anfgefiUirteo  Geridite  auf  den  Inseln  etnd  hier  unter  denjenigen 
der  Europiischen  TOrkei  mit  einbegriffen.)  Die  Beteiligung  der  gemisditen  Sachen 
m  der  gesamten  Rechtsprechujig  betrug  fflr  da.s  Jahr  lUSö  15,4  Prozent.  An  den 
K*>iin  ijeiiii-«(!iti'ii  Gericht  der  Hauptstadt  /tir  Erledigung  gchmgteu  Pro/.essen  liatto 
wrieflieuiand  den  größten  Anteil,  ihni,  t'ol^i.-ii  F'rati k reich ,  Kußland  und  Italien:  erst 
•u»  achter  Stelle  fnidcn  wir  Preiißeu  b/.w.  den  Norddeutschen  Bund  mit  sieben 
osd  sechs  (Ii  ^5)  Sachen. 

Nach  einem  Sdvreiboi  des  Miniateriums  des  Innem  vom  29.  Zilkade  12H7 
Düütur,  Bd.  I,  S.  828)  war  die  Zahl  der  Handeli^erichte  zwei  Jahre  spater  weit«* 

Mf  I  lt  I  -fstleir^n. 

liif  Gi-riilite  (x'staiidnii  in  der  Kegel  aus  einer  Kaniinui.  Xnr  das  haupt- 
^lädllsehe  lierichi  /.eriiel  in  drei  Kauuncru,  deren  jede  auch  in  goniiscliteu  Sadien 
cMindig  war.  Seit  1S64  waren  audi  die  aeerechtücheu  Prozesse  der  Rompetens 
der  Hafenprifektnr  entzogen  uud  ihrem  natarlicben  Forum ,  dei»  Handelsgerichte, 

äberwiesen  worden.  Knde  der  scchxiger  Jahre  finden  wir  wicdccuni,  allcidings  nur 
voriilwrgehend ,  das  Sccgericlit  dem  ^h^^inennnisl(>^lnn  imtcrstellt.  Kür  die  Erledigung 
4er  S»»epro/essc  bestand  bei  ticrti  Koiixt.Tutitn)p!('r  Gericht  eine  Iicsoiiden^.  vierte 
Kaiiiraer;  von  den  Proviuzgerichten  bcsab  nur  dasjenige  in  balonik  eine  getrennte 
!i«ekannier. 


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124  WxBKii:  Thu  Gemisdite  Haadelageridit  in  d«r  TOrkeL 

Die  Reufgaoination  dfs  On  i(  htswesj'iis,  welrlie  durch  das  Gerichts- 

,  ^  27.  i)sclK*ni;i/i-iil -acliir  1296    ,  ,    .  ,o"»a.i 

venassungsffiesetz  vom  -         .       .       .  ...r      —  (=       *'**ni  loivy 

0.  lifu^iraii  1295 

iUren  Ab^ciiluß  erhielt,  innclite  im  eiozelnen  einen  Weitlegang  durch,  des^ 
verwickelte  und  wenig  übersiditlldie  Phasen  hier  nicht  erl9otert  zu  werden 
brauchen*.  Das  Ergebnis  dieser  Entwicklung  war  die  Schaffung  mc» 
Systems  von  Zivil-  und  Strafgerichten  (sie  heißen  Mehakini^i^nisanue« 
ordentliche  Gerichte,  itn  G(»gen8atze  zu  den  geistlichen  Gerichtoi»  Mebakini' 
i-scherie)  mit  Berufungs-  und  RevisionsinstaiiK,  wobei  die  Trennung  der 
UechtspHege  von  der  Verwaltung  nunmehr  endgültig  dnrchgefiihrt  uur«)  ^ 

Durch  die  neue  Gesetzgebung  werden  die  sclioii  bestechenden  HandeLs- 
gerichte  unter  die  ordentlichen  Gt  riclitc  einiroreiht.  Das  Gericlitsverfas-sun^s- 
gesetz  wai'  ruicli  Hir  sir  in  glcirlit  iii  Maße  giiUig.  Der  Fennan  vom  13.  Zilkndt' 
1292^  liatte  bereils  die  Haiuldsgei  i(  litc  der  AulVieht  des  Handelsministeriums 
entzogen,  um  sie  nunmeiir  dem  JusU/.ntinislerinm  zu  unterstellen. 

Das  Prozeßverfahren  erhielt  seine  definitive  Uegeinng  durch  die  Zivil- 
prozeßordnung vom  -^1  ^t^^— -i-L^^^  (=  21.  Juni  1879)*,  das  VoU* 
'  ^  9.  Hasii-an  1295  ' 

streckungswesen  ordnete  das  Gesetz  betreffend  die  Vollstreckung  von  Zivil« 

,  .,  27.  DscJiemasi -ul- ewel  1296    ,      ,„  ,    .  ,^,^,v.i 

urteileu  vom  — ■   -. —   {-—  1<.  Juni  lb«9)*. 

5.  Uasiran  1295  ^  ^ 


'  >Mflhakiin>i>niaamiettiii  teachkUaii  kanunu.«    Dflstur,  Bd.  IV, 
Obersetzt  in  der  Zeitsdirift  •Annale«  Jttdiciaires«,  Jahrgang  1880,  S.9ff.  and  bei 
Young,  a.  a.  O.  ltd.  I,  8.  165  If. 

*  Kiiie  eiiigelioude  Darstellung  dieser  Materie  hat  fjcliefeit  Kdii:inl  S.liiindi, 
-Eatwickelung  und  jetzige  Verfassung  der  ordentlichen  Gerichte  iMehakim- i-ni&axiiie) 
in  der  TArkei*  (a.  Jahrgang  1S98  dieaer  Mitteflungen). 

*  Daa  Prinnp  der  Trennung  der  Jostizpfl^  von  der  Verwaltung  wnrde 

,     ,    ,      ,    .    ,.  ,  i:^.  Zilkade  1292 

iiiisi'c.sniixlicii  duix-li  ui'ii  Kai^crlicheu  icnuau  vom  ,  ,  Hustur, 

12.  I)o/ei;i!)er  Ip*  5 

Hd.  Ui,  S.  1  ti. ,  nbersetzl  bei  Aristarchi.  a.a.O.  Bd.  V,  8. 'i'Ml. .  praktisrh  dnn!)- 

gcfÖhrt  aber  erst  durch  die  (jesctzgel)ung  von  1879.  Vgl.  das  Reglement  beireli'end 

Einrichtung  de«  Juiotiziniiiiateriuina ,  Adlie  we  Mesahib  Nesaretinin  wesaif-i-dadinieMi 

29.  Dsehemasi-ul-ewel  IS^    ,     .^a       •  lo-.^v    i^-  . 

lu.samnamessi ,  vom  .       .   mno   —    i=         Mai   Ib/9).  UuiiUir, 

N  Mais  1298 

Bd.  IV,  S.  12<Mr.,  französisch  bei  Voung,  a.a.O.  Bd.  I,  S.  lüOff. 

*  •rs8til-i-u»i!iaken»at-i-hukukie  kamitm-,  Ihl-^ttir.  Rd.  IV.  S.  2*>1  fl",  »her- 
bclil  in  den  Annale«  .indicia iro  S,  15311.  und  l>ei  Young,  a.  a.  U.  Bd.  Vi],  S.  174ir. 

'  «Uajuat-i-hukukienin  soret-i-idschrassina  dair  kanuii«,  Düator,  Bd.  IV. 
8.  234  ff.,  Oberaetat  in  den  Annates  Judiciaires  S.  3U9ir.  sowie  bei  Yomiig,  a.^0. 

Bd.i,  s.  ms. 

Von  den  gleichzeitig  erlas.scnen,  hier  tiicht  in  erster  Linie  interessierender) 

Justizgesetzen  sei  nur  crwilmt  daa  (ierichtskuattuigesetz,  »Mehnkini-i-nisamiede 

1  .1  I      u  _j  UI      j  •    I  '•  >''dhidsohe  129(5 

alynmasai  lasym  getea  chardschlara  dair  nisamname«,  vom  ,,,,,,    ,  .  . 
'  '     *  lU.  loüclirui -i-iiain  izlK) 

22.  November  1879),  DOatur,  Bd.  IV,  S.  334  ff.,  flberaetzt  in  den  Aanal» 

JudiciMres  S.  352  ff.    Abgetndert  dorcb  Bnnderiafi  de»  jQstizniinlsterivms  von 


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Wkbsr:  Dm  Gemisohto  Huidebgwicht  in  der  Tflrkel.  125 

Aneh  diese  Geselee  sollten  bestimmutigsgemifi  vor  skmtlicheD  ardent- 
lichen  Gerichten,  somit  einschließlich  der  Handeb^erichte,  zur  Anwendung 
gebogen;  die  ZivilproseBordnung  hob  ausdrtlcklich  die  Sltere  Handelsprozeß' 
Ordnung  auf,  sow^t  deren  Bestimmungen  mit  demjenigen  des  neuen  Ge> 
«etzes  in  Widerspruch  standen  (s.  Schlußartikel  der  Z.  P.  0.). 

Was  das  bürgerliche  Recht  I)etriflrt,  so  erfolgte  dessen  VerolTentHchung 
unter  der  B^/cit  hming  «Metlschelle - i - ahkiain - i -adlie«  in  dem  Zeitraum 
von  l'28ö  bis  1*293  ( I HÖH  — 1876) Das  bürgerliche  üesetzbuch  war  berufen, 
an  Sit<)!p  der  Vofsclu'iften  des  geistliehen  Rechts  die  Grundlage  ffir  die 
Rf'cht^jncrliiitiu  ilrr  ordentlichen  (leficlite  zu  hildent  insbesondere  sollte  sie 
>iib>i(liär.  neben  dt-ni  I  Luidclsgesetzbucli ,  auch  im  \'crtaliren  vor  den  Handels- 
gerichten die  RichLschnur  i'nv  das  richterliche  Urteil  abgeben. 

Bei  dem  Zustandekouunen  dieser  Gesetze  hat  irgendeine  Mitwirkung 
der  fremden  Misaionen,  wie  nscli  dem  von  der  türhisdien  Regt^ng  dn> 
genommenen  Standpunkt  ohne  weiteres  vorauszusehen  war,  nicht  stattge- 
funden; die  Pforte  begnügte  sich  einfach  damit,  die  Oesandtschaften  von  der 
Toileodeten  Tatsache  in  Kenntnis  au  setzen*.  Auch  bedarf  es  nach  den 
fi  ülH  ren  Ausführungen  kaum  der  nochmah'gen  Hervorhebung,  daß  die  ge« 
dachten  Gesetze  ein  näheres  Eingehen  auf  die  den  Fremden,  auf  dem  Ge- 
biete der  RrchLspllege  zustehende  Sonderstellung  vermeiden. 

Unter  dii  sen  Umstanden  mußte  die  Frage  der  Anwendbarkeit  der 
neuen  Gespt/f  auf  fremde  Untertanen  von  neuem  in  den  \'(>rderixrnnd  des 
Interesses  treten.  Ks  i^alt  bei  den  iliesbe7.fii»lirhen  X'erliandlim^en  /.wischen 
der  Pforte  und  di-n  Missionen  in  umfassenderer  Weise  als  bisher  diejenigen 
lietiiiigu Ilgen  ft>t/.ii.siellen ,  unter  welchen  die  neuen  Justizgesetze  auf  An- 
gehörige der  Kapitulationsmüchte  Anwendung  finden  sollten. 

Bevor  hierfiber  eine  Einigung  erzielt  worden  sei,  lehnten  die  Missio- 
nen die  amtliche  Anerkennung  der  neuen  GesetzgehuQg  ab.  Sie  verlangten 
vidmehr  einmüt^,  daß  im  Wege  einer  gemeinschaftlichen  Prüfung  fest- 


(=  9.  OiEtober  1»79),  DOstor,  Bd.  IV,  S.  351  ff.,  fhunösisch  in  den 

Anosles  Jndidatres  S.  383  flf.  und  bei  Yonng,  a.  a.  O.  Bd.  I,  S.  221.  Spiter  ersetzt  dwch 

im  Gesetz  vom  -    ^„       ,  (=  11.  Oktober  1886),  in  der  tOrkiachen  Ge- 

■setzsammlung  >Lahika-i-Kawanin- ,  Bd.  I,  S.  4Bff.,  übersetzt  bei  Youug,  a.  a.  ü. 
Bd.1,  S.2I0C 

1  Die  •Medschelle*  pOstor,  Bd.  I,  IH  uid  IV,  französisch  bei  Aristarchi, 
Bd. VI  und  VU  and  Yonng,  a.a.O.  Bd.  VI,  S.  169 ff.)  beroht  auf  den  Satzungen 

icA  religiösen  Rechts;  sie  ist  nicht  als  Gesetzbuch  im  europäischen  Sinne  zu  be- 
zeiclmcn,  soiidcni  erschein?  vielmehr  als  eine  Samnilniig:  von  vfflfach  nnklnren  Reohts- 
vorsdiriften ,  mit  reicher  Kasuistik  vermisclit,  die  der  Interpretaiiun  im  einzelnen  den 
weitesten  Spielratun  lassen.   Sie  besteht  aus  einem  allgemeinen  Teil  und  IG  Büchern. 

*  Es  geschah  dies  dorch  Zirknlaniote  des  Ministera  des  Xußeni  Sawas  Pa- 
Mfas  vom  23.  Dezember  1879,  welcher  zur  niherea  Erläaterung  unter  dem  Januar 
I^^'O  eine  weitere  Note  gefolgt  ist.  Letztore  Note  ist  im  Ansxuge  abgedrackt  bei 
Yoong,  a.  a.  O.  Bd.  VU,  a  171  Anro.  1. 


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120  Wsbxr:  Dm  Gemischte  Handelsgericht  in  der  Tflricei. 

i;psU'lll  würde,  wie  die  neue  Ordnuiip;  der  Diiij^e  iitit  den  akliei>4«!>rachU'n 
Privilegien  der  Fremden  in  Kiiiklan^  zu  bringen  sei.  Demgegenüber  erklärte 
sieh  die  tßrkische  Regierung  bereit,  iu  eine  gemeinsame  PrQfung  der  Ge- 
setze einstitreteü,  indem  sie  sich  indes  gleiclireitig  riagegen  verwahrte,  d^iß 
aiia  diesem  Unistande  ein  Anspruch  der  Mächte  hei^leitet  wilrde,  sich  in 
das  innere  Gesetsgebungsreclit  der  Türkei  einsumischen.  Etwaige  Anderung»- 
vorsebiige  seitens  der  MUsionen,  welche  lediglich  darauf  abzielten*  die  neuen 
Voi-scliriften  mit  den  vertraglichen  Verpflichtungen  der  Pforte  in  £inkUii){ 
KU  bringen,  sollten  nach  Gebühr  BerOcksichtigung  finden'. 

Üei  dem  unversöhnlichen  Uegensatz  in  der  grundsäi/.lichen  Beurtei- 
IiHitr  {]ev  Kapitulationen,  wie  sie  in  don  liftVlpr.Sf'itjc.vni  Auffassitri'^f^n  711- 
tage  tritt,  war  die  erlioHte  i-^inigiuig  übt  r  d  is  kiini'tin  /u  brdbaclitrndf  Re- 
gime so  gut  wie  ausgeschlossen.  Die  im  .l.ilu'e  ISSO  in  Aiigrirt  genijuinienen 
geni<;in.sanien  Üerntungen  der  Gesandischaltsdi-agonians  mit  Delegierten  dfi 
Pforte  konnten  demnach  nur  zu  einem  unbelVicdigcndcn  Ergebuis  fuhren. 
Die  hier  in  erster  Linie  in  Betracht  kommenden  Gesetce,  die  Zivilpro- 
aefiordnung  und  die  Voltstreckungsnrdnung  insbesondere,  blieben  daher, 
obwohl  sie  aum  Gegenstand  eingehenden  iStudiums  in  der  gemischten  Kom- 
mission gemacht  worden  waren,  in  der  Folge  unverftndert  be.<ttehen.  Ihrr 
Anwendlmrlceit  nuf  fremde  Untertanen  wird  von  den  Missionen  konsequenter« 
wei.se  im  Prinzip  nicht  -zugegeben*. 

Ein  starre.s  Festhalten  an  den»  Verlang<in ,  daß  ein  Ge.setz  als  Ciansrs 
.abzulehnen  sei.  solange  nicht  hinsichtlich  aller  einzelnen  .'"itreitjMHiktv  ein 
EiiivcrstruKtiiis  hefürstelll  worden  Sri,  tjmßt<r  sieh  tiid('ss(>!i  in  r1»M*  Praxi- 
aK  nniii<"igiu*h  erw<-isrn.  Die  .bi'-ti/rcloiiii  li.ittf  unix-vifiltci)  «  iiic  Krilir  vi«i 
wt:rU olli-n  «ind  auch  i'ür  die  IVcuhU-h  Müchli"  dnrclu-ins  ;iruic!iinl>;n''ri  Ver- 
bpssenuig«'ii  geliracht.  Ks  lag  kein  (Jriind  voi',  ilas  Ausland  an  diesen  der 
gesamten  itechtspllege  zugute  kommenden  Wohltaten  der  neuen  Gesetxge» 
bung  nicht  teilnehmen  an  lassen.  Nur,  wo  nach  der  Ansicht  der  Michtr 
den  Vorrechten  des  Kapitulationenrechts  ernste  Gefahr  drohte,  stieß  die 
Anwendung  der  Justizgesetze  auf  Widerstand.  Daß  dieser  Widerstand 
nicht  immer  von  allen  Missionen  gleichm&ßig,  und  auch  von  den  einzelnen 
nicht  stets  mit  dem  gleichen  Nachdruck  geltend  gemacht  wurde,  liegt  auf 
der  Hand. 

Die  Art  der  Rechtspllege,  wie  sie  durch  die  gemischten  Gericliif 
bislier  ansueübt  worden  war,  blieb  nnter  diesen  Umständen  in  ihren 
w«'sentlie!M  II  Mfrkiitnlfn  noch  inirni-i  uniierührt.  Namentlieb  was  die  Zu- 
sanimenset/.un^  ties  (ieriehtshofes  und  di«'  besrmdi'ren  l-dinicn  dt  «  ^'»•r- 
l'alin'ns  in  g«'inischteti  Sachen  angeht,  so  iteltieU  es  bei  den  hL^lu  ri^i  ii  , 
Grundsätzen  sein  lieweuden.  Die  liundelsprozeßordnung  blieb  U'otz  ihrer 
Aufhebung  durch  die  Zivilprozeßordnung  in  gemisditen  Sachen  allein  maß« 
gebend.  Oie  erweiterte,  auch  auf  rein  bflrgerliche  Prozesse  sich  erstreckende 

'  iSuie  Savv.is  Paschas  an  die  (icsandl«diii('teu  vom  25.  Februar  18N0. 

*  Ihre  Kritik  Aber  die  oben  erwlhnten  beiden  Oeaetae  legten  die  gemischV» 
Kommissionen  in  zwei  Berichten  nieder,  die  vom  25.  Mal  bzw.  30.  Juni  1MM>  ds- 
tiert  sind. 


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Wsbkr:  Das  Gemischte  Haudel^riclit  in  der  TArkei.  127 

Zustiodigkeit  der  gemischten  Gerichte,  die  besondere  Regelung  des  Be- 
riifttogsweges  wurden  unverSiidert  beibehalten. 

Trotxdem  spQrte  aueh  das  gemisctite  Gencht  In  mftucher  Hinsicht 

«lie  Einwirkung  der  Reiunn^«*setz;;''!)tin<;.  liisbcsonilere  hntt«*  die  Trojiimng 
der  .Iii.stizj)ll<*gf  vi  :i  (\cf  Aufsicht  der  ■\'('rualtnngsbelir>nl<'ri,  wie  fiir  die 
ofdentlichen  Handfi.Ngericlit»*.  so  aiicii  lür  die  gcmisclitcii  tJcriclUe  iin- 
liestritteue  'IpUuiiü;.  Wie  sich  (\pv  Hfclits/ii'^tnnd  nnrmiehr  Im  Kiir/clnHn 
gesialtH  iiinl  \\'\f  strfi  Hie  l'rnxis  mit  den  iiia iiflici-U'i  Sti'«'ittV;ii;('ti  nliu'i'luiuleii 
hat.  wirel  /.vveckiuäßii'ei  wi  i.st'  im  zweiten  Abschnitt  dieser  Arbeit  im  Zu- 
saauuenliaii);;  /.ii  erläutern  sein. 

Bevor  wir  aber  hierzu  übergehen,  wollen  wir  noch  einen  kurzen  Blick 
tiif  die  äußere  Entwicklung  werfen ,  die  das  gemischte  Tidscharelgericht 
in  der  Hauptstadt  in  dem  Zeitraum  der  Justizreform  durchrjimachen  hatte. 

Bereits  kunse  Zeit  nachdem  die  Handelsgerictite  dem  Justianiinisteriuni 
unterstellt  worden  waren,  traf  die  türkische  Regierung  eine  bemerkens- 
werte Maßnahme,  indem  sie  an  Stelle  der  drei  Kammern,  welclie  bisher 
gleicbmä&'g  in  f^emischten  Pro/.("<sen  /.ttstindig  waren,  nunmehr  einen 
iiesonderen  Gericlilshof  schuf,  der  allein  zur  Ausiibung  der  p;ftniiselitrn 
Gerirht.sbni'krit  bpfujjt  sein  sollte.  Daneben  blieb  nur  die  Ivammer  fiir 
St'c^achen  auch  für  d'w  seerechtlirhen  Pr<v/fsso.  an  dcripn  Kr»Mnde  l>etoiligt 
warpii.  nach  wie  vor  k. imj't'rent.  Im  Iiitfr('>s«  der*  tinlieitiicbkeit  der  Hcelit- 
sjirtchtijjg  in  genu'schten  .Sachen  wnid«'  diesc  Neuerung  allerseits  mit  Genug- 
tuung begrüßt.  Die  neue  öchöplimg  ei  hit  U  den  Namen  eines  -außerordent- 
liehen  Gerichlshofes-  (Divan-i-fewkulade),  wodurch  der  besondere  Charakter 
des  hauptstSdtischen  Gerichts  auch  in  der  amtlichen  Bexeidmimg  hervor- 
gehoben werden  sollte.  Die  demselben  augedachte  Sonderstellung  kam  weiter 
«ueh  darin  zum  Ausdruck,  daß  man  die  at&ndigen  Richteratellen  mit  Ge- 
liiltern  ausstattete,  deren  für  türkische  Verhültnisse  au6ergcw5hnliciie  II5lie 
dae  wichtige  Garantie  für  die  unpartaische  Handhabtmg  der  iIitstijE  ge« 
wihren  sollte'. 

Doch  schon  innerhall)  Jahi  i  sfi  ist  wurde  Jene  Hezeiclinung  wieder  ab- 
f^escliafi^;  «Ins  genii'^rhte  (tPficiil  hirl.^  ffirtnn  ^nrste  Kniniurf  des  Handels» 
Kerichts«,  wurde  sonnt  auLierlieh  iiiii'  «  ine  AbleÜung  des  m dentlirlien  Handels- 
berichts ersU'r  Instanz.  War  niuli  liiei-dmcli  an  den  Kuuklionen  desM'lheu 
nidiLs  geamlert  worilen,  eine  Kntwerlung  des  gemischten  Geri<*hts  bedeutete 
die  neue  Maßnahme  nach  aller  Ansicht  doch,  um  so  mehr  als  gleichzeitig 
•ach  die  lUchtergeh&Uer  wieder  eine  Herabsetanng  erfahren  mußten  ^ 


'  Die  Gehälter  betrugen  für  den  Prlsidmten  10 000  Piaster  etwa  97  Lts., 
für  d'f  R'  i^rt/ei'  7  (WT '  Pi;i«jii<r  cUvn  ('S  Lts.  monatlich.  Kti-liter  bei  den  ordent- 
lichen tiericiiteii  (t^kt  Instan/.  oriuiitett  .sonst  27  bzw.  20  I.ts. 

*  Der  Grund  zur  Aufgabe  des  außerordcntiiclien  (lerichtaljofes  wird  verumt- 

ri       1     »  j     1^      .  I.    j  7.  Zilhidache  1293 

licli  m  der  Beatimmune  der  Komitituttonsurkuiide  vom  -  .i  .  --  , 

^  11.  Kiattun  - 1  -  ewel  1292 

(=  23.  Dezember  1876):  «En  dehors  des  tribunaax  ordiiiaires  il  uc  |)eiit  ^tre  histitue 

^jn^  quel'pie  denomination  qne  C6  aoit,  de  tribunaox  extraordinaires  • 

(Art.  SU),  zu  suchen  sein. 


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128  Wkbhi:  Dss  Gemiflchte  Huiddsgeridit  in  dm*  Tarkei*. 

Uin  ein  iiiuLilirlisl  crsprießliclies  Wirken  des  f^eniiscliten  (ifiirhcs  tu 
.sicfuTM ,  waren  die  Bciiiiilmngen  der  Machte  darauf'  gci  ii  litet .  iielH'ii  dem 
I)iv;ui-i-fe\vkulade  h/.w.  der  ei-sten  Kanuner,  welche  schon  tlainals  sich  der 
Last  der  Geschäfte  kaum  gewachsen  zeigten,  eine  zweite,  gleichfalls  Rir  ge> 
mischte  Reclitaatreitigkeiten  Allein  ziütändige  Kammer  zu  schaffen.  Auch  er- 
strebte man  die  Herstellung  der  nötigen  Garantien,  um  eine  regelndil%e 
Au874Üilung  der  Richtergeliilter  zu  gewihrleisten.  Die  zweite  Kammer  wurde 
zwar  dem  Wunsdie  der  Missionen  entsprechend  unter  der  Bezeichnung 
einer  filnften  Kammer  eingerichtet  (April  ]879)i  doch  schon  bei  Gelegenheit 
der  Beratung  des  neuen  Gerichtsko.stengeset7.es,  allerdings  vorerst  nur 
prol»eweise.  wieder  abgeschafft  (Knde  1870);  als  Gegenleistung  fur  den 
Vei*zicht  auf  dieses  Verlangen  erreichti'ii  die  Mi.s.sionen  indes,  daß  die  Pforte 
die  Verjjlliclitting  ilhernnhni.  die  Oeliülter  piinktlich  und  ohne  weitere  Ah- 
ziiije  nus  der  Spezinlkasse  de>  ridscli.-irelizerichts  zu  entrichten  Die  Ki-age 
der  Entlastung  der  ersten  Knuuiier  ist  in  dei-  Folge  trotz  des  gewiß  nicht 
geringer  gewordenen  Bedürfnisses  nicht  mehr  augeregt  worden. 

Teil  n.  Die  gemischte  Gericlitsbarkeit  in  ihrer  heutigen  Gestalt 

Verfassung  des  gemischten  Gerichts.  —  Luilang  .seiner 

Zuständigkeit. 

Die  i;riiiis(  litrri  (lerielile  in  iliirr  heutigen  Gestnlt  sind  ordnungsmäLM-^ 
mit  fiinf  M  itL^liedern  besetzt,  von  denen  <!rei  Riehter.  einschließlich  »les  \  i»r- 
sit/.ciult  n .  die  ottouiani&i'he,  die  beiden  andern  fremde  iStaatsangehörigkeit 
besitzen. 

Die  ottoman i sehen  Richter  mDssen  zn  ihrer  Anstellung  diejenigen 
Vorbedingutigen  erföUt  haben,  welciie  nach  Maßgabe  der  tGrktschen  Gesetze 
fftr  die  Befibigung  zum  Richteramt  bei  deu  ordentlicben  Gerichten  im  alK 
gemeinen  erfordert  werden*.  Die  Gerichtspriaidenten  sind  demnadi  ohne 
Ausnahme,  die  Beisitzer  in  der  R^ei  besoldete  Beru&richter.  Bei  dem 
Konstantine ){)! er  Gericht,  welches  von  jeher  eine  besonders  wichtige  und 
verantwortliche,  dafür  auch  bevorrechtete  .Stellung  einnahm,  ist  es  üblich, 
nur  solche  Personen  zu  Beisitzern  zu  ernennen,  welche  bereits  dns  Ami 
eines  ^'n^sit7.enf^en  bei  einem  Mnndcis-  oder  Zivilyerieht  ausgeulit  haben 
Sie  genießen  insofern  eine  hevorzut^te  Stellung,  ;d.s  ihre  Gehaltslu-ziVjc  itu 
\  eriiältnis  zu  denjenigen  der  ühi  i^rn  tih  kisclten  Uichter  nicht  nur  ei  liehlii.ii 
höher,  sondern  im  W  ege  internationalen  .\bkommens  besonders  siclierge- 
stellt  sind^ 

'  Pfortennote  vom  20.  ne/ptnlxT  ls79. 

'  Vgl.  liieriiber  SchmUlt .  a.a.O.  S.  llÜff.,  sowie  lianzi,  a.a.O.  S.  Hff. 

•  Vgl.  oben.  Die  Rictitergeliäiter  betragen  heute  beim  Vorsitienden  7  5(X). 
bei  den  Beisiizeni  5  OOO  Piaster  im  Monat,  weidie  dtraltt  bd  der  finrirhtnlrswo  nr 
Erhebmig  gelangen.  In  den  Provinzen  bestehen  ihnliche  Einnchtongen  uicbt.  Bei 
der  Besetzong  der  RiehterslelleD  in  der  Hauptstadt  hatte,  wie  liier  noch  «wlhiit 


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Weber  :  Du  Gemischte  Handelsgeridit  in  der  TOHcei. 


Dip  Fiehen*schung  der  französischen  Sprnrhr  ist,  weuigsten.s  heim 
haupbiiidtisrhrn  (»cricht,  Wn .•nissi'i/.img  zur  Kriaiimini;  des  Richteramts. 
Dies  KilunUtniis  beruht  imles  uicht  auf  gesetzlicher  Vorschrift,  entspricht 
vielmehr  nur  der  langjührigen  Übung. 

Was  die  fremden  Beisitzer  anbelangt,  so  liegt  deren  Ernennung 
der  Itetreffenden  ausländischen  diplomatischen  (baw.  konsttlariacheo)  Ver- 
tretuof(  ob*  Bei  der  Auswahl  iind  Bestellung  verfährt  die  fremde  Behörde 
in  Tollkommen  selbstfindiger  Wdse;  irgendeine  Mitwirkung  von  törkischer 
Säte,  etwa  in  Form  einer  Kontrolle  od«r  gar  Bestätigung  der  getroffenen 
Maßnahmen ,  findet  nicht  .statt.  Auch  die  früher  vorgeschriebene  Mitteilung 
*ier  Namen  dei-  Beisitzer  behufs  Kintrai^iing  in  eine  Liste,  wird  nicht  mehr 
für  erforderlich  erachtet.  Wesentliche  Bedingunf^cn  fur  die  Bekleidung  des 
Beisitzerunits  sind  ausreirlir-ndn  Kenntnis  chn*  türkischen  Sprache,  sowie  eine 
^«•vvissp  Vcrti*aut!icit  mit  der  Ivnut'iiiiinnischt'n  Praxis  im  allgemeinen  und 
<iefi  llaiiii<''sL;i'1ir;irifli''n  des  C)rje,s  insbesondeif;.  Außerdem  wird  die  Kr- 
nennniig  von  der  Ertnlliing  derjenigen  V«>t  anssetzungen  ahhiingig  zu  machen 
sein,  welche  fur  die  Berufung  zu  Ei)reiiämtern  überhaupt  maßgebend  zu 
sein  pllegen.  Die  Frage,  welche  geaetalietei  Vorschriften  im  besonderen 
hier  Anwendung  zu  finden  hätten,  dürfte  unseres  Erachtens  zugunsten  der 
einiieimischen  0-eaetxgebung  (Anhang  zum  Handelsgesetzbuch,  Art.  15)  zu 
entscheiden  s«n.  Jedenfalls  liegt  kein  Anlaß  vor,  den  im  einzelnen  vielfiwh 
strengeren  Bestimmungen ,  welche  nach  dem  fremdstaatlichtm  Recht  die  Be- 
fälnViinu  /II  richtertichen  Ehrenämtern  regeln  (vgl.  z.B.  das  deutsehe  Ge- 
richtsverfassungi^esedi  §32^.),  den  Vorzug  zu  gehen. 

Die  obenprwTdmte  Vorschrift  fies  tnrkischen  Gesetzes  hestlnniit  nun 
7n.tr.  (lal^  nur  Angehörige  des  Handelsstimdes  zum  Beisitzeramt  ernannt 
vvcriicn  sollen,  ncsglciclicn  jjelien  das  Rci^lement  von  1848  und  die  iilteren 
l  rivundeii  <lavon  ans.  daß  nni'  ausläntiisclie  Ivaiit'lente  als  Laienrichter  in 
Iktracht  konuneii.  Nacii  <luy<er  Be.stimnning  richtet  siclj  die  l'raxi.s  in  der 
R^l  auch  heute.  Die  Beobachtung  derselben  kann  aber  insofern  nicht  als 
onbedif^gtes  Erfordernis  bezeichnet  werden,  als  die  Ernennung  eines  nicht 
zum  kaufmännischen  Stande  gehörenden  Beisitzers  deshalb  allein  nicht  un> 
faltig  isL  Besondere  Verhältnisse  können  sehr  wohl  ein  Abgelten  von  der 
Rc^  geboten  erscheinen  Uusen,  es  sind  z.B.  keine  geeigneten  kaufntänni* 
scheu  Kandidaten  am  Gerichtsorte  vorhanden;  aber  auch  hiervon  abgesehen, 
ist  nicht  recht  ei-sichtlich ,  warum  nicht  auch  Angehörige  anderer  Berufsarten 
zum  Beisitzeramt  berufen  werden  sollen,  sofern  sie  den  Tdu'igen  Anfor- 
(lernntjen  i^ennjxen.  Allerdin;^s  wiirden  Anwälte,  welche  selbst  in  die  Lage 
kummcn  können,  als  Partei  beistände  vor  Gericht  aufzutreten,  auszuschließen 

w«rdßn  mag,  eine  gewisse  MItwirkang  der  fremden  Missionen  atattgefundoi,  indem 

letztere  bei  der  Auswahl  der  Aiiwflrter,  allerdings  in  niclit  amtlicher  Form,  etwaige 

Wilnsrhe  und  H^denkcn  7.nr  Sfirarfic  zu  brinqrn  pHi  L^ten.  Bei  dem  neuerdings  imtner 
stärker  hervortretenden  Bc-trelieii  der  tfukischen  Ket,Menn><»,  die  «»eniischten  ( ierieiite 
aller  Sondenuei'kniale  zu  entkleiden  und  sie  d<^n  ordeiitlii-lien  ücriciitcn  gleichzustellen, 
ist  in  letiter  Zeit  die  Emennong  der  lEtichter  ohne  jede  RUcksiehtnahnie  auf  etwaige 
Aasidrten  der  Missionen  erfolgt 

Min  d.  Soil  f.  Orient.  Spraoben.  ItQT.  IL  Abi  9 


IBO 


Wkreb:  Das  Gemischte  llamlt  l.stiericlit  in  der  Türkei, 


«ein.  Naeh  diesen  Gc-sichLspiiiikten  verfahrt  auch  tatsachlifli  die  Praxis,  ohne 
daß  türkischerseits  diesbezüglich  irgendwelche  Aoatände  erhoben  wordeo 
wären. 

FTir  die  AusiihuriK  seines  Amtes  erlialt  Hr>r  fn-miie  Beisitzer  keim-  Bf- 
soldiing.  In  <ler  Tat  erschi  iut  rs  (liireliaus  u;ei  ('clitl('i  ti<:rt,  daß  die  Frenuleii 
in  der  Türkei,  welchen  verUagsnüißig  weit^elicuJe  rriviicgieu  elngerünml 
sind,  auch  die  mit  ihrer  AusnahuiesteUung  verbundenen  Lasten  tragend 

In  der  R^el  entnimmt  die  nennende  ausländisebe  Behörde  ihre 
Beiaitxer  der  Zalil  der  ortseingesessenen  Mitglieder  der  eigenen  Koloniee  Es 
hat  sich  demnach  die  gleichmSßIge  Übung  entwickelt,  daß  die  an  einer  ge* 
mischten.  Sache  beteiligten  fremden  Richter  Angehörige  desjenigen  Staates 
sind,  welciiem  die  hetreflTeade  aasiindische  Proxeßpartei  angehüH.  Doch 
auch  hier  handelt  es  sich  nicht  um  eine  zwingende  Vorschrift;  vielmehr  Iiaan 
«lie  fremde  Behörde  in  ICnnangehing  geeigneter  PcrsünUchkeiten  unter  iliren 
Nationalen  auch  verlrauenswürd?«;?  l^ntprtntien  anderer  fremder  Si;int<'ii  mit 
dem  Beisit/cramt  Ix'tranen,  ;il!tM'diiii;s  wulil  mit  dfr  Mnßirnhf'.  dnl.^  liifibei 
nur  Antiehüri^e  solciiei  Staaten  in  I-'m^c  komuien  können,  welche  selbst  iui 
Besitze  der  ka])itulatioasn)äßii2:en  Rechte  stehen^. 

iSind  zwei  ausiiiiulisclie  Parteien  am  Prozesse  beteiligt,  so  ernennen  die 
beiden  in  Betracht  kommenden  fr^den  Behörden  je  einen  Bdsitier ;  gehören 
die  fremden  Prozeßparteien  mehr  als  zwei  verschiedenen  Staaten  an,  so  hat 
die  Bestimmung  der  Beisitzer  auf  dem  Wege  ganeinsamer  VerstSodigung  zu 
erfolgen. 

Die  Mitwirkung  der  fremden  Beisitzer  ist  auf  die  Tdlnahme  an  den 

Gerichtssitzungen  beschränkt.  Im  Verlaufe  derselben  aber  Oben  ^l''' 
richterlichen  Befugnisse  im  gleichen  Umfang  aus  wie  ihre  ottnninnisclien 
Kollegen.  Vor  allem  steht  ihnen  bei  jeder  Beschlußfassung  volles  Stimm- 
recht zu.  In  rillrn  Slndicii  des  Verfahn'ns .  bei  der  Beratung,  mündÜehpn 
Verli;ui(lliir)i;  iiml  l'rteiUtallianK,  i^t  iiii-e  ( -eLjenw  art  dalier  unr*rläßh>h.  lüiu* 
in  Ahvve>enh«:it  eines  oder  j;ar  beider  iVemUtr  Beisitzer  ^eU'4»l]'i;iie  izeiitiit- 
liche  Kntscheidung  wäre  im  Wej^e  der  Ke«|u^te  t  ivüe  (II.  P.  ().  An.  1-4, 
Nr.  1)  anfechtbar.  Die  außerhalb  der  Sitzungen  erforderlichen  iCntscheidungen 
werden  ohne  Mitwirkung  der  fremden  Beisitzer  erla&ien*. 


*  ESne  Ausnahme  bilden,  soweit  bekannt,  nnr  die  englischen  Gerichtsbeisitzer, 
die  nach  feststehendem  Tarif  fiir  jede  wahrgenommene  Sitzung  eine  Tergfituag  be* 

ansprucheil  können. 

■  Vgl.  das  Keirlettiftit  vnri  1*^'?'^  (S.  112).  In  neuprer  Zelt  !iat  di<'  tniklschc 
Regierung  zwar  den  ( inii  iisatz  aufstellen  wollen,  daß  die  St.iiits.iiigciiörigkelt  der 
Beisitzer  sich  unb(?dingi  iiaeh  derjenigen  der  Prozeßpartei  zu  riditen  liabe;  eutspredie 
die  Zuwunmensetzung  des  Gericht«  diesem  Erfordernis  nicht,  so  sei  das  Gericht 
sogar  evoutuell  bereditlgt,  audi  ohne  fremde  Beisitzer  tu  entscheiden.  IXeicn 
Standpnnitt  mußte  die  Pi'ortc  aber  im  Jahre  1902  infolge  der  einmfltigen  Gegm* 
Vorstellungen  der  .Mis^i  mm  ii  avifi^el/'^n. 

8  Das  ttlrkiseho  Besti  e!). n ,  da.s  Amt  des  fremden  Beisitrfrs  in  "p'mrr  Ik- 
deutung  niüglii-iist  iiorabKudrüt-ken ,  IvomnU  u.a.  darin  zum  Ausdruck,  daß  inAit 
wiederholt  in  einzelnen  Füllen  das  Ansinnen  gestellt  bat,  auch  in  Abwesenheit  der 


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Wien:  Du  Oemudite  Handelsgericht  in  der  TOrkoi. 


131 


Des  in  der  geschilderten  Widse  gchurig  b&setxte  Geridit  iet  zm  Aus- 
übung der  Gerichtsbarkeit  aber  nur  dann  befugt,  wenn  der  betreffende 
Konsul  oder  dessen  berufener  Vertreter  dem  Verfahren  beiwohnt  Über 
die  ÖFtgoinansassisten«  wird  weiter  unten  ausitthrlich  die  Bede  sein  (vgl. 
unten  §  7). 

\'nin  th«H>i^tischen  Standpunkt  aus  wflrde  das  gemischte  Gericht 

ülx'rall  da  jjehildet  wrrden  und  in  Tätigkeit  treten  müssen«  wo  eine  nach 
allgciueinen  Pr(»7eßgrunfls;it/.cn  sachlich  und  örtlich  zu  seiner  Ziistaridickoit 
j;«*iu">rende  Strettsnrhf  anliäiigig  wird.  Mit  andrr<*n  Worten:  jedes  ottoma- 
nische  Ocriclit  i>t  l^ri  ••ntvlrhendeni  liediii  rnis  ^elialten,  sich  als  gemischtes 
Gericht  zu  kunstihiiiMeu.  In  der  Praxis  erfolgt  die  Zirziehung  von  aus- 
ländischen Ueisii/.ern  nur  bei  den  ordentlichen  Handelsgerichten,  ('her  die 
Frage,  ob  beim  Fehlen  eines  Handelsgerichts  das  ordentlidie  Zivilgericht 
des  Ortes  unter  Wahrung  der  voi^eschriebenen  Formen  aueh  in  gemischten 
Sachen  sustindig  ist,  besteht  noch  kein  Einvernehmen  mit  der  Pforte. 

Das  Recht  des  Ausl&nders,  vor  einem  gemischten  Forum  abgeurteilt 
m  werden,  ist  nach  dem  von  den  KapitulationsmSchten  vertretenen  Stand- 
punkte, abgesehen  von  den  spKter  zu  erörternden  feststehenden  Ausnahmen, 
nn  keine  Beschränkung  gebunden.  Die  Geltendmachung  dieses  Hechts  kann 
ilaiier  von  iQrkischer  Seite  nicht  einseitig  gekürzt  oder  erschwert  werden. 
Doch  selbst  wenn  man  mit  der  von  der  Pfnrte  neuerdings  vertretenen  Atif- 
fassiHi::  annelunet;  wullte.  daß  aliein  die  ordenlliehen  Unndelsgerichte  zur 
Ausübung  der  gemischten  Gerichtsbarkeit  befugt  seien,  so  kann  hierin  iiacli 
Lage  der  türkischen  Gesetzgebung  selbst  nocii  imiiur  kein  Argument  ge- 
riindcD  wei-deu,  uiu  die  Bildung  gciuischter  Gerichte  bei  den  Zivilgericbten 
schlechthin  als  unzulässig  zu  bezeichnen.  Denn  die  Gerichtsverfassung 
(Art  10)  selbst  verleiht  dem  Zivilgericht  an  den  Orten,  wo  Handeli^^ericbte 
nicht  vorhanden  sind,  die  den  ietzteren  sonst  stutehenden  Befugnisse  und 
sdireibt  ausdrücklich  vor,  daß  in  einem  solchen  Fall  auch  die  Vorschriften 

Beisitzer  prozeßrechtliche  FiaiKilungen  vor/utiehmen.  I  iitdet  diette  Auttassung  aut 
««lliidMdter  Seile  nidit  die  gcbuhraide  Zurüdcweiäung,  ao  konnte  hieraus  leicht 
der  SdiloO  gesogen  werden,  daß  die  Besehidtung  dee  gemischten  Gerieht«  mit 
rreaidcii  Utchteni  lediglteli  als  ein  fakultatives  Recht  anziiaehen  sei,  auf  welches 
jederzeit  ohne  Recfusnachteil  verzichtet  werden  könne.  Die  gcinisrhte  Reclit- 
»|>recliuiig  wäre  stunit  ilirrr  vomcIrniHten  (^niiidlatrc .  derjenigen  naiiilirh  der  Gleich- 
bereclHiguiig  der  fremden  uud  uttunianischen  Richter,  ein  für  alleiual  beraubt. 

An  Yeraaehen,  diesen  ehen  erwihnten  Standpunkt  zur  Geltung  zu  bringen, 
wird  es  tOrkischersetts  auch  femer  nicht  fehlen,  solange  man  fortflihrt,  die  Ein- 
riehtaag  der  gemischten  Gerichte  als  eine  im  Gegensatz  zu  den  Vertrigen  entstandene 
'ivA  daher  miObräuchliche  Übung  darzustellen.  Von  den  wenigen  einheiniischon 
S< 'iriristt'Ilcm .  welche  diese  Verhältnisse  Ix^Iiaiidoln,  sei  als  schrofl'ster  Bekäinpfer 
der  Hinrichtung  der  fremden  Beisitzer  Ha-ssan  Fehini ,  a.  a.  0.  S.  201  tV.,  erwäluit. 
Imiemen  ist  bemerkenawert ,  daß  Caravokyros  in  seinem  UeclitalexiktMt  -Lughat -i ' 
ka«inin*i-osnianie«,  S.  40,  offen  zugibt,  da0  die  Teilnahme  der  Beisitzer  auf  einem 
xwiseben  der  Pforte  und  den  diplomatischen  Vertretern  getroffenen  Abkommen  be- 
ruht; auch  erkennt  Savvas  Pascha,  a.a.O.  8.  170,  den  fremden  Riditem  ausdrück- 
lich dieselben  Kochte  zu»  wie  ihren  tOrkischen  KoUeg«i. 

9» 


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f 

i 


!!^2  Wkiikh:  Das  Geiiiihchli;  Ilaiidelsgcriclit  in  d<T  Türkei. 

des  Anhanges  xinn  ll<iiid«l$gese(zbucti  Ober  die  Hinsusiehiing  von  Itaieo* 

bcisit/ern  f»nts|)reclicml  /iir  Anwendung  zu  Ivoinmen  haben'. 

hi  liclitiijer  Anslcijun^  dieser  Bestimmung  hatte  <lit'  Pforte  in  fTühfn'tt 
JahnMi  nichts  dagegen  einzuwenden  gehabt,  ilnß  auch  die  Zivilffericliii'  <\rh 
nach  iiedari  zu  meniiscliten  Gerichten  erwt.itej  len.  Krst  in  neuerer  /.eil 
glaubte  man  türkischerseits  dieser  Praxis  ein  Ende  machon  zu  mQssrti. 
Welche  Absicht  diesem  V^orgehen  zugrunde  lag,  ist  unerfindlich ,  es  sei  denn, 
daß  man  den  Zweck  vei'folgie,  die  llLtigkelt  der  gemischten  Gerichte  lun> 
liehst  einzuschi^nken.  Jedenfalls  ist  es  bezeichnend,  daß  die  tflrkische  Re* 
giening  um  dieselbe  Zeit  dazn  überging,  die  Zahl  der  ordentlichen  Handels» 
gerichte  erheblich  zu  vcrmindwn«  indem  sie  dieselben  an  denjenigen  Orten, 
wo  sie  nach  ihrer  Ansicht  öberrtu.ssig  waren,  wieder  l>e,seitigte''. 

Solange  eine  Einigung  rd)er  diese  Frage  zwischen  der  Pforte  und  den 
Missionen  nicht  erzielt  ist,  wird  itn  Einzelfall  die  Be^stimmung  des  zustäu* 
digen  Forums  int  Wcsjc  (liplouiafisrlicr  \'err?nharung  zu  erfnlix^n  liahen. 

Wie  wir  liereits  wiederiiolt  1ht\ orziilichen  ndcucnlieil  hatten,  trr  lif 
die  Tendenz  der  tfii-kisehen  Geset/iictimm  offensichtlich  dahin,  das  l)a.>i'iu 
einer  Sundei'gericht.sl^ai  koit  ia  gciuischten  .Saehen  abzuleugnen,  indem  (He 
ordentlichen  Oerichte  als  die  im  IVinzij»  auch  über  Ausländer  zuständigen 
Gerichte  hingestellt  werden,  die  Mitwirkung  des  fremden  Richterelements 
dagegen  lediglicli  als  ein  mißbiiuchlich  entstandenes,  daher  nidglichst  einxit- 
schrankendes  fakultatives  Recht  bezeichnet  wird'.  Wie  wenig  diese  Ansicht 
sidi  mit  der  Wirklichkeit  in  Einklang  bringen  läßt,  geht  u.  a.  auch  daraus 

*  Vgl.  Anhang  zoni  H.G.B.  Art.  1,  sowie  das  frühere  (xorichtsverfassangi- 

gcscti  vom  4.  Muharreni  r2>>6  (--  I'".  April  lf^*>f>),  frair/ösisdi  bei  Aristarclii,  a.a.O. 
Bd.  II,  S.  280  fl". ,  welche  den  glcit  lien  (IriinHsat/  1)friMtH  vorher  ausgesprochen  hatten. 

-  Während  die  Zahl  der  Haudelsgcriehte  im  Jahre  1287  (1872)  llU  betrajreii 
hatte,  war  sie  1314  (18'J8)  auf  40  gcsmikcu.  Nach  dem  heutigen  Stande  cxisticrcu 
nicht  mehr  ab  33  Handelsgerichte;  diese  sind  derart  verteilt,  daß,  vom  ]MO|rt- 
stSdtischeii  Creridit  abgesehen,  in  zwei  Wiligets  je  3,  in  sechs  Wilajets  je  2  and  in 
14  Wilajets,  bzw.  sclhstrmdigen  Sand.schaks  je  1  Handelsgen'rlit  Ii<-st<  heu ;  in  13  Wl- 
lajets  bzw.  sclb.stilndigcii  Snndsrh.ik«?  ist  ear  kein  Handolsgt'rirht  vorhaiidt^n. 

'  Die  tflrkische  Autiits«uiig  wird  in.sbe^sondfrt:  zuiu  Ausdruck  gel»raiiit  in 
dem  schon  öfter  augeführtcn  Memorandum  der  Pforte,  betreffend  die  Auflegung  der 
Kapitulationen  (Aristarehi,  Bd.  II,  S.  421),  wo  es  n.  a.  hdßt:  La  pretention  des 
etrangera  ....  de  ne  pas  se  faire  ji^<v  par  des  tribonaiix  oii  des  etrangers  ne 
silent  pas  en  qnalit«  de  juges  ou  d'assesseurs  aiN.si  (jue  celie  de  vouloir  sc  soos- 
traif  a)!x  frihuuniix  oidinaircs  et  fl*^  dcnuinihT  des  rommissions  ext i  lonltmire^ 
niixles  poui  regier  ieurs  diilVrenH**  avec  les  sujeLs  oltoniaui»,  ii  >  ])r«'teiiti<)ns .  di^oiis 
tiüus,  ne  sont  appujecs  d'aucuii  texte  et  tolcreca  jusiju'iei  pour  une  rai.son  ou  unc 
autre,  alles  ne  doivent  plus  ctre  admises  ä  l'nv^ir.  Dcmgcgenflber  sei  htngewiewii 
auf  den  Bericht  der  Dragomanakominission  zur  Zivilprozeßordnung,  weldier  die  An- 
sicht der  Mächte  wiedergibt.  Es  heißt  dort:  Les  tril»unaux  niixtes  de  conniieroe. 
en  leur  foiiotioüneineiit  artiir!,  sont  nffiineliis  de  tont  lien  de  di'pendanrp  vis  -  ä  -  vi« 
des  eours  eoinmereiales  et  eiviles  purenient  ottomaites  eniiiiiie  vis-ä-vis  de  Ia  rour 
de  cassation.  Ii»  formcut  luic  branehc  ü  part  dans  I  administration  generale  de  la 
joAtiee. 


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W£fi£R:  Das  Gemischte  Haudelagericlit  in  der  TfljrkeL  133 

hemr.  >lnß  die  Heigelung  des  Instanzenzuges  in  geiniachten  Sachen  von  der 

gesetelicli  allj[^einein  vorgeschriebenen  in  aulTallender  WVise  abweiclit. 

Das  Reclitsmittelveifahren  ist  tiach  dem  heute  gellenden  ottoninnisciien 
Recht  fur  sämtliche  flprichte  einheitlich  jjerefi'-h.  So  ht-^teht  niicli  in 
H;ini!<l>sachen  das  ordentliche  Rechtsmittel  '\rv  Hcmfiint;  iiiul  il.is  nußer- 
onieiUhche  der  Revision.  Die  Berufung  ^<  Iit  an  das  dem  ei  kennendetJ 
nächst  übergeoiUiu-te  Gericht;  so  ist  ht!i.s]>iels weise  gegen  Urteile  des 
UandelsgerictiUi  (eventuell  des  Zivilgerichts)  des  SaiKlschak  das  llaudels- 
oder  das  Zivilgericht  der  Wil^jethauptatadt ,  gegen  eratinatansliche  Urteile 
des  Handels-  hzw,  Zivilgerichts  des  Wilty  ets  daa  Berufungsgericht  der  Haupt- 
Stadt  aasllod^.  Reviatonsinatanr.  I&r  alle  recfatskriftig  gewordenen  Urteile 
ist  der  Kassationshof  in  Konstaotinopel  ^ 

Ab  Berufungsgericht  fungiert  in  gemischten  Sachen  ausschließlieh  das 
gemischte  Handol>üt  i  iclit  in  der  Hauptstadt.  Es  wHrde  demnaeh  beispiels- 
weise gegen  ein  Urteil  des  als  gejnischtes  Gericht  erkennenden  Zivilgerichts 
des  Sati(!s('lia1v  niclit  an  das  Gericht  der  Wilajethauptstadt,  sondern  nur  an 
dajijciiiLif  in  l\t»ristaiitlnopel  njippUiert  werden  müssrn.  I>ie  Kammer  für 
H  i-i  icl-i-^achen  heim  Bei  iil"uim>-L;ci  iclit  (Istinnf  fnahkriii»v>.si  liilscliai  et  kvsmi) 
iii  lüjn-'taiitiiiopel  i>t  lur  gemisclite  i'io/.essc  iU»erluiu])t  nicht  /iis'.äiuii^'.  Ehen- 
sovvenig  ist  die  Anrufung  des  Knssationshofs  in  gemischten  -Sachen  /.ulässig". 

Die  in  seinem  Bezirk  entstandenen  liechtsstreitigkeiten  entscheidet 
daher  das  gemischte  Gericht  In  Konstantinopel  in  erster  und  tetaiter  Instant; 
dessen  Urteile  können  nur  im  Wege  der  Requdte  civile  angefochten 
Verden. 

Von  diesen  Abweichungen  abgesehen,  finden  die  Bestimmungen  der 

Handelsgesetze  Ober  das  Rechtamittelverfahren  auch  für  das  gemischte 
Prozeßverfahren  analoge  Anwendung.    Insbesondere  ist  die  Vorschrift  des 

Anhanges  zum  Handelsgesetzbuch  (Art.  'Mi),  welche  die  Berufung  nur  i:»'i:en 
solche  Kutscheidiingen  zuläßt,  (leren  Wert  rlen  Betrag  von  5  000  Piaster 
übersteigt,  auch  für  das  gemischte  \  eiiahrea  maßgehend. 

Diese  KeijcliMig  des  Berufungsweges,  welche  die  Mn;;lic!iktjil  einti 
Nachprüfung  alier  wichtigen  Prozes.se  durch  ein  hauptstädtisches  Gericht 

'  Des  nihcreu  behaudeit  hei  Sclimidt,  i.  a.  ().  §  1.'*. 

,  .        20.  Zllhidsche  1298     .     ,„  ^,       .     ,       .     ,  . 

'  Unter  dem -  .  -■  -  --  .-_t- ("^      November  INK  1)  brachte  ein  Zir- 

kolarerlaß  des  Jiistiziiiiiiiüters  die  geltende  Regel  botrcßeiid  die  Berufnng  in  ge- 
mU«-liir-ii  Sachen  boi  den  Gerichton  in  Erinnerung;  s.  Young,  a.a.O.  Bd.  I,  S.  247, 

Audi.  7. 

Die  Kojnjietcti/.  des  Kus.sationshofeSt  dessen  gegeiiw;irtige  Verfaüsuiig  auf 
«im  ü.  V.  G.  und  auf  dem  Abändenuigsgesets  vom  -^g"  ^^^'ig^g""  i— 
l>t67),  9.  I.ahika-i-Kawaniu  Bd.  I,  S.  78  01,  beruht  und  dessen  VeHahren  dnrcb 

die  NoveOe  zur  Z.  P.  O.  vom  If  1.    {-^   8.  November  1888). 

1  eschnn  - 1  -  cwel  l.iO() 

s.  Lallita- i-kawaiüii  Bd.  I ,  S.  !»:{ .  geregelt  ist,  wird  .seiti^n.s  der  fremden  Mächte 
iiicbt  anerkannt,    über  da;»  Mahkemc - i •  teuijla  vgl.  noch  Schmidt,  a.a.O.  8.  IIIS. 


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134 


Wsbkr:  Das  Gemisctite  HaudeUgeridit  m  der  Türkei. 


linier  iinintttelbarer  Aiifsiclit  ^fis.sioiien  siclicrt,  bietet  eine  vvertvollf 

(Inrantie  fiir  die  sachfj^emäße  HarulhaLnng  der  .liisti/..  In  dieser  lüodernen 
Form  lebt  das  alte  kapitulationsinäßi^e  Vorrecht,  welches  die  Erleili.niitm 
aller  genüschtpn  Prozesse  von  einifjer  Bedenlung  der  Hohen  Pforte  vor- 
behielt fv|;l.  dIm  ii  ^  2),  tatsaehlii  li  noch  weiter  fc»rt;  mir  ist  infolge  der 
Fe^st.set/.mtg  der  Wertf^renzr .  die  für  dit^  licriit'iiiii:<lTdii»;keit  der  Prozesse 
bestimtueod  ist,  auf  .')O(K)  Pia-ster  <ler  Kreis  der  in  letzter  Insian/.  in  der  l'rovinz 
tu  entscheidenden  Sacheu  entsprechend  weiter  gezogen  *. 

Demgegenüber  miiO  es  allerdings  als  «in  Mangel  bexeiehnet  werden, 
daß  die  in  erster  Instanz  xiir  Kompetenz  des  Gerichts  in  Konst«ntino|)el 
geh5rigen  Sachen  der  Wohltat  der  Bernfung  entbehren  mfissen.  nnreli 
die  Möglichkeit,  die  Cntscheidtingcn  dieses  Gerichts  durch  das  Kechtsmitlel 
der  liequ^te  civile  anzufechten,  wird  diesem  Mangel  nur  not«!QrfUg  abge* 
holfen 

Als  Oi*gaDe  der  gemischten  Gerichtsbarkeit  sind  demnach  zu  be> 

zeichnen: 

a)  (ierichte  erster  Instanz: 

Die  bei  tleii  ordeiitlielieti  Handelsgerichten  oder,  sofern  solche  nicht 
existieren,  bei  den  ordentlichen  Zivilgerichten  gebildeten  gendscliLen  tie- 
richte, wobei  zti  bemerken  ist,  daß,  soweit  nach  Maßgabe  der  tfirkiiicheo 
Gesetzesbestimmungen  mit  R&cksicbt  auf  die  örtlichen  BedOrfnisse  besondere 
Kammern  för  seerechtUche  Sach^  eingerichtet  sind,  diese  auch  Hir  ge> 
mischte  Seehandebprozesse  zuständig  sind. 

b)  Geriebt  zweiter  Instanz: 

Das  ids  erate  Kammer  des  Handelsgerichls  bezeichnete  gemischte 

Gericht  in  Konstanttnopel  bzw.  —  in  .Seehandelsprozessen  - —  das  bei  der 
Kaunnei  fih  .Seehandelssachen  gebildete  gemischte  Gericht  daselbst. 

Was  die  Zuständigkeit  der  gemischten  Geticlile  angeht,  so  erstitcki 
sieh  diesolbn  in  sachlicher  Beziehung  auf  rdle  zwi^^clien  Ottomanen  und 
Ausländern  entstehenden  Streitsachen,  soweit  nicht  für  Ansprüche  aus  ge* 

'   ^'^gl.  Caravfikyrn«! ,  m.  a.  O.  S.  87. 

-  J>ie  Möglichkeit  der  Erriohttnig  eines  besonderen  (»(irichtslmfe«  /weiter 
Instanz  ist  wiederhult  zwischen  der  Pforte  und  den  Missionen  zur  l^tärtcriuig  gc- 
lai^  Bereits  in  den  Siebzger  Jahren  hatte  ein  diesbezaglicher  MeiiunigsaustMiKh 
stattgefunden.  Der  ruBsisrhe  Botsdiafter  ^inatielT,  der  sich  filr  diese  Frage  be* 
sonders  interessierte,  liatte  sogar  mit  dem  damaligen  Ilandelsntinister  Kabuli  Pasdia 
ein  gnnnU.'U/üi'lies  Einverständnis  erzielt.  Der  Plan  solieiterte  aber  angeblich  an 
dem  \Vi(jei  siaiid  des  Großvvesiers  Mahnmd  Nedim  I'asclia.  Die  türkisrhe  Rpeirruiig 
war  auch  später  nicht  abgeneigt,  ein  gemischtes  Berufungsgericht  ins  Leben  t.u  rufen. 
Stellte  aber  hierbei  die  Bodingiuig ,  daß  an  Stelle  der  unbesoldeten  Beisitcer  zim 
stSndige  und  zwei  stellvertretende ,  dorch  die  Gesamtheit  der  Missionen  zu  emenDende 
besoldete  Richter  treten  sollten.  Eine  Einigung  ist  am  Ii  diesmal  nicht  zustande 
gekommen,  anscheinend  infKli^e  des  Widerstandes  der  Missionen,  welche  wohl  bo- 
sorgpii  ninßten.  daß  tiio  iremden  Richter,  wenn  sip  mit  der  Besoldung  auch  die 
Eigen.st  liaft  türkisciicr  Gerichtsbeaiutcu  eHialten  würden ,  Gefahr  laufen  köuuteu,  ilire 
UlUfhhSngigkeit  einzubüßen. 


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Wkbeb:  Das  GeniMbte  Haadeb|;ericht  in  der  TOrkeL  135 

wissen  iiechtsverhiltiiissen  jofolge  besonderer  Vereinbarungen  zwischen  der 
Pforte  lind  den  fremdeD  Missionen  abweicliende  Bestimmung  getroffen  ist. 
Der  ROck blick  auf  die  Entwicklung  hat  gezeigt,  daß  die  Tendenz  von 

jeher  dahin  j?ing.  die  gemisclit<*n  Gerichte  als  den  nairirHch»»n  Gerichts» 
etand  (hr  Auslinder  in  allm  liür^erlichen  Kechtsslreiti^keittMi  mit  Kin- 
luMniischen  anziusehen,  und  tiaß  die  tüi  kische  Ju.sti/.};<*>et7.}:;ebimf^  nicht  hat 
vt'rhiiidei'n  können,  daß  die  weitgehende  Zustnmli'^kcit  der  gemischten 
(leriohte  tatsächlich  \vi*rter  crhnlterj  blieb.  Nur  in  den  Fällen,  wo  sfitcns 
der  fremden  Machte  aid  (i;ts  \  nrrecht  der  .ti»'inischl«'n  (irrichtsbarkeil  /(i- 
gunsteu  der  ordentlichen  türkischen  Gerichte  ausdrücklich  Verzicht  ge- 
leistet worden  ist,  hat  die  Kumpeteoz  des  gemischten  Gerichts  eine  Ein- 
schrihikuog  erfahreo. 

Anerkanntermafien  nicht  dem  gemischten  Gerichte  uotmvorfen  sind 
hiemach: 

a)  samtliche  Rechtsstreitigkeiten,  die  «das  unbewegliche  Vennugen 
betreffen«, 

b)  Micts()rozes.se, 

c)  Konkurs-sachen. 

Demnach  erstreckt  sich  die  Kompetenz  des  gemischten  GericliLs  nuf 
alle  rdirigen  zivil-  und  liaiidrlMTcIiiIichru  l'ni/.esse,  indessen  ritieh  hiei-  mit 
«Icr  weiteren  Kinschritnkuiig .  tlaß  l>iu  gerliciie  Hechlsstreitigktilcn ,  bei  denen 
der  Wert  des  Gegenstandes  den  iJelrag  von  1  0()0  Piastern  nicht  über- 
steigt, sowie  tiandelsrechtliche  Prozesse  bis  zur  gleichen  Wertgrenze, 
letztere  aber  nur  dann,  wenn  sie  in  einer  Entfernung  von  Ober  neun 
Stunden  vom  nächsten  Konsulatssitz  entstehen,  dem  Forum  des  gemischten 
Gerichts  entzogen  sind. 

Bekanntlich  beruht  die  besonder^  Jurisdiktion  in  Immobiliarsachen  auf 
den  Vorschriften  des  Gesetzes  vom  7.Sefer  1284  (=  18.  Juni  1867),  durdi 
welches  den  Ausländern  das  Recht  eingeräumt  wurde,  Grundbesitz  in  der 
Türkei  zu  erwerben Hier  wird  bestimmt,  daß  in  allen  Grundstücks- 
ani;elegenheiten  die  Ausländer  den  ( )ttomanen  gleich/nstelleft .  somit,  wie  es 
vvnrtüch  heißt,  »in  nlliMi  Ani^elenenlietten.  welche  das  iiiilirw fL;liche  \'cniiniren 
tutifiYtMi  und  in  den  hifr.iul'  Ix'/.iii^liclit'ii  Heclitsstreitigkeiten»  der  eiu- 
tifiinischen  (ienchLsbai  keit  utiiiiittelbar  unlerwurlcn  .Niml. 

über  die  richtige  Auslegung  dieser  I3estinunung  besteht,  wie  wir  nicht 
unerwlhnt  lassen  wollen,  zwischen  der  Pforte  und  den  Mächten  dne  Mei- 
nangsverscliiedenheit,  die  noch  heute  keine  endgRltige  Beilegung  gefunden 
hat.  Die  Strdtfrage  hatte  ilii'e  Entstehung  in  der  nicht  sehr  prSxisen  Passung 
des  Gesetzes  sowie  in  dem  weiteren  Umstand,  daß  der  Wortlaut  des  den 
Missionen  amtlich  mitgeteilten  Textes  die  gerichtlichen  Vorrechte  der  Fremden 
uscheinend  nur  bei  rein  dinglichen  Klagen  (actions  reelles)  ausgeschlossen 
wissen  will.  Ein  praktisches  Interesse  hat  diese  Ivontroverse  «peiitlich  nur 
f&r  die  Beurteilung  der  rechtlichen  Natur  der  Ansprüche  aus  dem  Miets- 

'  Siehe  den  Text  des  Gesetzes  und  Protokoll.s  ii.  l>ei  Aristnrclii,  a.a.O. 
IW.  I,  S.  lü  fl.;  Uüstuf,  Bd.  I,  S.  ZiO  ir.;  Youug,  a.  a.  0.  Bd.  1,  Ö.  661  Ii. 


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136  Wmra:  Das  Oemisehte  Huidebg«rieht  tn  der  Türkei. 

vertiäiuiis  «.'Han^t;  da  aber  Miets|)i(v/.f.ss(' ,  wie  j^leicJi  eröilni  wcnleti  soll, 
dem  Komm  des  ;;emisciil<»n  Gerichts  ^rundsät/.licli  entzogen  sinti,  hat  die 
Streitfrage  für  unsere  Abhandlung  nur  untergeorduete  Ucdeutuug  *. 

Was  di«  Miecsprozesse  anbelangt,  so  hatte  fiir  dieselben  von  jeher 
ein  besonderes  Verfahren  bestanden.  Ihre  Erledigung  lag  in  der  Regel  den 
MnnistpalitStsbehorden  ob:  deren  Zustindigkeit  erstreckte  weh  mit  Zustim- 
mung der  fremden  MSchte  auch  auf  diejenigen  Prosesse,  an  denen  .\us* 
liuider  beteiligt  waren.  Die  Assiatenz  des  Dragomans  war  such  vor  dem 
Munixipaltt:'itsi; flicht  stets  zugelassen.  Dieses  Verfahren  hatte  sicli  itu  Inter- 
esse der  schnellen  EnLseheidung  der  Mietsstreitigkeiteu  als  praktiseh  <r 
w  iesen  und  blieb  oeljen  der  gemischten  Qerichtsl>arkeit  unangefochteu  L>e- 
stellen 

Als  im  .lalire  1^71  infolge  der  Einführung  einer  neuen  Verfassung  tur 
die  hauj*Lstädlis(  lieii  Gericlite'  zum  erstenmal  ordenüicite  Zivilgeriehle  ent- 
standen waren,  hallen  die  Missionen  nichts  dagegen  einzuwenden,  daß  die 
von  den  MiinizipalitätsgericiiteD  in  Mietssachen  bisher  ausgcQbtcn  Funk» 
tionen  nunmehr  auf  die  neuen  Gerichte  übergingen. 

In  Konkurssacben  gilt  in  der  Türkei  anerkanntermaßen  die  Rc^l 
•actor  sequitur  forum  rei«.  Zuständig  ist  daher  die  Gerichtsbehörde  des 
Staates,  dem  der  Gemeinschuldner  angehört,    über  Konkurse  von  Otto* 

*  Vgl.  hierüber  iusbesondere  Meyer- Ajitouopoulü»,  Über  die  Exterritorialität 
der  Ansiinder  in  der  Tarkei,  S.  22E;  Padel-Steeg.  De  la  Legislation  Fouciere 
Ottomane,  S.  SlTff.  und  Pelisaie  de  Ransss,  a.a.O.  Bd.  I,  S.  470 ff. 

*  An  dieser  Sachlage  hat  auch  das  Gesetz  vom  7.  Sefer  1284  niehts  geiadeit. 

Zwar  isollcn  efj^ntltrli  nach  tHrkischer  AufTassintir  alle  Miet<']>r»>re<»HP  als  ImnK'-hiliar- 
pro/.ej»i.e  im  Sinne  des  (leseties  iieliandclt  mid  demnach  uliiie  liikcksicht  aul  die 
Staatsangehörigkeit  der  Parteien  uiU«r  Au^diiui)  der  Dragoinanassistenz  den  tür- 
Itiflchen  Geriditen  zur  Entsdieidnng  Aberwlesen  werden.  Üe  Michte  dagogeu,  ge- 
stdtsi  auf  den  franzfisiachen  Wortlaut  dea  Geeetsea,  haben  aleta  vertretmi,  dafi 
Mictfiklagen  nicht  als  hnniobiliarklagen  anzusehen  und  demnach  den  Au.snahme- 
hesitiiiiimiTicrc"  des  Sefergesetzes  nicht  untenvorfeii  seien,  nemprit.sprechend  nehmen 
auch  die  Koii6ular<,'ertchte  keinen  Anstand,  sieh  in  Mictspro/csseii  zwischen  zwei 
fremden  Uutcrtaiieii  iür  zuständig  zu  orklärcu.  Dem  Staiid]mnkt  der  Mächte  isi 
die  Pforte  halb  eutgegongckommen.  Durch  Randerlaß  dee  JnstiuniniateriBDia  vom 
17.  Zilkade  1297  (=  22.  Oktober  1980),  a.  DOetur,  Bd.I,  8.427),  sowie  die 
risrheride*i-mehakim  (Türkische  Gerichtazeitung) ,  Nr.  78,  S.  .')30,  vgl.  hierzu  Padel- 
Stceg,  a.a.O.  S.  'M^^.  ist  licsiiriuiit  worden,  daß  Ausländer,  die  in  ihrer  EigeiiM'haft 
als  Mieter  einer  unbeweglichen  Sache  an  eiucm  Reclttsstrclt  beteiligt  sind,  .\n«5prucli 
auf  Awistenz  besitzen,  diejenigen,  welche  auf  Gnuul  ihres  Eigeutium^reciii«  klagen 
oder  belangt  werden ,  in  GemiOheit  dea  Gesetzes  vom  7. 8efer  1284  den  Ein- 
heimiachen  gleichzuachten  aeien.  Diese  wiaaenadwiUich  weiitg  haltbare  Entacheidaiig 
bt  von  den  Missiotien  nicht  anerkannt  worden.  Ccgen  dies«'ll>e  spricht  sich  idü- 
hesondere  aus  Peli.ssie  de  Rau.sas,  a.a.O.  Bd.I,  S.  17j  iT  .  sowie  liauzi,  a-a.  O. 
S.  2S.  Dahingegen  nimmt  anseheinend  Young,  a.  a.  Ü.  Bd.I,  S.  252  au,  daß  die 
türkisclie  AuiTassung  unbestrittene  Geltung  habe. 

,  «    ^  21.  Ramasan  1^       ,    a  jx 

»  Geaete  von,  -.^  TeäWTÜiuii  1287"  ^'^^^^ 

Bd.  I,  S.  8S7,  aowie  Ariatarchi,  Bd.  H,  S.  307.  Vgl.  hiersv  Schmidt,  a.  a.  O.  S. 99ff. 


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Wnm:  Daa  GemiBclile  Handdag«ri«ht  in  der  Tflfk«!.  IS7 

miDeii  insbesoDdere  entscheidet  das  ordnungsmäßig  l^erufene  tOrkische  Ge- 
richt tuch  dann  vollkommen  selbständig,  wenn  ein  Teil  oder  die  Gesamt- 
heit der  Glinbiger  Auslinder  sind.  Letztere  unterstehen  hierbei  der  ein- 
hetmischen  Gerichtsbarkeit,  ohne  sich  auf  die  kapitulationsmaß^en  Vorrechte 
berufen  zu  können 

Diese  Regelung  des  Konkursverfahrens  lifrulit  lediglirli  auf  gewotin- 
iieitsrechtlicher  Übung.  Wenn  die  Mächte  in  diesem  Fall  auf  den  Genuß 
ihrer  vertragsmäßigen  Rechte  Verzicht  geleistet  {mheri,  so  ist  dies  nur  zu 
erklären  als  (.Jegenleistimij  !Tir  das  der  fremden  Behörde  türkischerseits  piti- 
!i;eräumte  Reclit,  ausIäiHlisilK'  Kdiikursr  atirh  <lann  seihständig  zu  regeln, 
wenn  an  denselben  ottoiuanischc  üläubiger  hctrilii^i  »iud^. 

Was  den  UegrifT  der  Konkurssache  betriflt,  so  ist  hervorzuheben, 
daß,  abge.sehen  vom  Konkursverfahren  selbst,  als  eigentliche  konkursrecht- 
liehe  Riagen  nur  solche  Klageti  gelten,  -widche  aus  dem  Konkurse  hervor- 
gef^ngen,  im  Laufe  dessdben  «itatanden  und  durch  ihn  bedingt  sind-*. 
Sonstige  Streitsachen  zwischen  der  Konkursmasse  und  dem  auslindischen 
Gliubiger,  wie  diijjenlge  Ober  den  rechtlichen  ^Bestand  einer  Forderung, 
unterliegen  aelbstverstandlich  der  Entscheidung  durch  das  gemisclit>>  0(  ridit. 

Abgesehen  von  dieser  auf  sacidichen  Einwägungen  beruhenden  Ab- 
grenzung der  Zuständigkeit  der  gennschten  fJerichte  besteht,  wie  bereits 
erwähnt,  eine  weitere  Einschränkung  nach  einem  rein  fornnl!»ni  (jcsiclds- 
punkte,  indem  Prozeßsachen,  bei  denen  der  Wert  des  riei:;iiMislrin(lrs  1 UOO 
I'iaster  nicht  erreicht,  der  i^enii.sclilcu  Gciiclit.sharkeil  t  nl/iiL;i-n  siud. 

Generell  gili  dies  hinsiciillich  allei  reiu  bürgerlichen  Klagen.  Die 
Begehmg  erfolgte  im  Einverütäodoi^i  mit  den  Mächten  und  ist  festgelegt  in 
dnem  Rundschreiben,  welches  das  Kitabet  am  i;'>./^.'>.  Oktober  1872  an  die 
Missionen  richtetet  Den  Anlaß  dazu  bot  die  kurze  Ztnt  vorher  stattge- 
foodene  erstmalige  Reform  des  Gerichtswesens*.  Schon  damals  hatte  man 
trirkiscberseits  die  Erwartung  gehegt,  daß  die  fremden  Missionen  die  Zu- 
ständigkeit der  neu  eingerichteten  ordentlichen  Zivilj;erichte  auch  lur  ge- 
mischte bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten  anerkennen  würden.  Indessen  kamen 
die  Mächte,  den  Wünschen  der  Pforte  nur  bezfiglich  der  Bagatellsachen  eot- 


'  Zuständig  iiind  im  einzelnen  die  ordciitltclien  Ilatidelsgeriditc,  b/.w.  an  den 
Oneii,  wo  solche  nidit  vorbände») ,  Hie  Zivils»erichte.  hi  Konstaiitinupe!  fungiert  als 
Kuakorsgericht  die  zweite  Kammer  des  llaudclsgericlitä  sowie  diu  Kaiuiiier  fuj'  See- 
baadclssadien,  letztere  infolge  Oberlastimg  der  zweiten  Katnmer  anf  Grund  einer 
Useriidien  Yerordnong  aus  dem  Jalire  1304, 

^  Vielleicht  kSnnte  in  der  Vorschrift  der  Kapitulationen  (Art.  9  der  Franz. 
Kap.  voa  1535,  Art.  G  der  Preuß.  Kap.  von  17*11  u.a.),  weU-he  die  Zuständigkeit 
des  KiMwiI«;  7nr  Vornahme  der  Narhlaßresrnlieniiii^on  ilhcr  seine  Nationalen  anorkennt, 
die«»e  ZiLsläiidigkeil  aber  auch  daim  nicht  ausschließt ,  wenn  der  Nachlaß  üherschuldct 
i*t,  die  Grundlage  für  die  bestehende  (Jbung  za  suchen  sein.  Vgl.  I'i'lissiö  du  liausaj», 
t. S.O.  Bd.  I,  S.  431  ff. 

»  Vgl.  Anm.  M  Art.  H  der  H.  P.  0. 

»  Siehe  Aristarchi,  Bd.  II,  S.  4'27  sowie  Yomig,  a.a.O.  B<t  I,  S.  246. 
»  Vgl.  hierOber  Schmidt,  a.a.Q.  Kap.mA.,  S.Ü9f. 


138  Wbms:  Um  Gemiaehte  Han<le)ag«richt  in  der  TOrfcel 

•f^t'iipu.  Iridfin  diese  aintliclie  Krkliiniii^  des  KitaJ>ets  ilie  Koiii|i.i('n/  dn 
ZiviitjjeriehU'  auf  die  Prozesse  unter  \  000  Pia.ster  bescliräukt,  wird  hiinnil 
iiuplicite  anerkannt,  daß  geiuiselite  Zivilsacheu  lioliereu  Wertes  vor  das  son.Ni 
ikbev  Ausländer  oitlnungsiiiaßig  bettifene  Forum,  d.ti.  das  gemisciite  Gericht, 
f^eliÖran.  Allerdings  war  diese  Regelung  mit  Hiobliek  auf  die  bevuifttebende 
allgemeine  Justizrefoiin  auf  tQrkischer  Seite  von  vornherein  als  eine  vor* 
Abei-gehende  gedacht.  Aber  in  Ermangelung  eines  anderweitigen  Abkommens 
mit  den  Missionen  hat  jene  Note  ihre  Recblakraft  bis  auf  den  heutigen  Tag 
behalten. 

tiinsiehtlicli  der  liandelsreelitlichen  Prozesse  besteht  eine  fdudiche  all- 
f:;emeine  Einscliräiikun^  der  Zustan<ligkeit  der  «jemiscliten  Gerichte  nicht 
Nur  in  ein''m.  praktisch  nüerdings  bedeutiinijslosfn  Falh»  s\m\  auch  Hnndds- 
pro/.esse,  l)ei  welcht'n  dci-  <  irixenstnn<l  dif  y;edaeiite  W'i  i  t^i  enze  niciit  über- 
steigt, der  gemischten  tiericlit.sl>.'iikt'it  ('iit/<»iien ;  in  den»  Kalle  näinhch.  daß 
der  Ort,  wo  die  betreffende  .Streitsache  zum  Austrag  gelangen  soll,  über 
neun  Stunden  vom  Sitze  der  nächsten  zuständigen  Kunsularbehörde  entfernt 
liegt.  Zu  diesem  Ergebnif  f&hrt,  wenigstens  unserer  AulTsssung  nach»  die 
Auslegung  der  Bestimnmngen  des  Protokolls  zum  oben  erwähnten  Gesetx 
vom  7.  Sefer  1884. 

Unter  dra  im  fragUehen  Protokoll  im  Einverständnis  mit  den  Mächten 
festgelegten  Einschränkungen  der  Ka|UUl]attonim  befindet  sich  bekanntlich 
die  Bestimmung,  daß  ausländische  Untertanen  an  denjenii*;eri  Diien,  welche 
mehr  als  neun  Stunden  vom  Sitz  der  nächsten  Konsularbehürdc  eniternt 
liegen,  vom  Ortsgericlit  in  Abwesenheit  des  Kotjsularvertreters  abgeurteilt 
werden  sollen,  imd  zwar  in  .dien  RechtsstiTiti-j;keiten,  weicht»  den  H»*trair 
von  1000  Piabtern  nicht  übersteigen.  Niuh  der  Fassuni;  des  Pi  otokn'.N  i^t 
diese  Vorschrift  nicht  nur  auf  bürgerliche,  souderii  auch  auf"  handelsrecht- 
liche Prozesse  zu  beziehen.  Allerdings  wird  nur  die  Assistenz  des  Dragomans 
liir  entbehrlich  erklärt,  Ql>er  die  Art  der  Besetxung  des  Gerichts  aber  Still- 
schweigen bewahrt.  Genau  genommen  müßte  demnach  gefolgert  werden, 
daß  hinsichtlich  der  Teilnahme  der  fremden  Beisitzer  eine  Ausnahme  von 
der  allgemeinen  Regd  nicht  hat  statuiert  wodeu  sollen.  Indessen  dOrite 
diese  strenge  Auslegung  dem  Sinne  des  Protokolls,  welches  den  Zweck  ver- 
folgt, unter  gewissen  Voraussetzungen  die  Ausländer  vor  Gericht  den  ICin- 
heimischen  vollkommen  zu  assimilieren,  schwerlich  entsprechen.  Wir  glau- 
ben daher  annehmen  zu  sollen,  daß  die  gemischte  Gerichtsbarkeit  in  dem 
tiedaehten  Italic  überhaujvt  n!s  rtut^flinbcn  zti  g«^lfpi)  hat*.  Ini  (legennat/  ?h 
<ler  ,'dl'j;riM('ini'ii  \'orschrirt  üIk  r  dir  l'>rnil"ung  in  ut'mi--i'lit''ii  S;rrlifn  \viad«'luer 
licinid.^  d>  n  1  )<-^t iminiinijen  des  PioUjkolls  nusnalunsu  fi^'MlnN  Licniisclitt'  f!>Tif*ht 
am  naeh.sLgelegenen  Kotisulatssil/.  als  licrufungsgericht  zu  liuigit  rea  liabcn  '-. 

Das  Protokoll  zum  ^efergesetz  ist  Hir  die  Angehörigen  derjenigen 
Staaten r  welche  demselben  ausdrucklich  beigetreten  sind,  bindend.  Sdne 

I  Zn  dem  entgegengesetzten  Schluß  gelangt  Kauzi ,  a.  a.  0.  S.  24. 
*  Eine  Verständigung  mit  der  türkische»  R^erimg  Ober  diese  Frage  ist 
bidier  uid»  erfolgL 


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Wnn:  Dm  Gemiaehte  Hande1ag«riehi  in  der  TOrkei. 


Hc.stuuinuiim'ii  hcilcutcii  aher  audi  die  Greny.c  tl^'r  sciLtiris  «ler  etiropäischen 
MHciite  auf  dein  (ii>]>it4<-  des  Kapitulatioiu*nr'(>chts  cingci-uumtett  Kou/.esüioueii. 
Ab  ein  neut  i .  ^eij;eu  den  Uesiaud  der  geiuischteo  Geiicbtsliarkeit  gerichteter 
Sdtlag  muß  es  daher  bezeichnet  werden,  daß  die  Pforte  im  Jahn»  1890 
das  Recht  iHr  sich  beanspruchte,  dieae  Beatimmungen  einseitig  z%t  erweitern, 
indem  sie  die  im  Protokoll  festgelegte  Wertgrenze  von  1  000  auf  10  000 
Piaster  erhöhtet  In  einer  an  die  Missionen  gerichte|en  Mitteilung  wurde 
ausdrücklich  hervorgehoben,  daß  die  neue  Hestimniung  Icdigh'ch  auf  l)ür- 
;;frHche  Rechtsstreitigkeiten  Anwendung  zu  finden  habe,  während  e~s  in 
llandelsprozessen  bei  dein  bisherigen  Verfahren  sein  Bewenden  behalten 
*>n![p'.  Die  Berechtigung  zu  dip*!er  M^ßunhine  leitete  die  Pforte  nus  dein 
l'iiKstaiule  her,  ilnß  hinsirlitÜch  deijciiigen  Sachen,  deren  Wert  1  ÜOO  Piaster 
übei'steige,  keinerlei  Ht^stiinnuiug  iui  Protokoll  gi'trofttn  .sei. 

l)a  das  Protokoll  unstreitig  als  zweiseitiges  Abkomuica  zu  gehen  hat, 
war  dessen  Abänderung  oder  Erweiterung  durch  einen  der  vcrtragsciUießen- 
den  Teile  altein  sieht  stattluft.  Wenn  Oberdiea  seitehs  da*  Pforte  behauptet 
wurde,  daß  es  fllr  die  Behandlung  der  im  Protokoll  nicht  ausdrücklich  er- 
wifanten  StreitflUe  an  einer  anerkannten  Hegel  fehle,  so  sollte  wohl  dabei 
geflissentlich  Qberseben  werden,  daß  die  allgemeinen  Vorschriften  des  Kapi- 
tulationenrecbts,  soweit  die  M&chte  nicht  ausnahmsweise  in  ihre  Aufhebung 
eingewilligt  haben,  ihre  Geltung  niemals  eingebüßt  hatten.  Infolge  des  ein« 
nultigen  Widerspruchs  der  Mis>ionen  mußte  die  türkische  Regierung  von 
der  Anwendung  der  neuen  Maßregel  Abstand  neluneu  ^. 

Wenn  wir  nun  weiter  dazu  übergehen,  die  Zu*;t"irid!«4keit  des  ^e- 
uilHchten  (Jei-icliUs  mit  Hezug  auf  die  demselben  unterstellten  IN  iscmh  ii  »  inci- 
Krörterung  zu  unter/.iehen ,  so  ergibt  sich  der  Umfang  derselben  seluMiiljur 
ohne  weiteres  aus  dem  Begriffe  der  gemischten  Gerichtsbarkeit  selbst;  die 

1  R    j  inj     T  ♦  l3.Rebi-nl-ewel  1308  ^ 

•  Kunderlaß  des  Justiznunisteriunis  vom       ,„     ,  .    .        .  (~2/.C)k- 

iD.  1  eschriii-i-ewel  l-Hm  ^ 

lober  ISW),  veröfTeiitUrlit  im  .  nseherMo  -  i  -  niehakitit-  Nr.  r>7<>.  S.  .S'J:W. 

*  Zirkularnote  der  Pforte  an  die  Mi.vsIuiuMi  v.mm  '2\.  Januar  IS91. 

•*  Bei  Gelegeuhcit  des  Abschlusses  der  aa  lürkiscli- griechischen  Friedeus- 
vertng  von  1887  vorgesehenen  Konsularkonvention  machte  die  Pforte  vo»  neuein 
den  Veisadi»  n.  a.  auch  diese  Streitiivge,  wenigstens  Griechenland  gegenflber,  zn 
ibrea  Gunsten  vertraglich  zu  regeln.  Vgl  Art.  44  des  tilrkisehen  Vertnig8ent>vurfs : 
•  Drins  tes  localit/s  di«t.intes  de.  plus  de  iir'nf  licures  d  une  rcsident-e  ounsulaire 
ii«;lliiii»jHe,  ie  triliinial  ottoman  l  omprtent  ^i:ituiTa  saus  assistance  consiilaire  »ur  les 
artious  mixtcs  interessant  ics  sujets  iieJI«iies.-  (Abgedruckt  bei  Politis,  -La  Coü- 
vttHion  Cousnlalre  Grceo-tnrqne  et  rarbitrage  des  Ambassadeurs  dea  Grandes 
Ptaismaees-  8.  138.)  Der  dnreh  das  Schiedsurteil  der  Botsehafter  foBtgestcIlte  Text 
der  Konvention  (s.  ebenda  S.  1  IS  AT.)  hat  diesen  .\rtikel  nicht  aufgenommen.  Mio 
im  FiiiLrang  des  Schiedsspruches  enthaltene  Begründung  stellt  vieiniclu  Ast,  daß 
das  i'rotokoll  ziun  Sefergeset/.  durch  den  zwischen  den  heiHr»i  Staaten  herrschenden 
Rriegatiustaiid  iu  seiner  Geltmig  nicht  berührt  worden  sei  und  daß  Griechenland 
gemlfl  Art.  IU  der  Firiedensprllunlmrien  im  Genosse  dw  Immmiititen  uid  Privilegien 
geUiehen  sei,  welche  es  auf  dem  gleichen  Fufle,  wie  die  Ahrsen  MiditSt  vor  dem 
Kriege  beans|)nidien  koonte. 


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1 40  Wrani :  Dm  Gembehte  Handclsgerieht  in  d«r  Tfiritei. 

Koinpeten/.  des  ^eaiisrlilen  Gerichts  erstreckt  vidi  nainriieniät)  aul"  nll»-  Streii- 
saclien  in  der  eben  angedeuteten  saeldielien  Begi eu/.unij,  an  wt-Ulien  als 
Parteien  ein  Ottuniane  einerseits  mal  ciu  Ausländer  andererseius  bLteilif:ft  sind. 
Dem  allgemeinen  S[irachgebrauch  folgend  haben  wir  hierfür  bisher  den  Xm- 
üruck  •gemischte  Prozesse«  (deawi-i-muchtelitet  proces  niixtes)  geliraueM. 
Diese  Bezeichnung  bedarf  indes  in  mancher  Hinsicht  noch  einer  genaueren 
Definierang. 

Die  Eigenschaft  als  Ottomane  in  dem  ttns  hier  interessierenden  Sinne 
kommt  außer  den  Angehörigen  des  nmnittelbaren  I*fortettgebiets  auch  den 
Angeliörigen  der  TributSrstaaten  des  lMrki«chen  Reiches  zu.  Desgldchen 

gelten  vor  dem  gemischten  (lericht  als  Ottomanen  alle  Untertanen  derjenigen 
.Stantcn,  welche  frührr  tnrkisches  Staatsgebiet  '^ehildft  fiahen ,  aber  nach 
ICrlaumuijj;  di-r  staatlirlu'ii  1' iiabljftni^iirktM't  niclit  in  B(•^il/  «Irr-  Knpitnlations- 
rechte  gelangt  sind.  Hitrht  i-  gehören  bekanntlich  das  Ivünigreich  Serbien 
und  das  Fürsteutiun  Montenegro*. 

Hinsiclitlich  derjenigen  Gebiekitcile  des  Türkischen  iieiches,  welche 
kraft  Sta»tsv«rtrages  unter  der  Verwaltung  euri>pii8cher  M&chte  stehen,  so 
Bosnien  und  die  Herzegowina,  die  Insel  (  ypern,  ist  noch  zn  bemerken,  daß 
Ai^efaörige  dieser  L&nder,  unbescliadet  der  innerhalb  derselben  geltenden 
liesottderen  inlematioDalen  Abmaclmngen,  jedenfalls  in  den  unmittdbann 
Besitzungen  der  Türkei  als  Ottomanen  zu  gelten  haben.  In  ihren  BeeliU- 
Streitigkeiten  mit  fremden  St;iatsangehörii:('n  wurden  demnach  nach  allge- 
meinen GrundsStzen  auch  sie  der  Qerichtabarkeit  der  gemischten  Gerichte 
unterstehen. 

Kinr  eigenartige  Stellung  nflunen  in  dieser  Beziehunir  peif^i»jr}ie  Sr.iaLs- 
aiigehörige  fin.  l Vrsien .  obgleich  uiclit  /n  ilen  KapitulalionMiiäi'ijti n  ^v- 
horcml.  sttüit  in  tlt  r  riirkci  das  liechl  xu,  über  seine  .Schutzbetohleiifti  ili»' 
(lericlitsliarkeit  aus/.itt'ibt  ti ;  tiesgleichen  ist  Persicii  dun  kapitulationsniäC^igc 
Privileg  eingeräumt,  bei  gemischten  Prozessen  die  Dragomausassistenz  zu 
leisten  und  insbesondere  auch  das  Gericht  mit  persischen  Biditem  zu  he* 
schicken'.  Dessenungeachtet  sind  persische  Untertanen ,  soweit  ihre  Rechts* 

•  Kl.ifjeii  vnn  AtislSiidcni  gegen  einen  Serben  oder  Monferjogriner  würden 
somit  unzweileiiiatt  zur  Koinpetrn/.  der  gemischten  Gerichte  gehören.  Im  unigekelirt«) 
Fatle  wäre  aber  auOerdem  ein  konkurrierender  Gericht.^Atand  bei  dem  Ronsnlaigericht 
des  fremden  Beklagten  b^rflndet  Die  Stellung  der  Serben  in  der  Türkei,  welche 
bereits  den  Gegenstand  einer  türkischen  Mini.stcriatverordnmtg  am»  dem  Jahre  1-.*'' 
(1SS2)  gebildet  hatte,  liat  iieuerding.s  ibro  Regelung  erhalten  in  der  turksTi'h- 
serbi.si  hcn  Konsularkonvention  vom  Jahre  i^üO.  Bezüglich  Montenegros  siebe  Art  ol 
des  Berliuer  Vertrages. 

'  Daß  die  Einräuiuang  dieser  Rechte  au  Penaten  nur  vcrgAiustigiuigsweiw 
gesrhehen  sei,  wird  tAricischerseits  auadrQckiich  und  mit  Vorliebe  betont.  Die  Gerirhte 
neimien  keinen  Anstand,  auch  oiuie  Aasislonz  und  in  Abweaeuheit  persischer  Beisitser 

•  •  • .  •#  .  t  .  .  .  1  1  20.Rcbi-ul-ac]rir  1299 
vorzugehen.  Vgl.  hierfiber  die  Jasttzmlnisterialverordnungcn  vom  -  —  _  ^i^rt  V^.is  ~  ' 

31  ^Tcmu»' 1298^  (19.  Märt  bzw.  12.  Augast  1882),  ProzeOsschen  zwischen 
Persern  und  Angefadrigen  der  Eapitolationsstaaten  werden,  wenigstens  nach  der  in 


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Wsbsh:  I)aa  0«mi«dit«  Handetsgerieht  in  dor  TOritet 


141 


iR'zieliiuigen  zu  anflftvii  tmiuJcn  St;iatsaii<ifhorii5en  in  Betracht  kommen, 
den  Ottomanen  j^lt  icli^t  stellt  iiLsolfm,  als  sie  außer  ihi-er  «-ijjpnon  Konsu- 
laigfriclithbarkeit  aiicii  (leijenigen  der  gemi.scliteii  Lit-riclile  unterstellen. 
Üemuach  würde  beispielsweise  in  einer  deutsch  -  persisclien  Proxefisache  das 
gemischte  Gericht  mit  je  einem  deutsidien  und  ])ersischen  Besitzer  besetzt 
8ctD  und  unter  Assistenzleistung  seitens  des  deutschen  und  persischen  Ihm- 
gomans  erkennen. 

Es  bedarf  nach  dem  VoraiifgegangeneD  kaum  no4ih  der  Ausdrßcklichen 
Hervorhebung,  daß  als  Auslander  im  gegenwilrtigen  Zusammenhang  nur 

vet^tnndrn  w('Kl(?n  kann,  wer  Angehöriger  eines  derjenigen  Staaten  tat| 
weiche  die  (iewiihning  der  Kapitulationsrechte  kraft  Vertrages  beanspruchen 
können.  Diuli  audi  ilen  Ani?elinriü:en  solcher  Staaten,  welche  zwar  keine 
eigenen  Traktate  niit  der  Tiirkci  all^eschlossen  haben,  aber  vertragsmäßig 
den  dipIoniatisi-lD  ti  und  kcuiMdarischen  Schutz  einer  Kapilulatinnsinacht  ge- 
nießen (z.H.  die  Scliwciz,  Luxemburg),  wird  lürkisclierseits  das  Kecht  auf 
die  gleiche  iicliandlung  zuci  kauut'. 

Fremde  Gesellsehaden ,  insbesondere  Haofielsgesellschaftcn ,  uiügen  sie 
die  Rechte  einer  juristischen  Person  besitxen  oder  nicht,  genießen  in  der 
Türkei  den  Schutz  de.<ijenigen  Staates,  dessen  Oesetxgebung  bei  ihrer  Bildung 

der  Hauptstadt  i,'pltenden  Praxi«?,  ausschh'eßlirh  vor  das  gemischte  Gericht  gebracht. 
Persicu,  welches  selbst  z,u  der  Reilie  derjeuigeu  nichtchristliehen  Staaten  gehört, 
in  mldiea  die  AiuSkmg  der  Konsalafgeriditabarkeit  ImrkSnunlidi  ist,  nnd  weldies, 
in  ihnlicber  Weise  wie  in  der  Tflrkei ,  sich  eine  Beschränkung  seiner  Gericht^^ewatt 
in  Rcelits'.strcitigkeitcn  zwiüclien  seinen  Untertanen  und  Anslindern  gefallen  kisseit 
muß  (vgl.  ni»er  das  in  Persien  geltende  Frenidenrecht  Lippniann,  -Die  Konsular- 
jarisdiktioti  im  Orient.  112  0".),  kann  innerhalb  der  Tfirkpi  eine  nndrrc  Hehandiung 
dieser  Streitsachen  nicht  deswegen  verlangen,  weil  es  infolge  von  Sondcrabmachuiigen 
mit  der  Pforte  eeineraeits  zar  Aosflbong  der  Konsnlargerichtsbarkeit  zugelassen 
ivorden  ist.  Sollte  aber  mngdcehrt  mn  persischer  Staatsangehuriger  gegen  einen 
Ißcbtottoinanen  bei  dem  bctretrendcn  fremden  Konsul  klagbar  werden,  so  wünie 
dieser  wold  schwerlich  Anstand  nehmen,  sich  für  zuständig  /.u  erklären.  Die  Er- 
led  iguiig  persischer  Koukorse  erfolgt  indessen  aoerkaniitemiaßeii  durch  den  persischen 
KoitiiuL 

*  Der  Fall,  daß  ein  christUcber  Staat,  der  keine  eigene  Kapitulation  mit  der 
TSikei  abgescMossea  hat,  in  volkerrechtliche  Beuehungeu  au  ihr  getreten  ist,  ohne 

den  Schutz  einer  Kapitulationsmacht  %\i  genießen,  hat  sich  erst  in  neuester  Zeit 
ereignet.  Seit  der  Auflösung  der  Union  mit  Schweden  befindet  sid)  Norwegen  tn 
der  Lage,  sich  7nr  Rechtfertigung  seines  Anspruches  auf  bevorrechtete  Rp!»andhnig 
scintx  Untertanen  in  der  Türkei  auf  keinerlei  internationale  Abmachungen  lienden 
la  können.  Denn  weder  die  dänisch  -  tilrkische  Kapitulation  von  175G  noch  die 
•dnredtsehe  von  1737  lassen  sich  direkt  auf  Norwegen  anwenden,  Diese  Bedita- 
läge  war  aber  seit  der  Trennung  Norwegens  von  Dftnemarii  and  dessen  Union  mit 
Schweden  im  Jahre  1814  bereits  gegeben.  Die  Pforte  hat  indessen  von  jeher 
ouijearhtet  des  nach  ihr  niangphtdfii  Hcrhtstitpls  Norwegen  ungest«"rt  im  Besitze 
der  KapitulatioDsrcchtc  bela-tsen.  Da  die  Tatsaciie  der  Auflösung  der  l'nion  für 
iie  Beurteilung  des  völkerrechtlichen'  Verhältnisses  Norwegens  zu  anderen  Staaten 
belaaghM  ist,  liegt  unserer  Auffassung  nach  (Ar  die  Pforte  jetzt  kein  Anlaß  vor, 
die  den  N(N*wegem  biaber  tatsidilkh  gewährte  Behandlung  nunmehr  voranenthalten. 


142 


Wkbkb:  Dm  Crembchte  Baodatsgericht  in  der  ToHkoI. 


bestiininend  war  luul  ile^seji  (jei iclitsbarkeit  sie  nntprstellt  sind.  Stellt  diesfr 
»Staat  im  (ientiß  der  Kapittdationsrechte,  so  haben  solclio  ( it's«'lls(  batleii  in 
allen  iim  n  Iltclitsbezieliungen  mit  Ottomanen  als  Auüländer  /,u  gelten. 

Dies  gilt  auch  unbestritten  für  den  Fall,  daß  die  einzelnen  Gesell- 
schafter mehr  aU  einem  fremden  Staate  angehören;  die  Nationalität  der 
Gesellschaft  als  solcher  richtet  sich  dann  gemäß  der  gegenwärtig  international 
anerkannten  Übung  naeh  demjenigen  Staat,  dessen  Gerichtsbarkeit  die  ein- 
zelnen Gesellschafter  sich  för  alle  Rechtsverhältnisse  der  Gesellschaft  ord- 
nungsmäßig unterworfen  haben  \  Zweifel  können  nur  entstehen  hinsichtlich 
der  Behandlung  solcher  Gesellschaften,  an  denen  Ottornsnen  als  persönlich 
haftende  Gesellschafter  beteiligt  sind.  Im  allgemeinen  schließen  die  Gesett- 
gebimgen  des  Auslandes  die  Schutzgewährnng  an  eine  derart  xuaaronMW' 
gesetzte  (Jesellschaft  nicht  schlechthin  aus.  Türkischerseits  will  man  indessen 
Jedt:  Gesellschaft,  an  der  ein  Inlnndpr  bctriliixt  ist.  nbne  weiteres  als  otto- 
manische behandeln.  Eine  diesl>tviii;lirh<-  N  erstündigung  zw isclieu  der  Pforte 
und  den  Mächten  ist  bisher  nicht  erfolgt"^. 

Der  sonst  nia  fi  criidou  Staatsangehörigen  eingeriinmten  Rechte  köiuuii 
unter  Umständen  aucii  rfortenuntertanen  teiiiialiig  werden.  Ottomanen, 
welche  in  Gemäßheit  des  Begtemeats  vom  23.  Sefer  1280  (=  9.  August  1863)* 
als  Dragomane  oder  Kawassenr  im  Dienste  fremder  Staaten  stehen  und  in 
die.^r  ßtgensehaft  seitens  der  tilrkischen  Rq^ierung  amüich  anerkannt  sind, 
genießen  wahrend  d«r  Dauer  ihres  dienstlichen  Verhältnisses  au  dem  fremden 


>  Vgl.  Salem,  bei  Leske  wid  Loewenfeld  Bd.  II,  S.  417. 
*  Hiiisiehtlich  des  Konkarses  der  gemischten  Geaetlsebaft  statuiert  ein  Rmtd- 
erlaß  des  Jnstizministeriuros  vom  5.  Kianun-i-ewd  1895  (=  17,  Janmtr  197^  die 

Kompeten?.  des  ottomanisrhen  riericlit^  fvgl.  Salom  a.a.O.). 

Was  den  St;iii(i  der  HlM^!l^^l'^^^'t/.;J:ebung  bctrilR,  so  ist  nach  §  2,  Abs.  2  dos 
Gesetze*«  übt;!'  die  Konsulargericlitäbarlieit  vom  7.  April  1900  die  zum  Teil  oder  selbst 

ausschließlich  aus  Aoaländem,  demnach  audt  Ottomanen,  susainmengesetate  Gesell- 
schaft« die  im  Reichsgebiete  oder  in  einem  deutschen  Schnt^ebtete  ihren  Stls  hat,  ab 

deutsche  anzosehenv  CS  sei  denn,  daß  gemäß  §  2,  Abs.  3  durch  Anordnung  des  Reichs- 
kairders  oder  auf  Grund  einer  solchen  bestimmt  wird ,  daß  ( ino  j.uh  iic  Gesellschaft 
der  Konsulargerirhtslmrkeit  nicht  untersteht.  Dcssrloicficn  können  tiai'h  Jj  4  .  Abs.  1 
der  Anordnung  des  Rcichskanader» ,  betreffend  die  Konsulargerichtsbarkeit  uberSrhutx- 
geuossen  vom  27.  Oktober  1900,  in  einem  Eunäuiargericliu«bezirk  angesessene  Handels- 
gesellsehaften  und  Genossenschaften,  unter  deren  persönlich  haftenden  Gesellsdiafteni 
auch  Nichtdetttsche«  somit  auch  Ottomanen,  sich  befinden,  mid  die  daher  an  sieh 
auf  Oruiid  des  §2,  \hs.  2,  Satz  H  des  K.  G.  G.  der  Konsulargerichtsbarkeit  noch 
nicht  ohne  weiteres  unterstolicn  wrirdrn.  dennoch  in  das  Handels-  oder  Genossen- 
.schaftsregibtiT  fiticjprrjiLren  und  dadurch  nach  !j  2 ,  Nr.  2  der  An<inhiinii;  iTir  Iifirgcr- 
lichc  Ucchtsj»treitigkciten ,  Kuukurssaclicn  imd  .^Uigelcgcnheiten  der  IreiwiUigen  Ge- 

riditsbarkeit  dem  deutschen  Scbntse  unterstellt  werden,  unter  der  Voraussetmng, 
daß  ^c  sich  in  ihrem  Vertrage  oder  Statut  ansdrflcklldi  der  deutschen  Konsnlar» 
gerichtebarkett  untcnverfcn ,  daß  das  an  der  Gesellschaft  beteiligte  deutsche  intereeae 
überwiegt  und  daß  nicht  allgenieine  deutsche  Interessen  ]Lr«  iTdiidt't  wcrdiMi. 

^  Siehe  das  -Keglemoni  relatif  aux  ConsuiaLs  ctraugers-   bei  Aristarchi, 
a.  a.  ü.  Bd.  IV,  S.  15  ff. 


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^  UM 


WtBKB:  Du  Gemischte  Handelsgericht  in  der  TQrkei.  14^ 

Staat  dessen  Sclmtz  in  t^leicliem  Unifanw  wie  (Me  iilirifjen  Anj^ehorigen 
dieses  Staates,  haben  dnher  nnc!i  in  üin  n  Prozessen  mit  ii^iniieimiacheii  An- 
spruch aul"  CiewäfjrunLc  tier  gleichen  jierichtiielieji  linnmnitäten. 

Der  L;(Miiisc!itcii  Gerichtsbarkeit  nicht  unterworfen  sind  soli  lic  Aiis- 
läiulei  ,  u  eicht;  nimli  allgemeinen  viilkerrecIiLlieheu  GriimJsiilzen  iih<>r  »lie 
ExienitürialiUU  von  der  Geriditsgewait  des  Temtorialstaats  eximiert  sind, 
d.h.  die  Chefa  der  dipiomatucheii  Missionen  nebst  ihren  Familien  und  ihrem 
amtlichen  Personal.  Dasselbe  Vorrecht  gebülirt  auf  Grund  des  in  der  Tfirkei 
geltenden  Ilerkommena  auch  den  Vorstebern  der  Berufskonsuiate  und  dem 
ihnen  Iteigegebenen  amtlichen  Personal.  Es  besieht  sich  dies  indessen  nicht 
auf  di^enigen  Beamten  der  diplomatischen  und  konsularischen  Behörden, 
wdehe  voii  Haus  aus  türkische  Staatsangehörige  sind  und  den  fremden 
Schutz  nur  auf  Onind  der  Bestininni!iu;eri  des  obeni»enannf(  n  l{eglem(»nls 
genieÜen.  Inwieweit  den  WahlkonsnUi  gericlit liehe  Kxterritoriaiitiit  zusteht, 
ist  streitig.  Betreiben  diesell)en  neben  ihrer  amtlichen  Tätigkeit  ginverbe- 
tnaßig  Handelsgeschäfte,  so  steht  jedenfalls  fest,  daß  «ie  in  allen  sich  liierniis 
ergebenden  KecltUjstreitigkeiten  der  eiuUeimischeu  üericlttsliai-keit  unter- 
worfen sind  *. 

K>  \ crhh.'ibt  uns  nunmehr,  hinsichtlicli  der  Reireln,  wonach  sich  die 
ürtliche  Zuständigkeit  der  gemischten  Gerichte  /-u  riditen  hat,  einiges  lier- 
Torzuheben. 

Vorerst  sei  hier  bemerkt,  daß  der  Geltungsbereich  der'  gemisciiten 
Gerichtsbarkeit  in  der  ÄuBerongsform,  wie  sie  In  dieser  Abhandlung 
geschildert  wird»  aidi  nur  auf  das  unmittelbare  Pfortengebiet  erstreckt 
In  den  mittelbaren  Besitaungen  des  Tfirkischen  Reiches  ist  das  Fremden- 
recht der  Kapitulationen  entweder  erhelilich  modtfisiert  oder  gar  augiinsten 
der  mlandisclien  Einrichtungen  g^zlich  aufgehoben*. 


*  über  das  Obige  vgl,  Pelissie  de  Rausa>,  Hil.  1,  S.  481  ff.  sowie  Feraud- 
Ginod,  a.a.O.  Bd.  II,  8.  and  die  dort  angeßlhrte  volkerrechtlidie  Literatur. 
Aadh  in  dieser  Frage  nininit  das  mahrfach  erwihnte  tüHciache  Memorandtim  ans  dem 
;falire  1800  (Aristarchi,  Bd.  TL,  S.  421)  einen  abweicliendcn  Standpunkt  ein. 

'  In  Ägypten  hatte  der  sonst  nur  in  den  liechtsbe/.iehungen  der  Aiislfuidcr 
untereinander  h)  Anwendnng  stehende  Satz  «Art»>r  nequitur  forum  rei-  auch  in 
Recht8i>treitigkeiten  zwischen  Ausländern  und  Einiieimisclicn  Geltung  erlangt  Die 
Eatwickhuig  der  gemischten  llcuhtsprediung  war  denkgeniäß  dort  von  jeher  ajidere 
Wege  gegangen.  Die  im  Jahrs  1878  zum  Abschloß  gebrachte  Gerichtsorganisation 
berflduichtigte  diese  besonderen  VerhSltnisse  und  gelangte  unter  Beibehaltung  des 
Priniips  der  gemischten  Gerichtsbarkeit  im  einzelnen  r.u  Ergehnissen,  die  von  dem 
»n  der  Türkei  geltenden  Ztixtand  vielfach  abweichen.  Vl^!.  füicr  die  (ierichtsv»>rfrt*'suiii; 
Aeypten«!  u.a.  Borcilt  n.  Rnrleu,--.  I.n  Lrj^'ishition  I'^'vpticMiie :  IV'!i«<*it'  de  Hausati, 
a.a.O.  Bd.  Ii;  Lippniann,  Die  Konsularjurisdiktiun  im  Orient,  S.  ilGtl". 

In  Bulgarien  und  Ostrttnielien  smd  die  Kapitulationen  gemäß  ArL  8 
«ad  49  des  Beriiner  Vertrages  zwar  in  Kraft  geblieben,  in  der  Praxis  aber  bt  der 
VJnifang  der  Schutzrechte  der  fremden  Behörden  erheblich  cingesciu-ätikt.  Eine  ge« 
mischte  Gerichtsbarkeit  gibt  es  daselbst  nicht.  Vgl.  Schismanov,  hei  I.eske  u.  Löwen- 
a.a.O.  S.  244tr.,  314.  In  eine  weitere  Eioacbriüikiuig  der  KonsoJaigeridits- 


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144  Wnnm:  Das  Gemischte  ^ndelsgericht  m  der  TOrkei. 

*. 

Die  örtlichp  Zii«<t"t!KlijTkeit  der  ordentlichen  Handelsgerichte  richtet 
sicli  nach  der  Beitliiiinitin<;  dfs  Art.  18  der  Zi^'Mprozeßordnnnj»  in  Ver- 
bindung mit  Art.  H  der  nniulelspro/eßordiiung  ^  Diese  Vorschriften  haben 
im  all^ein«*uien  auch  im  gemischten  Verfahren  zur  liiciitschnur  zu  dienen, 
indessen  mit  der  Maßgabe,  daß  sie  den  Grundsätzen  de^  Fremdeurecbts 
ntchl  widersprechen.  So  wflrde  Inlerventionskiage,  bei  wdcher  Neben- 
intervenient ein  AuslSnder  ist,  od«*  die  Klage  gegen  den  aittliadiscbea 
Bfirgen  eines  ottoinaniselien  Sclittldners  entgegen  der  tarkischrechdidien 
Vorsclirift,  welche  die  Ziistiindigkeit  des  Gerichts  der  Hauptsaclie  vor 
schmbt,  auch  dann  vor  das  gemischte  Gerieht  gebracht  werden  mftssen« 
wenn  an  und  fur  sich  das  ordentliche  Gericht  zustandig  sein  wfirde.  So> 
lange  ferner  die  tüikische  Regienmg  auf  dein  Standpunkt  beharrt,  daß  die 
ordentlichen  Zivilgerichte  sich  nicht  als  gemischte  üericlite  konstituieren 
dürfen,  wird  daran  fest7.uhnU<Mi  sein,  daß  alle  zur  örtlichen  Zusländipkeit 
der  Zivi|i;f»richte  gehörigen  gemischten  Pro7.eßs?irhen  ihrem  onlentlichen 
Gerichtsstind ,  d.  h.  dem  als  gemischtes  Gei  irht  /.usnmiiiei);;«  set7.teii  Zivil- 
gerirht,  entzr>gen  und  vor  das  iiächst^eiegene  liandelsgericht  gebracht 
werden  müssend 

liaikeit  in  Bulgarien  Ittt  neaerdings  Osterrddi- Ungarn  eingewilligt;  s.  Verordanng 

des  gemeinsamen  Ministers  des  Äußern  vom  7.  Mai  1907. 

Alitilicii  liegen  die  Verhältnisse  auf  der  Insel  Sami>s,  wo  die  Dragoraansasslstei» 
allein  zwar  /.usjelasscn  wird,  aber  nur  im  öireutiichen   Tei!  des  Prozcßverfahmiis. 

Was  dagegen  die  Lage  der  Fremden  vor  den  (»ericlittsu  der  Insel  Kreta 
betriflt,  so  Ist  au'  bemerken,  daß  die  kapitalationarechtlii^ea  Privilegien  auch  nacii 
der  Neuregelung  «des  staatsreditUehen  Verhiltnissos  zu  der  Tflrkei  nidit  weaeot- 
lieh  angetastet  \sor<leii  sind.  Insbesondere  ist  die  Dragomaiisnssisten?. ,  luid  twar  in 
allen  Stadien  des  Verfahrens,  sowie  die  Teilnahme  der  ausländischen  Richter  gegt^n- 
wäiiig  noeli  in  Geltung.  Einit^e  ahweiehendc  Bcstinnnungen  sind  indc^<<ef)  auf  Wuiiscli 
der  kretischen  Regierung  im  ICinverstilndnis  mit  den  Mächten  getrotl'eti  und  durch 
den  I<>laß  vom  20.  Oktober  1'JOO  verkündet  worden.  Danach  ist  die  Zuständigkeit 
der  gemischten  Gerichte  auf  hondelsrechtliclie  Sachen  besdirinkt;  auch  fungiert  als 
Berafungsinstant  der  gleichfalls  in  gemlsditer.  Besetaung  ^kennende  Appeilhof  b 
Kanea.  In  gemischten  bürgerlichen  Rechtästreitigkeiton  ist  auch  die  Kompetent  des 
Frifdoitsrichters  zugclnssf!].  V<^].  liicrühtn"  Streit,  La  Qn«>.stioii  Crrt(>i<!P  an  pofni 
d<-  vii>  (Iii  Droit  Intoruatiunal ,  in  der  Kevue  Generale  de  Droit  InteruaUoual  Tublic, 
.lalirg.  X ,  S,  400  ff. 

Htnaichtlieh  der  kraft  Staatsvertrsges  unter  irmder  Verwtltnt^  stehenden 
Gebietsteile  der  TArfcei  sei  noch  hervorgehoben»  daß  die  Kspitulationmiichte  hier  mit 

dem  Verziclit  auf  die  Ausflbung  der  RonBuIaigerichtsbaikeit  auch  alio  Vorre<-hte  aaf 
dein  Gebiete  der  gemischten  Rechtsprechung  aufgegeben  haben.  Vgl.  bezuglicJi 
Uo^nions  und  der  Herzegowina  das  Rcich.sgesetz  vom  7.  Juni  18^^'^  nrul  die 
kaiserliche  Verordnung  vom  2'.i.  Dezember  l^yO.  In  Cypern  erklärte  KuLrl  nul  un- 
mittelbar nach  der  Besetzung  der  Lisel  die  Konsulargerichtsbarkeit  fOr  aulgeliobsn 
und  setste  die  Miohte  auf  diplomatischem  Wege  von  dieser  Tatsache  in  Reantnia 
Vgl.  Üppmann ,  a.  a.  0.  S.  108. 

'   Siehe  hierüber  das  Nähere  bei  Kanzi,  a.a.O.  S.  30  (T. 

Unserer  Aiisi>-Iit   umli   müßte  liilligerwcisr-  das  nrifhstc  Handrlsj^'rii-Iit  tw- 
ständig  sein,  ohne  iiücksiclit  darauf,  daß  sich  vielleiclit  am  Sitze  do»soibeu  eiu 


Wsom;  Du  GemiMhte  Hutdelagericht  in  der  Tflrii«.  145 

§6. 

Das  Prozeßverfahren  vor  dem  gemischten  Gericht. 

Das  vor  dem  gfinischten  Oerirht  j^pcenwärtig  gt^lteiult'  Verfahren 
lifiuht,  soweit  es  von  dw  ^rsctzlioli  vnri:«'scliri('henen,  vor  Hph  onlentlichen 
üeiichten  üblichen  Pro7.eUui'  ab\vt;iclit,  im  uesentlichen  auf  allgemeinen 
kapitulatiunsrechtlichen  Grund.sät/.en.  Die  Vertra^vorschriften ,  welche 
bekuintlich  insbesondere  die  Art  und  Weise  der  Mitwirkung  der  fremden 
Behörden  an  der  Reditsprechung  regeln,  bestehen  sich  gieichmSBig  ohne 
Rficksicht  auf  das  im  etoxelnen  ziisttndige  (rericht  auf  alle  Prozeßsachea, 
an  denen  Ausländer  beteiligt  sind.  Sie  bilden  daher  durchaus  kein  ans- 
aeUießliches  Merkmal  des  Verfahrens  vor  d^  gemischten  Gericht  und 
würden  aus  diesem  Grunde  streng  genommen  nicht  in  den  Rahmen  dieser 
Abhandlung  gelioren.  Im  Interesse  der  Vollstimdigkeit  unser  «  r  Darstellung 
glaul>en  wir  aber  auf  eine  cangehendere  Erörterung  der  in  Betraclit  kommenden 
Fragen  nicht  verzichten  zu  dürfen. 

Anßpr  diesen,  allen  gemischtm  Pi-ozeßsachen  gemehisamcn  Formen 
weist  aller  das  Verfahren  vor  dem  ufnii.scliten  Gericht  noch  gewisse  Ki»pn- 
tümlicltkeiten  auf,  die  inr  die  SondiM-steUnni;  dfs  Gerichtshofes  bezeichnend 
and.    Dieser  soll  liier  zunächst  gedacht  werden. 

Vor  allem  ist  hervormlieben ,  daß  vor  dem  gemischten  Gericht  nicht 
die  diischlägigen  einheimbchen  Gesetze  sehlechthin,  sondov  nur  ein  ge- 
wisser, mehr  oder  weniger  genau  begrenzter  Teil  derselben  zur  Anwendung 
gdsogt 

Was  die  Vonehriften  fiber  das  materiell  anzuwendende  Recht  angeht, 
M  ist  als  alleinige  Quelle  das  Handelsgesetzbuch  von  tS&O  anzusehen.  Zur 

Kigän/.uDg  desselben  kommen  in  weitem  Maße  Handelsgewohnheitsrecht  und 
Ortsgebräuche  in  Betracht,  Die  Bestimmtmgen  der  «Medschelle«  (s.  O.  S.  125) 
sind  in  gemischten  Sachen,  auch  subsidiär,  nicht  anwendltar^. 

Konwl  des  in  Frage  kommenden  Schutzstaates  nicht  befindet ;  der  Fi1r«*or«»e  dies«»'» 
letzteren  ist  es  vielmehr  xu  überlassen,  die  ordnungsmäßige  Besuuung  des  Gericiits 
berbetzafZlhren.  Tatsichltcli  erfolgt  die  üeütiinaiuug  des  Gericlits  im  Wege  diplo- 
matiseber  Yerstftndigang.  Salem,  bei  Leske  and  Lfiwenfeld,  a.  a.  O.  S.  799 ,  nimmt  an, 
daß  das  znstind^  Gericht  in  diesem  Falle  dasjenige  des  Konsnlatsaitzes  sein  mOsae. 
Vgl  auch  Meyer -Antonoponlos,  a.a.G.  S.50f.  THe  Frage  ist  von  geringer  prak- 
tiiehsr  Bedeutung. 

'  Die  Nichtanwendbarkeit  der  •Medsrh^'üe«  vor  dem  gemischten  Gerirfit  war, 
watigstoDS  was  die  Praxis  beim  hauptstädtisclieu  Gericht  bctrifl't,  von  Jeher  tat- 
AMieh  aaerkanate  Regel.  In  den  Fltien,  wo  weder  Gesets  nodi  Gewohnheit  ge- 
nl^gende  Handhabe  zur  UrtsilsfUlong  boten,  hatte  man  keinen  Anstand  genommen, 

sich  von  den  Grundsätzen  des  europitischen  Rechts,  namentlicli  di-r  fiMii/risisrhen 
Gesetzgebung,  leiten  zu  lassen.  Erst  in  neuerer  Zeit  wurden  Bestrebungen  be- 
f^^frthar,  die  Geltnn«»  der  -Medsehelle-  auch  vor  dem  Fonim  der  gemischten  Gerichte 
uu-  unbedijigtea  Anerkennung  z,u  bringen.  Zum  mindesten  .<iuilte  deren  Anwendung 
b  rein  bürgerlichen  Sachen  statthaft  sein.    Letzteres  ordnet  ausdrücklich  an  ein 

Bimderiafi  dea  Jostizministers  vom  '^"J^J^"^^^"       29.  August  lÖÖl),  abgc- 
8m.C0iink8piMbM.  1107.  D.  Abt  10 


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146  Wnn:  Daa  Gemiachto  Handelagtficht  in  der  Türkei. 

Von  praKeßrecbtlichen  Vorschriften  hat  nur  die  Uanddsprozeßordnuqg 
unbedingte  Oeltung.  Die  Zivilprozeßordnung  findet  im  Prinnp  keine  Ad* 
Wendung.   IndeMMsn  wird  in  Wirklicbkeit  gegen  die  Anwendung  gewincr 

Bestimintmgen  dieser  letztei  en ,  sofern  rs  sich  nämlich  um  Materien  hnndelt, 
für  die  die  Handelsprozeßordining  eine  Regelung  nicht  enthält  und  die  mit 
den  anerkannten  Grundsi'it/.en  der  Kapitulationen  im  Einklang  .stehen,  seitens 
der  Missionf'n  Widerspruch  nicht  erhoficn.  So  beispielsweise  beim  Arrt^t- 
verfahren  (Z.  P.  0.  Art.  271  ff.)',  heim  \'erfahren  zur  Feststellung  der  licht- 
heit von  Urkimden  (Z.  P.  O.  Art.  97  ff.)«. 

Unhediri^t  ausgeschlossen  im  Verfahren  vor  dem  gpmischt<  n  G«:iiilii 
ist  der  licvveis  durch  Zeugen.  Diese  Ite^^el  beruht  bt  kaiiiitlich  auf  jener 
allen  Kapitulationen  gemeinsamen  Vorschrift,  daß  die  gerichtliche  Geltend- 
maehung  einer  Forderung  gegen  einen  AuslSnder  nur  unter  der  Bedinguog 
zuzulassen  sei,  dafi  der  Kllger  seinen  Ansprucli  durch  rechtsgültige  Ur^ 
künden  nachzuweisen  imstande  ist*. 

Bereits  die  neuere  tilrkische  Gesetzgebung  bat  die  llerrscbsft  des 
Zeugenbeweises,  welcher  im  Prozeßverfahren  des  Scberiatrechts  den  ersten 
Platz  einnimmt,  nicht  unerheblich  eingeschrSnkt.  In  der  Handelsprozeß' 
Ordnung  ist  dieses  Beweismittel  überhaupt  nicht  vorgesehen;  nur  Art.  (»9 
des  Handelsgesetzbuchs  iilxMläßt  es  dem  Ermessen  des  Richtei*s,  bei  Ver- 
luTidliclikcitcn  ntis  Ivnufgeschäften  die  Beweisfühntnp;  durch  Zeugen  xuru- 
lassen.  Eiticu  groLVirii  Spiclramn  u:tn^^hrt  indessen  diesem  Beweismittel 
wieder  dit^  Zivilprojteliordming  (Art.  HU  —  82)*. 

druckt  im  -Dschrride-i-inchakim-  Nr.  11-,  S.  S89;  vgl.  auch  Caravokyros ,  a.a.O. 
S.  39.  Aus  dem  Wortlaut  dieses  Erlasse-i  sollte  man  scltlicßen,  daß  Ikm  ».'i<;fiitlichcn 
haiideUireelitliclieii  Klagen  von  der  Anwendung  der  Mcdächelle  nacli  wie  vor  abzusehea 
sei.  Leider  hat  aber  die  Praxis  der  letzten  Jahre  gezeigt.  daO  die  ottotnsattdwn 
Mitglieder  des  Gerichtshofes  diese  SchluOfolgerung  niebt  gelten  laasra  wollen.  Es 
ist  \i<'Iinchr,  wenigstens  beim  Konstantinopler  Gericht,  die  ausgesprochene  Neigung 
vorhanden,  dio  Rechtsanscliauungeu  der  Medschelle,  welche  den  Bedürfnissen  i'iner 
uiodonieii  iiechtsprechung  durchaus  nicht  mehr  angepaßt  sind,  anch  7.ur  Heurti'ilung 
der  niaiinigfachen  Gesdiäfto  des  heutigen  Handels-  uiiii  Wediaelredtta  heranzuziehen. 
1  Vgl.  hierflber  R«ni,  a.  a.  0.  S.  188  £ 

*  Yf^  ebenda  S.  100  ff.  Zar  Anwendung  snderer  als  der  in  der  R  P.  0. 
enthaltenen  Prozeßvorschnften  Uedarf  es  selbstredend  der,  wenn  auch  Stillschweigenden 
Genehmigung  seitens  der  fremden  Mächte.  Als  dalier  die  Bestimmungen  der  Z.  P.  0. 
Ober  den  Syntlikatsprozeß  (Prise  i  partie,  Art.  255  ff.)  auch  im  gemischton  Ver- 
fahren zur  Anwendung  gelangen  sollten,  erfolgte  seitens  der  Missionen  einmütiger 
Protest.  Vgl.  hinsiclktlicli  der  von  denselben  vertreteneu  Auffassung  Young ^  a.a.O. 
Bd.  VII»  S.  217,  Anm.  Über  die  Prise  k  partie  siehe  im  einzahlen  Ranä,  s.a.0. 
S.  179  C  Obiges  Prinzip  hat  die  Pforte  nenerduigi  selbst  anerkannt,  indeni  sie 
durch  Zirkulaniote  vom  l'i.  Nm  ember  1904  die  Einwilligung  der  Michte  nachgesaelit 
hat,  damit  Art.  118  der  Z.  P.  0.  betrcÖend  Nichtigerklärung  der  Klagen,  welef>e 
sechs  Monate  lang  von  der  Partei  nicht  verfolgt  worden  sind,  anch  im  Verlahreii 
vor  dem  gemischten  Gericht  zur  Anwendung  zugelassen  werde.  Eine  diesbezflglicbe 
Einigung  war  bisher  (Mlrs  1906)  tiodi  nicht  erzielt 

*  Vgl.  n.  a.  Frenz.  Kap.  von  1740,  Art.  28,  Prenß.  Kap.  von  1761,  Act.  &. 

*  Siehe  Banzi,  a.a.O.  S.  104Ü1 


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Wm:  Dts  Gemiachte  H«ndebgericht  in  d«r  Tflitol.  147 

Ffir  das  gemischte  Verfahren  kommt  lediglich  die  Frage  in  Betracht, 
ob  die  Bestimmung  des  Art  69  gegenwlrtig  RechtugDltigkeit  besitxt»  mit 
anderen  Worten,  ob  info!^  der  Anerkennung  des  Handel^esetsbuches 
durch  die  Micbte  der  oben  angedeutete  Grundaats  der  Kapitulationen  etw« 
•h  aufgehoben  xu  gelten  hat  Diese  Frage  ist  zu  ▼emel'nen.  Jedenfalls 
macht  die  Praxis  im  gemischten  Verfahren,  soweit  bekannt,  von  det  im 
Art.  69  erteilten  Befuguis  niemals  Gebrauch 

Der  intemationaie  Charakter  de.«?  gemischten  Gerichtshofes  kommt 
frrnpf  r!arin  zum  Ausdruck,  daß  das  TnrkiNchc  iiicfit  ansschließÜch  die 
('tiiclitsspraelip  bildet.  Vielmehr  wird  außei-deni  die  Verwendung  der 
fi-nnxÖ!«iächrii  Sprache  ziigcla.^scn.  Den  ['arlcicn  und  ihrrn  Frozeßheistanden 
ist  es  gestattet,  bei  l'eldeuder  Kenntnis  (idrr  nicht  nenOgeudcr  Hclirrrsrliunii  der 
Lande.ssprache  sich  des  Französisch»'n  zu  bedienen.  Üe.sgleiclit  n  bedürfen 
die  dem  Gericht  vorgelegten  Schriftstücke,  .sofern  sie  in  der  letzteren  Sprache 
abgefaßt  sind ,  einer  beglaubigten  Übersetzung  ins  TQrkische  nicht*. 

Auch  hinsiditlieh  des  Koatenuresens  bestehen  endlich  augumtten  des 
gemischten  Verfkhrens  gewisse  Abweichungen  von  den  gem^nrechtUchen 
Vorschriften.  Bei  Gelegenheit  des  Erlasses  des  Gerichtskostengesetzes  vom 
T.Zilhidsche  1296*  hatte  dne  Besprechung  desselben  durch  Vertreter  des 
JttStizministertums  und  der  Missionen  stattgefunden,  tun  die  Möglichkeit 
snner  Anwendung  in  gemischten  Sachen  zu  prnft  n.  Das  Krgebnis  dieser 
Verliandliingen  wurde  in  einem  von»  5./17,  Juli  1H79  datierten  Protokoll 
niedergelegt,  dessen  wesentliche  Bestinmuingen  hieraitf  durcli  Zirkular- 
eriaß  des  Justizministeriums  den  Gfriclits^Hdiürdeu  zur  Nachacliluii^^  niit- 
gfteilt  wurden.  Abgesehen  von  einigen  ßcstiinmiingcn ,  \velr!u'  pIuc  näht-rc 
Erläuterung  des  Geselzestextes  bezwecken,  enthält  da.s  PruL*»k()ll  gewisse 
Vereinbarungen,  die  das  Gesetz  im  Interesse  der  Ausländer  njodifizicrcn. 
Sie  betreffen  einmal  die  Gebühreufreiheit  der  amtlichen  Noten  der  fremden 

'  Das  Gegenteil  nimmt  zwar  an  Salem,  a.a.O.  S.  .375.  Caravokyros ,  a.  a.  O. 
^  '^"^3  spricht  sich  hinf^ri^Pn  iintor  Iliiiwei.s  auf  den  l  ussiscli  -  türkischen  Vertrag  von 
.Vdri iiiopel  von  lh2;>,  Art.  '.<  dahin  aus,  daß  der  Zeugenbewei.s  in  gemischten  Sachen 
als  beseitigt  zu  betraciiten  aei.  Diese  Regel  werde  vom  hauptstädtisciten  Gericht 
beobachtet  und  habe  auch  den  ProvinzlalgerichteR  als  Riditschnnr  m  dienen.  Die 
gleidw  Ansieht  infleii  von  türkischen  Schriftstellern  andi  Hassan  Fehmi,  a.a.O. 
8.199. 

'  Dies  ent8|)richt  wenigstens  der  beim  Gericht  in  Konstantino j)el  geltenden 
Hjung,  Bei  den  Provinzialgerichten  hahrn  sicli  im  eiii/cliicn  hicn-on  abwoiohpnde 
Gewohidieitcn  herausgebildet.  Beispielsweise  laßt  das  geniisclitc  (iericiit  zu  i::iniyn)a 
im  Gebrauch  der  ü-anzösisdieu  Sprache  nicht  tu ,  unterhielt  aber  dafllr  lange  Jaiire 
^MD  amtlidi  bestelltsn  Dolmetscher,  der  die  in  der  Landesspradie  geltthrteo  Ver* 
Ittodlnngen  ins  FVansSsiselie  dbertrag. 

Id  den  Gebietsteilen  mit  vonriegend  arabischer  BevSlkenuig  ist  dss  Arablsdie 
iia  SBeritaonte  Gericht-^spracluv 

•  Das  Gerichtskostcngcset/.  (vgl.  nhen  S.  124,  Aiini.)  wurde  den  Missionen 
untlidi  mitgeteilt  durch  Pforteunotu  vom  12.  Juni  ib7i).  Aui  24.  Suptember  dea- 
sribea  Jabres  fiefi  die  Pforte  den  Missionen  anch  Ausfertigungen  des  gedachten 
("Makolls  nebst  einem  Anhang  zogehen. 

KU» 

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I 


148  WxBBs:  Daa  Gemisclite  HandeUigericht  iu  der  Türkei. 

Mia^onen  und  Konsulate  sowie  der  deoselben  beigefügten  Eingaben  der 

auslSndisclien  Pn>zeßpartei ,  sodann  .setzen  sie  eine  abwdehende  Fonn  für 

die  Berechnung  der  (iebühr  fur  die  Urteilsausferligung  fest:  diese  süil  im 

Gegensatz  zu  dem  im  Art.  18  des  Gesetzes  entlialtenen  iarif  gleichmäßig 

2  Prozent  der  zuerkannten  Summe,  falls  dieselbe  weniger  als  500000  Piaster 

ausmacht,  darüber  hinaus  1  Prozent  betragen.  Die  GehchtsvoUaüebergebüiir 

wird  auf  1  Prozent  festgesetzt 

Das  Gesetz  vom  7.  Zilhidsche  1296  ist  sp&ter  durdi  das  Gesetz  vom 

12.  Muliarrem  1304  ,  ^,    ,      .  ...^  ,      »    -  •  ^  • 

-   2_         1302~       11.  Oktober  1886)  teilweise  abgeändert  woi^eal 

Die  zugunsten  der  Ausl&nder  vereinbarten  Sonderbestiuimungen  wurden  io> 
des  hierdurch  nicht  wdter  beriUirt. 

§7. 

Die  Mitwirkung  der  fremden  SSehutzbehSrde  (Konsularassistenx 
im  weiteren  Sinne)  inabesondere. 

Die  Mitwirkung  der  fremden  Schutzbeliörde  bei  der  Rechtsprechunj^ 
welche,  wie  bereits  frfiher  ausgeführt,  überhaupt  erst  ermöglicht,  daß  die 
einheimische  Gerichtsbarkeit  mit  Bezog  auf  den  Ausländer  eine  Reehts> 
Wirkung  ausQbt»  gelangt  nach  zweifacher  Richtung  zur  Betätigung:  eninial 
ist  die  ausländische  Behörde  kraft  der  ihr  vertragsmäßig  Ober  iiire  Natio- 
nalen eingeräumten  obrigkeitlichen  Gewalt  allün  befugt,  die  von  deo 
einheimischen  Gerichten  ausgehende  VerAlguugen  und  Entsclieidongea. 
zumal  auf  di-in  Zwaog^wege,  zur  Ausfulirimg  zu  bringen;  aodann  6bt  sie 
durch  das  Mittel  der  vor  Gericht  zu  leistenden  Dragnmansassisten/  eine  un- 
mittelbare Aufsicht  uljer  das  Prozeßveifahren  selbst  aus.  Wir  können  diese 
gejinmte,  in  der  !?f'c;('l  durcli  den  Kfinstd .  nur  vereinzelt  durch  dif  diplo- 
matisi  ln'  Hcliönle  w.ihr/uurlunende  Tätigkeit  nach  dem  übliclx'n  Sprach- 
gebrancli  als  Korisiilarassisten/. .  und  zwar,  zur  Unterscheidnn«;  von  der  t-hen 
erwShtiteii  t^frit^htlii  lien  Assistenz,  als  Ivun.sulara-Hsjstf iiz  in>  weiteren  »Sinne, 
bezeichnt-u.  Sie  soll  nunntcitr,  soweit  sie  für  das  Verlahren  vor  den  gemisch- 
teo  Gerichten  von  Interesse  Lst,  einer  kurzen  Darstellung  unterworfen  werden*. 

'  Diese  Abmachmig  bezweckte  die  Aufrechterhaltung  des  durch  die  Kspita- 
latioiieii  grwährlcistrttMi  Zustaiidcs.  So  sdireibt  Art.  72  der  Franz..  Kap.  vom  .Tahre 
17-lÜ  aui  SdtIn.Hs('  vor:  »LorNquc  lest  Fram  ais  ....  poursiiivront  juridiijuiMiienl  des 
si^ets  ....  de  nia  Sublime  Porte  cn  rerouvrenient  de  quelque  »orotiie  due  on 
n'ezigera  d^eux  poor  droits  de  justice  on  maJikeme,  de  conmiaaaire  eu  ninbaebirie« 
d*asmgnation  ou  ihiarie,  que  deux  poar  cent  snr  la  somme  reconvree  par  senteoce 
roiiforniement  aux  Bttcientics  capitalations,  et  on  ne  las  molestera  point  par  de« 
pretentions  plus  considerables.* 

)  Lahiiw-i-kawaain,  Bd.  I,  S.  43ff.,  flberaelzt  bet  Young,  a.a.O.  Bd.1, 
S.  2 luff. 

*  Auf  diejenige  besondere  Form  der  koDSolarischen  Mitwirkang,  wslche  ia 
der  Eroenuung  der  aoaUbidisehen  Geriehtsmitglieder  zum  Auadmek  gelangt,  ut  hti 
Gelflgenhett  der  Bespredrang  der  Znsanuaensetsnng  des  Gerichtshofes  hingewieseB 
worden  (vgL  oben  S.  128  f.). 


Wtutt:  Dm  Gcmiiehte  Handdageridit  in  der  TOitei. 


149 


1st  in  einer  gemischten  Prozeßiiache  der  Ausländer  Kläger,  so  eiiul^i 
die  KlageerhebuDg  durch  VermitteluDg  des  sustSodigeo  Konsuls,  welcher 
den  Antrag  der  Partei  in  Form  einor  amtlichen  Note  (Takrir)  dem  Gericht 
zugehen  Ufit*. 

In  gleicher  Weise  findet  die  Übermittelung  simtlicher  lür  das  Gericht 
bestimmten  sonstigen  Fkrteiantrige  statt»  sofern  dieselben  nicht  im  Laufe 
der  Verhandlung  mOndlich  ▼orgebracht  werden. 

Alle  Zustellangen ,  welche  an  die  ausländische  Prozeßpartei  xu  be* 
wirken  sind,  roOssen  ebenso  durch  VermUtelung  der  ziistundigen  Konsular- 
behorde  erfolgen.  Dies  gilt  vor  allem  fHr  die  Zusteiliiiig  der  Kli4;eschrifl 
mv\  der  Vorladun«;  7(ir  mQndliclien  Verhandlung.  Kinfnche  Terniinsver- 
t.*-r';r!^en ,  die  im  Laufe  des  Wrfahren.'^  verllij^t  werden,  hednrfen,  da  sie 
"Ii  f  III  in  An  Wesen  Iieit  des  assist  ierrndeu  Dragouiaus  erfolgen,  der  Aiit- 
wirkunj;  der  Koiij»ulaLsl)ehönle  nicht'-'. 

Die  Zustellung  ist  ei-st  dann  gesetzlich  vollzogen,  nachdem  die  zu- 
zustellende Urkunde  ordnungsmäßig  au  die  i^artei  ausgehändigt  worden  ist. 
Dies  erscheint  zwar  selbstverstindlich,  bedarf  alM»*  der  ausdrücklichen 
Hervwtiebung,  weil  auf  t&rlcischer  Sdte  versdiiedentlich  die  Auffassung 
vertreten  wurde,  daß  die  Zustdiung  an  den  Auslibider  schon  durch  die 
Talsache  der  Übergabe  der  betreffenden  Urkunde  an  die  fremde  Schutx- 
bdiorde  als  hinlingUch  erwiesen  zu  gelten  habe.   Dieser  aus  rechtlichen 


^  Die  fiittw  bestehende  Verpflichtung*  die  flir  die  Gerichte  bestiminten  An- 
lage durdi  d»  Verwaltnn^behörden  an  dieselben  zu  leiten  (vgl.  Art.  4  der  H.  P.  O., 
welcher  noch  die  Vcnnittelmig  dos  Handetsministeriunis  vorschreibt),  ist  nach  der 
eud|^lltig  vollzogenen  Trennung  dor  Justizpflerje  von  der  Verwaltniiii  all^ciiieiu  atif- 
gehofteii  (».  Art.  17  der  Z.  P.  O.).  Für  das  handplsgcrichtliclie  Veriahreii  wurde 
die»  iiacti  Hjluu  ,  a.  a.  O.  S.  5Ö  ausdrücidich  angeordnet  durch  Ministerialerlaß  vom 
21  Rehi-ul-ewel  1296      16.  Hin  1879). 

im  Gegensata  sa  Art  2,  Nr.  5  der  H.  P.  0.  braucht  demnach  der  Klage- 
antrag die  Unterschrift  des  aosUndischen  KlSgers  nicht  anbedingt  zu  enthalten. 
Bei  einzelnen  Proviniialgerichten  bestehen  allerdings  abweichende  Gebräuche:  so 
wird  hpiwpielsweise  dem  amtlichen  Takrir  die  Klageschrift  urschriftlich  beigefflgt, 
oder  diese  wird,  mit  dem  Transmissionsvermerk  des  Konsuls  versehen,  dem  Ge- 
mht  zagestellt  (vgl.  Salem,  a.a.O.  S.  371).  Bei  Erbebuug  der  Berufung  ist 
IsdflMea  die  Beiflkgnng  eines  von  dem  Berafnngddigsr  zu  nnterfertigendan  mo- 
tivierten  Sohrifbaises  vangesdmelien;  s.  Ziricnlaraiisß  des  Jnstizioinisters  vom 

28.  Rebi-ul- achir  1.307  ^         -v       *  »v  .         .  ... 

o  V    --  -t  ■  lorir  (=  21.  Dezember  1889),  -Dschende-i-mehakun-.  Nr.o27, 

y.  Kianon^i-ewel  1305  *  '  * 

&6352. 

>  Die  Form  der  Zustellung  an  fremde  Staatsangehörige  beruht  uul  aui>ilrAcL- 
Ücbsr  VorHsfarift  der  H.  P.  0.  (Art  17).  Nach  der  in  der  Hauptstadt  gleichmäßig 
bdblgtfla  Praxis  werden  die  sar  Zustellung  an  «nen  Anstinder  liestimmte»  Uriituiden 
vooi  tflrkischen  Gerichtsvotl/ieher  der  zuständigen  KonsularbehSrde  bzw.  dem  Dra- 

gomanat  der  diplomatischen  Mission  gegen  Empfangsbestätigung  anagehSndigt,  worauf 
diese  die  Zu>tclluii£7  lifwitlon  und  die  von  der  Partei  unterschriebene,  fnit  dem 
Venaerk  des  Konsuln  t)/.vs.  Dragomans  versebene  Behändignugsorkuiide  dem  Gericht 
xokommeu  lassen. 


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150 


Wkbcb:  Das  Gemischt«  Handolsgericlit  in  der  Türkei. 


GrQnden  unhaltbare  Standpunkt  ist  seitens  der  Missionen  nidtt  gebilligt 
worden  *. 

Der  frcuuU'n  Sclmt/hpliönlt^  knin  im  .lUgemeinen  das  Recht  nicht 
ab^^esjiroclien  wt-nlfii,  die  an  su'  crKclienderi  Ersuchen  der  Gerichtslvehörden 
ihrerseits  einrr  Prüfung  /.u  unterziehen  und  unter  Uniständcn  die  \'<'i- 
nahine  der  naciigesuchten  Maßnahmen  zu  verweigern.  Difscs  Pi  üluiig^riu  lit 
ergibt  sich  logisch  aus  der  Natur  der  konsularischen  Mitwirkung.  Man 
kann  seiner  Ausübung  keine  Hindemisse  in  den  Weg  legen,  ohne  die 
Tltigkeit  des  Konsuls  su  einer  untergeordneten  herabitudrücken.  Unt» 
welehen  Voraussetsungen  von  diesem  Reelit  im  einseinen  Gebraucli  su 
machen  ist,  ist  eine  TaÜrage,  deren  Entsdheidung  von  den  besonderen 
Umständen  des  Falles  sowie  von  dem  firmeasen  und  Takt  des  Konsuls 
abhSngt. 

Die  Bereebtigung  «ur  Verweigerung  seiner  Mitwirkung  w  ird  fnr  den 
Konsul  im  allgemeinen  nur  dann  vorliegen,  wenn  Grund  zur  Befürchtung 
besteht,  daß  aus  der  Vornahme  des  nacligesuehten  Aktes  für  den  betreffen'- 

'  Der  Wortlaut  der  in  der  vor.  Amn.  angeführten  Bestimmung  der  H.  P.  0. 
läßt  in  dieser  Beziehung  keinen  Zweifel  zu.  Es  heißt  dort  in  wor^etreuer  Über- 
setzung: »Ist  die  sn  Isdende  Peraon  saslindischer  Staatssngehöriger,  m»  m«8  die  Vor- 
Isdm^  durch  Verniittelang  des  Konsols  bsw.  Drsgomsns  der  sustindlgen  Getandu 

Schaft  zugestellt  werden.  <  Die  Rolle  der  fremden  Behfirde  als  die  einer  Cbcr- 
mittelungsbehörde  ist  hier  klar  aiis^esprorheri.  Bemerkenswert  ist,  daß  die  eiit- 
sprecheiido  Vorschrift  der  Z.  P.  O.  indes  eine  andere  FassniijET  aiifwei.st.  liier  (Air.  *2(j) 
wird  die  Zustellung  an  einen  Auslander  mit  derjenigen  an  eine  Geselischat't  oder 
an  die  Konknnmasse  auf  die  gleicbe  Stefe  gestellt,  dem  Konsid  dab«'  anMhettteod 
etwa  dieselbe  Rolle,  wie  dem  cur  Yertretnng  der  Gesellsdiaft  nsch  «nOen  Bereditigtea 
oder  dem  Konkursverwalter  /iiu;i-wiesen.  Die  Auffassung,  die  hier  zum  Ausdmrk 
kommt,  siclit  denmach  in  dem  Konsul  den  berufenen  gesetzlichen  Vertreter  der 
fremden  Partei  tind  filhrt,  z.  B.  hczflglieh  der  Bemessung  der  Fristen,  zu  faLvIien 
Ergebnissen.  Die  wiederholten  Versuche  auf  türkischer  Seite,  diesen  Standiiuiikt  lur 
Anerkennung  zu  bringen,  sind  an  dem  Widerspruch  der  fi-emdcn  Vertretungen  ge- 
scheiten. Siehe  Yottsg,  a.  a.  O.  Bd.  VII,  S.  20&  Anm.  Vgl.  dagegen  ebesda 
Bd.1,  8.246. 

Die  Verhandlungen  zum  mehrfach  ervrlhnten  tOrkisch -griediischen  Konsular- 
vertrag boten  aucli  hlor  der  Pforte  willkonuncnen  Anlaß,  eine  Regelung  d<T  Vnot 
ixi  ihren  Gunsten  durchzusetzen.  Der  türkiseiie  Entwurf  (vgl.  Politis,  a.a.O.  S,  141) 
will  zwar  »für  die  gewöhntichcn  Fälle-  es  beim  bisherigen  Modus  bewenden  lasseOf 
•en  matiere  urgente«  aber,  so  heißt  es  im  Art.  41,  «c'est-ii^dire  potu*  tons  let  m» 
ou  la  loi  exfge  la  sigDtlieation  des  pieces  dsns  des  delms  eonrts ,  la  remiae  tea  eon* 
Sttlat  suffira  et  les  delsis  judiciaires  oonrront  en  consc(]nence«.  Der  achiedsricbteriidi 
festgestellte  Vertragstext  Ii  at  den  tflrkischen  Vorschlag  sich  nicht  zu  eigen  gemacht. 
Art.  23  d«^r  Konvention  bestimmt  vielmclir:  «Le.s  pit-i-rs  jndieiatrns  ....  sen-:?? 
remises  centre  reccpisse  ü  Tautoritc  hellenitjue  competente  ijui  devra  pounoir  it  leur 
signification  et  devra  retourner  en  temps  utile  Tacte  do  signification  dumcut  sigoc 
par  le  destinstsire*.  Dieser  Wortlaut,  welcher  dem  griechiscben  Elntwiirf  wSitlkb 
entnommen  ist,  lifit  fSbee  die  Auflassung  der  Schiedsriditer  keinen  Zwnfid  u. 
Durch  diese  Entscheidang  ist  die  Streitfrage  in  Omer  aueh  Ar  die  Pforte  bindesdes 
Form  geregelt  worden. 


Wms:  Du  Oemiidito  Haodelagericlit  io  d«r  TOrkeL  151 

deo  fremden  Untertan  RechtsnachteQe  entstehen  können,  die  auf  anderem 
Wege  nicht  abzuwenden  wiren.  Zustellungen  von  Klageschriften  und 
Vorladungen  wird  daher  der  Konsul  in  der  R^el  bewirken  müssen  und 
sich  nötigenfalls  Torbdialten,  etwaige  Einwendungen,  die  er  von  seinem 
Standpunkt  aus  gegen  die  Rechtmäßigkeit  des  gestellten  Ersuchens  geltend 
zu  maiAen  hat,  durch  Vermittelung  des  assist  inenden  Dragomans  amtlich 
tur  Kenntnis  des  Gerichts  zu  bringen.  Wird  aber  der  Kunsul  um  Vor- 
nahme von  amtlichen  Handlungen  angegangen ,  gfgen  dpr<>n  Rechtmäßigkeit 
im  ordnungsmäßigen  Wei^e  bereits  Widerspi-uch  erholten  wurde  —  es 
hauUelt  sich  heisjtielsweise  um  die  Zustellung  eines  durch  den  Drflgoinnti 
nicht  unterfertigten  und  daher  nichtigen  üerichlsbes(  hlusses  — ,  so  ist  er 
ohne  Zweifel  auf  Grund  der  Vertrage  befugt,  das  an  ihn  ergangene  Er- 
suchen abzulehnen'. 

Der  Schwerpunkt  der  kooaularischMi  Mitwiricaog  Hegt  d«nimeh  In 
der  Ausübung  der  Dragomansassistens  (Konsularaasistenx  im  engeren  Sinne). 

Die  Verpfficbtung  ftlr  die  einheimischen  Gerichte i  in  Processen,  an 
denen  Auslioder  betdilgt  sind,  nicht  anders  als  im  Betsein  eines  Vertreten 
der  zuständigen  diplomatäeben  oder  konsularischen  Behörde  zu  entscheiden, 
beruht  bekanndich  auf  der  Oberalt  gleichlautenden  Bestimmung  der  Vertrige*. 

1  Türkischerseitj«  wird  obige  AufTassung  bestritten.  »L«  consul  eat  teuu  de 
eontraindre  le  siyet  de  sa  nation  k  se  {iresanter  devant  le  tribunal  otlooian  ou  0 
«st  assig^e  par  le  «iye(  ottoman  sana  emettre  la  pretention  d'apprteicr  aa  pr£- 
alaUe  la  eomp^ence  du  tribunal  ou  la  vateur  de  la  r^daniatioii;  Ü  doit  priter  son 

assistance  pmir  l'cxrcutioii  dc>.  ordres  du  tribunal  ottoman  .  .  .  .  nt  il  ne  lui 
appartient  (rcxaiuinfr  le  dcgre  de  justice  de  ces  actes.«  So  sclireibt  der  Ver- 
fasser des  bekannten  Memorandums  von  186U.  In  der  Praxis  beanspruchen  tat- 
aiehUch  die  mebten  Konaularbehürdeu  für  sich  das  Rcdit»  iut  Falle  der  Verietzung 
der  interoationalen  Gmndsfitte  Aber  die  Zualindigkeit  der  Gerichte  in  gemischten 
Sachen  ihre  Mitwirirang  bereits  bei  d»  Klagenistellvng  zu  versagen.  Vgl.  Young, 
a.a.O.  Bd.  I,  S.  272,  Anm.  5  fenier  die  angeführte  Schrift  dee  Barons  Ignaz  de 
Tcsta  sowie  die  •Ktudcs  Pratiques-  usw.  in  ihren  AiuiUhrangen  zu  dem  fraglichen 
Pajtöu»  der  türkischen  Denkschrift. 

Die  türki&ch -griechische  Konsularkonvention  brachte  auch  lür  diese  Frage  eine 
Rflgeliuig.  Nach  Art  23  (a.  Politis,  a.a.O.  8.  1&5)  ist  der  griechische  Konsd 
wxr  aus  formellen  Grflnden  befugt,  die  Zestdlnng  absulehnen:  am  es,  daß  aus  der 
Zustellungsurkunde  die  Identität  der  Person»  an  welche  zogestdlt  werden  soH,  nicht 
hinreichend  hervorgeht,  sei  es,  daß  dies«  Person  sich  überhaupt  nicht  in  dem  Amts- 
bezirk des  Kon-suls  befindet.  Wird  fürncr  die  vom  Knipfanger  urdnung^mäßig  unter- 
zeichnete Urkunde  tiiclit  innerhalb  14  Tagen  dem  Gericht  zurückgereicht,  so  wird  die 
ZnsteUnng  als  vollzogen  angesehen.  Zwar  sind  durch  den  Schiedsspracb  die  wmt- 
gehenden  türkischen  VonehlSge  (Entwarf  Art  41  und  42;  Politis,  a.a.O.  S.  141) 
abgelehnt»  andererseits  aber  auch  die  griediischen  Wünsche  nicht  gans  berflck- 
sichtigt  (».  ebenda).  Obige  Bestimmung,  wenn  auch  nicht  ohne  weiteres  für  andere 
frcnide  Machte  verbindlich,  ist  insofern  von  Interesse,  als  sie  dem  Konsul  für  die 
Beliaudiung  dieser  Frage  einen  Maßstab  an  die  Hand  gil)t. 

*  Vgl.  u.  a.  Art.  5  der  Preuü.  Kap.  von  17G1 ;  .\rt.  1  des  Vertrages  mit  dem 
Zottverein  von  1860;  Art  5  der  Osterreich.  Kap.  von  1718;  Art  26  und  65  der 
FraiB.  Kap.  von  1740;  Art  42  der  Engt.  Kap.  von  1675. 


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152  Wkbdi:  Das  Gemiichfee  Handelagericht  in  der  Tfliku. 

Hiernach  ist  die  gericJuliche  Assistenz  in  alien  Prozessen,  in  denen  ein 
Ausländer  vor  einem  ottomauischen  Gericht  als  Partei  auftritt,  bei  btrafe 
der  Nicbti^eit  des  Verfahrens  tinbedingt  erforderlich;  in  Wegfall  konunk 
sie  nur  d«,  wo  sie  infolge  ausdrQcklicher  Vereinbarung  oder  anerkannter 
Übung  als  beseitigt  au  gelten  bat^ 

In  den  aur  Zostindigkeit  der  gmnisebten  Gerichte  gehörigen  Proael^ 
Sachen  ist  die  Assistenz  des  Dragomans  vaa  jeher  unangefochten  In  Gotting 
gewesen. 

Wird  nun  auch  die  Tatsache,  daß  die  Notwendigkeit  der  Assistenz 
vertraglich  feststeht,  türkisch erseits  nicht  in  Abrede  gestellt,  .su  herrscht 
doch  über  den  Umfang  der  dem  Di-agoman  im  einzelnen  zustellenden  Rechte 
zwischen  drr  Pfoitc  und  dpn  Kapitulationsniachtcn  drnrl>;uis  kein  Einver- 
ständnis. \)'u'  .\ni;rifte,  die  innn  von  türkischer  Seite  gcg^n  diese  Ein- 
richtung richten  zu  müssen  glaubte,  inachtcn  sich  alleTtlings,  wie  hier  be- 
merkt werden  mag,  weniger  auf  dem  Gebiete  des  A'erlalircus  vor  den 
gemischten  Gerichten  geltend,  über  deren  bc>ondere  \'.orrechte  seitens  der 
Mächte  stets  eifrig  gewacht  wurde;  vielmehr  war  es  dasjenige  gemischte 
Verfahren «  welches  vor  den  ordentlichen  Gerichten  zur  Anwendung  kommt, 
gegen  welches  jene  Angriffe  In  erster  Linie  gerichtet  waren. 

Bei  der  Kennzeichnung  der  Dragomansassistenz,  wie  sie  gegenwärtig 
vor  dem  Forum  der  gemischten  Gerichte  au^eQbk  wird,  laßt  sich  aber  ein 
näheres  Eingehen  auf  die  verschiedenen  damit  zusammenhängenden  Strdt- 
fragen  nicht  umgehen. 

Welches  der  ursprüngliche  Sinn  jener  Vertragsbestimmungen  gewesen 
ist,  welche  für  die  heutige  Institution  der  Assistenz  die  notwendige  Tnler- 
lage  liefern,  haben  wir  bereits  in  anderen»  Zusn!njnenhang  erläutert.  In 
dem  IJestieben ,  für  die  Erhnij^ung  der  gemischten  Kechtsstreitigkeiten  riac 
moglicitst  [traktische  I-ösunj;  zu  finden,  war  man  nherein^fkomtiien .  iVw 
Untersuchuns;  und  EniMlieidutifj  solclipr  Ri-clit-sfälb^  den  beiden  in  IietiMcht 
kommenden  gerichUichen  lieiiordcn,  den»  einheimischen  Richter  einerseits 
und  der  fremden  Schulzbehoixle  anderei-seits,  zu  übertragen,  welche  im 
Wege  gegenseitiger  Aussprache  sich  Ober  das  zu  fällende  Urteil  zu  ver- 
ständigen hatten.  Danach  konnte  die  Rolle,  die  dem  Vertreter  der  fremden 
Schutzbehurde  zugedacht  war,  unmöglich  diejenige  eines  stummen  Zuhörers 
sein:  das  Zustandekommen  des  Urteils  war  durch  seine  tätige  Mitwirkung 
bedingt  Die  Vertrilge  lassen  freilich  eine  ausdrQckliche  Vorschrift  darüber 
vermissen,  was  in  dem  Falle  geschehen  solle,  daß  eine  Einigung  nicht  er- 
zielt werden  konnte.  Dem  Sinne  der  Kapitulationen  wurde  es  aber  zweifel- 
los widersprechen,  wenn  man  annehmen  wollte,  daß  der  einheimische  Richter 
unter  solchen  Umstanden  befugt  gewesen  sei,  nunmehr  auch  ohne  die  Mit- 
wirkung der  fremden  Behörde  oder  par  gegen  deren  ausdrücklichen  Protest 
den  Rechts.streit  zur  Entseheiduni;  zu  bringen.  Die  nach  der  Absicht  der 
vertragschließenden  Teile  allein  mögliche  Lösung  war  vielmehr,  die  Bei- 


*  Auäi;e.s(  hl()sscn  ist  die  Assisteuz  z.  B.  in  iiumobiliar-  uud  Koukurssachen 
(vgl.  oben  S.  135  ti.). 


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Wnn:  Du  Gemischte  Uaodelagericht  m  der  TOrkei.  153 

* 

leguog  etwaiger  Konflikte  der  jedesmaligen  diplomatischen  Versündigung 
SU  überlassen.  Machte  nun  der  ottomanlscbe  Ricliter  Anstalten»  trotz  des 
eihobenen  Widerspruchs  dennoch  eine  einseitige  Entscheidung  zu  eriassen, 
90  blieb  dem  fremden  Vertreter  zur  Wahrung  seiner  v«rtragsm&ßigen  Rechte 
kdn  wirksameres  Mittel  Gbrig,  aIs  sich  zum  Zeichen  seines  Protestes  jeder 
wdteren  Teilnahme  an  der  Verhandlung  zu  enthalten.  Dies  war  schon  des- 
wegen |[^hoten .  um  etwaigen  falschen  Schlüssen,  die  aus  der  Tatsache 
«einer  Anwesenheit  bei  der  ohne  seine  Zustinnnung  erfolgenden  Urteils- 
faliung  gezogen  %ver(!cn  k  nnten,  von  vornherein  vorzubeugen. 

Diose  aus  drv  Ninnticmaßon  Airslegiing  der  Kapitulationen  notwendig 
sicli  I  i  ;;ebende  Auffassung  ixt  für  die  Henrtpilnng  der  Bedeutung  der  I)ra- 
gouiimiassistenz  noch  heute  maßgebend,  /war  hat  infolge  der  KinfTdining 
einer  modernen  Juslizge^etzgebung,  der  Wrdräiigung  des  Einzelriehiers  durch 
Kollegialgeiichte  und  der  Entstehung  geuiischter  Gerichte  insbesondere*  auch 
die  Rechtsprechung  in  gemischten  Sachen  tn  manelierlei  Hinsicht  eine  Wand- 
lang  durchmachen  müssen;  wher  an  den  wesentlichen  Merkmalen  der  kon- 
solarischen  Assistenz  vermochten  die  neum  Veriiftltnisse  so  lange  nachts  zu 
andern,  als  nicht  auf  dem  einzig  gangbaren  Wege*  demjenigen  nimlich  intern 
nationaler  Vereinfasrungy  an  Stelle  der  alten  Crundsitze  neue  Abmachungen 
getreten  sind.  Dies  ist  aber  bekanntlich  nur  Innerhalb  der  engen  Grenzen 
des  Protokolls  zum  Sefergesetz  geschehen. 

Di^  allgemeinen  Betrachtungen  vorausgeschickt,  })rufen  wir  nunmehr 
an  der  Hand  derselt)en,  welche  Rolle  dem  assistierenden  Dragoman  im 
heutigen  Fto/eßverfahren  i^ukommt. 

Der  Dragoman  nimmt  an  der  Rechlspreclnin^;  in  gemischten  Sachen 
teil  in  der  Kigenschnft  ;ils  nnitlicher  Vertreter  de.sjenigen  Staates,  welchem 
die  fremde  Prozeßpartei  angehört.  Als  Repräsentant  der  ausländischen  Ge- 
richtsgewalt stellt  er  als  unabhängiger  und  gleichbereditigter  Faktor  nebeu 
dem  Geridit  Er  besitzt  daher  bei  den  l^jsdilufl&ssnngen  keineilei  Stimm- 
recht im  prozeflreehtlichen  Sinne*.  Ebensowenig  ist  er  aber  lediglich  als 
ein  der  fremden  Partei  von  Amts  wegen  beigegebener  Beistand  anzusehen. 
Die  Parteivertretung  steht  ihm  keineswegs  zu,  wie  er  auch  auf  die  Art  der 
Frozefifilhrung  seitens  der  ausländischen  Partei  bzw.  ihres  ProzeßbevolN 
mschUgten  weder  ein«i  direkten  Kiniluß  auszufiben  vermag,  noch  für  die- 
selbe irgendeine  Verantwortung  tifii^t'. 

Der  Dragoman  ist  nicht  auf  die  jia.ssive  Rolle  des  Zuhörers  beschränkt, 
sondern  unzweifelhad  berechtigt,  jederzeit  während  des  ganzen  Verlaufes 
de«  Prozesses  seine  Meinung  nn^'^ehindert  zu  äußern,  und  das  Gericht  seiner- 
iieits  verplUcbtet,  die  Erklärungen  des  l)ragomnn.s  entgegcnzunehuien.  Sein 

*  Ridbter,  etwa  wie  der  fremde  Beiattaer,  ist  der  Dragoman  nicht  —  Gegen 

die  vom  Dragoman  »miflbrtndllich  in  Anspruch  genommene«  richterliche  Eigenschad 
hat  die  türkische  Hegiening  verschiedentlich,  u.  a.  im  Memorandiun  von  lt^9.  Ein- 
sprach erheben  zu  müssen  geglaubt. 

^  Türkischerscits  mochte  man  den  Dragoman  hingegen  gerade  zu  einem  Ver- 
leidigci  der  lutere^sen  seines  Schatxbefohleuen  stewpeki.  Vgl.  das  eben  erwihnte 
Maaonndnm  sowie  Hssssn  Fehmi,  a.a.O.  S.  201. 


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154  Wnn:  Dw  G«iDiiMlile  HaodeligarichC  in  der  Tflrkd. 


Eingrciien  ist  vor  allem  da  trcrccliifertigi,  wo  es  j^ilt,  ^cjjen  solche  Maß- 
nahiiieu  cU^s  Gerichts  Kinsprucl»  zu  erheben,  die  will  deu  gelietiden  Grund- 
sätzen des  Kapilulationetirechts  nicht  im  Einklang  stehen.  Er  bat  ferner 
vermöge  seiner  Keontnis  der  Landessprache  and  des  einheimischen  Beclits 
dafiir  za  soi^n,  daß  der  Sachverhalt  gen&gend  aufgekllrt  und  das  Vor* 
bringen  der  fremden  Partei  richtig  aufgefiiflt  werde.  Za  diesem  Zwecke 
muß  er  insbesondere  die  Tätigkeit  des  erforderlichenfalls  amtlich  xu  be> 
stellenden  Gerichtsdohnetschers  kontroUiweo  und  etwaige  ilnaentaldlende 
Üliftsetziing  der  Aussagen  der  fremden  Partei  berichtigen«  Zur  Ermittelung 
der  VV^nhrheit  ist  er  jederzeit  befugt,  auch  direkte  Fragen  an  die  Partetea 
tu  Hellten 

l'iti  dif\scn  Auffiahcn  vollauf  gerecht  werden  zu  können,  muß  der 
Oragonian  an  dem  gesamten  Prozeßverfahren  teilnehmen;  die  Assistpnr  i-^t 
daluT  iiiclit.  wie  tnrkischerseits  wiederholt  vorfoclifcn  worden  ist,  auf  d>ii 
uft'enllichen  Teil  ilt'>  Verfahrens  allein  besoln  aul.  t ,  indem  »  i  >trf(  kt  si<  h 
vor  allen  Dingen  auf  die  Beratung.  Wiixl  doch  im  allj^emeiiifn  iUmu  Dra- 
goman erst  hier  die  ])a.s.sende  Gelegenheit  geboten  sein,  die  ihm  uut wendig 
scheinenden  Einwendungen  in  wirksamer  Weise  vorzubringen  und  xu  he* 
gründen*.  Bei  der  VerkQndung  d«*  OericfatsbesdilQsse  ist  seine  Anwesen* 
heit  unbedingt  erforderlich  und  gilt  als  Bewen  seines  Einverstlndniases. 


*  Der  Dragoman  ist  durchaus  ni«'lit  veq)fliclitet,  die  Obliegeiilieiten  ein« 
Gerichtsdolmeteebere  selbst  zu  erflUlen.  Das  Gegenteil  wird  vklfsdi  zn  Unredit 
angenommen,  miUmter  such  seitens  europitscher  SchriftsteUer,  wie  L  de  Test«, 
a.a.O.  S.  ir>  und  der  Verfasser  der  •Etudes  Prati«)u«S«  S.  229. 

*  Nach  der  tilrkisohoii  Auflassung  ist  die  Assistenz  nnr  wälucnd  der  münd- 
lirhpM  Vpr!i;iridlung  und  der  rr[fils\'erkfindung  zulässig.  Zu  diesem  Ergebnis  muß 
man  auch  notwendig  gelangen ,  wenn  man  in  dem  Dragoniau  nidit«  anderes  als  etuea 
der  ansUndischen  Partei  von  Amts  wegen  beigegebenen  Anwalt  eriiliekt.  Zur  Be- 
gründung dieser  Ansicht  glaubt  man  aber  stdi  auch  auf  die  Kapitnlationen  berofen 
zn  können,  indem  insbesondere  darauf  hlugewissen  wird,  dafl  diese  nur  voo  der 
Anwesenheit  des  fremden  Vertreters  bei  dor  -Anhdrmig«  —  istinia'  —  der  Streitsache 
sprechen.  Die  Assi.stenz  bei  der  Penitnng  itnlsse  daher  als  mißbränchlirfi  entstanden 
be/eirhnct  niid  deshrilb  ah<;cl«'lint  werden.  Vgl.  das  Memorandum  uNer  die  Kapito- 
latioiien  unter  Is'r.  8;  lla^^^an  Fehrai,  a.  a.  ü.  .S.  208  ff.;  Savvas  Pascha,  a.a.O. 
S.  170,  Dieser  Standpunkt,  wddier,  falls  er  zur  DarchfDhrang  kime,  der  Mitwirkmig 
des  Dragomans  fast  alle  Bed«itni^  rauben  würde,  konnte  begreiflicherwdse  niennU 
anf  die  Zustiinnnmg  der  Missionen  rechnen.  Was  die  von  tilrkischer  Seite  an- 
gerufenen Vertragshcstiiiimungen  insbesondern  anbei. miit ,  so  ließe  .sieh  dagf  ^'en  ein- 
wenden, daß  7.ur  /eil  üires  .Abschlusses  Kollegiali^ericlite  nicht  \ orliaiitli-ii  waren, 
von  einer  Absiciit  der  Vertragschließenden,  zwisclien  ötlenilichen  und  geiieimen  Ver- 
fahren eine  Unterscheidung  za  machen,  aomit  gar  nicht  die  Rede  sein  konnte.  Andere 
Yertragsvorsehriften  lassen  demgegenüber  keinen  Zweifel  dsrttber  zn,  daß  die  Mit- 
wirkung der  fremden  Scbutzbehörde  gerade  auf  den  Akt  der  Urteibfindung  sich  lu 
erstrecken  habe:  >ils  (les  gouvemeurs  dans  nos  etats)  ooiront  et  jugeront  laditc 
cause  de  concert  avec  eux  (rambass.ideur  ou  les  consuls) - ,  Art.  42  di  r  Ens;I  K^p- 
von  1Ü75.  Als  die  I'forte  aus  Anlaß  der  Dnrehfuhninf»  Her  allgemeinen  Justiau-eionn. 
wenigstens  im  geiniscliten  Verfalu"eii  vor  den  urtientlidien  Gerichteu,  ilire«  Staud- 


Digitizca  Ly  Gu^.' . 


Wkbxk:  Das  Gemiachte  Uaiidelsgericht  in  der  TflrkeL  155 

Wird  der  Krds  der  dem  usisti^nden  Dragoman  suatehenden  Be- 

ftignisse  in  Übereinslinimung  mit  der  vom  Anstände  verfoehtenen  Auffassung 
in  der  eben  pcschildei-ten  Weise  festgelef?t,  so  folt^t  liierans  mit  awin{;ender 
Notwendigkeit  fiir  ihn  das  weitere  Recht ,  den  Unng  des  Prozesses  dadurch 
aufzuhalten,  daß  er  sich  aus  der  Gerichtsverhandlung  7.tirikk/irht  (sog.  Veto- 
recht des  Dragomans).  Zur  Atisubung  dirses  Rcclits  wird  er  datm  schreiten 
müssen,  wenn  es  ^ilt,  das  Zus(aii(it'kumnien  einer  tintsrheithnig  zu  ver- 
hindern, die  er  nach  seiiu  i  pllicliiiiiüßigen  t3berzeugung  nicht  fur  recht- 
mäßig, inshesondere  fur  v»  rti  ai:;su  idrig  hält 

Die  praktische  Handhahung  dieses  Mittels,  welches  seiner  Natur  nach 
Stets  nur  als  ultima  ratio  in  Betracht  kommen  kann,  muß  dem  Ermessen 
des  Dragomans  baw.  seiner  vorgesetxten  Behörde  anheimgestellt  bleiben.  Im 
ailgemeinen  wird  man  annehmen,  daß  au  diesem  letzten  Ausweg  nur  dann 
gegriffen  werden  wird,  wenn  dne  nachtrigUctie AlAnderungder  augefoditenen 
MaßnAhme  auf  dem  ordentlichen  Proxeßwege  ausgeschlossen  ist  oder  sich 
nur  nnter  unvwhlltnismSßig  großen  Nachteilen  herbeifilhren  lasse»  wDrde  ^ 

punkt  sdr  Geltm^  in  biüigen  vanacfate,  vennochte  sie  gegen  den  Icbhafteti  Widerspruch 

der  MiMionen  nidtts  anscnriditea.  In  dem  Weslrialeriaß  vom  "'  ^  TÜr— 

(=  26.  Aprfl  1875),  Doastor,  Bd.  III,  8.107;  Aristarchi,  a.a.O.  Bd.V,  8.98 
nmfile  die  Pfoite  naehgeben,  allerdings  ohne  printipielle  Venlchtleiakang  auf  ihre 

Auflassnii<;.  Das  Recht  aaf  die  Assiston?.  «ach  wihrend  der  Beratong  ist  seitdem 
in  der  Praxis,  nanientÜch  was  die  i^niilMliteii  Gerichte  angeht,  nicht  mehr  ern^stlich 
angefochten  worden.  Auch  Caravokyros,  a.a.O.  S.  188,  spnclit  sich  im  Siime  der 
tat&äcijich  bestehenden  Gbung  aus.  I.  de  Testa  dagegen,  in  seiner  metirfacli  er- 
wlhntcn  Schrift  S.  Iti ,  teilt  eigentümlicherweise  den  türkiachen  Standpaukt.  Er  he- 
wichnet  aber  die  Assistens  bei  der  UrCeUsverfcflndnng  als  unbedingt  erforderlich  und 
ntoimt  Air  den  Drsgomsn  and)  das  Yetorecht  in  AnsiMiicl)  (vgl.  folgende  Anm.). 
AVie  der  Dragtinian,  ohne  bei  der  Beratung  zugegen  gewesen  zu  sein,  sich  Aber 
den  Wert  der  dort  gefaßten  Entschetdniig  ein  UrteU  bilden  soll,  ist  indessen  un- 
erfindlich. 

'  £a  ist  einleuchtend,  dal^  die  türkisciic  iicgiciung  bei  der  Stellung,  die  hie 
dem  Drsgwnan  vor  Gericht  »igewiesen  wuaen  mSchte,  am  achirfsteu  gegen  das 
Tetoreeht  Front  madien  würde.  Znr  Bekämpfung  desselben  sind  n.  a.  auch  Be- 
itimnrangen  der  Kapitulationen,  wie  Art.  20  der  Franz.  Kap.  von  1740  utid  Art.  18 
der  Kap.  mit  Venedig  von  1718,  ins  Fehl  geführt  worden.  Diese  Vorschriften 
dörfleii  aber  angesichts  anderer  Besttmpiuiigcn  entge»»i*ns»esetztcn  Inhalts  unserer 
Ansicht  nach  nar  dahin  auszulegen  sein,  daß  durch  dieselben  eine  mißbräuchliche 
Anwendung  des  Vetorechts  durch  den  Dragoman,  die  einer  böswilligen  Prozeß- 
verschleppung gleichkommet  möglichst  su  verhmdem.  Bei  Gelegenheit  der  türkisch» 
griechischen  Verhandlungen  snm  Konsnlarvertrag  von  1901  ist  von  griechisdier  Seite 
der  Versuch  gemacht  worden,  das  Vetorecht  vertraglich  zu  regeln  (vgl.  Polills, 
a.  a.  O.  S.  136).  Der  griechische  Vorschlag  fand  in  dem  d»»f!üitiven  Vertragstext 
keiiie  Aufnahme  fs.  Art.  22,  ebenda  S.  155).  UngTfcIiitVi tigt  wäre  aber  deswegen 
die  Schlußfolgerung,  daü  die  Sdiiedaricliter  hiermit  auf  das  von  allen  Kapitulationa- 
aiichten  bisher  j^ddunißig  besuspradite  Vetoredit  haben  verdchten  wollen.  Vid- 
nehr  sollte,  wie  sich  ans  den  Motiven  des  Schiedsspruches  (erste  nnd  siebente  Er« 
^gung«  •>  ebenda  S.  148  f.)  sdbst  eigibt,  die  absoschließende  Konvention  ledigUdi 


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156  Wkbkk:  Da»  GemlMlite  HimdelsgeHcht  in  der  TQrk«i. 

§8. 

Hi  e  Urteilsvollstreckung. 

Die  mit  der  .lustizrefom  von  1879  endgQItig  durchgcriilirtR  Trennung 
der  Justiz  von  der  Verwaltung  war  insbesondere  für  das  \  oll  streckungs- 
verfahren von  Brdfutun'^  gewesen.  An  Stelle  des  Kitabet  und  der  Re- 
gieruugsbe.iintCM  '  waicn  rmnniphr  die  (Jcriclite  selbst  T^ur  Vollstrcokiiii^  dtr 
von  ilinen  riiassnicn  l'rteilf  allein  befugt.  Die  gesetzliche  Basis  lur  das 
Verfahren  schuf  das  Gesetz  vom  27.  Dschemaati-ul-ewel  129G'. 

Es  verstand  sich  iiaeii  türkischer  Auffassung  von  selbst,  daß  auch  die 
Vollstreckungsordnung  auf  das  Verfaiiren  in  gemischten  Sachen  Anwendung 
finden  sollte.  Insbesondere  lag  nach  der  Ansicht  der  Pforte  j<  w.i,  wo  die 
Urteilsvollstreckung  einheitlich  der  Aufsicht  der  Gerichte  unterstellt  worden 
war,  keine  Notwendigkeit  mehr  vor,  die  Exekution  der  geg<m  Ausl&nder 
ergangenen  Urteile  weiter  in  den  U&iiden  des  Konsuls  su  belassen. 

Diesem  St«iid|iunkte  gegenOber  nahmen  die  Mächte  keine  einheitliche 
Stellung  ein.    Fast  alle  aber  hielten  an  ddr  Forderung  fest,  daß  die  VolU 

die  vorhandenen  MUSbrfindie  beseitigen ,  an  den  allgemeinen  Vorrechten  aber,  welche 
Griechenland  auf  dem  gleichen  Fufie  mit  den  anderen  Mlchten  vor  dem  Kriege 
ganoisen  hatte«  aiAUt  indem.  Em  Grand,  dteae  Flriniipienfrage  um  dem  vor- 
liegenden Anlaß  za  entscheiden,  war  datier  nirlit  vorhanden.   Der  gedachte  Art»  22 

8phafTt  indes  insofern  ein  Novum,  als  dein  Gcriclit  in  yr'crf  isrh  -  türkischen  Proiessen 
das  Koclit  zugestanden  wird,  anch  in  Ahwcseuheit  des  1  *r;i >inans  ein  rcclitsi^ültiiies 
Urteil  zu  fällen,  weini  der  zweimaligen  schriftlidieu  Auuurderung  zur  Assistetiz- 
leistung  grieduscheneita  keine  Folge  geleistet  wurde.  Dieae  Yorschrift,  welche 
flbrigena  von  griechisdier  Seite  gar  nicht  angefochten  worden  ist,  soll  jedoch  nnr  den 
nnberechtigttni  V(>rschleppuii^'^' 1 1  N  il  hen  dnen  Kiegel  vorsetzen  nnd  hezweckt  keines- 
wegs eine  Kiiisrliniiikinii;  der  dem  DragoiAan  sosteheoden  Befugniaae  (vgl.  Art.  20 
der  Konventton,  ebenda  S.  154). 
»  Siehe  oben  S.  122. 

'  Siehe  oben  S.  121.  Als  Mitte  der  siebziger  Jahre  die  Riagen  der  Miaaionen 
Aber  das  Kitabet  besonders  lant  worden,  aetste  die  Pforte  am  21.  Jnni  1877  die> 
selben  davon  in  Kenntnis,  daß  die  Fünktionen  dieser  Bdiörde  nunmehr  auf  eine 

beim  Jnstiuninisterium  neugebildete  Abteilung  fibergegangen  seien;  dabei  sollte  das 
Kitabet  nicht  seiner  sämtliclien  BefugiiiNsc  in  Prozeßsachen  entkleidet  werden,  sondern 
nach  wie  vor  als  übermittelungsbehürde  in  Tätigkeit  bleiben.  Infolge  des  Wider- 
sprucha  der  Missionen ,  welclte  in  dieser*  halben  Maßregel  durchaus  keine  ßessenmg, 
sondern  nnr  dne  Ersdnrerang  dee  blaher^Mi  Verfkhrena  erUidken  konnten,  nnifle 
die  Pforte  voriinUg  von  deren  Dmvfafllhmng  Abatand  nehmen,  und  das  Kitabet  bfieb 
in  gewohnter  Weise  in  Tätigkeit.  Erst  im  Anschluß  an  die  amtliche  Mitteilung  des 
Vollstreckongsgesetzes  (Note  vom  23  Dezember  1879)  kündigte  die  Pforte  den 
Missionen  an  (Note  vom  lt>.  Fehniar  ISJSO),  daß  das  Kitabet  nunmehr  -in  die  uu- 
niittelbare  Nähe  des  Gertchtshores  veriegt-  sei  und  fortan  unter  der  Auisirbt  des 
Gerichtspräsidenten  tätig  sein  werde.  Die  Missionen  willigten  diesmal  in  die  neue 
Ordnung  der  Dinge  em,  aber  unter  der  Bedingung,  daß  besAglidi  der  Anwendung 
des  Geaetzea  eine  Einigung  enielt  und  daß  bia  dahin  an  dem  Verfahren,  wie  es 
vor  dem  Kitabet  in  Geltung  war,  nichts  geändert  werde  (KtdldtUvnote  vom 
26.  Februar  1880).  Dieser  Vorschlag  wurde  tflrkisciierseits  angenommen  (Pforten* 
note  vom  20.  Min  18b0). 


i^iy  u^L^  Ly  Google 


Vfmm:  Du  Oemisdito  HuddiBeridit  in  der  TOik«. 


157 


streekung  der  gegen  einen  Ausländer  ergangenen  Urteile  der  geiiiiscltten 
oder  ordeotlichen  Gerichte  durch  Vermittlung  des  zustSndigen  Konsula  zu 
erfolgen  habfe;  unter  dieser  Mehrheit  hwschte  wiederum  die  Meinung  vor, 
dafi  der  Anwendung  der  Vorschriften  des  tQrkiscben  GesetKes  .durch  den 
Konsul  weder  reehtlidie  noch  prakttsdie  Bedenken  im  Wege  stehen.  FQr 
diese  AuCTassung  erklSrte  sich  insbesondere  Aucli  das  Deutsche  Reich 

Da  die  türkische  Regierung  iildit  gewillt  war,  ihren  Standpunkt  auf* 
zugebm,  war  eine  Verständigung  nicht  zu  er/Jden.  Auch  die  an  d^^m  Texte 
des  Gesetzes  selbst  vorzunehmenden  Abänderungen,  welche  von  der  Kom- 
mission unter  ZtiKtinimung  der  otl(unnni$cb*'n  I)rl(*L!;i«'rtt*n  in  \'or.sehlag  ge- 
lirnrltt  worden  wniei»,  weigerte  sich  die  Pfni  te  unter  diesen  Umstünden  zur 
.Aiisl'ii  rnnt;  zu  biiniieti.  Der  Konllikt  blieb  deuwiuch  ungelöst,  und  die 
Vraxis  nuißtc  sich  mil  tier  Sachinge,  so  gut  es  ging,  abBnden.  Sänitliclie 
Mächte,  außer  England,  halten  am  Vullstreckungsrecht  des  Konsuls  i'e.st, 
und  die  Pforte  hat  in  dieser  Hinsicht  ihren  Widerspruch  aufgeben  müssen'. 
Anderarsdts  lassen  die  Missionen  zu ,  dafi  die  Vorschriften  des  G^txes  vom 
27.Dschema3u-ul-ewd  1296  auch  in  gemischten  Sachen  xur  Anwendung  ge- 
bogen, nehmen  sich  dieselben  auch  selbst  zur  Bichtscbnur  jedesmal  denn, 
wenn  sie  auf  Grauchen  ottomanischer  Gerichte  »ir  Vomaltme  der  Voll- 
streckung schreiten. 

Die  Vollstreckung  der  Urteile  der  gemisditen  Gerichte  erfolgt  dem- 
nach heute 

n)  sofern  sich  dieselbe  gegen  einen  Ottomanen  richtet,  in  Konstan- 
tinopei  duicli  den  Präsidenten  des  gemischten  Gerichts  (Art.  3  des  (Gesetzes), 
demein  besonderes  Kxekutionsbureau  (Mehakiui  -  tidsehnret  idschra  dairessi) 
beigegeben  istj  in  den  Proviaaceo  d^^ch  die  Präsidenten  der  ZivUgericbte 

*  Die  Annditen  der  Mlehte  ksmen  bei  Gelegenheit  der  Kmmniisionsberatongett 
ton  YoUstreeknngtgesets  im  Jahre  18flO  tum  Anadmek.  Dem  tOriiiaehen  Standpunkt 
trat  Ei^^and  ohne  YorbehaU  bei,  während  Osterrekh-Ungan)  ond  die  Vereinigten 

Staaten  unter  Bemfong  auf  Art.  5  des  Vertrages  von  Passarovitz  das  Recht  in  An- 
spruch nnhni«n .  nicht  nar  durch  iltre  eiü^enen  Orq:anc,  sondern  auch  nach  ihrem 
Geseti  die  Vollstreckung  vorzunehmen.  Der  Auti'aäsuiig  der  Mehrheit  ,  welche  ohne 
Aufgabe  eines  kapitulationsniäßigen  Vorrechts  den  türkisclteu  Forderuagen  möglichst 
eotg^enkonunt,  dürfte  auch  nnserar  Meinung  nach  der  Voraug  zu  geben  sein.  Es 
ist  hierbei  die  Erwigoi^  mafigebend,  daß  die  in  Frage  kommende  Tftt^eit  des 
frenden  Konsnb  nicht  als  Ausübung  der  Konsulargerichtsbarkeit  anzusehen  und  sich 
daher  nicht  nach  dem  Rechte  des  fremdläiulij^ctieii  Staates  7.n  richten  ist;  vielmehr 
handelt  es  sich  um  einen  Akt  rein  administrativer  oder  politischer  Natur,  der  sich 
nur  aas  dem  kapitulatiouüuiaßigeu  Redite  der  konsularischen  Assistenz  herleiten  läßt. 
Tob  der  Stellnngiiahme  tm  ^eser  Frage  htngt  n.  a.  ueh  die  Entachddni^  dsrAber 
ab,  ob  die  nach  dem  tOiktadien  Ossetae  vorgesehene  Sdmldhaft  gegen  einen  Ans> 
Under sdbst  dann  verhängt  werden  kann,  wenn  das  betreffende  fremdländische  Recht 
diaaea  ToUstreckungsmittel  nicht  kennt.  ( Vi^l.  hierzu  Meyer-Antoiiopoulos,  a.  a.  0.  S.  G9.) 

'  Der  türkische  Entwirf  zur  crrierliiscli  -  türkischen  Konsnlarkonvention  .  Art.  43 
(s.  Poiitis,  a.a.O.  is.  144)  erkennt  beiii[»iel!*weise  ohne  wiMtere.s  das  Heclit  der 
gnediiacheu  Konsuln  an,  zivil*  und  liaudel^reditliche  Urteile  der  türkischen  Gerichte 
n  voOatreeken. 


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158 


Websb:  Daa  Gemisihte  Handelsgericht  in  der  TurkeL 


erster  Instanz,  denen  gleichfalls  be.su ndere  Vollstreckungsbeamte  Eur  Seite 
stehen;  io  dieseoi  Verfahren  findet  die  Dragomansassistenz  statt; 

1))  sofern  sich  dio  \\)llstieckung  jjepjen  einen  Ausirinder  richtet,  durch 
die  zuständige  fremde  Scliut/.behürde,  welche  auf  Autrag  des  tärkiscben 
Exekutionsbeaintea  das  Erfurdei'liche  veranlaßt. 


Anlage  L 

Verbalnote  der  Pforte  vom  13.  Muharrem  1626. 

Die  Aiifsiclit  über  die  «Beratli  Chairie«  '  genannten,  sowie  die  euro- 
päischen K.iiif  I»Miti'  war  vor  einiger  Zeit  nuf  Grund  Kaiserlichen  Iradf's  dem 
HandeUiuiiii>t*'i  iiiiu  iibertrajüjen  und  im  Zusanunenhang  damit  /.nr  Krledi;:iin^ 
derjenigen  l'ru/.esse,  in  welche  die  genannten  Katifleute  wegen  ihrer  Han- 
delsgeschülle ,  sei  es  miteinander,  sei  es  mit  den  Kaufleuten  befreundeter 
Staaten,  verwickelt  werden ,  sowie  der  anderen  auf  den  Handel  besfigliGhen 
Streitsnclien  dieser  Art,  beim  Handelsministerium  unter  der  Bezeichnung 
eines  Handelsgerichts  (Mahkeme-i-tidscharet)  ein  unahliSngiges  richterlichea 
Kollegium  gebildet  worden,  welches  unter  Hinsusiehung  der  Scbahbender*, 
Vorsteher,  Vertreter  und  Notabein  dieser  Kaufleute  wöchentlich  einmal  eine 
Sitzung  abhält,  l^m  diejenigen  Voraussetzungen  zu  schaffen,  welche  die 
Kntscheidung  der  vor  diesem  (lerichUshof  anhängigen  IVozeßsachen  nach 
den  Grundsätzen  der  Billigkeit  ermöglichen,  hat  sieh  die  Notwendigkeit 
ei^el>cn ,  einiire  geeiiinete  Bestimmungen  ntifzustellen. 

Die  Pi  iifiiiig  1111(1  Kntscheidung  der  laufenden  Prozesse  wird  fortan  vor 
dem  ii^enannteii  Handel>gericht  allwöchentlich  am  Montai^  ^f^gen  sechs  Uhr 
beuiiitu-n  liiid  nach  Bedürfnis  bis  zehn  Uhr  ohne  Unterbrechung  furtge- 
setzt werden. 

Da  es  nach  der  von  alters  her  bestehenden  Regel  ungesetzlich  ist, 
daß'  wahrend  der  Verhandlung  eines  Prozesses  andere  Proaeßparteien  das 
Silzungszimmer  helreten,  so  sollen,  um  zu  verbiodero,  dsß  vor  dem  Schlüsse 
des  Prozesses,  mit  dessen  PrOfimg  begonnen  wurde,  jemand  eindringe, 
zwei  Kawassen  ununterbrochen  an  dem  Eingang  des  Sitzungsmumes  sich 
aufhalten.  Di^enigen  unter  den  Amtsdienern  und  Kawsssen,  welche  die 
Funktionen  V(m  Gerichtsvollziehern  aust'tben,  sollen  nach  PrQfuog  des  Da- 
tums der  in  ihren  Händen  befindlichen  Firmane  die  Prozeßsachen  nach  der 
Zeitfolge  /ur  Verhandlung  zulassen;  Parteien,  die  nicltt  an  der  Reihe  sind, 
sollen  ohne  T?üeksichi  auf  deren  Persönlichkeit  unter  keinen  Umstanden 
eintretet!  fliufeii;  wer  unhelnut  eindrini^t,  ist  sofort  \vied<M-  hinaiiszuweiscn.  ' 

Den  Dragomans,  welche  zugli-icli  mit  den  europäischen  Kaiil'U-ulea 
sich  gemäß  den  \'erträgen  zur  Prozeßeutscheiduug  einfinden,  soll  ein  ge- 

'  Ober  die  Beratiis  s.  oben  8. 101.  Sowmt  dieselben  Maselmlnoer  warea, 
hießen  sie  »Chairie«. 

^  Schahbender  hieß  nach  Savvaji  Pa.soha .  a.  a.  O.  S.  55,  der  Stets  miisel* 
minnisdie  —  Vorsitzende  der  Chanceliehe  de«  Berataires. 


Wun:  Dm  Gemitehto  Handelsgericht  in  der  TflrkeL  159 

aooderter  Raum  angewiesen  worden,  wo  sie  mitsamt  der  ProKefipartei  ab- 
warten können,  bis  die  R^e  zur  Anli5rung  des  Prozesses  ihrer  Begleiter 
an  sie  gelangt  ist  Sobald  deoinaeh  einer  der  fremden  Kaiifleute  an  der 
Reihe  ist,  in  die  Sitzung  einzutreten,  so  soll  er  in  Begleitung  sein^  Dra- 
gomans den  Sitzungsraum  betreten.  Da  die  gleichzeitige  Zulassung  anderer 
Personen  Gedränge,  und  Verwirrung  zur  Folge  hat  und  zu  Streitigkeiten 
und  Störungen  der  Ordnung  Anla&  gibt,  so  sotl  obige  Vorschrift  allen  Be- 
tefl igten  VOif^gig  bekannt (:>;o>:!;cl)<>n  \v(;rden. 

Da  es  nun  schlechterdings,  oijwohl  die  Prozesse  in  dein  Handelsgericht 
ohne  Rücksicht  auf  Pcrsönliclikeit  und  Bekenntnis  df*r  Partei  behandelt 
wri-(len .  luiinogliclj  ist,  jeden  Uechtss(reit  zur  Zufriedcnlieii  hfuhT  l'rii  teien 
7.11  erlodigni  iind  es  daher  vorkommt,  daß  die  Kntsriieidiitiii ,  uMt  lideut  ilie 
Pro/eßsiicbe  eritspi  »■clieiul  der  ]ViIlit;keit  und  aui' Grund  des  llandelsge-setzas 
zu  Kude  geführt  wurde,  den  Erwartungen  der  einen  der  beiden  Parteien 
nicht  entspricht,  so  glauben  einige  der  vermeintlich  Benachteiligten  allerlei 
Intrigen  anzetteln  zu  dürfen  und  wagen  sogar  die  Holie  Pforte  und  hier- 
auf auch  die  Allerhöchste  Person  zu  betietUgen,  um  einen  derart  unter 
Kaufleuten  geprüften  und  entschiedenen  Prozeß  nachtiügUch  an  das  Scheriat- 
gericht,  das  M&nzamt  oder  das  Schanksteueramt  *  fiberweiaen  zu  lassen. 
Ein  solclies  Vorgehen  ^erstöfit  gegen  das  bestdiende  Handel^esetz  und  Ije- 
dentet  gegenüber  den  ehrbaren  Kaufleuten,  die  in  ihrem  guten  Kechte  sind, 
eine  Ungerechtigkeit  und  Benachteiligung.  Ks  sollen  denuiach  künftig  die- 
jenigen Angelegeidieiten,  welche  vom  Handelsgericht  nach  Mnßgal>e  des 
Handelsgesetzes  abgeurteilt  sind,  nicht  vor  anderen  Beliorden  von  netiem 
gfiunrt  werden.  Und  wenn  jeiiiand  sicli  erdreisten  sollte,  dennoci»  eirifii 
dahiiii;elieih:t'n  Antrag  zu  .'•teliei),  soll  ei"  zur  Rechenschaft  gezögert  werden. 
Diest;  besliutnning  ist  vor  ollem  zur  allgeuieiuen  Kenntnis  zu  bringen  und 
einzuschärfen. 

Vielfach  pllegen  Ränkesüchtige,  ia  der  Absicht,  die  in  der  Provinz 
tnaisngen  und  ihren  Geschifien  ruhig  nachgdienden  enropüschen  Kauf- 
leute aus  Übelwollen  und  Hafi,  um  sie  ihrem  Broterwerb,  iliren  Kindern 
und  Angehörigen  zu  entziehen  und  ihnen  allerlei  Unkosten,  wie  Gerichts- 
vollzieher- und  Reisespesen,  zu  verursachen,  unter  Berufung  auf  nichtige 
Vorwinde  die  Vorladung  dieser  Kaufleute  nach  Konstantinopel  zu  bean- 
tragen. Da  es  sich  nun  nachträglich  herausstellt,  daß  die  meisten  Prozesse 
dieser  Art  vor  dem  Scheriat-  oder  Handelsgericht  bereits  endgültig  ent- 
schieden sind  und  es  sich  daher  nur  um  gefälschte  Klagen  handelt,  und 
da  dem  Beklagten  nnf  diese  Weise  betraclitllelie  Unkosten  und  Nachteile 
ervvflch«en,  so  soll  künftighin,  damit  solche  Leute  unter  dem  gerechten 
Schutze  Seiner  Majestät  vor  Schaden  l)ewahrt  weixlen,  falls  jemand,  wer 
dies  aucii  sein  lüöi/c.  eiiu'ti  der  in  der  Prnvinr.  lebenden  ein (»[»iti^^ehen  oder 
■Cbairie«  gcnanniea  kuufleuteu  nach  Konstuniiuupel  vorzidaden  beantragt, 


^  Dem  Münzamt,  Darbimne,  und  Sehanksteueranit ,  Sedschrie,  waren  in  ähn- 
fichcr  Waise  wie  der  Kaozlei  der  Bentlis  (s.  obeu  S.  101)  gewisse  richterliche 
Foalttioaen  etngerinmt 


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160 


Webeb:  Das  Gemischte  Handelsgericht  in  der  TOrkei. 


dessen  Gesuch  zunichst  dem  Handelsininisteriuni  riber\vie.sen  werden,  und 
der  Beklagte  ist  nur  unter  der  Bedingung  /.u  laden,  daß  Kläger  hin- 
reichende Bürgschaft  dafür  leistet,  daß  er  samtliche  deii>  Beklagten  infolge 
des  Pro/pssps  tiitstchenden  Unkosten  erstattPii  werde,  falls  sein  Kla::*»- 
vorhrinijcii  sicli  als  iinl)egrundet  hiTniissirllt;  wenn  aber  Hf  kla;rtf»r  erscl»eiut 
und  die  Pnilutit;  die  Bi'fcclitii;mii;  der  Klage  ergibt,  so  liat  es  weiter  bei 
dem  l>isli«iigeii  \'eiruliien  .sein  Bewenden.  Bei  solchen  leichtfertig  anhängig 
gemachten  Prozessen  soll  Klager,  abgesehen  von  seiner  Verpllichtung,  in 
der*geschilderteD  Weise  die  Unkosten  des  Beklagten  zu  ersetzen ,  zur  Ver- 
hlnderung  der  Wiederkehr  fttinlieher  VorkoroDinisse,  in  geeigneter  Weise 
zurechtgewiesen  and  verwarnt  werden. 

Da  es  in  den  «wischen  den  genannten  Kaufleuten  schwebenden  Pro- 
zessen trot«  ihres  handelsrechtlichen  Cliarakters  manchmal  dennoch  erforder- 
lich ist,  teilweise  auf  das  Scheriatrecht  Bezug  zn  nehmen,  so  hat  mao  sieh 
in  solchen  Fällen  an  den  MufU  des  im  Handelsininisteriuüi  befindlidiett  Rates 
der  öffentlichen  Arbeiten  r.u  wenden. 

An  den  Sitzungen  hat  auch  der  jeweilige  Unterstaatssekretär  des 
llandelsuiinisterituns  teilzunehmen.  Hrl  wirhti^en  Pn»7.eßsachen  sollen  aUCh 
Mitgliedei-  des  Hates  dee  öflenilielien  Arbeiten  herangezogen  werden. 

Obi^e  npstiininuni^eii  sind  zu  einein  Reglement  verehiitjt  und  diesem» 
ist  nach  KintrammL'  im  Hin  eaii  des  Divan  -  i  -  huniajun  den  betei!i;it«M)  Be- 
hörden zur  Na(  lialnnung  mitgeteilt  worden.  Diese  Regeln  haben  sich  aber 
auch  die  I)rag(miaus  und  Kaufleute  zur  Richtschnur  dienen  zu  lassen,  welche 
bestimmungsgemlß  bei  der  Erledigung  derjenigen  Prozesse»  an  weldien 
Kaufleiite  der  befreundeten  Staaten  beteiligt  sind,  zugegen  sein  aollen;  es 
war  daher  notwendig,  den  in  Konstantinopel  restdiereoden  Gesandtschaft» 
von  dem  Sachverhalt  Kenntnis  zu  geben.  Entsprecliend  der  den  übrigen 
Gesandtschaften  zug^augenen  amtlichen  Mitteilung  wird  auch  Seiner  Ks* 
zellenz  dem  Königlich  Preußischen  Gesandten  diese  amtliche  Note  mit  der 
gleichzeitigen  Versicherung  der  ausgezdchnetsten  Hochachtung  hiermit  fiber' 
reicht. 

Anlage  IL 

(Verbalnote  der  Pforte  vom  25.  Rebi-uUachir  1263.) 

Hohe  ^orte 
Ministerium  des  Äußern. 
Nr.  233. 

Mit  Rfickaicht  darauf,  daß  seit  einiger  Zeit  im  Verfshrpn  des  Handela- 
gericbts  eine  gewisse  Unordnung  eingetreten  ist,  die  Angd^enhdteo  der 
Kaufleute  infolgedessen  unerledigt  bleilien  und  allerlei  Ruhestörer  sich  gel- 
tend machen,  ist,  ausschließlich  in  der  Absieht,  den  Geschaftiq^g  zn  er- 
leichtem ,  der  Beschluß  gefaßt  worden ,  die  Geschlflsordnung  des  erwfthnten 
Gerichts  folgendermalko  neu  zu  regeln: 

Besteht  auch  g^enwärtig  die  Oepilogenheit,  daß  einige  angesehene 
ausländische  Kaufleute  sich  auf  dem  Uericht  eiufinden,  um  gemeioschafülicii 


Digiiizca  Ly  Gt^j^.' vic 


Wkur:  Du  G^miaehte  Huiddageriebt  in  4er  TOrket.  161 

mit  den  ottoimuiisehcii  Beamten  die  ProsesBe  der  Kauf  tente  fremder  Natio- 
nalitilt  zu  entscheiden,  so  beruht  doch  dies  Verfohren  auf  keineriei  fest- 
stehenden R^ln;  es  pfl^e  daher  jeder»  wen  er  gerade  wollte ,  (seil,  zur 
Gerichtssitzung)  mitzubringen,  und  auf  diese  Weise  liei^  sich  die  in  Prozefl- 
sadien  unentbdirlicbe  Uniwrteilichkeit  nicht  in  angemessener  Weise  wahren. 

Es  sollen  demnach  in  Zukunft  von  seilen  sämtlicher  Missionen  nach 
ueinrinsamer  Verständigung  etwa  zehn  Pereonen  unter  den  mif^csrlienen 
Kaufleuten  ausgewählt  werden  und  von  diesen  abwechselnd  je  vier  oder 
(tinf  an  dem  zur  Erledigung  der  fremden  Prozesse  bestimmten  Wochentaj;e, 
dpm  r>onii»^T-sr!i4; .  auf  dem  Gericht  sich  einfinden  und  die  Gest  liiiAe  crlpdipfpn. 
Da  diese  Kaiil'h  ute  durch  die  Gesamtheit  der  MissioiHMi  Ljewäljlt  und  er- 
nannt werden  sollen,  so  wird  für  die  Prozeß}»artei ,  weither  Staafsansehörig- 
lieil  sie  auch  sein  möge,  keine  Veranlassung  vorliegen,  einen  iiiulem  Kauf- 
mann ihrer  Nation  behufs  Teilnahme  an  der  Sitzung  mitzubringen;  diese 
(seil,  die  zehn  ordnungsmäßig  ernannten  Beisitzer)  sind  vielmehr  ausreichend. 
Indessen  wird  nach  bestellendem  Brauch  d^  Dragoman  derjenigen  Gesandt* 
sdiaft,  welche  an  der  Prozefleache  beteiligt  ist,  bei  der  Veriiandlung  äu- 
gten sein. 

Die  Sitzungen  sollen  im  Sommer  von  vier  bis  zehn  und  im  Winter 
von  flinf  bis  elf  Uhr  tOrkiacb  stattfinden. 

Nach  der  alten  Gerichtsordnung  ist  es  nun  zwar  vorgeschrieben,  daß 
zwei  Beamte  am  Eingang  des  Sitzungsranmes  sich  aufhalten  und  nach  Fest- 
stellung des  Datums  der  Überweisungsverfügung  auf  den  in  den  Händen 
der  Gerichtsboten  l»etin<llichen  Noten  und  Kla •beschriften  diejenige  Partei 
zuerst  hineinlassen  s<)l!<  ri.  welche  das  Sitere  Anrecht  hat;  indes  ist  seit 
eiiiit;er  Zeit  auch  iiie>.e  Regel  nicht  gebührend  beachtet  worden,  so  daß 
scliließlich  jeder  lieliebige  ohne  Hücksicht  auf  Hcilienfolge  und  Ordnung  in 
das  Uerichu^.immer  eindringen  und  das  \'erfaliren  unterbrechen  konnte. 
Von  jetzt  ab  müssen  daher  an  den  Verhandlungstagen  die  gedachten  Noten 
und  Klagesdirifken  durch  einen  besonderen  Beamten  geprOft  und  gemäß 
dem  Datum  der  Reihe  nach  in  eine  Liste  eingetragen  werden;  diese  wird 
außen  an  die  GericlitstQr  angeschlagen  und  jeder  wird  aus  deraelben  er- 
sehen, wann  er  an  der  Reihe  ist,  und  sich  entsprechend  zu  verhalten  haben. 
Auf  diese  Weise  wird  ni^nand  unbefugterweise  Eintritt  erlangen  können; 
es  wird  auf  keinen  Fall  zu  gestatten  sein,  daß  jemand,  der  an  dem  gerade 
zur  Verhandlimg  gelangenden  Prozeß  nicht  beteiligt  ist«  wer  er  auch  sein 
mag,  in  das  Sitzungszimmer  eindringt. 

Den  Dragomans  sollen  besondere  Räume  angewiesen  werden,  in  denen 
sie  ihre  Reihe  abwarten  können. 

Da  die  votstt  lieaden  Bestimnumgen  lediglich  zur  Erleichterung  mul 
Regelung  des  Geschäftsganges  und  zur  Wahrung  der  Interessen  des  Publi- 
kums getrolVen  worden  sind,  so  wird  nicht  gezweifelt,  dat)  auch  seitens 
Euer  Exzelleoz  Fiirsorge  getroffen  werden  wird,  daß  dieselben  den  Be- 
teiligten mr  Nachaditung  empfc^lw  und  daß  die  erforderlichen  Kaufleute 
ernannt  werden. 

Den  23.Rebi-ul-achir  1263. 

■ilt48Mkf.0ctel.SpflarlMii.  1907.  ILAbt  U 


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1Ü2 


Webkr:  Das  GemUdtte  Uaadelsgericbt  in  der  TOriiei. 


Anlage  III. 

B^glemeni  organique  vom  12.Sefer  1264  (19.  Januar  1848). 

Artikel  1. 

Vorsitzender  des  Handelsgerichts  ist  der  jeweilige  Uandel<aninister. 
In  den  vor  dem  genannten  Gericht  schwebenden  Vertuindlungen  und  in 
allen  laufenden  Angelegenheiten  hat  man  steh  demnach  an  ihn  xo  wenden* 
Sollte  der  Minister  Inswellen  aus  dringenden  Gründen  nicht  an  der  Sitamg 
teilnehmen  können,  so  vertritt  ihn  der  Muavin^;  die  Frosesse  werden  daoo 
von  den  Beamten  in  seinem  Beisein  entschieden.  In  demjenigen  Angelegt» 
hcitcii ,  welche  an  anderen  als  den  Sitzungstagen  Anfragen  und  Auskilnfte 
erheischen.  so!l  man  sich  an  den  Muavin,  in  denjenigen»  welche  die  er- 
gangenen Urteile  betreffen,  an  den  ersten  Sekret&r  des  Tidscbaret  wenden. 

Artikel  2. 

Fortan  wird  der  Gerichtshof,  vom  Minister  oder  .seinem  Mnavin  a\y- 
gesehen,  au.s  vierzehn  stimniherf*rlitigten  Mitgliedern  bestehen.   Siehen  diP5:pr 
vierzehn  IN^r-^onen  sind  K;uif'It'Mt(i  und  ottnnianisclie  Untertanfn  .  die  sieben 
nnd«M'pn  wcrdcwi  ans  der  Zaiil  derjenigen  aelitbaren  europäischon  Knrifleule 
enUiuuinien,  welche  von  den  Gesandtschaften  ausgewählt  und  dt  i  rn  Naiucu 
in  die  Liste  des  Handelsministerium!»  eingetragen  wurden  .sind.    Die  Zahl 
der  Gerichtsbeisitzer  soll  nicht  mehr  und  nicht  weniger  ab  diese  vierzdin 
betrag.  Sie  mQssen  regelmißig  an  den  Sitzungen  teilnehmen,  und  aufier 
den  eingetragenen  Kaufleuten  ist  niemand  (sdl.  als  Beisitser)  ttuculassen. 
Ergibt  sich  vielmehr  die  Notwendigkeit,  einen  dergestalt  in  der  Liste  ein» 
getragenen  Kaufmann  durch  einen  andern  au  ersetzen,  so  soll  der  Name 
des  Ersatzmannes  unverzQglicb  milgetdlt  und  wie  derjenige  seines  Vor- 
gängers eingetragen  werden.    Sollte  an  eitiem  Sitzungstage  ein  Beisitzer 
der  einen  Partei  notgedrungenen%'eise  feiilen,  so  hat  zum  Ausgleiche  auf 
entsprechende  P^mlTnung  seitens   de~s  Vorsitzenden  ein  der  andern  Partei 
angehörender  Beisitzer  fiir  difs<Mi  'Va^;  ntis  dem  Gericlitshof  nii'^ttiseheideo. 
Statthaft  ist  indessen  die  .-Miu  rscnlit-it  von  liöchstens  zwei  Hcisit/et-ii  hnl. 
derselben  Partei)  und  durchaus  unzulässig,  daß  mehr  Beisitzer  fehlen  und 
ialuigedessen   die  Gesamtzahl  der  anwesenden  Beisitzer  weniger  als  zehn 
bf'trage.   Tritt  dieser  Fall  ein,  so  wird  die  Sitzung  nicht  abgehalten.  Sind 
die  sieben  fremden  Beisitzm*  voUzlhlig  anwnend  und  wQnscht  die  Prozefi» 
psrtei  oder  deren  Dragoman  einen  andern  von  den  in  der  Liste  eingetragenen 
Beisitzern  zur  Sitzung  mitzubringen,  so  hat  einer  der  im  Gericht  vollzihlig 
erschienenen  sieben  fremden  Beisitzer  wlhrend  der  Verhandlung  dieses 
Prozesses  die  Sitzung  zu  verlassen,  und  der  eingetrsgene  Kaufmann,  den 
die  Prozeßpartei  oder  der  Dragoman  mitzubrii^en  wUnschte,  tritt  an  dessen 
Stelle.   Wenn,  wie  oben  ausgeführt,  die  eine  Partei  nicht  vollzählig  ist» 
oder  wenn  fttr  einen  bestimmten  Prozeß  die  Prozeß|}artei  oder  deren  Dra- 


1  Ministerialgehilfe  I  Unterstaataaekretir. 


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Wnm:  Dm  Oemiiehte  HBodetsgerichi  in  d«r  TOrkei.  163 

gciinan  die  Teilnahinp  citifs  andern  Beisitzers  wTinsclit,  so  wird  derjpnif»e» 
welcher  ausgleichshnlljei-  die  SiUuitg  /.u  verlassen  hat,  duivli  Auslosung  er- 
uiiiicU:  es  scheidet  derjenige  aus,  auf  dessen  Namen  das  Los  trifft. 

Artikel  8. 

Gemlß  den  in  einer  früheren  Note'  angegebenen  EinselToracItriflen 
fiber  die  Reihenfolge,  in  welelier  die  Proxeate  sor  Verhandlung  kommen 
aollen,  ist  das  Datum  der  oben  auf  den  Noten'  oder  Klageachrilten*  be> 
fiodlicben  überweisun|^verfl^ngen  maßgebend,  d.h.  ftitere  Sachen  gehen 

den  jüngeren  vor.  Von  dieser  Re^el  sind  nur  ausgenommen  solche  Strdt* 
ndien,  welche,  wie  Wechsel-  und  Seeprozesse,  nachgewiesenerm  if^f  ri  keinen 
Au&chnb  erleiden  dürfen  und  deren  Dringliclikeit  seitens  des  Musselim* 
bsw.  der  Gesandtschaft  schriftlich  bescheinigt  wird. 

Artikel  4. 

Die  Gerichtssitzungen  finden  jede  Woche  am  Donnerstag  statt. 

Artikel  5. 

Die  in  den  H&nden  der  Geriehtehoten  befindlidien  Klagesehriften  und 
Noten  mOsaen  jeden  Dienstag  dem  Handelsministerium  vorgel^  und  bis 
9Vt  Ubr  tQrkisdi  eingetiagen  werden.  Dies  darf  nicht  auf  den  folgenden 
Tag  verschoben  werden.  Desgleichen  ist  von  Dienstag  an  auch  die  Liste 
der  am  Donnerstag  zur  Verhandlung  gelangenden  Prozesse  auszufertigen. 
In  jeder  Woche  sollen  höchstens  zwölf  Sachen  zur  Verhandlung  kommen ; 
Hif»  atif  die  Woche  entfallenden,  alier  nicht  erledigten  Pro/esse  werden  auf 
die  fidf^ende  Woche  vert^mt  und  kommen  dann  /tialleicrst  zur  V  erhandlung. 
Die  Liste  sämtlicher  ein«;etragener  Klageschriften  und  Noten,  mit  dem  Datum 
der  I  herweisungsverfügung  versehen,  ist  an  die  Tür  des  8itzungsraumes 
anzuheften. 

Artikel  6. 

NadidemjÜeFrfiliing  dnes  jeden  Prozesses  abgeschhfssen  Ist,  erfolgt 
die  Beschlußlassung  und  Entscheidung  nach  der  Mehrheit  der  Beisitxer- 
attmmea.  Kommt  bei  der  Beschlußfassung  fiber  eine  Angelegenheit  unter 
den  Beisitiem  kdne  StimmenmehThdt  zustande,  sondern  tritt  vidmehr 
Sümmengleicbheit  ein ,  so  gibt  die  Stimme  des  Vorsitsenden  den  Ausschlag. 
Indessen  hat  diese  Bestimmimg  nur  provisorischen  Charakter  und  kann 
daher  wieder  abgeändert  werden,  fiiUs  sich  in  der  Folge  die  wirkliche  Not- 
wendigkeit hierzu  herausstellen  sollte. 

Artikel  7. 

lui  ijoinnier,  d.  Ii.  vom  Monat  Mal  hiü  Ende  Oktober,  haben  sich  die 
GericIiLsbebitzei'  auf  alle  Fülle  um  vier  Uhr  türkisch  auf  dem  Handelsgericht 

>  Ygl.  Anhang  IL 

*  D.h.  der  betrefTcnden  Mission,  in  deaFftUsn,  WO  der  Kliger  AuslSnder  ist. 

*  D  h.  des  ottomantschen  Klägers, 

*  Distrikts-  oder  Ortsvorsteher. 

U* 


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164  Wum:  Das  Gerauchte  HandeUgericht  in  der  Türkei. 

eiosufioden  tind  die  ^^'^llaDdlaDgen  su  besginnen.  Gegen  sieben  Ulir  findet 
eine  ftwa  tuübfitundigr  Patise  statt,  worauf  die  Sitzung  wieder  aufgenommen 
uud  iiii  Sommer  bi«  halb  zebn,  im  Winter  bis  sehn  Uhr  fortgeeetxt  wird. 

Artikel  8. 

Die  an  den  \  erhaudluugcn  l»eu'ilit;tf ii  Gesandtschaftsdra?omans  und 
anp'sclicMcii  Kauflcutc  sollen  in  bcsumlere«  Räumen  verweiU'n,  his  die 
Reiht;  an  .sie  koinint  und  sie  vor  Gericht  erscheinen  dürfen.  Außer  den 
(jerichtsbeisitzern,  deu  Prozeßparteien  und  dem  Dragoman  der  beteiligten 
GeMndtwhaft  hat  niemand  zu  dm  Sitzungszimmer  Zirtiitt. 

Artikel  9. 

Die  Ausfertigung  und  AushSnd%ung  des  die  Gerichtsentscheidung  ent- 
haltenden Urteils  soll  spStestens  14  Tage  nach  Beendigung  der  Proxefisache 
erfolgen.   Das  Uberachreiten  dies«-  Friat  ist  nicht  zuliadg. 

Schlußbestitnuiung. 

Iiis  zur  \'ollen(lMn«^  und  Verkiindung  dos  in  Vni-bcrritunf^  hf'findücheu 
liandflsjit'sctzhucli.s  sttll  dio-si-s  Ri'ulotnent  jirovisoriscli  und  zur  Erleichtenui^ 
lies  (Jt'scliärtsgauge«  in  jeder  Bezieliung  Geltung  haben;  sollte  sich  dann 
(l.is  üfdihlnis  ergeben,  so  wird  eü  unter  An])assung  an  die  Bestininiungen 
de.s  genannten  Gesetzbuchs  uach  erneuter  Beratung  abgeändert  werden 
können. 

Den  12.  befer  1264. 


Litflfffttiiir. 

Ahmed  Reschid,  «Ilukkuk-i-duvrwel  Tidscharet«,  Kommentar  amn 

Handelsgesetzbuch  (türkisch),  3  Bande. 

Antonopoulos ,  Über  die  £xterritoriaUtät  der  Aualäiider  in  der  Türkeii 
bearbeitet  von  Dr.  F.  Meyer. 

Aristarchi,  La  Legislation  Ottomane.  7  Hänile. 

Borchardt.  Die  Handelsgesetze  des  Lixlballs. 

Borelli  luui  Ruelens,  La  Legislation  Eg^ptienne. 

(  aravfikyros,  ■Lnghat-i-knwanin-i-osmanie«,  RechtslexiWon  (tHrkisch). 
Duestur,  Türkische  Gesetzsammlung,  4  Binde  nebst  4  Nachträgen 
(tOrkisch). 

Etudes  Pratiques  Sur  la  Question  d*Orient,  Capitulations  et  Befonncs. 
F^raud-Giraud,  De  la  Juridiction  Fran^^e  dans  les  eehetles  duLe* 
vant,  2  Binde. 

Hassan  Fehml,  «Telebls-i-bukkttk-i-dttwwels  Abriß  des  Vftlkemdits 
(tOrkiach). 

Leskr  und  Loewenfeld,  Die  Rechts^erfolgung  im  interoattonaleo  Ver- 
kehr, 4  Bände. 

Lippmann,  Die  Konsula^urisdiktion  im  Orient. 


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Wkb£b:  Das  Gemischte  Haiidolägcricht  iu  der  Türkei.  165 

Martens,  Das  Konsularwesen  und  die  Konsula^uriadikiioii  im  Orient, 
übersetzt  von  IL  Skerst. 

M«'dschma-i- laln'lta  - i -  kawanin,  THrkisrhe  ripset/.sniniiilimi;  (turkisrh). 
Noradoiinghian,  Recueil  d'actes  ioternalionaux  de  l'Einpire  Ottoman, 
2  Binde. 

PHIssie  du  Rausas,  Le  Regime  des  Capitulations,  2  RSrulc. 

Politis,  La  Convention  Consulaire  Greco-turfiue  et  l  Aridtia^^e  des 
Ainhassadeurs  des  Grandes  Puissances  a  Constantinople  du  2.  Avril  1901. 

Rtnsi,  Das  Verfahren  vor  den  Zivilgerichten  des  Türkischen  Reichs. 

Salem,  Lea  Etrangers  devant  les  Tribunaux  Conaulairea  et  Nationaux 
cn  Turquie»  im  Journal  du  Droit  International  Priv^,  Jahi-g,  1891. 

Sa  was  Budui,  Le  Tribunal  Musulman. 

Schmidt,  Entwicklung  und  jelrage  Verikssung  der  ordentlichen  Ge- 
richte (Meliakim-l-olsamie)  in  der  Türkei,  im  Jahrgang  1898  dieser  Mit- 
teilungen. 

Str<Mt,  La  Question  Cretoise  au  point  de  vtio  du  droit  international, 
in  der  Revue  Generale  du  Droit  International  Pubtie,  Jahr^.  X. 

Testa,  Baron  J.  de.  Observations  sur  le  memoire  de  la  Sublime  Porte 
reiatif  aux  Capitulations. 

Derselbe,  llecueil  des  Trnites  de  la  Porte  Ottomane. 

Young,  Corps  de  Droit  Ottoman,  7  Bände. 


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166  Wun:  Daa  OonuBciitQ  Huuldflgeridil  in  d«r  Tflikm. 


Inhaltfiveneiohma 


Stto 

§  1.  Einleitung  *  96 

TeilL  Entttehang  and  Eniwiekelang  der  gemischten  Gericbie. 

S  2.  Die  Kapitalattonen.     IXe  Rochtsprechniig  vor  184&     Die  Doane- 

komniissionen  98 

§  3.    Die  Verordimni;  (Reglement  Orgaiiique)  vom  12. Safer  1284 (19.  Januar  1848)  105 

§  4.   Die  tOrkiache  Jnatisrefonn  and  ihre  Bedeutai^  (Ar  daa  gemischte  Handels- 
gericht  112 

Teil  n.    Die  gemisclite  Gerichtsbarkeit  in  ihrer  heutiijen  Gestalt. 

§  5.  Verfii.ssung  des  gemischten  Gerichts.  Umfang  seiner  Zuständigkeit  .  .  128 
§  6.    Das  Prozeßverfahren  vor  dem  gemischten  Gerieht  145 

§  7.    Die  Mitwirkung  der  (reuiden  iScliutzbehörde  (Konsularasststen?.  im  weiteren 

Sinne)  insbesondere   14H 

§  8.   Die  Urteilsvollstrecknng   Iä6 

Anhang   158 

Literatur   164 


üigiiizüQ  by  Google 


I 


I 


! 


Digiiizca  by  Liu^.'  . 


167 


Strofe  e  brevi  testi  amahci. 

Per  Ignazio  Guidi. 


Tie  strofe  popolari  sono  straordinarininente  diffuse  in  Ahissinin  e  niciine 
<li  esse,  recitate  ancorfi  n^^pidi.  rLsal/^onu  a  tempo  abhastanza  aiitico,  coine 

1  Natale  e  nella  Kpifania:  »  ID^T"  '  IfS^flC  « 

'f'Ä'ffl  '  ^^flC-  I  principali  aiitin  i  sonn  i  cantastorie  o  •  acwaVr »• ;  di 

costoro  parla  P interessante  Storia  tlei  (lalla  scritta  siilln  fine  del  XVI."  secolo', 
come  di  una  grande  divisione  del  popolu  abissino,  una  s|i('('i«  di  corporazioni 
sparsu  per  ii  vasto  paese  e  senza  dubbio  di  inultu  aiileriori,  e  quali  s'  iucon- 
tnmo  oegli  anüchi  tempi  di  aitre  letterature,  presso  i  Qreci,  gli  Ebrei*,  ecc 
Le  cronadie  nazionali  nvrtno  apefwo  di  ■trofe  eantate  in  alcana  solenne 
oecasione  e  una  parte  non  piccola  vi  prendevano  \e  •US  agrod  *,  Secondo 
9  P.  Paea*  queste  sehernivano  aspramente  e  talvolta  schiaffeggiavano  i  sol-  « 
dati  ehe  avean  preso  la  fiiga  nel  combattimeDto;  ma  certamente  esse  non 
n  restiiDgenrano  a  C|anto,  perch^  non  molti  anni  dopo  il  Paes,  doi  alia 
proclamazione  dd  Re  Giovanni  I,  nel  1667,  veggiamo  che  esse  cantavano 
canzoni  in  onort'  del  novello  re*.  Anche  in  un  pasao  degli  annali  di  lySsu  II 
(1730 — 1755)  si  li^e  che  le  •  tl?  ayrod  •  cautavano  le  lodi  della  regina 
Mentfnvwüb';  in  qnesto  mrdüsimo  passe  insieine  colle  •  He  agrorl  ^  e  d«tto 
ehr  cniitavano  canzoni  le  •  daraöä  l>e(>^*'.  AtlualmentH  si  distinfiiiono  parec- 
cliie  specie  di  cantiustorie:  i  «f^'V^H-  '/•J^^TVi  p«>vri-i  storpi  o  inonrlii  o 
inalati  di  ulceri,  clu'  sostario  alle  purte  dei  ricclii  c  chifdono  liinosina.  can- 
tando  canzoni  con  una  speciale  modulazione  e  sen//  «ccoaipagnaniento  il'  istru- 
menti.  I  veri  •  azmäri  •  iuvece  cantano  coli'  accuuipagnainento  del  •  tnasanqo  ■ 
e  sono  i  veri  rappresentanti  dei  eantastorie  ablssioi.  Secondo  che  ml  rife- 
risee  Abbi  Sihel  poi,  sai«bbe  una  specie  di  direttore  d' or- 

chestra, che  con  una  baccbetta  hatte  la  miisica  a  cantanti  die  si  radunano 
speciahnente  in  ooeasione  di  feste. 

*  Conf.  Guidi,  Proverbi,  strofe  e  racconti  abissini,  Roma  pag. 45. 
'  Schleicher,  Geschichte  der  Galla,  36  (Corp.  Script.  Christ.  Orient. 

Ser.  Aeth.,  B.  HI,  205). 

*  Conf.  Baddci  Oesehichle  der  althebriisehen  Literatvr,  9. 

*  Ed.  Beoeari,  II,  54. 

^  Annalcs  Johannis  I  interpr.  L  Gnidi,  4  (Corp.  Script»  Christ*  Orient.).  • 

*  M«.  Bodleian.  XXXU,  f.  48,  r. 

^  Conf.  U  mio  Yocabolario  amarico-italiano  658. 


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168 


GoiDi:  Strafe  «  bvevl  tatU  aimrid. 


I 


In  (|Ut*ste  strole  popolari,  nei  canti  fiinebri  e  nelle  canzoni  f^uerresche 
(un  antico  saggio  delle  (^iiali  souo  le  Can/oni  p;e'pz  -  amarifinii  in  onore  dei 
Re  abksiui)  puo  aircnuai-si  eke  consista  la  pue^iü  profana  degli  Abissini; 
sono  forme  radimeotali  qaali  haiino  cerUoieDte  esbtito  anco  presso  gli  ahii 
]»u])()U  semitid,  ehe  pero  hanno  mputo  svilupparle  e  perfesionarie.  Coo* 
temporaneameote  alia  poesia  popolare  ha  fiorito  la  poesia  retigioaa,  in  ge*  ex, 
specialroente  oei  •  qm»  •»  nei  >  maUee*  ece.  e  le  metonimie  (A^V  ^C^) 
corrispondono  in  certa  giiisa  ai  ^TIF"  o  doppi  aenai  delle  strofe.  Ma  i 
chiaro  che  ne  codeste  poeaie  religiose  dc  le  piu  aniiche  opere  della  leiten* 
ttn-a  amarica,  Date  per  influenaa  ddle  controversie  teologicbe,  ritraggono, 
cume  le  strofe  popolari,  lu  vita  c  i  sentimenti  del  popolo  abisaino. 

Data  lu  grande  quantita  di  canlastarie  e  di  poeti  popolari,  uomioi  e 
donne,  e  naturale  ssupporre  die  nioltissiine  delle  lore  poesie  non  abbiano 
alciin  valore;  ho  avuto  io  stesso  occasione  di  !p£:gerne  pan«ocbie  che  non 
iiu'ritario  dawero  ili  r^^scr  pnhblifate.  Ma  niolte  strofe  e  per  i!  loro  so^- 
gello  ( [i.iri'rcliic  si  niri  isroiio  a  persoiirni-^i  ci  latti  storici  d'  Abissinia)  e  |)er 
PartiHcio  uiide  sono  cumposlc.  nou  niuucano  il'  iMij)oi  tnii/.n.  Non  porhe  ne 
pnbblicai  ncl  citato  inio  liluo:  I'roverbi,  strole,  ecc.  t-d  oi'a  nc  ag^iuiifüo 
alcune  altre  che  mi  furono  gentihuente  couitnunicate  dal  Prof.  Gallina,  e 
ad  intender  le  quali  inolto  mi  soo  giovato  di  achiarimenti  dalami  da  lui  e 
specialmeDte  dal  mio  dotto  amieo  YalaqS  AhbS  Sihd. 

1.» 

•  Prima  di  veder  costui  (11  Re  X^odoro)  segiiito  da  mille  fucili  e 
preceduto  da  mille  cavalli,  h  morta  la  madre  di  lui,  la  veoditrice  di  •  kusaQ  •. 
Quando  gli  dite  ei&  (che  aua  madre  era  di  umile  naacita)  egli  al  adiia 
per  sua  cattiva  indole;  che  ae  vi  dimaodi  cbi  h  (qnella  che  1*  ha  detto)^ 
riapondete:  6  Abanfift.* 

•  Per  aver  detto  cio  In  (jual  ten  ibile  cnndisione  son  venuta!  Se  trova5S! 
qualcosa  da  attaccarmici,  io  andrei  su  in  cieio,  (per  non  esser  raggi tin ta).» 

•  Queste  strofe  sono  attribuite  ad  una  certa  Abarr5§  del  Wadla.  cIh- 
avendo  pronunziato  il  noto  insulto  contro  Teodoro,  temeva  per  la  sua  vita. 
Si  sa  die  il  pndre  di  Tt^odoro  era  j>prsonagi;io  ra«;p;iiardevo]e ,  ma  la  madre 
era  di  uinilc  condi/.ioiK' .  (|u;uiliiii(|ut;  la  corttgianeriu  dei  genealogisti  If  at- 
tritniis.sc  urin  discenden/.a  .saU)jn4»nica.  ^Q^'^S  (abir.)  potrebbe  aver  il  senso: 
•  U.ti  iis|ieUalo  che  passusse  la  pioggia!  >  cioc  la  tiraunia  ill  Teodoro. 


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GciDi:  Sirofe  «  l»revi  ta«ti  «mitd. 


169 


IL» 

•  Jl  fig^o  di  Abfai  Faoqel,  WamfisS  KSaS,  ü  sao  padre  h  un  leopardo,  ]« 
sua  madre  una  leoneaa»;  mentr«  ata  in  Zebul  k  veduto,     temuiu)  in  Anssa.»  - 

Nd  prino  versetto»  che  occorre  nnco  nel  canto  guerresco  pubblicato 
nd  mm  '  Proverbi,  ecc. >  pag.  125,  Abbä  Fanqel  e  name  di  guerra  del 
|>adre  di  Re  Giovanni  e  non,  come  altrovp,  di  lui  stesso.  Ln  spedizione 
coDtro  i'Aussa,  preparata  da  Be  Giovaoui,  fu  cooipita  da  Menilek. 

III.  «» 

JkJ&;i-Aft^  >  y**^^  <  All  A  > 
fn  *  9in«K  *  Oil- 1  MM  *  >aH  I M 

fTLh^-A  »  n.^  »  1  >ID-  •  IDA-  « 

» WA  •  M^^PiP- »  • 

.  •  Non  si  netta  liene  il  •  metäd  »  colla  sabbia;  —  conu*  va  la  casa  di 
Mentlek  alio  8cioa?  Non  si  netta  bene  il  «  metäd'  coUe  fuglie  di  •  kase 
—  come  va  la  casa  di  Abbä  Wäjaw  a  Das:>e?  Non  si,  netta  bene  il  «  metäd  • 
coDa  pietra:  ~  coine  va  la  casa  di  Miki^  nei  Wollo?  Non  si  netta  bene 
il  •  m^Sd  m  collo  atagno  (il  piombo,  le  palle  di  fucile);  —  come, 
va  la  caaa  di  WarreBfi  a  Dabra  Tabor?  11  figlio  di  AbUS  MaqeifS,  War- 
nA  Kiai  ha  il  campo,  (1*  cittk)  a  Zebul  e  qiinge  la  atia  apedizione 
ad  Auaaa.* 

L'ofiiMri  loda  il  Re  Giovanni  ed  afTerma  che  egU  solo  era  degno  di 
reggere  le  soiü  dell'  Abissioia.  11  ||A  ^  vin  arboscello  che  giungo  (|tia8i  alia 
statura  di  uo  uomo;  il  frutto  non  si  mangia,  ma  le  foglie  ruvide  aono  ac- 
etmce  per  nettare;  si  mettono  anche  nell'  Ak^il  o  specie  di  fomiaggio  simile 
ad  una  crema. 

IV.  « 


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170 


GuiDt;  Strafe  e  bravi  toali  uuifd. 


'  IK- •  ir-ft  t  *M^>- •  IPV». » 

•  Camminando  poi  che  c  merza  niattina  e  facendo  niarce  forzato  poi 
che  c-  sera.  (Menilek)  costrinse  Darsso  a  dirgli:  Per  il  Dlo  di  Giovaooi! 
sinetti  (di  com baltermi !)  • 

«  II  ch^äÖ  AmhRye  sul  cainpo  di  Ambäbo,  nella  niischia  tre  volte  eM>e 
paiira  (crepitum  vciitris  emisit).  Gli  6  che  51  (hi^ac  AiiihäyS  e  grajsso,  [h 
scusabile,  se  cosi  mostra  la  sua  puura)j  ina  il  borioso  Neguse  che  e 
magro,  come  tmi  (ha  paura  iiguatmenleP)  • 

Le  due  strofe  si  riferieoono  alia  cnmpagoa  di  HenQek,  allora  re  A 
Scioa,  contro  Ris  AdSl  (Takla  HKymioot)  del  Goggiam.  BSs  Daraso  (morto 
reeentemente)  combalti  ad  Ambibo  a  fianoo  di  Takla  HSyminot,  oontro 
Menilek «  ma  vinto  da  quest*  ultimo,  ne  tnvooo  la  demensa,  soongiurandolo 
nel  nome  del  Re  dei  Re  Giovauni.  Ambiyg  e  NegusS  erano  eapi  itdl'  eser* 
dto  di  Takla  Ulyminot  ed  ambedue  presero  la  fu^ 

^ftj^q+TA «  KfW« » >if -I '>m^^  « 

•  Essendo  in  guanra  col  mio  Signore  e  non  avendo  chi  mi  i-appacifichi 
(eon  lui),  iin  biion  paciere,  6iba]B-e-Motai«  (i  monti  Gibelli  e  Mo* 
Cerrfi)  altiero  e  che  aUunga  la  persona,  ci  rappncifichera. » 

Qiiesta  graziosa  strufetta  si  riferisce  nl  re  Takla  llüyniänot  del  Ooi?* 
giam  che  si  era  ribellato  contro  il  Re  Giovanni.  II  (übellä  e  il  Moterri 
80U0  due  alü  luuoti  del  Goggiam,  a  sud-ovest  di  Moncorw. 

VI." 

•  Da  ora  il  giiidicc  (il  signore),  il  forte  aß  Giovanni,  noa  iseliÜ» 
di  Bollevare  il  cadavcre  caduto.  • 

Anche  questa  strofetta  si  rifei'isce  a  lakla  lläyminot  vinto  e  per- 
donate  dal  lie  Giovanni. 


Digitizca  by  Liu..- .  iv. 


Guioi:  Strofe  e  brevi  test!  amarici. 


171 


VU* 

MVi « fWl '  KV^lf '  lULV « HAH  i  ^ihß^Sir  1 i 

AOhVI-f  III- 1 17-/^  I  ^0.  V  s  AflA-flTi  a 

>  Hai  per  padre  Menilek ,  per  madre  Bafanä ,  per  mftHto  Mahainad  AU, 
per  cognato  Abbi  Wätaw,  o  Mioallabei  (=  cbi  h  contro  di  te?).  Ma  to 
grideru  contro  te  •  Abet  •  al  vero  Re,  (a  Dio).. 

Strofetüi  nttribtiita  ad  nn  contadino  dei  WoUo  die  porgeva  reclatno  • 
contro  la  principessa  Mänallahes.  Questa  h  figlia  di  Walda  Mikä'el  di  >Iar- 
rabete  e  della  nota  Befatiä  .s[)(>sata  poi  da  Meniiek  che  era  .solo  jiatrigno 
di  Mänallabe^.  Abl>ä  Wätaw  e  Mahainad  Ali  dei  Wollo  erano  cuj2;ini;  qiie- 
st'  ultimo  spinto  a  convertirsi  al  ci  istiane.siino  dal  Re  Giovanni  (clif  fii  suu 
padrino  al  battesimo  e  a  cui  egU  era  ligio)  prese  il  noma  di  liäa  ^likä'el. 
Abbi  WWaw  invece  era  figlioccio  di  Meniiek,  cui  era  favorevole.  La  inia 
eopia  iH)rta  «PCAÜ  *  •  «  ^"  t  OA'S  >  h'^  *  <P''*»  nw  aecondo  che  ml 
rifemce  TAlaqi  SShel,  U  marito  di  MSnaOabeft  era  son  Abbft  W8(aw  ma 
Mihamad  All  *;  essa  posslede  un  bei  «  gtM  >  nello  Sctoa.  (Una  Variante  dd 
3.*ver.  i'hf'l^ff"  ■  Jt/*'  =  a  qual  re  ?) 


VIII.* 

•  8e  si  nietta  sotterra  una  pietni  non  si  disfa  •,  ne  Oidin  si  vo1f»e  in- 
dieti-o  (fiiggeudo).  Un  sif^nore  cgli  era,  iin  pccellenti^  sijitiore!  Ci  siam  con- 
gedati,  (h  morto),  sabato  sera.  Ma  (iidia  non  dorin(^  oia,  se  gli  dicano: 
ecco     giunlo  l'esercito  netnico,  »;gli  si  levera  (dal  sepolcro).» 

•  Gidin  Gabare  Telelante  morto,  se  gli  dicatio:  ecco  c  venuto  Teser- 
ctto  (nenieo)  rlanaeiterdibe!  • 


^  Cio  mi  i  atato  confermato  aadie  dall'  Alaqa  Tftya. 


172  GuiDi:  Strafe  e  bravi  tMti  atmrid. 

•  Lft  Norelh  di  (lidin.  esimia  donoa»  porgeva  le  caricbe  del  fucUe  come 
fossero  batulToli  di  cotoiif  cardato.  • 

Per  (Jidin  (Jabarö  (Gabriyt})  degli  Agau  che  assalito  per  sorpresa  d/d 
Waggum  Gabru,  mori  coiidmttendo  eroicamente  fino  all'  ultimo;  la  sua  so- 
rella,  dietro  a,  lui,  gli  paiiisava  le  cariche  del  fucile,  con  coraggio  clie  desto 
l*Bminin»ione  dei  neiiiicl.  1  quali  votevano  risfAimbrk,  m*  esaa  li  soon- 
giuni  di  ttcciderla  sul  cadavere  del  fratello.  fXJ^J  *  HC»  •  la  cosa  di 
GidiD  *  cio4:  quaoto  a  GidYn;  t  Mf^.lT}  (risuscitereblM  in  caao)sr 

•  Per  cagione  di  un  nonnidia,  (cio^)  per  (un  pezzetto  di)  seta,  e 
rimasto  (sul  campo)  morto  e  tagliato  a  pezzi  il  dagac  Kä^* 

Da^äö  Käsä,  generale  di  Räs  Adäl  (Takla  Häynmnot)  del  Ooggiani, 
era  niorto  comlmtiiuido  contro  i  Dervisci.  II  «  ])e7,7etto  di  seta  "  e  il  •  mäfah  • 
ü  üegiiü  distintivu  dei  Cristiaiü,  i  quaii  per  ia  loro  fede  eranu  atUccati  dai 
Musulmaoi. 

9niah  t  tpano-  fl.A-'J      :  ^^^^ » -OP- » 
W »  hf^f'  •  für »  ö^"t  ■  tmv  » 

•  Quando  mi  dicono:  Inghiottilo!  inghiottilo !  ed  io  peoso  (che  si  tratti 
di)  •  fitfit  >,  rocehio  non  (Io)  mostra,  non  vi  h,  poi  che  ci  a* invecchia! 
(pol  cbe  io  sono  i  ii  v  ec  i- Iiiato).  • 

Q)iiesta  strofa  viene  attribiiita  ad  uuo  che  era  aniioiato  delle  molte 
lodi  che  si  facevano  di  Abbä  Wätaw  neniico  del  rla^äd  Zagaye  degli  Eggiü, 
per  il  quale  egli  parteggiava  *  "t"  —  tf'/f^)-  H  sens«  copertamente 

voluto  dair  autore  <^  injjegnosainente  tratto  dall*  cs|)i  e.ssioni' :  'if^'i  *  tif^ 
1^,  ecc.  ia  quale  propriamente  significa  che  in  una  lunga  vita,  nulla  liavri 
che  rocehio  noo  d  abbia  firtto  Tedere  e  resperieoza  non  d  abbia  nuMlrato 

OA  »  T^- »  ^f-fl  »  h/^^  t  Xfl  I  f 

•  Avendo,  il  maiiedi,  fatto  una  marcia  forzata,  nel  mercoledk  coinbatie 

qnegli  che  porta  il  pure  »  mätab  •  (il  segno  del  eristiano,  che  e  puro 
e  biion  cristiano)  Alulä  Abbä  Nn^ä;  egli  ritorno  il  trono  al  signore  dd 
trono,  (restitui  il  regno  a  clii  ne  aveva  il  diritto).» 

In  onore  di  Ras  Alul&}  forse  per  aver  sosteuuto  MangaM  contro  Sejyutn. 


Digitizca  Ly  Gu^.' . 


Ovm:  Strafe  e  brevi  testi  anarici. 


173 


•  II  suo  modo  dl  Imdar  täte  era  (eoeollente)  eome  qudio  d«i  Oalla; 
il  ano  modo  di  difenderai  collo  sciido  era  come  qiidlo  degli  Eggiu;  U  suo 
modo  di  sparar  il  fudle  era  come  quello  dei  Tigrioi;  il  suo  modo  di  far 
Co  I  fere  il  cavalto»  stringendogli  le  gambe  addosao,  era  come  quello  degti 
Seioanl.  Non  gli  parlate»  egli  e  troppo  «Itiero»  Amadi  Sadiq  il  Signore 
dei  WoUo! . 

,  AmadS  era  il  capo  di  one  delle  aette  divisiooi  dei  Wollo  o  AO^*  > 
9Af  >  n>^  inentre  signore  di  tutto  U  paeae  era  Mahamad  AU  o  BSa  MikS*el. 
I  6gliuoU  di  Aroade  ooeiipano  ancora  il  paeae  del  padre. 

•  Torna  piü  volte  a  Imiciarlo,  (a  cauterisaarlo!)  dioono  che  qaesto 

k  il  riinedio  per  dii  sia  gonfio,  (abbia  un  tumore  rigonfio). » 

Strofetta  cantata  per  le  vittorie  riportate  dal  Ke  Giovanni  contro  gli 

Kfji/.ianh  V  azmari  spinge  il  rp  ?!  cmar  di  ciiiovo  col  fiioco  il  gonfiore,  a 
rintiizy.ar  cior  cuUe  arrni  la  horia  dei  ncinici.  ^\7"fl7"n  t"  'I  ngonfian-i  jmt 
tumore  con  accumiiiamento  di  pus,  ecc.  e  suol  curaj si  coUa  cauterizzazioiie. 

XIV.** 

•  O  Re  Ar'ayä  Seiläse,  ßgliuolo  ilel  ic!  II  inio  abito  i'  troppo  sucido 
perclie  io  possa  baciarti  (la  mano,  perclie  possa  av  vicioarmi  a  te  e 
renderti  omaggio).* 

Strofetta  di  un  azmari  che  chiedeva  iin  abito  nuovo  ad  Ar'ayä  Üellase, 
il  ügiiuoio  di  Re  Giovanni,  premorto  al  padre. 


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174 


GuiDi:  Strofe  e  brevi  tesU  amaricL 


•  lersera  ^  caduta  ima  graode  pioggia;  «e  lorni  pin  volte  a  etdam, 
mangeremmo  (molti)  broccoli. - 

In  morte  del  w^ffium  Ta£iri(?).  Col  nome  di  ^l>i>T  (^pf'cie  di  broc* 
coli)  cibo  di  poco  pregio  in  paragone  di  altri,  sf-nibra  che  Vazmäri  poss« 
indicare  i  ncmici,  forse  gli  Agau.  Traducendo  «  noi  mangereuimo  i  broc- 
coli »,  la  morte  del  tcägSum  sarebbe  stata  un  avvenimento  favorevole.  ma 
potrebljc  tradiirsi  •  il  gomman  ct  nmugerebbe  •  =  OA*})  ^  intender 

1&  morte  del  waghim  come  una  sventura. 

XVL* 

•  Qaaggiuato(sempre)acingenni(quatido  sono  chiamato  dalnio 
padrone)  e  a  acioglieinii  per  U  mio  padrone  terrestre«  (vivo  in  dar* 
servtlii);  ohim^  anehe  colassu  (in  cielo)  avr6  da  essere  cosi  tormentatu?  • 

Con  leggera  divei<ait&  di  pronunxia  {mak,  per  tnakk,)  ^IhVl  pu^ 
intendersi:  governatore,  signore,  in  eorrispondenza  di  I;!** 

•  Qdando  Iddio  tiene  solenne  ricevimento  nolT  •  aridärä^  *  fjiraiule 
sala  dei  banchetti,  t-cc.)  appareccliiato  c<m  idroineU'  e  came  di  gio- 
veiica,  nun  rei>ta  iiitlietro,  (iion  iitanca)  aicuno  degli  uuutini  che  ha  creaUt 
allorche  li  in  vita  (al  banchcttu). « 

Quando  Iddio  chiania  gli  uomini  all'  altra  vita,  nessuno  sfugge  alia  morte. 

XVIII.** 

«  O  mia  Signora  Maria,  vo'  dirti  d'  ascoltarmi,  ma  la  tua  dinora  i 

a.s.sai  lontana;  chi  parlr-rn  ]ir>r  me  lassu  nell' alta  porta  (della  eorte  CC- 
leate),  dacch^  il  tuo  figUuoio  e  altiero?* 


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CtuiDi:  Strofe  e  bravi  testi  anarid. 


175 


Quest'  ultimo  versetto  ehe  sembrerebbe  irriverenle  veno  Ges&  Cristo, 
nun  lo  k  piu  intendeado:  irh^  =  'I'IhC^  eaaere  schialTe^ato  (InoXo- 
ipmof  tnn-w,  Mt.  XXVI,  67,  eoc).  Celebre  e  venenitiMima  era  ia  Abissinia 
rimma^e:  tf^W  *  CKA*  neU*  Oratorio  del  Palacxo  reale. 


Alcune  strofette  aaaai  ingegnoae  sono  pubblicate  nel  bei  libra  del 
Prof.  Afevork:  Grammattca  della  lingua  amariea.  Soma  1905,  e  non 

mi  forse  discaro  che  in  np  dia  (|tii  la  traduKione. 

(Pag.  319  seg.)  I."  Un  giovine  nndato  a  stndiare  nel  Goggiatn,  moii 
aUundato  con  altri  infelici  in  un'  incursione  del  Ke  Teodoro;  la  madre 
neU*  apprenderne  la  murte,  disse: 

•  Avendolo  io  inandato  pressu  un  maestro  a  studinre,  ini  hau  detto 
che  mio  figlio  c  divenuto  dottissimo ,  che  b  riuscito  una  meraviglia.  • 

>  inut"  «le  leitere  (del  llbri)  sooo  titrate  In  1ui»  come 
C't'  *  IflOh ,  val  quanto  dire:  h  dhrenuto  dott!»imo ;  i-  put  meta- 

fora  di  persona  Talentissima,  di  una  meraviglia  ■ ;  ma  il  poveretto  era  morto 
liniciato  >  U^)  ed  era  atato  annerito  dal  fuooo  >  iHtfi*)* 

II. *  Berru,  il  figliuolo  di  Goäu'  del  Guggiam,  vioto  e  imprigionato 
dal  Re  Teodoro,  dIsse,  secondo  1' 

•  Si  ^  rotta  la  nostra  dainigtana  (d' idrotnele)  die  ci  faceva  paasar 
fpiacevolmente)  la  sera;  orniai  chi  piu  dira  a  noi:  (prestaieci)  una 
giarra,  (poiche  essa  e  rotta?)  * 

Qui  si  schftrza  stiila  pamla  che  si^nitica  nnclu':  oü;uetto  jirczioso, 

per  iJieinfora,  persona  mgijiiardpvole.  BeiTu  vien«;  a  dire:  vinto  e  ini- 
prigionato  da  Teodoro.  clii  piu  mi  riterra  per  personaggio  ra«;ijuardevolp? 
In  occasiuae  tli  grandi  baiichetti,  (piatuio  Ic  giarre  che  si  haitnu  nun  sono 
au£Bcienti,  ae  ne  chiedono  in  prestitu  ai  vicini  pr.  il  padrone  di 

casa  ehe  di  un  banebetto  (ciui  il  re  del  Goggiam)  h  anco  detto  un  vaso  piii 
gruide  del  P^J. 

III.  '  Sol  priacipio  del  r^o  dl  Menilek,  al  tempo  della  spedizione 
coDtro  gli  Amsai,  nna  terribile  earestia  afflisse  TAblssiiiia;  si  disse  allorat 

 iOf^  t  ßUJ  I  Xlt  •  r«Mf7^«h  II 

'  Che  U  aoprannome  «Ea&t*  dato  alia  l^ggendaria  rcgiua  Ester  abbia  nna 
anmla  «ripae? 


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176 


Gdioi:  Strafe  6  brevi  testi  amarici. 


<  Vedendo  che  sul  lago  TbA  ▼uino  in  bare»,  oh  che  forse  entrerali 
A  piedi  neir  AIjSv  (per  traversarlo?)  Ha  piovuto  e  le  acque  sono  Is  pien; 
guai  a  passarlo  in  questo  tempo  (di  plena!)  • 

'•  KOj^l»  nt'l  pronunziarlo ,  puu  sembrare  come  fosse  XiSWl ' 
nj&l  ■  oil  fame!  entri  iiegli  ucchi  e  nei  piedi  togli  agli  afiamatt  e  vista 
e  fonr.a  da  camminare.  E  I' ultimo  vet-setto  puo  iotendersi:  poveretto  dki 
traversi  (piesto  periodf»  calamttoso  dl  tptnpo! 

IV."  Räs  Ailäl  (l  aklu  llrivrtiätiot)  sottonicssosi  jilenameiitc  hI  Rt*  Gif>- 
vanni,  j^li  (live-inif  li^io  aiico  aelle  upinioni  reUgiu.se,  segueixlo  l;i  civ<li.ii/.a 
dai  •  KiirrtH:  >,  mentre  nei  Goggiam  vigeva  quella  dei  •  (^ebdioc  •.  Ua 
azntäri  disse: 

«  Adil  (figlio  di)  Tasammi  i  ▼enuto  nei  suopaese  agendo  cambiatosttriM. 
II  latte*  (vo'dire)  Räs  Adäl,  h  molto  ben  quagliato,  dacch^noiaoo 

Tabbiamo  agitato,  scuotendolo  a  lungo  au  e  gii'i. » 

Lo  achefKo  k  qui  nei  doppio  seoso  di:  74*  •  agitare  il  latte  per  fare 
11  I  in  o  .  ma  anche  «offendere,  opprimere*  e  dl  /^p  •  quagllarsi  •  e 

-  star  enlino,  calmarsi  —  Rfis  Adäl  e  biiono  e  tranquillo,  peichö  nni  noii 
l  abbiamu  olVeso.  fll'f*'!'  come  "VC  si  t^ice  metaforicameute  di  persom  ini:»' 
e  biiona:  '  <D'|*^*  <  iOht        a  ^10";  come  noi  diciamo:  e  una  pasU 

di  miele. 

v."  Meitilek  si  .suttoniise ,  eoine  e  noto .  prudentemente  al  Ke  Gio- 
vanni, e  statte  in  pace  con  iui  tino  aila  campagna  coi  Dervisci;  su  tal  pru- 
positu  i  la  ätrufetta: 

•  (Vestito)  colla  petle  dileone  e  la  ■  gessillä  •  (pelle  di  pantera) 
cucite  a  misura  (dell a  sua  persona),  U  braodaletto  fa  bella  nostra  in  Iui* 

Ta^  M''ni!f'k.  • 

11  (Ui-'P  <  h*^d  puo  sembrare  a  chi  aacoiti:  firtäh  a  >  coUo 

smettere,  col  non  ribellarsi  •. 

VI."  O"sndo  il  Re  Giuvaiiiii  [)ortti  la  :;uerra  contro  i  Dorvisci,  Mf- 
nilek  accorse  con  un  grande  esercito  per  aiutarlo,  seoonclir  non  uinlu  B 
sa[)er}ii  quali  fossero  le  vere  inteazioni  del  Kc  di  Scioa,  di  .suttrat>i  cio« 
air  ubbidieuza  del  Re  CJio vanni.  Allora  si  disse  nei  campo  di  Menilek: 

•  Ma  cio  non  h  (ehe  Menilek  si  ribelU  al  Re  GioFannI)  senondii 
una  volta  che  avrenga . . .  i  m^lio  esser  solo  proprietario  (di  un  fondo) 
che  averlo  a  colonia,  (dando  al  proprietario  una  parte  del  prodotto; 
k  meglio  esser  re  assoluto  e  padrone  di  tutta  1' Abissinia).* 


Gulüi:  Strofe  e  brevi  tesU  amarici.  177 

Vn.**  La  seguente  strofetta  n  riferUoe  all*  oocupMtione  del  Harrar. 
Qiumdo  Menilek  sconfisse  i  Musulmaoi  a  Cidlanco,  enuio  i  g^orni  del  Natale, 
od  qaali  gtt  Abissini  sogliono  banchettare  e  far  feste. 

9Mäh  I  Alt;  I  +»Ä-f  f  nfifUU^  • 

•  Le  i^iovenchp  spifite  innanzi  (dni  pas  tori)  p^r  la  festa  del  Natale 
non  giuiiut  ndo  (in  teinjio),  il  Re  di  Scioa  ha  pas.sato  la  giornala  ii»ace(- 
Undo  (le  vacche),  i  Musultimni  (di  Ilai  ar).  • 

Credo  che  oolla  sillaba  della  parola  XAA/*  Vasmäri  abbia  Toluto 
mdlcare  le  «  vaeche  •  in  oppoaiaioae  alle  >  giovenehe  •  del  i^rimo  ▼eraetto, 
cio^:  se  non  giungono  le  giovenehe  ci  eono  le  vaeche  (i  Mosulmani),  ma 
non  so  come  il  ^-Pl^  poaaa  ottenersi  perfettamente  (quale  k  p.  es.  nel 
n.*  183  dei  miei  Prove rbi»  ece.)  forse'eol  pronunziar  uniti  Qj&HC/*'  e 
XA^^t  quasi  •  idar^Im  «? 

VIII.  ^  Quando  era  immuiente  la  guetra  coli'  Italia  si  disse: 

x^ » 1'^'  •  hd. -bH- >  an  t 

-  Davvero  die  ^  casa  assai  mirabile!  si  cooquistera  TAbtösinia  traver« 

saado  stille  harche  •  ■* 

IX.  «»  Ah  I      «       t  •10J^ «  fl»^3t  • 

•  «li^+T » h^iVK^ » MIL  « 

«  Menilek  k  bravo  uomo,  amico  delle  mense»  (del  dare  bauche tti); 
ma  ringraziate  colei  che  mette  (aulla  mensa)  il  pane!  * 

=  •  quelU  che  mette  il  pane  •  h  anco  la  r^na  T^yto  (il 
9iAt)i        AtfH«  poi  ptt6  intenderai  Jß^AtfM  da  fLth*  preparare  tt  pranao. 

•  Guardate  ii  nostro  sigiiore,  nel  daic  nun  fa  minore  (per  alcauo  la 
misiira);  come  a  Mikä'pl.  dri  conto  a  Ciiyorgus.  • 

Divideudü  ^5'"'^  '  A"V,ljA.A  dice  die  iiientre  ha  <l.it(»  cento  a 
Bis  Walda  Giyorgis,  non  ha  dato  che  cini|(iauta  a  Itös  Mikael. 


f  ff  <l « ■ 

•ATS »  fl;»A  «  ^<l^AJ^•  »  0-A-  »  £A  «  XA  »  J^A  »  A.a>  »  /^Ch:}'H^ 
^  >  MfL  I  ffjJ  t  Von  a 

rrdCT  •  f 'T.AfliTpflH  1  XCA- « »OHV  »  A.3t*jP « •VAÄ-^  ■  ^7AÄ 

]Klt4.8cn.COibai8ptMhaB.  1M7.  IL  Ahl.  IS 


1 78  Guim:  Strafe  e  brevi  te»^  ftiaariei. 

mc^  i  hfifiUr  *       '  ^i&:^ln4k  i  *  Iri-^lf « IUI"  A 

or«:c » Aü. » j&+¥A- » M3t  I  ha;»  i    •  «  Ast^i^  • 

r  •  (Lin »  YxfA'M'  I •  j&M^  I  hVL '      '  fUn » 

A<CC  •  Va>-  Ö 

hHLlI  ■  AAA  t  ai4  >  fllWiiH  I  SS^'i  •  04-^ '  ^^4^«H^  >  t&  < 

Oh  »  ^.*^*f'm  '>  I  ^'il.  ■  ^l^''^4»n• »  m-h^-^öM  *  ^AÄ•7•;^A  «  ?i'>j1  » 

i  f  Am-^  t  h-fl4* » hphCit  I  <fiA4^  t  ^^9Tf  -  •  AW- « ♦A^' 
/•i  mil » ■  1  AlhC* » liAlf > ■  0+C  "  M « «^4 •  rt 

jf  •  Ä7/.J^-  ^  A.h^i?- »  "^^i »  Kä-C*»  » AAJli-' »  hnl- »  M^kä'? » ^ 
Am-r^'A  » 

RaoooDto  del  « ^i/ä  » 

«  l're«sa  i  (  Jalln  I'  \\  cos'i  dctto  *  gilä  *  in  MSf>  prcfiso  i  Onlän.  j  Gen- 
birci'i,  füll  .\l)!u'>.u  t'  (in  generale)  prt'.s.su  tulU:  le  stirpi  <lei  (lalla;  ijuaoilo 
divontintio  *  r)ilä »  »|ii(  ^ta  e  la  loro  regola  (la  legge  cunsiietudinari» 
cite  e.säi  oshe rva  11  u). 

Innanzi  tutto  si  recano  presso  I'Ablii  Mudü  del  BoraoS,  perocche  i 
Gostui  die  conferisce  il  grado  del  «i^*  (grado  del  sacerdoxio).  Nd 

I  Debl>o  ({ueste  intereasantt  notitie  sol  •  •  aJl*  Akqä  Abbä  Säbel  che  b* 
dimorato  a  lango  £ra  i  Galla. 


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Gumi:  Strofe  e  brevi  testi  amarici. 


179 


recftrvjn«  tmeBSO  il  «  gUXm  vestono  lo  •  iSn^  fino  alia  pianta  dei  piedi, 
come  le  donne;  non  prendono  seco  I'astai  non  eingono  al  fianco  il  coItrHo 
(o  altra  arma)  ad  ieceesione  del  •  waranto  c  di  im  piccolu  «  büimeä»*, 
Tolgono  ciasciiDo  tin  grosso  bastone  e  da  tutti  i  paesi,  da  ogni  capanna  si 

riiiniscono  insiemr,  secondo  il  convogno  dntosi;  in  c<Mito  o  dtigento  cani- 
minann  .  metteDclo  il  cninpo  nella  forrsta.  Da  (juando  escono  dalle  loro  abi- 
taziuni  insino  a  die  vi  ritornano,  non  passatio  nini  la  nutte  ailoggiando 
entro  casa;  lino  al  Kirt)  ritorno  le  niogli  Uunnoau  sulla  terra,  e  non  (si 
coricano)  sui  letti.  >tel  loro  cammino  non  traversano  due  tiumi  in  un  solo 
giorno;  quando  k  acqua  clie  scorre  (perennemente),  ancorch^  sia  piccolo 
tortenle,  non  (oe)  travavaiio  (due  iD  un  sol  gioroo),  ma  si  arrestano»  po* 
nendo  il  campo  neU* foreala;  quantunqoe  sia  (pie do)  gioiuo,  si accampano, 
(non  seguitano  il  cammino,  per  non  traversare  due  fiumi).  Per 
qnanto  la  via  sia  infestata  da  briganti,  questi  non  (anno  loro  alcun  male, 
ma  solo  dlmostrazioni  di  onore. 

Giunti  presso  l'Abbä  MudS»  questi  11  riceve  onorevolmente,  li  am- 
monisce  nella  loro  legge,  dä  loro  mirra  e  U  (pianta)  detta  •  abäyo  - ;  doito 
di  cioy  secondo  I'eta^  da  ognuno  e  nel  proprio  ordlne,  egli  unge  di  burro 
il  capo  di  ciascunu  di  loro;  per  tnl  cagione  gli  si  da  codesto  nome.  perchi 
•  abbä  mudä  »  signilica  •  il  padre  dell'  iiiigcre  ■   ((jiiegli  che  nnt^e). 

Dopo  die  soiio  ritnrnati  al  loro  paese,  t|iie.stA  i"'  la  loro  condotta  ,  (il 
loro  tenore  di  vita):  FaiiMo  crescere  i  capelli,  uniiendoli  di  Imn-o  e  non 
si  i*adouo;  anco  non  tagliano  la  loro  barha,  ne  jiortano  lancia,  ina  solo  il 
bastone,  e  non  escono  a  Ikr  guei'ra  per  uccidere  uouiini,  (i  ueinici).  Non 
arano  e  non  vangano;  nou  rubano  il  bestiaine  altroi«  non  dicono  bugia  e 
non  vanno  all* assemblea ,  quando  si  tratli  di  malvagi  consigli,  (di  far  ra- 
pine, ecc),  ma  solo  quando  si  tratti  di  cose  pacifiche.  La  mirra  che  avea 
dato  loro  TAIibS  Mudä,  ciaacuno  la  pone  in  serbo  in  sua  casa;  a  quegli 
die  prende  moglie,  nel  fidansarsi  con  alcun*  fkoduUa,  gli  si  consegna  la 
mirra,  perebe  la  dia  come  dote  al  padre  della  fanciulla. 

Que^sto,  in  brevi  parole,  c  il  racconto  del  •§iliS*,  Cosi  ha  detto 
SiJile  (l'Alaqü  Abbi  Sähel)  abissino. - 

In  questo  breve  squarcio  si  tratta  della  ronsecra/.ione  n!  saceidozio; 
inf'itti  *  gtlä  »  vnol  dire  •  sacerdote  ■  in  generale,  come  il  abissino, 
Senza  di.stinzione  di  grado.  I>a  cnnseeraziotii'  per  nu  /./.o  del  hiirid  ('•  [laralU'la 
a  queüa  coll'  olio  presso  aitri  anticbi  popoli  (couf.  per  esem])io  gli  Ebrei) 

'  Peitconia  die  sogliono  portare  i  Chlla  o  die  arriva  fiao  ai  ginocdii;  solo  i 
Galla  die  abitano  in  vidnansa  di  popolaaioni  abustne  (amärä)  eomindano  a  portare 
i  calxoiu  o  ■  itirri ». 

*  Specie  di  scialle  che  arriva  fiiio  ai  piedi. 

'  Piccolo  coltello  il  cm  manico  ser\  e  altresi  da  pinzette  per  cavare  spini,  ecc. 

*  Coltello  da  tavoia  piü  piccolo  del  -  kürrd 

*  Propr.  n  •gtMdä  qaesto  h  il  pcriodo  dt  otto  anni,  il  ipialo,  coine  h  noto, 
ftnna  la  divinone  fondamentale  dd  tempo  preaao  i  Oalla.  Sembra  die  anr he  nella 
dreonndone  d  segua  il  caloolo  dd  •  yods  •  e  die  0  giovlne  sla  drcondso  quando 
gnuBge  a  qod  •  gadm  *  nd  qude  era  suo  padre  quando  lo  genero. 


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I 


180  Gunn:  Strafe  e  brevf  test!  amariei. 

e  St  s])ipfTa  per  la  grandissiina  iinportanza  che  ha  il  burro  nella  vita  dei 
CJalla.  Veggasi  rartirn!n  .  Abyssinia  »  del  I'rof.  Littmann  nel  Dictionary 
of  Religion  and  Ktliics  (ed.  J.  Hastings)  dove  si  uten^äuna  I'uso  di 
spniz/.are  col  snnsnc  delle  vittiinc,  il  che  pure  licorda  i  riti  di  antichi  po- 
poli  e  noiiiinaiariRute  degli  Ebrei;  e  forse  antiche  idee  religiose  si  celauo 
altresi  nelle  altre  costuinanze,  come  quella  di  nou  traversare  due  fiunii  m 
un  medesimo  giorao.  Nel  menisionato  »liicolo  si  accenna  ad  una  aetta  di 
Abba  Mudä;  <piesti  vivrebbe  io  una  misteriosa  cavenia,  meta  di  peltegrtoaggi, 
ID  coin|»Bguia  di  un  serpente,  cui  recansi  Offerte.  Evidenkemente  si  tratta 
qui  del  •^ilS»,  uia  te  differenae  col  nostra  testo  sono  molto  notevoll 
Questo  invece  concorda  in  grandissima  parte  con  quanto  riferisce  fl  P«  Hartiil 
de  Salviac  nel  suo  libro  sui  Galla  ^  Se  del  valore  critico  e  filologico  del 
libro  si  puu  dubitare  (fin  sul  titolo  i  Galla  sono:  dits  d'origine  gauloise) 
non  pare  che  debbansi  n^vocare  in  dubbio  to  notizie  di  fatto»  cui  i  mis- 
sionari,  clie  han  diinorato  lungainente  in  mezzo  ai  Galla,  possono  avere  piii 
siciirc  che  non  i  viaggintori  che  sostano  piii  o  men  brevemente  in  questo 
o  (|ucl  jinese.  Anco  rctiinologia  ("mudä*  to  anoint,  salben)  conferma  il 
racconto  del  •  i)i/a  •  e  non  c  possihih'  iicppur  i!  ^a.spetto  che  questo  sia 
nato  da  (juella;  in  molte  parti  e  confcnnato  Ua  quanto  dice  il  Cecchi,  Da 
Zeila  alle  frontiere  del  Caffa,  II  30. 

T  »  KST'Alfl  •  aMw  '  IM  »  fl^n « -MflA « if^n^^ « 9^C » » h 

VCy  '  hrt  Vf-  •  h*7n. « '^P^ :  ikOiOh  a  ^PCT  •  AjJ  '  f  "i^'l »  HC» 

J&»+?IIH  *  HC  « IT-IM*  i      «  f  T»*  I  ^•T «  Oh4- •  «»^l/»'^- » 
i^T  » |&?^A  I  f     »  TT-/**^ »  fltin-C  i  ll>•l;;^A  *  W^* » JW 
ft.  I  f       »  +An* «  ü-A-f" «  hMMd^  >  ^ITf » » ftrf 

A »  h^Mi»- '  i\M  •  'niMi.iA  •  nm^ »  e^Ä. » A«A7f-/i  •  hc  '  -flct 
;>A  >  Äo^^oKf  ■  h4-  <  10  >  OÄVC^  <  f -flC-fsj'A  <  ID?*}  <  -x;»!?  * 

'  Un  people  antique  au  pays  de  Menolik.  Les  Galla  (dita  d'ori- 
giiio  gauiuiae),  graude  nation  africaiue.  Paria,  H.  Oudiu,  pag.  142. 


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r 


Gvnn:  8trofe  o  Imnri  tesU  amariei.  181 

rüiHi « PA  ■  mrf  •  f » MC  •  f c  •  ntf^ » f  •tlo  a  •  »m+o^  v « 

>  VflH  •  hftn^* «       •  f 'T.nA » f cfr » Iff:  •  htiu  •  • 

WA  »  f        » lie  •  ho »  HA- «  mn»» »  XU «  hiWA  » IT-/*' »  A 

*  iih^  *  MiLim* « nii-nc  t  *  Mf «  kc^  « 

Oh  s        »  >,Hi,u  »        I  ft*^/*'!- »       »  AA « AXtti^i- » iiK- ' 

l^>^llflA-  >      *  Ma  A-  <  *  isih « Mhx « >    >  a^^  • 

*«*to»  •  w '  hnur  *  rt-jfr  ?)  W  •  OA*  ■  >^  •  *  hA 
ii»AAin  •  (sic)  mjf »  «■AA'»  •  Mlf.  «  hlljl  i  AAA  •  A4 1  AM^P 

^ « PAH  •  rh.f,  »  A.HV'>  ■  }i'i^i,V  ■  ha  ^ 

<  f  M  <  Mar  *  -OAy^  •  Alf *  f  isA*  >  tlK* «  ^A  ■  A 
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[•}] «  I^AO- » thi^l '  iS^fiiO-  «  ^A«»:  f  •  A,hW  »  hW*1  •  lÄAf 
AH  »  hn,^  Aji »  X^^.  •■  irV-  S^'Tr  ■  m-U  -  'PV  •  fl,*^C  ^  }%%  •  Vh 
/** »  O-'i*  J  iiOhU  »  hA*P^'9"  '  -flA"  ;i-A4»  ••  T^^/'^A*/  »  ^ft''?^  ••  m 
t  •  ÄA<»«»A-^  «  flH,^  «  *P'y  «  AA  '  rt.  P  h^n»-  *  »  ^'»'IIA 

Tih  »  mm*^  »  XA^iP-  •  M-A*^  »  ^-^l-flAi»- «  mm-^  -  XCA* »  A^ 
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A- »  hm  x^  »  n<»Ä^tf »  Aj&io* » AA«  •  1^4. « »Ai!  ■  f  Aflf « Ä 
IT  .  ^moi^n^  »  i2.iCA*7  »  Vn/. '  KTfhcr^P  » •7'}  •  f  n*"/  •  f.f"  « JRA/n- 
;l'A  a  «  A.m^  J  f/rt  ATA  :  if:S\ah  t  [nl7i?)>fl»- »  7AAaH  :  rm 
^•04- »  htlXl  *  J  jZ.^«*"*! A  '  Jl'.-rT?"  •  «'  rt'^A  «  hCA- »  AAA  '  A 
XI » »  >7i*» «  ■  Al**^  •  Jt/^  *  MIA*  •  >IP- « 3lA^»' »  MQA- » 
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182 


GuiDi:  Strofe  e  brevi  tesU  amaricL 


>^  «  Mi:  •  f7>7  •  Aj^  >       <  •h'TL*  » »  ^^AA¥  >  1*  t  »tA 

:  t^h.^'.  *  j*"A*  »  hn  J  <^-''A  »  Ai*l»'i  iit-  s  /iCA-  *  >7-/*'  •  >iAh  • 
JMIA A ■  IMHO-A- 1  f » AX* •  ••It/^* •      «•    ■   ■  « 

Stoiia  dei  loro  regui  (del  Mecca)  \ 

It  prindpio  del  regno  di  Dimot  k  &1  tempo  ddU  (amiglia  dei  ZMgoäj 
(ZSgue)  qii.-indu  regnarono  (tornati)  nclU  fede'.  II  re  era  Moti  Uini;  qtitndo 

re^nu  Yekuno  Amlak,  questi  per  consiglio  di  AbbCTakla  IlSyiimnot,  aven- 
dulo  creatu  re  dell'  Enarea,  gli  diede  (il  detto  paese)  al  di  la  del  (fiume) 
GYbe.  OH  Oromo  d«'lln  Stirpe  di  Mf-r'n  scacriarnno  liii .  (i  stioi  discendenti) 
dair  Knarca  e  i  Liiniiiii  vi  si  fissaiono.  La  (po  jx)  1  azionc  de  11  a)  rt'L;i<»nc 
chiauiala  Dainot  di  Moti  LStiii  ilivise  in  (piatln)  lnojilii,  una  metä  si  fiw^ 
uel  Dfiiiui  in  prossimila  del  (Jiräwge,  ed  una  metii  nel  Gop;f^iam.  I  ino  al 
giorno  ü  ug|j;i  in  ciascun  pae^e  regna  una  disccndenza,  (una  dinastia)  prv>- 
pria,  (di  primogenito  in  primogeuito);  raa  il  re  (discendente)  di  Moti 
LSmi  dimora  nel  regno  di  KalTa,  il  cut  re  gU  ha  dato  onorevote  dimort. 
Nulla  gli  manea  (delle  insegne  reali):  il  no^M  (tarn bur o),  il  dlM(oni' 
br  el  lone)  e  I'anello  d*oro;  gU  ha  dato  un  piccolo  feodo,  il  re  ddrEoarea 
si  chiama  WadSin  ed  k  puro  (7ero)  cristiano. 

L'  Enarea  poi  ora  si  chiama  Kim  ed  k  piccolo  regno*  Dopo  che  fa 
occupato  dai  Galla  vi  entrarono  i  Bertugäl  (i  Portoghesi).  I  discendeoti  dd* 
r.ä,f0  Susneos*  caccinronu  i  Bertugäl  i  quali  vennern  nel  Kaffa;  nell*  Eoares 
rcgn6  una  sUrpe  di  Bertugäl  chianmta  «  Sigäro  »;  iiell'  attuale  secolo(?)  non 
conta  cento  antii(;').  Inoltre  ai  Portoghesi  discendenti  di  Sätra  un  tale  chia- 
inato  Yafo  Bokii  raji'i  il  regno  e  regno  (nel  pacse).  Yafo  HnU^i  gcner«'>  Abbä 
Bagiya  il  quale  regno  42  anoi;  generu  Gomol;  attualinente  egli  ö  ii  re  di 
Limmu  di  Juuu'ea. 

'  Qoesto  capitolo  e  tratto  da  on  nis.  entaoeo  oonmuideatoiiü  dal  Pr.  GaUiM 

e  contenente  un  compendio  della  storia  abissina  diverso  da  quello  tradotto  dal  HeotM 

ne!  libro :  Am  Ilofe  dos  Kaisers  Meniiek  von  Ahes^inicii,  Leipziy;  l'**'^,  e 
senza  dul)bio  diverso  anche  da  quello  menzionato  dal  Tura;t  \  ^Eth.  Kukopisi  w  S.  Peter- 
burge,  Zapiski  W.  Otd.,  ecc,  1906,  201).  Gli  ultiuu  avvcnimenti  clie  vl  si  uarraoo 
•ODD  del  principio  del  re^o  d!  Teodoro;  in  fine  legged:  "f^^  *  •  0*^  *  '7fC 

(Meier?  Waldmey er?)  h  J' ;V  '  OKA^  »  7*0^  »  Mtlh'üih.C  '  IL'>; 
ne  h  fone  rautora.  II  ma.  e  molto  ■corretto. 

'  L*  eapresaione  derive  forae  dal  aoto  paaio  del  Senlteisär  (Dttlmann ,  C  hresto- 
math.  37). 

*  äusenyoe,  Suinniot  (1607—1632). 


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Guloi:  Strofe  e  brevi  testi  amarici. 


Ii  OumS  e  iin  rpp^in  rlistinto.  Qiiegli  che  dapprima  vi  regno  e  iin 
mercante  venntn  dal  Tigre,  cbiamato  Esläm  Adäin  (Adam  i'  lüiisulmano); 
i  5tini  disct  iidenti  regriano  ßno  al  «;iorno  d'ojrjji-  Rrj^naiido  AVihä  Bälo  di- 
scemlcnle  di  Adäm.  si  recarono  (|»rt'Sso  Iiii)  alcuni  iiiviali  da  parte,  di  nci 
altrd  re,  i  quali  v^W  riceve  con  onore,  e  ucciso  un  asino  (gli  asiiu  sui 
»juali  erano  venutii')  lo  diede  Ioto  a  mangiare;  senxa  che  fssi  sapos'-i  ro 
(quello  che  aveva  fatto),  al  inauiiu)  hcguetUe,  mentre  si  coiigcdavaiui, 
consegno  ioro  le  ossa  dell'  asino.  Mentre  trist»  per  (juesta  cosa  se  u'  anda- 
vano  (al  loro  paese)t  fattili  tornare  indietro  dal  viaggio,  coi^incio  a  coatrin- 
gerli  a  madoare  il  grano*  Essi  erano  goveraatori,  (peraonaggi  rag« 
gaardevoli)  e  in  aeguito  eanterellavano  strofe tte  dicendo; 

dlm^äftöftätb  «iMjä  eAä  b&o  nu  daku  muw  nu  dadi  mm 
che  significa:  oh  la  cosa  mlrabile  di  AbbS  Bslo!  non  pensavamo  clie  dovesse 
esiwre  macina,  ma  pensavanio  che  dovesse  essere  idromde^  Dopo  dö  ri« 
.  dendo  (Abbi  Bilo)  Ii  ksei^  andare  liberi.  Essendo  (Abb!  Bfilo)  in  am* 
basoeria  con  il  re  di  GSri«  s' incontrarono  amidievolinente  per  via;  quindi 
nel  congedarsit  tagliö  la  testa  al  re  di  Geiü,  Asift(P)  Bllo  Kadloi  e  andö 
via  di  galoppo  e  canterellando'  disse  cosi : 

maU  Abä  Bäh  garake  gerä  matä  talu  tan§i  karä  gttbbä  ^arä*. 
il  che  significa:  L'ahilita  di  AbbJl  Bälo  c  (dentro  Ini)  nel  suo  ventre,  il  capo 
di  Tiilu  Gang  k  sulla  via.  Ahbä  Bälo  disae  altre»:  •  lo  non  ho  ucciso 
i  servi  che  ricoprono  d'erha  il  tetto,  ho  ucciso  il  re.  ho  ucciso  tutti  •  (?). 
Mentre  la  sua  stanr.a  vpniva  ricoperta  (sul  tetto)  ncrise  (jitclÜ  clip  la  lico- 
privano,  come  stavano  sulla  casa.  Inoltre  imparando  a  niiotair  disse:  •  io 
essendo  re,  non  nuoto  nell' acqiia  • ;  fece  scavare  una  f;ra i nie  fossa  e  lattala 
ricmpirr  d' idromele,  nuoto  in  essa  ;  (|iiindi  ai  suoi  soUlali  che  erano  stanchi 
disse:  cliinandovi  giü,  bevete  (nella  fossa)  esso  (idromele!)  e  tutti  esseudosi 
ehinati  ne  bevvero,  mentre  egli  stava  suir  orlo  zufolando.  Le  male  axiom 
fiUle  da  questo  re  sono  motte;  egli  amava  aaaai  la  danaca  i:a/an)  e  un  giorno 
andalo  aon  grande  mercato,  fecedanzare,  (eonducendo  egli  la  daoza), 
tutti  quelli  che  erano  al  mercato.  Finalmeote  stava  presso  a  morire  e  voleva 
bere  sangtie  umano,  ma  i  snoi  servi  gll  davano  a  bere  sangue  di  peoora; 
nd  berlo  ai  seiitiva  meglio.  Questa  ma1attia(?)  ruccise;  il  suo  sepolcro  tut> 
tora  manda  un  grido  e  sc  ne  ode  una  voce.  Dopo  di  lui  regno  il  suo  figlio 
Onco  ed  attualmente  egli  e  il  re  in  OumS;  dm  Abbä  BSlo,  Onio  (im 
Abbä  Dniä'. 

II  Oomtnä  b  im  rrfrno  distinto;  la  Stirpe,  (\n  dinasti»)  did  re  si  rliiama 
Awäliii  passato  dal  (i()<;^iam;  era  mtistilmano  ed  ora  ^  un  suo  discendcnte 
(|uegli  che  vi  regna,  chiamato  Abbä  Rägo  (Kasä?). 


*  Le  parole  galla  sigiiificano,  se  nun  erro;  meraviglia  di  Abbä  Bälo!  noi  fariua 
non  pensavamo,  noi  idromele  penaavamo!  cio  vuol  dire  forse:  uoi,  ambasciatori  di 
an  r»,  credevamo  che  aaremmo  stati  onorati  e  d  sarebbe  stato  Offerte  1*  idromele, 
non  credevaaio  che  sarenimo  slati  boitretti  a  macinare  n  grano^ 

*  Talu  Tanj;!  senibra  errore  per  Tnlii  Oan^. 

*  Conf.  Ceoehi,  Da  Zeila,  ecc  542. 


184 


Gon»:  Strofa  •  brvvi*  teiti 


Grtä  t  iiri  rc^fKi  flistiüloj  rra  una  fore^la  deserta  e  Tulu  Guns?  h 
mi>e  in  Liiori  ordinr,  souo  i  Galla  Cinru;  quegÜ  che  o^gi  vi  regna  e  AMiü 
liäää  (lia^u?),  la  &ua  inadre  e  Hi^iia,  (nativai')  di  Guniä  e  si  clüaiua 
«  Gunütu  Geni  >  fferä  nell'  antica  lingu&  genehojf,  nell*  altaale  sigoifica  »üegf' 
(rcgim). 

GYmmi  k  na  regno  distinto,  k  la  stiqie  di  Badi;  aodatOTi  da  Sayo  od 
Me£(i,  Abbi  MagÜ  i1  graode  lo  miae  in  buon  ordine»  c^gli  fa  il  ra;  ^  la  aoi 
diicendenzii  che  tutto»  vi  regna;  fl  re  attuale  ai  chiama  Abbi  öifir.  TuV& 
questi  aoiio  ragni  del  figli  di  MS££i. 


Quantunque  il  inunosmUOy  siccome  ho        detto  sopra,  aia  oiolto 

scorrelto,  io  nc  ho  tuttavia  conservato  la  fonna  dei  nomi  propri  cotne  Moti 
Lämi,  ecc.  i^uauto  all'  s  flft»  di  pag.  181,  I.  17  esso  e  forse  errore  per 
KU'i^'f'  ~-   •  sorprendendolo  a  traditnento  p  mentre  iion  vi  jiensnva 

Parecchie  delle  cosc  asscrite  in  questo  capitolo  si  tnnatK».  o  nmiali 
o  siiiuli,  nel  11."  volume  dell'  upera  del  TL-cchi:  Da  J^eila  alle  frontiers 
del  Kaffa.  L'origine  dol  regn«  di  Guina  ^  la  stesüa  (pag.  ■')41)  come  una 
delle  cnidelta  di  Abbü  iiälo;  leggende  siinili  a  (juelle  di  Abbä  Bälo  vi  si  aar« 
rano  di  Abbä  Baghibo  (pag.  157);  i  Porioghciii  .Sij^äro  e  SätrS  sono  due  sflldati 
portogheai  Sigaro  e  Sap^ra.  Anc»  l'Abbfi  Kägo  pag.  266 — 267  potrebbe  essere 
il  medeaimo  con  Abbi  Risi  (per  il  facile  scambio  Ira  4  e  Abbi  Magll  e 
Abbi  6ifir  sono  il  13."  e  il  14.*»  dei  regnanti  noverati  a  pag.  540.  Ma  basii 
aver  ricbiamato  i'atteozione  au  queste  notizie,  aul  valore  ddle  quali  non  e 
qui  opporkuDo  trattare. 


185 


Proben  aus  amhaiiscliem  Volksmunde. 

Mitgeteilt  von  Eugen  Mittwoch. 


SelUlem  I.  Guidi  im  Jnhre  1894  einen  Band  amhai'ischer  Sprichwörter, 
Gedichte  und  Erzihlangen  *  herausgab,  ist  keine  größere  Arbeit  dieser  Art 
endiieneii,  und  jene  Saninilung  ist  so  bisher  die  einzige  geblieben.  Um  so 
lieber  habe  ich  die  Gelegenheit,  die  sieb  mir  im  Laufe  der  beiden  letcten 
Jahre  bot,  benutat  und  aus  dem  Munde  des  Lektors  am  Seminar  fttr  Orien- 
tslisdie  Sprschen,  Henn  Aleka  T^e*,  was  er  an  amharischer  Vollisliteratar 
icD  Gedichtnisse  hatte,  aufgenommen«  So  ist  eine  betrlchtUehe  Sammlung 
7.u.stande  gekommen,  in  der  die  mannigfachsten  Äußerungen  des  smharischen 
Vollcsmundes  Tertrcten  sind,  Sprichwörter,  Scherze  und  Rätsel,  Gedichte, 
i^trophen  und  Verse,  Erzählungen  und  Anekdoten,  Fabein  und  Parabeln, 
lünderlieder  und  Kinderspiele. 

Es  war  im  Anf;tn'j;p  nicht  i^^niv/.  leicht,  dem  ^elelirten  Alak'a  Interesse 
für  diese.s  (Jebiet  einzuiloßen.  So  beieitwillig  er  auf  alle  Fragen  nach  den 
verschit'iiensten  Verhältnissen  im  heutigen  Abessinieu  einging,  so  fjera  er 
sprachliche,  geschichtliche  und  namentlich  theologische  Dinge  bespnich  — 
diese  sind,  wie  wir  aus  den  Berichten  von  Rohlfs  und  schon  vorher  von 
Ludolf  wissen,  das  LbUingsgebiet  eines  jeden  Abesriniers  — ,  daß  es  dnen 
Sinn  hsbe,  Fabeln  und  Kinderlieder  niedersuscbreiben,  mochte  er  nicht 
recht  einsehen.  Schließlich  ließ  er  sich  aber  doch  davon  Qberzengen,  daß 
diese  Texte  uns  vor  allem  dnen  Blick  in  die  Seele  seines  Volkes  j^tatten 
und  daß  sie  auch  in  sprachlicher  Hinncht  fftr  uns  von  Bedeutung  sind. 
Diese  Bedeutung  liegt  sowohl  auf  dem  Gebiete  des  Lexikons  wie  de;n  ^  r 
Grammatik.  Denn  in  den  CrzShlungen,  die  sieh  von  Mund  zu  Mund  fort- 
pflanzen, kommen  Wörter  vor,  die  wir  in  keinem  Werke  der  Sctu'ifUite> 
ratur  antreffen;  und  in  den  Ratsein  und  Sprichwörtern  besonders,  aber 
auch  in  den  andern  Texten,  lia!  pn  «icli  Fnnnf^n  und  Konstruktionen  er- 
halteo,  die  heule  in  der  lebeiuligefi  bpractie  niciil  mehr  jj;<'bräuclilich  sind. 

War  aber  da.s  Interesse  meines  Gewährsmannes  für  dea  Gegenstand 
erst  einmal  gewonnen',  so  wurde  er  nicht  müde,  immer  neue  Texte  aus 

'  Proverbi,  strofe  racconti  abissini,  tradotti  e  pnbblieati  da  Ignssio  Ch^di. 
Bona  1894  (im  folgenden  mit  «Guidi,  Prov.«  bezeichnet). 

'  So  achreibt  mein  Gewfthrsmann  seinen  Titel  und  Namen  mit  lateinischen 
Bacbstabea.  Nach  der  im  folgenden  gebraachten  Transkription  würde  er  lauten: 
AlftVä  Taia- 

*  Den  AuMdilag  gab  ehi  ambsrisehes  Sfmchwort  selbst  (siehe  ttuten  Ali* 
•duutt  I,  Nr.  13):  »Was  nnr  mllndlidi  fibeciielbrt  wird,  wird  vergessen;  was  im 
Bad»  ist,  Ueibi  u  Eriunenu«.. 


186 


Mtttwocb:  Proben  atis  auiharischeni  Volksmande. 


der  Erinnerung  herbeizuschaffen,  wobei  ihm  das  glänzende  Gedächtnis.  da> 

uns  an  den  Gelehrten  des  Orients  immer  von  neuein  in  Krstaunen  setzt, 
sehr  zustalten  Unm.  Ks  ist  niii-  dalii-r  e-iie  I ler^enspflicht ,  Herrn  Alelca 
Taje  auch  an  dieser  Stelle  für  (iie  große  HtM-cilwilli^kcit,  mit  der  »r  wiir 
sein  Material  nuindlich  und  sciiriftlirli  id)ernii(telte ,  und  fur  den  nimmer 
erlahmendeu  Eifer,  aal  dein  er  auf  meine  wiederholten  Fragen  '  sprachlicher 
und  wchlicber  Art  einging,  auch  au  dieser  Stelle  meinen  Dank  aiiszu- 
spreeben. 

Aus  den  Texten,  die  ich  so  gesammelt  liabe,  bieten  die  folgenden 
Blltler  eine  kldne  Ausleset  die  tod  Art  und  Form  der  verschiedeoeo 
Gruppen  der  emharlschen  VoIksUterafur  Zeugnis  abl^n  soll.  Es  Itsm  mir 
an  dieser  Stelle  vor  allem  auf  die  sprachliche  Seite  des  Gegenstandes  an. 
Ich  habe  daher  auf  eine  genaue  Transkription  und  auf  grammatikalisdie 
und  lexikalische  Hinweise  das  Hauptgewidit  gel^,  dajuegen  von  verglei- 
chenden Untersuchungen  über  den  Zusammenhang  unsrer  Texte  mit  deneo 
andrer  Vnlksliternttiren  vOUig  Abstand  genommen.  Auf  einige  Paralleleii, 
die  sich  einem  gleich  im  ersten  Augenblick  aufdriingen,  weise  Ich  hier  ia 
der  Einleitung  kurz  hin. 

So  ist  schon  im  ersten  Abschnitt  die  Berührung  v.>ii  amharbchen 
Sprichwörtern  mit  denen  andrer  Volker  des  Orients  vielfach  äußerst 
frappant.  Das  ist  mituntei-  sicheilicli  l  in  bloßer  Zufall,  der  uns  l)d  Spridi- 
wortern  nicht  wundernehmen  kann.  Manchmal  aber  ninG  geradezu  Ent- 
lehnung vorliegen.  Hierfür  nur  ein  Beispiel.  Das  SpiichwDrt  (Nr.  5):  -Wer 
einen  Greis  lehrt,  .schreibt  auf  Wasser;  wer  ein  Ivind  lelni.  schrt  il  t  auf 
Stein«,  stinmit  mit  einem  arabischen  Worte',  das  ich  in  Ägypten  öfter  ge- 
hurt habe,  auch  in  der  Form  so  überein,  daß  man  liier  an  eine  unmittW- 
bare  Überoabme  denken  muß.  Den  meisten  Sprichwörtern  eatstrSmt  jedoch 
ein  echt  abessinischer  Erdgenich.  Sie  teugen  von  einer  innigen  Vertraut« 
hdt  mit  den  Schwachen  und  Vorzügen  des  Menschen  in  den  verschiedensten 
Stftnden  und  Berufen  und  von  einer  sdiarfen  Beoliachtung  der  unigd)eD- 
den  Natur. 

Recht  harmlos  erscheinen  uns  die  Scherze»  von  denen  ich  im  ILAth 
schnitt  einige  mitteile.  Doch  gerade  an  ihnen  scheinen  die  Abesstnier  be- 
sonderen Gefallen  zu  haben. 

Die  Süßere  Form  der  Rätsel  (Abschnitt  III)  ist  immer  dieselbe.  Wer 
ein  Ritsel  aufgibt,  ruft  zunftchst  das  Wort  XT^AII  <  «i^Wslfitt  oder, 


'  Manche  Wörter,  bei  denen  man  zweifeln  konnto,  ob  ein  Laat  einfach  oicr 
doppelt  gp<?proclien  werde,  manche  Wort\ erMiulung,  bei  der  mir  der  Satrakront 
nnsiciier  schien,  habe  idi  —  niöglichüt  unaufläHig  —  dutzeudeinai  mit  ihm  be- 
sfwciieii. 

übrigens  ist  die  Fnrni  dieses  amharisdien  Sprichworts  nel  literaiiselier  (i||f7 
als  das  sonst  der  Fall  isi. 


^  kj  .-  L,d  by  Googl 


Mrtwocr:  Pkoben  Mtt  MnhiriMhem  Volkraiiind«.  187 

wenn  er  sich  «n  eine  Frau  wendet,  ?i'J^4'A7i  *  mk^^ok^^^l^  ^.  Der  An- 
geredete erwidert:  'was  soll  icii  dir  wissen?*,  d.  i.  «was  soll  ich  raten?« 
Dann  folgt  das  eigentliche  Ritsel,  das  immer  n^t  dmi  Worte  K^D^A^  * 
»ifäJle'^lin  «wisse  mir«  =  »rateU  scblieiBt.  Dem  Inhalte  nach  liegen  uns 
die  Ritsel  meist  recht  fem.  Ich  habe  daher  auch  die  Lfisung  jedesmal 
angegeben. 

Sehr  beliebt  sind  bei  den  Abessiniern  Wortspiele,  wie  ieh  sie  im 
IV.  Abschnitt  mitteile.  Man  nennt  ta.6  geradezu  KTC?  '  omar^ü^  »Am- 

harisches«'.  Sie  sind  meist  in  Versform  gehalten  und  werden  dann  von 
den  Azmaris',  den  fahrenden  Sängern  Abessiniens,  gesungen.  Sind  die 
Verse  der  Azmans  in  Abessinten  Oberhaupt  sehr  beliebt,  so  gilt  das  noch 
viel  mehr  von  Versen,  in  denen  solche  Wortspiele  vorkommen.  Sie  ver- 
hreiten  sich  rasch  im  ganzen  Landf^  und  bringen  iiircu  Srmi;«*rn,  die  meist 
auch  ihre  Verfasser  sind,  Ruhm  und  daneben  auch  reiclie,  klingende  Mimyt-  fin. 

Das  Ainar^ünä-Wortsjiiel  kommt  immer  in  trleicliei-  Weise  zustande. 
Aus  einem  Verse,  gewöhidich  dem  letzten,  kann  man,  je  nachdem  man  die 
Wfirter  abteilt ,  zwei  kleinere  Wörter  zu  einem  Ganzen  vereinigt  oder  ein 
grades  Wort  in  swei  kleiiiere  serlegt,  daea  doppelten  l^nn  iHHnnisleseD. 
80  kommt  im  Amir^AI^  der  Wortwits  lu  seinem  Rechte,  und  es  unter» 
•eheidet  sich  so  von  der  A^^*  1  0C¥  *  »ämhmi  •Wachs(form]  und 
Gold«  genannten  allegorischen  Flgur^  Da  die  doppelte  Bedeutung  des 
Amiriß&i  nicht  immer  ganz  durchnehfig  ist»  habe  ich  sie  in  den  erUbitemden 
Bemerkungen  immer  hervorgehoben. 

Der  y.  Abschnitt  enthält  Lieder,  Strophen  und  Verse.  Das  erste  Lied 
gehört  den  y&ji'o,  einem  Stamme,  der  in  der  Mühe  des  T'inäsees  wohnt ^ 
an  und  hat  auf  die  Hauptbeschäftigung  dieser  Revölkeninp;,  den  Nilpfeid- 
faiig,  He/.ug.  Das  zweite  Lied,  in  dem  dir  Liebe  zur  Heitnnt  tinen  rüliren- 
den  Ausdruck  findet,  ist  im  ganzen  amharisclien  Sprachgebiete  heimisch. 
Nr.  3 — 7  sind  Strophen  und  Wrse ,  wie  sie  von  den  Azmaiis  (s.o.)  ge- 
sungen werden.  Nr.  3  koiüiiiiL  in  seiner  allegoi  isierenden  Art  einem  Aom^nn^ 
^r}(  nahe,  ohne  geradezu  ein  .solches  zu  sein.  Den  übrigen  (Nr.  4 — 7) 
sidit  man  es  auf  den  ersten  Blick  an,  worauf  es  dem  $Snger  vor  allem 
aiduim.   Der  Wunsch  nach  Belohnung  läßt  den  Asmiri  das  Lob  seines 


>  Das  Wort  lantet  im  Tigrina  ^^♦/h'J^A^'f*^*  »  und  ist  dort  anklarer 
Etymologie;  vgl.  F.  Gallina,  IndovineUi Tigray  in  L*  Oriaate,  rivista  trimeatrale  . . . . 
Voll,  Roma  1894,  S.  28—33. 

3  Aus  dieser  prägnanten  Bedeutung  des  Wortes  erklärt  sich,  wie  ich  ver- 
nnte,  die  Phrase,  die  Ooidi,  Vocabohurio  &  421  mitteilt:  f  CA-  >  h^^iV^'  ^  h 
A7Q^^  s  -non  ho  capito  quelo  ehe  diee«,  wSrdieh  wohl  =s.  »seui  ^mhariscbei^, 
Mine  Anspiflivog  ist  mir  nicht  anfgegangen«. 

'  Vgl.  Globus  LXX\ri,  8.  278 ;  dort  auch  die  Abbildung  eines  Amnan. 

*  Diese  ist  im  wesentlichen  ein  Gleichnis;  ein  und  dasselbe  Wort  ergibt,  je 
nathdem  luati  es  iui  eigentlichen  odf^r  nhertraf^^rieTi  Sinne  nimmt,  swei  Bedentongeo. 
Vgl.  Guidi,  Prov.  S.  64;  Amriräun.i -WorU^jm  ic  rbenda  S.  54  0". 

'  Näheres  über  den  Stauini  unten  in  den  Bemerkungen  zu  die^eai  Liede. 


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18S 


Mtitwoch:  PlT»ben  «u  •mhariMAem  Yolkaiininde. 


Herrn  verkünden.  Recht  naiv  äußert  in  Nr.  .5  ein  solcher  Singer  seinen 
Wunsch,  zur  Mahlzeit  des  lieirscheivs  geladen  zu  werden. 

Von  den  fünf  Krzählungen  und  Anekdoten,  die  den  Inhalt  des  VI.  Ab- 
schnitts bilden,  {>;ilt  dasselbe  wie  \i>ii  i!pn  Sprieiiwoiterii.  Bald  sind  fs 
Erzäiilungen ,  die  der  WeltUteraUn  angeliöten,  wie  (Nr.  1)  die  Geschichte 
von  K5oig  Rainpsinit,  der  den  Dieb,  der  in  seine  Schatzkammer  em- 
gebrochen  y  aeliließtieh  reich  belohnt  und  tu  seinem  Schwiegersöhne  macht, 
eine  Geschichte,  die  schon  Herodot*  enihlt.  Ebenso  verhilt  es  sich  mit 
der  weitverbreiteten  Sehnarre  von  einem  dummen  Richter  (Nr.  2).  Dieser 
verurteilt  einen  Msnn,  der  einem  Hsulesel  den  Schwans  abhaut ,  wodurch 
eine  schwangere  Frau»  die  auf  dem  Tiere  dtst,  herunterftilt  und  eine  Fdil- 
gebart  hat,  zu  zweifachem  SchadenerMte.  Der  Ubelt&ter  soll  den  Maulead 
so  lange  auf  eigene  Kosten  filttem,  bte  der  Schwanz  nachgewachsen  ist, 
und  er  soll  ferner  mit  der  Frau»  die  er  zu  Schaden  gebracht  hat,  ein  Kind 
ersengen.und  die.ses  dann  ihrem  Gatten  zurückerstatten'. 

Auf  der  andern  Seite  finden  wir  Geschichten,  die,  mögen  sie  auch 
zum  Teil  aus  der  i" Venule  stauimen,  doch  ein  einheimisches  Gepräge  er- 
halten haben.  So  (Nr.  3)  die  Erzählung  von  eiiieui  dunnm  r»  Manu  uud 
seiner  klugen  Frau,  die  durch  eine  eigenartige  List  den  König,  der  ihrer 
begehrt,  von  seinem  \  orhaben  abbringt*,  oder  (Nr.  4)  die  Anekdote  von 
einem  SchDler,  der  sich  von  einer  Fi-au  GeU^eidekorner,  vermutUch  seine 
einsige  Nahrung,  rösten  lassen  will.  Er  sieht  xu^wie  das  geniadlige  Weib 
sdbst  die  Körner  snlißt,  und  ergibt  sich  mit  Humor  und  Wits  in  sein 
Schicksal.  Die  fDnfle  Geschichte  gibt  die  Erklirang  einer  in  Abessinien 
viel  gebrauchten  sprichwörtlichen  Redensart*  Sie  steht  in  einer  Rmhe  mit 
vielen  Erzihlungen,  wie  sie  arabische  Sprichwörtersammlungen  zur  ErklK- 
rung  gangbarer  Wörter  anfuhren. 

Aus  der  großen  Zahl  von  Fabeln  habe  ich  im  VII.  Abschnitt  vier 
herausgegriffen:  zwei  Fuchsgeschichlen  (Nr.  1  und  2),  eine  Frzählnng  von 
sieben  Löwen  und  einem  Ochsen  (Nr.  3),  in  der  der  Konflikt  zwischen 
Fleisch-  und  Pllanzenfresser  zu  einem  tiagikomischen  Knde  fühi-t,  und 
(Nr.  4)  eine  (leschiclite  von  einem  jungen  Leoparden  und  einer  Jungen 
Zie^e,  die  harmlos  zu^sanunen  spielen,  ohne  sich  ihrer  Starke  odei*  Schwäche 
bewußt  zu  sein,  bis  sie  von  ihren  Müttern  hierüber  aufgeklärt  werden. 

Die  Transkription,  die  in  den  folgenden  Blättern  angewandt  ist, 
weicht  in  manchen  Punkten  von  der  bisher  üblichen  Umschreibung  amha- 
rischer  Texte  at>.   Es  liegt  ihr  immer  das  gesprochene*,  nicht  das  ge* 


'  Buch  II,  Kap.  121 1.;  vgl.  Kühler  in  Benfeya  Orient  und  Okudeot  II,  303 £ 

*  Vgl.  P.  Gasanova,  Karäkoüch  (LisUlnt  %ptieo,  La  Caira  1898),  S.  487. 

*  Das  Motiv  der  adiMidiaften  sahlenmlßigen  Bestinmnqg  der  GrfiOe 
Erde»  das  im  Eingange  der  Geschichte  verwandt  ist,  ist  weit  verbreitet, 

*  So  erklären  8ich  kloiiiö  Differenzen  in  der  Umschrift  deaselben  amhariaeiMo 
Wortes  an  verschiedenen  Stellea. 


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Mittwoch:  ProbeD  mib  unharisehem  Volksmunde. 


189 


8cbriri>eDe  Wort  tngrond«*.  Fflr  «mluiriache  Buchataben,  denen  in  einer 
frühem  Sprachperiode  aucli  verschiedene  Laute  entspreehen*  die  aber  heute 
lantlich  vdtt^  sosaminenfallen ,  wenn  auch  die  konservativere  Sdirift  die 
verschiedenen  Schriftzeichen  beibehalten  hat,  fur  solche  amharische  Buch- 

stibon  rrsclieint  in  der  Translcrijition  nur  oin  piii7ig«\s  Zeichen.  Umgekehrt 
wird  ein  uiiJ  der.seU)e  amharische  Buchstahe  durcli  verscliiedeiie  lateinische 
Zeichen  ersci/t.  je  nachdem  der  betreffende  Laut  unter  dem  Hinlhisse  be- 
nachbarter Laute  auch  verschieden  gesproclien  wird,  l^ute,  die  nur  sehr 
schwach  gesprochen  werden,  bezeichne  icli  iu  üblicher  Weise  durch  hoch- 
gestellte Zeichen.  Ist  ein  solcher  Laut  nocli  llüchtiger,  so  daß  er  last  über- 
haupt nieht  mdir  hörbar  ist,  so  setze  ich  das  hochgestellte  Zeichen  außer- 
dem noch  in  Klammem. 

Die  Konsonanten. 

Den  38  Konsonantenschriftzeiehen '  drs  amharisrhen  Alphabets  ent- 
spreclieii  niu-  27  verschiedene  Laute,  da  1.  f/,  f|i«  "*'d  fl,  2.  U>  uud 
Ay  3.  K  ""d  fl.  4.  j(  und  0  in  je  einen  I^ut  7.iisatninenlallen. 

Dabei  gelten  folgetide  ICntsprechungen  (die  mit  einem  *  bezeichneten 
Laute  werden  weiter  unten  u&iier  eridärt); 


•1. 

a,  A,     und  H  =  Ä  Ö)  =  ♦ 

2. 

A 

=  1  =J 

3. 

•4. 

09  und  A  =  «  =s 

•5. 

=  r     =  J 

6. 

V 

=  i  = 

♦7. 

♦ 

=  ^*    ss:  U 

•8. 

n 

=  6,  mitunter  p 

9. 

+ 

=  <     =  C» 

10. 

=  d"  =  pera.  ^ 

♦11. 

=  II  (il,  m)  s  0 

•12. 

=  n 

MB. 

h 

und  (1  =  leichter  Einsatz  vor 

*  Da  mein  OewUuramann  ana  der  Gegend  dea  T  anaseea  stammt  (vgl.  Miti.  d. 
Seiri.  f.  Orient  Sprachen,  1906,  II.  Abt.,  S.  112,  =  S.  2  dea  Sonderabdruckes), 

so  ist  seine  Anssprache  im  wesentlirhon  die  von  Condar,  wo  er  übrigens  lange  Zeit 
L'fwnhiit  hat.  Diese  gilt  in  ganz  Aliessiiiicn  aJs  die  nonnale.  Der  Dialekt  von  Schoa, 
also  aadt  der  von  Adis- Avgva,  dor  Hauptstadt  des  Landes,  weicht  in  mancher  Iltn- 
aidit  ab. 

*  Dabei  ist  jeder  Bnehatafae  mit  aeben  venchiedenen ,  dnmh  den  hinu- 
tnlanden  Yokal  bedingten  Modifikatlonan  ala  ein  ehnigea  Zeichen  gerechnet 

*  =  II. 


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190 


BbnwocH:  Firobaa  uu  ambarbdiam  YoUuniiindfl. 


14.  h  =  k  = 

•16.  IP  =tf  »J 

16.  M  =  z  =  j 

17.  If  s  ss  pen.  j 

M9.   A     =  d 

20.  =  ^*  =  ^  naefa  syHsdier  Auaaprtebe 

21.  7     =^  jf    ^     '^'^  Igjrptiadier  Aussprache 

•22.  m  =f  =fc 

*23.  A  s 

•24.  k  =P 

*25.  A  und  0  =  «  =  U 

26.  A    =/    =  J 

•27.   T     =  p     =  pers.  y 

Die  Laute,  denen  kein  *  vor<2;e5etzt  ist,  bedürfen  keiner  licsonilf'ra 
Bespreclning,  Sie  gleichen  den  entsprechenden  arabischen  Lantf'n.  hh 
mochte  nur  noch  liervoiiieben ,  daß  s,  z  und  9  am  Knde  des  Wort stimm- 
haft begunntn,  aber  mit  Finst«pstimuie  zu  Knde  gesproclien  werden. 
Zur  Charakiei iüieruug  der  Tihrigen  Laute  diene  folgendes: 
Zu  1.  Die  vier  verschiedenen  Zeichen  werden  heute  vollstindig  gleicli 
gesprochen".  Im  Ankut  und  Initut  ist  m  das  gew&lmUehe  deiMsche  A,  ohne 
Rdb^eriusch.  Im  Auslaut,  besonders  im  SalBx  der  2.  Fers.  Sing.  Mask, 
des  Perfekts  \  aber  auch  sonst,  wird  es  vdsr  gesprochen.  ISs  ist  dsns  ein 
Leut  swiscben  k  und  dem  odl-Lsut}  Ich  gebe  ihn  mit  ^  wieder.  Das  k 
im  Suffix  der  l.P«ns.8ing.  des  Perfekts  wird  nur  sehr  leise  gehaucht,  t.E 

yiOh  =  ngm^ 

Zu  4.  IP  und  A  werden  unterschiedsloe  wie  fi«ns9sisches  s  in  ms 
gesprochen  *. 

^  Franzöaiachea  J  ia  je, 

*  Bei  II,      und  ')  gilt  das  audi  fiRr  die  heutige  Ausspradie  des  AAio|HMA«i. 

*  Dieses  t|  oder  ist  ans  )f|  (h),  k,  entstanden.  In  Sehoa  «pridik  sw 
f&r  n^arh  auch  gersdesn  naggwrk» 

*  Ebenso  anch  In  der  heutigen  Aussprache  des  Äthiopischen.  lu  Europa 
umschreibt  man  |p  gewöhnlich  mit  Die  abessinischeii  Gelehrten  wissen,  wie  mir 
Aleka  Taje  sagt,  von  einer  frühern  Atiss])rache  des  |M  wie  •<  nichts,  l'nter 

lebt  die  Tradition,  man  habe  in  alter  Zeit  |P  wie  I  (vIj)  gesprochen.    Das  würde 

für  die  Fälle,  wo  äth.  |P  mit  anib.  ^  gegenüber  araui.  n  und  hebr.  «  Qbereiu- 
stimuit,  gut  passen. 


BfrnwocH:  Proben  aas  amharbchem  Volkamnnde. 


191 


7m  >    C  ist  Zuni^f^n  -r.    Kinem  folgenden  «  animiUerfc  es  sieh  gern. 

Zu  7.  22.  23.  24  und  2.0.  Ok,  A«  K  und  0  sind  emphatische 

Kehlkopfverschlußlaule.  d,  h.  sin  sind  mit  Pi-essung  der  bt  tivfTcnden  Organe 
und  niit  Kehlkopfverschluß  zu  sprechen So  wird  z.  B.  beim  4*  zunächst 
ein  arabisches  ^}  artikulier^,  dann  eine  Weile  die  Stimmritze  fest  ver- 
schlossen; hernach  wird  unter  stark  explosivem  Geräusch  mit  festem  Ah- 
salz  der  daau  gehörige  Vokal  gesprochen.   Man  könnte  das  Wort  4*1  > 

an  besten  arabisch  mit  J  VJ  ifr*an  transkribieren;  t  =  j  L*  ss  ^'ffrrj. 
Ebenso  verhSIt  es  sich  nüt  den  Qbrtf^  Lauten  dieser  Gruppe. 

Detiinach  ist  m  =      z*  B.  mjS^  ~         ^  =  5      =:  /'^d^ 

OL  =  jTj  a.  B.  aSL0»/i  •  =  >  ^  =  jTfWMiiiffrgu 

=.  j/  kommt  nur  in  Wörtern,  die  auä  dem  Äthiopisciien  übernommen 
sindt  vor.  Diese  and  übrigens  im  Ätliiopischen  auch  bereits  Fremdwörter; 
sie  stammen  zumeist  aus  dem  Griechischen.  Man  spricht  etwa  das  empha- 
tische g  des  Syrischen  in  dem  ebenfalls  aus  dem  Griechischen  stammenden 
Worte  ^Jt^biJi  mit  Kehlverschloß*. 

](  und  ß  lanten,  wenn  man  sie  als  solche  spricht,  völlig  gleich,  nlm- 
lidi  wie  emphatisches,  mit  Pressung  gesprochenes  s  (^)  mit  fol^rcndem 

\  ersciilnL>  der  iSlimnu'itze,  alsu         i  =      ^  =  *4/<i'        der  Aussprache 

werden  sie  jetzt  zumeist  durch  m     ersetzt,  das  auch  schon  in  der  Schrift 

rielfacli  f&r  sie  eintritt,  also  =  oTU»  ^  f4^Q*' 

Wird  ein  solcher  emphatischer  KeUverschloBlaut  verdoppelt,  so  wird 
tunichst  der  emphatische  Laut  mit  Pressung  doppelt  gesprochen,  dann  erst 

'  Im  Georgischen  gibt  es  ähnliche  Laute;  bei  den  entjprechraden  Lauten  dea 
.Armenischen  ist  die  StimiuntzL'  viel  kTir/.tTe  Zelt  -jesdilossen  (vgl.  Sievers,  Plioia-tik 
§  365).  Doch  scheint  mir  im  Ainliarisflicn  audi  gegenüber  dem  Georgischen  die  dem 
Keldi'ersdiluß  vorangehende  Preü^iuiig  der  Laote  selbst  viel  intensiver  in  sein.  Ich 
idureibe  daher  k\  (  usw.,  nicht  k\  f  (wie  im  Georgischoi). 

*  j»'  nnd  p  können,  w^  dem  Abessinisehen  wrsprfln^ich  Iremd,  von  Lsntsn 
aas  dem  Tolka  vielfach  nicht  gesprochen  werden.  Diese  erselien  sie  dordi  h  (wie 
dss  anch  im  Arabischen  der  Fall  ist). 

•  In  der  hentigen  Aussprache  des  Äthiopisdien  werden  und  0  immer  wie 
*  (nie  wie  /')  gesprochen.  Die  Angabe  von  Trumpp,  ZDMG.  Bd.  28  (1874),  S.  518  f., 
•Kein  Äbessinier  wird  je  in  der  Ausspraclie  fl^  mit  0  verwechseln.  0  hat  den  Laut 

vou  t»  (y)  und  untersci leidet  sich  von  ^  dadurch,  daß  es  nicht  explosiv  gesprodien 

wird«,  (dNinso  P.  Rsapt,  ZA.  II,  S*  264),  beraht  auf  einem  Irrtnm,  nnd  die  Be- 
BMritoDg  von  Praetoritts  (Grammstik  der  T^griflaspraehe,  S.  l2^,  «daO  zwis^en  den 

Zisdilauten  ^  und  ß  in  Anwendnug  und  Aussprache  kein  fester  Unterschied  im 

Gc-Jei  sei-,  bleilit  gegen  Trumpp  zu  Recht  be.-stelieii.  Hieran  mochte  ich  noch  die 
Bemerknng  .schließen,  daß  nacli  abessiiiisclicr  Tradition  0  ia  alter  Zeit  wie  f  ge- 
sprochen wurde;  d.  b.  0:iM  =  X*A  (^g'-  3-       Anm.  5). 


192 


Mittwoch;  Proben  ms  ■mharlieheai  Volktinttndo. 


erfolgt  die  Kx  plosion  und  der  feste  Absatz.  Ich  schreibe  io  solchen  Fäileo 
Wf  U\  cc"  usw. 

An  dieser  Stelle  möchte  icli  noch  bemerken,  daß  das  4*  Sclua 
ähnlich  wie  das  ^  in  verschiedenen  arabischen  Dialekten  zu  einem  Hama 

wird^  Es  unterscheidet  sich  dann  vom  h.  ^urch,  daß  dieses  mit  letsem, 
4*  aber  mit  festem  Einsatr  gesprochen  wird.   So  lautet  das  Wort  flf'A* 

in  Gondar  hqJcalOy  in  Schua  etwa  bcTglo. 

Zu  8.  n  ist  bald  unser  6,  bald  deutsches  dentilabiales  tr,  das  ich 
durch  V  wiedergebe.  Die  Regeln ,  wann  es  wie  der  eine  oder  andre  T.aut 
7.U  sprechen  ist,  stimmen  ungefähr  mit  denpn  im  Hebräischen  oder  Syrischen 
öberein.  Im  Anlaut  wird  imn  er  h  gesproclien,  außer  wenn  ein  Wort  sifli 
so  eng  an  ein  vorangehendes  vukalisch  aiLslautendes  Wort  anlehnt,  daß 
beide  Wörter  gleichsam  eine  Lautgruppe  bilden. 

Im  In-  und  Auslaut  folgt  auf  Konsonanten  gewöhnlich  b,  z.B. 

I  alhdllatn  «er  hat  nicht  gegessen«,  T^P**«!!  —  famby  hingegen  «nf 
Vokale  (auch  den  fluchtigen  unbestimmten  Vokal;  .s.u.)  r,  r.  B.  «fflC  * 
=  ^^qvqroy  >  =  if'vdl.  Wo  in  der  heutigen  Sprache  u  auf  einen  Kon- 

sonanten folgt,  hatte  dieser  in  einer  frilbeni  Sprachperiode  den  fluchtigen 
unbestimmten  Vokal  nach  sich,  a.  B.  KAIlAj^  >  (genau  so  geschrieben 
wie  5  Zeilen  zuvor)  =  ofo^bn»  >ich  esse  nicfati,  entstanden  aus  o^e^fasi*. 

Ebenso  hPH^  >  ^  Sntf&mi  «er  Ißt  nicht« ,  entstanden  aus  «ihtffan. 

Verdoppeltes  0  wird,  wie  im  Hebriisdien  und  Syriscfaen,  immer 
wie  ft6,  nie  wie  ev  gesprochen,  z.  B.  Kj&IIA^  >  (genau  so  gesehrieben  wie 
8  Zellen  zuvor)  =^  t^ih^am  »es  wird  nicht  gegessen«»  entstanden  aus  t4fA4ikm\ 
AQ^  I  =5  Sff&5ffro  «er  zerbrach*. 

Ffir  h  und  «  im  Aualaut  gilt  die  Bemerkung  zu  s,  {  und  ^  (S.  190). 

Zu  II.  )  ist  im  allgemeinen  unser      also  dentaler  NasaL 

Vor  b  und  /  wird  der  dentale  zum  labialen  Nasal,  also  «  EU  m;  Z.B. 
IPiflC*  =tfdmbgr  .Stuhl«;  <D1^^  l  =  ^m/tt  .Sieb>. 

\'or  ff,  k,  A*'  wird  der  dentnlc  /.um  velaren  Nasal,  also  n  rn  «  (dem 
deutschen  n  vor  Ar*);  z,  R.  '  —  mff'da  -Fremder«;  •  = 

mqngqd  »Weg«;  '  =^  ämffil  >JungfiniU«^ 

'  Vgl.  Iseuberg,  Gratumar  of  the  Amharic  language  S.  7. 

*  In  solbhea  Fennen  wwd  das  flOehtige  ■  nie  mehr  gesprochen,  mri 

1.  Pen.  Sing,  des  nagieiien  Lnperfekts  von  sdiwsdien  Veiben  ontenchridet  sidi 

von  der  3.  Pers.  Sing.  Maak.  dca  negierten  Perfekts  nur  dadurdi,  daß  In  Jener  der2.Ba- 
dikal  einfacli ,  in  dieser  doppelt  gesprochen  wird;  man  sclireibt  t.  B.  in  beiden  Fillen 
spricht  aber  almö(am  =  -ich  konuue  nidit«,  hingegen  alMottam  = 
•er  ist  nicht  gekommen«. 

*  wahrend  ün  Dentschen  die  Verbindung  ny,  x.  B.  in'  Engel,  wie  Uoflas  * 
lautet,  i^ricbt  man  sie  fm  Amharisdien  wie  Nor  in  dem  ins  Deetscbe  Qbar- 
gflgangeoen  Wmrte  Kongo  —  darauf  hat  midi  Herr  Professor  UBinhof  eimnal  asf- 

merksani  gcinaclit  —  sprechen  auch  wir  fig. 

*  In  der  lieiitigen  Anasprache  des  Äthiopischen  hingegen  immer  ty,  idkt 
(nicht  n^,  »ir,  hii). 


Mittwocb:  IVoben  ma  amhurtfchem  Volksmimd«. 


193 


Zn  12.  *f  iat  der  palatale  Naaal,  wie  das  spanische  it  (daher  auch 
durdi  dieses  Zeichen  wiedergegeben)  oder  daa  italienische  gn.  über  den 
leudichen  Unterschied  zwischen  iff  und  nfe  aiehe  unten  bei  den  Bemer- 
kuDgeik  zum  V.  Vokal. 

Zu  13*  S  und  0  werden  nur  als  leiser  Einsatz  vor  Vokalen  ge- 
sprochen. Ich  transkribiere  sie  Qberfanupt  nicht  Im  In-  und  Auslaut  ver- 
schwinden sie  in  der  Aussprache  zunifisr  «^an?.  tinrl  jjar,  oft  auch  schon  in 
der  Schrift.  So  liest  man  das  Wort /^d A  *  (»Bild«)  nicht  nu-hr  ^  mit 
Einsatz,  vor  dem  »,  sondern        und  schreibt  daher  auch  schuu  /^A'* 

Zu  15.  und  18.  dl  und  ^  sind  ff  und  also  »unsilbisches«  «  bsw.  t. 
iO.  f.  <P.  ^  usw.  lauten  genau  so  diphthongisch  (ua  bxw.  fd,  ifif  ffä,  iä) 
wie  hO^*f  tif^  mw.  {(^tf  gQ.  Siehe  die  Bemerkungen  zum  I.  und  iV. 
VokaL 

Zu  19.  ft  ist  zerebrales  d. 
Zu  22.  bis  25.  siehe  unter  7. 

Zu  27.  1*«  p  kommt  uur  in  Fremd wortei'O  vor;  üiehe  die  Bemer- 
kungen zu 

Die  Vokale. 

Der  Unterschied  zwischen  den  einzelnen  Vokalen  ist  im  Amhsrischen 
nicht  sowohl,  wie  man  das  gewöhnlidi  darstellt,  ein  quantitativer,  als  viel- 
mehr ein  qualitativer.  Nicht  die  L&nge  oder  KOrze  ist  fllr  einen  Vokal 
charakteristisch  (sie  hingt  von  Fsktoren  ab,  die  wir  noch  besprechen  werden), 
sondern  es  kommt  vor  allem  darauf  an.  ob  ein  Vokal  eng  oder  weit 
gesprochen  wird.  Auch  der  I.  tind  IV.  Vokal  uoterscbeiden  sich  nicht 
als  a  und  a;  denn  auch  der  IV,  \'((kal  wird,  wie  wir  sehen  werden;  mit- 
unter kurz  gesprochen.  Vielmehr  ist  auch  bei  ihnen  der  Unterschied  ein 
qualitativer'. 

Der  I.  Vükal  ist  ein  außerordentlich  enges  a.  F>  ähnelt  dem  deut- 
schen vveitea  e  in  Mensch,  liegt  aber  etwas  naher  nach  a  zu.  Ich  um- 
schreibe den  Laut  mit  g;  z.  B.  (|^  j  =  batii  >Ochs«  {bq  beinahe  wie 
Be  in  Bern).  Noch  etwas  lAher  nach  a  zu  1i^  dieser  Laut  durchgangig 
nach  ^  meist  nach  ^  ff^^  k,  oft  tjach  f  %,  zuweilen  auch  vor  diesen 
Laoten.  Ich  umschreibe  ihn  in  diesen  Fällen  mit  9^  z.  B.  ^IXT  *  i:*9nd 
•Horn«  f  '  g9dda^  »er  hat  getötet«.  Auch  dieses  q  ist  unserm  s  noch 
viel  niher  als  unser  a.  Von  letzterm  unterscheidet  es  sich,  wie  schon 
hervorgehoben,  qualitativ  vollstindig. 

So  kommt  es,  daß  der  Abessinier,  wenn  er  deutsche  Worter  mit  am- 
harischen  Buchstaben  achreibt,  den  amhariscben  1.  Vokal  nicht  (tir  deut- 
sches kurzes  a,  sondern  für  e  verwendet;  Z.B.  Berlin  =  flCAal  sen- 
den =  If  I.  Deckel  HllA  >»  hingegen  auch  unser  kurzes  a  durch 
den  IV.  Vokal  wiedergibt,  z.  B.  Mantel  s=  ^i*A  *>  Kasten  =  i. 


*  Audi  hebriUsehes  Fathaeh  nnd  Kameft  sind ,  wenn  auch  in  anderer  Wdse, 
qualitativ  verschieden. 

mt  d.  takfi  (hkBt  flpntohM.  im  0. Abt.  13 


üigiiizuQ  by  LiüOgle 


194 


Mrmrocn:  Proben  tarn  amhariadieiii  Vblluniiinde. 


Nach  ]i  lautet  der  I.  Vokal  zuweilen  wie  g,  Imufig  aber  wie  a;  z.  B. 
0>fi  =  mdft  »71!«.  aher  (QDIH  =  iMinz  -Fluß«*. 

Mit  lolgcntU'in  0h  n  odor  f  vwbindi-t  sich  der  1.  Vokal  zu  einem 
DipiahuKg,  der  ebenfalls  eiigfr  i.st  als  unser  au  oder  ai.  Ich  umschreibe 
iJin  mit  und  z.  B.  AlO*  —  «Mensch*.  Deutsciies  au  z.  B.  läßt 
sich  in  ambarischer  Schrift  nur  durdi  den  IV.  Vokal  vAi  folgendem  tfh 
medergeben ;  z.  B.  Baum  =  fiOhf^  i . 

Nach  }%,  fl,  0>  uod  *),  also  nach  dem  leisen  Einsatz  zu  Begiuu 
des  Wortes  und  nach  A  wird  niemals  der  1.  Volcal  gesprochen.  Wo  er 
in  der  Schrift  erscheint,  wird  trotzdem  der  IV.  gespn>chen,  d*h*  qualitaür 
weites,  quantitativ  bald  langes,  bald  kurses  a\  s.  B.  i  =  ^  aHuad-; 
aber  0^^^*  —  kaeiam  »reich«  (sur  Künce  dieses  weiten  a  siehe  die  fot> 
genden  B^erkungeo  sum  IV.  Vokal)'. 

Der  IV.  Vokal  ist,  wie  schon  herrorgchobeD,  immer  weit  (offen)  tu 
sprechen.  In  quantitativer  Hinsicht  kann  er  1.  lang,  also  a,  2.  weniger 
lang  (halblang),  also  tt,  oder  3.  geradezu  kurz,  also  a ,  sein ,  je  nachdem  er 
1.  in  betonter \  oder  2.  unbetonter  offener,  oder  3.  unbetonter  gesrhli  ^sorfr 
Silbe  steht;  z.  B.  «^C;  i  ^.  sar  »Kraut-,  >5>  i  =  damj,  «hHlen.,  «|»/J>S  t  " 
k\tfiäfid  -Loch«  ,  wenn  die  zweite  Silbe  betont  ist.  Wird  .diri  (sielu'  darüber 
weiter  imtcii)  die  dritte  Silbe  betont,  so  l;uitct  dns.seU)e  Wort  k 'U^'i'la. 

Fullen  .1111"  (■inen  l\'.  \  cdüd  zwei  Konsonanten  oder  ein  vei"<!iij)[»<-lttT 
KonM>naiit,  .so  wiid  er  aucli  in  betonter  Silbe  nur  sehr  .selten  laug,  iu  drii 
meisten  Fällen  kurz  gesprochen*.  So  erklart  es  sich,  daß  die  Form  de.« 
zusammengesetzten  Itnperfekta  oder  Perfekts  immer  auf  d/  endigt;  u  B. 
j^'V^^A*  =  ^nq^dt  »er  spricht-;  denn  diese  Form  ist  entstanden  an« 
f'^*^C '  l^h '  ~  i'^'igr  dlffj.  Nachdem  der  Endvokal  geschwunden  ist, 
spricht  man  das  /  nicht  mehr  doppelt',  doch  das  weit^  a  liletbt  kurz. 

Mit  folgendem  |P"  und  ^  (ff  und  i)  verbindet  sich  der  IV.  Voksl  su 
einem  Diphthong,  d<nr  so  ziemlich  deutschem  au  und  ai  ent^priclit  (s.  o.l 
Dabei  la.s.sen  sich  in  cpiantitativer  Hinsicht  ebenfalls  Sff  und  von  Off  tmd 
ai  uoteix-ii«  id<  n .  je  nachdem  der  Diphthong  in  einer  betonten  oder  unbe- 
tonten Silbe  steht*. 

Für  den  II.  und  V^  V^okal  (u  und  i)  ist  eben.so  wie  fHr  den  1.  die 
Fncje  bezeichnend  (also  fi'j;rntlirh  y  und  i).  Ich  schreibe  sie  mit  MoLViü 
u  und  if  da  es  daneben  andre  (|uaiitativ  verschiedene  u  und  i  nicht  gibt. 

■  Auel)  )|o  7**  asw.  werden  bald  wie  kna,  gua^  bald  wie  kmit  pud  (oder 

k"df  jfd)  gesprochen. 

'  Daher  werden  in  äthiopischen  llaudsctu-iiteii  ^  uud  ||  und  y  uaw. sooft 
verwechselt. 

*  Dabei  ist  es  gleichgültig,  ob  die  betraffende  Silbe  einen  Hanpt-  oderMabentoa 
(s.  n.)  hat 

*  Dasselbe  gilt  natürlich  sttch  Itir  Ji^;  beachte  den  Unterschied  swiidien 

s=:  ill  7    fr  Ha<;tP  -  und  =:  dlla  .er  war». 

*  iSieiie  unten  S.  197  Anm.  1. 

*  Über  den  Diplitliong  iu  gest-hiosseucr  Silbe  s.  u.  S.  196. 


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Mittwoch:  Proben  aiu  amlianschem  VolUmundo. 


195 


Det  QutntitiU  iMch  können  sie,  genau  so  wie  a  (der  IV.  Voksl),  1.  lang, 
2.  halblang  oder  3*  kur«  sein,  je  nachdem  sie  in  betonter,  oiTen-unhotonter 
oder  geseUosaen-unbetonter  Silbe  stehen;  z.  B.  1.  IhA'h  t  =  hMlgt,  '}7'/^  * 
=  n^gu$t  »  =  /ÄrÖr,  fl.^%i  =  f^»4ffr  -wenn  er  spricht,  (von  i); 

2.  «1111"  >  =Mzw,  >fl<. I  n^Morit,  0»h^  >  =  mqkin,  >  =  3.  ihA-  > 
=  Atfitö, ^^IKI  *  =  ffimbun,  i  =  gisßi*,  fl.l^C >  (genau  so  gesclineben 
wie  3  Zeilen  zuvor)  hwn4gr  »wenn  gesprochen  wird-  (von  ^If^  >}. 

Der  V.  und  VII.  Vokal  zeichnen  »ich,  wie  der  IV.,  durch  ihi*«  Weite 
aus.  Auch  sie  können  mit  bloßem  e  und  o  uinschrielten  werden,  da  es  ein 
eng&«  e  oder  o  im  Amharischen  nicht  gibt.  Diese  beiden  Vokale  liaben  aber 
nocli  ein  zweites  Clirir  akteristikiini.  Hi  rii  \'.  wit  d  pei  n  ein  {,  dt'm  \'ll.  ein 
fi  vnr*jeschlap;f»n.  (Jan/,  leis»'  ist  difscr  XOrsclilrii^ .  w'w  liirr  r-iii  für  allemal 
Ifcaierkl  sei,  immer  zu  hören.  In  der  Trunsk l  iption  drück*'  ich  (kis  i  und 
nur  dort  aus,  wo  dip>e  beiden  Laute  vor  e  b/<w.  o  beMMidcis  dfutlicli  in  die 
Erscheinung  treten;  z.  B,  fl^  *       harii  »Sklave«,  *    -  rufSda  »Ebene-, 

Xt^  >  =  h^oTuj  »er  wurde«. 

Aus  diesem  Vorschlag  eines  {  bzw.  ^  erklaren  sich  zwei  Tutsachen 
der  amharischen  Orthographie  sehr  gut,  n&mlich  1.  daß  man  hei  i- haltigen 
Lauten,  wie  %  selbst  und  n,  den  L  und  V.  Vokal  in  der  Schrift  miteinander 
vniauschen  kann  (man  schreibt  a.  B.  iHr  das  Suffix  I.  Pers.  Sing,  sowohl 
fb  als  aueb  f  und  flflr  ;f"f  ■  »er  erschien«  auch  ;i"fK»     (Qr  Kl7 '  >uch 

■)  und  2.  dafi  fQr  ^  usw.  heute  gern  der  VIL  Vokal  (fl,  ^  usw.) 
geschrieben  wird;  denn  )|>  ist,  wie  wir  gesehen  haben,  =  kud  oder  Ar*<f, 
|l  =  kto  (mit  weitem  o).  Der  Unterschied  ist  also  so  geringfligig,  daß 
man  das  aoe  mit  dem  andern  vertauschen  kann*. 

Die  Quantität  des  V.  und  VII.  Vokals  hingt  wiederum  davon  ab,  ob 
die  Silbe  betont  oder  unbetont,  offen  oder  gesciilossen  ist. 

Den  VI.  Vokal'  kann  man  als  den  -unbestimmten  Vokal-,  be.s$er 
noch  tils  den  •gemischten  Vokal«,  bezeichnen.  Er  klin<j;i  bald  wie  ein  über- 
weitesi,  bald  wie  das  deutsche  e  in  (Jabr-.  Irb  umschreibe  ihn  ntit^;  z.B. 
AJS  t  =  U§  .Kind.,  ^XrC«  =  mid^r*  .Erde-'. 

>  Spridit  man  sehr  langsam,  so  ist  die  erste  Silbe  ofTen,  and  das  Wort 
lavtet  dann  Gewöhnlich  aber  aclilägt  man  Aaa  z  /.ur  ersten  Silbe.  Diese  ist 
dann  ^esrhlnssen  ond  onbetotti;  daher  wird  i  kurz.  So  erklftrt  sich  die  Schreibang 
|hA«2|t  I  usw. 

*  Wenn  auf  n  ein  V.  Vokal  fulgt,  so  unterscheidet  sicii  dieses  nie  von  m 
(dem  palatalen  Nassl  mit  dem  V.  Vokal)  genau  so  wie  frantosnehes  gn  von  italieni- 
schem gn. 

>  Dafl  das  SchrifUcichon  des  VI.  Vokals  gleichzeitig  auch  die  Vokallosigkett 
anzeigt  (wie  im  Hebräischen),  ist  neben  dem  Mangel  eines  Verdoppetaogszelchens 
die  H»apt^chwienj!;ke)t  der  anilinnHclicn  Schrift. 

*  So  iin  Amharischen.  Liest  man  dos  Wort  Sthiopisch,  so  spridit  mau  mSJr\ 
Q&d  SO  durchgängig:  äthiopisch  li'SUt  ainhurisch  k'ihl. 

*  Ifsndunsl  assinnlieii  sich  9  einem  folgenden  YolcaL  Ein  so  entstelwnder 
Vokal  wird  sehr  flflditig  gesprochen;  z.  B.  mS^  und  «n'/^  (^A*  '  -voIU),  kSß  und 
^f^  (M*  *  «seUechtO. 

18* 


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196 


Mittwoch:  Ftaben  ans  anbarischem  Volkanrande. 


Sein-  liäuHg  ahcr  ist  d<*i-  L;mt ,  den  der  VI.  \'(>kal  wiedergibt,  viel 
lliichtiger,  etwa  vergleiclibur  deui  ei  sten  e  in  -gesehen«  oder  hebraischcm  S*^ 
mobile.  In  diesen  Fällen  ist  er  durch  ein  hochgestelltes  "  bezeichnet;  z.  & 
M'^^  s  z=  img»di  •Frander-. 

»  oder  *  werden  immer  eingeschoben,  wenn  ein  konsonantiscb  be- 
ginnendes Suffix  an  ein  konsonantisch  oder  diphthongisch  sehlieflendes  Wort 
hinsutritt;  z,  B.  ndggqrqö  «sie  hat  fueaprochen« ,  näff^qrqdüi  »sie  bat  mit  mir 
gesprochen«,  näffffomfiU^  »sie  hat  zu  seinen  Gunsten  gesprochen«;  am  ^ 
»Mensch«;  im  Akkusativ  ist  die  Ausspraclie  s^  unmöglich,  er  lautet  imma- 
ße^^M    So  kann  ein  Dlitlithong  nie  in  geschlossener  Silbe  stehen. 

Oh  lautet  bald  wie  bald  wie  und  schließlicli  wie  bloßes  p. 
Tritt  das  Suffix  3.  Pers.  Sing.  Mask,  an  die  3.  Pers.  Sing.  Fem.  des  Perfekts, 
so  s[iriclit  man  ^f^'^Oh  f  —  nf}ggqra&^  (entsprechend  dem  eben  bebandeltf  i 
nttgyrqcjn).  In  solrlieii  Fällen  ist  dann  der  Diphthong  *}f  von  bloßem  jf 
vielfaclt  kaum  versehieden 

J&  hingpf^fn  lautet  immer  wie  j(3  oder       z.  B.  ^*fl^  *  =  j(*pra;  f»)t 
t  ^nqgral  «er  spricht-'. 

Verdopplung. 

Formen,  die  für  das  Ohr  vollständig  verschieden  lauten,  sind  in  der 

amharischen  Schrift,  die  kein  Vcrdoj)plungsxeichen  kennt,  zusammenge- 
fallen; z.  B.  wie  schon  erwnhnt,  ahqmmam  >er  hat  nicht  gehurt«  und  al- 
sdinam  -ich  bore  n  icht.  O'oide  hArt*^J^  »).  W 

atiti  l»eim  Veibiiin  der 

2.  Radikal  doppelt  und  wann  er  einfach  gesprochen  wird,  daratil"  kann  ich 
an  dirst  r  Stelle  nicht  ein;;elien.  loh  nulcbte  hier  nur  nocli  bemerken,  daß 
bei  einiL^en  W'örtclicn .  die  sich  enklitisch  an  ein  vorhergehendes  Wort  an- 
schließen, der  erste  l.init  immer  doppelt  ;^e.spii»clu^n  wird.  So  bei  V  'UiiJ«. 
Tritt  es      Ii.  an  das  ^\ Ui  t  «  tiadk  »Figur«  hinzu,  st»  lautet  «Figur 

und  . . . .«  mnlk  'nna.  Kbenso  verhält  es  sich  mit  den  Pi-äpositiocen  h  und  /. 
wenn  sie,  wie  fiblicli,  mit  einem  Persooalsufßz  einem  Verbum  angehängt 
wei-den,  «.  B,  Vl^Al' »  n^ffffQrnllät  »er  hat  tm  seinen  Gunsten  gesprochea«, 
Vl^'O^  >  fittgg'jirtjJMil  «er  hat  zu  meinen  Ungunsten  gesprochen«*.  Die 
hupcrfektprifixe  &,  n  werden,  sofern  ide  nicht  am  Anfkng  des  Worte 
stehen,  d.  h.  wenn  eine  Koi^unktion  vor  sie  tritt ,  verdoppelt;  s.  B.  I^negr, 
sber  i^tfindgr.  Auch  die  liiufigen  Endungen  a  ^  und  \^  werden  immer 
mit  doppeltem  H  bzw.  n  gesprochen;  s.  B.  von  'fQ  i  »gut«  n=  öar^fC^* 
*Gnte«  =  iamuua. 

Das  enklitische  ^.»und*  wXre  such  mit  doppeltem  m  zu  sprechec. 
wenn  es  nicht  immer  am  Knde  des  Wort«;  stände.  Der  EinÜuß  der  vir- 
tuellen Verdopplung  xeigt  sich  in  der  Verkürzung  des  vorhei^beoden 
V^ukals;  z.  B.  »ssu  >er«»  aber  «und  er«  MsAm, 

*^  Man  spridit  also  weder  ^  noch  Af,  sondern  mit  Vorschlif 

eines  sehr  {lilchtigen  «,  das  sich  mit  dem  folgenden  ^  zu  einem  Laut  verbindet 

^  Icli  !mbe  die  Aussprache  ma^ralf  die  Guidi  abgibt,  von  Aleka  Tiye  ois 

gehört;  er  spricht  stets   

•  Üb  er  die  Veränderung  des  Akzents  siehe  S.  197. 


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Mittwoch:  Probfiu  au»  amhArwchem  Volksmande. 


197 


Am  Ende  des  Worts  wird  keine  Verdopplung  gesproclien  K  Tritt  an 
das  Wort  eine  ▼okallseh  anlautende  Endung,  ao  wird  die  Verdopplung 
wieder  bdrbar;  a.  B.  y^c&tn  ■Bnider« ,  aber  \(an(bmmii  «mein  Bruder« 
{»m  =  anm  Mutter!).  Aus  demselben  Grunde  .spricht  man  den  letzten  Laut 
von  A*fl  *  «Heiv.«  aueh  nur  «einfach«  Uh  \  aber  mit  6,  nicht  9  —  trotz  des  vor- 
angehenden Vokals       weil  b  virtuell  verdoppelt  isU 

Betonung. 

Die  Ansetzung  des  Akzents  macht  im  Amharisctien  große  Schwierig- 
keit. Wii"d  ein  Wort  für  sicli  gesprochen,  so  gleitet  der  Ton  fast  glfirli- 
mäßig  ubpf  (las  ivirr/f  ^Vort  hinweg.  In  einem  Worte  wie  $*G  *  »llulm« 
sind,  beide  Silben  in  gleicher  Wei.se  betont,  also  <Iaro. 

Spricht  man  aber  ein  Wort  im  Zns;innnenhange  mit  andern  Wörtern 
im  .Satze,  druüi  wird  gew i)luilich  eine  Silbe  luit  licsüiidern»  Druck  hervor- 
gehoben. Man  spriciit  also  das  Wort  II*A^  '  «zwei«  fur  sich  hul^t  au.s; 
in  Smtx  wird  es  nuneist  au  Awi^  Zumeist;  denn  es  unrd»  je  nach  dem 
Zusammenhang  und  nach  der  Beschaffenheit  der  benachbarten  Worter,  olt 
audh  AwJS^/  gesprochen  *.  Der  Akzent  richtet  sich  also  nicht  nach  der  Quantit&t 
der  Vokale  eines  Wortes,  sondern  die  Quantitit  der  Vokale  wird  gewöhn- 
lich durch  den  Akzent  hestunmt.  So  spricht  man  das  Wort  H^^f ' 
(•seine  Leute,  seine  Familie«),  Je  nachdem  es  der  Satzakzent  erfordert, 
tgmado^  oder  zqmgdoöu  oder,  wenn  ^  «und«  hin/.utritt,  tqmqddatnna. 

Wie  das  letzte  Beispiel  zeigt,  ziehen  manche  Endungen  den  Ton  an 
sich.  So  immer  die  Pluralendung  oö,  das  angehängte  -nna  »und«,  die 
Endung  at  (Suffix  dei-  3.  Pers.  Fem.  Sing,  oder  in  manchen  Infinitivfnrmen), 
zumeist  auch  das  .SuHix  der  ^.  Pel's.  Mask.  Sin<;.  bzw.  der  .Ai'tikel  «,  die  Ge- 
nindiumenduug  und  andre.  Die  Silbe,  die  betont  war,  ehe  eine  .solche  Endung 
an  das  Wort  fiin/.utrut.  behalt  oft  (uauieutlicli  bei  längeren  Wöi'tern)  den 
alten  Ton  als  Nebenton;  z.  H.  i  («Mund«)  =  a/*,  Flur,  äfoö;  VlC  * 

(»Wort«)  =  nqgar,  mit  dem  Artikel  nqyaru;  '  gdddqla  -er  hat  getötet«, 

Gerundium  yadlu\  *  nnggnra  »er  sagte«,  aber  namjarnt  «fr  sagte  ihr«; 

>  T^isa  «Leichnam«,  Akkusativ  mit  Artikel  riesän'n ,  tU}^^^  s  wKliluk  a 
•  CT  fiel«,  aber  vaddok  nlldt  »er  fiel  ihr  [zu]«.  Tritt  zu  letzlerem  Wort  noch 
rmä  -und« ,  so  betont  man  ^äddqk'^Udfmiä. 

Von  zwei  Wörtern,  die  im  Genitivverhiltnis  zueinander  stehen,  hat 
nicht  der  im  Amharischen  vorangehende  Genitiv,  sondern  das  nacligestellte 
Regens  den  Hauptton;  z.B.  ll^AtlO  >  '  («von  der  Schönheit  deiner 

Figur«)  =  k^m^h^mBrnär*, 


^  Ein  solcher  virtoeUer  Doppeilaut  ha  Wortanslant  ist  inimerHn  etwa  nm  Vi 
linger  als  gewöhnlich. 

'  Auch  Guidi  sagt  von  den  Kegeln,  die  er  (Graminatica  §  6,  bi  für  die  Be- 
tonung der  Wörter  mitteilt,  daß  sie  «hanno  eceezioni,  ed  in  generale  l'acceiito  non 
Im  mia  sede  sempre  stabile  e  ddsra«. 

*  Soll  audi  das  erste  Wort  besonder»  hervorgehoben  werden,  so  behllt  es 
s^en  vollen  Akzent 


198  Mittwoch:  Proben  mvm  amhartschem  Volksmunde. 

Ehenso  linbeu  Wörter  wie  -dioser«,  and  »einer-  keinen  l)ej><mdem 
Akzent,  wenn  sie  in  erif;rtn  /  ;  rtnttnrnfian»^  mit  einem  folf^enden  Wort 
ge.sprt)clieri  werden;  z.B.  :  rtfll-  s  »diesor  Mann«  '*h'_.<mj;  ' 
fydh  I  >t'in  Mann«  =  aitä'^g^*^  (aber  sgjii  =  -dieser  31aan«j  and  *^ 
•  ein  Münu«). 

iffh  t  na^  >ist*  schließt  sich  eng  an  da^  vurliergehende  Wort  an  und 
liat  keinen  be.sondern  Ton. 

UniRekelirt  ziehen  manche  Wörter,  wie  das  adversative  » 
»aber«  und  '  »sondern«  den  Ton  so  sehr  an  sich,  daß  das  vorau* 

gehende  Wort  nur  einen  Nebenakienl  hat 

Der  TonfiUl  io  Versen  weiclit  von  dem  in  Pkxna  vielftch.  ab. 

I.  Sprichwörter. 

hMigt  mäddadq  dnd  {Sfät. 

»Wer  zwei  [Sachen]  will,  kann  nicht  eine  errdehen.« 

ik'Q  '  bedeutet  »nicht  imstande  adln,  nicht  finden,  nicht  wiaaeo«. 

2   A-A,  I  aotiii'  '  n.A<" »      '  '^tkUr  «  WA"  •» 

lol'e  mqslfi  Mmru  ffiita  mnKlo  i^qlu. 

•Wenn  man  wie  ein  Diener  arbeitet,  wird  man  wie  ein  Uerr  esseo 
(leb«D).  • 

Dn.s   ('infache   Iniperfektiun    j?.flA*  '  f'""  "»if  ^lA  ^  Tiusnmnien- 

pf'.sct/.te  Form  j?.flAA"*«  I^icscr  Gebrauch  der  einlachen  Iniperfrkta  i^t  [ii 
SjHicliwörtern,  liäUsehi  usw.  —  im  Gef?ensatz  zur  gewülinüelien  l'ro.'ia  — 
nicht  selten.  Er  stellt  offenbar  euie  allere  Sprachform  dar.  \'gl.  Sprich- 
wörter Nr.  18  und  41 ,  Ratsei  1,  2,  3,  5  und  Guidi,  Prov.  S.  8. 

3.  AA^  '  >ijK.mm*^ »  ^»%ao^tlah  I  hpSUua-r  a 

läUaJaii  äifq{^q^km  lammimat'a^  aibbäU^^unu 

»Das  Vergangene  soll  man  nicht  bereuen,  in  betreff  des  Kommeodeo 
sich  nicht  tau.scheii  In.ssen.» 

Was  verti^anf^en  ist  und  j^ich  nicht  nielir  andern  läßt,  nehme  iikhi, 
wie  es  ist;  bei  Dingen,  die  ei*st  gescheiten  sollen,  sei  man  auf  seiner  Hut 
und  las.se  sieh  nicht  betriinen! 

Me./nin  ^r»  und  Kj&nAm-r  •  r...  h^.mm* «  nnd 

A/n*  '  •  I"  gewöhnlichei- Prosa  uiüßle  Iiier  bt  iiltn m! .  als  in  einem  \'erbot, 
der  .Inssiv  mit  vor}j;<'setztem  ^fii,  aber  ohne  toigendes  -  J^".  {gesetzt  w  eixlen. 
Uni<i;ekt'lirt  finden  wir  in  Sprichwörtern,  Kiitsein,  Liedern  usw.  fiäufiu  fHr 
die  ii(^Lr;iti\ I'  Aus.snge  dns  einfach»*  hnperi'ektuni  ohne  -^;  z.  Ii.  ^^./"itJ  • 
iVu  »  -ei-  sagt  nicht«.  \  gl.  Rätsel  Nr.  3  und  Guidi,  Prov.  a.  a.U. 

^  Werden  zwei  IV Arter,  von  denen  das  erste  mit  eiueni  Konsonanten  «ddiflfitr 
In  engem  Zusammenliange  gesprochen,  so  wird  dem  Schlnflkonsonanten  des  enun 
hiufig  ein  flflditiges  '  nachgeechlagen. 


ini'r'-'d  by  Gl,  I.  ^^vji'w 


Mittwocb:  Proben  aus  amharocham  Volksnnrade.  199 

iäm  kaiutilqbbqt  kuvat  hk  arna. 

•Wo  keine  Ktih  cinveilt  hnt.  geht  w  MLst  samnielu.« 

Cfiese  sprichwurtliche  Redensart  bezeich t)(>t  eine  unsinnige,  vergebliche 
Anstrengunp; ,  eine  T&tigkeit,  bei  der  nichts  hera()skoinit>>  ii  kann. 

/V^*"?  •  ist  ein  Substantiviiin ;  dahinter  ist  j^d^^A  >  ergänze. 
ii^^  ]  g^f^  i  wird  vom  Sammeln,  Zusammenlesen  von  UolzstQcken  usw. 
{$ebr»ucht. 

«Wer  einen  Greis  lehrt,  schreibt  auf  Wassor;  wer  ein  Kind  lehrt, 
schreibt  auf  Stein.« 

märun  umr'ro  i^atijt'ni  af h'u'rn  l^nn(/r'ih  ätUmthi, 

»Wenn  [Jemand]  dir  sa^t,  vr  liabe  bitteren  Honig  [gegessen]*  er  habe, 
schwarze  Milch  [getrunken],  so  ^^laiilie  [eü]  nicht.- 

Wortliclit  »Wenn  jemand  zu  dir  spricht,  indem  er  den  llouig  bitter 
madit  (als  hitter  hp7,<^irhnet) ,  di(^  Milch  schuaiv.  macht,  s(i  .  .  .  .« 

Diese  tiedeutung  von  *  und  iiHll^^d  *  ^'^'hlt  in  den  Lexika. 

7.  hj^ln^h- » j?in4*A  »  Ajf  ?  (u^a^ » ^Ä-^-A «  hff  a 

irimqkrul  idfqfdl  l^y  sttafavut  iäd'fdl  h<). 

»Wenn  man  ihm  aiiclj  rät.  macht  das  Kind  (die  Sache]  doch  zu- 
scbanden;  wenn  man  sie  aucii  vväi^eht,  macht  die  Hand  doch  schtutu/.ig.> 

Guidi,  Prov.  Nr.  23  mit  einer  V'ariante. 
nröl'u  {qtafqk'ut  ströfÜ  xiff^qttdl. 

•  Wer  sich  iui  Laufen  gegQrtet  hat,  [dessen  Gurt]  löst  sich  auch  im 
Laufen.« 

Eine  Warnung  vor  fiberhastetem  Handeln.  Vgl.  Nr.  22. 

9.  «  tt.rf.^T-^ «  W«IA  l  »IC « llfl»^^<-'> »  ^^A  » 

•Das  Getreide  wird  klar,  wenn  man  es  reinigt;  die  Sache  kommt 
heraus,  wenn  man  sie  untersucht« 

Vom  Verhör  des  lUchtevs  gebraucht  Vgl.  Nr.  31. 
0<1|  *  •herauskommen«,  soviel  wie  »klar,  offenbar  werden,  zutage 
treten«. 


üiQiiiZüQ  by  <^oo^lc 


200 


MiTTwora:  Probm  ana  •ntharitdMUi  Yolkraiuiide. 


•Ein  Zabn,  den  man  mit  Wachs  angeklebt  (befestigt)  bat»  atebt,  wenn 
man  damit  lacht,  nicht  schdn  aus;  wenn  man  mit  ihm  ifit,  -ao  zemilmt 
er  nidit.« 

Beieiebnung  einer  nntzloaen  Sache* 

KA<V*  '  1st  soviel  wie  ^M^f  ■  ITV  *  *8chön  sein«.  Diese  Be- 
deutung fehlt  in  den  Lexika. 

b^oro  kggqmnuit  bäjft  iaös^t» 

•[Sicherer]  als  das,  was  man  mit  dem  Ohre  geh5rt|  ist  das,  was  man 
mit  dem  Ai^e  gesehen  hat.«  Vgl.  Nr.  20. 

In  derartigen  komparati vischen  Sprichwörtern  ist  am  Ende  sehr  aft, 
wie  hier,  das  Wort  A  A  >  ■  i>^t  besser-  oder  JSAA^A  *  'Ist  bedeutea- 
der«  ni  eiig&nsen.  ^Vgl.  Nr.  25,  27,  ao  und  35. 

•Im  Sommer  scheint  es  regnen  su  wollen,  wenn  Wolken  hemiif- 
sidien;  ein  Qreis  scheint  kämpfen  zu  wollen,  wenn  er  sich  in  Positur  setai.* 

Im  K^qunt  (Wmter,  Begenselt)  regnet  es  gewöhnlich  sehr  stsric,  auch 

wenn  nur  wenig  Wolken  da  sind.  Im  Ba^  (Sommer)  hingegen  bewölkt 
sich  der  Himmel  mitunter,  aber  es  regnet  niciit,  o(!t>r  doch  nur  sehr  wenig. 
Ebenso  macht  ein  Alter  zwar  Anstalten  zum  Kampfe,  es  steckt  aber  nichts 
dahinter. 

Wh'^fl  '  piegarsi,  hier  soviel  wie  »die  BOstung  anlegen,  Kampfea- 
stelluog  eionehmen«. 

13.  n^i^  >     >  M^A  t  n«»^^ »     «  ^^A  » 

Ja/"  idiia  i/rrqsdl  bqmqfä/  (däq  (a^ndssdl, 

'Was  im  Mund  ist  (nur  mündlich  überliefert  wird),  wird  vergessen; 
was  im  Buch  ist,  bleibt  in  Erinnerung.«   Vgl.  Nr.  28. 

J^<D^A  *  von  'l'III^  I,  daji  gleichbedeutend  isi  mit  '  >en\  ähut 

werden*. 

idngaüo  l^gfu  tqmdlNÖ  (oder  tqmglso)  tafu» 

■  Speit  Ulan,  auf  dem  Rücken  liegend,  [in  die  Höhe],  so  [fällt  der 
Speichd]  zurückkehrend  in  dra  [eignen]  Mund.« 

Das  einem  andern  zugedachte  Übel  trifft  einen  selbst. 


^  1^  .i^od  by  Coogl 


Mittwoch  :  Proben  aus  amharischem  Volkmuude. 


201 


•fo^J^AA  *  corieani  bedeutet  genauer:  «auf  dem  Rücken  liegen«  (4*1 
w^ikh  I  'VA^  >  OXPtk  >  "l"?  *  ^Af"  *  f tf^  *)•  Bexeicbnuogen  flir  andre 
Arten  des  lAegCM  sind  folgende:  »tPf^ '  *wf  Seite  liegen«  und 
(OAA*  >)  ihl^f^*!^  *       *  *>ttf  dem  Bauche  liegen«. 

■|of.  I  =  +  ji4*.  Die  Pr&posiUon  i*  ist  hier  sUtt  der  Qblichem 
Ii  gewihlt,  weÜ  so  das  Wortspiel  Uif^  =s  henuskommt  Am  Ende 
ist  eio  Verbum,  »es  fUlt,  kommt«,  sn  ergftnsen. 

•Jede  Sache  ist  im  Anfimg  schwer,  nachher  geht  ne  leicht  [von- 
statten).* * 

16.  h!af  *  flAAA4  >         « MTU  >  ^hflAAY  " 

•Mit  setner  weidien  Zunge  friBt  der  Esel  Domen.« 

Der  Esd  hat  eine  weiche  Zunge»  frißt  aber  trotzdem  die  spitxen, 
sUieMigen  Domen.  Das  Wort  wird  auf  jemand  angewendet»  dessen  Zunge 
nichts  BOses  redet,  dessen  Handlongiweiae  aber  im  Gegensatz  daau  niedrig 
und  gemein  ist 

17.  Aü^ « +Ar «  VM»^  • 

^djfm  ifß$m  ngddffot. 

*£r  hat  den  Esel  mit*  der  Kiih  zusammen  gerieben.« 

Diese  spnchwOrtliche  Redensart  wird  gebraucht,  wenn  jemand  zwei 
Personen  von  zu  verschiedenem  Range,  von  verschiedenem  Wissen  usw.  gleich- 
stellt  oder  in  zu  enge  Verbindung  bringt. 

itlr  tUi^'t  v^  zu  Nr.  14.   Dahinter  ist        i  zu  erginzen. 

18.  hn±'}  ■  h^lM*  •  Mut  •  tf»C-P » fiS^  « 

•Besser  (bequemer),  als  neben  einer  vomdmien  Dame  langsam  einher^ 
zugehen,  ist  es,  sie  auf  dem  RQcken  tragend,  zu  Uuifen.« 

Vornehme  abeasinische  Damen  haben  einen  langsamen,  trippelnden 
Gang.  .  Das  ist  f&r  einen  Mann,  der  sie  begleitet,  so  unangenehm,  daß  er 
im  Veri^eieh  dazu  die  Anstrengung,  die  Dame  auf  den  RQcken  zu  nehmen 
und  so  zu  laufen,  l&r  goinger  erachtet. 

X^rfr  t  dgd.  »mdne  Mutter«  mit  erstarrtem  Suffix  1.  Fers.  Sing, 
(vgl.  Madame!)  wird  ihnlich  wie  das  von  Guidi,  Voc.  S.  419  angef&hrte 
*  gebranrlit  —  KUilT  ist  hier  Gerundium  von  JlllA  '  dem 

'  So  (nicht  bgifälä)  lautet  die  stlndige  Annprache  dieaes  Wortes. 


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202 


Mittwoch:  Proben  an»  amharischem  Volkmnuide. 


Riickm  t!-n^(*n«  und  dafjcr  «r^/o  7M  ««prechen.  Das  Geriindiuui  von  ' 
stiamit  in  der  Scluift  mit  der  eben  genannten  Form  völlis?  ülx'reiii.  wird 
aber  azHo  ausgesprochen.  A  '  bedeutet  :  auf  dem  Hiiekeu.  KTlVtll  ' 
tiii  >  auf  den  Schultern  tragen.  —  ^V)[A  •  liii  j!»'^^^  'i  vgl.  die  Be- 
merkung zu  Nr.  2. 

Id.  Mft  I  A«H  >  flti-l^ '  « aam^ » 

^'K'ffw*^  hqkätqm6  bndSffri  hqc  'gllqmi. 

•Wie  ein  Mensch  in  der  $tadt»  Mrie  ein  wildes  tief  im  Dunkel  [des 
Waldes  oder  der  Nacht].«  * 

Am  Tage,  in  der  Stadt,  betragt  er  sich  wie  ein  gesitteter  Mensch, 
im  Schutxe  der  Nacht  oder  des  Waldes  aber  kommt  seine  wahre  Natur  zum 
Durchbrach,  indem  er  wie  mn  Raubtier  piflndert 

20.  Mf. » }iG « ■  K)f. '  w  *  rrü » für » 

indf^  §oro  tMblc  ^nJg  äiti  t^nn<fi  j^Ufim  (i  'iUam). 

»Es  gibt  nichts  so  Großes  wie  das  Ohr,  nichts  so  Kleines  wie  das 
Auge.« 

Kin<»  Saohr,  die  man  nur  voni  llören«!a^en  kennt,  ist  oft  sehr  über- 
trieben; sieht  man  dann  näher  zu,  so  stellt  sie  sich  als  viel  kleiner  heraus» 
Vgl.  Nr.  1 1 . 

Im  Worte  f  Ai^  '  klingt  das  f  der  ersten  Silbe  fast  wie 

21.  MK^*!  ■  hilXr  t  W  hU^J^  « 

mgqran  kavad  ^aifn  kazqnwd. 

•Das  Brot  (Glück)  [kannst  du  auch]  mit  einem  Fremden  [genießen], 
das  Wehel  (UngUlck)  [nur]  mit  der  Familie  [teilen].- 

Solange  es  dir  gut  geht,  ist  es  gleichgültig,  wo  du  dich  aufbiltsL 
Auch  fremde  Leute  werden  dann  deine  Freunde  sein;  im  Ung^Qck  bist  du 
auf  deine  Familie  angewiesen,  denn  die  •Freunde«  werden  dich  verUssen. 
Vgl.  Nr.  24  und  47. 

Ii  +  Dieses  Q^T  >  Ist  aus  Hdit  >  entstanden.  Das 

Wort  ist  ikosotf  zu  sprechen,  im  Gegensatz  zu  dem  in  dw  Schrift  gleichen 
k^^b^Sd  »schwer«. 

22.  » '  hWi  *  fliin-^ » 

äipun  slifli^ut  agguatun  fiKjtjnvut, 

■Wenn  sie  Quark  sehen ,  liaben  sie  sich  schon  am  Kasewasser  gesättigt.« 

Sie  machen  sicli  in  «in überlegter  Weise  so  schnell  über  den  Käse  her, 
daß  sie  das  ganze  schlechte  Krisewasser  mit  einem  Maie  verzehren  und  ilnnn 
fur  den  eigentlichen  Käse  keineii  Appetit  haben.  Das  W'oH  wird  vom  vur- 
schaellen,  un&berlegteu  Handeln  gebraucht;  vgl.  Nr.  b  und  26. 

23.  M^?  t  f 0^5(0-7  >  A^AV  •  K^Ato-r  « 

itggrdHtiä  fqvdjssqdq^'n  /grgsquiia  afrnqlPsg^'fiu 


^  kj  ,^L^o  uy  Google 


Mittwoch:  Proi>cii  aua  amharischcm  Volksnuinde.  203 

•  Was  ein  Foflg^ger  foiig^ommen  hat,  [kann]  ein  Reiter  nicht  xu- 

rfickbringen.« 

Ks  i^t  leicht,  eine  Sache  zu  veriieren,  loszuwerden;  aber  schwer,  sie 
wiedentubekommen. 

afb'h'ah  (pinr.sqh  uafhi _^:amqdih  UtmiillnM. 

■Nachilrm  tlu  lik-liti^  zuj;cbissen  lia^t,  kelire      deirier  Fatnilie  zurück. • 

•Tuclitig  zubeißeu«  bedeutet  hier  soviel  wie  •seinem  IJeruf«',  seiiieu 
ripscliUflen  obliegen«.  Der  Siun  der  Redensart  ist,  man  solle  wohl  benif- 
Itcü  in  die  Fremde  gehen,  aber  wieder  7.ui-  Familie  in  die  Heimat  zurück- 
kehren, sobald  man  seine  Studien  beendet,  seine  Gesdiäfle  abgewickelt 
habe;  vgl.  Nr.  21  u.  47. 

kaAlcä^f^t  lik*  jmamaifm  bqmqt'qf  iqm^run  haf  (ammtla^k*. 

»Besser  als  [viele  uabedeutend«*]  Gelehrte  ist  ein  [großer]  Gelehrter, 
der  die  iiiinmlisclieu  [Dinge]  im  Buche,  die  irdischen  [Dinge]  im  Munde 
kennt.   Vgl.  Nr.  28. 

ist  wiederum  das  Verbum  ^if  AA  >  zu  ergjkta/eni  vgl.  die  Be- 
merkung «u  Nr.  II. 

26.  Ii Ani*A- >  Klt^A A «        A  i  nX<1<- « 

JMftkiS^  M^Vllr  ti!fddt  btg^r^  (hg^h 

•Wenn  man  es  nicht  QberstQrzt,  geht  das  Ei  auf  seinem  Fufi  (kriecht 
das  Küchlein  aus  dem  Ei)«« 

Wenn  man  mcht  voreilig  ist»  bleibt  der  Erfolg  nicht  ausj  vgL  Nr*  22. 

27.  h^A-^O.  1 >  <^4>'»injf 

■Sie  acbn«det  [schneller]  GemOse  als  sie  surQckkommt.« 

Diese  Worte  braucht  man  von  einer  geschiriUxigen  Frau.  Wenn  sie 
ai^geht,  verplaudert  sie  sich  Qberall  und  kehrt  sehr  aplt  xurQck. 

Am  Ende  ist  ein  Verbum  »ist  eher,  ist  schneller«  zu  eiglnzen.  Vgl. 
die  Bemerkung  zu  Nr.  1 1. 

28.  »  f^lA^QA  «  f  *»«»y»c  •  » 

•Besser  als  ein  Buch  ist  der  Mund  des  Lehrers.« 
Vgl.  Nr.  25  und  13. 

kg^ä  hftodäm  jffffdüa  ^dran  iUiaUiL 


204 


MiTTwocii:  Firoben  ans  amhariadiem  VollKamand«. 


»Besser  als  eine  gen5s'chif];e  Fmu  ist  ein  plündernder  Gajlri  (HHidi).. 

Da,s  Wort  ßi\  »  wird  von  der  früheren  Zeit,  wo  es  nocli  keine  ciirisl- 
liehen  Gallas  gab,  auch  f&r  »Heide«  gebraucht.  —  IT^ST*  i  =  »genischig, 
gefräßig«. 

■  Besser  als  ein  [starker]  Ochs  sind  [iwei  schwache]  Ochsen;  besser 
als  [zwei  schwacliej  Esel  ein  [starker]  £)sel.« 

Der  SittD  ist  folgeoder:  Man  darf  mdita  generell  entscbeiden.  Ei 
kommt  immer  auf  die  besondern  Umstände  an.  I>en  Oehsen  braucht  man 
sum  POOgeo.  Dabei  kann  man  mit  einem  Tiere  Oberhaupt  niebts  aofiuigeii, 
wenn  es  aueh  noch  so  stark  ist,  wXlirend  man  mit  swei  schwachen  Odises 
zur  Not  pIlQgen  kann.  Beim  Esel  ist  es  umgekehrt  Ein  krilUger  Esel 
kann  mehr  Lasten  tragen  als  zwei  schwache. 

Es  sind  wieder  die  Verben  ^If ^A*  *  und  AA  •  «sind  besser^ 
und  >ist  bess«*«  au  er^nxen. 

kg^ziavh^  Itadiiä  fdffJn  kadänä  midiiä  marmart 

■  über  Ontt  hinaus  [gibt  esj  keinen  Schöpfer,  über  den  Richter  hinaus 
keinen  Prüter.  •    Vgl.  Nr.  9, 

Am  Ende  ist  f       *  *ist  nicht,  gibt  es  nicht*  zu  ergänzen. 

Jcäkqtqma  i^üdllgn  {ägaril 

■  Besser  als  eiue  schauilose  Frau  in  der  Suidi  ist  (ur  mich  meioe 
Hdmat  (oder:  eine  Dorfbewohnerin).« 

Es  liegt  ein  Doppelsinn  vor:  *  Kann  sowohl  «meine  Heimat- 
als  »eine  Dorf[bewohneiin)«  bedeuten. 

33.  \na\C  »  M  I  P^ilC  I  ho»AAl*  •  1"^ AA*  » 

•Besser  als  tin  Dorfpriester  ist  eine  Klostemonne  (seit,  an  Wisaeo].« 

34.  h^c » f"hf:  1        » m-^c  » 

kacfw  rn'kdr  kqrag^im  yt^är. 

»Mit  einem  kleinen  [aber  klugen  Mann]  berate  dich,  mit  einem  groflen 
[wenn  auch  dummen  Mann]  plfmdre.« 

Ein  Soldatensprichwort  (vgl.  Nr.  43  und  50),  Slmlfrh  dem  bei  Gnidi, 
Prov.  S.  28:   »IVfit  etneui  Greis  berate  dich,  mit  einem  Kräftigen  nlniidre.« 

-Groli«  und  -klein«  von  Statur  werden  immer  durch  ^'f^Jf*  '  ""'^ 
^t*!?*!«  '  »lang«  utid  »kiu-z«  ausgedrückt.  Ein  «gioBer  Mann»  f^A^*  * 
(ktBh  I)  und  «kleiner  Mann«  (^^(f  •'  rtfl>*  ')  hingegen  l)edentet:  .ein  an- 
gesehener, bedeutender  Mann-  und  ein  -unbedeutender, , gemeiner^  Mano*. 


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Mittwoch:  Proben  «ua  amliarüctieiu  Volksmnnde.  205 

35.  h^^^-f:  •  ^-1: 1  hmAm- 1  «fif im 

kqfat/,ftu  fiiü  kafula^i  mäi"otu. 

•  Mehr  als  auf  dns  Fatfat  (Bewirtiuig)  kommt  es  auf  das  [freundliche] 
Gesicht  an,  mehr  als  auf  das  Bier  auf  den  Bienintersatz.« 

Ks  koitiint  niclit  SO  sehr  darauf  au,  was  jemand  als  BewiriuDg  reicht 
als,  wie  er  es  reiclit. 

tTber  die  Zubereitung  des  Fdtf,jt  vgl.  (Juidi,  Prov.  I,  Nr.  105,  wo  die 
erste  Halfle  unsers  Sprichworts  mitgeteilt  ist. 

^^"^  I  ist  ein  schenielai tif^es  Gestell,  auf  das  man  den  Bierkrug 

seist.  —  Am  Ende  ist  wiederum  ^flA'^lA  '  zu  ergän/.en;  vgl.  Nr.  11. 

36.  on^  •  •tH^^  »  ^am* »  Tif^  »  W  «  ^H^A  » 

abbä\  mädqr%ä  i'illijti  (pnd  i^zo  i^z'^ordl. 

•  Der  Nil  (große  Fluß),  der  [dochj  eine  Ruhestätte  hat,  geht  mit  einem 

Baumstaniin  umher.« 

Diese  Worte  braucht  man  von  jemand,  der  unniit/e  An.strenguiigen 
macht.  Er  wird  mit  einem  Fluß  verglichen,  der  Treibholz  uiit  sich  fuhrt, 
als  wolle  er  sich  ein  liaus  zimmein,  während  er  doch  seine  feste  Lager* 
stalte  hat. 

0f|^  i  Ähbäi  ist  der  Name  für  den  Nil,  bezeichnet  aber  auch  im 
allgemeinen  einen  «großen  Fluß«. 

37.  W •  Mf  1- •  JLe*lt0H^ » hpamrr • 

»Das  Auge  wird  nidit  aatt,  [immer  Neues]  sn  seilen,  da«  Ohr,  [im- 
mer  Neues}  zu  hören.« 

38.  mr»  >  f 4»A?Nl^>  >  ^«»AAAf*  • 

tqkan  ig^^i*hbdtM  Pmgßldliqi, 

»Der  Elefant  ist -dem  Orte  ftbnlieh,  an  dem  er  sicli  anfldUt.« 

Das  iufiwe  AusselieR  des  Eldknten  ändert  steh  je  nadi  d«r  Farbe 
des  Sandes,  in  dem  er  lagert  und  der  sich  seinem  Fell  anlieflet.  So  paßt 
»ich  auch  der  Mensch  notgedrungen  in  seinem  Bendwien»  sein«'  lußern 
Eraebeinung,  der  jeweiligen  Umgebung  an. 

»Etn  Diener,  der  nicht  gehorcht,  ein  Friedensrichter,  der  l^wnen 
Frieden  stiIVst,  sind  wie  ein  gebunden  sdireiender  Esel.« 

fSn  Diener»  der  nicht  gehorchen  will,  wird  dazu  geswui^n;  ebenso 
ein  Friedensrichter,  der  keinen  Vensleieh  sustandebringen  wilL  Beide  mögen 
ach  wdgfm,  soviel  sie  wollen,  es  nütst  ihnen  nichts.   Sie  sind  wie  ein 


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206  Mirrwocnt  Fhtbaii  tut  atnharischeni  Volktiaiuido. 

anirc'hiindener  Esel»  der  ausreifien  will.    Er  schreit,  kann  sich  aber  nicht 

hti(y  I  ist  ein  •Eselbengst«.  Das  Wort  bedeutet  eigeoüicfa  »der 
Rutliclie«,  ibolicb  wie  "Ha^f 

40.  f  rt.'!'   hdS,-  ^  f  rt4»Ä-  »  *^J^    I  ^If  VA*  « 

jijjiS'St  a/i^ntiä  iqbak  'lo  indtUn  fhonäilqö. 

-Eine  gescb witzige  Frau  ist  Kaufb&iige  für  einea  Maulesel.«  Vgl 

Nr.  29  uiiH  11. 

EiiK!  1  lau  (lüpf  in  Ahcssiiiien  nicht  nh  Hmt  -^«».  hIs  Friedensrichter  usw. 
fungieren.  Kine  gcscliwatzige  Frau  kümmert  sicti  aber  nicht  um  die  her- 
gebrachte 8itt«  und  mischt  sich  in  Dinge,  die  sie  niclit-^  angehen. 

f  rt,*!'  *  h<CY  *  AiiC^'rt.^*-  Anstatt  daß  das  Adjcktix  um. 
wie  gcwöIinHch ,  dein  Suhslaiif iviun  voranstchl.  fol^  es  ihm,  naclideni  das 
(Sub.stantivuui  in  den  Genitiv  gcsetxt  ist.    Vgi.  Nr.  41. 

41.  « « MAY  i  ifim  1 « 

yvfiit  dqndahJ&ra  kgväl^a  Addern  i^dra. 

•  Eine  unordentHclie  Frau  ist  mehr  Itlr  ihren  Leib  als  für  ihren  Mann 
besorgt«    Vgl.  Nr.  29  und  40. 

*  fehlt  in  den  Lexika.  Es  bedeutet  eine  Frau,  tlie  »niclit 
arbeitet,  nicht  zu  Hause  bleibt,  .sondern  immer  hin  und  her  läuft«.  Die 
Bedeutung  kommt  der  von  Kn^^A^JB»  *  nahe. 

fA/lr  »  Mfilh^  »  fUi  AlAlh^  '  Art  *  i  vgl.  die  Bemerkung  tu 
Nr.  40. 

i   •fiircliten.  hier  im  Sinne  von  »hcdacht,  besorgt  sein». 
't'AmZ*  •  fiir  * ;  es  liegt  also  wieder  die  einfache  Imper- 

fektform für  die  mit  I^A  ausammeogesetste  vor;  vgl.  Nr.  2  uod  18. 

42.  »  An-  '  'JP-V- «  iOh  e 

iasdnqf  Ubbu  aj^nü^Sü. 

•  Das  Herz  (der  Verstand)  des  Dummkopfes  ist  sein  Auge.« 

Ein  Dummkopf  kann  eine  Sache  nur  verstehen,  wenn  er  sich  durch 
ilcn  Atiorenscbein  Qberzeugeo  kann.  Mit  dem  bloßen  Verstände  begreift 
er  nichts. 

43.  f ID;^^C «  mf: » XUA » <t3f-  !  fMA-} « flJ^jf  » MC »  « 

((njdttadflqr^i/afldij  .jhjlq^f\i()  i't:<iUati__,u<hlag  ^'härn _^fay. 

•  Der  Freund  des  Soldaten  ^iht  [lur  diesen]  all  sein  Getreide  Jicf, 
der  Freund  des  Nomach'n  all  sein  Grasfutter.« 

Ein  Soldatensprit'hw  i)rt;  v^l.  Nr.  '.\\  und  .")0. 

KUA  *  nnd  MC  I  Hir  }kUA'}  <  und  MO  *  »nd  äUtiopisclie  Ak- 
kusativfurmeu. 


Mittwoch:  Proben  aus  amhamchem  Volksinunde. 


207 


I  ist  Partixtpium  von  A)f '  «beendigen«,  hier  im  Sinne  von 
•vollständig  ausgeben«. 

iaf$ia  ܧ  bgkgiqmd  i^vdtqgH  U§  boffdma. 

•Das  Kind  des  vornehmen  Mannes  [lebt]  in  der  Stadt,  das  Kind  des 
gemeinen  Mannes  im  Walde  [als  Räuber].«   Vgl.  Nr.  45. 

QAl '  »Bauer,  Dorfbewolmer«  bedeutet  dann  «grob,  roh«  und 
endlich  einen  »Mann  niedriger  Herkunft«,  im  Gegensatz  r.u  A'P  *  «Mann 
in  angesehener  Strllung«.  —  tfHjyTf  '  «unbewohnter  Ort,  Waldesdickieht«« 
der  den  Räubern  als  Hinterhalt  dient 

•Ein  vornehmer  Mann  [sitxt,  wenn  er]  alt  [ist],  am  Haupttor,  ein 
gemeiner  Mann,  [wenn  er]  alt  [ist],  bei  den  Kühen.« 

Vgl,  Nr.  44. 

46.  >  IDA^;!* «  a4>Q»  <  e 

•Die  Verrenkung  des  Mundes  kann  mit  Butter  nicht  massiert  werden.« 

Verrenkte  oder  verstauchte  Glieder  werden  mit  Butter  eingerieben 
und  massiert  und  heilen  dann.  Eine  En^leisung  des  Mundes  Ußt  sich  aber 
nicht  wieder  gutmachen. 

Iii  Verbindung  mit  diesem  Spricliwort  wird  gewGhnlicIi  das  Nr.  49 
gebraucht .  ilaß  (Inn  Sinne  nach  nichts  mit  ihm  gemein  hat,  aber  denselben 
Reimbuclistulipii  aufweist. 

h^^Ü^  '  von  '  «nut  den  Händen  aerrdben«,  hier  «verreiben, 
masweren«. 

47.  Hfl"Ä- » ax^fi » '^pcr'  I  h^7-/8  o 

znviqd  tnrndaihUi  c^c/ärjm  ai<fadä. 

•  Wenn  die  Familie  sich  f^jepenspitii;  tmffrstutzt,  dann  schadet  kein 
Mißgeschick.«   Vgl.  Ni-.  "24.  21  und  das  folgende  Spricliwort. 

Fnr  7pC^  I  ^J&>i|  <  wQrde  es  in  gewühnUcber  Prosa  heißen 

zdmqd  kazqmadu  ä^ä  kämqdu. 

•Familie  zu  Familie,  der  £sel  xur  Asche.« 

Wie  der  Esel  sich  mit  Vurliebe  in  der  Asche  heramwälxt  und  Sich 
dort  am  wohI.<tten  fQblt,  so  bdiagt  sich  der  Mensch  am  besten  im  Kreise 
setner  Familie. 


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208 


BfitTTWOoat  Proben  «na  tmfiariselMot  Volkiiniiiide. 


49.  ictf  f  AO AiK^^ « ihi&riir  > 

•Der  Furchtsame  flieht  nicht  ^or  seioeagtetdieii.« 

Dieser  Sets  wird  als  ewettes  Glied  von  Nr.  46  gebraucht}  s.  daseihil 

50.  •  Ajn  i         « 9^  *  M^m*  • 

•Wenn  der  Beitcr  flieht,  was  [kann  dann]  den  Fußsoldaten  mm  Stehco 
bringen?« 

Ein  Soldfttensprichwort,  wie  Nr.  34  und  43.    Der  O^ensalx  voo 
4M^f  *  und  «  auch  in  Nr.  33. 

IL  Seherae. 

•  Als  er  [zu  jemand]  .sprach:  ,Wie  gehts  dir»  mein  Bruder?*,  antworlele 
Jener;  ,Meine  Frau  hat  ein  Kind  bekommen.' 
Wer  hat  dich  danach  gefragt? 

Gestern  Abend. 
Dieser  Mensch  Lst  ein  Narr. 

Wenn  es  (mir)  heranwächst,  win!  rs  ein  Mann.« 

Otf^  I  •m&nulich«  h&ufig»  wie  hier,  im  öiooe  von  »ein  MsnDt 
ein  Held'. 

MW  f  M^y^  • 

^mV^onna  /rV/  tqgäblm  alu 

k  iUtm  htsäbbqra  äm^öräy^m  bqrrarn 

•Ein  Ran!)V<)^eI  und  do  KQrbis  trafen  zusammen.« 

•  Nun,  nun.« 

•  Der  Kürbis  zerbrach,  der  Raubvogel  llof»  davon.« 
T)er  Sehe!"/  bi-steht  darin,  daß  jemand  den   Anschein  erweckt,  als 
wolle  er  eine  Falx  l  trzählen,  und  alsbald  die  gespanuten  Zuhörer  mit  ei» 
paar  nichtssajjenden  Worten  eottauschL 


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Mrrrwonn:  Proben  §m  anharischem  Volkamonde.  209 

Dm  Wort  \H^^{fi)  «  baw.  M^(^) »  »otin,  wie  war*»,  was  gc- 
aehah«  isl  in  den  WSrterbQelierD  nachzutragen. 

A^*»  •  >^Ä'  1  411k  •  Aiii-<i|A^ « HJ^  I « Am'? » Mit « 
hA<»-  « 

*innr1:»nm*i  ahhiinhm  ^ff^»!I»f!^na  huht  ffornun  ;?-'mlrr^r'/  simrjn  gndrad 
h*ii  Uiii'^t  allqi  I'llai}  tinyni'  n^i^fqu^^^  uiJcffom  hUat  yörö^^i  ärai  itg^run  fe  udr- 
t  ah  d^mbulhvUo  välmi  alaii. 

•  Als  er  [zu  jemand]  spracli:  .Mpiü  !irm1>  i-  ''.■»•rkauf  mir  d<'irien  Esel; 
dann  wertle  ich  ihm  die  beiden  Oiuen  aiischinM«ieii  und  ilim  den  Nameji 
Guärüd  beilegen',  du  anlwtnlete  ihm  [jener]:  ,(jih  mir  nur  llieiiien  KauT- 
jireLs;  dann  schneide  ihm  meinethalben  die  beiilen  Ohren  und  vier  Füße  ab 
und  nenn«  ihn  Dombtdbullo/- 

J  gttfhadn  ist  die  Bezeichnung  für  -einen  lOsel.  dem  di»»  beiden 

Ohren  abgeschnitten  üind* ;  davon  Lst  hier  der  j^igennanie  *  üu&räd 
gebildet. 

^jr*fl"Afl'/l*  '  (nieht  in  den  Lexika)  ist  -ein  Tier,  das  vollständig 
ventiüminelt  ist,  ein  Rumpf  ohne  Beine«. 

fiand^mmff;  kazmgarotma  kqriin  mannäca^  i4m^ru  bii^  tin^qrv  bqmurfS 
iriffls  buginc  Au  huUus  m.tn^k'if  aUitcqii  älq. 

•  Als  er  [zvi  jemnnd]  .sa^te:  ,Mein  Brtuier.  Äff«*  nnd  Sc!iwein.  wer  von 
beiden  ist  anmntip;| er] ^,  da  antwortete  [jenri-]:  .der  Alle  mit  seineiti  Hin- 
tern, das  Schwein  mit  seiner  SchuauAe»  was  ist  denn  überhaupt  bei  ihnen 
in  Ordnunj;?*« 

TI^A  ^  eigtl.  «Kiefer«,  hier  soviel  wie  -häßliches  Gesicht,  Schnauze*. 

DL  R&tsel. 

b»mim  n^gSdiin  gumjqv$^  l^mm^  •^'mn, 

>Ei]i  Ritsel!« 

•W«a  soll  ich  raten?« 

•Nenne  mir  einen  Iclugen  Raufmann,  den  man,  w&hrend  er  in  Nebel 
{^ehfiUt  ist,  ausraubt.« 

10ti4.SAtO«lMl.S^rMliCB.  im.  n.Ab«.  H 


1 


210  Mittwoch:  Probeu  aas  amhariscbem  Volkttuaude. 

Lusung:  «Der  kluge  Kaufmann  ist  die  Biene;  der  Nebel  ist  der  lUucli; 
das  Ausrauben  ist  das  Herausschoeiden  und  Henuiaoehmcn  des  Honip« 

FOr  ^<|><f»-^  I  mOßte  es  in  gewahntidier  Prosa  j&^<^;^A  *  heiBen; 

▼gt  die  Bemerkung  zu  Spridiwort  Nr.  2  ood  siebe  die  falgenden  BItsd. 

■ 

2.  M#4hAU«  I 

k(i.s.i/rä^a  «äU'Ufimas  »ska^j^'  ägqr  i'ddrs  '^dk'nU^t. 

•  Ohne  daß  es  sicli  von  rndnem  Platae  bewegt,  gelangt  es  su  äoeo  j 
fernen  Lande.« 

Lösung:  ^1^1 1  »das  Auge«  oder  h^'ü  '  "der  Gedanke«. 

3.  M**M*  ■ 
.  r7ih^^A0tt 

Iqsq^  jidsifink'  hräsfi  üiäi^k^  *^dk^»U4n.  ^ 
»I)pn  Mcii.sclicri  teilt  er  es  tjiit,  für  sich  selbst  weiß  er  es  lücIiL«  • 
Lösung:  j\Oh^  t         i   .der  Iiahii>  (niunlich  daß  es  Morgen  bi)- 

fh^^'^*  wiedenim  fur  yft,•^a^^A  » •  Anstatt  hfth^* 
mOßte  in  gewoluilicher  Prosa  hß^^Ff '  beißen;  vgL  die  Bemerkiiag 
SU  Sprichwort  Nr.  3. 

«•M/  tt^m»^  ^mdäg»  «ifi^^flfiM. 

»Wenn  ich  weggehe,  finde  ich  es;  wenn  ieh  surüekkdire,  kann  icb 
es  nicht  finden.« 

Lösung:  (tUH  *  "der  Tau«. 

M«^AU« 

^ssKd  f/d/fa  9ssiat  t'i'  öh  *mtk  dhn. 

•  Wenn  sie  tötet,  macht  sie  Lärm.« 
Losung:  infl13{  >  'die  Flinte«. 


Iffarrwoca:  FrobflD  «w  amliariMhem  VottaBuidfl. 


211 


ffi  I  fiir  «  mit  AssimUaUüu  des       an  das  ^  i .  I"^"!!  «  ffir 

^^F'^llÄ'?  •  >  wie  oft. 

^Jtä^  mßidi  andtt  9mdq^  »^'»UaiL 

»Auf  «Soor  glatten  Ebene  eio  [einnges]  Gras.« 

Lösung:  0«hj&  '  *dlQ  Sonne*. 

>  ^ftlD*  s  >  ut  «eine  völlig  glatte  Ebene,  die  keinerlei  Er- 
höhung aofweist  und  auf  der  nichts  wichrt«.  Der  Himoidl  wird  mit  einer 
solehen  Ebene,  die  Sonne  mit  dem  SdndfdJIogrBse  veigliehen. 

7.  Klf^AU« 

^^•fi  « r-h«? «  h4-^ »  A4-* »  ^HC »  Md4»A^  « 

tjiuui  ifutqna  nfaf  lafäf  fz^'ör  'müiaUin. 

•  Ein  kleines  Haar  gelit  am  Rande  in  einem  Kreis*»  hermn.« 
Losmif»:  tf'^il^  >  »ilie  Nadel«  (nämlicli:  beim  Flecliten  \  Kör]>en). 
7W*V  >  ist  gewuhulich  eine  bestimmte  Art  •Haarlocke«}  hier  allge- 

nmn  =  -Hnnr.. 

ftoe^A  amta  bqdur  fiäit(äitä  '^dJje'gl/ÜL 

•  Im  Hause  ist  es  schweiar«;am ,  im  Walde  schreit  es.« 
Lr.siiiij;:   tfo*y/^([^j^  I  .ilit.  Axt-. 

UjP";l*  s  und  ^f^M^j^^"  t  siudSuhstanava,  •Schweipen.  und  . Weh- 
nifen, Geschrei«.  FQr  das  letztere  Wort,  das  so  nicht  belegt  ist,  heißt 
gewöhnlich  f  jSi^  i . 

9.  M*4»Aüa 

«HH|!^  f*rM  V^*«««K. 
•Ihres  Hauses  TQr  besteht  aus  kleinen  Hfibsem.* 
Lösang:  ^^1'  Auge«  (dia  TQr  sind  die  Wimpern«  die  mit 

Ueiaen  Hötxem  verglichen  werden). 

14» 


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212 


Mittwoch:  Probeu  aus  aniharischaui  VolUmunde. 


f^HXf»  ist  €in6  »TQr,  die  wis  suwRiineng<ebuodeD6D  odor  wwiii' 
andergesclilagenen  Holzern  und  Stöcken  besteht«.  Das  Rltsel  wiid  audi 
in  folgender  Form  nifgegebeDi 

10.  M<^4>AU:: 

-Indem  es  geht,  iudeui  es  geht,  verbriogt  es  de«  Tag,  nachdem  es 
die  [aus|  kleinen  H5t«er(n  bestehende  Tür]  zugemacht  hat,  gdit  es  schlafen.« 
Lösung:  :  .das  Auge-, 

^•i-?  I  für  ^^-^A*  « . 

IV.  AmmnSa-Wortspiele. 

tallalc  äddqras  sqrM 
mtfk'än  mqdrqJeün  ävg^*öi 
qfästqsqhin  k'danu 

Ä|^r«flM_no$  azqnü,  i 

•Eine  große  Empfangshalle  hebe  ich  gebaut,  I 
Pfosten  [und]  Sehwelle  habe  ich  gezimmert, 
[aber]  das  Dach  läßt  Wasser  durch, 
leb  muß  sie  einreißen.  Seid  traurig I« 
Der  leiste  Vers  Icann  auch  gdesen  werden: 

läfar  sc^f^nc^  9zqnu. 
-Dem  Staube  ist  der  Mensch  [verfallen].    Seid  traurig!« 

AÄCAiD*  >  >ID-  <  wörtlich:  .sie  (die  Halle)  ist  [auf  dem  Funkte]. 

daß  ich  .sie  einreiße'      •ich  muß  sie  einreißen«. 

K^AA*!!^  *  M)- 1  wörtlicli:  .das  Dach  gießt  aus  so  meinen  Un- 
gunsten« =  «läßt  Waaser,  Regen  durch«. 

i-OK^  «  h^Ah-^-  »  »  Mis  s  i  >|D«  » 

kqf)**n^()Ammna  kqdamot  numnäd^  i^v4^f'  b^tfilgkätf 


Mittwoch:  Pipbea  aus  amharischeui  Yolksmimde. 


213 


»Gol^iD  und  Dimot»  wer  ▼on  ihnen  beiden  ist 

grSfier,  wenn  ibr  nachmesset? 
Ltaset  es,  messet  nicht  nach;  wir  wissen  es: 

Groß  ist  I>Bmot.« 

Die  iweate  HiUle  des  swdten  Verses  kann  nueh  gelesen  werd^: 


Go^üam  und  Dainot  sind  zwei  LandschaAen  von  Abessinien. 

>  fur  ^A'HA  '  h^lqkuU  lind  ätt»lqkuti  anstatt  bjtflokut 

lind  ätflqkut,  wie  man  in  Prosa  lesen  wTird*'.  Am  Knde  eine»s  Verses  oder 
Halbvenies  wird  einem  vokallosen  Konsonanten  der  unbestimmte  "gemischte* 

Vokal  9  nn'yi'h'Auiii. 

Yx^^Ot'  1  wörtlich:  »wir  haben  es  (einjgesehen«  =  »wir  wissen  es». 

I  =  "Schuld,  Strafe,  Snhne-. 
Spricht  man  die  Worte  ;I*A4i  >  hßk  '         >  schnell  nnehetnnnder 
SOS,  so  sind  sie  von  ;f*A^  i  iVP^  >  nicht  su  unterscheiden. 


Eine  Armspange;  [das  sllen]  «tebt  gut  dem  Kaiser  Menilek.« 

Der  letxte  Vers  kann  auch  ^r  laßt  werden: 

•Wenn  er  yerseiht,  so  stetht  das  gut  «n  dem  Kaiser  Menilek.« 

Zn  «olM»  und  mtmök»  v^.  die  Bemerkung  zu  den  (unter  Nr.  2)  voran' 
gsgsngeoen  Versen. 

I  von        a  eigtl.  «lassen*,  hier  =  »venceihen«. 


»Wir  wLs.^eu  e.s:  die  ^riiße  Strafe  ist  der  Tod.« 


3. 


4. 


man  dstqmwrat  t'teqvvn» 


214 


Mirrwont:  Pkvben  ti»  «mharisdien  Vollumwide. 


»Die  Tüpteiiii,  die  sich  dort  dbeii  befindet, 

ist  arm,  sagt  man;  uhne  Kr;<;o.ssen  zu  babeo,  l^t  sie  sieb  scblafeu. 
Wer  hat  sie  die  Kunst  geUtlu  t, 
daß  Scherben  Erde  (Ton)  sind?« 

Der  letzte  Vers  kuaa  auch  gelesen  werden: 

^#18  {Sj/4r  mqhioiHin»» 

•daß  der  KSrper  Erde  ist«. 

/n^*  '  '  wortl.:  »fastend  die  Nacht  zubringend«,  t  dvqcütu  »ai 

mqkonän»  mit  kurxein  v,  weil  aus  t'^väonn  uad  rnffAmim  entstanden.  Dais 
scheint  fast  verdoppelt;  also  favqvühm   und  mqJ^mmn», 


V.  Lieder  und  StropheiL 

Lied  des  y&jt  o. 

Mir: »  ;>'V7i  •  f^tDp  1  Mi-ß  j 

^m'ni  _for<e  bqzägarii 
zqgdr  tannai  i*U^ffä^(aßtöai 
h']idgaSi  dam  y^tfaU 
dam^ära/a  korafrgja 

•Nilpferd  komm,  wir  wollen  kämpfen,  da  und  ich; 
mit  welcker  Lanse  von  mir?  Mit  mdner  Zagqwlanse! 

Die  kleine  Zagarspitze  treffe  deinen  Vater! 

Wenn  ich  dich  treffe,  win:t  du  blut|ig]  hervorkommen, 

des  Blutes  Schaum  wird  aufschäiunen. 

Mit  ihm  (dfMM  Nüpffrd)  wird  es  (dns  Hliit)  fzum  Feste]  Dach 'Artflt  g^hcu. 
üh!  (p«l»!)  Seinen  Scliild  liält  er  nach  unten, 
und  gellt  mit  ihm  nach  'Arafat.« 


Digiiizca  by  Gu^.-  . 


MrmrooH;  Proben  tw  amhuiMhem  Yonumonde. 


215 


Die  yi||o  wohnen  am  T»näsee.    Sie  jagen  auf  Nilpferde,  derm 

Fleisch  sie  esspn,  wrilircud  ps  von  den  uljfi^en  Alx'ssiniern  als  tinrpin  an- 
gesehen inul  nicht  gegessen  wird.  Die  UaiiD  haben  viele  Bräuche  mit  den 
MohamineUancrn  gemein;  5?ie  gebrauchen  einige  arabische  Worte,  wie 
alhamdu  lilläli,  haben  aber  keine  Kenntnis  vom  IjLuran.  Sie  werden  weder 
vi>n  den  Christen  iK)cii  von  den  Muhainniedanern  zu  den  ihriaen  gerechnet. 

in  den  ei-sten  vier  \'ersen  ist  das  Nilpferd  Kelb>)t,  in  \'ers  .')  bis  8  das 
Blut,  das  ihn»  entströmen  wird,  wenn  der  yiit'o  es  trifft,  angeredet. 

mr.  '  ist  eine  Lanze  mit  Inn^ctn  Schaft  und  einer  klenien,  mit 
W  ui.  rhaken  versehenen  vergifteten  Spitze.  la  Vers  2  ist  die  Lanr.e,  in 
Vers  3  die  Spit/.e  gemeir»t. 

Die  Spitze  .trefTe  deinen  Witi  i  (\'ers.3)  für  »treffe  dicli«.  .\iich  im 
Ainharischen  nennt  nian  ,  ähnlich  wie  im  Arabischen,  um  einen  Khieh,  eine 
Drohung  usw.  kräifliger  zu  gestalten,  anstatt  des  Angeredeten  dessen 
Vater. 

In  Vers  5  und  6  liegt  ein  Wortspiel  vor.    K/*4^  '  ist  das  eine  Mal 

in  der  Bedeutung  von  ti/^^^'t  '  -Schanm',  das  andere  Mal  für  oU^^i 

oder  besstT  «das  Kf"<;t  von '.\rafat«  gebrancht ,  das  von  den  yäjt  ö  wie  von 
den  Rloliammedanern  gefeiert  wird.  Das  Blut  des  Nilpferdes  wii"d  als  Pei*son 
gedarbt,  das  sich  mit  gesenktem  Schild  ztun  Feste  voo 'Arafat  begibt,  um 
an  Ulm  teilzunehmen. 

Zu  '•  <  das  nicht  belegt  ist,  vergleiche  mau  *  ÄA  ' 
(Guidi,  Voc.  S.  530),  ..sciiäumen-. 

I  eine  Intel  jektirm ,  die  1.,  wie  hier,  znni  Zeichen  der  Verachtlich- 

keit  uod  Geringschätzung  und  2.  als  HiUerut  bei  Gefahr  gebraucht  wird. 

2.  Kio  Lted  zur  Leier. 

hT-fl* « ^c^r « ff.c.p^ « Inn  8 

iflhbat  (u/f/r  (abbat  b^otä 

bdirrilu  väyt^nf  u  (wtmq^.fläl  ^itO* 

(abbat  ngqr  jflbbai  ydnzi 

äftfico  biiarq^um  (ddgr^fdi  yVuvqzi, 

-Die  lieimal,  die  vAlerliche  Stätte, 

läßt  [einen],  wenn  man  auch  nicht  [zu]  essen  und  [zu]  trinken 

[hat],  als  Herrn  erscheinen. 

Die  Hciinat.  der  väterliche  Floß, 

macht  [einen],  wenn  man  auch  setu*  alt  geworden  ist,  zum  JüngUng.. 


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216  MimvoCB:  Proben  rub  «mhariMlMin  Volksmoiidei 

3.  Lied  eines  Azmari. 

f « A«N  ■  A?  ■  i^Ct^  I 

mc^qi  Iqjcqma  Jc^dUa  ^qrdo 
s^dnqdd^  IcUi^rdl  UUtiima 
fosabbqrqiy^nn. 

(Allegorische  Verse.) 

WCrtUdie  Bedeutuiigs 

•  Das  Kind  eines  angesehenen  Mennes  ist  henintei^kommen. 

Holz  zu  sammeln,  ist  es  ins  Tiefland  herabgestiegen. 
Es  verbringt  die  Nacht,  indem  es  [das  Uola]  ansfindet» 
das  es  am  Tage  zerbrochen  hat« 

übertragene  Bedeutung: 
•Das  Kind  eines  angesehenen  Mannes  ist  heruntergekommen. 
In  Armut  ist  es  gesunken,  armer  Lente  Arbeit  muß  es  veniehtea. 
Es  verbringt  sein  trauriges  Leben,  indem  es  [vor  Trauer  über 

sein  Gescliick)  au%apqst  ist, 
(das  KindJ,  das  vom  Geschick  gebrochen  wurde.« 

Zu  A4*^ '  vgl*  oben  die  Bemerkung  au  Sprichwort  Nr.  4.  HoU 
sammeln  ist  die  Beschäftigung  armer  Leute. 

'  »«las  Tiefland«»  hier  bildlich  f&r  «Armut,  Elend«. 

•  AnaHnden«  ist  hier  von  der  •flammenden«  Erregung  des  Zoneii 
der  Trauer,  «Nacht«  flir  «Mifigeschi«^,  kvtiriges  Leben«  gebraucht  Isi 
vierten  Veive  sind  die  Wdrtetr  ^  i  rAfl^^"! «  in  der  wdraidiea  Be* 
deutung  au  fassen  als:  fl^l  i  f  All^fl^l  *  und  auf  K^A^  i  ta  Iw- 
ziehen:  >d»s  Holz,  das  es  am  Tage  zerbrochen  hat-  (Objekt  iw  «an- 
zCindet*).  In  der  übertragenen  Bedeutung  beziehen  sich  die  Wörter  auf 
•das  Kind«,  und  4*1  >  *1^ag*»  bildlich  f&r  «Geschick«,  ist  Subjekt,  -4» 
das  Geschick  zerbrochen  hat«. 

4.  Strophe  eines  AzmÄri  zu  Ehren  König  Theodors. 


üiQiiizcQ  by  CjOOv^I« 


Mittwoch:  Probeu  aus  ambarlsclicm  Volksmunde. 


217 


amsalq  ährjhämii»»* 

«Mein  Herr  Theodor, 

ein  zweiter  Konstantin, 

li.nt  sein  Leben  gans  im  Zelte  verbracht, 

wie  Abraiiain.« 

Beim  Vortrag  einer  solchen  Strophe  werden  einzelne  Wörter  und  Vers- 
lialften  wiederjioit  mul  immer  wieder  von  neuem  nufgenommen. 

Dm  seltene  '  im  Sinne  von  IS*)^^  •  «der  «weite«. 

Zu         *  «vollenden«  vgl.  die  Bemerkung  «u  Spriebwort  Nr.  43. 

5.  btroi>he  eines  andern  A/.mari  zu  Ehren  Ivüuig  Theodors. 

«MS  mMS»  ttidro8  dm  4r  . 
bqi^t6t  t§oradä  vqfom 

»Der  Held,  Held  Theodor  Abba  Tit'ak  KiA 

[ifit]  sur  Eneosseit  fetnen  Braten,  sur  Fastenxeit  Fiseb. 

Idi  warte  an  der  TQr  auf  deine  Mahlzeit.« 

Zur  Pastenseit  dOrfen  die  Azmir»  nldit  singen.  Unser  Asmiii  nimmt 
sieh  einmal  die  Freiheit,  zu  dieser  Zeit  vor  dem  Falaste  Theodors  zu  er- 
adieineo.  Auch  wlhrend  der  Fasten  —  so  meint  er  —  ist  des  Xön^  Mahl- 
zeit reichlieh,  und  darum  warte  er  an  der  Tür,  bis  audi  er  zum  Mahle 
gerufen  werde. 

Zu  0lJt  i  «Held«  vgl.  oben  Abschnitt  H,  1.  ~  «Irj^Cft  «  =  irP 

Abbi  T&t'ak  ist  der  Name  von  Theodors  Scblachtrofl,  der  dann  auf 
den  König  selbst  Obertrsgen  wird.  KisI  war  Theodors  Name,  bevor  er 
König  wurde. 

A'fl^^  *  eigtl.  ■musculo  dei  üanchi,  presso  la  coscia«  (Quidi,  Voc* 
S.  169)  bedeutet  dann,  weil  dieses  Fleisch  f&r  l>e8onder8  gut  gilt,  einen 
•vorzOglichen  Braten«, 

6«  Vers  eines  dritten  Azmtri  zn  Ehren  Theodors. 

Iqiijje  mqnqn  tnülla^  sinufisa 
änfffrafqfq  imbt  alq  kasa. 
>W;(hrend  die  Menge  siel)  vor  meiner  Kaiserin  M]|ni|n  erhebt,  weigert 
sich  [dessen]  Käst  [und]  sitzt  gespreizt  da.« 
Manan  war  die  Mutter  von  Bis  iMi. 


218 


MiTTwoca;  Proben  aus  anharisdMiii  VotkuDiinde. 


A-fcp.»  =  A  +  Ji-fe  +  Suffix  1.  Pers.  Siug.    M;  t  (nus  htl* 
verkrint)  =  «UernD,  Königin«. 

7.  Vers  eines  Azindri  zu  Ehren  von  Räs  JNla^a^a. 

« lllLtI '  M>K  >  f  Alt « Ibis  •  h'l^  « 

9iui  ias^  9Kkfta  fol^  iÜt  Siiub%h 

•Theodor  fing  na,  aeiuen  Palast  gertum^  au  machen. 

Sdiet!  Da  ist  aiich  das  Zimmer  seines  Sohnes  schön.« 

Räs  Mateii  ist  der  Sohn  von  König  Theodor.  Der  AamiH  will  »gen, 
Theodor  habe  sein  Reich  so  ausgedehnt,  so  fest  begründet,  daß  auch  die 
Macht  seioea  Sohnes  bedeut^id  sei. 

Dieser  Vers  klingt  an  ein  *  4DCt  i  «n  (s.  o.  S.  187). 

VL  finBähluDgeD  und  Anekdoten. 

1.  Geschichte  von  Rampsinit.  KöDig  von  Ai^ypten. 

^f^hX^  »  ff  AC  •  IT-/»' »  h^C*  •  f^mi'ü  •  KW « M 

fljp:  ^  Vit: :  1^ :  hT*'ih » ^H. » nAA » hvm,i»- « ^  «  f,iiv>r : 
>  Au-A^  >  A^'^  >  M^'Pi:«»-  >  Vflcv  4  fliu  >  xno-  <  hl 

-Mi»-  f  0»*MM » -nih » %lt  •  <0C4r> « ^AC4i » Mi- !  7?-iM-r  •  f  ^ 
TWIK  i  mc*  i  r%9f^C  •  M^^Ä-A «  * A*  *        i  A.II  •  nn^TO 

9.  t  A«VW0H  « limM  *  MC*  •  fl<t^ « iPH  i  •■»Wfr «  ••äK  • 
a  d»C4t1  >  K^Wß^  >  naNA<r  i  tü  i  ^Mrfm'  t  Ai^OA  > 

U-^  I  ifP|D.fli^  j  KAi-^A^f '  AAII.U '         » » « KA 
•  KA«-  i  mjg:ao^  •  X^H>  •  W+»>* » f Ifr « ir>ll*^ «  f • 


Digitizca  Ly  Gu^.- . 


Mittwoch:  Proben  aus  aiuiiari^dieia  Volkainuiide. 


219 


l^A•  i  A*^t4-^  «  >!!>•  a  ilC  « •T»  •  A*T>A^  «  «  f  <  hfii 
iMT  ■  IIA»^  t  m^M^  «  6A^1 «  hAQAi «  ««AA«h  i  ^-(i^t 

^  i  >nCT « rr^*  i      » t  hM*»^*v  •  htDiiW* « f  Äff 

•P*»  •  I  nA.^  »  Ac*  '  A'^'>'^>S'  •  A'/o^^nC  ■  Mä"  »  f  »  X 
'IIIA.A  »  (Iff    XH. «  Hö»^' ih*r>  '  hrt<C/.       »  «  A^A  »  ? 

1 1  XU.  i  ^A^  i  rtdSmP-  ■  iD^i^tfi»*  I  f ff'^im  i  4^4 « U '  K 
i^<PAl^  » «OA- «  i-V^  «  nü^flHf»  I  iifr  I  f iD^I  I  mff » «^V  "  f 
iDli^<n>< »      «  OAttl-  '  A^^?- »  n WA  »  TH. »  h<-* »  f'^'H »  >.''^. « 

4  *  iPiL « >^  <  AahYtf*  t  ^u^fk-}  >  iU'W'i '  h^A-»^  I  ■  All 
Ci  •  inil#¥r  •  n  •  WVA  •  hA-1-  •  hCitT  t  flli-M  i 

rriffli^- »  f  ©JRI » mff  »  WAtf- »  XAVäh  »  KCA^^  i  HA  i 

K^*»^«? » W '  p/-  •      «  ka-v  «  nca-^  « » hflim^Fio- » 

lUü  »  OÄA  •  l-^-f  '  XA  ■•  a^fXi^V  «  Ättlfl»;** » -n^H  i  hfTCS  »  T*!* « 

f 0^1 '  mff  >  Xf  Ai^)  >  •07«»«»^  «  AA  ■  Mfm-  »  hVCA? 
•-f*  «  M «  M¥0-9  i  «f '  XK  >  KA^  «  XCA^  *  bdtj&V  >  Xf 

ihA-  <  K^A  '  Xrai'^¥«H'>^  <  ^1n-^;^  ■  ^ll*Ai;l-^'> «  h-M^O-fi  >  A 
'^V^  «  MCA^^  « <r}  i  flAlti:  •  a»>^<^»- «  fliflA  t  hl^A«  I 
+'5+^  I  »ACT  «  ^AiSHlWfT  •        i        •  fcAA*"»-r  «  hit 

U  »  AAA  »  •M'^/V  •  l'fli'JÄ-im-l  I  äA  »  Oü^l»- » » '  All 

ö«»/«.5p  I  KAf.-f :  fiAm-c  ■  +n/.iiH  »  nv.''5^  •  7.11,  n-/*'  •  nmn* 

I  f iDAIlflfT  I  ^  I  A0*  I  i  mf »  mQ*^ 

r  I  MJf «  i^lh-AV  •  AiP* » f t  K7C «  Wfc  •  «»AA»  •  «»T*  • 

n<»M   injt  »  ^lAhir  »  A7 •i'^'A^  »  nsj-y »  KA-im  t  äAi»-'»  « IDA 


220 


Mmwocn:  Proben  tm  amhartechein  VollaiiRind«. 


-Mi^ » nM,ü » •  f  •nh-.A « -pn-fi » x^-i » « imor  • 

<  'OH'  I  HA-^^V  « IIU'Q  •  ll«Cy « M  Vl^S « •IIA'  *         •  h 

hm. "      •  %ii « *     >  hVHf^ » nun  •  Tt»^  *  k 

frr  ■  hovyj^/,^  >  •  «Toa^^ii  !  ^f.lnoh'i » ihA- »  A*}?  !**  :  II 
H-  >  nil-flf  ■  YSA'^^  i  Am^  «  hHU  i  fltXA  >  hiLtf  >  riUlm « 4A 

y-W »  Aä-  » K  w^W  i  -OA-  •  n-w»  •  ^ft  i  AULi  I  «A* !  riw « 

*T> « a^^A• » ^4>'^A  « 

Umschrift. 

«w  bblhaUiiiiia  sa^  n^bbarg ;  ginthun  «isgrä  igi/drk'ii  ma.iirgkltia  gS^,jiämmdia^ 
Jcfr^  k*gdäda  brrrjlhat  ävagga  nngqr^in  kg t 'k  it  giz'^  bakuiä  'Inat  vi  m^nta. 
Xtfh^/ujnjuTn  kgda^la  Ighülat  bgm'ü  äsdit^acg^  nnbbiirjittiä  bq:na  ./lOji/ii/i'/ü  kgn'- 
ffusu_^azgäv  b^zü  giz>i  jfdr^'un  jfsqr^^ü  nqbödru.  tt*gusum  jffmgzyqcü  ^drk' 
9aäddqrq^,^n<^jg*'ddl  tolo  a^^ak*q.  Uiva  bqmin  gqvto  9ndtUqrJf*^„^^6n  «Awm 
ata^^Jeqm  dägu  vq^'u^^u  ^»dq  tqle^dUq/q  allgk^q^mmna  s^q^  hqmäzgqm^ 
fftaf*  kqKir^%^€^*qffdv  wovr^t  ^dfmqd  af^immqdq,  Awlc^  f^HMlWidldMSm 
Mq^^mä^ßi^  Im^h"^  iU4rr^  hg^it  fi9dq.jmqz^m^'wmidnd&^*m 
iqttOifat  bqifutf'  gäUä.  Mtlgi^^iai  IqmäH^qo^  hgtnfidä  isomq,  ng^^ 
bqifiisf  iqgqbbäif  bq^ätmadu  tqijazq  Ü^/dfa  sndäUqöälq^^rmi  tqi^9&  md^ddqvdddqs 
h^uaya  gizii  bah^gdadä^  angdtun  asl*k*o  ^änd9mmif_hoi  »n^S  ba^fmad  tqf- 
£älli'J)^u/mä  mu^i'üt  altqMll'hlit^m  s:flq:th  //uu'gm^miic  m^öi  nJk  'irraüitnumi.mm 
»tyittiffgnUa^hu  dnggHhi  k'*'drfgh  kdnta^gara  t/'«  /'/  ulinj  unnd'mmum  ^iidzzqri'i 
^f^jgtgc'^nnak^n  iggid  honqbdt*nna  jflüand^mmun_rä$  k  ort  d  i'zö  hida.  bqnqgö^ 
rfgis  ^ffgKdrk^u^mqzgdr  Dgnra  *rasu  igtgk"drrqt*g^sq^  bq^fmqdu  tq^t^ 
Sffd^  i(>hfm4nti»m  r*ita  afiif'»to  bädqoaa^  ftMq^ftma  ba^dttadgroi  atf^bö^^q^- 
vfgiswn  j^h»nqn^n\ädqrqgu  %ddS^S^  |f^^  zgmqdo^  fieaöj^  tqmemdt^ 

^  Siehe  oben  S.  195,  Mitte. 


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Mnmrora:  Pkobsn  au  amhiruehem  Volksnuinde.  221 

Igmgtwit  änd  iadqffqrq  älnMdrgtn.  hgUU  Hät&idgroö  r*«sä^  ai'WUfi  fnqslq^ 
j^fgbb'k'ut  ngbbäi*nna  iqm^d^^mndt^pin  kqzqmgdöitmna  koffgn^mmo^  iql»' 
g^än  r^esä  bqP4t  sqrk'o  lfiman.sdfnnä  lamqk  vdr  dnd^{qd(tffqrq  ^ndnllla  bulin^^ 
gixfi  zqmqd^Stian  asfardrrai'  imtih  !!9tt6l.  lal^gm  r*Am  bnVtt  s.irl:  nchU  kai- 
leäbhqrächtU  kuUäcku  iievoc  mdqhdnachu  Iqn'gus  tqndg*rr*S  ask  qtt  äöh^dli^V'u 
älqdada^.    t/BKilän^gisii  rasttn  {qk  ^f^rrqfqfi  ^qndammü  iq^qnd^mffn  r*ha 

fikSLWtsbbdi^^ß^  igd^^TttM  ffiäü  kgrik'  vfmS*&  ngggSdü  mg«!^  kttt'MS^*Ü 
ffN"  yärrgoepmi  kqr4^        iff^t^^^  mg*di  ngg^dfiu^  goäkkSä^ 
larrägfhmi  kMOLffiSri  bddr  jß^.  f*gbbdit*oüm  min  f'nqhdl  ifcrf 

bqkqtqma  (amsgfqy  iq\tdin^fd^  f'fUÜW^  ^^'^^'K^^V*  Msdcq^'m  bql  *rrdg*Jhma 
k^d^ära  'dar  Hut.  »ssüm  Äait|fl  käfqgqväda^  arrägq/nnna  mqlkHkam  c*q^ti 
i^äcäy^y^iilq  Ids^ydöq^  ^dmmrirn.  kazih  _hdhdla  gßetod  id/n  mafdt  cawita  Öm^O 
diämjr'nna  f'^it  (nudin^t  dg  »ixui  [iJt  h'^nr^c'äuuut  i^-'ihiiai  dldvqu.  hnnfrx- 
säc^m  das  dliunu'nnä  toto  älut.  jssam  kaud^nü  ^(qydddä  sqtfacä^*nna 
6aÄ^«v  i^^qia  dd^  ä-^dnnncq^.  »ndihum  bat  'k  it ^C'leit  »(((Uällqiq  bjzii  dCqtfä' 
dnfW  Si»äkkqrtU$ii,  hAUwm  9ndami&  Aim^  beu'kär  tdiUiu.  j^iä>K.4fisii 
Ifiätiatmä  ifffei»hSk*$»n  t*^m8S^m  >  $k^ia  »J^imf^  kgidSUkA- 

hjtHmi  ißi^rrgffgbbäd^»         minem  ab^mmmn,    kgzf^  bdkSla  t^näumma 

bqnäggam^gi^i  n^gus  bqt^qbhäk'oö  (qtqdarrqgq^^  k*fat  aito  ^ruÜt  mdih  jalä- 
<jiifqh(u'nii'nrtar*exäii*n  imfdssqdqjii^n  nun  _  sn^  jnda /tonn  t^qiiqyädq^.  t  qbbd^Ö&m 
and^tutik"dhhin('i  squ  iqrüJc'  tUfdr  ruiyund^i  innsio  mat' to*  bandin ^td^  a^h^ro 
^imf^Tmalldt  bqüdm  allä^t  Ö  r*em^*n  ^lassqdqbbhutq  alid,  n»gunum  %^iMn^bqsüm- 
ma^,gis*i  bafabbaJcoi  s<mfimM  i^h3min*m,Jbad^rqgwj l^^^^ä.  »ssu- 
«Kin  hmiäg^flS^tma  lamalcfat  bim  mgi^mgnpm^  d^kqmq*  n9gqr„,,,g6n  alkdngl' 
i^.  ifp^mm  b9d^^t^^JfiiäAkul^f'v4ü  9§§ig  tqddmußt^a.  ka^MmJbdhaH 
hqt^a^phmi  hqmarimar  itifyiti^if  MaÜ^'it^  ffiißi  0därq^^ 

«jif  T^nm  /^n^iZflS  6^/'  kqifgäA,jB4nd  hiat  khnäiHmi  g4naqv  kivnm  htdtj^ 
Pffi  hHo  S^a^  amdggqrq.  iastiM^Ji  {a  Uiwi  rantn  Iqn'gumi  gällqt^q.  n'gttnm 
kqtqk''ällq/q  mqzgdv  saikkdffqt  gavto  yuirk^tn  gnd^t  undq^drrqk^q^  iqyänd^m' 
ww>*f»  ro>  9ndit  ^nrta  udssadait  t  dj^qk  q^.  »s/tum  kamar^dmrnnrt  id  '/skq^r/uir  ur- 
rqia  (ddqrayui^Ji  /mäu  hn'gu.sii  bqgMt*  ndggqrrj^.  /t  t/u^u  bat  narü  tadän- 
nqk^^nnä  ^ndq^tqaagqr^  bisu  g^mqv*nna  i^lmcU  sq^'^    k^slA'^bähäiä  k^fsi& 


'  Man  adirribt  nnrailm  nodb  i ,  «pridit  aber  i 

*  Audi  ratt  Aarinllation  mffS^i  goqwocheii. 


222 


Mittwoch:  Proben  aus  aniluuriseliwi  Volkamunde. 


gM  mqikirim  äd^rr^g^  i^ib^Sdi. 

U  b  e  r  s  e  1 7.  u  H  g. 

Hampsinit,  König  von  Ägypten,  ließ  für  seinen  Goldschatz  einen 
großen  Turiu  bauen.  Der  Baumeister  war  ein  kluger  Mann.  Als  er  den 
Turm  baute,  legte  er  klugerweise  ein  zum  Stehlen  des  Goldes  geeignetes 
Loch»  das  [anfier  ihm]  kdo  Meiudh  kamite,  am.  Kurae  Zeit  dartof  staut 
jedoch  der  Bamneister.  Da  er  dieses  Locli  seinea  zwei  SShneo  gezeigt  hatte, 
stahlen  sie  oftmals,  indem  sie  dort  einstiegen,  Gold  ans  dem  Sehatie  des 
Kfinigi.  Der  K&nlg  merkte  bald,  daß  nicbtUcherweile  das  Gold  des 
Sdiatses  sich  verringere^  Wo  der  Dieb  aber,  om  lu  stehlen,  eingestiegen 
sei,  wußte  er  durchaus  nicht,  da  die  Tür  mit  einem  Schloß  versehlosiea 
und  nic?)t  geöffnet  worden  war.  Deshalb  ließ  er  mitten  im  Scbatt,  neben 
dem  Golde,  eine  eiserne  Falle  aufstellen.  Die  beiden  Bruder  kamen  nach 
ihrer  Gewohnheit,  um  von  dem  Golde  zu  stehlen,  in  der  Naelit  zum  Schatzf, 
Der  eine  stiep,  nm  das  Gold  herauszuholen,  hinein,  der  zweite  .staitd 
draußen,  um  es  in  Empfang  zu  nehmen.  Doch  der,  der  hineiue'^-tiejjen, 
war  in  dpr  Falli-  ;:efnngen ,  und  als  er  merkte,  daß  er  nicht  liinau>Koinmeo 
küime  und  dai.^  et,  gefangen,  luns  lieben  gebracht  werden  würde,  .streckte  er 
seinen  Hals  aus  dein  Loche  iieraus  und  rief:  «Mein  Bruder,  da  ich  in  einer 
Falle  gefangen  bin,  kann  ich  nicht  herauskommen;  deswegen  schneide,  da  der 
Tod  mir  nie  und  nimmer  ersjNirt  bleiben  wird,  damit  sie  euch  (die  Familie) 
nicht  töten,  meinen  Hals  ab,  und  nimm  ihn  mit  dir.«  Da  schnitt  seie 
Bruder,  traur^  und  niedergeseblagen,  da  er  daau  gexwungen  war,  sdaai 
Kopf  ab  und  ging  mit  ihm  davon.  Als  der  KSnig  am  nicbsteo  Mor^ 
in  den  Goldsciiatz  eintrat,  fand  er  den  Mann,  dessen  Kopf  abgeschnittes 
war,  in  der  Falle  gefangen.  Diesen  Leichnam  ließ  er  herausoefameOt 
warf  ihn  auf  die  8traße  und  ließ  ihn  durch  Soldaten  bewachen.  Der 
König  tat  dies,  damit,  wenn  seine  FnMinde  oder  seine  \'erwandten  in  der 
Nacht  kämen,  inii  den  Leichnam  foi'tzntragen  und  zu  beerdigen,  s^ie  (die 
Soldaten)  sie  gefangen  nehmen  nnd  alle  Verwandten  töten  sollten.  Doch 
es  gab  keinen,  der  so  mutig  war,  ihn  fortzuschaffen.  In  der  Nacht  be- 
wachten die  Soldaten  den  anscheinend  herrenlosen  *  lycichnam.  Als  die 
Mutter  des  Toten  abersah,  daß  von  seinen  Verwandten  und  Brüdern  keiner 
da  s^,  der  den  Hut  habe,  die  Leiche  ihres  Sohnes  in  der  Nacht  zu  stdte 
fortxusehaffen  und  au  beerdigen,  jagte  sie  ihren  Verwandten  Fordit  eiSt 
indem  sie  also  sprach:  •Wenn  ihr  die  Leidie  meines  Sohnes  nicht  in  der 
Nacht  stehlt  und  sie  beerdigt,  werde  ich  euch  bestrafen  lassen,  indon  leb 
ssge,  daß  ihr  alle  die  Diebe  seid.«  So  sprach  sie  au  ihnen.  Da  ssgteder 
Bruder,  der  den  Ko[>f  abgeschnitten  hatte:  -Ich  wlQ  die  Leiche  nebee 
Bruders  holen«,  und  machte  sich  auf.  Er  belud  seinen  Esel  out  einer  Ifatg^ 

*  KAQiW  '  (nicht  iu  den  Lexika)  bedeutet  «ohoe  Eigentümer,  berreolM'- 


Digitizca  Ly  Ljuv  - . 


Mittwooh:  Proben  mu  ambariacbew  YoUumnnde. 


223 


Wdn.  AU  er  m  den  Ort  gekoininea  war»  wo  die  Leiche  adnea  Bruders 
lag,  niftdbte  er  sich,  aussehend  wie  ein  aus  der  Ferne  gelcomoiener  Kftuf- 
tnano.  In  die  Nähe  der  Wiehter  heran  und  sagte  ihnen:  *Ieh  bin  ein 
fremder  Katifnianii,  der  ich  aus  fernen  Landen  ^liomnien  bin.  Ich  bitte 
euch,  (Inß  ich  meinen  Esel  ablade  und  mit  euch  zusammen  übernachte*« 
Die  Wächter  fragten  ilm:  «Was  hast  du  geladen?«  Und  er  antwortete  ihnen: 
•  Wein,  den  ich  in  der  Stadt  verkaufen  will,  habe  ich  geladen«.  Da  spraclipu 
sie  TAI  ihm:  »Wohlan,  lade  ab  und  ül)ernachte  mit  uns..  Da  lud  er  dort 
neben  Üitien  ab  und  begann,  indem  er  eine  sehr  schone  ünterlialtung  in 
Gat)^  brachte,  sie  zum  Laehen  zu  brinj;en.  Darauf  sngte  er  ihnen!  »Meine 
Herren,  Untcriraltung  allein  ohne  Truiken  ist  nicht  angenehm,  .so  ist  es 
denn  besser,  wenn  wir  uns  unterhalten,  indem  wir  dabei  ein  wenig  Weiu 
trinken.«  Sie  freuten  sich  und  willigten  schnell  ein  *.  Er  gofl  Wcün  ein, 
gab  ihnen  davon  und  machte  sie  durch  vieles  Unterhalten  frulilich.  So  liefi 
er  sie  allmihlich,  indem  er  sie  tftuscbte  (verführte),  viel  trinken  und  machte 
sie  trunken.  AUe  schliefen,  als  wenn  sie  tot  wftren,  im  Rausch  ein.  Da 
erhob  er  sich  und  rasierte  allen  Wiehtern,  wihrend  sie  schliefen,  den  Kopf 
und  den  Bart  zur  Hälfte  ab.  Sie  aber  schliefen,  in  Trunkenheit  hiii<;ef:illen 
(versunken),  einen  schweren  Schlaf  und  merkten  so  nichts  von  der  S( !  (  litig- 
keit,  die  er  ihnen  angetan.  Darauf  machte  er  sich  auf,  lud  die  Leiche  seines 
Bruders  auf  seinen  Esel,  gin«;  fort,  zeigte  sie  seinen  Verwandten  und  begrub 
sie  heimlicli.  Als  der  König  am  nächsten  Tai^e  die  Sehleehtigkeit  sah,  die 
an  den  WSchtern  verübt  worden  war,  fragte  er  sie,  weicJier  Mensch  es 
gewesen ,  der  sie  so  verspottet  und  die  Leiche  fortgeschaflfl  habe.  Die 
Wächter  antwortt'ten  ihm:  -Kin  schlauer  Mensch,  aussehend  wie  ein  Kauf- 
mann aus  fernem  Lande,  kam,  nmciite  tnis  mit  Wein  trunken,  und  als  wir 
s^iefen,  nahm  er  uns,  nachdem  er  uns  so  verfaShnt  hatte,  die  Leiche 
fort.«  Als  der  König  dies  hörte,  zürnte  er  dem  Manne,  der  den  WXchtern 
diesen  Streich  gespielt  hatte,  sehr.  ISr  veraachte  viel  und  gab  sich  viel 
Hohe*,  ihn  zu  finden  und  zu  bestrafen;  doch  es  gelang  ihm  nicht,  und  der 
Konig  war  über  die  geriebene  Klugheit  dieses  Mannes  sehr  erstaunt  Darauf 
ließ  er,  nachdem  er  erkannt  hatte ,  daß  er  durch  Klugheit  und  Untersuchung 
ihn  nicht  zu  finden  vermochte,  verkünden,  dai^,  wenn  der  Mann,  der  dieses 
getan  habe,  sich  selbst  dem  König  anzeige,  er  von  diesem  viel  Schmuck, 
Geld  tuiil  Khre  erlanj^en  werde.  Da  entdeckte  sich  jener  Dieb  dem  Koniii^e. 
Der  König  fragte  ihn,  wie  er  in  den  verschlossenen  iSchatz ,  ohne  daß  »n- 
geöffnet  worden,  eingestiegen  sei,  und  wie  er  das  Gold  g<'stohlen,  wie 
er  den  Kopf  seines  Bruders  abgeschnitten,  wie  er  die  Wächter  gefoppt 
und  wie  er  die  Leiche  fortgeschaflTl  habe.  Da  erzählte  er  alles,  was  er 
getan  hatte,  von  Anfang  bis  zu  Ende,  offen  dem  Könige.  Der  König  war 
Ober  seine  Klugheit  erstaunt  und  gab  ihm,  wie  er  [zu]gesagt  hatte,  viel 
Geld  and  Schmuck.   Später  gab  er  ihm,  da  er  sich  sagte,  «es  gibt  keinen 

>  WörHicb:  »sagten  ihm  sehaeO:  jal  (gut!)«. 

*  Jvll"**!  ■mflda  werden«,  iMMlentet  audi  »sieh  abmfllieo,  sieh 

Mühe  geben>. 


224  Mittwoch:  Proben  aus  ambArischem  Volksiiiunde. 


klQgern  Mann  alt  diesen«,  auch  noch  seine  Toehter  sur  Frma  and  noaehte 
ihn  sum  Berater  des  Reichs.   [So]  oraihU  man. 

Sinnspruch:  Tut  mm  eine  irdlsdie  Sadie,  so  ist  das  [our]  flir  kane 
Zeit;  Frdmmigkeit  aber  nütst  gans  und  gar*. 

&  Dm  UHeU  des  Kftuig«  üimntand*  iCMmii^^o), 
'  '^^.mah  «  f tun  «  XH. '  n4»A-i»-  •  ^>7mS  '  «AA  •  Kon.* 

H^im'ir » II AA  !  V^:A/n-<5*  »  ^-t^  »  <dä+*¥  »  Ä"»A «  fif > » 

^t^4f  »  f  fl*A«it7  i       •  !  ö^A+y  •  rt*  •  n-Ni- 

•  »  tAA^  s  AA+¥  •  JWT-A  '  f If >  «  a;C>  '  IM 

Oh  I  }k<7ii>'n#ii,c » yfif9'  n4*> » ^'.v-^      « hA  «  it-/"  ?  -ifr} 

m « i  fotA»^'>  t        f  A44:>^  t      *  -tut-  > 

KÄ^IO-^ «  KA  «  IT-/^  « -IfrUlin^ »  4>A-nAfl> «  f  Afl*-")  >  fl^A-  • 

»  A^  s  ^feiCTU  «  f n^^A-iP-'» »      « n'>*fcf:T  ••  5^^* » nA 

MM'IIU  <  9^  t  I  Xr^A  •  Mir  >  i*4>^m^  *  9^  < 

I  M  •  «Ä- «  A]f  «  hA^'7NU  « «»AAAl- » -flA»  «  « 


*  lieiciitiiin  und  Ehren,  die  maii  aut  so  irdisctie  Weise  wie  der  Held  a!i>rer 
Ossdüehte  gewinnt,  sind  nur  von  knner  Dauer;  der  Lohn  der  FrAnm^keit  hingegen 
ist  ewig.  J^p^*  »llelMiMidi»  irdisch«  —  h^Atl*  •Oottesverehraag,  FOmaig' 
kdt.- 

*  Wörtlich  »König  Verluhrt». 


Digitizca  by  Liu..- .  «v. 


Bbrrwocs:  Proben  V19  mhariMhem  Vdlumnnde.  225 


Umschrift 

ifwJ/tf  wrgit  nqbhqrqö  iamai^lqd^a  ^nrät  hqdärrnm  gizfi  bqbäk^'lo 
äd*rgo  Jcäsjb*l6  »liqsäiqllat  fthid  and'^satf  bqstqh*'ala  tnddbbqdq  matfo  iqvqlc*' 
io^/t  c'*Tä  ögg^drädii  k'^ärrqi  äif.  iit^tiäii^yUie  hak  Hon  dannggqfqnna  sqllqlq 
Wguzitum  ^dddqk^q^nna  dmgüllä  iqhona  t(qnd^l'>t}  äsfjdrradat.   baham  bndam 

t(im$jfigd  hgitffi^lo  üd^i  ^ißx9gg4*>^  ^^^läsdii  gneUAhadg  mg^'o 

Camna  zqllqlq.  nafsqt^ASi^mt^Um  jfdddq^^dhmi  drngnlla  iqhtmq  ntind^li§ 
OJiyidrrqdat.    i^h'^sa^  »nin  s^osf^gisfi  bqddqlqri.    ma^qmmqrtla  iavqlc'loiin 

c\ä  k  "drr(it  mi  halqtqmio  tiuHfi  bqmg^dqk  ua  luy''a(l(ln(^n>iä  k  "a.ssalar.  »"aS' 
tfiHiin  dmgüiiä  iahonn  bgUn  ydddqfmi  ')<fzfarMr  f/j.tnii0)'^ö  buk  m  ijtfh/tlul/jn  älq 
n^güg  g*rifmbtfom  tqkqssmun  idl'häl  mqlüs  diqi(.  iakoAsakum  ig»ziftr/ur  /^i.trri|<t')«'ö 
9nS  imktn  arguz  »ndqnäbbqrqc  alätf^dlc^im  nqbbqr  nqggr^gin  iqvqk  ''laun  färin- 
nqPmta  dafär*nndt  Iäi(k'^b»i4  bq^^drädii  cta^  b>ttäkk^  tq1c''drffo^  ydddo' 

M  MfW^  ff§g^imo  9jjffl^*dUg»k  f*ra  b»iliiKdi*au^r4g  dntg  tg^^immgf^ 
g\i  h^dM'a^i  IqoHqpi^  mallas»Ii4t  «MMin^  l^^ed^  hiäqniot^  i0a 
y^nd^Ug  äsrifgsqh  mgUes*lldt  Mi  iig» 

Übersetzun  g. 

Ein  Mann,  dessen  Frau  schwanger  war,  setzte  [sie],  als  die  Zeit'  ihrer 
Geburt  herankam,  atif  einen  Maniesei  und  ginj»,  indctn  cv  diesen  langsam 
filhrte,  daliin^  Eid  Mann  kam  wie  toll  von  hinten  iirtd  schnitt  di-n  Schwanz 
des  Maulesels  mit  dent  Säbel  ah.  Da  erschrak  der  Maulesel  uiul  sprang 
auf,  und  die  schwangere  Fniu  fiel  hemb  und  gebar  vorzeitig  einen  [totenj 
kräftig  entwickelten*  Knaben.  Da  ihr  Mann  vor  dem  Rieliter  [dcswegenl 
prozessieren  wollte,  ergriff  er  jenen,  uod  sie  gingen  zum  König  Gsr^mbifo. 
Als  sie  [bei  «lieseizi]  ankamen,  qirach  er:  -0  König,  Gott  möge  Ihnen  EäU" 


»  Oder  m'"drri. 

*  Wörtlich  -die  Monate«. 

'  Der  ganze  Satz  iat  im  Amhariachen  ein  temporaler  Nebensatz:  (»aU  ein 
Hann  «...  dahinging-).  Der  folgende  Sata  isl  dann  evrt  der  Hanptsala. 

*  fyi'b'i  *  (in  dieser  Bedentm^nichl  belegt)  ein  -kriftiges,  voll  entwi^tes, 
aditeea  Kind*.  Die  Bedentnng  ist  natdrlidi  aas  der  anderen)  ^  «Dongolapferdt 
Pferd  edler  Baase«,  entwiekelt 


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220 


Mirrvv  OCH :  Proben  aus  amharisdiem  Volküinunde. 


sieht  geben',  meine  Frau  war  schwMIger»  und  :il>  ihic  Zeit  herankain  und 
ich  sie,  damit  sie  im  Hause  ihrer  Mutter  geliärc^  .luf  einen  Maulesel  setzte 
und  sie,  indem  irf»  ihn  I.inp[sam  pphen  ließ,  lortnihrtc,  kam  dieser  Mann 
wie  toll  hei*zu  tmd  schnitt  ohne  Jede  Ursache  den  .Schwan/,  iles  F^el?«  nh. 
Da  erschrak  der  Maulesel  und  sprang  auf.  Meine  scliwant;ere  ^  Krau  fiei 
heral)  tuid  ueltar  [so]  vnu'zeilig  einen  [toten]  kräftig  entwickelten  Knaben. 
Dieser  .Mann  liat  dreimal  gegen  mich  gefrevelt.  Erstens  hat  er  den  Schwanz 
meines  Maulesels  abgeschnitten.  Zweitens  hat  meine  Frau  bei  ihrem  Fall 
Schadeo  genommen  und  ist  verwundet.  Drittens  hat  er  meio  kdifdg  enU 
wiclKeltes  Kind  getötet.  Gott  möge  Ihnen  Einsicht  geben.  Mögen  Sie  in 
Gerechtigkeit  tdv  mich  richten!«  Der  König  GoromUffo  sagte  darauf  sum 
Angeklagten:  «Erwidere  auf  das,  was  er  dir  gesagt  hat'!«  Der  Angeklagte 
spracii:  »Gott  möge  Ihn^  Einsicht  geben*;  ieh  habe  nicht  gewußt,  ds0 
seine  Frau  schwanger  war.  Ich  habe  es  aber  nicht  aus  .Schlechtigkeit  getan, 
sondern  der  .Schwanz  fiel  ab,  als  ich  ihn  mit  dem  S&l>el  berührte,  um*  des 
Maulesels  Fiu'clitsamkeit  oder  KOhnheit  zu  erkennen.«  König  G.ir^nibirö 
crwl<lertp:  »Du  X'oreiliger ^,  wanim  hast  du  den  .Sclnvan/.  des  Maulesels  [dieses] 
Mannes  ahgesclinitten ?  Haltest  du  nicht  d<-n  Sclnvan/  des  Maidesels  nHfje- 
schnitten,  so  wäre  seine  Frau  nieht  uefaljen  und  hätte  iiieht  \.(n/eltiii  a*'- 
boren.  Niiiun  nun  .seinen  Maulesel  und  behalte  ihn^  indeni  du  lim  futtf  r>L. 
bis  er  einen  [neuen]  .Schwanz  bekommt".  Sobald  er  einen  .Sclav au/.  b<?- 
komtneu  hat,  gib  ihn  seinem  Eigentrimcr  /.urück.  Nimm  auch  seine  Frau, 
scliwingere  sie  mit  einem  Knaben,  [d^  so  ist]  wie  der  tote,  und  gib  [sicj 
ihm  dann  auröck.« 

8.  ErslUiiiig  Ton  einem  dmumen  Manne  und  einer  klagen  fnn, 

■'     Ii  — 

'  Da.s  ist  die  stehende  Kiiitraiiy;sfonuol ,  mit  der  die  heiiien  Parteien  sirli  :  or 
dem  iiictiter  einiüiiren.  Am  Sciiluß  iiirer  Rede  gcbraucltcn  sie  dieselben  Worte  und 
fügen  dann  meist  noch  hinan:  -in  Gerechtigkeit  mögen  Sie  flir  mich  richten«;  s. 
weiter  unten. 

*  Vor  det  Geburt  begeben  sicli  die  meisten  abflssinisehen  FVauen  in  üue 

Heimat,  um  duit  im  Hntise  der  Mutter  niedereakommen. 

^  ^V'fifn*il  *        nielir  literarisches  Wort  Hlr  •schwanger«*  das  aber  docb 

allgeiucili  gebräurlilirh  ist  und  vo..  'f^dermann  verstanden  wird. 

*  Ständige  Worte  des  IviciiU:r«i,  wenn  der  iv,luger  seine  Kede  beendet  lial, 

an  den  Beltiagten.  Wortlidt:  «er  sagt  dir»  erwidere!« 

*  Vgl.  Anmeiknng  1. 

'  Wortlidt:  »indem  ieh  [mir]  sagte:  [ieh  toe  dasj  nm  • 

'  *MkMl  »  is*  «>vie1  wie  MÜ^VQ  »  fffS» « 

*  Wörtlich:  »sitze  auf  ihm«. 

^  WürtJidi:  «herauakoinuien  liflt«. 


Digitizca  by  ^^jy  .i 


Mittwoch:  Proben  aiu  arohari«cheiu  Volkamiinde.  227 

T*^  «  «•'no- »  Ah-i »  qAV*7r:  •     «  j-fl^  t^ » u-A- »  Am^ft » v 

U  I  i  ^UA  *       f  }I1I.Ü  I  0^tf  I         «  ;UA  i       1  f|;l-^  I 

•  Atf -fl^  i  ifiM  I  fUn '  A^Al  i  AA«-  s  -IIA  i  ^h^T^  « 

An»-  ß  Jif:A-r  »  rTl-fc  '  ^h^¥5$  «  ÄA  1 I  « ilAÜ  I 

¥1-1 »  Mtfh  j  KCA^  •  K^l  t  XJf -I  •  -flAÜ?  I  «»All^  t  i 
ff*  •  liA  »  11^^  I  M^V  I  ^AT  t  «AUff  1 0»Ahr »  ♦ix »  A. 

iTü  »  NAti.  i  li^'J  I  KaT#*  •  XCA^  •  IT-/^  t  Ailing;  •  «AU» 
*  >  inr4i^  *  hikf* « ^-t »       « -nAiiff  «*«»A»»^  •       •  rt.  i  • 
«  ^At^  i  ii  ip-i'»  :  M^v « >fA¥  *  •flAU'? » <wiAhi»" «  » 

j  »  *7flA^V  ^  K'>fliAf,.-f-A1 »  hA-'V  .  XJi  •  nri.ü  '  ^IC  •  h 
£•7  »  ;^'M«l'Al^  •  h  fi-l'  «  JiCO.sr'  •  « l^'-S  *  AA^*»  i  r^fi*  « «fl 
AUV  •  m^Mr  •  ♦  W I  91- 1  HAU «  +fflCU  i  hO-TT  •  A.JtV  •  1 
7^1 » Ariii;  I  fAr%'}  i  MC « -IlW^*  >  •ntl-  *  M  •  KA^V  «  7T- 
tf^l  I  htfov^ii-i: »  »  A^^-fiA* » -nih  >  «wi^^a^  ■  ^njf  •  I4*7"i « 
m(:.•^AT » -OAü »  f-My-f-m- »  v  i  hAYio-  «  hcfi-r*  •  jr^Ti* » MR « 

ft,i:  j  </n#n « irfi*^  I  «iiu- » +Aa  •  Mit « 40-p  t  na>^9 » nfrA* « 

h^Mit  -  MllllL^  t  «•-lAA.^'  I  Kf}|ll)¥ » t»C4»  t  MP  i  |:-7A  i 

Ji-n^A » fik !  K^AA  t  Afc  i  A.:^♦'>  i  MÄ-ti. » ftu :  n  v-rh  1  Ä-i-t » 
«ttc4»  f  hr;%  •  «Af;4» »  A^AnA? « nf  iv-  «»- :  "Vi*  >  •       » •> 

IS» 


228 


MiTTWoca:  Proben  ans  anil)arisc])em  Volkstnunde. 


1 » KAV/^-f » «C*  •  f MIA^I « » fr  •  ah<:* « i-M » 

if)  '  M^.iM^  «  nv;*- »  f AflAiD«'}  »  M^.K  *  f AflAa^-J  » j§.ü  •  f^ 
aiiah-}  :  h'/  »^A  rtX  •  f  AnAnH*}  »  K-flAj/y  •  »i:^  •  f  AHrtuM '  f-^lH 
f AartflH'J  :  «UM» :  rin  •  f  AflAiD-*} » ^^A•  *  h^t^m- '  ilhv-f«-!* » 
All « If  >  i  -»T-iM./*  *  K£l « -Ml^  *  I^UY «  Ai^ « XIA.^ «  Mim 
^> « •IIA- 1  M:*l  *  KAmC-f  ■  ^  <  f MHi««  <  VIC  t  rjfX  • 
•  ■»  A.'t*^  » -»/^  I  ü*^ »  f A.->  »  «"All  ■  hfr »  ^AJl 
X  A^  >  A^  >  Vom  a>c:+  « itn  y,«7A  »  ^-fl^A  »     «  A»;l-'l''>  »  K 

rAA  «  Ax «  ftii '  xyÄ-ti.  •  nv:i-  •  Ä'>-i:  I  üxt:^  •  hrri :  »n^ : 
flf  J&>i: '      «  tf»Ahrr  I  f  i  *P^A « f toO^r  -       « if  >  i 
0*9^  •  f  A/f  Y  »  «•AhS'  t  AiQ^ » l  a^Ain- » •  HhhT « XI 

» +AII  •  41^«  I  Kif^if»  I  M^tf-r » l^A■ « «»Aiir  I  -nun  I  Ii 

C^jr*  I  ^'>u">  :  nrTii/.)'')*'> '    > :  ^'>l^-  •  'iah  «  KA^i»«  «  f  M.n  « 

I  HA*}»')    ^'A  J  ll.^'.'}  «  A'TfX'V'V  »  ^'«07  I  J  i[oot;n:i^  ^ 

A  '  hhm^  i  ikMLWr  I  II*!»»- 1  Mf'^V « OAIil  >  flbf  -  >  Mlk  >  A 

AAm^rA^tf-v  >  AAAmTu-  ■  A^r  t  oit.0 « rAA.  t  li:>m.h 

^  *  AA  •  inn4»Yi^ » «IIA- » •fll^ » llM-fl  •  ATA^f « flUl  >  IL*  •  + 
ö«»AA  «  

Um  sc  Ii  rift. 

(an ff  Tn"fm  .sdi/'/mä  (andtt  s^it  tqrat. 

'  »int  Jeind  mdqhonqd  Uk^n  ät/k-'ätfft)^  itq.  känt^^jB^.,^ra  äff^'^äü^^  Ißtö 
ban^glu  ^drarqdq,  bandffo^  l^m-MlrMjIkk^^Afr  ^ndpr  ia/aff^'mo  bghazgn 
ftddq  biiä  hidq,  m^tü  rdlaSin  itmat^a  b^tüt^  dhihm  ißlo  Mgfq^  i^iUtiL 
mütum  zari  nun^una^  äznghäi  Wynnin  min  (ämmtiäsatztn  äff^iXSqk  Slg^*m. 
9S8äm  iüi  ^amadrm ^f^k  auk'dBl^  l/>i^  (tanlmrnPi  tS^fdrämc^i  nöga  iSkum 
l'nrif/r  tdfnlf'ntfi'  matt  d'ii  i'jkun  bälrtayr^y.hi  n'irrfit'rn  hüllu  l'narnis^nai^  aldt. 
^ssiijiin  i,ih.»fi  fr'abrf _nfjfj4r_nmt  ndga  mahifiä  bqUifatt^nnh'bbiit  hif/tib  bomMUr 
aitkassii  t'kcU'niiä  m^ddr  kazih-'^^dih  (j/un^(äMt  uat  ka:lh''^^adth  jl'h^t .^itlhU 
not  haltamm^gin  s'/arb^ri^'/ina  hassnV^.  In  hon  ^kfcafa  hdlat^  h'Ja  mukkargc*^ 
999&in  bamitätu^mik^r^dgf^loi  rahm  befUo  dddqrq,  bqndfföff        mM  mdf- 

>  Siehe  oben  S.  105,  Mitte. 


Digitizca  by  Goü 


MrmrocB :  Proben  aus  ambarifichem  VoUiwiiuude.  229 

M^XrAoradC  itdtjflrqgi^   pinm^fi^  f*^^  n^tSir  aqm^  dtfqr^  f^ktn 

«rffcr  mSn  m^kqrqh  9uüm  msitii  mäkkgrqöSA  alg.   pfgu9um  nuMh 

Mift  n^n»  afa^.  Mtntm  a^'n  ig^ig  b^Uftma  mefieam  Icöngo  nat  aln.  n'gumm 
9nc^h  iäUqd  b^lh»nni  maUtim  icont^n^s^it  InHi  t^gabbäUq&rma  mn^vdsdaUilinn 

ä/oid.  jssitm  .>(}()'><)  (liiTujU^o  äzno  tnkh'zo  uada  h'^tü  h^da.  m.'titum  zare  dayiuo 
mtm^hunah  äzufihdl  nlad-^n.  zCirts  knf i  t'tfil'idn  yl'k    <^y>ii  tnmmtknfd 

Aasan  maf  'tobb^häl  älat.  itsrntäm  rn'/n^/inum  ägdnmih  äskli^n^gqrnti  äia&'n. 
assüm  n*gus  sjlän^^b^lh'nruit  fgiiak  uti  mtem  nuitii  <^g^g  bUlh'nua  mnlkäm 
ktm^^k  nat         t^guswm  tm^  fjiÜQÖ  ^IMnna  m^kam  Ifbn^o^it  Iq^a 

«Mywn  a«0»"«S  99lQfnän  nuitü  hriihma  malkim  ^*<kifi  nit  J^l4b  tgnägg^rh 
Sanßm  Jikhtiti  tfffitm  kmM  0£k»n^figff^  hHtägr&  Md»  dqa  Stäfitmo 
tiFgätm  k^mähfmknM^^n  Iqnuwlat  M»(  mätfhma  dqg^aa  fartäUgi  b^lih 
^sAhäfa^^a  ätq&if,  amtbn  m^l/u  ^ndq^mäkJcqrai^  fndo  n*gu.nin  kqmäf^anbn- 

tu^gärä  t  iirtö  i'zö  imdn_l)fitu  nuitfä.  rn^sturn  biztt  tdlba  fmd/i  %iaf  bmidc^i- 
firmä  bndist  ifiiöddrrngfie  f/ask/urdti  iä  ingyldlit  itiinkdildiiri<ir  nurk  u ^zghbö  dqtnäs 
abddliä^äni anumlq^gqnfi  l'eiakän  md.*kkt  gub  bq/ta  dmd  c  qrk'  arogi_c\)rk 
aijfll4l>bqsqi  bäiiqtiträ^  mä'dün  /tqrrad.  r^gusttm  kqmqk*'anbntu^garn  hini'wlat 
bqig^*dimmgt%  gix^i  mak'  iqlqbbq^^  H^'^t  bc^ffut  /U  nqbbarhma  blkq/tu  Uilbä 
henq,  »mIU  dsngsfl^  fwii*  iff^^H^vi^  aam^S  0m  ^^(6  tdl^  hmq  mM' 
hum  bq/lm  jpliMa«^^  wnt^Iit  (jfl^ihq^^  §ih  if^bbqt^^  amg^^^ßonii 

tfifn  ktilu  ^äfi»>*4S»  i^qf^  hang,  fi^gu»um  i^ggig  hik  "dTranna  v*h^^ 
dii   9ndh  älldgqt'q^bbmq    l^lo  fie^tun  äsfqrfÖ  i<th  iddfirrqg9ift^fmq ^nqgdr 

mMf/^r^ri(Tu  äläl.  s>ciüum  n^gux^hoi  (qjtf^t  malk  ki/um  mqlkaiii  Ldm  ^  LdiU _  nq^ 
\fdrk  q^^ibbö  dnmm  abdällä^känt  Ueiak  än  ani.süta _sani^  gii/i  fudikki  tni  fld 
din(t  c^ärtc  aroyi^c  grlt  bqiiäinqtu  ki/ü  mq/kam''tn  {qtqintrrqdq  iqkqbbqrqm 
»ndg^hong  »ndthum  iaa^etoc  mqlk'nua  fqral^nqn  b<iu"/iiu ^gjn  hidluni  jndq  tq/bil 
ifia  »ndqhonq  mdVium  hidlti  maikam  b^ntt*hÖn  kitJov*m  bmwhön  bähnj/intn^in 
dn^„jlSji  dlq&ff  0zijidn.,jgväi  tqddmiq]k*gtmä  jflt^ghs^n^H^Jkammabb<)f^k^^ 

äS«.  99lm4h9m  fi^ffis  dn&t^mS  hätäi^  bqk^ü  tääsdqtiAgf^fkifiihunni 
AUuA»unk!i^Mi  Iqniim  bqAh'^m^slUii  kghäfigt         tgbhäk'»m  ¥\»  bäm 

gqnzgv  sqft^ai^  ^qdq^r*itu  tqmqllqsq. 

m*mlfi.    mqlkam  sfSt  Iqtal^a  akltl  nut.    mqlkäni  s^ct  iaydiini  malkäm 
bqrqkdfn  kqgziavhir  agddine. 

Übersetzung. 

Ein  dummer  Mann  safi  in  einer  Versntnmlimg  mit  vielen  Leuten  zu- 
sammen und  sagte  in  der  Unteriuiltung:  >Ich  weiß,  wieviel  Ellen  das  Maß 


230 


MtTTWOcn:  Proben  aus  aiiiharischem  Yolluintinde. 


der  Krde  beträft-.  Kr  wettete  mit  eiiunn  Manne  um  sein  \'ernu")gei) ,  daß' 
rr  CS  wisse.  Er  schwur  fcif^Hich,  am  narhsfcn  Tage  die  Zalt!  des  Krd- 
maßes  zu  nennen  und  ging  dann  traurig  naih  Ilntisc  Als  seine  Fr*au  üim 
sagte:  «Wir  wollen  unser  Ahendbrcjt  essen«.  s;i<;tr  er:  ■  Icfi  esst*  niciit«. 
liüUte  sich  ein  und  legte  sich  schlafen.  Seine  Frau  saiitc  iliin:  «Sag  mir. 
warum  du  heute  traurig  bist,  was  für  eine  betriibende  Sache  hast  du  er- 
lebt?« Er  sagte:  »Ich  habe  um  mein  Vermügea  gewettet,  daß*  ich  das 
Maß  der  Erde  kenne.  Ich  habe  feierlich  gesdiworen,  morgen  zu  kommen, 
um  das  Maß  xii  nennen;  wenn  ich  das  Maß  aber  nicht  nenne,  werde  idi 
meines  ganzen  Vemögens  beraubt.«  Da  riet  sie  ihm  also:  «Dies  int  eine 
leichte  Sache;  moi^en  frflh  geh  an  den  Ort»  filr  den  du  dich  feierlich  ver- 
pflichtet hast,  pflanze  einen  Stock  in  die  Erde  und  ssge,  ,die  Erde  bctiigt 
vun  hier  nach  der  einen  Richtung  so  und  so  viel,  von  hiernach  der  andern 
Richtung  so  und  so  viel;  wenn  du  es  aber  nicht  glaubst,  so  miß  es  mir 
nach  und  wenn  ich  gelogen  habe,  soll  ich  bc^tiaft  werden'.«  Da  aß  er, 
über  den  Rat  seiner  Frau  erfreut,  5cin  Abcndlirot,  und  verbracht*'  die 
Nacht.  Am  nächsten  Tage  ging  er  hin  titid  lat,  \\  i»-  seine  Fi  an  ihm  - 
raten  hatte.  Als  d<>r  Konig  diesf  .Sache  hörte.  Vwb  er  jenen  Mann  rufen 
und  sprach  zu  ihm:  Wer  hat  dir  die.sen  liat  gegeben?«  Da  sa'^f  er: 
■  Meine  Frau  hat  mir  geraten.«  Der  König  fragte  ihn:  »Ist  deine  1  rau 
klug?«  Er  sagte:  «Ja,  sie  ist  eine  sehr  kliage  und  schone  junge  Frau.« 
Und  der  Konig  sagte;  «Eine  junge  Frau,  die  so  klug  und  schSn  ist,  ge- 
bührt uns,  und  wir  wollen  sie  heiraten.«  Da  ging  er  sehr  bestürzt,  be- 
trübt und  nachdenklich  in  sein  Haus.  Seine  Frau  sprach  zu  ihm:  •Warum 
bist  du  heute  wiederum  so  traurig?«  Da  sagte  er  zu  ihr:  «Heute  ist  eine 
noch  sehr  viel  schlininiere  Trauer  als  die  frilhere  über  uns  gekommen.« 
Sie  sagte  ihm:  -Was  fur  eine  Trauer  hast  du  gefunden?  Bitte,  ssge  es 
mir.«  Kr  sprach:  -Der  Konig  fragte  mich  nach  deiner  Kindheit  und  ich 
sagte:  ,Meine  Frau  ist  eine  selir  kluge  und  schone  F^rau'.  Da  sagte  der 
K5nig  zu  mir:  »Eine  jnnge  I'rau,  die  so  king  tmd  schön  ist,  gebilhrt  im«, 
und  wir  wnllfii  sie  heirateti*;  ich  hin  nun  über  diese  Sache  sehr  betrübt.« 
Da  sagte  sie:  »Du  Dtnnmer,  wesiialb  hast  du  ihm  gesagt,  .mpine  Frau  i-^t 
eine  kliiL'c  iiiid  schr.nt'  jnrtir«»  Frau';  jetzt  geh  und  sai^c  dem  Könii;:  ,Ms 
ich  die  Saclie,  die  Sie  mir  gesagt  haben,  meiner  Frau  erzählte,  war  sie 
sehr  froh ,  und  sie  hat  viel  8peise  und  Met  vorbereitet ,  und  lädt  den  König 
mitsamt  seinen  Großen  zum  Essen  dn*;  dann  komm  mit  ihnen  zu  uns.* 
Er  ging,  wie  seine  Frau  ihm  geraten  hatte,  lud  den  König  mit  seinen 
Großen  ein  und  kam  mit  ihnen  in  sein  Haus.  Die  Frau  hatte  den  Tisch 
hergerichtet,  indem  sie  viel  Flachs  gleichsam  als  Sauce  in  die  Saue»- 
Schüsseln  und  Fteischplatten  tat,  und  indem  sie  die  Deckel  der  Saucen- 
schusseln  und  der  Fleiscliplatten  *  der  Reihe  nach  mit  einem  goldbestickten 

'   Wörtlich:  "Sprechend:  ich  weiß  es.« 

*  0)tlh'Hi,S^  '   ("''  ''f  Ix  ictrt)  ist  aus  iJi*{l  ....  wegen  des  folgenden  b 
eiitstanden.    Es  bedeutet  den      i  kr!  des  (D^^'i'    ,  der  SauceusctiiUsel.  —  IW^ 
:  ist  der  Deckel  des  ^"/J'J*  :  dor  FIcischplatte. 


Digitizca  by  Liu..- .  «v. 


V 


BilrmrocH:  Froliai  ans  amliarisdiein  Volkaarande.  231 

I'ufh  *.  einem  Seidentuch  ^  einem  huntf^estreiftt  ii  \  einem  blumenbeslirktpn  *, 
einem  cliiuif^iprf n<len  StnffS  ciiu'iM  l)nMiii\\ oUenen  Tuch",  einem  WoUsUifl', 
einem  Leineiitucli einem  weißen  StolT  ',  einem  dicken  einem  alten  liieken 
Stoff  bekleidete  und  (so]  zudeckte".  Als  der  König  sith  uül  den  (iroßen 
zum  Kssen  niedersetzte,  stand  die  in  Wollstoflf  eingeludlte  Schüssel  vor 
dem  Könige»  und  ab  er  iie  dffiiete,  war  ea  Flachs.  IHese  warf  er  weg 
und  ließ  die  mit  dickem  weißen  Stoff  verhQHte  kommen,  und  als  er  sie 
öffnete,  war  es  Flaelis.  Ebenso  [war  es  mit]  der  in  Leinwand,  der  in  den 
bäum  wollten  Stoff,  der  in  Tuch,  der  in  blumenbestickten  Stoff  gehfiUten, 
der  mit  Imntstreifigem  seidenen  Stoff,  mit  rotem  Seidenstoff,  mit  gold- 
gesticktem  Stoff  verhüllten  [Schfissel],  eine  jede  war,  wenn  er  sie  kommen 
ließ  und  öffnete,  Flachs '^  Der  König  war  sehr  zornig  und  rief:  «Wie  hat 
diese  Finn  im«;  7nin  Narren  gemacht.«  Kr  ließ  die  Frnn  kommen  und 
sagte  ihr:  »Was  bedeutet  diese  Sache,  die  du  uns  angetan  hast?«  Da  sagte 
ihm  die  Frau:  »0  König,  das  (lesirht  der  Frau  ist  häßlich  und  schon, 
verschieden,  wie  die  iStuffarten je  nacii  ihrer  Art  häßlich  und  scliün,  <;e- 
ring  geachtet  und  geschätzt  sind.  So  ist  das  (iesichi  und  die  Nntur  der 
Frauen,  im  Innern  ist  aber  alles  wie  Flachs  allein.  So  ist  auch,  mögen 
wir  [nun]  schon  sein  oder  häßlich,  unser  alier  Wesen  eines.«  Da  war  der 
König  sehr  erstaunt  und  freute  sich,  daß  sie,  um  lieber  ihrem  armen 


^  Da  die  Namen  der  versefaiedeneo  Stoffe,  die  nns  hier  begegnen,  selten 
und  in  den  WArterbileheru  nicht  belegt  sind,  ni6gen  sie  hier  etwas  eingehender 
evUirt  werden. 

Of(l*P  *  HO  '  merkwürdige  Wortzusammensetzung,   ntitstanden  aits 

HP  s  (Dll^  I  Itliiopisch  =  'in  dem  Geld  ist*,  ein  •goldi^esticktc«  Tuch-. 

^  ^'^tl  ?  =  (Damast),  ist  ein  »rotes  seidenes  Tach  mit  gdbea  Blatt-  und 
Rankeoonia  in  en  t  e  n « . 

*  ^"fl^A  *  '  (&rab.)  ein  •  seidene«  Tuch,  mit  bunten  Streiten  duixti- 
togea«  (wie  die  Keilten  der  Bednineo). 

*  K^4A  *  Ak  *  Ithlopisch  =  »dem  Joni  gleidi*,  ist  ein  «Stoff,  der  mit 
Blumen  bestickt  ist« 

^  A>,'^4»1 1«  wfirtlicb:  «Nacht  [und]  Tsg«,  ist  ein  -Stoff,  der  in  vielen 
Farben  schillert.  • 

"  X'JÄ")!,  '  (.si)ricli :  jn(Ukkt)  ein  •baumwollener  Stoff«. 

'  %.V  '  oder  :  (arab.)  ist  das  gewöhnliche  »Tucl»-  (aus  Wolle). 

*  J  ist  die  gewohnliche  Leinwand. 

*  Ä'T'fc  '  »weißer  Stoff  mit  Stemmuster.« 

Q^ll^  I  ein  »dicker  weißer  Stoff«.   Derselbe  Stofi  aus  alter  Zeit  beißt 

I>io  Konstruktion  ist  lotgende:  «Sie  hatte  den  Tisch  hergerichtet,  indem 
sie  ...  tat  nnd  indem  sie  die  Deckel . . .  bedeckte,  indem  de  sie  mit  . . .  be- 
Ueidele.«  . 

^  Diese  Worte  sind  eine  sprichwftrtlicbe  Redensart  geworden;  vgl  Gnidi 
Prov.  S.  104. 

"  Im  amhariscfaen  Texte  sind  die  Namen  der  Stoffe  hier  zum  dritten  Male 
aufgezäiüt. 


Digiiizca  by  Liu^.'  . 


232 


MiTTWoca:  Prabea  au  amluriMiliflm  Vdkjnnind«. 


Gatten  das  Eheti'euwort  /.u  bcvvalii'en,  al.s  am  die  Ehre,  des  Königs  Gattin 
genannt  zu  werden,  dieses  Gleichnis  erzählt  hatte.  Deswegen  gab  ihnen 
der  König  mit  den  Worten:  «Idi  habe  eudi*  dieli  und  deinen  Gatten  durch 
ineinen  scblitnmen  Plan  in  Bestürxung  venetst  und  eudi  betrObt,  und  du 
liaat  mich  dureh  dieses  Gleiebnia  vor  einer  Sfinde  bewahrt'«  viel  Gdd  und 
kehrte  in  «dn  Hau«  zurOcki 

Sinnspruch;  Eine  gute  Frau  ist  ihrem  Manne  une  Krone,  wer  eine 
gute  Frau  gefunden  hat,  hat  dnen  guten  Sq;en  von  Gott  gefiinden. 

4  Qesohiohte  TOD  «inen  SohiUer  imd  einer  gonfooldgeii  Vrio. 

IL  •  ^ITC '  Mtl. »  MI-  «  KCA^^  •  hft  ■  I11I.Ü » h-P^I- «  • 
^Am?AU  t  KAY«-  »  KCA-r  t  «»«i^tfH  t  KVt » • 

Umschrift 

ütid'^tamän  ialqmmqnau*n  t*'ri  i*:o  m'fa'i  kat  ätloc  s'it  hJdö  jvdkds 
fih^n  f're  Icui^'lhii  älat. ^»ssifu^in  ejjakamuuisqd  c^ärrqsaC'bb(ii*nnä  f*k^it 
ydrrq^.  äyt''ta  hqsatt'q&^  ffki^  k'''änt'»ro  inln  älaL  »ssy^dm  äf^  k^sih  kaf'leU 
min  fsqfqndUqh  älqö%    Bftim  V«mgi*^  in^  HlSX. 

tl  h  e  r  s  e  t  z  u  n  pj. 

Ein  Schüler  uinij:  mit  Getreidekörnern,  die  er  erbettelt  hattet  zu 
einer  Frau,  die  gerade  eine  Platte  aufs  Feuer  stellte,  und  sHi^ti«  ihr:  bitte, 
röste  mir  die^e  Körner.  Sie  aber  aß  sie,  indem  sie  kostete,  fast  zu  Ende 
auf  und  ließ  nur  wenif;  Qbrig.  Als  sie  die  Pfanne  aufhob  und  ihm  gah, 
nahm  er  ein  paar  Kurner  mit  den  Fingern*  und  sagte  ihr:  »Bitte!«  Sie  aber 
sprach  eu  Ihm :  «Ach,  woasu  gibst  du  mir  von  diesen  wenigen  U  Er  erwiderte 
ihr:  »Probier'  es  doch!« 

Auch  hier  liegt  ein  KTCff  > »  du  Wortspiel,  vor.  Das  Wort 
4»tfB^^  I  bedeutet  als  Imperativ  3.  Pers.  Sing.  Fem.  von  ttf*A  1  »pro* 
hier'  es  doch« ;  es  kann  aber  auch  als  Gerundium  2,  Pen.  Sing.  Fem.  von 

*  »rauben,  mit  Gewalt  wegnehmen«  gefaßt  werden  (»indem  du  [auch 
dieses  noch]  wegnimmst«). 

*  Im  Aiuiiai  ischeu  Katisals&tze :  weil  ich  euch  ...  in  Beatärzang  veraetzi  und 
euch  betrObt  habe  und  weD  der . . . 

*  Kinder  anner  Etteni,  die  in  Hanse  nidits  lernen  kSnnsn,  da  «ie  sn  Feld- 
arbeiten angehalten  werden,  verlassen  ofbnals  im  Alter  von  etwa  10  Jahren  heiwlidt, 
ohne  Wissen  ihrer  Eltern,  ihre  Heimat  In  der  fVemde  leben  ae  dann  meist  von 
milden  Gaben,  die  man  ihnen  gern  gewährt 

*|*VlTl^  '  l)e<!eutet  «mit  den  1' mgerspitzen  ergreifen  und  so  aufheben« 
(K'"nnT  u.dgl.);  4Ui||^n  '  «mit  geschlossener  Hand  aufheben-  (von  allen  Dintjeu); 
tid*^  :  'die  beiden  Hände,  die  zuerat  getrennt  [auf  dem  Tisch]  li^en,  zusammen- 
bringen und  dann  anfheben«. 


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Mittwoch:  Proben  aus  auiiiari&cliem  Yolksinuiide. 


233 


&.  Eineiii  leichtfertigen  Menschen  fällt  es  leichter,  eine  große  schwere  Mflhle 
8U  tragen  als  eine  Sache  bei  »ich  m  behalten 

*        »  AA  >  A^^^tf-  >  am^«^  ■  MCAil^«^  i        « Aflh  < 

»  +lfll1»  i  ÜM  *  «-f » HICT  •  yM  •  A  AA«Yr  «  AAHO I 
hp*  »         »  ♦A.A  »  Aiif  »  VIC  »  f        A  '  VaCV  I  hV-Vü  I  Ti- 

^  '  -fiAu  •  h^Jid.e[h  .  f^iCfiio« »  Mf^xn  •  ?i(:A-  ••  f -f'ft'h^^fl»- 

j  I  iD%:4^»  1  f -ji^  I  Mnnmn »  ka^  « >ic:A-r « hMicr*  >  h 

A  »  m  I  T}  •  'P'H- *         « VK-f  >  A.tfll^ '  KA^AT?  •  »l^ 

xcfry" » tp^e^-m-j «  +a"hr » xe^A » ©fi » h*Jt<H»-  •  Vie  i  je, 

a4>  1  i&U  <  iD^:^^*  » tAA^ » liA  « 

Umsclirift 

^*flU  ndggr  kqmqsiäknm^i^t'k^  taUaf^.Jt^bhäd  ud/r'o  rnassokam  j^k^gilg^äL 
ifmd^agqr  ärat  sa^od  tfddq  ruk^  agär^avtiä  fiMu.  hhu  gizii  kqsanafj- 
bntu  buhäld  ^nilayqräcij^  siniTwillilsu  jügiirfu-'^'n  sau  ti4ja!iüü.  xilq  Squ^a^ny^ 
Mt^gii*k'ut  kdrmqJtsa^ttii  iändü^sni^^mnät  mdq^motqc  naggcira^^.  mnaiti 
igmdtgä'böat_Mif^g4n  ^d/{'o  t4iqkk*m6*  bdhaia  k'qrio  ruibbiir'nna  näggrun  al- 
fdmmam.  s^laah  kgs^ostu  andu  k^gHl  My  nägqr^{ammaicM  nqbhafnna  mnätäh 
molgi         aUhgvr^  jjfngggdK-kg^  tndgk^  999^  fffiqi^kqm^  ^dffo  fffgid 

mm4ia  lUgkkqmiL  »itihn  v4^iSi(n  igiglOhni*  9&a^ 
^If"  »i^^ffdffo  k'ääalun  alq. 

Übersetzung. 

Vier  Leute  eines  Ln  rules  gingen  in  ein  fernes  Land  xu  Markte.  Als 
sif  Ifin^e  Zeit  darauf*  in  ilir  Lnnd  zurückkehrten,  trafen  sie  einen  Mnnn  ans 
ihrer  Heimat.    Als  sie  ihn  nach  ihren  Leuten  befragten  f  sagte  er  ihnen, 

'  Das  ist  eine  oft  gebraucht«  sprichwörtliche  Redensart.  Die  Erldlniug  Hlr 
iie  gan  dk  fblgaBde  Oeeehidite. 

*  Od»  «Mb  <9%iMitf. 

*  Wörtlich:  «Wlliriiid  iie,  nachdem  sie  fange  Zeit  vtrbraebt  hatten,  in  ihr 
Und  sorflcfckebrten.« 


234  MrmroeHt  Proben  am  amlmrbdiem  yolkamnnde. 

(laß  die  Mutter  eines  von  ilinen  gestorben  sei.  De  r  Mann  nhcr,  dem  die  Mutter 
{»fsturhen  war,  war,  da  er  eine  Millde  trufi;,  /.urüclvgebiiebcii  und  hörte  die 
Saciie  nicht.  Weil  nun  der  eine  \  on  den  dreien  ein  leichtfi  i  üger '  .Mensch 
war,  der  keine  Sache  [behaltenj  konnte,  spraclien  sie  zu  ihm:  »Sag  ihm 
nicht«  daß'  seine  Mutter  gestorben  isU  Wenn  du  es  ilim  aber  sagst,  werden 
wir  dir  mit  Gewalt  die  BlGhle,  die  er  tragt,  aufladen.«  1^  spradi  er: 
•Ich  werde  es  niclit  sagen.«  Doch  nachdem  er  ein  wenig  gewwtet  hatte, 
konnte  er  die  Sadie  nicht  ISnger  ertragen  und  sagte  es  ihm.  Da  zürnten 
ilim  die  beiden  und  luden  ihm,  indem  sie  ihn  heftig  schlugen,  die  MQhle 
auf.  Während  er  nun,  die  Mühle  tragend,  weiter  ging,  sagte  er:  «Ah*, 
diese  Mühle  ist  für  tnieh  leichter  als  die  frühere  Sache.« . 

Vn.  Fabeln. 
L  fuxUm*  nnd  Rabe. 

»  m'fi  :  4^^  I  MSa^n-  •■  TAU  »  h%  »  ^'>1-^  «  n'^f  1- » 
rm-*»  f  ti^fh^  «     7  •        >  iThX  >  hA  I  f  II,.?-) '  7.». « »if « f 

i\TL  »  ^''Vjr'V  •  li  A-  •  »i'^/r-iAt » y*io-7 »  >^7¥a  » «o^v » Mi 

Umschrift 

jfik*avorönnä  iafcurei  üärAr. 
y^vgro  hazaf  d(ßr  Tcuma  äiäkk**t>a  uqdq^zaf  b^täi  k^ttrH  kazq/  hi 

'  'f'AtfA  '  "leicht«  bedeutet  auch  •leidit^niiig,  leichtfertig*. 

'  Wörtlich:  »Sage  ihm  nicht,  sprechend:  deine  Matter  ist  gealorlieo.« 

*  IP*fi  i  (nicht  belegt),  Aufirof  der  Erleichiemiig,  ahhh! 

*  <^flC?  s  ist  eigentlich  der  -Sebakal«,  wlbrond  noserm  -Fudbs«  nn  Anüa- 

rischen  'PAl  '  4*111?  '  entspricht.    Da  aber  der  ^fiC  '  Fabeln  tnuMr 

die  Strll(>  nnsres  Furhscs  einninuDt,  so  gebe  ich  das  Wort  mit  «Fachs«  wieder. 

^  Oder  tfjlf^fa^ö* 


Digiiizca  by  Liuv 


Miitwoch:  Proben  aua  amhariseheju  Vulksmunda.  235 

nadg986  aiä0»va  »f^ßi  jfäda^  lf*ura  mdfi  «oi^ik  »nii  dniqn  bqmaidt. 

das   iasnnfldl.  dttd'^^i  ddmf4hPn  aa^män^ttni  dq^^i^ldü  aiqö*^, 

iaziläh^gizii  Icura  juk'qvqron  tänk^dl  säüäük'  bgy*ngt  iavdddgdgö''unnä  iama- 

f;ä(fgqnqv''if  mqslot  dhntim  liinsainüt  a/iin  knfto  kt/d^  diu.    iaziian ^(jiz'e  häfu 
iuii'ibhnra  f  iiijtirä  "ri'irf'/k  nlhU'n/ia  tnk  nhh'la  Imlta  -iudih  nhiC  'n.    itwUiql-  uimmu'i- 
mvml  hullü  kämmimvön'llqt  m^<f*vun  jflff^tcU  U'la  alldjf't'aC^bb^'nna  mqngq- 
hSdqö, 

Ubers ctz II  II 

Ein  Fuchs  sah,  als  er  am  Fuße  einesi  Bauniev  stand  uml  %uin  Baum 
em[»orhlickte,  einen  Raben  oben  auf  dem  Baume  siUeu  und  ein  Stück  Brut 
im  Schnabel  halten.  Dieses  Brot,  das  sich  im  Schnabel  des  Raben  befand, 
begehrte  er  und  war  er  gierig  zu  esseo.  Deswegen  tluachte  er  den  Raben, 
indem  er  also  sprach.  Indem  er  zu  ihm  in  die  Höhe  blickte,  sagte  er  za 
ihm:  »Mi^n  Freand  Rabe,  wie  geht  es  dir?  Idi  bin  immer  sehr  froh,  dich 
zu  sehen;  aufler  der  Annehmlichkeit  deinor  Gestalt  macht  mich  auch  die 
Anndunlichkeit  ddner  Stimme  sehr  froh.  Bitte»  laß  mich  einmal  deine 
Stimme  hören,  das  soll  mich  freuen.*  Da  glaubte  der  Rabe,  da  er  die 
'Schlauheit  des  Fuchses  nicht  kannte,  daß  er  ihn  aufrichtig  liebe  und  lobe, 
öffnete  seinen  Mund,  um  ihn  seine  Stimme  huren  zu  lassen  und  kr&hte*. 
Da  fif^l  jenem  (dem  Fuchs)  das  Brot,  das  in  seinem  Sclmabel  gewesen  war, 
zu,  er  fing  es  auf.  fmB  e^  und  sprach  also  zu  ihm;  »Mein  Freund,  jedei, 
der  einen  andern  dunini  macht,  findet  von  dem,  dev  ihm  zum  Gefallen  dumm 
ist,  seine  Nahrung.-  So  sprechend,  verspottete  er  ihn  und  ging  seines  Weges. 

2.  Der  Fuchs  und  der  Raubvogel 

Hnß  » i^-um  » -tipfi '  f i^i-^  >  i^Hfi » 't-'f't  *  f  *  nhn: »  a.h 

A  »  i^:' A  ■  »Ä*^ »  Kr «  f  1»+ ■  T^-O «  MTtf- • -HÄ* » » W 

>  Auch  noch  (Ai^'n^  gosprodien. 
'  Auch  V\  I  geschrieben. 
*  W2rtl(cb:  »Ak»  sagen«. 


236 


Mmwocfl:  Probaii  ant  mhaimchem  VoUusmunde. 


Umschrift. 

{qk^nvnrhnna  iamgra  tdrat, 
kaviira  ädnn  at  'La  iijg  't;i  tqravqi}  lam*ttafIgrgg^M*m  dffne.     nMkk  va 
ugdq^qmäi  bittäi  ämörd  Itdixar^läi  su^w  aijac.    »skt  i<th^n  dtnurä  othqtt'Him 
hvlä  b*la         bqmälagailat  g^ddg*adä^s^^Ta  gqrta   t>n/dgyan  afißä  f^odyän 
ffgtkf^sam^  gqlb*fa   tqngdllä   iam^otni  mg^la   tgäiiaö*     iß   äqäiqr  9u*6r^ 

Üb«r8etzuog. 

Ein  Fuchs  war,  da  er  keine  .lagdbeute  gefunden  laxte^  sehr  l)iinp:iit; 
und  wußle  nicht,  was  er  machen  solle.  Als  er  anfuTirt«;  {^en  Himmel  blicktet 
sah  er  einen  Rauhvogel,  wie  er  hoch  in  den  Lrifi[en]  kreiste.  Er  sprach: 
«Ach,  diesen  Raubvoi^el  iiu"rhte  ich,  wenn  er  mir  gehörte,  essen«,  ti-at  an 
einen  tiefgelegenen  Ort,  nn  (h-iii  ihn  kein  Mensch  finden  wiinlt^,  unter- 
drückte seinen  Atem,  wandte  seinen  Uaucii  /-um  Himmel  (nacli  oUen)  und 
sclilief,  auf  dem  Rflcken  liefyend gleichsam  als  oh  er  tot  sei.  Jener 
Raubvogel,  der  in  der  Luft  kreiste,  sah,  als  er  nach  unten  blickend  sich 
umtat,  den  Fuchs,  gleichsam  tot  auf  den  RQcken  gefallen.  Mit  den  Worten: 
•Ich  habe  ein  Aas  gt  lunden«,  kam  er,  'mit  den  FlQgelo  schwirrend*,  lienn 
und  setote  sich  auf  seinen  Leib.  Ab  er,  um  seine  Augen  herauszunehmen, 
seinen  Schnabel  dem  Munde  des  Fuchses  nllierle,  wQrgte  der  ihm  eili|pt 
die  Kehle,  tötete  ihn  und  fraß  ihn  auf.   [So]  ersililt  man. 

3.  Sieben  Löwcü  und  em  Ochse. 

^Xnf  «  hMAr  «  4ArA  i  riA*  ■  -OA  i  Kl All^  f  M<1U  ■  Inn  * 
«^'tfl^^  >  ^A  I  i^P  «  hm'h'n^M  <  K9-A i  KA^  I  iur ' 

M'}^  » i-f ¥  »  /^P  •  mfiH- »  hr^r^ »  Art^¥l^ » Ai»-ft «  KAf 

*  Zu  »|''J^A  *  ^g'*  ^^i®  Bemerkung  zu  Sprichwort  Nr.  14. 

*  Wörtlich:  »»ii  tagen,  machea»  (nicbt  in  den  WditerbAcheni). 


Digitizca  by  Ci^r..- .  iv. 


Mittwogb:  Proben  ans  omharbctiein  Volksinuiide.  237 

« -05^5 « » f^flA « 1  Mis->ir*^ » >  u-a->  m 

Kf +T*in*in  «  KK  t  XA  i  hTIIATr  »  +>/^+^- »  KlÄ" » 

^  *  A^nA  >  Ao^sp  I  MPi^  i  HAY  I  xia^^  *  ao-i  i  mi«-  < 
Qm- '  ^H.  >  ^11  >  fiÄ  >  A-n*} » f  Ai*-f*  •  -Hin  A- 1  ♦n«"  >  iai^  • 

Umschrift. 

sqaiit  ämaqtöi^nna  and^bQr*i  bdnd  Atm^  mäk»4r  »tfqfu  bqmähvqrac^ 

n^bgrqmnmS  dnvg«$ä  bqr*in  sdlqmin  mähvqraiän  jdlff^ff^  ä^fdlhdng  aluL 

äugtoi^  M  tßpa  aUMJ^l^  alkqUkkd/na^  dntq  bafq^^idFh  «Mdm 
hMil  iagid  iHt  mmSM^  9iteUh  kah^onq  mähvqraöin  {älq^s'ga  äutqhqnni^'nni 

äus»ll^tiq  älut.  bqrffm  Aant  gßetöc  s'yü  umUt  amf-'ct  üsqt  tuhü  (luts  älaintj^. 
änvq.fö&m  Ulla  fi*(ja  kulinjqnnqh  and^C  jn'h.Di  s't  än*nna  jnn^ntl/Uhn  äluzfia 
bqmäkvqracin  fqrtqhqnnq  .mdtt  fomät\m  l*ta^lqunq  da^qrli  älut.  bqr'riii 
y^ttotf^hoi  knmlthrqtaihu  bqkqr  be^i^adhÜ^tqtl  alq.  änrq.stn''*m  mähvqra- 
immqn  Iqdqß'qrm  mihrqt  fgl/^nnqfn.     nqgqr^ffan  mähvqrqtäHi^dAn  sjla^h^on^ 

iVfifih»  äkA  b9t4im  hn^Jqmä^  9mkijSiim  ißflÜ'^»»^  ^äS^'ffWvfs 
MLäfa.  dmigtS^  J^M^  änd  fhum  kgttu  ng^^  MOfffi*  bgf^i  «vm^ 
fgrdgggt  t*»¥4i  It*^  m»^.  dna^iw^m  batü  tndg^ji^^  d^pL^  id^^ 
900*9  i(MiVl$  ^  l^lau  6^Mi  hfwikka/ql  dlc*'dfru  M5tm  hqfqrsh^ 
gorä  t  'taift  afut.  Icqvqro  kafqrsh_gnra  {qtfdddqk  a^^n  an^qt  sbtfvqla  bbbun'm 
*Uf*nla  Imllac.  änrq.so&m  IMnin  Juli't/qu  Ixif  ü  /fizii  i/h'^rariS  l'ihh'n  {aj^qu^n 
tmamSi.  fcqvqrom  dätU  ^etöc  ii)h*^vqrie  läb  iHUrt^orä^^ä^^ingi  Utbb*mmä 
hwitor^  kefidnt  gära  mdko4r  Iqm^fqU'at  bqdiffqrq  j^mäsläöAftäiht  diqöad^. 


Digiiizca  by  Liu^.'  . 


238 


AfmrwocB:  Proben  aus  auihariachein  VolknDiinde. 


Übersetzung. 

Sieben  Löwen  und  ein  Ochse  pflegten,  indem  sie  xiutainiiien  bei  ab- 
wechselnden Gelagen'  tranken,  y.n  ihrem  rJe!ri>;e  Fleisch  zu  essen,  indem 
sie  solches  ge8ch!a<lit<  t  hatten.  Als  aber  das  (lelaf^e  des  Orli<?pn  an  die 
Reihe  kam,  sprachen  die  Löwen  znin  Oelisen .  du  kein  FleLsch  da  war: 
»Weswegen  hast  du  uns  unser  Grla^;«  oliiu*  i  leisch  hergerichtet?«  Der 
Ochse  sagte  zu  ihnen:  »Ihr  Herren,  wenn  ihr  aiu-h  Fleisch  esset,  ich  esse 
es  nicht,  da  Fleiscli  mir  verboten  ist-«  Da  si.rnclipn  die  Löwen:  -Wir 
haben  dir  nicht  verboten,  Fleisch  zu  essen;  wenn  du  freiwillig  sagst,  ,icb 
esse  [es]  nicht',  zwingen  wir  dieh  idcht,  [es]  ni  essen*.  Dft  die  Saehe  so 
»t»  und  du  uns  unser  Gelage  ohne  Fleisch  verbringen  lißt«  so  bOige  uns 
[l&r  ein  besseres].«  Der  Ochse  sagte:  >Ihr  Herren,  woher  soll  ich  Fleisch 
bringen  und  dafilr  bOrgen,  es  euch  zu  geben?«  Die  Löwen  antworteten: 
•Wenn  ^u  kein  andres  Ftetsch  findest*  gib  uns  einen  Schenkel  von 
dir«  und  wir  wollen  ihn  essen.  Wie  konntest  du  so  verwegen  seio, 
uns  anders  (ohne  Fleisch)  zu  unsenn  Gelage  zu  laden,  und  uns  fasten  rn 
lassen?«  Der  Ochse  sagte:  »Meine  Herren,  von  eurer  Gnade  ab^selieo. 
bin  ich  in  eurer  Hand.«  Die  Löwen  sagten  ihm:  »Mit  dem,  der  un^er 
Gelage  ntrlit  richtig;  veranstaltet,  halten  wir  k^in  ^titlt^id;  aber  da  dt!  tmser 
Bankettgenosse  bist,  werden  wir  nur  einen  Schenkel  \w\  dir  ess»Mf  «huli 
deinen  gan/<m  Körper  werden  wir,  damit  du  nicht  stirbst,  nicht  f>-«eii.. 
Da  der  Ochse  wußte,  daß  er  sich  nicht  weigern  könne,  willigte  er  unter 
Zittern  ein.  Die  Löwen  uiaeiiten  sicii  auf,  rissen  ihm  den  einen  Schenkd 
ab,  und  während  sie  ihn  verzehrten»  starb  der  Ochse  bald  darauf  zuckend. 
Als  die  L5wen  sahen,  daß  der  Ochse  gestorben  war,  sagten  sie:  »Dieser 
Ochse  ist  gestorben«  wir  wollen  ihn  essen.«  Als  sie  seine  Glieder,  um  ihn 
ftu  teilen,  zählten,  fanden  sie  sein  Hers  nicht,  da  sie  es  mit  den  Ein- 
geweiden* zusammen  weggeworfen  hatten.  Während  der  Foclis  den  noit 
den  Eingeweiden  weggefallenen  Dann  alS,  fand  er  das  Herz  and  a6  es. 
Als  die  Löwen  das  Herz  suchten  imd  es  nicht  fanden,  sagten  sie  einander: 
•  Dieser  Ochse  hal[te]  kein  Her/..«  Der  Fuchs  sprach  zu  ihnen:  «Gewifir 
ihr  Herren,  der  Ochse  hat[te]  kein  Herz.  Glaubt  ihr  denn,  er  hätte,  wenn  er 
ein  iierz^  (Verstand)  i^eliabt  hatte,  die  Kühnheit  besessen,  mit  euch  zu- 
sammen beim  Gelage  zu  trinken?« 

4.  Das  Junge  des  Leoparden  und  das  Junge  der  Ziege. 

*  Solche  Gelage,  zu  denen  ein  Kreis  befreundeter  Männer  inuncr  der  Reihe 
naeh  einander  einlidt,  sind  in  Abesainien  sehr  beliebt 

*  Wörtlich:  »sagen  wir  nidit  mit  Gewalt:  ifl«. 

*  Vornehme  Leute  (Löwen)  essen  die  Qngeweide  nicht 

*  Da  (las  TIcrz  als  Siu  des  Verstandes  angesehen  wird,  braucht  nan  > 
audi  geradezu  HU*  -Verstand-. 


Digitized  by  Coo^L 


Mittwoch  :  I^oben  aus  aaitiaribchem  V'ulksnmiide. 


239 


AATf^v  :  jPA^^^nvf  l- 1  hr'T'i'^  i  ■'  mn  •  hu  i  ^  ^.r^p-i  -  hit 

A?^  1  f  Ar  t  <f  A1A  i  diA  t  K?:!:  I  dv^ «  I  M « «1^ '  Ii 
HIC  «  -IA1 A «      •  A*^©^'  •  VA^^  t     •  W^yi- 1         « A 

^  •  KA«< «  fl^^  ■  M%  •  KliS^-lAV?  t  MH^iMl »  Kl-A.3f «  K 

A^l-  I  f  VeA  »  -]AlAr  t  f M'A'}  »  rhC  '  »  Kit '  ÄArh. 

«•r «  KA^ » nv.-J«»-  •  vym:  •  «^a^a  »  kvI  'P  '  K")^  ■•  <»h/..^'"h » 

t  <  A^  >  -OA «  fO^^'^  i  f  A '  *7A7Ajr»  i  hd^  >  QA^^i*  >  % 
Ä »  X«  i  l-A*»*  i  >W  »  X-Wiai*«  KA?«4- 1 KCA4> > T» ' XA 
«•«ly »  hKf  i  f  »-HC  •  ^AlAr  t  rW» «  KA*  I  f  WA  •  1A1A  • 

» Äfw^?-  i  f  >ilC »  ^A-I Ar » XiD+^-fl^ » -OA » K V^- » t^^AA*  « 

Umschrift 

kiUum  bäilqtil^&6^  Mä»*  VP^4^  9^9^  tefinnät^  tn^i  sarf  kuf»i.i^>..S^h^^ 
gari  »»rfSffdt  ^/^A»  t^lä  naggqrqväi.    9nnäfffdm  ftUabhaX  mijmffoH  »ilqmSn 

unk  as  ialyaddaLsiWiaiü  lälaiiiqtfasat.  amt  'lqhit  hifi"tjii  ähiin  duinuan  fnPtqn 
fytiuän  bqltqn  9nn*t\ig(fv  nqbbqrtiq  ähurfm  nngq  mafqda  hig'nna  ttq(  ^nn'fr  atiut 
b*lqs  ätailq.s  amc^äfnna  hnn*culat(iUqH  äUt/at.  jttf^ihil^m  g'dgnj  uqda^'nndfuä 
Inda  itnnätfi  9n*i  tari  hanäw^g^lgql^gara  taccä^di  ^tW^u  b^la  näggarq£aL 

bättdepndä^  gndgkM^  a/i^'im<ft.  ^pidvr  gUffgl  imui^^  HdM^  gddkk 
IdSfmiq  tirfiff  n^ib4r  ahtn^m  nägq  imn*fc*äffdt  iälq&i^juidqhfm  aimdfam 
häni,„^ara  man^fquatä  aügü  bqiat^n^  ^ndatt^gallA'nna  Mdäü^lai  at^hid 
alg/at.  iaf^ql  (jihfrit'm  iq'nnati/dn^mSk'r  samta  S.^  athiff*m  äqd.  bqmigau 
iqnqvr  gilgql  ^nnälaa  jiidii^Tiuikkarqcut  uqd'/ _  /'/ii/d >l(/id _fi'i't__^at^qgqv  hedq- 
c*rmd  bqg^äro  Huna  f^ijalut  f^qlut  b^la  ftimuät.  tq/jijal  gJgql^m  äv'St  bd- 
i%^„^gv^i  iindq^lantu  nqj^nna  mtv'cc  ämU  alqcat.  ^issva  gin  almqt  am  aiqd* 
ifii^or  ff^g4^m  m^m^a  atgi*  V^^i  Q^ffi^  kdnatajb^k  tqmakkqrq  kgnfem^ 


240 


Übersetsnng. 

Das  Junge  eines  Leoparden  und  das  Junge  einer  ZStgt  trafen  skh, 
verbrachten  den  Ti^,  indem  «e  miteinander  spielteo  und  gingen  am  Aliend 
jedes  in  sdn  Hans.  Das  Junge  des  Leoparden  sagte  an  seiner  Mutter; 
•Ich  habe  lieule  den  Tag  verbracht,  indem  ich  mit  dem  Jungen  der2ege 

spielte.-  Da  sprach  seine  Mutter:  «Wo  ist  dein  Vater*?  Du  bist  dumm, 
weshalb  hast  du  es  nicht  durch  Würgen  getötet  ünd  hergebracht.  Hittest 
du  es  mitgebracht,  würden  wir  jetzt  sein  Blut  trinken,  sein  Fleisch  essen 
und  uns  sättigen.  Nun  geh  morgen  früh  und  mit  den  Worten :  ,Knniai.  IriPt 
uns  spielen',  und  os  jso]  tfuischprid  bringe  es  mit.  T),inn  wolU-ii  wir  es 
essen.«  Das  .Iiin<i;e  der  Ziege  ging  zu  seiner  Mtitter  und  sagte:  »MuUer, 
ich  habe  hfute  mit  dem  Jungen  dos  Leoparden  ge^spielt.«  Die  Mutler 
er.sclirnk  nnd  sagte:  -Wehe,  wehe,  du  hist  naiv!  Wo  ist  dein  Vater'?  Weißt 
du  nicht,  daß  die  Leoparden  unsre  Blutfeiude  sind?  W^enn  das  Junge  des 
Leoparden  dich  würgend  getütet  h&tte,  wirst  du  verachieden.  Und  wenn 
es  nun  moigen  au  dir  spricht:  «Komm,  laßt  uns  apidenS  so  gdie  nidit. 
sondern  sag'  vielmehr:  «Ich  komme  nicht  Was  habe  ich  mit  dir  tu  spielen !% 
damit  es  dich  nicht  tStet  und  dich  nicht  frifit.«  Das  Junge  der  Ziege  hörte  den 
Bat  seiner  Mutter  und  sprach:  «Out,  ich  werde  nidit  geben.«  Am  nielisten 
Tsge  ging  das  Junge  dea  Leoparden,  wie  seine  Mutter  ihm  geraten  hatte 
in  die  Nihe  des  Hauses  vom  Jungen  der  Ziege  und  rief,  als  es  auf  dem 
Hofe  war:  «Zicklein,  Zicklein!«  Dann  sprach  es,  nachdem  das  Junge 
der  Ziege  zu  ihm  »mein  Herr!-  gesagt  hatte:  »Komm  wie  gestern,  laik 
uns  spinlen.«  Das  Jiin^f  dpr  Ziege  aber  sprach  zu  ilim:  «Ich  konune  nicht!» 
Das  Junge  d^^s  L«n)parden  iragte:  -Warum'?«  Das  Junge  der  Zieg**  antwortete: 
•  In  deinem  liatisc  ist  ein  Rat  erteilt  worden,  und  in  meinem  Hause  ist  fiit 
Rat  ei  U'ilt  worden«  und  ging  zu  seiner  Mutter.  Da  kehrte  das  Junge  de» 
Leoparden  beschämt  zujück,  indem  es  sprach:  »Es  weiß  uui  mich!« 


^  «Wo  ist  dein  Vater?«  =  «da  hast  keinen  Vater!«  eine  Schimpfformel,  die 
völlig  erstarrt  ist  nnd,  wie  hier,  aaeh  von  der  Mutter  dem  eignen  Kinde  gegeidlMr 
gebrancht  wird.  JUudieba  Erscheinungen  sind  am  dem  ArdMsdwD  beimant»  — 
^t^t  UtLtta»  dters  Fem  als  K<rt*  * 

*  '  hl  derselben  Bedentang  wie  das  llbliebere  n 


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MiTTWorn:  Proben  aus  amhari^cliein  Volk«iiiiuide.  241 


Veraeiehnis  der  beaprooheneE  Wdrter. 


8d«e 

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IBtt.  d.  Sem.  t  Orient  Spnehen.  1M7.  n.  Abti 


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242 


Bibliographische  Anzeigen. 


Histoire  de  PAfrique  et  de  TEspagne  iotituUe  al-bayano  M-mog> 
Hb  traduite  et  anoot^e  pftr  CFagnan.  Tom«  IL  Alger,  Iinpri- 
merie  orientate  Pierre  Fontsna,  1904.  (Oouverneinent  geo&ral  de 

TAlgirie.) 

Besprochen  von  Paul  Schwarz. 


13it;  Wii-stt  lliiugeii  von  (  intnii  goldenen  Zeitalter,  das  Spanien  unter  der 
Herrsclmt'i  der  Araber  erlebte,  vererben  sich  vor)  Generation  zu  Generalion. 
Zu  Cordova  ein  llerrschersiti^,  um.straliit  von  allem  Glänze  irdischer  Macht, 
ringsum  im  Lande  GlQek  und  Frieden,  von  ihnen  getra;;en  eine  blQlMeiide 
Kultur,  Kunst  und  Wissenschaft  in  höchster  Entfaltung,  und  dies  alles  ver> 
nielitet,  als  die  Araber  naeh  Afrika  zurftckgetrieben  wurden;  so  will  es  die 
herkömmliche  Anscbauungswase,  die  in  der  Maurenbeirsdiaft  den  Gipfel- 
punkt der  GeAciüchte  Spaniens  sieht.  Anders  ist  der  Eindruck  bei  aclArfeicr 
Beobachtung.  Da  zeigt  sich  von  Glück  und  Frieden  etwa  so  vi^,  als  heute 
auf  der  anderen  Seite  der  StrnOe  von  Gibraltar  Europas  Verwunderung  er- 
regt. Gedeihen  und  Wohlstand  der  sildlielien  Landesteile  sind  im  wesent- 
lielien  abhängig  von  der  gewohnheitsmäßigen  Plünderung  der  nördlichen, 
iiiul  die  hochgejM'iesene  inaiirisch«  Kulttir  stützt  sieli  uahe/u  rausschlieBlich 
auf  iiiclit- arabische  Kieineiite.  Wohl  hatte  ilie  Forselmng,  nilen  voran  I)o/.ys 
uneiiniidliche  Arbeitskraft,  reicht;  Materialien  zur  Geschirltte  Sjianiens  im 
Mittelalter  er.sehlosseii ,  jedoch  arabische  Texte  bleiben  im  Ukzident  auf  eiacJi 
engen  Kreis  von  Lesern  beschränkt.  Was  Dozy  in  seiner  Geschichte  der 
Mauren,  in  adnen  Untersuchungen  zur  Geschichte  und  Literatur  Spaniens 
weiteren  Kreisen  bot,  wurdte  bereitwillig  aufgenomnien;  aber  wenn  sehen 
das  geschriebene  Wort  schwer  zu  ringen  hat,  g^enOber  den  von  Poesie 
und  «Sage  verklärten  Resten  der  Vei^angenheit  sich  Geltung  zu  verschaiTen, 
so  ist  die  »Geschichte  der  Mauren«  von  einem  so  edlen  Sdiwui^e  der  Be- 
geisterung fTir  den  Gegenstand  getragen ,  daß  der  Leser  unwillkürlich  wann 
wird  fiir  die  lleldeti  des  Dramas  und  die  schweren  Schatten  im  Hinter^ 
gründe  kaum  beachtet. 

Nunmehr  bietet  sicli  auch  denen,  die  der  arabischen  Sprache  nicljt 
kundi'.;  sind,  die  Möglichkeit,  eine  wichtige  größere  Quellenschrift  zur  Ge- 
schichte Sjiaiiitns  unter  arabischer  Herrschaft  nnniittelhnr  und  voran«- 
setzungslos  zu  studieren.    Sie  umfaßt  die  Zeit  vom  Beginne  der  arabischen 


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ScHWABz:  Uistoire  Je  TAfriijuc  et  de  I'Espa^ic  par  E.  Fagnan.  243 

Herrschaft  bis  etwa  z»im  Jahre  1000  der  cJiristlichen  Zeitreclmting,  fQhrt 
also  r»is  nahe  on  die  Peripetie.  Von  dem  Verfasser  Ibn  'Adäri'  ist  nur 
beknimt,  daß  er  aus  Mirräkeä  staintiite  und  im  13.  Jahrhundert  schrieb. 
Sein  \\*erk  ist  —  giiicklicherweise  —  kfine  Orijjinnlarheit.  Ihr  Wert  beruht 
auf  «Ut  tiuh<-/.u  unveränderten  rii<'rn;iliiiic  dei  I'n-riclit«'  aus  altcipn  {'lironikcn. 
\'on  diesen  Grundschriltfri  ist  eine  so  wichtig  uihI  so  .siaik  hfimtzt.  daß 
der  Herausgeber  sie  auf  di  ia  Tiul  der  Ausgabe  naiuite;  A  ribs  (  hronik  von 
Cordova.  'Aiib  stand  deu  Ereignissen  bedeutend  naiicr,  zeitlich  und  räumlich. 
Er  lebte  im  10.  Jahrliundert  tu  Cordovm.  Dort  war  er  700  christlicheii 
Eltern  geboren,  hatte  den  Islam  angenommen  und  war  vermiitlieb  unter 
dein  oni^adiadien  Kalifen  aUlIakain  II.  in  die  Stellung  eines  Staatstekretärs 
vorKeritckt.  Seine  wichtigste  schriflstellerische  Betitigung  galt  der  Erg^naung 
und  FortitUining  von  T«baris  großem  Geschichtswerke.  Wie  der  grofie 
Hiatoriker  dem  Osten  entstammte,  so  berOcksichtigte  er  auch  mit  VoiÜebe» 
f&r  die  spätere  Zeit  ausschließlich ,  die  Ereignisse  im  Osten.  Der  Andalusier 
hatte  hier  vieles  aus  der  Ge<;ehichte  seiner  Heimat  nachzutragen.  Ferner 
schließt  Tabaris  Werk  mit  dem  Jahre  914  unserer  Zeitrechnung.  'Aiib  fillirt 
die  Darst(>llun£^  atich  fi'ir  den  Osten  um  mindestens  achtzehn  Jahre  weiter: 
bis  dahin  ist  ^cine  Arl)t'it  erhalten. 

Auf  (b'iu  (lebiefe  <ler  geographischen  Literatur  haben  die  Arbeiten  der 
nuKslfminisrlieii  Staai^iieamten  einen  besonderer»  Werl,  lliueu  uaini  ja  die 
Staatsarciiive  zugänglicii.  Mit  (]>r  Fülle  und  Genauigkeit  des  amtlichen 
Materials  konnten  die  Erkundigungen  des  Privatuiauues  schwer  sich  messen. 
Weaentlicb  anders  liegen  die  Verhiltnisse  bei  den  geschichtlichen  Arbeiten. 
Hier  wirkten  perafinticbe  und  politische  RQcksichten  auf  dm  Beamten.  Sie 
Ijestlmmten  den  Gerichtswinkd ,  unter  dem  er  die  Tatsachen  betrachtete,  und 
schrieben  ihm  sein  Reden  und  Schweigen  vor.  Zutreffend  kennaeichnet 
Doay  solche  Arbeit  mit  den  Worten:  «Souvent  Thistoire  y  ressemble  k  une 
fres({i)e  sur  laquelle  a  passe  la  maiu  du  badigeonneur.-  Leider  gibt  es  zur 
Gescliitble  der  Omajjaden  in  Spanien  keine  zeitgenössischen  Berichte  von 
der  Hand  unabhängiger  frei  schaffender  Gelehrten.  Alle  älteren  Geschicht- 
schreiber Spaniens  sind  von  der  Familie  der  Omajjaden  ablian^it;.  Vcm 
Werken  anderer  Herkunft  ist  nieht.s  erhalten.  So  muß  'Arii>s  Düt  Stellung 
mit  Umsicht  und  Voi-sicht  benutzt  werden.  Indessen,  eine  gr  wisse  Mil- 
derung (h's  Mangels  ist  dadurch  gegeben,  daß  Ibn  'Adäri  an  geeigneten 
Stellen  l'aralielbeiichte  ispäterer  Schriftsteller  anfiihrt.  Diese  stehen  den  Er- 
eignisiaen  zwar  ferner,  erfreuen  sich  jedoch,  weil  sie  nach  dem  Sturze  der 
Omiuiaden  scfar^bcn,  größerer  Freiheit  in  der  Darstellung  der  ilteren 
Ereignisse. 

Ibn  *Adiris  Werk  zur  Geschichte  Spaniens  beginnt  mit  einem  kurzen 
geographischen  Abriß;  es  folgen  sagenhafte  Berichte  fiber  die  Zeit  vor  dem 


'  Ibn  'Adäri  bleibt  «ach  jetzt  noch  die  bestbezengte  Namensfonn  (vgl.  Dozy, 

Corrections  S.  3).  Schätzt  man  die  Autoritit  dor  Bonner  HaiidschriiV  höher  ein  als 
Ibn  al-Hattb  und  Abdolmalik,  so  mag  man  die  Namensform  al-*ldäri  wUüeii,  zn 
einer  Kombination  Ibn  al'  'lääri  fehlt  jede  fierechtigoiig. 


214 


Bibliographische  Anzeigen. 


Eindringen  der  Ara!)er.  Dann  gelit  dor  Verfasser  den  gewöhnlichen  Gang 
arabischer  GcsrliichtswcrUc ,  indem  er  die  Ereif^nissc  roin  chronologisch 
ordnet.  Nach  dem  Auftreten  der  OnmjjadtMi  wird  lie  DarsU-iliin^  ansfuhr- 
licher.  Personalien  des  Fürsten  und  Auf/.älilnng  sf-int  r  wichtigsten  Beamten 
werden  zu  Beginn  der  Regierungszeit  gegeben.  Am  SchhiH.se  finden  allgio» 
iiMine  ZOge  seines  Wesens  susumnenfasseode  Wßrdigung.  Diese  Abscbmtte 
bieten  dem  Kulluilüstoriker  besondere  Ausbeute.  Außerdem  kommen  nur 
yereiiiaEelt  Abweichungen  von  der  streng  cbronologischea  Anrelbung  der  Er- 
dgnisse  Yor,  so  bei  dem  Bericht  fiber  das  Eingreifen  der  Om^aden  in  die 
nordalnkanisdien  Verhiltnisse,  wo  die  ganie  Voigescfaichte  nckchmals  zu- 
sammengestellt wird.  Hin  und  wieder  ergeben  sich  auch  aus  dem  Neben- 
einander der  Quellen  kleine  Schwankungen  in  der  Reihenfolge,  wie  S.  89 
und  !)().  wo  erst  die  Plünderung  von  Sevilla  durch  die  Normannen  und 
danach  ilir  Vordringen  bis  tu  dieser  Stndt  herichtPl  wird. 

Die  von  Herrn  Fn^nan  miternonnnene  Uber.HCtzung  ins  Fran/.  iNjsche 
ist  die  erste  vollständige.  Fine  von  I).  Fernandez  Gtm/.alez  begonnene  L  l>er- 
selzung  ins  Kastiiiaoische  ii»t  nur  wenig  über  <iie  Hälfte  des  Werkes  hinaus- 
gelangt.  Herr  Fagnan  hat  den  sehliehten  Ton  der  arabischen  Geschieht- 
sehrdbung  etwas  mannigfaltiger  zu  gestalten  versueht  Darfiber  steht  dem 
Fremden  keia  Urteil  su.  Au%efUlen  ist  dem  Referenten  die  große  Ansalil 
familüFer  Ausdrficke;  jedodi  ist  dies  vidlddit  beabsiditigt,  um  der  Er- 
zihlung  einen  wftrmeren  Ton  su  geben.  Neben  der  Übersetzung  bringt 
Herr  Fagnan  manches  zum  Verständnis  Dienende  in  den  Anmerkungen .  vor 
allem  aus  Makkari,  Idrisi,  Coderas  Texten,  einzelnes  aus  Handschriften. 
Auch  die  neuereu  .Vrbeit^n  spanischer  und  französischer  Gelehrten  xiir  Ge- 
schichte  Spaniens  sind  iierange/n^e?!  worden.  Eine  wesentliche  Bereu  liening 
sind  die  atn  Schlüsse  der  Arbeit  stehenden  Identitikationen  von  ()tislai;en. 
die  von  den  Herren  Codera  und  Saavedra  stammen.  Dankenswert  ist 
auch  das  Verzeichnis  der  Orts-  und  Personennamen,  das  die  Textausgabe 
nicht  bietet. 

Zur  Änderung  des  arabiadien  Textes  liat  Herr  Fagnsn  nur  an  wenigen 
Stdien  Veranksstuig  gehabt.  Sdt  dem  Erachetnen  von  Dosjs  Corredioni 
ist  ja  auch  neues  Material  ifir  eine  Aosgsbe  nicht  bekannt  geword<»i.  Die 
Ausgabe  selbst  ist  jetst  vergriffen,  dn  Neudruck  kaum  wahrscheinlich.  De^ 
halb  wird  die  Übersetzung  auch  manchem  Arabisten  das  Original  ersetsen 
müssen.  Um  so  mehr  hfdt  es  der  Kfferprrt  für  geboten,  die  Stellen,  an 
denen  seine  Auffas-'^mi!;  von  der  des  Herrn  Fagr^nn  abweicht,  im  folgenden 
zu  besprechen.  Die  Anliiiiriing  der  arabischen  Worte  wird  die  Nachjirüfung 
erleichtern.  Meist  handelt  es  sicli  um  Stellen,  an  denen  die  Sprache  der 
Vorlage  einen  höheren  Schwung  nimmt  zu  Ueimprosa  oder  eigentlichen 
Versen.  Der  Herr  Übersetzer  scheint  beiden  Llteraturgattungen  etwas  ferner 
su  stehen.  Einige  V<mchllge  zur  Erkllrung  und  Änderung  des  arablseben 
Textes  und  zur  Identifikation  von  Ortslsgen  sind  an  den  eotsprechendea 
Stellen  eingeifigt  worden.  « 

S.  1  Übersehrift:  •Deseriptlon  de  TEspagne;  aa  preeminence*,  sr. 
I^aJjI  ist  die  Vorgeschichte  Spaniens.   In  demselben  Sinne  spricht  der 


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ScHWABz:  Histotre  de  rAfn^uc  et  do  I'Espagne  par  £.  Fagnan.  245 

VerTsMer  •«4  von  Das  Wort  <Jjl  im  Slooe  von 

•Vorgeschicbte,  frOhere  EntwicUuogMeit«  findet  sieh  nochmals  VVt,  14. 

1»  8  »le  troisitoie  (sc.  angle  de  TEspagne)  est  &  TE^t  entre  les  ville» 
d'Arbo^na  (Narbonne)  et  de  Bordhil  (Bordeanz),  ao  point  on  TOoian  occi- 
dental ae  rapproehe  de  la  parti e  syrienne  de  h  M^diterraaee«.  Der* 
arabische  Text  gibt  kein  Recht,  anzunehmen,  dafi  Ibn'A^iri  den  syrischen 
Teil  des  Mittelländischen  Meeres  bis  nach  Narbonne  reichen  iifit:  V,  S 

Jb^j1\  jffJt  ^         ii^i         y j*      fLJ^-t  d.h.  «dort,  wo 

sieb  der  Oaean,  das  Westmeer,  dem  MittellSndiachen  oder  Syrischen  Meere 
nihert-.  Idrisi  nennt  das  MittelI3nf^i^r!,r  ATr,  r  überhaupt  nur  das  Syrische 
an  den  beiden  Parallelstellen  165,  3.5;  173,  8.  Ibn 'Adäris  Text  bot  statt 
«ylä  ursprQn^ich  wohl         wie  Y,  13  noch  erhalten  ist. 

1,  Anm.  3.    -Edrisi  p.  197.  1.  -207  (N  VT).. 

2,  3.  Zum  Verst&ndnis  der  Verwirrung  in  den  Himmelsrichtungen,  die 
Ibn 'Adäri  hier  nnrirhtet,  wonach  der  Atlantische  Ozean  Spanien  atich  im 
Osten  bespült,  wird  man  atif  die  bei  Idrisi  gegebenen  Hichtungslinien  zu- 
rückgehen müssen.  Dieser  nennt  Ca))  \'incent  bis  Fort  \'endres  und  Santiago 
de  Compostella  bis  Almeria.  Die  letztere  Linie  einspricht  etwa  der  üebets- 
ncbtung  {ffibla)  in  der  Moschee  von  Cordova.  Setzen  wir  diese  Linie  im 
Smne  unaeMa  Sehriflatdlers  ab  Nord-^Sttd  an,  ao  wflrde  das  Mittehneer  in 
der  Tat  sum  »Sildmeer*  (kibll),  »das  nur  ein  wenig  nach  Osten  hinaufreicht«. 
Das  Atlantische  Meer  umschlösse  Aee  »Ost,  West  und  die  kunce  (dann  v«^ 
bleibende)  Nordatrecke*.  Der  Fehler  verdient  ebensovid  Nadiaieht  als  der 
Irrtum  in  der  Bestimmung  der  Gebetsridituqg  für  die  wichtigste  Moschee 
des  Westens,  die  von  Cordova.  DieM  weist  kebesw^  nach  Mekka,  sondern 
etwa  in  die  Gegend  des  Tschadsees. 

Mit  2.  H  bpi^innt»die  Vorjjesohichte  Spaniens,  cni  wirres  Gemisch 
historischer  l'.rinneningen.  Hei  der  i*>klärung  wird  man  kaum  zu  zaghaft 
vorgehen  dürfen.  Öo  ist  die  2,  21  genannte  Stadt  'falika  woid  mit  Italica 
uördlicb  vom  heutigen  Sevilla,  noch  Jetzt  in  »Campos  de  Talca«  fortlebend, 
gleichzusetzen.  Die  Annahme  einer  Verschreibung  statt  Malaga,  weil  die 
Besiedlung  durch  Afrikaner  erfolgt  sein  soll,  empfiehlt  sich  nicht,  w«l  dann 
die  Bemerkung  «die  Stadt  wurde  sum  Tr&mmerhaufen«  unzutrdfend  wire. 

Zu  3, 1.  In  »B echter llk&t«  dflrfte  wohl  eine  alte  Namensform  lör 
Westgoten  stecken.  Diese  »kamen  v<m  Boin«  nach  Alarichs  Tode,  waren 
•Herren  Oallfens«  durch  WaUia  und  machten  »Merida  aur  Hauplatadt« 
Lusitaniens. 

Zu  3,9.  Die  Gestalt  des  E§bSn  ist  ein  anschauliches  Beispiel  flir  die 
Freiheit  der  Sagenbild unf;;.  In  ESbän  sind  drei  geschichtliche  Personen  zti- 
saiiimengellüssen.  Vespasian  gab  seinen  an  Uispania  anklingenden  Natnen 
lier.  Auf  ihn  wurde  übertragen,  was  sein  Sohn  Titus  ausgefQhrt  hatte,  die 
Eroberung  von  Aelia  =  Jerusalem.  Schließlich  entnaiim  die  Sage  den  Zug, 
daß  er  aus  Spanien  stammte,  der  Geschichte  des  Trtyan,  der  aus  Italica 
gtMrtig  war  (a.o.).  Eigentlich  iat  die  Erzlhlung  von  Eibin  dn  auafübr- 
licher  Parall elberieht  au  dem  oben  2,21  kura  gegebenen  Berieht  Aber 


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246     '  Bibliographische  A.nzeigen. 

das  Auftreten  der  ESbänlja.  Wip  etyinolop:isrlie  Verbindung  mit  I>bal)iii 
=  Ispahan  (3,2  v.u.)  findet  sich  schon  bei  dem  ältesten  arabischen  Geo- 
graphen Ibti  TJui  dä  Jbih  ed.  de  Ooeje  90,  8.  wo  Ludnrilc- Roderich  aU  Maoo 
von  I'^lialiHii  lif/.eiclnii't  wii'd.  iUmlirh  laljari  2,  2,  12"?5,  S. 

-1.3  ist  Parallel  beriebt  zu  3,  1.  Die  dort  ßeSteriikät  Geoauoteii 
ei"sclieinen  hier  als  Küt. 

4 ,  8.  Der  Name  des  angeblich  letrten  Königs  Wakhchendech 
(Wählendes)  ist  wohl  Verlesung  aus  Reccasuind(us)  j  >  j.  Vielleicht  ist 
nocii  die  Verweciisiiing  mit  Witica  hin/ugekoinmen.  Dieser  ist  wohl  der 
letzte  König  der  Goten,  Jedoch  sprechen  die  Namensform  und  der  Hin- 
weis auf  die  besondere  Regententfichtigkeit  mehr  fur  Reccasaint,  dem  die 
Vollendung  der  Lex  Visigothomm  augesebrieben  wird. 

4,  12  >c'e8l  a  dire  les  qiiatre  Evangiles,  sur  lesquela  ils  sont  en 
disaccord  et  auxquels  ils  se  riftrent«.   Der  arabische  Text  1,  7 

^  ti^  ö.}4i^J  V  Oy-^  tS^^  u^^'  Vi  l)Li,l«  iitet  nur:  »Ks  sind  dju- 

di»'  \  ier  Evangelien,  bei  denen  die  Christen  schwören  und  deren 
Inhalt  frir  sie  die  höchste  Autorität  bildet.« 

4,  Auin.  3.    Auch  diese  Sage  ßitdet  sich  bei  Ibn  ^ordädbih  157,2. 
6*  1  <*el  Hagin«  1.  nach  Tabari  •al'-Vusain«* 
6,8  »et  ceux  qui  ^taient  en  &pagne  resCh«nt  tels  cpiels«:  ««IS. 
iJl»         ^  ^J^  Vl  <J  (j«        Gonxalea  Obersetxte:  »en  ooadidÖB 
superior  i  la  de  dtos  (sc  los  bo-beries)«.   Die  beiden  arabiscbett  Wörter 
am  Schlud,  die  Fagnan  nieht,  Gonzalex  unrichtig  wiedergab,  bedeuten 
•Das  ist  ihr  Text«.  Der  Schriftsteller  schließt  das  Zitat  ausTftbari  mit  der 
Versicherung:  »so  lautet  die  Stelle  bei  den  Überlieferen  des  Tabari*. 

6, 26  »le  fiut  qu'il  dipendait  de  Mousa  le  ^rouve*  22  4J^  J«UP 
^ y  4äUt.    Die  AbhSngtgkeit  eines  Mannes  von  «nem  and^^en  wird  nicht 

durch  j^UJ  <5w»|  ausgedruckt,  sondt  rn         ist  xu  erklaren  jl 

w-i  j^Ul  Jp»  und  <äUi»i  soll  bedeuten  J^^l  ^  Es 
ist  also  zu  Qbersetxen:  *So  ist  bei  Annahme  jener  Regel  (quod  quis  {>er 
alium  facit  ipse  fecisse  putatur),  die  Zuweisung  der  Eroberung  an  Muss 

14)  als  richtig  erwiesen.« 

7,  Anm.  1.  Die  Textänderung  ist  einplehlenswerl,  nur  die  Ut'ei^^et/ung 
ehcnda  Z.  2  »a  plus  forte  raison  est-ce  prouve  pnr  le  i'<Vi!  de  H;\zi-  he- 
fricdiiit  uiciil.  .  1  ^*\}  (J  SJ^J^  J  ^  bodeuu-l: 
•  und  bei  jener  Aimahine  wird  clx-ufalLs  als  l  iclitii^  tTwiesen  die  Beliaiiptiiup 
des  Räzi  (Text  V,  r»ff.),  und  zwar  als  nuch  ati;;eine.ssener  und  naher  liegend». 

8,  1).  »Ou  adiiiet  auisi  saus  conteste  tpTil  (sc.  T'ärik')  adniinistrail  le 
Maghreb  el-Ak^a  au  nom  de  MoAsa  avant  qu*on  se  mit  a  explorer  TEs- 
pagne,  et  que  celui-ci  lui  laissa  les  ötages  livr^  par  les  Berb^res  de  cette 
province  en  86.  Mais  on  dit  encore  que  T'l^riV  passa  en  Eapagne  en  92 
avec  les  Stages  herberes.«  Referent  kennt  nicht  die  Quellen*  die  Hetro 
Fagnan  au  dieser  Erklärung  der  Stelle  veranlsdt  hatten.   Ibn  \K^ßn  safX 


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ScHWAKz:  Histoire  de  rAiVii|ue  et  de  I'Eiipagiie  par  E.  Fagiian.  247 

(1,2X):  ^XYi  3^1^  Ji  o"^       o\  ^  \ 

^  Y  y  jJ\  jTU y  ^Jta'Vl  Jl  Uk  JJ J.  Danach  he^tehi-n 

über  den  Verbhnb  der  von  den  Berhcrn  gestHlten  Geiseln  /.wei  Ul)erlicfe- 
nmRfn.  Nach  der  einen  allfjjeineinen  läßtTürik  die  fM-ist-Iii  }nn  Musa,  dein 
Oh*»H><'f('Iilsha!>er,  im  Jahif  Sf».  Nach  Her*  aridrrcii  I-rsnil  iiiiiiiut  1  ärik  seihst 
^ir  mit  nach  S|ianien.  Herr  Kagnari  erkt^mit  auti»  t-iiH-n  (jcucnsatz  an  durch 
sein  •inais..  Tatsächlich  läge  aber  kein  Gegensatz  vor,  w enn  M  il su  ( »celiii- 
ci»)  dem  T^rik  die  Berbei-geiseln  nbergebeu  hätte.  Dann  veristaud  es  sich 
▼on  selbst I  dafi  lurik  bdin  Übergange  necb  Spanien  die  Personen  mit  sich 
nahm ,  die  allein  die  Sieberbeit  der  RdckaugsUnie  Ober  Nordwestafrika  ihm 
gewlhrielsten  konnten.  Sie  hinter  sieh  in  einem  noeh  unruhigen,  von  Truppen 
entUSdten  Luide  zu  lassen,  wire  dn  verhingniSTolles  WagestQck  gewesen. 
Wahrscheinlich  hatte  die  Frage,  ob  Berbern  an  llirikB  Eroberungszuge  nach 
S()anien  beteiligt  waren,  in  späterer  Zeit  etnf  i^ewisae  Bedeutung.  Als  die 
Berbern  die  tatsächliche  Gewalt  Qber  Spanien  hatten,  mußte  ihnen  daran 
li^en,  ihren  AnsprOcheii  eine  yeschichtliche  Bef^rHnHnng  zu  gelieii. 

15,  3  V.  II.  »Mügliith  M'  (lirigeant  aioi-s  vers  la  i^irte  du  pont,  ä  celle 
epocjue-la  ruioee«  N  b  « ^. 
Herr  Fa«;nan  entnimmt  dem  Texte  die  Angabe,  das  Brijrkentor  in  (\ndova 
sei  eingestürzt  p;cvvksimi.  Kr  knatj  sich  dabei  nul'  den  S]»rachgel)ruuch  des 
heutigen  Marokkanisch  berufen,  der        tatsächlich  nis  Keuiininum  behandelt. 

Daß  aber  Ihn  'Adäri  hier  dem  hncharnblschen  Sprachgebrauche  treu  blieb, 
und  nicht  dns  Tor,  sondern  dieBriicke  einge:}tQrzt  war,  zeigt  die  ausHihr- 
liche  DarlcgunjT  unten  35,  It»  —  V«,  13. 

16,  11  »qui  montait  un  cheval  alexan«  >  ^,  17  jÄ^A  heißt 
•  er  ritt  eine  Falbe..  —  27,  13  ist  alezans  mit  Recht  verwendet  zur 
Wiedergabe  von  — . 

24.  18  .11  obcitä  la  jalousie  et  i  Tenvie.  >  A,  6  <JIp  ^-Uj  U»  ^  Ul, 
d.i.  er  handelte  in  Herrschsucht  und  Hochmtit. 

25,8  »il  conquit  ic  pay.s  ilc  i^achkancli  (Biscaye)«  NA,  i7  r^jj 
,  d.i.  das  Land  der  Basken,  nicht  bloß  das  ( Jrliict  von  Hiscaya. 

Kiilturgeschichllich  wichtig  ist  die  Stelle  w^eu  des  Hinweises  auf  den 
interessanten  Volksstamm  der  (  agots. 

33,  IG.  -La  population  loniba  dune  d'accord  pour  clioisir  le  dit 
Ay>-oöb.  Tt,8  iJüfc  ^^l  jrA»  Je-  ^J^'Vl  ^y>r\  f     Ivs  handelt  sich 

nur  um  die  in  Spanien  stehenden  mohammedanischen  Be- 
satz iiugstruppen. 

35, 17.  «La  haute  attention  d**Omar  se  porta  sur  ce  monument*  V  a,  15 
jf'  \s  Jiai\  l^J^  ^\  |»Aä2i  wohl  besser  wiederzugeben  durch :  >da  gelangte 

'Umar  zu  der  vortrefflichen  Kntschließuug  in  betreff  der  Brücke  .  .  Der 
Inhalt  der  Ei^hHeBang  folgt  wie  oft  in  Shnlielien  F&tlen  als  ßrzfthhing  der 
Ausflilbning. 


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248  Bibllographttdw  Anselgeii. 

47,3  -til  line  coclie  a  line  Heche  qiril  UnQa  contre  .  .  .•:  19 

^\  Das  \'erl)uiii  H  i-^t  liier  besser  als  viilf^Srer  FrsaU  fur 

IV  »nervo  iiiipnsuit  ereiiam*  zu  fassen}  «er  scboß  einen  Pfeil  ab  auf  .  . 
•O  schon  Dozy  SuppK merit. 

47,  Anm.  3.    Die  Änderung  in         ist  onodtig«  ja  sugar  uuriclilig, 

)  JS^ Jli  kann  sehr  wohl  auf  den  (ungenannten)  Veiiasser  des  betref- 
fenden Buches  gehen.  Gegen  die  Übersetzung  der  Stdle  ist  aber  nichti 
einxttwenden. 

48»  16  »rendit  le  calme  k  ees  gena  troubles-  tr,  17  04  ^\ 

^4f\Si\,  d.  i.  «er  foflte  nach  den  Parteiungen  (der  letzten  Zeit)  die  (gesamte) 

Bevfilleening  wieder  xu  einer  Einheit  xosammen«.    Bewds  das  folgende 

Parallelglted  ^ji»*       ^ j^J  '^^  restaura  cbez  eux  l'accord  ac- 

eoatam6«. 

50»  2  u.  •Mais  [d  apr^  une  autre  version]  Gbamir  put  avec  son  ffls 
se  retfarer  de  Ko6la  dans  la  M^sojpotamie«. 

Trots  der  Annnerkung  glaubt  der  Referent  nicht  an  die  jEüchtigkeit 

der  Ergänzung.  Auch  der  leichtsinnigste  Kompllator  lifit  dnen  Mann,  dessen 
Tod  er  berichtet  hat»  schwerlich  drei  Worte  .später  auswandern.  Es  haodell 
sich  um  drei  Männer:  Großvater,  Vater  und  Sohn.  Der  Bericht  sagt:  »Der 
GroPvater  wurde  getötet,  da  floh  ....  mit  seinem  Sohn.«  Später  ist 
unmittelbar  von  diesem  Sohne  die  Rede.  Ks  liegt  also  nahe,  im  r.wciten 
Satze  nicht  den  Namen  des  Großvaters,  sondern  des  Vaters  zu  ergänzen. 
Also  dürfte  zu  lesen  sein  t'o,4:  »jjj  ^  [^^1  J^* 

51,  7  •ri^juria  et  le  battit«.  Tatsichlich  ist  die  Beschimpfung  noch 
großer  rs,  7  jSlj  ^  «Jk        «er  ließ  ihn  (von  seinen  Untergdieneo) 

beschimpfen  und  vor  die  Braat  stoßen«. 

51»  12  «des  K'od'ft'ites  et  des  Yteiteites«.  Da  die  l^ndiT*  einen  Tett 
der  Jemeniten  liilden,  ist  au  übersetzen:  »und  der  übrigen  Jemeniten«. 

51, 18  -Avoiiuant  les  haines  soulev^es  par  Taffaire  de  Mer^  BAlut*» 
j'appellerai  les  Lakhmites  et  les  DJodhämites  a  moi«.  Die  Übersetzung  lie- 
ruht  entweder  auf  einem  Mißverständnis  oder  gibt  dazu  Anlaß.  Der 
Sprechende,  n^-Sumnil,  ist  Nordaraber,  (iinjäm  und  Lahtn  gehören  zu  den 
sOdarabischcn  Stilininen.  Kin  -Herniif beschwören  der  diircli  die  Schlacht 
von  Merg  Ilähit  erregten  1  laßen i pH ridungen«  wurde  Suuiail  und  seine  Leute 
von  den  (ju(}Sni  und  Lahm  getrennt  haben,  d.i  dort  die  Südaraber  unter 
Merwän  den  von  ad-Pabbäk  geführten  Nurdarabern  eine  empfindliche 
Niederlage  beigebracht  hatten.   Der  Text  lautet  Tt,  10  mit  der  von  Vknj 

in  den  Corrections  vorgeschlagenen  Änderung  '  ^^"^^ 

L.|«i>-j  li",  d.  h.  »ich  will  die  (mit  uns  verbündeten)  Scharen  von  Mer^  Rähit 

herbeirufen,  will  aber  auch  rufen  (unsere  damaligen  Gegner)  die  Lahm  uod 
öudäin  .  Der  Nordarnber  i^uuiail  will  also  Nord- und  Südaraber  ▼ereioea 
zum  Sturze  des  bisherigen  Oberbefelüshabers. 


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ScBWABs:  Histoire  d«  TAfirique  et  de  TEspagiie  par  E.  Fagnan.  219 

ö3,  10  »II  ne  surgpt  cepeadant  aucun  incident  tout  d'abord«  t^,  16 
l&A.^  |j  «jso  transitiv  (IV);  »er  nabm  niebts  vor*. 

55,20  »son  anne  hooorto«  erweckt  unridttigB  Vorstdlimgen.  fA,  8 
A^-oi.  Das  Bild  ist  ▼ein  Sptelpfdl  hergmonunea:  «sein  hödister 
Truinpf,  sein  bester  Helfer«. 

59, 1  »malgr^  ses  de&uls«  («,11  «J^*  Verbindmig  ist  wobl 
auch  hier  siebt  in  der  etynologbeb  nöi^cbeii,  sondern  der  gewöhnlichen 
Bedeutung  gebrancbt:  •durchaus,  unter  allen  Unisllnden«, 

59,  26  •nulle  ne  riunit  autour  d*elle  plus  de  gens  de  bien*,  1 
\f-»  Das  bedeutet:  »eine  (Dynastie),  die  in  hftberem  Grade 

treffltdie  Anlagen  (in  sieb)  yereinte«* 

62, 10  •qui  r^oignaient  le  fugitif-  1 1, 17  <}\  Cf^\  j\,  StUistisch  und 

sachlich  wahrscbeinlicber  ist  die  Besdebung  des  Pronomens  auf  das  Suhjdct 
»die  SU  ihm  (dep  Statthalter)  kamen«. 

6i,  3  y.  u.  »SMls  partieipatent  4  eetle  expMition,  eux  et  les  Omeyyades, 
c'(§talt  pour  tenter  une  affaire  dent  les  suites  sont  bien  connues«.  Den 

Text  11,11  j^r^  »y».  j       vX^j  U|) 

kann  Referent  nur  fibersetxen:  •und  sie  und  die  Om^jaden  bewihrten  sich 
sdion  damals,  b«  diesem  gemeinsamen  Zuge«  in  wohlbekannter  und  ge- 
föerter  Art«. 

64,  LZ.  «ils  Toutaient  ainsi  arrlver  ^usqu'li  eQ-Qomeyl«  (i>12 
-Cfr  U  «iü)  1  Usi^  J[         Ulj.   Zu  der  Verbindung         Xt>  J,^ 

ist  so  vergleiehen  f  »,5  «Aüfr  ^  c^Al,  also:  «ihre  Absfebt  wir  dabei 
nur,  sich  as-^uinail  durch  eine  Freuodliciikeit  zu  verpilicLteu«. 

66,  6.  •L'espoir  de  son  eoneours  ult^rieur  fut  done  ane  des 
raiaons  qui  firent  qn'Üs  se  portfatsnt  k  son  seoours  {>our  tAeber  de  le  d^Iivrer.« 

t  t,  16  <Jic-  jJ\  ^l-Vlc-V.  Das  bedeutet:  «weit  sie  ihui  die  VVulillal  (der  Unter- 
Stützung)  vorhalten  wollten«. 

61:1,  13   »manque  d'argetit  .  .  .  va  le  forcer  a  trailer*  1*^,22 

<M«  Jijjr  **4^  'r'O**  gewdhnUchen  Qebrauche  von  ^ 

ist  hier  zu  fibei-setzen :  >Er  hat  vor  kurzem  erst  das  Sehwinden  von  Wohl- 
stand erlebt-  (empfindet  also  den  Druck  der  Armut  um  so  schwere). 

70,  17  »alors  que  Dieu,  ä  qui  rien  n'echappe,  est  derriere  eux«  i  V,  14 
Ja«^  ^  4ttij.  Das  Wort  ia^  ist  hier  nicht  im  Sinne  von 

zu  verstehen.  Der  Satz  ist  ein  Koranzitat  (Sure  85,20):  -Gott  steht  in 
ihrem  Rücken  und  hält  sie  vollständig  umschlossen.« 

70,20  >je  teprot^gerai  toi  et  ta  race«  tV,  16  dU^j  J«»l j  dU5T. 

Herr  Fagnan  las  wohl  tlU^j         es  ist  aber  su  vokalistereo  lii^j  2^  \ : 

•idi  will  dich  srhOtsen  und  freundliehe  Besiditmgen  tu  dir  pflegen«. 

71, 12  »nous  6tions  au  nombre  de  trois  cents  cavaliers  Omeyyades, 
et  des  chefs  arabes  vinrent  ^galement  trouver  le  [pritendant]«. 


250  Bibliograplüsdie  Anzeigen. 

tA,3       »yrJ     ^1      Ü^J  C:fir^^  o'-^^  ^*UV  j  .U-)i 

bedeutet«  »Wir  begaben  uns  za  ihm  in  einer  Stirke  von  idreihundert  Be- 
rittenen, nlmlich  allen  Om^jjaden  einerseits  und  anderaeita  sonatigen  tu 
dem  Prinzen  gr^toßenen  vornehmen  Arabern.«  Die  letzteren  sind  also  in 
der  Zahl  von  dreihundert  inbegriffen.  Herr  Fagnan  fiberset»t:  »yrJ  0*^ 
J;Jt  ^  Vj^^*  Weitere  dreihundert  sind»  wie  siehaus  (A,  11  ergibt,  aiu 

den  Mtlitirbegdrken  der  von  Ipnoesrtn  und  Filastia  Eingewanderten  ai  dem 

Zuge  gekommen. 

72.  3  V.  ti.  I.  >Abo(k-Djawchen«  ohne  Artikel. 

72,  I.  Z.  1.  Räliit'. 

72,  Schluß.    Es  fehlt  die  Übersetzung  der  Stelle  i\,4  j^VI 
J^Vij  j\  jfVIf  W  4^"^!         rechten  W^  au  den  Ereignissen  findet  man 
durch  (n<>traclitiing  der)  Gegner  und  Ähnlichkeiten  (der  Lage)-. 

73,  4  1.  RüWiC. 

73,  5.  -Nul  doute,  que  tout  ne  depende  de  nous.  Craios  Dieu,  te 
dis-je,  et  tarhe  qu'en  cette  occasion  nous  devenions  les  maitres  et  ne  restior«: 
pas  les  plus  faibles!  Mais  .  .      t     6         J  Ci::'  V  LJ^  4»^  i^VO 

^  .  .  .UU  V  V  i/^Vi  U  4fti  jrl».  .Die  Sache  (.die 

wir  jettt  vertreten,)  ist  unzweifelhaft  au  unseren  Ungunsten,  so  scheue 
Gott  und  suche  aus  der  Sachlage  filr  uns  Nutten  au  gewinnen,  damit  wir 
dal>ei  au  geehrten  (Freunden),  nicht  au  (unterworfenen)  Gefolgsleuten  werden. 
Danach  .  . 

Der  Sprecher  sucht  as-^umail  zur  Aufgabe  der  Verbindung  mit  dem 
Fihriten  und  zum  Anschhiß  an  den  nniajiRrlisclicn  Prin/en  tm  veranlassen. 
Allahs  Wilh»  ergibt  sich  im  vorliegenden  1  all  ■  nacli  der  Auti&ssuug  des  Ke- 
deudt^n  aus  der  Älinlichkeit  mit  den  Ereignissen  Ix'i  Rähit. 

73,2  v.u.  »Deyr  H'oseyna«  —  Deir  llaninrr  als  Geburtsort 
*Abdarrabai5ns  wird  als  wahrscheinlich  erwiesen  durch  den  \'ers  des  Kumait 
bei  Bekri  265, 12. 

74, 1  nach  »^loniida«  ist  einzuf&gen: 

74,  2  V. u.  »avait  les  jcues  minces«  •  «,  8 £^^Ui  w4>a>>  heiflt:  «nit 
schwachem  Backenbart  versehen«. 

79, 19  «^tait  occupe  k  remettre  les  choses  sur  pied  et  k  ripuet  les 
dommages  causis«  »t^Z^  ^  *^  offenen  Stellen  der 

G,renze  au  sicbem  und  die  schwachen  Punkte  verteldigungsflhig  zu  madieft". 

81,  4  «le  peuple  se  joignit  a  lui«  •t',  17  ^Ul  aJLT  wohl  nurt  »die 
Leute  richteten  ihre  Hoffnung  auf  ihn«. 

86,5  »commlt  divers  actes  de  cruaut^«        18  «^l  JaU  «seine 

Macht  wuchs,  er  kam  zu  Kriften«.  Voriier  S.6S,  16  luit  der  ÜberseUeer 
dieselben  Worte  richtig  wiedergegeben:  »aon  autoriti  grandissant«. 

86 ,  Anm.  3.  Medellin  liegt  nicht  «k  cinq  lieues  H.  E.  de  M^rtda«, 
sondern  östlich,  genauei'  Ostnordost,  von  Merida,  und  die  Entfernung  fae- 
trSgt  5  leguas  nuevas  in  der  Luftlinie. 


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ScHWAn:  Histoire  6»  TAfiriqne  «k  d«  PEquigne  par  E.  Fagnan.  251 

9*2,  12  »et  ( tnit  fonciereuieot  po^«  ^«,9  ^^iwJl  *init  natürli- 

cher Be^fabunp  ITir  Poesie«. 

9*2.  19  »(Vnrtpr  tcs  d rn j^ts  de  ia  pieiTe  Mideiite  df  la  rebellion «  ist 
die  i'lx  isei/iiiif;  der  I'aralleUtelle  des  Makkari.  Der  Text  des  Ilm  'A^järi 
"V»,l2  <u-aJkl  <.J^j  ^  l^'U-  (^?ü]V  ,i;il)t  einen  besseren  Sinn:  »Ich  will 
deiner  Hand  Finq<'r  mit  Ciewalt  hrin^^en  anl"  die  ^Irilienden  Steijie  der  Re- 
l'elliou«,  d.h.  ich  will  dafiir  sorgen,  daß  der  von  dir  veranlaßte  Kriegs- 
brand dich  .seihst  verleUt. 

93,  5  »si  ta  cutiduite  a  Jusqu'a  ce  jour  laiss^  a  d^sirer,  promets  qu'elle 
aera  duivnavant  satisfaisante;  tu  sais  en  elTet  ce  (|iie  j'ai  dit  deja.  D^cide- 

toi  done  ä  choisir  l'une  ou  l  autre  voie«.      •,  16  -u»  ^  j.^.^^]  jsi^  j\i 

■Wenn  mangelbadea  Wirken  bei  dir  vorangegangen  ist,  ao  hat  man  damit 
gerechnet,  daß  genügende  Leistungen  bei  dir  für  die  Zukunft  aufgespart 
sind.  Du  weißt  ja,  welche  Maßregeln  ich  frOher  (bei  anderen)  »griffen  ha1>e, 
drum  wihle,  welche  Art  der  GeschSfUfUhrung  du  (künftig)  verfolgen  willst.« 

Der  letzte  Satz  bringt' eine  mildernde  ümbiegung  der  ursjrrnnf^lirh  zw 
erwartenden  Fortsetzung:  >Dti  weißt  also  auch,  was  ich  mir  mit  dir  (Qr 
die  Zukunft  aufjjpspart  halte.«  Daß  der  Statthalter  /uniiclist  Hesserunf» 
versjireo  Ii  en  und  tlann  erst  zwischen  üut  und  Bö.se  wählen  .soll,  ist  für 
eine  solche  bedeutsame,  iiberdies  als  Stilmuster  angeiuhrte  Autlbrderung 
miude.Nteiiii  unwahrscheinlich. 

94,2  «eil  luttant  contre  le  noinbre  et  la  fortune  contraire«  "VN,") 

^is^j  <>J  L«v_««*.  Die  Bedeutung  der  Wörter  ist  durch  den  ersten  Hall>- 
▼ers$  \ genau  bestimmt,  also  •wettkftmpfend  mit  Woge 

und  Wibte«. 

94,  4  »ei  ouvert  un  chapitre  qui  pröte  h.  de  longs  disconrs«  ist  durch- 
aus verkannt   nv  6  ^  yUa^JS  lyiTj.  Das  Direkt  von  ß  ist  mit  J 

eingefiihrt,  '>\-<a*  ist  Zustandskasus.  Hs  heißt  also:  »und  hat  erbaut  feine 
Kan/el).  die  verbreitet  Predigt  klar«.  Der  ffirsf lieli<>  Dic  hter  vcii;leicht  sich 
mit  David  unter  Anspielung  auf  Sfire  38,  19.  .Vus  dieser  Koianstelle  ergibt 
sich  auch  die  Notwendiajkeit,  ihn  Adäris  1$1L  -»^5  das  Dozy,  Corrections, 

in  ji  änderte,  wiederiierzustellen ,  allerdings  mit  diakritischen  Punkten  als 
1«,  \y 


102, 5  »Ces  succ^  iuiportants  eurent  pour  resultat  un  nombre  de 
prisonniers  td  que  le  quint  ae  monta  a  quarante-cinq  mille  tfttes  (sans 
parier  du  butin]  en  m^tanx  precieuz*,  also  225000  Mann  Kriegsgefangene! 
Der  Text  sagt  nichts  davon.    Es  heißt  "\'\,  2:  kJ^      ^\         aJ  ^ 

jivJl  ^  Ul         jlj  'l'^s  t'ri'eietite  dabei  der  fiinltc  'I  t-il  (des  Erloses 

aus  dem  V  erkaufe)  der  Gefangenen  (eine  Höhe  von)  40 UDO  in  barem  Gold«. 


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262  Bibliographische  Anzeigen. 

Der  fünfte  Teil  der  Beute  ist  dem  Staatsschätze  zuzuweisen,  der  Verfuwer 
gibt  alßo  hier  den  Erfolg  dieses  Kriegszuges  für  den  Staatsschatz  an. 

104,21  »^taii  pleio  de  m^este«  IV,  10  yU^i  ^*«^d.L -ein  grofi- 

mOtiger  Bescl  ützpr«  oder  >ein  freigebiger  Spender«,  dgeoUicli  einer,  deateo 
Seite  oder  Wohnstatt  vielen  Raum  bietet. 

104,  23  -Rien  de  repr^enaible  aux  yeux  de  Dien  ne  pouvait  lui^tre 

reproehi«  *^Vf  12  fj)  4ttt  (j  »^^^^  ^  »nicht  konnte  gegen  ilin  in  göttlichen 
Dingen  ein  (berechtigter)  Tadel  erhoben  werden« ,  d.  h.  in  Sachen  der  Re- 
ligion und  des  göttlichen  Oesetaea.  Der  Schriftateller  sagt  alao  eriieblidi 

weniger  als  der  Übersetzer. 

107.  22  handelt  es  sfch  um  eine  WertrpWrRhlung,  die  von  dem  Stamme 
des  Totschlägei-s  aufzubringen  ist.   Hen-  b  agnan  i'ibersetzt:  «c'est  de  moi  seul 

qu'U  eat  iiyustemeot  ezige«,  aber       4  ^       ^-^i  kann 

nur  bedeaten«  *und  mir  inabesondere  wnrde  tin  widerrechtlieh  hoher  Zdi- 
lungsbeitrag  auferiegt« 

112,  2  V.  u.  »la  ghorfa  (entrep6t)-  VY,  4.  Da  das  Wort  sowohl  im 
spanischen  Arabisch  wie  im  Marokkanischen  daa  Dachzimmer  bedeutet,  so 

wird  auch  hier  zu  Tihersetzen  sein  »das  mit  einem  oberen  Stockwerk  ver- 
sehene Haus«.  Da  ein  solches  Gebäude  stärkere  Fundamente  liaben  muß 
als  Häuser,  die  nur  aus  einem  Erdgeschoß  bestehen,  so  erklärt  sicti  damit 
auch,  daß  es  allein  der  Überschwemmung  trotzt 

115,23  >ils  te  diront  que  ce  n'est  pas  avec  mollesse  ({uej'aifrappe«  Vt,  19 

i^lj»     Ji4^iJ>  ^  ^  r      ^  <^CLAir  «sie  werden  dir  berichten,  daß 

ich  nicht  mOde  wurde,  gegen  sie  «i  klinpfen«. 

119, 1  »apria  y  vrwr  eomniis  mainta  nivtgea  U  ae  rMira*.  Va,  21 

cM-'J  i^r.  ^ J^^'^  *^  lieferte  ihnen  mdirere  Gefechte  und  kehrte  dann  m- 

rQek«*  Der  fransSslscheD  Übmetsni^  wQrde  ein  ^  w  4  ■  !l  ent^ 

sprechen. 

120,  1  »de  longues  lances*  arabisch  VX,  10  l^yi^lM^  also  Singu- 
lar; dadurch  wird  der  Bericht  bedeutend  gemildert. 

122,  7  >rest^rent  sans  aucun  abri«  scheint  aus  dem  Zusammenhange 

geraten  zu  sein  VV,  14  ^y\ ^\  ^  ^ttl  *l-^V  jl^  L  «was  die 

Christen  an  Hilfsmitteln  hatten ,  war  zu  Ende  gegangen«.  Inabeaondere  wird 
ea  sich  um  Nahrungsmittel  handeln. 

122,  14  »II  regnait  chez  h-s  habitants  du  fau!)uurg  de  Cnrdnue  un 
esprit  de  discorde  et  un  uubli  des  regies  teis  que  nous  prions  Dieu 

de  noua  en  preaerver«.  VV,  18  ^  4ft^  JUÜ..J  U  <JL ^  JeA^j  J^i  ^  jl^ 
Ji jj|  yUSj  1}^  iJ  jV^l  'die  BevSlkening  der  Vorttadt  von  Cordon 

zeigte  aolche  Eigenachaften,  dafi  wir  Gott  bitten,  er  wolle  ▼erhüleo,  dafi 
wir  in  derartiger  Lage  allein  gebaaen  wifarden  unter  gieScbiettigeni  AufhSitt 
der  göttlichen  Unteratataung*. 


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ScriwAM:  Hiitolra  de  l'Aftique  ei  de  l*E^egiie  per  E.  Fagneii.  253 

123,  16  (la  populace)  •constituait  une  multitude  immense,  teile  qu'il 
ne  semblait  plus  rester  aucun  espoir  a  ses  adversaires«,  VA,  6  \jJn  j  ^ 

J*!  Jl  j^iL-  f  Oi^-i         j  j\  Jf'    -ihre  Zalil  wuchs 

nicht  so,  daß  sie  in  jenem  Zeitpunkte  eine  ihren  Gegnern  jede  Hoffnung 
abscli neidende  Übermacht  hatten* ,  also  gerade  das  Gegenteil  der  französischen 

Wiedergabe. 

129,  15  »et  je  suis  prive  d'elles*  AN,  20  (jUA  ^y*-  "bis 

ichf  von  ihnen  verlassen,  weinte-, 

130,  5  »Les  jeunes  antilopes  du  palais  out  abandonoe  et  laiss^  livre 
k  lui^m^me  cet  enamoure  tout  brülant  de  passion*  =  AV,  7 

Die  Worte  JUmJI       sind  in  der  ÜbersetiuQg  nicht  beriteksicbtigt,  sie  ge> 

hören  xu         und  stehen  im  Gegensatze  zu  f^\y  sie  bedeuten:  »(und 
haben  mich  mii  selbst  überlassen)  auf  dem  Uofe  oder  aul  der  .Straße-. 
132,14  -le  jeudi  26  dlioiVI -huldja  206  (24  mai  822).   AT,  16: 

Da  das  Jabr  207  d.  H.  nach  Wüslenfeld  mit  dem  27.  Mai  822  beginnt, 
das  .T.ihr  206  Schaltjahr  ist,  berechne  ieh  das  Datum  als  27.  D"lhi^>5;a 
(23.  Mai  822).  Dieser  Tag  entspricht  einem  I- rdtag.  1st  der  Woclientag 
der  Quelle  richtig,  und  das  i.st  in  diesem  Kalle  walii-scbeinlich,  so  ergibt  sich 
sogar  der  22.  Mai  822  als  das  richtige  Datum. 

138,  17  »empürta  la  ville  de  vive  force.    Qu  and  eile  fut  en  son 

poiivoir»  AV,G  ^  W^<^J  ^ l^ÄCSkj   »er  nahm  die  Stadt  mit 

Gewalt  und  betrat  sie  gemäß  dieser  Tntsaclie-,  d.  Ii.  hei  seinem  Kindrinf^en 
in  die  Stadt  wurden  wirksam  die  staatsrechtlichen  Folgen  der  Einnainne  mit 
bewaffneter  Hand  (niclil  im  We^e  friedlicher  Ubergabe).    Kbenso  13H,  24 

et  j)a5sa  sous  son  auturit^  =  A  V,  9 

140|6  >Je  suis  bien  le  victorieux  fils  des  deux  Uichlim«  AA,  6 
£>  juU^ii  tj\  i»t  bedeutet:  «Ich  bin  der  NachlLomuie  der  Imden 

Uiiiai  TOD  Öilib«.   Dieser  ist  der  Sohn  des  IQloraii. 

140,9  *j*ai  livr£  In  croiz  sux  flamnies«  wohl  nach  Dosy.  Wahr- 
scheinlich ist  das  «Kreuz«  aber  nur  ein  bildlicher  Ausdniclc  fQr  »Christen«, 
•leb  habe  die  Glut  des  Kreuzes  ertragen«  heißt  dann  soviel  als  adie  Glut 

des  Kampfes  mit  den  Christen«. 

142,18   »Ihn  Choheyd,   sMnstallant  dans  Ech-Charaf,  ecrivit  aux 
HI \  (  incurs  des  provinces  de  faire  des  levc^es  qui  arrivt-reT^t  a  Cordoup  mn- 
duites  par  le  page  Na(;r«.    Die  Übersetzung  ergibt  ein  wunderliches  Bild. 
Der  Feldherr  steht  in  Aijarafe,  bedarf  dringend  der  \  erstärkungen,  sie 
werden  aber  nicht  zu  ihm,  sondern  nach  Cordova  gebracht.   Nach  dem 

Texte  verläuft  der  Vorgang  anders:  A^,  18  jUju-I  ^^ 


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254  BiUiograpliiaehe  Anzeigen. 

^  kj9 j»  \  yi-  jj-^i  (die  AufgelKjte)  machtea  in  Conlovi 

halt  und  (von  dort  aus)  tilhrte  sie  der  Eunuch  Na;>r  sur  Verstärkung  herso 
(nach  Aljarafe). 

143,4  »pn^^iurtMit   Ic   lenrleinain  le  Heu  dil  El- Fakkhärin«.  ^«,3 

Faljhann  =  Tüpfer  ist  wohl  Beieichoung 

der  alten  'röpfervorstadt  Tri  a  na  Ix-i  Scxilla. 

143.  9  »reci  .sc  pas.sait  au  tiumient  oü  Abd  er-Rahmän  venait  dVn- 
voyfr  coritrc  ciix  s  r  s  t^ent'-raux  qui  orga  n  i  s  e  r  r- n  t  la  r'csistanw«  ^».6 

letzten  X'erlHjn  liai  Ilnr  Fagnan  mit  Hcrlit  nicht  auf  den  Fürsten  Itiv.ogen, 
ebensowenig  kann  jeducli  d«"r  Phiral  j| ^  durch  den  Singular  des  ersten 
Verbums  und  des  Suffixt-s  am  /««Mtcii  aiifü;(Mi(iiiiinrii  werden.  Wahrsrlipinücli 
sprarh  die  Vorlage  liier  mir  von  einem  (Jeneral;  <*iii  Abschreiber  <Kler  der 
Kumpilator  setzte  dalur  mit  Rucksicht  auf  die  vorhergegaugene  hrwähnun;; 
mehrerer  Feldheri'en  den  Plural. 

Ua,  Aom.S  •D*apri8  Novreyri,  la  bataüle  de  Talyata  est  «nt^rieiire 
de  six  jours  i,  celle  qui  eut  Heu  dans  la  province  de  Sidona«.  Herr  Fsgnsn 
scheint  den  Text  so  atir^ufasseo,  daß  Ibn  *Adiri  eine  Schlacht  in  der  Proviac 
Sidona  beschreibe.  Das  ist  schwerlicb  «utreffend.  Die  Darstellung  ist  Iteinesp 
wegs  chronologisch.  Auf  den  Bericht  der  Einnahme  von  Sevilla  folgt  erst 
die  aus  einer  anderen  Quelle  exxprpierte  S(  hilderuog  des  Vorröckens  der 
Nonnannen  bis  zu  dieser  Stadt.  Das  zeigen  die  Etappen  Lsla  menor,  Coria, 
Brück"-  !uii  Guadaira,  Triana.  Die  Sehlacht  nach  dpr  Besetzung  von  Trian« 
ist  w  ahrsclieirdich  der  Entscheidungskampf  mn  <b'n  Be.sitz  von  Sevilla.  Kine 
Sciiilderunfj  der  Besetzung  vun  Sevilla  fehlt  liiesem  Exzerpt,  weil  »it  der 
Konipilator  .schuu  aus  einer  and»'ren  (Quelle  oben  mitgeteilt  hatte.  Die  .\u- 
gaben  Ober  den  Zug  nach  Sidona  und  Cadiz  lassen  an  dieser  Stelle  allein  die 
Deututig  des  Rückzuges  zu.  Vielleicht  sind  sie  aber  nur  ao  die  unrcebte 
Stelle  geraten.  Der  erste  Beriebt  setzt  die  Unternehmung  gegen  lieide  Stidts 
vor  den  Angriff  auf  Sevilla,  und  die  spfttere  Angalie  Ober  den  Rückzug  er* 
wihnt  Niebla,  d.  h.  das  dieser  Stadt  vorgelesene  KQstenland,  und  Lissabon. 
Die  auf  die  Erwähnung  von  Sidona  und  Cadiz  folgenden  Worte  bringen  di« 
Gründe  ÜU*  den  Rückzug  der  Nonimnnen;  sie  scheinen  nach  der  An  ihrer 
Einführung  wieder  einer  anderen  Quelle  entnommen  zu  sein.  Vm  eine 
►  Schlacht  in  der  Proviriz  Sidtma«,  also  eine  Feldseidacht,  kann  es  sirli  dnUi 
nicht  handeln;  die  Entscheidung  wird  ja  durcli  X'erwendtuij;  von  Beiageruiig^- 
maschinen  herbeigeführt,  e.s  ist  sicher  die  Ruck eixjbe rung  von  Sevilla  damit 
geschildert.  Der  zeitlich  spätere  Kampf  von  Tablada  wurde  dann  ein  Rück- 
zugsgefecht der  Normannen  sein.  Nach  den  Angaben  fiber  die  Dauer  der 
Besitzergreifung  durch  die  Normannen  bleibt  fOr  dne  sechs  Tage  nach  dem 
Kampfe  bei  Tablada  geschlagene  Schlacht  Oberhaupt  kein  Baum.  Als  Tag 
der  Schlacht  bei  Tablada  wird  der  10.  November  844  genannt,  der  1.  Oktober 
als  Anfang  der  Besitzergreifung.  Damit  sind  die  *  42  Tage-  der  Unternehmung 
aiisp;(>rüllt.  Der  Verfasser  dieser  BcK  chnurig  sah  also  in  der  Sciilacht  b« 
TaUada  den  zeitlichen  Endpunkt  der  Unternehmung. 


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ScBWAu:  Histoire  da  TAinqjue  at  da  l*Eipagna  par  E.  Fagaan,  255 

145,  18  »la  situation  miserable  qui  a  iik  faite  k  vos  enfants  et  k  von 
biens,  les  sommes  que  vous  avez  dü  payer«.  16  U  j^^^ij 

«jäL  ^\ y^J  ^        'daß  sie  euch  eure  Kinder 

und  euren  Besitz  weggenommen  haben  und  gegen  euch  bis  zum  Äußersten 
gegangen  sind«. 

146,23   »il  disait  aussi  ne  vouloir  tracasser  personne  (■.')•   ^T,  13 
V        J-    ^t^  t*  Satz  gibt  die  Begründung  fur  das  vorhei^ehende 
^'erbot,  Haar  und  Nägel  zurückzuschneiden,  er  bedeutet:  -indem  er  er- 
klärte, es  sei  nicht  statthaft»  eine  Verinderung  des  körperlichen  Habitus  zu 
veranlassen  • . 

148,  23  »(il  adupta)  Tusage  des  vetements  les  plus  soinptueux«  16 

■  er  umkleidete  die  Kalifen w  flrde  mit  dem  Glänze 

der  Erhabenheit«.  In  dieser  bildlichen  Ausdrucks  weise  darf  keine  Beziehung 
auf  die  Kleidung  des  Kalifen  gesucht  werden. 

148,  25  »oiiildressa  des  estrades«  ^t',  17  «..iTlLJl  <Jic  »er 

ließ  Laubengnnge  an  der  Straße  errichten«.  Der  Irrtum  geht  auf  ein 
VerseluTi  in  Fieytags  Wörterbuch  zurQck. 

140,27  «fit  faire  des  liserages  (|H>ur  vötements)«  ^t,  IH  Cf'^\j 

j ^^\'    An  sich  wire  gegea  die  Er|[^zung  des  Herrn  Fagnan  nichts  ein- 
zuwenden.  Es  wird  jedoch  vom  Naclifolger  des  Kalifen  ^A,  7  gesagt  J-*^ 
jj)^f  was  156,  3  richtig  übersetzt  ist:  >fit  renouveler  les  broderies 

de  la  grande  mosqu^e  deCordoue«.  Man  muß  demnach  auch  an  der 
ersten  Stelle  Stickereien  fQr  den  Schmuck  der  Moschee  verstehen  und  ihre 
erste  Anbringung  dort  erw&hnt  finden. 

150,21.  »Peut-on  comparer?*  ^•,3  Jji*  l.  »Darf  man  zusammen- 
bringen, vereinigen?« 

156,  14  »le  quint  en  provenant  fut  employe  h  agrandir  les  de  pen- 
daneea  de  la  grande  mosqu^e  de  Saragosse«  ^A,  13  ^j>^\ 

äli  ♦  -OiJll  J  «Aitj  jlf  C^j  »oad  aus  dem  Erlöse  des  FQnftels 

der  Beute  jenes  Schlosse^i  wurden  die  Kosten  für  die  Erweiterungs- 
bauten der  HaupnnoBchee  zu  Zaragoza  beatritten«.  Die  Moaebee  von 
Zaragoza  ist  ebenso  wie  die  von  Cordova  nacbtiü^ieh  vergrößert  worden. 
Das  zeigt  noeh  Jetzt  der  Grundriß  der  Kathedrale  La  Seo. 

158,  2  V.  u.  *0r  Garcia  itut  alors  en  querelle  avec  Ordoflo.»  Der 
Leser  der  Übersetzung  wird  es  nicht  begrsifen,  warum  der  Emir  von  Cordova 
ein  besonders  großes  Heer  aufbietet,  wenn  seine  Feinde  uneinig  sind.  Der 

arabische  Text       LZ.  ^  \ il^Ml  ly»^        besagt:  •  Garcia 

war  damals  mit  Ordofio  verb  findet.« 

162,  Anm.  1.  jjJ*VI  soll  in  der  N&he  des  Ebro  liegen«   Darf  man 

statt  j  ein  J  lesen,  so  liegt  vielleicht  der  Name  für  Uaro  vor.   Mau  wird 


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356  Bibliographtoehe  AiueigMi. 

(IfT!  Srfiaiiplat:'  des  Kampfes  im  Tale  des  Oroncillo  zu  suchen  liab^n.  Die 
C'linsten  \\  erden  aus  der  Srhliicht  von  Paucorbo  geworfen  tind  gehen  sridiicli 
der  Montts  Oliarenes  zuui  Ebro  zurück,  wo  beute  die  ötraße  überAllable 
nach  Uaro  führt. 

167, 18  »inais  ensuite  il  en  sortit  et  abandon  Da  fle  parti  du  prince]« 

>  •  »,  3  <£■  (^Usj  lylf-  -^J^'  Kefereiit  glaiibt  nicht  an  diese  Bedeutung;  von 
^J.4>,  sieht  in  den  Worten  Iveine  iie/.ietuing  auf  das  folgende  Jahr  und  über- 
setzt ''da  vei  ließ  Iba  Merwän  die  Festung  Alaiye  und  Mohammed  kebile  voo 

dem  Zuge  gegen  ihn  nach  Hause  zurück«. 

168,  22.  «Tantut  uiarcbant  en  j»lnine  tantöt  s'entongaut  daus  les  nion- 

tagnes«  W  «,  16  jjUj  p'U  Herr  Fagnan  hat  81, 19  = 

•  t,  8  die  von  Doxy  g^bene  Bedeutung  l&r        IV  durch  die  Über- 

seteting  »M  pridpitirent«  angenommen.  Es  liegt  kein  Oruad  vor,  hier  da> 
von  abzugehen.  »Hiiim  zog  eilig  vorwärts  und  üliersehritt  achwierigef 
Gelände«  (das  ihn  filr  das  Hauptheer  unsichtbar  machte  und  schnelle  Hilfe 

verbinderte). 

172,  12  «il  s'nv?nirn  enntre  l'AIavä  v  conquit  de  nombretix  rh&teatix- 

forts  et  en  fit  evariii  i  in  aiironp  d'aiitres  ....  [lacune?\  dans  la  crainte  de 
queUjue  dommage  pour  ses  troupes  et  parce  qu'il  s'atteudait  ä  rt\ster  vain- 

queur..  S  •  V,  19  L>-.-  Ji-lj  ^>Lil|j  LJ|  ^\  ^ 

Referent  glaubt  nicht  an  eine  Lücke,  sondern  an  ein  Zuviel  des  Textes, 
er  uiöchte  für  lesen  ^^^l^.    Femer  kann  .  Ic-  V    im    Sj)aius.cli  -  Arabi- 

schen transitiv  konstruiert  werden,  deshalb  dürlle  das  angeschlossene  Suffix 
einen  Geneiivus  objectivus  vertreten:  »Er  rückte  vor  nach  Alava  und  Casti- 
llen,  eroberte  viele  Burgen,  ließ  aber  auch  \nele  zur  Seite  liegen  aus 
Furcht  vor  einer  Schädigung  seines  Heeres  und  ia  Besorgnis,  er  könnte 
berii^  werden.« 

173,  8  ««'oceupa  avee  ardeur  de  le  combattre*  ^  »A,  7  .  .  sjX^ 

4» j>'        »er  ließ  sich  bereitfinden  zum  Kampfe  gegen  ihn,  nalim  den  Kampf 

gegen  ihn  auf«.  Daß  es  nicht  nui  Kiier  geschah,  zeigt  die  unmittelbar  fol- 
gende Angabe,  daß  der  Empörer  erst  im  nächsten  Jahre  belagert  wird. 

174, 10*  «Cela  eut  Ueu  en  Fannie  dont  nous  parlons,  ou,  pour  la 
derni^re  fois,  il  y  remonta.«  ^  »A,  19  ^jl'  jmj  vL«J1  «Ji»  j  d^J 

Da  Ibn  üafsün  wiederholt  weite  Züge  von  Bobastro  untemahm,  auch 
im  Jahre  887  formell  sich  unterwarf,  ist         au  lesen,  also;  »nod  6u 

ist  der  Zeitpunkt,  wo  er  «um  a  weiten  Male  sich  dorthin  «ar&ekaog*. 

174,  5  V.  u.  «Quand  les  assi^g^  furent  k  bout,  ils  firent  ane  sortie  par 
la  porte  de  la  ville  pour  tenter  la  fortune  des  armes,  tandis  que  leurchef 
se  tenatt  a  Tint^rieur,  maia  il  re^ut plusieurs  blesauFea . . ses  eompagooas 


Sctiwak:  BIttoire  de  TAfriqne  et  de  l*Eiipag»e  par  E.  Fagnra.  257 

mis  vn  dcroiitp  .  .  Ks  Ist  unwahrscheinlich,  daß  ein  Heerfiihrer  hei  cinein 
letzt«^ii  Veiv.wciniinf^skainpfe  sein  Heer  nicht  Ix'iilritet ,  noch  unwahrschein- 
licher, daß  »T  trotzdem  verwundet  wini.    Es  heißt  im  Arahischen  V  •  ^  ,  6 

y         ^      «litj     j>-  <jii.  Der  Fehler  ist  entsUnden  durch 

UDrichtige  Auffassung  des  Vertnims  und  unrichtige  Besieh ung  des  folgen- 
den Sufßxes,  das  nicht  auf  die  Stadt,  sondern  auf  die  Schlacht  zurück- 
weist. Der  Übersetzer  mußte  aus  dem  folgenden  y  fjr^  Unrichtig- 
keit seiner  Übersetzung  entnehmen;  er  beseitigte  das  Kichtiu;(^  durch  Har- 
monisieren. «Als  sie  in  Not  kamen,  zogen  sie  aus  der  Stadt,  nahmen  am 
Tore  auflerhalb  Stellung  und  boten  sich  tum  Kampfe  dar.  Ihr  Fflhrer 
leitete  diesen  (mit  Erfolg),  aber  er  erhielt  mehrere  Wunden  und  seine 
Hand  wurde  steif.  Danach  wandten  er  und  seine  Leute  sich  aur  Fludit.« 
175, 10  »il^ante«  ^  •     13  lU»,  also  «eindringlieb,  wirkungsvoll«. 

176,  ß  ist  von,  einem  Rechnungafehler  die  Rede,  der  den  Forsten 
veranlafit,  die  Rechnung  zur  Beriehttgung  xurQekatugeben.   Es  gelingt  den 

Beamten  nicht,  den  Fehler  au  finden.  ^  (N  •  n ,  I.  Z.).  Herr 

Fagaan  fibersetai  «remir  retrouva  Tendroit  ou  die  avait  ^  commise«, 
scheint  also  die  erste  Form  au  lesen.  In  Wahrheit  weist  die  Konstruktion 
mit  ^  auf  die  aweite  Form:  »Der  Förat  machte  eine  Randbemerkung 

an  der  Stelle  des  Fehl«ra.« 

176, 18  «en  refbsant  d'approuver  com  me  inauffisamment  etu- 
ds^e  une  affaire  que  ee  chef  lui  proposait«.  \>*,5        ^  JÜ 

Herr  Fagnan  hatte  in  seiner  Übersetzung  S.  17G,  2  den  Schlüs.sti  iTir 
die  rechte  Auffassung  der  Stelle:  »Er  sagte  zu  HäSim  wegen  einer  Handlung, 
die  er  wegen  des  dabei  bewiesenen  Mangels  an  Besonnenheit  ihm  zum  Vor^ 
wurf  machte«,  nimtich  wegen  des  Qbereilten  Angriffs  auf  Sa*dun. 

176, 5  T.  u.  »nul  ne  trouvait  k  reprendre  dans  leurs  actes  sans 

<{u'U  icoutat  ou  fit  ^oouter  la  phünte-  ^  >  10  j  ^^j^^Olfr  ^J^T  V 
4w      j\  4«,..^  (^"^^  Cf"  •"l«in*n^  bemHhte  sich  l)ei  ihm  mit  Bitten  fOr 

irgendeinen  von  iimen,  ohne  daß  er  ilm  erhörte,  oder  ihm  Erhurung 
schaffte«. 

179,  3  »Taoorona  297*  1.  »299«  (>  >  > ,  18). 

180, 12  .attaches  k  la  tradition-  \  ^  t,  15  dJjJ-l  j  ^^-ub|  jti  bedeu- 
tet im  Gegenteil  »die  auf  die  Tradition  Verzicht  leisteten,  ihrer  Kenntnis 
entbehrten«. 

180, 16  >allant  m^me  jusqu'ä  Taccuser  d'hdterodoxie  et  d'atheisme« 

%  ^     17  ^JJ    j  jli-Vl  Jzly    SoU  o  JJ-  wirklich 

bedeuten  »aller  jusqu'i«  und  »accuserde«?  Ist  die  Tautologie  nicht 

aufTftUig  nach  dem  kurz  vorher  (Z.  12)  gegebenen  •l'accu.H^rent  formelleroent 

]||M.4.SAi:Ori«it9p(M]M»  1M7.  HAU  17 


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258  BiUiognphiadM  Anuigen. 

(riii  n'-sie- ?  gehört  hier  nicht  zu  ^  sondern  zu  y  ^r^-iht 

sich:  »lind  viHc  voti  ihnen  erhoben  die  falsche  Bescbuldigimg,  er  Sturze 
(andere)  in  ivelzei-ei  und  rnf^lauben-. 

181,20.  «Ileconnai&saat  qu'il  l'cuiportait  par  sa  science  soHde  et  etendup« 

\\r,%    <Jp  ;U»IU        ^'j.    Für  «U>LU  mochte  ich  vor- 

schlaffen  o  li^Uai  »er  befahl  ihm  seinen  Fuß  niederzuseizen  (d.  h.  im  Lande 
zu  bleiben)  und  sein  ^^'is.sen  zu  verbreiten.' 

182,7  »niais  il  en  est  venu  un  plus  bavard  (?)•   \>t',  18  a  \\ 

41«  i>  U  J^i  ^*  ^  Herrn  Fagnaa  irrtümlidi  ab  Tadd 

aufgefaßteD  Auadruclce  jUlt  J».^  vgl.  Wäkidi  bei  Rosen  >r5, 11  HamiM 

Bülsk  II,  29,  2.  >—  «Nur  M  SU  uns  gekommen  ein  Mmuii  der  lieredter  ist 
als  jener«. 

182,11  .des  r£cits.  ist  miflrerstindlich         20         gebt  auf  die 

■alte  Gcschichle  der  Araber«. 

182, 17.  -Lors  d'Achoftra»  n*oubUe  pas  le  Miserieordieux,  il  ne  tW 
.  bliera  fias  non  plus«  ^       13  ij yJ\c  jU^ J\        V  ^  V  ISOt  aueh  die 

Deutung  zu:  »Vergiß  nicht  den  Aäürä'-Tag  (mit  seiner  Verpflichtung,  Almosen 
KU  verteilen) ,  so  wird  der  Barmbenige  ancb  deiner  nicht  vergessen.« 

182,  18  »nientionne  soü  noin«  •  geht  wiederum  auf  den 'Aäüri'' 
Tag:  »denke  an  üiu-. 

182,  19.  «Celui  qui  peut  veiller  la  nuit  d'Achoftra  vivra«  ^>t,4 

is  *\ j JJ  ij*  »wer  In  der  Nsebt  «am  "ASfJrt'-Tag  glück- 

lich (oder  reich)  ist...-.  Gewisse  Träume  in  der  Nacht  des 'Aäürä'- Tages 
verheißen  na»  Ii  d»*ni  Volksglauben  WohLstaad  und  Gluck. 

182,21  •  l'orme  done  tin  ^ouhait,  et  puisse-je  te  servir  de  ran<;oo 
pour  le  VOBU  (jue  nous  inspire  celui . . . .«   X  N  t,  5  U-C- j       i^i  tii^-V» 

—  i(9  schließt  sich  nicht  an  das  parenthetische  «iA^ui,  sondern  an*«^jli 

—  »so  trage  nach  dem  Verlangen  —  mein  Leben  gebe  ich  ftkr  dich 
wonach-  unser  Verlangen  geweckt  hat  (Mohammed)-. 

184,4   »dont  les  possessions  depassent  tonte  description*  Mt,2*^ 
^^J^  ij-  J*-  ii>^Vl  »-^J  bl.    Die  Form  ^>i.l  dürfte  hier  Plural  lu 
sein  (vgl.  Doxy,  Suppltoent):  •Wenn  aueb  andere  Herrscher  durdi 

Epitheta  genfigeod  gewOrdigt  werden  kdonen,  so  ist  er  docb  fiber  sUe 
Epitheta  erhaben.« 

184,0  »ces  nombreuses  victimes»  Chretiens  et  incirconcis-  >>i,22 
^jUli  jljü)        Jf',  Die  Übersetzung  Terwisebt  die  Feinheit  des 

'  Wenn  die  Worterlulcher  das  Wort  filr  da-s  Senken  des  Kopfes,  der  Hand, 
des  Schleiers,  des  Bnuineueimers  anführea,  wird  es  auch  das  NiederMtsen  dot  Fuße« 
bedeaten  können. 


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ScuwAKz:  Histoire  de  TAfHque  et  de  TE^pagiie  par  £.  Fagnau.  259 

Verses.  Nicht  blofl  jl-^^-^  und  t,^^  sind  Qegensltee,  sondern  audb  ^ 
wad  4niiif>;  ■  fiber  die  (kleine)  Scliaj*  gefallener  Moslems  und  die  (große) 
Bfenge  gefalimier  Christen«. 

192.7  «ei  m«nie  qu'ils  l'ebudonn^rent«  ^T*,  1  Cjb  »jJlJj  «sie 
Keferten  ilm  eus  wegen  seiner  Verf«diluiigen«. 

193.20  «privi  de  tout  noyen  de  fuite  nocturne «  2  JL^j 

4i ^     ^\  1.  »während  er  die  Anfinge  seiner  Wege,  d.  h.  jeden 

Ausweg  ihm  verlegt  Fiatte«. 

193,24  »aniionr«  que  la  lo\  aal*'  MM-?iit  le  but  aucpiel  tendraient  1  es 
efforts  de  son  obti.ssance«  VTN,;")  »At.lial*-Vl  Af>-  <»6«äLH  jf^J  »und 
zeigte  mit  allem  Eifer,  dessen  er  fähig  war,  fr<'iindlic'h(;  Oefinniing». 

II)'),  7  «soiiffrant  di'jä  d'une  inaladie  i|ni  in<|iiietait  son  eii  t  o  ii  r  n  ge«. 

^  T  t,  5  **-Jb      ^       <-U»l       jl^  »ilin  hatte  eine  Krank- 

beit  befallen «  die  ilitn  Schmerz  bereitete  und  seine  Lebensfreude  trQbte«. 

196,  17  .29  jiiin  H78.  1.  .888.. 

3  v.u.  »frequeutait  leurs  reunions*  »er 

zog  ^ie  lu  setue  Nähe«. 

197,3  v.u.  «exaniina  les  remises  (!*)  a  faire  au  peuple«    Ntf,  21 

Kt-  J\  ^  <«3V^  ^  liL.-!  \^  J^\3  «und  beschloß  auch  die  Befreiung  der 

Untertaneo  von  den  StruTimrollen«. 

199.8  *en  Im  dounaut  pour  fer  la  justice,  pour  coche  la  crainte  de 
Dieu-.    ^Tt,  17 

also:  *so  ist  die  Gottesfurcht  für  den  Pfeil  der  Religion  die  Spitze  uud  die 
Gerechtii^k!  it  die  Kerbe«, 

199,  14  .(Le  pouvoir  elait)  trouc  par  l'hypocrisie«  >  t  t,  19  ^ ^ 
^UJl  »Heuchelei,  d.h.  nur  scbeiobarer  Gehorsam,  hatte  der ,  Herrschaft 
Handhaben  (>ZQgel«)  gelost.. 

199.21  »(une  sombre  nuit)  ou  parvenait  mfime  p;is  le  scin- 
tilleinent  des  etoiies-  N  t«,  2  ysy^  J  *)l j  »deren  Sterne  nicht  unter- 
gingen«. Das  Unterfrehen  der  Sterne  ist  d^m  Srlu  iftsteller  die  Vorbedingung 
für  das  Nahen  des  Tages.    Es  liegt  also  eine  Klimax  vor. 

200,  1  »transporta  le  siege  de  la  giierre  en  pays  clirttien,  les  regions 
musulmanes  de  l'Espagne  eurent  des  frontieres  i-ei>pectees». 

Diese  Übersetzung   hat  den  Text  vollstSndig  verkannt    \Ta,  7 

Dies  kann  nur  beileuten:  »Zu  Ende  war  e-s  mit  den  Feldzügen  gegen  den 
Ki'i^sschauplatz  (im  Norden),  das  moslemische  Gebiet  in  Andalusien 
wurde  zur  gefOrchteten  Grenxmark«  (die  xunichst  alle  Aufmerksamkeit  des 
Herrschers  beanspraehte). 

20&,  I.Z.  »en  fkisant  savoir  h  cbacon  d*eux  le  fond  des  pens^es  de 
son  «ssoei^«.  Das  paßt  nicht  va  der  folgenden  Ensftblung,  nach  der  nicht 

17* 


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260  Bibliographische  Auzeigen. 

der  Ffirst,  sondern  das  Veneben  eines  Boten  und  die  Indiskretion  eioei 
Palastbesmten  die  EntfaflUaDg  der  bddeneitigen  Machenschaften  bewirkt 

WA,  14  <^L»  ^  »\ Ic  U|U  «A^ij  J^wfl^>  muß  also  bedeuten:  -da» 

durch  y  daß  er  einen  Briefwecfasd  mit  jedem  von  ihnen  f&iirte  Qber  die 
Wshmdimungen,  die  jeder  an  seinem  Rivalen  machte*. 

209  ,  2.  »Les  Cordouaas  qtü  emp^chaient  ses  troupeaax 
laissis  &  eux>mftmes  de  s'egarer  recevaient  de  lui  des  hooneura  et 

des  esdeaux«         19  4^  ÄJ»  ji  ^)  J^O*   Herrn  Fagnans  Aaf- 

fassung  der  Stelle  wird  dtircli  da5  folgende  ^^^^  -vij  als 

unriclitig  erwiesen.    Es  ist  zu  iiljersclzen :   -und  (riii'lit  bloß  die  Lent»»  von 
Sevilla  lind  Carinuna,  sondern)  sogar  die  Einwohner  vou  Cordova  sucliteu 
Geschenke  von  ihm  zu  erlangen  und  er  ehrte  und  besciieokte  sie«. 
209,23.  «Le  livre  du  disir,  c*est  mon  copui*  qui  ie  forme*  ^t^i 

jl^i  *i ^Lu  V^*^     ^'         ("0*^*"*^"  i?eIin.HucliUsljriel'  ist  das  Ilm 

die  Umhüllung«. 

209,  2().  »Cumnient  exi  serait-il  autremeut  4uand  mon  c(£ui*  tnuis- 
porte  s'envole  vers  eelui  qui  attire  tous  les  cceurs?«  ^  t*  ^ ,  $ 

« 

In  den  Corrections  ist  ^  verbessert  in  ^  »vers  celni-.  Hem  Fagoaiu 
UtMrsetEung  berflcksieht^  nicht  die  Negation.  Sollen  wir  nun  verbenera 
•qui  n^attii-e  pas  les  c«eurs>  ?  Wahrscheinlich  ist  ^  festzuhalten  und  ^  in  « 

zu  verwandeln:  «Wie  ist  das  aber  niuglich,  da  in  mir  ein  Ueix  wohot,  das 
entrücken  will  einen  Mann,  den  sonst  ein  Hers  nicht  eotr&cken  kann*,  d.  b. 
sonst  gegen  Entzücken  gefeit,  sehe  ich  mich  dem  Herrscher  von  Senlla 
gegenüber  außerstande,  den  Zug  meines  Hersens  zurückzuhalten f  statt  einen 
Brief  zu  senden,  will  ich  ihn  selbst  au&uchen. 

211,4.  Der  Zusatz  (*a  m^dire  des  Cordotiaus«]  verkennt  den  Zu- 
saminenbang.  Der  Dichter  bat  zuerst  sein  Glück  bei  dem  Fürsten  von  Se- 
villa dadurcii  zu  machen  versucht,  daß  er  ihm  Sciunähungen  gegen  die 
r<iidovaner  vortrug.  Als  der  Fürst  diese  nicht  anhören  will,  richtet  der 
iJichter  gegen  ihn  sf'lbst  ein  Schmähgediclit.  Darauf  erklärt  der  Fü[>t. 
wenn  er  da«!  noch  eiriinal  wa-;?,  d.h.  S  c  Ii  in  ä  Ii  v  e  rse  auf  ihn,  deu 
Fürsten  von  Sevilla,  zu  dichten,  werde  er  ihn  töten  lassen.  Die 
folgende  Bemerkung  über  den  gunstigen  Eindruck  auf  die  Cordovaner  be- 
zieht sich  auf  das  ganze  Verhalten  des  Fürsten,  inabesondere  in  den 
ersten  Falle. 

212.6  *l  la  merveüle  que  je  auis  parmi  eux«  tot  dem  arabiseheB 
Ausdrucke  Gewalt  an*  14  bedeutet  «die  unter  ihnen  weileode 
Fremde*. 

212.7  •est-il  done  possible  que  des  bommes  bien  nes  devenent  Ie 
blftme  sur  une  es  da  v  ei*.  Herrn  Fagnans  Übersetzung  Ilßt  sich  ans  den 

arabischen  Texte  nicht  gewinnen.  \rv,  14  j1  j»-^  ^jJT      jj^  tOk  bedeutet; 


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SoawAn:  Uistoira  de  TAfrtque  et  de  I'Espagne  par  E.  Fagnan.  261 

•Dee  ist  dne  schöne  Oeiiellseliaft  (<«i)»  die  freigeborene  Franen  herahsetr.eo 
will.«  Schreckt  man  davor  zurück,  daß  die  als  Sklavin  gekaufte  Dichterin 
in  ihren  Versen  sich  eine  Freigeborene  nennt,  so  bleibt  noch  die  Möglich- 

keit,  mit  der  Lesung  <•!  zu  übersetzen:  »Wie  herrlich,  weua  ein  armes 

Kindchen  Freigeborene  lierabsctr.en  muß?«  (durch  die  eben  gefallene  Äußerung: 
•Wären  die  Leute  vernünftig  .  .  .-i. 

213,4  «suu  nuni  etait  avantagcuseiuent  connu«,  ist  zu  aligeinein. 

»sein  Rulim  war  allgemein  verbreitet  wogen 

seiner  Freigebigkeit«. 

216,  10  »i  Seville*  1.  i  Cordoue.    Nrs,  7  heißt  es  ausdrttcklich 

218,  9  »dans  un  chAteau-fort,  a  Cabra-.  \t"\,  17  gibt  deutlich  den 
Namen  der  Festung  an  »J»  ^  ij^^  t)^  Durch  Vergleichung  von  \  T 1, 16, 
wo  als  Statxpunkt  des  Ihn  Qalf  un  in  früherer  Zeit  erwShnt  wird  im 

Gebiete  von  Cahra,  ergibt  sieb  auch  für  die  vorliegende  Sielte  »zu  der 

Bug  Pole!  in  (dem  Bexirk  v<m)  Cabra«. 

218,  21  •c'etait  par  une  nuit  obscure*  qtt'on  aunJtpu  prendre  pour 
Celle  de  l'ascension  du  Proph^te*  NtV,  1 

Die  Lesung  cXf-  widerstreitet  dem  Metrum.   Man  müßte  eine  Aufhebung 

der  SchSrfoog  aus  RQcksicht  auf  das  Metrum  ann^men.  Der  Vers  bedeutet: 
•in  einer  Nacht*  die  ihn  entehrte,  (so  schnell),  daß  sie  ihm  wie  die 
Naeht  der  Himmelfahrt  (Mohammeds)  «raeheinen  mußte«. 

218,28.  «Cette  guerre,  que  chaque  annee  ü  sfane,  vient  de  Itu 
donoer  ce  triste  produit.«    \TV,  2 

^l*l>-  heißt  hier  nicht  'alljälirlich «,  sondern  »nicht  gedeckt«.  Der  Krieg 
wird  nach  alter  Weise  luitcr  dein  Hilde  eines  weiblichen  Krunels  darj^estellt. 
•  Beständig  deckt  er  jede  luigedeckte  Kriegesfurie ,  doch  jetzt  hat  sie  ihm 
ein  gauz  schlechtes  Zuchtergebnis  geworfen.« 

220,  14.  »II  y  eut  entre  Saww&r  et  Ibn  Haf^GÜn  diverses  ren- 
contres* N 'PA,  5  j^-^«*»- c/i  J  1-*^  j^y^  Cf^  C^^j.  Das  letzte  Wort 

zeigt  maghribiniscbe  Schreibung  für  »Üy«,  also  »ein  Gefecht  fand  zwischen 
ihnen  statt«. 

220,20  «et  y  consacra  tous  les  soins  d'un  adversaire«.    NfA,  10 

•«A4a^ j  4^  «iUj  ^  j*^^J  !•  *^  suchte  in  diesem  Tun  seinen 

Sdunerz  und  Verdruß  zu  ersticken«. 

220,  24.  Nach  »fit  du  butin«  fehlt  die  Wiedeigabe  rnn  (  12) 
jl^j  ^  "^^J  *^  verfolgte  seinen  zu  ihm  fiber  Hochland  und 
Talgmnd«. 


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262 


BibliognphiadM  Anze^gvo. 


221,  13  «le  sem&Ui  gorge*.  \tA,  19  ^  t  bedeutet  »erTer* 
urSBchte  ihm  viel  Arger.« 

224,  ö  »meis  U  ne  inontm  «ncune  vell^ti  de  souinissioii«  \t*,8  |j 

ÄfrlU I JU' ^^ii»  bedeutet  ftst  du  Gegenteil:  »er  liefi  das  Wegwerfee  des 

GeKomms  nicht  <^enkondig  werden« »  d.  h.  er  betonte  nicht  mit  Schiift 
seine  Selbstindiglceitt  untenuibm  keine  offenen  Feindaeligkdten  gffgen  dn 
Emir  von  Cordove. 

224,  7.  «11  eat  pour  »uccessenr  Welfd  ben  Welid,  qui«  an  plein  de 
eon  ponvoir,  fit  sa  «oamlssion  au  khalife«  W«,9  jJj  0^  jJj  <i(>'j 

^ Ji        IkAX  ii^j  jCp  4friy|  Ji  jU j.   -Es  folgte  ihn 

Walid  ibii  VV'alid,  uud  dieser  erklärte  seine  Unterwerfung,  sobald  auf  \  er« 
anlassung  des  Kalifen  *Abdanrabinäo  ihn  Ni»ir  die  darauf  gerichtete  Bo> 
wegung  (in  Spanien)  begann«,  oder,  will  nwn  das  Bild  des  Arabischen  eini* 
germafien  festhalten:  «als  der  Wind  sich  dahin  drehte«. 

226, 25  «ii  ^leva  la  ville  et  le  chllteaa-fort  de  Lebr^a«.  Talslchlieh 
kann  es  aich  nur  um  eine  Wtederberstellung  und  Neubefest^ng  der  ilten 
RSmeransiedlung  NdNtea  handeln* 

227,  4  «et  qui  racctteillit«.  Das  >  i  t,  2  folgende  Wort  UJ>M} 
ist  flbergangen;  es  bedeutet:  «er  machte  ihn  au  seinem  Vasall«. 

229, 16  »les  Strangers  ^fl^U  ist  miOrerstindUch.  Gemeint  sind  die> 
selben,  die  vorher  als  «ehritiens«  b«E«chnet  sind.  Einmal  wird  der  Untere 
schied  im  Kult,  dann  in  der  Sprache  hervoi^geboben!  es  bandelt  sich  um 
christliche  Spanier. 

230,  10  >les  generaux  ne  se  lassant  pas  dans  leurs  marches  et 

contremarches«.    U t,  15  JWj^l^  J^l  j  <P  V  «nicht  ließen 

ihn  die  Generäle  in  Ruhe,  mochte  er  in  fester  Stellung  oder  auf  dem 
Marsche  sein«. 

233,  15  «dans  ces  diverses  places  il  tua  environ  sept  cents  reneg&ts 
et  fit  un  miUier  de  captifs«  \  t    15  ^  a>*U  ^  ^ '"V. 

^■i-  bezeiclinet  in  Nordafrika  den  zum  Islam   «iliergeli  etenen .  nicht 

jüdischen  Europäer,  vom  christlichen  Standpunkte  aus  betrachtet 
also  den  Renegaten;  er  bleibt  eben  trotz  Her  Annahme  des  Islams  ein  Volks- 
fremder. Der  mohammedanische  Schriftsteller  an  unserer  Stelle  wiU 
aber  ebensowenig  hervoritebtti,  daß  die  Leute  iskmlsiert  waren,  als  ihnca 
einen  Rückfall  ins  Christentum  aur  Last  legen,  sondern  er  mehit  einfkb 
den  Volksfremden,  den  Basken,  und  zwar  den  minnlichen  Teil  der  BctSI- 
kening.  »Er  tötete  in  diesen  Burgen  ungefllhr  siebenhundoi  Minner  oad 
ungefllhr  tausend  Frauen  machte  er  zu  Kriegsgefangenen.« 

234,  16  «commenga  par  egaliser  la  plaine  voisine  des  fortificatioos 
et  eleva  des  constructions  pres  de  celles-ci«.  Man  stelle  sich  die  taktische 
Klugheit  des  Heerführers  vor:  £r  will  eine  Festung  belagern.   Das  Gelände 


ScBWAn;  Uittoiro  de  rAfrCqne  et  de  l^Espagne  per  E.  Fegnui.  263 

tet  unQbmiehtUch,  würde  also  die  AniUUierung  gestatten.  Er  beraubt  sich 
eelbit  dieser  Hilfe,  indon  er  —  der  Belagerer!  —  das  OlaeUi  planiert. 
Der  Text  lautet  (M^,  3):  j  p^Xj  Iaj^J  jj\J-\  ^jj  j  j 

\fSC'  jüLi).    «Er  begnnn  die  offene  Fläche  rings  tun  die  Stadtmauer  (durch 

eine  Zirktimvallatiüii)  zu  spwren  ood  nahm  den  Bau  von  Belagerungswerken 
ge^en  die  Statlt  auf.- 

236,  A  Jim.  2  erklSrt  Herr  Fagnan  das  ivnstell  Luza  nicht  identifizieren 
tu  können.    V^ielleicht  darf  man  (^  t  V.  5)  »jj)  ändern  in  »j j)  und  darin 

suchen  Alora,  als  dessen  literer  Name  Hums  angegeben  wird.  Da  die 
Stadt  den  Weg  von  Malaga  nach  Cordova  durch  dif^  Sifira  de!  Hacho  be- 
herrscht, mußte  ihr  Hpsit/  dem  Feldherro  wünschenswert  sein  zur  Sicherung 
der  geraden  Rückzug>liiiie. 

236,  2  v.u.  «Horiz«,  später  geändert  in   »Heriz«    >  l  V,  13  j^/^ 
mochte  ich  identifizieren  mit  Erice.  nordwestlich  von  Pamplona. 

237,  19  -a  qui  il  causa  du  dommage«   V  tV,  23  Ai  *Jj\j»^j.  Die 

1>eiden  letzten  Wörter  sind  nicht  Obovetst;  vielleicht  ist        zu  erg^nsen, 

wie  die  Verbindung  TW.  10  lautet,  »er  ließ  ihn  seine  Macht  Hihlen«. 

241,  13  »U  j  eut  une  grande  inondaUon  qui  submer^ea  les  colonnes 

du  Temple  saere-  ^  • «,  1  4(1       jlCi  <^  «^«^  ^         c)^  ^f  J 
1*  •durch  die  auch  die  Seiten  (eigH.  Ecken)  der  Ka'ba  unter  Wasser 
geaetxt  wurden«. 

842 »  7  •capti&«  N«*,  14  4x«  1.  »gefangene  Frauen«. 

246,  Ann».  1.  In  •  jlj)  ist  vielleicht  Lobera  (•jljJ?),  südöstlich  von 
Ruesta,  zu  suchen. 

254,4   >figurait  sans   etre   vu   dans   les   rtninions«  \«A,4 
P^IpI*;^   »und  freute  sich  über  ilie  Gruppen  der  Leute«. 

255}  5  v.u.  >et  au  soin  qua  tu  mets  ä  t'occuper  de  ce  (jue  tu  re- 
gardes  comme  ta  besogne  ia  plus  s^rieuse«  \•^,5  «iUj*  iiAlUl^ij 

|t4«  ^  »und  deiner  angelc^tttliehenBeschftitigung  damit  (nimlich  dem 
Berichterstatten)  trota  der  aorgeheisehenden  Lage  ddner  Amtageaclilfte«. 

256,  5  »on  €tre  de  malheur«  \       11  «JU  t  »du  bist  wie  ein  StOck 

d.  k.  kanaat  wie  ein  aoldiea  au  keiner  nOtzUefaen  Verriebtai^  an- 
gdmlten  werden,  dienst  nur  »für  Tafel  und  Abtritt« ,  d.  h.  mußt  verbraucht 
werden,  wie  du  bist. 

256, 15  •Monsarih*«  I.  Bari(. 

256,23  -Redjez.  I.Sari*. 

258,21  pet  dans  le  camp  de  qui  il  se  trouvait«.  Der  Herr  Über- 
setzer scheint  anzunehmen,  daß  'Abdallah  mit  seinem  Bruder,  dem  regie* 
renden  Kalifen,  vor  Bobastro  sich  befand  und  dort  den  rhirurgen  z»n  \"*  r- 
gjflun^  seines  Bruders  veranlaßte.  Nach  NTV,  5  fiilili  sich  jedoch  der  Ivalif 
schon  vor  dem  Erscheinen  'Abdallahs  krank  und  stirbt  bei  dessen  Ankunft. 


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264  BibliographiiGfae  Anxeigeii. 

Der  Text  der  Stelle  >'\V,  8  » J>^~^  J jL  y^'j  besagt  mir,  dnß  der  K^lif 

in  .seinem  La^er  vor  Btibastro  sich  befand  zur  Zeit  des  Vergiftungsversuches. 
2ül,  2(i  »liaAit.  1.  Mugtati» 

261,  3  V.  ti.  ,»que  les  bienfaits  divins  s'accroissent,  mais  toi  tu  ne 
peux  croitre.*  Am  der  fransösiscben  ÜberaeUutig  ist  aicht  tu  erkennen« 
daß  die  Anrede  sich  auf  die  göttlichen  Gnadenerwei«tungen  besieiit:  •ihr 
seid  so  fii}erwUtipend  gro&t  daß  ihr  nicht  weiter  «melimen  kdnnt«  ^"IV, 

263»  2.  »(L'insubordination)  ^tait  pratiquee  par  le  kAdi  atissi  tnm  que 
par  le  plus  humble  sujet-  ^nt,  18  [^J^VI  jL-UJ!  ^  Ol  J^j] 
ü^"'^^-?  <3r^-^  >und  die  Auflehnung  erstreckte  sich  Qber  die  ent- 

fernten wie  iWier  die  nahegelegenen  Teile  des  Landes«. 

273,  15  >cleva  des  constructions  dans  le  but  de  maintenir  cette  place« 
\V»,  12  l^Jt     J\  jUj.  Wie  der  Vergleich  mit  Ml,  3  zeigt,  handelt  es 

sich  wohl  um  einen  Wall  zur  iCin.Hchließun^^  der  Stadt  während  der  Belagerung. 

273.21  .le  8  chawwal  (8  mai)«  (301)  1.  T.Mal. 

276«  5  «le  dimanche  19  cha*bftn  (19  mars  914)«  1. 20.  Mlrs. 

276,  8  >]«  vendredi  1«  re^jeb  (29  janv.  915)«  1.  20.  Januar  915. 

279«  2  v.  u.  »Le  mardi  2  ^om&dall  (13  oov,  915)«  1. 13.  Dexerober. 

282,  3  in  der  Totenliste  des  Jahres  304  *le  nuudi  9  rebl*  II  [mortj 
d*Xbd  el-Melik...;  de  son  fr  ere  El-Ali*dab«  dont  les  calculs  astrologiques 
annüngainnt  la  mort  situt  apres  rebi'  11«.  Aus  der  Ubersetzung  wfiide  her- 
voi-gehen,  daß  beide  Brüder  an  einem  Tage  gestorben  seien,  und  zwar  der 
an  /weiter  Stelle  genannte  nach  seinen  astrologischen  Berechnungen  um 
drei  Wochen  zu  früh.    Der  Text  sagt  etwas  wesentlich  aticlen^s.  \VV,2 

w2t  (j  j»»eÄ  i^^j  «»»Jb-Vl  •  d.  h.  «am  Dienstag,  den 

9.  Kabi'  II  starb  'Abdelmelik  . . .  und  am  letzten  Rabi*  II  sein  Bruder  al- 
Ahdab,  ein  Astronom  (bzw.  Astrolog)«. 

282,24  -auteur  de  petits  traites  (?)«  NW,  Hi  «er  war  be- 

wandert in  der  Kunst,  offizielle  Briefe  /u  stilisieren«.  Dazu  paßt  dann  die 
Erwäiuiuiig  der  .schönen  Handschrift  im  Folgenden. 

287,  17  -le  vendredi  11  rebi'  I  (21  aoCit)«  1.  22.  August. 

287,  23  »22  ao&t«  1.  23.  August. 

297,3  V.  u.  •Pendant  cette  campagne  et  jusqu'a  son  aniv^ee  au 
cb&teau  de  Vigtiera,  l'^mir  foumit  [cheque  jour)  k  set  gens  pour  les  sou- 
tenir...«  UA,2  v.u.  Ji  JJC:i        »0*  4JLU  jCijll 

•  »jf,  ir^* 

Die  Worte  «JU  <S>^  j»  gehen  aurnck  auf  Z.  17/18  Cl^^\  jmI  jJ 

also:  »wihrend  des  Aufenthaltes  in  diesem  Lager 
(bei  Muex)  bis  sum  Aufbruche  gegen  das  Schloß  von  Viguera . . 


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ScmrABc:  fBsloIre  de  TAiKqm  et  de  l'Espagne  per  E.  FiigiiMi*  265 

299,  Anm.  5.    -20  inai-  1.  19.  M?ii. 

309,9  "[{Miis  congiit  le  projet  de  penetrerj  au  Heu  d'oü  partaient 
leurs  ravages  et  oü  its  habitaient  en  sicurite*  ^^A,  1  |^  ^ 

^r*\  ci         J»  ihneo  Schaden  auKufÜgen  ao 

dem  gesehOtatesten  Platxe  ihrer  Hdinslltle  und  dem  Orte»  wo  aie  sidi 
sicher  f&hlten«. 

313,  22  -lejeudi  11  nioharrem  313  (18  avril  925)..  Nach Wttatenfelds 
Tabellen  der  8.  April,  der  jedoch  auf  einen  Freitag;  rällt. 

314,  14  .le  Inndi  11  rebT  1  (6  mai)«.  Im  Jahre  313  entspricht  daa 
Datum  dem  f).  .1  u  n  i. 

315, 18  »le  page  Kbalaf.  r&ocien-  T  •  r,  7  j^l        wuiU,  d.  i.  »üaiaf, 

der  Oljeretmuch  • . 

319,  5  .le  1«'  «afar  (18  aoi^t  926)i.  Es  handelt  sich  um  das  Jahr 
314,  also  18.  April  926. 

319,  10  .615.  1.315. 

319,  12.  Die  Vorlage  dej«  Ibn 'A$läri  scheint  die  Zahl  im  christUchen 
Datum  und  die  Zahl  des  mohammedanischen  Monatsnamens  dareh  Zahl- 
zeichen ausgedHlckt  au  haben.  liest  man  15.Ba1n  I  (20.  Mai),  so  ent^ 
spricht  das  —  nur  mit  einem  Tage  Unterschied  —  dem  81.  A^  und  der  Zeit 
von  32  Tagen  zwischra  Verlassen  des  Palastes  and  Auszug  zum  Kampfe. 

322,  22  «le  1«  dho61-hid4ja  (22  jauT.)«  1,27.  Januar. 

326,  13  .15  cha'b&n  (23  septembr«)«  I.  3. Olitober. 

326,  17.  »En  Na^ir  rechercha  eeuz  d'entre  euz  qui  etaient 
cotipables,  qu'il  fit  disperser;  pnis  on  amena  dans  la  prnirie.  vis  n  vis 
!e  palais  de  (\)rdoiie,  ceiiT  <\n\  avaicnt  nuTiti-  la  inort,  et  iis  furent  dccapites 
en  ret  endroit  le  jour  mi^nie  de  iour  arriv^'e.«  Der  etwas  wunderbare  Vor- 
gang wird  durch  den  arabischen  Text  auigeklSrt.    tN>,5  heißt  es: 

j»^\sj  "^./^i  *^  ^  (S-^  ^  d.h.  »der  Fürst  befahl,  die  Schuldigen  aus- 

zusondern, die  andern  laufen  zu  lassen;  wer  (voü  den  Knitgenannten)  den 
Tod  verdient  hatte,  wurde  zum  Auger  gef&hrt  und  enthauptet*. 

327, 14  «Mithkab  et  dirhems  constituent  done  autant  de  v^ritaUes 

-so  waren  seine  Gold- 

und  Silberprägungen  vollwertig  nach  Gewicht  und  Feingelialt«. 

328,  16  »de  Temploi  (ju'il  a  fait  de  nos  mains  pour  son  service,  de 
la  realisation  de  sa  volonte  par  notre  autoritd.  YNY,  II  t-jk,^  ^  J^.J 

<*i^  LljJ^  Die  beiden  PronomiiM  gehen  nicht  auf  Allah,  wie 

es  der  Herr  Übersetzer  auffaßt,  sondern  auf  t^jfi  Z.  11  »wegen  der  Macht- 

stofe«  deren  Erreichung  er  fftr  unsere  Hand  ennfigticht  und  deren  Erlangung 
er  In  unserer  Regienu^  erieichtert  hat«. 

328 , 20  «s'est  send  de  nous  pour  rendre  public  Tespoir  des  humains, 
a  nmen6  k  nous  ceux  qui  se  d^robaient  et  provoqu^  leur  preference. en 


266 

faveur  ile  autre  dynastic  T  \  T,  13  ^\ J»  ^\c\j      J^U  »Wj  J»  Ji^lj 

ÜjJto  ^jl&wij       «ttod  wdl  er  die  auf  Qua  geriditeteo  Hoffoungen  der 

Kreaturen  offenkuodig  gemadit  hat  und  ihnen  wiederum  Liebe  su  uns  und 

Freude  an  unserer  Herrschaft  eingeflößt  hat«. 

330,10  >le8  nitfines  ceivmonies  sc  fiiriit  simultanement«  tNt,  15 
•jLJl\  ^^^J  ij^»J^  i^^^  ^  »UJUVi  Jo^^J  *und  es  Cudeo  ia 
unmittdbarer  Folge,  d.h.  sogleich  nacheinander,  statt  das  Btttg^ 
um  Regen  in  der  Hauptmoachee,  dem  Betplata  in  der  Vorstadt  und  dsoi 
Betplatz  an  der  Promonadp«. 

330,  2  v.u.    »ö  jiiin«  1.  4.  .iiini. 

337,  11  »et  de  fournir  lout  ce  xvn  etait  necessaire  jiour  letir  demeiiaiie- 
ment  et  leur  voyage«  V  N      2  L^-U«a«j  ^-H^J  j'  möchte  ich  nh^r- 

setzen  »und  7.u  belohnen,  daß  sie  von  selbst  gekommen  waren  und  ihn  auf- 
gesucht hatten*. 

338,  4  «lesgraudeü  teotes«  T  \  13  (3<^\ y*Jl  ist  pei^isches  Lehnwort 
und  Singular. 

342,  21  «durent  s'enfuir  vers  ceux  qui  avnient  sollicite  leur  con- 

setzung  verschiebt  die  Saclilage  voHständiK-  Es  ist  die  Rede  von  den  zum 
Entsatz  der  ijelagerten  Toledanei  lu  i  am  ückenden  ciiristlicheu  Trujipen ,  die 
von  den  belagernden  Mui^lcniN  vr  rj;\<;t  werden.  Eis  heißt  nun:  »Da  wandten 
sie  sich  kehrt  machend  zurück,  indem  sie  die,  von  denen  sie  um  liiife  an- 
gegangen waren  (d.h.  die  Toledaner)  im  Stich  ließen.« 

343,  6  u.  »da  l'habitade  des  lubitants  de  aoudoyer  lea  iafidilea, 
da  reeherdier  ehex  emc  proteetion  et  aecoun  contre  leurs  propres  gouver^ 

nears..  V  VT.  11  Je  .>|JUI-VI  j  ^"V\ >*i  :^r^\  '^S-^^  J*  W  otltl  Ui 

■nn  l  durch  das  herkömmliche  fc^inverständnis  und  Rnnd&s- 

vei'hältnis  ihrer  Bewohner  mit  den  Christen  und  das  Hilfesuchen  bei  ihnen 

im  Kampfe  gegen  die  Knlifen», 

343,  4  V.  u.  »Combieu  de  rois  n'avait-elle  pas  lasses,  les  armees  restart 

impuisaantes«  YYY,  12  ^ßLJ\  ^  i) jUL)  «wie  oft  war  sie 

flir  die  Fürsten  unoreichbar  und  fur  die  Heere  uneinn^mbar  gewesen!« 

345,  17.    -Xgma  ben  Anis«  1. 'Isma  ibn  Unais. 

349,  25  .9  dhofl'l-kada  (15  juillet  944).  1.3.  Juli. 

3ö0y  I  »et  durereni  une  heure«  Y  V  V,  4  ÄcU  «und  wihrte  ge> 

räume  Zeit«. 

354,4  •quai>  VV^,  16  %,Ju^J\f  wahrscheinlich  handelt  es  sich  uro 
die  noch  heute  Arrecife  genaimte  Straße  auf  dem  Cordoba  g^enftberiiegeodea 

Ufer,  di«^  von  dei-  Rriicke  nach  Kspiritu  Santo  führt,  ursprQnglich  wohl  ein 
erhöhter  befestigter  Wclt  finrch  das  Intindationsgebiet  des  Flusse.«.  \'s«h 
Idrisi  TNT,  V2  konnte  man  auch  an  das  Wehr  unterhalb  der  Br&oke  denke», 
wo  noch  bis  in  die  neuere  Zeit  drei  Mühlen  standen. 


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Sobwabb:  Hiitoira  d«  PAfrbiiie  at  d«  IlSipagne  par  E.  FKgnan.  267 

364,  8  und  11.  •Abo&  Zeyd.«  Es  baaddt  sich  um  Abu  Jesid  vom 
Staoune  Ifren.  An  der  ersten  Stelle  V  V^,  19  ist    j       Druckfehler.  Die 

riehüge  Namensfonn  folgt  sogleich  Z.  21,  vgl.  auch  YYA,  15  und  V«^,  2. 

355.7  »pour  bitir  reoceinte  et  la  gamlr  de  casemes«,  YV*,6 

U,  J\j  \s  .kUaS.^,  »damit  die  Feststellung  der  Straßenzilf^e  (und  Zu- 
weisung der  Reservationen)  erfolge  und  die  Stadt  mit  Besats&ung  belegt 
werden  könne«. 

360,  17  -prisonniers«  ttr,ll4ju«  »gefangeneMIdchen  fund  Frauen).« 

361,  1  »On  vit  arriver  ä  Cordoue  ies  deux  fiis  d  Boun  .  .  ainsi 
qu'El-Khpyr,  chef  de*  ZenMa . . .  Ce  dernier  ^tait  entr^  ...k  TÄhert-  t  tr,  14 

Jl  .  jj*Vl  ^jjj  . .  .iSjj^\  J-»J 

Ar^  '    '  ' 

Die  Umst&ndlichkeit  der  ErdUilung  U^i  J)  J^j,  dann  J\  ajj, 
weiter^^^J»,  das  der  Herr  Ubersetzer  wegläßt,  endlich  die  Worte  (Z.  17) 

4>l^(j^  weisen  darauf  hin,  daß  es  sieh  nicht  um  ein  persdnllches  Kom- 
men des  Zenatab&uptlings,  sondern  um  eine  schrifUicbe  Mittdlmtg  handelt 

und  nach        ein  Wort  wie  «-'tS^u  ergänzen  ist,  »und  es  gelangte  ein  Brii^ 

von  al-ü^^ir  an  den  i\alifeu,  worin  er  mitteilte...«. 

361,  Anm.  1.  Da^  Datum  ist  unrichtig.  Der  1.  6unActt  II  840  ent> 
spricikt  dem  4.  November  951.  WahrscbeinUch  hatte  die  Vorlage  des  Ibn 
*Adlri  das  Datum  1.  ÖamidS  1  =  6.  Oktober.  (Vgl.  das  oben  ati  319, 12 
Bemerkte.) 

365, 20  »*Abd  er-Bahmln  SSe^jUi  eut  dans  ses  attributions  la  mise 
k  execution  des  trait^s  et  rescrits«  tT*\,  13 

sich  wahrsdieioUcb  um  »Verordnungen  und  Bescheide«,  da  wohl  ein 
Fkralldismus  su  dem  folgenden  (^Ij^ij  v^Vt  «Befehl  und  Entseheidmig« 
amanehmen  ist. 

370.8  «avec  Teunnque  Bedr  l'ancien«  Tr^,8  j-V.  ^ 
•mit  dem  Obereunuchen  Bedr«. 

370,  Anm.  1.  Der  Titel  fäJU5  of-ao^  ist  wohl  eine  WOrdcDbcBeich- 
nnng  wie  nmb  etkm  am  marokkanisehen  Hofe,  etwa  «Triger  des  Reichs- 
scbwotes«. 

371, 7  »Voyes  Es-Zahrft  et  comparex  oombien  il  reste  de  palais  elevis, 
ce  que  des  princes  heroiques  ont  laiss^  de  traces!*  V  i  *,  2  J?^^ 

A^lU  Der  Herr  tTberaetzer  hat  \^  unterdrfickt  und  den  Beginn  des 

Zustandssatzes  nicht  bemerki  bei  J      jiT^j.  >bo  nimm  als  Beispit'l  az-Zahr9. 


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26d  Bibliographisdie  Auelgeii. 

Wie  viele  hochragende  PalSste  sind  dort,  während  von  den  nihinvoUen 
Werken  (anderer)  stolzer  Herrscher  die  Erinnerung  verweilt  i&l  nach  ihrem 
Tode  und  die  Spur  verwischt  ist,  seitdem  sie  fehlten.«  Der  Schriftsteller 
will  beweisen,  wie  groß  der  Unterschied  zwischen  an-N2.sir  und  anderen 
F&ntra  war;  die  Worte  staA  die  nihere  AngflUmiog  f&r  die  vonufgehen- 
den  Worte  »laiasa  des  traces  eneore  existantea  quand  retentira  la  trompette 
du  jour  supreme*.  Ein  Schriftsteller  des  12.  Jafarhunderts  hätte  sie  frei* 
lieh  nicht  mehr  schreiben  kfinnen;  nach  Idrisi  V  N  Y,  2  o.  lag  Zahift  eben- 
falls schon  in  TrQmmern. 

372»  12  »la  cavalerie  n'a  phis  seUes  ni  brides  qui  vaillent«  ein  etwas 
tweifelhaftes  Lob  fT'n  einen  Fanten.  Vt«,21  W^^lj  J^l  C^ij' 
Pltirale  JUt  von        und        sind  dem  Referenten  nicht  brennt,  ersieht 

deshalb  Infinitive  IV  darin ,  ^taktisch  Tenyü.  »Und  es  Agten  sich  die  Bosse 

dem  Zamnen  und  Sattdn«,  d.  h.  aller  Widerstand  im  Lande  war  gebrodien. 
373,  3  »ton  opulence,  ^^e  k  oelle  de  tes  pr^d^cesMurs,  manquera 

a  tes  snceessetirs;  nul  de  cenx-ci  ne  ponrra  rcpeter  tes  aetes«.  Sollte  ein 
arabischer  Dichter  wirklirh  so  unvorsichtig  s^in.  sicii  die  (Jurist  der  Nach- 
folger de«!  Herrschers  durch  eine  solche  Schmeichelei  zu  verscherzen?  1 1  \,8 

Jj>Ü  iijJ^j  Or>yJ  iljUj  ^^>l 

Es  handelt  sich  nur  um  die  Vorgänger  des  Herrschers.  »Als  letzter  bist  du 
unter  ihnen  auQsetreten;  doch  die  lotsten  von  ihnen*  überholst  du  im  Wett- 
lauf, den  ersten  erreidist  du.   Einem  der  lotsten  von  ihnen  können  Tsteo, 

wie  du  sie  tust,  nicht  zuge«<  ehr  leben  werden  (und  selbst  dem  ersten  ksnn 
man  solche  Freigebigkeit,  wie  du  sie  bezeigst,  nicht  beilegen).« 

375,  2  »Sans  que  je  reclame  contre  toi*  Y  t  Y,  12  CXjfi'  ^ 

•ohne  dal?  von  mir  aus  gegen  dich  eine  Verfehlung  begangen  wäre«. 

376,  5  v.u.  »Le  fiddle  ami  de  Dteu  a  dit  de  lui>mime;  Je  possMe 
one  barbe  qui  depasse  toute  longueur*  Y  t  r,  16 

•Gottes  Vertrauensmann  unter  den  Kreaturen  (d.  h.  der  Kalif)  hat  gesegt, 
daß  ich  (d.  h.  der  Sprechende,  Abullkisim  Lope)  einen  Bart  bitte,  deo 
KU  große  Länge  entstellt.«  Der  Vers  des  Kalifen  ist  Ja  kuix  zuvor  Y  (T,  12 

mitgeteilt  worden. 

382,  9  «(le  magnifique  bassin)  futamene  de  Constantinople  par  l'^vitqiie 
Rebi',  qui  le  tmina  d'nn  Heu  a  un  antre  jtisqu'an  l>nrd  de  la  mer«. 

Das  Hecken  wird  nach  dem  Bericht  aus  Konstantinopel  gebracht ;  der 
Bosporus  gilt  den  Arabern  aber  sicher  fur  ein  (Meer    bzw.  grolder 

Strom);  so  ist  die  Übersetzniii?  schwer  verstandlich  YIV,  1  ^  .  .Oi^ 
^^«Jl  (j  iS^J  ij*  <-'»;lai1rt.,.äH,  -CT  brachte  es  von  Kos- 

stantinopel  aus  Ttber  viele  Zwisdienstationen,  bis  er  endlich  sur  See  (in 
Spanien)  anlangte*. 

38Ö,  5  »IS  oct  961*  1. 16.  Oktober. 


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ScKWAw:  Bittoire  de  i'Afriqiw  et  d«  TEepegne  par  B.  Fftpiao.  269 

385. 7  «30  sept  976«  L  1.  Oktober. 

386»  14  •juaqu'li  reztxtoit«  de  la  cow  Tt^,  17  LJmJj\  J), 

das  heifit  »bis  sum  Eode  der  freien  Flicbe«  (die  sioli  alkdUcb  derMoeehee 
b^nd).   Der  Mosdieenhof  big  nördlich. 

Ebenda  >hi  prolongeant  ainsi  de  onze  nets*  iat  apracbUch  and  aach- 
lieb  unricbtlg.  Vi 17  U»V.  ^  J^V  J jUb  Ut,  -vei«r6flemd  in  der 
Littge  elf  Sdiiffe« ,  d.  li.  die  df  LXngssehiffe  der  uraprün^lcben  Anlage 
veri&ngemd.-  Qaeradttffe  entstanden  durch  die  Erweiterung  neu  vi  er  sehn. 

387, 10  »11  d^igna  pour  prendre  possession  de  cette  fondatioo . .  • 
wm  chambeUan«  Ve*,7  ii\  . .  '{/^^  J^^*  beauftragte  mit 
der  Einziehung  der  Betrige«.  Ein  Stiftungsvermdgen,  das  filiergeben 
wurde,  ist  ja  nicht  vorhanden,  sondern  nur  jfthrliche  Betrige,  die  eingezogen 
werden  müssen. 

368,4  v.u.  »Sa  bonne  fortune  lui  a  soumis  les  barbares-.  V•^,8 
•j^  ^^Vi  Vl'^lV  »ihre  Hände  streclten  die  Christen  hin  zu  ihm 

(Gnade  heischend),  v|^.  (Y,  19. 

388,  1«  Z.  >pour  recevoir  de  lui  des  liens  qui  enchalncnt  leur  liberie-. 
T  •  \ ,  9  JL> j  <o  j>Mj\  ^  «entgegennehmend  von  ihm  die  Grund- 

lagen (eigtl.  Halten)  für  Klientel  verhiltnis  und  enge  Bezidiungen«. 

389.8  »(Sancho  repondait)  et  annon^t  longuement«  Vs>,15 
J*^       <j  bedeht  sidi  nidit  auf  die  Form  dea  Briefes,  sondern  bedeutet: 

•die  Aufnhrung  sämtlicher  Einzelheiten  dieses  Oesandtsehaf tsbe sue hes 
wQrde  zu  weit  Itihren«. 

392,  -j  .Monsarih.  1.  Basi(. 

393,  14  «quarante^deux«  nach  YAi,6  nur  zweiund zwanzig  KUen. 
394«  12  -la  mer  bornant  r Algarve-  t»l,21yyil  d.h.  -im 

Westmeere,  dem  Atlantischen  Ozean«.    Die  Entfernung  vom  ^a^r  DSois 

bis  ztir  Grenr.e  der  hetitipen  Provinz  Al^arve  beträgt  gp^^^n  140  km  Luftlinie. 

39  i,  15   Die  wiititlerliche  Bemei-kung  »car  ces   l»ar))ares  avaient  la 
CO!  1  tu  IUP  d'envahir  la  Peninsule-  fällt  nicht  Ibn  'Ailaii  '/ur  Last.  Die5?er 
wiii  die  Aufregung  der  KQstenbevolkeruiig  in  der  Gegend  vuii  Alcacer  do  • 
Sal  erklären  und  sagt:  Diese  trat  ein,  «weil  die  Ma^us  (Nonnanaen)  früher 
fUe  Geptlugenheit  hatten,  von  dieser  Seite  ans  die  spanische  Halbinsel 

zu  überfallen,  tot,  22  wX-  LJ  4^  ^  ^-X;Vi  3jJ^,  ^'-^^  f^. 

895,  9  Der  Kalif  I8ßt  in  Cordova  Schiffe  bauen,  nach  der  Art,  wie 

sie  die  Ma^üs  hatten,  (to»,  U)  l,^H  |«rjO  Herr  Fagnan  übersetzt 

dies  «dana  le  but  de  faire  croire  a  oenx>ci  qu'ils  pouvaient  s'approcher 
[de  leurs  compaj»nons  de  rapine]«.  Referent  erklärt  die  Worte:  «weil  er 
erwartete,  die  SpcHiuber  würden  nach  Cordova  vordringen«. 

39G,  1  "IUI  (  bawwil  (21  sept.)-  1.  23.  September. 

39.S,2  .le  dmianche  4  djomada  II  351  (19  juillet  962).  I.  10.  Juli. 
Nach  dem  Wochentage  liegt  vielleicht  Verschreibung  für  14.  Guuiädä  II  vor 
SB  80.  Jnli  962;  dieser  fiel  auf  Sonntag. 


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270  Bibliogmphiidw  AmMgeo. 

398, 4  »Le  ebifiVa  im  dmm  ae  fignrait  pas  dans  I'origfnil  d'ou 
ceci  68t  tii4«  V* V,  3  io*  a:*  J yl\  J^VI  J        J  hcificimGcgnh 

teil:  •und  einhalb«  fand  sieh  in  dem  dieser  DarsidluDg  zugrunde  Üegea* 
den  Exemplare.  Der  Sdureiber  Qbemahm  es,  obwohl  es  Teriiliclien  war, 
und  bfnehte  danadi  toh  mreriissigen  Leuten  in  Er&hning,  daß  d^L» 
sriricht%  sei»  es  «bo  richtig  heißen  müsse  . .  und  einhalb«.  Drei  Zdeo 
spiter  fibersetat  Herr  F^tnan       richtig  mit  »eela  figurait«. 

400 ,  Anm.  2.  Die  fiberlieferte  Lesart  ^^^J  ^L#,  für  die  Dozys  Ea)«n< 

datiOQ  jW  keine  Abhilfe  schafft,  wird  von  Herrn  Fagnan  in  geändert, 
was  xwar  dein  Sinne  nach,  aber  nicht  graphisch  befriedigt.  Vielleicht  darf 
man     in         auflfiaen,  oder  nur  «  darin  finden,  in  ^  (magribiniscke 

Schrift I)  ein  »  voraussetzen,  dann  eigibe  rieh  ^t»^  =  J^T^ 

Rückkehr«  noch  abhängig  von 

401,15  >d'une  ehauaste  ^iey^e>  T«^,2  JW  *von  doer 

lu>hen  Felsenklippe«. 

403  unten:  .J'adaiire  la  facile  aisance  d'KI  - Mostan^ir  a  rassembW 
nno  si  prodigiense  arnu'e  poiir  faire  hoiineiir  \\  Dja  far.  etait  quelqu  un 

qui,  abattii  par  lut,  vuulüt  relever  la  töte,  ses  seuis  regards  joueraieol 
le  role  d'une  armee>  t^»,  15 

jX  sJiS\  i\       ^llJLi  ^  JJÜJ 

^L-L.  4ji».|  j)  Jj)  ö\  h 

•Ich  wundere  mich  über  Mustan<irs  tinbedachte  Ilandhingswei.se,  da  er  d»s 
gewaltige  Heer  versammelte  für  die  AtHien?:  f^ps  (Ja'fnr.  Wenn  er,  dem 
meine  Liebe  gilt,  nur  sein  Angesicht  zeigt,  so  ersetzen  seine  Blicke  eto 
ganzes  Heer.« 

407,  10  .le  dimanche  23  rebi'  I  (22  dec.)  1.  1.  Jan.  973.  der  allerdings 
auf  einen  Mittwocli  fällt.    Änderte  man  im  iexte  t-Vt,  20  ^-aJ  in 
so  erliielte  man  30.  Di  /^i  inber  072,  einen  Montag. 

Iii9,2  V.  n.  »Le  khalife  re^ut  rai2,ieable  nouvelle  que  H'n'^an  bfn 
K'antioun  s  ctait  soumw  et  que,  cessant  toute  opposition,  il  av«it  participt 
a  la  priere  du  vendredi  29  djomäda  II  (27  mars  974).«  Hat  der  Herr  Uber* 
setaer  nur  den  Text  des  Ibn  'k^ßn  Ittr  diese  Angabe  als  StQtze,  so  mSdite 

Referent  eine  andere  Auffassung  der  Worte  vorschlagen.   VM,  14  \ — 

: >V\  c^^tf-  ^  5-1:1  jyt j.  »Als  am  Fn^tag,  dem  leisten  äa- 
mäda  II  dieses  Jahres ,  der  Kalif  dem  Gottesdienste  beiwohnte ,  empfing  er 
die  Freudenbotschaft  von  der  Unterwerfung  des  Ilasan.« 

410,  6  »et  de  la  c^bration  du  prftne  daas  le  fort  de  Ha^ar  es- 

Nesr.  VM,  18  jJ\  j  ^Ty-Jk*  cJi         jbi  n»  is 


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&HWAiiz:  Hiatoire  de  TAfriquo  et  de  I'Eapagne  par  E.  Fagnan.  271 

der  Freitagspredigt  auf  der  Feaiaqg  ^^M^ßr  en -Near  «eine  (des  Kalifen)  So- 
iseriiutät  anerkannt  habe«. 

410,  Anm.  3.  Die  T^Iadinat  el-a^lim  wird  ausf&brlicb  behandelt  von 

Ibo  ^aukal  ed.  de  üoeje  «  *,  li>. 

411,1  "Las  nouvenu- venus,  (]iraccoinpagriaieiit  leurs  euninjues 
et  ttliVaiichis  de  confiance,  furent  conduits  jus(]u'auK  deuieures  prejjnrees 

pour  les  recevoir-   T'\o,  4        ^^J^J  (T-^  ü*  (•**•  ^J^^  J-'JÄ 

^  «JuLI  jjJiS  fj\  |»r^t*    *Die  Leute,  d.  h.  die  irOhereo  Bewohner  der 

Haiiaer,  sehickten  ihnen  xur  B^ldtnng  ihre  vertraaeDswürdlgirten  Eunueben 
ttnd  Klienten;  diese  geleiteten  sie  zu  den  f&r  sie  bereitgestdllen  Hiosern.« 

411,  11  -le  veodredi  28  rebi'  II  (5  janv.  975)«  L  15.  Januar. 

416,  LZ.  »ou  Tesposa  en  dehors  de  la  demeore  dUbn  Aboft  *Aiair  k 

l*adroiratioa  du  public*.  VIA,  16  j\  Cx)  jb  ^         OlfV  \ Jß-j 

i/^W,  »und  es  (die  Nachbildung  eines  Schlosses  in  SUber)  wurde  offen  vor 

den  Augen  der  Leute  aus  dem  Hause  Almanfürs  (au  der  Baskin  Aurora) 
getragen«. 

417,  15  «dissip^  les  sommes  qui,  avant  lui,  itaient  imniobilis^es  a  la 

Honnaie-.  V1^,l4i«JjijLt  £]Ji  JU  j  f  ^\  oi.  Das  letzte  Wort  liest 

rr-  '  .  .  ^ 

Referenl  *Lj  und  lihei-setzt:  »55ich  vergrüTen  liabe  an  deiu  Geld  der  Münz- 
stätte, das  ihm  anverti  rnit  war«.    Den  Beweis  bringt  T"%\,5  ^  U  4» 

419.8  vgl.  oben  zu  74,2  v.u. 

421.9  >Iiameau  provenant  d*un  aibre  jusqu'alors  depourvu  de  no- 
tori^te  et  de  gloire,  ce  fut  de  Taurore  au  soir  de  sa  vie  qn'il  gi audit.  T  V  \  ,  15 

C>-jjj  »Ijji*  jv»  Ii)  Vj  *<^J.J  ^j*  ^y^'        jjJ.  Die  Hücksicht  auf 

den  Parallelismus  der  beiden  Satze  zwingt  zu  einer  anderen  Auffassung  des 
zweiten  Gliedes.  »{Er  gelangte  zum  Gipfel  der  Mneht)  nbne  einen  Ruhmes- 
titel, der  aus  seinein  Stamme  gesproßt  war,  imd  (ihni;  eine  iiervonagende 
Leistung,  die  zwischen  seinem  Morgen  und  Abend  ein|torwuch.s.,  also  etwas 
freier:  ohne  daii  der  Ciianz  von  Verdiensten  seine  Familie  umstrahlte  oder 
eine  Ruhmestat  seine  Laufbahn  zwischen  Auftauchen  und  Verschwinden 
bexeiehnete. 

422, 10.  »Mon  ooBor  doit  avoir  plusieurt  gardieu  pour  sunreiller 
ton  Oiil«  TVt,  7  Jp  j  dluJ,  kann,  soweit  Referent  siebt,  nur 
üliersetct  werden:  «Ddn  Auge  hat  Sp&her  in  oieinem  Herzen  zu  näner 
Überwachung«,  d.h.  ddn  Auge  peinigt  mich  fortwlhrend  durch  seine  mir 
tief  in  die  Seele  dringenden  Blieke. 

422, 15  •provoquant  le  monde  a  lui  r^pondre«  t  VY,  9       ^Ul  WU, 

«laut  verkündigend  (den  Entsehlufl)  Folge  zu  leisten  seinen  weltlichen 
Trieben«. 

423, 1  »ii  se  mit  i  d^crire  la  couleur  du  vin  et  oe  que,  au  repentir 
pris,  U  en  savait*  VW«  12  ^»\Ji  0J>  Jy4  «^«iJU  0^  ^i^.  Die 
bdden  letzten  "WMer  sind  in  der  Übersetzung  unrichtig  bezogen,  sie  ge- 


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272  Bibliogntphiscfae  AmeigMi. 

hSren  su  Als  Muslim  muBte  er  das  Webtriokeo  lassen  oder  nach« 

her  wenigstens  bereuen:  »indem  er  ohne  Reue  das  Äufiere  des  Wetoes  iiad 
seine  Erfahrungen  mit  ihm  sduiderte«. 

423. 10  «ne  cessant  de  se  rendre  aux  appels  de  In  fortune*  tVT,  16 
OUIj  yAjdl  ^um*  ^  ^/^J,  Referent  sieht  in         einen  GeneÜvns  sab- 

iectivus  »und  verfolgte  seinen  Wisg,  indem  alle  seine  Wünsche  vom  SehidcMl 
erl&nt  wurden«. 

423, 13  »Sans  interruptioo  il  resta  ceint  du  haudrier  du  khalifiit, 
traitant  aiiccessivement  les  albires  les  plus  ^pineuses*»   VW,  17  Jj^ 
^2:1.  UJIL»  Jj  i^&S^M  4»)d*l  di:  Daß       hier  nicht  Wehi^k 

bedeutet,  zeigt  das  parallele  ^^^^  Plui;il  zu        Hochland.  Die 

Stelle  tVf,  2  beweist  ffir  die  Auffassung  des  Wurtes  au  unserer  Stelle 
ebensowenig  etwas,  wie  ^^ÄI«)  TVT,  8  fiir  beide  Stellen:  »er  blieb  dautrml 

unerreichbar  (für  die  Angriffe  seiner  Geiriiei )  atil*  den  Höhen  des  damaligen 
Kalifates  und  konnte  sich  frei  bewegen  in  ihren  erhabenen  Sphären«. 

423,  19  »les  pointes  et  les  6pine»s«  i.«it  vielleicht  nur  in  Rücksiclit  auf 
die  äußere  Form  gewählt  ▼VT,21  J— Vlj  v);iji-^l  "die  Lan»enscli&fte  und 
Lanzenspitaen«. 

423,  2  ü.  »que  le  liberal  se  rapproche  de  son  frire  le  gin^rcux« 
tVV,  LZ.  Jü.>«  ^.  Man  winl  Jlijr^  und  ^1  nur  «U 

Eigennamen  auflassen  können,  da  auch  das  folgende  Paralldglted  eine  histo> 
flache  Reminiszenz  enthtlt,  Vielleicht  sind  die  beiden  (Satisdien  HSuptlinge 
gemeint,  von  denen  Zaid  al'-biül  dem  Propheten  erzihlt  haben  soll  nach 
Agin!  16,  50,  14;  L  »wie  sich  an  Jezid  anschloß  sein  ,Bruder*  al-Öamr«. 

424. 11  »et  le  bourra,  Dieu  sait  comme!  pour  aes  aictes  Uimablei« 

YVr,  6  IWt  J»  \  Referent  konstruiert         IV  wie 

y-  W  c.  a.  r.  und  ^  p.  und  sieht  in  ^  ein  voraufgestellti^s  ivomplement 

isu  Ii  *er  umgab  Um  mit  allen  möglichen  Unanndunlichkeiten«. 

425,  ^<  •l>r  tous  ennemis  tu  ditruis  la  tribu,  de  toute  victoire  tu  as 
le  m^rite«  wr,  i» 

e**.  *^  fV  ^ 

•jedes  Fdndes  Thron  (d.i.  das  Sinnbild  seiner  Macht)  stQrzest  du  um,  «o 
allen  Si^en  Ist  das  Tor  für  didi  gefillhet«. 

425,  10  «AboA  Merw&n  y  prilevait  Timpöt  pendant  qu^  ton  aneHre 
la  saifitssait  d'uiie  main  qui  a  pour  quality  hir^taire  de  finapper  d^estoe  et 
de  taiUe..    wr,  20 

i^j  4J;  ^      Uli  y\  UU 

Nach  diesem  Wortlaut  ist  wn  Jjb  zu  dem  Eigennamen.  »Dein  Vor^ 
fahr,  Abü  Merwän,  hat  die  Stadt  zur  Leistung  der  Abgaben  gezwungeo, 
das  Oeld  einnehmend  mit  einer  Hand,  der  (TQchtigkeit  in)  Hieb  und  Sto3 
ein  Fannflienerbteil  ist.« 


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Schwarz:  Histoire  de  l'Afriqtie  et  de  I'Espagne  par  £,  Fognao.  273 

4S6,  4  ▼.u.  »preodre  note  des  expressions  de  choiz«  YVi,15  «AJ 

^Uiii  Ix-deutt'i:  -er  notierte  die  seltenen  (dialektischen)  Wörter  in  den  Ge- 
dichten«, wie  (las  in  den  Handschi  iftcii  alter  (iiMlichte  zu  sehen  ist. 

4*27,3  »ses  anttccdents  et  la  cliauce  aidnnt«  XVi,  18  -U—  f  jiy  ^ 

Ü>>  j^\y^Ji  anttchdenta  soll  wolil  J^y^  wiedeigeben,  doch  ist  die  Über^ 

tragung  nicht  gut.  Den  «adienden  KrSJlen'des  Olficlces«  JU^  ^\y'  stellen 

die  «eilig  voranstQrmenden  Iffitefate  seines  Loses«  g^enQber. 

427»  11  «{EUHakain)  s'imaginsit  rencootrer  dans  Ibn  Aboü*Amir  la 
lilupart  des  conditions  de  race  et  de  vUle  d*origine  reqtiises  d*un  fütur  usur- 
pateur,  et  trourait  «j^ue  cel  origtnaire  d'Algeairas  avait  lapaume 

des  mains  jaune«  tVi,20  j  J  * J>*  ^  ö^J 

•El  Irakern  sah  bei  seiner  angd^enüichen  Be> 
seh&ftigung  mit  den  Prophezeiungen  in  Muhammed  ibn  Abu  *Ämir  die  meisten 
Ztige  (der  Prophezeiungen),  die  neben  Abstammung  und  Heimat  genannt 
waren,  crfllUt.  Er  fand  n&mlich  (in  den  Prophezeiungen),  daß 
der  Empdrer  aus  Algeciras  kommen  und  gelbe  Handfl&chen 
haben  wQrde.  (Darum  fragte  er  —  um  eine  Bestatigtmg  zu  erlangen  — 
seine  \'ertrauten :  Seht  ihr  die  gelbe  Färbung  an  den  Handflächen  des  Mu- 
hammed ibn  Abü'Anür?)* 

427,21  >E1-Hakam  savait  aussi  sous  quelle  in  f!  m  fn  c  e  se  trntivait 

le  Ueu  oü  fut  bäUe  [plus  tardj  ü^z-Zihira«  TV«,  2  w^j  Jl^ Jki  ^\  J\  ^ 

^^       yVi  J>   «Ebenso  hatte  al-^akam  in  den 
Prophezeiungen  den  Ort  gefunden,  auf  dem  az«Zihira  gebaut  wurde«. 

429,  7  »il  y  trouvait  une  laiige  hospitality*  VV*,21  ^j>\mm\  w  «weiteste 

gehende  Hilfe«. 

430,  IS  «des  Slaves,  qui,  servant  au  palais,  mais  rignant  en  maitres«. 
Das  ist  wohl  saehlieh  richtig,  steht  aber  nicht  Im  Texte  VV^,  18  <JUJ\ 

Äi^^l  ^-^U   Selbst  wenn  man  die  Verbindung  j^J  "^y* 

im  Sinne  von  ^j^f  «jl^  annehmen  wollte,  würde  ach  nur  ergeben:  «die 

an  Stelle  des  Kalifates  den  Dienst  im  Schlosse  verrichteten.«  Die  Stelle 
bedeutet  einfach:  «Die  Slawen,  die  den  Dienst  im  Schlosse,  dem  Sitze  des 
Kalifates,  versahen.« 

432,  19  »ses  amis  Hachemites-  entsprechend  dem  Texte  TVA,  1 
A^rhAl^li  aber  was  sollen  die  Uiiimiden  hierin  Es  handelt  sich  ja  um 

die  Thronfolge  innerhalb  der  Omajjaden- Familie.  Nun  ist  bei  IbnAdSri 
Sfter  z. B.  A 21,  ^  * 14,  \\\,4  statt  fSlschlich  geschrieben, 
wahneheinlich  infolge  der  im  Magribmischen  lange  festgehaltenen  Gewohn- 
heit,  S  ohne  \  zu  schreiben,  wodurch         und  ^Ujk  graphisch  zusammen- 


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274  Bibliographische  Anzeigen. 

fielen.  Vieileicbt  daif  deshalb  hier  umgekehrt  «LtL&ilt  4t\^\  gdesen  werden: 

«seine  (tlr  HiiSm  (deo  dMignierteo  Thronfolger)  eingenomnienen  Bekanntca«. 

432,24  Wes  Rutres  principaux  oflBciers  du  ^onif«  Qbersetat  YVAt4 
j\ ^Vi  <»l^Vt  a\ ß  JU  Daß  j\ ^\  nieht  ^9  au  ^\ ji  ist,  «igt  tVA,16 

Ja  ii*U».  Hs  sind  also  frcigehorene  Bern  fsmi  Ii  tare  im  Geisen- 
satz  /AI  den  &h  Sklaven  in  die  Truppe  einf^ereiliten  Leuten.  Auch  iolialtlich 
ist  es  zu  begreitV-u,  daß  dei'  Großwe^ii'  sich  auf  die  Freigelas.srnen  stüixu 
da  die  Förderer  des  Prätendenten  ab  Eunuchen  ihre  Verbßndelen  oatn»- 
gemlß  unter  den  Sklaven  suchten. 

433,  10  ail  reconnut  la  n^cessiti  de  ce  meurtre*  tVA,  10 
ist  noch  abhingig  von  jl  Ju*:  .(bevor  er  den  Tod  seines  Bruders  erflihre) 

und  iiiüi  die  Möglichkeit  eines  khigen  Anschlages  gegeben  wäre.« 

433,21  »C'est  toi  qtii  es  le  pbis  i]iialifie  pour  cette  importantf 

nffaire«  YVA,  15  »jf^ ^y>'\  »du  bist  am  ehesten  beniien,  die 
Hauptarbeit  dabei  /u  tun«. 

436,  ti  »des  chefs  des  gardes  du  corps  et  des  gnerrier.-*  «jui 
dependaient  d'eux*  (uid  436,  13  «les  gardes  du  corps  nuu-eunuques*. 
Nach  der  Übersetzung  wird  man  sefawerlieh  erwaiien,  im  Arabischen  fast 
dieselben  Ausdrflcke  an  beiden  Stellen  zu  finden.  Es  heißt  T  A  • ,  8  J  j-* 
liy>cii\j  jLJUli  .^j       U/jLJ  und  TA>,  12  ^l^pcill  jLJU)|.  Referent 

nimmt  Anstoß  daran,  daß  Z.  9  il im  (iegensatz  zu  jUAt  steht  und  Z.  l'i 

als  liuiiii*  r«  iider  Zusatz  gebraucht  wird.  Es  dürfte  deshalb  auch  an  der 
ersten  Steile  die  Konjunktion  J  zu  streichen  sein  und  die  übersetsung  Midi 
dort  »garde.s  du  corps  nou-enntupies«  /u  lauten  haben. 

436,  17  »Ii  nssiira  \r  lo^ciiicnt  ri  la  i)t»lde  ä  ses  nouvelles  recrues«. 
Es  liaiideJl  siih  iiio  Suhlaten  des  Sultans,  die  dem  Kinllusse  ihrer  hohe 
llofäuiter  bekleidenden  und  gegen  den  Kalifen  wirkenden  Landsleute  eat- 
xogen  werden  sollen.  Sold  und  Unterkunft  werden  sie  also  wohl  sdioo 
bisher  gehabt  haben;  es  heißt  nun  VA*,  15  *ttaJ\j  Jl JV\  j  «er 
bevorzugte  sie  bei  der  Anweisung  der  Wohnuug  und  bei  der  Soldzahlung«. 

438,17  >et  d'avoir  a  l'eicclusion  de  tons  autres,  la  direction  de 

la  guen-e  saintp-.    tA>,23  Atli^l  j     jaJI         ^uälj^.    Das  Wort  '^\^\ 

wird  aueh  iiier  als  CJcmeindc  der  Muslimen  aufgefaßt  werden  müssen.  I)«nn 
ergibt  sich  >uud  die  Leitung  de.s  Glaubenskampfes  gegen  die  Ungiäubigeu 
zum  Schutze  der  rechtgläubigen  Gemeiude*. 

440,4  »s^etait  evidemment  montri  im  puissant  k  repousMr  les  atta* 
ques  des  chr^tiens«.'  T  A  T,  20  4>t  »i-<^l  ^1-^  J  ülc  ji,  «es  hatte  sich 
bei  GSlih  ein  Nachlassen  in  der  Bekiuipfuug  der  Ungläubigen  gezeigt«. 
Es  fehlt  nicht  an  der  Macht,  sondern  au  guten  Willen,  deshalb  Ittrehtet 
man,  er  wird  offen  zu  den  Feinden  fibeigehen* 

442,4.  «II  ^tait  plus  fort  que  Dja*f«r,  qu*il  ddpaanit  de  tonte  aoa 
habilet^«  tAt,6  ^'x  «itti,  «dadurch  hatte  er,  snv 


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Schwabs:  fllstoire  de  TAfrlque  et  de  l'Espagne  per  E.  Ftgnan.  275 

Nachteile  (^a'fars,  Macht  über  die  verschiedenen  Arten  klugen  N'orgehens«, 
d.  h.  Iiatte  gegen  ihn  alle  Trumpfe  in  der  Hand. 

442,  25.  >II  choisit  ensuite  pour  lui  succeder  en  qunlit^  de  prefet« 
VAt,  IG  wil^^sÄ-'l^.    Referent  möchte  glauben,  daß  es  sich  nicht  um  den 

Nachfolger,  sundeiii  den  Stellvertreter  bandelt,  für  Zeiten  der  Abweseiiluit 
wie  bei  Feldzugen. 

443,  12.  -1!  se  dii  ip  a  Vers  TolMe-  rAo,4  ij^  J-i-J 

kann  nur  heißen:  »er  /.og  in   Tuledo  ein  am  1.  Safai  -. 

444,  14  »ses  enfants«,  arabisch  ^L-*ij  •-'^J>  »beuie  U wider  und  .seine 
Umgebung«. 

445,  10  -un  hemme  juste  marchant  droit«  5  \a*  \'KJ^j^  (d.  i. 
>und  einen  Kechtgeleiteten ,  der  andere  zum  rechten  Wege  fuhrt«, 

ents|irechcnd  dem  parallelen  Ufi-  ^^y. 

448,8.  >Mon  ame  n'cst  plus  <|ue  la  oü  la  met  le  gardien;  se.s  aspi- 
rations restent  a  l'etat  de  d^irs  et  &i  eile  u'en  a  pas  eile  jouit  du  calme« 
TAA,  7 

»Der  Seele  Tummelplatz  ist  da,  wo  ihr  der  Mann  die  St<*lle  weist;  nur 
wenn  Begierde  sie  ergreift,  verzehrt  sie  sich  in  Sehnsucht  is^ousX  kann  sie 
schnell  vergessen». 

448,  14.  "All  siijpt  de  sa  moit  en  prison,  voici  ce  ipi'il  y  a  de  rntaiii« 
VAA.IO  4>i  ^  1-U>  4 — ^  ^  4S>U  ^  jl^J  bedtult'l:    »er   {(lalar)  war 

sie  Ii  danlber  klar,  daß  er  bei  dieser  seiner  Einkerkerung  den  Tud  ündeu 
werde«. 

451,  M  "Siiivaient  la  voie  tracee  et  une  coutuuie  excellente« 
ojIc  \^yi^*  >o  jr^  »isie  iiialeriießen  e.s  (riäinlieli  dieses  Suli- 

darititsbewußtseiu  iles  höheren  Beanitenstandes)  als  Leheiismaxime  und  über- 
trugen es  auf  ihre  Nachkommen  als  ridunlicheii  Iii  auch«. 

451,  13  Ȋ  leur  avis  un  taln    (success eur)  ne  devait  de  la  sorte 

pas  arriver  au  s<unmet«   V^».  ITi        L^j  -  J-^^  V  ^  ^j'jj» 

•  einer  von  den  N  ac  Ii  ^  et)  I'd  ri  e  t  e  n  .  den  Subalternen,  dnrfie,  nach  der 
Überzeugung  dieser  BeamteDfamilien ,  nicht  in  eine  leitende  Stellung 
vorrücken«. 

452,  t)  »(a  .son  gri)  l'übscurcit  Oll  l  eclairn«  T^\.  1  oL>^  i^»  c^-^  *. 
»er  zerteilte  die  Schatten,  die  jenem  l)e(  kiui^  gewälulen  uml  znn  ilm  ans 
offene  Licht«,  d.h.  stellte  seine  geheimen  Amtsvergehen  vor  der  Ollent- 
licbkeit  fest. 

453  ,  3.  «Ses  eonsetUers  daos  toutea  les  affaires  se  mirent  a  f^v  d'une 
fa^oD  incorrecte  et  a  ne  pas  les  traiter  eonime  il  fallait«  T^\,  l.i^Ul^^ 

^  U*-J/^  »Jy^  ^  iS^  J\  -es  iiiaehten 

«ich  die  Ratgeber  Uber  Vorbereitungen  wie  Knd/iele  seiner  Maßregeln  her 
und  urteilten,  daß  sie  von  d<*r  riclittgen  Linie  abwichen«  (weitere  AusHihrung 

18» 


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2 TU  Bibliographische  Anzeigen. 

der  vorhergehenden  Angabe,  daß  der  neue  ^igiU  die  ganze  Gescli&ft^eLa- 
rung  änderte). 

454,  9  »sans  qu'aucun  bruit  se  fit  entendre  de  qu«'h|ue  actp  lilAinable« 
T^Y,  13  »4>  ly.         J^J  \>    AUerdings  ist  -bmit- ,  jedoch  das 

Verbum         nötigt  zu  der  Lesung   amJ,  «nicht  wallte  auf  in  Andaluaica 

eine  Woge  wegen  einer  unbeliebten  Tat- ,  eine  poetische  Umadireibung  ftür 
eine  Volkserhebung  in  der  Haiiptetadt. 

454,  15  »taut  en  les  repouasant  qu*en  les  attaquant«         16  1  j>-l3 

i*»icj.  IHc  tjbersetzung  ist  vielleicht  durch  Freytag  herbeigefÖhrt,  der  zu 
iJtjfr  1,1  die  Bedeutung  -adhaesit,  institit«  gibt  nach  dem  IjJbuüs.  Die  Be- 
deutung ist  jedoch  unvoUstindig  angf^eben,  wie  der  Ta^  al-*artis 

beweist.    Di»^  W  orte  de^  Ivänuls  *u»'J  ^jt,  beziehen  si«  Ii   auf  das  vorauf- 

gelieode  Cj^fy^j^,  '!\\si):  ^auf  ist  ein  Gewächs  (liauai),  'ä/a  heißt  »sicli 

l&ngere  Zeit  bei  ihm  (dem  *auf  genannten  Baum)  auflialten«.  Darum  ist  an 

der  vorliegenden  Stelle  mit  der  gewohnlichen  Bedeutung  von  «^Ic  an  Ober* 

setzen:  •seheudtend  und  umkreisend  (wie  Raubvögel  ihre  Beute)«. 

454, 18  «sotts  ses  drapeaux  nuurch^rent  les  limiers  des  tribus*.  Bof* 
fentlich  schließt  aus  dieser  Stelle  kein  Kulturhistoriker  auf  die  Verwendung 

%'on  Kriegshunden  in  Mansürs  Heere.  Y^T,  17  J»Lill  JL^OjIt  ^^i* 

Iiier  ist  -^^^  k('iiit*s(;ills  riural  7.11  ^»^ju»  .Ingdhund,  sondern  r.n  X^\.  also: 
•die  Vornehmsten  der  Beduinenstäninie  marschierten  imter  seinen  Fahnen«. 

455,  16  »reclat  d'un  glaive  qui  lance  la  foudre«  V  ^T,  13  Wi^auJl^  *m\j 
j^j,  «herrlich  gleich  der  Damaszener  Klinge«. 

4ö7,  19  «sur  une  pointe  de  la  region  s'avangant  sur  le  grand  üeuve 
de  Cordoue-  t^»,  1  Jl  «;r  ^  «-^ jK«  Grenze  des 

Weichbildes  und  am  Ufer  des  Stromes  von  Cordova,  des  Guadalquivir«. 

458,  12  > permit  aux  moulins  de  s*etever  dans  la  plaine«  T5a,  10 
W V^L»  ^^\J,  «er  gab  auf  dem  Gebiete  der  Stadt  (innerhalb  der 
Mauern)  den  Betrieb  von  Mühlen  frei«;  wahrscheinlich  von  SchifismOhlen, 
die  neue  Stadt  lag  ja  ebenfalls  am  Strome^ 

458,  19  «la  population  acconnit  a  Tenvi  pour  s'y  fixer  et  y  prendre 

ses  quartiers.  T^a,  14  \^\ >l  J>i-ij  Uk\:S\  Jj'ß  j  ^L;:> 


an  den  S'-iieo 


und  der  Hußercn  Unifriediguug  des  Scbloßkomplexes  lassen  sich  die  gewöbo- 
lichen  Leute  nieder. 

4.j8,  27  »fit  du  khalifat  im  dessin  qui  s  eJl'aee«  18  viUj  j^j 

(jU\^ J\  y^,  «er  machte  es  au  einer  verwitternden  Spur«  (Anspielung  «uf 
die  verwehten  Spuren  einer  Beduinenniederlassun^. 


SenwAit:  Hbtoire  de  TAIHqne  et  de  l'EnfMigne  par  E.  Fagnan.  277 

458,  2  V.  a.  »(Cc,  fiit)  a  ia  port*'  de  ces  lieux  (juMl  pla^a  sa  garde« 
^Vo,  19  i^S'W  1^  "-^^J*  '"«Hi  er  errichtete  ain  Tore  dieser 
Stadt  die  Heuptwadie  seiner  Polizeitnippe*.  Von  einem  ^ ^wird  des- 
halb gesprochen,  weil  der  w»-L*  gewisse  richterliche  Funktionen 

auszTiuhen  iiat.  Von  der  H»'dpiitving  des  Wortes  «-'l»  an  der  vm'iiegenden 
Stell«*  darf  man  auch  auf  T  A  l,  5  =  44*_' ,  1  ziiruckschließen.  Ancli  dort 
wird  es  sich  nicht  um  das  Tcir  des  Hofes,  sondern  um  das  Stadttor  Jiaiuieln. 

459,  20  »et  surveillaient  ostensihlement  et  secrt  trmcut  tous  leiirs  inou- 
vements«  11  j  ^cTp-  j^l  j'  J-  Die  Akkusative  w  erden 
besser  auf  das  Objekt  zu  bc/M  In n  .sein,  das  ja  als  Nomen  vicis  verbale 
Konstruktion  haben  kauu:  •und  ihre  ofl'enen  und  geheimen  Bewegungen 
überwachten«. 

460,  9  »pureti  d'un  air  qui  couvrait  une  surface  (anparavant)  pen 
saine«  t^l,  21         ^}J         Ji-Alc.\.  Der  bildliche  Ausdruck  ist  vom  Weine 

hergenommen,  wie  J*^l}        und        zeigen,  deutsch  etwa:  »und  in  der 

harmonischen  Cestaltunp;  eines  Kümas»  das  in  seiner  Schönheit  einem  Wein 

von  lauterer  Farbe  gleicht«. 

460,3  V.  u.  «maladroitement  couvertes  de  leurs  armtires«  T^V,  5 
j>U>til,.  «  ^\  j  »ihr  Gewand  nachschleppend  (wie  es  Stolze  tun),  festpeijaurert«. 

4bl,  1.  "C  est  la  merveille  de  IVtiipire,  et  ceiui  qui  la  voit  ne  cesse 
de  redire  a  ses  audlteurs  que  c'est  un  ttunnant  predige«  T^V,  7 

Da  Referent       als  Plural  zu         nicht  belegen  Icann,  mödite  er  die 

Stelle  lassen:  »(Die  GIrten  bei  az-^SÜiira  sind)  das  Wunder  des  Reiches. 
Wer  sie  siebt,  spricht  unabllssig,  trotz  früheren  Hörensagens  davon ,  einen 
Koran  vers  vor  Verwunderung«  (weil  er  sie  als  ein  Zauberwerk  ansieht). 
Vgl.  t^'\,22  [ff  ^ya. 

461»  16  »On  pent  s'y  reridre  sans  se  soucier  du  bonheur,  car  le  soleil 
n*y  est-il  pas  [toujotirs]  dans  le  Belier?«  T^V,  15 

Jrt         J^"  Vi  JuJ^      Ui>-U  j:^^  iSJ^\  JU  U 

IMe  tTbersetzung  seist  voraus  Vi  im  zweiten  Halbrers,  das  Metrum  ver- 

langt  ,  also  Vi«    In  der  Anmerkung  2  sagt  Herr  Fagnani  »11  y  a  ici 

uo  jeu  de  mots  le  mot  hnnhfitr  s'emplovant  aussi  en  parlant  des  deux  planstes 
Jupiter  et  Venus.«  Wir  1-5nneri  aber  Planeten  trotz  ihrer  Kigenbewegung 
in  bleibende  Bey.ieh\iii^eii  xu  einem  Bilde  des  Zodiakus  «resetzt  werden!* 
Ks  kann  sieh  ntir  um  eine  Fifjur  des  Fixslernhiinmels  Ijandelii.  Die  -W. 
genannten  Figtu-eii  liegen  nun  im  Wassermann,  Steinbock  luid  Pctjasns:  am 
wahrscheinlichsten  ist  Jj^«-J\  -W.  gemeint,  der  auf  dem  Grenzgebiete 
zwischen  Steinl)ork  und  Wassermann  Itei^.  Die  Sonne  tritt  in  das  Zeiehen 
dps  Steinbocks  am  22.  Üezember,  in  das  des  W^us^teriuanns  am  21.  Jaouar. 


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278  Bibliograpliisdie  Atizeigen. 

Das  Objekt  von  sieht  Referent  nicht  in  <A«ül,  sondern  io  J»i»  V  I« 
Dabei  ergibt  sich  folgender  Sinn:  «Wer  das  Gebiet  die-ser  Stadl  unter  der 
Herrschaft  des  Sa'd-(ies!irnes  (d.  Ii.  im  Winter)  b^^wolint.  den  krimmM 
es  «licht,  daß  die  .Sonne  nicht  im  Zeichen  des  Widders  steht«  (d.  b.  der 
braucht  nicht  auf  das  Ivoinmen  des  Frühlings  r.u  warten). 

467,  4  >la  regut  comme  un  temoignage  d'estime«  T*     4  .^lÜ 

4«>Af  Jfi,  «er  erhob  sich  und  nalim  den  Pokal  stehend  eotgi^en«. 

407,  S  .au  milieu  de  la  nuit  T»  >,  7  J41I  »3>>- »  «iui  letzten  Driitd 
der  Nacht». 

468,0  «le  vent  tres  violent  qui  soiifllait  et  qu'ils  avaic nt  en 
face  leiir  enievnit  leiirs  vt-teinents«  T»N.  10  ^»^^^    •  s— Ä-»lc  p^j>^ 

^\ y\  ^'i^'-^J^^^J^^y  licftiiicr  Suirrn,  der  sie  an!"  den  Boden 

warf  und  ilinen  die  Kleider  vom  Leibe  riß,  wehte  ihnen  entgegen». 

ist  nicht  übersetzt.  Ks  hat  jedoch  eine  gewisse  Bedeutung  für  ilie 
Kr/ählung.  Weil  es  sich  um  einen  Nachkommen  des  Propheten  handelt, 
sieiit  (1)1  Krrahler  in  dem  !>e<;l(>itenften  Elemcntarereignis  ein  Zeichen  des 
göltiiclien  Zorns  iiher  den  Mttrd. 

408,  17  »le  cheniin  [que  nous  suivonsj  est  bien  etroit»  •  > .  22  JUi» 
t^öll ,  »der  ^^'eg  um  herauszukommen  ist  eng« ,  d.  h.  die  Möglichkeit  de» 
Entkommens  ist  beschrinkt. 

470,  10.  Herr  Fagnan  will  das  überlieferle  5LJÜ\  t'.t.2.3  in 
ändern,  gleichseitig  aber  die  Nachricht  auf  den  Feldzug  nach  S«e< 
tiago  de  Compostella  beziehen.  Daß  dieser  nicht  gemeint  sein  kann,  ergibt 
sich  aus  der  BeinerUuiiL' .  i!-Man^ür  habe  sich  mit  seinem  .Sohne  in  Zara- 
g(>7.a  vereint.  Auf  dem  Wege  nach  Santiago  hat  al-Maii>rir  diese  Stadl 
niclit  berührt.  Die  Textandcnins^  ist  nicht  notwendig,  die  dndtirch  entste- 
hende NaMieiisforn»  ungewnlinlich.  I)<i/.\s  Deiitimii:  ilt  s  ülietlieterten  U"<>rt«*s 
als  ,I;i(  a  >cli<  iat.  dem  RelVrentcii  nach  Namenslurm  wie  nft)grjij>h!scher  La^f 
eiiiwaiitUVei,  —  Die  in  .\nm.  2  gegebene  Deutung  der  gha:ät  el-bfydd  als 
»cainpugne  du  sacrifice  de  la  vie«  scheint  sehr  gewagt.  Die  Bexiehungsuf 
das  •Sterbehemd«,  das  al-Maa^ür  bei  sich  führte,  trifft  auf  alle  seine  Fdd- 
sQge  isu;  sein  letxter  Feldzug  nach  Canaies,  Medina  Celi,  f&llt  erst  vier  Jahre 
Sinter.  Sollte  es  nicht  nalier  liegen,  su  Qbersetsen  »WQstensug«,  d.  h.  Zug 
durch  Kinoden,  seien  es  natArliclie  Des]M>b1ados  oder  durch  VerwQshing 
verödete  Kulturgebiete. 

475,  17,  »Ainsi^lata  la  sottise  de  Zat'arxoün,  de  qui  le  mtnistre  sc 

detouma>  ist  recht  unzweckmäßig  Qbersetzt  V«!,  12  jLT'U 
<X  ^4^^  ^j*  jjjj^j  bedeutet:  »weil  sNMansnr  merkte.  da0 

Zatarztln  (nicht  aus  Bosheit,  sondern)  aus  Dummheit  die  verletzende  Be- 
rne rkimg  gemacht  Iiatte,  ließ  er  es  ihm  ungestraft  hingehen  >. 

476,  6  •l'autoritÄ  exclusive  de  ce"  ministre  s'^tablit  k  un  si  baut  dr^n 
<]U*il  n*y  avait  pss  en  de  prcdccesseitr*  gibt  den  Wortainn  nicht  wieder 


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ScHWABz:  Histoira  de  I'Afrii^ue  et  de  I'Espa^ue  par  £.  Fagnau.  279 

r*^,  19  4  ^Ji^  V  b jiU  flSL^b,  «seine BefeUBgewaltaelKte 
sich  durdi,  80  daß  er  allein  schaltete  fiber  eine  Herrschaft»  in  der  er  keinem 
V4»rfabren  gdblgt  war«,  d.  h.  er  hatte  diese  Machtstellung  niclit  ererbt, 
aoadem  allwi  durdi  eigene  Kraft  erreieht. 

476»  15  »et  ce  nomlire  est  tel  que  je  ne  pensepas  qu'un  autre  prince 
■nusulman  puisse  lui  6tre  compart  sous  ce  rapport«  T*  V,  3  l»  A^li*  \y>'|^ 

4j«^V\  ■J<s^\  l^j  Das  Promimen  fn       geht  wirßclt 

auf  tJ* V^ll  ^c-»ji  (t'»'\,l.  Z.)  «und  dies  (daß  er  stets  unliesiegt  aus  K.imnf 
un«!  Feldziit;  hervorging)  ist  ein  ihm  eigenes  Olikk,  das,  glaube  ich,  kein 
zweiler  muhainmedanischer  Machthaber  mit  ihm  teilt.« 

476,  18  «et  d'une  application  toujours  soutenue«  t**  V,  5  ^f^S' 
Wie  der  Bau  der  nachfolgenden  Glieder  ^y^t  ^S^t  werden  auch 

JLm-^  lind  •Xj>-  synonym  sein,  dcslialb  -c»-  Glöck,  iiiclit  -X»-  -niiplication« 

hier  vorliegen,  also  »(die  Gewalt  seines  ,&temes')  und  die  Wirksamkeit 
seines  Ghlckes-. 

476,  20  -(sa  large  liberalite)  11  etait  a  cet  egnrd  le  prodige  de  son 
epoque  et  ce  fnt  k  l'aide  de  cette  premiere  base  qii'il  put  s'appuyer  sur 
les  buissons  epineuic  de  la  sonverainet^,  sur  eile  que  se  d^ploya  et  flotta 
r^ndard  de  la  fortune.  II  fit  tomber  son  collie  El-MoQh'afi  et  souleva 
contre  lui  les  embücbes  de  sa  baine  secr^e«.      V,  5  4*^\  diUj^  jl^«AS» 

Die  von  Herrn  F?i;>iinn  angenommen*'  Satxverbiiidung  ist  sein-  hart, 
noch  stellt  •]!  fit  tomber*  ohne  jede  \'erbiodung.  Inhaltlich  erhebt  sich  der 
Einwand,  daß  die  Zweige  des  Arük  keineswep:«  um  ihrer  Dornen  willen 
gefürchtet  werden,  sondern  als  inauniglHch  nützlich  hohe  Wertschätzung  ge> 

oiefien.  Besser  ist  die  Ableitung  von       i.  Femer  ist  es  geschichtlich  un- 

rielitig»  daß  die  Freigebigkeit  beim  Sturze  des  frOheren  Ministers  al-Mui«^ 
bafi  eine  ausschlaggehencle  Rolle  g^pielt  habe.  Ich  Ql>ersetze:  >In  der  Frei- 
gebigkeit war  er  ja  ein  wahres Wundw  seiner  Zeit  —  Das  erstemal,  daß 
(d.  i.  Sobald  als)  er  sich  slülzte  und  lehnte  auf  den  Thron  der  Herrschaft 
und  über  ihm  sich  breitete  und  flatterte  das  Banner  des  fllürkes.  stürrte 
er  seinen  Gefährten  al- Mu.shati  und  ließ  liervoihreclien  gc^eu  ihn  die  im 
Hinterhalt  liegenden  EmufijidunRen  verborgeneu  Hasses. 

477,1 1  »il  ri])Osta  \n\v  des  atte»H  <jui  desesperereiit  Ic  iiiiseialile«  t*  ♦  V,  14 
4*A\  Ic  <jc»-',_^,  »er  antwortete  ihm  [auf  sein  Gedicht,  in  tleiii  er  (inade 

erlleiite|  durch  Verse,  die  ihn  entmutigten*.  Deren  Wortlaut  folgt  unmitteU 
bar  (Z.  15). 

478,  6.  »En  consequence,  El-ManQoijr  commenga  Tagrandissement  de 
eeUe-ci  [sc.  la  grande  mosiiuee  de  Cordoue]  du  c6te  Est»  14  oü  ce  travail 
etait  possible  par  suite  de  lacontiguite  de  Taile  occidentale  du  palais 


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280  Bibllognphbehe  Anseigfln. 

du  khalife.«  luLsai-.hlich  lag  das  Kalifcnsciiluß  westlich  der  Moscltee. 
Wdl  die  westUche  Seite  der  Mosehee  dem  Sstfiehen  Teile  des  RiliCen- 
schlosses  nahe  stand,  mußte  der  Anbau  auf  der  entgegengesetiten,  (Istliefaca 
Seite  der  Moschee  erfolgen.  Der  arabische  Text  läßt  darQber  keinen  Zwdfd 

A,  3  wiU-^  JL-u'V  Sjtjll         wA»-  O >b         J  j yA\  ^/i 

Ä»y»B}\  tjj^^*  also:  «al-Mansür  nahm  die  Erweiterung  auf  (Ii  i  Ost- 

Seite  vor,  wo  dies  allein  möglich  war,  da  die  Westseite  an  einen  Teil  des 
Palastgebäudes  stieß«. 

478,  10.  »Le  premier  accroisscuieut  qu'il  Ini  i^nnria  porta  siu  ti» 
nefs  qui  s't-ttüiJaient  d'un  hotit  a  l'autre  de  la  musipite  dans  It-  sens  (it-  la 
longueur."  Diese  Ubersetzuiip;  legt  den  Schluß  nahe,  daß  al -Matisür  noch 
eine  zu  eitt»  Erweiterung  der  Mosclu-e  von  Cordoxa  vorgcnoaunen  habe:  die;* 

ist  aber  nicht  xulrt^ffend.    I>er  lext  lautet  t*A,  4  «A>  i/'W  {j\  (j\  l^— * 

Die  Moschee,  wie  sie  al-Mansür  vorfand,  bestand  ans  d«r  ursprfing- 
liehen  Anlsge  und  zwei  in  desrea  voller  Breite  nach  Süden  vorgeschobenen 

Anbauten.  Mansür  erweitert  diesen  Komplex  durcli  einen  Anl>au  nacli  0>trn, 
der  aber  mit  einem  Male  in  der  vollen  Länge  des  Gesamtbaues  durchgpfuhrt 
wird.  Es  muß  also  uberset/.t  werden:  »al-ManMlr  h'gte  von  .\nfang  an  fur 
diese  Enveitenmn  eine  solche  riroße  der  Schiffe  zugrunde,  daß  sie  die 
volle  L5np;e  der  Moschee  erreichten.« 

47.S,  2J.  "Dans  hi  cour  il  fit  creuser  le  grand  puits,  qui  est  aussi 

large  que  le  p^rimctre  d'approche-       A,  10  «j-vi  ^(JäJi 

•jU^l^i.   Um  «au  •creuser«  wird  es  sich  wohl  kaum  gehanddt  haben, 

sondern  um  die  Vergr5ßerung  einer  durch  Wasserleitung  von  der  Sieira 
de  Cordova  gespeisten  Brunnenanlage  (vgl.*  8.396  =  Y»^  ,  6):  »er  le|^ 
im  Hofe  der  Moschee  einen  Brunnen  an  in  großen  Maßen  (oder  kostbanr 

Ausiuhnmg?)  und  mit  weitem  Bassin«. 

480,  18  >en  y  dcpensant  des  sorames  des  plus  elev^es«.  t*V2ö 

^y»  jj^tf'i  I4)  ^>^Jt  "und  er  uoterzog  sich  dafür  großen  Anstrenguiigen«. 

im  Sinne  von  «KosteD«  wird,  soweit  Referent  sehen  kann,  nur  voo 

Kosten  f&r  jemandes  Lebensunterhalt  gebnucht. 

487,  2  «roais  si  cet  homme  avait  &it  autre  chose  que  coneevotr  de 

bonnes  intentions  puis  avouer«  f  \  t,  13_;1  _/ Vij  ji^;~*»V^  cJ^  Vjl> 

Für  j\ j~o\  vermutet  der  Herr  Übersetzer  noch  -empocher«.   Die  in  den 

Wörterliucbern  angegebenen  Bedeutungen  reichen  zur  Erklärung  der  Stelle 
aus,  allerdings  nicht  die  obenaogef&hrte  «concevoir  de  boones  intentioas«. 
Es  ist  näudich  zu  j\  »gestehen-  Gegensatz  im  Sinne  von  .hartiilckig 

sein«:  »und  hätte  er  nicht  Hartnackigkeit  und  Geständnis  verbunden« ,  d.  h. 
hätte  er  nicht  erst  nach  langem  Verharren  im  Verschweigen  des  Fundes 
das  Geständnis  abgelegt,  »(so  würde  sein  Lohn  übergroß  sein)«. 


ScHWABz:  Ubtoire  de  I'Afriquo  et  de  I'Espagae  par  £.  Fagnan. 


281 


487,  Note  2  xu  den  Worten  «sur  les  matiems  on  les  indications  astro- 


oes  deux  expressions  techniques  m'est  inconnue«.  Referent  bexwetlelt,  daß 
eigentliche  KunstausdrQelce  vorliegen.  Er  mSckte  die  Worte  fassen  wört- 
lich als  1.  Bestimmungen  der  Sterne  und  2.  Hinweise  darauf,  d.  h.  1.  die 
nach  der  Lehre  der  Astrologen  von  den  Sternen  auf  die  Geschicke  der 

Menschfn  geübten  Wifkiingen;  2.  die  unter  dieser  Voratissetzunj;  Hir  den 
Sternkundif^en  aus  bestimmten  Konstellationen  sich  ergebetidcn  Fintr^Trci':^!', 
im  Deutschen  etwa:  ■über  die  Einwirkungen  und  Vorbedeutungen  der  Ue* 
stime>. 

491,  12  «qni  est  sittiee  en  Galice-  t\"\,  17  <-«Jlp         »im  äußersten 

Gebiet  von  Galicia  gelegeu«. 

4y;i,  1    »Corps  de  troupes  qui  furent  largement  ap])rovisionn^s  et 

entrerent  en  pays  ennemi*  TSV,  19  j-^Ji  ^J^J\  <JL«  ^jJ^Ji  \y^yi^ 
•  da  faßten  die  Truppen  rpichlicb  Proviant,  der  bis  zum  Einmarsch  in  das 
feinflliche  Gebiet  reichte "  ,  also  für  dio  Streck e  vom  Dnero  bis  etwa  zur 
Überschreitung  des  Mintin  Diese  Strecke  geiiürte  z«nn  'n  biete  der  in  Vizeu 
eingetruifenen  christHcheo  Grafen  und  mußte,  als  Freundes  Land,  von  Requi« 
sitionen  frei  bleiben. 


498t  4.  AI  s'humilia  pour  8*6tre,  par  sa  nigligencey  attirfe  des  reproches« 
YT>,4  o  -Aff-Vt  (3  ^1  F'j^>   Herrn  Fagnans  Ühersetxung  setzt 


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282 


BU>Ii<igr»pliiMh0  Ansfl^an. 


Publications  dc  PKcolc  des  Lettr^s  VAlger.  Bulletin  de  Cor- 
respondance  Africaiue.    Tome  XXIX.  —  L*etablissement  des 

Dynasties  des  riierifs  au  Maroc  »»f  Iptir  rivalit^  avec  les  Tnrcs 
tie  la  Regence  d\\lf;er  (1501)—  Ih.iO)  j):ir  Auguste  Cour,  ancien 
professeur  d'arabf.  au  college  de  Medea  repetileur  au  lycee 
d'Alger.  Paris,  fclrnest  Leroux  1904. 

Besprochen  von  Paul  Schwarz. 


Uas  Verstiindnis  der  marokkimischea  ZustKnde  wird  dem  Earopicr  nicht 
leicht  Es  ist  ein  im  kleinen  wie  im  großen  sehr  verwickeltes  Stssls- 
gebilde,  das  in  nSchster  Nälie  Europas  sich  in  die  Gegenwart  gerettet  hst 

Die  Eigenart  des  Staates  aLs  Gebiet  eines  nioliainnied.mischeD  Herrschen 
erklärt  nur  einen  Teil  der  Besonderheiten:  es  ist  in  Marokko  fast  alles  anders 
als  im  mohatniupdani?!rhen  Osten.  Auch  die  geographische  Betrachtungsweise 
kann  nur  einen  IVil  (Um-  Schwierigkeiten  hiiseitigen.  Größeren  Nutren  bringt 
die  Berficksic  htigung  der  etlitiolngischen  Kigenari.  Freilich  ist  die  B^^vü!- 
keruiig  deü  heutigen  M.irokko  kein  einheitliches  Volksgan/.os.  l'hüiii/irr. 
Römer,  Vandalen,  Byzaniiuer  waren  vor  den  Arabern  ins  Land  gekommen. 
Der  anibisdien  Besetzung  war  ein  staricer  Nachschub  im  swölfteo  cbrist- 
lichen  Jahrhundert  gefolgt.  In  den  Heeren  der  Sultane  hatten  Scharen  von 
Persern  und  Kurden»  sp&ter  TOrken  und  Negern,  gedient  Zahhwiche 
ropier  waren  von  den  Korsaren  als  Gefangene  eingebracht  worden,  als 
Ren^ateo  waren  sie  zu  einem  großen  Teile  im  Lande  geblieben.  Weiter 
hatte  das  Vordringen  der  Christen  in  Spanien  eine  Hassenauswandening 
islainisierter  Iberer  nach  Marokko  veranlaßt.  Endlich  waren  die  ai»  Europa 
vertn>l)encn  Juden  ins  Land  gekommen  und  hatten,  soweit  sie  rtun  Islsm 
übertraten ,  auch  Aufnahme  in  die  Volksgemeinschaft  erlangt.  Allen  diesen 
Beimischungen  zum  Trotz  hat  jedoch  das  ursprüngliche  Bevulkerungselemeot, 
die  »barbari«  der  Alten,  seine  Kraft  behauptet.  Man  hat  daraufhingewiesen, 
daß  die  sonst  überall  als  Träger  der  Kultur  bewährten  romischen  Legtuneo 
in  der  Mauretania  Tingitana  versagten  und  au  Berbern  wurden.  Auch  ihrea 
Nachfolgern  g^enaber  sind  die  Berbern  das  in  Wahrheit  Ausschlag  gebende 
Element  geblieben.  Die  Erkenntnis  der  Eigenart  der  Berbern  ist  somit  eine 
wichtige  Grundlsge  lilr  das  VerstSndnis  marokkanischer  Zustiade,  Voile 
Einsicht  kann  jedoch  nur  eine  genaue  Kenntnis  der  geschichtlichen  Entwick- 
lung des  Landes  geben.  Es  genügt  nicht  die  Kenntnis  der  einzelnen  KräAe, 
die  in  die  Kntuieklung  eingegriffen  haben;  wichtiger  ist  die  Zeit  und  Art 
ihrer  Einwirkung.  Ntir  so  ist  es  möglich,  das  Gewordene  zu  verstehen, 
fiir  daa  Werdeode  wahrscluünliche  Vermutungen  zu  gewinnen. 


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I 


8atw4«»:  Conr,  £tabUa«einent  de«  Cberif«  «a  Maioe.  283 

Die  BetrftcbtiiDg  der  Gesehiohte  Marokkos  begnügt  «eh  meiak  mit  der 
Regierungweit  der  jetsi  hernchenden  Dynastie,  der  Seherifen  von  Tafilelt 
Allerdings  ist  deren  Eintritt  in  d^e  Geschichte  des  Landes  ein  wichtige« 

Ereignis,  aiicli  erechweren  die  voranfgehendfni  Wirren  die  Orientierung  sehr, 
aber  viele  Faden  bleiben  dann  ohne  Anknii?  f  inu ,  wichtige  Erscheinungen 
entziehen  sich  dein  Verständnis.  80  muß  die  (Jeschichtsbetrachtung  auf 
den  Anfang  des  lÜ.  Jahrhunderts  zuriicki^reifen.  Die  Quellen  für  diesen 
Ze^itraiun  sind  zaldreich,  Marokkaner  liahen  die  Profangeschiclite  ihres  Landes 
mehrfach  behandelt.  I)a7.u  koiinnen  nb  vv  ichtige  Ergänzung  die  Biographien 
hervorragender  Gelelu  ten  und  —  für  Marokko  charakteristisch  —  Heiligen- 
leben« Dieses  lunfangrtiehe,  tarn  Teil  recht  spröde  Material  ist  Jedoch  lücken- 
haft» stdlenweise  auch  onauTerlissig*  Behauptet  doch  aogar  einer  dieser 
Schrillstdler»  der  lange  Zeit  hohe  Staatsiinter  bekleidete,  die  Engländer 
h&tten  im  Jahre  1668  den  Portugiesen  Tanger  abgenommen,  «weil  diese  au 
sebwacli  waren,  sich  gegen  sie  au  behaupten«,  obwohl  Tanger  als  Heirats- 
gat  der  Katharina  von  Rrn;»an7,a  an  Kari  II.  von  England  fiel.  So  mnß  zur 
Vervollständigung  und  Prüfung  der  marokkanischen  Berichte  das  reiche,  in 
portugiesischen,  spanischen,  englischen  und  ftir  die  spatere  Zeit  auch  fran- 
zosischen Quellen  entiialtene  Material  herangezogen  werden.  Dai-nni  wird 
jeder  selbständige  Schritt  auf  diesem  Boden  zu  einer  uiühevolleD  Arbeit, 
.ledoch  dem  emsigen  Forscher  gestalten  sich  dann  mich  die  dürren  Daten 
der  Chroniken  und  Urkundeji  zu  einem  intimen  und,  wie  es  hier  der  Ge- 
genslAod  mit  sich  bringt,  politiseh  anfierordeDtUcb  wertvollen  OesamfUlde. 

Hot  A.  Conr  bat  es  unternommen,  ein  nemlidi  umfangreiches  Gebiet 
aus  der  neueren  Geschichte  Marokkos  au  behandeht,  die  Besiekungen  swisehen 
Marokko  tmd  seinem  östlichen  Orenanachbar  bis  sum  Jahre  1830.  Die  Auf- 
gabe erweiterte  sich  dem  Verfasser  unter  der  Hand  zu  einer  kleinen  Ge- 
schichte der  Scherifen  in  Mai'okko  und  der  türkischen  Herrschaft  in  Al^er. 
Von  den  schwierigen  Vorarbeiten  gibt  dem  Fernstehenden  nur  die  Vorretle 
mit  ihren  nenn  enggedruckte  Seilen  umfassenden  Literaturnachweisen  eine 
N'nrstellnn^.  Das  VVei-k  selbst  ist  llfissit;  und  fesselnd  gesclu  iehen ,  aller- 
diiifjs  kein  Hilfsmittel  fur  die  erste  EinlTihnniL:  in  die  Geschichte  Mnrjikkos, 
wohl  aber  eine  interessante  «ntl  anregende  Lektfire,  sobuUl  die  geüchicht- 
lichen  Grundlagen  bekannt  sind.  Au/.uerkennen  ist  vor  allem  die  innere 
Durchdringung  des  Stoffes.  Der  Verfasser  bleibt  nicht  an  den  liißeren  Er- 
eignissen ludten,  er  ^Iit  den  Dingen  auf  den  Grand,  sucht  die  Ersehet' 
Olingen,  soweit  die  Urkunden  es  aulassen,  in  innere  Verbindung  au  bringen 
und  die  in  Wahrheit  tr^enden  Kr&Ae  der  Entwicklung  bei  der  Arbeit  an 
xeigen.  Es  ist  x.  B.  seit  langer  Zeit  iiblich,  die  Scliladit  bei  l^sar  el -  keblr, 
in  der  drei  Herrscher  kämpften  und  fielen,  unter  ilineii  der  tapfere  Dom 
8el»asti;ln  von  Portugal,  als  einen  Wendepunkt  in  der  Geschichte  Nord- 
afrikas zu  bezeichnen.  Die  ältere  Oeschichtshetrnchtung  liebte  es  jn,  äußer- 
lich eindrucksvolle  Ij-eit^nisse  in  den  X'onlergrund  zn  stellen.  Herr  Cour 
weist  nnrii.  dnß  <lie  wenig  beachtete  Änderung  in  der  V  erwaltung  Algers, 
die  Ersetzung  der  Beglerbcg  durch  die  Pascha  eine  viel  nachhaltigere  Wir- 
kung fibt.   Immer  wieder  hebt  der  Verfasser  die  Bedeutung  der  religiösen 


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264 


Bibliographisdie  Aaseigeo. 


Orrien  fiir  dit^  innere,  al)cr  atich  die  äußere  üescinchte  Nordafi  ikas  ht-rvor. 
Kin  wirkliches  Verständnis  der  Vergangenheit  in  ]  G^enwart  Marokkos 
ist  ohne  Rucksicht  auf  sie  ja  unuiüglich  x.u  gewußten. 

Es  kann  nicht  Aufgabe  dieser  Anzeige  sein,  erschöpfend  den  Inhalt 
des  Budies  wiedernigebcD.  Der  Verlasser  ttfit  ja  auch  die  groBen  ZQge 
der  Entwicklung  am  Schinne  nochmals  in  gedrängter  Darsldlung  herror- 
treten.  Nur  auf  einige  Punkte  aus  der  Gescliichte  der  Beaiehungen  euro- 
pftischer  Miehte  »i  Harokko  soll  im  folgenden  hingewiesen  werden.  Von 
Deutschland  ist  zweimal  die  Rede.  Deutsche  Kaufleute  ermöglichen ,  neben 
englischen»  der  ersten  europäischen  Macht,  die  in  ^Tai-okko  Besitzungen 
zu  erwerben  sticht,  die  Vorbereitung  den  Eroberiingsplanes.  Joäo  III.  TOO 
Portugal  zog  sie  vor  der  Unternclnnung  gegen  Ceuta  1415  zu  Rate. 

Als  im  Jahre  1878  vom  Sultan  von  Marokko  eine  Gesandtschaft  an 
Kaiser  Wilhrlm  1.  gelangte,  haben  wohl  wenige  daran  gedacht,  daß  schon 
einmal  ein  niarükkaimcher  Fürst  in  Verbindung  mit  einem  deutschen  Kaiser 
getreten  war,  ihn  sogar  selbst  aufgesucht  hatte.  Bu  ijassün,  in  ilteren 
Schrillen  Buazon,  der  Ohdm  des  letzten  Fflisten  aus  Afm  Hauae  der  Heri* 
niden  A^med,  b^b  sidi  au  Karl  V.  nach  Augsburg,  als  der  Scherif  Mo- 
hammed d-Mehdl  ün  Jahre  1549  die  Herrschaft  der  Meriniden  gestttrat 
hatte.  Veilchens  hatte  der  Marokkaner  bei  Eari  V.  Neffen  Maximilian,  der 
damals  Spanien  verwaltete,  Unterstützung  gesucht,  daruqfi  wandte  er  sich 
an  den  Kaiser  selbst.  Er  soll  einige  Zeit  an  dessen  Kriegszugen  teilge* 
nommen  haben,  auch  als  tapferer  Krieger  erprobt  worden  sein.  Unter- 
stützung seiner  Pinne  fand  er  nicht.  Er  ging  mit  Karl  V.  Sohn  Philipp 
nach  Spanien  /nrück,  begab  sich  von  hier  1553  heimlich  nach  Portugal, 
wurde  dort  /.war  unterstutzt,  gelangte  aber  erst  mit  Hilfe  der  Türken  für 
kurze  Zeit  in  den  Besitz  von  Fes. 

Andere  Stsaten  Europas  sind  bei  weitem  stirker  an  den  marokka« 
niscben  Hftnddn  beteiligt,  doch  sind  es  nicht  dnrchw^  Ruhmestaten,  deren 
Andenken  auf  die  Nachwelt  gekommen  ist  Von  engUscben  Kaafleuten 
war  schon  die  Bede,  ebenso  von  dem  Besitste  von  Tanger.  Daß  die  eng- 
lische  Begicrung  im  Jahre  1685  beMhlofi»  diesen  Besita  au&ogeben,  nadi 
Sprengung  der  Mole,  ist  fur  das  England  der  Gegenwart  wolil  ein  unbe- 
greiflicher Schritt.  Die  Beziehungen  Englands  zu  Marokko  h5ren  damit 
nicht  auf  Ilaiijjtsächlicli  handelt  es  sich  mii  WafTenlleferungen.  Diese  waren 
schon  in  früherer  Zeit  crfolü?.  Schon  um  1540  hatt^^  der  Schprif  Moham- 
med die  reichen  Erträge  des  Sfm  an  Rohrzncker  gegen  W  allrdiK  ferungen 
englischer  Kaufleute  ausgetauscht.  Wenn  damit  auch  die  Kru gführuftg 
gegen  Marokko  den  anderen  europäischen  Mächten  außerordentlich  erschwert 
worden  wsr,  so  hatte  doch  wenigstens  ein  einwandfrdes  Tauschobjekt  da- 
bei vorgelegen.  In  späterer  Zeit  eriiandelte  jedoch  Engend  in  Ssle  daa, 
was  die  Korsaren  auf  dem  Maikte  in  Alger  unter  den  Angea  des  fi«iiai5> 
sischen  Konsulates  nicht  mehr  feilbieten  durften.  So  vid  lag  den  eng^* 
sehen  Kaufleuten  an  der  Erhaltung  des  Handels  in  Sale,  daß  sie  wtoder^ 
iiolt  als  Friedensvermittlo' auftraten ,  so  im  Jahre  1637  gegen  den  zu  großer 
Macht  gelangten  Bandenflihrer  el-Ä\ji8chi,  aber  auch  apiter  wieder,  au  An- 


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SeawARz:  Cour,  IStabfiiMineat  dm  CMnit»  m  Maroe. 


285 


fari;4  dfs  IS.  .laluliutiderts,  sis  die  Ktu-sarea  von  Sale  niid  Alger  miteinander 
zerfallen  waren.  Allerdintrs  lintten  sie  eine  Zeitlarij»:  den  alccrischen  Kor- 
saren in  Tetuan  den  Ertrag  ihrer  Raubfahrten  abgekauft.  Keicheren  \  ur- 
teil brachte  jedoch  das  einmütige  Vorgehen  der  Leute  von  Sale  und  Alger, 
dä  dann  ein  Weduel  der  Flagge  auf  offener  See  mSglieh  war  und  damit 
die  Zahl  der  Opfer  waeha. 

Spaniens  Gesdiichte  iat  mit  der  Marokkos  aufi  engste  TerknQpft,  des- 
halb wird  es  hier  oft  erwihnt.  Auf  zwei  für  die  Beurteflung  der  Entwick« 
lang  Spaniens  sehr  wichtige  Firagen  geht  der  Verfasser  kurz  ein.  Er  hebt 
hervor»  daß  die  Mohammedaner  aus  freien  Stucken  um  ihres  Glaubens  willen 
auswanderten,  als  der  Fürst  von  Granada  die  Souveränität  des  katholischen 
Könip;spaarcs  anerkannte,  und  daß  die,  welche  sich  nach  Marokko  begaben, 
bald  bereuten.  Spanien  verlassen  zu  haben,  da  man  sie  widerwillig  aufnahm, 
ihnen  mit  Mißgunst  l)egegnete,  oder  gar  ihren  Hcsitz  raubte.  Fjbenso  er- 
weist er  Spaniens  Verhalten  gegen  die  Moriskos  als  eine  politische  Not- 
wendigkeit, da  diese  einen  Au&tand  planten,  WafTenniedeiiagen  unterhielten 
und  in  Vwbindung  mit  den  oordafrikanischeo  Gegnern  S])aniens  standen. 
Der  Aiifttaod  in  den  Alpi^anras  wurde  hauptiAehUch  von  Alger  aus  uoter- 
stOtxt.  Nur  der  Si^  von  Lepanto ,  den  Juan  d'Austria  über  die  tQrkische 
Flotte  errang,  hinderte  den  Pascha  von  Alger  sieh  selbst  an  die  Spitxe  der 
Bewegung  zu  stellen. 

Die  ursprüngliche  Gegnerschaft  zwischen  Marokko  und  Spanien  mildert 
sich  etwa  seit  dem  Aufkommen  der  Scherifen.  Sogar  Philipp  II.  siiehte  das 
Kinvernebmen  mit  Marokko  zu  erhalten,  ebenso  wie  er  «jicli  seit  1571  be- 
mühte, freundliehe  Heziehmigen  zur  Türkei  zu  gewinnen.  Die  einst  von 
der  Kii'chc  vcrboteueu  Bündnisse  mit  Mohamuiedanern  waren  in  dieser  Zeit 
ein  wichtiges  Uilfsmittel  der  em'opäischen  Politik  gewordpji.  Der  Wett- 
bewerb mit  Frankreich  trieb  dazu.  Freilich  war  dieses  nicht  aus  dem  Sattd 
zu  heben.  Wie  es  im  Jahre  1553  die  Entsendung  einer  tQrfcisdien  Flotte 
zur  Plünderung  von  Mi^orka  und  Andalusien  veranlaßt  hatte«  so  wufite  es 
auch  den  Abschluß  eines  Vertrages  zwischen  Philipp  II.  und  Morid  III.  nadi 
1 574  zu  verhindern.  Sogar  dem  Verbündeten  Spaniens  schadete  Frankreichs 
Eifersucht,  da  dieses  Mnrid  HI.  zum  Kampfe  gegen  Xbdelmalik  von  Ma> 
rokko  bestimmte. 

Portugals  Stellung  in  Marokko  beschränkte  sieh  nach  der  gewohn- 
lichen Annahme  auf  die  Besetzung  der  wichtigsten  Küstenplätze.  Das  eut- 
spriciii  jedoch  nicht  dem  wirklichen  Sachverbalt.  Der  Verfasser  betont  den 
großen  Unterschied  /.wischen  dem  Vorgehen  Spaniens  und  Portugals.  Spa- 
nien hielt  die  Küste  besetzt  und  unternahm  von  dort  aus  Kriegszüge;  Por- 
tugal suchte  ein  Kolnnialrdeh  zu  gründen»  die  Eingeborenen  unter  größter 
Sebonung  ihrer  Besonderheiten  durch  Eingeborene  zu  regieren.  So  unter- 
stützte  es  im  Gebiete  von  Maza^  den  Berber  Jaljja  ibn  Ta'fSfk,  im  Oe- 
l^ete  der  Dukidda  Mlmün.  Die  Erfolge  dieses  Verfahrens  waren  offenkundig. 
Die  Portugiesen  drangen  mit  ihren  Verbündeten  bis  in  die  Gegend  von 
MsrrSkeseb  vor.  Da  läiimte  die  Geistlichkeit  das  weitere  Fortschreiten 
des  portugiesischen  Einihtsses.  Joio  III.  sab  sich  gezwungen ,  die  Erlaubnis 


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286 


Hibliograpliisclifi  Anzeigen. 


des  Pnpstes  nRchzusiicheo  filr  die  Lieferung  voa  Waffen  ma  dea  »Uaglia* 
Ingen«  Ja  Ii  ja  ihn  TaTüfa. 

Mit  he.soii(lf!r»uii  Interesse  verweilt  der  \'erlasser  bei  di'n  Beziehungen 
seines  N'aterlaiule«  zu  Mnrokko.  Sclion  um  das  Jahr  1560  stfht  Frank- 
reich iui  Begriff*,  Landbesitz  io  Marokko  erwerben.  Antoii  von  Buiirbon 
sollte  den  Sultan  el'üälib  mit  10  000  Mu-sketiereo  und  mit  Kriegssclüffen 
JunteraKUzen  im  Kampfe  g^en  die  TQrIceD.  Dafür  wollte  el-ÖSUb  dea 
Hafen  von  l^ftr  es-seglr  («wischen  Tanger  und  Ceuto)  an  Franicreidi  ab 
Eigeotiim  überlassen*  Pliilipps  IL  Wadisamkelt  Terhioderte  die  AusflUbrnng 
dieses  Planes.  Unter  Ludwig  XIV*  bringt  eine  Gesandtschaft  von  Raufleuten 
ans  Marseille  eine  Verbindung  xwiachen  Mulei  ar-Raschld  und  Franlcreich 
zustande.  Wichtig  ist  die  Anerltennun;^  des  Marokkaners  durch  eine  eui-o- 
päische  Macht.  Der  Verfasser  weist  mit  Recht  darauf  hin,  daß  dadurch 
aus  einem  Bandenft'ihrer  ein  SonverSn  wtirde.  Marseille  hatte  zunächst  mit 
einem  Gej^ner  ar- Haschiil.s  Be/.ielninf^ei»  iinterlial'eit  Gailau  al-yidr,  der 
das  Gebiet  von  Ar/.ila  bis  Tetiiari  beherrschte,  stand  mit  zwei  Marseiller 
Banken  in  Verbindung.  Ganz  enge  Beziehungen  zu  Frankreich  sucht  ein 
Bruder  des  Mulei  ar^Rasciiid  zu  kuQpfen.  Shakespeare  läßt  im  Kaufmson 
▼on  Venedig  neben  dem  'Btintm  von  Arngonien  dnen  Primen  von  Marokko 
um  Porxias  Hand  werben.  Etwa  ein  Jahrhundert  sjtSler  bemOht  sieb  der 
Sultan  voif  Marolclio,  Isral*n,  eine  der  frsnxfisischen  Rönigslaniille  nt be- 
stehende Dame,  die  Prinzeß  Conti,  au  gewinnen.  Die  Venichiedenheit  dea 
Glaubens  bildete  jedoch  ein  nicht  zu  beseitigendes  Hindernis.  Von  neuem 
wirbt  um  Frankreichs  Gunst  Ismi'ils  Enkel  Mohammed.  Der  Verfa.sser  bebt 
hervor,  daß  der  tiefste  Beweggrund  fßr  den  marokkanischen  Herrscher  der 
Wunscli  war,  sich  dem  türkischen  Sultan  gleichgestellt  zu  sehen.  Frank- 
reich unterhielt  mit  diesem  ja  ein  Bündnis,  schloß  jetzt  auch  mit  Marokk  o 
einen  X'erlrag  und  war  bereit,  lieideu  Herrschern  gleiche  Khren  zuzn^esteht  ii. 
Da  jedoch  der  türkische  Sultan  den  Anspruch,  Souverän  aller  Moliauiaie- 
daoer  zu  sein,  niclit  aufgeben  mochte,  so  war  der  Verkdir  awisclien  dm 
Herrscher  von  Marokko  und  dem  türkischen  Sultan  nidit  frei  von  Umi- 
trlglicbkeiten*  Die  guten  Bexiehungen  FVankreichs  au  Marokko  hatten 
sobließtieh  lingeren  Bestand  als  die  aur  Türkei.  WIhrend  der  RevoluUosi- 
kri^e  bewahrte  Marokko,  als  die  TOrkd  und  Alger  feindlidi  gc^eo  Frank- 
rdch  standen,  eine  wohlwollende  Ilnltimg  und  veranlaßte  sogar  den  Psscks 
von  Tripolis,  zugimsten  Frankreichs  Neutralität  zu  beobachten.  Auch  im 
griechisclien  Freilieitskampfe  nahm  Mnrokko  auf  Frankreich  Rficksirht.  So- 
bald Frankreich  fiir  die  Griechen  Partei  erirrifien  hatte,  verhinderte  Ma- 
rokko, daß  aus  seinem  Gebiete  freiu  ilh"i;e  tilaiiben.skäinpfer  die  Mnclit  der 
Türken  vejstärkten.  Stj  liHeb  es  aneh  bei  dem  letzten  Ganjje,  der  die  jetzige 
sciiwierige  Lage  Marokkos  vorbereitet  hat.  Als  Frankreich  den  I)ey  voo 
Alger  OberBel  und  sein  Land  in  Besita  nahm,  griff  Marokko  nidit  eia, 
sondttn  beobachtete  strenge  Neutralitlt. 

Für  das  Verstftndnis  des  heutigen  Marokko  ist  manche  intercssuitc 
Einadhdt  dem  Buche  tu  entnehmen.  So  wird  wiederlioU  auf  die  Voi^e- 
sebicliie  der  Scherifen  von  Wessän  lungewiesen.   Diese  nach  der  landlla* 


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ScBWAsz:  Conr,  ^bRneimiit  d«8  Ch^fii  an  ManM.  287 


figen  Art  als  -niarokknrusche  Pajistc«  zu  Ix'/cirhnpn ,  ist  Hn  zirnilich  sicheres 
Mittel,  da.s  historische  X'erständnis  ihrer  Stellnnf^  7.u  veriiinflcrn.  Sie  fuhren 
ebenso  wie  die  regierende  Familie,  die  Scherifea  von  Tafileli.  ihren  Stamm- 
baum auf  den  Stifter  der  iiiolminmedanischen  Religion  7un~iek,  gehören  aber 
einem  anderen,  schon  länger  im  Lande  weilenden  Zweige  an,  dessen  Hauptlinie 
gegen  1030  endgGltig  der  Regierungsgewalt  beruibt  wird.  Erst  dadurdi, 
da6  Mttld  IsndKll  dnan  dieser  FamiUe  eDtatammenden  und  in  W«esSn  an- 
aissigen  Marabot  die  Verwaltung  des  sugehSrigeo  Gebietes  ttbertrlgt»  er> 
tätigen  sie  eine  gewisse  UnabliSngigkeiL  Eigendich  entsprach  es  nicht  der 
Gewohnheit  der  Scherifen  von  Tafilelt,  iigendwie  Marabuts  zu  begilnstigen. 
Jedoch  flatten  sie  das  Bestreben,  sich  mit  den  iibrigen  Scherifenfainilien  auf 
freundliehen  Fuß  zu  stellen.  So  galt  die  AusaedchnuDg  nicht  dem  Marabut» 
aondern  dem  \'er\vandten. 

Ebenso  ist  nu(  die  wichtigste  Ursache  fur  den  X'erfnll  der  Wissen- 
schaften in  Marokko  tleutlieh  iiingewiesen.  Mit  nllgeineinen  Redensarten 
vom  \  erfüll  des  Islams  ist  diese  Erscheinung  nicht  abgetan.  Die  Uöhe  des 
Ostens  hat  die  Wissenschaft  des  Westens  in  den  eigentlich  arabischen  Dis- 
ziplinw  wohl  nie  erreidit»  aber  unter  den  spanisehen  Umaijaden  iwtle  sieh 
▼leles  gebessert,  und  ein  groder  Teil  der  spanischen  Qelelirten  wandte  sich 
bei  der  Auswanderung  nach  Marokko.  Wesentlichen  Eänflufi  Qbten  die  reli- 
giösen Brilderschaften.  Ihre  starke  Entwicklung  unler  den  Voi^^ngem  der 
Scherifen  von  Tnfilelt  vollzog  sich  auf  Kosten  der  wissenschaftlichen  Be- 
strebungen. Die  Universittt  wurde  leer,  w&hrend  die  Ordeoshftuser  sich 
ftkllten. 

Oft  liort  man  Klage  daniber,  daß  der  Sös,  der  volkswirt<?chaftlich 
wichtigste  L??ndstrich  Marokkos,  der  in  früheren  .InbrJiiinderten  dem  Welt- 
handel offen  >tand,  in  nenerer  Zeit  dieseui  verseil losseu  ist,  und  zwar  an- 
geblich auf  \'eranlassung  des  regierenden  Hauses.  Tatsachlich  ist  der  Um- 
schwung aus  anderen  Gründen  zu  erklären.  Während  der  Kämpfe  zwischen 
den  Mertniden  und  den  Sa*diteD  erslarkten  die  Ifarabuts  in  dieser  Land- 
ackait  auflerordentKcb.  Als  die  Sa*diten  «um  vollen  Besitz  der  Herrschaft 
gdangt  waren,  sahen  sie  sich  einer  grofien  Anzahl  kleberer,  in  ihrem  Kreise 
festgewurzelten  geistlichen  Landesherren  gegenüber,  die  mit  Schonung  be- 
handelt sein  wollten  und  deren  Fanatismus  insbesondere  große  Rtlcksicht- 
nahme  erfoixlerte.  Zum  Überflüsse  verpflanzte  Mulei  Ismi^i  noch  eine  größere 
Anrabl  von  Rifloten,  diesen  gKlIienden  riiristcnhassern,  nachdem  Sus,  wahr^ 
scbeinlich  um  den  Norden  etwas  von  ihnen  /ii  entlasten. 

Von  der  Zei-störiing  der  Mole  von  Tan^j;er  dtn-eh  die  Engländer  war 
schon  die  Rede.  Noch  einen  anderen  Hafen  Nordniurokkos  hat  eine  euro- 
päische J^acht  geschädigt,  den  von  Tetuan.  Auf  Befehl  Philipps  IL  erschien 
Don  Alvar  de  Bazan  1665  mit  einer  Flotte  vor  dem  Ued  Martil  und  ver- 
senkte swei  mit  Steinen  beladene  Fregatten.  Bei  den  starken  Qeschielien, 
welche  die  marokkanischen  Flflsse  führen,  mußte  dadurch  die  Versandung 
beschleunigt  werden.  • 

Sehr  lange  erhilt  sich  in  der  Kriegf&hrung  Marokkos  die  Verwen- 
dung der  alten  Schleudeimaschinen  fttr  den  Angriff  gqjeu  feste  StSdte.  Noch 


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288  Bibliographische  Anzeigen. 

ioi  Jahre  1728  werden  sie  zum  Schleudern  von  Steinen  gebraucht.  Um  so 
wunderbarer  ist  es,  dort  einer  sehr  neuzeitlich  anmutenden  FenerwafTe  im 
Jahre  löTB  zu  begegnen,  handelt  sich  um  eine  Kanone  mit  zehn  Miin- 
duugeo.  Jedocli  sohf^int  rs  nur  ein  kostliares  Prunkstück  gewesen  zu  sein. 
Der  Sa'dit  Abdeimaiik  sciienkte  es  den  Türken,  die  ihn  nach  Fes  gebracht 
b&tten. 

Kulturgesehichtlieh  interenuuit  ist  nooh  eine  Episode  aus  dem  Jahre 
1473.  Wdbltdie  Heerf&hrer  sind  sdion  In  E^uvpa  «elten.  Die  grofie  Be- 
«diribaikuiig,  die  ätr  lahun  den  Friiien  auferlegt»  Ufit  unter  Mobamae- 
danent  dae  aMxt  Eneh^ung  noeh  viel  weniger  erwarten.  AOerdings 
leben  die  Frauen  bei  den  Berbern  in  grofier  Selbatandigkdt  schon  seit  alter 
Zeit,  wie  ja  die  erste  Auflehnung  gegen  die  Heri^aehaft  der  Araber  am  Ende 
des  7.  Jahrhunderts  durch  die  Friesterin  vom  Auras -Gebirge  geleitet  wurde. 
Immerhin  ist  es  wunderbar,  wenn  im  15.  Jahrhundert  noch  der  Merinide 
Mohammed  die  Leitung  der  von  ihm  begonnenen  Beingerung  vüu  Fes  ruhig 
der  Kneigie  seiner  Schwester  Zuhra  anvertrauen  kann,  um  selbst  gegen 
die  Portugiesen  zu  ziehen,  und  wenn  er  bei  der  Rückkehr  die  i^lagerung 
in  gutem  Fortschritt  begriffen  findet. 

ZQinui  Darateilong  d«r  Gewbiehte  des  regierenden  Hauses  erfihrt 
durch  das  ▼orliqi^de  Budi  manche  EiglUiaung  und  Erliuterung.  So  er- 
wBhnt  Z\}im  nicht  den  Grund*  der  Muld  er- Raschid  veranhiflt,  die  ZEwya 
der  Dili'iten  wieder  au  veriassen.  Bei  den  mlchtigen  Febden  seines  Emden 
hätte  er  gf^en  diesen  wohl  den  besten  Schutz  erwarten  d&rfen.  Nach  Cour 
verlangten  die  Dilä'iten  jedoch  das  Versprechen  von  ihm,  niemals  etwss 
gegen  die  Zäwija  und  ihre  Bewohner  «1  unternehmen.  Das  aoU  ihn  von 
neuem  zur  Flucht  getrieben  haben. 

.\uch  das  nach  Zijänl  uuerkläi  li  clir  \  {ir:;('hrMi  des  Mulei  er-Uaschid 
gegen  Ihn  Mesch  al  wird  begriTndet.  i)aiiach  iiandelte  es  sich  um  einen 
reichen  Mann  jüdischer  Abkunfl,  der  in  der  Nähe  von  Taxa  ein  Schloß 
bewohnte  und  durch  sein  prunkvolles  Auftreten  den  jungen  Scherif  verletzte. 

Zuweilen  gibt  es  kldne  EttthQllungen.  Zijani  mihlt  von  einem  Zuge 
Mttlei  Ismi^ls  gegen  die  TOrken  nur:  »Als  er  nach  Udschda  gekommen 
war,  schloß  er  Frieden  mit  den  TOrken.«  Cour  seigt,  daß  Hulei  IsoaTil 
in  Udscbda  erf&lirt,  daß  der  Pascha  von  Alger  schon  in  Tlemsen  steht. 
Er  kehrt  deshalb  sofort  um,  wird  verfolgt,  gescUagen,  verliert  l&nftausead 
Mann  und  muß  deshalb  um  Frieden  bitten. 

Auch  eine  äußere  Besclildigung  von  2Sj5nis  Texte  lißt  aich  durch 
das  Buch  nachweisen.    N^,3  heißt  es^^^,^j{J  ^^^j  fJ^J^i^jj^ipW^ß 

(^jj  ^jCtfi,  i^]'  Timm  Text  gibt  die  frsasMsdie 

Übersetzung  (25, 6)  so  wieder:  »Le  lendem&in  Isrnwl,  qui  venait  d*apj»^dre 
par  un  courrim*  la  mort  d*Etkhidhr  Gheilftn,  fit  aon  entrie  dans  Fex.«  Text 
und  Übersetzung  decken  sieh  in  keiner  Weise.   Aus  der  Darstellnng  bei 

Cour  ergibt  sich ,  daß  vor  ^)  Wörter  ausgefallen  sind,  etwa  Ji^^^^^iÖ 

^^^Ji^I^mJ  **>3n  n&cbsten  Morgen  erhielten  die  Einwobner  der  Stadt 


üigiiizea  by  GoOglc 


Schwabs:  Conr,  EtaUIaMment  des  CKirift  au  Miroc.  289 

Fes  Botsduift  von  «l-HWr  >bD  GaiiSn.  [Da  wandte  sich  Ism&'il  gegen  diesen, 
bekSmpfte  ihn],  bis  er  ihn  getötet  hatte,  dann  begab  er  sich  wiederum 
nadi  Fes«* 

Zun  S<Mu8se  mflgen  noch  einige  Versehen  Erw&linung  6nden.  Fflr 

die  Wiedergabe  arabisclier  Worter  in  Bücheititeln  wird  man  besser  die 
hocbarabische  Form ,  nicht  die  vtdgare,  wählen ,  also  lies  nio'arib  (murib)  statt 
ma'artb  (S.  V)  und  Qarn  (kam)  statt  Qorn  (S.  VI).  Dasselbe  gilt  ftir  Aus- 
drücke, die  aus  dem  kanonischen  Recht  stammen,  also  «zakä«  statt  »/.akkn« 
(S.  5)  und  »4ji7.ia«  statt  »djazia«  (ebenda)  »iSIahi  ed-Din«  (S.  12  Aiiin.  3, 
4  V.  u.)  fur  »Mobyi  ed-Din»  ist  wold  in  Hucksicht  auf  das  Metruui  gewählt 
worden.  Das  häufig  wiederkehrende  »Dila'«  ist  in  »Dila'«  oder  »Dila«  zu 
ändern.  S.  165  ist  TOm  *gue  Bou  A'qba«  die  Rede,  S.  65  dagegen  vom 
gue  Boa  *Oqba;  wahischdniidi  ist  nur  die  Form  'Aqba  zulassig.  Sonst  ist 
dem  Referenten  noeb  aufgefiülen:  105,4  t.  u.  »Son  fils  Maximilien-  lies  »Son 
neveu  M.>  —  161»  I.  Z.  »le  qsld  d'Axemmour«.  Nadi  den  Toraufgebenden 
und  folgenden  Worten  mufi  es  beißen:  «le  qaid  de  Sat^«.  S.  180  Anm.  2 
wird  Fab^  nieht  allgemein  als  tiannmeile  einer  einzelnen  Stadt  aufzufassen 
sein,  sondern  als  Eipjenname  des  nordwestlichen  Teiles  von  Marokko  nörd- 
lich von  el-'AräiS.  —  193,  IG  »Son  concurrent  n'avait  pas  eu  le  temps  d'y 

rentrer.«    Z\[ini  \T,  1  sagt  ^^i^  »er  kam  dabin*.  Vielleicht  folgt  der  Herr 

Verfasser  einer  anderen  Quelle.  —  1t)8,  11  >])ar  le  col  du  Giaooi«.  Es 
handelt  sich  nicht  um  einen  eigentlichen  Niimcii  dt.s  Passes,  sondern  es  ist 
zu  übet-setzen  »über  dtni  in  das  Gebiet  (b  r  Ulfiwi  fuhrenden  Paß«,  nämlich 
den  Tizi  n  Tiäka,  der  voti  Iinir<^liefi  im  'I"ale  des  Ued  Ti§ka  naeli  Siakten 
am  Ued  Ghdat  (FUißsystem  des  Ued  Tensift)  führt.    Das  ergibt  sich  aus 

den  bei  2^ini  \  V  1.  Z.  >  A,  1  genannten  Ortliclikeiten  A^ul^  =  Fe^ja  und 
~  ^^^^  Rebal.  —  216,  16  >Un  peu  plus  tard  le  sultan 

Mo^mmed  ben  Ismail,  surnomme  Ibn  'Arbia,  va  en  grande  pompc  au 
mausolce  de  Mouley  Idris  apr6s  son  avenement.  •  Vnrlier  war  vorn  .lahre 
1740  die  Rede.  Der  feieiliehe  Abschluß  des  \'eitnia;es  /.wisclien  den  Kin- 
wohneru  von  Fes  und  M(»lianuned  ihn  'Arbya  findet  in  der  Mitte  des  2.  Gu- 
mädä  1149  21.  Oiitober  1736  statt,  also  vor  1740.  So  berichtet  wenig- 
stens Z\jäni  IT,  13. 


Ititt.d.  Sem.  f.  Orient.  SiuMlaca.  IM)?.  U.AbL  II» 


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290  Bibliographische  Anzeigen. 


£ilhard  Wiedemann:  1.  Beitr&ge  zur  Geschichte  der  Natur- 
wissensch alte  n.  \*n.  über  arabisclie  Aiiszßge  aus  der  Schrift 
des  A  rc  Ii  i  iti  e  dt's  über  die  s  c  Ji  w  i  rn  m  c  n  den  Körper.  VIII.  Über 
liesti  IM  um  ri  d  e r  sj) ez i fi sch en  G e w i  ch  te.  IX.  Zu  d  er  A  sf  t-onoinie 
bei  d«n  Arabern  (S.  A.  —  S.  152 — 194  der  »Sitzun^s  Lfriclite  der 
physikaliscii- medizinischen  Sozietät  iuLriangen>,J  ahrg. 38, 1906). 
—  2.  Ibo  al-HftiUm«  ein  arabischer  Gelehrter  (S.  A.  =  S.  148  bis 
178  der  .Festschrift  far  J.  Rosenthal* ,  Leipzig  1906).  —  3.  Zar 
Physik  bei  den  Arabern  (S.A.  aus  dem  «Jahrbttch  fOr  Photo- 
graphic  and  ReproduIctioDstechnik  far  das  Jahr  1906,  Halle). 

Besprochen  Yon  Fbiedbich  Kern. 


iTrof.  E.  Wiedemann  in  Erlangen  hat  in  leUter  Zeit  wieder  eine  AniiU 
kleinerer  arabischer  Texte  fiber  Physik  und  Naturwiasensciuften  ftbenetat 
und  erlftutert,  sowohl  gedruckte  als  angedruckte.  Durch  diese  und  frühere 
Veröffentlichungen  liat  er  sieb  ein  «großes  \>rdienst  um  unsere  Kenntnis 
der  arabischen  naturwiaseoschaiUichen  «ScliriftsteUer  und  ihrer  gneehischeo 
Quellen  erworben. 

Beitrag  liaiub;It  -ÜIkm"  nrabiscbc  Aiis/iif;»'  aus  d«*r  Schrift  des  Ar- 
chimedes über  die  scbw iininerulen  Kor[)rt  ..  Iiis  V(»r  kurzem  war  davon  nur 
die  lateiiii.sche  Übersetzung  de^<  Wilhelm  von  Moerbek  bekannt;  deJ'  grie- 
cliische  Text  ist  »ein  RückQbei-sctzungsversuch  aus  dem  Lateinischen-.  Erat 
nach  dem  Druck  dieses  Beitrags  ersclilen  im  Hermes  XLU2,  8,235  ff.  da 
Artikel  von  J.  L.  Ileiberg- Kopenhagen  Ober  den  Konstantinopler  Arehimedes- 
pslimpsest,  der  auch  große  StQeke  der  Schrill  peri  ochumenoo  enthält 
Solche  arabische  AussQge  finden  sich  in  AU|{iiinia  (Bm^elmann  I«  494) 
uüzän  al-bikma»  das  Cbanikow  (J.  A.  O.  S.  VI,  1857)  leider  nur  ausgezogen» 
aber  nicht  ganz  vci  rH'  ntlicht  hat,  selbständig  Paris  2457^  (daraus  von  Zoten- 
berg  J.  as.  Serie 7,  Bd.  liJ,  187!).  S.  r)09 — 51.')  hernusj»ep^eben)  und  Gotha  1  ]fr^.y 
Nach  der  Gothaer  Hs.  wii*d  hier  mit  Angabe  der  .\bweirhiingen  des  Pan«  r 
Textes  eine  l'bersetzung  gegeben.  —  S.  l.")4  Z.  2.  ihre  aneinanderstoßenden 
Teilchen  gU'icIi mäßig  gelagert  sind.  —  Sollte  die  \'orlagf  d«  r  lateinischen 
Ubersetzung  tsLutt  mal^süratan  der  beiden  Manuskripte  muuVadii-aiau  geleseo 
haben?  —  S.  155  Anm,  2  ist  mutfwin  mit  lifadl  ta  ▼erbinden  (vgl.  4)  imd 
deshalb  »gldchmSl^«  zu  strdchen.  —  Es  folgt  in  der  Golhaer  Hs.  nodi 
ein  kurxert  ebenfalls  Qbersetxter  und  besprochener  Abschnitt  fiber  das  Ge- 
wicht. —  S.  159  *Aqr«b  in  der  Bedeutung  »Haken*  ist  ungewöhnlteh.  Sooft 
heißt  es  'Zeiger« »  was  aber  hier  keinen  Sinn  ^bL   Laue  hat  'aqrafas  in 


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Rbrk:  WiedemaoDt  B«itrige  naw.  291 

det  Bedeutung  •SatteUinken«.  »  Es  folgen  noeh  Nachtrige  ku  BdtragVI 
(Ober  die  spesifischen  Gewidite)»  z.  B.  au«  Itjwio  aH-saft. 

Nr.  VIII  wird  durch  dinge  Notixen  Ober  arabiftdie  Werlte  fiber  die 
Bestimmung  des  spexifiseben  Gewichts  eingeleitet,  so  Berünls:  Fi  n  nasab 
atla^!  bain  al-filizzät  wa  1  ^awähir  fi  I  haj^in  nach  einer  Photographie  «1er 
einripen  Hs.  in  Rcii  üt  (vgl.  Masriq  1006,  S.  19).  Prof.  Wiedeinann  hofft  bald 
daj'auf"  zuriickkoimiu'ii  zu  können,  l'lx-r  <V\f  im  christlit'hpn  Mittelalter  be- 
luitxteii  Methoden  liat  er  in  den  MiUt'iliui;;«'ii  (le,s  V'ereins  zur  Fürd«'rung 
des  inathemntischen  und  natiirwi.ssenschaÜhchcn  l'uterrichts  i^tspi oclien. 
Berünl  sclirieb  auch  kitäb  aUgauiäliir  fl  1  ^awuiur,  über  dua  naeit  Casiri 
und  Ledere  (UisU  de  la  m^decine  1,  480)  berichtet  wird. 

Es  folgen  drei  Icurze  TValttate  Ober  dte  Bestimmungen  des  Gehalts 
der  Legierungen.  Der  erste  ist  Abü  Maoftür  an>N^r!zt,  Fl  istibri^  kam* 
m\jat  al-a^rim  al-mtthtali}a,  Gotlia  1158|^.  Er  verwendet  die  berdts  den 
Griechen  bekannte  Mischungsr^Cdt  indem  er  Volumen  von  Gemisch  und 
Komponenten  vergleicht.  Ein  sehr  umständliches  graphisclie^s  Verfahren  hat 
'Umar  .i1  - |jaijäml  in  dem  zweiten,  FI  ibtijSl  lima'rifat  miqdärai  ad-dahab 
wa  1  fidda  fi  ^ism  murakkab  minhiimä,  Gotha  llaS,,  angewandt,  indem  er 
die  in  Betrarht  knmmeiuit'n  Größen  als  Lir)i('ii  aufliä^t  und  daran  seine 
Betrachtungen  an.stellt.  8eine  Berechnung  beruht  ;iiif  drn\  \'f'i-lialtnis  der  Ge- 
wichte der  Bestandteile  de.s  zusammengesetzten  Kürpt  js  in  Luli  iu»d  Wasser. 
Der  dritte  Traktat  ist  Kairo  V  383,  Öarh  Ii  ba'd  'ulamä'  ar-Rüm  'alä  1  ka- 
limSt  aUlflitünija.  Der  Text  ist  demlicb  verdorben.  Vor  all««  tsl  der 
Titel  irreführend,  da  gar  kein  Kommentar  vorhanden  ist.  Im  Kolophon 
heißt  es  denn  auch  richtiger:  risSla.  Der  angebliche  Kommentar  des  un- 
genannten t&rkiscben  Gelehrten  beschrftnkt  sich  lediglich  auf  einige  ein« 
leitende  Worte  sowie  auf  dss  Lob  des  Sultans  Mehemetü.,  der  ihm  di;u 
Auftrag  erteilte,  und  dessen  Sohnes  Bajezid  11.»  dem  er  nach  dem  Tode  des 
Vaters  das  Schriftchen  überreichte.  In  diesem  werden  die  Gewichtsverhiste 
<\»T  Körper  als  Bruchteil  des  Gewichtes  in  Wasser  der  Berechnung  zugrunde 

4  k 

gelegt 

In  Hcitiiii:  IX  ist  «las  Kapitel  über  die  Astroncjuiie  aus  ilci'  Kii/.yklo- 
pädie  IrSäd  ai-qä-Md  ilü  jusiia  l  inaijä>id  ihbhotheca  liidica  Nr.  21  ed.  JSpieiiger 
(S.  At— AA)  Qbersetst.  Die  Beinamen  des  Verfassers  schwanken  sehr: 
Sabiw!-Sin^,  Kinini  •  AkfSni  (vgl.  Steinschneider  ZDMG.  49,  1895, 
S.  260 ff.)*  Nach  Brockelmann  II,  137  wSre  er  in  Sin^r  geboren ,  also  eher 
SabSw!  aus  Sin^iri  verdorben.  Die  beste  Bezeichnung  liir  ihn  dQrite  wohl 
Iba  al-Akfkid  sein.  Zur  Kontrolle  des  Textes  benutete  Prof.  Wiedemann 
die  Hs.  Gotha  ir>3. 

Zunächst  werden  die  vier  Grnndt<'i!e  der  astronomischen  Wissenschaft 
aufgezählt,  sowie  einige  berühmte  Werke  über  die  Astronomie,  wie  der 
Almagest  von  Abhari  (so,  nicht  Abnhn.  v«;!.  Hr.  I,  4(i4  Anm.  1)  und  andere 
verscliiedenen  Umfangs.  Dann  folgen  die  fiinf  Hilfswissniscliaftcn  der 
Astronomie.  —  S.  lSt>  gä'a  fi  t  tanzil:  firulcn  sicli  in  drt-  göttlichen  Ofl'en- 
barung.  —  S.  188  Z.  9  ist  nach  •Bewegungen»  nusgefallfn  *dvy  Wandelsterne«. 
Weiter  unten:  Die  der  Zeit  der  Bfobaelitung  nach  jüngste  der  Tabellen  ist 


202  Bibliographische  Anzeigen. 

die  usw.  —  S.  189  Z.  9  1.  statt  > Verwirklichung«  (taw«bt)J)  -Untersuchung«. 
—  S.  193  Z.  2u.  3:  dni-nber  ein  mit  Bewoisen  versehenes  Werk  über  diese 
Wissenschafter.  Dies  sind  also  die  abgeleiteten  astronomisclien  Wissenschaften. 

Es  folgt  ein  Nachtrag  ülwr  einige  Definitionen  und  Erläuterun;_'en 
astronomischer  Ausdrücke  (nach  I'rof.  Nalh'no).  sowie  ein  zw  eiter,  hoh- 
sprfichc  arabischer  Gelehrter  über  die  uaturwi^senschafUiche  Gelehrsamkeit 
der  Griechen  und  Rfimer. 

2.  ist  die  Übersetzung  des  Artilcets  Iba  al-Haitam  aus  Ibo  Abi  Usai« 
bfa,  als  Anliang  dazu  die  sich  daraa  ansehliefiende  Vita  seinee  Sdiülers  al* 
Mubaiiir  b.  Fttik,  und  ein  Auszug  aus  der  des  Ü^bd  as*SalSin  b.  Xbdel- 
Qidir  al>6lläni,  dem  unter  der  Regierung  des  Kalifen  NS.«ir  infolge  seiaes 
Studiums  der  Philosophie  und  der  Naturwissenschaft  n  in  Ketzerprozeß 
gemacht  wurde  (aus  Qifti).  Bei  dieser  Gelegenheit  warf  iirutilich  der  Fana^ 
tiker 'UhaidaUäh  at -Tninn  nl  -  l^akn .  Ihn  nl  -  Mät  istlntja  i;ftK'iiii(t ,  die  BrhÜo- 
thek  des  '\hd  as  Snläm  Buch  fiir  Biicli  iintvr  Schniuluni-^cn  ins  Feuer, 
sowohl  Werke  des  Aii;i<  kI,T.;ieii  als  fremde,  unter  diesen  auch  ein  Werk 
des  Ihn  al-Haiiam  über  Astronomie. 

Ibo  al-Haiiam  war  ein  vielseitiger  Kopf.  Die  von  ihm  selbst  her- 
rührenden Lblen  seiner  Werke,  die  J.  A.  Vi  in  seinen  Artikd  aii%enommeii 
hat,  enthalten  Bücher  aus  allen  Gebieten  der  NaturwiasenschaAen,  Fiiilo- 
sophie,  Metaphysik,  Bthik  und  Politik.  Unter  anderem  ahnte  er,  wie  es 
scheint»  dea  heutigen*  Nildamm  von  Assuan  vor  und  wurde  deshalb  von  dem 
fatimidischen  Chalifen  al-ljSkim  nach  Ägypten  berufen,  .\llein  schon  auf 
der  Reise  nach  Oberägypten  gewann  er  die  Monung,  daß  er  nichts  aus- 
richten  werde,  da  die  alten  Ägypter,  deren  ungeheure  mechanisclie  L«  istnngen 
von  den  Späteren  nie  wieder  erreicht  worden  waren,  dieses  Unternphtnen 
niemals  aus«;efi'ilirt  liiitten.  Als  er  dann  nach  Assuan  kam,  v^T/.wciteite  er 
an  der  Möglichkeit  etwas  auszurichten,  kehrte  um  und  ents(liuldif;t(?  sich 
bei  dem  Chalifen.  Um  die  ihm  von  diesem  übertragenen  \'erwaltuugsämter 
los  zu  werden,  stellte  er  sich  wahnsinnig.  Sein  Vermögen  wurde  seque- 
striert und  daraus  sein  Lebensunterhalt  bestritten,  er  selbst  gefessdt  und 
in  seiner  Wohnung  interniert  Nach  al-^kims  Tode  gab  er  seine  Ver- 
stellung auf;  er  lebte  seitdem  in  der  Azharmoschee  von  dem  ü^lös  seiner 
Abschriften  mathematischer  Bflcher,  bis  er  im  Jahre  430/1039  stari». 

S*  151»  Daß  Ihn  al-Haitnms  Kenntnis  des  Arabischen  ausgezeichaet 
war,  weist  wohl  kaum  darauf  hin,  daß  er  kein  geborener  .\raber  war. 
V^ielleicht  soll  damit  aesaptt  werden,  daß  er  im  Gef»ensat7.  r.u  vielen  hukainä^ 
christlicher  und  jüdischer  Al)kunft  gutes  Arabisch  schriel)  (vf:l.  z.  R.  Ibn  Abi 
Usaibi'a).  —  Ta'äsif  » Wamlerungen«  vgl.  Lane.  —  S.  unten:  mit  Gründen, 
die  dieser  gelten  ließ  und  y.ugab,  d.  h.  der  Chaliie  erkannte  sie  zwar  als  Aus-  « 
reden,  ließ  sie  aber  gelten  (qabila  ^hirahu)  —  den  Irrtum,  die  Verwaltung 
angenommen  zu  haben?  —  S.  156  wie  eine  offizielle  Taxe  (?  rasm),  beider 
kein  Feilschen  (muwSkssa)  noch  Verhandeln  (mu*Iwada)  nöUg  ist  (vgL  die 
Anm.  4).  —  Eine  Hs.  der  Mutawassitit  findet  sich  z.  R.  Paris  5974  (Sehe- 
fer  A.  155).  —  S.  157  unten:  und  lernte  dadurch  keinen  Weg  (manha^sn) 
kennen  und  keinen  deutlichen  (oder  leichten:  |adadan)  Pfad  (maalakan)  zur 


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Kxuf:  Wi«deniMii»  Beitrige  «w.  293 

ricbtigeD  Erkenntnis.  — >  8.159  oben:  a]-MirS\}a  (Sophistik)  —  ^awfi'iq  be- 
deutet gewöbnlicb  BlttatadtlXge,  im  Gegensatz  sn  barq,  dem  Leuchtblitz. 

—  S.  160  oben:  Davon  (d.  h.  von  den  Sachen  des  Intell^ts)  bringt  er  vor, 
was  alles  Versteckte  enthüllt  und  alles  Verborgene  klar  macht  —  Abs.  2. 
afragtii  wus'i ,  wortlich :  ich  leerte  meinen  Inhalt  aus.  DaB  Bild  ist  vom  Ge- 
fäß herpjenommen.  —  Abs.  3  Ende:  .so  daß  sie  (die  I^atur  des  Mensrhcn) 
niclit  mehr  so  viel  davon  Ipistet,  wie  sie  zu  leisten  {iflpfft«*  ('an  al-tjijiuu 
hiiiul  käriat  taqfim  liilii  min  dalik)  —  unten:  Ableitiuif^cn  in  der  Ai"t  von 
(inii  gj.rä  ma^^rä)  Erläuteruugeu  u.svv.  —  1  hi|^{^a.  —  S.  161  Abs.  2u.  3: 
oder  damit  ich  dabei  gleich  (ata*a|;^alu)  zur  Zeit,  da  ich  es  aufsetze,  eine 
TJbung  haboi  and  es  als  Sdiats  f&r  mein  Greisenalter  aulspeichere.  Es  sagt 
Mubammad  ihn  al^^asan:  Und  ieh  kommentiere,  was  ich  über  die  drei 
Grundyrerke  geschrieben  habe,  damit  man  den  Grad  (maudf)  meiner* Mflhe, 
die  Wahrheit  au  erforschen,  und  meine  Be^erde,  sie  zu  erlangen,  sehe,  und 
die  Richtigkeit  dessen  erkenne,  was  ich  übt  r  den  Ekel  meiner  Seele  vor 
der  Gleichstellung  (mami|ala)  mit  dem  pöbelhaften  und  schwachköpfigen 
großen  Haufen  gesagt  habe  usw.  —  Nr.  2  ist  >dera  Rechnen-  übersetzt,  als 
ob  der  Text  al-hisäbija  hatt»».  Es  heißt  aber  al-f^issija  »der  Sinneswelt«.  — 
S.  162  Nr.  20  als  Beispiel  ('alä  ^Mhat  at-tamnl).  —  S.  163  Nr.  23  über  die  Prin- 
zipien der  irrationalen  (as-suinin)  arithnielisehen  rrol)leinp?  —  S.  164  Nr.  12 
der  über  diese  Pülemik  nachgedacht  halte  usw.,  über  die  Losung  seiner 
Zweifel  und  die  ICrkenntnis  dessen  auf  Grund  seines  Verstandeji  (?  oder  ist 
man  fahimaho  xa  lesen:  und  die  Erkointnis  dessoi  durch  den,  der  sie — d.  h. 
die  Polemik  verstehtT)  8. 165  Nr.  18:  dafi  Allah  (aunichst)  von  Ewig- 
keit an  untltfg,  dann  (erst)  tttig  gewesen  sei.  (Die  Leugner  der  Ewigkeit 
der  Attribute  Gottes  sind  der  Ansicht,  daß  Gott  nicht  von  Ewigk^t  Schöpfer 
sd«  sondern  erst  seit  der  Schöpfung;  die  Orthodoxen  hingegen  behau])ten, 
Gott  sei  von  Ewigkeit  an  Schöpfer,  auch  bevor  er  noch  geschaffen  hatte.) 

—  Zu  Nr.  2.^  vul.  die  Anekdote  über  as-SikkIt  bei  Flügel,  Die  «»rRmma- 
tischen  Schnlen  der  Araber  S.  1.58,  —  Nr.  24  in  bezug  (?  fi  ma  nä)  auf 
einen  Gegner  (mtiSagib),  der  ihm  entgegentrat  (säL:a!)ahu).  —  Nr.  28  über 
die  drei  Naturen  der  Genüsse,  die  sinnlichen  (al  -  hissija),  geistigen  (an- 
nutq^a)  und  die  in  der  Mitte  stehenden  (al- nni'ädiia)  [Genüsse]?  —  S.  166 
Nr.  30  vermitlets  derselben  (wibid)  Definition?  —  Nr.  31  der  EinüOsse  (ab- 
kirn)  der  Sterne.  —  Nr.  32  Lebensdauern  (al-a*mir)  und  Lebensfristen  (al> 
i^)  in  der  Welt  (P  al-kaun\ja).  (Dies  bezieht  sieh  wohl  auf  das  scho- 
lastische Problem,  ob  a.  B.  der  Ermordete  sein  von  Gott  bestimmtes  a^ 
erreicht  habe,  odm-  voneitig  gestorben  sei.)  —  Nr.  34  daß  die  Beweise  ein- 
ander gleichwertig  seien.  (Die  Agnostiker  behaupten  die  Gleichwertigkeit 
der  Beweise,  takäfu'  al-adilla,  für  die  Wahrheit  der  verschiedenen  Reli- 
gionen). —  Nr.  3,")  (1er  Kategorie  (?  'nn^tir)  der  Unmöglichkeit,  —  Nr.  -^T 
nach  den  Grundlagen  der  Alten  (al - awä'il)  und  ihren  Prinzipien.  —  Nr.  38 
Ermahnung  au  die  Schreiber  ('alid  ila  l  kutt."ib).  —  Nr.  39  sein  Wesen? 
(Handelt  es  .sich  etwa  um  die  scholastische  Fra^ije,  (d)  und  wie  üuU  sein 
Wesen  kennt?)  —  Nr.  40  Logiker  über  einige  Dinge  von  den  Naturwissen- 
sehaften ,  in  besttg  auf  die  er  widerspricht.  —  S.  167  Mitte.  Diese  Disser- 


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294  Biblii^aphisclie  Anzeigen. 

tation  ist  es,  die  die  Zahl  meiner  Al>hand!iinpen  Ober  d'wsc  Wissenschaften 
als  sieb/ipstP  voll  macht.    I)a\  oii  sind  eine  Anzahl  von  Schriltrhen  und  Werken 
aiisgeiioiiiniHri .   die  mir  zu^e.slußcii  sind  (l.ia^alat  H,  d.h.   die  ich   so  naeli 
und  nach  geschrieben  liabe),  in  den  Händen  einer  Anzahl  vdii  I.rtiien  aiw 
Ba>ra  und  Ahwüz  (befiiulUch),  deren  Ui*scliriflen  (dasütirhä)  verloren  ge- 
gangen sind  und  die  «Imischrdben  mich  die  Bescbäfiiguug  usw.  abgehalten 
hat.   Mir  ging  ea  so  usw.  und  gab  ihre  Urscbriflen  (dasitirldl)  an  die  Ge- 
samtheit usw.,  bis  sie  (die  BOcher!)  von  ihnen  aus  ta  den  Leuleo  Icam« 
(d.  h.  von  den  in  deren  Händen  befindliehen  Urschriften  abgesebriehen 
wurden,  ohne  daß  sich  der  Verfasser  selber  um  ihre  Verbreitung  bemObte). 
(So  ging  es  auch  Ihn  al-Haiiam;  man  kunnte  I^a.salat  II  usw.  aber  auch 
anders  auflassen:  die  mir  [dat.  ethicus]  in  den  Händen  einer  Anzahl  von 
Leuten  aus  Basra  und  Ahwäz  bheben).  —  S.  1(18  Z.  off.  Dingen,  die  häufig 
in  meine  Seele  treten  (tataraddadü),  und  zu  deren  Uerausbringung  znr  I'\ist<'n7: 
mich  mein  (.ieist  antreibt  und  enegt,  und  (iott  tut  usw.  —  Im  zweiten  bait 
ist  zu  übersetzen:  und  ein  noeli  Lebender  ist  tot  durch  Unwissenheit  und 
Irrtum.  —  Damit  wollte  ich  mich  niclit  (lam  ai^sid  btliij  usw.,  sondern  an 
den  Menschen»  der  so  viel  wert  ist  (juwäiü,  nicht  Juwisinui)  wieTauaeode 
(ttlüf)  von  Menschen ,  ja,  Zehntauseode  faftarät  ulQf),  da  die  Wahrhdt  nicht 
so  beschaffen  ist  usw.,  den  Vorrang  gebe;  und  den  hohen  Rang  (lies  wa 
*alS*a)  dessen,  der  die  Annlherung  an  Gott  «ueht  usw.  —  Z.  3  v.  u.  ff.  und 
das  Tun  des  Gerechten  in  allen  irdischen  Dingen  usw.   Wer  es  tut,  hat 
Gewinn  (jafiiz);  wie  gering  (wörtlich  aina,  wo)  ist  die  irdische  Welt  gegen- 
über der  Seligkeit  jener  himndischen  Welt,  —  S.  169  oben:  Er  tauscht  an 
Stelle  der  Schwieiigkeit  dessen,  was  ihm  dadurch,  wahrend  usw.  znstüßt, 
dauerndes  Leben  usw.  Wohnung  ein.  —  Nr.  3  Brief  an  Abü  1  Farag  - 
Nr.  7   Als  Leugner  der  Prophetic  gelten  den   Theologen  des   Islams  ge- 
wöhnlich die  Brahinaiien.  —  Nr. 8  lies  al-6ubbä*i  (Druck  al-yaijäni?)  usw. 
und  das,  was  ihm  Ibn  ar-Iiäwauili  als  rationale  Folgerung  nachweist,  seinen 
Prinzipien  gemäß  folgen  muß,  und  Erkllrung  (i'dälj.)  des  Standpimktes,  bei 
dem  das  von  Ibn  ar-Riwandl  Eingeworfene  nicht  als  notwendige  Folge 
erscheint.  ~-  S.  170  oben:  ein  irriger  Bew^  ist,  und  Über  den  Beweis  fDr 
die  Entstehung  auf  Grund  eines  zwingenden  Beweises  und  dnes  stringenten 
Syllogismus.  —  Nr.  11  ist  wohl  janiddu  (Aktiv)  SU  lesen;  in  der  er  usw. 
über  das  Geschaffensein  (budüt)  der  Eigenscbafken  usw.  widerlegt.  —  Nr.  14 
ist  statt  nirin         wie  oben  S.  lf)5  Nr.  18  tumroa  fa'al  zu  lesen:  untätig  war, 
dann  tätig.  —  S.  174  Nr.  Hl  lies,  des  Sich -Zurück wen den.s  (al-iltifät,  vgl. 
Nr.  *>;^.  d.h.  der  rückläufigen  Bewegung  der  Phineten?).  —  S.  17.t  Nr.  H9 
Kegeln  liir  die  Schreiber  (ädäb  al-kuttäb,   vgl.  ihis  gleichnamige  Werk  des 
Ihn  Qutailia  und  Nr.  38  auf  S.  1  (>(>).  —  Nr.  'Jl  lies  nach  ('an)  ibn  al- Haitain 
dem  Buche.       S.  176  Z.  2  lies  al-Amiri.  —  Mitte:  Dann  naiim  man  (iilat) 
die  Bücher  usw.  —  Salima  Ibn  Mubarak  —  Kompendium  der  feststehenden 
Aussprache  (mubkam  aUatiwil)  —  Über  die  EbiÄbrung  (bidiya,  eigentiidi 
Anfan^^  in  die  Logik* 

3.  In  seinem  kitSb  at-tarbi  wa  t  tadwlr  spricht  äibif  unter  dem 
Vorwande,  einen  veratorbenen  Ahmad  b.  *Ahd  at-Wahhib  zu  versSbnen, 


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Rmi:  Wiedemaaa,  Beiträge  uaw.  295 

über  «ine  Menge  vod  Problemen  aus  dea  venebiedensten  WiaaeDsehalten. 
ProH  Wiedemann  entnimmt  derailB  ein  Stuck  über  die  Lehre  von  den 
Spiegeln  und  andere,  meist  auf  das  Farbensehen  bezugliche  Fragen  (ed.  van 
Vli)ten  N  i  —  N  t  A).  —  S.  4  lies:  das  Äußere  (al-ljalt])  sieht.  —  mugrab  heißt 
auch  weißlich.  —  Unten:  und  warum  du  die  Schrift  auf  den  Selilciern  und 
PoLslern  darin  immer  nur  verkehrt  findest.  —  Ahtnl  heißt  nicht  vortäuschen, 
sondern  anfheben.  —  Die  furlgela&sene  Stelle  übersetze  ich:  Wenn  sie  (die 
Farbe  des  Spiegelbildes)  die  Farbe  des  Kisens  aufgehuben  itat,  wie  kann 
sie  sie  ftufheben,  ohne  auf  es  einzuwirken.  Wie  kann  sie  darauf  einwirken, 
dft  <loch  sein  (des  Spiegels)  Baum  uidit  der  seinige  (des  Eisens)  ist,  sie 
weder  berOhrt,  nocli  damit  verbunden  ist  noch  daran  anstSßt.  ^  Weiter 
S.  6  Z.  1— 3,  dann:  Wenn  du  dich  auf  den  »trennenden  Strahl  (ai*fta*I.* 
al^ftsil)  mnsredest,  so  sind  die  Strahlen  ioi  Sinneseindruclc  (hiss)  ▼erschieden» 
ebenso  das  SinnesvermOgen  (liest  al-baiAs  ?)  und  ebenso  das  Sinnesohjekt 
(al-mabsüs).  Wie  können  wir  (?  ms.  o.  p.)  das  Veracbiedem-  (mubälif) 
.«sehen,  da  doch  die  .Strahlen  farhig^  und  weiß  (laun  wa  bajäd)  sind,  und 
die  fiiltlpfidp  (ha,ssäsa)  Seele  die  Siiuie  nicht  wahrnimmt  (.^)  —  Dann  folpt  eine 
ganz  verdorbeiie  Zeile,  in  der  allenfalls  das  er>te  korrupte  Wort  al- ui'ubün 
(das  Fließen)  zu  lesen  .sein  köruite.  Der  folgende  Passus  fiber  die  Schnell- 
wage  ist  bereits  Beiträge  VI  (Bd.  38,  1906,  S.  8)  Qbersetzt.  —  S.  7  Abs.  1 
ist  mirt  wie  er  dasteht,  nicht  redit  ▼eratihidlieh.  Weder  von  einem  Becher 
nod)  von  einer  Muschel  Icann  man  sagen ,  daß  keine  Öffnung  vorhanden  ist 
Außerdem  sind  die  Worte,  auf  die  es  hauptsftchlich  ankommt,  Koiy'ektur 
Tuss  statt  *uil  der  Hs.  und  bib  statt  n&r  ohne  Punlit).  —  Abs.  2  lies:  so 
lassen  sie  sicherlich  alle  Gattungen  zu  (ibtamalat,  nicht  IbtamaUa).  —  Abs.  3 
lies:  da  wir  usw.  so  ist  vielleicht  die  Sonne  usw. 

Man  wird  Hrn.  Prof.  Wiedemann,  da  er  Physiker,  nicht  Arabist, 
einige  ungenauen  l*herset7nnij<Mi  nicht  verdenken,  namentlich  wenn,  wie 
in  den  meisten  FSllen,  der  Sinn  nicht  wesfmtlich  geatulei-t  wird.  Im  all- 
gemeinen w&re  eine  würtUchere  Wiedergabe  der  X'orlage  wüuiichenswert 
gewcKD. 


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296 


Nachtrag  zu  Jahrgang  IX  Abt  II  S.  74—110. 

(Eine  alte  Liste  arabischer  Werke  zur  Geschichte 
Spaniens  und  Nordwestafrikas.) 

Von  Dr.  Gr.  KampiiTiieyer. 


Ich  habe  in  der  Orientalistischen  Litterattir  -  Zeitung  10.  Jahrgang;  Nr*  1 
(15.  Januar  1907)  Spalte  38 ff.  die  Fe.ststeUuog  mitgeteilt,  daß  die  von  mir 
belmntlelte  Liste,  entgegen  meiner  Aminlime,  nicht  alt  sei,  sondern  daß 
es  sich  bei  ihr  vielmehr  um  eine  Liste  pesucliier  Biiclier  neueren  Ur- 
sprungs handle.  Der  Sachverhalt,  den  ich  a.  a.  O.  schon  mitteilte,  ist  dieser: 
Francisco  Co  der  a  Heß,  nach  seiner  »Mision  histörica  cn  la  Argelia 
y  Tunez«  (1887/1888),  in  Typendruclc  einen  .Catalogue  de  quelques  livres 
d'histoire  d'Espagne  dont  on  dewre  TaequisiUoii,  on  au  moins  la  ooanais- 
saoce  de  leur  existence  pour  en  tirer  copie«  berstelleo.  Eines  der  beiden 
lelzten  Exemplare t  die  dem  Verfasser  noch  verblieben  waren,  hatte  er  die 
Oflte  mir  au  übersenden.  Es  sind  4  Bl.  23  X  14,5  cm,  arabisch  paginiert, 
auf  8.  V  unten  der  Vermerk:  Imprenta  j  litogrsfia,  Tudescos,  34.  Die 
Liste,  in  Sstlichem  Typendrude        und  J),  ist  mit  der  von  mir  belian- 

delten  identisch.  Coders  verwertete  au  ihrer  ZusammensteUung  Notizen« 
die  er  sich  im  Laufe  der  Zeit  gemacht  hatte. 

Nach  dem  Coderaschen  Druclc  ließ  Julian  Bib  era  In  Zaragoaa 
eine  Lithographie  herstellen  »por  ereer  que  s^na  roas  agradable  ä  los  moros 

de  Marruecos«.  Diese  Lithographie,  ohne  jene  s])nnisclie  oder  eine  ent- 
sprechende arabische  Aufschriii,  nur  mit  dem  ynn  mir  an  seiner  Stelle  mit- 
geteilten Titel,  wurde  also  in  Marokko  verbreitet,  umi  eins  der  Blätter  ümd 
seinen  Weg  in  das  Seminar  für  Orientalische  Sprachen  zu  Beilin. 

Auch  als  das,  wa^  die  Liste  nun  wirkiiclt  ist,  verdiente  sie  die  biblio- 
graphische Behandlung,  die  idi  ihr  zutdl  werden  li^  Zu  meinen  Fest» 
Stellungen  sandten  mir  Herr  Professor  C.  F.  Seybold  in  TObingen  sowie 
Herr  U.  F.  Amedroa  in  London  dankenswerte  Bemerkungen  und  Zusatae, 
die  ich  hier  folgen  lassen  mdchte.  Ich  selbst  möchte  an  dieser  Stelle  na> 
mentlich  auf  den  interessanten  >Ensayo  blo-bibliogräfico  sobre  los  historia- 
dores  y  geografos  ar&bigo-espanoles«  von  Francisco  Pons  Boigues,  Madrid 
1898,  hinweisen.  Ich  war  auf  das  wertvolle  Buch  leider  nicht  aufmerksam 
geworden;  es  hitte  in  meiner  Arbeit  mehrlach  herangeaogen  werden  müssen. 


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Rampffxxyxb  :  Nachtrag  zu  Jalirgang  IX  Abt.  II  8.  74 — 110. 


297 


Die  Bemerkungen  Prof.  Seybolds  sind  die  folgenden: 
S.  5  Nr.  12  1.  Abgedruckte.  &  8  Nr.  13  1.  C^ij.    S.  9  Nr.  27  1.  >. 
8. 16  Nr.  2  Xethra  ist  durch  Broekfllomno  verbrodieao  bliebe  Forn  filr 
Xaüv«    Jitfva  4J»b,  die  UbenH  wieder  ni  tilgen  isc    Nr.  3  1.  Alneria. 

S.  17  ist  die  alte  Bostentdenbauptstidt  Tegdemt»  Takdempt  zu  nen- 

nen! (Joenne  167).  S.  22  Nr.  44  vgl.  Codera,  Los  Toehibies  en  Espafta  (No- 
ticias  de  esta  familla  tomadas  de  Aben  Haxam.)  ^uevas  noticias  acerca 
de  los  Toehibies)  in  Estudioa  cHdcos  1903.  S.823—342i  343—359.  Dozy 

Bacberches*  1, 211.  S.23  Nr.49  al  Qaini  sonst  JJ\ ;  R^'a,  besser  Ri^jo  <-S> 
Nr.  63  vgL  Coders  Estodios  criticos  235—248  Mohamed  Atauil,  rey  moro 

^  • 

de  Huesc«.    Nr.  54  besser  Ifi  i(iia  *Si>  M  (WOstenfeld  faLso  -  ).  S.  24  Nr.  59 

1.  ibn  al  iJatib.  Nr.  fiO  Fartün  1.  fortün.  S.  25  Nr.  03  Campana  1.  Campifi.i. 
Nr.  66  Zuhi^wit*  zu  streichen,  sicher  von  A^'J\  bei  Cördoba.  Nr.  68  cf. 
Dozy.  Gesch.  1360;  Codera,  Decadpncla  y  desapartcion  de  los  Almoravides 
en  Esp.ina  fI899)  S.  33  <T.  (RebeHön  en  el  Algarve).  Nr.  75  cf.  Poos  Nr.  29.3 
TalfKi'i  i.  Belefuii  vüu  Belefique.  S.  27  Nr.  83  cf.  Pons  Nr.  250.  Nr.  84 
1.  'Ijad  Nr.  85  Fantnri  1.  Foiituri.   Nr.  124  —  Pons  Nr.  105.  Nr.  127 

8*  Brockelnianti  11  700.    S.  35  Nr.  152  Daiiija,  heute  Denia. 

Die  Benierkungeu ,  die  mir  Herr  Auiedroz  gutiRst  sandte,  gehen 
namentlich  auf  die  Angaben  zurück,  welche  as-Safadi  m  seinem  Buche  o/- 
tc^T  bi  U-tcc^ajäi  (Brockeluiann  II  32)  macht.  Herr  Auiedroz  hat  vor  einigen 
Jahren  die  Wiener  Hs.  dieses  Werkes  kopiert  Herr  .\niedros  sehreibt  mir: 

No.  10.  Seems  to  be.WQst.  329  and  is  given  also  in  a  work  you  do 
not  mention,  viz.  Historiadores  y  Geographos  Araltigo-lCspaftoles  by  P.  Pons- 
Boigua.  Madrid  1398.  (No.  245.) 

No.^  Safadi  includes  a  work  by  this  author,  4J» ^\  and  next 
after  it,  another:  cM^* 

No.  54.  May  this  not  be  the  work  mentioned  by  Safadi  as 


No.  7fi.  The  Talftqi'  in  WOst  435  diould  be  •BalfHi'  as  In  Pons- 
Boigues  No.  293.  This  Beading  is  confirmed  by  the  ^Ui  of  Ltsftn-sl- 
Din.  Ed.  Cairo  1319,  II,  p.  101. 

No.  79.  This  'Tarikh-il-MuwabbidiD'  is  mentioned  by  Safadi  in  his  list 
No.  81.  In  the  *  Ansah'  of  al  Sani'ani  —  BM.  Ms.      Is  a  mention  of 
a  work  by  Ibn  Yünus  called  jlT. 


No.  95.  You  doubt  this  being  possible  as  a  J*  ^  to  the  Saladi 


gives  two  wor 


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298        KAsmitcTni:  Naditrag  zu  Jahrgang  IX  Abt.  It  8. 74— llOl 

No.  146,  Slioiild  not  ai-Isa'  be  'AUsa"?  cf.  note  from  Gayaogos  in 
Pons -Boigi ICS  No.  196. 

I  find  this  author  cited  in  the  'Tu  ikli  - 1  -  Islam'  of  al  -  Dhaliabi  for 


Hinzufügen  möchte  icli  noch,  daß  bei  Nr.  14.')  noch  insbe.st)ndere  her- 
vorzuheben war,  daß  an  der  unter  Nr.  1  Iti  vet^eichneteu  Stelle  bei  Umckel- 
maiui  (I  337)  die  in  Uro  erinlteotti  BraehatQek«  mm  dem  Mugrib  des  Ilm 
Sft*id  aufg^hii  sind.  Ebenda  die  Literatur  von  Volters  und  de  Goeje. 
—  Das  IV.  Bueii  ist  liemusgegeben  von  K.  L.  Tallqvist,  Leiden  1399. 


Auf  einen  Punkt  ist  die  Atrfuierksninkeit  nocli  besonder-j  rn  lenken. 
Aris  der  oben  tnitp;eteilteii  Kc-st-stelhing  geht  ufTenhar  hervor,  dai^  zwischen 
*  der  Cherbonneaiischen  Liste  (ZDMG.  Bd.  9,  1855,  S.  ti-J5/t;J6  vgl. 
meine  Arbeit  S.  74)  und  der  Cixleraschen ,  trotz  der  auffallenden  Ubereio» 
Stimmungen,  keine  unaiittelbareu  Bea^iehungen  bestehen,  lai  denn  nun  — > 
sollte  dos  niefat  in  Algerien  oder  Tunesien  durch  die  frsnsösiselien  Kdicgen 
festgestdlt  werden  kennen?  —  Ober  die  Cherbonnesiische  Liste  gar  nichts 
Gewisses  «issunuiclien?  Was  war  sieP  Eäne  ihnliche  bibliograpfaiacbe  Zn* 
sammanstelluDgP  Oder  ateeicte  doch  mehr  dahinter? 

Daß  sie  mit  einer  von  Lord  Hunter  (nicht  Munster)  veranlaßten  Litlio> 
graphie  nichts  SU  tun  hat,  konnte  schon  Orient.  Lit*-Zeitung  Jahq;.10,  Nr. 4, 
Sp*  212  ff.  ausgesprochen  werden. 


Die  BemQhungen  Coderaä  und  Riberas,  durch  N'erbreitung  dieser  Liste 
etwaige  Reste  einer  so  wertvollen,  verscb<^leaeD  Literatur  «uffindea  sn 
helfen ,  sind  nicht  von  Erfolg  gekrdnt  worden.  Möge  die  erneute  Besehif- 
tiguQg  mit  dieser  Liste  vieltelcht  auch  tu  erneuten  Versuchen  in  derselben 
lUchtung  Veranlassung  geben.  Es  wSre  ein  kostbarer  Gewion,  wenn  auch 
nur  dnige  wenige  Worke  ihre  Wiederauferstehung  feiern  dßrften. 


2dd 


Dem  Andenken  Karl  Foys. 

Von  Martin  Habthann. 


K  ni-I  Toy  ist  vnn  uns  gegangeo,  das  Bild  des  ausgezeichneten  Gelehrten, 
das  Bild  des  vortrufTlichen  Menschen  zurfickiassend.  Cr  starb  nach  schweren 
Leiden,  wälurnd  drrpn  immpr  nocli  sein  rf«j(*r  Ofist  arhpitpte  und  mit  den 
ProbleiTM'D  rnnj;,  deren  I  nsnnii  er  sich  zum  Ziel«"  $^»'':"t/t,  auj  2").  Marz.  1907. 
Uber  seni  Leben  liegt  euie  Aufzeictinung  von  seiner  Hand  vor.  datiert  vom 
23.  September  1903,  die  kennzeichnend  für  seinen  Charakter  ist,  und  die 
ich  iui  Aiuizuge  i'ulgen  lasse.  Die  ihr  beigefügte  Liste  seiner  sprachlichen 
Arbeiten  ist  im  Anhange  gegeben,  mit  HinxulUgnng^  des  nicht  in  ihr  Auf- 
geiUhrteo  *« 

»Am  17.  November  1856  wurde  ich  als  zweiter  Sobn  des  Sduneldfer' 
meisters  Wilhelm  Foy  su  LudwigRlust  In  Mecklenburg -Sebwerin  geboren. 
Ich  besuchte  zun&chst  die  «Rektorschule«  in  unserm  Orte  und  wurde,  als 

diese  sich  plötzlich  in  eine  >ReaIscliuIe«  umgestaltete,  mit  übernommen. 
Noch  vor  Vollendung  des  vierzehnten  Lebensjahrs  erlangte  ich  das  Reife- 
xeugnis.  In  diese  Periude  fällt 'ein  Ereignis,  das  ich  hier  wold  erwähnen 
muß.  Ein  Minister  hatte  meinen  \'ater  fimrfi  eine  unf;ebiihrliclie  Redens- 
art (wie  mein  \'ater  wenigstens  an/iineiimen  schien)  beleidigt.  Ich  war 
natürlich  mitempHrt,  lieuchelte  einen  Festtag,  erhielt  von  der  Mutter  den 
nötigen  Soniitag^iuek  und  ging  einfach  /.umGroßlierzog  Friedrich  Franz  IL, 
um  meinen  Vater  zu  verteidigen.  Man  wollte  mich  nieht  voriassen.  Abw 
scblidSIich  empfing  mieb  der  leutselige  Ffirst  und  hörte  mich  mit  einem 
sehr  begreiflichen  Liebeln,  aber  auch  mit  großem  Emst  an.   Die  Sache 

wurde  im  Sinne  der  Gerechtigkeit  geregdt   Merkwürdig  eneheint 

es  mir  heute,  daß  ich  schon  in  ganx  Mher  Jugend  eine  unausrottbare  Be> 
geisterung  für  die  Griechen  nfthren  konnte.  Ich  überlebte  mit  meinem  Vater, 
ob  ich  nicht  nach  Absolvierung  der  Realschule  noch  ein  Gymnasium  be- 
^^nchen  sollte.  Wir  war'Mi  uns  darüber  einitj,  daß  wir  anstHndifj^tn-  Weise 
kt  inp  Geldiintersliitzun^  (Siij)enditim)  von  irgendwelcher  Seite  annehmen 
ilia  Iten.  Da  icl»  nun  ja  mit  Privatunterriciit  verdienen  konnte  und  inuner- 
hin  der  Unterstützung  meiner  so  sehr  liehen  Eltern  sicher  war,  ging  ich 

*  Bei  Nennuog  Foy  scher  Aiheitsn  ist  nach  Stiebwort  dtierl;  lllr  den  genauen 
Titel  ist  die  Zifbr  der  Liste  beigesetiL 


* 


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300 


HABTVAim:  Dein  Aiid«iik«n  Karl  Foys. 


ritif  das  Gymnasium  in  Parciiiiii  {Direktor  C.  C.  Hense),  aber  bereits  mit 
einem  ganz  bestimmten  Plane.  Da  es  die  Griechen  mir  einmal  angetxn 
hatten,  so  hatte  ich  vorher  ganz  allein  und  ohne  jede  Hilfe  zunäciist  tnit 
dem  alten  Lehrbuche  des  wackem  Kuhnert  uiir  die  Elemente  des  Griechi- 
•chen  ttnd  hierauf  durch  Xesophon*  und  Homer-LektOre  wdtere  Kenntoiaw' 
angeeignet  Mein  Han  war  aber  dieser,  nach  Erlangung  der  wiMenschtft' 
liehen  Ehren  und  B^g^bigungeo  in  Deutsebland,  mieh  in  die  EntwieUang 
des  GriechiselieD  au  Tersenlcen,  d.  h.  das  grieehische  Wesen,  das  nuch  w 
heaauberi  hatte  und  die  ginechische  Sprache  vom  Anfang  an  bis  heute 
nachzuempBnden  und  zu  begreifen.  Alles  ist  mir  j;eliingen,  und  ich  bin 
den  milden  Geistern,  die  Qber  mir  walten,  ewig  dafür  dankbar,  daß  sie 
mich  trotz  einem  so  schwSchlichen  Korper  zu  der  ErfHUung  meiner  seligsten 
Traume  mit  giiti^'er  Hand  liinangeleitet  haben.  Als  ich  das  AbittTrienteo- 
zeuguis  in  Parchim  erlangt  hatte,  wählte  ich  als  Universität  Leijtzig,  weil 
sich  dort  eiiie  griechische  hochintereäi>ante  Kolonie  beüudet,  die  iltr  Gottes- 
haus mit  einem  ständigen  Geistlichen  besitzt.  Ich  war  bald  in  der  Kolonie 
hefaniseh.  Ich  wurde  der  »deutBche  Lehrer*  slmtlicbo*  dort  stadierenden 
GrieehMi,  natQrlieb  um  mehr  zu  lernen  als  au  lehren.  Plrofeesor  Georg 
Curtius  interessierte  sidi  Titalicb  für  mich;  1879  widmete  ich  ihm  wm 
■Lautsystem  der  griechischen  VulgSrsprache« ,  das  grundli^^d  gewoidea 
ist  f&r  die  wissenschaftliche  Behandlung  des  Sp&tgriechiscben.  In  demselben 
Jahre  promovierte  ich  in  Leipzig.  Bald  darauf  wandte  sich  die  berühmte 
griechische  Mäcenatenfamilie  Odysseus  Negroponte  (Konstantinopel)  an 
mich  mit  der  Bitte,  die  Leitung  der  Erziehung  ihrer  Kinder  zu  fibemehmea. 
In  die^ier  Familie  bin  ich  viele  Jahre  pehlieben,  und  zwar  in  einem  Ver- 
hältnisse, (bis  eijrenartig  dastehen  dürfte.  Wir  verkehrten  uur  freund- 
schaftiicli  und  auf  dem  Standpunkte  der  absoluten  Gleichbereclitigung,  ohne 
daß  dies  \'erhältni8  auch  nur  ein  einziges  Mal  getrübt  worden  wire.  Im 
Hause  Negroponte  verkehrte  alle  NotabdnKonstantihopels,  die  Diplomsteo, 
die  Spitaen  der  tOrltisehen  Behfirden  usw.,  mit  denen  ich  mehr  oder  wenige 

vertraut  wurde   Minne  Stellung  bei  Negropontes  gewShrte  mir  die 

grSßte  Beweglichkeit  in  beaug  auf  Reisen.  Ich  habe  stets  mein  grofies 
Ziel,  die  griechischen  Mundarten  zu  studieren,  vor  Althen  g^abt  und  ia 
den  wissenschaftlichen  Or<;anen  darüber  beiiclitet.  Icli  habe  auch  ..\lbane- 
sisch»  gelernt  und  Zeit  gefunden,  einen  Teil  Allmniens  nordlich  von 
Joannina  zu  bereisen.  Ich  habe  mich  schließlich  mit  dem  Türkischen  be- 
schäftigen können.  Als  die  ?'amiiie  Negroponte  nach  Paris  übersiedelte, 
ubernaiiin  ich  auf  vieles  Drängen  noch  einninl  die  Ei'ziehung  elne^  jungen 
Griechen  aus  Ägypten.  Wir  wohnten  zunächst  auf  den  Prinzeninseln.  Spater 

waren  wir  längere  Zeit  bei  den  Tbessalonichern   Später  riet  maa 

mir,  eine  sdir  gute  Stellung  in  Athen  anzunehmen ,  f&r  die  der  damalige 
Premierminister  Trikupis  einen  Dentsäien  sudite^  Die  Sadie  aersehlug  sieh. 
Die  Professoren  der  Universitit  Athen,  die  zum  Teil  mir  persSnlieb  be- 
kannt waren  und  aum  Teil  schnell  wurden,  waren  ber«t,  mich  zundizn 
wählen,  doch  ging  dies  wegen  Äußerlichkeiten  nicht  sofort.  Idi  unterrichtete 
inawischen  einige  Wochen  haUwfficieU  und  hatte  einen  ung^aubUclien  Zu* 


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HAKTMAinr:  Ben  Andenkoi  KailFoTs. 


301 


dranfj;  (iilier  Hürorj.  Da  erkmnkte  meine  Mtjtter  schwer,  ich  nuißie  auf 
unzählige  lliobsposteii  nach  Deutschland  und  blieb  bei  dieser  üelef]i;enheit  in 
Berlin.«  Hier  wurde  Foy  durch  MinLsterialverfiligung  vom  16.  Mai  IH'JO  zum 
I^ichrer  des  Türkischen  am  Seminar  für  Orientalisciie  Sprachen  ernannt. 

Der  vontehmide  Eigenbericht  entUlt,  was  Aber  Foy  ta  sagen  ist  «u 
der  Zelt  vor  der  Tätigkeit  am  Seminar.  Nar  eine  Seite  seines  Wesens  ist 
darin  nicht  berührt.  Er  liebte  nicht  davon  zu  sprechen:  er  hatte  damit  ein 
Teures  bq^raben.  Um  den  werdenden  Foy  kimpften  swei  H&chte:  Icfinst- 
lerischea  E^npfinden  und  wissenschaftliches  Beobachten.  Jenes  zog  ihn  zum 
visionären  Aufnehmen  der  tlindrucke  und  zu  ihrer  formvollendeten  Wieder- 
gabe. Dieses  ließ  ihn  in  allem  einen  Gegenstand  der  eindringenden  For- 
.srhunj;  sehen,  die  nicht  nach  dem  Wie,  sondern  nacJi  dem  Warum  fraj^t. 
Die  Fähigkeit,  intuitiv  7,u  erfassen,  ist  ihm  geblieben.  Aus  d<'m  künstle« 
fischen  Au.sge.stalten  eine  Lebensaufgabe  zu  machen,  ein  rein  literarisch- 
dichterisches Schaffen  zu  üben,  fühlte  er  seine  Kraft  nicht  ausreichend. 
Seinen  nächsten  Freunden  ist  nicht  unbekannt,  daß  poetische  Versuche  von 
ihm  zu  einer  Ideineo  Sammlung  vereinigt  erschienen  sind^  EUoige  Malei  be- 
sonders  im  Anfang  unseres  Vericehrs,  hatte  ich  die  Freude,  von  ihm  Vw- 
deutschungen  persischer  Verse  (namentlich  aus  dem  Mesnewi  des  öeiileddin 
Rural)  zu  hören,  die  tiefes  Erfassen  des  Originals  und  meisterliche  Beliandlung 
der  Sprache  zeigten.  Davon  hegt,  sovid  mir  bekannt,  gedruckt  nichts  vor. 
Foy  äußerte  mir  gelegentlich,  er  habe  mit  dem  literarischen  Arbeiten  ge* 
brechen,  er  müsse  seine  Kraft  ganz  der  Wissenschaft  widmen. 

Das  Arbeitsgebiet,  an  dem  sein  Herz  hing,  hat  er  nicht  ohne  Kampfe 
aufgegeben.  Aber  als  er  das  neue  ergriffen,  wandte  er  dem  sein  Herz  zu. 
Zu  dem  Türkischen  iiat  Foy  während  seines  Aufenthalts  in  der  Türkei 
kaum  ein  innerliches  Verhältnis  gewonnen.  Es  schien  7unäch.st  keinen  Be- 
rührungspunkt mit  dem  ideal  gerichteten  Sinne  des  Jungen  Forschers  zu 
bnbeo.  Bd  seiner  Regsamkeit  war  ihm  natOrlidi  das  Äufiere  wohl  geläu6g, 
and  es  war  kaum  ein  Wagnis,  ihn  zum  Unterricht  am  Seminar  zu  berufen. 
Er  trug  Bedenken.  Doch  sobald  er  den  Auftrag  Qbemommm,  setzte  er 
sich  mit  dem  ihm  nidit  allzu  vertrauten  Gebiet  in  die  inneriidie  Verbindung, 
die  in  diesem  Fall  einzig  die  gedeihliche  Arbeit  ermöglicht,  d.  h.  er  nahm 
die  selbständige  Forschting  darüber  auf  und  suchte  sie  nacli  Kräften  water 
zn  fnliren.  Sehr  bald  hat  er  die  Probleme  erkannt,  die  auf  dem  Gebiete 
des  Osmmischen  /u  lösen  sind.  Die  systematisclie  Arbeit  führte  ihn  zwin- 
f^end  weiter:  die  ältere  Fonn  des  Osmanischen ,  ohne  deren  IV»fic!;tiiri^:  >fnneui 
historischen  Sinn  es  unmöglich  war,  das  moderne  »Türki-Nch*  /.ik  treiben, 
zeigte  ilmi  zahlreiche  Berührungen  mit  der  Spraeiie  Azerbaigäus,  dem  Azeri. 
Daß  die  vcm  üun  •slldt&rkisi^«  genannte  Gruppe  in  nicht  wenigen  £i*schei- 
nungen  eine,  zuidbshst  liefremdende,  Übereinstimmung  mit  der  Sprache  der 
alttürkischen  Inschriften  der  Mongold,  dem  KÖktQrkischen,  besaß,  konnte 
ihnot  nicht  verborgen  bleiben.   Die  Eigenart  des  SQdtllrkis^n  als  Sonder- 


>  Unter  dem  Utel;  »Lieder  von  Goldenen  Horn*,  Leipt%,  JUebss- 
klnd,  im  186  S& 


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302 


g|ruj>pp  innerhalb  der  Sprarfifunilie  ließ  sicli  nbpr  rmr  scharf  hcraiisnrheilen 
Im  GcRensaU  zu  andern  Gni|»iit  ri.  Unter  ihnen  fesselte  ihn  die.  die  uach 
dem  ( 'aTataischen ,  als  dem  bekaiintesten  literarischen  Vertreter,  beuannt  ist 
Er  nimmt  schon  in  seiner  Arbeit  über  die  8praclie  vod  Kalic  (8)  darauf 
besag.  Dunala  lagen  ihm  nur  Scheidi  Sateioiana  W5rt^iach  und  Vam* 
b^rys  Spradistttdiea  vor;  später  konnte  idi  ihm  aua  literariaehen  FondMUfea 
und  peraönlicher  Beobachtupg  der  geaprochenen  Sprache  Material  Uebn, 
daa  ihm  mehrfach  wleht%en  Anhalt  bot. 

Der  Zwang,  am  Seminar  auch  die  Oeachiehte  der  Türkei  vonutng«o* 
und  mannigfache  Anregungen  im  Gedankenau.stauathe  mit  den  Kollegen  Sff« 
neten  ihm  ein  Arbeitsgebiet,  das  zunächst  seiner  sprachlich -kritisch  gericb> 
teten  Anlage  ferner  lag:  das  der  kulturellen  Erscheinungen  X'onlerasiens  nnd 
SQdeuropas.  Vor  allem  behei'rschte  ihn  ein  Gedanke:  da--  Stndiiiin  der 
Zeil,  in  welcher  Griechentum  und  Türkentum  den  Entsi  lu  i  i luigskamr^f 
käin])t"ten,  wo  es  um  die  Zukuntt  loniens  und  der  Balkanhali)insel  j;iug. 
Die  Erben  einer  alten  Kultur,  physisch  und  moralisch  heruntei^ekommen, 
aber  dodi  nodi  dnen  Schimmer  dea  HeHenentoma  wahrend,  auf  der  eiaea 
Seile,  ein  kleines,  physisch  krlftlgea  Nomadenvolk,  nicht  ohne  ein  Sitteo- 
geaeta  im  Stammeskreiae,  aber  akrupdloa  g^gen  die  Fremden,  die  Beute 
versi^echen,  auf  der  andern  Seite:  das  waren  die  Parteien.  Der  obo^ 
fttchlichen  Betrachtung  erscheint  das  Osmanenvolk  wie  ein  Meteor,  der  Fall 
Konstantinopels  wie  ein  plötzlicher  Schlag.  Aber  schon  hundert  Jahre  Itng 
vorher  hatten  die  beiden  Parteien  in  Streit  gelegen ,  oft  auch  friedlich  neben- 
einander gehaust.  Die  Türken  Kleinasiens  waren  fi<st  überall  von  dem 
griechisch -by/.antinijschen  Geiste  berührt.  Die  Rouiiier  küuDteii  sich  dem 
Einflus.se  türkischen  Wesens  nicht  entziehen.  Sn  entstanden  Miscliforuien. 
Grenzgebiete  mit  Doppelcharakter.  Dieses  J>tadium  liiiu  erst  die  Politik 
verstehen,  die  das  siegreiche  Volk  den  Unterworfenen  gcgenOber  Qbte.  Oh 
diese,  sdbst  vom  Standpunkte  der  Sieger  aus,  richtig  war,  ist  tine  andre 
Frage.  Foy  wollte — das  hat  er  mir  einmal  ausführlich  auseinandeigesetit  — 
die  osmaniadi- griechischen  Bezidiangen,  die  dem  Falle  Konstantinopds 
voriiergfaigen,  aus  dem  sdir  aerstreuten  Material  xusammenatellen  und  eine 
kritische  Darstellung  von  ihnen  geben.  Kf  in  ui  li'^r  war  dazu  berufen 
wie  er,  der  hier  aus  beiden  Bornen  sdiöpft  n  konnte,  dem  romÜscheo  und 
dem  o<!manischen.  Erhebliche  BruclistQcke  der  geplanten  Arbelt  liegen  Idder, 
scheint  es,  nicht  vor. 

Eifrig  zusammengetragen  hat  Foy  zur  liösiing  eines  andern  Pri»blems, 
aus  einem  Gebiete  psychohigisch -sprachlicher  Vergleichung.  Ks  war  die 
Beschäftigung  mit  der  wichtigen ,  unter  dem  Namen  Bahi'ijje  bekannten  Denk- 
schrift des  osmaniachen  Admirab  Pir>i»Be1s  vom  Jfthre  1520  an  ihn  heraa* 
getreten.  Hier  packte  Ihn  die  Frage:  wie  geataltet  aich  in  dieser  Urkunde 
Ae  Terminologie  der  Windrose?  Die  eben  besprochenen  Beaiehongen  des 
Osmanentunw  und  Qriechentuma  mußten  ja  hier  besonders  kriftig  rieh  se^. 
da  das  Nomadenvolk  loneraaieDa  (6t  das  Seewesen  bd  dem  Volke  des  Lsad« 
mit  reichstgegliederter  Küste  in  die  Schule  gehen  mußte.  So  begann  er 
die  Arbeit  »Die  Windrose  bei  Osmanen  und  Griechen  mit  Be- 


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RAsnumtt  Dem  Andenken  Kari  Foys. 


303 


nutzuni^  (It'i  Hahrijie  d  e  s  A  d  m  i  r  n  1  s  P  ji"  -  i  -  R  e' i  s  vom  Jahre  1520«, 
deren  Fra^^inent  in  (iies«*n  Mitt«  iltirifren  Aufnaiinie  finden  wird.  Alver  unter 
den  Händen  wuchs  ihm  die  Arbeit:  da.s  Spracliliclie  und  spezieil  Historische 
trat  zurück  hinter  der  Frage:  Von  welclien  Gesichtspunkten  geht  die  Be- 
trachtung des  Hunmelt  bei  dea  ▼ersdiiedenen  VAIkero  mos?  Und  er  wurde 
nicht  müde,  die  OewifarsmlnDer  über  alle  KuUurkraise  (er  zog  auch  den 
ostMlatiacheD  hinein}  au  hefragen,  den  volkstAmlichen  Besdeknungen  und 
Vorstellungen  an  der  Hand  nichtgesehuli^r  Auskunftgeher  nacbsugehen.  So 
entstand  ein  zweites  Fragment:  ■Kompafi  und  Windrose- ,  das  vermut- 
lich als  ein  Teil  der  Geaamtarbeit  gedacht  war  (wird  hier  auch  veröffentlicht 
werden). 

Noch  ein  Wort  über  die  rein  sprachHchen  Arbeiten  Foys  zur  Ttirko- 
lopiP.  Aus  der  Li.^le  seiner  Arbeiten  ist  ersichtUcii ,  dnß  ilini  die  ])lione- 
tischen  Tatsachen  in  erster  Linie  standen.  Er  hatte  ein  klares  Bild  von 
der  Wichtigkeit  des  rein  physiologischen  Teils  der  Sprache.  Die  Unmög- 
lichkeit, die  Lautverhaltnisse,  die  sich  nicht  am  lebenden  Objekt  beobachten 
Inssen ,  anders  ala  durch  daa  Studium  der  Aufisdchnungen  su  erfassen ,  flihrle 
ihn  nur  soiyamaten  Behandlung  aller  Momente  dnr  fiberkommenen  Stibriftp 
dttkmiler,  die  phonetisch  verwertbar  sind.  Gerade  hier  Mietet  die  Unvotl- 
kommenh^  der  Überlieferung  ein  Hindernis,  das  oft  unQbersteigbar  scheint. 
Die  Benntaung  der  Überileferuog  wird  wertlos,  wenn  sie  nicht  streng  klas» 
sierend,  wo  irgend  angängig  zifTermäßig  arbeitet,  und  wenn  sie  von  einer 
Theoiie  ausgeht,  die  die  Ulierheferung  in  ihren  Dienst  zwingen  will,  statt 
ans  der  vorurteilslosen  Betrachtung  der  Uberliefernng  das  Gesetz  zu  ge- 
winnen. Die  (iefahr  de,s  (ieneralisif rnns  und  Seheniatisierens  ist  hier  so 
groß,  daß  man  ihre  Opfer  nicht  /u  m  liwer  anklagen  darf.  Foy  hat  die 
Verdienste  Radi  of  fs  um  die  Turkolo>;ie  voll  anerkannt.  Er  hat  aber  in 
der  B^^rßndung  seiner  AufTassung  des  Zeichens  fDr  i  in  den  kuktQrkischen 
Inschriften  gegenilber  Radioff  ein  wahres  Mdsterstfick  von  systematischer 
Behandlung  einer  Speiialfrage  geliefert.  £r  hat  darin  den  Beweis  für  die 
t- Aussprache  erbracht  und  damit  eine  bedeutende  Fehlerquelle  ittr  die  ver- 
gleichende Grammatik  und  Lexikographie  der  TOrlcsprachen  ausgeschaltet, 
zugleich  auch  bei  der  Beweisf&hrung  eine  FQlle  von  wichtigem  Material 
beigebracht. 

Doch  es  ist  hier  nicht  der  Ort,  an  der  Hand  von  Foys  Arbeiten  auf 
Spe/ialfragen  der  Turkologie  einzngehen.  Ich  habe  namentlich  im  Anschluß 
an  sein  » Azerbajganische  Studien  1»  (15)  des  öfteren  mit  ihm  die  Gedanken 
ausgetauifcht  Ober  die  morphologischen  Aufstellunj^eo  in  dieser  Arbeit,  über 
die  ich  abweichender  Meinung  bin.  Auel»  von  andrer  Seite  (Munkacsi, 
Melioranski)  kamen  ihm  Bemerkungen  zu*.  Eine  Bezugnahme  auf  diese 
Verhandlungen  war  in  dem  dritten  StQcke  zu  erwarten.  Es  war  Foy  nicht 
besdiieden,  es  fertig  au  stelle. 

Ala  Mensch  Ist  der  Verstorbene  durch  die  ZOge  gezeichnet,  die  sich 
in  seiner  Vita  finden.   Seine  Wahrhaftigkeit,  seine  Treue,  seine  Freiheit 

*  Siehe  Azerbtg^ische  Studien  U  (16)  S.  197. 


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S04  HAKTMAintt  Dem  Andenleeii  Kail  ¥of». 

von  jeder  Art  der  von  ihm  an  ?i!u)i"rn  so  peinlich  empfundenen  utx^ci'.yjn 
(das  war  das  Wort,  das  er  dann  gern  brauchte)  sind  seinen  Kreiinden  un- 
vergeßlich. Er  kannte  seinen  Wert,  wie  er  ein  scharfes  Auge  für  die 
geist^en  uud  aiuralischen  Qualitäten  andrer  hatte.  Aber  gerade  weil  er 
das  Hfielttte  erstrebte,  fühlte  er*  wie  weit  seine  Leistungen  hinter  diesen 
Höchsten  zurückblieben.  Und  nie  ennOdete  eri  das  als  unsnlinglich  Er* 
ksnnte.Deu  dorchzudenken  und  neu  damistdleo.  So  hatte  er  kaum  den 
ersten  Tdl  seiiutr  »Tmnsscriptiotistexte«  (13)  tum  Druck  gebracht,  da  war 
er  darQber  hinausgewachsen,  und  alsbald  ging  er  an  die  Umarbeitung.  In 
«Ueser  Selbstzucht  fand  er  die  Befriedigung,  und  in  diesem  Sinne  brachte 
er  auf  dem  ersten  Blatte  der  Umarbettuog  das  beseligende 

Wer  immer  strebend  sich  l)emflht, 
Den  können  wir  erifisea. 


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If  AKTMAKN :  Dem  Andenken  ICarl  Foy«. 


305 


Liste  der  Arbeiten  Foye. 

1,  Lau  t.s\ s  t»' m  <ler  griechisciieii  V  iilgärspraclte.  Lpipaiig« 
Teubner  1879. 

2>  Griechische  Vokalstiidien.   In:  Bezzenherger,  Beiträge  zur 

Kunde  der  indogermanischen  Sprachen.  Bd.  XII. 
3.  Of^i  ttira^ti^TtMwit  ?ai4/avtiei'.  In:  'Hue^c>.c7<ois  Konslantinopel  1883 

und  1884.  (Geschiclite  des  Infinitivs  in  spStgriechischer  Zeit  bis  auf 

heute.) 

4m  ilfjt  7y\  cc^ßtwiHY^-  y/.j  ttyk\  In:  Kc7|u.ec,  Konslnnliim|ii'l.  (Dnrstellung 
der  albanesisctieii  Sprache  in  ihren  verwandtscharUicheii  Beziehungen.) 

6.  Nenf;r  i»'fh  isc  he.s.  In:  Be  zze  n  be  r  er.  Beitrüge  znr  Kinule  iler 
indogti manischen  SptMclini  1900.  (tSamiiiliing  Icletuerer  kritisch- exe- 
j»et!sch»  i-  Artikel,  1  uml  11.) 

(i.  Da.s  A itlinisch-Tiirkisciie.  In:  Keleti  Szeuile.  1  (iyuO),  177fl'. 
und  2H6ff. 

7.  Der  Purismus  bei  den  Osnianen  In:  Mitt.  d.  Sem.  f*  Orient. 
Sprachen,  Abteilung  2.  1  (1898),  S. 20-^5. 

8.  Karafmisch-tfirkisehe  Sprachproben  aus  Kaliö*  in  Galizten. 
Wie  7:  1  (1898),  S.  172—184). 

9.  Studien  zur  osmanischen  Syntax.  Wie  7:  II  (1899),  S.  105 
bis  13<i. 

10.  Der  Personenname  und  das  Wort  demir.   Wie  7:  II 

(1899)  ,  S.  2H7— 293. 

11.  Tfirkisehe  Vokal.studien.   Wie  7:  III  (1900),  S.  IhU— 21Ö. 

12.  Zu  »Der  Per:»unenname  ^J^l  und  das  Wort  deinir«.  Wie  7: 111 

(1900)  ,  S.  21<;f. 

13.  Die  it'leütcn  o  Mua  n  i  .s  u  h  c  n  1  f  u  n  .s  sc  ri  p  t  io  n.s  te  x  te  in  guthi- 
schen  Lettern  \.   Wie  7:  IV  (1901),  S.  230— 277. 

14.  Die  ältesten  osmanisehen  Transscriptionstexte  in  gothi- 
schen  Lettern  IL  Wie  7:  V  (1902),  S.  23.^293. 

15.  Axerbajganische  Studien  mit  einer  Charakteristik  des 
SOdtrirkischen  L  Wie  7:  VI  (1903),  S.  126—193. 

16.  Azerbajganisehe  Studien  mit  einer  Charakteristik  des 
Srid  türkis  eben  II.  Wie  7:  VII  (1904),  S.  197— 26». 

17.  Türkise  h  er  Katalog  i.slamischer  Bl  eiste  gel,  angezeigt.  Wir 
7:  VII  (l'.»(i4),  S.  -277  279. 

Ib.  Die  Sprache  der  türkisrlipn  Tu  rfn  n  -  Fr  n  ^' m  c  n  t  c  in  mnni- 
cbäischer  Schrift.  I.  1.  I'^  i  u  1  e  h  n  n  li.  In:  Sit/uug>bt;tit.ht.e  der 
Kgl.  l'reuii.  Akademie  der  Wis.sen.schaften  19<»4.  i-lll  (S.  1389—1403). 

'  Nach  persSnliclier  Mitteilnng  ist  flberall  Matii  zu  schreiben. 


Hat  J.  Sem.  r.  Orient.  SprMlwo.  1907.  a  Abt.  HO 


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Geschäftliche  Mitteilung. 

-  ^ — 

1.  -Der  Pids  jedes  Jalugsngee  der  »MitteUimgaii«  (beBtehead 
aus  drei  AbteÜuiigeii:  1.  »OBtaaiatiaclie  Stadien«,  2.  »West- 
asiatiscbe  Studien««  3.  »Afrikanische  Studien*)  betragt  15, 

der  Preis  der  einzelnen  Abteilung  6  Aiark. 

2.  Die  > Mitteilungen«  sind  durcb  alle  Buchbandlungen  des  In- 
und  Auslandes  su  benehen. 

3.  Die  för  die  »Mitteilungen«  bestimmten  Zuschriften,  welche  in 

deutscher,  französischer,  enghschar  oder  italienischer  Sprache 
abgefaßt  sein  können,  wolle  man  an  die  Seminardirektiou, 
Berlin  NW  7,  Dorotheenstr.  6,  oder  an  die  einzelnen  Kedak- 
teure  adressieren. 


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Mitteilungen  des  Seminars 
für  Orientalische  Sprachen 

an  der  Königlichen 
Friedrich-WilhelmS'Universität 

zu  Berlin 


Herausgegeben  von  dem  Direktor 

Prof.  Dr.  Eduard  Sachau 

Olk.  ObaHhfltnatirat 


JAHRGANG  X 

DRITTE  ABTEILUNG:  AFRIKANISCHE  STUDIEN 


Berlin  1907 
Kommissloiisveriag  von  Georg  Reimer 


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Mitteilungen 

des  Seminars  für  Orientalische  Sprachen  zu  Beriin 

Dritte  Abteilung 


Afrikanische 
Studien 

Redigiert  von 

Prof.  Dr.  C Velten,  Prof.  Dr.  J.  Lippert 
und  Prof.  C  Meinhof 


1907 


Berlin 

Kommissionsverlag  von  Georg  Reimer 


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Inhalt. 


Seite 

Seminarchronik  filr  die  Zeit  vom  Oktober  1906  bia  August  1907    I 

ZeiciMo^mdie  das  SwevoUcM  fai  Dmtach-Tcigo.  Von  Diedrich  Wester- 

mann   1 

Blkke  in  dM  Zauber»  nnd  GMerweaen  der  Aikloer  Weetefrikaa.  (Foftaetnmg.) 

Von  C.  Sptess  15 

Die  Sprache  der  Bariöho.    Von  P.  Giist.  Alf.  Adams  34 

Termini  technici  der  Rindereucht  treibenden  Watusi  i»  Deutsch -Ostafrika.  Von 

^  Dahl  84 

Ungaiatiacbe  Stadien  in  OaUfKita.  (Portaetrang.)  Von  Carl  Melnliof  .  .  90 
Fi  i:>;e  Bemerkungeil  über  das  Verbum  im  Masai.    Von  H.  A.  Kokken  •   •    •  1*24 

Cher  Sitten  und  nebräuche  in  Hnu«?:!     Von  A  d  a  m  M  i   c  Ii  I  i  r  h  155 

Kurze  Skizze  der  Lautlehre  des  Kipangwa.  AufgeiioninuMi  vom  Verfaitöer  im 
Paügwaiande  in  den  Jaiirea  19()2/03  nach  den  Vorschlägen  vua  C.  Meinhof 
in  desaen  Werk  •Grundriß  einer  Lautlehre  der  Bantusprachen«.  Von 

M.  Klamroth  182 

über  die  Bedeotimg  der  Hauaaaoation  fllr  nnaere  Togo-  und  Kanerankolome. 
Von  Plt>£Dr.Lipperl  193 


MM.  d.  Sc«,  t  Oricat.  SimmImii.  1907.  HL  Abt 


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I 


Seminarchronik  für  die  Zeit  vom  Oktober  1906 

bis  August  1907. 


Da.  Semiiiar  zählte: 

a)  im  Wintersemester  1906/07:  311  Mitglieder  —  daranter 
10  Post-  und  10  Eisenbahnbeamte  ak  Mitglieder  des  Kursus 
bebufe  Ausbildung  im  praktischea  Gebraueli  der  russi- 
schen Sprache  —  und  19  Hospitanten  und  Hoapitantinnen. 
Gesamtzahl  der  Seminarbesucher:  330  Peisonen. 

b)  im  Sommeraemester  1907: 197  Mitglieder  —  darunter  6  Post- 
und  7  Eisenbahnbeamte  als  Mitglieder  des  Kursus  behufs  Aus* 
büdung  im  praktischen  Gebrauch  der  russischen  Sprache  — 
und  6  Hospitanten  und  Hospitantinnen.  Gesamtzahl  der 
Seminarbesttcher:  202  PeiBOi|en. 

Der  Lebik6rpcr  bestand: 

a)  im  Wintersemester  1906/07  aus  27  Lehrern  und  12  Lt-ktoren. 
Zu  Beginn  den  Wintersemesters  wurde  der  bisherige 
Hilfslehrer  des  Hussisclieu,  Herr  Dr.  A.  Pjilme,  zum  etats- 
niäßi<*en  Lehrer  dieser  Sprache  am  Soniinar  ernannt.  Anfang 
Februar  1907  trat  Herr  Wang  Clnng  Doo  aus  8chan!?hai 
als  Lektor  für  den  chinesischen  Dialekt  von  Shanghai  in 
den  L(dirkör[)pr  des  Seminars.  Mit  Kude  des  Semesters 
siliieden  (Ui  Hilfslehrer  des  Russisehen,  Herr  P.  Klent/.e, 
sowie  die  beiden  Suaheli -Lehri^ehilfen,  Suedi  bin  1  ar- 
jallali  und  Tabu  bin  Uledi,  aus  dem  Dienste  des  Seminars: 
letztere  kehrten  iu  ihre  Heimat  Hagamoyo  in  Deutsch- üst- 
afrika  zurück. 

Am  25.  Mär/,  1907  verstarb  nach  kurzem  Leiden  der 
Lelirer  des  Türkisehen  am  Seminar,  Professor  Dr.  K.  Foy. 
Er  hatte  dem  Lehrkörper  seit  dem  Herbst  1890  angehört. 
Dem  Lehrer  des  Suaheli,  Herrn  Professor  Dr.  Velten, 
wurde  der  Rote  Adlerorden  IV.  Klasse  und  den  beiden 
chinesischen  Dozenten,  Herrn  Hsüeh  Shen  und  Herrn 
Yao  Pao  Ming,  der  Kronenorden  IV.  Klasse  verliehen. 


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If)  im  Somraerscmestcr  1907  aus  26  Lehrern  und  12  Lektoren. 
Mit  Anfang  des  Semesters  wurde  der  diplomierte  Schüler 
der  türkischen  Klasse.  Herr  cand.  jur.  Kurt  Kamke,  ver- 
tretungsweise mit  der  Abhaltung  türkischen  Unterrichts  und 
der  Verwaltung  der  Geschäfte  der  vakanten  türkischen 
Lehrerstelle  beauftragt.  Gleiclizeitig  traten  an  Stelle  der 
in  ihre  Heimat  zurückgekehrten  Suaheli-Lehrgeliilfen  Suedi 
und  Tabu  die  neuen  Lehigehilfen  Saleh  bin  Omar  und 
Makinyo  Makanyaga  aus  Tanga  in  den  Dienst  des 
Seminars.  An  Stelle  des  frühern  Hilfslehrers  des  Russi- 
schen, Herrn  Klentze,  trat  Herr  Baron  Rein  hold  von 
der  Osten-Sacken  in  den  Lehrkörper.  Am  Schlüsse  des 
Semesters  schieden  der  Lehrer  des  Arabischen,  Herr  Pro- 
fessor Dr.  Paul  Schwärs,  und  der  Lektor  des  Auihari- 
schen,  Herr  Aleka  Taje.  aus  dem  Lehrkörper  des  Semi- 
nars aus.  Letzterer  kehrte  in  seine  Heimat  Abessinien 
zurück. 

Der  Seminarunterricht  erstreckte  sich: 

a)  im  Wintersemester  1906/07 

auf  18  Sprachen: 
Chinesisch,  Japanisch,  Arabisch  (Syrisch,  Ägyptisch,  Ma- 
rokkanisch), Amharisch,  Äthiopisöh,  Persisch,  Türkisch, 
Suaheli,  Guzerati,  Hindustani,  Haussa,  Fulbe,  Bantu- Laut- 
lehre, Englisch,  Französisch,  Neugriechiscfa,  Ruminisch, 
Russisch  und  Spanisch 

und  6  Realienfächer: 
wissenschaftliche  Beobachtungen  auf  Reisen,  Tropenhygiene, 
tropisclie  Nutzpflanzen,  Landeskunde  von  Deutsch-Ost- 
airika,  Landeskunde  der  deutschen  westafrikanischen  Ko- 
lonien sowie  Kolonial-  und  Konsularrecht,  Britisches  Weit- 
reich. 

ü)  im  Soinmorscmester  1907 

auf  21  Sprachen: 
Chinesisch,  Japanisch,  Arabisch  (Syrisch,  A^ryptisch,  Ma- 
rokkanisch), Andiarisch,  Äthiopis(;h,  Persisch,  Türkisch. 
Suaheli,  Guzerati,  Hindustani,  Haussa,  Fulhe,  Ewe,  Naroa, 
Herero,  Knglistdi.  Französisch,  Neugriechisch,  iiumänisch, 
Russisch  und  Spanisch 

und  6  Realienfächer: 
wissenschaftliche  Beobachtungen  auf  Reisen,  Tropenhygieu««. 
tropische  Nutzpflanzen,  Landeskunde  von  Deutsch -Ost- 


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m 


»ftika,  I^iodeskande  der  deutschen  westafnkaniaclien  Ko- 
lonien, Deutscbe  Kolonien,  wirtschaftliche  Geschichte  Nord- 
amerikas. 

Der  Unterricht  wurde  erteilt: 

a)  im  Wintersemester  1906/07  zwischen  8  Uhr  morg^ens  und 
8  Uhr  abends. 

6)  im  Sommersemester  1907  zwischen  7  Uhr  morgens  und 
8  Uhr  abends. 

Fenenkui-sp  fanden  während  der  TTerhstferion  190G  ^'on^  15.  Sep- 
tember his  14.  Oktü])er  und  während  der  Osterleneu  1907  vom 
15.  3Iärz  bis  zum  14.  April  statt. 

Zu  außerstatntenmäßigen  Terminen  im  Man  1907  so%vie  zum 
statutenmäßigen  Termin  im  Sommer  1907  brachten  die  nachstehend 
▼erzeichneten  Mitglieder  des  Seminars  durch  Abl^ung  der  Diplom- 
prüfung vor  der  Königlichen  Diplom -Prüfungskommission  ihre 
Seminarstudien  zum  vorschriftsmäßigen  Abschluß: 

1.  Franz  Schmidt,  Referendar,  im  Arabrach-Marokkanischen; 

2.  Wilhelm  Lange,  eand*jur.,  im  Persischen; 

3.  Heinz  Buchen  thaler,  Oberleutnant,  im  Chinesischen: 

4.  Hans  Taubert,  Oberleutnant,  im  Chinesischen; 

5.  Wilhelm  Hesse,  stud,  jur.,  im  Chinesischen; 

6.  A'rtur  Hösel,  stud,  jnr.,  im  Chinesischen; 

7.  Egon  Krukow,  stud,  jur.,  im  Chinesischen; 

8.  Walter  Strzoda,  stud,  jur.,  im  Chinesischen; 

9.  August  Baiser,  stud,  jur.,  im  Chinesischen; 

10.  Gottfried  Dehio,  stud,  jur.,  im  Chinesischen; 

11.  Eugen  Neumann,  stud,  jur.,  im  Chinesischen; 

12.  Hans  Hülsen,  stud,  jur.,  im  Chinesischen: 

13.  Erich  von  Wurmb,  stud,  jur.,  im  Chinesischen; 

14.  Erwin  Stroetzel,  Referendar,  im  Chinerischeii; 

15.  Kurt  Berger,  stud,  jur.,  im  Japanischoi; 

16.  Viktor  Riesenfeld,  stud,  jur.,  im  Japanischm; 

17.  Jakob  Wolff  söhn,  stud,  jur.,  im  Japanischen; 

18.  Walter  Dirks,  stud,  jur.,  im  Japanischen; 

19.  Ernst  Gier  lieh,  stud,  jur.,  im  Japanischen; 

20.  Paul  Prieß,  stud,  jur.,  im  Arabisch -Ägyptischen; 

21.  Herbert  Diel,  stud,  jur.,  im  Arabisch -Marokkanischen; 

22.  Alfred  Freu n dt,  stud,  jur.,  im  Arabisch-Marokkanischen; 

23.  Johannes  Haake,  stud,  jur.,  im  Arabisch-Marokkafiischen; 

24.  Reinhold Oertelt,  stud.jur.,  im  Arabisch-Marokkanischen: 


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IV 


25.  Gerhard  Gue rtler,  stud,  jur.,  im  Türkisdien; 

26.  Kurt  Zicmke,  stud,  jur.,  im  Türkischen; 

27.  Paul  Kutzner,  MittelschuUehrer,  im  Russischoi; 

28.  Frans  Lencer,  Eichmeister,  im  Kuaaiadbeo. 

Soweit  vom  Seminar  aus  festgestellt  werden  konnte ,  haben  die 
nachstehend  aufgofuhrten  Mit^rlieder  des  Seminars  während  der  Zeit 
vom  August  1906  bis  dahin  1907  in  verschiedenen  Ländern  Asiens 
und  Afrikas  Amt  und  Stellung  gefunden: 

1.  Karl  Stein  fahr  er,  Referendar,  aus  Mecklsaburg-Streliti, 
als  DolmetschereLeTe  bei  der  Kaiserlichen  Gesandtschaft  in 
Tanger; 

2.  Martin  Fischer,  Referendar,  aub  Anhalt,  desgl.  in  Peking; 

3.  Kurt  Scheffler,  Referendar,  aus  Berlin,  desgl.  in  Kon- 
stantinopel : 

4.  Eugen  Löhr,  Asse^^sor,  aus  ProTins  Sachsen,  als  höherer 
Beamter  bei  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch- 
Ostafrika; 

5.  Eugen  Dinkelacker,  Assessor,  aus  Württembei^,  desgl.: 
(>.  Wilhelm  Lorch,  Oberleutnant,  aus  Bayern,  als  Offisier 

der  Schutz  truppe  in  Deutsch -Sudwestafrika; 

7.  C&sar  Wegelin,  Oberleutnant  aus  Bayern,  desgl.  in 
Kamerun; 

8.  Gustav  Cunow,  Oberleutnant,  aus  Bayern,  als  Offizier 
bei  der  Grenzregulierungskomuiission  in  Kamerun; 

9.  Kurt  von  Sten^niaun  und  Stein,  Oberleutnant,  aus 
Schlesien,  als  Offizier  der  Schutztruppe  in  Deutsch -Ost- 

a  (Vika ; 

10.  Wilhelm  Bock  von  Wulfingen,  I^utnant,  aua  Han- 
nover, desgl  : 

11.  Bnrghard  Rabe  von  Pappenheim,  Leutnaoti,  aus  Hessen- 
Nassau,  desgl.; 

12.  Franz  Reuter,  I^utnant,  aus  Westfalen,  desgL  in  Ka- 
merun ; 

13.  Karl  Lessei,  Leutnant,  aus  Königreich  Sachsen,  desgl.: 

14.  Erich  Schiller.  Kolonialeleve,  aus  Westfalen,  als  Kolonial- 
eleve  bei  dem  Kaiscrhchen  Gouvmement  von'  Deutsch- 

Ostafrika: 

15.  Fritz  Weidner,  Kolonialeleve,  aus  Hamburg,  desgl.; 

16.  Josef  Bauer,  Kolouialeleve,  aus  Bayern,  desgl.; 

17.  Albert  Hager,  Kolonialeleve,  aus  Königreich  Sachses, 
desgl.; 


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V 


18.  Gottfried   Plauu,    Koloiiialeleve,   au»   Hessen  -  Nassau, 

19.  Oskar  Karstedt,  Dr.  jur.,  Kolonialeleve ,  aus  Berlin, 
desgl. ; 

20.  Moritz  Kurz,  Kolonialclcvc,  aus  Württemberg,  desgl.; 

21.  Gustav  Lauff,  Kolonialeleve,  aus  Württcinberg,  desgl.; 

22.  Karl  Orth,  Kolonialeleve,  aus  Hessen- Nassau,  de^gl.; 

23.  Rudolf  Häuser,  Verkehrspraktikant,  aus  dem  Elsaß,  als 
—  Beamter  bei  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch- 
Ostafrika; 

24.  Justus  Ma.this,  Verkehrspraktikant,  aus  Lothringen, 
desgl.; 

25.  Franz  Hiller,  Laudmesficr,  aus  Berlin,  desgl.; 

26.  Ludwig  Schoeo,  Polizeibureaudiätar,  aus  der  Rheio- 
provinz,  desgl.; 

27.  Georg  Hesse,  Finanzaspirant,  aus  dem  Großherzogtum 
Hessen,  desgl.; 

28.  Rudolf  Ucgucr,  Bahnadjunkt,  aus  Bayern,  desgl.; 

29.  Max  Schar  lau,  Schichtm^ster,  aus  Brandenburg,  desgl.; 

30.  Max  Spennemann,  Forstbeamter,  aus  Berlin,  als  Forst- 
beamter hei  dem  Kaiserliehen  Gouveraement  von  Deutseh- 
Ostafrika; 

31.  Felix  Jahn,  Forstheamter,  aus  Ostpreußen,  desgl.; 

32«  Bernhard  Krumm,  Lehrer,  aus  dem  Rheinland,  als  Lehrer 
an  einer  Kegierungsschule  in  Deutsch- Ostafrika; 

33.  Ernst  Rottner,  Postdirektor,  aus  Baden,  als  Vorsteher 
des  Kaiserlichen  Postamts  in  Konstantinopel; 

34.  Wilhelm  Rothe,  Postdirektor,  aus  Hannover,  desgl.  in 
Daressalam; 

Z$,  Paul  Burthal,  Telegraphenassistent,  aus  Königreich  Sachsen, 
als  Postbeamter  in  Deutsch- Ostafrika; 

36.  Kurt  Menge,  Postassistent,  aus  Pommern,  desgL; 

37.  Fritz  Waßmuth,  Postassistent,  aus  Hessen -Nassau, 
desgl.; 

38.  Georg  Krueger,  Missionar,  aus  Hannover,  als  Missionar 
in  Sudchina; 

39.  Ernst  Eich  ho  ff,  Missionskandidat,  aus  Hessen- Nassau, 
desgl.  in  Deutsch- Südwestafrika; 

40.  Guetav  Becker,  Missionskandidat,  aus  der  Rheinprovinz, 


41.  Christian  K&lihirt,   Missionskandidat,  aus  Sachsen- 
Meiningen,  desgl.  ■ 


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VoD  den  vom  Sennnar  herausgegebenen  Pubiikatiooea  K>t 
im  Dezember  1906  Band  XX  der  «Lehrbikciier  des  Seioi- 
nsTs:  Mischlich,  Wörterbuch  der  Haussaaprache«  fi^ 
schienen,  während  von  dem  »Archiv  für  das  Studium 
deutscher  Kolonialsprachen«  Band  V:  Costantini,  Lehr- 
buch der  neupommerschen  Sprache,  und  Band  VI:  Hendle, 
die  Sprache  der  Wapogoro,  in  den  nächsten  Tsgen  nir 
Auagabe  gelangen  werden. 


Der  Direktor, 
Geheimer  Ober-Regieningarat 

Sachau. 


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1 


Zeichensprache  des  Ewevolkes  in  Deutsch -Togo. 

Von  DiEDRicH  Westermann, 


L  AUgemeliiM« 

Ansitze  zu  einer  Schrift,  .symbolische  Mittel  der  Oedanken> 

mitteilung. 

£iiiie  Schrift  hai)eii  die  K\\ «  titj^er  nicht  erfunden;  es  fehlt  zwar  nicht  an 
gewissen  VpimicIkmi.  einen  Cicdanken  diu'ch  ein  äußeres  Zeichen  zu  fixieren, 
um  iim  mittels  desselben  wiedei  ins  Gedächtnis  /.urückrufen  können; 
auch  finden  wir  Ansätze  zu  dem  weiteren  Zweck»  durch  solche,  wenigstens 
in  gewissen,  meist  geschlossenen  Kreisen  bekannte  oder  verabredete  Zeichen 
einem  andern  eine  Mitteilung  zu  machen.  Aber  alle  diese  Versuche  sind 
auf  niedriger  Stufe  st^en  geblieben  und  sind  stets  nur  in  ganz  beschrlnk- 
tem  Mafia  Allgemeingut  geworden.  Die  Gründe  zu  dieser  Stagnierung  nach 
kurzem  Anlauf  sind  leicht  einzusehen:  es  feldte  uWerhanpt  das  Bedürfnis, 
zu  dessen  Weckung  doch  ein  regerer,  mehr  interessierter  Geist  als  der  des 
Negers  erforderlich  war;  es  ist  ferner  charakteristisch,  daß  man  wohl 
mancherlei  Anfange,  Ansätze,  aber  nirj^ends  fin  VVeiterbaiirn  auf  diesen 
Anfanf^en,  nir<rends  pin  tieferes  Kindringen  in  ein  Problem  sieht;  der  Neger 
umcht  wohl  einen  Anlauf,  aber  der  P^rfolg  oder  auch  Mißerfolg  reizt  ihn 
nicht  zum  ForUsclnilt  oder  auch  zur  Wiederholung  des  gescheiterten  Ver- 
suches; endlich  liegt  es  ihm  ganz  fem,  eine  «gemachte  Erfindung  zu  Nuts 
und  Frommen  anderer  weiterzugeben,  im  Gegenteil,  das  Geheimnis  wird 
argwöhnisch  gehütet,  um  soviel  als  möglich  in  sdbstsücbtiger  Welse  aus- 
gebeutet werden  zu  können;  niu*  einem  Lieblingskinde,  das  des  Vaters  be- 
sonderes Vertrauen  geniefit,  wird  es  milgetdlt,  oder  alier  es  mufi  durch 
schwere  Opfer  erkntift  werden. 

In  alien  Versuchen  der  Eweneger,  einen  Gedanken  zu  fixieren,  wird 
stets  der  dedaiike  als  ein  untrennbares  Ganzes  dargestellt,  sei  es,  daß  eine 
Be<;eberilieit  malerisch  dargestellt  wird,  sei  es,  dal3  gewisse,  fest  bestimmte 
Zeiciif^n  fiir  Wiedergabe  gewi&ser  Gedanken  dienen.  Nie  wird  ein  einzelne« 
Wort,  eine  Silbe  oder  gar  ein  Lftut  auf'ueyeichnet .  sondern  stets  ein  gau/.er 
Satz  oder  ein  Komplex  von  Sätzen.  Wiest:  Art  von  Sclirift  steht  den 
EiHreem  am  niehsten,  da  sie  in  ihrer  Spradie  überhaupt  ein  einzelnes  Wort 
(ausgenommen  den  Fall,  daß  das  einzelne  Wort  einen  selbstSndjgen  SatB 
bUdet),  gesell weige  einen  Laut,  nicht  unterscheiden,  sondern  nur  den  ganzen 

BlitLd8«M.(0ri«Bt.SfM]M0.  It07.  HL  Abt  I 


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2 


WwRWAini:  Zeichensprache  des  Ewwolkes  in  Dentadi  »Togo. 


Satz  als  eine  nnteilbai  o  Einheit  fassen.  Dieser  EiKentOmlichkeit  der  Sprach- 
anffassunp  st^'ht  auch  die  TromiDelsjirache  nahe,  nur  fjiht  sie  statt  des 
Farhenhildes  ein  Tonbild,  das  je  einen  jj;an7.en  GeciiiMken  darstellt;  dieses 
Bild  besteht  wohl  aus  verschiedenen  einzelnen  Teilen,  Tönen,  die  aljer 
einzeln  nichts  bedeuten ,  sondern  nur  als  Ganzheit  einen  Sinn  haben.  Man 
kSnnte  die  Trommelsprache  eine  fUr  das  Ohr  beredinete  Schrift  nemient 
ebenso  wie  auch  der  geübte  Telegraphist  das  Telegramm  nur  nad)  den 
Gehör  aufnimmt,  ohne  auf  die  Schrift  zu  sehen. 

1.  Die  nichatliegende  und  naivste  Fixierung  einer  Begebenheit  be- 
steht darin,  daß  die  ganze  Begeb^ihdt  bildlich  darstellt  wird;  so  findet 
man  an  Wanden  Zeichnungen  aus  weißem  oder  rotem  Ton,  die  Jagd* 
Szenen,  Kämpfe  usw.  darstellen,  die  aber  stets  auf  eine  bestimmte,  dem 
Maler  vor  Augen  schwebende  .Iap;ds/ene  tisw.  deuten  utid  an  sie  erinnern 
sollen.  Hierbei  können  natfirlicli  nur  die  Hauptereignisse  df*r  Handlunp 
umrissen  werden,  die  Zeit  und  nlle  Nelienutuständi'  kommen  gar  niclit  fum 
Ausdruck;  sie  können  nur  durch  den,  der  die  Begebeniieit  miterlebt  und 
gemalt  hat,  überliefert  und  wiedergegeben,  gedeutet  werden. 

2.  Ein  Fortschritt  lit^t  in  folgendem  Ver&hreo:  an  die  Außenseite 
der  Kalebassen  werden  Herfiguren  gescbnitst,  die  ein  Spridiwort,  eine 
Redensart,  ein  *  Wort  der  Alten«  darstellen,  in  dem  das  geschnitste  Tier  — 
Cham&leon,  KrokcNÜI,  Sdilange,  Leopard  usw.  —  genannt  wird;  sobald 
der  dieser  Schrift  Kundige  die  geschnitate  Tierfigur  erblickt,  welfi  er  das 
dadurch  veranschaulichte  Sprichwort  zu  nennen. 

3.  An  eine  lange  «Schnur  werden  verschiedenerlei  Gegenstände  {je- 
bunden .  wie  Stöcke,  Federn.  Steinclien,  leere  Maiskolben;  jeder  dieser 
Gegenstände  bedeutet  ebenfalls  ein  Sprichwort  (»der  eine  alte  Cberlief»  !  nne. 
und  der  Eingeweihte  liest  sie  fließend  ab,  (Dies  erinnert  in  etwas  an  die 
Quipos  der  Peruaner,  vgl.WAiiz,  Antbiopologie  der  Naturvölker.  IV,  470fr.) 
Diese  unter  1  bis  3  gemannten  Mittel  der  mechanischen  Gedankenfixierung 
finden  sich  nur  vereinzelt,  am  ehesten  noch  in  den  Farmweilem,  wo  nach 
getaner  Tagesarbeit  der  gewohnte  Zeitvertreib  der  Stadt  f^tt  und  dadurch 
der  Sinn  filrs  Beschauliche,  Nachdenkliche  ^er  geweckt  und  erhalten  wiid. 

4.  Will  jemand  einen  vor  ihm  Uzenden  Termin,  eine  Verabredaqgi 
eine  ausstehende  Fordcnmg,  einen  ihm  angetanen,  noch  heimzu?  nid  enden 
Schimpf  oder  Ähnliches  im  Gedächtnis  behalten,  so  zeichnet  er  mit  Kohle^ 
weißer  oder  roter  Ivrde  einen  Strich  an  die  Wand  seiner  UQtte  oder  kerbt 
einen  Stock  ein. 

ö.  Die  Höhe  einer  ausstehenden  Fordenuisz;  odei-  einer  zu  zaiiU'in^^'i 
Schuld  halt  man  tladurcb  fest,  daß  man  fiir  je  eine  bestimmte  Siimine. 
z.  B.  t'iir  eine  Mark,  eine  ivauninuschel  beiseite  legt  und  aufbewabri. 

6.  Auf  Wanderungen  macht  der  des  Weges  kundige  N'orangeliend« 
den  Nachkommenden  dadurch  den  rechten  Weg  kraotlich,  dafl  er  auf  all« 
zu  vermeidende  Nebenwege  Gras  oder  Bl&tter  streut  oder  mit  einem  Stock 
einen  Querstrich  über  sie  deht.  Bei  Wanderungen  durch  unwegusi' 
Steppen  legt  der  Vorangehende  in  gewissen  Absuden  dnen  Stein  in  eine 
Baumgabelimg,  dies  dient  den  Nachfolgenden  als  W^zeiger.  —  Verfolgt  der 


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Wksikrmakn:  Zt'M'l»ensj)rai'lie  des  Kwevolkos  in  iJouUdi -^'i  ogu. 


JSger  die  Spur  eines  Wildes,  so  lep^t  or  an  der  Stelle,  wo  die  Spuren 
vom  Wege  ab  in  den  W^ald  oder  Busch  führen,  ein  BlätterbQschel  nieder, 
dies  dient  einem  etwa  nach  ihm  der  tileirhen  Sptir  nach^ehondon  .Tai^er  als 
7.p]rhen,  daß  schon  jemand  auf  der  Fährte  des  Wildes  ist;  er  kehrt  des- 
liaih  um,  weil  sonst  der  andere,  durch  das  Geriuiscli  getauscht,  auf  ihn 
schießen  kütuite.  In  anderen  Getjenden  knickt  dei-  .lägei-  die  jungen  Zwei^io 
zu  Seiten  seines  Weges  ein;  ein  spater  des  gleichen  Weges  Gehender  sieht 
aogleich,  ob  die  Kniekungen  fiisch  oder  sdion  vom  gestrigen  Tage,  alio 
Itlr  ihn  unbedeutend,  sind. 

Das  bisher  Genannte  erinnert  immerhin  einigermaßen  an  das  Sehrwi- 
ben,  sofern  es  Mitteilung  an  einen  xeitUdi  oder  riumtich  Entfernten  be- 
zweckt; daneben  gibt  es  noch  eine  eigentliche  Zetchenspradie  «wiseben 
Person  und  Peison  unmittelbar,  die  also  nicht  dazu  dienen  soll,  einen 
danken  fest/.ulialten,  sondern  nur,  ihn  auf  anderem  als  dem  ge\'  nlinlichen 
Wc<;e  der  Sprache  w  eiterrngeljen.  Hiervon  wird  in  nnsgiehigem  Maße  und 
in  mancherlei  Art  Gebrauch  gcniaclit;  mittels  dersellien  kann  niTi  sich 
b^juem  unterhalten,  o!>ne  daß  ein  dabeistehender  Uneingeweihter  tiwas 
vereteht.  Zu  dieser  Zeichensprache  wird  auch  gern  gegriffen,  wenn  man  • 
etwas  Delikates,  Indezentes  oder  eine  Trauerbutsctialt  zu  berichten  hat. 

1.  Ist  jemandem  ein  schweres  Unglück  zugestoßen,  oder  hat  er  eine 
schlimme  Nachricht  zu  melden,  so  nimmt  er  ein  Blatt  zwischen  die  Lippen; 
dies  bedeutet,  niemand  darf  ihn  anreden  oder  fragen,  und  auch  er  darf  zu 
niemandem  sprechen;  vielmehr  gellt  er  direkt  ins  Geh6ft  des  Hluptlings, 
wo  er  sich  still  hinsetzt,  bis  einer  der  anwesenden  MKnner  aufspringt  und 
dem  Boten  zuruft:  »Das  gewaltige  Tier  weigert  sich  nicht,  zu  brftllen« ; 
hiermit  hat  er  dem  Überbringer  der  Nachricht  lodemnit&t  zugesichert  und 
er  darf  sprechen. 

2.  Das  TT-aLren  fines  dunkrlioten  Unischlagetuches  ist  Zeichen  tiefer 
Trauer;  beim  l'odc  eines  Häuptlings  tragen  es  alle  seine  Angeh5i'is7»'n  und 
zeigen  dadurch  de?»  Todesfall  an;  es  ist  nicht  gestattet,  den  IVaueifall 
mundlieh   bekanntzumachen  oder  t'iberhaupt  von  dem  Ableben  des  iiäupt- 

lings  zu  reden.  Auch  in  die  Nachbarorte  werden  Boten,  mit  diesem  roten 
Tuch  bekiddet,  geschickt;  jedermann  versteht  die  Bedeutung  dieser  Sen- 
dung, ohne  den- Überbringe*  zu  fragen. 

3.  Pfeffer  und  Salz  (auch  Flintenkugeln  und  Salz,  oder  Flintenkugeln 
imd  Maiskörner)  sind  Symbol  filr  Krieg  und  Frieden;  der  Hiuptling  eines 
kriegslustigen  oder  schw  r  I  f-Ieldigten  Stanunes  schickt  an  den  feindliclien 
Stamm  einen  Boten  mit  Pfeifer  und  Salz;  nimmt  der  Häuptling  den  Pfeifer 
an  und  seliickt  das  Salz  /ur&ck,  SO  ist  damit  der  Krieg  erklärt,  im  andern 
Falle  bittet  er  um  Frieden. 

4.  Als  im  Akwamukriege '  dei'  Häuptling  von  Feki''*,  ein  Vasall  des 
Aku iunukünigs,  zur  Pllege  seines  krank  gewordenen  ^Sohnes  hehnkehrte 
und  infolgedessen  viele  seiner  Leute  ebenfalls  den  Kriegsschauplatz  ver- 


*  Akwamo  ist  eine  Landsdiafi  westlich  von  Togo,  am  Yolta. 

*  Peki  ist  eine  Akwamu  irtther  unterworfene  Landsdiaft  dwndert. 


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4 


Wmwhaiik:  Zekbensiiradie  des  Ewevolkes  in  Dentaeh-Togo. 


ließen,  schiclcte  ihm  der  Akwamukönig  12  volle  Maiskolben  mit  der 
Drohung,  für  jedes  Korn  der  12  Maiskolben  werde  er  ihn  um  100  AoAi 
(1  höht  ^  1  Jftark)  strafen ,  falls  er  nicht  alsbald  auft  Schlachtf(d4  zurllckkelire. 

5.  WeiBer  Ton  ist  Sinnbild  der  Unschuld,  Freisprechung,  Rufi  oder 
Kohle  das  der  Schuld.  Verurteilung.  Bei  Gerichteverhandlnngen  werden 
nach  der  geheimen  Beratung  der  Altesten  («Geschworenen«)  der  ta  dieser 
Geheimberatung  Freig(>8procfaene  mit  weiBem  Ton,  der  Verurteilte  mit 
Ruß  oder  Kohle  auf  dem  rerlitcn  Ann  und  am  Kopf  bestrichen;  hier- 
ni!i  ist  ihnen  der  Gerichtsentsclieid,  ohne  noch  ausgesprochen  zu  werden, 
diktiert. 

H.  Das  Zerreißen  eines  Prrashalmes  be<if'iitt't  gän/.lirhr  TrcTuitJuc 
/.wiseiicn  Eltei*n  unti  Kitidern;  dies  kommt  soltfii.  mii-  narh  niv^tcm  Stseit 
vor;  scheiden  sich  so  Vater  und  Sohn,  sijul  .sie  fiutan  einander  wie 
Fremde;  selbst  wenn  der  Vater  stirbt,  dar!  der  Sohu  au  der  Totenfeier 
nicht  tdlnehmen. 

7.  Wenn  äwei  feindliche  Parteien  sich  rersöhnen,  so  wird  im  Ge- 
hSft  des  Hftuptlings  eine  rote  Muschel  zerbrochen,  dem  Vertreter  jeder 
Partei  ein  Stück  gegeben  und  der  Rest  ins  Meer  geworfen.  Hiermit  ist 
der  Friede  offiziell  geschloasen.* 

8.  Der  Ilorndeckcl  eines  Käfers,  lun  den  Hals  getragen,  bedeutet, 
daß  man  freundlos  oder  der  einzige  Ül>erlebende  unter  seinen  Angehörigen 
ist:  dasselbe  wird  nuch  beim  Tanzen  dadurch  ausgedrückt,  daß  man  einen 
Finger  nuf  die  Brnst  lei;t  und  dann  huclihebt. 

9.  Der  fast  eigioße,  äußerst  li;trte  Same  einer  i^ian»-  u  ird  um  den 
IlaLs  getragen  als  Zeichen  der  Ausdauer  lujd  Furclltl(lsi^keit.  des  'I'n>tües 
gegen  seine  Feinde;  dem  gleichen  Zweck  dient  eine  gewisse,  besonders 
bd  Jünglingen  beliebte  Haarfrisur. 

10.  Hierher  sind  auch  zu  rechnen  die  Abzeichen  der  HJUipilinge  und 
KGnige,  die  alle  eine  symbolische  Bedeutung  haben.  Es  sind  dies  in 
Silber  oder  Gold  erhaben  gegossene  Bilder,  die  auf  dem  hölzernen  GriiT 
des  Staatsschwertes  (flt/'KS,  dta$i^)  oda*  auf  der  K5nlgstrommel  befestigt 
werden,  oder  ans  Hut/  uesehnitzte  und  auf  den  Hauptlingssehirm  gesteckte 
Figuren.  Meistens  sind  es  Tierfiguren,  die  die  Maclit  des  Häuptlings  und 
seines  Stammes  darsteilen,  z,  B.  eine  adfitca  genannte,  sehr  kleine  Antilope, 
die  von  sich  sagt,  sie  sei  der  Könifx  der  Tiere  (-der  I'^lefaut  ist  im  Walde, 
aber  ich  bin  der  Herr  des  Waldes •)■•  «in  Leopard.  Löwe,  Adler.  H'sdn. 
Krokoilil,  ein  Mensch  mit  einer  Flinte  oder  einem  wie  zum  Köpfen  beitit 
^eluUtenen  Schwert  in  der  Hand.  Zweigt  sicli  \on  einer  Ortschaft  ein  Teil 
ab  und  gründet  eine  eigene  Niederlassung,  so  tragen  beide  als  Alizeicheo 
auf  ihrem  Staataschwert  ein  kldnes,  gegossenes,  doppeltes  Staatsachwert, 
d.  L  an  einem  Stiel  befindet  sich  an  jedem  Emde  je  ein  Sciiwerl.  .\uf  die 
KönigstrtHnmel  ist  oft  eine  sehr  giftige  Schlange  {JtroäMima)  geschnitzt  als 
Zeichen,  dafi  man  nicht  mit  sich  spaßen  lasse  und  jeder  sieh  rorsetien 
mOge,  bevor  er  mit  dem  Besitzer  dieser  Trommel  Streit  anfange. 


^  Vgl.  Reiodorf,  Htstoiy  of  the  Gold-CoasL 


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WEarncKHANir:  Zeicheuspniche  des  Ewevolkea  in  Dentsdi-Togo.  5 

11.  ESne  auf  die  obige  Art  g^ossene,  auf  eiuein  Schwert  befefrtigte 
Fliege  bedeutet:  «Geh,  kioipfe  und  stirb!-  Wird  ein  solches  Schwert 
vom  HXupÜing  dem  Truppenfiihrer  geschickt,  so  ist  das  flir  ihn  der  Bd^dil, 
lieber  im  Kampfe  tu  ialten  ab  liesiegt  heiinxukehren.  Eine  Schnecke  auf 
dem  Schwert  sagt:  Sei  vorsichtig  und  laß  dich  uidit  leicht  fangen  wie  eine 
Selm«  ( Ue!  Eine  Axt  bedctitet  Fähigkeit,  durch  dick  und  dQnn  au  dringen 
cur  EiTcichuog  seines  Zieles. 

Einige  weitere,  allgemein  bekannte  und  anerkannte  Mittel  der  Mit- 
teilung und  Verständigung  seien  noch  genannt. 

12.  Die  Zahl  der  .Sklaven,  die  jemand  geknuH  hat,  wird  anj^e/.eigl 
durch  ebenso  vii  le  Kauriniuschein ,  die  auf  eiue  ädiuur  gereiht  um  ein 
Stuhlbein  gebunden  werden. 

13.  Trifft  man  jemand,  den  man  besuchen  wollte «  nicht  zu  Hause» 
so  zupft  man  eine  Handvoll  Dachgras  aus  und  1^  es  vor  die  Tflr,  oder 
man  zieht  einen  im  Geb6ft  stehenden  Gegenstand,  z.  B.  einen  Topf,  von 
seineui  Platz,  auch  legt  man  wohl  seinen  Spastierstock  vor  der  TQr  nieder, 
nm  90  den  Helmkehrenden  von  dem  beabsichtigten  Besuch  in  Kenntnis  zu 
setzen. 

14.  Jedermann,  der  unterwegs  im  Walde  i-ino.  angezapfte  Weinpalme 
mit  dem  geffditeii  Topf  darunter  findet,  darf  nncli  Belieben  aus  diesem 
'l\)|d'  trinken  untei*  der  Bedingung,  daß  ei-  vor  dem  Fortgehen  ein  Blatt 
auf  den  Stamm  der  Weinjmhne  legt,  ri.tci  läßt  er  dies,  so  wird  sein  Tun 
als  Dieiistahl  angeselien  und  lj(>sti  al'i.  t^heuso  darf  jeder  Hungi  ige  aus  dem 
auf  der  harm  stehenden  Jani>>pficlier  sich  eine  Jainsknolle  herausnehmen, 
rüsten  und  essen,  wenn  er  vor  dem  Fortgehen  mit  dem  Fuß  oder  einem 
StcNrk  einen  Strich  quer  vor  den  Jauisspeicher  zieht. 

Id.  Hat  jemand  einen  Baum,  besonders  eine  Weinpalme,  gefallt, 
ohne  unbestrittener  Besitser  zu  sein,  so  l^gt  detjenige*  der  ebenfalb  An- 
spruch auf  den  Baum  erhebt,  ein  Böndel  Palmblfttter  oder  Gras  auf  den 
Baum,  oder  er  ninunt  die  zur  Aufnahme  des  ausrinnenden  Palmweines 
untergestellten  Tupfe  weg  und  stellt  sie  abseits;  .s(»bald  der  Filier  der 
Palme  den  damit  ausgedrückten  Einsprucli  merkt,  kelirt  er  um  in  den  Ort 
und  fragt  nneh  dem  Tater;  dieser  tnilflet  sich,  imd  mm  geht  man  in  He- 
nieinsehafl  der  Allesleii  und  eines  Knalien  au.s  ji-  eim  r  Familie,  uui  an  Ort 
und  Stelle  die  Besitzgrenze  fest/.u.steUen  und  Ji-iIi-n  Ans[)riu'hp  zu  prüfen; 
die  Ivnaben  werden  als  Fortpllanzer  des  Entselieide.s  uulgeauuanen. 

16.  Nach  heidnischem  Reiigionsgesetz  ist  es  verboten,  eine  ganze 
Traube  PalmnCtsse,  Pissng-  oder  Bananeiifrüchte  oder  ein  ganzes  BQndel 
Brennholz  in  den  Ort  zu  bringen;  vielmehr  maß  die  Traube,  das  BQndel 
vor  dem  am  Ortseingang  stehenden  (das  tJhel  abwehrenden)  galgenartigen 
Gerüst  niedefigdegt  und  in  kleine  Teile  zerl^  werden,  bevor  es  in  den 
Ort  gelangt.  Stellt  nun  Jemand  eine  solche  Traglast  ab,  um  sie  später  in 
kleineren  Mengen  heimzuholen,  so  legt  er  ein  GrasbOndel  oder  eine  Hand- 
voll Erde  darauf;  hierdurch  ist  die  Last  als  Eigentum  eines  anderen  kennt- 
lich gemacht,  tmd  dies  Zeichen  wird  stets  respektiert. 


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G 


Wk!)"!  ermann:  Zeichensprache  des  Eu'cvoikes  iu  Deutsch  -  Togo, 


2.  Die  Trommelspraehe. 

In  der  R<'gel  werden  bei  dw  rruinmeisprache  drei  Troininela  initje 
verschiciieaer  Tonhöhe  gehrauclit: 

a)  Die  beiden  atupani,  ein  KUsainineDgebüriges  Trommelpaar;  nun 
unterscheidet  die  mlnnliche  und  die  weibliche  Atu}>ani,  und  swar  hat  die 
männliche  den  höheren  (d.  I.  den  hdleren,  stirkeren)»  die  weibliehe  den 
tieferen  Ton. 

b)  Die  <Auha\  ihr  Ton  ist  noch  tiefer  als  der  der  weiblieben  Ata|nnL 
Die  beiden  Atupsni  sind  in  der  Form  dnander  gleich »  sie  sind  aus 

H0I7.  geschnitxt»  haben  eine  Brette  von  50—  80  cm  und  eine  Höhe  von 
100  —130  cm;  nach  unten  verengen  sie  sich  haLsartig,  so  daß  sie  einer 
groLVn  tjmgestnl|)ti'ti  Flasclir  f^lpichcn.  B^irlr  sind  an  der  nheren,  weiten 
ÜfTnung  mit  Tieiliaiit  lu'Sjiannt;  der  Ton  unterschied  wird  dadurch  hcr- 
gf'stellt,  dnß  ilif  Haut  der  männlichen  1  roiniiifl  fester  erespannt .  also  straffer 
ist  als  die  der  weibliclien.  licitle  Tronimeln  werden  nahe  aneinander  ge- 
stellt, so  daß  ein  zwischen  ihnen  stehender  Mann  bequem  beide  schlage» 
kann;  an  einem  zwischen  beiden  eingeranmiten  gegabelten  Stock  werden 
sie  festgebunden.  Die  Abuba  ist  breiter  und  hSher  als  die  Atupani  und 
wird  in  der  Regel  mit  der  dicken  B&fTelhaut  bespannt;  sie  wird  vod  einem 
Eweiten  Mann  bedient.  Im  Notfall  genflgen  jedoch  auch  die  beiden  Atupini 
aliein  zum  Sprechen* 

Kine  z.weite  Sprechtrommel,  die  för  sich  allein  geschlagen  wird,  ist 
die  ayhlotiu ,  d.  i.  Hakensclilägellrommel;  sie  wird,  wie  übrigens  Atupani 
und  Abuba  auch,  mit  einem  rerhtwinkliti  ^eh«»«ienen  llolzschlägel  gesrli!a!rpn. 
während  die  meisten  S  p  i  c l  trnmmehi  mit  d^n  ll  liidefi  i:e>ehlnp;eii  wcnl-  ri. 
Die  Agblüwu  ist  be<leutend  iileiner  als  die  Alupuni  und  Aliul>a;  sie  wii\i 
beim  Schlagen  unter  dem  Arm  festgehalten;  sie  findet  lauge  niclit  so  aus- 
giebig Verwendung  wie  die  drei  vorgenannten. 

Wahrscheinlich  haben  die  Cweer  die  Tromnidsprache  von  dem  Tsehi^ 
Volk  auf  der  GoklkQste  erhalten;  die  Atupani  und  Abuba  stammen,  wie 
schon  ihr  Name  zeigt,  sicher  aus  dem  Gebiet  der  Tschispradie,  und  auch 
die  Wörter  lud  Sit«e  der  Trommelsprache  sind  in  der  Reget  Tsclii  und 
nicht  Ewe.  Viele  Leute  lernen  eigens  die  Tschisprache  /.u  dem  Zweck, 
die  Trommelspraehe  verstehen  zu  können.  Im  Norden  des  KwegeWete« 
hat  die  Trommelsprache  weitere  Verbreitung  als  im  Süden,  wie  der  ganze 
Norden  überhaupt  voui  Westen,  dem  Tschigebiet .  sj)eziell  dem  Asantereich, 
stark  beeinllußt  worden  ist  (hierher  kouunt  z.  U.  aueh  der  iraii/e  Könijs- 
pomp)  während  das  südliche  Kweland  vorzu^^sweise  unter  üsilichem,  also 
von  Daiuiuie  kouuneudem  EinÜuß  gestanden  ist. 

Die  AgblQwu  ist  eine  im  Ewelande  heimische  Trommel;  sie  wird  ia 
der  Ewesprache  geschlagen.  Bemerkt  sei  noch,  daß  auch  die  Eingeborenes 
selber  die  Gedaokenmitteilung  mittels  der  Trommd  •Trommdspraclie«, 
nennen;  do  wugbe  heißt:  die  Trommdsprach«  anstimmen ,  sich  der 
Ti-oromel  bedienen. 


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WikjtiLU^A^iK :  Zeicheiispractie  des  Ewevolkes  in  Deutach  -  Togo.  7 

Faat  jeder  EingeboreDe  beiierrscht  die  Trouiinelspraclie  uml  versteht 
auch  sie  zu  schlagen.  Die  Kinder  lernen  sie  meistens  auf  dem  Felde, 
wohin  sie  von  ihren  Eltern  mitfi;enonimen  werden.  »Sie  schnitzen  sich  zwei 
Stöcke  von  verschiedt-ner  Dicke  oder  Liin^e  (also  von  vfn-scfiiedenem  Ton), 
ief;en  sie  über  die  Knie  und  schlagen  sie  mit  zwei  anderen  Stocken.  Den 
FrautMi  ist  es  nicht  f*estattet,  die  Spiechtroniinel  zu  rüliren,  auiv  i  m  Not- 
lailen;  wtna  ■/..  H.  alle  Männer  weg,  in  der  Steppe  oder  im  Waide,  sind 
und  es  tritt  irgeudein  wichtiges  Ereignis  ein,  darf  eine  der  TrommeU 
Sprache  kundige  Fittu  die  Männer  mitteb  der  Sprechtrommel  von  dem 
Geschehenen  in  Kenntnis  setasen. 

Die  Tonsfasl&nde  zwischen  mlnnlicher,  weiblicher  Atupani  und  Abnba 
sind  etwa  je  dne  Quarte.  Es  beseiehnet  also  die  mSnoliche  Atupani  den 
(in  der  Schrift  durch  ~  wiedergegehenen)  Hochton,  die  weibliche  Atupani 
den  ("^)  Mittelton,  die  Aliuha  den  (^)  Tiefton.  Die  ganze  Trommel- 
sprache  der  Eweer  beruht  nämlich  auf  den  musikalischen  (und 
dyn'Tmi?5chen)  Sill)eti  tonen.  ,lede  vSilhe  wird  ]i-  nnrh  ihrer  Tonhöhe  in 
der  gesprochenen  Spraciie  durch  einen  Ton  aul  einer  iler  diei  Trommeln 
wiedergegeben.  Lärjfje  und  Kürze  einer  .Silbe  kontien  hierbei  nicht  aus- 
gedrückt werden ,  wolil  aber  die  rhythmisclien  Intervalle  /wiseheu  den 
einzelnen  Tönen;  der  dynamische  StarkUm  wird  durch  stärkeres  Auf- 
schlagen ausgedrückt  So  erlAlt  s.  B.  (König)  drei  Schllge:  einen 
auf  die  weibliche  Atupani ,  swei  auf  die  inKnniiche;  Njfänkdp^  «rliftlt  den 
ersten  Schlag  auf  die  weibliche*  den  sweiten  auf  die  mSnnliebe*  den  ersten 
wieder  auf  die  wdbliche  Atupani.  Mandimal  trommelt  man  mittels  nur 
2  Tönen  (also  2  Tronuneln),  wobei  dann  die  Mittelt5ne  je  nach  ihrer 
.Stellung  den  liocb-  oder  den  Tieftönen  zufallen,  und  benutzt  in  die.sem 
Fall  die  Abuba,  um  den  dyii.unixhen  Ton  au^udrücken  oder  auf  eine 
Silbe  !)«»sonderen  Naciichuck  zn  lrü;en.  —  Nun  kann  ja  an  sich  z.  H.  ein 
IvoHiplex  von  H  Sill)en  mit  heslimmter  Tonhöht'  (wie  /..  H.  qhenf)  nur  ein»; 
Be<lent»ing  hah<-n;  dfin  liegen  über  ist  aber  zu  sagen .  daß  ein  ein/.elne^s  Woit 
als  selbständigem  danzes  in  der  Kwespracijc  überhaupt  nicht  existiert  und 
auch  auf  der  Trommel  nicht  wiedergegeben  wii'd;  e-s  werden  vielmehr  stets 
nur  ganxe  Sitae  baw.  Satakomplexe  getrommelt,  und  so  kann  natürlich  in 
einem  andern  Satisusammenhang  das  gleiche  dreisilbige  Wort  mit  einem 
Tief-  und  swei  HochtSnen  einen  ^nx  anderen  Sinn  haben.  * 

Das  mittds  der  Sprechtrommel  AusdrOckbare  ist  also  gewissermaßen 
ein  Vokabularium,  das  anstatt  aus  einseinen  Wörtern  aus  Sitzen  und  Satz- 
komplexen  besteht;  der  Inhalt  die.ses  > Voknbtilars '  muß  natürlich  dem 
Trommelnden  und  dem  Hörer  bekannt  sein,  d.  h.  er  muß  von  vornherein 
wissen,  was  dieser  oder  jener  Trommel.satz  bedeutet,  ein  nicht  Kintjeweihter 
wurde  iim  niclit  verstehen  können.  Eben  diese  Silhentön«',  die  im  Kwe 
eine  so  wichtige  Rolle  spielen,  machen  die  Sprache  auLV'rordenilich  ge- 
eignet, auf  rhythmische,  musikalische  Art  wiedergegeben  /.u  werden,  ja,  sie 
mußten  bei  einem  \'olke,  das  eine  so  fast  unbezwingliche  Neigung  hat, 


>  Tg^.  mein  •W&rlerbiwh  der  Ewe« Sprache-,  Eudeitoog,  S.25*ff. 


8  WamuiAini:  ZeidieMprmdie  des  EwerolkM  in  Deotach-Tofa 


ji-<!iii  r<in  nachzuahmen,  fast  notw  emlig  dar.iiif  hinriihirii  •.  /.uinal  wenn  es 
iiiiei»  praktischen  Bedürfnissen  so  sehr  entge^t-nkaju,  vvit'  es  hier  dt-r  Fall 
ist.  Auch  die  gesungenen  Melodien  der  Eweer  sind  durcliaus  al»liäii;{ig 
▼on  d«D  Silbentonen  der  Spivche:  ein  llochton  in  der  Sprache  wird  abu 
sowohl  auf  der  Trommel  ab  auch  beim  Silben  xu  einem  Hochton« 
ein  Mittelton  «um  Mittelton  usw.«  und  hiernadi  orientiert  sich  die  ganze 
Melodie. 

Schon  hieraus  verstellt  sich,  daß  die  Trommelsprache  nicht  eigentlich 
einer  gemeinsamen  Verabredung  ihre  Entstehung  verdankt.  Viehnehr  wird 
man  sich  denken  können ,  daß  Anfanglich  in  ganz  natürlicher  Tonnach- 
ahnninü  (]lf  Tonbilder  krii'rerer,  oft  gebrauchter  Atisdrüfke,  7.  W.  der  N.ime 
oder  tMf)  rühmender  Ht  iiiame  dev  Häuptlings,  niif  der  TrorntHel  vvif<lt'i - 
gegeben  und  -inch  olme  wfiteie>  \(in  jedem  HOier  verstamlen  \vurclt.n. 
Auch  die  Bildiaig  größerer  Tonfigureii  bcndit  ja  stets  auf  den  Tönen  der 
ge.sproclienen  Sprache;  freilich  werden  solche  nicht  f^ne  weiteres  ver- 
standen ,  aber  ihre  Bedeutung  verbreitet  sich  sdir  rasch  in  die  durch  den 
Klang  der  Trommel  errtichhare  Umgebung. 

Die  wohl  urspriingliche  und  auch  jeixt  noch  vornehmste  Bestimmung 
der  Trommelsprache  ist  die  eines  öffentlichen,  obr^^eitlieheD  Nachridiien- 
dienstes  vom  Wohnort  in  die  umliegenden  Farmdorfer  und  Steppen  und 
von  Ortschaft  zn  Ortschaft.  Und  /.u  diesem  Zweck  ist  sie  vorzuglich  gp- 
eignet;  die  Zahl  der  allgemein  bekannten  Ttmfiguren,  also  Sätze,  ist  doch 
so  groß,  daß  sie  fast  alle  Verhältnisse  und  nio^lirljen  Ereignisse  des  rif»- 
faehen,  in  fest  <:e!iiitulfii»'ti  Regeln  verlaufenden  I^ebeiis  dtr  Eingehe ut-ueji 
iiinfaßt;  außerdem  i.«st  es  tietn  Tronuuelnderi  leieht.  dei"  l  idmuieisprache 
nicht  angehörige  Wendungen  zu  umscin  eiben ,  .so  daß  in  Wirklichkeit  nicht 
bald  ein  Fall  eintreten  wird,  dem  der  Trommler  nicht  gewachsen  wire. 
Handelt  es  sieh  nicht  um  eilige,  wichtige  Mitteilungen,  sondern  lun  harm- 
lose  Unterhaltungen,  so  rfihrt  man  die  Sprechtroaimel  fr&h  morgens»  spit 
abends,  nachts  oder  aüch  wihrend  des  Regens,  weil  dann  der  sonst  herr- 
schende Tageslftrm  nicht  stört;  auch  behaupten  die  Eingeborenen,  wih- 
rend der  Tageshitzr  dringe  der  Schall  nicht  so  weil  wegen  der  heft^ 
zitternden  Luft;  Jede  lonfigur  wiixl  dreimal,  o(i  auch  noch  hauBger.  ge- 
schlagen. Bei  ruhiger  Luft  und  falls  auf  einem  etwas  erhöhten  Platz  ge- 
ti"<»minelt  wird,  ist  der  Schall  wrnii^sten«  ;nif  eine   Entfernung  von 

G  Stunden  deutlich  veriit'lunljar  und  d:is  ( ii'trt»min»Mti'  «leinHörer  \  t'l  standlich. 

(Man  kann  die  i  rommelspraclie  sowohl  der  1  eleplumie  al.s  der  Tele- 
graphie  vergleiriien;  ersterer,  sofern  der  erzenigte  Sdiail  m  die  Ferne  ge- 
tragen whrdf  um  dort  gehört,  verstanden  und  beantwortet  au  werden, 
letaterer,  insofern  nicht  das  Wort  der  menschlichen  Rede»  sondern  dneauf 
rdn  mechanischem  Wege  erzeugte  Schaltfigur  das  Mittel  der  Mttteiltuig  ist, 
nur  daß  bei  der  (Morse«)  Tel^piaphie  Uoge  und  KQrae,  bei  der  Trommel- 
sprache Hohe  und  Tiefe  Hir  die  Bedeutung  des  Schalles  baw.  Tones  ent- 
scheidend sind.) 

In  der  Regel  beginnen  du«  Unterlialtn nucn  nuttels  der  Trommcl- 
.sprache  mit  einer  (ebenfalls  getrummeltcn)  Anrufung  oder  einem 'Lobpreis 


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WssTKRtLANN:  Zeicheiispraclie  de«  F.\vevolk<*.s  in  Deiit.scli-Togo.  9 

Gottos.  iiru!  zwar  wird  hierbei  stets  nur  der  Name  des  huchsten  Gnttes  (in 
Tschi  Nyahkopqn  oder  Odomankama^  in  Ewe  Mawtt),  nie  der  einer  Unter- 
l^ottheit  (Tschi  ahosom,  Ewe  trfi)  {»enfliint:  einipe  sc^IcIhm'  Annifitnp:fn  sind: 
•  Großer  Gott.  SrhRpfpr  des  Hiiiimels  und  der  Erde,  der  tlu  Kf^rcn  iitul 
Sonnensciit'in  gil)St,  außer  dir  fürchten  wir  nichts!  Großer  Gott,  hilf  uns! 
Wenn  du  uns  hilfst,  fiirchten  wir  nicht-s.«  »Üie  Wege  durchkrt-uzcn  die 
Flusse,  d'w.  Vlüssti  durciiicreuzen  die  Wege;  welche  sind  älter?«  (Antwort:) 
•Die  Wege  stammen  von  llenvelieii,  die  F1fl»e  Icommen  von  Gott.«  «Von 
alters  her,  von  alters  her,  Gott  ist  von  alters  her;  er  hat  alles  in  die  Welt 
gescbiciit  voD  alters  her!«  «Die  Termite  zernagt  Dinge,  sernagt  Gottes 
Dinge,  aber  sie  semagt  nieht  Gott.* 

Eine  sdu*  wichtige  Rolle  spielt  die  Sprechtrommel  im  Kriege;  jeder 
Befehl  an  die  Krieger  oder  anch  an  einen  weiter  entfernten  Heerest«»!! 
wird  mittels  derselben  bekannt  gegeben;  Jäger  von  Beruf  durchstreifen 
fortwährend  da>  Gclandr  und  teilen  jede  Bewegung  des  Feindes  sof]cl«'ich 
dein  Tjonimlcr  mit,  der  sie  nlsh.ild  detu  Heere  l»<>kanntpil)t.  Atich  der 
Verkehr  mit  den»  i'eindliciien  Ii«  t  i  t^  findet  auf  ehendiese  Weise  statt.  Der 
Iläuptlint;  l8ßt  B.  seinen  Gegner  auriurdern:  »Wenn  du  Mut  hast  wie 
ich,  dann  komm  mit  deinen  Leuten  uioi-gen  frfdi  nacli  dem  Dorf  A.;  dort 
wolteo  wir  kämpfen.*  Gern  gefallen  sie  sich  darin,  das  feindliche  Heer 
au  sehnAhen  oder  in  Angst  zu  jagen:  «Wenn  ihr  kein  Pulver  und  keine 
Kugeln  habt,  so  kommt  nur  her;  wir  geben  euch,  damit  ihr  auch  Krieg 
(Dhren  kdnnt*  «Ihr  habt  Pulver  gekauft,  aber  kein  Hers  (Mut)!  Nicht 
mit  Pulver  allein  kimpft  man;  man  braucht  auch  Hers  dasu.«  »Geht  und 
kauft  eudi  Kraft  hei  dem  K6nig,  der  Kraft  hat.*  —  Durch  die  Trommel- 
sprache  wenlen  die  sich  zerstreuenden  Krieger  wieder  zusammengerufen, 
wird  ihnen  Siep:  oder  Niederlage,  der  Refi'hl  zimi  .XnixrifT  oder  zum  Rück- 
zug. e\entMell  mit  Atc'-die  des  einsuschlflgenden  Weges  und  der  zu  beob- 

achtenden  Taktik,  imiuil  'ilt. 

Auch  wenn  ein  Naclil)arort  von  der  bevorstehenden  Ankunlt  eiue.H 
europäischen  Beamten,  einer  größeren  Karawane  usw.  rcchizciug  benach- 
riditigt  werden  soll,  femer  bei  Einberufung  von  Palavern,  VerkAndigung 
wichtiger  Geriehlsentaeheidungen ,  Erlassung  von  Gesetzen  leistet  die  Sprech- 
trommel gute  Dienste.  —  Häufiger  und  zugleich  harmloser  sind  die  Gespritehe 
und  Neckereien,  die  die  Trommler  zweier  Ortschaften  im  Auftrage  oder 
doch  Einvei«tindnis  des  Häuptlings  miteinander  ftihren.  Jeder  Ort,  auch 
jetle  hervorragende  Persönlichkeit,  hat  einen  Beinamen;  dieser  wird  (lieber 
und  liäu6ger  als  der  eigentliche  Name,  weil  er  bezeichnender  ist)  auch  auf 
der  Trommel  wiedergegeben.  Will  man  nun  mit  den  Vertretern  einer  Ort- 
schaft, dem  Häuptling,  Spieeher  odci'  einem  Vitesten  ein  <ies[iräch  an- 
knüpfen, so  wii-d  (nach  der  oitcn  eiwiilinlen  Aniiifnnu  (iottes)  /.uerht  <ler 
Tromnielnauic  dvs  bell clVcnden  Orte.s  (uier  .Manne.H  dreimal  geschlagen;  eine 
Antwort  wird  nicht  abgewartet,  vielmehr  als  selbstverständlich  vorausge- 
setzt, duß  der  Ruf  an  die  beabsichtigte  Adresse  gelangt  ist,  und  das 
GesprSch  knQpft  sich  unmittelbar  an  den  Anruf.  Nach  der  ersten  Pause 
f&ngt  auch  alsbald  die  Trommel  de»  angeredeten  Ortes  an  zu  reden,  und 


10         WESTEttxAMN:  Zeiclieiispmche  dea  Eweralkea  in  Deotack-Togo. 


so  dauert  die  I  nterhaltuntj  ofi  stundenlang.  HierlxM  kann  es  sich  >..\VMiil 
um  uilVniliclic  als  um  piivate  Angelegenheiten  han  irln:  am  liclist«*n  aber 
werden  solche  Diskurse  aus  reinem  Übermut  gclüiut  und  arim  daiiu  m 
der  Regel  in  Streitigkeiten  aus,  indem  jeder  den  andern  an  Neckerei», 
Schinthaiigeii  und  ^bstrulim  xa  Qberbieten  sucht.  Doch  werden  solche 
Beschimpfuogeo  nielit  eigentlich  ernst  genommen  und  werden  nicht  Ursache 
SU  tiefer  Cntsweiung.  So  b^innt  s.  B.  der  Trommler  damit,  daß  er  auf 
iigend  ein  veiigangenes  Ereignis  odei*  auf  eine  swiichen  den  bekieB  Ort^ 
Schäften  anhängige  Streitsache  anspielt,  eine  filr  die  Bewohner  des  ange* 
redeten  Nachbardorfes  unangenehme,  peinliche  Bemerkung  macht,  worauf 
der  Gegner  die  Antwort  nicht  schuldig  bleiht.  sondern  in  den  knIiligNten 
Attsdrucken  erwidert.  Hierl>ei  werde-n  trevn  sprichwörtliche  Redensarten 
gebraucht;  wenn  zwei  Ortschaften  v(»n  gleicher  (jrOße  uüteijiander  strciteu, 
die  eine  sicli  aber  fur  stärker  halt,  so  ruft  ihr  Trommler  der  anderen  xu:  »Das 
Huhn  hat  30  Klügeliedern,  der  Habicht  hat  audi  30  Flugelfedern,  aber  der 
Habicht  raubt  das  Huhn.«  Hat  jeiuand  ohne  Grund  den  großen  Herrn 
gespielt,  so  ruft  man  ilun  su:  «Wenn  die  Eidech&e  tut,  als  ob  sie  so  schwer 
berauscht  wSre,  was  soll  dann  der  Atakplt  machen?«  (AtakpU  ist  ein  in 
der  Weinpalme  lebender  Engerliqg,  er  lebt  also  an  der  Quelle  des  Fsloi' 
Weines  und  bitte  eher  Grund,  sich  betrunken  xu  leigen.)  Will  dne  kleSne 
Oi'tachaft  mit  einer  größeren  Händel  beginnen,  so  verspottet  man  sie :  -Die 
Fliege  sitzt  auf  dem  Rücken  der  Schildkrute.  Wozu?  Sie  kann  sie  nicht 
stechen.  Wo  seid  ihr?  Di«'  Fliege  sitzt  auf  dem  Rucken  der  Schildkröte; 
Wozu;'  Und  ihr.'  Sie  sitzt  umsonst  dort,  kann  nichts  machen.«  «Das  Wild- 
schwein sagt:  'Wenn  ich  mich  im  Schlamm  wälze,  dann  werden  die  Blätter 
mit  weißem  Schlauau  bespritzt.«  (Mit  weißer  Erde  wird  der  l^nschuldige. 
Freigesprochene  bespritzt.  Sinn:  Wenn  ein  großer  König  sich  zum  Kriege 
aufmacht,  dami  zeigt  sich,  wer  tapfer  ist  und  wer  feige.)  Ist  die  Juog- 
mannschaft  mit  einem  Beschluß  der  Ältesten  nicht  einverstanden,  so  liflt 
sie  austrommeln:  »Wenn  ein  Unglück  entsteht,  so  haben  die  Alten  die 
Schuld.  Fort!  Eisen  tersehUgt  Eisen!  Wenn  ein  UuglOck  entsteht,  so 
haben  die  Alten  die  Schuld!«  Em  Streit,  wer  der  Größere  sei,  d^  König 
oder  sein  lleei'.  wird  so  entscliieden:  »König,  Ueo*,  was  hi  der  König.^ 
Was  ist  das  Heer?  Wo  ist  der  König,  wo  ist  das  Heer?  Der  König  beruft 
das  Heer,  das  Heer  setzt  den  König  ein.«  (Beide  sind  also  ohne  den  andern 
nichts.)  Um  einen  aufgeregten  Häuptling  y.n  begütigen,  trommelt  man: 
•  Der  König  gehe  langsam,  der  König  der  Kriegsheer»'  ^eiie  Iang>ani,  laug- 
saui  iai  gut,  langsam  macht  der  Wurm,  der  die  Olpaime  zernagt.« 

8.  TrompetfiBStgnale. 

Jeder  Häuptling  hat  ein  oder  mehr^  Trompetenhomer  —  in  der 
Ri^el  ein  Elefantenzahn,  sdtener  ein  Antilopenhom  — ,  die  nur  in  sdntfi 
Auftrage  von  einem  mit  diesem  Amt  betrauten  Mann  geblasen  werden  dflrfes*, 

das  Mundstück  befindet  sich  an  der  Seite;  beim  Blasen  wird  vor  die  Offnutig 
der  Spitxe  ein  Finger  gedrOckt  und  durcli  Wq^efaen  desselben  der  Tos 


ijiyiiizeQ  by  GoOglc 


WE8TERMAj«N:  Zeiclienspiuchc  dcit  KWevolkcs  in  Deutsrh  -  Togo.  ]1 

des  Hornes  erh5lit;  sehr  oft  wird  die  kleine,  agblowu  genannte  Trommel 
als  Begleitung  zu  diesen  Trompeten  geschlagen.  Der  Ton  der  Trommel  ist 
der  tiefste  des  so  entstellenden  Drciklanfrps.  Es  ist  jedoch  hier  nicht  so 
vvif»  hei  der  eigentlichen  Trommelspraclie,  flnß  tii«^  '\  S[.r  :icht5ne  auf  Trom- 
j»ete  iiiul  Tromnipl  vprtcilt  wcrrlm,  sondern  iniin  unterstfieidet  nin*  Hoch- 
iind  Ticilüne,  und  diese  weitieo  mittels  tier  Irtiuipete  ausgedrückt,  wäh- 
rend die  Trommel  eine  für  sich  redende  tiefe  Baßstiuime  wiedergibt. 

Jede  dieser  Trompeten  niut  hat  ihre  ein  fur  allemal  festgelegte  Me- 
lodie, oder  vielmehr  sie  gibt  eioen  bestiromteii  Satt(  oder  Gedanken  wieder. 
Sobald  eine  neue  Trompete  entaiiden  wird,  bestimmen  der  HlupUing  und 
seine  Umgebung  das  Wort,  die  Rede,  die4ttrch  die  Trompete  ausgedrQckt 
werden  soll;  es  ist  dies  meistens  eine  Art  Losung,  die  an  do  mlinireidies 
Ereignis  aus  der  Vergaqgenheit  des  eigenen  Stauuues  in  Icurzer,  prägnanter 
Form  erinnert,  z.  B.  >wo  sind  die  Feinde?«  (d.  h.  sie  sind  gellohen).  Di^ 
«er  Satz  wird  wie  hei  der  Trommelsprache  den  Silben  der  Sprache  und  ihrer 
Tonhohe  entsprrehrnd  auf  der  'rrnnipcle  wiedergegeben.  Als  Einleitung 
zu  jedem  scjielien  Signal  wird  aiieh  hier  der  Name  und  Beinauie  des  Häupt- 
lings, der  trdnipcten  läßt,  gegeben.  In  der  Regel  werden  nüt  einer  Trom- 
pete aber  aiu-  einige  wenige  Sätze  wiedergegeben,  so  dass  eine  eigentliche, 
längere  Uuterlialtung  wie  bei  der  Trouunelspiache  hierbei  ausgeschlossen  ist, 
höelistens  insofern  das  Signal  der  Trompete  eine  Anzuglicblceit  für  den 
Hftuptling  des  Nachbarstammes  enthilt  und  dieser  sieh  au  entsi)rechender 
Beantwortung  herau^efordert  sehen  kann.  Im  gansen  haben  also  diese 
Trompetenstimraen  nur  den  Zweck,  den  Ruhm  des  Häuptlings  und  Stammes 
den  eigenen  Stammesgenossen  und  den  Nachbarn  in  &innerung  zu  bringen. 

Einige  dieser  Trom{)etensätze  sind:  >Howusu  Krakadie,  afia  deke  ^ 
menyp  kpo  me  o  löl-  «H.  K.  (Namen  des  Häuptlings  von  IIo  [sagt:)) 
an  keinem  Ort  ist  ein  Stall!"  (Dies  rief  der  Häuptling  von  Ho  den  tlielienden 
Griern  nach;  auch  wenn  sie  naeli  Hause  flolten.  würden  sie  dort  keinen 
l)ei-geüden  Stall  üiiden,  sie  sollten  liehei  käujplen,  das  sei  <lie  beste  Siciier- 
lieit.)  »Tende  Kua  (Name  des  Trujjpeiilulirers  von  Koioenu),  eyi  hohoho«, 
•  T.  K.  ist  schon  längst  fort«  (/.ur  Verfolgung  des  Feindes,  deshalb  auf! 
ilun  nach!)  »Lu  wolA  be,  Dagadu  nede  kuku  na  yea? •  »Oblo  gbloe  dzro, 
gblo  gbloe  dxroN  -Sagt  er  wirklich,  D.  (der  H&uptling  von  Kpando)  solle 
ihn  Intten?«  »Er  sagt,  sagt  es  umsonst,  er  sagt,  sagt  es  umsonst.«  (Die 
Frage  erfolgt  mittels  der  Trompete,  die  Antwort  im  tiefen  Baß  der  agblowu- 
Trommel).  -Fia  Tende  Kua,  woenye  fia  nyoi!«  •König  T.  K.,  du  bist 
ein  guter  König!* 

4.  Mimisohe  Tftnae,  PantomimeiL 

Zum  Klang  der  Irounnel  wird  in  der  Regel  getanzt;  selbst  Kinder 
machen  fast  unwillkürlich  tan/.ende  B«;wegungen.  soliald  sie  die  Tnnnuiel 
huren.  Jede  Trommel  hat  ihre  bestimmten  Liednteludien  und  dement* 
Spreebend  ihre  bestimmten  Time.  Es  g1l>t  M&nner-,  Frauen-,  Feldarbeits-, 
Jagd-,  Jünglings-,  Jungfrauen»,  Uini'iditiings-,  Kriegstrommeln  USW.,  außer-  • 


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12  Westermank:  Zeichensprache  des  Ewevolkcs  in  Deutsch -Togo. 

dem  viele,  die  einer  (.iesellüchaft,  einem  Veitsio  Bn^cliöi cn.  Die  Mrunu-r- 
trommel  z.  B.  gehöil  den  .Männern,  \vir<l  von  ihnen  in  X'crwalirsam  gehalten, 
sie  dichten,  bestimmen  und  iiht'ti  die  darauf  7.u  spiflendcn  I-iedcr  und  die 
entsj)rpch('ndeii  Tän/f;  entsprecliend  wird  es  mit  den  Kraueiitidinmcln  und 
allen  ülirigeii  gehalten;  stirbt  ein  Mitglied  eines  Trommelvereins .  so  wird 
die  Trommel  geriilu  t  und  alle  Mitglieder  tanzen  dem  Verstorbenen  zu  Eliren. 
Zu  den  meisten  Trommeln  dürfen  beide  Geschlechter  tanzen,  soweit  sie 
von  den  BeaiUern  der  Trommd  dngeladen  werden.  Mäaoer  uod  Frauen 
tauten  promiacue,  jedoch  ohne  sich  anzufassen;  dies  geschieht  nur  aus- 
nahmsweise, wenn  s.  B.  jemand  an  dem  Tanze  eines  anderen  besondere 
Freude  empfindet,  so  fiUlt  er  .ihm  wohl  in  die  Arme  und  tanzt  so  eine 
Zeitlang  mit  ihm. 

Ks  gibt  Tinze,  die  nur  gewh»e  Personen  auillilhren  dOrfen,  z.  E.  ein 
Tanz  darf  nur  von  solchen  getanzt  werden,  die  entweder  einen  Mann  ge- 
tötet, einen  Iveoparden  erlegt  oder  Zwillinge  gemengt  lizw.  geboren  haben. 
Zur  .Sprechtroininel  diu-fen  tuir  Mäiuier  tan/.en.  Kinige  Stämme  nehmen 
diese  V^orscluift  sehr  streng;  so  kam  es  vor,  daß  ein  Mädchen,  das  in  dem 
betrefTendeu  Ort  fremd  war,  Miene  niaehte,  zur  Spreclitrommel  zu  tanzen; 
sogleiclt  zogen  die  erregten  Männer  die  Me^jüer  auf  die  Arme,  und  nur 
durch  eine  SQbnegabe  von  12  Flaschen  Schnaps  waren  sie  zu  begütigen. 

Ffir  gewöhnlich  ist  das  Tanzen  nur  Ausdruck  der  vergnügten  Stim- 
mung; eine  andere  Grklirung  wissen  die  heutigen  Eingehomen  selber  nicht 
zu  geben;  aber  es  kann  auch  mirotscbe  Darstdlung  von  E^lebnisseo  und 
Voi^ngen  sein;  solche  T&nze  werden  nur  von  je  einer  mlnnltchen  Person 
ausgeführt;  sobald  jemand  durch  Hochheben  des  Aniie.s  anzeigt,  dafi  er  eine 
solche  Darstellung  zu  geben  wünscht,'  hören  alle  anderen  zu  tanzen  auf 
und  stellen  sich  im  Kreise  als  Zusclianer  nuf.  Der  Trommler  verlSl^t  nun 
seine  .Melodie.  luid  regelt  den  Takt  nach  den  Bewegungen  des  Tanzenden, 
oder  wenn  die  rrommtl  nicht  mehr  gerOhrt  wird,  .so  ahmt  der  Tanzer 
selber  mit  U-ise  stinnin miei-  Stimme  den  Takt  der  Tiommel  nach.  Alle 
Körperteile,  ja  alle  äußeren  Muskeln  wirken  bei  dicseuj  Tanze  mit;  jede 
Bewegung  hat  ihre  allgemein  bekannte  Bedeutung  und  i^  auch  übrigens 
leicht  in  dem  Zusammenhang  der  Darstellung  erkenntlich,  und  so  ist  es  miß- 
lich, auf  diese  Wdse  ganze  Geschichten  und  Schicksale  ohne  Worte  zu  er* 
zlhlen. 

Ein  Jagderlebnis  wird  vom  Jiger  dargestellt,  wie  er  mit  flbergel^tcm 

Gewehr  von  Hause  fortgeht  in  die  Steppe  (der  Tanzende  legt  die  linke 
Hand  auf  die  Schulter  und  geht  einige  Schritte  vorwärts),  wie  er  durch 
Hiiscli  und  Dickicht  streift,  sich  die  Kleider  an  den  Dornen  zen^elßt,  die 
Zweige  spähend  beiseite  biegt,  das  Tier  erblickt,  sich  vei-birgt.  e?;  7U  be- 
sehleiclien  sucht,  wie  er  anlegt,  feuert,  dai-atif  in  lioclusicr  Sp.uinutig  mit 
tlem  liu.sclm leiser  hiuzueiU,  um  das  angebchos.seue  Wild  vollends  zu  tüten, 
es  ausweidet,  von  den  herzueileuden  Jagd  kam  eraden  beglQck  wünscht  wird, 


*  Die  Eiugeborucn  nennen  dies:  Sprechen  im  Tarnen.  »Er  wünscht  da 
Wort  SU  sagen  im  Tanseo*» 


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WivtmiAiiM:  Zeti^iispracbe  d«»  Ewevolkea  in  D«at«di-Togo.  13 

das  Wild  über  die  ijchulter  leg(t  und  fröhlicli  beimwarts  ^ielit.  Auf  ähnliche 
Weise  wird  das  Kämpfen  in  der  Schlacht  dargestellt;  der  letzte  Akt  hier* 
bei  ist  die  GehKrde  des  Halsafasehneidens.  Will  jemand  beschreiben,  wie 
er  durch  Handel  reich  geworden  sei,  so  beginnt  er  damit,  daß  er  im  Tanzen 
die  Illnde  ziisammenschliigt;  dies  bedeutet  das  Lockern  des  Tragkissens, 
auf  das  die  Kopt'last  gestellt  wird;  darauf  ahmt  er  das  Aufhtlx  n  der 
scliwert'n  Last  nach,  legt  die  Hände  auf  dem  Kopf  zusammen  (das  Tragen 
der  Last),  geht  einige  Schritte  vorwärts,  stellt  (am  Ziel  angekonunen)  die 
I^st  al),  macht  die  Gebardp  dos  Schweißabwischens.  des  Wassertrinkens, 
seufzt  erleichtert  auf  nach  den  itUei-standenen  Mühsalen  lU  r  Keis»-;  min  stHlt 
er  das  Aut'hiiulen  .  Auspacken  der  Last,  dann  das  AuslncittMi  der  ein/pliien 
Gegenstände  /.mn  N  erkaiif  auf  tlem  Markt,  das  Herbeinifeii  der  Kunden,  das 
Einnehmen,  Zahleu  und  Aufhäufen  uder  Einsacken  der  Kaurimuscheln  mit 
schmunzdndem  Gesiebt  dar.  —  Ebenso  stellt  ein  durch  Ackerbau  wohl- 
habend Gewordener  den  ganzen  Vorgang  seines  Arbeitens  von  dem  Aus- 
suehen  des  Fddes,  dem  Waldroden.  Hacken,  Pllanzen,  Ernten  bis  zum 
Verkauf  auf  dem  Markt  und  dem  Heimtragen  des  Erloses  dar. 

Auch  Unglück.  Leid.  Verarmung  werden  {»antomiHiisch  vorgestellt; 
breitet  der  Tanzende  beide  Arme  aus  nach  vorn,  seitwärts  und  rückwärts 
legt  sie  dann  auf  der  Brust  zusammen  und  hebt  zidetzt  einen  Finger  hoch, 
(s.  Allgemeines)  so  bedeutet  das:  Ich  hatte  früher  eine  große,  angesehene 
X'erwaridtseliaft  und  fühlte  mich  wohl  (tnit  enisiM-eehetidem  Gesicht*«ausdruck). 
aber  alle  meine  Angehörigen  sind  ^«-storben  unil  halten  mich  allein  im  Elend 
zurilckgelasseu.  Das  gleiche  wird  aiLsgedrückt,  iiuiem  der  raiuende  einen 
belaubten  Zweig  in  die  Hand  nimmt,  nacheinander  alle  Blätter  bis  auf  einen 
abpllackt  und  zu  Boden  wirft  und  danach  die  Hände  Qber  der  Brust  zu- 
sammenlegt; oder  der  Tanzende  faßt  seinen  Kleiderzipfel  und  reibt  ihn 
zwischen  den  Händen:  FrOher  war  sein  Kleid  stark,  aber  jetzt  ist  es  morsch. 
Dies  zeigt  zugleich  an,  daß  er  allen  seinen  Ang^Srigen  eine  ehrenvolle 
Totenfeier  veranstaltet,  aber  eben  dabei,  bei  Erfüllung  seiner  PietStspilichten, 
den  Rest  seiner  Habe  verloren  habe.  ~-  Heftiges  Bewegen  des  Körpei*s 
nach  vom,  hinten  und  nach  beiden  Seiten  zeigt  an,  man  habe  eine  mächtige, 
ein(bißreiche  A'erwandtschnft:  man  inni:  sirh  biegen,  wohin  man  will,  man 
wird  nicht  umfallen,  weil  auf  allen  Seiten  Stützen  bereit  sind.  —  Um  anzu- 
zeigen, daß  man  selber  /vvar  nnbeileuteud,  al^er  zu  einer  großen ,  angesehenen 
8ip|)e  gehöre,  setzt  man  während  des  Tun/.vus  den  einen  Fuß- energisch 
vorwärts  und  zieht  den  andern  schlürfend  nach. 

Die  im  Kreise  herumstehenden  Zuschauer  ennuntern  den  Tanzenden 
durch  bfliflUlige,  lobende  Ausrufe,  geben  ihm  ehrende,  anerkennende  Bei- 
namen, springen  mit  einem  Tuch  herzu,  ihm  den  Schweiß  von  der  Stirn 
zu  wischen',  besprengen  ihn  mit  wohlriechendem  Wassel'  oder  werfen  ihm 
auch  wohl  kleine  Geschenke  zu. 

Nach  Angabe  der  Eingebomen  haben  diese  Pantomimen  den  Zweck 
sich  vor  seinen  Stammesgenossen  als  .tapferen,  geschickten,  strebsamen, 
ehrenhaften  oder  wohlhabenden  Mann  zu  zeigen.  .\uch  der  Arme  will  eben 
kundtun,  daß  er  auf  ehrenhafte  Weise  aim  geworden  ist.    Zugleich  aollen 


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14         WinmcBMAW«:  ZeieheniiftnMlie  des  Ewovolbes  in  Deutsch  «Tof^. 

diircli  diese  ölVenllielien  Darstellungen  die  jiiii<?ei)  Leute  anueft-uert  wcnira. 
Gleiches  zu  erstitbcii  und  dadurch  unter  den  Ihren  Hubiii,  Ansehen  und 
ein  ehrenvolles  Gedächtnis  nach  dem  l'ode  (auf  dies  geben  die  Eingehorneo 
sehr  viel)  xa  erwerben.  —  Manche  Leute  streuen  «idi,  so  offientl^h  tich  di 
wohlhabend  hinziistelJen,  weil  dadurch  leicht  Neid  und  Miflgunst  geweckt 
werden  und  sie  sich  der  Gefahr  des  VerhexU  oder  Vergiltetwerdens  tu- 
setxen;  und  es  wird  deshalb  einem  wohlhalienden  Mann  als  ein  Zeicbeo 
von  frdem  Mut  angerechnet«  wenn  er  in  solch  mimischen  Vorstdlitngeft 
seine  Vermögensverhlltntsse  aufdeckt. 

Eine  andere  Art  mimischer  Tän/e  sind  im  KQstengebiet  von  Anlo 
nhlich.  Iiier  vertritt  oder  rrjinnzt  das  Tanxen  in  gewissem  Sinn  die  Sprech- 
trouunel;  ein  solcher  Tan/,  wird  aber  nur  hp\  gewissen  An1n?;«;cn  tind  von 
eineut  eigens  hierfür  hu.stiminten  Mann ,  der  außerordentlich  ina^er.  sdilank 
und  beweglich  sein  nniß,  auch  nicht  /u  lang  sein  darf.  Rust,'eluhrt.  1st  ein 
Palaver,  besonders  ein  .solches  zwischen  zwei  Ortschaften  oder  Stämmen, 
vor  Gericht  entschieden  worden,  so  beginnt  die  siegreiche  Partei  sofort 
ihren  Sieg  auf  der  Sprechtrommel  liekanot  aa  machen  und  die  Besiegten 
au  verspotten  oder  tu  necken.  Als  Begleitung  xur  Trommel  tanst  nun  der 
hlemu  ausersehene  Mann,  durch  seinen  Tanz  drQckt  er  ebenfalls  die  Fredde 
über  den  gewonnenen  Prozeß,  die  Macht  des  eigenen  Stammes  und  die 
Ohnmacht  des  Besiegten  aus.  Das,  was  der  Tänzer  mimiseh  sagt,  ist  aber 
nicht  notwendig  dnsselbe,  das  mit  der  Trouunel  aus£jesprochen  wird,  er 
psjiricht«  auch  unabhängig  von  ihr;  manchmal  schweigt  auch  die  Trommel 
gniiz .  und  der  Mann  tanzt  allein  weiter,  leisp  vor  sich  hinsunnnend  die 
Tronimeltrme  iiMcliahmend  (s.  oben).  Die  Zuscbauer  verstellen  oluit;  weitt'res 
jeiie  ili'v  lievv egiiugen  des  Tänzers  zu  deuten;  der  Inhalt  eines  solchen  Tanzes 
kann  etwa  sein:  »Wir  sind  die  Großen,  wir  haben  gesiegt,  wir  sind  die 
HeiTen,  gegen  uns  kommt  niemand  auf;  Jene  wollten  sich  mit  umi  SMiseD, 
aber  schmShlicfa  sind  sie  unterlegen.-  Darauf  folgen,  ebenfalb  mimiseh 
dargestellt,  eine  Anzahl  von  Sprichwörtern  und  Beinsmen,  die  ehrend  Ar 
die  eigene,  beschimpfend  für  die  unterl^ene  Partei  sind. 

Endlich  gibt  es  noch  eine  Art  der  Darstellung,  bei  der  gesprochene 
Rede  und  Mimik  einander  ergünzeu.  Kigcntlich  spricht  ja  dei-  nii  !it  euro- 
päisierte Neger  fibcrhaupt  nie  ohne  lebhafte  Mimik,  die  .sich  noch  steigert 
bei  Krzählung  von  Fabeln  und  Mäichen.  Aber  es  gibt  daneben  noch  eine 
besondere  Art  der  Fabelerzähbintr .  bei  der  jede  erzählte  llandlunir  bi<*  in."> 
eiii/eliiste  zutfleieh  vom  Kr/ahler  mimiseh  dar>^estellt  wird.  Kr  alniit  jn^»* 
Tiei-  odet-  M ensclienstiuune ,  jetle  erz^ählte  Bewegung  oder  TiUigkeii  l>i> 
auf  Luchen  und  Weinen  hinaus  nach,  so  daß  die  Zuhörer  bei  einer  solchen 
Darstelliuig  wirklich  in  Spsnnung  erhalten  werden  und  dann  auch  mit  ibreo 
Beifall  nicht  zurilckhalten. 


üigiiizea  by  GoOglc 


15 


Blieke  in  das  Zauber-  und  Ootterwesen  der 

Aüloer  Westafrikas. 

Von  C.  Spikss, 

Missionar  in  Togo. 


(FortaetEimg.) 


V. 

In  der  Eyhesprache  mit  interlinearer  deutscher  Übersetzung. 

Zaaberesseo  (FreandscbalUbQndnis)  über  Wort. 

yVwy**       hfl         ama4e    di      he  ye      Jeple     atM       buhu  eujk 

Wenn  es  isrt,  daß   jemand   wünscht,   daß   er  und  Mensrli   andorer  ein, 

yewo        atco        holö  vevie        eye    he  ynm  anq  yrico  the  tamenyawo 

sie  wollen  werden  Freunde  besondere,  und  daß  sie  wollen  ihre  (Jedankcn 

ylilqm  na  yeironaftco  la  icodua  (ho.^  Le  dso<Ju^öe  itkeke  la  d^i,* 
sa^en  zu  einander,  sie  essen  Zauberei.     An  dem  Zauberessentap  (le  f/zi) 

woantfi      eve        io        nava  hpe      kpfe   dnnefo    eve,      amc  (jbatq 

sie    Mensehen  beide  kommen  iusaiaineii  \mi  /eu^'cii  zwei,  Mensch  erster 

iq  deka  eye  etyelia  ha  tq  deka.  Gbä  (J^ka  nagblq  na 
seinen  einen  und  zweiter  auch  seinen  einen.    Zuerst  einer  wird  sagen  zum 

nnma^     bena      dso  si         tju         ge  mialn      fißa    la ,  miete 

Fieund»'.  daß  Zauber,  welchen  essen  beabsichti^rn  wir  jetzt,  wir  wollen 

rdu    (je   d-f       ./^/'/' •      apasa ,   amenutsoLf')    kplf  a/ru  naewobaba     d^  o. 
essen  es  jtnf  Diebstahl,  Lüge.  Verleumdung  und     Hetrfigerei    darauf  nicht. 

Arne      nelia     hä        agbh         aka    de        dci         ne      be,    nenye  be 
Mensch  zweiter  auch  wird  sajien.  er  wei-de  Ijeteuerti  liiin,  daß  es  sei,  daß 

ame    drka  awn       ah  nusia  de  nrrvia  nuti  fa 

Mensch  ein  wild  machen  solche  Dinge  diese  über  liruder  seinen  darüber, 


'  du  dzo,  essen  Zauber,  Medizin  einnehmen. 

*  le  db',  snf  dem,  an  dem. 

*  nsvi,  nmdw;  liiar  nicht  leiblidier  Bruder,  «ondem  soviel  wie  Freund,  Lands- 
mann.  ii0dI,  Bruder,  yiM.  sehr  oft  gebraucht,  um  du  Fretmdscbsftsvarhiltnts  zu 
boMichnsD« 


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16    Spum:  Blidie  in  das  Zauber-  uiid  Götterweaen  der  AAlSer  WeatafKka«. 

ekemä     eku       dzo.^   Enumäke  wmmt    rm  la       aiso         aha  ave, 
dann  er  stirbt  Zauber.   Sofort  beide  i^crsonen  werden  Branntwein  bringen, 

atsq  aiiuti     didi  (jieka  eye  woatso  he 

werden  nehmen  Zitrone  reife  eine  begraben  und  werden  nehmen  Messer, 

ast  uodokui     tcowe   alonu,    ame    deka  natnq         anuti  la 

scboeideo  sich  selbst  ihren  Arm,  Mensch  einer  soll  nehmen  Zitrone  die» 

tröpfdt  in  Bruder  (Freund)  jenen  seine  Wunde  hinein,  wird  nehmen  Messer, 

oAa  tni  Is  adt  aAttH  la  tw*  ^fis  ^  oAa  la  dm, 
darauf  streleben  Blut,  tun  in  Zitrone  die  hinein,  tr6pfdt  in  Branntwein  hinein, 

ame       evelia       hä  agawo  novia       hä        to  nmtmä 

Menscb   zweiter  auch  wird   machen  Freund  seinem  auch   dasselbe,  so 

pe         atso  um        la  adf  anuti  me  aßa  de 

gerade  er  wird  nehmen  Blut,  das;  tun  in  Zitrone  hinein,  tröpt'eiu  in 

aha  la  da  le  kgnkn  me,  «jfe  woame  eve  la  nayblq  na 
Branntwein  den  hinein  ins  Glas»      und  Menschen  beide  werden  sagen  zu 

voonQewo    be     medu      dzo*     na    wo,    eye     m  aoeWM  ht 

einander»  daß  ich  aß  Zauber  fur  dich,  und  wenn  es  sich  ereignete,  daß 

mamte^*  a^e    (fe     mt     «od    Is     mrthf*  Ao 

ich  tun  Ding  böses  werde  irgend  an  gegen  dich,  ich  Qbertrat  Fetischessen 

na       tpd.  JSmi  imyds        woaiq>Q  dzidsq  aas 

gegeofllier  dir.    Nach  diesem  sie  werden  sehen  Freude,  werden 

aha  nom     cast^e  esiute  :ä      nado.       Tso   esm    dzi  la  icoakple  ert 

Bianntwein  trinken,  bis  daß  die  Nacht  kommt.   Von  die.sein  an      sie  beide 

tPOZ«         dzfuJu/inlöiro,         Ale  tröeubokiict)    tcf      dztrdudu      h  holödzedze 
sind  Fetischessenfreunde.  So  der  Heiden  ihr  Zauberessen  in  Freundschafl- 

me  le  est, 
machen  ist  es. 

Gake   ne         /enya      a^e   dgQ  la        voo$m      dto*  am  na 
Aber  wem)  Schuldenwort  ein  tritt  ein,  sie  entbinde  sich  vom  Fetisch* 

wmseujo        aiö       woAua       nys  krs  na  wwgewo  «ne    eyt  auk 
essen  untereinander,  oder  sie  bdcennen  Wort  untereinander  und  dieses  ist 

1  Au  deo,  w6rtlich;  stirbt  Zauber,  ha  dko,  übertreten  die  VereinbarangeB; 

das  Fetischosson  flbcrtreten;  die  Folgen  dann  leiden. 

'  de  me,  hineintun. 

'  du  dzo,  in  diesem  Falle :  trinken  für  dich  (Zaaber  =s  Fetischesaeo). 

*  tnauuvg,  icii  worile  Ding  böses  tun. 

*  meku  «Ua  na  «»,  ich  bin  schuldig  fUr  dich. 

*  ^doomenot  aldi  von  den  beun  Fetisdaessen  eingegangenen  yerpfl^chtu^gal 
dem  andern  Teil  g^g«iflber  entbinden. 


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SiiEss:  Blicke  in  dm  Zauber-  luid  Götterweseii  der  AAlg^r  Westafnku.     1 7 

nicht  im  Zaubereaaen.   So  Ding  diesw  istt  AÄlfitowo  ihre  Sitte»  welclies  vie 

uKijffpta  mam  «owcb  egb^be, 
pflegen^  zu  Inn   bia  beute. 

Freie  Übersetzung  nach  dem  Evhetext 
Zauberessen  beim  Freuodsc  Ii  aftsbOndnis. 

Wünscht  jemand,  daß  er  mit  einem  andern  Freund  werde,  und  wollen 
beide  untereinatider  ihre  Opdnnken  sagen,  so  essen  sie  Zauber.  An  dem 
Tag,  an  welchciii  sii'  ZaiilxM-  (•>>Hn,  kommen  beide  mit  je  einem  Zeugen 
xusaninien.  Der  eine  wird  ilanti  /n  seinem  Freunde  sajien,  daß  sie  den 
Zauber,  welchen  sie  essen  wollen,  nicht  auf  Diebstahl,  Lüge,  Verleumdung 
und  Betrügerei  essen  wollen.  Darauf  wird  der  andere  beteuern,  daß,  wer 
solche  Dinge  an  adnem  Bruder  begf'ht,  durch  den  Zauber  sterbe.  Sofort 
werden  beide  Branntwein  bringen,  eine  reife  Zitrone  nehmen  und  sie  in 
die  EMle  tun.  Darauf  holen  sie  ein  Messer  und  schneiden  sich  selbst  in  . 
ihren  Arm.  Nach  diesem  nimmt  der  eine  die  Zitrone  und  tröpfelt  davon 
in  die  Wunde  seines  Freundes.  Dann  wird  er  von  dem  Blute  auf  das 
Messer  streichen,  das  Blut  in  die  Zitrone  tun  und  in  den  Branntwein  hinein» 
tröpfi^hi  lassen.  .■\uch  der  andere  wird  das  gleiche  mit  seinen»  Freunde 
nnriienj  er  wird  das  Blut  in  die  Zifione  laufen  lassen  und  dann  in  den 
Hraniitwein  im  Glase  tun.  Beide  werden  dann  zueinander  sai;en,  daß  sie 
Zauber  miteinander  aßen,  und  wenn  es  sich  ereignet,  daß  einet-  irgend 
etwas  gegen  den  andern  begeht,  so  ist  er  schuldig  fur  den  andern.  Danach 
freuen  sie  sich  und  trinken  Branntwein  bis  in  die  Nacht.  Sie  Mnd  nun 
Freunde  duixsh  Fetischessen  (Zaubereasen  =  Zaubertrinken).  So  ist  der 
Heiden  ihr  Zauberessen  beim  FreundschaftsbQndnis. 

UiSu  sich  aber  einer  etwas  zuschulden  kommen,  so  entbinden  sie  sich 
vom  Fetischessen.  Bekennen  sie  es  dagegen  untereinander,  so  bleibt  dss 
Bündnis.   Das  ist  der  Aölfier  Sitte,  welche  sie  bis  heute  haben. 

VI. 

A^inyinjfi*      ^uii  nya. 
Oiftessen  (-trinken)  aber  Wort 

A4i  Al  ^ye    iUiSka     a4e  le*    Notsietgwo  si,     eti  teo  dm  In' 

Adi  das  ist  Arznei   eine  bei  den    Notsieleuten,    die  sie  tun  In 

alö  mmmo       hubuwo       ms     na     ame         wonona,  Wüysa 
Wasser  oder  Getrinke  andere  hinein  fQr  Mensehen  zum  Trinken.  Man  nennt 
Aka^  hä  be        £0  Ahlli  la    wtdiQß     äüke    btAuwo      dea         tri  me 
Akn  auch  Adi.  In  Aölfi  man  nimmt  Arzneien  Andere,  hineintun  Wasser  in 

>  yQ,  mfen,  nennen. 

«  Adi,  Gift. 

*  le  si,  bei  deo  .... 

*  .dl»  =  Gdtesorteil. 

llitt.a.Scfii.i:Oneiil.SptMktt.  IWHT.  llLAbt  S 


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18    8rani:  BKeke  in  da«  Zauber^  and  G^Hterweiteii  der  AAlder  WewtafiikM. 

na       am*'         toonnna.  W^fo'vy     gedze '  hple  sika  kpakple  azüaglä 

(Br  Menschen  /m  trinken.    Man  uimint  gedze  und  Gold  sowie  Affenkiefer. 

tsi      mfi     fponona.        Wogblona  he   Xotti/'fmpo     tcf    adi  la  fnye  mn* 
tut  Wasser  in  r.ii  trinken.    Man  sagt,  daß  Notsieleute  Uir  Gift     ist  etwis. 

#t      ttodena      Uoa     I'prfn  me     ahr*  du  me.  mm^  h* 

das  man  nimmt  aus  einer  Hohle  wie  Pulver.  Wenn  es  sich  ereignet,  djiß 
amndf  wo    nanc     gnJce        fjhe  nyateibetoto  s?  dzimp     noe  la 

jemand  tut  etwas,  jedoch  verweigert,  Walirheit  zu  sagen,  verstockt,  trinkt o. 

fknnn,        m        mntq     nu      la        o     eye      tronof      In  ano 
er  stirbt,  wenn  er  nicht  getan  Ding  nicht  und  er  trinkt  es,  er  bleiben  wird 

agbf.  W%gblona    ha     hmn      nmfisi  int  arnndf 

am  Leben.    Man  sagt  auch,  daß  derjenige,  welcher  tötete  Menschen  e'xntw 

le    adanu  me,    fifn    fro       nnr/i        ade    de       am^  tht    h  t'/aghn'r^ 
im  Geheimen,  oder  tat  Ding  böses  ein  Qber  Menschen  an  heimlichem  Orte 
kpq  In,  mfihpq  rrtq  adf  hpet/i^  In  ghn  n.  Nmye 

(unsichtbar),  er  niciit  sieht  Weg,  wird  gelangen  Hohle    zur  nicht.   Es  sei, 

hf>      ftmt>       la     dp     h    dikekf         mf  la  aktt.         Lr    Adint/mtfi  *v? 
daß  Mensch  der  blieb  im  Zweifel,  er  wird  sterben.   In  Gifttrinken  diesem 
me  la     amnco      ipttn       vymnrhpo  nufn. 
Menschen  toten  ihre  Nächsten  eigenen. 

Xe  «B«   1882  nula      mam«      60   Notsieiowo     tse       a4i  va 
Im  Jahre  1882         es  geschah,  daß  Notsieleute  brachten  Gift,  kamen 

J^Ms^nyiffba  dW,  «IsAem  Aii^*megSim  kple  ßawo     4»  du       de  00 
AftlOgebiet  hin,  weil  AAlMIteste  und  «kSnige  sandten  Nachricht  ihnen, 

he  wooMt  ana    a^  i^kAm  Ib.         Wybmta    eri  woeo  ta 

da6  sie  solltMi  kommen,  geben  Gift  dem  Volk.  Sie  sagten«  als  sie  kamen. 

w/metiii  a^  ^ito  vg  o,  he  hon  ih^ihtdü  vois^  ta 
sie  nicht  brtchten  Gift  wirkliches  her  nicht,  sondern  leu^batS  sie  brichten  her. 

/a  de  tei    me    na  duka  la      loono.      jPhiIio      woUe  wo 
au  tun  in  Wasser  f&r  Volk  das  zu  trinken.  Aber  ^e  tftuschten  sie,  nahmen 

«w    ffefi  le    tpoei,      Wowq     ena  le  AA^atoo  kaiä  me  hqfi  du. 
Dinge  viele  von  ihnen.  Sie  taten  dieses  in    Anlö    ganz,  bevor  sie  giqgen. 

noa     gboffbl{jm  hena  Mi  AAlStgwo  ale  Is,  m 

Menachen  pflegen  zu  sagen,  dafl  als  sie  iSuschten  AAl5teute     so,  sls 

tooyma  «te  ,Ai  wokalä  woku  le  mjg»  da*  Le  ühke  htd»  da 
sie  gingen  nach  Hause  sie  alle  starben  auf  dem  Wege,   An  Tage  anderem 

An^lgteo     Ad  gado  amewo      (fe     ^j^tfiet  umawe 

Anlfileut«  auch  wieder  schickten  Menschen  nach  Notsie,  als  Menschen 


1  ^edte,  etna  Feriansrt 

*  a6e-M0,  wie. 

*  iptto  =  Steinhagel,  HfiMe. 


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Sram:  BUcke  iu  das  Zauber-  luid  Götterwesen  der  A6IÖer  WestafiikM.  19 

ankamen,  einer,  dessen  Name  ist  AblMoba,  starb,  weil  man  tagte,  da6 

mytf  dzo^uamelQf.  Afi      «t         mitaa      ame  h 

er  sei  ZanbereasenmensehsugehSriger.   Oift,  weli^es  sie  gaben  Menschen, 

tdtf  Mq  enjfe  aita, 
dessen  Name  ist  ote, 

Giftesseu  (-trinken). 

Unter  Adi  (Gift)  meint  man  eine  Aranei,  die  die  Notsier  in  Wasser 
oder  sonst  ein  Gi^träuk  tun  und  nndt^ren  zum  Trinken  geben.  Man  nennt 
das  Aka  aucli  Adi.  In  Anlö  nimmt  mau  andere  Arzneien,  die  man  in  Wasser 
tut  und  anderen  zum  Ti  inkcn  reicht.  Man  nimmt  eine  Perlenart,  aucii  üold, 
.sowie  Affenkiefer,  die  in  Was.ser  getan  werden.  Man  sagt,  daß  die  Notsier 
ihr  Gift,  in  Pulverform,  aus  einer  Höhle  nehmen.  Begeht  einer  etwas,  ver- 
weiga^  &ber  die  Wahrheit  tn  sagen  und  trtnict  davon  in  seinem  Starrsinn,  so 
wird  er  sterben.  Hat  er  dagegen  das,  dessen  man  ihn  beschnldigte,  nicht 
getan,  nnd  er  trinkt  davon,  so  wird  er  am  Leben  bleiben.  Es  wird  auch 
gesagt,  daß  deijenige,  welcher  einen  Mensdien  im  Gehdmen  umbrachte 
oder  sonst  etwas  Böses  an  einem  Menschen  heimUch  verQbte,  nicht  au  jener 
Höhle  gelangen  kann.  1st  man  Qber  einen  Menschen  im  Zweifel,  so  wird 
er  sterben.    In  diesem  Gifttrinken  tüten  Menschen  ihre  Allernüchsten. 

Im  Jahre  1882  geschah  es,  daß  Notsieleute  Gift  nach  AiMö  l>rrtr-hten, 
die  Anl£|altesten  und  -könige  nach  Notsie  Nachricht  sandten,  diiß  dem 
\  olke  in  Anl$  Gift  gegeben  werden  solle.  Ais  sie  ankamen,  sagten  sie, 
daß  sie  nicht  wirkliches  Gift,  sondern  limgbai?,  das  in  Wasser  zu  tun  sei, 
zum  Trinken  für  das  Volk  brSchten.  Jedoch  sie  tauschten  sie  und  nahmen 
viele  Dinge  von  ihnen.  Und  dieses  taten  sie  in  ganz  Anlfi ,  bevor  sie  wieder 
gingen.  Es  wird  gessgt,  daß,  als  sie  die  AnlQer  so  tauschten,  alle  auf  dem 
Heimwege  starben.  An  einem  anderen  Tage  schickten  die  A&lfier  abermals 
nach  I^otsie.  Als  sie  dort  ankamen,  starb  einer  von  ihnen,  dessen  Name 
.\blidobu  ist,  weil  er  ein  Mensch,  der  Zauber  g^essen  haben  solle,  s^. 
Das  Gift,  welches  sie  den  Menschen  geben,  heifit  Ataa. 

m 

Blenü  Anlötowo  thf      nt/iko' medidi       unti  nya. 

Alten    Anlfier    ihr  lebendig  begraben  Menschen  Wort. 
Wogblg      hma     ne      Anlötotco        wo  nyiko 
Man  sagt,  dafi,  wenn  die  AAlfier  schlagen  Schuldtrommel  über 
ama^e  dzi"*  le  blema  la,    wotnoonuto    metcua  ame        la         tpoatco  la 

jemand  in  alter  Zeit,    sie  selber  nicht  töteten  Menschen  einen,  sie  selber 
wo^toma    he  i/ctco     me^         he       i/ftm         akp      ihi      dr  anyi 
sie  sagten,  daß  sie  nicht  liebten,  daß  sie  werden  Üteßen  lassen  Blut  auf  die  Erde 

'  gü  dient  zur  Yeratirkang  der  B^outong. 

*  tB0  nyiks  ffe  amo^e  dzi  —  die  Schuldtrommel  über  jemand  addagcn. 

9> 


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20    Spisss:  Blicke  ill  drts  Zauber-  luid  Götterwescii  der  ^Vijlucr  Westafrikas. 

o.      Eyaia      wokploq  nyiko'nw  la       yina      de     Sremf  dri 

nicht.   Daher  sie  f&hiten  Scbuldenmeiuch  den,  geben  nach  jSreine  wier 

Nyigblaoe  tt  eye  le  zn  sime  icokplo  ame  h  yi  me  h. 
Nyigbhtve  te  und  in  Nacht,  in  weleher  ate  filhrten  Menschen  den,  gehen  hin. 

wottib»  do     gog^     gä   a4e  atso  mne  k  ode 

sie  werden  machen  Loch  tiefes  großes  ein,  werden  bringen  Menschen  d«n 

«1^^         01900  Ohl     ttUre  4^  do  h  me,  «Ae  nkuwo  ko 

hinein,  werden  bringen  gerade  stehen  in  Loch  dem,  seine  Augen  mir  bidbeii 

gola^     eye  wewbo*  h  e^     sä      mä  me  ke,  Xe 

oberhalb  und  sie  werden  verschwinden  von  ihm  Nacht  jener  in.  Wenn 

mike       kt,        iiem     et$B       n       fooygna  be  kanga^  ta  ow 

der  Tag  anbricht,  Vogel  einer,  welchen  man  nennt  Ka&ga  (Geierart),  wird 

mmio      do        torn    eAe     nkuwo   vaee$e  «län^  ame    &  fuihi. 
kommen,  picken,  haeicen  sdne  Augen  aus,  bis  daß  Mensch  der  wird  sterben. 

Gake       (vaveme  he       tcowQ        ama^  nenemäf  est  tcodzo  le  fgbo 

Aber  es  ereignete  sich ,  ds6  sie  machten  jemanden  so ,  wenn  sie  vM'Iiefien  ihn. 

üs        zä-Ui        gä      ade   va       dza,        Esi  la  m 

Nachtregen  großer  ein  kam  hei  nieder.  Als  Sand  der  weich  wurde,  fiel 

dze    entf.  la,      ame      la   kpq   Hu,Sf-        wfi  (Ukjo  le     do  la  m 

er  r.tisainmen .  Mensel»  der  sah  Kraft  sich  .seihst.  Iiciausgehen  ans  Loch  dein, 

f/f  mjciatcf)  f}hn.     Kfi       norimrrj       ^'/'^^  ?ror^, 

ging  zn  seinen  Brüdern  hin.   Als  seine  Brüder  sahen  ihn,  sie  fnrchleten  sich, 

gnkf  fdr  (hl       tbo      na    iro     gblö      he    ye     zv  dqfodui  *> 

aber  er  sprach  Mut  ihnen  zu,  sagte,  daß  er  wurde  Herausgekomroener,  der 

do*  de  Anl^'megätcn  'h> :  wea  zu  nko,  si  Anlfdaicn  wona  dö 
über  die  Anl^ältesten  kuninit;  dieses  wurde  Name,  den  Anlfier  neooen 

vau4e  egbegbe.     Wogbio     be       ameeia     vairgtu  kesinoto  gä  adt 
bis   heute.    Sie  sagen ,  daß  Mann  dieser  wurde  Reicher  großer  ein,  wohote 

AnPi  gbadegbe.   Tso  e/da  dzi        la  Anl^tQtco  mega^ia  nytkgme  o, 

Aälfi^  frQher.  Von  da  (diesem)  an  Anlfier  nicht  mehr  begraben  lebendig  aicfat, 

ke  bgA  womme  £i  deka*  Neei^  be  womt  «ms  Is  sg  fa 
sondern  sie  töten  ihn  sofort.  Wenn  es  ist,  daß  sie  tdten  Menschen  fertig, 

wottQa*      ame  la     tBs    aen  daaa    4^         .smw,  st  le 

sie  nehmen  Menschen  eean  Tuch,  tun  es  auf  Kaktuspflanaen,  welche  dort 

^ßmä  e^  aü  offe,  ei  tooynna  he  gagalige  bt  dt»  Ae^gfia  br. 
sind,  oder  Baum  einen,  welchen  man  nennt  Gai^igs  darauf,  sagend,  daB 

*  gota,  die  Außenseite.  » 
3  (Izo,  davongehen,  verschwindeD,  davonlaufen. 

*  ka/tga,  Gciorart. 

*  do  4*  (mm)  dti,  jemand  erscheinen ,  Ober  jemand  kommen. 

*  f$S  da  de  del,  nehmen  ton  anf  etwas; 


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Spiiis$:  Blicke  in  das  Zauber-  und  (iüuerweseii  der  Anl^er  Westairikag.  21 


gayalige  mg,        ieu  Wokpga         atnemmmuo  tbe 

Gagalige  nahm  Tuch  umwerfen.     Man  siebt  Menschen  getöteten  seine 
avowo    fe     ati        sia       dzi      godö.       Esia  enye  Anlolmcn  we  n<tmgu)f»00* 
Tücher  auf  Baum  diesem  darauf  immer.  Dieses  ist  Anlaer  ihre  Taten. 

Einer  unserer  Lehrer  im  AnlSgebiet  erzihlte  folgendes: 

Ich  auch  kenne  jungen  Mann,  welchen  man  tötete.  J&ngling  ein  war 
keamsto;  le  nmbaää  ta  nfgaiauio        ti     /m    eye  en  Abglgve  la 

reich;   aus   Neid  seine  Brflder  haßten  ihn,  und  als  er  in  Abglgve  war, 
vHKßo      du  ie«    h9        ledoeo         ymoo  a^o  dice, 

sie  sandten  au  ihm,  daß  er  zu  ihnen  kommen  solle,  mit  ihnen  zu  sprechen. 
Eti  la   It  ffbemS^  «Bo  tarne  he  teoioui.      SAe     ovo  kple 

Als  er  kam  nach  Anlfi,  in   jener  Nacht  sie  töteten  ihn.  Sein  Kleid  und 

seinen  Goldring  nur  sah  man  auf  seinem  Grab  am  nKchsten  Morgen 

k       ame^i'S»  si    weysna  he     Sreme    old  Njf^fMaoe  te* 

Im  Begrftbnisplata,  welchen  man  nennt  Sreme  oder  NylgbUve  te. 

Von  den  bei  den  alten  A&lfiern  lebendig  begrabenen  Menschen. 

Man  sagt,  als  die  AAlger  in  alter  Zeit  die  Schuldtrommet  aber  jemand 
schlugen,  daS  sie  selber  einen  Menschen  nicht  tötete»,  sondern  sagten,  daß 
sie  nicht  liebten,  wenn  Blut  auf  die  Krdc  fließe.  Sie  fTihrten  den  Scluild- 
nienscheu  daher  nao!i  Sreme  oder  Nyighlave  te*  In  derselben  Nacht,  in 
welcher  der  Mensch  abgeführt  wird,  grabt  man  ein  tiefes  pfroßes  Lach,  in 
welches  der  Schuldmensch .  i^rradpstehend .  nur  sfino  Aii<;cn  frei,  hinein- 
koiurnt.  Darnach  entfernt  tnan  sicli.  Sobald  (Icr  Tni;  niihricht,  machen  sich 
die  ivangawo  (Geierart)  claraii,  dvu\  .MenscIuMi  dit'  Au^jcii  aufzuhacken,  bi^ 
daß  er  stirbt.  Es  ereignete  sich  aber,  als  sie  auch  einen  Schuldmenscheu 
SU  begruben  und  ihn  verlassen  hatten,  daß  während  der  Nacht  ein  großer 
Hegen  fiel.  Oer  Sand  wurde  darauf  weich,  fid  susammen  und  der  Mensch 
konnte  nun  durch  eigene  Kraftanstrengiing  aus  der  Grube  herauskommen 
und  ging  zu  seinen  Brüdern.  Seine  Brüder  abei'  fiirchteten  sich,  er  jedoch 
sprach  ihnen  Mut  zu  und  sagte,  daß  er  ein  lleraiisgekommener  (dtfe/ihn) 
geworden  sei,  welcher  über  die  Alte.stcn  in  AnlO  kommt.  Dieses  erzfthlt 
man  sich  bei  den  Anlüem  bis  auf  den  heutigen  Tag.  Sie  sajjen .  daß  dieser 
Mensch  ein  reicher  Mann  wurde  tind  IVriher  in  AnlQ  wohnte.  \'on  da  an 
begraben  die  AiMiht  niemand  mein  lebendig,  sondern  tüten  ihn  soturl. 
HabfMi  .sie  jcinarul  gelotet,  so  nchnu  ii  sie  sein  Tuch  und  werten  es  auf 
Kaklus|jllanzen,  die  in  der  Niilic  sind,  oder  auf  einen  Baum,  der  Gagalige 
heißt.  Dann  sagen  sie:  Gagalige  liai  sich  das  Tuch  umgeworfen.  Man 
siebt  die  Tucher  des  Getuteten  immer  auf  dem  Baume.  Dieses  ist  der 
Ai^Ifier  Tun. 


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22    Spicaa:  Blicke  in  da«  Zauber-  und  GStterwesen  der  Aft1(|er  Westafrikas. 

Einei-  unserpr  Le})rer  im  Anlögebiete  erzalilte  folgendes: 
Ich  kenne  auch  einen  jungen  Mann,  weiclieu  man  tötete.  Kin  Jüng- 
ling war  reich.  Seine  Brüder  haßten  ihn  aus  Neid.  Als  der  .Hingliag  Mch 
in  Abuluvc  iiiitliielt,  sandten  sie  7.u  ihm,  nui'da£  er  käme,  uiiL  setneu  Brüdern 
zu  sprechen.  Kr  ging  zu  ihnen  uach  Anlg.  Noch  in  Jener  Nacht  wurde  er 
getötet  Nur  sda  Kleid  ttad  «einen  Goldring  sali  man  «n  n&ebsten  Moiigen 
euf  seinem  Grabe  im  Begr&bnispfaits,  den  man  Sreme  oder  Nyigblave  te  nennt. 

vnL 

TrS^qviwo  i&e  nuti  nya, 

Götter,  denen  man  Kinder  ttbeigibt  über  Wort 

Nt      imtauoi      a^e   du   ha    tu  oAoA^t*         nQß  tigf^itu* 

Wenn  junger  Mann  ein  wird  xu  einem,  der  Hure  nimmt,  folgt  Weib 

MB    ttj^tmt     yome    vate^e  «n'me    wbmQ       akati  kple    mgSfnm  0(^>' 
jedem  Weib  (as  yom«),  bis   dafi  er  macht  Hurerei  mit  Jungfrau  einer, 

die  ist  Fetischmanns  eines  Weib,  sie  werden  führen  sie  hin,  Qliergeben  dem 

tiftH  ÜB.        Sjfa  en^  be      ^en^        t^^mima  dsi      vi  ia, 
Fetiselmiann.   Dieses  ist,  daß  welches  Tages  Jungfrau  die  bekommt  Kind, 

•aod^p^js  tfyt         Ir^m*  ia  mc  woayi  ^^ojfn 

sie  werden  führen  sie  gv^ien  sum  Trfihatise,  sie  wird  gehen,  wird  rufen 

mflniw      ÜB  «e«  «Aq  U    tr§m   Ia  me.    Le  eeiaia  irSmia 
jungen  Mannes  Namen  im  Trfihause  (in).   Dieserhalb  der  Fetischpriester 

ante  uhhupu  mUeum      ia  iS»  «6om^  vtoie 

wird  senden  Menschen,  daB  man  töte  jungen  Mannes  Verwandten  eigenen 

a4e  l^ple  aüke  1$  adaa  me  be  u»aht  kuSepakikpata.  Le  km  Ic 
einen  mit  Medizin  im  Geheimen,  daß  er  wird  sterben   schnell.     Des  Todes 

w  nuH  eAe     wometgfoo      adi       be        yewoaee     ku     ta  ^gene 
wegen  seine  Verwandten  werden  wünschen  au  hören  Todes  des  Bedeutung 

le     üPiSfe  «I«.      %0te  woaeU  mutma  ocfe  ma 

im  Götzenhause.   Dah^  sie  werden  suchen  Geschenk  ein,  werden  geben 

irSnma         abia      ku      ia      ta       ee,  l^ua  <Hf^ 

Priester  dem ,  werden  fragen  nach  Todes  Ursadie.  Der  Priester  wird  sagen 

tut    wo      be  woAe     Hornels    4^     W  Jh^*  a4e  nuH  tffota  tr§  ea 
zu  ihnen,  daß  ihrer  Verwandten  einer  berührte  Fiasidi  eine,  daher  TrS  kam 

1  oharitQ^  Hnn». 

*  «^xtt  eia  fty$nu,  jede  Frau,  jedes  Weib. 

*  njfinueit  jungea  Mfiddm,  aneh  Jungfrau. 

*  frtVtj,  Fetischniann ,  Fetischbesitzer. 

*  <fa  dt*  (tW  na  —  in  jemandes  liände  Qbcrgebeo* 

*  trötbt,  Fetischplatz,  Fetischliaus. 
T  cfflbt*  Mi,  berflhren,  aiu-ülu-eu. 

*  Jl*ui4i,  eine  Fnu,  die  sich  einem  Trö  geweiht  hat;  Ji(ui4i  —  fa  aä  Ae, 
Künigsfraü;  genau:  JUauru  ife  *rS^  Gottes  Frau. 


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Sfoms:  Blicke  in  da»  Zauber-  und  Gouerwesen  der  Aiüger  Weaffrikaa.  23 

«Ml        ame      ta  4^  nu.     ü^amUi  iwadÜ  ama^^  ada 

tötet«  Mensehen     den.  Ofther  sie  werden  suchen  jenurndy  werden 

Mi^d«        na  ir§  la,  M   ming§  nenem  o  h,     wowe     awe    la  a^ä. 
verspreehen  dem  TrS»  wenn  nicht  also   es  ist,  ihr  Umis  wird  verbrechen. 

Wenn  Midcheo  ein  ist  ihrer  V^wmndtschaft  in,  sie  werden  sie  führen, 

na  irSma,  äjf«       tr^mta      nado    gbt   ^  4*  sta  ^  wdtde 

gehen  nun  Priester,  nnd  der  Priester  wird  beten  fiber  ihr  und  er  wird 

ta      na   4^  ^  iooagal^ge  aoa  awee, 

waschen  das  Kind,  bevor  sie  werden  führen  es  kommen  nach  Hause. 

Bifß         vioadto       ifcpb  (2mis   la,   A   he      idoo^    /e      hoki  12, 
Bevor  aie  werden  gehen  mit  Kinde  dem,  es  mOssen  beaahlt  werden  Mark  12, 
emegbe         veakgdft         nj^num    ta     adwpe»       Qake    ne  «tai 
danach  sie  werden  Ähren  Midchen  das  fortgehen.   Aber  wenn  erwachsen 

«ys  womdtplQfi  jfi  o     ta,      h^nua      agana   be     ama^e     naku  le 
und  sie  ffthren  es  nicht  hw,  der  Fncster  lißt  wieder  jeutand  sterben  in  der 

teosM  ta  me*  eaaXa      toooAp^!'     ^  hAa^         gake  de 

Verwandtschaft.   Dteswhalb  sie  werden  f&hren  es  gelten  schnell,  aber  sie 

be      «eoowg     Uke*     »s,  tmadi  deimu     ^^onipo  ado 

mQss^  antun  Schmuck  ihm,  sie  werden  suchen  Perlen  sehr  teure  anl^en 

n^,   eye  «Sfe  aogeoo        ade  kern     me  ne 

ihm,  und  werden  kaufen  Tfichw,  hineintun  Kdrbdhen  in  ihm,  bevor 

eiJ^Qfi  kple   Mmua   tbe  mmana      ei     njfe  ahada^ 

führen  es,  gehen,  mit  Priesters  Geschenk,  welches  ist  Branntwein  grofie 

eoe.      Eeia   le     be        woauQ   ht^  adee  aei 

Flasdien  awei.   Dieses  sie  mOssen  sie  werden  tun,  bevor  es  wird  Qbei^ben 

na    irSnua,        Ne        wtdtplge     yi  «s        ta,  trjjmia      node  er^ 

dem  Priester.   Wenn  sie  fUhrten  es  hin  beendigt,  der  Priester  wird  es 

fl£        ido    ana      naieuL  eiwo      ^ga   ah     ^sv»'  eiano 

verheirate  oder  geben  Mann  ihm.   Trfi,  welche  nehmen  so  Kinder  diese, 

ta  we  nkfgao  n^  T^jm*  ilpls  SuL 
ihre  Namen  sind  Tmni  und  SuL 

Götter,  denen  man  Kinder  Qbergibt. 

Nimmt  ein  junger  Mann  eine  Hure  und  er  geht  au  jedem  Weib,  auch 
zu  einer  Frau,  welche  eines  Fetischmannes  Weib  ist,  so  wird  man  diese 
Frau  vor  den  Priester  f&hren,  d.h.,  es  ist  so:  welches  Tages  diese  Frau 

ein  Kind  bekommt,  wird  sie  zum  Gütterliause  gehen  imd  dort  des  jungen 
Mannes  Namen  rufen.  Darauf  wird  der  Priester  jemand  hinsenden,  dafi 
er  ans  der  Verwandtschaft  des  jungen  Mannes  iigeodeiaen  im  Gebeimen 

1  lektf  Schmuck. 
*  IVff  =  Gottheit 


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24    Snsas:  Blicke  in  das  Zauber-  tuid  GStterweaen  der  AM5er  Westafrikas. 

ilinrh  ^!t-(lizin  tote  und  so  den  Tod  desscllxTi  schnell  herlieifiiln  f.  Nalur- 
licli  utiiischen  die  V'erwandteo  dw  rrsaclit^  ties  Todtis  im  (M"itt  er  hause  zu 
erfahren.  Sie  suchen  nach  einem  Ge^schenk,  um  über  die  Ursache  des  Todes 
XU  hören.  Der  Plriester  wird  ihnen  dann  mitteilen ,  daß  einer  ihrer  Ver« 
wandten  eine  Fiasidi  berOhrte  und  deswegen  durch  die  Gottheit  getötet 
wurde*  Die  Verwandten  soeben  nun  nach  jemand,  der  dem  Trfi  Obei^ 
geben  werde.  Tun  sie  das  oieht,  so  wird  ihr  gaiixes  Haus  unteigeben. 
1st  ein  MXdchen  in  der  Verwandtschaft,  so  bringen  sie  es  t.am  Priester, 
der  Ql>er  das  Kind  beten  wird.  Danach  wird  er  es  waschen,  und  lievor 
die  Angehörigen  das  Mädchen  nach  Haose  IDhren,  mOssen  12  Mark  den) 
Priester  bezahlt  werden.  1st  dns  Kind  erwnehsen  und  sie  bringen  e.s  niciil 
zum  Pri«'5!ter,  so  laßt  er  wieder  Jemand  in  der  Veruandtsclinft  stf-rben. 
Doch  sie  \s'eidfii  das  erwachsene  Mädchen  sclmell  liiiiiiilu'eii ,  es  mit 
Schiinu  k  antun  und  mit  sehr  teuren  Perlen  behängen.  Sie  werden  lücher 
kaufen,  sie  in  einen  Kurb  tun  und  /.ugieich  mit  dem  Geschenk  dr^  I'riei>tt^r:>, 
weiches  in  awei  groiSen  Flaschen  Branntw^n  besieht,  das  Mädchen  hin- 
f&hren.  Dieses  muß  xuvur  geschehen.  Der  Priester  wird  dann  dieses 
Midchen  verheiraten  oder  es  einem  Manne  geben.  Die  Gottheiten,  denen 
man  auf  diese  Weise  Kinder  gibt,  heißen  Tgmi  und  Sui  (s.  meine  Arbeit, 
Jahi^.  VlU,  1905,  S.  10). 

EC. 

Aku       nuti  nya* 
Gottesgericht  fiber  Wort. 

Nu      si    u)oy(ffui '  bCf  Aka  ia  dsosam  ttöttt/ef  tye  uxmjft  Yewt  nuti 
Ding,  das  man  nennt  Aka,  Zauberei  es  ist,  uml  es  ist  Ye^e  Ober 

fm    a^.  Ma4/blo^  alesi      woaa  Aka.     Ne    ama^e^     dt  btj 

Ding  ein.  Ich  werde  sagen,  wie  man  macht  Aka.  Wenn  jemand  wünscht, 

yeasa  Aka  la,  ele*  »s  be,  woadi  av-miza  eve,  uyisike  4^ta 
zu  machen  Aka,  'es  ist  ihm,  daß  er  sucite  Wedel  zwei,  Kuhschwanz  einen 

kple        tasike*        kä     ^eka.    Emeybe  Ia*      ayawk  gbotm  (^A'a 

und  BfifTebMihwanz  auch  einen.    Danach  wird  er  kauf<m  Ziegenbock  einen 

kpU      tre        t/eye  <^ka  kple       hotsui  fiotu^  blave  vo  ene;  eya 

und  Kalebasse  neue  eine  und  Musehelgeld  (Kami)  hotii        24;  das 

enye     hotsui,     si         wole  tsQtso  ye  atcle  Aka  lae,  WoKua 

ist  das  Geld,  das  man  bringt  in  der  Almcht,  zu  kaufen  Aka.   Man  lotet 

*  voygna  be  —  man  nennt. 

*  maybltj  =  ich  will  heschreiben. 
'  amea^de  =.  Mensch  ein. 

*  ek  ne  be  wdadi  =  er  muß  suclien. 

*  l9,  eine  Bneclitierart,  Ihnlieh  dem  BfiffeL 

"  ta  steht  sehr  ofi  nur  dea  Wohllautes  wegen. 
^  X  Uotu  s:^  1  Mark;  frOher  24  Hotu,  jetzt  12. 


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SpiEiu»:  Blicke  Ui  dds  Zauber-  Und  GoUrnveacn  der  Anlüer  Wt^tafrikas.  -5 

ffböisu  la    eye  ttotsoa  eiie  vbu  kpie  to    (to  enyf  ati    niße,  si  tpoyfmn 

niänniicfae  Ziege  die  und  nimmt  ihr  Blui  mit  Vo  (To  ist  liaum  ein ,  den  man 

le    mo    sia^  be:     to'ti       la       ihe  tutu)     tsakana*    hede  tsi 
neDot  in         diesem:  Tobautn  sein  Geriebenes)  vermischt  sum  Bleiben 

Aka  la,   Äbti         vodi  tti         m    In    euyi  si:  tßogia 

im  Aka.   Wie  man  wQnsctit  xu  bleiben  ihm  darin  ist  also:  man  streicht 

(fa       in       jftjfe  h  kpk  mpueba  la     liuli.    .  ßmeg^  la 
Bockablul  um  Kalebasse  neue  die  und  Wedel  die  herum.    Danach  man 

looAga     oA'    a4B,    n      wtjfffia   he  a^tbr«  la     100     Im'*  ^fe  oH 
nimmt  Baum  einen,  den  man  nennt  Adidxre  den  seinen  Saft  und  Baum 

a(fe  «I  tMjysna  ie  indto  la  Aä  tbe  Igt;  ^  wolua  tUadi 
einen,  den  man  nennt  Tredxo  den  audi  seinen  Salt;  und  man  rtibt  Pfeiler 

gefi    MBokana  alo        bbia        adidsr»-  kpl*  tr^to-tn  la  hetitma 
vielen  vermiselien  oder  umrOhren  mit  Adidare-  und  Tredzosaft  zum  Anstreiehen 

(tr      ftwi      la      we    akpa  dü.       Esia  enys  Akamelai^* 

auf  BQfielschwanz  seinen  Teil  einen  darauf.  Dieses  ist  fllr  den  im  Gottes- 

• 

Emegbe  la    tcotsqu  ybo,         si      tcov-u  la  hetlaa 

gericht  Bleibenden.    Danach   man  nimmt  den  Bock,  den  man  tutete,  kocht 

dzehk})U.        Amesi        le  akpli    la       4a  ge       la  tcdts&a 

roten  Brei.   Derjenige,  der  ist  roten  Brei  zu  kochen  beabsichtigend,  nimmt 

adidzre-Lsi  kpU'    trt<izo-t.n    kple   atadi ,         si         tcohlu         da4*  <W<iö 
Adiduesali  und  i  redzusaii  und  Pfeffer,  dt^u  man  angerührt  hingelegt  scbon 

la  ne    bena  tcoaku  afu         moe,  (fu  ejff  Akn   In   ditn  hku 

ihm,  daß  er  wasche  sein  Angesicht,  er  wäscht  es  und  Aka  das  geht  Auge 

me     n^f    eyt       mtgateanu      kpm     naneke      o.    Knumäke  la^  ame 
hinein  ihm ,  und  er  nicht  kann  sehen  gar  nichts  nicht.   Sofort  Menschen, 

»ktxi  katä    le    Aka  la  «awe  la  doa  j^A'  /    baias    Aka    ma  ^Sna  nuig/ 
die  alle  sind  Aka  am  Plata         schreien:         Aka  dieses  gut  ist  sehr! 

Aka  sia  4^  Autnl 
Aka  dieses  gut  ist  sehr! 

Amui       IM       nku     me   ttode   Aka  lae  la    megalemi  ^ba 
Derjenige,  dessen  sein  Auge  in  msn  tat  Aka  in  das  nieht  kann  kochen 

€dtpli   la     o,    ame  öiAtte^    ^       ng         iana.         Ne  «nmw 
Brd  den  nlcsht»  ein  anderer  nimmt  (&r  ihn  zu  kochen.  Wenn  sie  kommen 

—  —     » ■  - 

*  WQ  da,  dieser  Weg  —  auf  diese  Weissw 
^  Uakana  mischefi. 

3  to  —  Wasser,  Saft. 

*  AkamrfMto,  Ist  Ahl  mr ,  im  Aka  bleiben;  drin  stecken  bleiben. 
'  la,  üüS  Wulilklaiigs  wegen. 

*  de  pH  =  schreien:  ks,  verstlrlctes  8dveien. 
"*  mee  6«5«e  =  Mensch  anderer. 


26    Spikss:  Blick«  in  das  Zauber-  and  Gdtteiwewn  der  Afttger  Weatafrikaa. 

akpli  la    du  ge  la,  a//i>si^         tt^  nku     me         Aka  Li  /»  ta 

Brei  zu  essen  beabsichtigen,  dcrjcniij;*' ,  des.sen  sein  Auge  im  Aka  ist, 

eya    me^ti  r/f    kpli  wo      o;      gakf     wotsoa         eto   yntne    dana  dt  t/'_. 

dieser  niclit  ißt  mit  ihnen  nicht;  aber  man  bringt  seinen  Teil  liingele^'  iinu 

eye      ne         tco^e         Aka    la  nku  me  ne  vo*     la^  e4** 
und  wenn  man  entfernt  Aka  das  Auge  aus  ihm  fertig,  er  ißt  es. 

Wort«  über  Gottesgerichte. 

Dm  Gotte^ericht  (Gottesurteil,  Aka)  ist  ein  Zauberdienst  und  gebort 
in  den  Jevhekult.  Ich  will  beschreiben,  wie  es  bei  einem  solehen  zugeht. 
Will  jemand  ein  Gottesgericht  herbeif&hren ,  so  muß  er  zwei  Wedel  (awudza), 
einen  aus  Kuhschwanz  und  einen  vom  BOffelschwanz  suchen.  Danach  hat 
er  einen  Zi^eiibock  sowie  eine  neue  Kalebasse  und  24  Mark  in  Musciiel- 
geld  zu  bringen.  Das  ist  das  Geld,  womit  man  das  Aka  kaufen  muß.  Man 
nimmt  den  Ziegenbock,  tötet  ihn  und  vermischt  dessen  Blut  mit  .Stückeu 
vom  Tobaume,  damit  jemand  im  Gottesurteil  bleibe.  Letztere^s  geht 
so  zu:  Die  tieiie  Kalebasse  tiiid  die  Wedel  werden  mit  dem  Bucksblut 
be,stricliei).  Darauf  nimmt  man  den  Saft  vom  Adidzre-  und  Tretlzohaume, 
vermengt  iim  mit  geriebenem  Pfefler  und  bestreicht  damit  einen  Teil  ile3 
Büfilelsch weifen.  Dieses  ist  lür  den,  der  im  Goltesge rieht  bleiben 
soll.  Nach  dtraem  holt  man  den  geschlachteten  Ziegenbock,  um  einen  roten 
Brei  davon  zu  kochen.  Deijenige,  der  den  Brd  au  kochen  hat,  nimmt  den 
schon  bereitstehenden  ang^'Qhrten  Saft  mit  Pfeffer,  um  sein  Angesicbt 
damit  au  waschen.  Hat  er  es  getan,  so  geilt  das  Aka  in  seine  Augen,  tind 
er  kann  nichts  sehen,  äofort  schreien  alle  'am  Akaorle  Versammelleii: 
Dieses  Aka  ist  sehr  gut!  dieses  Aka  ist  sehr  guti  (Aka  y/o  di/ia  nutol)  Der 
also  im  Gottesurteile  Gebliebene  kaim  den  Brei  nicht  kochen;  ein  anderer 
kocht  ihn  {ame  bubtie  ....)•  Kommt  man  nun  znsnmmen ,  um  den  Brei  zu 
essen,  so  ißt  der  im  Aka  (»ebliel)ene  nicht  mit,  mau  bringt  iiim  >;finen 
Teil,  mid  sobald  das  Aka  aus  seinen  Augeu  entfernt  ist,  ißt  er  das  beinige. 

X. 

Aka^ß^e  U  nku  m§  na  akamßisila, 

Gottesgericht  »Wegnahme  aus  Auge  flir  im  Gottesui;^  Seienden. 

Am      magbl2      alMi         wo^tßa         Aka  nku  me  na   ame  la. 
Nun  ich  will  sagen,  wie  man  nimmt  heraus  Aka  Auge  aus  bei  Menschen« 
Wotaga     ajlatogä^  kple  gOemakmiiaku*   ifi«     tri     JSana    ^     ame  la 
Man  nimmt  Allatoga  und  Gbemakumaku  ihren  Safl,  tröpfelt  auf  ^Menschen 

'  amr^iiro  fcatn  !>■  ßmä  —  alte,  die  zugegOB  Sind;  alle,  die  dort  sind. 

Kr  btS^fMiiiiit  seinen  Teil  besonders. 

*  Vi»  -  beendigt. 

*  ^  n£  =  ißt  es. 

*  t^Udogä,  eine  GrsMrt 

<  gtttmakmiakit,  eine  Grasart. 


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Srutt:  in  das  Zauber-  uud  CoUerwoseu  der  Aäl^  Westafi  ikaa.  27 

ti«  lilw'  dn.  JZi;^  woawQ  eaia  la,  ele  ^  wtabo  Ui  dtodtm 
sein  AOj^e  danuf.  Bevor  man  tut  diesea,  ea  iat»  man  nimmt  Wasser  heißes, 

otoo  füh»  ine^  fig  ^ftS.       JVa    ipcnmi        cbocbo  ^  k  Aha 

benetst  Auge  ihm  KueraL   Wenn  komuifc  zu  verUssen  beabsichtigen  Aka 

la  BoAda     wogblla   Aha  la    nv^K  ejfe     vooUq^       g^,  » 

den  Plats,  aie  lassen  Aka  daa  selbst  anrüek,  und  man  nimmt  Bock,  den 

«0010«  la       lie     ia     dana  ^  Mni  la     dri     kkbona,    ly»  m 
man  tötete,  sdnen  Kopf,  legt  auf  Kauri  die  darauf,  geht  fort,  und  wenn 

nu      k«  la     kafi         wooa         Iga    Aka  la.      Ht^  «ooo^t 
Moigen  ist  der,  bevor  mau  kommt  nehmen  Aka  das.   Bevor  man  nimmt 

Aka  sia  la  Akatsfeo*  dga*  ame  4^  dtä  beaa,  todajfi  t^afi 
Aka  dieses,  Akatowo  senden  Menschen  heimlich,  dafi  er  gelit,  stiehlt 

^^iißa       la    «(/  4^     w6jfma     4^  «t.    Em^fbe  la  Akalgiuto 

Zi^enkopf  den  her;  und  er  geht,  stiehlt  ihn  her.   Nachdem  Akatowo 

ikile     btia       ngfl      ff^Sia       la      eün,  «ot»  kpjt 

selber  Qbericgen  nach  Ziegenkopf  dem  au  sehen,  bevor  sie  kommen  sehen 

ftf.    Emeg^  la  woj^teM    na  *  ame^i         wodn       4a  wd4^ 
ihn.     Danach    sie  sagen  sum  Menschen,  den  sie  sandten  xu  stehlen 

ghSla  la  la  bena,  va  njfi  JUIm*  tye  wobua  dea  Aka 
Zi^nkopf  den,  daß  er  komme,  esse  Aka  und  Überlegen,  hineintun  Aka 

nku  me  keff6la»»a        be,       wd0  ^tjtti      la,  EsiawQWQ 

Auge  in  ihm,  au  ihm  sagend,  daß  er  gestolüen  Ziegenkopf  den.  Diesem 

me^  la  w^ga     Aka   la   na      ameei  woaa       Aka  la  na 

Tvn  darauf  man  nimmt  Aka  das  fSr  Menschen,  dem  man  machte  Aka  das 

90         Aktti2  la         i^iQ      Iga     h^em  hobt  24  la  ^  led^n^ 
und  Hersteller  des  Aka  selbst  nimmt  Kauri  Mark  24  und  er  auch  nimmt 

aha       kein  4dha  ipena  4»  «c*    Saia  sny«  Akaeaea, 
Branntwein  Kiste  eine  noch  dazu«  Dieses  ist  Akatreiben. 

Entfernung  des  Aka  aus  den  Augen  eines  Akametaila. 

Nun  will  ich  besciirdben,  wie  man  das  Aka  aus  den  Augen  eines 

im  Aka  Ciebliebenen  herausnimmt.  Zuei-st  nimmt  man  heißes  Waaser  und 
benetzt  damit  die  Augen  und  dann  U'upfelt  man  ^aft  des  Allatogu-  und 
GhfmakiiTnakugrnst's  darntif.  Wenn  man  vom  Akaplatze  furtgeht,  läßt  man 
das  Aka  sf'lbst  zurück,  iiinunt  ilen  Kopl*  des  Ziegenbocks  und  legt  ihn  auf 
das  Mu  (  htigeld  {hoLsui  —  Kauri).  Es  wii*d  Morgen,  bevor  man  aurück- 
kuuiiiii,  das  Aka  zu  holen. 

Bevor  das  Aka  geliolt  wird,  schicken  die  Akatowo  (diejenigen,  die 
das  AlLa  herstellen)  heimlich  jemand  hin,  daß  er  ihnen  den  Ziegeokopf 

'  iücumt  =  Angeaidit.  ^ku  —  Auge.   iJtu  iw  =  in,  Iiinein  Ange- 

^  Akatowo  sind  angesehene  MAnner,  die  das  Alia  herrtellen. 

'  dg  ila       senden,  schicken. 

*  njfi  AkOf  essQU,  ueümeu  Aka. 


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28    Spucm:  Blicke  in  das  Zauber-  und  ßSlto'vreaeii  .der  Aftlfier  Westafnius. 

.Hleiüe.  Dieser'  ttii  t:^  ntul  »ttehlt  den  Ziegenkopl'.  DHiiaoli  til.ci iii^m  die 
Akatowo,  selber  nach  dem  Ziegenkopf  zu  sehen.  Nun  sagen  sie  m  dem, 
den  sie  den  Kopf  Stehleo  UeSen,  daß  er  kam,  Aka  %u  nehmen  und  über» 
legen,  ihm  Aka  in  die  Augen  xutuo,  indem  sie  sagen,  daß  er  den  Ziegeo- 
kopf  gestohlen  habe. 

Nach  diesem  Tuo  nimmt  man  das  Aka  i&r  den,  dem  man  das  Aka 
machte,  und  der  Akabersieller  selbst  nimmt  die  24  Mark  Kauri  und  tsrliÜt 
noch  dne  Kiste  Branntwein  dazu.   Das  ist  Akatrdbeu. 

XI. 

Ni/a    huhu,  ahsi    tcodra  Aka        hku   t/it  na    ame  la. 

Wort  anderes,  wie  man  niuiuit  GuUeäurteil  Auge  aus  bei  Menschcu. 

N»   wok  Aka  la      ^  ge  h     nht  me      na    amesi  tri 
Wen»  man  Aka  das  herausnimmt  ans  Augm  bei  Menschen,  der  ist  im 

Äka  m$h,  tie    be    Akatq    la    nadi    gbe  «4^,  ri  weysna  be  e^kUoffä  kple 
Aka,         es  muß  Akato  der  suchen  Gras  ein,  das  man  nennt  Ailatog»  und 
agbatsalika  kpic    gbemakumaku  kpakple     ist     dzodmi  kena     attke  ia 
Aglmtsalika  und  Gbemakumaku    und   Wasser  lieißes  zur  Medizin  zum 

togupg.     Ale    gbe    siawo  votegna    4ea    Aka  le  nku  me   na  ame. 
Bereiten.   So  Gritoer  diese  ndmien  heraus  Aka  aus  Augen  beim  Menschen. 

Nenye    l/e,  woffe  Aka  la    le  nku  me  na      ame  £i  Ai, 

Es  ist,  daß  herausgenommen  Aka  das  aus  Auge  beim  Menschen  fertig  ist, 
Ake^    la   kploa  akametsila         la  dea  asi  na         nQviatco;  fuua 

Akato  der  führt  im  Aka  Gebliebenen  übeigibt  den  seinen  Brüdern;  diesem 
meybe  la    tcoavco^       nu      le        hl$me       la  nuti  hena  iruuu. 

nach  man  Öffnet  Mund  Qber  Schuldigen  den  {le  mM  —  Qber)  zum  Tode. 
Qake    leometcu    n§     daro       o.     Gbalo  He    be,  akametsila 
Aber  man  tötet  ihn  umsonst  nicht   Erst  es  mOssen  im  Aka  Gebliebenen 

we     womeUfico     kple    amfstke     nuti    wog^Q  le  be,     ewu  la  tce 
seine  Verwandten  und  deijenige.  Ober  den  man  sagt,  daß  er  getutet  sei, 

wom/etgiDo  ora  Aps  la         haß      woaiei  hlöme  la 

dessen  Angehörige  zusammenkommen,  bevor  man  bringt  Schuldigen  den, 

ade    asi  na  hlödilauo ;  SMS        ffifjjpAs  feoawui. 

Qbergibt  den  Schuldigen  Begehrenden;  diesem  nachher  man  tötet  ihn. 

Ne  «eome  he,  wole  ewtt    ge    la,     toouQa      fui  nuto  hafi 

Wenn  es  ereignet  sich,  daß  man  töten  will  ihn,  man  quilt  ihn  sehr,  bevor 

tru    fif/     ne        wowui       vo     la,   nvemvco  vana      9a  i»fi  n§, 

töten  ihn;  wenn  getötet  ihn  fertig  ist,  seine  Brüder  kommen,  nehmen  ihn 

4atfi  na;    eye     fe  sitm     kr     amrsi  wowu  amefnakanw 

b^raben;  und  Schulden,  die  Mensch,  den  man  tötete  im  Akableiben 


%to  nu  =  sprechen;  It  huti^  man  spricht  Aber;  man  beratet  Qber. 


SriBss:  Blicke  in  da«  Zauber-  uud  (iüUerwe^tcu  der  Aulj^er  Westafrikan.  2D 

nqmtoo     njfi  h,        ngpüttco  ^       ng,   »ye  ntiskco      kaiä  my« 

BrOdern  scbuldel,  sdoe  BrQder  bezahlen  es  und  Dioge  diese  alle  siod 

nubablenSf      ii        vobla         de      amfsi  wauu         h  mUL 

Bündnis  böses,  das  man  schließt  Ober  Menschen,  den  man  tötete. 

Eliata  nä  WO^W  aJc      nya     sia      amatif  alö 

Dieses  w^Oi  wenn  man  wird  fragen  eben  Wort  dieses  jemand  oder 
lOOOMlff  im  mu    bf,         «güt        ame^  h,    ekemä  nmesi        ffblQ  m/rr 
man  wird  sagen,  daß  er  gegessen  Menschen,  dann  Mensch,  der  sagt  Wort 
MB  ta,       akjfo        nya    eye        tooanyi  fe       gede  Äa*. 
dieses,  wird  sehen  Wort  und  er  wird  bestraft  viel  auch. 

Aktmya   b  ale    be,    neny*>    be    amade    tbt  nu  le    dome  vem* 
'Akawort'ist  so,  daß  es  sei,  daß  jemand  etwas  im  Magen  sciimerxt 

na  dMM  la  wadia      ku  ng, 

ihn  gegen  Menschen  einen,  man  sucht  töten  ihn. 

Ein  anderes  Wort  Ober  Entfernung  des  Aka  aus  den  Augen. 

Will  man  das  Aka  nns  jemandes  Auge  entfernen,  so  muß  der  Aknto 
(d<>r  das  Aka  hei-ge.stellt  hat),  Allatogii-.  Aghataalika-  und  Gbemakiimaku- 
;_'i-äser  sowie  heißes  Wasser,  nm  daraus  Medizin  zu  bereiten,  holen.  Diese 
Alisclmnjr  fntfernt  das  Aka.  Nachdctn  dicvos  rifscliplifn  ist,  nl>ergibt  der 
Akato  den  im  (Jf)ttfst;f'ripht  Geblichenen  den  .-\nü;('hüritr<Mi.  Bevor  der 
Sclmldige  nun  in  die  Hände  dcii-r.  dip  ihn  hegehren,  geliefert  wird,  kommen 
die  Angehörigen  des  im  Aka  Ge)>lie))t>nen  und  die  des  Getöteten  zusammen 
lind  beraten.  Dann  erst,  nachdem  der  Schuldige  noch  sehr  gepeinigt  worden 
ist,  tötet  man  ihn ,  und  seine  Verwandten  beerdigen  ihn.  Die  Schulden  dea 
im  Aka  Gebliebenen  besahlen  die  Angehörigen.  Das  alles  sind  Dinge,  die 
man  Ober  den  Getöteten  beschlossen  hatte. 

Derjenige  aber,  der  sagt,  daß  man  einen  Menschen  »g^essen*  habe, 
wird  sehr  bestralt 

Wer  etwas  gegen  dnen  Menschen  bat,  sucht  ihn  durch  das  Gottes- 
gericht zu  töten. 

xn. 

Akatsotso  yi  dume  nuti  nya. 
Akatragen  hinein  Stadt  Ober  Wort. 

m     AJtUlQ.  «4^       natsq         fitb«    Ako     ar/i      du  buhu 
Bevor  wenn  Akato  ein  soll  bringen  seinen  Aka  gehen  Stadt  andere 

hinein,  er  wird  wissen,  daß  Wort  ein  sich  ereignete  in  Stadt  jener,  wie 

)  du  nme  =  essen  einen  Manschen,  bezaubern. 

'  yede  hä  ss  viel  aüch. 

*  dm»  k  vijftm,  ich  habe  Magenschmemn. 

*  abe  MS,  wie. 


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30    Spies*  :  Blicke  in  du«  Zauber-  nm!  Oötterwcsen  der  AMSer  Westafiftai^ 

dcoduame         kplr      Jixy^  >     .  trole      figdröm   tci  k^k^ 

Zauberesseninenscli  und  Diobstalil.swort,  die  innn  ist  richtend  lange  hin  und 

hqfi  icöradzf  Akrin tfinifi  dzt.      Xya'horj-q      xia  ihnmni 

her,  bevor  es  kommt  richti|;  Iriflt  Akaessen  dazu.  Wortereignis  dieser  Art 

enye  htna ,     ne     amade     df  nu '  figota     nuti  he    ffi  yrü>f 

ist,  daß,  wenn  jemand  daiHr  hiU  seinen  Bruder,  daß  er  gestohlen  seine 

»Ml*,     ato    edu  dso*        ymgri  ade,       eyata  dw, 

Sachen  oder  besaiibert  seiner  BrQder  einen,  dieserbatb  man  schickt  ihm 

Amegi      tcotQ  dtti  h  et/m  dumegatto^ 

Botschaft.  Der,  zu  dem  geschickt  wurde,  kommt  (geht)  au  den  Stadtilleaten 

pde  kjpXB  jfi,  <Iis  kw  aiam  na  uto  bena,  ne  toodSt  Aka  an 
hin  mit  Schwert,   versichert  sie,      dafi,   wenn  sie  wünschen  Aka  tat 

ihn,  er  werde  essen,  daß  sie  werden  sehen  sein  Inneres.   Und  wenn  die 

dume^hsoo  hu  «jio  /a  liw/f*    eg     h,  «odiii 

Ältesten  der  Stadt  nachgedacht  sein  Wort  fiber  fertig  sind,  sie  suchen 

Akaigwo  Imo  d»   AnAii  um.  dtme^wo        natU    Akato  ms 

Akatgwo  aus  Stadt  anderer.   Bevor  die  StadtSltesten  suchen  Akato  diesen 

«e  mo  la,  fh      na    mo  be,         wotatye*,  hma 

seinen  Weg.  es  ist  an  Ihnen  (fHr  sie),  daß  sie  werden  wissen,  daß  (ob) 

nutxva     aiö     ny^nua     ewQ      nua         vavä  In      afö        meiCQfi  O» 
Mann  der  oder  Fran  die  taten  Ding  das  wahrhaftig  oder  nicht  taten  es  nicht 

iVJ»  dumefjatco  kpq  hetm ,  anm  la  tbe  nortorw  ßa  ß<{f^^ 
Wenn  Statliälteste  sehen,  daß  Menschen  des  sein  Rnf  lehrt  TzeiiKt)  DieUes 

ntö         dzodnamctn  tpe      nffftmie  fa ,     vxxioa^       du"        Akfjto  in 

oder  Zaubertvs.st'.nuiciisch  seinen     Rtif,      sie  scliicken  eilig  zu  Akat<_>  dem 

hf,      nfi         va  fa  rcöatrn  Akn    la       na  Akam/i  la 

daß,  wenn  er  komme,  er  drehe  herum  Aka  das  fur  den  Sichunterziehenden 

fna ,      ne     tchatsi     Akn  vir  ironghln  nhe   tamenyatcn.  .V/» 

diesen,  daß  er  bleibe  Aka  im  und  er  sagen  werde  seine  Kopfworle,  Wenn 

tcotcq       esia     vo  la.  tcoghUma  na  amesi    le  Akanyi  gf  In 

man  fertig  dieses  hat,  sie  sagen  zu  dem,  der  sich  ist  dem  Aka  unterziehend. 

henay  netsq  hotsui  höht  ade  kple  ahatukpa  eite 

daß  er  bringe  Muschel^ld  (Kauii)  Mark  6    und   Branntweinflascheo  4 

1  dl»  UM  iss  dafQr  halten. 

*  r»v  —  Dill!?,  Sache. 

*  (Iii  'ho,  wörtlich:  essen  Zauber. 

*  (iumeyätco,  Stadtält&ste. 

*  6«  Mif  über  etwas  naehdenken. 

*  tk  na  w  b«  waojfs,  ^e  mAssen  wissen. 
^  do  4*t  sdiidken,  senden. 

'  d»,  eilig. 


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SptEss:  Blicke  in  da«  Zauber-  und  UötterwGäcii  der  A6l5er  Westafrikas.  31 

og;  vroj^lffw  na     mnesi         in         du  la     hn    l»na,  nftso 

her;  und  sie  sagen  za  dem,  der  gesehickt  wurde  »ucb,  daß  er  bringe 

kotu  ade  kpk  ahatukpa         ene   tv.       i\>     eia^     tn»     ve  la 

Mark  6  und  Branntweinflaachen  4  her.  Wenn  man  bringt  es  her,  die 
dumeffäwo  dba'  ame  f^^e  dona  df  Akato  gbo  bena,  tcoakjJoe  «£. 
Ältesten  senden  Menschen    2    z«i  dem  Akato  hin,  dafi  sie  fähren  ihn  her. 

Wotstqn        hfitsiii        hntii  me  kph        ahatiikpa  ef^r    (ha  asi 

Sie  geben  Muschelgeld  Mark  4  und  Branntweinflaachen    2     in  die  Hände 
na      dj^Anoo      he,       tcoat/of      re.      Xf    Akato    In    ()^*fma    la  mfdrona 
fftr  Gesandten,  daß  sie  herrufen  ihn.  Wenn  Akato  der  kommt,  er  nicht 
df         amadfke  vbetne       o,     ncgbe      ahlo>nr       ko  WÖdznia. 

schläft  in  irgend  jemandes  Haus  nicht,  außer  im  Freien  nur  er  bleibt. 

Netumäke     im        wina     dtm       ha  la     wome  drona         df  aüm 

Ebenso,    wenn  er  kommt  in  die  Stadt,  auch  er  nicht  schläft  im  Haus 

a^eke        me        o,      ke  bnh     wwhea     ablo  me.      Ne.     nu  ke  la 
irgend  jemandes  nicht,  sondern  er  bleibt  Freien  im.  Wenn  Moipfen  der  ist 

dumegaico         katä     teofjSia  tho  nu^.      Eye     am        <0O(ft'  ütQ  nu  vo 
Ältesten  der  Stadt  alle  versammeln  sich.    Und  wenn  die  Zusammenkunft 

ken     la,  duto*  la  tsiatre  de     amef/ätro     kple  Akato  la  the 

vorflber  ist,  der  Erste  der  Stadt  stellt  sich  vor  Ältesten  und  Akato  des  ihr 

nhumey    ^dgfui  hena:      »Amesia    edu  d:n*    ye.        nwfiy      yde  dim 
Angesicht,  sagend ,  daß  dieser  Mensch  getötet  seinen  'ßruder\  ihn  suchend 
wl  — ,  ßfi      ko         yekpgt     enye  m*,  eye   wopblo    hena:  »yeat^ 
^nge,  gerade  jetxt  er  sehe  ihn,  er  ist  es,  tmd  man  sagt,  daß  er  solle  essen 
Akoy  eye     ne      myi     Aka  eye      votsi        eme  la  jfttawta, 
Aka,  und  wenn  er  essf*  Aka  und  er  bleibe  darinnen,  er  werde  getötet, 

ke        ne    eghq  Aka  la* ,  ekemä  fe*  sitco     nyim  wole  la 

jedoch,  wenn      herausgehe,  dann  Schulden,  welche  er  schuldig  sei,  werden 

yeahii.*       Ekemä     amejti  tcoto  dui  la  hä  tsiatre  de 

ihm  bezahlt.    Dann  derjenige,  den  man  sandte,  auch  stellt  sich  vor  die 
dumegmrn      kple  Akato    la     tie      nkume      eye  wogblona  na     tco  hena: 
Stadtälte^iten  und  Akato  des  ihr  Angesicht  und   er  sagt  r.n  ihrun.  daß 
'ame.ff'a  ede  nu     ye    ttuti ,  elabena  est     yedzq    de  heheame 

dieser  Mensch  Unwahrheit  über  ihn  sage,  weil,  nis  er  kam  in  die  Welt 

ta        ff       ye     metm    ale  ntisia    kpo        o.  Kye   ye      nnr>t"'  .fia 

von  Anfang,  er  nicht  tat  so  Ding  dieses  niemals.    Und  sein  Bruder  dieser 

>  do  do  d»  gbg  SS  dQ  4*       jemand  sa  ehiem  senden. 

'  'Ii  iro  nn,  TnsammcnknTnmen. 

*  duto,  in  diesem  Falio  der  Erste  der  Stadt. 

*  du  dzo,  durch  Zauberei  gegessen. 

'  egbß  Aka  la^  heraus  am  Aka  gehen. 

*  il«  ^,  die  Schuld  (fttr  ihn)  bestahko. 

^  ngvi,  in  diesem  Sinne  nicht  leibUdier  Bruder,  aondem  soviel  wie  Laadsmann. 


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32    Sfikss:  Blicke  in  da«  Zauber-  und  Gütterweseu  dei*  Aüloer  We>>tarrika>>. 

vn       wo  4i  hena,  yedu  dzo     yt       novi.       Eyata  yedi 

kam,  beschmutzt  ihn,  daß  er  getutet  seineo  Bruder.  Daher  er  wunwlie, 
hena,  yeanyi  Aka   np.        Ne    ele       me       be,  ye  du  dzö 

daß  er  esse  (nehme)  Aka  iltiu.    Wenn  es  ist  darin,  daß  er  getötet  seinen 

nqvin       ravä  In .      fkrma   Aka     st      nyi      (jp  ymJa  ne         !n  tfeatxi 
'Bruder  wahrhaftig,  dann   Aka,  das  essend  er  ist  ihm,  er  wird  bleibm 
AlrfT  mc ,  Pye     ne     yr        meteoe  kpq  ghrdfgbt^df  d  h.  ypa*j^>q 

Aka  im  und  wenn  er  tiicht  jrefan  es  durchaus  nicht  nicht,  er  wird  henms- 

AkfT».  Dato        (a   kpU      amp.n  trotq  diii  la      tnnj^ilqa  ah 

gehen  Aka.    v>tadtälteste  der  imd  derjenige,  den  man  sandte,  >n|,'en  solches 

nya     sia  enuenu  fe  amerfmrn  kpfe  Akato  la  nknine.     Emegbe  la  dumegÖKo 
Wort  dieses   oft   vor  Ältesten  und  Akato  Angesicht.     Danach  J^tadtältesteo 
use     tsiantfv      hn       tsiatre  ghlona  na    AkaUmo  hena,    ampgätro  dum 
ihr  Spreciicr  auch  tritt  auf,  sagt  den  Akatowo,  daß  die  Altesten  sandten 

de     mmfflio '     be,      mahm        m\     he ,  m'wse  Akanyi/attr.'  the 

mich  zu  euch,  daß  ich  fragen  soll  eucli,  ob  ihr  gehört  Akanyilawo  ihre 

mahä^l   Eye  Akatotco    hä        doanu     hma,    yeirose     trotce  r;^p. 
Stimme;'  Und  Akatuwo  auch  antworten,  daß  sie  hurten  ihre  Stimme, 

netso    kaha    bf      ra'  natjndo  de    yfiro    o.  Esia  meght 

beeile  dich,  daß  Naclit  nicht  hereinbreche  iiber  sie  nicht.  Diesem  nach 
la    tsiamp     h    gadoa      do       de  dzndunmptq  la  kple       amt.<t  qhh 

•Sprecher  der  wieder  schickt  zum  Dzudnameto*  und  tlcmjenigen .  d«'r  >nt;te, 
hp.  worin  d:o  i/f      nqri  In    qho    he,     ttftdnmr       df^fldp  rinn'i 

dalä  man  unigrhraclit  seinen  Bnidfi-,  liin,  daß  von  iluien  jeder  soll»- luingea 

hfitsiii         holit  nn>  kple         ahattikpa         di'ka    rp  heufl ,  trrKitsn 
Mnsr!!f'!i;(»l(l  Mark       und  Hranntweiiiflasehp  ciric  licr.  tlaß  mau  stfllcn  werde 

Akfitrc  la      mlo  ihi ,    fi/p  tcndatsna       nettem         hotsui           sin  kj>lf 

Akakalehas^e  darauf,   und  sie  bringen  solches  Muschelgeld  dieses  und 

ahnhikpntro      va  ne. 
Branntweintlaschen  ihm. 

Ein  Wort  Ober  das  Akabringen  in  eine  Stadt. 

Soll  ein  Akato  seinen  Aka  in  eine  andere  Stadt  briageo,  ao  wird  er 
wissen,  daß  ^ic'h  in  jener  Stadt  Zauberei  oder  Diebstahl,  worüber  sehoa 
lange  hin  und  her  gerichtet  wurde,  bevor  man  zum  Akaessen  greift,  zu- 

cjetmirf'n  hat.  Das  Wort  dieser  Art  ist  wie  ftdijt:  hält  jemand  seinen 
Rrndt-r  nitweder  lur  d<'n  Diel)  der  iliin  gestohlenen  Sachen  oder  den,  der 
einen  seiner  Angehörigen  bezaubert  hat,  so  schickt  man  eilig  zu  ihm. 

*  mWi^,  sa  eaeh* 

*  nuahä  Firagepartikel. 

>         =  ea  itt  dunkel. 

*  ZanbareMenaieiMdi. 


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Sptcm:  Blidke  in  du  Zaaber-  und  Ootterwesen  der  Aftl^Üer  WestafHIcM.  3H 

Dieser  nun  f»eht  7.11  den  Stadtältesten  mit  einem  Schwert  und  versichert 
sie,  daß,  falls  man  das  Aka  fur  ihn  wünsche,  im-  sich  diesem  iinter/if^hni 
werde,  damit  man  sein  Inneres  seile.  Haben  die  Ältesten  ilariihci'  nachgedacht, 
so  .suclieii  .sie  Akatijwo '  aus  einer  anderen  Stiidt  Bevor  .sie  jedoch  dieses  tun, 
müssen  sie  wissen,  oh  der  Mann  oder  die  Frau  die  Dinge  wirklich  getan 
haben  oder  nieht  Zeigt  sich  nun,  dafi  des  Mannes  Ruf  der  eines  Diebes 
oder  Zaubereasenmenschen  ist,  so  schielcen  sie  eilig  auni  Akato,  daß,  so- 
bald er  komme,  das  Aka  herumdrehe  (wdalrft)  für  den,  der  sieh  dem 
Aka  unterziehen  will,  damit  er  darin  stecken  bleibe  (iw  wdatri  Aku  me) 
und  seine  Gedanken  sage.  Darauf  sagen  die  Ältesten  zu  dem,  der  sich 
dem  Gotte.surteil  unterxieheii  will  und  dem,  den  man  schickte,  daß  jeder 
i)  Mark  und  4  Flaschen  Branntwein  hrinc^rn  miisse.  Die  StadtEltcsten 
.schicken  mui  zwei  Leute,  die  4  Maik  und  2  Flasclien  Branntwein  bekommen, 
zum  Akato,  ihn  zu  rufen.  Der  Akato.  wfnn  «  r  kommt,  .schläft  uiitcrwej«« 
nicht  in  irgend  jemande^s  Hanse,  ioadern  hlcilil  im  Freien.  Am  nächsten 
Morgen  veraammeln  sich  alle  Ältesten.  Sind  alle  zugegen,  so  tritt  der 
Äheate  der  Stadt  auf,  st^H  sidi  vor  die  Ältesten  und  den  Akato  und  spricht: 
Dieser  Mann  liat  seinen  Landsmann  getötet;  lauge  habe  man  ihn  gesucht, 
jet«t  sehe  er  ihn;  er  sei  es.  Man  sagt,  er  solle  Aka  nehmen;  bleibe  er 
darin,  so  werde  er  getötet;  gehe  er  aber  heraus,  dann  würden  ihm  säne 
Schulden  bezahlt.  Darauf  stellt  sicli  der,  den  man  sandte,  auch  vor  die 
Stadtältesten  und  den  Akato  und  spricht:  Dieser  Mensch  sage  die  Un- 
wahrheit über  ihn,  denn  von  seinem  Kommen  in  die  Welt  an  h.ibe  er 
solch  ein  Ding  niemals  getan.  Dieser  Menscii  aber  kam ,  ihn  zu  he- 
schiimt/.en  mit  den  Worten,  ei-  habe  seinen  Bnider  i;rtr>tft.  Dalier  wi'insche 
er  das  Gotte.sgencht  für  ihn  /n  »t  sscu  .  Habe  er  jieinen  Bruder  gelölet, 
so  werde  er  dem  Gottesurteil  verfallen,  wenn  nicht,  so  werde  er  herausgehen. 
Der  Stadaiteste  und  der,  den  man  sandte,  wiederholen  diese  Worte  des 
öfteren  vor  den  Ältesten  und  dem  Akato.  Nun  tritt  aueh  der  Sprei^er 
der  Stadt  auf  und  sagt  au  den  Akatowo:  Die  Ältesten  haben  mich  zu  euch 
gesandt,  damit  ich  euch  fragen  soll,  ob  ihr  die  Stimme  derer,  die  sich  dem 
Gottesurteil  unterziehen  wollen,  vernommen  habt?  Die  Akatowo  antworten, 
daß  sie  ihre  Stimme  horten:  <  r  solle  sich  beeilen,  damit  die  Nacht  nicht 
über  sie  hereinbreche.  Nachdem  schickt  der  Sprecher  zu  dem,  der  den 
Menschen  'Cjerjessen-  fdiirch  Zauber),  d.  h.  iimf^ebracht  haben  soll  und  /,u 
dem,  der  .sagte,  daß  man  seinen  Brutbr  dnich  Zaul)er  heiscite  «rscliatVt 
hübe,  daß  jeder  von  ihnen  10  Mark  und  1  I'lasi  he  Hranntweiu  :5uclien  .solle, 
damit  man  die  Akakalebasse  darauf  lue,  und  sie  bringen  diese  Summe  und 
den  Branntwein  ihm  her. 

1  Akatowo,  Hersteller  des  Aka. 


Miu.d.8«a>£  Orient.  B^mdMfc  1907.  IlLAbt 


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34 


Die  Sprache  der  Bauoho. 

Von  P.  GrüST.  Aup.  Adams. 


Vorwort. 

Mit  Vorliegendem  habe  ich  Tersucht,  den  Bantiidialekt  der  Bandho  gram* 
matiseh  zu  kultivieren.  Daa  Vollkommene  wird  aelten  bei  der  ersten  Be> 
arbeltong  erreicht.  So  bitte  ich  um  Nachsicht,  wenn  MSngd  sich  ToHinden 
sollten;  uns  Ersten  muß  es  genug  Befriedigung  aein,  grundlegend  gearbeitet 
XU  haben. 

Doch  wenn  diese  bescheidene  Arbeit  einerseits  von  der  Wissenschaft 
beachtet  werden  und  /tun  weiteren  Verständnis  der  großen  Bantuspracli- 
familie  iht-en  Teil  Ix-itraizipn .  aridrrsn'ts  nl»er  aiicli  unv.pi  n  Kiiltiiriiionieirn 
in  der  fernen  deutschen  westafrikanischen  Besitzung  Kmu  run  von  prakti- 
schem Nutzen  sein  sollte,  so  hat  sie  damit  ihren  Zweck  erfiillt. 

Einiges  Geseiiiclitliche  über  den  BanuUovolksstamm  möge  zum  weiterea 
Interesse  vorausgeschickt  sein. 

Geschiehtliches. 

Der  Volkastamm  der  Ban 6h o  gehört  tu  der  großen  Bantu vaikor* 
fiunilie  Zentralafrikas.   Dieser  Stamm  ist  nicht  sehr  «ahlrdch  und  bewohot 

gegenwärtig  mir  die  sfldliche  Küste  des  deutschen  Westafrika.  Kamerun* 
welcher  reil  aucli  die  Batangaküste  genannt  wird,  ^ach  ihrer  Tradition 
wollen  die  Uaiiolio  mir  den  wetter  im  Innern  des  mittleren  und  sFxllichen 
Kamerun  wolineiulen  Stämme  der  Bali.  Huli.  Bane.  .laiinde.  Mgumba  usw. 
keine  X'erwandtsrhal't  haben.  Doch  .sollen  auch  sie  einmal  gleich  ihren 
jetzigen  Rivalen,  den  Bapuku,  vor  Zeiten  inj  Innern  der  großen  l'rwald- 
region  gewolmt  haben  und  durch  Nachdrängen  anderer  Stämme  von  Süd- 
und  Nordosten  her  allmShlich  zur  KQste  des  Atlantischen  Ozeans  geadioboi 
worden  sein.  Ihre  engere  Stammeageschichte  lautet  in  den  mir  bekannt 
gewordenen  ZQgen  wie  folgt: 

Vor  sehr  vielen  Jahren  lebten  tief  im  Urwalde  ein  Vater  und  drei 
Söhne  vom  Bawuheastamm  nut  lliren  Familien.  Sie  wußten  noch  gar  nichts 
von  dem  großen  Wa.s?:er  um!  drr  Meet'csk Tiste ,  sondern  trieben  sich  nur  in 
den  diHikf^In  sumpfigen  Wäldern  herum.  Die  Jaijfl  auf  alles  Wild  war  ihre 
Beschäftigung,  das  erbeutete  Fleisch  und  WaldlViichte  ihre  Nahrung.  Andere 
ihnen  befreundete  Familien  hielten  &ich  au  den  Wassern  und  Flüssen  dtss 


^  kj ui^uo  i.y  Googl 


Adams:  Die  Sfinieha  der  Banöbo. 


Inluides  und  lebten  ▼om  Piscbfimg.  Da  diese  aitch  sonst  des  Wassers 
kundig  waren,  schwimmen  und  in  win«igea  ausgehöhlten  Baumkihnen  auf 
dem  Wasser  sidi  so  sicher  flUilt«i  wie  auf  dem  Lande«  nannte  man  sie 

einfach  die  T'  iit^hOi  d.h.  die  Wasserkiindigen. 

Eines  Tages  zogen  nun  der  \''Ater  Maoga  vom  Bawuheastamm  und 
zwei  seiner  Sohne  mit  ihren  panren  Familien  ans  und  nahmen  ihren  We»; 
zuerst  fjepen  .Süden  zu.  Moiiat«'lanK  oblagen  sie  dort  in  den  Wäldern  der 
Jagd  und  wanderten  dann  iuiiner  mehr  gegen  Sonnenimtertran^.  Da  ver- 
nahmen sie  eines  Tages  ein  starkes  Rauschen  und  diaiigen  neugierig  in  der 
Richtung  desselben  vor.  Wie  waren  sie  plötzlich  erstaunt  über  die  über- 
wiltigende  Erscheinung,  welche  dss  tui begrenzte ,  offene  und  ebene  Mew 
darbot!  Der  alte  Vater  Manga  fiel,  flbermannt  von  dem  ^druck,  in  Ohn- 
macht, und  alle  waren  sprachlos  vor  Staunen,  weil  sie  immer  in  dichten, 
dlmmer^^n  Wildern  lebend  eine  so  lichte,  unendliche  Freiheit  und  Eben- 
heit des  Erdenraumes  noth  nicht  enijifunden  liatten.  Nachdem  sie  sich  von 
ihrer  Verwunderung  erholt,  fnPt  r:  ie  den  Entschluß,  hier  ihre  Wohnstltten 
aufzuschlagen,  das  Meer  zu  beobachten  und  seinen  Fisolueichtum  kennen 
zu  lernen.  Ihre  guten  Eisenwaffen.  Speere  und  Messer  schmiedeten  sie  zu 
Aiiu^rln  um  und  versuchten  auch,  die  See  mit  BanmkShnen  zu  befahren. 
Doch  bald  verrosteten  iiae  Angeln  diucli  den  ätzenden  SnlzgeimU  des 
Meerwassers;  die  Sturmsee  verschlang  ihre  Haunikähne,  und  viele  der 
Slammeskinder  kamen  um,  weil  sie  nicht  schwimmen  konnten,  oder  er- 
krankten. Audi  verstanden  sie  nicht,  aus  dem  roriiandenen  Steindsen 
neue  Werkseuge  au  schmieden.  Sie  beschlossen  darum,  das  Meer  wieder  au 
verlassen  und  in  ihre  Urwaldheimat  zurQckxukehren.  Sie  wanderten  deshalb 
gegen  Sonnenaufgang,  woher  sie  zuletat  gekommen,  und  erst  nach  langem 
Umherin  en  und  unter  vielen  Entbehriutgen  fanden  sie  endlich  die  Wohositae 
der  zurOckgelassenen  Verwandten  wieder. 

Manga  und  seine  Genossen  et  ?Shlten  nun  ihre  Abenteuer  und  hrarhten 
auch  die  Kunde  \  on  dem  neueiitdeckten  großen  Wasser  zu  ihren  Frrunden. 
den  sogenannten  BainMit).  Diese  beschlossen  nun  ihrerseits,  als  •Wa.sser. 
kundige«  den  finstein  Wald  zu  verlassen  und  das  offene,  große  Wasser 
gegen  Sonnenuntergang  auszukundschaften  und  sich  dienstbar  zu  machen. 

So  begann  eine  kleine  VSlkerwandenaig  unter  Fflhrung  des  alten 
Manga  und  seines  Sohnes  Ngonga,  der  Entdecker  des  Ozeans.  Die  Ban61io 
nahmen  ihre  Weiber  und  Kinder,  Waffen,  Elisen  und  sonstiges  Hab  und 
Gut  und  folgten  in  ausgedehnter  Karawane.  Sie  trugen  damals  nur  sp&r- 
liehe  Kleidung  aus  Gras-  oder  BIltterschQrzen .  jn.  meistens  gingen  sie  v6Uig 
nackt  einher.  Sie  Schoren  nie  ihr  krauses  Uaar,  Sondern  trugen  CS  in 
starren  Zöpfen  oder  in  phantastisrluTi  (Jewinden. 

Als  sie  nun  nach  langer,  an<iestrengter  Wanderunji  zur  Meeresküste 
gelangt  waren  und  auch  die  alten  Wohnst&tten  des  Manga  wiedergefunden 
hatten,  richteten  sich  die  Bauölio  dort  ebenso  wohnlich  ein  und  nannten 
zu  Ehren  ihres  kühnen  F'uhrers  die  Meeresküste  auch  Mangaland,  welche 
Beaeiebnung  »«naa^«  can  auch  einlach  in  ihre  Sprache  flberging  als  Wort 
in  der  Bedeutung  von  «Meeresküste«,  »Strand«. 


36 


Aoam:  Die  Sprache  der  Bendlio. 


Als  Manfjn  wieder  in  seine  altf»  Wahlheimat  zurückzukehren  geilnclitt». 
zwangen  dif  Banoho  ihn,  mit  seiner  Kaniilie  einstweilen  noch  /.u  hleii>en. 
(Ar  den  Fall,  daß  auch  sie  durch  die  Ungunst  des  Seeklimas  geswungea 
würden  f  in  ihre  alte  Heimat  zurOckssugehen.  Doch  die  MSnner,  Finnen 
und  Kinder  der  Bandho  konnten  schwimmen  und  fOrchteten  sich  auch  aicbt. 
die  hohe  See  zu  befaliren.  .  Sie  gewohnten  sich  so  bald  an  die  neuen  Vfr> 
Imitniase,  schmiedeten  aus  dem  vorgefundenen  St^neisen  gute  Angeln  «im 
Fischfang  und  erwarben  sich  eine  zweite  Heimat,  wo  sie  bis  auf  den  heii* 
tigen  Tag  geblieben. 

Manga  /.or  nun  mit  spiner  Familie  in  den  Wahl  zurück.  Auf  dem 
\Vefj;e  aber  tiafen  sie  den  Sintiini  der  Bapuku  und  erzählten  nnch  diesem 
ihre  Kntdeckung  des  großen  ^^'n.ss(•|  s.  Die  Bapuku  vei  s[iürten  tum  eben- 
falls Wandergeliiste  und  erbaten  .sicii  vom  alten  Mnngn  einige  seiner  erfah- 
renen Verwandten  als  Führer.  Dazu  wurden  Kwanja  Mahdnge,  Boloko  und 
Njomatanda  bestimmt,  welche  so  zum  dritten  Bfale  nun  auch  mit  den  Bapuku 
dem  Sonnenuntergänge  zu  zur  MeereskOste  marschierten. 

Den  Bapuku  erging  es  anfangs,  weil  des  Wassers  unkundig,  sehr 
schlecht,  und  sie  beschlossen,  wieder  ihre  heimatlidien  Waldgefilde  aufzu- 
suchen. Doch  die  Ban6ho  widersetzten  sich  dem,  k&mpften  mit  ihn(Mi  uud 
zwangen  sie.  in  einem  gewissen  Abhängigkeitsverhältnis  nn  der  Küste  zu 
verbleiben.  Hierin  ist  der  Grund  zu  suchen,  daß  trotz  der  nächsten  Nacii- 
barscliaft  mich  bis  atif  heute  ein  intensiver  Stammeshaß  sich  immer  wieder 
kundgibt  und  Spra«'henvpreinigung  oder  Miseliheirat  veiliindert. 

Die  Bann  ho  cntdeekten  auch  bahi  das  Seewassersalz  durch  Ver- 
dampfen und  trieben  damit  bei  den  iunern  Stämmen  re^en  Tauschhandel 
gegen  Sklaven  uud  Elfenbein.  Des  bftem  wurden  sie  von  den  in  der  Zeit 
hiimer  mehr  von  Osten  nach  Westen  vordringenden  mSchttgercn  und 
wilderen  Stämmen  der  Bull  und  Baköko  befehdet.  Dabei  suchten  und 
fanden  sie  ihren  sichersten  Schutz  durch  Flucht  in  Ihren  Baiimkihnen 
auf  die  offene  See.  Die  schwächeren  und  fdgeo,  schon  von  frülter 
her  ansässigen  Kttstenstämme  der  Pangwe  und  Mabea,  welche  mit  Nguinha 
verwandt  sein  sollen,  unterwarfen  die  Ban6bo  mehr  moralisch  durch  ihr 
freies  und  schlaues  Auftreten.  Doch  zu  ihrem  großen  Leidwesen  Int  das 
deutsche  Gouvernement  nun  auch  diese  scliwächeren  Stamme  ihnen  gleich- 
gestellt und  vor  alh*Tn  ihren  moralisehen  KitilhiL>  aul"  das  Hinterland 
gebrochen  durch  Absiliatlung  ihres  von  jeher  sich  angemaßten  iiaiidels- 
monopols. 

Im  übrigen  sind  die  Banoho  sehr  gelehrig  und  bestrebt,  die  Vorldle 
unserer  Kultur  sieh  anzueignen.  Seit  einem  Jahrzehnt  bekennt  sieh  der 
ganze  Stamm  auch  schon  zur  christlichen  Religion,  und  die  jungen  Mäaner 
unterstellen  sich  gern,  besonders  als.  SchilTsbedienung,  den  Diensten  der 
deutschen  Regienmg.  Um  von  so  größerem  Interesse  wird  darum  auch 
die  grammatische  Kultivierung  ihrer  Stammessprache  sein. 


^  kjui^uo  i.y  Googlig 


Adamw:  Die  Sprache  der  Baadbo. 


37 


Gramniatik. 

Lautbezeichnung  und  Aussprache.  * 

L  Vokale. 

Die  Vukale  der  Banuhusprache  sind:  a,  0,  ^,  d,  u.    Süllen  sie 

kurz*  geschlossen  und  betont  su.sg(>.s|>roclien  werden,  so  erhalten  sie  als 
Merkzeichen  den  Akzent  4  ist  als  gedehntes«  breit  gesprochenes  äh  zu 
sprechen;  ö  als  Mtttellaut  zwischen  a  und  o  (gleich  dem  englischen  d). 
Folgt  nach  6,  i  i»ne  weitere  Silbe  ntit  gleicJieui  Vokallaut  o,  so  werden 
diese  eb«aiso  breit  gesprocheot  der  rinrachern  Schreibweise  halber  aber 
ohne  Akzentuierung  gelassen;  z.B.  iVdndb  lielie  wird  gesprochen  wie  ifttn«b;} 
1^  auch  Upi  nsw. 

Diphtiionge  im  ('iu;entlij|i<'n  Sinne  t^iltt  p'>  iiirjit.  Daher  werden  zu- 
»aaiuiensl<'!!t*nd«' \'f»kal('  ^clicunt  ;^rsjinH  l;<  ii .  (xlcr  sie  weivln-n  einander. 

l' u»  \v  a  II  (11  u  11  ^  (' n  :  1.  p^i  vor  f»»l^enden»  a,  (  .  i  können  dem  Sprach- 
gebrauch gemäß  in  y  vervvajitlell  werden.  2.  Unl)t'U>nles  u  und  o  werden 
\*or  einem  betonten  Vokal  zu  w.  3.  o  mit  folgendem  i  (meist  bei  Beginn 
eines  Wortes)  wii-d  zu  h  kontrahiert  oder  doch  <ii  als  «  ausges])rochen*  — 
Somit  können  y  und  «p  auch  gemK0  der  praktischen  Aussprache  als  Halb« 
vokale  betrachtet  werden. 

n.  KonsonanteiL 

Wie  im  Deutscheu  lauten  die  Konsonanteu  6,  Ar,  n,  t. 

Das  A  ist  kaum  tiGrbar.  Die  Qbr^imi  Konsonanten  (im  internationalen  Sinne) 
lauten :  j  —  dfi  s  stets  scfaarfj  v  weicher  als  im  Deutschen  und  mehr  gleich 
unserm  v;  w  wie  englisches  w  als  kurzer  «-Vorschlag;  y  wie  unser  j'  mit 
kaum  markliebem  i -Vorschlag. 

n  ist  reiner  Nasallaut  und  .steht  meistens  vor  A;  n  vor  6,  p  wird  m; 
h  lind  t/  ersetzen  einander  bei  den  Verbalstimmen  sehr  oft;  ng  wird  wie 
im  Deutschen  gesprochen, 

ffl.  Wortton. 

Der  Ton  ruht  für  gewöhnlich  nnf  der  vorletzten  Silbe.  Bei  /usauunen- 
ge-setzten  FcniTuni  kann  er  bis  auf  die  driltlel/ie  Sillic  fieibfhalten  werden. 
Wörter,  welche  nur  infol^f»  drs  I^täfiKcs  (\'or.silbc)  /.wei.silhig  sind,  In'lialten 
den  'I  nn  naturgemäß  auf  iiner  Stannnsilbei  z.  B.  diA'^  iüii  diöS  Euter,  weib- 
liclie  Brust. 

Die  Qmndregd  Ibr  die  Wortbetonung  ist  abo:  die  Wuntelsllbe 
der  Grundform  bleibt  immer  die  starke»  krSfUge  Silbe  des  Wortgebildes, 
aneh  neben  einem  anderen  sekundlren  Akzent 


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38 


AaAMs:  Did  8|iraclM  der  Bati6lio. 


nr.  Elisioii  und  KoniraktioiL 


Die  Bantusprachen  VVcü  tatnkoi»  zeigen  mehr  als  aiuierswo  das  Be- 
streben ,  im  V'erkebr  die  Wörter  und  auch  Wortgruppen  mogh'chst  bb  zur 
betonten  Silbe  zu  verstOniuieln,  indem  unbetonte  Endsilben,  Verbindung*- 
oder  Verbaltnispartikeln  gans  oder  fast  gans  unteixlrückt  werden.  Deshalb 
wird  sieb  die  ScbriAsprache  dem  Auge  voUltommener  darsteUen  als  die 
flotte  Um^mgw|}rache  dem  Ohre. 

Graintnatische  Elisionen  sowohl  wie  Kontraktionen  finden  also  häufig 
statt.  Hierbei  gilt  das  Gesetz:  der  schwächere  Vokal  weicht  dein 
stärkeren,  d.h.  d»-iji  nach  Sprachgebrauch  wichtigeren.  Elisionen  be- 
zeichne man  durch  Apostroph ,  Koutraktioo  durch      über  dem  restierendeu 


Keiu  .sprachliche  Kontraktion  in  der  Praxis  ergibt  am  besten  der 
Unterricht. 

Die  Beachtung  der  Lautregeln  wird  manche  EigentOroliehkeil» 
besonders  bei  den  Zeiiwortformen,  erklären. 


§  1.  Man  hat  zu  unterscheiden:  a)  urspningliche  Substantivs,  t.  B. 
ndabo  Haus;  Hto  Tier;  b)  abgeleitete  Substantiva,  welche  gebildet  werden 
vom  Stammworte  durch  VMx  und  abgeleitete  Form,  k.  B.  nloft'  Hirte  von 
-taia  boten;  filoAi  Knecht  von  'haha  tun;  c)  substanüvtscli  gebrauchte  In- 
finitive, z.  B.  Hondo  Liehe,  lieben  (s.  §  48  Anm.). 

Die  iSpraclie  der  Banoho  hat  keinen  Artikel,  kein  gramniatische.s 
Genus  und  keine  Deklinatlmi.  Die  einzige  Biegintg  de.s  Wortes  hestclit  in 
den  wechselnden  Präfixen  der  Kin-  und  Melnv.alil.  So  kann  heiPen :  t/onJjo 
eili  Diiig,  das  Ding;  beüßmbo  Dinge,  die  Dinge;  ttlialu  Ivneelit  und  Magd. 

Nach  der  Verschiedenheit  der  l'räfixe  gruppieren  ^icli  die  Haupt- 
wörter in  sieben  Klassen.  Vom  Hauptwort  abhängig  und  lieshalb  nach 
den  sieben  Klassen  verschieden  lautend  sind  auch:  a)  das  Personalprifix, 
welches  als  Wiederholung  des  Substantivs  oder  als  bexQgliches  Sulyekt  vor 
dem  Verbum  steht;  b)  die  Vo'blltnispartlkel,  welche  das  Attributiv- oder 
GenitlvverhJUtnis  ausdrOckt. 


Zu  dieser  Klasse  geltören  nur  Substantiva,  welche  das  menschliche 
Wesen  an  .sieh  bezeichnen;  z.B.  moto  Mcnscb,  bato\  momo  Mann*  bom 

Männer;  muna  Kind,  bana. 

Eigcutümiichkeiteo:  ndUto  VvWtV^tih  [mdtio)  wirft  in  der  Mdtr^ 
Zahl  daa  d  aus:  hUo. 


Vokal. 


I.  Kapitel. 
Die  SnbBtaiittva. 


§2.   Die  erste  Klasse  hat  in  der 

FMlIx  Pera 

Einzahl         m,  mo,  mu 
Mehrzahl  6,  ba 


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An  Ana:  Die  Spimehe  der  Banöbo.  39 

iUflijINM  Vater»  Herr,  f^an^vat  Mutter,  Herrin,  hiji  Schwester  koonen  in  der 
Mehrttbl  aiieli  unTerlndert  bleiben  und  dun  die  entsprechenden  Personal* 
prftfixe  and  VerUUtnispartikel  der  W.  Klasse  nach  .sich  ziehen  (v^'I.  §  6). 

nf  und  *na  sind  verkQrxte  Bezeichnungen  fur  Ehefrau  und  Ivind,  so- 
bald diese  Objekte  in  ein  Possessivverhaltnis  treten,  r.  B.  nj' 'a  liabala  die 
(Khe-)  Frau  (l<>s  H  ibala;  'na  'n  ßobala  Kiiid  des  Bnbala;  die  Mehrzalii  beißt 
abei'  wieder  regelmäßig:  öito  ba  — ,  bana  öa  Bohnlo. 

Wörter:  nj' *a  hanyire  Stiefmutter;  'na'a  lumyirt  Stiel'bnuier ;  na  'a 
pae  Bruder,  bona  ba pai  Bruder,  pad  oder  t£k  ist  der  Kosename  fur  Vater. 

§3.   Die  xweite  Klasse  bat  in  der 

Prähx  Persotialprätix  Vei'hältiiiüpartikel 

Rinaiahl     r,  n,  m,  mm  vm  mu  {mo) 

Mehmhl      im,  iny  um,  my  me,  mjf 

Hierher  gehören  viele  aligeleilete  iSubiiUiiliva  als  isOiniua  agentis 
(actiouis),  welche  eine  Beru&klassc  oder  Stamwesangeiiörigkeit  bezeichnen. 

Die  Berufsklassen  können,  weil  sie  Persönlidikeiten  bezeichnen,  in 
der  Mehncahl  auch  nach  1.  Klasse  mit  den  entsprechenden  Prifixen  und 
Parttkefai  behandelt  werden;  x.  B.  nkUi  Hirte,  oder  boMii  rUodu  Alte, 
oder  batodui  m^ohoeäi  Lehrer  me-  oder  bv^okwdi. 

Die  substantivisch«  II  Bezeichnungen,  welche  eine  Stamniesangehorig* 
keit  bezeichnen,  gehen  in  der  Mehrzatd  sn<^ar  regeUiiäßig  nach  der  1.  Klasse; 
z.  B.  Nnoho,  lianoho;  Mptifm^  Baptihu;  Nkuko,  Bakoko  irsw. 

^  4.  a)  I>er  Siaiiuu  der  nieisten  Wörter  dieser  Klasse  beginnt  stets 
mit  eiiifiii  Konsonanten.  Das  eigentliche  Präfix  «  \er\vamlt*lt  sich  vor  b 
und  p  in  m;  vor  h  wird  es  als  Nasallaut  gesprochen  und  durcli  //  bezeichnet; 
z.  B.  mltü  Jahr,  mebu\  mpupe  Wind,  mepupe;  tVieba  Welle,  mt/teöa.  Vor 
ebem  h  des  {Stammwortes  bleibt  es  unverlnd«rt  und  wird  stark  vibrierend 
ausgesprochen;  s.  B.  nn^iMi  Dach,  mei^va.  b)  Nur  wenige  Stimme  beginnen 
mit  einem  Vokal  und  haben  dann  die  Frifixe  m  oder  m»  in  der  Einzahl 
und  stets  my  in  dei'  Mehrzahl  nach  den  Regeln  der  Lautgesetze  I ;  z.  B.  munfa 
Fluß,  fflgwfya;  mwanga  Garten,  Feld,  mj/anga}  mweke  Mittag;  molo  Kopf, 
Haupt,  myoto;  momi  männliches  (von  Tieren)  myomt;  mtodo  der  frühe  Morgen; 
moi^olo  Riiiidbeit,  Hiidde. 

A 11  s  II  a  Ii  III  f  n  k  ö  ii  n  en  sei  n:  mtoibi  Dieb,  in  der  Mehrzahl  mihi,  aber  auch 
mjfiöt'f  teruer  mudi  .Seile,  kann  iiitverändert  aucil  nach  der  iV.  Kiasse  geben. 

§5.    Die  dritte  Klasse  hat  in  der 

Präfix  Peraoualpr&fix  Verhältniäpartikel 

Linzahl        bo,  0,  bw  bo  bo 

Mehrzahl       me,  my  me  (my)  me  (my) 

Hierher  gehören  viele  Abstrakta  und  adverbial  gebrauchte  .Sull^l;,Iltiva; 
z.B.  l/uam  üütc,  gut;  btcaba  Länge,  lang;  bicala  Trägheit,  faul;  boiu-ne 
Große,  dick;  bohadi  Kleinigkeit,  wenig  usw.  (diese  Uezeichnuugeu  sind  zu- 
gleich Singtthiria  tanta). 

Andere  Wörter  sind:  hokngi  Gebinde,  mdongi',  bcMa  Hahn,  mMta\ 
idh  Kanu,  my^\  6HaTeg,fli!yA>;  öifts  Mangobaum,  myiA^;  diiA* Nacht,  inyif&i. 


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40  Adams  ;  Die  Sprache  der  Banoho. 

§  (>.    Die  vierte  Klasse  bat  in  der 

Pcifix  Ftononali»rifix  Veriiältni<ij)artikel 

Einzahl  —  «  yn 

Mehr/uhl  —  i  ya 

Die  liierhergehorigen  Wörter  beginnen  alle  mit  cim  in  Konsonanten  und 
sind  in  der  Ein-  und  Melii  zahl  RleichlrmteiKl ;      B.  tomba  Zie{»e  und  Zietjfn. 

f>i»»ser  Klasse  gihüren  aucli  die  meisten  aus  europäischefi  Sprachen 
entletinten  Wörter  an;      B.  sapi  Seife;  soljf  Soldat;  stokf/n  Stnunijf. 

Einige  Wörter  dieser  Klasse  können  für  die  Meliiv.alil  auch  Präfixe 
anderer  Klassen  entlekneu;  z.B.  hangtce^  öahanffwe  (vgl.  §2);  njea  Weg. 
maujea  ndSsiw  Usi»,  numdobo  usw. 

Das  Flurale  tantuiti  Ali  Tage»  stets  zw  bloßen  Zeitbestimmiing  verbunden 
nüt  einem  Zahtwoit,  gehurt  auch  in  diese  Klassej    B.  Ati  iblo  in  drei  Tages. 

Andere  Wörter:  njdu  Elefant;  Inda  Kleinvieh;  ngibe  Reue;  howe  lisar; 
kottda  Stuhl;  mbo  Hund. 

Anmerkung:  Fremdwörter,  welche  in  iluxMu  Anfange  dem  Präfix  eintr 
KInsse  assimiliert  erscheinen,  folgen  auch  viellVicli  derselben;  z.  B.  engtlix  Kn^rl. 
in  der  Melir/ahl  beuyelis  geht  somit  nach  der  \".  Ivlasse;  mcH  Dampler  als  I'lii- 
rale  tautuui  nucli  der  III.;  lambt  Lampe  als  Phirale  tautum  nach  der  Vll.  usw. 

§7.    Die  fünfte  Klasse  hat  in  der 

PräHx.      .  l'oräoualprüfix  Vcriiuituisparukel 

Einzahl  e,  y  e  ya 

Mehrzahl     be^  by^  h         -        be  he 

Bei  Hauptwortsstämmeii,  v\ eiche  mit  e  oder  o  anfangen,  verwandelt 
sich  das  Siogularpräfix  e  gemäß  der  Lautregel  in  vor  einem  betonten  i 
gtdit  es  ganx  in  dasselbe  auf.  Das  Pluralprafix  ist  vor  e  und  c  einHicbes  6, 
vor  0  dagegen  byi  z.  B.  jfoi^fo  Bein,  Fuß,  bjf(mgo\  ino  Arm,  Hand,  Ww; 
Sfels  Baum,  Steele,  bete* 

Als  Eigentfimiiehkeit  geb5rt  in  diese  Khuse  das  Wort  Jn^ftmtb«  Gott 
(benyanAe);  bei  Bezeichnung  des  einen  wahren  Gottes  kann  es  als  Siagii' 
lare  tantuui  auch  zur  1.  Klasse  gerechnet  werden. 

Ferner  gehören  hierher  viele  Pluralia  tanta;  z.  B.  bemadi  Ende,  tte- 
eodigung;  beteir  rnrrolit.  böse  Ahsiclit  nsw. 

Anden;  \Vürter  sind:  rlainba  Hinu.  /i'lntnbo',  epuhu  Bettdecke,  bepuhit\ 
fptima  Frucht  l/ejmma;  eJuit  ßlatt  (voin  i>aiun),  bekdu 

§8.    Die  sechste  Klasse  hat  in  dei* 

Prftfix  Personalpriliz  Yerbiitnispartikel 

Einzahl       1,     dV,  d  di  {j)  da  (d) 

Mehrzahl       «na,  m  ma  (at)  «na  (m) 

Die  eigentlichen  Präfixe  sind «',  di  und  ma.  Doch  bei  Wortstimmeo, 
welche  mit  einein  Vokal  beginnen ,  verwandelt  sicli  das  i  iaj,  und  di  vxA 
ma  werden  zu  d  und  m  verkOrzt. 

Beispiele:  tfctf  Ohr,  maiäii  Jambe  TQr,  «nomfte;  dibA  Wange,  «noM; 
Auge,  «nio;  dongo  Teil ,  rm  ngoi  {dot  Wort,  l^ut) ,  madoi^  Sprache ;  doba  Sunnr; 
dibe  Mangofrucht,  mibe',  dino  Name,  minaijembeTtil,membeiJMede  Bad,  miMf<, 


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Adams:  Die  Spreche  der  Banobo.  41 

Zu  dieser  Klasse  gehSreo  ebenf«Us  die  substentivisch  gebrauchten  Infini- 
tive (a.  $  48  Anm.)  und  FdrbbezeicIiDUngen ,  welch  letztere  nur  als  Singularia 

tanta  in  Anwendung  kommen;  z.  H.  ihln  Verstand,  Wissen,  mabia  Wissen- 
schaften;  jV^a  Diehstahl,  miba;  ikahama  l  aufe;  jV/n^o  Furclit;  nowMld  Schwärset 
Dunkelhi'it ;  huUtea  Weiße.  Reinheit;  ibehima  Rote,  Bräune. 

Hierher  gehören  mich  die  Phu'alia;  madiba  Wasser;  manga  (ierueli; 
mcUimali  Blitz;  mahirta  Hinterteil  im  Kann;  mandaba  und  mamboha  Gehöft. 

jam  die  Zehnheit,  Zelmer  (zehu)  hat  für  die  unregelmäßige  Mehr- 
zahl :  mabö  (s.  §  1 6). 

§  9.   Die  siebente  Klasee  hat  in  der 

FrtSx  FeraonalprIAx  VerhUtnispartikel 

liSnzahl       i,  m,  ty«  «  «t  ffi 

Mefaaahl    vq,  vw  (lo,  vo  vo 

Das  Singulai-prafiz  «i  wird  vor  o  in  vy  verwandelt,  vor  e  und  i  da- 
gegen zu  V  verkürzt,  z,  B.  vj/ombo  Lied,  mto  Fackel,  rm  Feuer. 

Das  0  des  Pluralpnifixes  vo  wird  \'or  einem  Vokal  in  «f  verwandelt, 
X,  B.  tncomboy  vtcito,  vic^a. 

Singularia  tanta  in  dieser  Klasse  sind:  rH  Hitze,  ryo  oder  Pty«  Scilla  f. 
Piundia  tanta  sind:  vtca/te  Erde,  unten;  dann  die  Fremdwörter  lambi  (engl.) 
Lampe;  Ivba  (Duala)  Himmel,  üben,  Luft. 

Anmerkung:  Das  eigene  Pi-nÜx  /,  lo  dieser  Fremdwörter  jedocli 
geliört  logisch  zur  selben  Klasse  der  Bantuspraehen  Qberiiaupt  und  beein- 
tlußi  somit  das  Personalprafiz  und  die  VerhSltnispartikel  des  Ban^hodialektes 
durchaus  nicht;  z,  B.  loba  voiuU  bwd  der  Himmel  ist  Idar,  lambi  vo  muna 
die  Lampe  des  Kindes. 

Andere  Wörtersind:  «Mm*  Vogel  vononi;  lA-o/iAtKugeloo/boftA};  tAifBach  voho. 

§  10.   Zur  Übersicht  seien  die  siel>en  Uanptwortklassen  hier  nochmals 


L 
IL 

Hl. 
IV. 
V. 
VI. 


^'IL  j 


Prällx 

Personalpräiix 

Verhäl  Uiiöpaitikel 

m,  moy  mu 

a  (0) 

toa, 

b,  ba 

ba  {b) 

baib) 

n^  fly  IWf  UNS 

mu  (mw) 

mu  (mo) 

UM)  (tny) 

me  (mjr) 

bof  bw^  b 

bo  (bu) 

bo(b) 

me,  iny 

me  (mjf) 

me  (my) 

«  Cy) 

ya  (y> 

(y) 

ya  (y) 

«.  y 

(y) 

y«  (y) 

be,  by,  b 

be  (6) 

be  {by) 

iyjy  di,  d 

di  (dj) 

da  (d) 

ma,  m 

ma  (m) 

ma  (m) 

1,  PI  ,  oy,  • 

Vi  (ry) 

vi  (py,  ve) 

vo,  VW  {lo,  l) 

vo  (vw) 

vo  (v) 

Andere  Wörter:  »dlmide  ya  paf'  jüngere  Onkel;  ntodu  mu  pai  Utere 
Onkel;  meaeanga  Halm«  meeaeanpa  (IL  Klasse)  Gras ; «EAoim  Fteischteil»  meboni 
Körper,  Leib. 


42 


AikAin:  Die  ^pnehe  dor  Binoko. 


II.  Kapitel. 
Das  Adjektivun. 

§  il.  Die  Zahl  der  eigentlichen  Kigenscliaftsw^ter  ist  sehr  gering. 
Als  Attribut  stehen  sie  direkt  hinter  ihrem  Hauptwort  und  erhalten  du 
entsprechende  Pefsonalprifix  vorgesetzt;  z,  B.  ^ki  dmene  das  dicke  Ei; 
haka  enene  das  große  Messer. 

Hier  kommt  das  Personalpräfix  der  I.  Klasse  iin  Singular  o  cur  Ver 
Wendung  statt  a;  doch  kann  es  auch  völlig  apostrophiert  werden:  X.B.  «oi» 
onene  der  dicke  Mensch;  molo  'pakirr  ein  anderer  Menscfi. 

l'nter  diese  Hegein  fallen  die  l'ünf  ersten,  also  attrihutivisdi  g<- 
braiiclitfii  Zahlworter  (s.  §  15)  und  die  wenigen  vollgühi^i  n  Kigeiiicliafi>- 
vv(»rt<M-,  wie:  -tlui  gau/M  jeder,  alle;  -poJnce  ander;  -huvet  kurz;  -voU  saufu 
rulüg;  'VÖlu  sciiarf;  -nene  grüß,  dick;  -hadi  klein,  wenig;  -yam  gut,  schön; 
-bem  schlecht,  buse;  -JUft'  viel;  (-iMa  klug;!*)  -yavi  lang,  schlank;  -hA»  veU» 
ganz;  -kumU  vergangen;  z.  B.  muna  ojfam\  bato  ^^;  voAo'  vohUL  Die  dem 
Sprachgebraueh  entsprechenden  Lautgesetze  kommen  liierfo^  natuiganiB 
ebenialls  in  Anwendung;  z.  B.  dibd  dSht»  jede  Ehe;  üAe  jfihe  jedes  Meer; 
mjfolo  m^h«  alle  Kopfe;  Mm  fmeShe  der  ganze  Ast;  moto^  Una  (aufgespr. 
nu^*  uhia',  entstandrn  ans  mokt  oilna?  oder  moto  tea  ibia)  ein  kluger  Mensch. 

Wenn  diese  alliterierenden  Adjektiva  im  Deutschen  als  i'radikat  slelicr. 
so  werden  sie  in  der  Banohosprache  d»irch  das  entspieelietule  Ahstraktuin 
ersetzt:  ?..  B.  nutto  audi  hoiunr;  yrk  endt  bwaba  der  Baum  ist  laug;  luüca  mdi 
buvnlu  (las  Messer  ist  scliarf  (Schärfe).  Dasselbe  tritt  ein.  wenn  sie  im 
Deutschen  adverbial  gebraucht  werden,  B.  nUitt  mutumbvatdendt  baam  der 
Uirte  singt  schön  (vgl.  §  12). 

§  12.  Andere  attributive  EigensclwfUwörter  im  Deutschen  werden  n 
der  Banöhosprache  ausgedrückt  durch  entsprechende  Substantive  (Abstrskta), 
Umstandswörter  usw«,  indem  sie  dem  regierenden  Uauptworte  mittels  Vcr> 
hiitnispartikcl  zugeglicdert  werden;  z.  B.  tube  ya  ndUri  das  tiefe  Meer;  auAo 
va  mjvdi  der  starke  ^\emc\x\  jt/tnhe  da  fihtcenge  die  innere  T&ry  Jombe  da  U 
die  innere  Tur;  kdlati  ya  loba  das  obere  Buch. 

Ancli  als  Prädikat  oder  Abverb  werden  diese  im  Banoho  fehlenden 
Adjektive  ansfjedriickl  teils  durch  entsprechende  Substantive ,  meist  sinn- 
gemäß in  \  erhinduiig  uiit  der  Präposition  na  •mit-,  teils  dureh  Zeitwöiter. 
welche  das  .Wjektiv  schon  in  sich  schließen,  x.  B.  molo  andi  im  tiyiMÜ  Jei 
Mann  ist  stark  (mit  Stärke);  moto  adangusaruU  na  ngudi  der  Mann  marschiert 
stark ;  njea  eyavmdi  der  Weg  ist  lang ;  akaHndi  er  ist  satt. 

Zu  den  mit  vorgesetzter  Verhiltnispartikel  attributiviseh  oder  ohne 
Priposition  prädikativisch  und  adverbial  gebraueilten  Wörtern  gehören  ferner 
Form-  und  Karbenbezeichnungen  wie  z.  B.  ilAodacfalank;  moHffoto  rund  (Ruad- 
heit),  bwe  bell  (Helligkeit);  foAiftaA«  rot,  braim;  trydey^  schwarz,  dunkel, 
blau;  velelete  weiß;  beletete  purpurrot;  pum4e  grau  usw.;  z»^.dipepu  da  ryJfyd 
das  dunkelfarbige  Papier;  diadi  «jf&oyd  das  Papier  ist  dunkeUarbig. 


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Adams:  Die  Sprache  der  Banöho.  43 
Vk  Stfligerang. 

§  13.  Eine  besondere  Steigerungsfurm  des  Adjektivs  kann  es  nach  den 
gegebenen  aprachlicfaen  Verhlltnissen  uicht  geben;  der  «läugere*,  »Ungste« 
Stock  heißt  immer  nur  yefe  ejfori  der  lange  Stock.  Jedoch  findet  eine 
Steigerung  im  iogischen  Sinne  immerlvn  atatt,  wenn  em  unmittelbarer  Ver> 
gleich  auagespi-ochen  Wird.  Aber  auch  dann  wird  die  Steigerung  nicht  am 
Adjektiv  selbst  Vollzügen,  sondern  durch  Umachreibung  gebildet. 

W^ird  also  eine  unmittelbare  St^gerung  g^ben,  ao  eraetxt  man  den 
deutschen  Komparativ: 

1.  meist  durcli  dai^  komparative  ('nUtngo  »mehr  als«;  s.  B.  yeU  Ue  eya- 
vmdi  (Kiltiiiyo  nir  (iioser  Stock  ist  lanj^  mehr  als  jener; 

•J.  ilincli  Ztitwoii  -IjaLa  ^übei  ueüen«  mit  Ergänzung  des  ent- 
spieclieudeu  Abstruktuui;  Ii.  yeU  tde  ebaUmdi  ine  bvcaba  dieser  i>tock  über- 
trifil  jenen  an  L&nge; 

3.  durch  die  adverbial  gebraudite  Wendung  na  ngudit  wenn  die 
glddittog  nicht  ganz  aui^eftlhrt  wird;  st.B.  yde  tSe  ^/mMi  na  ngudi  dieser 
Stock  ist  linger. 

Anmerkung:  Das  «etwas«  beim  Komparativ  f^rird  durch  AoAmS 
•wenig«  ausgedruckt.  | 

§  14.  Der  fehlende  Superlativ  wird  eben&lls  umscl)rieben  durch  obige 

AusdrQcke.  und  zwar: 

1.  durch  balango  und  'bala  mit  Zuhiireiialimr  von  ^-ehe  alle«;  z.B. 
heißt  »der  Elefant  ist  das  grüßte  Tier:  njou  rn<li  bonfiic  Imlango  lifo  yehe 
der  Eleiunt  ist  groß  mehr  als  alle  Tiere;  njou  el/ulaudi  Mo  yihe  iweiie  der 
Elefant  übertrifft  alle  Tiere  an  Größe;  oder  durch  den  Relativsata:  Mftft» 
endÜ      aiene  ekiUy^  der  IsUefant  ist  ein  großes  Tier,  weldics  aberti*ifft  alle; 

2.  durch  Verdoppelung  des  na  ngudi  in  na  ngudi'ngudi. 

'  Anmerkung:  Die  Steigerung  der  Adjektive  und  adverbhtlen  Redens- 
arten kann  auch  einfach  au^edrückt  werden  durch  Uebiuig  und  Dehnimg 
ihrer  betonten  Silben. 

Die  einfache  Vergleichung  ohne  Steigerung  geschieht  durch  Ana  »wie«; 

btcaba  ka  moto  ein  Stock  von  Manneshölie  (Stock  Länge  wie  ein  Mann). 
Anmerkung:   nindu  nlt,  ndentbe  jnn^  kommen  stets  oliiie  Stt'i<rerung 
in  Anwendung;  z.  B.  ntodu  'amn  sein  allerer  (Bruder);  miembe  'ami  mein 
jüngerer  (Bruder);  aber  regelmäßig  isi  die  völlige  Komparation  wie:  nunäi 
ntodu  balanyo  6a  icli  hin  älter  als  du. 


HI.  Kapitel, 
me  ZaUwtfrter. 

§  15.  Das  Zahlensystem  ist  das  Zehner^tem.  Die  Grundzahlen 
▼on  1  bis  5  sind  verKiiderlieb,  d.  h.  sie  nehmen  das  Personalpiifis  des  au« 
gehörigen  Hauptwortes  an  (vgl.  §  11)*  selbst  wenn  sie  durch  Zelmer  oder 
Hunderter  von  demselbra  getrennt  sind»  wlbrend  die  Übrigen  Zahlen  in  ihrer 
Fwm  atela  unverindert  bleiben  (Beispiele  s.  u.  §  16). 


44 


Adams:  Die  Sprache  der  Baiioho. 


Die  veränderlichen  fUof  ürundzahieo  lauten:  1  -dho,  2  'ba^  ä  Wdb, 

4  -nai ,  Ö  -tann. 

Die  l'eiN()iial[)i!ifix»'  «!>'s  Singular  der  I.,  IV'.  und  VI.  Klasj$e  fur  d&s 
Zahlwort  »  oÄo  eius«  wticiitni  jedoch  von  den  regeUnäßigen  o,  e  (y),  <A 
der  Adjektive  ab  und  i^ind       Pij\  moto  möhof  bato  baba\  haka  poke, 

haket  MMR;  €SkdJöho,  maki  mutdoi  konda  pAko,  lamda  ikato  ein  Stuhl,  jfikiif 
Stahle. 

§  16.  Bdm  gewöhnlidtea  29LhIen  setKt  man  vor  die  Stammform  der 
vet^nderUeheo  (Qnf  ersten  Zahloi  die  Persooalprifixe  der  V.  Klasse.  Das 

Zeluiensystem  lautet  also  für  sicli  bei  elnfaclier  AuficahluDg:  1  ydfto,  2  M«. 

Bhelalo,  4  hrnui ,  .*>  betano,  G  nttiöa,  7  hembwedif  8  lomln,  9  (ii'büa,  10 

Bei  den  Zahlen  über  zehn  folgen  die  Einer  mit  der  Verbindungs- 
partikel  na;  z.  B.  jom  na  jr'ho  11,  na  btbn  Jörn  nn  firhfo,  Jörn  na  ntihi. 
Jörn  na  dihiia.  Größere  Zahlen  werden  in  derseUjen  Weise  verbunden 
spiele  s.  ii.).  Die  Zehner  und  llunderler  werden  als  Hauptwörter  «iel.raurht 
und  heißen:  20  viabo  maba,  30  maöo  malalo,  40  tnabo  majuit,  50  ttuiin/ ma- 
tano,  60  mabo  ntoha,  70  mabö  hembtcedi^  80  mabö  Unnbij  90  modo  dibia^ 
100  ibutia  {y6ho),  200  bOvoAi  bukt,  400  bebnda  bmai,  600  bebnda  nioba,  800 
Mnoia  lombi  usw.  Fflr  tausend  usw.  gibt  es  kdne  ursprOngUcheD  Becndi* 
nuDgen;  man  braucht  dalttr  Fremdwörter,  z.  B.  das  vei'stClmuielte  englische 
ü^md  nach  der  IV.  Klasse;  also:  1000  ü^end  pöho,  tojend  iba  usw. 

Weitere  Zahleubeispiele:  22  mo^  maba  na  beba,  99  mabo  dihw 
na  diht'ia,  101  ebtoea  na  yöho,  150  ebw4a  na  mabo  matnno ,  1H8  f^bvea  na  mabo 
lombi  na  lomhi,  777  behwea  hembtcedi  na  mabo  hemlnrnU  na  /u  mbtcedi. 

Die  Zahlwörter  stehen  ffu'  i^ewöhnlich  hititer  dem  llaii[>twnrte;  hat 
das.selbe  auch  noch  ein  A(^ektiv  bei  sich,  so  steht  das  Zahlwort  erst  hiuta: 
diesem. 

Die  Zehner  und  Hunderter  aber  können  mit  folgender  Verhältnis* 
Partikel  dem  Hauptwurte  auch  vorangesetst  werden. 

Beispiele:  bona  banene  nioba  sechs  grofie  Kinder;  bato  jm  oder 
jom  da  bato\  btpo»  mabo  medtda  na  bitmo  oder  mabo  ma  btpou  matah  «w 
brtano  35  Flaschen;  444  Vi^el  vonom  bebwda  bmai  lui  mabo  manai  na  mns» 
oder  bebwea  be  vanoni  bmoi  na  mabo  manai  na  vonai. 

§17'  Die  Ordnungszahlen  werden  durch  die  Gruodzaiden  mit 
vorgesetzter  A'erhältnispartikel  de.s  zugehörigen  llauj)twortes  bezeiclin«*!. 
Die  Zahlen  von  '1  his  5  erhalten  auch  hier  ihie  entsprechenden  Per- 
sunaiprälixe  der  Mehrzahl,  obgleich  do:^  zugeiiürige  Hauptwon  m 
der  Kirjzahl  steht.  Nur  ^boho  der  erste-  inaeht  eine  Ausnahme,  insofern 
es  in  dieser  t'urui  und  Bedeutung  als  uuveräiiderlidi  gilt;  bei  Veründerung 
hat  es  die  Bedeutung  von  «eiozig»;  z.  B.  mma  wa  böho^  das  erste  Kind; 
ilale  da  böho  der  erste  Stein;  moim  vi  bdho\  mma  tea  batano}  Umba  iftt; 
ktmda  ya  Uido\  ilale  da  Aembuedi',  buht  bo  dSbia  die  neunte  Naclit. 

Erstens,  zweitens  usw.  in  gewöhnlicher  AofiE&hhtng  heißt  natüriich 
gernlfl  der  Regel  des  §  16:  ye  Mio,  ya  dsfto,  ya  Mo/o,  y»  Jörn,  y»  «btoSa  usv. 

>  mutt«  «M  möho  wOrde  heiften  »das  daa^  Kind*. 


^  kjui^uo  i.y  Google 


Adams:  Die  Sprach«  der  Banöho.  45 
§  18.    Besonders  zu  merken  ist; 

1.  Das  Wörtchcn  dtM-  Bestimmung  •einKeln«,  »je«  oder  «/ti- 
(zwei,  drfi  tisw.)  wird  durcli  Verdoppelun?;  dir  Griiiid7.al>len  aii^j^pdrückt 
mit  Anw  (nKliiri";  «Ici-  ent55f)rpcherideii  Personalpnitixc ;  z.  B.  pdho  pahu  je  ciu, 
ein 7. ein;  btha  lit-fxi  vm  zwei:  m/17/0  mMo  ]p  drei  usw. 

2.  »Beide  -  wird  ausgedrückt  durch  «-Z»fiyV«  und  erhall  ebenfidls  die 
entsprechenden  Personalpräfixe;  z.B.  tomba  ibaje  beide  Ziegen;  belombo  be- 
bajff  hä  bab^  sie  beide;  imok  Aoftq^«  wir  beide. 

3.  »Wieviel«  beißt  •4unpa  und  erhiUt  wie  ein  verilnderliches  Ad- 
jektiv die  entspreehenden  Personftiprifixe;  r«  B.  vonom  wmmgaf  ku  inmga 
in  wieviel  Tagen? 

4.  «Mal«  wird  durch  das  Hauptwort  Mal  njo  (IV.  Klasae)  am- 
gedr&ckt;  z.  B.  njo  paho;  njo  if/a;  jom  da  njo  10 mal  usw. 

f).  >Ilalb-  wird  ebenfalls  durch  das  Hauptwort  «die  Hälfte  ehumfu» 
mit  foljjf>n<ler  \'erhaltrii^p:irtikel  ya  ddei-  hr  {X .  Klas«»')  au^iiedi  nckt ;  z,  B. 
ehuntpi  ya  epose  ya  wein  eine  halbe  Flasche  Wein;  behtmgu  be  bepose  halbe 
Flaschen. 

t>.  »Etwas,  ein  wenip-  heißt  U/dombo  (\'1I.  lvlaii.se)  mit  folgender 
\*erhältnispartikel  pi;  /..  B.  ihlombo  vi  belami  ein  wenig  Schnaps. 

7.  Das  Plurale  tantitm  «A«  Tage«  (IV.  Klasse)  steht  nur  in  Verbindung 
mit  Zahlwörtern  bei  Zeitangaben  mit  den  Prilpositionen  «in«  oder  »nach«; 
z.  B.  At»  üba  {hAa  gesprochen)  in  oder  nach  zwei  Tagen;  h»  moi;  h»  nSOba\ 
jom  da  ku\  fteMs  he  ku  bdalo  usw.  Dagegen  heißt:  ein  Tag  hu»  M9k>;  häa 
ho  meba  der  /weite  Tag;  hat  also  die  Bedeutung  des  bürgerlichen  Tages. 

8.  Die  Wochentage  sind  teils  aus  europäischen  .Sprachen  herQber- 
genommen,  teils  werden  sie  ausgedriickt  in  der  ursprünglichen  Form,  also: 
sond^.  mr'nfip,  bo  huba  nienstriüi  (enfsf finden  nns  fn'in  hn  hu  iba:  der  Ta^  von. 
nach  oder  In  zwei  Tajren)  •  bo  hulala,  bo  ktaiai^  bo  hulatto  oAev  fraüld ^  sätade 
(vom  englischen  « Saturday*). 

IV.  Kapitel. 
Das  Pronomen. 

§  19.  Das  personliche  Fürwort  hat  die  gleiche  Siibjekt-  und 
Ohielfform  und  muß  als  alleinsteliendes  sogenanntes  selbständiges  Per- 
sonalpronomen durch  foljrentle  Funnen  ausgedrürkt  werden: 

mba  ieh.  mit-,  niicli;  ön  du.  dir.  dich;  ue  wir,  nn<t  nyirc  ihr,  euch. 
D;is  Personalprontuneu  der  dritten  Person  in  Finzahl  und  Mehr/.ahl  lautet 
filr  jede  Hauptwortklasse  entsprechend,  anders: 


L 

IL 

m. 

IV. 

V. 

Yt 

vn. 

Einzahl 

hS 

ß 

VjfÖ 

Blehrzabl 

hd 

mjf6 

3f^ 

h^ 

m6 

96 

Beispiele;  f^am  91'  owat  mha  wer  ist  da?  idi;  d^taa  md  sehtage 
Ihn;  im^Mndi  ayiM  ieh  schlage  euch;  heknuho  hmdi  o  tumgo,  wnaa  hyd  es 
sind  Sachen  im  Zimmer»  hole  sie. 


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46  Adams:  Die  Spraclie  der  Banoho. 

■ 

Dieses  selbständige  Personalpronomen  stellt  auch  als  Ausdnick  itt 
B»'if>lMinp^  und  X'ersichening  sowie  h*»]  bpsond«TPr  Rj-toniinfj  des  Ffirwortes 
•  in  Hef^lf'itiiiiL!;  des  Wortclicns;  ndi  mit  folgendein  Relativsatz;  /. .  B .  mhfj  nat/a- 

mandi  ieli  sc  lmMe;  mf>a  ndi  nahai  nata  ich  habe  das  getan  (eigeoUich: 
ich  bin's,  der  dan  getan  liat). 

Vor  dem  Zeitwort  wird  das  Personalpronomen  fur  gewöhnlich 
durch  eine  kQrzere  Sub|ektsfonn ,  das  sogenannte  Personalpräfixt  wiedei^ 
lioH  und  mit  der  Verbalfonn  sowohl  log;iach  wie  auch  in  der  Schrift  eng 
verbunden.  B^dmiflig  ist  dies  der  Fall,  wenn  das  Hauptwort  sellnt  Sab* 
jekt  ist 

Diese  Personalprafixe  lauten  fi\r  die  1.  und  2.  Person  der  Do» 
und  Mehrzald:  na  (n)  ich;  o  du  und  ihr;  i  (y)  wir.  Für  die  3.  Person  ist, 
wie  bekannt,  das  PersonaJpr&fix  den  Hau])tvvortklassen  entsprechend: 

t       n,        m.      IV.       V.       VI.  vn. 

Einzahl  n       mn  (mtc)     hn  (hic)      e  {y)        *>  (;/)       di  {J)      vi  (ry) 

Mehrzahl    hoy  b    me  (inty)    me  (my)    t  (y)       be,  b     tna  (m)   vo  (nc) 

Bezieht  sich  aber  das  Pridikat  oder  Verhnm  auf  mehrere  Haupt- 
wörter, sei  es  gleicher  oder  verschiedener  Klasse«  so  heifit  das  Peraoul- 
prSiiK  steT«5  hfj. 

Bei.s|iiele:  nnlandi  ich  gehe;  olandi  du  ^elist.  ihr  c;eht;  njokvnü 
muhndi  d»'r  Lelirer  geht;  ihti  ritrrmhandi  (Ut  (lif*Pt;  diht'ntjt  dihryandx 

die  Glocke  lautet  (spricht);  behlo  na  Uuice  öaujotnandi  Enten  und  Fläche 
schwimmen. 

§  20.  mä»  heißt  «selbst«  und  wird  dem  «elbstlodigen  Penonal- 
pronomen  angehingt;  x.  B.  nAamSta  ich  selbst;  öemtäe*,  «mUe  maitdi  wir 
selbst  kommen. 

Diese  Kombination  wird  auch  in  Anwendung  gebracht  fllr:  a)  das 

R  e  f  1  e  X  i  V  u  m ;  z.  B.  njokwedi  tmdipandi  mom^t«  der  Lehrer  schiigt  sich 
(selbst);  b)  das  Wort  •allein«;  s.  B.  nandi  nAamile  ich  bin  allein;  oadi 
t^fwemite  ihr  seid  allein. 

21.  n)  Das  Demntistrntiviini  •die«; er«  heißt  in  seinT  ein- 
fachsten unveränderlichen  Form  ie.  Es  wird  dem  Tlfinptworte  naeliLrextzt. 
diireh  das  nk/cntnierte  Personalpriifix  verstärkt  und  mit  deniselluMi  ensf 
vei banden,  wenn  das  Hauptwort  nicht  von  einem  Adjektiv  begleitet  wird. 
Hierbei  erlodet  der  Singular  der  Personalpräfixe  der  I.  und  IV.  Klasse  «,  t 
eine  Abweiehimg  in  mmi. 

In  ansammengesetater  Form  f&r  die  verschiedenen  Klassen  lautet  dss 
Demonstrativum  «dieser«  nun  also: 


L 

a 

m. 

nr. 

V. 

TL 

m 

Einzahl  tdmt 

Uhö 

tu 

m 

im 

Mehrzahl  tAa 

IM 

m 

Beispiele: 

ehmbo  Ui  < 

4"  . 

Ding;  mo 

■Dflfll. 

Wird  das  Hauptwort  aber  auch  noch  von  einem  Adjektiv  bef^dleti 
so  folgt  das  einfache  unveränderliche  Demonstrativ  unmittelb.ar  dem 
Uauptworte,  dann  das  A<yektiv,  welchem  das  akaeotuierte  Personaipiifii 


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Adams:  Die  Spraciie  der  Bandho.  47 

nacbgwetrt  w  ird  -,  /..  R.  moto  t4  onent  mu  dieser  große  Mann;  elomho  t4  n/nm  e 
dieses  schöne  Diog;  cUk4  U  diöevi  di  dieses  schlechte  Ei;  mom  Ü  vihadi  id 
dieser  kleine  Voi»el. 

h)  Das  T)e  111  ()  IIS  tin  t  i  V  am  »jener«  wird  diircli  Anhiintrfii  der 
«Silbe  m  an  das  Persoiinljiiafix  •jebildet  und  so  alleinstehend  gebraucht; 
z.  B.  otw*  jener;  ene  jene«;  dine;  rnunr;  rn/ifi  iisw. 

In  Verbindung  mit  einem  liaiijttworte  aber  gelit  ihm  noch  das  ein- 
fädle I>eiiiOiMtrativ  Ü  voraiis;  z.  B.  ^kd  Üiut*'  jenes  ES. 

Zu  bemtfken  sind  auch  hier  die  xusammeDgesetxten  Formen  Afn« ,  <Am. 
Ebenso  findet  bei  einem  von  einem  Adjektiv  begleiteten  Hanptworte  die 
oben  besprochene  Trennung  und  Wortreihenfotge  statt. 

Beispiele:  moto  iüm  jener  Mann;  nyoX-a  tAie  jener  Stier;  niati  ti 
mujfmn  mun«  jener  gute  Hlrte;  nwanga  Umtme^eMs  Feld;  b^tibötif  y  x^^r  Kahn. 

§  22.  Das  Pronomen  possessivum  lautet  in  einfach(>r  Form: 
-mi  mein;  '■Arujn  dein;  -nnt  sein;  -Am  iiiis»'!  -.  .»»/m  euer;  -bu  ihr.  Dnch  in 
dieser  reinen  Form  erscheint  es  nie;  auch  l'oltit  es  stets  dem  Tlauptworte. 
Je  nacli  der  Klassen/.ngehöri^keit  des  letzteren  wird  die  enLsjjreehende 
Verhältnispartikel  (s.  §  10)  vorgesetzt  tmd  mit  dem  Possessiv  eng  ver- 
bunden. iCs  lautet  demnach  flir  die  verschiedenen  Klassen  bei  zusammen- 
gesetster  Form  in  Ein-  und  Mebraahl  also: 


mein 

dein 
sein 
unser 

euer 


ihr 

Die  alleinstehenden  substantivisch  gebrauchten  Possessive  lauten  gleich. 
Als  Nachib  nck  kann  man  noch  das  selbstSndige  Personalpronotnen  verbunden 
mit  dem  aky.entuinten  Personalpräfix  folgen  lassen;  z.  B.  {dike  Va)  das 
Meiniirf"  ilnmi  judi\  ( kalnfi  Hur!i)  das  Seinigp  »/Am«  i/f'n/' (yrj /vm);  {innnl  Xo^pX) 
tlei  Demiye  vjfönjfo  rydrt;  {bölo  Kahn)  der  Unsrige  öohu  boboi  heni/u  by6bi\ 
'abu  mAnu. 

§23.  Die  Relativpronomen  der  Hatangasprachen  sind  webender 
EtgentOmlichkeit  ihr^  Folgeerscheinungen  fnr  die  rdatlve  ^itzkonstniktion 
▼on  besonderer  Wichtigkeit.  Im  fibrigen  lichten  sie  sich  der  Regel  gemiß 
nach  der  Klasse  des  zugehörigen  Hauptwortes. 

Bei  Bildung  derselben  kommen  drei  ▼erschiedene  Konstruktionen 
in  Betracht: 


L 

TL 

m. 

IV.  • 

V. 

m 

• 

mORN 

dornt 

gami 

yami 

f  hami 

memi 

mem 

dsmi 

tnotni 

1NMH 

j  'A»po 

hänge 

döngo 

vg&ngo 

mjfdngo 

Sfdtigo 

hyöngo 

möngo 

»dngo 

momu 

Softtu 

j/otm 

yanm 

dßmtt 

wmu 

1  harn» 

memu 

memu 

jfomii 

hemu 

mamu 

vOTOW 

moku  ' 

bohu 

yaht 

dttku 

\  hahu 

meku 

Sfoku 

hehu 

vohu 

mottyu 

bonjfu 

yanyu 

Vfnyu 

menyu 

tnmyu 

ymyu 

btnyu 

manyu 

wmtfu 

tnobu 

bobu 

f/cAu 

dahu 

vebu 

nubu 

yabu 

btbu 

vobu 

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48  Adavs:  Die  Sprache  der  Banoho. 

1.  I)aj>  Relativ  steht  als  Subjekt;  dann  lautet  es  gleich  dem  cut- 
sjirechenden  Personalpräfix  (s.  §  10;  über  die  \'eränderung  beim  ZeitvToiU 
8.  §  40). 

2.  Das  Relativ  steht  als  Objekt  und  Jaulet  dano  gleich  der  ent^ 
sprechenden  Verhiltotspartikel  (s.  §  10). 

3.  Das  Relativ  als  Objekt  in  einem  Satce  ohne  Sulyektsbauplwoit 

bildet  sich  /.um  entsprechenden  Possessiv  (s.  §  22)  des  im  Relativsata  regie- 
renden Personalpronomens  um.  (Die  Verän<lf't  uii2;  des  SatzgelBges  und  des 
Zeitwortes  ist  wie  bei  der  zweiten  Konstruittion ;  s.  §  40  b). 

Kei spiele:  ahanffwnindi  o  hntn  bajai  o  bnh»  er  schoß  auf  di>  Le-if. 
welche  im  ivanu  waren;  i-imiffn  mfin  Uta  i/n  mota  tluinffwainn  lirini^e  uiir  die 
Tiere,  welche  der  Manu  gescljosscii  Iiat;  kalati  yami  rbwKieinn  da  das  Buch, 
welches  ich  dir  gegeben  habe;  helombo  öemu  behmedeino  mba  die  Dinge, 
welche  er  tnir  schickte. 

§24.  Die  allgemein  unbestimmten  Pronomen  werden  durch  die 
dritte  Konstruktion  des  RelaUvsatxes  umschrieben;  z.  B.  wmi  'ditmgatmi, 
nd6wa$i^  md  den,  welchem  idi  bti^ei^nen  werde,  ich  werde  töten  ihn  =  «er 
immer  mir  begegnet,  werde  ich  töten;  j/amu  ydhvoMend  mba,  ndmongo 3/6  was 
immer  er  mir  geben  wird,  ich  werde  es  nicht  annehmen. 

■  Irgendein«  wird  durch  Wiederholung  des  Ilnujitwortes  mit  Klo« 
gliedennit;  vf>n  fi'  nusgedrflckt;  X.  B.  moto  ti  moto  ii^end  jemand;  kiäaä  Ü 
kalati  iri^rndi'in  I>urli. 

'■Min  jeder»  in  der  Bedeutung  -Man»  lur  Mann«  usw.  wird  diirdi 
bloße  W  ieiitjrluilung  ausgedruckt;  z.  B.  moto  moto;  yek  yele  Bamn  fiU' Bausi. 

«Niemand«  heißt  tui  moto\  «nielits«  nä  elombo. 

g  25.  Das  Fragefürwort  njani  >wer,  wem,  wen,  wessen« 
kann  also  als  Subjekt  und  Objekt  stehen;  doch  sind  dabei  auch  die  Folge 
erscheinungen  der  Relativsalakonstruktionen  zu  berücksichtigen  (s.  §  23, 40). 
Bezieht  sich  das  Fragewort  lof^scli  auf  mehrere  Personen ,  so  hat  es  die 
Pluralfonn  banjan t. 

•  Wessen«  kann  auch  ausgedrückt  werden  mtttds  Verhäitnispartikel. 
Soll  das  Hilfszeitwort  »sein«  mit  ausgedruckt  werden,  so  folgt  dem  nj<m 
nur  noch  das  demruistrativf  akzentuierti*  Pei-sonalpräfix  (oder  durch  Subjekts- 
konstruktitju  mit  folgendem  Reiativs;it/.  des  Zeitwortes  »haben«). 

Beispiele:  njani  aji  otcaif  wi'v  ist  liier?;  banjani  bainatfori  wer 
lacht;*;  bito  bayondi  die  Fratieu  lachen;  njam  (m^o  aveledeino  ydf  wem  hast 
du  das  gezeigt?;  njam*am  akmehiAt  wen  habe  ich  gesebw?;  kaiati ya  njam 
mit  (oder  nßmi  0^1  keAUi  tMf)  wessen  Buch  ist  das?;  Mio  ho  n/am  h& 
wessen  Kanu  ist  dasP;  doi^  da  njani f  wessen  Teil? 

§26.  Das  adjektivische  Fragefürwort  nja  »was  ftU*  ein,  wa- 
cher« steht  steus  mit  einem  HauptWOTte»  welchem  der  Fragelaut  d  sage* 
hingt  wird;  bei  vollständigen  Seinsfragesätzen  folgt  noch  das  demonstrative 
oder  ak/:«"ntnierte  Pcrsonalpräfix ;  z.B.  nja  fitted  (tito  ^)  vras  (Tir  ein.  wokhc^ 
Tier.';  uja  r/inhr^  rmtt?  was  für  ein  >Tonsch  ist  das?  nja  flombtc/f  welclies 
Ding?;  nja  elombtci  4  welches  Ding  ist  das?;  nja  inonid  vi  welcher  Vogel 
ist  das?  , 


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Adaw:  Die  Sprache  der  Bandho.  49 

Man  kann  auch  dem  daa  Wort  dihaka  -Art,  Sorte«  beiltlgeo, 
mit  welebem  dann  das  gefragte  Hauptwort  dureh  die  Verhiltniapartikd  da 
verbunden  wird;  x.  B.  düe^ai  da  moio  di?  was  fttr  ein  Mensch  ist  das?; 
n/a  däkdha^  da  Htof  was  fiir  ein,  welches  Her? 

Das  alleinstehende  nja(i  »was«  oder  das  zusammengesetzte  nja 
'fornhve  {nja  elnmbo^)  »was«  lassen  als  Stil/jckt  im  einfachen  Seinssntze  niii' 
das  deinonstralive  odei  ak/.entuierte  Persooalpräfix  fuigeni  B.  njai  mit 
was  iüt  djis?;  nja   lombwe  ef 

Als  Objekt  üUjhen  sie  für  gewöhnlich  am  Ende  des  8aUes  mit  regel- 
mäßiger Konstniktion;  z.  B.  ooahandi  nja^f  was  willst  du?;  abeyandi  f^ait 
was  sagt  er?;  hangtce  ahahatidi  njaSt  was  tut  der  Vater? 

Man  kann  das  Fragewort  als  Objekt  aber  auch  an  den  Anfiuig  des 
Satzes  stellen  und  wird  dann  zum  logischen  Subjekt  mit  folgenden  Kon- 
struktionen des  Belativsatses;  s*  B.  njaS  fji  mif  was  ist  das?;  *lomM 
tß  ototif?  wa.s  ist  dort?;  nju  *lombtc^  ya  hängte«  emafuihand?  was  tut  der 
Vater?;  nja  *hm(noi  yönffo  emavahanöf  was  willst  du?  (welches  Ding,  das 
du  willst?) 

§27.  Andere  Fragewörter:  nja  jtede  {nja  epedit''!  welclie  Zeit?) 
wann;  naujaime  (ua  nja  Una  it  mit  welchem  Gründe?)  wariun  stehen 
fur  gewuhnlicli  am  Knde  des  Fragesatzes  mit  regelmäßiger  Konstruktion; 
z.  B.  nnjokxctdi  adipandi  nanjatin^?  warum  schlägt  der  Lehrer?;  tcdpondi  nja- 
*pedit  wann  wirst  du  kommen?  Stellen  sie  am  Anfange  des  Fragesatzes, 
so  ziehen  sie  die  zweite  oder  dritte  Konstruktion  des  Relativsatzes  mit  sich; 
%,  B.  nuat^ttUni  ya  njelkwedi  ed^pandl  warum  schtlgt  der  Lehrer?;  fya  *pedi 
y&Bffo  ffdptmdi  wann  wirat  du  kommen? 

Niwe  «wie«  und  owiwe  »wo«  stehen  immer  am  Knde  des  Satzes 
mit  regelmäßiger  Konstruktion;  z,  B.  dina  dimgo  dindi  mhce?  wie  heißt  duP 
(dein  Name  ist  er  wie?);  kalatiindi  wiwef  wo  sind  die  Bücher? ;  nänangam^ 
(ncitcef  wo  werde  ich  schlafen? 

Anniei'kung:  Nur  bei  kurzen,  verwunderlichen  Fragen  kann 
ourvce  mit  eigenem  Kelaiivjuäfix  vorstehen;  z.  B.  owewe  oji  kalattl  wo  ist 
das  Bnch?I  —  doch  äelteo  so. 

V.  Kapitel. 
Das  Verbum. 

§  28.    Die  Zeitworter  der  Biuiöhosprache  endigen  auf  die  Vokale  o, 

o,  0  und  bilden  deninarh  drei  Gruppen. 

Zur  Bildnnt;  d^T  Foi  nien  und  Zeiten  des  Wrbums  dienen  außer  den 
l'fisonalpräfixen  nocii  Ije.sundere  Merkmale,  welelie  teils  vor  die  .Siaiiindorin. 
teil»  nach  derselben  gesetzt  werden.  Mithin  Uiiun  die  Zeitfurni  au.s  drei 
Teilen  bestehen:  1.  Personalpräfix;  2.  Stammform;  3.  Merkmal  der  Zeit 
▼or  oder  nach  dem  Stammwort.  Doch  wird  man  um  d»  sinngemäßen 
Aussprache  willen  gut  tun»  sie  zu  einem  Scbriftwort  zu  vereinen;  z.B. 
0  dipa  ndi  =  ad^Muidi  er  schiigt;  a  ima  cfipa  =  aimad^  er  schllgt  nicht 

Mttt.d.SMB.eOrieDt8pMehM.  1«?.  OL  Abt.  4 


50  AiiAMs:  Die  Sprache  der  Haiiono. 

Aus  diesem  Beispiele  ist  zu  ersehen )  daß  das  Zeitwort  sowohl  für 

die  bejaluMuIc  wif  fTir  die  verneinende  Form  verscfiifde ne  MerktnaJe  h«f. 

Die  Hnuptz«'iteti  sitiii  Gegenwart.  \'ergangenheit  und  Zukunlt;  nur 
die  \'ergangenheit  sdieidet  sich  io  ein  l'erfectum  historicuai  iind  Perfectuai 
praesens. 

§  29.  Dei"  Infinitiv  wird  diircli  ein  /  angedeutet.  \\  elrlies  der 
reinen  Stammforut  vuj-g(isetzt  wird;  er  kann  /-tigU:icU  subslantiviscl»  gtbraiichi 
werden  und  fallt  dann  unter  die  Klasse  (s.  §  7);  z.B.  itila  sciireibeo; 
mia  ddngo  dein  Schreiben,  d.h.  Schrift;  imhtgo  ndiinen;  ^Med»  rufen. 

Anmerkung:  Die  reine  Stammform  suU  darum  im  Wörterbuch  ste» 
mit  einem  vorgesetsten  >•«  bezeichnet  werden;  z.  B.  •tils;  -ndh^. 

Der  Imperativ  für  die  zweite  Person  im  Singular  wird  gebildet 
durch  Verdoppelung  des  Ejidvokals  der  reinen  Stammform;  für  den  Fluni 
durch  Anftigen  der  Endung  m  an  die  Stammform;  z.B.  Ulaaf  tHam;  mSngoa^ 
nängoni'j  behedee;  behedmi. 

Der  verneinende  Imperativ  verlangt  vor  das  verneinende  Merkmal  d 
noch  das  Personalpräfix;  z.  B.  wätilaa^  wätilani  (tea-  entstanden  aus  od\ 
VDondnffOt  tcäbehedeni. 

Das  Aktivum. 

§  30.  Das  ch  a  r  a  k  te  r  is  1 1  sc  Ii  e  Merkmal  für  die  bejahenden 
Hauptformen  ist  das  Suffix  ndi. 

Die  Gegenwart  bestdit  aus  reiner  Stammform  und  dem  Suffix  «df; 
z*  B.  Hijpo  schlagen: 

nodipandi  ich  schlage   >  idipandi  wir  schlagen 

odipandi  du  schlägst  odipandi  ihr  schlagt 

o-,  mu-t  ho-  USW.  dgMHMÜ  ho'^  m«-,  Im-  usw.  dljMndi»  sie  schlagm 
er,  sie,  es  sehligt 

Anmerkung:  Die  dritte  Person  erlialt.  wie  .schon  analou  «rwäf  nt. 
stets  das  der  Hauptwortklasse  des  regierenden  Subjektes  entsprechenrtp 
Personalpräfix. 

Bei  der  Verneinung  schwindet  das  Sufßx,  und  wird  das  ver- 
neinende Merkmal  ima  (eigentlich  relativ,  s.  u.)  zwischen  Personalpräfix  und 
Stammform  eingeschaltet;  z.  B.  -idmdo  lieben: 

mmatdnda  ich  liebe  nicht  ümadtpa  wir  schlagen  nicht 

tmaiAtdo  du  liebst  nicht  Mnadipa  Ihr  schlaget  nicht 

«wt-,  bw'  usw.  tnmeOMo  m-,  b,  bmadipa  ate  schlagen  nicht 
er,  sie,  es  liebt  nicht 

Anmerkung:  Besonders  beachtet  seien  hier  die  R^eln  der  sprach* 
gemißen  Elision  und  Kontraktion  bei  den  Persoftalprilixen;  so  auch  ia 
allem  Folgenden. 

Außer  diesen  Hsuplformen  gibt  es  noch  aekundire  Zeitwortformni. 
welche  hier  gleich  beigeffigt  sein  mögen.  Die  eigenen  Formen  und  Kon- 
struktionen der  Relativsitze  s.  §  23  und  §  39,  40. 


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Adam:  Die  Sprache  der  Banöho. 


51 


Die  sekundire  Form  wird  nur  aogewendet,  wenn,  vom  gleichen 
Sul\|elite  mehrere  Zeitwörter  in  bejahender  Foim  abhingen,  und  xwer 
trifll  die  sekundSre  Form  dann  nur  das  letzte  Zeitwort  (s.  §34). 

Eine  sekundäre  verneinende  Form  gibt  es  nicht 

Die  Get^Piiwai-t  Inidet  die  sekundäre  Foroi,  indem  das  Merkmal 
ma  zwischen  Persojialprätix  und  Stammwort  gesetzt  wird;  z.  B.  kula  ekondt 
nn  1/6  emabicea  der  Krug  nUli  und  (er)  zerbricht;  —  na  mö  amatumbteede  — 
und  (er)  singt.  Weiteres  s.  §  34. 

§31.    FQf  die  Vergangenheit  ist  das  eliaraktertstische  Merkmal: 

a)  als  Perfeetam  hiatoricnm  der  Vokal  •',  wdeher  dem  Stammworte 
angehingt  wird  und  in  der  Hauptform  noch  das  Suffix  ndi  tc^gea  110t;. 

b)  als  Perfectum  praesens  verwanddn  die  Stimme  (auf  a  und  o) 
ihren  Endvokal  in  •  mit  folgendem  Suffix  ndb*;  k.B.  a)  na  ÜlakuH  ieh  habe 
geschrieben;  b)  naülmdi  ieh  schrieb  (soeben) ;  nabehedeindi\  nmöngmdL 

Die  Verneiniinu:srorm  wird  gebildet  durch  Einschaltung  des  ver> 
neinenden  d  zwisclieii  IVr.sr)nal|irSfix  und  iler  beiden  Perfektformen  ohne 
Suffix;  z.B.  wdtilai  du  hast  nicht  iresclirieben ;  nddli  ich  seitrieb  (soeVien)  niclit. 

Die  Sekunda  rform  der  \  d  i^;  i  tiirenlifit  verdop|)elt  den  Kndvokal 
des  Stammwortes,  welches  durch  na  uinnitteibar  unt  dem  selbsländigeu  l'ei^u- 
ualpronouien  verbunden  ist;  z.  B.  —  na  md  na  lumaa  —  und  (er  er)  stieß. 

§  32,  Die  Zukunftsform  nimmt  das  hier  bejahende  Merkmal  i( 
zwischen  Peraonalprftfix  und  Stammwort  mit  folgendem  Suffix  luft*  der  be> 
jabenden  Hauptform;  z.  B.  ndütandi  ich  werde  schreiben;  jfdiäanÜ  wir 
werden  schreiben;  todütandi  du  wirst  schreilien;  wätämdi  ihr  werdet  achrm- 
ben;  a>,  tnw-,  hiratilemdi  er,  sie»  es  wird  schreiben;  ba-,  my-,  bt/atilandi  sie 
werden  schreiben  (die  Lautgesetie  der  Vokale  im  Prifix  sind ,  wie  immer» 

SU  beachten). 

Die  V  ernein  u  n  j;s  fo  r  m  entsteht  einfach  durch  Wegfall  des  .Suffixes 
ndii  z.B.  ndnAngo  ich  werde  nicht  iiehinen;  ndhekede  ich  werde  nicht  rufen. 

Die  Sekundärform  ist  der  üaupttorm  gleich  bzw.  kommt  nicht  ia 
Anwendung. 

Die  Zukmift  kann  auch  manchmal  gebildet  werden  durch  Umsehrd- 
bung,  d.  h.  durch  Zuhilfenahme  der  Zeitwörter  -Ai  gehen  oder  »«db  wollen» 
wünschen.  Das  abbingige  Verbum  steht  dann  in  der  reinen  Inflnitivform; 
s.  B.  «alimdü  iAambo  ich  werde  kaufen  (ich  gehe  kaufen). 

Anmerkung:  Ein  Futurum  exactum  knnn  durcli  das  Hilfszeitwort 
-mede  aufhören,  beendigen  ersetzt  werden;  z.B.  ^ämedendi  Udndo  wir  werden 
l^iebt  haben. 

§  '.^?>.  Die  Frappform  aller  Zeiten  heißt  stets  wie  die  kategorische 
Form,  nur  wird  die  letzte  Silbe  des  Satjres  durch  merkliclien  Fraceton 
akzeiituieit.  ausgesprochen;  rur  frroßeren  Deutlichkeit  kann  man  aucii  noch 
den  Fragelaut      folgen  lassen;  z.  B.  umatundu  {i)f  liebst  du  nichti' 

§34.  Beziehen  sieh  also  (s.  §30)  zwei  oder  mehrere  Zdfp 
wdrter  in  irgendeiner  Zeit  auf  ein  gemeinsames  Subjekt,  so  kSnnen: 

a)  nach  dem  ersten  die  folgenden*  wenn  sie  bejshend  sind» 
mit  Versetzung  der  Verbindungspartlkd  na  (it*)  im  bloßen  Infinitiv  stehen ; 

4« 


52 


AoAiu:  Die  Sprache  der  Baijoho. 


z.  B.  hfingtct  aHUmdi  n' itumheede  der  Herr  schreibt  und  singt;  ntati  m»dan- 
gwtmdi  n'ibehede  der  Ilirte  ging  und  rief;  mumm  tigdtBewenäi  n'ttumbvede  d«T 
Vo|^l  wirr!  fliff^en  und  singen; 

1)1  die  Iblfiendeii  Zeitworter  (wenn  es  mehr  siiui  als  zwei)  in  ihifr 
gan/.eu  Ilaujjlforin  wiederholt  werden,  mit  An<?nahine  des  lei/t'i). 
welches  mit  Vorniiset/unj^  des  dem  i cgieiTiidcii  Sidyekt  eiil.>j»rei'iit'riden  5ell»- 
stSndigen  Persouolpronumen  in  der  Sekundärfonn  steht :  /.  B.  »taii  mudaih 
(/tJtamdif  nuUttmbuedem^  na  ntS  na  hfheeke  der  Hirte  ging  einher,  sang  iiml 
rief;  iomba  a^oiomdi,  edamdi  na  yd  na  lumaa  die  Ziege  trank,  fraß  und  sti^fl. 

D&  es  nun  auch  idr  das  Fu  tu r  keine  eigene  Sekitndarform  ffhl  (a.  §  32)* 
so  kann  die  Futurfonn  bei  mehreren  Zeitwörtern  ebenso  wiederliolt  oder 
d.is  leiste  Zdtwort  mit  Anschluß  der  Verbindungspartikel  na  (n)  in  den 
Infinitiv  gesetzt  werden,  auch  kann  zur  Anshilfe  die  Sekundärforin  derGe* 
gen  wart  l)enut7t  werden;  /..  B.  jfiihtmbvcedmdi ,  yäjondi  n*lnifo(o .  r,i!er  ^n- 
tUttUnjKdenfii ,  yäjuiKh  iki  ne  itnamjnto  wir  werden  singen,  lachen  nrnl  trinken. 

A  n  ni  e  r  k  II  n  u: :  Die  Sekundärtonnen  tieuten  alM)  Ix'i  Ki  /.iililnni:' ti  die 
Fortführung  an;  jeder  neue  Satz  jedoch  beginut  immer  wieder  nui  der 
Hauplfurui. 

Bei  Verneinung  aber,  da  es  dne  eigene  vemdnende  Sekiindip> 
form,  wie  schon  §30  erwtimt,  nicht  gibt,  steht  der  Deutlichkeit  halbrr 
jedes  Zeitwort  am  besten  in  der  regelinißigen  verneinenden  Form;  doch 
kann  f&r  das  letzte  Zeitwort  audi  die  Infinitivform  in  Anwendung  konunen. 

Beispiele:  kangite  aimatila,  aimahimbtcefie  usw.  der  Vater  schreibt  und  siri;;t 
nicht;  mpolo  mwd^oi ,  mwddat ,  mtcdnyotoi  iler  König  lachte,  aß  und  irank 
nicht:  i/dhimhwfdr ,  i/äj/o ,  ydntfoio  oder  n'injfoto  wir  werden  nicht  singen, 
nicht  lachen  und  nicht  trinken. 

Das  PifltiTim 

§35.  Die  passive  Form  der  Zeitw6iier  wird  gebildet  durch  An- 
gliederung  der  Silbe  he  an  die  Stammform;  z.  B.  -Iflad«  geschrieben  werden: 

Im  übrigen  geschieht  die  Bildung  der  2Seitforroen  wie  bei  Stamm* 

wortern  auf  ^  im  Aktivum;  B.  nadipab^ndi  ich  werde  geschlagen;  oAüadlO' 
heindi  du  bist  geliebt  worden;  'dhrnebendi  er  wird  gesehen  werden.  Auch 
sonst  kommen  sHmtlicIio  Regeln  des  Aktivums  in  Anwendtmg. 

I>ns  Pas.sivum  kann  nnrli  im  indii'ekt  reflexiven  .Sinne  ^ehrnndil 
werden,  wie  u  B.  tialangvcabeiidi  naia  es  wird  mir  gesagt  (icl»  werde  st» 
gesagt). 

Bei  den  Wörtern,  welche  im  Aktivum  die  kausative  ündung  -^dr 
Ilaben,  kann  man  die  passive  Silbe  auch  vor  dieser  eingliedern;  ».8> 
"^ya  {'htha)  sprechen,  -i^ed«  sprechen  machen,  rufen,  -bejf^btde  oder  fr* 
habtdt  gerufen  werden. 

§36.  Das  Participium  wird  Ittr  gewöhnlich  durch  den  Belstiv- 
aatz  umsciu-ieben.  Doch  kommt  fUr  die  Vergangenheit  noch  eine  ilterr 
Form  vor  in  der  ICndnng  -ngo',  mit  dem  Hilfsverb  »sein«  verbunden  kasp 


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Adams:  Die  Sprache  der  Banoho.  53 

sie  auch  du  Plusquamperfekt  ausdrucken;  z.  B.  najaindi  biango  ich  hatte 
gewußt  (ich  wnr  gewußt  habend);  <^undi  tiUmgo\  mdi  ^hedengo.wir  haben 
gerufen  (sind  gerufen  haliend). 

§37.    Andere  Formen:  Das  konjunktive  »daß«  sowohl  wie  das 

•  daß-  dfr  i  n  (i  i  re  k  te  n  K  ed  e  wir«l  «!iirch  na  ausgedruckt .  ^v^•l^l^es  logisch 
nocli  /.um  Hauptsätze  gerechnet  wird  und  u.irli  der  InterpuiikUuii  die  ent- 
sprechende ZeitWiuH'orui  folgen  lälH.  wie  die  Beispiele  unten  zeigen. 

Die  Konj un ktivform  wird  durch  die  Endung  t.  gebildet,  welche 
dem  Stammwort  angefugt  wird.  Durcli  diese  Form  werden  zugleich  die 
lliUszeitw6rter  «sollen,  inög^n,  dOrfen-  und  die  indirekte  Befehlsform 
aui^edrQcIct;  a.  B.  aM^edee  er  möge,  soll  rufen;  langwaa  md  na:  aldiuioe 
sag^  ihm,  dafi  er  liebe;  -fui:  aiUae  daß  ^  schi'eilMi. 

Anmerkung:  Diese  dusslvforiu  steht  Aberhaupt  nach  den  Zeitwörtern, 
welche  Befehl,  Wunsch,  H;it.  Wille,  Zwang  usw.  ausdrücken. 

Stellt  das  rei^ierende  ZeitwMU't  im  Perfekt  oder  Fiitui-,  so  folgt  dessen- 
ungeaclitf  t  die  kunjunktive  Ft>nn  de.s  Fragens;  £.  Ii.  aUmgwaüidi  md  na: 
atUae  er  hat  ihm  gesagt,  daß  er  schreiben  sollte. 

Die  Verneinung  wird  geliiliiet  duich  das  verneiueinie  .Merkmal  d 
KWischeo  Personalpr&fix  und  Stanun,  welcher  noch  die  \'erdop|ielung  de^ 
ISndvolcals  erleidet;  s.  B.  alangicamdi  v«  im;  ydkanbveedn  er  sagte  uns,  daß 
wir  nicht  singen  sollten;  nabd»edmäi  na:  apoo  ich  loife,  (damit)  daß  er  nicht 
Jcontme;  er  soU  nicht  schreiben. 

Bexieben  sich  in  den  Koiyunktiv»  oder  in^rekten  Befddssitsen  mehrere 
Zeitworter  auf  das  gleiche  Subjekt,  so  gelten  diesellx^n  Regeln  In  beaug 
auf  Verbindungspaitikel  und  Form  Wiederholung  wie  in  §  34. 

Kine  eigene  K  ond  i  ti  o  nn  !  fo  r  ui  gibt  es  nicht  (vgl.  §  S8).  Sie  wird 
dureh  Ziihilfriiniiine  von  -vaha  »wollen«  oder  duFcbdas  direkte  Futur  ersetzt, 
z.  B,  ivahanfli^ittia  wir  wurden  schreiben. 

§38.  Adverbiale  Formen  des  Zei  tw o rtes.  »OA^nin^^  wenn- 
verlangt eine  adverbiale  Form,  welche  fur  die  bejahende  (Jegenwart 
gebildet  wird  durch  Verdoppelung  des  liUidvokaU  oder  durch  AngUede- 
rung  des  Suffixes  nga  nach  Verwandlung  der  Endvokale  der  Stümme  auf  a 
und  o  in  <*.  Die  Verneinung  gesciuelit  durch  EanfÖgen  des  verneinenden 
t  nach  dem  Personalprafix  und  durdi  Verwandlang  des  Endvokals  in  «,  dem 
auch  noch  da.s  Sufßx  nge  angegliedert  werden  kann. 

Beispiele:  nlieniuye  atondoo  mba  wenn  er  ulicb  liebt  oder  oheningf 
aUnvUnijt  mba;  oheningf  aitond/'  oder  aiUmdvnyp  jnlm  wi'nn  er  iriieli  nicht  liebt; 
oAmtnge uharnf  denge  wenn  du  glaubst;  ohrntngf  uhamidmyc  \\v\n\  du  nicht  plauhst. 

Uu»  tlie  \' e  r  i:a  II   e  n he i  t  aus/udrüeki'fi  selialtet  tuau  d.ts  Hilfsv  erb 

•  sein-  in  entiprcciientier  1  orui  eui ,  tlciu  ia  der  üejaiuing  der  Inßniüv,  iu  der 
Verneinung  die  adverbiale  Form  folgt;  7..  B.  oheninge  ajaa  Uondo  tnOa  weiui 
er  mich  geliebt  hat;  cheninge  ajinge  aUonde  mba  wenn  er  mich  nicht  geliebt  hat. 

FAr  die  Zukunft  gebraucht  man  'Vaha  «wollen«,  mit  folgendem  In- 
finitiv sowohl  in  der  biyahenden  als  auch  in  verneinender  Form;  z.  B.  ohe- 
ningf aoahaa  idgta  mba  wenn  er  mich  schlagen  wird;  oheningf  aiwibe(nge) 
irffpo  mba  wenn  er  mich  nicht  schlagen  wird. 


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Adaiu:  Die  Sprache  der  Baiioho. 


Der  Nachsnt/.  k;inti  mit  ^rnhnna  so«  in  eine  H  au  p  t  x  «'i  t  ;;e>.et7-l 
werden  oder  durch  Wrhinduri'^  mit  iia  und  tieni  .sell>stäntiif;en  I't'fsonal- 
pronomen  in  die  sekunHiire  i'Orni:  7.  B.  f/hrrnnfff  mtdipinf/f  run,  rohonn  nhmiii 
mrmbila  oi\vx  oheninge  nadipitiye  im  lui  mn  amaia  manbtla  wenn  icl»  iliu 
schlage,  so  lau  it  er  fort;  (ihminge  atondoo  mba,  vohona  endi  bwam  wenn  er 
mich  liebt,  so  tet  es  gut;  o^enmffe  adyma  mbo  na  mba  namahf  oitKmge  ««•• 
kaa  t6«ft0dl9  mba  na  tndo  tutnugao  wenn  er  midi  rufen  wird  («oUte,  wflrde). 
werde  icli  kommen;  okenmgt  (a^**^)  itoadoo  {aUonde)  mka  na  fptjji 
imamf  ehmm^  ailondäl»^)  tu  na  ««  imdb. 

Die  adverbiale  Form  kann  auch  ohne  oheninge  steheD,  der  Nicb> 
salz  folgt  dann  mit  ke\  z.  B.  ajaa  Uondo  ue,  ke  iji  tr'  oteni  wenn  er  uns 
geliebt  hatte,  wäien  wir  da  geblieben;  ajmge  aitonde  ue,  ki  ilocindi  wenn 
er  uns  nic!it  fjpliebt  hatte,  wäi-fn  wir  fortgejiangen.  Doch  stehen  such  dk 
regelmäßigen  Können :  , .  .  ua  m  imala ;  whtma  ydlandi. 

§  39.  Die  Relativsätze  imd  ihre  Zeitwortforinen.  Das  Hnupt- 
wort  uliein,  von  welchem  der  Relativsatz  ausgeht,  i^t  uut?- 
gebend  "ftr  das  weitere  Form-  und  Satzgefüge.  Ks  kommen  dabei  die  ^ 
schon  bekanntra  Uelativkonstruküonen  in  ßetraclit  (s.  §  23).  Wie  ferner 
aus  den  dortigen  Beispielen  xu  ersehen  ist,  wird  in  dem  Relativsatx  sweiter 
oder  dritter  Konstruktion  nicht  das  Personalpi«fix  seines  eigentlichen  8iil>- 
jekts  vor  das  Zatwort  gesetzt,  sondern  das  des  Hauptworts,  von  wdcheni 
der  Relativsatz  ausgeht 

§  40.  [)ie  Relativsätze  haben  neben  ihren  eigenen  Konstniktiotien 
auch  eigene  Zeitwortformen.    Und  zwar  wonn  das  Relativpronomen- 

a)  Subjekt  ist  (s.  §  23, 1),  gestalten  sich  die  Zeitwortfonuen  folgen» 
dermaßen: 

1.  Das  Präsens  erhält  nach  dem  Personal jn-äfix  tlas  relative  Merk- 
mal fM  und  verwandelt  den  Endvokal  des  Stammes  o,  o  in  «;  z.  B.  iiasr 
manyuiye  der  Fisch,  welcher  scliwimmt;  mont  vknahmbwedt  ffhoew»  der 
Vogel,  welcher  singt  und  fliegt;  mma  amaidnde^ 

2.  Das  Perfect  xeigt  die  einfoche  Form  auf  t;  s.  B,  mtna  attmdoid^» 
Kind,  welches  liebt;  md  ahahi  nata  er,  welcher  so  tat. 

3.  Das  Futur  bildet  sich  (regelmäßig  nncli  dem  Präsens)  mit  dem 
cluirakteristischen  d  und  der  Verwandlung  des  l^dvokats  in  x.  &  aMi 
fmedtile  der  Ilirte,  welcher  schreiben  wii-d. 

Die  V'rrneinting  uiid  mit  dem  Hilfszeitwort  »sein  -ja*  gebildet 
(s.  §43);  das  eigentliche  Zeitwort  erliiiit  noch  das  verneinende  i  vorge- 
schoben und  verwandelt  den  iüjdvokal  in  e\  B.  mwtbt  mwüji  inttihenf 
der  Dieb,  welcher  nicht  sehen  wird;  eMo  ejai  jfinyoiye  die  Kote,  welche 
nicht  schwamm;  tomba  efi  j/id^n^Uuma  {oder  jfäume)  die  Zi^e,  welche niclil 
frißt  und  stSßt* 

Anmerkung:  Bei  mehreren  Zeitwörtern  g^ten  hier  wie  Im  folgenden 
stets  die  schon  bekannten  Regeln  des  §  84  usw. 

b)  Wenn  das  Relativpronomen  Objekt  ist  (s.  §  23,  2  und 3| 
steht  das  Zeitwort  in  seiner  Itelativkonstruktion  nach  §  39  mit  dem 
PersonalprSfix  des  Hauptwortes,  von  welchem  der  Relativsatz  abhingt,  m 


Adams:  Die  Sprache  der  Banoho. 


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rpt;olniaßi<i(M-  n'lalivcr  riasetis-,  Perft-kt-  und  riiturform.  ohne  Ver- 
wand hing  des  Endvokals  und  mit  Anglipderutif^  <lcs  ohjektivisclien  H«'la- 
livsiiffivt-s  nti  in  allmi  Zeiten;  7..  B.  kalati  j/ami  f  maitlanö  Brief,  welchen 
ich  sciireibe;  , .  .  c/ilalnö  (rtilin6)\  ...jfdtUonö]  mtciöi  momi  tnwäbweanö  der 
Dieb,  welchen  icii  fangen  werde. 

Die  Verneinung  uHrd  audi  hier  gebildet  mit  dmt  Uilfaseitwort 
•sein  -ja-  und  der  verneinenden  ReUUvsatzform  wie  oben  in  a);  x.  B,  haktU 
yeam  ejmd  nüib  der  Brief»  welchen  ich  nicht  adireibe;  kalaü  jfomu  efamö 
aUiie  der  Brief»  welchen  er  nicht  geschrieben  hat;  hüaUjfdngo  jfdjand  ttlfiS» 
der  Brief,  welchen  du  nicht  schreiben  wirst;  mw«(i  ntohu  tmodfand  ^wee 
der  Dieb,  welclien  wir  nicht  fangen  werden. 

§  41.  Die  Rdativsat/.konstniklionen  der  23  und  40  mit  dem  ob- 
jektivischen Relativsiiffix  -no  finden  also  ihre  Anwendung: 

1.  Wenn  ein  wii-klicher  objeküviiiclier  Relativsau  vorlianden  ist  (s. 
B.  §  14). 

2.  Wenn  das  Objekt  eine«  Satzes  zur  Betonung  an  den  Satzanfaug 
gestellt  wird;  doch  folgt  demselben  noch  zuerst  das  selbständige  Personsl- 
pronomen  mit  dem  Suffix  'ndSt;  x.  B.  tanUm  y6*nii  jfami  efonind  eine  Ziege 
(kein  Schaf)  habe  ich  -=  Ziege  die  ist  es,  welche  idi  habe. 

3.  In  temporalen  Neb«isätzen,  die  mit  «d  als-  anfangen;  s.B.  d  md 
^pomd  als  er  kam;  d  mbu-  nakoind  als  ich  fiel  (s.  §54^  2). 

4.  Wenn  andere  adverbiale  Bestimmungen  an  den  .Sat/.anfaqg  treten 
z.  B.  6'pedi  j/am  elongaind  ndaba  $fam  au  jener  Zeit,  als  ich  mein  Haus 
baute. 

5.  Nach  einzelnen  Konjunktionen  wie  'ka  wie«  mit  sel!>ständipein 
l'ersonaipronotnen ;  /..  U.  ohenentU  ka  md  amahahanö;  oheneindi  ka  mö  akahino 
du  sahst,  wie  er  tat. 

6.  Nach  dem  konsekutiven  »ydridi  daher«  (ydVuft*  das  ist  m,  wa.s);  z.  B. 
nahakmdi  do^f,  yöndi  yatni  emtgaaeaaö  njia  ich  tat  Böses,  daher  emp&nge 
ich  eine  Strafe;  ^MoiffaMi,  j/Atdij/emu  ^amd  agwms  er  fürchtete  sich,  daher 
kam  er  nicht  heraus. 

7.  Nach  zusammengesetsten  Fragewörtern  wie;  t^alonAwdf  nBU^aimil 
njapcdif  usw.  (s.  §27);  oder  wenn  sonst  ein  Fragewort  mit  Hauptwort  als 
Objeict  vorausgeht;  z.  B.  nanjaiind  y&ngo  «find  uhahe  kamba  namavahand 
warum  tust  du  nicht,  wie  ich  willi* 

§42.  Abgeleitete  Zeitworter. 
In  der  Banui»ospracbe  können  folgende  vom  Stammworle  abgeleitete 
Formen  gebildet  werden:  I.  die  kausative;  2.  die  reaiproke;  3.  dieneutro- 
pasMve;  4.  die  inverse;  5.  die  relative.    Jede  Form  hat  ihre  besondere 
iündung. 

a)  Die  kausative  Form  ist  die  hiufigste  und  druckt  aus,  daß  jemand 
den  Zustand,  welchen  die  Grundform  angibt,  veranlaßt.  Sie  wird  ge- 
bildet  durch  die  Endung  ede,  worin  die  Emlvokale  des  Stammes  a  und  o 
verloren  gehen;  z.  B.  -njokwede  (lernen  machen)  lehren;  -kde  (gehen  machen) 
führen;  -iiede  wissen  Usseo;  'kshede  zerbrechen  (von  -kehea  iotraos.) 


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AoAin:  IMe  Spradie  der  Bandho. 


Die  Zetiwürter,  welche  schon  auf  erk  endigen,  oehuicn  die  Funu  nicht 
mehr  an;  z.  B.  -tumbiMtk  jauchzen,  sin<2;«'n. 

b)  Diti  reziproke  Form  drückt  <lie  gegenseitige  Beziehung  einer 
Handlung  (auf  mehrere  Personen  u.sw.)  aus.  Die  Endung  bl  fw»  welches 
an  den  reinen  Stamm  gphSngt  wird;  z.  B.  'Hbmfi  einander  schreiben;  -töndome. 
-done  M  Loiin  KurOckhalten.  Die  Icaosative  Fonii  auf  «da  kann  dieser  noch 
beigefügt  werden;  s.  B.  «iwys  sprechen ,  antworten,  behtdt  rufen  (antworten 
machen),  AaAomdb  einander  rufen  (einander  rufen  machen). 

c)  Die  neu tro passive  Form  hat  ebenfalls  die  Endung m  und  sagt, 
daß  der  Zustand,  wie  er  in  d«^r  einfachen  Form  angegeben,  eingetreten 
ist;  z.  B.  -hene  selicii;  -A/>7i^>f»«  (einander  selien)  sichtiiar  seto;  «ftiiaiie  (einander 
erkennen)  erkennbar  st^in;  'hnanm  hr)rl)ar  sein. 

Dieselbe  Form  ihiu-kt  nianchrnal  auch  das  Gcwohrilii  itsmäLMRe  aus; 
1U  B.  'dipane  gern  schhigen,  -n6ng<me  naschen,  stehlen.  Doch  wiiil  die  lie- 
wohnheit  auch  durch  -t&ndo  «lieben,  gern-  oder  durch  epedi  ifihe  »immer«  aut- 
gedrQckt. 

d)  Die  relative  Form  nimmt  vor  den  Endvokal  ein  e  und  deutet 
an,  daß  die  Handlang  auf  eine  Person  oder  Sache  zu  beueben  ut;  x.  ß. 
•fodb  hinzugeben » eri^nzeD ,  vermehren ;  'kadeu  einem  hinzugeben ;  'beha  {•^) 
sprechen,  -bthSa  filr  jemand«i  sprechen;  ^imAa  vorübergehen,  -umhie  vur- 
Qbergehen  lassen,  an  jemandem  vorQbergehen;  -^mum  jemandem  fühlbar  sein. 

p)  Die  inverse  Fortn  konnut  seltener  vor.  Ihr  Merkmal  ist  fin 
v(»r  dein  F^idxokal  i  ingeschobene«  (o)  w.  Sie  bewirkt,  dab  die  GntrifÜn- 
deutung  de»  Stammes  in  ihr  Gt^enteil  verkehrt  wird;  z.  B.  -diba  zumachen, 
-dUnoa  aufmachen. 

Die  Hüfsseitwörter. 

§43.  Das  Zeitwort  •sein«  hat  eigene  Konjugatiun  und  ist  des- 
halb zu  beachten. 

Der  laiuiiüv  heißt  ija. 

a)  Das  Präsens  der  bejahenden  Form  fehlt  tmd  wird  ersetzt 
durch  das  Personatprifix  an  sich  mit  dem  unmittelbar  folgenden  SufBz  mft'; 
also;  nandii  ondV;       «la-,  vi-  usw.  luft';  mdi}  ondii  öa-,  nt«-,  fv>-  usw.  ndi 

Das  verneinende  Prtsens  heißt  tlbe;  also:  nUue',  «fNe;  mtue;  muhiei 
vUm»  usw.  er,  sie,  es  ist  nicht,  crfcie;  vhu*,  mAm,  miAie,  imtug  usw. 

Das  Prä:$ens  in  allen  bejahenden  Relativsätzen  heißt  Jl,  woran  das 
relative  SnfYix  mi  grhänp;!  wird,  s()1)ald  die  Satzkooslruklion  es  verlaogt; 
z.  B.  i/tfxi  ?•■-')>  i'wam  ich,  der  ich  gut  bin;  «fema  *a  molp yom«  ^md  der  duaime 
Menscli,  der  ich  bin. 

Nja  eletna^  t/a  moto  j/ongo  fijtno?  i    Wns  für  vin  dummer 

JNja  dikahae  da  elfma  ya  moto  doitjfo  dijind?  )       Mensch  bist  du.* 

In  verneinenden  Relativsätzen  heißt  es:  I.  ibSe  bei  einfacher 
subjektivi-stlicr  Helativkonstniktion;  2.  ibeoe  oder  y>  bei  objektivischer  R<^- 
lativkonsinikti«Mi.  Doch  wird  auch  ider,  wie  in  §40;]  sclton  erklärt  wurde, 
das  Hilfszeitwort  «sein-  in  relativer  Furm  vorgesetzt. 


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Adams:  Die  Sprache  der  Bftn<^ho.  57 

Beispiele:  I.  moto  aji  aib^e  nnjokiredi  tlei-  Mann,  w  elclicr  kein  Lehrer 
ist;  mba  naß  nib/f  pe  muna  ich,  der-  icli  kein  Kind  niflir  bin. 

2.  elf  ma  \ja  innto  yamx  fijmo  luh/of  ocK'i'  uij>  der  diiinine  Mpnsch,  der 
icli  nicht  bio;  itanjatin^  yamu  ejinö  atöenf-  (oder  aije)  nnjokwedif  Warum  iüt 
er  kein  Lehrer? 

b)  Dai  Perfekt  der  b^ahendeo  sowohl  wie  der  veroeineiideD  Form 
wird  ▼om  InfiniÜT  90  nach  §31  regelmäßig  gebildet;  also:  nofamdi  ich 
war;         ich  war  nicht. 

Ebenso  in  allen  bejahenden  RebiUvsStaen  heißt  es  r^elmäßig  jai, 

in  verneinenden  dag^en  entsprechend  den  obigen  Re^^eln  in  a. 

Beispiele:  mbo  tjamdi  btthe  der  Hund  war  bös;  tnho  jfäjfoi  boite  der 
Hund  war  nicht  hos;  mbo  efai  bol'fl  der  Hund,  welcher  bos  war;  mho  pjn 
yifjc't'  hnhc  der  Hund,  welcher  nicht  bos  war;  moto  ajai  aihrp  nnjokicfdi  der 
Mann,  welcher  kein  Lehrer  war;  tbrna  ya  motf}  yami  fjainö  der  dmnuie 
Meii.sch,  der  ich  war;  etenta  ya  mnto  ymni  ijaind  mitfitp  (oder  niji  )  der  ilmtune 
^Mensch,  der  icii  nicht  war;  tuinjalow  yamu  ejmnö  aiöeoe  (ay>)  niiJoktDfdü 
Warom  war  er  kein  Lehrer;  eine  ander«  VV^endung:  tuMmenäemdi  ija  nnjnk- 
wedi  nm^aünit  Warum  konnte  er  nicht  Lehrer  sdn?  von  "mende  nicht  können. 

c)  Das  Futur  ist  ebenfalls  regelmftßig  nach  §32:  nAjandi  ich 
werde  sein;  «4^';  ydja  wir  werden  nicht  sein.  Auch  in  den  Relativa&tsen 
nach  §  403:  dje\  cgan6',  x.  8.  nAa  ndfe  bwam  der  ich  gut  sein  werde;  u» 
yajp  hohl  die  mir  böse  sein  werden ;  aUmn  ya  moto  yonyo  ydjanö  der  dumme 
Mersch,  der  du  sein  wirst;  belema  be  bato  behu  bydjand  die  dummen  Men* 
sehen,  welche  wir  sein  werden;  u/>  ynjf  yibf'c  bohr  di»-  wir  nirht  böse  sein 
wwM-dnn;  Tifinjatirif'  yamn  ynjnno  aihf'i>e  mpolitf  (»der  viicdjandi  tnubtr  tnpolo 
lujtijatmei  Warum  wird  er  nieht  Röni^  sciiii'  {nnrdrnendendi  ija  mpoio  n<m- 
jatin^i  W^arum  wiitl  er  nicht  König  sein  könnend'). 

d)  Der  Imperativ  ist  ebenfalls  regelmäßig:  jaa\  Jaani;  wäjaa\  tcdjaanL 
So  auch  der  Konjunktiv  (oder  Jnssiv)  nach  §  37 ;  z.  B.  a&mgwamA 

tu  na:  ifae  öwam  er  sagte  uns,  wir  sollten  gut  sein,  daß  wir  gut  sem  soUtm; 
aUmgteamdiuBnaf  j/dfoaide  er  sagte  uns,  daß  wir  nicht  bdse  sein  sollten. 

§44.  Das  Zeitwort  »haben»  ist  ausammengesetzt  aus  >^  »a 
sein  mit«  imd  heißt  also  zu  einem  Worte  verschmolzen  im  Infinitiv  ijatia', 
nur  in  der  Hauptforui  des  Präsens,  da  die>elbe  auch  bei  ija  fehlt  (s.  §43a), 
steht  die  Verbindiiti«;8partikel  na  sellvstiiiKÜf;  unmittelbar  liintei'  dem  Suffix  tuli. 

a)  r)ie  so  ergänzte  bejahende  Präsensform  von  -liaben-  lautet 
also:  Twndi  na;  rmHi  na\  a-,  mit-,  rindi  na\  indi  na',  onrii  na;  ha-,  nw-,  ro/n/i  im. 

Die  \erneinung  luulcl  im  Infinitiv  iöent,  hu  i'räsen.s  itaniy  also: 
mtani'f  utanii  a-,  muy,  vUani;  iitani;  utani;  bi-y  mi-^  vutmii. 

Das  Prisens  in  bejahenden  Kelativs&taen  hdßt  Jani^  im  ent- 
Sfwechenden  Falle  mit  der  Relativpai-iikel  nd\  a.  B.  nm^UM  y6ngo  ^anmd 
}/eief  Warum  hast  du  den  Stock?  Hto  ^ani  flui/wpi  das  Tier,  welches 
FlQgel  hat. 

In  verneinenden  Relativsätzen  heißt  es  ibSne  ohne  Unterschied 
der  Konstruktion ;  doch  für  die  (zweite  und  dritte)  objektivix-fie  Konstruktion 
auch  ^tme  (natürlich  der  Ut^l  gemiß  mit  vorhergelieuder  relativer  Form 


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Aoaim:  Die  Sprache  der  BanAho. 


des  HjUsz-eitwortes  sein);  B.  miiouyu  tji  yibtne  hekdi  die  l^llan/.e,  wckiif 
keine  Blätter  hat;  nanjatini  yamu  ejinö  ibine  (ijane)  bekäif  warum  hat  sie 
keine  Blltter? 

b)  Das  Perfekt  ist  in  allen  Formen  regelmftdig:  najmamdi  ich 
hatte,  habe  gebebt;  wt^anai  du  hast  nicht  gehabt;  tm^efmoi  «laü  die  Katie, 
welche  eine  Maus  hatte;  t^t^ede  jfa  smgi  f^mmnA  itoüt  wann  hatte  die  Katie 
eiue  Maus?  hutce  ejai  yHbitte  molo  der  Fisch,  welcher  keiaeri  Kopf  liatte; 
ktUati  yami  ejaind  nibine  {nijatte)  der  Brief,  weleiien  ich  nicht  hatte. 

c)  Das  Futur  ist  ebenso  regeiuiaßig:  ni^^anafidi\  ndfana  ich  werde 
ipdit  ha  hen. 

Siihjektivische  Relativkonstriiktion:  innni  vyäjane  Jumhu  dci  \ 0^''!. 
welcher  ein  Nest  haben  wird;  kunya  ydje  yibene  dikuku  das  Boot,  weiches 
kein  Segel  liabeii  wird. 

Objektivische  Rdativkonstruktion;  nm^aUn^  yahu  ydjanand  mtjokwM 
warum  werden  wir  einen  Lehrer  haben?  nm^alini  kunga  ydfanA  yibim 
(jf^ang)  ^kukut  warum  wird  das  Boot  kein  Segel  Iwben?  delpmfo  bmi  iytf- 
JanA  mMu  (n^ane)  die  Dinge*  welche  ich  nicht  haben  werde. 

d)  Der  Imperativ,  Konjunktiv  und  Jussiv  gdien  regeluiÜ%;  z.iL 
Janaa,  xcdjanaa\  janaani,  tcäjanaani;  alangtcaindi  ue  na:  ijanat  konda  er  sagte 
uns,  daß  wir  einen  Stuhl  haben  würden;  alangtcaindi  w  na:  ydjanaa  yeU 
er  sagte  uns,  daß  wir  keinen  Stock  haben  möchten;  Oftmae  diköngo  er  soll 
einen  Speer  haben. 

4ö.  Das  Hilfszeitwui  l  •niü.ssen-  wii  d  fiiist?edrflckt  durch  ija 
btcarn  (ätiiiiich  dein  englischen  I  am  to)  und  hat  (ia.s  tulgende  Zeitwort  stet5 
in  der  unveränderlichen  Imperativform  des  Singular  mit  vorgesetztem  Per- 
sonalprtfix  nach  sich;  x.  B.  nandi  6wam  wdaa  ich  muß  gehen;  qjaindi  hmm 
okm  du  mufitest  gehen;  mdi  buam  Uaa  wir  mOssen  gdien;  bdfai  hmm  bdm 
sie  mufitMi  nicht  gehen« 

In  Fragesätzen  kann  das  Wort  •m&ssea*  audi  auf  andere  Art 
ausgedrQckt  weinleo,  und  zwar: 

1.  Durch  -rrem/a  mit  folgendem  lofloittv;  x.  B.  nmoengm  iHlot  soll 

oder  muß  ich  schreiben? 

2.  Durch  den  bloßen  fragenden  Koi\}Uuktiv;  z.B.  naäiof  natal  muß 
ich  das  .sclireiben 

3.  Durch  die  Kutnrform;  z._U,  ydhahandi  niwet  njad^  was,  wie  miisüe» 
wir  tun? 

Die  Antwort  erfolgt  aber  stets  mit  der  Wendung  ^  hmtm;  s.  B.  mA' 
bmm  ihahaa  wir  mfissen  beten. 

Wie  sdion  in  §  37  erwähnt,  werden  die  UiUsseitw5rter  »sollen,  mögen, 
dürfen«  meist  durch  den  Konjunktiv  am^edrQckt;  doch  kann  f&r  •solleo, 

nio^en*  -tct  tiya  eintreten,  iur  •dürfen«  ijana  ngudi;  x.  B.  nomfi  w  ngvdi 
Uumbwede  ich  darf  sintxen.  Folgt  dem  ngudi  aber  ein  Helativsalz.  so  lieiät 
es  •mnssen-;  z.  H.  najanaindi  ngudi  emahaka€  nota  ich  mußte  dss  tva. 

§  46.    A  f H 1  p r p  H  il  fs 7. 1'  i  t  w ö  r t e r. 

I.  «ivniMieii»  wird  ausgedrückt  durch  »-bia  wissen«  (im  Sinne  von 
«dürfen«  aueii  durch  ijana  ngudi\  s.  o.  §         z.  B.  nabiandi  ehado  tde  idi 


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Adam»:  Die  Sprache  der  Banoho. 


59 


knnn  diese  Arbeit;  «MiMlt  na  ngu£  ihaha  ihado  t4s  ich  kann,  darf  diese 
Arbeit  tiin. 

2.  -Wollen-  -mfta;  nwahandt  ija  s(,j>:  ich  will  äoldat  werden»  besser: 
na%eahandi  t'hUwa  (sich  Sndfrn ,  vcrwamlclii)  sojc 

3.  -Werden-,  -hu weil  kumuien«  -timba  (darauf,  duiiin  zurück- 
kommen); X.  B.  «lalmiAaNd!»  i^pa  mA  ieh  komme  tow^»  daß  ich  ihn 
schlage,  ich  werde  ihn  schlagen.  EHwnao  -dimuamd«  (endigen)  am  Ende; 
z.  B.  nadMmtuutdmü  ii^pa  mö  am  Ende  werde  ich  ihn  achlagen. 

4.  »Schon,  bereits«  wird  dmrh  -nudg  (beendigen)  oder  -iemba 
(fertig  sein  mit)  ausgedrftekt;  bei  letzterem  steht  vor  dem  Infinitiv  noch 
die  i^onjunktion  na-,  z,  B.  tiamedeindi  M&i  ich  habe  schon  gegessen;  Aodfm- 
bmdi  n  'ila  sie  sind  schon  (soeben)  fortgegangen. 

5.  -Noch  nicht«  wird  nie'i.st  durch  das  einfache  verneinte  Zeitwort 
wiedergegeben;  z.  B.  näilt  ich  schrieb  noch  nicht. 

§47.    Adverbiale  AusdiiK^kswei.sen. 

1.  »Ehe«,  -bevor-  wird  durcli  na  mit  folgender  sekundärer 
Perfekt  form  au^edrückt.  Der  Folgesatz  steht  danach  mit  dem  un- 
veranderUchen  UiUsseitwort  tandi  und  dem  Infinitiv  des  Verboms;  a.  B. 
na  bekabah  na  sodaa,  hangw  akmdi  üa  ehe,  bevor  die  Pferde  springen 
(sprangen),  gelit  der  Vater  fort. 

2.  »Im  Falle  daß*,  »selbtt  wenn«  wird  durch  &h«ning§  und 
reiner  Stammform  de»  Verbuins  mit  Ang^iedening  des  Suffixes  U  ausge- 
drückt; z.  B.  ohenmge  apole  ndlandi  selbst  wenn  er  kommt,  gehe  ich  fort; 
okeninffe  iHlaU  im  Falle  daß  wir  sclireiben. 

3.  Außer  den  Wörtern  /iir  Zeitbildung  und  Zeithesliiniiiiing  ^el)r:iuclit 
die  Ban6h<»spraclie  eine  Art  Hilfs/,eil\\  üi  ter,  weichte  adverbiale  Bestim- 
njunfjeii  b«j/.eichneri.  Dieselben  können  auch  als  selt)Standige  Zeitworter 
gebraucht  werden.  Die  Erfalirung  muß  liiei  das  Nötige  lehren;  z.B.  -wamia 
schodl  etwas  . . .;  nawamiandi  Um^wde  lyunJn  ich  will  schnell  ein  Lied 
singen;  wamaa  schnell,  sebnell;  -dhrnBanede  au  spit  kommen  mit  etwas; 
•iDNidis  vorübeif^en  lassen,  zu  spIt  kommen;  ükmdnmdi  tjpedi  du  kommst 
SU  spit 

I  48.  1.  Unpersönliche  Zeitwürter  im  eigeotUehen  Sinne  gibt 
es  nicht;  sie  sind  stets  mit  einem  Hauplworte  verbunden:  malimali  mafur- 
^m/i  es  blitzt;  büaboyandi  es  tagt,  dämmert;  ngadi  ya  loba  ehahandi  es  don- 
nert; ibüa)  hrmdi  bu>^  es  ist  hell;  mbua  (mviia)  enöndi  es  regnet;  vei  üihahnndi  es 
is(  IM  iß:  muhahanrli  [6)  tri/inln  iDiilnh)  »'s  ist  'i^  Uhr;  bowindandi  es  tant'l  nn 
IM  (iunkehi;  ititi  rihahandi;  itili  vindi  n  nhttAnge  CS  ist  dunkel;  hmuh  biiiu  v> 
ist  Nacht;  itibwam  es  schickt  sich  nicht  {itue)i  eiombindi  es  ist  zu  spät  (vtui 
qtmÜ  und  ^omba  vorQbergehen). 

2.  Zum  Schlüsse  möge  auch  nocli  darauf  hingewiesen  werden, 
dafl  durch  die  Zeitwörter  in  der  dritten  Person  der  Belativsatzform 
eine  Menge  unserer  gebriuchlichen  Hauptwortsbegriffe  sowie  Adjek- 
tive auQgedrüekt  werden;  z.  B.  amasomofM  der  Anklager;  amahake  t^ado 
der  Arbeiter;  amakUf'  dole  sparsam;  amanjoJctce  diwamk  gelehrig;  amakahe 
payi  KQfer;  am^penr  Maler;  amaAohe  Me  Missetäter;  usw.  • 


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60 


Aiia«b:  Die  Spraeha  4«r  Baadho. 


Aaiuerku  11^:  AmcIi  kjinii  jetltT  Infinitiv  ah  Haiipiuoit  nach 
der  VI.  Klasse  verwt  udfl  w eitlen;  z.  B.  ihaUa  beten,  /oö/w/* a  Gebete;  ikuktn* 
versprechen,  makaketie  Versprechen;  ida  eäsen,  Speise;  iyombvca  schauen, 
Blick;  idojiymt  sehreiten,  Schritt;  ijmhtde  bekenneo,  Bekeontais;  iMM» 
lieben»  Liebe;  ipMe  hoffe»,  Uoffiiaqg  usw* 

VI.  Kapitel. 

Adverbien  und  adverbiale  RedeDsarteu. 

§  49.  Adverbien  des  Ortes:  Neben  reinen  Adverbien  sind  im 
folgenden  auch  die  abgebiietcn  und  ndverliiairn  Hedensarten  ai5f«i*»fübrt. 
wplchf»  dns  zugehörige  Hauptwort  durcli  entsprechende  Verhällntspartikei 
Ulli  .sn.li  verbinden. 

Die  hinweiaeDden  Fürwörter  bei  Lolcativen  werden  auch  als  seltetia* 
dige  Ortsadverbien  gebraucht. 

otoa  hier«  hier  hinein ,  hier  heraus  usw.; 

ohmo  hierher,  nach  hier,  hierhin  (in  der  Nihe); 

oiMM«  da,  dort,  dorthin  (entfernt);  liesonderes  Betonen  und 

xi^en  ber.eichnet  eine  größere  l^ntfernung; 
oühongo  im  Rücken;  o  tnbua  im  Rücken,  lünten,  rückwirts  je; 
ovrane  o  mhua  yn  dort  hinten; 
mt^wei  wo?  woher,  wohin? 

o  nhicfiKjf  draußen  (alleio.stehend);  o  hoho  bo  vorn,  draußen,  vor; 

o  he  {ya)  unten,  drinnen,  innen  in; 

oU^a  {vo)  oben,  über,  in  der  liöhe; 

o  hangane  ya  mitten  unter,  zwischen; 

oyomi  ya  rechts;  oyomi  jftmd  rechts  von  mir; 

o  emengwe  ya  links;  o  tmenywe  yami  links  von  mir; 

o  ^mge  (v/A»),  o  vaheayt  wike^  \ 

o  dil)oho  (d^he),  o  meMo        |  wo  audi  immer,  übenUl; 

o  dihoho  ka  dibohf)  J 
nd  ihengey  nd  dibo/io  nirgends; 

o  vwahfi  ( t^'f))  hier  auf  ICrden ,  hier  auf  dieser  W  ell; 

Itf^bei  Hfl  nahe  bei,  in  der  Nähe  \l>fil»i  rm  miahtt)', 

yavcaiutknyo  (na)  weit,  fein  (von);  (o  im);      B.  audi  yaican^fhu/o 

ü  eliihi  er  ist  weit  im  Busch;  o  diboho  damu  da  ianö  woinn  aurh 

immer  er  geht. 
§  hO.   Adverbien  der  Zeit  Die  Tagesaeiten  lauten: 
o  t^HmbaH  gegen  Morgen,  bei  I>immerung; 
o  mteao  morgens  (von  6— '10  Uhr);  mwao  mwao  sehr  frilh; 
0  mtcfh«  ndttsgs  (von  10 — 4  Uhr); 
o  kolo  gegen  Abend  (von  4 — 6  Uhr); 
I)  hulii  bei  Nacht;  o  hangane  ya  bulu  bei  Mitternacht; 
Vor  allen  diesen  Zeitadverbien  kann  auch  noch  epediya  gesetzt  werden 

z.  B.: 


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AoAMs:  Die  Sprache  der  Ban6ho. 


61 


epedi  t/a  mttehf  munene  gra<V  iim  Mitta«;;  irenye  heute;  Wenge  na  kolo 

hriitp  abend;  trmp*'  na  mu-f/if  ta;^suber; 
I'wake  iiu)#;en;  f>o  hitba  iibciiiiorgen; 
ttrakf  voUiinbi  ge.stern;  Im  huba  botnmbi  V(»rge.stern ; 
bm  U  neulich;  hua  höhn  einos  Tages,  einmal; 
hw  hmihe  jeden  Tag,  tagUcli;  hu»  Mmt»  den  gnn/.en  Tag; 
huH  AoAtie  die  ganze  Nacht; 

4aila  jetat,  bold,  mm;  taka  kaka  gerade  jetzt ,  soeben; 
uhibtea  (oiiiAwa)  in  der  ersten  Zeit,  anfangs; 

bohadi  bofiadi  allmählich; 

njö  inififfa?  wie  oft?  njö  pöho  einmal;  nä  njo  niemab; 
njo  ihiti  uft,  häufig,  vielmals;  njo  y^Atf  jedesmal ; 
njo  fpokvcf  nochmal,  ein  ander  Mal; 

r»nch,  nochmal,  allemal,  immer  wieder; 
cptdi  ya  vyoho  einst,  früher;  (o)  ep^'di  eyawi  (vin  )  lange(r)  Zeit; 
o  epedi       uu)  diese  Zeit;  epedi  ydho  manchmal; 
epfdi  t/^Ae,  o  bepedi  Mk«  aUezeit,  immer,  ewig,  in  Ewigkeit; 
fpeii  jfdho  yöAo  von  Zeil  zu  Zeit; 

qtßü  qtckwe  nacltlier,  später;  t^apedif  wann?  {nja  f^dUf) 
oepedi  U  damals; 

ohÖko  zuerst;  tfdMMMmMb  zuletzt,  schliefiUcii ; 

md»  Ümu  dieses  Jahr;  md«  «Rtilofndi  vorige.s  Jahr; 

mbu  mupohve  nächstes  Jahr;  mbu  mvhüe  das  gan/.e  Jahr; 

mhi  mrp^he  jedes  Jahr;  7nhu  kn  mfm  Jahr  für  Jahr,  jährlich; 

utubtra  da  vibu  zu  Hciiiiiii  lies  .iahrej«; 
0  bemedl  bi  mbu  am  Knde  des  Jahres; 

ngondt  Uhü  diesen  Monat;  nyondt  donibi;  nyoiidc  epokice  usw. 

na  ditcamie  sotorl,  früh,  eilig;  o  matceh  maninffaf  um  wieviel  Uhr? 
§  51.  Adverbien  der  Ar^  und  Weise:  Vielfach  liegt  die  adver* 
biale  Bedeutung  schon  im  Zeitwort  selbst  (s.  §  47,  3.).  Auch  werden  durch 
die  Priposition  na  mit  folgendem  Hauptworte  adverbiale  Redensarten  ge- 
bildet; z.B.: 

i^üondamede  vorsichtig,  bedächtig;  na  ngudi  gewaltsam,  sehr, 
titchtig*  stark,  außeiordentlich  usw.;  na  böngu  auswendig;  IM 
mumbu  miindlich;  n'  itila  schriftlich;  na  njuke  schwierig,  pein- 
lich; na  jon(jo  a«is  Furcht;  na  ngvr>'l„  /IV.)  aus  Rache;  n'itondo 
aus  Liebt';  bicam  genau,  tint,  onlt'iiiiich .  heil,  {jesutul  usw., 
bobe  falsi  Ii,  sündhaft,  schlecht  usw.;  beibti  l"a»t,  beinahe;  voli 
heimlich,  stille,  ohne  Geräuiich;  mbwenje  langsam,  leise,  vor- 
sichtig; vkaha  voran,  vorwIrts; 

ka  so,  wie,  ab,  {panika  »so  wie*  im  Vergleich);  htka,  noUt  so, 
das,  auf  diese  Weise  usw.; 

o  dikßka  Üdi  genau  so,  auf  gleieiie  Weise; 

o  dSXaoAa  jiho  gleichmißig,  glatt;  nmr  auf  diese  Weise; 

dikaha  dikaha  der  Art  nach  sortiert,  Sorte  flir  Sorte; 

o  äiiaAa  (%am  auf  gute  Weise; 


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62 


Ad  Ana:  Die  8itr«ehe  der  Bunoho. 


utt  {kaka),  nata  nicht  so,  nicht  nuf  diese  Weise;  so  ist  es  oicht; 

kaot^  rnii%  bloß;  poni  wirklich,  iTu  wnhr,  wahrhaftig; 

na  betete  (luisunst,  mit  Unrecht,  mit  böser  AMclit; 

onane  umsonst,  unnötx,  vergeblich; 

tAine  Una  ohne  Grand «  xufaliig,  unalxdcbtUeh  usw.; 

HhanAa  der  Reihe  oach,  Kiasamnien,  ein  jeder; 

^wnhu  in  unr^gelmlßlKeri  Haufen,  xusammen,  in  Rotten. 
Das  adverbiale  »zu«  bei  HaapIwSrtem  wird  ditrch  na  oder  da  (r^ 
dikaha)  aiisgedrOckt;  7.. B.  da  oderna  ht/onyn  zu  Fuß;  da  ehabala  zu  Pfen)  usw. 

§  52.    Andere  Adverbien  des  Grundes,  der  Frage,  der  Menge» 
des  Zweifels,  der  Bcjahunj».  der  Wineinurif»: 

yot'di  dt!rfM.  deshalb,  darum  ( Relativ konstr.); 

nanjniiHf'f  warum,  weshall),  wieso? 

nabtcana  (danan),  weil,  (mehr  als  Konjunktion). 

nAce?  wie?  wieso?  inwiefern?  nja  dikaha^?  auf  welche  Weise.' 

njatf  fipanffi  nataf  wie  kommt  das? 

hohadit  Uobrnbo  etwas,  wenig,  ein  bischen; 

badte  mehr,  f&g  hinzu;  bokilo  viel,  nodi  mehr; 

dod»  genug,  hinreichend;  ^Annpii  halb; 

b^he  im  ganzen  genommen;  ebuhu  auf  Borg;  ebakt  leihen,  »1  leihen; 
dole  bar;  epedi  yoho  vielleicht;  nahiandi  nata  ich  denke  so,  vielleidit; 
bd  nein;  na'lombo  nichus ;^r<nn  ja  wohl;  «A^ja; 
endi  nata  es  ist  so;  eA  akewa  ja  danlie. 


Vn.  Kapitel. 

Mpoiiti^meii  mid  BiadewQrter. 

§  53.  Die  eigentlichen  Pr&positionen.  deren  es  in  der  Banöbo* 
spräche  nur  awei  gibt,  sind:  na  von,  durch,  mit,  aus,  an  usw.;  o  auf, 
in,  naeli,  von,  an,  aus  usw.   Sie  regeren  stets  den  Akkusativ,  und  ihr 

unterschiedlicher  Gebrauch  ist  praktisch  zu  erlernen. 

Teilweise  werden  sie  auch  schon  durch  die  Zeitwi  iii  1  selbst  aw^^f- 
druekt;  z.B.  -beta  o  ihn  den  Bach  b  i  fi  rt  n  fir  e  Ii  e  n ;  -hiba  o  ihö  den  I!.icli 
ti  i  n  a  b  <;<' h  en ;  -puma  o  ndnho  ;iur.  ilein  liause  heraus-  oder  hinaus* 
gehen;  -hinja  n  ndaho  in  das  Haus  hinein-  oder  Ii  ereingehen. 

Andere  präjuLsiUmielle  Ausdrucke  werden  durch  Zusammensetzuu^ 
mit  Hauptwörtern  gebildet,  welche  dann  das  zugehörige  Hauptwort  durch 
die  entsprechende  VerhÜltnispartikel  mit  sich  verbinden;  0  boho  ho  vor; 
o  mbua  ya  hinter,  im  Rücken ;  o  kanganf  ya  swischen ;  o  *fth  Uni  ya  diesMiti; 
o  *pfle  Optikus«  ya  jenseits:  o  mudi  üAmt  m«  diesseits;  o  mu^  mi^pohge  sw 
jenseits;  o  *pdeya  we^^,  aber,  tun,  für;  «mm  da  von  —  an,  seit;  oUyt 
drinnen,  in  (itann  auch  einfach  nach^'estellt  werden:  ondaiboohd  im  Haue 
drinnen);  o  t^fomha  ya  abseits,  seitwärts. 

AWv  diese  pr3positionellen  Ausdrikke  mit  folgender  Verhältnispartikel 
nehmen ,  wenn  im  Deutsciien  ein  pcr&ünliclies  Fürwort  von  ihnen  abhiiigij$ 


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Adams:  Die  Sprailic  der  Bnrjoho.  63 

ist,  d«s  Posses.sivtiin  «n  desseo  Stdle;  z.B.  »  '/t^/f  yamu  seinetwegen;  o  boho 
homi  vor  mir;  n  mhva  i/ami:  o  hy<.ni)o  fn/ongo  untrr  tlir  (r.ii  deinen  Ffißen)  usw. 

A  n  III  f  r  i  II  i::  1 .  Auch  uibi  c.s  jiraposifioru-Ue  Ausdrfirke,  die  wiedenmi 
die  Prnpav  ri lined  wa  ixier  «  nacli  sich  ziehen;  /.  I?.  MM  rm  udnho  nt'lien.  in  der 
Nähe,  aiii  iiause;  n'  ibwea  o  his  /ii,  his  nach,  his.  '1.  Bei  mir  /.u  i Lause  usw. 
hdßt  immer  o  mboha  yami  (o  mboha  W),  o  mboha  ymgo  usw.  (o  mboho  *ngo), 

§  54.  Eine  Bttihe  von  Zeitwoilfoi<men  adiließen  den  Begriff  gewisser 
Koiyunktionen  sebon  in  sieh.   Eigentliche  Konjunlciionen  sind: 

1*.  »0  um,  damit«  stets  mit  folgendem  Infinitiv;  x.B.  alomeUoidg^ 
md  (ifdljpa  gesprochen)  er  ging»  um  ihn  zu  sehlsgeo. 

2.  >o  rIs,  wfthreod,  nachdem-  (s.  §41,  3),  wdches,  wie  fast 
Alle  folgenden  Koi\junlcUonen ,  stets  das  selhstSndige  Personalpronomen  vcr- 
lanfit,  und  '  nh'>ningp  wenn«  Cs.  38;  47,  2)  können  als  Konjunktion  «iis- 
gel.T^sen  werden;  denn  die  entsprechenden  tenipni-ilen  Suffixe  nA ,  nyi  ,  U 
>»eim  Zeitwort  trennten  schon  allein.  Üocli  steht  dann  der  Satx  mehr  im  Sinne 
eines  dfutschen  Kelativsat7.es. 

3.  ohminge  —  vöhana  wenn  —  dann,  wenn  —  so;  nabvoana  denn, 
weil;  IM  damit,  auf  dsß,  dai$  reipert  die  entsprechende  koignnktive  Zeit- 
form (a.  §  37)  oder  wird  durch  das  finale  o  mit  Infinitiv  ersetzt. 

4.  *ndi  denn,  aber«  steht  zur  Belcrilftigung  stets  nach  dem  Sub- 
jektsbauptwort  oder  nadi  dem  selbständigen  Feraonalpronomen  mit  folgen- 
der Rela  ti  vsa t/form  im  Zcitwoi*t  (s.  §  40);  X.  B.  At^wbe  ndi  aweli  hihe 
Gott  aber  hat  alles  erschafTen;  mA  ndi  ahahi  naUt  er  aber  tat  so;  md  ndi 
aiti  md  ahai  nata  er  aber  tat  nicht  so;  'nrft  uti  aber  nicht.  Steht  es  am 
.•\nfan<j  des  Sat/cs.  *;o  fol^t  die  regelmäßiij  entsfireeliende  Zeitforni;  /.  R. 
ndi  bebem  bevündi  Itter irrf  woher  kommt  (ist  ^ekonuneu)  aber  d.'is  Schlechte;' 

5.  *t^pt<  auch«  wird  (h'in  Suhjekte  naeligestellt  und  behält  im 
übrigen  die  regelmäßige  Zeilforndbige;  jc.  Ii.  mö  trpe  aiainrit  auch  er  ging. 

wieder*;  z.  B.      njo  epokwe  wieder  ein  andermal,  nochmals. 

6.  ^kdoU  nur  wenn,  aufier  wenn,  es  sei  denn,  daß«  hat  stets 
die  Zeitwortform  mit  dem  temporalen  Suffix  wie  ohentnge  in  §  38,,  weil 
ohfninge  logisch  hinzugedacht  wird  (v^.  oben  2). 

7.  »kape,  ipe  ob«  mit  regelmSßiger  Zeitfonnfolge;  z.  B.  obündi  ^ 
anäi  oiMt  weißt  du.  ob  er  da  ist? 

F^benso  geht  »kange  na,  panikange  na  wie  wenn,  gleichsam 
aN  nh  ' ;  7..  B.  mßmandi  poniktmge  m  actipabendi,  er  schreit,  als  ob  er  ge- 
schlagen wird. 

K.  »Lenijf  nn  ferner,  «odann.  außer  de  in«  uj«u  .  h.tt  stets  die 
sekundäre  Form  der  Weilerer/.ählung  nach  sich  (s.  30 — 32);  x.  B.  bmye 
na  md  nalaa  o  ndabo  sodann,  femer.  danach  ging  er  ins  Haus. 

9.  Die  einfache  Koi^junktion  >und«  heißt  Jta.  na  wird  elieuiklls 
gebrauoht  als  Übergang  zur  direkten  Rede;  z.  B.  aiangmnndi  md  na:  wäla 
o  Kribi  er  sagte  ihm:  gehe  (du  wirst  gehen)  nach  Kribi. 

•^na-^tipe  sowohl  —  als  auch-;  *kdot4-na  —  Mp«  nichtnur~ 
sondern  auch«  stets  mit  verneinender  Zeilform;  z.B.  nimavoha  kdote 
tomba  na  njaka  Ufpe  ich  wQoschte  nicht  nur  eine  Ziege,  sondern  auch  ein  Rind. 


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I 

I 

I 


64  Adams;  Die  Spnidie  d«r  BtnAho. 

10.  *ojalete,  ejalete  —  oder»;  ipe  —  ojalete  <»1)  —  ()(l<'r;  ojaUU  na 
obuleioh.  trotzdem,  indess(»n;  n'  ibweao  his  daß,  bis  als  usw.  (S*§41,3); 
z.  b.  n   Uncm  6  mba  nadipatm  mo  his  d«ß  ich  ihn  schlage. 

11.  »nd  —  nd  weder  —  noch-  stets  mit  verneinender  Zeitform;  z.  B. 
dbwedä  m5o  nd  kahti  nd  daie  er  gab  mir  weder  ein  Buch  ooch  Geld. 

§  55.  Interjektionen:  etnaiwH  fertig»  abgemacht,  gut;  hdh!  nein!; 
dA/f  (Unwillen)  was  soll  das!)^;  ch  (Verwunderung)}  inoik!  o  wdi!;  otvAa/ 
los,  voran!;  toengaaf  halt,  warte f;  tlu  'ekmbo/  Unsinn!  das  ist  nidits!;  dl/ 
pst!;  ndndnd  (Unwillen);  a^t  ach!;  modi  hier!,  hier  bin  ich;  idh/  (Anruf)  he! 

Übungstext. 

Das  Vaterunser. 

HofUficf  'ahu  oji  o  U^a;  dina  (tongo  dibendebeß  f  ^pangea  dongo  dipoe; 
iwaha  Mrtffo  ^hahahee  o  wdoHb  ka  Jo  dijind  o  kia, 

Vee  ve  wnge  ida  dah»  da  kujf^he  na  oa  omah^^edet  ue  MwA«  M«  k» 
ve  imak^fedmÖ  bafani  ue  beM^,  Wdtedee  ue  o  mah^ea;  kaoti  tut  hmgaa  m 
o  höbe»  Amm, 

Evany  eli  ya  Ä  Matt  hei  XVIII,  24—35. 

Jesus  atanffu>aindi  bato  t^4bo  na  md  nabehaa  na:  Ipangta  da  htba  dmdi 
paniha  moto  rthijai  mhAngn  iyam  f>  mwanga  momu.  Ndi  6  batf>  balorinri  n 
rt/ö  na  dibfinhi  damn  napoo  n'  ihtjaa  mhango  ibevi  o  linnifone  ya  h/rrm  na  m6 
nalaa.  Mbö/uja  6  yo  ifomhtcaino  n'  ipod^  hepttma  un  ihtvi  nfipumrrm  tepf. 
Yöndi  ya  (»ahthi  hamu  fpofnd  n'  ibiluiiia  mö  ua:  hunyui  ,  icähij*ii  tubunyo  itjan 
O  nmanga  mmgö?  Ndi  ibevi  iviindi  otceice?  iS'a  mo  nabehaa  na:  dibtwiji 
ßndi  dihai  nata.  Ndi  bahai  nabehanaa  mö  na:  aoakandi  na  ilae  ikS/^  yHI 
Na  mö  na  behau  na:  Bdhi  dikaani  yd  j^he  itonAwte  n'  Uneea  6  yd  ydyodmis 
na  o  epedi  ya  lyodo  ndtangwanäi  bapumbtee  na:  ti  Adftjami  »ften  o  bdho  na  nywe 
omahaia  yd  wJb&mho  uyoäit$  ndi        iktAiebee  o  ndabo» 

0  epedi  ydho  na  Jesits  nalanyvaa  bato  ngoho  pdiho  na  md  nabehaa  na: 
Ipanyea  da  Mm  dindi  panika  nttmya  inuhadi,  oheninge  moto  ahimgr  md  e 
mtranga  momu.  Mündt  bihadi  o  mbdngo  yt^hr.  ndi  mutombtocinge  rdhona  mu- 
henandt  fmlango  mbdngo  y4ke,  mwmaümba  yeie,  na  vonom  vo  loba  vomapo  ija 
o  melabf  m<n»t. 

Alanyuaindi  hü  ngdl)0  epoktc*  hu:  ipatiy*a  da  loba  ditidi  /ßanika  4.«/i,  ndttn 
ationginge  yö  na  mo  amahobie  yö  na  Jlatca  ipüktce  n'  ibicea  yö  y/Ae  ydmcdend 
*käua,  Jesus  aiangtcamdi  bato  MS«  hmle  na  ngAoy  vpÜe  rwaha  ilandk  ha 
^vpkeia  babehaind  na:  navahandi  itUbwa  numbu  mtmi  opeh  ya  ngdho  na  mbe 
namabebaa  bejai  kuta  mango  «M  o  bemadi  be  vwahe* 

Evangeli  ya  Luku  II,  2t  o  bia  bo  mbu  ntu  sasa» 

0  epedi  y^  d  hulombi  «tom^lnd  na  muna  nayenywabe»,  dina  damu  d^amä 
Jesus  ka  enjetes  ekauti  ibmsde  na  md  afaa  (ebmdemd  mdte)  o  duku  da  njangue. 

Sprichwort  (Lebentregel): 
Däba  iyama  dibevi  na  mbembo  ibevi,  tgedste  wdldndeib«  nm  nd  moh  lafl 
böses  Schreien  und  böse  Sitten«  sonst  wirst  da  von  keinem  Mensehen  gcÜehl. 


^  j  .  ^ci  by  Google 


Adams:  Die  Sprache  der  Banöho.  65 


Bandlio  Deutsehes  WIMerbaeh. 


Vorbemerkung.  Die  Zeitworter  und  veränderlichen  Eigenschafts- 
wörter sind  in  ihrer  SUuniufonn  ohne  Jegliches  Präfix  aufgeftlhrt  und  daher 
im  Anfittg  mit  etnem  Bindestrich  versehen ;  x.B. -dipa  achlagen;  -n«n«  groß, 
stark»  dick. 

Der  eigeotliefaelDfinitiv  ei*hilt  regebnißig  ein  i  vorgeselKt:  «Ig»  schlsgen» 
Ua  geben  (s.  1 89  der  Gnunmstik). 

Die  eigentlichen  Eigenschaftswörter  erhnitcn  in  Verbindung  mit  einem 
Hauptworte  das  entsprechende  Pr&fixt  tkkd  tUneM  ein  dickes  Ei  (s.  §  11 
der  Grammatik). 

Römische  Zahlen  lunter  den  Hauptvvöi-(»>rTt  bedeuten  die  Klasse,  zu 
der  sie  gehören;  z.  B.  tiale  Vi  8lein,  pl.  maiaie;  inoni  Vll  Vogel »  pl*  txmoni. 

A. 

Unter  diesen  Anfirngsbuclistsben  fUlt 
nur  ein  einsiges  Wort: 

Ar^fombe  Gutt 
Es  kann  zur  L  oder  V.  Klasse  der  i 
Hauptwörter  gerechnet  werden.  Auch 
soll  es  entstanden  sein  nw^  dem  An- 
ruf »a«  und  dem  ahj^eleiteien  iiaupt-  , 
wort:  nt/amhe  der  Starke.  Mächtige,  | 
Riese.     Diese  B&Eeichnung  Ajtyambe 
ittr  Gott  findet  sich  fast  in  allen  alten 

Dialekten  der  Westküste  wieder. 

R. 


Hierher  fallen  die  Hauptwörter  der 
III.  Klasse  mit  dein  Präfix  h,  ho.  fnc; 
auch  einige Pluralia  derl. und  \  .Klasse. 

ba  xwei}  baba  baba  paarweise;  bt^je 

lieide 
-haa  fVricn  .  hcir;itfii 
•bai'  kleben,  pappen,  leioien 
•^A  nein 

boAai  I  pL,  bigmji  Gesinde 
•bahanede  anrOhrea 
<Mi  besiegen,  gewinnen 
-haüiadt  klemmen 

'hama  sdireien,    lirittleo,  krachen, 

prasseln»  lirmen 
•iflUMS  snschreien,  anbrflllen 

llill.4.8eB.£0riMk8Ha«k«.  1907.  OLAbl 


IV  und  1  OMellschaft 

'banda  ibiede  kundtun 
-bandamede  beachten,  vorsichtig  S^« 
achtgeben,    in   acht  nehmen,  in 
Schutz  nehmen}  bandamedeel  Ach- 
tung! 

-banga  iurchteu,  t  i  .schrecken  ,  liange 

sein;  banya  rta  betete  feige  sein 
-(>an<fie  bange  machen,  einschüchtern, 

bedrohen,  jemand  erschrecken 
-bape  schleppen 

•Am  gekocht  smn,  gar  sein,  mOrbe 

sein  und  werden 
-be<ma  nötigen,  dringen 
-bßha  (-Acjys)  klingen,  sich  verlauten 

lassen,  sprechen,  schwatzen,  plau- 
dern; -behana  bobe  küitschen,  ver- 
leumden 

'behede  {-beyede)  ankUngeln,ansprechen, 
rufen 

•behüe  V  pl.  Auswurf,  Erbrochene 
nebenan ,  in  der  Nahe,  bei,  bei- 

nahe,  fast;  bti  last  alle 
"bmima  erröten,  rot  werden,  erhitsen 

{•ja  heA»  rot  sein) 
Mssw  V  pLalkoholisch  starkes  Getrink, 

Schnaps,  Rum 
-hema  federn,  schwingen 
bemadi  V  pl.  Ende,  Beendigimg 

5 


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66 


Adams:  Die  Spnwli«  d«r  Bandho. 


-hemba  au.sdauern,  aushalten,  w&hreD. 

haltbar  sein 
-bmd«  loben,  preisen 
bepehi  \  pl.  «Scherben ,  Trümmer,  Ruine 
-heia  aufsteigen»  nach  oben  gehen 
Rauch) 

-Aatei  sich  erh5hen,  eitel,  stoU  sein 
-AffAw  aufheben t  erhöhen,  hochslellent 
steigen  lassen 

h4tei  niedrig 

betete  V  pl.  Unrecht,  böser  Wille,  böse 
Absicht.  Miiluillc:  betete  um- 
sonst, ohne  (irund,  mutwillig  (?) 

bm  (o  ben)  iiiiiter 

betoe  V  pl,  (yetce)  Rest 

bew^he  \  pl.  Gerippe,  Skelett;  bewMt 
be  meto  Sehlde! 

beueUAä  V  pl.  die  Schöpfung  insgesamt 

-büt  einsehen,  begreifen,  wissen,  kennen, 
verstehen 

'hiabe  Ix'kntint,  beriiJiint .sein 

bibe  TU  Mangobaum 

-biede  wissen  machen,  erkliren;  iöiede 
VI  Bckannttnuchimg 

-büu'dc  i-bii/cfk)  treten,  stoßen,  pufl'en 

-fiii  faulen  .  \  ermoHprn 

-öoba  berüliren,  anrühren 

bobao  Seheide 

Mi«  Sünde,  Bosbdt,  Fehler,  Greuel; 

bös,  schlecht,  grißUch 
•böbo  ennfttten,  susammenbrechen; 

leicht,  schwach  werden 

boböbtt  Gebrechlichkeit.  KrtnritrnnL'. 
Schwachheit, Schwache;  -Janaboboöu 
schwachsein;  moto  'AdÄtSchwicbling 

bodta  Anfpnthalt.  ^\\7 

hodilo  Gewicht,  Schwere 

-boha  empfinden,  fühlen,  hören,  er- 
fahren; 'boia  ng/be  gnädig,  bann- 
heraig  sein;  -ftoAa  njukt  Leid  IQhleo, 
bedauern;  -AoAona  gönnen 

bokadi  Kidnigkeii,  weniges,  gerii^; 
b<jh(7dl  bohadi  langsam,  sllmihlich 

bohado  Leiter 

bohae  bo  kuba  Gluckhenne 

bohangu  Brust 


-bohanjamahonga7>h\\T\C7.c\^,^T\,  bleckf^ 
-hnhffi  u«'horchen,  folgen«  sich  fijg«i, 

lauschen 

•bohede  njonjo  häufeln ,  Haufen  niactien 
bohmda  Beschneidung  bei  Pflauco; 

bei  Menschen  ihAe 
beHmga  Faulheit 
bd^utga  Haß,  Zorn,  Feindschaft 
AoAtito  Menge,  viel,  mehr,  Meiirheit 
hoho  Angesicht,  Miene;  o  boho  vom, 

bevor,  r.uerst 
-b6ko  antun:  -hohif  inoni  hf«;fhrim»'n: 

•hnhif  r;)A/Z»/r/i aufwärmen;  'Oöhoätbebt 

erwürgen 
^^Ai>/o  Festigkeit,  Krnst;  fesU  heslimiiit. 

nachdrücklich,  hart 
bokimpa  Klage;  -yama  bobcttga  wcfa> 

klagen 
b^iongo  Kamin,  Trichter 
doAiMit  Gewitter,  Sturm,  Orkan 
bfihuirei  Kürae,  kurx 
bokoka  Hahn 
bohmjn  Rechnung 
-hol-fide  lähmen 
Iföh  Kanu,  Barke,  Kahn 
bolrm<fi  Gebäude.  Bau 
bolungu  Magerkeit,  mager 
•boma  lluten,  ein  Instnimmt  schlageo» 

spielen,  strddien;  bellen 
•bomsde  hSmmem,  klopfen,  anheften; 

oagdn 
-dofNufe  Schaden  haben 
bofifw  Gröfie,  Dicke,  Stftrke,  Aus* 

delmung 

-bmpfinen    Vif>L'«'?rien,  entgegei^geben 

oder  -Uuii.UH  ii 
•hongr  liegend  machen,  betten,  legen. 

äiii'speichern 
bongu  Gehirn 

•^oiywa  aafrlnmen,  bereiten,  pilegeo. 

reinigen  (Kind) 
bmjamm   Armut,   DllHUgkeit;  amit 

mittellos 

-bdto  anziehen,  sich  bekleiden;  "biHe 

jemand  bekleiden 
ÖOMMMK  leicht  an  Gewicht 


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Adam:  Die  Spradie  der  Bendbo. 


67 


keeJbi  Schilfe 

hia  Tag;  hua  bdko  III  einst,  neulidi 
•Mgdß  einreiBen,  seretören  (Haos) 
Mu  Nacht 

-bumlnca  aufdecken,  öffnen  (Topf) 

-bumüa  blättern  (im  Buch) 

-btUa  kramen,  tSndeln 

'bwa  brechen,  zerstüreu,  löten;  -ötoa 

kutce  Fische  fangen 
hwxha  Länge,  lang 
hwda  Trägheit;  faul 
hßom  GQte  (boyam),  Schönheit;  freund- 

lieh,  brav,  gut;  iwam  halango  bShe 

am  besten 
M  offen,  bloß,  fiffentlioh,  hdl,  klar, 

deadieb;  6ioe6wtf  sonnenklar,  freilich 

usw. 

•bicea  aiif>)rechen  {ibwea  Brach),  er> 

pjreifen ,  spalten 

-^ar<fi'  ^'^-lif^n ,  bürgen,  schenken,  hin- 
reichen, herau.sgeben 

bteendi  Gerücht,  Kunde,  Boisciiaii, 
Naehrieht 

bydho  etliche,  einige 

hjfengö  *hwi  barfuß 

D. 

Hierher  fallen  die  Hauptworter  der 

VI.  Klasse  mit  dem  Prilfix  di,  d 
•da  essen,  genießen ;  ida  .Speise,  Essen 
'daha  kranklich,  krank  «ein;  -dahte 

krank  machen 
-dakie  foltern .  quSlen 
HÜanffwa  schreiten,  gehen,  marschieren, 

reisen;  -dcmguxm»  reiten,  lahren 
•dS9«emIhren,f)lttemt  -«an^inA'misten; 

-na  Jtio  kurz  halten 
-dda  abweisen 

dmm   Schwangerschaft;   ^ona  •  dem 

schwanger  werden 
dibaa  Ehe ,  Heirat,  Hochzeit 
dibamu  Gärung 
dibanja  Kahlkopf,  kahl 
dibanjo  Schlag  uiit  der  ilachen  Hand, 

Ohrfeige 
Übao  Hacke,  Haue 


dqk  (pl.  mäm)  Mangofrncbt 
dSbi  Euter,  weibUebe  Brust 
d&AOfi  Schenkel 

dibihe  Achsel,  Schulter,  Schulterblatt 

dibemba  Herde 

dibetnbi    G^nerschaft,  Feindschaft, 

Feind 

dibihige  Glucke,  Schelle,  Klingel 
dibefanedi  Abhang,  Halde 
dibö  Yauis 

diSda  Keule,  Schinken 

dAdi  Zeichen,  Merkmal,  Einkerbung 

diboho  Ort,  Hats;  d&oHo  da  nffoniU 

Kirchenchor 
Mola  LAhmung,  lahm 
diboh  Hals 

dibongo  Knie,  Gelenk  {da  y€mgQ)\  'da 

ymo  Ellenbo2;en 
dibosa  Augenblick;  o  dibosa  augea- 

bitcklich,  plötzlich 
dihfisa  Haufen 

dibitta   Geige,    Harfe,    Leier,  jedes 

Saiteninstrument 
dSboH  Paar 

düMft'  Kleid,  Gewand  jeder  Art 
dAA  Backe,  Wange  (düM«) 

dibitbu  Hitzblattem 
dibuja  Glatze 

dibungu  Matte  zum  schlafen 

-dibwa  aufschließen 

•äilui   aufhören,   zuwarten,  meiden, 

freigeben ;  -dihana  übrigbleiben,  von- 

einaodergehen 
dihada  Hand,  Pfote 
diAakvao  Kamm 
dihombi  Kauf,  Prda 
dihando  Kohle 
dihanga  Köder,  Lockspeise 
•dihede  begleiten,  mitgehen 
dihelu  Bart 
dihf-ngn  Rnsierniesser 
dihondi  Säule,  Pfosten 
dihmpa  Zahn 

dihöngo  Lanze,  Spitze,  Stahlfeder  usw. 
dihuba  Schmiede;  -haha  dihubOf  'hüua 
dSknba  schmieden 


68 


Adams:  Die  Sprache  der  Baa6ho. 


dihube  Banane 

rÜhudi  Schanm;  -haha  f//Äwrfi  schäumen 
dihuhn  {dihü)  Ende,  Ziel»  Zweck,  iilcke; 

zuletzt 

(Uhula  Sättigung;  satt  gegessen 

dihupu  Posaune,  Tronipete 

dätaha  Art,  Sorte,  Weise»  Gattung, 
Marke  usw.;  dikaha  (oder  dätd)  jdho 
fthnlicb,  gleieh 

ditei  NQditemheil;  nflchtem 

dikakaia  (^kao)  Krabbe 

dikaki  Versprechen,  Oelübde«  Ver- 
heißung 

dikattgo  der  Hahn  am  Gewehr 

dike  Ki 

dikofhriffo  K  ii öchel 
dikuka  .MiLske 

•dKli«  achten,  jehren ;  iettÜB  Ehre;  -bliebe 

ehrbar,  ehrwürdig  sein 
diUko  Schublade,  Schrank,  pl.  nuUho 
•dimbea  sich  irren,  verirren;  idm^ea 

Irrtum 

'dimee  {-dtmü')  auslöschen;  -<2miee  o 
madiba  erj^ufen 

•dimwamde  Ende  sein,  ap&t  sein,  letzte 
sein  (Endung) 

dma  Namen,  Zeichen,  Buchstabe;  dina 
dipokwe  Beiname 

-dm^a  einhüllen;  belagern,  eiaachließeo; 
HUUe,  Belagerung 

'^ttffUtute  ranken,  umklammem 

dinguh  Kifig,  Bauer 

dio  (jio)  Auge,  pl.  imb;  Siasche;  Herd 

-tkpa  schlagen;  -d^xma  einander  achla- 
gen, fechten 

-dipede  bestrafen,  schlagen  lassen 

dip^m  Flügel,  Papier,  Blatt 

dipito  Blei 

d^ptte  iicharte,  Lücke  (2^mlücke) 
dituhki  Hemd 

^mmk  Sehneiligkeit,  Eile ;  geschäftig, 

behende,  gewandt 
dkoda  Stunde,  Uhr 
dnoepi  Geißel,  Peitaehe 
dhrf^u  Fieber,  Frost,  Kalte;  kalt,  kfthl 
düeoUmffo  Schleuder,  Schiinge 


doba  (pl.  moba)  Sonne 

-dodedr  richten,  zielen  (mit  Gewehr) 

dodo  Fülle,  Zufriedenheit  ;  -ja  dodo 

genug  sein ,  hinreichen 
dot    Won,    Klang,    Laut,  Stiinme, 

Sch&U;  pL  moi  Sprache  (mad(a) 
dob  IV  u.  VI  Geld;  dole  da  bekei  bar» 

Geld 
dolo  Genick 

dorn  gerade,  aufrecht,  schlank 

-doma  schallen 

donyo  Teil.  Partie 

-doluftcabc  ganf^bar  sein 

-dua  fahi-en .  nidftn  ina  kopt) 

'duhu  Baucli,  Leil».  Geimriimiter 

-dumbo  plündern,  Betite  machen 

-dumbulede  riechen 

EL 

Hierher  falten  die  Hauptwörter  der 
V.  Khttse  mit  dem  FHUix  e. 

-eba  schärfen,  spitzen 

ebabadi  scharfor  Beiz,  scharfer  Ge> 

schmack 
ebala  Anlehen,  Schuld,  Borg 
ebamba  Glätte.  i;latt 
ebando  DachhiHte,  Lagerhiittchen 
ebi  das  Steigen  und  Fallen  des  Me^^. 

Ebbe  und  Flut 
«bedi  Gebreeben,  Pest,  Krankheit 
Mo  Band,  Binde,  Gflrtel 
a&oa  Joch,  Fessel . 
^)odu  (ya  Hio)  Aas,  Kinn? 
«Am  Narrhdt,  Blödsinn ,  Irrslno,  be- 

se-ssen,  verrückt,  blöde 
ebimga  Polster,  PfUhl 
rhmpn  Halm 

ebonyoncdi  Krc»[>f  (des  V'o?els)i 
^^At/  Schuld;  -Jana  ebuhu  schuitien; 

wa  ebuhu  Schuldiger 
ebtthula  Klota,  Klumpen 
0&wma  ya  walswfw  PUle 
tibnmbu  Schar,  Rotte;  ebumbu  (ya  t^oi) 

Schwärm  (Bienen);  Masse 
ebus^c  einhundert 
edaitgi  Qefaß 


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Adams:  Die  Sprache  der  Banöbo. 


69 


edia  Bank 
edidi  Geist,  Seele 
edirujclfdi  Scliaitfln 
edio  Anker 

edua  Zweikampf,  Krieg,  Gefecht 
edunga  (ya  mbembe)  Klagegeheiil 
edungu  Getöse»  Hall,  Geriusch 
«Aodb  Arbeit,  Anstrengung,  Gesehift, 

Dienst,  Erwerb»  Beruf  (Gebraudi) 
gams»  jedes,  eil 
M  Eiflen,  Waffe,  ROatung 
thtna  Fett,  Lende,  HQfte 
ehendiy  ehendo  Reise,  Fahrt  (ya  bölo 

Kalinrahi  t),  (na  ekabalaBiti),  Marsch 

ehenga  Krnpppl 

ehengam  Gnlmt,  liefehl,  Gesetz 

eAengeni  Scher« 

eheö  Leber 

Mi  Buseli,  IHekieht,  GebOsch 
«Ao&s  Mann  von  20  bis  40  Jahren, 

Mannesalter 
«kSbo  Eiterbeule,  QeschwQr 
ehoka  OeflQster,  Oeheimnis;  geheim- 
nisvoll, leise 
ehdinja  Liane 

ehomba  Unfrnrhthnrkeit  (beim  Weib) 

fhofia  Lehm;  Palniwein 

thondi  Plante,  Pisang 

ehongole  Fernrohr 

ehdto  Balg,  Pelz 

thudi  Uaneb,  LtiAsug,  Odem 

ekukn  Magen 

thukMm  Eule 

Pfahl;  Bohr,  Sehornsiein 
UiUle,  halb 
tkungtca  (ye  ngomba)  Stachelschweio 
ejale  obgleich,  obwokil 
ej^h^  Meerkatze 
ekahala  Plerd 

ekai  Pflanr.enblatt,  Grashalm;  bekai 

Laub,  Gras 
i^ekde  Museliel,  Sehneekenhaus 
ekoya  (ekioa)  Husten,  Keuchen 
ekäkolöio  Schwamm,  Pik 
Mobende  Babe 
dtokmdo  («A«^)  Echo 


ekomboni  Hübe! 

ekmda  Schuh  {ekmda  ehadi  Sandbank) 

ekungili  Kfhle 
ekwekirt  Srlutn-tterlin«^ 
ekfrfmi  Blech,  Blechdose  usw.  Blech« 
kuffer 

eldhi  Becher,  Kelch,  Trinkglas  usw. 

TrinkgefiUS 
eltMdi{ekwama)  Patronentasche,  Ranzen 
elape  Rad 

^lema  Dummheit,  Tölpelei  usw* 

elengi  Gefäß,  Geschirr,  Ger&tschsft 
elhnbi  Kiste,  Holzkoffer,  Krippe  für 

Futter 

elinga  Körbchen 

elf/ift  Kntp.  Gans   (der  ausländische 

Hai  IS  Vogel) 
eiongi  Glied 
dato  Kröte 

elombo  Dingt  Sache ;  eUmbo  ydho  irgend 
etwas;  pl*  bdomlbo  Besitstom 
es  ist  aus;  fertig 
«unsno  Leben 

entmu  Kupfer,  Messing,  Draht 
eügenge  Freude,  Behagen,  Wohlsein, 
GIQck,  Jubel;  guter  Geschmack, 

fein,  snö 

epamhalfdi  Hi  »gel,  Schließung,  Halte 

epap*i  Schale 

epediZeitj  Dauer  (epedi  -ya  viö  ehemals) ; 

epedi  eyavt  schon  oft;  b^edi  MAo 

bisweilen 
qtehe  Nets 

epeii  Abschnitt,  Stack,  Scherbe 

epembe  Narl»e 

Ruder,  Steuer 

ep^pt  Fächer 

epma  Mauer,  Wand 

q/ila  Armband 

rpuhoio  Hut;  epoholn  ya  kanja  Helm 

fp</nga  Deckel,  Verschluß 

epopo  Lippe  {ya  numiru  Unter-,  ya 

kba  Ober-);  ya  dio  Augenlid 
qupoUhe  Lui^e  (Fletschlappen) 
9MIM  Flasche  «na  Glas 
^Abu  Deeke  (Bettdecke) 


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70 


Astja»*.  IHe  Spradte  i«r  But6ho. 


epuma  Kriicht,  Apfel  iisw.«  Knolle; 

pl.  hepuma  Obst 
^pttpiidu  üruhe.  Loch  in  der  Krde 
eputa  Lajtpen,   Lumpen ;    {ejjtUa  ya 

ttaoAa  altes  Tuch) 
amikmda  Fußsehemd 
Btäha  Geatcil,  Gerüst  nun  Trocknen 

dar  Früchte,  Fische  usw. 
etima  Pfütze,  Wasserlache 
etimbi  Bohle,  Brett 
etkigilingi  Ferse 
etoli  Maus 

eUmba  Geliiet,  Land,  Genieiode,  Ge- 
gend ,  Reich 

etdti  Atem;  Greis  (»totii) 

etumbe  jQngling,  gr-.  Kuabe,  Bui'sche; 
jQnglingsalter;  Jugend 

ehii^fi  Gesehwitx 

etimff»  kleines  Geschwür*  Ausschlag 
tvUa  EbenhoU 

evindi  Flecken,  Makel 

moiani  Gerät,  GerStschaft,  Geschirr 

«nambo   Last,   geoQgeoder  Haufen, 

volles  Maß 
evovo  Zank ,  liader 
evovök  Leere 

euD^he  Knochen  {t/a  mbende.  Schienbein ; 
ya  kmoB  Fischgräte;  pl.  Gerippe) 

emdabt  (rel.)  Geschöpf 

«web  DuFst»  Sehnsucht}  ys  Site«  Heim- 
web 

e*tMtdu  Leere 

lyoM^'  Taschentuch 

H.  • 

Die  hierher  fallenden  Wolter  sind 
in^tens  Zeitwörter  oder  Hauptwörter 
nach  der  IV.  Klasse. 

-kaba  halbieren,  teilen;  'hahana  ab- 
sondern, sich  trennen 

lAodit  klein;  gering,  wenig;  hehiidi 
Weniges,  Geringes,  Kleines 

•hadkoeda  mildem,  lindem,  Vttkleinem 

'haha  tun,  machen,  schaffen  usw.; 
'haha  ymga  sdiersen;  •baha  mpao 
prozessieren 


\ -hafwa  schhichzen.  weinen;  jnininern 
haka  Messer,  Dolch,  Buschhaue 
•halm  l)eten 

•hamha  einkaufen;  -Äomd»^  verkaufen; 

'hambabe  kosten 
'hambwede  besehimen 
-hamtd»  glauben 

•hdkana  einander,  einem  antun,  tuo; 
belohnen,  entscUUUgeo,  bezahlen, 
büßen  einem; -AaJkMoikoi^scbwSren 

-hanea  befehlen,  heißen 

hanganr    Mitte.    Innern  (inwendig) 

zwischen  o  hangane 
-hanpra  üchleudern,  schießen,  jacen 
hanipee  I  Herr,  Vater,  Meister;  hang- 

we  tea  akuht  Schulmeister 
-hanja  glatten,  ausbreiten  (Tuch) ;  -hoh 

jama  ausgebreitet,  gaumig  sein 
-AoMo  beiahlen,  löhnra 
M  Innen,  Innere;  o  hi  innen,  drioocs 
-h^  jammern,  seufzen,  wdiklsgen 
-Mbe  beschneiden  (Mensehen) 
'hfijf  jtriifen,  messen 
heUmenyo  tjuer 
-hema  rütteln,  schnttehi 
-hena  fett  werden;  dick,  feist  usw.. 

stark  u.  groß  werden;  sich  erboleo 
•Asus  selten ,   erblicken ,  gewahres; 

^Asns  ka  ansehen  als 
hmg»  schrtg,  schief,  krumm 
hmg»  Kiesd,  runder  Stein 
-hmge  krummen;  barliieren,  rsäereo 
-hengxoe  einspritzen 
-henje  ebnen ,  glatt  abschneiden  (UaareJ 
'heta  eretarren 

'hia  liinzutun,  ilr;intini;  -hin  viauqa 
sal/.en ;  -hia  mlxhujo  ptlanzen,  süen 

•Ai^  steideu,  entwenden 

-hä>a  herunter-gehen,  -ste^geo, 
-lliefien 

iUMs  sieh  demütigen 

'himiM  sich  erholen? 

hika  Schmuck,  Perlen,  Juwelen 

'hila  schmähen,  seitdien,  besclumpfen 

•hüüa  sich  bessern,  bekehren,  vrr> 
ändern,  umdrehen 


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Adajui:  Die  Sprache  der  Banobo. 


71 


-AtAnni»   (sich  besser  inadien)  ver- 

wnndoln ,  drehen ,  bekehren  jenumd  j 
-hima  {koho  <'nt(^fb«'ii)  wcgnehinpn  i 
'hma  uicht  güiinen ,  neidisch  »ein  hina 

Neid.  Mißgunst 
-hinda  iiuitichlagen,  kentern 
'hingfde  hassen 

'hmyHa  um  etwas  heruiM  aieh  drehen, 
uinrQhren,  bewi^^ 

4imgUim$  sich  gewöhnen,  pflegen, 
gewohnt  sein . 

hinein-,  her  eingehen,  -«ehlüp- 
ibn,  fließen;  eintreten, -dringen usw. 

'hmjea  hinein-,  h ereinserren, «pres- 
sen ,  -drängen  xisw. 

-lünjt'df  (Iiinein-,  hereingehen  machen) 
aut'neiinien ,  iiereinlassexi  (o  n^nli«i). 
eiiii ä Hillen ,  Jflatz  machen;  -hmjede 
lyia  begnadigen 

-hinya  twujxli  bamcn 

-Mpm  aufbreclien,  Weiterreisen,  weiter- 
rücken 

»hgiAdß  (aufbrechen  machen)  alischie- 

ben,  weiterschieben,  -gelien 
'hiüe  vermehren,  zulegen 
'ho  yctngi  ohnniaclitig  werden 
-Aio/w»  fin  holen;  -Iwbede  einholen  machen, 

Nclinappen,  fangen 
-InAiit    einsammeln;    ersparen;  ver- 
mengen mit 
-AoMene    sich    sammeln,  mengen; 
schwftrmen  (Bienen);  t&oftims  Vei^ 
Sammlung 
•Adlo  leugnen 

-AoMf  lilrten,  befestigen,  ermuntern 

hSlh  Harpune 

-hnmn  grüßen,  begrüßen 
-hrnne  {-humt)  rammen 
'hoiufta  sich  kümmern  um  etwas,  be- 
sorgen 

hongo  {ebive  Meineid)  Eid;  -hahana 

kongo  schwören 
•JUmgimide   naehdenlien,  betrachten; 

sich  erinnern,  merken,  einpiigen; 

bellenigen;  ikimgoMdt  Oedanke, 

Gedlchtnts,  Meinung,  Ctesinnung 


hdngice  deine  Mutter,  Hcitin 
j •A<>to  loskaufen,  auslosen,  aussieben; 
i    -/lolo  titngf  !*fand  einlösen 
■holimio  krumm  sein 
howe  Haar,  Borste 
'howede  einschenken 
•Aua  fi'agen,  ioräclieu,  erkunden 
-Anda  mit  Gewalt  nehmen,  liubem; 
'kudia  lieitubem,  jemand  berauben 
•huka  erbrechen 
'kukäa  aufbauschen 
^»jfcv^  rollen,  umbinden,  dn wickein, 

einhüllen 
-huktca  rupfen 

•/n/l/7  satt  Hein;   hobeln;  -huUe  satt 

machen,  sättigen 
-hule  bedeck»*ii ;  -huled^  mit  etwas  be- 
decken; hikdp  boho  (bleich  werden, 
sich  entfirben),  Gesichtsfarbe  wech- 
seln, (erröten) 
-AuKumsa  da,  gt^en wirtig  sein,  be* 
zeugen  durch  Gegenwart;  beschei-- 
nlgen  (Quittung) 
'huncHe  hindern 

'hmgana  eilen,  eilig  sein  oder  haben 
•kunyea    aufhalten,     abhalten,  be- 
schützen, erlösen,  erretten 
-hmgula  kullern 
-hunja  blasen,  ausmarschieren 
-hupa  naß  werden,       \  hupehupe  naß; 
-hupide  befeuchten;  'kitpi$  nissen, 
annetaen 

'huta  verhehlen,  verbergen,  geheim- 
halten 

-hüte  biegen 

-Amoa  recht  haben ;  -Ampm  recht  geben, 

recht  haben  lassen 
huwe  Fisch 

L 

Hierher  fallen  die  Substantivs  der 
VI.  u.  VU.  Klasse  mit  dem  Prifix  i. 

Mima  Böte,  Briune 
ibemia  Alter 

iUa  Begriff,  Verstand,  Wissen;  lUoie 
Ruhm,  OfTentlichkeit 


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72 


Ab  Ana:  Die  Sprache  der  Banoho. 


I 


idilie  Ehre 

iditne  Ring 

idonga  Y\\  Schwalbe 

idühu  Kork,  Pfropfen 

idnmbn  Beute,  Raub 

ihaniede  da  krison  der  chriatUche 
Glaube,  Religion 

tkano  MSrcheo»  Sage 

ilkMM  Benhlung,  Lohn,  Gehalt,  Bei- 
trag, Kosten,  Miete 

iMi  VII  Hase,  Kaninchen 

ihö  VII  Bnrh,  niefiendes  Wissereben 
(auch  ihoho) 

ihomi  Oiiiß 

ihonde         Hurerei  (Schande),  ün- 

keuschheit 
üwniWl  Scliain  hzw.  Schande,  Schmach 
ihotomo  Biegung  des  Weges 
tilaAaiiM  Taufe 
übd^Nit»  Geiz,  geizig  (sein) 
äfcoAsM  (ffioAme)  Verapreehen,  Ver- 

heifiuog 
ikoia  VIT  Brücke,  Steg 
ikewa  Dank.  d«n)ce  (akewa) 
iko  Fall,  Stur« 
ikorna  Brise 

tkohiWll  alles,  was  rund  ist}  Kugel, 

Patrone,  Ball 
ikuta  Faust 
üaht  Bahre 

t'lsfe  Fels,  Steb,  Platte,  Schloß  vor 
der  Tflr;  Oak  da  hmg«  Kiesel,  Kies 
UanAo  Falle 

ilango  Bericht.  Er/.äliUing,  Gesprich, 
Sache,  Angelegenheit 

üaUtma  Bund,  Bündnis,  Gemein- 
schaft 

ilfbo  Trauei  beuuilung 
ileka  Heiserkeit 
ümde  Olpaline 

üdomb^  etwas,  irgendwas,  einiges 
UonSbe  Bericht,  tSrxXhlung,  Geschichte 
tlondb  Fülle,  Vollkommenheit 
MfMMMns   merkwürdig,  wunderbar, 

Wunder 
tmibni  Gerte,  Rute 


linoo'  au,  o  wdi!  (Ausruf  der  Fimiit 

und  des  Schmentes) 
indai  imm>flai)  Scliilf,  Uferrohr 
inr  Maina,  uicine  Mutter! 
inin  («elenk,  Knöchel 
rnjum  Kukospaline 
«w>  VI  Hand;  da  mengwe  die  linke; 

Ärmel,  Arm  (pl.  Mio  V  u.  anm  VI) 
mfingo  LagerstStte,  Bett,  Fhritsche 
«MMN  Wl  Vogel 
^päki  Haube,  Mfltie,  Kappe 
ifttha  Scheidung 

ipanya   Glans,    Herrlichkeit  usw.; 

n'  ipanya  blank 
^po  Handgriff,  Henkel  (am  Topf) 

ipe  ob 

ipenju  VII  Finger  (Zehe) 

ijpoi  Meißel 

ipimaa  das  Grane 

isenjenje  Grille 

M^fo  Gericht,  Gerechtigkeit 

itmiAi  Schritt,  Fußtritt,  -«pur,  •sohle; 

Huf 
Uengtlene  herum 

Umgu  Schiffahafen,  Beigungsplati  für 

ittn'!'  Iv etile,  Kolben,  Gewehrkolbeo 
itimjn  Ivnoten 

itUi  VII  Duukeihext,  Fiusternis 

Ü6b9  Punkt 

Uoda  Knopf,  Nabel 

Üoi  Ohr 

üolo  Hart 

•Idmü  Braut,  Geliebte  (Liebe) 

ikmgo  Jungfrau 

üongoia  Schaukel  (baumda) 

itnhirn  Anfang,  Beginn 

itniii    Beule;    Auswuchs,  Knorpel, 

Hücker;  Rauch,  Qualm;  Raphia* 

Palme 

M  VII  Gabe,  Gnade,  Geschenk,  Be- 
lohnung; tame  Au^abe,  Sdieakoag 
iomdo  VU  Beil,  Axt 
itmga  cyoft*  Geduld 
iweletea  Reinheit,  WeiBe 
iwmda  Schwftrxe,  Dunkelheit 


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Adamü:  Die  Spraclic  der  Haaöho. 


73 


ijfabf  Hthiirt,  Generation,  Familie 
ijfßM  Länge,  Schlankheit 

iyoi  {maffttf)  Distel 
itfojo  Ruhe,  Ferien;  Rast 
iyoweWl  Flöte,  X^feife;  'Umgo  iyowe 
pfeifen 

J. 

Die  hierher  frUenden  Sabstentive  ge- 
hören ebenfSüls  der  VI.  Klane  aa. 

^  adn;  aich  beflodeD»  ailzen;  gelteo; 

bleiben;  wohnen,  leben,  hausen; 
-Ja  bwan  o  mit  folgendem  Infiinitiv 
hat  die  Bedeutung  von  ^müssen*  ',Jff a 
btcam  f  leb  wohl,  gehab  dich  wohl! 

-Jana  habi  ii ,  lirsitzen;  -Jana  mala 
nötig  hal)en,  Bedarf;  -Ja/ia Jodi  herb 
sein,  bitter;  -Jana  malebo  Leid, 
Traner  tragen  durch  Bemalung; 
-Jana  nfuk»  leiden  (Leid) 

^jmmta  mb  emp5ren,  bekriegen,  auf* 
atdien  gegen 

jai  Niesen;  -AeAa  jm  nieaen 

jangi  Ohnmacht 

jmiinge\  najatungiTtpedi  bei  Gelegenheit 

•Jftnja  dienen 

Ja(a  Kojifpolsfer,  Kopfbandage 

Jebo  öchleit'stein 

-jecle  mpolo  einen  König  einsetzen; 
jemand  zum  König  mactien 

jVmda  Tal,  Ebene;  tmten;  Sehludit 

jeni  Glas,  Spiegel 

jM»  Mafi,  Grenae,  Mft^keit 

J&a  Diebstahl 

■^d  lachen,  lachein 

Jodi  Bitterkeit;  bitter,  horb 

Johedfi  Bad,  Haderanm 

J6ho  Schuß,  Biuns,  auf  einmal;  mdAo 
Schlisse 

JAki  Kanne 

Jörn  Zehnheit,  xehn 

/om6e  Tfir,  Pforte,  Eingang 

ßiufo  Sehauder,  Angst,  Furcht,  Ban- 
gigkeit, Schreck 

jia  (pl.  mäa)  Fackd  {-da  ewefta)  aus 
Kienapan  oder  Bamfaua,  Lieht 


\Jubu  Asche 
-Jüe  decken,  bedecken 
Jumha  Bürde,  Last,  GepSck,  Fracht 

im  ailgemeioen;  Scbifialadung 
jumbu  Nest 

E. 

Die  hierher  fallendon  HaaptwSrt^r 
gehen  naeh  der  IV.  Klaaae  ohne  Prifix. 

ka  wie,  ala 

kda  kUlachen  mit  awei  Brettchen 
kaha  Schuppentier 
kaß  Schwester 

-kakme  versprechen,  verheißen 
kalati  Buch,  lieft,  Zettel,  Brief 
kanjama  I'ocken 

AraoA»  außer,  bis,  liUjß  nur,  erat  nur; 

kaote  oluntmy«  außer  wenn 
•Anüa  binden;  •Aate  mMMo  einpacken 
^caUma  schrecken,  erschrecken 
k«di  grofie  Amdse 
Irma  Affe  (Hundaaffe) 
ktngenge  klar,  rein,  Reinheit,  heilig  uaw. 
kenja  Bahre 
-kewede  danken  laaaen 
-keye  brüten 
kinjo  Schlund 
-kin  l)arbiere.n 

-kiwa  ein  SchiÖ*  leiten ,  führen 
kö  Ratte 
kö  Schnecke 

-k6  {vyö  einschlafen,  änschlummem); 

fallen,  stQrsen 
hAoMba  Truthahn 
kftbe  ya  ndodo  Gewichtstein 

kdbo  Erbe,  Erbschaft 

koboti  Schrank,  Kasten 

kodamango  {kododo)  Furt 

kodoo  Kranz,  Krone 

•ktHiumtdt'  incken 

-koho  njolo  recken,  sich  recken 

Mho  Papagel 

•koige  anaflndm,  heiaen 

kokontk  Bohne,  Erbse,  HQIaenfrucht 

-kch  slumen  ein  Thch 

kcio  Abend 


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74 


Adams:  Die  Sprache  der  BanAlio. 


konda  Stuhl 
ktfnge  Netz 

koso  GeschüU,  Kanone 
-Jfeoft  n/on/e  häufen 
•köjfa  husten 

4tia  einbrechen,  (hiodo-)  schwren 
hAa  Huhn 
kudu  SehildkWM« 
kuta  Krug 

-kula  klettern,  klimmen 

•kule  decken,  (Topf)  bedecken,  9su> 

rlpckpn 
-kumha  kh)j)fen 
kumu  Daumen 
kundua  Landwind 
hmgm  Boot,  Schiff 
"letaama  Hinterhalt  li^n 
4euiwedB  Eier  legen 
•AwoAt  pflQcken 

4ewihi8  ebschließen,  versdiliefien;  -kto^ 
(statt  -kweMj  vuitodu  KuknOpfen; 
verhaften 

kwia  i^cliimpauae 

L. 

'ia  gehen,  fortgeheji.  abziehen;  'iana 

mitgehen,  auseuiandergehen 
4dh  drei 

4mtda  eich  auabreiten,  brdtmachen 
(BftuDie);  eich  emporranken;  -lom^s 
iktida  schwellen 
4angtoa  sa^Mn,  i  t  dcn,  schildern,  deu- 
ten^ oHeiili^iren,  behaupten 
-hngicnw  liinterbringen,  einander sapfen 
-Ifita  sich  vpi'biiidori ,  Rund  schließen 
-latp  anfilüjeii,  liiu/.n/.ählcii,  /.iusammen- 

scliießen ,  zusamineiibinden 
'lende  schlitzen 
-lendea  bestellen  fiir  jemand 
4ede  lenken,  filhren,  anfiUiren 
-4M«  fliehen,  durchgehen,  davonlaa- 

fen,  ausbrechen;  erstarren 
-UnAie  betäuben,  starr  machen 
-Unjfanea  beistehen,  helfen;  Hilfe 
•linfftca  rrhhnr  sein,  sich  ärgern,  sich 
entsetzen 


-Urufteede   reiznr ,   ärgern,  beieiiligeo, 

er/.ürnen,  kriinken 
loba   oben;    Himmel;    Luft;  plurale 

tantum  (co)  VII 
kmhi  acht 

/omeds  benachrichtigen,  berichten 
4tmäm  rüsten,  bereiten,  einfUleB,«w 

ganzen,  erftülen 
-Undo  schleichen 
-/San^  erbauen 

'longo  {dihvpti  Trompete  blasen)  In- 
strument spielen 
-lonjo  flicken,  nähen 
'lovi  iiMiiig,  erujvt 
ltdti  Mist 

4uma  durchbohren,  sich  durdiwinden 
'lungama  neigen,  nidcen  (den  Kopf) 
abmagern 

JM. 

-ma  beendet,  aus,  fertig  sein  oder 
werden;.  («jfciilK  emoamtf)  zu  Ende 

pehpn 

malto  die  Zehner;  z.  B.  tacd»  maba 

zwanzig 

maOaa  die  Schenkel,  der  Schoß 
mabödo  Schlamm ,  Morast 
mabömho  Schleim,  Speichel 
meAMi  Kleidung 

flMidlfifta  VI,  plurale  tantim».  Waaser 
nwdai  Worte,  Spradw 

mahia  {mayiä)  Blut,  Ader 

makiiM  Heck  (am  Schilf  oder  Boot); 

Hinterleil  des  Kanus 
7nnh<md()  Kohlenglut 
mahn/ipa  Gebiß 

mainya  At7.nei,  Medizin,  Heilmittel 

-maka  anstreichen,  einölen 

makaha  mahäi  videriei,  bunt 

makaho  Beifall 

makteamba  Kassadabrei 

wuUfbo    Bemalung   der  heidnischoi 

Trauer;  Trauer 
malimcUi  Blitz 

malinffwa  Arger,  Erbitterung,  Grinun, 
Zorn,  Grausamkeit 


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Asjum;  IKe  Spndie  der  Ban6I)o. 


75 


malctnge  B^gribDisstitte ,  Gnift  (mo- 

mamaiit  »ich  wundern,  erstaunen 

ntambo  (rna  beo)  Possen 

mandai  Schilf,  Uferrohr 

martffa  IV  Seehund,  Seektth,  Bobbe 

matiga  VI,  plunJe  tantum,  Strand; 

Duft,  Geraeb,  Litftxug 
matifahedi  Rort 
mai^€ma  U-ech,  i^rob,  derb 
manjanffa  Palmöl 
monjfmgo  Milch 
maülr  Ol 
tnaciun  Kiter 

mav6ii(f(t  iSchnialz.  Kett,  Butter 

mbd  ich,  mich,  mir 

mhäa  Dach  (auf  Gestell  ohne  Winde), 

offme  UQtte 
M^afto  Milz 
mAoA«  IV  Korn,  Mais 
mhai  II  Bräutigam 

mbamba  IV  Schlange  («maötoane  Gift- 
schlange) Großvater;  Großmutter? 

mbana  IV  Schlitz.  OffniinK.  Leck  (im 
Schiff),  Loch,    Höhle,  Höhlung; 

Selinitt 

mbartf/a  Kelch,  Nuß;  Kern? 
ffi&anjfo  Elfenbein 
mbmja  IV  Bambus 
mAon^  Rippe 
mboM  Klapper 

«tiolimAalilV  Dimmerung,  dimmeni 

(morgens) 

mbSa  Hafen,  Topf 

mbela  IV  Adler;  II  Fallgrube 

mhrmftr  Jainuier,  Klage 

mb*ytnb€o  Kante,  Rand 

mbembo  IV  Gebrauch,  Sitte,  Gewohn- 
heil; mismio  «6eei  Leidenschaft 

mbtmda  Oesela 

mbtndi  Federhalter,  Sehsft,  Griff,  Heft 
mAOi  Ruß 

wimba  IV  Zorn,  Arger,  Beli-fibnia, 

Gram,  Hann 
mbimba  II  Leiche 
mbmde  Pecli,  Harz 


mbiti  Safl 

mbfi  II  Hund}  muhobeäendi  er  schnappt 
(IV) 

mbö  l\  Rinne,  ivauai,  üraben 
InAoa  IV  NeM 

mbdha  II  Dorf,  Dahdoi,  Heimat,  h\- 

miliensita; 
mb»  Hörder;  mtei  kmot  Fischer;  mboi 

tUo  Jiger,  Sehlichter 

mbnje  II  trockiies  Baiianenljlatt 
mboma    Firsthaiken,   Balken  (abii^e- 

hauener  Baum,  um  ihn  zu  lieniit/en) 
mbömbo  II  Namensbruder;  IV  BQodel, 

Garbe,  Paket 
tnbonyi  Besen 

mbonyo  II  GewIchs,  Pllanse,  Samen, 
Saat 

mioR^o  IV  Balken 
m&M  II  Sehmuck 
mbü  II  Jahr 

mbwi  RQcken;  o  nA6a  nach,  rQek- 

wärts,  hinten,  dahinter 

mhitica  I\'  Rrgrn  (mruo) 

nihujo  Buiidesgcno'^sf ,   i^'reuod,  Ge- 

iTilirte  (Freu 111 l-cliali) 
mbumbu  Kniinei ,  (Überbleibsel 
mbuj^a  Netz,  Wurflang 
mdtsam  II  Mftrder 
inbnsm  II  HIacher 

♦ 

mbumdi  Neuigkeit,  Nachricht 
fii6wieiifS''mAi0«n|tf  langsam,  allmlhlich 

jnil)/a  II  Blüte 

mtlmka  II  pl.  Gefängnis  Gehöft,  Feste, 
-inefie  fertig  machen,  aufhören  lassen, 

heendigen 
medodi  Brennholz  pl. 
mehatn  pl.  Bande,  Kette,  Fessel 
mehitfo  (njuke)  Schuierz  {mehiyo  lööa 

schmerzlich  empfinden),  Pein,  Qual, 

Not  {nuA^  me  etoU  Atemnot)  II  pl. 
mebetuh  Kassada,  Manyok 
mebonffo  (meboitgo)  Heu,  Gras  (maio- 

»an(ffi) 
mehoto  II  pl.  Qefiedw 
mekao  II  Hecke,  Zaun,  Hürde  («n^ 

songo  Gitter) 


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76 


Adam:  Die  Spradie  dar  BanAho. 


melt  11  pi.  Dampter 

mengwe  links 

menjede  Haar  ? 

mmjele  Sand 

menjinjitigo  Oemarmd 

•mtfte  alleiD,  «dbst»  eigen 

nutüi  Jftloosie,  Fenster,  Laden 

media  Sehvift 

mSM  Mangopfbume 

•ffma  gelten,  bedeuten 

minisi  Mission,  Missionar 

-mm  schlucken  {Unna  mid  gaffen,  Lip- 

|)eii  niifsperren) 
mloni  Ilcidtj;  mehni  pi.  Heidentum 
-riio  aul'bleiben 
mo  er.  Urn,  ihm 
mäko  einzig;  mgdho  einige 
mcikwa  Brei,  BrQhe»  Suppe 
molo  II  Haupt,  Kopf 
«•OHIO  minnlich  (mom»  Gatte,  Mann; 

*na  momo  Knabe) 
mongolo  II  rund,  Rundheit 
mnto  I  Mann,  Mensch,  Peraon;  moto- 

motn  cin/f'ln 
mpamlncf  I'leil 
mpanatiei  Prediger 

mpao  11  liecbtssaclie,  Pi  U7.eß,  Richter» 

Spruch 
mfaiu  Räuber 

wfin  II  orwachsener  Jflngling,  Bursebe 
mpei  n  Kiefer 

wg^ht  II  Nase 
mpimjla  Schopf 
mpiptpe  Fluch 
mpoki  II  Bohrer 
t/ipofo  Hftiiptlini;^,  König 

m^H/rtdo  11  I!«'riu] 

mpopa  Schwanz,  Schweif 
mpudungu  II  Gemach,  Kammer 
mudi  II  Seite ;  o  nmdi  iwtjpahw  gq^en- 

ftber,  jenseits 
ffiima  I  Kind 
mtm/a  II  Strcw,  Fluß 
mioadi  \vei!)1ich  (mif  Aitftise  Uenne) 
mtDombo  Opfer 
HmaMlua  begießen 


mwanga  Ii  (i arten,  Farm,  Acker 
.mvoanjn  II  K*'lir\vi»;r}i 
mteo/^  Friiiic  (am  Murgea) 
mwihe  Mittag 

mtofja  II  (pl.  mefa)  {myeja)  Dam,  Ge> 

dlrme,  Eängewmde 
fMKla  II  Form,  OescfaGpf,  Ebenbild; 

IV  Erraahaong 

mmmge  draußen 

mwngi  fremd,  Fremder,  Fremde 

mwibi  II  Dieb 
mwilao  fiift 

mwindo  Molu-,  N^er,  Schwarzer 
myöho  einige 

N. 

Die    meisten    der    hieher  falli'iu^fn 
Hnupt Wörter  ?ehen  nach  der  !l.Ivlas$«>, 
die  Tiernaiiieti  fi'ir  ^cwüholich  oadt 
der  IV.  Klasse. 

na  und,  mit;  daß  usw.;  na  —  so> 

wohl  —  als  auch,  rudern  auch 
nä  drückt  mil  Ilaiiptwort  verbujKteu 

die  \'eitieuiung  aus:  kein 
'naSuhu,  Tochler,  Kiud  des...;'nd 

tea  *na  'mi  mein  Enkel 
nabmma  denn 

-nanga  liegen,  ausruhen,  schlaftn ,  iidi 

lagern  (fihr  die  Nacht) 
H»aiiffed$  beheriieiigea 
tMo  IV  Haus;  pl.  nach  der  VI.  Klave 

mandabo 

ndamhwe  Gummi,  Leim,  Kauladittk 

nd^bf  Runzel 
ndebelSe  Uferrand 

ndembe  Jugend,  Kindheit;  «lüngUng, 

jung  11  und  IV 
ndemho  Gebezde,  Qeste,  Zeidtea. 

Merkmal 
ndme  Fledermaus 
ndäide  Glitte;  na  Mdß  achl&pfrjg 
ndSngi  Möwe 

ndi  (Suffix  oder  Koi^uttktionspartikci) 

aber,  doch,  indessen 
tuüKede  Begleiter 


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Adams:  Die  Sprache  der  Banoho. 


77 


ndimo  pouter  Geist,  Gespeast  {mwMga 

böser  Geist) 
n/tt'H  FZhrliclikeit;  redlich 
H<iäo  Frau,  Weib;  pi.  bUol 
ndö  Narbe 
ndodo  Gewicht 
«dbmAtf  Scbaf  IV 
ndomi  Hai 

mädndi  Dreck,  Unreioigkcit,  Kdiricbt, 

Morast;  garstig  usw.  IV 
ndämdaki  Nähnadel 

ndongo  Pfeffer 
nditi  Schiffer 
nchimlm  Rechen 
rif/tmi  Greis  der  ältere 

iipailf Knall,  Donner;  Gewehr,  FUntelV 
nffondo  Krokodil 

nganffa  IV  und  II  Arzt,  Hedizinmantif 
Apolbeker 

nfftmgw  Schkm 

mgao  IV  Draht 

ngata  IX  Fessel,  Bande 

ngt'bf'  Mitleid,  Rene.  Milde,'  Ver- 
zeihung, Barmherzigkeit  IV 

ngmcff  Fischblase 

ngia  IV^  Löwe 

nginga  II  Saite  (mu  dibota) 

mgmi  Muskel,  Oberann 

ngil^  Scbacbtd,  Dose,  Kapsel 

n^dio  Oleicbais,  Beispid 

ngodi  Gurt,  Gartel 

ngdkftbi  W  Halskette,  KeCtclien  von 

Perlen  {yn  ngvDonya) 
ntfnlodi    Schnarchen    {-haha  ngModi 

schnarchen) 
ngöloni  Moos 
ngolota  Scheibe 

ngomani  Gewürz,  Geschmack  (engl.) 
ngtmAa  Igel;  Blasebalg 
m^ambt  Leguan;  grofle  Eidechse 
ngomhi  Orgel  oder  ibnUche«  Husik- 

instraoient 
ngombo  Rat;  Verstand,  Pbin,  List; 

na  ngombo  schlau .  listig 
ngömbo  Fischiang}  Funke 


ngSmo  P.uike,  Trommel 
ngondi'  Mond  W 

-nytmfit   hiegen,   beugen;  'ftgtmdama 

Knie  beugen 
nyonga  II  Kucken;  mu  kunga  l^iel 
ngango  Norden,  nördlich 
ngonja  Blatte  i&r  das  Dach 
n^dpM  Schnupftabak 

Bootsl&hrer,  Lotse 
nguba  Schild,  Brustwehr;  Oberleib, 

Panzer 

nguhu  Ablluß,  Absondening  (Eiterung) 
ngvfU   KrRft,  Gewalt,  Anatrenguog, 

1  U'ii.'v  l  ähiKkeit 
nuuhiiinl'  l'.i'lfclise  jeder  Art 
-ngumama  galten 
ngunda  Rache 
M^Mudb  Fetisch,  GStse 
ngumt  IV  Aal 
figmm^  Perle 
iipiaasofM  Schrot 

Ttgwea  Schwein,  Ferkel  («Jhoas)  IV 

iihabo  Landgrenze 

nhahi  Kneclit,  Magd 

nhamha  Nackth»Mt.  HlöPft  V>loß,  nackt 

nhanet  Gebieter,  Befehlshaber,  Leiter, 

Feldherr 
ühanga  II  Wur/el 

-iiiAaB   knicken,    quetschen;  Uuteo 

machen;  {fUtiya  iAüki)  üAta  Ader 
Mna  II  Gestampftes,  Brd  (zum  essen) 
AMnjw  Sdinur 

iihinhi  Fliege,  Mücke,  Insdtt 

iikio  Feil« 

hhiyo  Schwager;  mu  ndito  Schwagerin; 

WIM  ndomi  Schwiegersohn 
«Aoa  Enge;  sehmal,  nicht  breit 
Hhöbo  Haut,  Fell;  Tasche,  Tornister; 

Riemen 

nhodi  Bei-g ,  Mugel,  Gebirge,  Erhöhung 
AAm/o  Junggeselle,  ledig,  unverheiratet 
ahonga  L^e,  Geiftnder 
mango  Bücken;  mt  hmga  Kiel 

hhongu  Frosch 

nhoni  Fleisch;  mdum  Leib,  Körper 
üAoto  VogeUeder 


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78 


Adams:  Die  S|irache  der  Ban6ho. 


fUiuha  Rumpf 
iihumbu  Schnaure 
nhm(fi  Krretter,  Erlöser,  Heiland 
nhica        mehtca)  Krebs 
nhwamba  Keihe,  Ordnung,  Linie;  längs, 
eoflrag 

i^mnge  {mwmge)  draufien;  das  Frei«; 

der  Hof 
mbvoea  bis,  bis  zu  usw. 

mm  Laus 

-nmgimi  schütteln,  bewegen,  erbelien 

lassen;  sich  rühren 
-ninjitifjo  miirtnpln 

nitani  ich  lin))e  nicht,  ick  entbehre, 

ich  hesit/.e  nicht 
nj'  Gattin;  /,.  B.  nj'ami  meine  Frau; 

t^*6ngo^  nj'amu  usw. 
iifdef  waa,  welcties? 
mjaden»  Hebamme 
9^  Bind,  Bfiffel  IV 
't^aJnm  krateen 
ii§Qk  Hunger 
t^ah  Haarscheitel 

-njama  verderhen,  faulen,  srliadliafl 
werden;  •«/amt«  schaden ,  sch&dlich 
sein 

njanda  Egge,  Rechen;  Ivlaue,  Kralle, 

Tatze;  Fingernagel,  Nagel 
-njmm  serreiBen 

'njanyinjo  klteeln 

M^n^dü  jange  Mutter,  Mldchen^  wel- 
ches das  erste  Mal  gebiert 

i^angm  Mutter,  Herrin 

MfCMtf  wer?  welcher? 

•MftgNoa  laufen,  rennen;  man^achnell, 

rasen 

njea  IV  Weg,  Bahn,  Gangsteig  (pt. 

\'  I  martjea) . 
-^jmywe   ilüsüig    werden;  -njengwede 

flussig  inachen,  schmelzen 
•njenje  klaffen  (Wunde) 
nj»^  Farnkraut 
^ijHoie  reinigen 

fl/w  Strafe;  Klage;  Bude;  Hieb  mit 

dem  Stock 
-t^ia^  drQcken 


I  -nßnga  mahlen 

I 

:  -njimjo  (Jcschmack 
njinywa  n ecken 
njo  Lr<)[)ai  d,  Panther  IV 
njö  Mal  (Zeitbej«tin)mung);  njö  yohn 

manchmal;  njö       allemal;  njoAa 

doppelt 
t^dk  Schnabel 
lyM  Biene,  Imme 
'ttfmna  schwimmen 
njohcedi  Lehrer,  £nueber,  Apoctd, 

(nnjokicedi)  ? 
njnJnci  Lehrling  {nyoJnci)? 
njolo  Körper,  Leib  (Rücken),  {'h« 

recken) 
ftjongi  Galle 

-njongk    saugen;     ■^jongo  saugen, 

scblArfen 
njongo  Frefigier,  Gefrilfiigkeit 
n^jN»  NQsleni}  Regenbogen;  Fahne, 

Fkgge 
njonjo  Haufe 
njopinja  Limone 
■njopoUi  .schälen 

-njöto    schnupfen    (Tabak);  saufen, 

trinken 
njmi  Elefant  IV 
n;W  Rätsel,  Frage 
njtAe  Leid,  Not,  Harm,  Unanosliai- 

Uchkeit,  Leiden,  Mitgemhl,  Beileid, 

Elend,  GefalirlV 
f^uh  Geflß 
njwa  Pulver 
nkakambo  Heuschrecke 
nkasa  11  Peitsche,  Uautriemen 

nktoea  Sau,  s  li\sein,  Ferkel  {ngtcea) 

nkodimja  JSchiuck 

nkoe  Korb 

nkoh  II  Uhr 

nkoma  Kriegsgefangener 

HkoHM  Gewebrlaof,  Röhre,  Bohr 

nJboAmiloto  Habiebt 

flAinim  Sklave,  Leibeigener  II 

nkuta  Mappe,  Sack,  Beutel;  Bailea 

fünaalla  Schwert,  Degen,  ätbel 


^  j  .  Li  by  Googl 


Adam^»:  Die  S|)raclie  der  Banoho. 


79 


nkiradtbf}  II  Dj»tel»  Dorn 
nlabe  II  Ast 

Mf  Schnitt,  Riß,  Spalt 
nlanon  Dichtnn*?.  T>üf;e.  Ausrede 
ulamjwi  Krzäliler,  Sprecher,  Dichter, 

Lügüer,  liedner 
nkdi  Führer,  Leoker  (engl.) 
nlma  II  Hers,  Mut»  Gemül,  Islnt- 

achlossoiheU 
idenga  MasthMim 
nUmbo  II  Fhicht 
^  nlmganei  Gehilfe,  Geselle,  Handlanger 
nlotni  Heide,  Ungläubiger 
ulmtga  Eimer,  Kessel 
nlmufi  Baumeister 
nlöiiji  Schneider 
nlönjo  Naht 

nluma  Stachel,  Zahn;  pl.  Gabel 
Schußwunde 
HifiUchkeit,  Widerwftriigkeit 
uMomia  Tuch,  HQftenkleid 
tmanga  Stern,  Gestirn,  Leuchtkifer 
nnjoJnci  Scliiiler 
nnjoti  Säufer,  Schniipfer 
nnjüa  Parli  («yiia?) 
nnumlm  Mund.  Maul 
-no  l-nnho\  Wasser  plätschern,  rqjnen, 

naßniachen  usw. 
•^Ulngö  nehmen,  an-,  auf-,  ein»,  weg- 
nehmen; leihen,  benutEen 
-ndpo  Haut  absiehen;  sich  hinten 

{numh)  Entscheidung,  Vera5h* 
Dung,  Friede 
nsasanga  Grashalm;  pl.  mmmga  Gras, 
Heu 

nsmgi  Gewinn,  Profit 

nsoji  Kicliter,  Schiedsmann 

ntongani  Europäer,  W  eiüer 

ntati  Schäfer  {mu  taba)\  Uirte,  Püeger, 

Hüter 
niOA  U  Strieh 
nüU  Schreiber 

nim^  Land,  Gegend,  Heimat 
«Mt  alt;  alter  Mann 
mido  II  Flucht;  FlQchtting 
niamga  Kern 


ntongo  Gottesgericht 
ntnre  Einode,  Heide 
nhimba  Hand .  Kiemen 
ntumbe  Kniittel 
nweli  Schüpler 
mcengwa  buser  Geist 
MftAem  BetrOger,  S^meichler;  auch 
ngahi 

nyomii  Koch,  Köchin 

-MytmtM  beachldigen,  xervehmettem 

-nyamfut  kauen 

-ntjfipip  (-»ytqnraer)  jagen,  hetxen,  be- 
drängen 

•nyengite  schmelzen 
I  -nye^ce  Vnauclibar  sein 

'uyewie  vei  l)essern,  brauchbar  machen, 
berichtigen,  reinigen,  schmHcken 

-nyiühUa  brummen,  knurren 

■nyohca  (-nfokwa)  lernen  (?) 

■nyokwede  {t^^wfde)  lehren,  unter- 
richten 

nj/we  ihr«  euch 

O. 

n  Ptü  position :  in,  an,  nach,  auf,  zu  usw. 
ij  Ivuujunktion:  als,  um,  daonit 
{ja  du,  dir,  dich 
ühtninge  wenn 

onu  der  da,  die  da,  das  da ;  hierherfiber 
usw. 

njpedUi  (o  ipedi  tS)  damals 
cpeie^  über,  wegen,  daltir,  filr  usw. 
(o  «fth  ya) 

opel'anyit  euretwillen  »isw. 

otent  deshalb,  daraus,  daran,  darin* 

dabei,  dort,  durtliiii 
(Ajoa  hier,  da;  ovcane  dorthiA,  dahinten 

P. 

Die  Hauptwörter,  welche  mit  den 
Konsonanten  p,     1  begidnen,  gehen 
nach  der  IV.  Klasse 

-paea  bekomm«!,  erhalten,  empfangen; 

•paea  meh^/a  dulden,  leiden 
-fahamede  Kopf  schütteln 
'pala  Saal 


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80 


Adah«:  Die  %n«eli«  der  BanAbo. 


-pulunude  l)iiuze)n 
"palwanede  scheiden 
»ftHwede  todern 

"pmrnma  enge  sein,  fangen,  klemmeo 
^pondü»  gedringt  sein 
'^MN^es  herrschen,  beherrschen 
'pamk9  etws,  ungefähr,  gegen 
■fMU^  glinzen,    blinken,  funkeb, 

scheinen,  glitzern 
-partjli'   l'dpuchten   (anzünden),  hell 

machen,  hescheinen  .  erhellen 
-pane  tictiken,  aufhängen 
-papo  henken 

■pala  (Mtai)  entblittem,  (Kleid)  zer- 
reißen, r.erptlücken,  abzupfen 

'juUita  r»uben,  berauben 

-pawa  hacken; 

paua  IV  Erlaubnis 

'pawanea  predige,  reden  in  den  Ver> 
Sammlungen 

p^  auch,  aneli  nocli,  dar.n  USW. 

-jjrf  (njafo  Haar)  scheiteln 

-pea  betrunken  sein.  Rausch  haben 

•pede  (jumba  Last)  verschiffen,  beladen 
(Schiff) 

•j9fAes  knistern  (vom  Feuer) 

•jD^besebneiden,  ab-,zn>,  auftchneiden 

^et«  berauMhen,  betrunken  nuchen 

ptiit  Kraut,  GemOse 

pmiAe  Brot,  Geblck 

•penda  flechten; 

pflNdb' (engl.)  F^arbe,  färben,  malen 

-p^tgana  (T-and)  erfoi-schen 

pfn<J^  Wiuuli*   (f  jongaiidi  sie  heilt; 

na  jv}t(fif'Hfli  ich  ht'ile,  mache  lieilcii) 
'penge  {mto}  Blicke  werfen,  biicken, 

umhersehen 
penja  roh,  ungekocht,  frisch  (Fleisch) 
•p^  ausweisen,  for^agen,  forttreiben 
-pmiBd»  imffen 
ptwete  fein,  zart 
^^giia  Aachen 

^ankommen,  eintreffen,  lierannaheni 

geraten  in;  entstehen 
•pofie  eintragen,  gewinnen,  kommen 
machen 


pdho  einmal 

pöke  SchQssel,  Becken 

^mMIs  bohren  (ein  Loch  Mions) 

•pdhoe  anderer,  and^,  anderes 

•poM  dch  ausleer»,  aushülfen 

•p«m§dß  auslaufen  lassen,  andema 

poni  Wahrheit;  gewiß,  wirklich,  offee, 

herzlich,  wahrhaftig! 
ponji  Faß 

-pono  bringen,  mitliringen 

I  -jx/pa  Hießen 
i  jx^pfj  Melone 
p<nt  blind 

-puda  graben,  aushöhlen;  -pupee  be> 

graben,  bestatten 
'puAede  bekennen 

-pvma  quellen,  hervorfliefien;  (idly) 
bluten;    hervorkommen,  henu» 

kummen 

-pumba  niederwerfen,auswerfen  '»(«dy«) 

ankern 

-pumhvoa  auferstehen;  -prnmbwedf  auf* 

erwecken 
-pfinu  fi  keimen,  erscheinen,  knospea; 

[ötcam)  gelingen 
pume  grau 

THUM»  herausbringen ;  (6^piMui)  Frudit 
tragen;  (dok)  Geld  ausgeben;  aas* 
riUunen;  feilbieten 

-pwigua  umrühren 

pmfulmba  herin|^n]icher  Fisch 

^ptipua  abputzen 

-pxrn  fehlen,  mangeln,  nicht  da  seio 

-pyopifo  küssen 

pyü  Und,  weich,  sanft 

S. 

«lAa  bald,  jeUt,  gleich;  eben;  aals 

nmm  endlich 
«osa  neu 
»a  feucht,  kiUil 

smgi  Katze 
thäu  Schule 

sr^f  Soldat  (engl.) 
' -snjono  richten,  urteUcn,  verklagen 
\9oki  Kreide 


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AoAJu:  Die  Sprache  der  Baaobo. 


81 


-Romano  reden»  verklagen,  anklagea  tfto  Fleisch,  Getier»  Tier;     9ei  rohes» 


(engl.) 
sopi  Seife  (eng^.) 

-sd'vo  waschen 
sd-iolfdr  bitten,  ilelien 
sati  Husen  (engl.) 

T. 

taba  Kleinvieh,  Herde 
'tade  «usbreiten ,  ausstrecken,  hin- 
halten; Arno  HInde  reichen 
kuiffo  Nummer 

'tajta  anrOhren,  antasten 
topi  Hahn  am  SpunUoch,  am  Gewehr  tondo  Nagel 


ungekochtes 
-tihca  auswischen 
i()bi  Kübel 
t()hf>  Lriffel 

-iola    auswandern ,    ans/ietlien ,  von 
dannen  ziehen  usw.  bzw.  einwandern 
lomba  Ziege 

•ionAo  die  Haut  abaiehen 
•Ann^a  gedeihen,  sprossen,  empor- 
keimen 

4&ido  lieben,  gern  habra,  bahren; 

'tondede  gefallen,  behagen 


usw. 

•lata     beschützen ,    hüten , 

schonen,  ersparen,  behalten;  -toto 

litbna  liasten 
tauU  Tisch 

-iidiB  aufstellen;  dorn  aufrecht;  Äe/^' 
schief 

-lAne  aufstehen,  sich  stdlen;  dorn  auf- 
rechtstefaen;  schiefitehen 

'-tememde  aufbrechen,  reisen,  weiter* 
gehen 

-(ende  schlitzen 

•  Umgp  kreisen 

•teiiyrlr  umgeben,  umzäuoien,  herum- 
fuhren 
tepe  auch 

'Üe  auf  einen  andern  schieben  {mpao 

Anklage,  Schuld) 
•4Ua  schreiben 
Ht/sdS  Garn,  Faden 

-ürnba  tnrüdckehren,  znrQckkommen; 

bebtda  gerinnen 
»timbie    ersetzen,  wiedergeben;  be- 

fi-eien,  freilassen 
•iimhtcaTin    antworten,  beantworten, 

entgegnen 
ttna  Grund,  Bedingung;  Absicht;  nd 

tma  nein!  durchaus  nicht 

* 

Um«  Wunelansals  bdm  Baum ;  Schatten 

des  Baumes 
'Ündäa  anleiten,  rutschen 
-tiftgB  anketlen 

lltU.d.SaB.f:0ii«^8|ifMli«B.  IWT.  ULAbt 


-tongina  l)egierig  sein ,  gelüsten 
pflegen,  tongo   Gemach.    Kammer,    Koje  im 
iScIiiff:  Uingo  enem  Saal  =  fioio't 

Zinuuer 

-tmgola,  -tangolane  schaukeln,  einander 

schaukeln 
•Hiba  bohren;  nennen,  heißen,  rufen 
ltt6«  Meer,  Oaean 
-tedsii  einfiUeln 
•luAwa  anfangen,  beginnen 
-tuka  {mak^nge)  anspeien 
-iuhie  quälen,  martern 
-titmn  %vehen ,  spinnen 
-ttnnhn  an/.ündni  (ein  Haus  usw«) 
-tumbe  biegen,  knicken 
-tumbwide.  jauciizen,  singen 
tunge  Pfand 


u. 

«ifteits  (flcftra«)  ohne;  nicht  sein;  «ftm« 

vgomam  ohne  Geschmack 
udimvcanfde  tea  USW.  xoletzt,  am  Schlufi 
utani  pi  es  ist  nichLs  mehr  da 
utim  otta  (es  ist  nicht  da)  nicht  hier, 

dort  sein 

uiomba  epedi  ehadi  vor  kurzer  Zeit, 

jüngst 

Wie  aus  diesen  Beispielen  zu  er- 
sehen ,  ist  das  »  als  Anfangsbuchstabe 
fast  stets  eine  Kontraktion  aus  oi ;  das 
reine  u  als  Anfangsbuchstabe  kommt 
selten  vor. 


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82 


Adam«:  Die  Sprache  der  Banoho. 


V. 

V  und  W  am  Anfang  dnes  Wortes 
sind  sehr  schwer  7.11  unterscheiden 


scbwsn 

•twf  erkalten;  (-vö M  dkteu)  dai Geist 

aufgeben 


und  können  vers(-}ii(Mlt'iitIich  niifp^efaßt  roAona  damit,  dann  usw.  (Fioalbe« 
werden.  Dit*  Hauptwörter,  welche  mit  .stiiiumins) 

V  hepiruicri.  f;rhoreii  zur  VII.  Klasse. , -tv//<  gedirldiL',  sanft,  still,  niliiii,  -ja 
vaba  l'Vnif.  Weite 

'taha  suchen,  wollen,  wün.selien, 
fordern,  Ahaicht  haben;  -oofta  nma 
LXiise  suchen,  lausen;  hobt 
Rinke  sehmieden 


rolie  .scliwf'igen,  schweigsaiu  s*un 
-rölhna  schweigen,  sich  beruhigen 
-vöUmide  bindigen,  beruhigen*  lihawo 
-voht  scharf 

-vomba  (dUkttku  Sc^el)  Iiissen 


vwahe  Erde;  unten;  plurale  tantum  (00) !  -vomeek  bestrafen 


»uNUttf  morgen,  gestern 
^wmede  entfernen;  vanedmgo  fern;  ^ 

«anede  sich  entfernen 
-vanjea  zerplatzen 

-r^  besclienken,   Gnaden  erweisen; 

( -hwcde) 
'vm  nippen 

-vik»  {thata  Schulden,  besctiuldigen  ?) 

höhnen,  schmfthen,  ISstem,  ver* 

lachen,  verspotten,  beschimpfen 
vH  Hitae  {vmhi) 

-esJfc«  kosten,  prüfen,  schmecken 
-vela  raten,  ermahnen 
-ttlelea  weiß  sein 

-r*>mfa  satt  werden,  sich  hegniigen 
-vemede  sättigen,  leben,  befriedigen, 

versöhnen 
vem/fi  heute 

"Vent/a  ersehnen,   erwarten,  harren,  «'  «nd*«!«  An*'«ng»l>ttchstabc schwsr 


rdnyalani,  ]>1.  VII  Fesset;  -ihtv  vtmp§- 

lani  fesseln 
•ronyo  kehren .  reinigen 
mnnrii ,  pl.  \"1I  (rellfigei 
-r('>(ie  kühlen,  beschattm 
vötoi  sciiattig,  kühl  {sn} 
rwea  Feuer,  Flamme,  Licht;  plurale 

tantum  (ro)  {mc'cha) 
•vwede  (oA»i  darin)  tun,  liineiDiiimMii, 

einstellen ,  hinzutun  (o  nhUa)  in  den 

Sack 

W. 

wa  drückt  das  ( ieiiitiwcrliällnis  bzw. 
das  Abhangigkcitsgefültl  der  I.  Klasse 
aus;  tta  tondobe.  Liebling.  Andere 
Wörter  werden  unter  V  ?.u  suchen 
sein,  da  die  Untersdieidung  zwischen 


Halt  machen,  abwarten 
fliegen 

-ewul«  sehwara  sein  (werden) 
-«mcKe  bescbmutsen,  besudeln,  be- 
schmieren, schwftneen,  lüuchern 
-om«dfe  einfädeln 

rfVo,  pl.  poito  {wUo)  Fackel,  Hara  tum 

hii'tmen 

tv^o  Schlaf,  Schlummer ; /WZ  Ho  scliläfrig ; 

•yo  vio  schlafen  (fyo) 
-rya  gehen,  herkommen,  weggehen  usw. 
vyaruja  Salz  (-/«a  ryanga  salzen) 
vyrffto,  pL  t6bo  VII  Angel 
vjfoAt  Großwild,  Antilope,  Gazelle 
vyiomAo  Gedicht,  Lied 


eult. 


Y. 


Die  hierherfallenden  Hauptwörter  ge- 
hören zur  V.  Klasse  mit  dem  Piifiifi 
pl.  bj  by. 

•yd  erzeugen,  gebaren,  Frucht  brinjjen 
•yaba  betrugen  (Betrug),  hintergehen: 
'i/fibnn'  seluneicheln  (fcJcljmeicbeleiJ 

•yaiye  alitrockiien 

-yatna    schreien,     laruien,  hröllcn, 

blöken,  heulen  (Geheul  usw.) 
i  -ysmda  zum  Essen  einladen ;  fllr  jeoissd 

kochen;  kochen 
,-ynNjMi  backen,  braten 


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Adam»;  Die  Spmdie  der  BaoAho. 


83 


yanff«  Sebwdfi 

-yanja  abschuppen 

jfOftya  Schuppe  (pl.  bytmjo) 

^yßwanede  eotferaen 

•yeflo  acfateifen,  schlrfen,  feileo  {na 

nhiyo  mit  Feile) 
yihe  alles 

*yehe  beloben,  empfehlen;  -yehe  mdmiU 

sich  selbst  loben ,  pmhlen 
yele  Baum,  Stock,  iScheit,  jA,  bele 
y&mba  Gefährte 

'yembca  abschreiben,  nachahnieu 
(Kopie) 

'ymtda  beschneiden,  (bei  Menschen 
-hAe)  hier  Blume 

yeftda  Insel,  pL  hmda 

"ytngma  abschneiden;  ^/migvoa  m-  lo  ent- 
haupten; 'jfMgmt  nlenga  II  Mnst 
kappen;  -ymrfwa  mphamba  liniieren, 
abhauen  (Bäume),  {ßAm  Kerbe)  ein- 
hauen 

yetce  Rest,  ftbriges;  yeva4he  Knochen, 

pl.  hevce^  bevcihe  Gerippe 
-jfcf  lachen,  kichern,  lächeln  (Geliehter) ; 

-yo  vyd  aehlummern,  sdilafen 
-ydbo  aogeln 

-yoda  glimmen,  brennen,  glflben;  •yodfo 
beuten,  anbrennen ,  anzünden  (Haus) 
^odo  reifen;  yod^fodi  Ttxt 
'jföAede  baden 


yöho  irgend  etwas,  irgendein  usw. 
-ydho  einrdben,  Siea,  salben;  -yohie 

einen  andern  einreiben 
yoi,  pl.  dyet  Raupe 
-yofo    ausruhen,    rasten,  pausieren 

(Pause,  Rast  usw.) 
-yokaynka  flOstem 

-yokicn  lornen;  -yokxca  tut  hongn,  na 
milu-pi  aiiswondi;^  lernen  (-njoktca?) 

-yoktcede  lelircu,  cr/.iehen ,  jemand 
einOben,  unterrichten  {-njoktcede?) 

yoma,  pl.  hyoma  Yams 

•ycMn&ioa  betrachten,  beschauen,  an- 
sehen.  Besuch  machen 

•yomicwb  absetsen ;  -yoimeMfe  tnjwiu  ent* 
thronen;<jMMm0ed!pAMiio&mt  entwaffnen 

y6ndi  also,  dalier,  danach,  deshalb, 
darum,  dann,  dadurch  usw. 

-yonga  nachfolgen,  nachlaufen 

yönga  Selimerz  ;  -haha  yonga  schmerzen 

-t/onga  genesen,  heilen,  vernarben; 
-tjojigie  jemand  heilen,  retten  (be- 
freien), beleben 

-yonge  beladen,  packen,  betasten  (Ge- 
wehr laden),  verladen 

yon^i  pl.  hgengo  Fuß 

ycNto,  pL  hyoto  Btuplata,  Fundamente 

j^fwa  Jucken 

'yonma  aufwachen,  erwachen,  aus- 
steigen (Belt);  -yomwed»  aufwecken 


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84 


Termini  technici  der  Binderzucht  treibenden  Watosi 

in  Deutscli-Osta&ika. 

Von  £.  Dahl, 

crangeliMher  MiMHOiwr  in  Itrambo. 


vergeblich  sacht  man  sowohl  Im  KtswaheU  als  aaeb  im  Kioyamma 
nach  tinom  auf  die  Rinderzucht  bezuglichen  Wortschatz;  kein  Wunder,  da 
sie  gar  nicht  oder  jedenfalls  nicht  vod  jeiier  Rinderzuclit  treiben.  Bei  den 
Watusi  dngpgen.  die,  olme  sich  zum  pprsönlicluni  Feldbe,stelleii  hi-rabm- 
lassen  und  zu  tTnunlrif;«'!! ,  von  jeliei-  aiis<i;e^eichnpte  Hinderzüchter  sind 
(und  als  solchf»  lieiiiahe  iit  der  gaii/.fii  Kolonie  vorkoumien  und  V^^rwciidunf? 
finden),  fand  Sthreil  er  dieses  bei  jidirelan^er  KontrolUerung  des  von  Watusi 
beHoigleu  Kiiiderstalles  der  evaugelischeu  Mishionäslalion  L  lambo  eine  uih 
geahnte  Fülle  von  Worten,  die  sich  auf  das  Lebenshandwerk  der  Watin 
beziehen,  auf  die  Rinderzucht.  Zu  Nuta  luid  Frommen  all  derer,  dk 
amtlich  odw  außeramtUch  es  mit  diesen  unheimlich  hdmtQckiseben,  listjf^ 
betrOgerischen  Gesellen  au  tun  haben  oder  bekommen,  seien  hier  die  liss|it- 
rächlichsten  Tennini  technici  des  Hirtenvolkes  der  Watusi  aiif^ezeichneL 

Es  fanden  hier  Berücksichtigung  die  drei  wichtigsten  Dialekte  da 
Kitusi:  1.  der  Tdteste  Dialekt  der  aristokratischen  Ava-Kanga  (ca  man- 
pbidi  (javo  rzz  mit  ilurn  lifipcn),  2.  der  bergbewohnenden  Ava-Hund!  iirifi 
'.\.  der  meist  in  (ien  Ki)enen  wohnenden  Ava- Ha  (Bewolinei-  von  l'iia  und 
der  an*;renzenden  Landschaften,  wie  z.  B.  der  Landscliaft  V'ulya  iMmlu.  in  <]«•«' 
die  M  issionsstati(»n  Urainbo  liegt,  während  die  Landschali.  ürainbo 
westlich  davon  angrenzt).  Die  unter  1.  genannten  Watusi  bewohnten  v^ 
sprQnglich  die  Landschaft  Karagwe,  aus  der  aber  die  meisten  schon  txagtr 
wandert  sein  sollen. 

I.  2.  3. 

Rind  mk,  PI.  amate      mAa,  PI.  omatika  wie  bei  *2 

Stier  (alter)  emßzi  imßsi  •     -  1 

(junger)  Uiimofa  tkimasa  •     >  2 

Schnittochs  enziku  mak»  >     -  2 

Kuh  (alte)  sfisasr»«»  \r^Leu  JiyJ 

(unfruchtbare)        engumba  in</umO<i  wie  bei  1 

(nach  dem  ersten  cm^ua  wie  bei  1  •     •  I 

Kalb  unfruchtbar 
gewordene) 


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Dair.:  Tennfni  todiDiet  d.  Rindenadit  treib.  Wataai  in  DeotMh-Oatefrika.  85 


1. 

Kuh      (mit     vielen  ommyyeji 
Kälbern) 

(mit  jungem  Kalb)  «nfe  ttü^ 
(die  das  K«lb  weg-  stU« 
stSfit) 

(Utchtige)  nmmnto 
(noch    nicht   be-  engiHma 
sprongeiic) 

(kurzTormKaiben)  aile  neoaja 

(kiii'z    nach  dein 
Kalben.  si»'l»e  mit 
jungem  Kalb) 

(milchende)  fli  m  mate  mengi 

(nicht  mehr  oiil-  «nie  ja  JMaa 
chende) 
Kalb 

(dasdieMUdi  noch  fnjfona  Ja  gimu- 
nicht  finden  kann) 
(nii^nnliches) 
( weibliches)  myana 
(ervvnr}\s«'iies  eUÜinjfana 
weibliclies  K.) 
üeburtswasser    (der  iwata 
Kuh) 

1  omukondo 
Nabelschnur  l  . 

f neben 

St&flig  sein  (v.  SUer)  oku-tSUmita 
(von  der  eben  ge-  i^'jalttmbti 
worfen  habenden 
Kuh) 


2. 

nika  ja  vyäi 
i^ka  ja  lenz« 


3. 

wie  bei  2 

.  .  2 
.     .  2 


iU  na  iMifi  mmda  wie  bei  2 


inka  jvmosi  iia-     mka  kagomoii  Au- 


ili  na  mata  mmu&  wie  b«  2 
{Ii  ja  »  »2 


Euter 


omviako 


Euterstriche,  Zilien  amavele 
die    Zttxen    einige  oku-homela 

Wochen  vorm  Kai- 

ben  mit  frischem 

Kuhmist  ▼eratrei- 

ehen,  um  das  letxt- 

geborene.  noch 

»augende  Kalb  xu 

entwöhnen 

das    KaJb    anseUen  oku-mwusa  kttli- 
zum  Saugen  nyam 


wie  bei  1 

(nt/mtfT 
ikinj/ana 

wie  bei  1 

umukondo 

uhi  •  dzumita 
uku-iaiamba 


[  umuhako ) 

\  neb*' II  ith'Ve  \ 

wie  bei  1 

uJnO'ikomda 


.     .  2 

.     .  1 

.  „  2 
ikUmjfona 

wie  bei  1 


uku  -  dzrmita 

wie  bei  2 


2 


1 
2 


utnnzt 

uku-min.sa  kvh- 


2 


86  Dahl:  Tennini  tochnici  d.  Kindenvefat  trsib.  Wfttnai  In  DeutMh-Ostafffta. 


1.  2. 

das  Kalb  mit  Salz  oku'Ungainxj/a  vku'Unganizj/a 

beatreichen            «jbmi^fo  nkwahdo 

saugen                 ttku-jonka  ttÄw-iaMfto 

an    falscher   Stelle  okW'Uim»  uho'ikma 

saugen 

zum  erstenmal  gehen  oXw-ihv^  komeia  lAm-i^  kaamfa 
(vom    Kalb  ge- 

nach    der    Mutier )    ,       >  . 

. ...  \  neben  oktc  -  tjt- 

blöken  /  ., 

'  f/amla 

nach  dem  Kalbe  bl5-  ebenso 
ken 

blöken,  jünisen   (in  cht'hojijflela 

der  Geburt) 
Nachgeburt  umtriha 
Kindspech  anm^ 
vertrocknen  (von  der  ofeif-jhi^^is^ 

Nabelschnur  ge* 

;il  talleii  am  2.  Tage  oku-midiuza 
(von    der  Nabel- 
schnur gesagt) 

Rioderkraal  oiugo  lffw*mie 

KMberiiaus  tMonyole 

Wasser  lassen,  uri*  cku'giemffm 
nieren 

Kot  lassen  oku-toffmnas^ 


3. 

vkU'lmganizya 


wie  bei  2 
«     .  2 


ebenso 
tthc-iUUla 

•  •  • 

wie  bei  1 
uku-midhidia 


ukigo  he*mk» 
§iku-iag'ammt* 


wie  bei  2 

ebenso 

vkU'kttfUejek 


wie  bei  1 
.     .  2 


2 


2 
2 
2 


das  Kalb  vom  £uter  oku'kwati^ii^a$ia  vku-mMkifingmia  f$ku'kofflmjfaiu 

fernhalten 

das  Kalb  am  Maul  oku'/atamukenwa  ^uku-/ata  m.         wie  bei  2 
lesthalteo  (Unter* 
kiefer) 

Fliegen  w^wedeln  oku-sagulUa 

Iokvhtkutäa 
neben  aJkU'he- 
mbda 


tJcu-saguhla 


m  2 

•  2 


Mist     Ausanunen-  oku'kumLi'ümya 
scharren 

Feuer  holen  oku-lamulila 

Feuer  schwenken  aht'hufigizya 

Feuer  anblasen  okw'akilizya 

qualmen  (vom  Melk-  oku^moOmm 
teuer) 


uku-lamtdila 

•  •  • 

viku-htngüya 
ukw-aUa 


wie  bei  2 
•     •  2 

wie  bei  2 


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Dahl:  Temini  ladmid  d.  Rindanndif  tntb.  Wataai  in  Dantoch-Oitafrika.  87 


okv'Sfmätana 


vku'Sunikana 
tdm-diaimiaa 


wie  bei  2 

.  •  2 
.     .  2 


1.  2.  3. 

den  Qiinlm  aiirstirlieti  oku-koiifas^imosi     uku-kot  imosi         uku  - koiyajs  tmosi 
(von   den  Kühen 
gesagt) 
sieh  dringeo  um  den 

Qualm 
auf  die  Weide  treiben 
mit    den  Hörnern 
klappern,  käiiipff'ii 
aufgabeln   mit  den  oku'diamikt 

H5mem 
entzweireißen  mit 

den  Hörnern 
herumkälbern 
bespringen  (Kilber 
untereinander) 

aieh    den    Hintern  oku-'kuteuana  Aipo  vku-launa  fuffo    ukw'ilatmta  hgo 
reiben  (von  brunf« 
tigen  KQhen) 

brirnftig   sein   (von  oku'^mda  kwema   viku'jimda  ktrinut   wie  bei  2 

Kühen) 


okff-kfmf^fptt/n  i  ,  -  . 
iiflipii  ofcu- notala  )  ' 
okw  -  iUnya  uku  •  tiojfti 


ukus-Uinxfa 
wie  liei  2 


brunftie   sein  (von 

Stieren) 
brunftig  blöken  (von 

Stieren) 

brunftig  leelcen  (von 

Stieren) 
bespringcn  (von  Stie* 

ren  gesagt) 
vun  ander»'»  Stieren 

darin  gestört 

werden 
eifersüchtig  mitein- 
ander Itimpfen  (v. 

Stieren  gesagt) 
auf  die  Weide  gehen 
von  der  Weide  heim- 

kehren 
Austreihe/.eii 
das  Fn'ihtueiken 
Kintreibezeit 
daj>  Abendmelken 
Wasser  saufen 

sich  schwemmen 


oku'Undisa 

oku-kUmujfa 
okvo-emya 

oku-dzumita 


kumffoie 

ok»  •  zisoffla 
oku'taha  muka 


uku'Utidita 

m 

i  uku  -lalimisya 
{tAu-liijntija 

ukw-inufa  • 

uku  -  (Izumtta 


uku'laigwana 
kumjfok 

uku  -  disolf  Ui 
uku-'taX'imukila 


.        n  2 

•  .  2 

•  •  2 

vkw'üigatifa 

wie  bei  2 
vkw-UUemüa 

wie  bei  2 


kalagtct  t^nknh  mukitondn 
kala(jtcc  tiaieie  halukfhjvca 
htmgololwa 
ebenso 
uku-hUa 


vojiia 

ebenso 

oku-hila 


okW'^uhag^     )  vkw-ijuhagila 
neben  tkw-^fga  \  neben  vkw'ihogi^ 


uku'taAa  mukela 

« 

wie  bei  2 
.  2 
.  2 
-  2 
.  2 

•  2 


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88  Dahl:  Tormiiii  teehnJoi  d.  Rindemudit  Uvib. 

1. 


b  Ikeatfch -Ostafrika. 

3. 


verschneiden ,  ka« 

sti'iereu  (Stier) 
durch  Zerklopfen 
mit  dein  Messer 


oku-kena 
)  oku-syuiula 


(durch  Schndden)  j  nebeaoihw^/JrHli^i  ndtw/^fuhda 


viku-sjfiUula 


kasbie- 
Stier) 


uku-kUakvla 

«  m 

uJcu  -  vifilehe 


ikule 


oku  •  vWikhe 

* 

(Länge) 
oder  Aldi» 

(Größe)  i 
oder  ik^»t0(Dieke)  j  igme 


uku  -  miza 


vht'kolanyizya 


wie  hei  2 
wie  hei  2 


2 


ukw'Üah^ 


wie  bei  2 


(einen  zti 

renden 
binden 

dann:  ein  Vorderbein  ohu-iegula 
über  die  Hörner  ' 

ziehen 

Anscliwelleu  (des  U>  ohi-gambminwya    >iku-gavyinwya       wie  bei  2 
treffenden  Kurper- 
teUs) 

deshalb:  mit  Asehe  oftw-mfls 

einreiben 
den  Schnittochs  frei-  nkw-Uakvia 

lassen 

mit  der  flachen  Hand 

ihm  den  abergläu- 
bischen Rucken- 
sehl ag  geben  und 

zeigen ,  wie  groß 

er  werden  soll 
feist  werden    (vom  vku-vitmia 

Sehnittochs) 
hocken  beim  Melken  olhp-tiltdsAi 

(auf  den  eigenen  okamamfa 

Hacken) 
zum  Melken  die  Hin-  oku-vohela 

terbeine  susam- 

menbinden 
Strick  dazu  rrn/n  hi 

die    Milch    zurück-  oku-mua 

ziehen    (von  der 

Kuh  gesagt) 
die  Euterstriche  rein>  €ku  -  colavecya 

machen 

melken  oku'kmna 
schiumen  (von  der  omatmia  gmßwa    amaia  go^ia 

Milch  gesagt)  fnumnte  mamäa 

Melkgefiß  amUianzif  itiatm 

gut  aUiiUielkeu  ohit  -  kamanava        ttku  -  kamanarn 

tusigtla  nt/ana        tuaigila  nyana 


ukw-Uiab 


wie  bei  2 


uku'k^imgetjfa 

wie  bei  2 
•     .  2 


tikii  -  kamnrntra 
tvnstgüa  nyam 


^  j  .  Li  by  Googl 


Dahl:  TvwM  tmdumi  4.  Rin4«rz«icht  tnSti.  Wtm  in  Devtach-OatefribL  81) 

1.                       2.  3. 

nücfitig.oberÜ&chlich  oku-ktmisjfo         uku-kamanezya  wie  bei  2 

Ulriken 

iiiiL    dein    Munde     oku-koUt  Isiywa     uku-kola  siyova  •     >  2 
melken 

vi«1  Milch  gaben      diu-lahaia jamais  uku-lahaia  •     >  2 

weoig  Milch  geben  tAu-mat^  ttku^kmegji  uku-kim^ 

ach  nach  dem  Kalb  iNhr-i^iiiMb  «jhv-lbMMfa  wie  bei  2 

umsehen  (von  der 

Kuh  gesagt) 

die  milchkarge  Mut-  oku-diumUa         uku-dürnUa  •  •2 

ter   «^toßpn  (vom 
Kalb  gesagt) 

ander,  unter  der  uu'it-  oktC'ivita  munkoio   xn^'WiUi  moükoh  ukw'ivita  munkoio 
terlichen  Wamme 
vorbeistreichen 
(vom  Kalb  gesagt) 


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I 


90  ' 


Linguistisehe  Studien  in  Ostafrika. 

Von  Carl  Meenhof. 


(FortMtniiig.) 


XIL  Dzalamo. 

Im  Jahre  1900  hatte  ich  Gelegenheit,  mit  Herrn  Pastor  Holet,  der  mehrer« 
Jahre  ab  Mjasioner  unter  den  Dzatamo  in  Daressalam,  Kiaerewe  und 

Mannroniango  titig  gewesen  war,  einige  Tage  über  ihre  Sprache  su  ver- 
handeln und  einen  Teil  der  Llatt^;eset/o  festzustellen.  Bei  meinem  Aufent- 
halt  in  Daressalam  1902  war  ich  ofl;  in  der  Lage,  mit  Leuten,  die  an 
den  drei  geiinnnten  Platzen  wohneti.  über  rlie  Spraclie  /n  re<len.  Außer- 
dem stand  mir  die  am  Schluß  dieses  Aufsatzes  angeführte  Literatur  zur 
Verfögnng, 

Die  Sprache  weicht  vom  Suaheli  erheblich  ab  und  schUeßt  sich  a» 
die  ostlich  von  Uzai-amo  gesprochenen  Sprachen,  wie  Hehc,  Kinga,  Sango, 
Namwezi,  an. 

1.  Den  Grundkonsonanten  des  Urbantu     k,      t,  j>,      I,  v 

entspricht  hier      (k),  I&,  A,  ^,  /,  w. 

In  der  Stammsilbe  spricht  man  ArA,  in  den  anderen  Silben  k. 

Das  Dzalamo  hat  eine  Anzahl  Lehnwörter  mus  dem  Suaheli,  in  d^ien 
Bantu-/)  als  j»,  pk,  und  nicht  als  h  auftritt. 

Nach  einem  /-Laut  spricht  man  das  /  xerehral.  also  /  (wir  r  mit 
einem  Schla;;c).  Die  jungen  Leute  fangen  an,  in  vielen  rtTulrren  Källcn 
statt  l  ei»  /  zu  sjiieehen.  So  ist  ilie  Schreibung  Zaranio  statt  Dzalamo, 
Kiserawe  statt  Kisalavve  enLsiaiulen. 

Beispiele,  k.  khama  > melken«,  khala  «sein*  (Suaiieli  kaa).  -eka^ 
-kl»  Endung  des  Intraasitivum. 

#.  Ültma  »senden*,  AtgUga  «Perlen  aufreihen«. 

|K  kkubUa  «umdrehen«,  kmda  «pOanzen«,  ka  Lokat.  Kl.  16,  -te  de- 
nominative  Endung  am  Verbnm,  z.  B.  nmeha  «dick  sein«. 

y.  ga  Praf.  Kl.  6  vor  dem  Verbum,  -ga  duratives  Verbalsuffix. 

/.  latra  »herauskommen«,  Iqla  «sehen«,  -ala  mediale  Verbalspezies, 
-uIb  invei-sive  Transitivendung  (vgl.  lila  ■wdneo«,«^  relative  Verbalspecies). 
wo-  Praf.  Kl.  2  fs.  oben  Iniea). 

n  und  m  sind  erhalten  (s.  oln  n  thumOt  nmeha).  Vgl.  ma-  KL  6,  -ama 
Stative  Spezies,  -ana  reziproke  Spezies. 


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Mstmiop:  Lingoiattache  Studien  in  OatofrOw. 


91 


2.  Die  Grundvoknlf;  sind  als  a,  i,  u  erhallen. 

Dabei  habe  icli  wieUerhoIt  festgestellt,  daß  dieses  t  bzw.  u  uu|{e.spannt 
ist  (vgl.  UQten  t  und  ri). 

Dieses  u  wird  mit  .spitzem  Miiude  gesprochen  (die  Mundwinkel  werden 
nftch  der  Mitte  der  Lip])c  hio  dogezogen).  Auch  habe  ich  so  oft  dieses  i  und 
«  ftls  wdt  hesdchnet,  daß  Jeh  aondune»  hier  richtig  beobachtet  xu  haben. 

Beispiele  (vgl.  oben  1).  L  Prftf.  Kl.  4  im.  Kl  5  «ü,  Hmß  »hacken«. 

«.  PHU:  KL  n  fo,  Kl.  14  II,  KU  15  ku. 

Den  ■schweren*  V^okalen  t  und  u  entspricht  ebenfalls  t  und  a,  doch 
scheint  dieses  t  und  u  im  Unterschied  von  dem  obenerwähnten  ges])annt 
und  eng  zu  sein.  Bei  dem  u  beobachtete  ich,  daß  der  Mund  breit  hlicli, 
wobei  mir  allerdings  fraglich  ist,  ob  hier  nicht  das  vorlierprhende  v  bzw. 
y  den  l'nterschied  der  Lippenstellun;:  in  der  heutigen  »Spraciie  veranlaßt. 
Man  darf  dabei  aber  nicht  vergesse« ,  daß  /  und  v  ja  erst  durch  u  ent- 
standen sind. 

Ich  werde  im  folgenden  die  Unterscheidung  der  beiden  Vokslreiheu 
nicht  weiter  besddinen,  da  sie  auf  das  Gesagte  hinauslftuft. 

Beispiele.  I.  KL  8  et,  KL  10  dgi  (vor  deni  Verbtim),  femer  boma 
•tanzen«,  dtima  «auslSschen«. 

tL  maAw&a  •Fett«,  ivm  «Fische  fangen' , /tiga  »zShmen«. 

t  und  o  sind  in  der  Sprache  unverilndert  erhalten,  f  und  ^  sind 
nicht  nachgewiesen.    Ich  schreib«  deshalb  nur  «  und  o. 

Z.B.  ona  »sehen«,  genda  .gehen«. 

Allerdings  wird  in  nnhilonda  -ich  liehe-,  kokuUitirin  -er  liebt«  usw. 
das  erste  o,  das  weit  von  der  l'onsilbe  entfernt  ist,  nicht  so  weit  ge« 
sprechen  wie  das  o  der  Staiiuusiibe. 

3.  Die  Verbindung  von  a  mit  folgenden  Konsonanten. 
Den  ursprünglichen  lAutverbindongen  ikk^  nt,  mp,  ng^  tul,  «•& 

entspricht  nA,  nA,  mA,  ng,  nd,  mft. 

Beispiele.  lUr.  fiMiAa  «stuiken«,  nhmffa  9  •Perlhuhn-,  nkala  9 
»Krebs«,  nhondolo  9  «Sdiaf«,  lihamba  9  «großer  Krebs«,  kiboAko  7  «Nil- 
pferd«, 'khuh  «groß«  bildet  Kl.  9  fiM»;  bfkhando,  Phn*.  nhandoW  «Lehm«, 
Innhama  «er  hat  mich  gedrückt«  von  -khama,  nhala  .ich  bin«  von  -khala. 

nf.  khanha  .sehneiden.  .  u-atihu '2  »Leute-,  n/utnöo  9  »Klefant«,  nhali 
1"  ^■on  -t/$aii  «iang*.  nhmde  \^  «Dattel-,  kanhuma  »er  hat  mich  ge.sruidt-. 
nhumf  -ich  will  senden«  von  -ikuma^  kanhoa  «er  hat  mich  geschlagen« 
von  -t/u/a. 

mp.  mkula  9  «Nase«,  mhene  9  «Ziege«,  lu-hengo^  Plur.  mhengo  9 
»Veranda,  \'orplats  am  Hause«,  JtamAmdbls  »er  hat  mich  gedreht«  von 

Bemerkung  1.  «A,  aA,  aiA  sind  als  Lauteinheiten  aufsufassen 
<s.  unten  Bemerkung  3  Qber  die  w- baltigen  Lautverbindungen). 

flg.  nguhmM  9  «Schwein« ,  kangoga  «er  bat  midt  gegriffen«  von  -gogoy 
umgaMk  «bringe  mir«  von  -gah  «bringen«. 

nrf.  ndebtm  9  .Bart»,  kanduma  «er  hat  mich  gebissen«  von  -luma, 
kandasa  *er  hat  wich  getroffen«  von  «/Saas,  ndole  «ich  will  sehen«  von  -loiß^ 


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92 


Mkiühop:  Lfagtttetiadie  StudieB  in  Ottafrika. 


Hnrli  küniiut  statt  nd  auch  n  vor,  7..  B.  ha  nomga  •und  er  »agte  mir« 
vitii  Umtfa. 

nA»  HtsAa  •bilden«. 

Ist  anprflogliches  w  weggefiilten  UDter  dem  Eiodtifi  de»  folgenden 
Vokals,  so  wird  entweder  doob  ir6  beibehalten,  oder  man  llfit  das  pri- 
figi«rte  «-  als  ü  eracbeinen,  indem  •  ansObiscli  warde  und  «  in  •  ver- 
wandelte. 

Z.B.  hn  mhrma  »er  bat  micb  gesehen«  neben  ha  iann  von  -oho. 

Vgl.  n-tiki  9  -Biene«  neben  u-uki  14  -Honig*. 

Rpmrrkunp:  2.  Werden  derartit;r  nasale  Verbindungen  durch  Weg- 
fall des  Nasals  i.vifdt'i  aufgelöst,  so  wird  ufler  die  ursprüngliche  Frikativa 
nullt  wieder  hergestellt,  sondern  der  Laut  bleibt  explosiv  (halbe  Nasa- 

iierun^). 

Z.H.  von  ndelwu  «Bart«  euLstciii  lu-debvu  11  -einzelnes  Bartbaar«. 
von  mAua  »Hand«  entsteht  M^haa  7  »Höndclien. 

Vgl.  -biU  »zwei,  unter  dem  Etnflufi  von  nAm  10,  x. R  mi-hili  4. 

Bemerkung  3.  Zuweilen  entstehen  wie  im  Suaheli  nasale  Ver- 
bindungen ,  indem  das  f*  von  mt  ausfilllt.  Dieselben  lassen  aber  den  folgen- 
den Konsonanten  stets  unverSndert. 

Z.B.  m-khek  3  -Salz«,  Plur.  mt-ArM;  mbOti  nUhaU  3  »ein  hoher 
Bauu) '  ,  Plur.  miinfci  mühnU. 

Hrnrhf»'  besonders:  kamhindula  -er  hat  mich  iimgedrflil-.  (hier  ist 
mh  Lauteinheit  geworden  aus  m" -f  h  neben  kam-hindula   -er  liat  ihn 

umgedreht«.    Hier  wird  m  und  h  getrennt  gesprocfum  süitt  mu  -f  h. 

Vgl.  kamtkuma  »er  hat  ihn  ge.sandt«,  kamkhanaya  -er  hat  ihn  ge- 
drückt«, kamlasa  »er  hat  ihn  geschossen«  (vgL  mlongo  3  «zehn«,  Plur.  müohgo), 
kamugaga  -er  hat  ihn  ergriffen«. 

Merke  hamona  »er  hat  ihn  gesehen«. 

4.  Veränderung  der  Konsonanten  durch  Vokal  einflösse, 
a)  Die  alten  Misehlaute. 

Dem  /  scheint  -th  zu  entsprechen,  ganz  wie  dem  f  in  1. 
Z.  B.  -tkano  >(unf«  (vgl.  dafuna  unten  6b). 

Dem  Ar  entsj)riclit  rcj^el maßig  ,v  (vprein/elt  h).  i,.  H.  Inm  -werfen«. 
fisa  -vei"stecken« ,  -sun  nntergehen-  (von  der  Sonne),  vo^ra  «lachen««  MMi 
•  Feuer  anzünden«,  mh\si  9  -unreif-,  tisimtpi  14  "Hclunerz«. 

Bemerkung.  Unregelmäßig  ist  maitodsi  ti  -Tränen«  (mit  h)  und 
siso  5  -Auge-  (statt  *tUiso)  s.  unten  6c. 

Wird  i  mit  Nasal  verbunden,  so  er|(ibt  sieh  ebenfalls  «. 

Z.  B.  -OM  «alle«,  Aa-si  »unten«,  iti  9  »Land«. 

Dem  y  entspricht  regdmifitg  dt, 

Z.  B.  dtenffa  »bauen«,  dtwi  5  »Sonne«,  «Im  »kommen«. 

Wird  ^  mit  Nasnl  verbunden,  so  ergibt  sich  ns. 

Z.B.  fuaia  9  -Hunger«,  mila  9  «Weg«,  miiea  9  -Taube«,  nei^  9 
•Erdnuß-,  (;ama  h  -Handfläche«,  hame  16  und  kume  17  -draußen«. 

Bemerkung.  Im  Dialekt  von  Maneromango  spricht  man  in  Iii- 
serawe  dz. 


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MsnHOv:  Linguistische  Studien  in  Oatafrika.  93 

b)  kh  (k)t  tk,  h  bleiben  vor  leicbtetn  i  unvetfindert 

7  fiUlt  vor « gans  aus ,  /  bilt  sich ,  wird  aber  oft  cerebral:  l,  «0  flllt  aua« 
Z.  B.  yi,  i  Kl.  4  vor  dem  Verbum,  imba  »singeo«. 
Ii.    lila  und  lila  «wrinen«,  lima  «hacken«, 

yi.  Z.  U.  »•  »böse«,  Mla  »hassen«.  W^en  in  -'ÄtÜ«  •'toi  usw. 
S.  oben       Bern.  2. 

N'gl.  dazu  ki  Kl.  7,  mkkUa^  •ächwaoz« , -yuAt  «kurz«,  -hiaduia  «um- 

dreheo«. 

Bemerkung..  Wegen  der  Veränderung  von  l  zu  /  durch  vorher- 
gehendes I  8.  1. 

Wird  dieses «  unailbiseb ,  so  bewirkt  es  stirkere  Verinderungen.  So 
wird  k^<.tja  ij  stimmlos),  Ua<dfa, 

9ya<ya  entsprechend  der  obigen  R^^l,  daß  yl<t  wird. 
Z.  B.  $a  Gen.  Kl.  7,  jfa  »Au^ehen  der  Sonne«. 

dja  Gen.  Kl.  5,  dja  »essen«. 

Das  Präfix  Kl.  5  lautet  im  Verlnun  di  und  nicht//.  Dieses  ist  eine 
Aii;il()>;iel)iUliing,  die  sich  aus  dcni  Genitiv  dja  entwicki^lt  hat.  Vgl.  Studiell, 
Sambala  41).  Beui.  1  und  Studie  VII,  X^okoino  4b,  Bern. 

1/a  den.  Kl.  4. 

He  111  e r k  11  ri  \'oi-  e  scheinen  sich  <iie  Konsunanten  zu  erhalten, 
/..  B.  ymdu  gehen.    Vgl.  Suaheli  enda  dasselbe. 

c)  Auch  vor  leichtem  u  bleiben  kh  (A*),  /A,  h  eHisIten,  nor  scheint 
A  vor  ff  etwas  Reibegeriiuseh  zu  liaben,  was  mit  der  Hebung  der  Uinter- 
»inge  bei  u  xosammenhSngt. 

Z.B.      15 •  hkula  »wachsen«*,  /Auma  »senden«,  «Perlen auf- 

reihen«, hungula  »wenige  machen«,  hmula  »sich  ausruhen«. 

/  bleibt  ebenfalls  vor  u  erhalten*,  dag^n  Ikllen  y  und  s>w  vor» 
regelmäßig  aus. 

Z.  B.         Kl.  3  n  vor  dem  Verbum. 

tu.    Kl.  11  /«,  litma  »heißen«. 

p«.    Kl.  14  «,  nmba  '  Ijildeu«. 

Vor  unsilhiiiciiem  u  erhält  sich  v  nit  iit  nur,  Mtmlern  wird  zu  b  ver- 
härtet; z.B.  'hwda  «zurfickkeliren«  von  Bantu  vuyf^la,  u-bwe  14  «Stein«, 
Banto  s«pe.' 

Ebenso  wird  y  in  gleichem  Falle  zu  j^,  z.  B.  ^wa  «fallen«,  iw  ist 
erhalten;  z.  B.  ugolehee  «du  sollst  bekommen«.  Fin.  Pass,  von  •goMa, 

Die  alten  Leute  sprechen  auch  noch  hwmtda  11  «Fluß«,  die  jungen 
fast  npofuli. 

Bemerkung.  Auch  vor  o  verschwindet  w  regelmilQig,  z.  B.  ona 
•sehen«.   Ebenso        B.  otka  «sich  wärmen«. 

*  4  ist  lavtlieh  nicht  identisch  mit  dem  In  3 ,  ^n.  2  erwihnten  d,  ich  werde 
aber  in  der  Folge  den  Unterschied  nicht  weiter  henlcksichtigen  und  einfach  d  schreiben. 

*  Daß  /  vor  und  nacl:  ;/  Lrelegeutliclt  /.ii  /  wird,  G^psctiicht  iiacli  1. 

'  Ich  liabe  i  und  />  notiert,  lylaabe  aber  nicht,  duß  der  Untefsthicd  von  Bc- 
deutang  iat.  Soweit  es  sicti  nicht  um  Heobaclitungsretilcr  iiaiiacit,  halte  ich  die 
Ansspndie  b  bzw.  'b  für  individuell.   Beispiele  mit  *6  s.  3,  Bem.  2. 


94  Meinhof:  Lingui«tiache  Studien  in  Ostafrika. 

ff  klingt  vor  o  oft  wie  vgl.  den  Uinlicbeii  VofgftDg  in  Solbo» 
Eademann,  Orammatik  S.  17. 

Z.B.  tio  Ükmo  7  »es  sendet« *  statt  ^  lAtuna,  äMs  neben  ^ 
•gehen«. 

d)  Vor  schwerem  t  treten  starke  Veränderungen  der  Gruadkuo- 
sonantcn  ein.' 

kOsit  z.B.  dtfo&i  ö  »Kauch«. 

Ii  >  «I,  z.  B.  jh'-jHM  7  »Brunnen«,  mdni  1  «Zinker«  von  dkün  «streiten** 
sigala  «Olnigbleiben«. 

|»l>jl,  s.  B.,>Sm  «verstecken«. 

yl>dM,  t.  B.  «Biffcfei  6  «Wasser«,  dtmo  5  «^hn«. 

Bemerkung  1.  Die  Aussprache  dj  statt  dt  halte  ich  li&r  Anlehnong 
an  das  Suaheli,  z.  B.  mdimadß  1  >der  Hirt«. 

H>dzi,  z.B.  mvcedzi  3  »Mond-,  (fctma  -auslöschen-,  mukdzi  1  »Er- 
aieher«  von        -erxiphpn« ,  mulongnrhi  1  •Fülir*'!'«  von  Irrngnln  -aiilulnen«. 

lli'>bvi  /..  ß.  6c?tmz  »tanzen-,  övimöa  »sclnvcllon« ,  vi  Prüf.  KL  H. 

Beiru'rknnp;  2.  Auch  statt  dieses  dz  wii-d  wif  lieiii  in  4a  er- 
wähnten diulekttüch  z  gesprochen.  i)t;m  anah)g  spricht  iiiaa  in  Manei-ouun{in 
V  statt  6r,  ßbrigeas  oft  auch  in  Kiserawe. 

Wird  4  unsilbisch,  so  ergeben  sich  dieselben  Konsonantenveriode- 
rungen ,  jedoch  flUIt  y  selbst  aus.  Nur  nach  den  Labialen  und  «  blabt 
es  meist  erhalten. 

>  AS  sehe  ich  in  der  h&u^en  Kausativeadung  -km.  VgL  kummua 
»heFsblaasen«  von  humuivko  «hinabgehen«*,  tanua  kaus.  von  lamka  «er- 
wachen«. 

p^a^/t/a  vermute  ich  nach  fyoma  -lesen«. 

y^a'>r/:a,  z.H.  ftrha  I^nusativ  von  aga  -vi'rlit'ren«  (?) 

i^a^dsot     B.  lonyodza         Kausativ  von  lohgota  •  vorangehen«, 
Udza  •         «    lihi  -weinen«, 

lagadza,  lagaza     «  ■  lagala. 

Die  relativen  Verben  auf  Ua  bilden  das  Kausativ  auf  ««eba;  «fea  Gea. 
KL  10  usw. 

>  vya  und  na ,  a.  B.  Gen.  Kl.  8  cya,  Issa  Kausativ  aa  law»  »herans- 
kommen«;  vgl.  -Vjfde  «alt«  vom  Stamm  B.  s^ala. 

e)  Vor  schwerem  4  werden  die  stimmlosen  Laute  zu  /,  die  stimm* 
haften  zu  bv  (bzw.  v,  s.  4d,  Bern.  2),  soweit  sicli  Beis|iiele  finden  lassen,  s.B. 

Ar«,    da/una  -kauen«  (vgl.  auch  unten  Gb). 

Bemerkung.  In  -•ffvM  «kurz«  liegt  wahrscheinlich  ein  Staoun  -kufi 

und  nicht  -küpi  vor. 

Iii.  fiiiua  »leliren " ,/f/ma  »besäuHieü-.yf/ya  »zähmen«, -schließen«. 
lu.  ndehvu  -Bart-,  vua  «Fische  fangen«, 
fi^  vula  »Kleider  ausziehen«. 


'  0och  wird  iti  j&ngercn  Bildungcu  beim  Nomon  ageutis  dieses  Gesetz  oicbt 
mehr  beachtet,  s.  B.  nuipAi  1  «Wlditer«  von  -MpAa. 
*  Wegen  des  r  «,  1 ,  4c 


MuMBor:  LingnifUsche  Stadien  in  OstslKka.  95 

f)  Wird  4  iinnlbtedi,  so  treten  dieselben  Verindeitingen  eio,  aber 
ff  Allt  atis,  s.*B. 

ku}a>/a^  z.  h. /a  -sterben«. 
pwa  >•  /Oy  z.  H.  fnnana  «gleichen«. 

rtt'fi      m,  7..  B.  rala  »Kleider  anzielien-. 

Ii  merk  ling.  Hcachtf^tisweit  ist  d.is  Kausativ  noyeiUtoa  von  nogekoa 
••gf'fallen»  ;  dzwa  ist  aus  /  -|-  .'/  +  ''"Q  eutstfliidcri. 

g)  VVenn  VtikaleinllüsNc  und  nasale  EinilüssL' /.u-saimnentreflen,  so  bleibt 
der  Nasal  nur  vor  den  stimmhaften  Frikativen  erhalten,  vor  den  stimmlosen 
fallt  er  aus. 

Dabei  ist  bemerkenswert,  daß  in  Übereiostimmung  mit  4a  n  +  > 
und  oieht  ndz  ei^bt,  dem  analog  ergibt  »  +    >  «tv  und  oidit  mfiv. 

Beispiele.   iU^>«a  vgl.  mcM  Kaus.  von  nMn  »riechen«, 

Agl>i»i  vgl.  nsigt  9  •Heuschrecke-. 

iidj^>iw  vgl. ywwa  'anleiten«  von ßmda  •lehren«. 

mh1'>mri  \'v^\.  mrjnmri  \  •2«&nker«  von  -fomJba  »zankeii«,  flmnMRPt  1 
•  Töpfer«  von  -umba  -formen«. 

Dns^elhe  Resultat  ergibt  sich,  wenn  Nasale  vor  die  durch  \'okaiein- 
llüsso  entstandenen  Laute  treten. 

Z.B.  lu-dzabi  11  »Strick«,  Plur.  tudbi. 

Dodi  wird  in  soleheo  FEOen  beim  Objekt  ^  auch  die  ursprüng- 
lidie  Tma  bdbeliaUen  und  der  Nasal  nicht  mit  dem  folgenden  Laut  ver> 
sehmolzen. 

Z.B.  Ab  nißaa  »er  liat  mich  versteckt«, 

ka  m  uka  »er  hat  mich  verlacht«, 

ka  fit  dzengeta  nanda   «m  liat  mir  ein  Haus  gebaut«, 

ka  ni  bmäa  »er  bat  mich  au.sgetogen«, 

auch  ko  nviza  »du  beluf^st  mich«. 

5.  Außer  den  Nasalen  m  und  n  ist  nach  n  nachzuweisen,  z.  B.  in 
nanda  9  -Haus  .  indessen  habe  ich  Ober  die  Entstehung  von  n  nichts  nach- 
weisen können,  abgesehen  von  -nira  »trinken«  (vgl.  üwa  im  Suaheli). 

II  entsteht  aus  m,  wenn  t  unsilbisch  wird  (vgl.  oben  3)  n-  uki  9  »Biene« 
neben  ti-iiftt  14  •Honig«. 

Wenn  m  von  «  gefolgt  wird,  hat  es  eine  leichte  volare  Artikulation 
eventuell  unter  Ausfall  des  w  (vgl.  die  analogen  Vorginge  im  Venda,  a.  a*  O. 
%  33,  8ambala,  a.a.O.  4c,  Nika,  Studie  VI,  5).  Doch  findet  keine  Inspi- 
ration statt. 

Z.B.  tutha  »gesandt  werden«  von  Anna. 

Vgl.  auch  mhwani  \^  »am  Strande«. 

n  s'ov  Nasalen  fällt  aus;  z.B.  hgahi  !<)  von  'ityahi  »wie  viel?-,  -mala 
-vollenden-  mit  ni  «ieh-  ergibt  mala  statt  'nmala^  -nxtnlui  «stinken-  mit 
ni  •ich  -  ergibi  uunha  stitt  *  nminha. 

Dagegen  bei  dem  Einsilbigen  -ritca  «trinken«  bleibt  ni  erhalten :  /«  /itm. 

miß  Kl.  10  von  'tte  «vier«  behilt  das  n-,  da  es  einsilbig  ist. 

iif  ist  als  IM  erhalten,  z.  B.  im  Suffix  des  Imperativ  (t-)m,  ffokni  «geht« 
von  «Ip'ob. 


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96  Mmmor:  Lbgafatisdie  Studien  !n  OstafHlta. 

ni  'le-*  T>nl{j\tiv  fliiile  it'll  nur  in  fhhtpam  »am  Strande«,  Has  »inter 
Suahelieiiulub  entstanden  ist.  Die  Lokativpräfixe  Aa,  ku,  mü  sind  vor  dem 
Nomen  erhalteu  (s.  unten  8  a). 

ti.  Von  and  er  weiten  Lautgesetzen  ist  nocli  folgendes  zu  er* 
wähnen. 

a)  Ähnlicli  wie  das  /  durch  vorlieiigehendes  t  xu  I  wird  (s.  oben  1), 
wird  Ith  bzw.  k  gelegentlich  nach  einem  Vokal  zu  k, 

Z.  B.  kikha  mala  »wenn  es  fertig  ist«.  Hier  wird  das  kh  oft  wie  k 
und  X  gesprochen. 

Diese  Einflüsse  der  vorhergehenden  Vokale  auf  die  Konsonanten  sind 
im  Bantu  ungewölmlich,  in  den  Uamitensprachen  regelmäßig. 

h)  Besonders  wtchtip;  ist  da«?  Dalilsolie  Dissiinilntionsgesel/-. 

Danach  werden  die  ursj)riinglicli' ri  Expln-vn  Innfe  k,  i,  (>  ä)  stiinm- 
hfl(t,  wenn  in  der  folgenden  2Silbe  ein  ebeusulcher  stimtuloser  Explosiv- 
laut  steht 

Z.B.  gathe  »Brot«,  Suaheli  mkaU'^\  yati  -Mitte" «  Suaheli  kaä, 
"ffuki  »kurz« ,  Bantu  kußi  {s.  4  e) ;  -i^tha  «satt  sdn« ,  H«rero  4tiaa  dasselbe. 
'dathu  »drei«,  Suaheli  -IsIh. 
•dUha  •streiten«,  Suaheli  •Ms. 
f»-Mb'3  •Baum«  (vgl.  Konde  jn^-liAib' 4  »Baume«). 
-ioAa  -hekommen«,  Suabdi  «/mAi,  vgl.  baho  16  »dort«  urspr.  *popoi. 
Dasselbe  Gesetz  n^U,  wenn  der  erste  Konsonant  mit  Nasalen  ver» 
bundeu  ist. 

Z.B.  fik.  nguku^  -Huhn«,  n^A«  9  «Augenwimper-, 

«/.   miailiu  10  »drei«. 

mp.   mheho  9  "Wind  ,  mfntlw.  »icli  niü^e  voibeigelien«. 
Es  gilt  ferner,  wenn  der  /.weite  Konsununt  durch  Vokaleiniliis.se  tVika- 
tiv  geworden  ist. 

Z.B.  da/una  «kauen«»  Bantu  -ioM^  (s.  4a). 
ti'ha»»  8  •Zwillinge«,  Bantu  'pata, 

1st  der  erste  der  beiden  Konsonanten  durch  Vokalein0(lsse  frikativ 
geworden,  so  wird  er  unter  dem  Einfluß  dieses  Gesetzes  stimmhaft. 

Bemerkung.  i1  Tscheinlicli  war  der  wirkliclie  Vorgang  so,  dafl 
die  Explosiva  erst  stinnnhnt't  wurde  und  dann  frikativ. 

Z.B.  mavutha  (>    Fett-.  Bantu  mak^ia. 

btnka    ankommen«  ,  Bantu  pika. 

c)  Assimilation  fitule  ich  in  .mo  5  «Auge«  statt  *dsito.  Der  Plural 
lautet  me^o  statt  *ma-  iso  sinkt  *  rna-  (hLso. 

Vokulassimilation  ist     B.  beim  »Artikel«  zu  beobachten  (s.  unten  8a). 

d)  Der  dynamische  Ton  liegt,  soviel  ich  sehe,  auf  der  vor- 
letzten Silbe. 

Musikalischen  Ton  glaube  ich  beobadttet  zu  haben  in  kkdttäimm 
»er  sendet  mich«  und  kkofttkuma  »du  sendest  mich«. 

Das  erstere  hat.  soviel  ich  meine  gehört  zu  haben,  hohen  To«. 
Der  Spredier  reißt  dabei  die  Augen  auf  und  wirft  den  Kopf  etwas 
hinten&ber. 


Mamaor:  Uaguistisclie  Studien  in  OstafrUuu  97 

7.  Eine  Amabl  Fremdwörter  sind  aua  dem  Suftheli  eingedrungen 
(s.  oben  1),  elue  Anaabl  auch  aus  dem  Arabischen,  z,  B.  dtßidi  «m^r*. 
Dieselben  haben  zum  Teil  staric  die  ursprüngliche  Bedeutang  gdbdert, 

X.B.  habaÜi  «warum?«  entstand  aus         «Gesdiichte«  unter  Vermittlung 

von  habctri  g<uüi  »wie  stelits?«  im  Sualieli.    hata  aus  arab.         «bis«,  iiier 

in  der  Bedeutung  «aueh«.   hU»  aus  arab.  »1^,  *fnA,  schuldlos«,  Suaheli 

bum  >ainsuii.st> ,  hier  bei  <]er  Verneinung  im  Gßbt-auch  (s.  unten). 

Wie  vollständig;  Fremdwurter  assimiliert  werden ,  beweii>t  mhiya  Plural 
nach  Kl.  10  (s.  oben  3)  von  /«ptg^  »Rupie«,  indem  /»•  als  Prifix  Ki.  11  an- 
gesehen wird. 

Mit  diesen  Freiiidwtuteni  sind  einige  fremde  Laute  »•intrf'drungen. 

Z.B.  ^  in  dein  Verbuiii  isn  .vol!(;ii(l<-ii«  (Suaheli),  iserini   »zw aiiz.i^« . 

Ferner  finde  ich  bei  Worms  nhyupa  »Flasche«  (Suaheli  tiupa)  .sowie 
njfheze  Fibel  S.  58.  Den  hierdurch  bezeichoetea  Laut  habe  ich  selbst  nicht 
gebort  und  kann  deshalb  nicht  angeben,  was  Worms  meint  Wegen  ^ 
siehe  4  d,  wegen  ph  und  p  siehe  1. 

8.  Zur  Grammatik, 
a)  Das  Nomen. 

Kl.  1  imf-  («(-),  Kl  2  «Ni-,  Kl.  3  «m*-  (m-).  Kl.  4  m»-,  KL  5  ohne 
Prftfix,  Kl.  6  imi-,  Kl.  7  fti-.  Kl.  8  «k.  Kl.  9  A-  vor  Vokalen,  sonst  il-,  n-, 
m-  nach  den  Lautgesetzen  in  2,  KI.  10  wie  Kl.  0,  KI.  II  /u-,  Kl.  1*2,  13 
fehlen.  Kl.  14  ti-,  Kl.  \b  ku-.  Kl.  \i\  ha-,  lU.  17  üw-.  Kl.  18  mu-  (m.). 

Vor  dem  Verb  um  lauten  die  Präfixe: 

Kl.  l  ya.  Kl.  3  KI.  4  i,  Kl.  6  di.  Kl.  b  ga.  Kl.  9  t,  Kl.  lÜ  dzu 
Bei  den  übrigen  wie  oben. 

Kl.  ä  i.st  Vergrößert mg^kifisse,  %.  B.  (U  kulo  -der  große  Wald«. 
KI.  5  neben  muhulo  3  >WaId«.  Es  tritt  auch  nach  dem  Nomen  andrer 
Klassen  ein,  wenn  esdcbum  große,  wichtige  Dinge  handelt,  a.B.  tiku 
dimonga  »eines  Tages«  statt  säht  wurnga» 

In  vielen  F&ilen  wird  das  Nomen  mit  »Artikel*  versehen.  In  KI.  1 
und  2  lautet  er  seltsamerweise  «,  ebenso  In  Kl.  4  und  9  unter  dem  Einfluß 
der  Vokalsssimilation.  Kl.  0  hat  ga  mit  erhaltenem  konsonantischem  .'\nlaiit 
(a.  GrundaQge  8.  3()f).  Kl.  5  nimmt  das  sonst  abgeworfene  Präfix  tU  wieder 
an,  ebenso  Kl.  10  däf  z.  B. : 

Kl.  i  •  mkasano  .der  Mann«. 
Kl.  3  u  mthego  >die  Falle«. 

Kl.  "2  /  wanhu  "die  Leute« ,  i  wakhulu  ■die  Alten«. 

Kl.  9  '  riii»ra  .dt'r  Hiiiul»,  Kl.  ü  ga  madjani  »das  Gra^«. 

Kl.  4  i  iiiiliiti/o   "die  Fallen  ■. 

Kl.  6  di  aoro  »die  Insel«,  di  koko  »der  .\ffc«  usw. 

Kl.  10  dd  «Sorna  -die  Tiere«,  dsi  mhiya  »die  Rupien«  (Pbir.). 

Die  Lokativendutig  fand  ich  nur  in  liihvcani  «an  der  Küste«  ,  da^  uns 
dem  SuaheK  stammt. 

Im  übrigeu  treten  hier  nodi  die  Lokativ|ir&fixe  auf,  s.  B.: 

ltiil^d.Bm  fi Orient. Spiwlicn.  IMT.  ULAbl.  7 

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08  Mkikhoii:  Liuguistiäclie  Stadien  iu  Ostafrika. 

ha  soJo  16  »bd  der  Insel«. 

ku  di  solo  17  «zu  der  Insel ■. 

VHt  di  hulo  18  *in  den  großen  Wald«. 

Tritt  hn .  ht .  mn  vor  das  Pronomen  possossivmn ,  so  tritt  mtc  da- 
zwischen, 7..  15.  ku-mu  -ao  »zu  ilincn  >  (vtz;l.  den  iihnliciieii  \'oru:;ini;  im  Kunde). 

Die  Tiere  werden  wie  in»  Siiaheli  nach  den  Mensch euk lassen  koo- 
stniiert,  ich  finde  sogar  i  tcanama  «die  Tiere«. 

SäiutUche  Vokale  kommen  als  Endung  der  Zsouiina  vor,  z.  B.: 

€u  mmma  1  «Kind«. 

«*  müfe  9  •Heuschrecke«. 

i,  nuki  9  »Biene«. 

I.  mdui  1  »Zioker«. 
o.  ähondolo  9  »Schaf«. 

II.  munhu  1  «Mensch«, 
ti.  rtdebvu  U  «Bart«. 

Dil'  Adjektiva  nehmen  das  Präfix  iu  der  Forin  an,  wie  es  vordem 
Nomen  steht. 

Z.B.  mw-ana  rn-dodo  -ciii  kleiner  Knabe". 

Kl.  5  hat  kein  l'rätix  nu-hr,  z.  B.  isolo  khulu  »die  große  ln.<!el.. 

AuSerdem  gibt  es  eine  Reihe  von  Verben,  die  zum  Ausdruck  adjek- 
tivischer Konstruktionen  gebraucJit  werden,  z,  B.: 

nko  $pAtlr  9  »eine  reife  Banane«. 

füb  dgqtkUe  10  »reife  Bananen«. 

madsungxca  gep^h  6  «reife  Apfelsinen«. 

Die  Zahlwörter. 


Stamm 

KJ.  9  bzw.  10 

-riumga ' 

imunga 

-'bili 

mhili 

-dathu 

ndathu 

tme 

'ihano 

nhano 

9ita  (W.) 

setba  (W.) 

ntme  (W.) 

kertda  (W.) 

mUmgo  «zehn«  ist  Nomen  nach  Kl.  3,  Plur.  milongo.     Nach  Woniii 
ist  auch  kumi  \m  (It  ln  auch.    Dementsprechend  lauten  die  Zahlwörter  fur  dif 
Zehnei  /.ahlen  mitonyo  mi'bili  «20«,  müongo  midathu  »30«  usf.    nülomgo  knm^ 
.100.  (\V.). 

Das  ZahIwoi*t  -immya  »t;ins«  erhält  stets  pi\>nomin«le  nn«!  nicht  no- 
minale Präfixe.    Die  andern  erhalten  nominale  Präfixe  wie  di«:  Adjektiv». 

Z.B.  imonga  1  u.  9  «eins«,  umonga  3  fteins«,  dimcMi^  KU  5,  abo* 
mt>*6i/i  4  »Ewei«,  fnt-db/Au  4  »drei«  usfl,  ma-^bäi  6  «iwei«. 


t  WonoB  hat  •m«w  und  -mteni^,  anfierdem  mMf  (Suaheli).  In  deft  Totw 
ersehdiit  aneh  -modfa  (Suaheli). 


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Mtnra<w:  Xatigabtisdia-  Stadien  tn  Ostoinka.  99 

Aufier  'fnonga  erhmtten  ftber  einige  unbestimmte  Zahlwörter  bzw. 
Pronomina  pronominide  Prftfixe. 

Z.B.  'OM  «alle«,  yoM  4,  9;  »om  10  (s.  unten  beim  Pronomen  per- 
sonale Mim»  Mow  >wir  alle«). 

-injfine  «ein  anderer«  hat  in  Kl.  9  lini^cM  (nominal),  KL  4  ingine  (pro* 
nominal). 

-enf  »besitzend«  bildet  Kl.  1  nmtne. 

h)  I)if»  Pronomina. 

Die  Pro nom i nalstä m nie  der  veiüihiedenen  Klassen  sind  folgende: 

Kl.  1  i,  2  tc/i,  3  4  I,  ')  rfi,  f)  ^a,  7  An',  8  i»,  l)  *,  10  dsi^ 
11  lUf  14  u,  l.'>  Am,  1*1  /la,  17  ku,  18  mu. 

KL  1  bat  vor  dem  Verbum  statt  i  regelmäßig  ya  bzw.  a ,  io  erzählen- 
dem Tempus  ka.  Dies  halte  ich  fttr  eine  Verschmdsung  des  Prifix  Uta 
mit  a  (v^.  Pokomo  a.a.O.  8.215,  ZiguU»  Studie IX,  10b  sowie  unten 
2.  Pers.  Sing.  ku). 

Die  Form  i  f&r  KL  1  ist  verroutUcb  verwandt  mit  Suaheli  y»,  doch 
VgL  i-  als  -Artikel-  bei  Kl 

Neben  i  findet  sich  auch  jpt,  wohl  unter  Suahelieinfluß. 

Diese  Stimme  stehen  als  Ht^lnti vpronomen  vor  dem  Verbuiu. 

Z.  B.  di  koriflo  (U  ija  btiaya  kit  yn  tjnfHp 

Der  l*fad,  auf  den»  n-  f»e^anf;('ii  \v;ir;     wd  sie  liint:<'j;aii<:;»Mi  ist. 

Die  erste  Stufe  der  De  m  o  »  s  lia  tiva  wird  uiit  aulnuU'nd«.'iH  \  okai 
gebildet.    Ich  habe  nur  aha  Kl.  l<»  gefunden. 

Bemerkung.  Auch  die  Verdoppelung  kommt  vor:  haha  16  »hier« 
statt  *haha<,pafa  nach  Dahlschem  Gesetz. 

Statt  dieser  Form  wird  fast  allgemein  die  Form  mit  suffigiertem  -no 
gebraucht,  z.  B.  KL  1  uio,  KL  3  tmo,  KL  5  dbio,  KL  G  pano,  KL  7  hmOf 
KL  8  emo,  Kl.  10  dzinn,  KL  16  Arno,  KL  17  Awno  usf. 

\'on  reduplizierten  Können  finde  ich  nur  jfuytmo  1  in  Anlehnung  an 
Sualielifonnen. 

Die  /write  Stiifr  der  I)  p  in  o  n  s  l  r  a  f  i  v  a  s»iffipirrt  -o. 

Das  rrgil)t  zunächst  die  loniKMi,  die  Wmiiis  als  K('!ati\a  Iir/.f^irhnpt. 

K.1.  1  yo.  Kl.  2  o,  ICO,  KI.  :)  f>.  Kl.  4  yo.  Kl.  10  ih<>.   Kl.  1».  /„,  usf. 

Die.'^e  Formen  werden  aber  nur  demon.strativ  gebraucht  in  \'erbin- 
dung  mit  m  (vgl.  Worms  S.  298).  hemh»  ka  uli  nako  «der  Platz,  den  du 
hast«.  Hier  ist  niclit  -ko  Pronomen  relativum,  sondera  das  Aa  in  Aa  tUi 
(s.  oben  diese  Pronomins).  Der  Satz  heißt  wortlich:  »der  Platz,  welchen 
du  bist  mit  ihm«. 

Mit  anlautendem  Vokal  unter  Beachtung  der  Vokalassiniilation  ergeben 
sich  ferner  Formen  wie  iro  (.statt  i-vi-o)  Kl.  8,  aho  KL  D*. 

Mit  Reduplikation  der  Stannmilbe  ergibt  sich  z.B.  Kl.  Ö  bvUtvo,  vwOt 
Kl.  Di  bal,o.  Kl.  17  hd-o.  Kl.  18  mmo. 

Mit  präfigierteni  /<  fitule  ich  Kl.  1  /iryo,  Kl.  2  heo  (statt /t€ - ico) ,  Kl.  10 
haho.    hißo,  hicyo  8  ist  wühl  Anlehnung  aus  SuaJieli. 


*  Worms  hat  hier  fälschlich  di,  das  KJ. ;»  als  Vcrgrößcruiigspräfix  ist. 

7* 


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I()0  Mkimhof:  LuigitiälUche  Studien  in  Oslafrikji. 

Die  dritte  Stufe  sufligiert  -dja,  z.  B.  Kl.  1  idja^  Kl.  3  ndfa,  Kl. 6 
diM^,  Kl.  8  vifija.  Kl.  16  hadja.  Kl.  18  ttmdja  usf. 

Mit  Vükalischenr  Anlaut:  Kl.  5  idtdja ,  Kl.  8  iridja  nsf. 

Mit  Reduplikation:  Kl.  ^>  idjaidja  tisw. ,  Kl.  I*'-  bah'idjn  -(loil-. 

In  aiif  II  .stiittii  kann  rin  ä>  pi*äligiert  werden  iui  ^inne  von  «da;«  uis 
z.  B.    1.  Kl.  1  aiiu/t  Kl.  8  avino. 

II.  KL  5  adjOf  Kl.  8  at?o,  Kl.  10  azoy  Iii.  17  ako  usf. 
III.  Kl.l  ait^'a,  KL  8  midja  iisT.^ 

Die  pronominale  Kopula  prlfigiert  n  (bxw.iu)  vor  dfe  Formen 
der  twdten  Reihe  auf  o. 

Z.B.  MPO  3»  ^igo  6,  ik»  9  usf.  statt  h  +  ibo,  n  +  ^,  n  +yo;  für  KL  1 
finde  ich  nie  »das  ist  er«. 

Doch  wei-den  auch  die  FronominalstSmine ,  verbunden  mit  a,  selir 
viel  als  pronominnlf  Kopula  verwandt,  wobei  in  Kl*  1  tnerkwQrdigprweise 
/ca  in  Ciebraueh  ist  (s.  unten  kxoahi^). 

Z.  B.  thtca  harnt  »wir  sind  hier>. 

Die  i'ruiiuuiinu  in terrugati va  werden  mit  sui'tigiertein  -Hki  g«* 
bildet  (Worms  S.  300). 

Z.B.  yaiaui  1  «welcher?.,  teiMif  2,  vUhif  3  usf. 

Merke:  tiAoma-hahal^  »warum?«  (s.  oben  7). 

fMMt7  »wer?«,  ^foml  »wis?« »  vemmtlieh  entstanden  aus  ^  KL  7  unl 
•m  (vgL  Suaheli  wudt  «was?«). 

Zu  yakil  1  »welcher  Art?« ,  tcakif  2,  tedh'f  3,  }fdeif  4  usf.,  vgL  WolC 
Kingasprache,  Berlin  190.'..  §  ISd  -/•/?  »was  fur  eine?» 

fncahi  «wo«  wird  verbunden  mit  pronominalen  Fk-ifixen  in  der  Kom 
des  eiTählenden  Tempus: 

kakwaiui  I  »wo  ist  er?«,  icakicahif  2,  icaktcahii  ;i,  yakwahit  4  ib£ 

•  Wie  viel?«  heißt  -ngahi,  es  nimmt  iiouiinale  Präfixe  an. 

Z.B.  wahgahii  1,  miüyahii  4,  nyalut  10  usf. 

Das  Prunomen  personale  ubsolutuui. 

Siiig.  ,  Plur. 

iMR«  ich  rtiBrfilw  wir 

gwegu»  du  WMwmiae  ihr 

FQr  die  dritte  Peraon  werden  Demonstrativa  gebraucht.  ysfOt  w 
bei  Worms  halte  ich  fQr  Suaheli. 

Außerdem  finden  sich  Formen,  die  nicht  redupliziert  sind,  aber  »nefc 
durch  •«  verstirkt  weiden  können. 

»tjVt      ich  MioM,  lilwe  wir 

jnew,       du  meegf.,  «iimv,  mimf  Ihr. 

Statt  der  dritten  Person  erscheinen  meist  die  Demonstrativa  hego  KL  L 
h€o  KL  2. 

Merke:  IAwm  Aonr  »wir  alle*. 


1  Neben  yw^o. 

*  Der  veiWe  Charskter  dieses  a  sdieint  aus  dieeem  Gebrauch  bervonmebait 


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Meinbof:  Linguistische  Studien  in  Ostafrika.  101 

D«8  Pronomen  personale  conjuoetum. 

Srng.  Pliir. 
ni,  n  ich  t/in  wir 

fi  da  m  (mwf)  ihr 

n  versciiinilzt  mit  dem  folgenden  Kon.soiiniiU^n  nach  den  Gcsetr.en  ia 
3  und  5,  vor  Vofcel  lautet  es  n  (s.  3)»  doch  vgl.  nkah  ni  wathunule  wanh» 
•ich  hatte  die  Leate  geschickt". 

u  wird  hittfig  durch  das  FiHfix  kth  m  kih  (s*  unten  c  Prisens). 

Für  die  dritte  Persoo  treten  die  ProDoniinalstimme  ein. 

Als  Objekt  ei'scheinen  dieselben  Formen ,  jedoch  hat  die  «weite  Per* 
son  im  Singular  kn,  im  Plural  tea,  die  1.  Ivl.  m  (mw,  mu). 

Die  2.  Fers.  PInr.  hat  im  Imperativ  das  Suffix  -m',  -im.  Dasselbe  er- 
scheint auch  im  Finnl  hmdmi  (statt  londa-ini  «liebt-). 

Wegen  der  I.  Pim-s.  Sinf^.  als  Objekt  s.  auch  4g. 

Z.  B.  m-thnmem  »ihr  möi;et  schicken«. 

Das  Pruuumen  reflexivuin  lautet  -i. 

Z.B.  no-i-Imda  »ich  liebe  mich*,  n-i-ßsa  »ich  lialu*  mich  ver- 
steckt«. 

Das  Pronomen  wird  auch  resiprok  gebraucht  (vgl.  unten  Geschichte  1). 
wäkSa  «sie  liafiten  sich  gegenseitig«. 

»Ich,  du,  er  allein«  wird  mit  Hilfe  von  -jpafta  ausgedrückt 

>il'U-yf>kü  »ich  allein«,  u-H-yeka  «du  allein«  usf. 
Daß  die  Formen  urspr.  verbal  sind,  liegt  auf  der  Hand. 
Das  Pronomen  possessivum  mit  geoiUvischem  a  lautet  wie  im 
Suaheli: 

-ufif/u  .mein«  -ethu  -uuser« 

'oko  »dein«  -mu  »euer« 

'Oke  «sein«  -ao  -ihr« 

In  manchen  vielgebrauchten  Vorbinduugen  kommen  auch  kürzere 
Formen  vor. 

Z.B.  •«  *sdn«  in  hakmf'B  »nadh  Hause«,  «in  sein  Haus«, 
c)  Das  Verb  um. 
Die  Verbalspexies. 

'fJea,  -ika  intrans.,  üneka  «erscheinen«  von  ona  »sehen«. 

•tika  invers.  inXnm. ^  fungtJca  «offen  sein«,  kmtguka  «weniger  werden«. 

~pa  '> -ha  denom..  7.  B.  neneha  «dick  sein«,  so  auch  in  ihila  «hassen* 
von  urspr.  ri  «böse«,  also  •höse  sein  auf  jemand«. 

.|^a>«^  häufig  als  Kausalivendung  (s.  oben  4g),  licUa,  bmffodsa 
adza  usf. 

Mit  -Ao  verbunden  gibt  es  -ifo. 

-als  medial,  z.B.  vala  »sich  Kleider  anneben«,  than^h  »kriedien«. 
Muflge  r^tive  Endung,  z.B.  ids^  von  «2m  »kommen«. 

-ofti,  ««is  invers.  trans.,  z.B»  Juiigtda  •GlTnen«,  mtds  »aufheben«  (vgl. 
bei  Steere  opoh  «losbinden«  von  opa  «binden«),  imila  «Kldder  ausziehen«, 
hmdula  »umdrehen«  (vgl.  humnla  «sidi  ausruhen«,  loiigeia  «vorangehen«, 
kunffvla  «weniger  machen«,  dondtda  «sammeln«). 


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102 


MnNHov:  Lingnistuche  Stndieii  in  OstafniM. 


'fta,  z.B.  in  da/nnn  «kauen«, 
-ana  reziprok,  liKuiig. 

•ma,  K.B.  gvdema  •  zittern*  mit  nicht  nachzuweisender  Funlttioii. 
nana  Stativ ,  z.B.  ^gtmUa  >sich  anlehnen*,  mamUa  -sich  beog^*. 
Die  Tempora. 

Das  P risens  wird  mit  dem  Priiliz  o gebildet  (s.  Worms,  a.  a.  0. &3(y2. 
II.  2  a). 

no  thnma  ich  sende  Mo  thiima  wir  senden 

A'o,  tbuma  du  sendest  mo  Ihuma  ihr  sendet 

Ki.  1  Aro*,  2  wo.  3  xm.  -1  jo,  da,  6  yo,  7  tso  (|^'e»},  8  oyo,  1^  />, 
10  dzoy  11  /o,  11  trr;.  1.»  ko.  1<»  A/^.  17  ko,  18  mo. 

A"o,  2.  Fers.  Sing,  und  Av;'  Kl.  1  unterscheiden  sich  nur  durcli  die  lon- 
höhe.  Das  Ar  dieser  beiden  Formen  erklärt  sich  wie  da«  k  in  den  unten 
aufgeführten  Zeilen  daraus,  daß  Aa  urspr.  »geben»  als  HUfszdtwort 
braucht  ist,  und  daß  das  Pronomen  urspr.  vor  und  nach  ka  stand;  ha  ist 
in  den  anderen  Formen  verschwunden  (s.  Pokomo,  Zigula).  Die  Form  hal 
auch  futuriache  Bedeutung  (s.  Worms  2  g).  Sie  kann  auch  -ga  suffigieren 
zum  Ausdruck  der  Gewohnheit  (s.  Worms,  a.a.O.  S.  302,  II.  1  a).  Nxch 
Wonns  2h  wird  sie  von  -khala  «sein«  gebildet,  um  ein  uuischreihendes 
Futurum  aus/udrilcken:  kwidza  nokhala  nihmia.  Kine  Verf^angenheitsfonu. 
die  ich  bei  Worms  nur  in  ZusammensetzuQgen  finde  (s.  dort  2c  und  2b) 
lautet  (Worms ,  S.  302 , 1 1 . 2  d) : 

ni  thnma  thu  thuma 

ku  thuma  m  thuma 

Kl.  1  ka.  2  wa,  3  m,  4  i,  .'>  dü,  6  j^,  7  Art,  8  vi,  9  i,  iO  da^  11  Ar« 
14  u,  15  Ar«,  1'.         17  Am,  18  mu. 

Den  K  (I  n  di  liii  na  Iis  hat  Worms,  8.304  unter  I\\  1.* 
tu  ha-  thuma  »wenn  ich  sende«,  thu  ha  thuma  »wenn  wir  senden«. 
11  ha  lAuma  »wenn  du  sendest*,  mu  ha  thuma  «wenn  ihr  sendet«. 
Kl.  1  ga.  Kl.  2  10«  usf. 

Der  Perfekt  stamm  wird  mit  der  Endtmg  «tiSp  gebildet,  z.B.  -4kim^ 
von  Mmum. 

So  regelmißij;  die  Zweisilbigen,  z.  B.: 

"dumha  »sicli  fürchten*  -dtmiUe 

•wissen«  -Aa«^ 

-lola  »sehen«  •lolile 

•mana  »wissen«  -manilt  U8W. 

-ona  «sehen«  bildet  oitih  neben  -«a«  (vgl.  ähnliche  Formen  im  ^sdi« 
baU  und  Konde). 

bea  »scheren«  hat  beije. 

1  Er  steckt  in  dar  mnachreibenden  Form  kviSdaanAa!mtäa  »wean  ich  liebe«. 
aoSerdeni  gibt  Worms  ala  negative  Ftntn  NjAolnaa  «wenn  idi  nidit  liebe*  i  iL  h' 
■wenn  ich  mich  weigere-. 

^  Worm.x  sriiiribt  l>n,  Maaß  ka,  z.B.  ikatika  anter  76;  kikamala  77.  kh 
tiabe  Aa,  )(u  und  k/ia  gehört. 


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MmNHov:  Liiignistisehe  Studien  fn  Ottafrika. 


103 


Die  Kinsilhigeii  merke  man  besonders: 

•gwa  -faUeii«     hat  'ffwile 

•moa  •trinken«   «  'Awele 
•essen«      •  -dlfe 

'/a  •sterben«     •  ^ 
Die  Mehrsilbigen  verwandeln  einfach  schließendes  -a  in  >«: 

•^^unguia    bildet  •/ungt^ 

•gudma  •  -gudme 
'Wgehoa       •  ^togeboe 

•nof}ffi:rtca       •  -nfxf^dstcf 
-iayusila         -  -Uujusile 
-tamlnila  -tambale 
Von  diesem  8tauiiii  werden   verschiedene   /eilen  gebildet  (s. 
Worms  II»  2b): 

tuhndU»  »ich  liebte«  Mw  londÜfe  >wir  Hebten« 

«<  knüh  »du  liebtest«  m  bmdäe  «ihr  liebtet« 

KU  1       Kl.  2  «M  usw.   Ferner  Worms  II,  2f: 

1.  Person  nhaila^  nmdUe  -ich  hatte  geliebt«         Ifttt  khaia  thu  kmdüe 

2.  ■      h/  khnh  n  londile  •do  hattest  geliel)t«   m  khala  m  hndits 
Kl.  1  ka  khala  ya  londile,  KI.  2  tra  Ar/ui/a  tea  kmdÜe. 

Worms  fnliit  unter  II,  "Jk  noch  ein  Futurum  exactuui  Auf,  das  ich 
selbst  nicht  gehüi  t  h;dip,  dessen  Vorhandm^f  ln  ich  alif»r  nicht  bezweifle: 
THikhala  n(>ndilp  »ich  \\  rnli*  [fflirlit  \\(*rdrn« 
kokhala  ulondile  »du  wir.st  gelielit  werden« 
kokhala  yalondile  »er  wird  geliebt  werden«  usw. 
Mit  der  Endung  -e.  wird  der  Final  gebildet,  S.304  (Worms  III,  1),  z.  B.: 
nhttme  «ich  will  senden«         Mv  ÜmtM  •wir  wollen  senden« 
nj  ihum$  »du  willst  senden«      m  fhumnu  «ihr  wollt  senden« 
Kl.  I  a.  Kl. 2  wa.  Kl.  3      Kl.  4  t  usw.;  Kl.  14  t/  usw. 
nh  steht  statt  «M  nach  dem  Lautgesetz  3.     thumeni  in  der  2.  Fers. 
Plar.  wie  im  Imperativ.    Die  Bildung  ist  auch  sonst  im  Bantu  nachau- 
weisen  (s.  Grundzuge),  t 
Merke:  kitjole  has  .I;iPt  iin«^  p:ffion«,  auch  Ims  kitjole, 
Aucli  der  Final  kann  durch  -ya  vei'Stärkt  werden,  z.B.:  u  Umey»  »du 
mögest  immer  iiacken«. 

Worms  hat  außerdem  noch  einige  zusammengesetzte  Formen 
(S.  303,  II,  2i),  «Futurum  im  Relativsatz«: 

y<mda  nonde  «ich,  der  ich  lieben  werde- 
ymdb  vionde  »du,  der  du  lieben  wirst« 
jßtmda  aiond»  »er,  der  da  lieben  wird« 
vemda  hdonde  »wir,  die  wir  lieben  werden«  usw. 


'  Worms  hat  hier  a  »tatt  ya, 

■  Wonns  schreibt  nA,  was  «ehon  nach  Lant)ehre3  falsch  ist.  Ich  habeaneh 
ganz  sidier  Ah  gehört. 


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104  Bfanmov:  Lmgaistische  Stadien  in  Ottafnbu 

Ferner  S.  304,  111,  2.  «K  opiilatives  Präsens  des  Kooj unkuvs«: 
halondi' '  thukalonde 
ttkaUmde  mkalonde 
Kl.  1  yMomk      Kl.  8  wtMomh 
usw. 

Ferner  8*304*  IV,  2,  •Futttrum  des  Konditional«:  smuHnatii 
•ich  würde  lieben« ,  tan^vlond»  «du  wOrdest  lieben« ,  Kl.  1  sambijfidoiidt  usw. 

Der  linj)erativ  (Worms  X):  londa  »liebe-,  landeni  »liebet«* 
Als  Modus  relativ  US  finde  ich  bei  Worm*^  II,  i,  h: 
indonda,  humda  •ich,  der  ich  liebe«        uihulonda  «wir,  die  wir  lieben* 
yfdonda  »«lu,  der  du  liebst«  umhmda  Ahr.  die  ihr  liobt« 

fjnlonda^  »er,  der  liebt-  uwalonda  -sie,  die  liebet« 

usf.;  z.  B.  di  yahiiaga  5  -aui'  dem  er  ^e^^aii^en  war«. 

So  aucli  xfi  amxcene  -ab  er  ihn  sah».    Hier  ist  vt  l'ron.  reiat.  Kl. 
und  Steht  statt  -als*  wie  Suaheli  -po-  (vgl.  das  Futurum  im  Relativsate  oben). 

Aufier  diesen  Formen  gibt  es  naturlieh  noeh  wdtere  Umaehrei- 
bangen;  Worms  l&hrt  s.  B.  an: 

*meJa  hdonäa  »ich  babe  gdiebt« 
hu  mofa  häonda  >da  hast  gdlebt« 
ha  makt  hdimäa  »er  hat  gdli^t« 
at£ 

Du-  Form  ist  (ladirrch  beachtenswert,  daß  im  Suaheli  ans  dner  Iha* 
liehen  Umsclireiliung  das  mit  -mr-  «»ebildetp  Perfektiun  entjitaiidea  ist 
Die  uegativen  Forin«Mi  de.s  Indikativs  präligieren  ha. 
In  der  1.  Pers.  Slnp:.  P'bt  Aa  +  ni  >•  si  (vf^l.  Wonns  II,  2a): 
si*  thuma  -ich  sende  niclit«  hathu  thunta  -wir  senden  nicht« 

hu  (ftwma  «du  sendest  nieht«  harn  Üiuma  «ihr  sendet  nicht« 

Kl.  1  Aa,  Kl.  2  Am»,  Kl.  3  hmi  usw.* 

Die  Form  Icann  durch       versttrlit  werden,  z.  B.  «  tkumaga  uiw. 
Das  Perfekt  um  ergibt:  ci  Amnil»  »ich  habe  nicht  gesandt«  usw. 
(vgl.  Worms  II,  2b,  d  und  IV,  I). 

Außerdem  hat  Worms  allerlei  Umschreibungen,  a.  B.: 
sikhala  nilonda  -ich  liebte  gerade  nicht« 
nhala*  silandilc  «ich  liattc  nicht  geliebt« 
mkhnh  mnidl/r  "icli  werde  niclil  geliebt  liabcn« 
Die  Furiii  *i  na  londa  »ich  habe  noch  nicht  geliebt-  verdient  Unsoli- 
dere Beachtung. 

Sie  findet  sich  auch  bei  Steere,  a.  a.  O.  S.  16  baiut  Aanabmra  »er  ist 
noch  nicht  zurfiekgekommen«. 

Ebenso  in  der  Fibel  S.  62  sktammma  »ich  habe  ihn  noch  nicht  gesehen». 

Die  Formen  des  Konjunktivs  werden  durch  verneint  (Womts 
III,  1,  2): 

1  JedenTalls  iÜiaUmit. 

2  y „londa  halte  idh  fllr  einen  Dmeklbhler. 

^  Nach  Worms  aach  hi  thttma. 

4  Worms  nhala  s.  oben. 


^  j  .  ^ci  by  Google 


MstNao»:  Lingvbtisdie  RUidten  In  Ostafnka.  105 

sikii  mlonde  -ich  inöf»«  nicht  lichru«  (nach  Worms  auch  smhuKic) 
siku  uhnde.  »du  inöf^c^st  nicht  licbcii«  (nach  Worms  auch  mulonde) 
siku  yalonde  -er  möge  nicht  lieben •  imv. 

Worms  hat  «ba*  auch  die  Form  ohoe  h»,  x.B.  Fib«l  8.56  Bhrohm 
•sie  wollteo  nicht  herauskommen«. 

Das  Passiv  wird  durch  Anblngung  von  hm  gebildet. 

Daneben  erachmt  auch  die  vollere  Form  «a^wo,  z.  B.  »Amntj^Ma  «ich 
bin  geschickt  worden«. 

huh  von  Suaheli  hwm  »umsonst«  wird  viel  zu  den  ne^tiven  Formen 
hinsugesptr.t. 

Z.  B.  Ji'lr\rn  h'ißfr  f>!/fr .  si^MKi  «dcr  König  ist  nicht  ge^itorben,  er 

lebt»  (s.  Worms  II.  'in.  l),  c). 


0.   Kür  (h  II  piaktischen  Gebrauch  der  Sprache  schlage  idi  folgende 
t  >  rt h  ügra  |)  h ie  vor: 


Pbonetiscli: 

a 

'6 

bv 

dz 

/ 

9 

i 

Wsberige  Schreibiin^: 

a 

h 

V 

d 

* 

J 

z 

€ 

/ 

9 

h  i 

* 

•  t 

Praktische  Orthographie: 

a 

h 

d 

J* 

f 

9 

h  i 

• 

t 

Phonetisch: 

J 

kh 

k 

I 

I 

m 

mh 

n 

II  h 

ii  nh 

» 

n 

Bisherige  Schreibuuj^; 

y 

k 

k 

I 

r 

m 

mh 

H 

nh  ngh  ngh 

"y 

Praktische  Orthographie: 

y 

k 

k 

t 

/* 

m 

mh* 

n 

nh 

fi  lU 

Phonetisch: 

0 

ph.p 

s 

t/t 

n 

11 

p 

Bisherige  Schreibung: 

o 

P 

g 

t 

ch 

tt 

u 

V 

W  y 

Praktische  Orthographie: 

0 

P 

8 

i 

t 

« 

u 

10.  Beispiele: 

JiMuH  kmdtmga  nmda  »der  Meister  baut  ein  Haus*. 

tnasJhf  kamtMadiä«  m&iki  »die  Leute  haben  die  BAume  nielit  geflillt«. 

ndnpa  kqfa  Mo  »der  Konig  nt  heute  gestorben». 

ndewa  haßte  btde,  mgma  »der  K5nig  ist  nicht  gestorben,  er  lebt«. 

gi  mantle  >ich  weiß  nicht« ,  vxmku  hatcamanile  «die  Leute  wissen  m<^t«. 
thwe^i  tha^r  hnthumanilf  -wir  alle  wissen  nicht«. 
ndetca  hanhumile  öul^  »der  Könitj  hat  mich  nicht  gesandt«. 
thatha  hanivcenp  »der  Vater  hat  mich  nicht  gesehen«. 
mdixio  halagalf  (oder  hagwile)  buh   »das  Kind  ist  nicht  gefallen«  {Ja- 
gala  «von  der  Schulter  fallen«  gwa  «laug  hinfallen«). 

toanhu  hatcakhomile  ngxtku  «die  Leute  haben  die  llQliner  nicht  getötet«. 
fMomfo  zttAff»  nhaii  »meine  NSgd  sind  lang«. 
AmU»  inAiMm  «wir  sind  an  der  KQste  angekommen«, 
.tpfiia  wamgoga  kMeAtäa  »die  Kinder  haben  das  Kaninelien  gegriffen«. 

'  bv  und  t  wechseln  dialektiscli ,  sind  deshalb  in  der  Orthographie  niclit  zu 
scheiden. 

*  Neben  s  statt  dt  halte  ich  j  statt  ^  für  ratsam, 
s  dt  mid  s  onterscheiden  sich  nur  dialektisch. 

*  /  und  /  unterscheiden  sich  nur  dialektisch  (s.  1). 

*  niA  ist  von  m'A<iiiifA  ra  nntenchetdeu. 


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) 


106  MnKttOp:  Lingniatische  Stadien  in  Ostafrik». 

mtDalimu  kosomeca  wadofio  -der  Lehrer  lehrt  die  Kinder«. 
uno  wfM/wa  mna  iiianda  «dieser  (Baum)  wird  auf  das  Iiuu.>  Talleii'- 
muana  mdodo  koz^fola  kma  ffomae^m^  nonAe  »der  Knabe  weidet 
die  KGhe«. 

kunhmnile  «da  hast  mich  nicht  gesandt'. 

khMmma  »er  sendet  mich«,  kkoftkuma  «du  sendest  mich*,  kiomktmM 
•er  sendet  ihn». 

Simba  ni  kfhala'bah, 

KaGola  ktUucUa  ku  khamatha^  kibalabala.  Idja  kfbalabala  kasola  uM 
kadfo,   SmAa  kamuMta  kumgoga. 

Der  Löwe  und  der  Hase. 

Er  ging  aus,  um  hinzugehen  und  zu  greifen  den  H.-Lsen.  Difser 
Hase  nahm  den  Honig  und  aß  ihn.   Der  Löwe  ließ  iiin  greifen. 

11.  Folgende  Geschichten  hat  der  Lehrer  Lukn  aus  Kiserawe  fnr  mich 
aufgcscliri^'hon.  Trh  liahe  nur  an  der  liiterptinktinn  etwas  nachgeholfen, 
im  übiigeu  gebe  ich  seine  Niederschrift  in  seiner  Orthographie  wieder. 

I. 

Mfinhn  imfmr/n  kaknfn  mpnqa  kuxcinfjfi  m/amn.  Siku  imontfn  knrffV'^a 
kuwtiiga  nyama  ha  Mtro  kii!n ;  na  dija*  rli  surn  uatnltmgelaga:  'Stkuwm(fil^ !' 
ndugu  zake,  .tikuycngile  soro  dijn.  llatta  siku  dimorujri  kawinga  koko  na  ajn 
di  koko  dinyila  di  soro  idija,  na  heyn  kayenda  ukuja  ku  di  soro.  Kavika 
tomtku  wngi  wohagara  ngaiida*  w^t^eiäa  mahri,  na  rÜ  feoko  dmgpSa  ha 
ffoM  imoaU  i  wanku,  Wauku  wamlongeh:  •HameäntUmyi  It  (jvcey  ibmifo  mto 
<lmo  fRtPfJh»  kwingilat  Uhalonda,  Ido  ioh^  ama  gme  dirya*  di  koko  im  i  jw* 
wAwa*,  unauktif  na  htejfe  h^Je  ffwee,  na  uhalonda,  (ukuieke,  ujfoh  kUtmbeaMe,* 
Na  keyo  kahwela  iikaya  ku  genda  huuza  kilimbemhelf ,  lakini  hakiimt,  :  i  ira« 
kuhi  ncamlongela :  « Genda  kwa  mjotnfta  irako,  luyo  ktüeijua'  kild<mbembele** } 
na  heyo  na  mj'/mba  toake  tcakala  treihila  tighani*,  nyama  kamwimaga.  Anja 
yochola  ktiko  kwa  mjnmha  xcake ,  amba  mjomba  trakt  kalonda  hdrmn.  yo^^v 
yomgoleln  htpia  /O  hilfkrjrfrjo ^  icocJiola  icosr.  I  injfiinbn  Jiiinifiv  k-isora  nßtt/t 
jakfi  ka<jrl(i  mhrk'..  Wm/irth  tcofic  na  mjomba  tcakfi  yogefida  ktttcalongela: 
•Aharizi  za  tcalala.   Kdikelago  mondeka,* 

1  Wörtlich:  »Wo  Oraa  ist«. 

*  Suaheli, 

3    J  =  dj. 

*  Lies  nanda, 
»  -iß.. 

^  Lies  mbwa. 

^  ß$a  Suaheli. 

*  Verschrieben. 
'  Lie.s  ><h'nr»'. 

^  Lies  ffola  bzw.  ßoia. 


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MniiBor:  LinguintiMhe  Studimi  in  Ostafrikft.  107 

ÜlxTSPt/ u  ng. 

Kin  Mensch  war  M'l)r  ti'ichti«;  in  ilcr  Jaf^d  auf  Tiere.  Eines  Tn!»es 
Kill«?  pr,  um  Tinc  zu  jnj;i>ii  in  drv  Niihc  finer  großen  Insel.  Und  vtm  dicsfr 
hatten  ilirn  seitie  Brüder  gesagt:  -Uttli  nicht  Iiinein!«  Er  sollte  nicht  liiiieiii- 
gehrn  in  iVuise  Insel.  Eines  Tage.s  jnj;te  er  einen  Affen,  und  dieser  .\ffe 
j;inK  in  jene  Insel,  und  er  ging  dortliin  zu  der  Insel.  Und  er  traf  vide 
Leute,  die  trugen  ein  Haus,  indem  sie  es  auf  den  Köpfen  trugen,  und 
jener  Affe  ging  mitten  swiseben  die  Leute.  Die  Leute  sagten  xu  ihm:  »Hat 
man  dir  nicht  gesafl;t,  daß  diese  Insel  verboten  ist  zu  betreten?  Wenn  du 
wiilat,  essen  wir  dich  heute,  oder  iß  du  den  Affen  und  den  Hund,  damit 
du  diele  wirst,  und  wir  wollen  dich  »  ssi-n,  und  wenn  du  wilKst,  daß  wir 
di(  ])  iiislassen,  dann  bringe  ein  Kilimbembele  (einen  laudier)."  Und  er  kehrte 
zurück  nach  Hause  um  hinzugehen  und  nach  dein  Kilimbeuilicli-  /n  fn»s;en. 
aber  er  fand  es  nicht.  Die  alten  Lei.fe  sagten  ihm:  »Gehe  zu  deinem  Onkel, 
der  kennt  d.is  Kilinihcnjhele.«  Und  rr  und  sein  Onkel  haßten  sicli  gejit  nseitiK 
sehr,  er  verweij^ertf  ihm  Mrisch.  So  jrinjj  er  mm  dorthin  zu  seinem  Onkel, 
aber  sein  Onkel  wollt*.»  sirh  w  riun  n;  er  (der  Neffe)  nahm  und  gab  ilun 
zehn  Rupien  als  SQhnegeld,  sie  gingen  alle.  Der  Onkel  selbst,  er  nahm 
seinen  Sfleher  und  steckte  den  Feuerbohr  hinein.  Sie  gingen  alle  mit 
8«oem  Onkel,  der  ging  hin  ihnen  zu  sagen:  «Die  Schlingen  der  Alten.  FOr 
das  Lös^dd  laßt  ihr  ihn  los.« 

n. 

HaktAt  mmku  mofyja,  tagwa  jaike  Matdeza,  ka^i  yake  kxttega  miiego. 
Hatta  mtcaka  na  umomja  kagettda  kuBon  tnweke  isi  nt/inyintif  wakwe  yt^ 
wam^omem  wamtouffHa:  •Gme  mkweyeht  kukgaganya^,  hkirti  tehulongda  mi- 
iuto*  sfOBe  mgiia,  kJam  mvholo  uyt  gffnmmgUe  AarMta.«  Lakini  kejfo  sikittose 
ianku  k^egaga  fntAtiro'  i>»gme,  *iku  dimtya*  kesemwesa*  kagenda  kutetja  mti- 
kulo  tga*  I  müondo  iyangv^e  yngenda  kukagula ,  kawovika  ngama  tcengi  nghani 
ttanamale^.  Kaonza  da  (.^)  yolonda  kulaica ,  ivija  mvcenemhago  kamlrmgela: 
»Ihtmurusa ,  hrgoh  i  irani/ama  tC'Ttfjvrh'^'"'.«  Mnfrffiza  kamlongela:  »Togola  ri- 
lihi  nrnta y  vilxinn  nhnfn  niliytkn .  ultnloiida ,  sota  D.iopa  ^.*  Mrrenemhaijo  kam- 
longela:  »Yti-se  uM^r*  ukanhe  ni/tuza  /lyen:^ ,  hunfmrr  nfnm.<(/ra  icme  /uro». 
Avija  yosora  Matrleza  toase  yotcaka/tha  nyenza  nyrnza  ciyalt  nyama ,  tregolela 
»awa.  Bast  vtabwdik  ukayf,  mteehe  tmeake*  ketmmtsa:  ^JUkaamto  tcangu,  wAcna 
*i  njfKima  kaaUmamie  kabarif'  KanUongela:  •  JIimAs  «uii^j  km  muhwo  kuna 


*  lob  lese  iMyanyo* 

*  tnihulo  z=z  miÄuro, 

'  Sualieli  statt  'Hmonrja.  . 

*  Verschrieben  statt  k'sentezira. 

*  Der  Schreiber  braucht  namata  transitiv  und  intransitiv.    Vielleidit  hat  er 
im  zweiten  Fall  nur  das  passtvisdie  -w-  in  der  Schrift  aosgetassen. 

*  paia  Suaheli. 
''  Lies  imonga, 
»  Lies  wddr. 


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108 


MctKnor:  Lingidstbciie  Studien  Tn  Ostefrik«. 


mnnhu  kanmga^,  tttigolele  sawa.*  I  mvoehe  kamUmgela:  »Konviga*  pom,  ht 
lojaya*  tcanfiu  tu.  '  TIatta  mht  hnnnga  i  mhnsmio  kahemigira  fntmtrao  m  tota 
wake.     Äjfuja  i  kahmya:   ^NfnnuJo^a  hin  nnchnUi  hika(piln  nntf  hin 

mitfgn  t/akf ,  nimulavye  nk.'  Kachola  hala  mu  lUhulo  idijo.  Vnjachtdatfa 
mwehe  mike  yogenda  yokohleza  di  kondoy  diyabitaya  mkasatui  tcake.  Yogtntia 
kavika  hata  nyama  imonga,  yanamatey  /wbu  avija  mwama  tea  kubicela  kanamaia 
na  mtego  yuja  vtdwand^  kamnda  hiko  irtete*  Xhikatono  mahtpeHle  Aonmjfs* 
haduku  iakajfe  kmua  tenuß  *AiHO  rtmhii  jenu  kaehota  kwakiU  Wo' 

muhn^da:  •/tnon^  kuyaekoUk,  kaktmattyUe  hure,  imanjfe  AaeAolai  ibr/i  i Wftyo, 
huaU  ka^Ma  heaJU  mamjfBf*  Na  hejfo  wtkatanö  kamwmsa  hiko  kmu  mUefO 
yftgmda  jfomulonda  kamvika  yanamate  ia$i  mu  nUegO.  Yosora  yommza  imhaja, 
yolonda  kulawa,  ioija  wdtHffkamla  na  mvoenmbago  kamhrngela:  <Nenda  tu(falf,* 
Kamulonyela:  'MiyangUf  mwana  tea  vcanliu  ino  —  kumbfi  ndiya  niyff-^  Kalonga: 
"Rule,  fprrfi  nikutanga  gteff  kamha  kiinamntn  nlmmanyn  >/fii/iitio  i/nnftmaff  tu 
Inisi.*  Avija  yuktctzn"^  mbnca  kawai/za:  •Mogoinbela  choni  tmcfye."  Wamlonrj^h: 
»Nif  mulurmomgn  nhaja  mlttjo,  üto  mtephs  wangu  yanate^,  amno  aino  rnteme' 
mbago  kolonda  kumuja.*  Mbcwa  kalonga:  •Hebu  tegetii  u  tiUego  nebU  viycmo' 
mati  amo  i  trndimwengv.*  Avija  Maideta  kasom  mkgo  hOea*.  Mbma  Amm* 
ht^da  mwmemhtffo:  »Ediu  geta  vhmamaiß.*  MuBtmemkago  yatende  yagtze  hh 
namaSt  mu  mitgo.  Mbeua  kawtdomgda  twanku:  •Hajfa  ktciolem,  ImmMte 
baho.*  Mwenev^t^  wanUdea  bttho,  heo  vtobwda*  Matdem  kammua  wJbetm: 
•Kdonda  nikugolele.  chom,  rvpia  ishirinif*  M^etca  kalonga:  »Nüf«  saSkmiia 
azo  zi  mhiya  lia  //olunda.  gtcee  mhimhu^^  vlime^  mgda^^  kukano,  nw  n^tf**  -^Vs 
jfa  t  munbu  kamtmila,  mbeiea  gakale  kukano  kwa  mono  kamkoi^  mdiuda  ^gake. 

Übers  eUnng. 

Da  war  ein  Mensch  mit  Namen  Matelexa,  sein  Gesdilft  war,  FaUen 

zu  stellen.    In  einem  Jalir  ging  er  hin,  um  sich  eine  Frau  zu  nehmen,  in 

ein  andres  Land.  Seine  Sclnvaser  warnten  ihn  und  sa^^ten  zu  ihm:  »Du, 
unser  Schwager,  du  bist  khig,  aber  wir  sagen  dir:  f;<  he  in  alle  Wilder 
hinein,  aber  in  jenen  Wald  dort  darfst  du  durchaus  nicht  hineingehen.* 
Aber  er  sUjllte  .seitdem  Fallen  in  anderen  Wäldern.  Eines  Tapjes  vergaß 
er  (das  Verbot)  und  ging,  uut  in  jeueui  W^alde  Fallen  in  stellen.  Am  andero 

'  Von  loinjn. 

*  Sonst  niizu  "lügen-. 

*  Dia  Wort  ist  müeaerUcb. 
4  Liw  muthe, 

^  Worms  sdireibi  mluMitti 

*  kcmtvika. 

'  Lies  yakwiza.  ^ 

*  Lies  yanamate. 

*  Lies  kat^ga, 
'*  Lies  «MHiAif. 

Lies  ngeh', 

»  Wabracheiiüicb  diidäa  -Not-  (Snaheti). 


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Mxuiaor:  Llnguistwche  Studien  In  Oütafrika.  109 

Moiigen  glqg  er  hin ,  tun  nachzusebeo»  und  w  tni  sehr  viele  Tiere,  die  sich 
gefangen  hatten.  Er  natini  sie  heraus  und  wollte  fortgehen.  Da  sagte  der 
Herr  ile^s  Waldes  zu  ihm:  »Liiß  lieniiiter  (die  Tra;«la.st),  uir-  wollen  die  Tiere 
teilen,  die  du  hekoininpn  hast.«  Matt-U/a  sagte  zu  ilini:  -Wieso  teilen 
wir?  Habe  ich  nicht  allein  die  Fallen  aufgeäteilt?  Wenn  du  willigt,  nimm 
eins.«  Der  Herr  des  Waldes  i>ugte  zu  ihm:  «Jedes  sollst  du  nehmen  und 
niiiteti  durchschneiden,  suost  nehme  ich  sie  su  ganz.«  So  nalun  nun  Ma- 
tdeu  alle  Ttere  uad  «ebnltt  sie  so  durcb»  and  sfe  teilten  KOgleiehen  Teilen. 
Sch5n;  als  er  nun  nach  Hause  surQckkam,  fragte  ihn  seine  Frau:  »Mein 
Mann,  warum  sind  diese  Tiere  nicht  ganz?«  Uud  er  sagte  su  ihr:  «Meine 
Frau,  im  Wald  da  ist  ein  Mensch,  der  liat  mir  gesagt,  wir  sollten  su  gleichen 
Teilen  teilen.«  Die  Frau  sagte  su  ihm:  «Du  belügst  mich,  du  hast  our 
Leute  gesehen.«  lünes  'Pagev  wurde  schließlich  der  Mann  gerufen  nach 
Hause  von  seinem  Vater.  Jene  Frau  sagte:  -leh  will  ihn  heute  sehen,  und 
ich  selbst  gehe  heute  hin,  um  nach  seinen  Fallen  zu  sehen,  ich  will  es  (das 
Tier)  herausnehmen.«  Und  sie  ging  bLs  in  jenen  Wald.  Als  seine  Frau 
aufgebrochen  war,  ging  sie  bin  und  folgte  dem  l'i'ail ,  auf  dem  ihr  Maiui 
sonst  gegangen  war.  Sie  ging  inn  und  traf  ein  Tier,  das  sich  gefangen 
liatle,  und  stehe  da,  auf  dem  Rückwege  fing  sich  jene  Frau  selbst  da  in 
einer  Falle  und  steckte  da  gans  und  gar  fest  AU  ihr  Manu  wiederkam, 
laod  er  es  su  Hause  leer  und  fragte  seine  Schwiger:  »Diese  eure  Schwester, 
wo  ist  sie  hingegangen?«  Sie  sagten  zu  ihm:  »Ich  weiß  nicht,  wo  sie  hin- 
g^angen  ist,  wir  wissen  es  durchaus  nicht,  vieIMcfat  ist  sie  zu  den  Fallen 
gegangen,  wo  sie  hingegangen  ist,  weiß  ich  nicht.«  Und  dieser  Mann  folgte 
ihr  dorthin,  wo  die  Fallen  waren;  er  ging  hin,  er  suchte  sie,  er  traf  sie 
schließlich,  daß  sie  sich  gefangen  hatte  in  der  Falle.  Fr  nahm  sie,  er  half 
ihr  da  heraus,  er  wollte  fortgehen.  Da  t raff' n  sie  zusammen  mit  dem  ih^rrn 
des  Waldes,  und  er  sagte  zu  ihnen:  »Wohlan,  wir  wollen  (eilen  I-  Und  er  saixte 
zu  ihm:  »Mein  Freund,  das  ist  hier  ein  Men.sebenkind ,  ei>,se  ieli  das  etwa.'- 
Und  er  i>agle;  «Neiu,  von  dir  weiß  ich,  dau  du  sie  gefangen  ha^t,  ich 
kenne  aie;  daß  sie  gerade  die  ist,  die  du  gefangen  hast  —  also — .«  Und 
eine  Ratte,  die  da  hinzukam,  fragte:  •  Worüber  streitet  ihr  euch  denn?« 
Und  sie  sagten  zu  ihr:  «Ich  Menschenkind  habe  eine  Falle  au^eftellt, 
diese  meine  Fran  hat  sich  darin  gefangen,  nun  will  dieser  UeiT  des  Waldes 
sie  fressen.«  Die  Ratte  sagte:  »Nun  stellt  die  Falle  auf,  damit  ich  sehe, 
wie  sie  dies  Menschenkind  gefangen  hat.«  Da  nahm  Matele/a  die  Falle 
und  stellte  sie  auf.  Die  Ratte  sagte  /.inn  Herrn  des  Walde.««:  «Nun  ver- 
suche, wie  sie  langt.«  Der  Hen-  des  W'aUles  tat  es  und  vei-suchte  i  s  und 
fing  sieh  in  der  Falle.  Da  sagte  die  Hatte  zu  den  i^euten:  >  \*(n'vviii  ts ,  wir 
wollen  gehen,  uud  den  wollen  wir  hier  lassen.«  Da  ließen  sie  den  Herrn 
des  Waldes  da,  .sie  kehrten  zurück.  Mateleza  fragte  die  Hatte:  -Was 
willst  du,  daß  ich  dir  geben  soll,  zwanzig  Kupieni'«  Die  Rütte  sagte: 
«Ich  will  diese  ddne  Rupien  nicht,  sondern  ieii  will,  du  Mensch  sollst 
ackern  und  (die  Maiskolben)  auf  den  Boden  legen,  dann  esse  ich.«  Und 
der  Mensch  stimmte  su,  daß  die  Katte  auf  dem  Boden  blieb,  weil  sie  ihn 
gerettet  hatte  aus  seiner  Not. 


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110  Mkinhüf:  LüigtttsUsclie  Studieu  in  Ostafrika. 

Literatur. 

A.  Worms,  GrundzOge  der  Gmnmatik  des  Ki-Zaramo  in  Deutstii* 
OsUfrika.   Zeitsclir.  füi  afr.  imd  ozean.  Spr.  1897,  III,  S. 289— 310. 

Maas  uod  A.  Seidel ,  Beiträge  zur  Kenatnls  des  Ki-Zaramo  in  Deulxh- 
Ostafi  ika.    Ebenda ,  S.  3 1 0  —  3 1 7. 

A.  Wornis,  Wöi  terverzetctmis  der  Sprache  von  Lzaramo.  bbeoda, 
Jahrg.  IV,  S.  339  —  360. 

E.  Steere,  Short  specimens  of  ihf  Vorahularics  ol"  llirec  unpublished 
African  languages.    London  18H9,  t?.  1 1 — ^17. 

JMusionar  Worms,  Chuo  cha  kusoma.  Lesefibel  der  Kizaramo^praclie. 
Gütersloh ,  Bertelsmann  1898,  63$. 

Nyila  za  dini.   Eine  Sammlung  geistlicher  Lieder  filr  Gotlesdiensie 
in  der  Kixaramospraehe.   Gütersloh»  Bertelsmann  1898  ,  35  S. 


XTTT.  Ndorobo. 

Am  16.  Dezember  1902  kamen  ein^e  Ndorobo  zugleich  mit  itinf  Masai 
/.u  mir  nach  Bumbuli  in  Usambara,  veranlaßt  durch  das  Be7.irk.samt  in 
Wilhelm.sthal.  Sie  nannten  sich  Kä,sunb«),  Ngidia,  Maimnoä,  NaSilü',  die 
ersten  drei  Personen  waren  Mäiuicr,  die  letzlere  eine  Frau.  Sie  seihst 
nennen  ihr  Volk  Agieh.  Wie  mir  von  ilini-n  und  den  dabeisitzenden  M:isai 
beälüLigt  wurde,  sind  die  Sprachen  der  Ndorolio  und  Masai  keineswegs 
identisch,  wiewohl  erhebliche  vUiulichkeilen  bzw.  tlbereinstiuunungtn  vor- 
liegen. Dem  entsprach  der  Befund  des  Vokabelschatzes.  Soweit  oiaa  au.*! 
dem  dQrftigen  Material,  das  ich  erhielt,  Grammatiaclies  feststellen  kami, 
liegt  die  Sache  auf  grammatischem  Gebiet  ebenso. 

Die  kleine  Wortersammluog  wörde  kdnen  neonenswerten  Nutsen 
haben,  wenn  nicht  aus  ihr  mit  Evidenz  hervorginge,  daß  der  Wortschatz 
dieser  Sprache,  die  ich,  Wie  gesagt,  bei  einigen  Individuen  in  Usambam 
aufnahm ,  vortreffÜch  stimmt  mit  dem  Wortschatz  inelirerer  Sprachen ,  die 
Jolinston  in  Uganda  aufgenonmien  haU  Ich  bitte,  sich  aus  dem  Wörter' 
vei'zeiclinis  davon  zu  überzeugen. 

Außenh  in  liegt  auf  der  Hand,  daß  erhebliche  I'herein.süiuuuiniien  im 
Wortschatz  einiMseits  mit   dem  Masai,   andrerx'its   ndt    dem   Stmiali   \i  i 
liegen.    So  iieterl  da.s  kleine  ülossiu*  einen  Beiuag  zur  Lü^uug  der  1  nig<f 
iMch  dem  Zusammenhang  des  Ndorobo  bcw*  Masai  mit  d&i  Hamitenspraches. 

Lautlehre. 

An  Velaren  habe  ich  it,  n  nachgewiesen.  Einmal  fand  ich  auch  y. 
Wegen  i  s.  unten  bei  /. 

An  Palatallauten  fand  ich  ^  n^J,  y. 


Blinmor:  LiRgoistiadie  Studien  in  0«t«firiluu  III 

Der  RauaeblAut  i  ist  nur  In  einem  Zahlwort,  das  aus  dem  Maaai 
stammt,  naebgewriesen,  ei*  «scheint  aber  auch  in  den  oben  angef&hrimi 
E^nnamen.  Das  letztere  beweist  allei-dings  nichts,  da  die  Afrikaner 
Fremden  ihre  wirklichen  Namen  nicht  anzugeben  pllegen. 

An  alveolaren  LantPn  sind  siclier  vorliamlen      d,  n,  s,  l. 

Außer  /  habe  ich  öfter  /  notiert,  es  aber  gelegentlich  mit  r  vertauscht. 
Ich  kann  hif»r  nur  tinrauf  aiif'morksnm  machen,  djiß  ich  verschiedene  Aus- 
sprache des  /  geltürt  zu  habeu  glaube.  Einige  Male  fand  ich  sogar  velares 
/  =  /  (wie  im  Mnsai). 

Dental  laute  scheinen  vorzukommen.  Ich  habe  einige  Male  post- 
deutales  s,  einige  Male  interdentales  s  und  d  notiert,  Laute,  die  ich  ^,  (j^ 
achreibe.  Wahraofaeinlich  handelt  es  sieh  aber  nur  um  individuelle  Ab» 
weichangen. 

Ad  Labialen  fand  ich  p,  ^      s,  m. 

Die  Laute  d,  b  sind  oft  stimmlos,  so  daß  sie  fast  i,  p  werden. 
Das  eigentüntliche  Schwanken  des  Masai  awischen  stimmlosen  und  stimm- 
haften Lauten  li(-<^t  also  auch  hier  vor. 

An  nasalen  Verbindungen  fand  ich  wiederholt  n^f  ndj^  nd,  einmal 
auch  mb  in  dem  Fremdwort  tumhahi  »Schimpftabak«. 

Silltenhildendes  l  lie^  vor  in  Ua  'Sechs' ,  Kon;>onanteuverdoppelung 
tt  in  mitta  >8onne>. 

Konsonantii>chcr  Silben-  und  Wortsrhlnß  ist  häutig.  Die  Sprache  cr- 
trSgt  das  Aufeinandertreffeu  von  /y,  Id,  m,  rd,  ry  usf. 

Z.B.  ffulgolda  •Achselhöhle«,  ordSmyr  «Wege*,  mome  »Finger*,  karga 
•Frau«  usf. 

Die  Vokale.   Kurze  Vokale:  a,  it  i,  u,  ff. 

Lange  Vokale:  a,  f ,  f ,  t,  2,  9,  «,  «• 

Als  gedcliiitcn  \'()kal  habe  ich  dnmal  a  notiert. 

Die  Diphthonge:  at,  ot. 

Einige  Male  glaube  ich  musikalischen  Ton  beobachtet  £u  liaben. 

Grammatik. 

Der  einzige  gramuiaii^che  Vorgang,  den  ich  nül  Sicherheit  habe  beob- 
achten können,  i^t  die  Bildung  des  Plurals.  Dieselbe  schließt  sich  ganz  an  die 
Pluralbildung  des  Masai  und  des  Bnri  an.  Außerdem  gebe  ick  die  Zahlwörter. 

a)  Die  größte  Zahl  der  Plurale  endigt  auf  •gAr,  -ik  {^sg^  'ig  mit  stimm- 
losem g), 

I.  Die  Singulare  auf -db  (-fti)  bilden  Plurale  auf  iteh  (logjr),  iek,  ik  (^). 

fidbm-da,  Plur.  ndm'W^  «Wald«, 

kwian-da,  Plur.  kwiani'uek  .Bogen«, 

an' da,  l*lur.  on-wek  «Fluß-, 

/tudun-da,  Plur.  tjuduit  -tcrk  »Kni<««  (s.  unten), 

malil-ta,  Pliir.  rnalil-uck  »Leopard«, 

kd-da,  Plur.  kd-iek  »luÜ«, 

koi-ta,  Plur.  kui-iy  »Stein-, 

yulyul-da,  Plur.  ifulgtU-ik  .Achselhöhle.. 


112  Mkinhov  :  Linguistische  Studitsa  iu  Oe^tafnka. 

2.  Die  Singulare  auf  -e,  -uwe,  -ne  bilden  den  Plural  ihnlich. 
Z.  B.  grdjifi-e,  Plitr.  gedjil-ig  »Schaf't 

kad-e,  PI  nr.  katl-ifj  -Pfeil«, 

kain-e^  Pliir.  /<  l  u-oai/ik  ■Name«, 

vgl.  ktce,  Vniv.  kice-ik  »Schub«,  ' 

Ao-ifwe,  Plur.  ka-jfek  •Knochen«, 

mor-iM,  Plur.  mot'Üe  >Finger«, 

vgl.  noch  Hdad't,  Flur.  Udadud'Ue  «Ader«  (s.. unten). 

3.  In  einem  Fall  entspricht  dem  -an  des  Singnlftr  im  Piunl  -it. 
paif-mt  Plur.  paSk  (statt  *pa^-ik)» 

4.  Ich  finde  •//  mit  Plural  -ik  in  id-iiy  Phir.  id-ik  »Ohr«. 
Wahrscheinlich  gehören  auch  folgende  hierher,  deren  /«Laut  assiini- 

liert  ist: 

orgd,  Plur.  nrd-inig  «Weg«, 

gady  Plur.  gal'^Q  >llaus>  (/  ;>taU  d  wala-schdultcb  wegen  des  lul- 
genden  i). 

5.  Ohne  Endung  im  Singular  i.s)  h^Iu,  Plur.  selu-nik  >Na.se«. 

6.  In  Welen  FiUen  endet  der  Singular  auf  -aiiidl»  ("Mn^)«  wo  der 
Plural  €kt  ik  hat. 

Z.  B.  M'ümde,  Plur.  •Elefant«, 

terffeifonte  (statt  *lcr^«!jp-Miufe),  Plur.  ierffeg-mik  «Perlhuhn«, 

jfOg^'-iandet  Plur.  ^igd'€k  •Stein«, 

oigaj-andr\  Plur.  orgaj-ig  {i  wahrscheinlich  =b  r), 

mw'iande^  Phir.  mur-fig  .Maus«, 

butiij - anrff  \  Plur.  hutu-tk  »Schwein«. 

Vgl.  hierzu panäodj-ande^  »Affe-  mit  dem  Plui*al  von  anderem  Suuum: 

kileyfk. 

7.  Kifie  Anzahl  .Numiiia,  die  im  Singular  auf  a,  i  (o),  u  eadeu, 
häugen  im  Plural  -si£k  (-isi§k,  -csi§ky  -usiek)  an. 

Aory-a,  Pliur.  kar^uskk  »Frau«  (den  Ausfidl  des  g  kwui  ich  nicht 
erkliren). 

gi&'0,  Hur.  gtH^-otiek  »Hammer«, 
ang'S,  Plur.  a^g^asUc  «Kleid«, 
btg-ey  Plur.  lug-osiek  -Kri^«, 
fi»-£,  Plur.  ni-miek  »Nase«, 
esinga-e,  Plur.  «singa-isiek  »Sklave«, 
nqririj-i,  V\nv.  nondj-i.^iek  »Krokodil«, 
mguytt  -  / ,  P 1 1 1  r.  ififjugii  -  isit  k  •  II  1 1 1  in  • , 

oUmld,  Plur.  olbolo-mek  .Erd/mß-  («  scheint  zum  Siuinm  zu  gehörwi), 
iurig-ii,  Plur.  iung-miek  »Stuck«. 
h)  Kitdgc  Plurale  enden  vokal isch 

1.  auf  o:  nega  «Ziegen«,  Plural  andern  Stammes  au  nahUe» 
kwega  •Blume« »  Plural  andern  Stammes  au  gtdid. 


>  Nadi  j  ist  <  der  Endmig  versdiwaaden.  Die  Endung  •4a$tdt  aAmX  dca 
individaali«  antudeuteu. 


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Meiniiof:  Liugubtisehc  Jiiudieu  in  Ostafrika.  113 

2.  auf  01  iagtio,  Phu-  laffwe  •M&dchen*  (a.  unten  U^tog^t 

»usu-ande,  Pliir.  mmt-e.  »Blatt«, 
Imd -  andr ,  Pliir.  Otut-e  -Haar«. 

Auch  lii'M-  sclirtnt  -ofide  wie  üben  -lande  den  Individualis 
aii.s?.uili  ütkt'ii. 

3.  auf  t:  u^/iy,  Plur.  tr^/<  •Knal>e«, 

nfi-äs,  Plur.  no-gi  ■Hand«  (wegen  dar  Endung  -ta  s.  oben), 
hierxtt  gehört  vielleicht  «ucb  die  Endung  -2i,  -t^^ 
Z.B.  tmnMt  Plur.  kmtuyg^  «Bart*, 
»gäkt  Plur.  »äigqj  «Zebra«  (s.  iinlen)» 

4.  auf  oi  b^i^if  Plur.  iago  «Kind«  (a.  oben  Uigiga)» 

erene,  Plur.  ereno  »Schlange«, 
tianyosatce,  Plur.  tianyoso  -StrauBa, 
ö.  auf  Ii:  ro/lvf.  I'Iiir.  rodtt  •Messer«;  nifidi'-«»  Plur.  mwH'St  •  Köcher« 
IS.  unten  c). 

B  f  III »- r  k  II  M  g.  In  tceli,  Uiya,  rr^Hfi  scheint  der  Plural  gar  keiue 
iuidung  zu  haben,  indem  der  SchluIÄvukal  xutn  Stanuu  gehört.  Wenn  hier 
keine  Kontraktionen  vorliegen,  haben  wir  es  mit  Formen  des  lodividualis 
SU  tun. 

c)  Außerdem  bi<^n  einige  der  aufgefilhrten  Plurale  noch  beachtens- 
werte Veriinderungen  des  Stammes.. 

Reduplikation  des  letxten  Radikals  scheint  vorxulicgen  in  tidade, 
Plur.  HdculudUe  «Ader-. 

Veränderung  des  Anfangskonsonanten,  die  an  das  Ful  erinnern, 
fand  ich  r.  B.  in  kitdunda,  Plur.  giulunwek  •Knie.. 

Vokalvfi ändcning,  ähnlich  wie  im  Bari,  liegt  vielleicht  vor  in  mQdi-s» 
Plur.  mudi-u  •  Krichtr«. 

l'ranspuüitio  II  der  Ivoitauiianteii:  -/..Ii.  sufätt,  Plur.  sUiyoj  »Zelira*. 

d)  Einige  Plurale  werden  von  anderem  Stamm  gebildet  als  der 
Singular. 

Z.B.  iHKte,  Plur,  gmik  -Hand«, 
pmdodfondey  Plur.  käsjfik  «Afre*. 

*e)  Kine  Anzalil  Nomina  wird  im  Plural  nicht  geändert 
Z.B.  kqlgk  »Zahn«. 

f)  Auch  die  Zahlwörter  zeigen  ein«*,  enge  Zusammengehörigkeit  mit 
den  hamitischen  Sprachen  an  (vgl.  unten  das  Wörterverzeichnis)« 
Ich  gebe  die  Zahlwörter  hier  im  Zusammenhang: 


1  (ig&iyt  lld  2<'  fiyitätn 

2  e^in  7  mötiana  30  oSQm 

3  torn*  8  «n^  40  arddm 

4  aümm  9  s4tU  50  (fmUm 

5  mi»  10  lamdn  W  ^ 


(weiter  wird  nicht  geifihlt)^ 
Die  Zahlen  von  20  bis  60  sind  Masai.   Wie  H^fiam,  ardam  zeigt, 
sind  sie  mit  taman  10  tusanimcngesetzl.    In  osorn  und  omom  ist  das  n  durch 
Vukalassimüation  in  0  getrübt  und  das  t  dem  vorheigehenden  Laut  assimiliert. 

IUit.d.SaB.r.0fi«al.8p)»«heu.  1907.  ULAbL  8 


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114  Mbkiiop:  LtognuitiMke  Studien  in  OsUfrika. 

g)  über  Adj  ek  I i  \  II  III  und  Zeitwort  kniiu  ich  iiücli  nicht  weiter 
äiißern ,  da  das  Material  uichl  ausreiclit. 

h)  Icl»  gebe  im  Wörterverzeichnis  die  Wörter  phonetisch  so  genau, 
wie  es  mir  mSglich  ist,  und  ftlge  jedem  Wort  die  mir  verwand!  j^clidtieoden 
Wörter  anderer  Sprache  bei«  Dabei  habe  ich  in  eincelnen  Fillen,  c  B.  bei 
den  Zahlwortero,  mich  nicht  darauf  lieschrilnkt*  die  entsprechenden  Formeii 
aus  Hamitensprachen  anauführen.  Es  unterliegt  ja  Iteinem  Zweifel,  daft 
im  Sudan  zwischen  Ilamitenspraciien  und  Siidan(ne;^(M  )s])t  ai  Id  n  ein  stariter 
Austausch  von  Sprachgut  stattgefunden  hat.  Die  (llicri'instiuimiing  mit 
Wörtern  ans  hHden  .Sprachgehieten  -/.cv^t  je<!«*nfalls  unwi(h"rleglicli,  daß  das 
Ndorubo  /.u  den  nördlichen  Sju-iclicn  ncliürl.  Zttin  Haiitn  hnt  i'<  keim- 
Beziehunu;.  Die  Stelhinp,  dif  Cusl  ilnn  ains eist  miti  i  den  Py^m;i»Mis[iiacliPii 
(HotleiiU»U - Pygniy  B.  IX)  ist  siclier  nicht  du:  richlige,  Muiderii  es  'ist, 
nach  der  I'luralbildung  zu  urteilen,  eine  der  durch  Berührung  mit  Neger- 
Sprachen  stark  veiinderten  Hamitensprachen  wie  das  Masai ,  Nandi »  Bari  usw. 

Die  Übereinstimmung  im  Woi-tschats  ist  immer  ein  sdir  unsicheres 
Kennieichen.  Wo  sie  aber  in  sdchem  Umfang  wie  hier  nachzuweisen  ist, 
wird  sie  ein  wesentliclies  Argument  bleiben* 

Daß  die  Verba  nur  in  geringer  Zahl  identifiziert  sind,  erklirt  sieh 
daraus,  daß  es  hier  einstweilen  schwer  ist,  die  Stämme  aus  den  initirHeilten 
\  frhalfitnneri  hpraiisr.MscIiälen ,  und  hi-^  das  nicht  sicher  erfol-(  isi,  kaoii 
man  bei  der  \  ergleiclmng  keine  /,u\ i'i  l:lssia;en  Resultate  erwarten. 

[)ie  ans  den  verschiedenen  <,lui  lleii  zusammengestellten  Worte  liab»" 
ich  soviel  als  niüglich  mit  eiiihtüllichcr  Oi'tbi)gra|ihie  geschrieben.  Zur 
Krleicliterung  der  Identifizierung  der  lietreffendeu  ^Sprachen  gebe  ich  eine 
Liste  derselben,  der  ich,  wo  es  möglicJi  ist,  die  betreffende  Nummer  aus 
Cust,  The  modern  languages  of  Africa,  lieifilg^  und  eventnett  eine  itiine 
geographische  Notiz. 

Übrigens  bin  idi  mit  der  EinteÜung  der  Sprachen  von  Cust  nidit 
einverstanden;  es  ist  hier  aber  nicht  der  ()i-t,  mich  eingehend  Qber  die 
Gruppierung  der  Sudansprachen  und  der  Hamitensprachen  zu  iiißern  oder 
die  Zii^'ehörigkeit  einzelner  Sprachen  zu  der  einen  oder  anderen  Gruppe 
zu  ei'örtern.  * 

Quellen. 

Leo  Reinlsch,  Die  Uiliuspruche.  Wien  1882. 
Die  Bedauyesprache.  Wien  lt}9ä.  1894. 

—  Die  ^arspradie.  Wien  1885.  1887. 

—  Das  Zshtwort  vier  und  neim  in  den  hamitisch- semitischen  Spraches. 
Wien  1890. 

—  Die  .Soinalisprache.  Wien  19<>().  l'J03. 

J.  Ehrfaard.  \'(>cahulary  of  ihe  Knguduk  Ihiigob.  Ludwigsbuig 
(Außerdem  eipnft  IJcnhjulittini^en  tier  ISIasnispruche.) 

Dr.  .1.  f.  -Mitleniit/.Mer,  Die  I  )in  knspraclte.    Brixen  ItiÖÖ. 

—  Die  8j)rache  der  Bari.    Hrixen  IStiT. 

iSir  Harry  Johnston,  The  Uganda  protectorate^    Looduu  rJU4. 


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MmrnoFi  LingniitiMhe  Stadm  in  OsUfnlu.  1 15 

Heinridi  BBrth,  Sammlung  and  Bearbeitung  Central  •Afrikaniacher 
Vokabularien.   Gotha  1862. 

Dr.  O.  Baumann ,  Durch  Massailand  cur Nilquette.  Berlin  1 894  (S.  363  ff.). 

Fnidherbe,  Gramniain>  et  vocabtilaire  de  la  langne  Foul.   Paris  18H2. 
'I'litsclifk .  Lexikon  der  Oallasprache.    München  1846, 
Last,  Polyglotla  africana  orirntnlis.    London  I^H'i. 
(i.  C'aiMiti,  Zehn  Jalire  in  Aquätoria.    ßaiiiberg  1^91. 


Liste  der  fipraehen. 


X      [1  t  isch  (Ä^yj't.). 
Alai-  (iJuimkil),  (  iisl.  Hain.,  C.IV, 
S.  126  f. 

Barea,  Citst.  Hain.,  C.X,  S.137f. 
Bari,  Tust.  Neger,  D.IV,  S.S78.  Am 

oberen  Nil. 
Bedauy  e  (Bishari),  Cust.  Ham^  V,  III. 

8. 125  f. 

Bilin,  Cust.  Ilam.,  C.V.  S.\27\\ 
r  h  a  ni  i  r  (Hhainära,  Agau),(lust.  Uam., 

CVIII,  s.i:n  f. 
Deuibea  (Agau),  CusL  llain.,  C'.Vlll, 

S.  IM  ff. 

Dinka,  Cust.  Neger,  D.lll,  !S.27t)f. 

NordÖstlieb  von  Bari. 
D  o  r.  Sprache  der  Ndorobo  nach  John> 

8ton. 

Kl  gum  i  (lÜlg.).  Westlich  vom  Berg 
Klgon»  1*  n.  Br.,  34*  ö.  L.  Green- 
wich. 

F  u  1 ,  Sjtrache  der  Fnlhe,  Cust.  FuhUi, 

S.  L^7ff. 

Galla,  Cust.  Harn.,  C.II,  S.  I22f. 
Ilausa,  Cust.  Neger,  (MI,  S.249f. 
K  am  äs i a  (Kam.;.  We&ilicii  dem  Ba- 
ris^osee. 

Karamujo  (Karam.),  gesproelien  in 
der  ^eichnamigen  Landschaft,  2°  n. 
Br.,  34—35*'  5.  L.  Greenwich. 

Koptisch  (Kopt.). 

Kunama,  Cust.  Ham..  C. IX,  s.  135 f. 

Logone,  Cust.  Neger,  C.  XXXil, 
ö.  2661*. 


Lur,  Cum.  N<'g<'r,  I).  X\'III ,  S. 2>H2  t. 
Mäba,  Cum.  Ne^er,  C.  XLIX.  8.27UL 
Masai,   Cust.  Nuba-Fulah,   A.  VI, 
S.  151  f. 

M  b  u  g  u ,  Usambara.  Siehe  Studie  X. 
M  b  u  I  u  ft  g  e  (Mbul.) ,  bei  Iraägi.  Siehe 
Studie  XI. 

Nandi,    zwi.schen   Berg  Elgon  im 

Norden  imd  der  Nähe  vom  See 
Naivashu,  1"  s.  Br.  bis  1°  n.  ür., 
35  —  3*)'^  o.  L.  Greenwich. 

N  d  o  r.  K. ,  Sprache  der  Ndorobo  nach 
liaiiMiann. 

Quara  (Kwara,  Agau),  Cust.  Ham., 

C.VI1I,  s.  131  fr. 

Saho,  Cuat.  Ham.,  C.Vl,  S.128f. 
SaDdawe,beiTrangL  SieheStudieXl. 
Somali  (Som.),  Cust.  Ham.,  C.  I, 
S.I21. 

8.  K  a  r a  m  oj  o  ( Kurani.  S.)i  gesprochen 
in  Mat  ntQ.  S.  W.  Karamojü. 

Silk,  zw isclicn  Harinpjosee .  Sugota- 
see ,  Ivarainojo  iiiul  Tiirkana .  1  bis 
2    u.  lir.,  'M  *  ü.  L.  (jii"eenwicli. 

Taluru  (Tat.)  nach  Last,  Cuat.Baulu, 
B.  III,  18.   Siehe  Studie  XI. 

Taturu  (TatB.)  nach  Baomann. 

Teda  (Tibbu),  CuaU  Neger,  CHI, 
S.253f. 

Turkana  (Turk.),  nördlich  von  Siilc 
und  westlich  vom  Hudolfsee. 

Wute,  Kamerun, Cust. Bantu, C.11,43. 
Siehe  Studie  X. 


116 


Mkinbok:  Liugui&tülclie  Studien  in  OsUfrika. 


WMerveffseiehiils. 


acUl^  (d  stimmlos)  »schneiden« 

Tat- 

anani 

aysny£  -ein«,  kifndd  agihys  •ein  Auge« 

Turk. 

ngsmwon 

Dor. 

aoenge 

Karam. 

flfllMIPOfl' 

Kaan. 

akmge 

Kar.S. 

fiOIINSQH 

NendL 

Dinka. 

«i^iiaR,  «si^iMR 

Tat. 

aki 

Bari 

Tat.  a 

aki 

Lur. 

Bari. 

(feien  »doer  allein« 

draiog  «Mond« 

Mbul. 

Hu 

Dor. 

arätoet 

bedauye. 

ffngai,  enyar  (</al,  (/ar),  s. 

Katii. 

ardwet 

Reiniscii,  Bedauye 

Naiidi. 

ardwei 

S.  87  f. 

Bari. 

yapa 

tn«  (vg).  ami  •essen«) 

Turk. 

eläp 

imf  «eiteD 

Silk. 

Kam. 

kaam  «ieh  esse« 

Kanun. 

di^ 

NandL 

ofpne  »idb  esse« 

Bfasai. 

Turk. 

aiSjfama  «ich  esse« 

Ful.  . 

kmnt  pl.  IMi 

Suk. 

ane  Jcäman  «icli  esse« 

ärddm  »vierzig«,  aus  • 

Kararo.  8. 

enyami  -ich  esse« 

'dam  •7.e!)n*  (s.  ustea 

Masai. 

a-nyid  I  mpf.  (ja-ma  aesseo« 

Kam. 

artiiin 

Mbuj. 

~ä<fHH  »essen« 

Nandi. 

a  r  tarn 

'Afar. 

kam  »essen« 

Som. 

nfarian 

Saho. 

yam  >esi>en« 

Masai. 

ardam 

Som. 

>iM  •essen« 

Galla. 

FuL 

MKIM 

Vergleidie: 

QaUa. 

9 

Ägypt. 

fd»  «rier« 

und 


sm^i^iHßii  «Qescbiclkte« 
aiämd^ptf  >hiiiau&teigen  • 
alßt  «fassen,  greifen« 
ängi  nUaif^fngk  «Kleid« 


Dor. 
Kam. 
Nandi. 
Elg. 
Masai. 
änwän  »vier« 
Dor. 
Kam. 
Nandi. 
Snk. 
Masai. 
Tat.  B.  ongwm 
Ndor.  B. 


miget 

ar'iyct 
äuget 

enanga  pl.  inatiyan 


Kopt     ß(mm.t  ßaet  «vier« 
Bedauye.  >fatlir>, «vier« 
'Afar.       fff'fy  »vier« 
8aho.       <rfar  «vier« 
Soiri.        afär  »vier« 
Galla.      qfur  »vier»  u.sw.  (ü.  Hta- 
nisch,  Zalilwort  S.i^ff.) 
ilausa.  Judu 

aru£  > schlafen« 

Dur.        orüe  »Schlaf« 
Kam.       rutmäo  «Schlaf« 
Nandi.     ayuruyiy  goru  «iSehlaf« 
Suk.       rnm  >8ehlaf« 

oilMdC  «Sonne« 
Dor.  ) 

Nandi.  ) 


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Suk. 

Som.        lad  led 

Vgt.  Tat.  iBgt  »Mond«. 
ätön^ini^  ■stehen« 
amj^    viclf  ..  (T.owcu?),  s.  nMQniä 

ay(n  «zwei« 


MsiKHor:  Lingowtbche  Stodieu  iu  Ostafrika. 

NtndL 


Dor. 

dm 

f^fiH    1       f\ClH4C9  f    nCMIM  ^    Hr Wg*'^ / 

Kim. 

<wl 

Ärhti.^  n1    J  i~ jit  iff   A  jnnA  NAnI  a  n  f7tfi « 

g#             «QUID  MVlUMlIkC* 

Nudu 

Mi 

Suk. 

»•MHO                       WWV  * 

Tat  B. 

Nftfldi.       MMMf  dI.  ifi Jiii" 

Tat. 

\'n.\.  Hilin  l^tnai  Chaintr,  Qiiarfl< 

Deriihcn 

h'/in  ti8w.,  s.  Reinisch«  Be> 

üihÄfi  ^M'AlirsnKAifili4*h)  »WAililiichB 

^npmvy    y  V«  <»i II a^BftvBeiai««ai  J       tt TfauM^raB 

ilauve  S 

h9  r. 

^"*}^*^y       und  g  stiuiiiilos)  »Fleisch« 

Suk. 

Galla. 

/on ,  /oni 

etJtrJ  til    £w^i s^t  i  fi  1 1 1 1#4  W  cfr t mm Intt  \  *  1^  s 

6fy  und 

g  stimmlos)  »Wasser« 

Dor.  Ißt 

Dor. 

Kam.  A9 

Kam. 

pik 

NMidi. 

pek,  piga 

Turk. 

akipi 

IvarBIIl*  ODOli 

Kanun. 

4»Cal  ISIIIol^«  Vmftmy* 

Suk. 

Dinka. 

1  til.  nfr* 

Bari. 

pwm 

I.  UFK*  vWH 

Lur. 

P* 

Tat. 

beek 

T^iir  /!# 

Som. 

% 

^nm  A/l/Ma 

OMIU*             VP  V 

^fKon^pl.       {h  «timmlo«)  «Elefiuil« 

Ful.        oa£!e  d1.  oaflMK 

Kam. 

Galla.  ^ 

Nandi. 

pdi&,  peUondei,  pmkmdei 

^  «lang« 

Suk. 

9f^/tW  pi.  jfci^df  -Baum« 

bitil  »roll« 

•  • 

Dor.  Arf»/<»/ 

hlw^  .sell 

Ia};pn-  (f>inen  Menschen) 

Knill.  Ar/Vi/ 

blifiandi  pL  l/udg  «Haar« 

Nandi.  AiV^V 

Dor. 

Bari.  (Plural) 

Nandi. 

putek 

Turk.  aketm 

Suk. 

puHon 

Suk.  Mr 

Tat 

bmiitga 

Karam.  «ilyiltf 

 • 

M^en  »Kfirperhaare« 

Karam.S.  an^eid 

AiUf^dnif  pi.  ^jUpflb  »Scfaw«n« 

Som.  ^itf 

Kam, 

hUiei 

Masai.     «iy«  (Plural) 

117 


d-hidir 
ebMr 
ebuHrr 

tlölifl  virl  '{qrnr  und  tfijQgita  (s.  MUiH) 

d^hti/  -oben- 


Masai. 
Turk. 
Karam. 


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Mkinhok:  Liiigiii.Htischc  Studien  in  O^Uifrika. 

iifiä  {d  stimmlos)  ■Rauch« 


Dorob.  hetjft 

Silk.  ketje 

Masai.  en-ger  pi.  ih-gerd 
gpnfu  »Hunger« 

Dor. 

Suk. 

Ufuwi.  ^•mnim 

fii^  {f  stiminlos)  »Erde* 

Dor.  nsfUffA 

Kam»  moennwm 

Nandi.  nommyek,  mipo^y* 

Suk.  nonynin 
gü'^i  ])1.  (/ilib^siek  (g  stimmlos)  -Ham- 
mer* 

Masai.  (d-gütsiet  pl.  l-yilisiedi 

gög^itänd^  pl.  gögiUk  »Stern- 

Kam.  hfgiMe 

Silk.  hogd 

Dinka.  kml 

Som.  itdüff 

Fill.  hodrre  pl.  AoA 

Masai  fd-ogträi 

gül{fdldä  galgülik  •  Acliselliolile« 

Masai.  p/^-gdig^  pl.  n-güigif 

Som.  AniA^/ 

gän^ondf  «Honig« 

Oer.  kumniandel 

Kam.  üimniiiMfe 

Nandi.  Awmiiil,  Awm,  kmaandet 

Suk.  ftUMMSf 

Ful.  diumri 
k&djf^  pl.  güdäntcf'M  »Knie« 

Dor.  utundö 

Silk.  kiitun 

Karain.  ^At/fj 

Masai.  eri-yui/un  pl.  m-ff^un  hz.w. 

fii-j^u  [>l.  n-gun 

Bed.  gunduf 

ßilSt  pl.  .Ohr* 

Dor.  m 

Kam.  «fir 

Nandi.  «Itf  pl.  «Ii» 

Suk.  ^ 

Tat  ü 
Som. 


eatjtJiJ* 

Kam 

Dor. 

iJiet 

Suk. 

iyet 

mgügüi  pL 

inguguisUk 

Dor. 

ngogia 

Kam. 

NandL 

Masai. 

 •  ^  •  » 

Karam. 

ngugurvii 

Karam.S.  hikaroii 

Elg. 

ekokorr 

Liir. 

Mbul. 

konkfha 

Tat. 

mgagut 

Vgl.  Bantu  mkuku 

gt*  »seehcig 

• 

Maaitt. 

«acbU 

Dor, 

sisit 

Kam. 

siää 

Nandi. 

Ndor.  B. 

sissie 

Tat.  B. 

sis 

Tat. 

ifigei 

Masai. 

uied 

Som. 

GaUa. 

Vgl.  Bilin  if^ikUi  -acht*,  nim« 
lieh  tggnä  +  te  (drei  and  ...  xu 
ergiosen  «Hand.);  Heiniscb.  Zahl- 
wort S.  5;  BUin,  WörteitNieh 
8.296  f. 

rgd  «schlecht« 
Nandi.  gä 
Suk.        yö,  7« 

kädf  pl.  käd^  (g  stimmlos)  •  Pfeil  > 
Nandi.     kotfU  pl.  Mek 
Kam.  köie 
Turk.  fljhm 
Silk.  AoytNi 
Kanal.  «90fo< 
Elg.  <'*fl'ys 
Fol.        kund  pL  Aiirv 


^  j  .  ^cl  by  Googl 


MkiMitov:  Lmgaiatisdie  Studien  .in  Ottafrika. 


119 


kmliM  d0l  ijlä  >BUU>  (s.  kaUil  und 

toloeUa) 
he^ni  pi.  kSmOogi^  •Name« 

Dor.  Mm/ 

Nftndi.  hoM 

Suk.  kmnat 

Bart  katki 

Masai.  m-garna 
kmnya  ■Heimat« 

Dor.  haitfi 

Nandi.      kaiUx  .8U<ll- 

Baii.        kadi   pi.   kadid^ik  »Ort- 
schalt« 

BCaMi.     £n-5{Minaii  »Heimat« 
k^ß^  «Zahn«,  pi.  ebenso 
Dor.  k4ßk 

Kam.  Mde 
Nandi.  kd^ 
Turk.  engfl 
Suk.  k^ht 

K  a  I  ■  a  1 1 1 .    .  iiyckinU 
Tat,  kesituk 
Eui.       iM^  pL  Ad/b 
Lor.  ibifei 
MaMi.  0/ooAi 

Som.      kMd  »Hausahn  desEbera« 
A4fn!#  »tot- 
kärädf  >Blut> 

Dor.  korotik 

Kam.  krtrotlk 

Natuii.  korotik 

'link.  üakot 

Karau).     aqot,  aytt 

Elg.  aqat 

Masai.  sargs, 
kOfgä  pl.  kärätiälk  »Prau«  (s.  karadi^ 

Dor.  kofyel 

Kam.       hufi  pl.   AwnuwAr  uod 

korpn 

Nandi.      korkt  t.   knnmekp  korgo', 

korgondet. 
Suk.         kork  6 
Turk.  ekäkq, 


Masai  m-noriun 
Som.  0fi 

Dor.  kttrcbtm 

Kam*      kttf^fm,  kormla 

Nandi.     kdrQbg^f  ^rffiia 

Suk.  karobon 

MV)ul.  fub» 

Som.  röb 

Galla.       roba  •rr^nen« 
käüwü  pl.  kägik  -Knochen« 

Dur.  kawet 

Kam.  ÄiöM 

Nandi.  kirnet 

Turk.  «ftoft 

Suk.  kSnö 

Kanun.  oAöif 
■  Karam.S.  aqoit 

El^.  aA:9(/ 

Masai.       nl-rndtf  pl,  it-oik, 
kätul<l(in',rr,tu  heller  Dunner«  (».kmHet 

und  Udwiila) 
k^ldä  pl.  A-|/^Ar  «Fuß- 

Dor.  JbW 

Kam.  kddd 

Nandi.     kmdot  kddöt  ktÜek,  kdüt 

Suk.  kfl 

Karam.  akefek 

Karam.S.  nk^'^j'u 

Elg.  akeju 

Wute.      gttlt,  gul 

Tat.         Ä.,s/ ' 

Ma.sai.       cn-g^iiju  pl.  n-yeäjtk. 
kmisiik  .Jahr« ,  pl.  ebenso  (ist  viel- 
leicht nur  Plural) 

Bari.  *    JHMa  -Jahr« 

Karam.    ieikam  »Jahr« 
kisia  pl.  k^  ig  stimmlos)  »Stein« 

Dor.  koUd 

Kam.  koitd 

Nandi.      koUd  pl.  koiik'^  goia 

Suk.  k(rf 

Masai.  o-sniH 

Ful.        haert  pl.  kadie 


1  In  Somali  wird  <  + 


120 


Mkjnhof:  Linguistische  Studien  in  OsUirika, 


kifndä  -Aage-,  k^/ndd  offffiifi  «ein 

Dor.  hm'tiia 

Kam.  krmila 

Nandi.  kojuia  \\\.  knnyak 

ßari.  kone  pl.  konytn 

Silk. 

Turk. 
Karam. 

Elg. 

Soiii.        ind'Of  pl.  von  1/  »Auge« 

Masai.      *m-gon  ]>I.  m-ffOuUk 
her  pl.  kwfTk  «Schuh' 

Snm.  kab 

Galla.  kob* 

Bari.  kamukfi 
hcfändä  (d  stimmlos)   pi.  kw^tmä^k 
•BcigeD« 

I)or. 

Kam. 

Nandi. 


Masai.  Ub 

i\far.  /'^i^y 

Saho.       A'^  tjs\v.  (s.  Reinisrli,  So- 
mali -  Grammatik  S.  hl) 

Iffü  »wpit« 

^gf.  pl.  lugpsi^k  »Krieg- 


Dor. 

^  iugüt 

Kam. 

hgi 

NaodL 

Suk. 

m,  käet 

lük^  pl. 

Hng^  .Stock 

Dor. 

girukto 

Kam. 

kiHtktd 

Nandi. 

h'rr'/kfo 

luvitä  pl.  ^nik  »HaiiH- 

Nandi. 

niheita^  rubrx 

Kam. 

rubeüt 

Dor. 

Für  den  Plural  vgl.  Tat.  ImwMi. 
moH  {d  stimmlos)  «Feuer« 
Dor. 


Kanim.S.  mfttif'JMA 

Kam. 

mat 

Elg.  akan 

Nandi. 

Som.        qantOf  ysfif^o 

Dinka. 

mag 

i!a$r«Sii!a  jaf;en 

Lur. 

Som.  o(fn(j-si 

Mbnl. 

iäffXDä  {k.  /^«»/  «Kind«)  pl.  idgxcf  ga- 

Mbngu. 

bäe  «Mädchen* 

mälilM  pl. 

mailt  Utk  .Leopard« 

tägtei  pl.  lagp  »Kind« 

Dor. 

melüda 

Dor.  läkmt 

NandL 

Kam.  Utwi 

Sttk. 

Naodi.  IdhMtr 

Ful. 

mäUeM 

läguinimlgin  .klein-  (jedenfiilb  »klei- 

mfi «wahr 

nes  Kind«),  9.  fiänij^ 

mf|i  'lebendig» 

if/  »weiß« 

modfe  pl.  'Köchrr. 

Kam.  M 

Masai. 

e-tnodjän  pl.  mtödpffti 

Nandi.  ffl 

mdmi  pl.  morfk  .Finger. 

Silk.  rtei 

Dor. 

momdi  -FinL;-'!-.  (vgl.  mo- 

llä  »sechs* 

rek  .Zrlu'-) 

Dor.  id 

Kam. 

mome  «Fiugcr»  und  »Zehe« 

Ram.  Id 

Nandi 

moriM  pl.  monk  «Finger« 

NandL     AT,  ioOo 

(vgL  momt  «Zehe-) 

Ndor.  B.  In 

Ban. 

«Mraielpl.  morm  «Fioger« 

Tat.  B.  fh 

und  «Zehe* 

MbuL 

Silk. 

möm^  wSnm  ■Finger« 

Som.  /«^ 

Masai. 

1ll'0imsdfinu  pL  'i^fimoä/ik 

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Mnraop:  Liiagiustischo  Stndwii  in  Oatofrika.  121 


mdrfdiM^    pi-    mnr^^  atimiiiHM) 

Nandi.     ntffo  BZiegenberde« 

Mbul.      1^  •Ztegt* 

Dor.       monmiA  >Rfttte« 

net6tdH  «Löwe«!  aj^ß  "Viele  L5wen« 

Kam.       wmimde  «Ratte« 

Dor.  nehmdd 

Nandi.      nutriSt,  murumdei  «Ratte* 

Kam.  getündö 

Suk.         muriän  -Ratte« 

Nandi.  gotin 

Karam.     nurin  «Ratte« 

Turk.  enatüny 

müt  .ftmf. 

Suk.  nnfüiiy 

Dor.  müt 

Karam.  enaiUuhy 

Kam.  mu4" 

Masai.      (d-Ayadtm  \i\/l-nyadmt 

Nandi.  «Ml* 

Galla.  nmtki 

Suk.  mut 

ngigf  pi.  ngtgeisi&e  «ZahnDfirste« 

Ndor.B.  mat 

Masai.     fn-gige  p\.*ngigen 

Tat.  B.  MMf 

pi.  nfgt  «Hund« 

Tat.  nmH 

Dor.  noSfeftf 

Masai.  emied 

Nandi.  n(^ta 

tiausa.  biet 

Turk.  kimk 

vm^iäni  >L&gner> 

Karam.  8.  ihok 

Som.        heyn  »Lii^e« 

Elg.  «kmok 

Bilin.       bin  »lügen* 

Lur.  goke 

näbikUnä  »sieben* 

Som. 

Masai.  nabuiatta 

Vgl.  MSba  My  nok. 

namJgfn  «klein«  (s.  läyir/) 

ngndji  pi.  n^djisiiße  »Krokodil« 

Dor.  miinmik 

Turk.  «M^yoil 

Nandi.  aiMn 

Karam.  ajpniywl 

Suk.  iMiHHii 

Elg.  aHA^ 

nfqruMRl  pi.  ndtmtpik  «Wald« 

MasaL  iß^gUyan 

Dor*  timdo 

Som.  lUK^* 

Kam.  timdö 

Galla.  nä(^ 

Nandi.  ttmdo 

fi^.A:  •Speichel« 

Masai.      m-dim  pi.  mhmt 

Masai.  ngamtäk 

ni^^  (d  stimmlos)  >nahe> 

Bari.  kamtUdk 

Tat.  cmäci 

^^^/^  pi.  ölbol^ik  »Erdnuß« 

tiffin  I  «komm  heel» 

Masai.      ol-bgrSg  pi.  il-b^n 

Nandi.  «jfsi 

$^ajändfi    pi.   ^gajtg    (g  slimmlos) 

Vci^gteidhe: 

»Herr« 

Kam.  <     maiiijfgm    «icli  komme 

Dor.       ktmegMtt  «Ittuptliqg« 

nicht« 

Kam.       kimögmde  •Häuptling« 

Nandi.     in<%^    «ich  komme 

Nandi.     ktruagmdei  »UluptUng« 

•  a  A 

nicht« 

Elg.  ajakdit 

nyälfl  »grün« 

Masai.      ol-gasts,  oi-garsis 

Masai.  fnyofi 

Som.       gar  «Gericht« 

hie  pi.  ni(m§k  •Nashorn« 

dliletä  »unten« 

Masai.      g-r/iun  pi.  i^muni 

&ndä  pl.  ontcfk  >Fluß- 

nälälfe  pi.  »fij^a  -Zieg«- 

Kam.  üM 

Kam.  «Zi^enherde« 

Nandi.  omet 

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122  IV]£im«of:  Lingubtbcii 

aifd       tirdbttff  {d  und  f  stimmlos) 

Dor.  ftrft 

Kam.  orf' 

Nandi.  orrt 

Turk.  trot 

Suk.  orr 

Kiirain.  er^t) 
(^m^m  »fünfzig* 

Kam.  henem 

Nandi.  kfrnam 

.Soin.  kunhm 

Masai.  nn(mi 

V^l.  Kiinaina  kon  ■(Qnf*  io  der 

Zusamii>ei»sPtzimg. 

'Afar         kon  »fimf« 

Saho  kaun 

Vielleicht  ancli  Galla  ^on,  Somali 

ian\  steht  ftir  *midfgm  bzw. 

*fftdam  (a.  ardam). 
Qifim  »dreißig-  (s.  $omuk  und  M^r 
sowie  ardam) 

Kam.  Mwöm 

Nandi.  sosöm 

Som.  socbion 

Galla.  sodoma 

Masai.  (t^nm 

Suk.  QMim 
QSfnn  en  island  aus  *  as- dorn  h/.w.  *as- 

tam  (s.  taman) 
pd^in  pi.  pä&e  (Mann  mit  wetiSem 
Bart) 

Dor.       jrik  »Leute« 

Nandi.     jn*^  •  Leute« 

Suk.       pTk  .MSnner« 

Galla.       bia  «Leute« 
prjlfmp  »ackern,  hacken« 
jh/niia  •  Heise« 

pHiuiödfnnrif'  j)l.  kil/i/fk  «Affe« 
Zum  .Singular  vergleiche: 

Mbul.  pkärnü 

Ful.        wmdu  pl.  badi 
Zum  Plural  vergleiche: 

Karam.    ^ia  •Colobosaffe« 

Suk.       kiutsfd  «Affe« 

Galla.      hSkt  eine  Affenart 


Studien  in  ()sta)hluu 


pdUli  »Wolke« 


Masai. 

em  -  hwrtto 

rndüi  pl.  rodu  »Messer« 

Kam. 

Silk 
OUn.. 

^aMi  m  n  Min  ■ 

1/or. 

soyol 

If  Bin 

jvam. 

nanai. 

SOwOC 

Masai. 

aM 

Galla 

Afar* 

son  (II  a 

Zaiilwort  S.  12) 

«^t  >Buifel« 

Nandi. 

aöM 

Suk. 

Karam. 

Karam.S. 

dhodoguSn 

Elg. 

fkwtogwm 

Masai. 

Dor. 

el  -  goiso 

ÄrÄ?  pl.  selümh  «Nase« 

Dor. 

serüt 

Nandi. 

serüt 

Kam. 

serüt 

Suk. 

9trr 

Tat 

aovAi 

So  Dl. 

»an 

pl.  f^^igSi  iff  stimmlos)  »Zebra« 

Dor. 

tigirk  >Rsel. 

Kam. 

sigiriet  «Esel« 

Nandi. 

tipirift  » Zehra« 

Suk. 

Karam. 

MfXsai. 

o-xigirio  »Esel« 

sjnfi  «gut- 

[Mensch) 

«^m^  »drei 

• 

Dor. 

soaioJt 

Kam. 

NandL 

*sm 

Suk. 

somok 

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MnvnoF:  Linguii 

Tftt.  B.  mmak 
S«nclaw«  «omeAtfx 
Tat*  mtmok 

Kopt.       ionüM  II),  sotni0  f. 

Bedauye.  emhdy  (v^l.  Keinisch, 
dauye  S.  90) 
ifusüandf  pi.  JfUfUj  "Blatt« 
tamdn  «zehlla 

Dor.  mim 

KaiDa  Amuw 

Nandi.  AauMm 

Turk.  AMMium 

Silk.  lominon 

Karain.S.  atomtn 

Tat.  B.  taman 

Tat.  taman  mgoi{?l) 

Masai.  domon 

Som.  todon 

Fill.  *apo  jil.  hapan 

Bedauye.  tamin,  tarnten 

Afiur.       AifioR  (vgl.  Retniflch,  So- 
mali S.56) 
iAmui  pi.  «Mriö^*  •Bart« 

Naadl.  tarntet 

Kam.  ilomn^ 

Suk.  tomg 

8om.        /'>>(-//  pi.  tim-o 

Mn^ni  ql-muniei 
tttä   '  Rin(i  • 

Dor.         te/o  .  Ochse - 

Naodi.     M!a  «Ochse« 

Suk.       An,        MO  'Ochae« 

Karain.    adi,  ngadi  »Ochse» 

Karani.S.off  «Ochse« 
t&9i&*^      ^^9^^^  »Perlhuhn« 

Dor.  iergel^ 

Kam.  tergefnan 

Nandi.  terg^kwt 

.Som.  tigirin 
tyjga  »Milch« 

Lur.  tiak 


;e  Stadien  in  OsUfrika.  123 

tUJ^fia^ioi  pi.  t&ijfP»p  »Strauß» 
itäm  pi.  t^äidOik  »Ader» 


Ful. 

dadot  pl.  dmU 

flyi'fäm  »zwaDzig« 

Dor.. 

Hplem 

Kam. 

Nandi. 

tipievi 

Masai. 

kitikifiam 

Turk. 

tikitam 

Suk. 

tiptem 

Oalla. 

ekffelam 

Vergleiche: 

Logone. 

ikam 

Teda. 

Barea. 

dahtta 

Bedauye. 

tagüa  (s.  Reiaisch«  Somali 

S.  56) 

(Jan  .  viel  ■ 

tjan 

Nandi. 

tjan,  tjetjan 

Suk. 

tjan 

t^lviitä^  »Gott«  (s.  (lololf  (iüliju,  i_iia) 

Kam. 

torontt 

Nandi. 

torörat 

^  »achwars« 

Kam. 

toi 

Nandi. 

Am,  njfatoi 

Silk. 

to 

titmbätü  (europäisch)  -Schnupftabaka 

Dor. 

ttimntft  «Tabak - 

Kam. 

tiniKitp  «Tahnk« 

Nandi. 

tumbato  «Tabak« 

Vgl.  Suaheli  iiaMeo. 
t&udi  »Oesang- 
Dor.  Hendo 
Kam.  timid 
Nandi.  tknäö 
Suk.  füm 
Ful.  (Izimol  pl.  diinuU 

{9  stiinnilos)  pl.  Wf/f  «Knabe« 
Som.  ir/7 
Ful.         biddo  pl.  hibbe 


124 


Einige  Bemerkungen  über  das  Verbum  im  Masai. 

Von  H.  A.  FoKKEN» 

•YMgdiaek-httbcriwikca  Htnicaikr. 


I3f'Sf>riH*Mf»  Schwierigkeiten  bei  dvv  Krforschung  dvr  Ma^^ai^praclif'  l»iet*»? 
d.T^  X  f-rbuin  mit  seinen  vielen  l'iä-  und  Suffixen.  Will  man  fÜe  !ici»Ufc«' 
Bedeutung  eines  Verbum  fesLstelleii ,  so  ist  eine  genaue,  aui' je«ic  Wir-  und 
Naciisilbe  eingehende  Analyse  des  Wurtes  erste,  unerläßliche  Bedingung. 
Nor  auf  diesem  Wege  kano  man  den  Stamm  des  Verbum  feststellen.  Hsl 
man  erat  einmal  den  Stamm  genau  erkannt,  so  kann  man  mit  einiger  Leich- 
tigkeit das  Verbum  durdikonjugieren  und  auch  dne  nicht  geringe  Anashl  von 
Verbaispeaies  bilden.  So  richtete  ich  denn  bei  dar  mfUisamen  ErforselHuig 
der  neuen  Spruche*  von  Anfang  an  mein  Augenmerk  darauf,  zunächst  eioDMl 
die  Verbalstimme  festsustdlen  und  sie  dann  in  eine  gewisse  Ordnung  vn 
bringen. 

AV)gese})en  von  einigen  wenigen  offenbar  unregeimißigen  Verba  iaml 

ich  folgenden  Tatbe45tand. 

Zutmch^^t  mtiß  man  die  k^länune  nach  ihren  AnfangsbuciistalieD  in  drei 
Gruppen  untei'scheiden: 

a)  solch«',  welche  mit  Konsunanten  beginnen;  z*  B*: 
-mut-  »beendigen« 

-Sßl'  »verlassen« 
>c{p'tri-  «hineingehen« 

'Vf^/ii  »sich  legen  auf« 
■£»*rp*  •  stehlen - 

-ffthi-  «hinaui^ehea« 
'fOFQ'  »reden« 

•  (httmi  -  >  aufheben  « 

b)  solche,  welche  mit  einem  Vokal,  ausgenommen  t,  beginnen;  z.B.: 

'ffi-  «binden« 

-gk'  »trinken« 

•ffw-  »berauben« 

•  anyff-  »auf  jemand  warten* 

«sterben« 

1  Dss  Mamiskript  war  bereits  eingeganfsa,  als  das  Wsili  von  UoUii  tt« 
die  Hasaisprache  ersduen.  D.  Red. 


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FoKxni:  Einige  Bomerkui^gen  fiber  du  Verbum  iui  MM«i.  125 

c)  solche,  welche  aalt  i  beginoeo;  x.  B.: 

•tiite-  »aosieben« 
•ink-  »liegen« 

•fliflTM"  »iehen»  ansduittena 
•«Md||M-  >verbeigeo> 
'Ufmi"  »feUeiif  sündigen« 

-idbii-  «fiirtodiinen« 

•  mjfffku-  »kenfen« 

'in*''  *quer  durduehneiden« 

Nach  dem  AnfaugsbuchsUben  richten  sieh  die  Prftfixe;  indem  s*  B. 
die  mit  Konsonant  beginnenden  Stimme  im  Perfektum  des  Priifix  le  biw. 
fff  ^«  4*  ▼oraetsen,  verkOnet  sidi  dasselbe  Prifix  vor  den  Vokalen, 
aiugenommen  i,  su  t',  wihrend  die  mit  i  beginnenden  Stimme  Überhaupt 
kein  PriUix  im  Perfektum  annehmen. 

ESwnso  muß  man  die  Verbalstimrae,  wie  die  angeführten  Beispiele 
schon  seigten»  in  bexug  anf  ihre  Endbuchstaben  in  drei  Gruppen  eiotdlen, 
uimlich  * 

a)  solche  mit  Konsonant  am  Sf  liluß, 

b)  .solchf*  mit  {  und  voi-li«;rgelu:i](!r[ii  Vokal  am  Schluß;  7..  B.  ai,  m,  ui, 

c)  solctie  mit  \'ükal,  ausgenawiiicn  i  mit  vorhergelieudem  Vokal, 
am  Sciiiuß. 

.Somit  ergf'hen  sich  im  ganren  X  3  —  9  Gnip|>en  von  W-rbaLslamineii. 
Halt  man  sich  nun  stets  liegen vvärtig,  zu  welclier  dieser  in'uu  (Jruppeii 
der  Stauui)  eiiie^  \'ei-hutn  geliurt,  so  ist  die  Kuuju^alion  dcsselbeu  vei*- 
bältnisinäßig  leicht. 

W<mn  wir  nun  auf  die  einzelnen  Konjugationnfurmeu  des  Verbuiu 
eingehen,  so  müssen  wir  sunichst  die  spezifisch  intransitive  Verbai  wie 
X.  B.  spazieren  gelten«  schlafen,  lierauscht  sein,  schweigen,  müde  sein,  satt 
«ein  usw.,  auascheiden,  da  di^dben  ihre  besondere  Konjugation  haben. 
Dieselben  benötigen  jedoch  niclit  einer  besonderen  Besprechung  für  sicti, 
de  üe  genau  so  behanddi  werden  wie  die  bei  den  Verlmlspezies  aufitufÜh* 
rende  intransitive  Form  der  transitiven  Verba. 

Ks  gibt  auch  im  Masai  ein  Aktiv  und  Passiv.  Da  letzteres  nur  durch 
Suflixp  vom  Aktiv  unterschieden  wird,  möge  es  ebenfalls  vorläufig  unbe- 
rricksiclitigt  bleiben.  Kndlici;  wird  liic  V^Tneiiiting  dt-.s  \'erbum  durch  Vor- 
selzen vim  Präfixen  ausgedrückt,  so  daß  auch  diese  zunächst  von  der  Ue- 
.spreclmng  ausgeschieden  werden  muß. 

Im  folgenden  konmit  also  zunächst  nur  die  affirmative  Form  des 
Aktiv  um  der  transitiven  Verba  cur  Spraclie. 

Die  Personen  werden  durch  Prfifixe  angedrückt.  Dieselben  lauten: 

Sing.  1.  Pers.  -a-  Plur.  I.  Pen.  -Jb- 

»    2.    •    »f»  »     2.  » 

•    3.    •  •     8«  • 


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12G  Fokkkn:  Einige  Bctnerkujigen  über  das  Verbuiu  im  Maaai. 

Abgesehen  von  der  1.  Person  lauten  Sin^^iilar  und  Plural  gleich;  lurge- 
wülinlich  erkennt  man  den  I*liiraJ  nni  Subjekt,  falls  dasselbe  ein  Substantiv  ist. 
da  bei  diesen  der  IMiii  nl  in  der  Hegel  «liu'di  Prä-  und  Snrtixe  besonders  aus- 
gedrückt v\it«l.  Außerdem  gibt  innn  Ix'iii)  \'erb»un  >(  Ui.sl  im  Perfektuin  den 
Plural  dadurch  zu  erkennen ,  dub  mau  der  Endsilbe  des  V'erbuui  einen 
Nebenton  gibt,  indem  man  die  Stimme  etwas  hebt  Im  Indiketir  Imper- 
fekti  sowie  in  allen  anderen  Formen ,  die  wie  dieses  Icein  SolSx  annelanai, 
wie  a.  B.  der  Koiyunktlv  und  simtliclie  veroetute  Formen,  drückt  onn 
den  Plural  in  der  2.  Person  durch  Wiederkolnng  der  letsten  StammsSbe  aus. 

Treten  die  mit  t  endigenden  PersonalsufSxe  —  2.  Pen.  Sing^  1* 
und  2.  Pers.  Plur.  —  luiinittelbar  vor  einen  mi^t  beginnenden  Verfaalslamni, 
so  tritt  Nusaliening  des  dem  /  folgenden  Konsonanten  de.s  Stammes  ein. 

Der  heim  Substantiv  itnd  mehreren  Adjektiven  bezeichnet*;  ünler- 
schied  der  Ci  esclileo  d  ter  wird  beim  VVrV»un»  rticht  berOcksichtiirt. 

Die  Pers<jiial[)rälixi'  treten  in  einigen  \'erl)aUornien  vor  die  Teiii|iiM 
präfixe,  so  im  Indikativ  Perl'ekti,  in  atuUreu  Tonnen  zwischen  TenijKiral- 
präfix  und  VerLmlstamni,  so  iui  Konjunktiv  luiperfekti  und,  wiewirspiter 
sehen  werden,  hinter  das  Piüfix  der  Verneinung  sowie  hinter  n  kopulalivunu 

£s  gibt,  soweit  ich  bisher  habe  feststellen  können,  im  Masai  Ihalich 
wie  im  HebriUschen  awei  Tempora,  oder  wuld  ebenso  richtig  Modi 
genannt,  einen  H^r  die  gescheliene  Handlung  tmd  einen  fiir  die  noch  nicht 
vollendete,  geschehende  Handlung.  Ich  nenne  den  erstereu  Perfektuoi, 
den  anderen  Imperfektum.  Der  zweite  drückt  nicht  selten  eine  in  der 
Zukunft  lief>;ende  llandlimg  atis,  wo  wir  im  Deutschen  bisweilen  da*;  Prä.sens 
gebrauchen;  •/,.  Ii.  m.m  sagt:  »leb  gehe»,  in  Wirkliehkeit  stellt  man  nhtr 
noch  und  will  erst  gehen.  Will  uuiii  iiri  Masai  die  Handlung  ab  in  wdt^'i 
Zukunft  /.u  erwartende  bezeicluieu,  so  liedient  nuiii  sich  einer  lliu.schrcibuiig 
durch  das  Verbum  «-/^  »ich  gehe-,  Plural  ki-sj/tQ  »wir  gelien-,  i-fipsf«' 
•ihr  geht  ,  i  -  i^o  »sie  gehen«  mit  folgendem  Infinitiv  Tmperfekti}  ac  B.: 

a-l-ayofo    at*^jtira  »ich  werde  sehreiben  können« 

i-l-at/ol^        ■  »du  wirst  •  ■ 

t-l'ayglg       •  »et  wird  •  > 

ki-vj^-ayyl^    •  «wir  werden     •  » 

^'SPttt'^VfOh  *  'i^*'  werdet  •  • 
^•SK-^VVh    *  werden      •  » 


L  Bm  PeiftktiiiiL 

Für  das  Perfektum  habe  ich  bisher  nur  awei  Formen  feststellen  k&Mwn. 
den  Indikativ  und  den  Infinitiv.  Es  gibt  im  Masai  n&mlieh  awd  Fonnea 
fQr  den  Infinitiv,  einen  des  Perfektum  und  einen  des  Imperfektum.  BUier 
ist  mir  der  Infinitiv  nur  in  Verbindung  mit  Verba  beg^et;  besttmnitr 
Verba  haben  stets  den  Infinitiv  Perfekt»  bei  sicli;  z,  B.:  a^üü^'O  »ich  habe 
beendet  zu  .  .  a-idim  .ich  kann«,  a-yoln  »ich  weiß  zu«,  andere  wiedenini 
iasseu  stets  den  iuliuitiv  des  liujieri'ektiun  fulgeu,  z.  B.  das  schon  ei-wihnie 


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FoKKn« :  Einige  Bemerkungen  Ober  das.  Verbum  im  Maüai.  1 27 

a 'if  »ich  gehe  SU«  (=  Futurum!),  a-na»  •ksh  tue  zuerst«,  a^tter  »ich  fmnge 

an  XII-  \isw. 

Bei  Redewendungen,  wo  im  Deulsclien  einen»  Substantiv  der  Infinitiv 

mit  ztt-  (ulfr  -titn  /u«  foli^t.  wird  ini  M:isai  niclit  der  lnfinili\  ^fdirauelit, 
soiuleni  ninn  ntiisc'ln*eil)t  den  «ItMitvclien  Infinitiv  diircli  r'iufu  IvN^lntivsal/. 
(siehe  den  Schluß  d<>r  F.rörteriitii;  iilu  r  tias  Verbtim  mit  den  Hi-l;itiv  |)f;UixenK 

1.  Hei  der  Bildiifii;  des  ludikativ  I' i- r  f'c  k  t  r  iinfrrsrliriden  sich  ilii- 
drei  durch  ihre  Anfan<;shiiclistaWen  ver-schiedenen  Gruppen  von  N'erha  durch 
ihre  Präfixe  fc(lg«'nderuiaßen : 

a)  die  mit  Konsonant  iH-gintiriidi'ii  Stämme  nelinicn  das  Prälix  -ta-, 
-tf-f  -tO'  oder  -tu-  vorsicli.  das  /wischen  Persoiiulpiülix  und  \  erlml- 
steuiin  zu  stehen  koniuiL 

Der  Vokal  dieses  Prüfixes  richtet  sich  nach  dem  folgenden  Vokal  des 
Stammes  (Anmerkung:  Der  Kinfaclilieit  halber  schreilie  ich  die  deutsche 
Bedeutung  stets  im  Infinitiv); 

vor  0,  m  und  au  htutet  das  PHlfix  'ta- 
a'to>fi>l>a  •verlassen« 
a'ta'man^-a  •wohnen« 

a-ta-xa^'Q  »bitten« 
e-ia-iauu;  -a  «lecken-  (intr.) 

vor  f  und  «  lautet  das  Pr&fix  Perfekti 

»zielien« 
a-tfi-mfin-a  »verachten« 

vor  I  lautet  es  -tf-  oder  -lo-,  letzteres,  wenn  das  i^uftix  -q  lautet, 

a-tt-sir-a  -sehi  eihen  • 
a-to-bik'O  »7.11  Hniise  bleiben« 
a-i^-mtt-ikjfi  <hin<iern« 

vor  o  lautet  es  'ta- 

a-ta-dow-o  -hinuntersteigeu* 
a -tu-  M$»r  -  9  ■schießen  « 

vor  e  lautet  es  -  to- 

a-tQ-tgn-a  «sich  setsen- 
a-tfi'vmi-a  «venndufen« 

vor  betontem  ti  lautet  es  -/u- 
a-te-<lum^•{/  •atifheben« 
a-te-£wAsi-9  «hinauslegen« 

vor  tmbetontem  t*  lautet  es  -ijp- 

a-lp*fii^i«y0  «stetden« 

b)  die  mil  \\>i{a],  ausgeuummen  i,  beginnenden  Stiiuutie  verkiir/en 
obige  Prifixe  au 

a-t-ok-o  «trinken« 

•  • 

a-t-eu^-a  -sicli  hindern« 
a-t-tk^a  «aufhXngen« 
a*l«(f««o  -berauben« 


128  FoncBit!  Etnigtt  Bein«4»iiigen  Über  dts  Verbom  im  Ibsai. 

c)  die  mit  i  beginnenden  V'erbalstämine  haben  im  Perfektnm  uberhaupi 
kein  Präfix,  so  daß  hier  die  Personalprafixe  nnniitulliar  vor  den  Vcrbtl- 
stiuuu)  treten,  wobei,  wie  üben  bei  der  Ue^^pre.eluing  der  Persun&Ipräfixe 
bereits  erwftliDt  ist,  ia  der  %  Pers.  Sing,  sowie  ia  der  1.  und  2,  Pens.  Flur* 
Nsaalierung  des  ersten  Stammkonsonanten  eintritt. 

A-qyl»«  «rufen« 
2.  Pers.  Sing,  mbfki 

Betreib  der  Nasalierung  gelteo  folgende  Regeln: 

«  +  /  —  ndJ 

Unverändert  bleiben      f,  r,  «,  m,  n,  ri. 

Was  die  Suffixe  im  Indikativ  Perfekt!  betrifTl,  so  ort^ehen  sich  bier 

wieder  gemäß  den  drei  durch  ihir  Ktulljuclistaben  sich  iinterschetdeDdeii 
Verbalstaiuuieo  drei  verschiedene  Biidungeu: 

a)  die  mit  Konsonant  sehließenden  Stimme  nehmen  das  Suffix  -a,  -o 
oder  •«  an,  und  «war  folgt  in  der  Regel 

ttoero  a,  f,     s  des  Stammes  das  Suffix  -a, 
einem  i  des  Stammes  das  Suffix  '»t  '9  oder  -u, 
einem      u  des  Stammes  das  Suffix      oder  •«  (sielie  obige  bd  Be- 
sprechung der  Präfixe  angefDIirte  Beispiele)} 

b)  die  mit  t  und  vorhergehendtun  Vukal  acliließeudeu  Stämme  uehm^o 
im  Singular  das  Suffix  •«  an,  vor  das  wegen  des  vurhergeliendcu  i  der 
Halbvokal  y  eingesetioben  wird.  Im  Plural  erweitert  sich  das  Suffix  au 
•  ^i  x.  B.: 

Sing.  a-/(»-£«rP*-y*0  »stehlen« 

U'insfm'y-e  •sehen« 
Plur.  ki'i9'Sf*rvi'^ 

c)  die  Verbatst&mme,  welche  auf  Vokal,  ausgenommen  i  mit  vorher- 
gehendem Vokal,  endigen,  werden,  was  die  Suffixe  anbelangt,  im  Indikalir 
Perfekt!  sehr  Terseliieden  behandelt.  Bishei*  habe  ich  folgende  Falte  fest- 
gestellt: 

Stämme  auf -a,  -§y  -o,  -o  nehmen  im  Indikativ  Perfekti  überhaupt  kein 
SuilKx  an.   Das  Schluß des  Stammes  verwandelt  sieb  im  Perfektum  in  «. 

a-ta-Su  {oldjotii)  -(das  Fell)  ausspannen  -  (vom  Stamm  -if) 
e-ta-ia  (seil,  m^ai)  »es  n^et«  (seil,  üott) 

a-  ta-  ygln  » \v  issen « 

U'tfi'fffffl  .mit  dem  i  uÜ  tteteu« 


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Foxkik:  Einig»  BemeHtnagen  Ober  dt«  Varbtim  im  Bfaaal  129 

StSmme  auf  t  mit  vorbergeiiendein  Konaoiuint  nehmea  äna  Suffix  -a, 
-f  oder      an,  vor  dem  das  t  des  Stammes  halbvokaliseh  wird: 

a>la-ÜW0Nj(-a  »laefaea« 
a-v^f^-M  •aufweekeo« 
o-(iräi*f  «quer  durehsehneiden« 
St&mme  auf  •«  nehmen  das  Suffix  -a  oder     ao,  vordem  das  u  des 
Stammes  ludbvokalisdi  wird.   Diese  Verba  haben  wie  die  anter  b)  erwShnten 
im  Plural  ein  besonderes  Sufßx,  nämlich  «Am  oder  'lug,  vctr  dem  das  u 
dfs  Stuminc.s  iiutiirlicli  uls  volh^r  Vokal  bestehen  bleibt;  das  «  des  Suflixes 
wird  nicht  xum  Halbvokal  vertlöchtigt;  z,  B.: 

Sing,  a^ta'dgtff'g  -heranszielien« ,  Plur.  ki •  ta ^  dotit •  tua 

Sing.         namn'O  »in  £mpfaiig  nehmen >,  Plur.  A*i-Ai-fHifntt'lMr 

Datnil  ist  der  Indikativ  Perfekti  der  regeliiifißigen  Verba  erschripiend 
beliaiidelt;  zur  leictiteren  rbrrsicht  möge  eine  Zusammenstellung  sämtlicher 


iidikativ 
Peffekti  ' 


•  StSmme  mit  • 
Stimme  mit  Konsonant  am      und  vorlier-  Stii 
Schiaß  '  g«l>«n(iem  VokaJ 

am  Sdüiifi 


mit  Vokal  (außer  i  nach  Voltal) 
am  Schluß 


i>  ;  • 

Stamme  j  1.  Pers.  Sing.  a-ta>«a/>a  a-io  -  v^tai-ye  .«-ta-/a  (seil,  enj^)  »regnen« 


lit  Kon- ' 

[2. 

sonant 

13. 

.'IUI 

'l. 

Anl'aug  1 

*' 

3. 

»  t-ta-£a/-a 

t-ta-rff/-a 
Phu".  A:»-<a  fv?/  a 
i-Ui  -  vai- k 
»  <=-ta-i>a/»a 
•  vei'lai>i>eu" 


-SIC 


.^Ii  auflegen  a-ta-/ti  (Stamm  •ausspannen* 


auf" 
Plur.  A-i-te 


]  a-ta.-kwitni-a 
Plur.  ki-tn-ktc önt  tin 

fit  •  t 


I  fi  I  a 


'laclien- 


>  wissen« 


I  Plur.  Ins w  ei U;u  ktlat/o/oito  \ 

a-tn-  ilam^- a       /  -sicli  er- 
Plur.  Ari-ta-<lamii-tua  \  iuuern« 


>tämuie  .  a-t-gk't)  «trinken« 

lilVokal 
»iiBer  #) 

am 
Anfang 


a-t-itfoi-ye 

•  fallen« 
FItir.  A-i-t- 


fi  -t-  any\i-  a 
Plur.  kl -i-an  yu -Ulli 

a-l-orii  •  o 
Plur.  ki-l- oru  -  tuy 


•  warten  auf 
jemand* 

-  berauben - 


Mäimue  |a-t6ii«i-a  «festhalten- 

iiit  i  am  ! 
Anfang 


a-tngfat'ye 

•sehen» 
Piur.A'i-flSfai- 


»fortnehmen« 


wegen      <les , 
vorbergehen- 
den  Diph- 
thongs) 
Plur.  kt-näau-tuu 

a'ikiiikwauu-%  i 
Plur,  *i-n*f7i*ti»af»i*.tua 

Anmerkung:  Die  in  gewidudichcr  Schrift  gesetzten  Prä-  und  iSulHixe 
siod  die  MerkxeidieD  des  Perfektuni,  das  in  kursiver,  gesperrter  Sehrift 
(Jesflzte  ist  der  Stamm  des  Verbum. 


Mttt.il.Saik£Otiail.S|HFMli«.  IM7.  UI.Altt. 


130  Fomok:  Einige  Bemoiiongen  über  du  Verbum  im  MaatL 

2.  Die  zweite  mir  bekännte  Form  des  Perfekium  Ut  der  InfinitiT 

Perfekti. 

Vor  die  Präfixe  des  Indikaiivs  Perfekti  setzt  man,  nui  den  luHnttjv 
Perfekti  /n  bilden,  an  Stelle  der  Fersonalpraiixe  ein  a,  das  im  Plural  den 

Ton  erliält. 

Das  Suffix  erl»'i(l('t  dagegen  bei  dvu  vcisclnVdftH'n  Stüiiiuien  versciüe- 
deiie  Veränderungen  g^eniiber  dem  Indikativ  Peilckii. 

a)  Die  mit  Konsonant  schließenden  Stamm«*  l  aben,  wenn  das  regie- 
renile  V<'rbnm  im  Sinf^ul'ir  steht,  dieselben  Suffixe  wie  im  Indikativ,  nindirli 
-n,  -o  uder  -w;  stflit  ahtT  da.s  regiereinle  WrhMin  im  l'Inra!.  so  Hillt  bei 
die.seu  \  ei  ba  abweiclieiui  \  ()m  Tridikalix  das  Sultix  i»)rt,  \v a.s  jtHl*»cii  bei  dri> 
mit  (  be^iuneuden  und  luil  l\.ori>uimiii  .^c-idiel^euden  Stümmen  nicht  dei*  Fall 
ist,  wesbalU  bei  diesen  aiicli  der  Ton  niclit  Kiirrickgezo<;en  wird,  was  b«i 
obigen  bei  Wegfall  jeglichen  Suffixes  geschieht. 

b)  Die  auf  t  mit  vorhergehendem  Vokal  schheßeiulrn  Stänuiie  halten 
abweichend  vom  Indikativ  weder  im  Singular  nocli  im  Plural  «in  £>uffix. 
Im  Singular  ruht  der  Ton  auf  der  letzten,  im  Plural  wie  bei  d«n  anderen 
Verba  auf  der  ersten  Silbe,  nändicli  auf  dein  Infinitivprifix  a-. 

c)  Die  Stänune  auf  -o,  -e,  -o  und  -o  lauten  im  Infinitiv  Pertrku 
am  Schluß  wie  im  Indikativ  Perfekti,  also  mit  Suffix.  Das  in  u  verwandelte 
e  bleibt  auch  im  Infinitiv. 

Die  Stinune  auf  i  lauten  im  Infinitiv  am  Sclilufi  wie  im  Imlikativ 
Perfekti,  also  auf  •aa,  »is  oder  •ftp. 

Die  anf «  endigenden  Stimnie  haben  im  Infinitiv  abweichend  vom  Indi- 
kativ im  Singular  kein  l>esonderes  Sid'llx,  im  Plural  Iiabcn  die  mit  >  bcL^inncn- 
den  I  i' t  't  r  ui'ln'.ri^i-ii  Stiinune  gewöhnlich,  die  andern  selten,  das  Suflix  »te. 

Naclistelieude  'I'abelle  möge  daa  Ciesagte  verauscIiauUchen. 


Infinitiv 
Perfekti 

j  Stimme  mit  Konsonant 
am  Mchlufi 

StSnune  mit  i 

mid  vorher- 
gciicudciu  Vokal 
am  Schiaß 

Stäiuine  mit  Vukal  (außer  i  ai^ 
Vokal)  am  Schlnfi 

Stämuif  mit 
Konsonant 
am  Anfang 

aifiiv  ata  -  r  n  l-n  •  ich 
habe  beendigt  zu  ver- 
lassen « 

PIiv.  kmdiit  ata-s<i/ 

niiliv  alr-r etai 
l'lin-.  kindiv 
nte-s£/ai 

aidiv  ata  -su 
Plur.  kindw  ata-«'« 

aidisi  ata  -ktcön  {•% 

mdist  uUi-damu 
Phm  kmdiu  ata-<femti*ltu»  ^ 

Stämme  mit 
Vokal  (äußert) 
am  Anfimg 

aidiv  at-oA'-o 
Plur.  kindiv  at-ok 

aiäi2  ai- ürgi 
PInr.  XrMfi'nt- 
ffr^t 

Plur.  kmdii*  at'(>r»*(^>) 

StSmme  mit  t  | 
aitt  Anfang 

andiff  a-f'Aufi-a       aiiHs' n-inorai 
Plur.  kmdis*  a  - « 6  «  n  -  a    Plur.  kmdi^ 

i 

...»   

IMur.  kmdit^  a-i/«i*-tii 

omAs  n-ikiiikicvmit 
Flur,  kmdis  K^ikilikvmn^-^ 

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toaam:  E»ig»  B«ro«rkiiDg«o  liber  6aM  Yerlniro  im  BliMu.  13] 

II.  Das  Imptrlektum. 
1.  Indikativ  liuperfekti. 

Kein  Verbum  hat  im  Indikativ  Iniperfekti  ein  TempondpriUix,  sondern 
es  ti'cten  hier  die  PersoniilprRfixe  unmittelbar  vor  den  Stamm.  Somit  unter- 
sclieiilen  dii'  mit  t  beginnenden  Stäuiine  daa  Perfektinn  vom  Ini|iprfektiiiii 
nmr  durch  das  Suffix,  da  bei  diesen  Stäninien  ja  auch  schon  iui  I'ejfektuni 
jedes  TenijHiral|u*afix  fehlt.  Im  Ini|H'ift'ktniii  fehlt  hei  den  transitiven  \'erha 
aiieh  jedes  Suffix,  so  daß  <1fr  Indikativ  InqxTlrkti  aus  dem  n*iiien  Slannn 
und  den  da  Vorgesetzten  Per>(»iial[)rälixen  /.nsaunuengcsützt  ist.  Hei  den  auf 
i  nul  vorliergehendeui  \ Okal  endigenden  Stämmen  i.st  noch  /.u  heinerkeii, 
daß  sie  im  Indikativ  linperfekti  das  Schluß-/  abwerfen  und  deu  so  ent- 
standenen einfachen  Sclilußvokal  —  a  oder  o  —  betonen.  In  der  2.  iVraon 
des  Pbiral  wird  im  Unterschied  zum  SinguUr,  wie  oben  schon  erwähnt  ist,  die 
letzte  Silbe  des  Stammes  verdoppelt,  wobei  hinter  den  mit  Konsonant 
schließenden  StSiumen  ein  kurzer  Wikal,  gewutmlich  vor  der  Wieder- 
holung eingesehubeu  und  zum  Schluß  der  Vokat  der  wiederholten  SUbe 
angehfingt  wird. 


ndikativ, 
fektt 

Stftrame  mit  Konsonant  am 
Schiaß 

Stimme  mit  t  und  vurher- 
geliendem  Vokal  am  Schluß 

St&mnie  mit  "Vokal  (außer  f 
nach  Vokal)  am  Schluß  , 

itamiiie 

1.  Pers.  Sing,  a-jial 

mit 

2.    •       >  i-2al 

2.  Pers.  Piur.  i-setdta 

2,  Pers.  Piur. 

Kon- 

3.    »        •  f^-pjtf 

a-kwQui 

sonant  , 

rtm 

1.  Pers.  Piur.  ki-val 

2.  »       •     i  -ralrvala 

2.  Pers.  Piur.  i-kwQnini 
a-yolQ 

Anfang 

3.    »       •  i'£ai 

2.  Pers.  Piur.  i-jfglqu{\ak' 
regeluiäßig) 

a-iiamu 
2.  Pers.  Piur.  i^damunm 

$tSnioie 

mit 

2.  Pers.  Phtr.  i-akiok  (o  ?> 

2.  Pers.  Piur.  i-ufpfo 

2.  Pers.  Piur.  i-QfUfu 

\  ükal 

aiißeri") 

am 

{finime 

mit  t  ; 

j  tt*ib«n 

a-itau 

2.  Pers.  Piur.  i-mhvnebun 

2.  Pers.  Piur.  i-nQfdfa 

2.  Pers.  Piur.  i-ndaiu 

am 

Anfang 

r 

1 
1 

1 

^  kj  i^uo  i.y  Google 


132 


Fokkkn:  Einige  Beiiierkiingen  über  das  Verbuiii  im  Muai. 


8.  Infinitiv  Imperfekti. 

Dur  Infinitiv  luiperfekti  iiiiiuiit  da^  lnntiitiv|»rätix  a  nnnittt^niar  vor 
den  Stamm;  vom  Stamm  und  von  den  iSuffixen  gilt  das.sclbe,  was  darüber 
beim  Indikativ  Imperfekti  gesagt  ist.  Ein  Untersciiied  xwischeu  iJingular 
lind  Plursl  besteht  bei  keinem  Verbum. 


Infinitiv 
iiiiuerfekti 

• 

1 

1  Süiiiiiiti  uiit  Konsonant 
t          am  Schluß 

1 

Stimme  mit  i  mid  vor- 
heii^lisadAm  Vdud  am 

Srliluß 

Stimme  mit  Vokal 
(anfler  «'  nadi  Vokal) 

am  Schluß 

Stamme  - 
mit  Koii- 
Konaiit 

am 
Anfang 

i  al  .1  -  val    -ich  gehe 
'    XU  verlasäitju  —  ich 
1    werde  verla-si>en« 
Plur.  kisuk-zai 

• 

o/'a-jjf /</ 

a/'a  -  .sV 

al  !i  -  fi'  wo  n  1 

al  vi-damu 

StKmme  ' 
mitVokal 
(aiii3er  i) 

am 
Aul'atig 

Stimme 
mit  i  am 
Anfang 

aV^-itau 
al'tk'ikilikwanu 

Neben  dem  Indik.iliv  und  Inßnitiv  Imperfekti  gibt  es  im  Hasat  noch 
einen  Koqjunktiv,  Koboi-tativ,  Imperativ  und  Jussiv  Imperfekti. 


3.  Konjunktiv. 

Der  Konjunktiv  wird  gebraucht,  um  eine  Ali.tii  lil  auszudrücken,  uelcL^ 
wir  im  Deutsehen  durch  Sätze  mit  »damit«,  'uni  xu«  umschreiben.  In  be- 
treff des  Stammes  und  der  Suffixe  gilt  audi  liier  dasselbe,  was  behii  Indi- 
kativ imd  Infinitiv  ausgeführt  1st.  IHrkennbar  wird  der  Koiyuiiktiv  durch 
das  Präfix  d8.s  vor  (!)  die  PersonalpiHifixe  tritt.  Vörden  vokaliscli  an« 
lautenden  Personalprftlixen  tSlIt  das       des  Koqjunktivpiftfixfs  fort. 

Als  Nebenformen  bort  man  Dir  die  2.  Person  Singular  und  Pluial 
eine  Form  mit  dem  Pr&fix  sjyi-  statt  £<•  und  filr  die  3.  Per!H>n  des  Stogular 
und  PliMiil  t'uie  Form  nnt  dmn  Pr&fix  ndjf-  statt  sf«.    Letatenw  Idbigt 

wahrsciieiniicii  mit  dem  V'crbuui  «geben»  xusauuneu,  dessen  Stamm 

iüt ,  vuii  dem  der  Iinpenttiv  ndjn  lautet,  so  daß  aus  fM^'g-f  zusammea- 

gexogea  wäre.    Ls  hieiSe  demnacli  z.  B.: 

ndf-f-lQtu  "gib,  daß  er  kommt«  =  «er  m^e  kommen«. 
Es  folgt  eine  Tabelle  sur  Obersiclit  des  Konjunktiv  Imperfekti. 


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Fokkin:  Einige  Bemerkungen  Aber  du  Yerbum  im  Maeai.  133 


Kon- 
junktiv 

Imperfckfi 

1 

Stiniuie  mit  Kousonaiit  am 
8<!hlaB 

Stimme  mit  1  nnd 

vorhergehendem 
Vokal  am  Scliluß 

Stimme  mit  Vokal 
(außer  i  nach  Vokat) 
am  Schluß 

Stämme 

mit  Iv  rtn.  1 

sf)iiaiit  1 

am 
Anfang 

1 

1 .  l'ers.  Sine,  v  -n-vfif 

*             ■  V-f*lJCIf 

3.     »        "  v-f-val 

1.  •     Flur,  ye-kt'vai 

2.  •       •  v-i-oalimla 
oder  ^y-i-val^sßi^ 

3.  Peni.Plur.  v-f'S«!  oder 

V  -  (7  -  /f 

Stämme 
mit  Vokal 
fanfier  £i 

am 
Anfang;  ' 

1  \-a-ok 

v-a-«rp 

v-a-j»f  M 

SfSinme  , 
mit  »  am 
Anfang 

y-a-ibun 

v-a-inQfd 

y-a-itau 

4.   Kohcitativ.  Imperativ  und  .Tnssiv. 

Der  Kohortativ  (oder  Vuhmtativ,  SelbstaiifforHening)  wird  von  der 
I.Person  dos  Singular  tmd  IMural  gebildet,  im  IMurnI  hniififr,  im  Singular 
seltener  gehraucht.  Der  Plural  wind  im  Deutsclieii  \\  irdrrgcixcluMi  «iurcli 
»laßt   uns  -wir  wollen  . .  .» ,   der  Singular  etwa   <liirrli   ein  ener- 

gisch gesprocheuCN  «ich  will...«,  »ich  muß...«,  «ich  werde  ...«,  «laß 
mich  . . 

Dem  Kohortativ  der  1.  Person  entspricht  der  Imperativ  der  2.  Peraon 
und  der  Jiissiv  der  3.  Person.  Letzterer  ist  im  Deatschen  wiedersnigeben 
durch  »er  soll  , . 

Sämtliche  drei  Befehlsformen  hahen  dieselben  Suffixe  wie  der  Infioittv 
Perfekti  («>ielir  diesen!).    Betreffs  der  T'räfixe  gelten  folgend»-  Urgeln: 

Der  Kohortativ  hat  im  Singular  und  Plural  vor  dem  Präfix  des  Indi- 
kativ Perfekti  noch  die  Silbe  ma-.  die  im  Phiral  einen  Nebenton  erhalt. 

Tm  .I»i«:siv  tritt  im  Singqlar  und  Pliu-al  vor  das  Präfix  des  Indikativ 
Perl»'kii  lun'h  «iie  Silbe  /nf. 

l)«'r  imperativ  hat  im  Singular  dasselbe  Präfix  wie  der  Indikativ  Per- 
fekti; bei  den  mit  /  h^innenden  Stimmen  tritt  einfache  Nasalienmg  des 
Anfangshonsonanten  ein.  Im  Plural  wird  noch  der  Vokal  e  ▼oi^geaetct, 
nach  dem  auf  jeden  Fall  der  folgende  Konsonant  nasaliert  wird,  so  dafi 
die  Singidarprilfixe  ia-f  tf-  usw.  jetzt  enda,  mdf  usw.  lauten. 


134 


FoEimi:  Einige  Bemerkungen  über  du  Vei^kuni  im  Masai. 


Kohor* 

Uüv,  'i 
Imperativ, 
Joasiv 


Stimme  mit  Konsonant 
MD  Schlufi 


Stämme  mit  t  and 
v<n{ieigehendem 
Vokal  am  ScUnfi 


Stämme  mit  Vokal 
(aaOerinadiVolaD 
am  Sdtlnfi 


Koh. 


St&mme 
mit  Kon- 
sonant Ij  . 

am     !>™P-  j 


Anfang 


.Tiiss. 


Sing.  oMA'Val'Z 
Plnr.  miUk'Sal 

Sing.  ta-oa/-a 
Pltir.  cadK'Sal 

j  Sing.  meta-saZ-a 

/  Plur.  meta-  vfi  l 


ende-og/dl 

int'te  -  vr  In  l 


miUi'-damM  (tu) 

ta-<fam« 
esadh'damu  (tu) 

inöta -flamn  (tu , 


Stämme 
mitVokal 
(aofier  i) 


Anfang 


Koh. 


Imp. 


Juss. 


Sing.  mata-^Ar-o 
Flnr.  mAta-9^ 

Siog.  t-gk-g 
Plur.  enä-pk 

iSing.  m?ta-(>*-o 
Plur.  m^ta-^i& 


mat  -  ufj»! 
mit-ttr^t 

t-ürgi 

mH-ürgi 

m^l- ürgi 


mat- Of  u 
mat-^fu 

t-pr« 

end-ortt 

met-pr« 
m?t-pr« 


Stamme 
mit  t  am 
Anfang 


!  Koh. 


Sin«j.  ma - f7;«n-a 
Phir.  ina-j6iilt-a 


\  Siujj;.  mbun-fi 
'  *  ^  Phir.  e  -  rnbu  n  •  a 


Juss.  in,  '      i  • 

(  rlur.  m^-toun-a 


;  ma-tnorat 

I  . 

; norat 

'  e-innrai 

ine.  -  i'uQfai 


ma-(7ai/ 

t  •  n  ä au -Ui 
me -i  tau 


Damit  wire  meine  faiaberige  Kenntnis  vom  Aktivum  der  tranaitiven 
Verba  eraefaöpft.  Es  gibt  im  Masai  aoeh  ein  Passiv,  doch  wird  dasselbe 
äußerst  selten  gebrauchtt  nftmlieh  nur  dann,  wenn  das  logische  Subjekt  des 
Verbum  ganz  unerwähnt  bleibt.    Sobald  dR.s.selbe  irgendwie  in  der  Rede 

vorkommt,  so  wendet  man  die  Rede  aktivisch.  Man  sagt  z.  B.  nie  »Der 
Hund  ist  von  dem  Kinde  geschlagen«,  sondern  stattdessen  stets  -Das  Kind 
schhi«;  den  H»ind<.  Das  Passiv  mit  folgendem  »von  -  liabe  ich  bislit*r  uuch 
niclit  «iehüi  l.  ist  abei-  das  logische  Subjekt  gar  uirht  tT\\  al)tit.  so  hoit  man 
nicht  selten  das  Passiv;  B.  wenn  icii  Irage:  •KcMimit  das  Kssen?«,  go 
antwortet  man  mir:  »Ks  wird  gebracht«.  Sobald  man  aber  eine  Bexeich* 
nung  des  Überbringers  hinznsetst,  so  wemkt  man  den  Sata  aktiviseh  mtd 
sagt:  'Es  Inringt  das  Kind  das  Essen«  oder  noch  hSufiger  relaUvisch  ge- 
wandt: «Das  Kind  (ist  es)»  das  bringt  das  lassen«. 

Bildung  des  Passiv. 

An  den  Temporal präf ixen  findet  bei  der  Bildung  des  Fassiv 

kdnerlei  Veränderung  statt. 

Die  Personalpräfixe  erleiden  im  Passiv  folgende  Veränderungen: 
Die  2.  Person  des  Singular  hat  im  Passiv  stets  das  Prji£xib>  (statin 

im  Aktiv). 


Digitize  ■  '  ^^oo^l 


Fokk£m:  Kiiiige  Beuierkuiigeu  Ober  das  Verbuni  iiii  Masai.  135 

Im  Pliirnl  haben  alle  Personen  iui  Passiv  das  Prä6x  t*  Zur  Unter- 
seheiduDg  der  Personen  folgt  dem  Verbum  in  der  1.  und  2.  Person  im  Passiv 
ütets  das  PrononiPti  personale. 

Der  \  ol1stäiulit>;keit  halber  ulügeu  auch  die  Qbrigeu  Prouomioa  per» 
SOnalia  angefülirt  werden : 

Sing.  1.  Pers.  nanu  ich  Plur.  1.  Pers.  wir 

»    2.    »     tye  du  »    2.     »     ndai  ihr 

•    3.    •    »mye  er  •    3.    •    mndje  sie 

Besonders  erkennbar  ist  das  Passiv  in  erster  Linie  an  dem  Suffix. 
Im  Perfektum  wird  an  die  aktivische  Form  noch  das  SufSx  -ki  angehängt. 

Das  Suffix  des  Perfektum  Aktivi  erleidet  dabei  im  einselnen  folgende 
Veränderungen: 

Dif  Stämme  auf  /  mit  vorhergehendem  Vokal  haben  im  I'erfektuni 
Aktivi  das  Suffix  -i/e,  im  Passiv  verwandelt  sich  das  e  in  ö,  so  daß  das 
ganze  Snffix  Perfekt unj  Pnssivi  bei  diesen  Verba  -t/nki  lautet. 

Hei  den  mit  Vokal  schließenden  Stäomten  sind  folgende  Besonder» 
heiten  zu  merken: 

Vau  auf  ^  endigender  Stamm,  der  seinen  Schlußvokal  im  Perfektum  in  u 
verwanddt  hat,  lißt  dasselbe  vor  der  |)assiven  Ekidang  «ib*  als  3  erseheinen. 

Die  auf  o  endigenden  Stlmtne  kdnnen  ihren  Sehlußvokal  vor  der 
IMSsiven  Kndung  'ki  beibehalten,  können  ihn  aber  aueh  in  verwandeln, 
sc  daß  die  Endung  nun  ft&f*  lautet. 

Die  an(u  endi|.;(>|,(len  Stamme  verwandeln,  falls  sie  im  Perfektum  Aktivi 
das  Suffix  fto  haben,  dasselbe  im  Pas^^iv  in  jf/>'(X*i),  während  der  aktivischen 
Perfektumendung-j^  das  Passivsufiix  -ki  ohne  jede  Änderung  angeh&ogt  wird. 


faidikativ 

Perfekti 
Pmsiv! 

'                                                          f"  Stimme  mit  i  und 

Stämme  mit  Kotisonaut  am  Schluß       |vorhergel)endeiii  Vokal 
'                                                          !         am  Schluß 

Stimme  mit  Vokal 

(außer  i  nach 
Vokal)  am  Schluß 

Stimme 

nnt 
K<mso-  ' 
oant  am 
Anfang 

1.  Pers.  Sinpf.  a-tn-na  V'a-ki  -tragen" 

2.  •       •     kt-t&'uar-  a-ki 

3.  •        •     fi-th-nav-  n- ki 

1.     '     l'hu'.  i''l&-nav-  ü-ki  ok 
'2.    «       •     #-ta-tta»-a-iH  ndai 
3.    »       »     <f-ta-nas-a-Arl  {nindje) 

i-Uf  •umtg « -  y V  -  ki 

e-  tn-.io-ki 
a-  Im  -  (I u  m  u  -  ;i-ki 
•  auf heben - 

Stimme 
nitVokal 
(aoßer  0 
am  ' 

An  *;i  i:;^ 

a-t-ar-a-ki  •.st'hlai;en« 

e-i-üfgi-y'i}-ki 

a-t-pf  u-fi-ifl 

Stinine 
mit  i  am 
Anfang 

a-ibun-n-ki 

■ 

d'inQrai-yi}-ki 

f'itaii-Mf^'ki 

Anmerkung:  Das  in  fetter  kursiver  Schrift  Gesetcte  ist  das  Merk- 


mal des  Passiv. 


L.icjui^L.ü  cy  Google 


136  FScMaaN:  Einig«  Benerkungwi  über  du  Verlrain  im  Mum. 


Im  I  in  [)  e  r  f *' k  l  II  III  laiilft  das  Suflix  Pa>Mvi 

Bei  eleu  auf  i  mit  vorhergehendein  ^'nkal  endigenden  Stänniieii  isi  im 
Imperfektum  Aktivi  bekanntlich  das  t  des  Stammes  abgeworfen;  im  Piuür 
bleibt  dasselbe  fort,  es  tritt  aber  zwischen  den  betonten  Endvoical  de»  Akli* 
▼um  und  die  Paaaivendung  t  dn  f. 

Bei  den  anderen  auf  Vokal  endigenden  StSmnien  gelten  folgende  Itegdo: 
Anf  f  und  q  folgt  das  SulBx  Passivi  •>  unmittelbar,  nach  w  und  0 
wird  ein  n  vor  dem  Suffix  Fassivi  eingeschoben. 


Imperfekti 
Passivi 

Stimme  mit  Konsonant 
am  Sehlnfl 

1 

KtJBmni^  mit  i  nnil 

0UUIJtl«C  IJJIIf  1  UIJU 

vorhergehendem 
Vokal  am  Schluß 

^t^mnip  mit  VoLsl 

Vokai)  am  SciiJulJ 

OHMUUie 

mit  Kon- 
sonant 

am 
Anfang 

2.    »       *     At -ff  8«- i 

1.    •    Plur.  i-i»«fi-t 

j2.     •        •     e-nnv-i  nrini 
|3.    •       •     ^-naj2-i  (ntmi^) 

0— Vlif  W-  p—  • 

Stimme 
mitV'okal 
(außer  t) 

am 
Anfang 

[A]  Öf-I 

l-^fi»-ff-i 

Stimme 

mit  t  am 
Anfimg 

Vm  die  psssivp  Möglirhkeit  au.szu(iriicken ,  bedient  man  ^u-h  einfr 
besonderen  Verhairomi.  Im  Deutschen  wird  dieselbe  durch  Adjeküva  auf 
••bar-  ausgedrnekt.  Im  Masai  wird  sie  durch  Anhangen  des  Suffixes  -m 
ausgedrfickt,  das  den  Ton  «rhilt  Außer  den  Posonalprilfixen  findet  sieh 
keine  weitere  Vorsilbe;  s.  B.: 

^-mir-atf  »sind  sie  vertreibbiir?«  =  »können  sie  vertrieben  werden ^ 
a-nas-ai  »ich  bin  traghar*  =  «ich  kann  getragen  werden* 
«-«ttj2s-aj' »es  ist  genießbar«  =  «es  Icann  genossen  werden«. 

Die  Veneniiiiig. 

Die  Vemeinuiig  des  Verbitm  geschieht  im  Masai  verhSItoismißig  nn> 
foeh.  Was  Stamm  und  Suffixe  betrifft «  so  gelten  tu  sfimtliehen  vemrin;m 
Formen  dieselben  Regeln  wie  beim  affirmativen  Indikativ  Imperfekti. 

Zur  Verni  iiiiitn;  des  Perfektum  bedient  man  sich  des  Präfixes  f<w-- 

Allein  grbraiiclit  ln^dpiitct  ^/i/  soviel  wie  -norli  »»irht«.  AVoitore  Trm|v'r»I- 
präfixe  finden  sich  im  verneinten  Pt-rteklum  iiuht.  Die  PtMsonalj)! iitiv^ 
stehen  xwtbciien  dem  Verneinungspräfix  und  dem  iStamm.    Im  indiknn 


Fokkkn:  Einige  Bemerkungen  äber  das  Verbam  im  Musai.  137 

Imperfekti  laiitrt  das  \>rnf»iinin{»sj)räfiT  m(t)-,  Hf»tn  im  Konjunktiv 
noch  das  Konjuiiktivpiiitix  »•(()-  \ ortic-clzl  wird;  docii  richtet  sirh  in  <lif's*M' 
7ii«sa!nfnf nsfl/.iiii;;  der  \'okal  des  Ivoiijtiiiktivpräfixeti  lediglich  nach  dem 
lolgeiidcn  \'okal  dns  VfrneiniingspräHxps;  z.  B. 

l.  Pers.  iSni^.  \'n  -  m-fi'Xir  »d^ß  ich  iiiclit  schn-ihe« 
1.     •      Plur.  vi-wi  -  kr  -.^ir  »daß  wir  nirlit  schrcihrii« 

Will  man  die  \'ernpinnn;;  ini  Indikativ  Iinpprf'fkti  n<»ch  verstärken, 
so  bedient  man  sich  des  liingeren  Präfixes  mekur{e)-,  im  Deutschen  etwa 
>in  der  Tat  nicht,  gans  und  gar  nidit-. 

Der  Imperfttlv  wird  im  Siniipilar  durch  du  Prifix  mt-  vcimeiiit, 
dem  im  Plural  noch  der  Vokal  a-  oder  vorKesetitt  wird.  Bei  den  mil  t 
h^innenden  Verbalatimmen  tritt  nach  dieser  Elndung  natOriich  wieder  Nasa- 
liening  dea  An&ngakonaonanten  ein. 


Ver- 
nehnpig 


Stämme  mit  Rousouant 
SchloS 


I  Sllmme  mit  i  and 

vorhergeheiiHeni 
Vokal  am  Schluß 


Stimme  mK  Vokal 

(außer  I  nach 
Vokal)  am  Seblufl 


StiUninc 
mit  Kon- 
sonant 

am 
Anlang 


Perf. 

Imperf. 
Ind. 

ver-  l 
stUrkt) 

Koiy.  I 
Imp. 


Sing.  etU'O'Val 
Plur.  ftU'ki-'Süi 

iSing.  m-a-sal 
IfIiv.  mi-Jh'-val 

Sing.  mekur-a-£al 
Plur* 

'*^'"g-  va-m-o-j«/ 
Plur.  vi-ml-ib'-sa/ 

Sing.  mi*£al 
Plur.  a(^)-  mi'vai 


I 
I 


Stämme 
niit\'okal 
(aufier  i) 

am 
Anfang 


Perl',  r/u  -  n  -  <>  k 

« 

Iraperl'.  Ind.  m-a-{)k 

Koiy.  vt^-m-a-gk 
Imp.  ml^pk 


\  eltt  ■  n  -iirö 

I    *  *  ' 

m -a- uro 
va-in-o-ttf(i 


ftn  -  II  -  <>  ru 

•  • 

va-m-a-^fu 
ml-^f« 


Stamme 
mit )  am 
Anfang 


Perf.  etti  -  a-  ibu  n 
Imperf.  Ind.  m-a-ibun 

Konj.  yR-m-a-ibun 
Imp.  nU-mbuA 


ftu-a-inorä  fht-a  -  ttav 

m-a-inQfd  [m-a-itau 

va*m>a>ifi^f<j  !ya-m-a-f/a» 

mi-nsrd  ^mhndau 


Bevor  wir  nun  auf  die  von  jedem  transitiven  Verbum  mehr  oder 
weniger  au  hildenden  Verbtlspezte»  niher  eingehen,  mögen  hier  einige  un- 
regelmSfiige  Verba  auigecShlt  werden,  welche  in  ihrer  Konjugation  mehr 
oder  weniger  von  den  bisher  gefundenen  Kegeln  abweiclien.  Man  kann 
(lieaelben  in  zwei  Or  upften  /.usannnenfasitpn;  die  einen  liaben  im  Perfektiim  und 
linperfeictom  iboÜche,  die  andern  ilagegen  voUatandig  versdüedene  Stimme. 


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1B8  Fokkkn:  Ein^  Reinerkuiigaii  Ober  Am  Verbum  im  Masai. 

1.  Bei  den  mit  ähnliciien  «StRinmen  im  I^ciTekliim  und  liDiH-rfektiiiii 
fällt  eine  Gruppe  auf,  deren  Stamm  im  Perfektuin  auf  Vokal,  im  Ituper- 
fekttim  auf  Konsonant  endigt.    Hierher  gehören  u.  a. : 

I'erfektuiii  Imperfektum 

er  -  m«^  » a  n  7.  n  n  f  1  en  •  n-  innk 

a-itov\^  »lifileii,  retten*  a  -  itucqk 

a-ta-dtta  ».sehen«  a-d^ 

a-ta-nd  »saugen«  a-ngk 

a-iäa  «von  sieh  werfen«  a^iiidk 

a-ta'la  «loalnnden«  a*lgk 

a-i-a  »werden*  {a^  =)  aku*- 

a-kL-mig^  «sieh  gewöhnen«  a-mippAH^ 


Sing.  <?-(>     I  .  ^    1^  1 

Flur.  «.(^  1        ^"^^  ^'^^ 


Weiter  liri^'  i)  ähnliche  oder  wohl  gar  gleiche  Stämme  im  Perfektum 
uud  Imperfektum  iuigende  unregelmäßige  Verba: 

Perfektum  Imperfektum 

« 

Sing,  a-inyu  |  ^^^^j^i^^^ 

Flur,  kmi^^  \  *         •  '  ImperaL  Sing,  nyu 

Plur.  my^fiu  od.  mjfiif 

Sing,  a-tn-  »/ftrw  )   -wollen.  '*^'ng.  a-y^ 

Plur.  kitnyotu       *   wünschen«  Flur,  ki'jf^ 

a-tä'la   •btfiiidtig  sein,  nicht  a-lau 

haben,  vermissen« 
a'Unv^o  «gesund  werden«  a-ikt 
a-tfi-fAtwa  «das  Vidi  fort-  a-fem 
treiben« 

a'-m0u  «bekommen,  finden«  d»hm 
a-t-uAaijfe  'verlassen,  loslassen«  a-mva 

ü'tQ-iiua  «riechen«  (intrants.)  a-nu 
a'baüna  (ohne  Praf.)  «das  Vieh  a-Amäia 

zurücktn'iben,  wenn  es 

.sich  verlaufen  hat« 
a-ktcot-a  (ohne  Prüf.)  «fliehen«  a-kwot 

Sing,  a-ta^iie  [seil.  asarge\)  a-uo 

Ol     i:-    ^  }  »Wüten«  a  „ 

Plur.  kUoMtQ  \  2.  Fers,  %-wg 

Q'ücuna  «handeln,  tun«  onlftp 

Sing.  <i«MQ  j    , .  ,  a-w 

Ptur.  \  'i''"^^'»-  Imperat      verneint.  Imperat 

Sing.  a-t-U'a  )  Sing,  a-tf 

-sterben 


Phir.  MSMote  j  Plur.  Atf 

=  Die  Hrei  Irtzt^onaautcn  Verba  hingen  im  Iinperfektom  außer  den  Koqm- 
uauten  noch  cm  bctiiuli  -  u  au. 


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FoKKti«:  Etntgf!  Bemerkmigen  Aber  das  Varbnin  im  Mutti.  1S)9 

2.  Verba  mit  gaox  verschiedeDen  Stauioien  im  l'erfcktuin  und  lai]>ei'> 
fektuui: 

Perfektuin  Imperfektum 

a)  a-inom  »essen«       d-nya  ^ 

Das  l'assiv  wird  gewohnlich  im  Perfektum  und  Imperfektum  vom 
Stamm  -mos-  gebildet; 

Perfektum  Imperfektum 
a-mosaki         a-inqgi  [oder  a-nyat\ 

Khens(t  wird  die  Furni  der  paiisiven  Möglichkeit  vom  Stamm  -moit- 
gehildet:  e-mosai. 

Die  später  zur  Besprccliung  gelangende  Zustaudsform  bildet  man  von 
beiden  Stimmen: 

Perfektum  Imperfektum 

b)  Smg.  a-iam»  «gehen*         1.  Fers.  Sii^^*  0-ljp 
Flur.  hi-4fgngik  2.    >      >  c-lp 

3.    •      -  «-^ 

1.  •    Flur,  W-2i?{r 

2.  •        •  i-^V!^ 

3.  »       •     ^'  -  tpio 
Imperativ  Sing.  ««/ 

Phir.  mdjömf 

KohoTtatiT  Plnnü»  mdwe  oder  mä^dm  «Inßt  uns  gehen!« 

Perfektum  Imperfektum 

c)  Sing,  a-itc«  »kommen«  1.  Pers.  Sing.  a-/(>/M 
Plur.  Ai-ffti  ({>?)                2.    •      »  i'lgiu 

3.    •      •  «-Ipi» 

1.  •  •    Flur.  Ai-igfaiw 

2.  •      •  i-spfMiN« 

3.  »  • 
Imperativ  Sing,  idqu/ 

Flur,  ttgiu/ 

Yerhal  Speeles. 

NrlxTi  (li'ii  bisher  besprochenen  I'ormen  des  transttiv«^i\  N  t-rlmm  liildpt 
das  Masai  tine  nicht  geringe  Anzahl  balspezies.  mit  lieren  Hilfe  umn  dem 
transitiven  X'erbum  die  vei*schiedensten  Bedeutungen  geben  kann.  Es  werden 
'  bei  der  folgenden  Beepreehung  der  Verbatepexies  nnr  die  Merkmale  ange- 
miirt«  welche  in  den  abgeleiteten  Formen  VerSnderungen  unterliegen.  Da 
der  Konjunktiv  und  Infinitiv  Imperfekti  sowie  Amtliche  verneinten  Formen 
dieselben  Stammverindeningen  und  Suffixe  aufwmsen  wie  der  Indikativ 
Imperfekti,  so  genügt  es.  diese  Erscheinungen  nur  einmal,  nämlich  fHr  den 
Indikativ  Imperfekti,  an/ufuhren.  und  es  versteht  sicil  von  selbst,  daß  das 
hier  Gesagte  fiir  sämtliche  oben  augelülirtüu  Furmeu  giiu    Ebenso  haben 


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140 


PonEH:  Einige  B«merkun|[;en  <lb«r  da«  Verlmiii  in  Vhan. 


der  Iiifiiiitiv  I'd  lcUli ,  tin  Knlioi  i\ ,  Imperativ*  uiul  .Iiissiv  <li »'selben  Suf- 
fixe; liier  habe  icli  dii*  am  hHuii^.sti'ii  grbranciite  Form,  <ien  Imperativ,  ge- 
wählt. Ks  werden  »Iso  im  folgeiideii  nur  «lie  Suffixe  fTir  den  Imperativ 
angefiihrt«  womit  gesagt  iitt,  falls  nicht  aiisdrficklicli  das  Gfligenteit  bemerkt 
wird,  daß  dasselbe  el>enfalls  fllr  den  Infinitiv  Perfekt!,  den  Kohortativ  uad 
Jussiv  gilt  Die  im  folgenden  nicht  aufgeführten  Merkmale  der  Koiyugatloa 
erleiden  g^eiißber  der  transitiven  Form  keine  Veränderung«  so  s.  B.  die 
Präfixe,  welche  nur  in  der  kausativen  und  in  der  zweiten  Zustandrfom 
verändert  werden. 

1.  Die  relative  oder  angewandte  Form. 

Der  Gebraurh  der  i*f>lativfti  Kinin  ist  derselbe  wie  in  den  Banta« 
sprachen.  Kine  Menge  der  deutschen  Präpositionen  wird  im  Ma<!a!  mit 
Hilfe  dieser  Form  »iinschriebrn,  /,.  R.  »fiir«  ,  »wider-,  »weijen-  usw.  B*^- 
.sonders  aber  bedient  man  .sirli  der  relativen  Form,  wenn  dem  \"<Mhiiin  (  i-i 
Dativ  der  IVrson  iolgt,  /.B.  jemandem  schreilien,  jemandem  etwa.s  .stehlen 
=^  ihn  b&stehlen ,  jemandem  den  Weg  bereiten  usw. 

Die  Bildung  der  angewandten  Form: 

Die  Präfixe  bleiben  dieselben  wie  bei  der  dnfm^hea  transitiven  Form. 
Die  Suffixe  tauten  im  Indikativ  Perfekti: 

Sing,  -aka  bxw. 

Plur.  'OkUia  ba&w.  -fjtöülp 
Bei  den  auf  i  mit  vorhergehendem  Vokal  endigenden  Stämmen  lanten 
die.se  Suffixe  verkujv.t  -kn  hrAV.  -kü,  'kitia  bzw.  -kitio.  Diese  werden  unter 
.\u.sstoßimg  des  Schluß-/  des  .Stammes  an  den  znrückgebliebenen  einfachen 
Vokal  gehängt;  z.B.:  vofi  n  -  (n  -  viiroi  -  yr  »stehlen-  lautet  die  angewandte 
Form  a '  fo-  puro-kn  •jemaiultMi  Uestehlcn«,  von  a'ifispi-ye  »schicken«  a-ijriva-' 
ka  «jemandem  etwas  sohickm  .. 

Im  Indikativ  im  perfekti  lautet  da^  6uftix  der  rclaüveu  Form  im 
Singular  uatl  Plural  -aki  b/.w.  -nki. 

Bei  den  auf  i  mit  vorhergehendem  \'okal  endigenden  .Stämmen  wird 
der  Anfangsvokal  wieder  fortgelassen  und  da.s '  so  verkürzte  Suffix  "hi  in 
derselben  Weise  angehängt  wie  die  Suffixe  des  Indikativ  Perfekti. 

Im  Imperativ  lautet  das  Suffix  nicht  wie  bei  der  einfachen  transi- 
tiven Form  ähnlich  oder  gleich  dem  Suffix  des  Indikativ  Perfekti,  sondern 
gleich  dem  des  Indikativ  Imperfekti.  also  -aki  hsw.  Im  Plural  hört 

man  bisweilen  eine  verlängerte  Form  -idciH  bzw.  -plAi'.  welche  wieder  an 

das  Perfektum  erinnei't. 

Bei  (l»Mi  Hilf  /  mit  vorhergehendem  Vokal  endigenden  X'crKalstkmmeii 
findet  sicii  Iiier  dieselbe  Ki*seheiniuig  wie  im  Indikativ  Prifckti  und  lnij>er- 
fekti,  nändieh  Fortfall  des  Anfangsvokals  des  SuiHxes  und  des  Sckluß-i 
lle^  .*>ta mines. 

\  on  der  angew  .uidlen  Form  bildet  mai.  nnrb  dns  I^assiv.  bei  dessen 
L' berset^uitg  iit.s  Deutsche  abtir        merken  ist,  daß  dir  im  Üeutscheo 


^  j  .  ^cl  by  Googl 


Fokkkk:  Eini^  Bemerkungen  Ober  das  Verbam  im  Masai.  141 

durdi  den  Dfttiv  wiedergegf  bene  Person  /um  Ki*°iiiinatikalischen  Salfjekt 
wird .  während  das  i:>u^jekt  des  Deutscheo  aJ«  eine  Art  AccuMtivus  graecus 
folgt;  z.  B.: 

a-te-y§A-aka-ki  eiigiten  »für  mich,  mir  ist  »'in  Hind  gesclilachtft«. 
Was  die  Bild  im u;  des  Passiv  der  aogewaiidten  Forui  betrift't,  so 

ist  folgendes  zu  iiin  ken; 

Im  Pert'ekluiii  w  it-d  regelmäßig  duit  .Suifix  -  Ar»  angehüugt,  wälirend  hu 
Jniperfektuni  swischen  das  Schluß- 1  der  aktiven  angewandt«!!  Form  und 
das  t  des  Pasüiv  ein  n  eingeschoben  wird;  z.  B.: 

«•oi^-ih'-n-l  -ich  werde  bestohlen«. 

8.  Die  intransitive,  reflexive  und  reziproke  Form. 

Melirere  transitive  Verba  bilden  eine  intransitive  Fonn.  Daneben 
gibt  es  eine  Reihe  ursprünglich  intransitiver  Verba  wie  «milde  sein«,  «satt 
sein«,  «schweigen«  usw.  Anfangs  wollte  ich  letztere  als  besondere  Kon- 
jugntion  neben  den  transitiven  Verba  behandeln,  da  sie  betreffs  der  Suffixe 
wesentliche  Sonderheiten  aufweisen.  Da  aber  die  ui-spriinglich  intransitiven 
Vfrba  genau  so  behandelt  werden  wie  die  von  dfii  trnnsttiven  Verba  abge- 
leitete inti-ansitive  Ki)nu,  begnüge  ich  uücli  der  Einfachheit  iialber  mit  obigem 
Hinweis  auf  ihre  Existenz. 

Kine  wesealliche  Änderung  gegenüber  dem  truusitiven  V'erbuui  ist 
bei  der  Bildung  der  intransitiven  Fonn  die  Annahme  eine.««  Suffixes  im  Indi- 
kativ Imperfekti  und  in  den  anderen  dieser  Form  betreflTs  der  Suffixe  glei- 
chenden Formen  —  Koiyunktiv,  Infinitiv  Imperfekti,  verneinte  Formen. 
Da  dieses  Suffix  Imperfekti  der  intransitiven  Verba  gleichlautend  ist  mit 
dem  Suffix  Pecfekti  der  transitiven  Verba,  so  ist  es  im  Anfang  sehr  schwer, 
auf  den  ersten  Blick  ku  erkennen,  ob  man  es  mit  einem  transitiven  i>der 
intransitiven  Verbum  %u  tun  bat,  ob  ilasselbe  im  l'erfektum  (»der  Imper- 
fektum sti  llt.  Krkcnnbar  ist  es  fTir  <j;e\völHilich  an  d«Mii  IVnfix,  das  auch 
l>ei  der  intraiisili\ en  Konn  wie  ln^-i  der  transitiv«Mi  l'ehlt  im  ]m|ieiTektum. 
Hat  man  also  ])eis|ti»'l.sweii5L*  iniie  V'eihaUurm  mit  dem  Suffix  -u  V(»r  sieh, 
s»»  aditut  man  auf  das  IVäfix.  Fehlt  jedes  Präfix,  so  hut  man  i'n  nut  dem 
Juiperfektunt  einer  intransitiven  Form  /.it  tun,  da  ja  da8  transitive  Verbum 
im  Imperfektum  kein  Suffix  anuinunt.  Hat  aber  die  mit  -a  schließende 
Verbalfonn  ein  PrSfix,  so  kann  es  nur  das  Prifix  des  Perfektum  einesi 
transitiven  Verbum  sein.  Allerdings  haben  die  mit  •  beginnenden  Verbal- 
atSnmie,  wie  fiüher  gesehen,  auch  im  IndikaÜv  Perfekti  bei  transitiver  Be- 
deutung kein  Präfix,  so  daß  man  bei  dieser  (Inipjie  von  Verba  auf  das 
tatsächliche  Felden  oder  Vorhandensein  eines  Objekts  angewiesen  ist,  UUI 
festzustellen,  ob  die  eitr/.elne  Nerbalforn»  das  Perfektum  eines  transitiven 
\'erbuui  oder  das  Imperfektum  eines  intransitiven  \'erbuni  ist. 

Die  Bildung  der  intransitiven  Form. 
Die  Präfixe  sind  dieselben  wie  bei  der  transitiven  Fonn. 
Die  Suffixe  lauten  im  Indikativ  Perfekti: 
Sing,  't         Plur.  ^ate  bzw.  «v^. 


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142  Fokken:  Einige  Bemerkungen  über  das  Verbam  im  Musai. 

Die  intransitive  Forin  eines  transitiven  Verbuin,  dessen  Stanan  auf 
I  mit  vorhergehendem  Voka!  endigt,  ist  mir  noch  nicht  begegnet.  Wohl 
aber  i^ibt  es  ttrsprünglich  intransitive  Vc*rl)a,  deren  Stamm  auf  i  tnit  vor- 
hergt'litiidcin  Vokal  endigt.  Dieselben  haben  iui  iVrl'ektuni  ganz  wie  <iie 
üiinliciien  transitiven  Verba 

im  Singular  das  SulSz  -(y)« 
»  Plural      •  * 
X.  B.:  Sing.  a-Ai-6ai-y»  »ich  bia  angekommeii« 
Plur.  ki'ta'bai'tifl  »wir  sind  angekoniipen- 
D!e  auf  -«  endigenden  VerbaUt&inme  lasseo  die  intnuisitive  Form  auf 
-ny«  endigen,   im   Phiral   hört  man  bisweilen  -nyafe;  z.  B.:  a-tu-mlif-a 
■  hinunterlassen«  bildet  die  intransitive  Form  a  -  iu  •  stäu  •  nye  »hinunterstijiTen«. 

Die  Suffixe  der  intransitiven  Form  im  Indikativ  ImjHM'fekti  Inuten 
'ti  bzw.  -o.  Atirh  die  ursprüuglidi  intransitiven  \'erl»a  uiit  St;imiiitii  auf  i 
mit  vorhergehendem  Vokal  nehmen  im  Indikativ  Imiierlekti  diejsrs  .Siittix 
an;  z. 

jl-a-Aot-a  «daß  ieli  ankomme«. 
Die  auf  •«  endigenden  Stilnime  lii^en  im  Jinperfektuin  dasselbe  Suflit 
wie  im  Perfektuni,  oiinlicb  *tiye. 

Im  Imperativ  lautet  du  Sufüx  der  intransitiven  Form  -ai  bzw. -fis 

das  im  Plural  zu  -ata  bzw.  -otp  wird. 

Hier  weichen  die  ui-sjjrnnglich  intransiti\'en  \'erba,  deren  Stamme  auf 
1  mit  vorhergelicridcm  \'nkal  eii(lij:,tMi ,  wieder  ;J>,  indf'n»  sie  nach  dem  Diph- 
thong (U'>  Stamnics  tihigcs  L;kiehlault;ntlc  8ul'li.\  loi  tlassejt,  also  im  imj>frativ 
überhaupt  kein  iSunix  anncluuen,  so  im  »Singular  und  im  L'lural;  z.  B.: 

ia-bai  »komm  aul« 

enda-btn  «kommt  an!« 
Die  auf  -n  endigenden  Stimme  iiaben  auch  im  Imperativ  wie  im  Indi- 
Icativ  P«rfektt  und  luiperfekti  das  iSufliz  -ny«,  so  daß  bei  diesen  Verba, 
falls  sie  in  der  intransitiven  Form  gebraucht  werden,  das  Tempus  nur  an 
den  Pi^xen  erkennbar  ist 

Die  reflexive  Form. 

Es  gibt  Verba,  von  denen  sich  dem  Sinne  nach  keine  intransitiTe 

Form  liihlen  läßt,  die  aber  die  rellexive  Fonn  blUli'u  können.    Da  nun  bei 

flcr  rt  'lf'vivcii  Form  chenso  wie  bei  (h*r  intransitiven  Form  ein  utilVriialb 
lit's  jeut'iiigen  Subjekts  iiegfodes  CHjjckt  nicht  cU-nkbar  ist,  su  bilib't  man 
von  dit'scri  \ Ci  ba  die  rellexive  Form  genau  so  wie  von  den  andei'en  \'erba 
die  uitransttive  iorm. 

Die  Suffixe  lauten  also  im  Indikativ  Perfekt! 
im  SiQgular  -s 
•  Plural  'Ok  baw.  >9ls 
Das  '■e  des  Singular  wird  bei  einigen  Verba  fast  wie  i  gesprochen. 
Die  rellexive  Form  wird  von  einigen  Verba»  die  ihren  Stamm  unf  t 
mit  vorIierg(^liendeni  Vokal  endigen  lassen,  gebildet»    Da  <lieselbt?n  schon 
in  der  Grundfonii  ihr  l'ertektum  auf  •«  eudigeu  lassen,  bilden  sie  die  re- 


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FowiKii:  Einig«  Bemerknugen  über  das  Verbuni  im  Mtaat.  143 

flezive  Form  abweicheod  ▼on  obiger  Regel  gerade  so  wie  das  Paasiv  Imper- 
fekü  in  der  transitiven  Form,  alao  indem  sie  das  Schluß -t  des  Stammes 
abwerfen  und  die  Endung  -fi  anldüigea:  s.  B.: 

a-imdg-fi  »sich  verateeken« 

a-tu-tula-fi  »aicb  hinunterfallen  lassen«. 
Das  ReflexivsulSx  dieser  VvrhR  erleidet  in  keinem  Tempns  eine  Ände- 
rung, also:  m-isudo-ri  «verstecke  dich  nicht!«  (Stamm  und  Suflix  des  Indi- 
kativ Iniperfekti:  intd^'fi  »vei'stecke  dich!«). 

Da  dir  mit  i  l)e/;j;innenden  Stämme  den  Indikativ  I'ei*fekti  und  den 

lndikafi\'  lrii|it'i Akti  auch  nicht  durch  ein  Prfifix  untersrlipiden,  so  ist  bei 
fcllcxiv  cu  Form  eines  Verhum,  dessen  Stamm  mit  /  liej^imit  und  mit  i 
1111(1  \  (II  ln  iTjehendem  Vokal  splilipL^t,  wie  -isudoi-f  der  Indikativ  Perfekti 
niciit  voui  Indikaliv   linjn-i  iV'kti  /u  iiiili'rsclH'i(l«*n. 

Iin  rilji  i^rn  Inutet  das  Snftix  im  1  iiUi  ku  ti V  1  m  [M'rle k li  bei  der  re- 
llexivcu  wie  In-i  der  iutraii.siLi\ Form  -a  bzw.  -p.  Außerdem  begt^iiete 
mir  bei  einigen  Verba  da.s  Sufiix  -u,  doch  (heses  wuid  nur  infolge  von 
\'oka]assimUation,  nftmlieh  dann,  wenn  der  TOrliergehende  Vokal  des  Stammes 
II  oder  0  ist. 

Im  Imperativ  gleichen  die  SufBxe  der  reflexiven  Form  denen  der 
intransitiven  Form,  also  im  Singular  -ai  baw.-£*,  im  Plural  -oAi  baw.  «(»Ip. 

Beisiuele: 

Indikativ  Perfekti:      Sing*  a^d-e  •sich  einreiben*  (das  unregelmäßige 

Präfix  findet  sicii  sclioo  bei  der  transitiven 

Grundform) 
a-t'en-e  »sich  liinden« 
a-t-gdj-i  -s\\\\  Iv ratzen« 
e-t-un-i  .sicli  |>llan/.en<  (von  der  Sonne 

gt^agt,  wenn  sie   um  Mittag  iut  Zenit 

Steht) 

a'iau^'i  »sich  reinigen* 

Plur.  ki-el-ate 

ki't-rn-ate 
M't-gdj-^te 

Indikativ  imperfekti:  Sing,  a-el-a 

a-en-a 
a-gdj-u 
e-m-u 

Anmerkung:  Bei  letzterem  Beispiel  lautet  die  Form  (lir  das  transi- 
tive Perfektum  und  die  tiir  das  intransitive  Imperfektiiin  völlig  gleich,  da 
die  mit  i  b^innenden  Stftunne  ja  auch  im  Perfektum  kein  Priifix  annehmen; 
die  Suffixe  «lier  aind  in  -diesen  beiden  Millen  gleichlautend. 


144  Fokkto:  Einige  Bemerkong^n  Aber  da«  Verimm  in  Mani. 

liop^r&tiv:  Sing,  el-ai 

t-m-ai 
t-gdj-oi 
isudJ-ai 
Flur.  £|-«Ib 

Von  Verba,  welche  die  transitive  und  die  reflexive  Form  bilden 
können,  wie  •aufhangen«  (intiaiisitiv  «liangen«,  rcflr  xiv  ■sich  anfliängen-)« 
bildet  nmn  dits  Reilexivuni  im  Unlersdiieil  von  der  intransitiven  Form  mit 
Hilfe  ilcf  Partikel  kiort  und  gtt^t^  weU'he  man  —  erstere  im  Singular,  die 
aiuiere  im  IMural  lU-i-  ti  ansitiven  Foi  iii  Ljewissennaßen  als  Objekt  folgen 
hißt;  2.  ü.:  .Sinii.  a-t-ek-a  kjspi  »ich  liing  mich  selbst  auf« 
i^iui'.  ki-t-^k  aim 

Die  reziproke  Form. 

Mit  der  reziproken  Fonn  bat  es  dieselbe  Bewandtnis  wie  mit  der 
rellexiven  Fortn.  Wie  es  Verba  gibt,  die  keine  intransitive,  dafnr  alinr 
reflexive  Form  bilden,  so  gibt  es  andere,  welche  ebenfalls  keine  intransi- 
tive, wohl  aber  eine  reziproke  Form  bilden.  Zunäclist  ist  hier  von  der 
rein  rexiprokeu  Fortn  die  Rede,  welche  naturgemäß  nni-  im  Plural  vor- 
kumuit;  •/.  B,  -sich  untereinander  lieben«,  »sich  gegenseitig  scldagen«  usw. 

Da  auch  in  dieser  Form  ein  HMt^orhallt  des  Sid)jekts  liegende»;  Objekt 
ansgeschlosst  ii  ist,  so  wird  iiueh  diente  Form  gleich  der  intransitiven  {ge- 
bildet, mit  anderen  Worten 

im  Indikativ  Perfekti    lindel  .sich  das  Suflix  -a/^  bzw. 

•  •      '   Imperfekt!  •      •     »       >    -a  * 

•  Imperativ  >      •     •       •    *ata    •  «plp 
t.  B.:  Indikativ  Perfekti     A»-l|^-iiysf  «ole  »wir  liebten  uns« 

kt^t'Of'Ote  «wir  schlugen  uns« 
•         Imperfekti  Art-nyflf-a 

Imperativ  endQ-nygf-ata! 

e/td-of-ataf 

Hut  man  also  ein  \  frliuni  mit  tiem  Phiralsuffix  - a/^  vor  sich .  s*>  kaun 
dadurcli  tlreierlei  ausgctlrürUi  wcidni:  «Ii»-  intransitiv»-,  die  rellexiv»«  uml 
die  ri'zipi'oke  Form.  An»  sichersten  gciil  man,  wenn  man  hei  Verba,  welche 
die  intransitive  Form  bilden  können,  zun&chst  diese  Bedeutung  annimmt 
E»  gibt  Verba,  welche  dem  Sitme  nach  sowohl  die  reflexive  als  die  rexi- 
proke  Fonit  bilden  kdnnen;  x.  U.  •schlagen*.  Hier  wird  die  auch  in 
Deutschen  bei  •sich  schlagen-  gewöhnlich  gemeinte  resiproke  Form  auf 
obige  Weise  wiedergf^eben ,  während  die  reflexive  Form  durch  das  Trso- 
sitivum  mit  folgendem  gten  ausgedrückt. wird.  Also 

kitgraü!  »wir  achlugen  uns  untereinander« 

kiifff'  gten  •  wir  sctilugeu  uns  selbsl- 


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i'UKiuji:  Einige  Beuitirkungcii  über  das  iV^erbuai  iiit  Masai.  145 

Bisher  war  nur  von  der  reinen  reziproken  Form  die  Rede.  Daneben 
bestellt  noch  eine  zweite  reziproke  Form,  bei  der  nur  der  eine  Teil  des 
lo{?isclien  nopjjelsiibjpk ts  rnni  grammatischen  .Subjekt  erhoben  wird  und 
dieses  infolgedessen  auch  im  .Singular  vorkommen  kann.  Im  Deutschen  wird 
diese  Form  folgendennaßen  wiedergegeben:  Beispiele:  »sich  schlagen  mit 
jemand«,  >ziu»auimenbleiben  mit  jemand-  =  >mit  jemand  zusammen  wohnen«. 
■mMmmen  geben  mit  jemand«  usw. 

Die  Pfifize  bleiben  aach  hier  wie  bd  allen  bisher  besprochenen  Verbal- 
spesiea  unverindert  Das  Suffix  lautet  in  siaitlichen  Formen  —  Indikativ 
Perfekdi  Indikativ  Imperfekti  und  Imperativ  im  Singular  und  Plural  — 
-Of«  kcw.  >ff«.  Wahrseheniliefa  liingt  dieses  Suffix  mit  der  Zahl  ore  »awei« 
nisammen. 

Der  zweite  Teil  des  logischen  Subjekts,  der  im  Deutschen  mit  der 
Priposition  »mit«  beigefügt  wird,  folgt  im  Masai  als  Accusativus  graecua. 

Es  heißt  also: 

a-tg-ruö-are  aUunani  «ich  ging  zusammen  mit  dem  Menschen« 
Indikativ  Imperfekti  a-fub-afe 
Imperativ  tg-psb-tifel 

8.  Die  absolute  Form. 

Von  nicht  wenige  transitiven  Verba  kann  man  eine,  absolute  Form 
bilden,  welche  angewandt  wird,  wenn  das  Ol^kt  des  transitiven  Verbum 
voUstSndig  unerwähnt  bleibt;  B.  »sicfa  f&rchten«  (wovor  man  sich  f&rchtet, 
bleibt  unerwähnt);  oder  «.stehlen«  (was  man  stiehlt,  wird  nicht  erwälint, 
sondern  es  wird  nur  schlechthin  gesagt,  daß  man  stlelilt).  Weil  ilas  Ohjekt 
bei  dieser  Form  ausgeschlossen  ist,  so  ähnelt  auch  hier  das  öufäx  dem  der 
intransitiven  Form. 

An  den  Präfixen  Undet  auch  hier  keine  Veränderung  statt.  ' 

Das  Suffix  lautet  im  Indikativ  Perfekti  im  Singular  'iie,  im 
Plural  'iiffit» 

Die  mit  t*  und  vorhergdiendem  Vokal  schließenden  Stämme  werfen 
vor  diesem  Suffix  ihren  ScbluBdipbtbong  voUständ^  ab;  s.  B.: 

Sing.  a'iQ'jgur'tki  »stehlen* 
Plur.  ki-tg-vuT'ii^ 
Im  Indikativ  Imperfekti  lautet  das  Suffix  ffir  Siugular  und 
Plural  -f.w. 

Der  Imppntiv  der  absoluten  Form  wird  selten  gebraucht,  da  man 
sich  in  der  Befehlsform  gewöhnlich  bestimmt  ausdrückt  und  da.s  Objekt 
hinzusetzt.  Bildet  man  den  Imperativ  der  absulutcn  Form,  so  lautet  er 
auf  -ii^. 

Beispiel:  Indikativ  Perfekti     Sing,  a-t-un-üt  «sieh  f&reliten« 

Plur.  M-i-u^'ü^le 
•       Imperfekti  Sing,  a^vf^'üf 
Plur.  hi'Uf^'ÜQ 
Imperativ  Sing.  ^p-SMT'*^*  »stehlen« 

Plur.  md^'Vtf'ügi 

lliM.d.8aiklL0riMkSpMlMa.  ISO;.  ULAbb  10 


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146  FoKKEi«:  Einige  Benierkiuigett  Oli«r  in  Verbom  im  Mmm. 

I 

4.  Die  Zuatandsform. 

Far  die  deutsche  Redewendung  >ich  bin  dabei»  etwas  tu  tiin«  gibt  es 
im  llasai  doe  besondere  Verbalform,  die  mit  Hilfe  des  SufBx  -lis  bsw. 
-üf  gebildet  wird. 

Die  mit  i  und  Yorbergehendem  Vokal  scliließendeo  Stämme  werfen 
vor  diesem  Suffix  wie  bei  der  absoluten  Form  den  ganzen  Diphthong  des 
Schlusses  ah;  B.:  a-inor-üß  (Stamm  «ifiefat»)  »ich  seile«,  d.  b.  in  diesem 
Augenblick  bin  ich  sehend. 

Eine  zweite  Form  des  Ztistandes  wird  mit  Hilfe  des  i'rätix  ge- 
bildet, das  vor  die  Personal priitixe  tritt,  denen  der  reine  Staimn  ohne  Suf- 
fixe folgt.  Diese  Fonn  wird  auch  für  die  \  ergaagenlieit  gebraiiciit,  während 
die  erstere  ibrw*  Bedeutung  gemIO  nur  von  der  Gegenwart  gebnutehl  wird. 
Wahrscheinlich  Ist  obiges  IVIfix  das  Wort  0fte,  das  «selbst,  ebensdbit 
nur«  bedeutet  Dementsprechend  wQrde  diese  Zostandsform  im  Deutsebco 
genau  folgendermaßen  wiedergegeben  werden: 
ak-a-mQiy  «ich  war  (bin)  nur  krank,  w«ter  hatte  (habe)  ich  nichts«. 

5.  Die  kausative  Form. 

Um  aumudrttcken,  daß  Jemand  die  durch  die  Omndform  des  Verhan 
beseiehnete  'ntigkeit  oder  den  Zustand  dessdben  votmlafit  hat,  bildet  mas 
wie  in  den  Bantusprachen  die  kausative  Form  des  Verbum. 

Während  bei  den  bisher  besprochenen  Verbalspezies  der  Gnmdstamin 
des  Verbum  in  keiner  Weise  verändert  wurde,  sondern  ihm  nur  verscbie* 
(jene  Siiffixf»  nngehangt  wurden,  bildet  man  beim  Kausativ  gewissermaßen 
einen  neuen  erweiterten  Stamm  dtncli  \'oi'setzen  bzw.  Anliängen  eines  L 

Diejenigen  Verba,  welche  im  Indikativ  Perfekti  das  Präfix  te-,  <f-  tisw. 
odei'  verkürzt  /-  haben,  bilden  den  neuen  Kausativstain m  durch  Vorsetiung 
eines  •  vor  obiges  Perfektunipräfix.  Dadurch  werden  diese  ursprikoglich 
mit  Konsonant  oder  Vokal  auOer  t  begonnenen  VeAalstimme  in  soldie  «er» 
wandelt,  die  mit  t  beginnen.  In  ihrer  Konjugation  werden  sie  dann  audi 
gans  als  solche  mit  t  beginnenden  Stimme  behandelt;  s.  B.: 

o-t'pk'ff  »trinken« 
Kausativ  a-djpfr-o  «bewissem«  (Qarleo) 
2.  Peis.  ndpk^ 
Indikativ  Imperfekti  a-itok 
Verneinter  Imperativ  mhidok 
Imperativ  Sinu;.  ndoko 
Piur.  endok 

Der  Imperativ  der  Grundform  lautet 

Sing,  tgkg 
Plur.  endgk 

Die  Suffixe  bleiben,  wie  das  Beispiel  zeigt,  dieselben  wie  bei  der 
(inmdforin.  nur  daß  sie  jetzt  eben  als  mit  i  bef^irmende  Verbalstämm»^  h^- 
handelt  werden,  daher  der  Unterschied  des  SuDtixes  im  Plural  des  Imperativ. 


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Foxucw:  Einige  Betnorkoiigen  Aber  da«  Yerbam  im  M«Mi.  147 

Belr^  der  nrsprilii^idi  iDtTtMäiven  Verba  ist  tu  merken,  daß  sie 
io  der  kausativen  Form  natOriicb  ihre  intransitiTen  Suffixe  mit  denen  der 
transitiven  Verba  umtausciien,  weil  sie  deich  jetzt  tu  transitiven  Verba  ge- 
worden sind.  Somit  nehmen  auch  diese  in  der  kausativen  Form  im  Indi- 
kativ Perfekti  Hie  Suffixe  -a,  -o  oder  -u  an  und  verlieren  im  Indikativ 
Imperfekti  jed(  s  Suffix;  im  Imperativ  aber  haben  sie  gemäß  den  transitiven 
Verba  nicht  das  intransitive  Imperativsuffix  -ot  oder  sondern  -a,  -q  , 
oder  -u. 

Folgendes  Beispiel  möge  das  Gesagte  veranschaulidieo: 

a-if'kir'e  (intrans.)  »sciiweigen« 

Imperfektum  a-kir-a 

Imperativ      {ti  ?)  -kif-ai 

Dagegen  das   Kausativum  a-it^kir-a  »zum  Schweigen  bringen« 

Imperfektum  a-it^kir 
Imperativ  ndfkijr-a! 

Von  zwei  unregelmäßigen  transitiven  Verba,  welche  das  Pi^x  ia 
bzw./-  haben,  ist  mir  bislier  das  Katisativiim  bekanntgeworden.  Da«?  eine 
hat  auch  im  Ka  isati\  ebenso  wie  in  der  Grundform  im  Perfektum  und 
Imperfektum  verschiedene  Stämme  ^  d.  i.  ' 

a-ta-iHfn  »sehen« 

Imperfektum  n-rhl 

Kausativ  a-ttaä^  »zeigen« 
Imperfektum  a  -  itad^ 
Imperativ  ndad^a 

Das  andere  hierherge)iöripe  Verbum  läßt  den  Stamm  im  Unterschied 
von  der  Grundform  im  Kausativ  uaveraudert;  d.  L 

a-t-a  «sein«»  »werden« 

Imperfektiuu  (o^)  aku 

Kausativ  a-t/a  >ich  lasse  werden«  =  «mache«;  z.  B.  aita 
miai  «ich  mache  schön,  verherrliche« 
Imperlektuiu  a-itd 
Imperativ  nddl 

Verba,  deren  Stamme  schon  in  der  Grundform  mit  r  beginnen,  bilden 
das  Kausativum.  indem  sie  an  den  Schluß  des  Stanmie^s  ein  t  anhängen, 
SU  daiä  dei'selbe  jetzt  mit  i  begiunt  und  uüt  t  schließt.  Dieser  neue  Stamm 
wird  ^nfidls  nach  den  Regeln  der  transitiven  Verba  mit  Shnliehmi  SttmnMn 
dnrchkonjugiert. 

Das  Suffix  lautet  ni  allen  Formen  -s,  yor  dem  das  %  vom  Halbvokal 

verllfiehtigt  wird;  s.  B«: 

ü-wtik'a  «H^eD« 
Katiaativ  a«miX|*-s  «hinlegen« 

••••• 

a-ilev'«t  •hinaufkletkem« 
Kausativ  a>4ai'0  «hinaufbeben« 


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I 


148  Fokkkn:  Einige  Bemerkungen  Aber  in»  Verbnin  im  Masai. 

Zwei  kausative  Formen  konnte  ich  bisher  feststellen  von  Vnba.  <\i'rn\ 
St&mme  io  der  Grundform  mit  t  beginnen  und  mit  Vokal  schließen*  das  sind 

1,  a-ifa4tt  -stehen« 
liiipeifektiiin  a-itgäe 

2.  das  iutransiti\ Veiliuin  a-inasi-e  »traurig  sein» 

Impt'ifektum  a-inmi-a 

Diese  \'erba  bilden  das  Kaiisativnni  ebcnlaiis  durch  Aiiliänjjeii  eines 
t  an  den  Stanuu,  wobei  das  Inipcrrektuiusuffix  -a  bei  deui  intraiisitiveii 
Verbuni  auch  mit  zum  Stamm  gezogeh  wird}  somit  entstehen  neue  Stinune, 
wdehe  mit  i  bef^nnen  und  auf  t  mit  vorhergeheodem  Vokal  endigen ,  nimUeb 

•«■OMOt- 

Diese  Stamme  werden  ganz  nach  den  Regeln  der  transitiven  Veriba 
mit  Ehntichen  Stibmnen  beiiandelt»  abo 

Perfektum  U'Uaifi'ye  ■hiostellen« 
Imperfektum  a-ita4ei-ye 

Perfektum  a^i&MMi-jie  »betrQben« 
Imperfektum  a-matiai-jff 

6.  Zuaammeuaetsung  zweier  Verbalspeziea. 

Das  BeflMivum  der  aogewandtea  Form. 

Es  gibt  doige  Verba*  wdcbe  gewöhnlidi  in  der  relativen  Form  ge* 
bnucht  werden,  von  denen  man  aber  OOCh  die  reflexive  Fonu  bilden  kann; 
2.  B.  von  der  relativen  Form  «anlehnen  an*  bildet  man  das  Beflexivum  ««eh 

anleimen  an«  oder  »sich  umwenden  zu«. 

Die  Präfixe  bleiben  wiederum  dieselben  wie  bei  der  (Jrmidfnnn. 

In  betreff  der  Snftix«,  findet  eine  ähnliche  Bildnng  ^tntt  wie  bei  der 
Bildung  des  Passiv  der  angewandlen  Form,  nur  daß  am  Scbluli  wieder  wie  hei 
der  reflexiven  Form  der  Grumlverba  die  intransitiven  iüudungeu  hervortreten. 

Im  Indikativ  Perfekt!  lautet  das  Suffix 

Sing,  -akme  bzw.  -Qkine 
Plur.  -akmole  bzw.  -pkm^ 
Im  Indikativ  Impert'ekti  wird  d&s  Suffix  zu  -akinu  bzw.  'fkimt 
luid  im  Imperativ  au  >aAmd«  bzw.  -okinöi,  Beispiel: 

Sing,  a-irii-akine  «sich  anlehnen  an« 
Plur.  ki-fü-akingte 
Imperfektum  o-^-oMnf 
Imperativ  {ifrii-akmiL 

7*  Die  erafthlende  Verbalform  oder  das  Verbum  mit  n  kopulativuin. 

In  der  Erslhlung  g^bnuiefat  man  das  Perfektum  sehr  seltm«  fi»t  mr 

zu  Anfang.  Die  folgenden  Vcrlm,  besonder  wenn  sie  eine  direkte  oder 
indirekte  Folfj;e  des  ^'oraufgehenden  bezeichnen ,  setzt  man  in  die  erzählende 
Form.   Uegeimäßig  tindet  sich  diese  Form  im  Nachsatz.  Das  Charakteristi* 


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Fokucn:  Einige  Bemerkungen  über  das  Verbum  im  Mami.  149 

kuin  derselben  ist  das  n  kopuUtiviiin,  dem  zunächst  die  Personalprlfixe  und 
dann  der  Stamm  folgen,  und  zwar  letzterer  mit  seinen  EigeutQinlichkeiten 
und  Suffixen,  wie  sie  sich  im  jeweiligen  Indikativ  Imperfekti  finden;  z.B.: 
a-ivohi  engerai  när  »ich  rief  das  Kind  und  schlug  (es)« 
kikmmij-ate  nikiräk  »wir  waren  müde  und  schliefen« 
Soll  die  er/.ählpn(lf'  Form  verneint  werden,  so  tritt  das  n  kopulativum 
vor  den  verneinten  imlikaüv  Imperfekti,  so  daß  die  Reihenfolge  der  Prä- 
fixe, ihnlich  wie  beim  verneinten  Konjunktiv,  folgendermaßen  ist: 

Zuerst  n  kopulativum,  dann  das  Verneinuo^prilfix  des  Imperfektum 
in(t),  dann  das  Penonalprifix,  worauf  endUch  der  Stamm  Der  dem 

n  kopulativurn  folgende  Vokal  rkbtet  sich  in  der  verneinten  Form  wie  beim 
verneinten  Koiyunktiv  der  Vokal  des  Koiguaktivpiafizes  naeh  dem  Vokal 
des  •  VemeinongsprSfixes ;  s.  B. : 

atadyta  na-m-a-nygr  -ich  sah  es  und  liebte  es  nicht« 
kitalena  ele  'rdati  m'-fm-M-fios  »wir  prüften  diese  Last  und  trugen 
sie  nicht« 

üudja  smio  ni -mi -kt-ndadotidQld  [vom  Grundstamm  -änl-  »sehen«! 
■  ihr  liabl  die  Tafeln  (wörtlich  «Steine«)  gereinigt  und  sie  mir 
(Präfix  ki-}  nicht  gezeigt« 
Das  umr^gdmißlge  Verbum  a^yfu  »ieh  will,  wQnsche«  hat  stets  obige 
ersfthleode  Form  nach  sieb  sowohl  bei  gleidiem  Subjekt,  wo  wir  im  Deutschen 
den  Infinitiv  folgen  lassen,  ab  bei  ungleichem  Sul^ekt,  wo  im  Deutschen 
ein  mit  »daft«  dngdeitet«*  Sats  fidgt  Beispide: 
ayfu  ti'tt'lg  »leb  will  geben« 

ni'ki-v^  «wir  wollen  gehen« 
ayett  n-e-lo  »ich  will,  daß  er  geht« 
ki^  n-^-Vf/g  -wir  \v(»!lpn.  daß  sie  ofnlien« 
Zum  richtigen  VersUiiuitii.s  vieler  \"erbaIformen   ist  endlich  noch  di« 
Kenntnis  der  Pronomina  unerläßlich,  da  dieselben  in   mehreren  Fonuen 
durch  Pi^fixe  oder  Suffixe  des  Verbum  wiedei-gegeben  werden. 

Dieses  gilt  sunSebst  von  den  persdnlicheo  Pronomina,  wenn  sie  dem 
Verbum  als  Olyekt  folgen. 

Steht  das  Verbum  in  der  1.  Person  des  Singular  oder  Plural, 
so  wird  das  ah  Otgekt  folgende  Pronomen  personale  nicht  am  Verbum  aus- 
gedrückt. Es  folgt,  wenn  der  Sinn  es  fordert,  die  volle  Form  des  Pro- 
nomen personale,  welche  im  Akkusativ  ebenso  lautet  wie  im  Nominativ, 
Die  3.  Person  bleibt  jedocii  gewöhnlich  nnbezeichnet. 

Steht  das  Verbum  in  der  2.  Person  des  Singular  oder  Plural 
und  folgt  das  Pronomen  personale  in  der  1.  Person  als  Objekt,  so  wird 
dasselbe  durch  das  Prätix  ki  ausgedrückt,  das  an  Stelle  des  /  der  2.  Person 
des  Subjekts  tritt,  also  vor  die  Teraporalpräfixe,  aber  hinter  «  kopulativum, 
das  Prifix  des  Konjunktiv  und  das  der  Vemdnung.  Beispiele: 
Indikativ  Perfekti  ki't^gf-a  »du  hast  mich  geschlsgen« 

•      Imperfekti  ib'-gr  «du  schlXgst  mich« 
Koqjimktiv  Imperfekti  sf'^-ST         <lu  mich  schUgst« 
mit  n  kopulativum  nt-Ar»-0r  »und  du  schiigst  (sehlugst)  mich- 


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150  FüKKEs;  Einige  Uemerkuiigea  über  das  Verbmn  im  Masai. 

Verneint:  etu-ki-gr  «du  hast  mich  nicht  gesehlagen« 
m-ki-gf  «du  schlägst  mich  nicht« 
£1*  -    mi    -    ib'    'Of  'daß  du  mich  nicht  schiigst« 

ndai  nniMijMR«  »idh  liebe  euefa,  und  ihr  ecUigt 
midi  nieht« 

Folgt  das  Pronom(»n  pprsonale  in  einer  anderen  Person  als  Objekt, 
so  bleibt  das  in  der  '2.  Person  stehende  Pridikat  Unverändert,  und  es  fol|gt 
die  volle  Form  des  IVononien  personale. 

Stellt  das  Verbum  in  der  3.  Person  des  Singular  oder  Pluri!. 
so  wird  das  als  Objekt  folgende  Pronomen  personale  in  zwei  Fällen  durch 
ein  Priiiix  wiedergegeben: 

1.  die  1.  Fers.  jSing.  durch  das  betonte  Prftfix 

2.  •  2.    .      .      .      *   Prifix  ib- 

Aueh  diese  das  Olgekt  beseidinenden  Prlfize  treten  an  die  Stelle  dei 
das  Snlgekt  aosdrOckenden  Piifixes  e  der  3.  Person.  Beispiele: 

1.  ä-t^fgr  »er  liebt  mieh« 
il-ljH-n^-tf  *er  bat  midi  geliebt« 
n'd'tijfBr  »und  er  liebt(e)  mich« 

fHu - d -  nyqf  >er  hat  mich  nicht  geliebt« 

2.  pf-mi-ki-of  «daß  er  dich  nicht  schUigt« 
ki-nyof  »er  lieht  dich« 

Rs  werden  also  folgende  Pronomina  personalia  am  Verbnm  durch 
Präfixe  ausgedrückt: 

du  —  mich  ihr  —  mich 

er  —  njicli  sie  —  mich 

er  —  dich  •     sie  —  dich 

Die  erste  und  letzte  Form  —  Singular  und  Plural  —  sind  gleich- 
lautend, und  man  muß  jedesmal  aus  dem  Zusammenhang  der  Bede  fett> 
stellen,  weldte  von  beiden  Formen  gemdnt  ist 

Folgt  einem  Verbum  Snitum  dn  Infinitiv  und  bedebt  sieh  auf  diesen 
does  der  angeführten  Pronomina  personalia,  so  wird  das  betreffende  Prifix 
niebt  vor  den  Infinitiv  gesetzt,  wie  man  es  dem  Sinne  nach  erwarten  sollte» 
sondern  vor  das  regierende  Verbum;  x.  B.:  wtikmdim  alalgilfa  >du  kannst 
mich  nicht  betrügen«. 

Folgt  dem  affirmativen  Imperativ  —  Singular  und  Plural  —  '?as 
Pronomen  personale  in  der  1.  Person  Sinj^ularis  als  Objekt,  so  wird  «iic  Silbe 
-ki  als  Stjffix  angehängt.    Dabei  sind  folgende  Einz«>lheiten  zu  merken: 

1st  im  imperativ  Pluraiis  der  Schlußvokal  ausgefallen,  wie  z,  ü.  bei 
den  mit  Konsonant  beginnenden  and  schließenden  Stimmen,  so  tritt  der^ 
selbe  vor  dem  PronomlnalsuiBz  >jb'  wieder  dn;  x.  B.: 

Plur.  «ndbr/  «sdlUiget!« 

andjvT'tf-ifct  »seUaget  midi!« 
Bd  den  auf  t  mit  vorhergehendem  Vokal  schließenden  Stammen  tritt 
vor  das  Pronomlnalsuflix  -  ki  der  \'okd  (f,  der  wiederum  von  dem  Diphtboog 
durch  ein  y  getrennt  wird;  s.  B.: 


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Fokkkn:  Einige  Bemerkungen  über  das  Verbuui  im  MasaL  151 

{i^$udfi  »verstecke!« 

8udoi-y-Q-Jci  .verstecke,  mich!« 

Ebenso  verwandell  ein  V'erbum ,  das  in  der  2.  reziproken  Form  steht, 
das  Schluß-«  vor  obigem  Suffix  in  ^;  £.  B.  lofudofftb'  «gehe  mit  mir  «i^ 
sammen*  =  «begleite  mich«. 

Die  mit  Vokal  srhließonden  Stäjnine  lassen  das  SufBx  -Jci  gewölmlich 
uninitlelHar  folgen;  nur  wenn  der  Stamm  auf  u  endigt,  so  wird  das  im 
Imperativ  uuffallenderweise  abgeworfene  Suffix  -a  oder  -o  wieder  einge- 
schoben; z.  B.:  ndadavm'a'ki  (Kaus.  vom  Stamm  -äanm-)  •erinnere  miehf* 

Der  Impenitrr  der  reUttven  Form  endigt  waS  -db';  vor  dem  Prono* 
minaleuffix  •At  wird  das  Schluß-«  der  relativen  Endung  in  >a-  ▼erwnndelt, 
so  daß  du  Doppelprifiz  jetzt  lautet  -akaM\  z.  B.:  ndabiroktM  tii^'gäfi 
•berdte  mir  den  Weg!«.  Der  Plural  wird  ebenso  gebildet,  «lao  mMUfokakif 

Ist  der  Imperativ  verneint  und  folgt  ihm  das  Pronomen  personale  der 
1.  Person  als  Objekt,  so  wird  die  Silbe  -ki-  wie  bei  den  übrigen  verneinten 
Formen  vor  flem  V>Tbalstanini  hinter  dem  Pr&fix  der  Verneinung  einge- 
schoben; 7.  H  :  mt-ki-gr  »schlage  mich  nicht!« 

Auch  das  Relativpronomen  wird  durch  Prälixe  vor  dem  Verbum 
wiedergegeben.  Hierbei  wird  der  Unterschied  der  Geschlechter,  der  sonst 
beim  Verbum  nicht  iu  die  Erscheinung  tritt,  beibehalten.  Das  Prifiz  fQr 
das  maskuline  Relativpronomen  lautet  ,  das  fßr  das  feminine  n{-  a).  Diese 
Prifize  treten  stets  ganz  an  den  Anfang  der  Verbalform,  wobd  noeb  fol- 
gende Einzelheiten  zu  beobaehten  dnd: 

Steht  das  Belativum  im  Akkusativ,  so  werden  die  Rdativpiifize 
vor  die  Verbalform  gestellt,  ohne  daß  an  dem  Verbum  selbst  etwas  ge- 
ändert wird.  Bei  afGrmativer  Verbalform  tritt  also  das  Relativpräflx  vor 
dtp  Ppi*sonalprafixe.  Lauten  riiesolhen  mit  Vokal  nn,  so  werden  die  Rela- 
tivpräfixf^  in  der  verkürzten  Gestalt  /-  bzw.  n  -  vorgestellt .  in  der  3.  l'erson 
des  Singular  und  Plural  wird  aber  das  Personalpräüx  f-  aligeworfen  und 
dafiir  die  vollere  Form  des  Relativprähx  —  mask,  lo-  oder  auch  wohl  nur 
fem.  m-  ~  vorgesetzt.  In  der  1.  Person  Pluralis  tritt  Vokalassimilation 
ein,  also  mask.  lOi*-,  fem.  nft»-.  Ebenso  tritt  Vokalassimilation  ein,  wenn 
das  olgektivisehe  Rdativprlfiz  vor  ein  verneintes  Verbum  tritt. 

Beispiele: 

Aifu iiuitives  Verbum,  maskulines  Relativum  im  Akkusativ. 
of-dßud  I-«I|0W  «der  Baum,  welchen  ich  pflanzte« 
ol-djani  l'Uumt  «der  Baum,  welchen  du  pflanztest« 
S^-^^am  !f-imu  »der  Baum,  welchen  er  pflanzte« 
f^'t^ani  U'-kümM  «dw  Baum,  welchen  wir  pflanzten« 
{^-djani  l-Umu  »der  Baum,  welchen  ihr  pflanztet« 
i^-«lfmi  If' turnt  »der  Baum,  welchen  sie  pflanzten« 

Aflirmatives  Verbum,  feminines  Relativum  im  Akkusativ. 
MfMM  »«essyar  *das  Kind,  das  ich  liebe« 
engifai  n^in^  >das  Kind,  das  du  liebst« 
«kgifoi  «a-fi|gr  «dss  Kind,  das  er  liebt« 


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152  Fwkxn:  Einige  Bemerinii^en  Über  das  Verlrara  In  MuuL 

engerai  ni-kinyor  »das  Kind,  das  wir  liebea« 
engerai  n-inyfff  »das  Kind,  das  iiu*  lieVit« 
engirai  na-7igar  *das  Kind,  das  sie  lieben« 

Negatives  Verbum.  maskulines  Relativum  im  Akkusativ. 
oläjani  l-ftu-a-un  «der  Baum,  den  ich  nicht  pllanzte- 
Qldjani  l-^tu-ii)-un  -der  Bauui,  den  du  nicht  pflanztest* 
sU^ani  l-^tu-if)-un  «der  Bram,  den  er  niclit  pHinxte« 
akIfttfU  i'ftU'ki-uH  «der  Baiim,  den  wir  nicht  pflanzteD« 
^Üfom  l^flu^wnmu  «der  Baum,  den  ilir  nidbt  pflanztet* 
^^am  /•^•(«)-M»  «der  Baum,  dw  rie  ueht  pflamcten« 
Anmerliang:  Das  EiogeUaminttte  ist  oft  nidit  hSiW. 

Negatives  Verbum,  feminines  Relativum  im  Alckosativ. 

enffSjnai  na-tn-a'fijfgf  »das  Kind,  das  ich  nicht  liebe« 
ingJtttt  m-in-t-nyfir  >das  Kind,  das  du  nicht  liebst« 
engifai  ne-m-e-nygr  "das  Kind,  das  er  niciit  liebt« 
engerai  ni -mi-ki-nygf  «das  Kind,  das  wir  nicht  Ht*b»^n« 
engerai  fii-m'i-nyofvnyord  »das  Kind,  das  ihr  nicht  liebt« 
mgA-ai  nf  -  rn  •  e  -  ngor  -da-s  Kind,  das  sie  nicht  lieben« 

Steht  dim  Uelativuin  im  Nominativ,  so  lautet  es  für  da.s  Masku- 
linum 'lo-  oder  gewohnlich  nur  -p-,  für  das  Femininum  -na-.  Folgt  aber 
im  Relativsatz  ein  Piunomen  personale  in  der  1.  oder  2.  Person  Singularis 
ak  OI\{ekt,  so  wird  dasselbe  genau  in  derselben  Wwe  am  Vei^um  ainge' 
drOckt,  wie  es  oben  von  Verba  in  Hauptaitcen  festgestellt  ist.  Folgt  das 
Fk«nomen  personale  in  der  1.  Person  Singularis,  so  beginnt  bekanntlieh  das 
Verbum  mit  einem  betonten  ä,  vor  das  dann  das  subjektivischa  BdatiT» 
prifix  in  seiner  verkürzten  Form  bzw.  n-  tritt.  Bei  folgendem  Pronoinoi 
personale  in  der  2.  Person  Singularis  erfailt  das  \'erbum  die  Vorsilbe  ki-,  dem 
das  BelativprSiix  mit  Vokalaaaimilation  voigesetat  wird,  also  liki-  bsw.  mifti-. 

Beispiele: 

Affirmatives  Verbum,  maskulines  Relativum  im  Nominativ  mit  folgendem 

Pronomen  personale. 
oltunani  l-ätara  »der  Mensch,  der  mich  schlug« 
oltunaui  li-kitara  »der  ^lensch.  der  dich  schlug« 
qltunatii  io[o\-tara  {uiuge)  «der  Mensch,  der  ihn  schlug« 
oltunani  g-tafa  iffk  »der  Mensch,  der  uns  schlug« 

gAMont  rM  «der  Mensch,  dw  eudi  selilng« 

gltammi  p'tara  (nmdje)  «der  Mensch,  der  sie  schlug« 

Affirmatives  Verbum,  feminines  Relativum  im  Nominativ  mit  folgenden 

Pronomen  personale* 
eAgFQjfini  n-g^  «die  Frau,  die  mieh  sdillgt« 
«fiffyy^'  m-ijfif  «die  Frau,  die  dich  schiigt« 
Mifppy^'  n-nr  (ninye)  «die  Frau,  die  ihn  sehttgt« 
»•CfKy^*  n-fitr  iff^  '^^^  Frau,  die  uns  schlägt« 
eiipfog^i  n-gf  ndai  »die  Frau,  die  euch  schlap;t' 
e^l^yqni  n-gf  (fiÜK^'e)  »die  Frau,  die  sie  schlagt« 


Fouem:  Ebige  Bemerkungen  über  das  Verbum  im  Masai. 


153 


Natives  Verbum,  maakalines  Rdaüvum  im  Nominativ  mit  folgendem  Pro- 
nomen personale. 

ffltunani  la-m-n-rnjfff  »der  Mensch,  der  mich  nicht  liebt« 
jflftniam  H'vU'ki-nyff  «der  Mensch,  der  dich  nicht  liebt- 

<^inani  le-m-i^-nyor  {ninye)  -der  Meiisch,  der  ihn  nicht  liebt« 
^itttnani  Irm^yqr  {ok  ^(^pp  >Tpn,sch  .  der  uns  nicht  liebt« 
oflun/rni  l^tninyrjr  rifh>  «  ler  Mensch,  der  euch  nicht  liebt- 
Qllujiarn  Ifm^j^r  {nauije)  «der  Mensch,  der  sie  nicht  liebt« 

Negatives  Verbmn,  leminines  Belatirum  im  Nominativ  mit  folgendem  Pro- 

nomen  personale. 

aiffytyjm«  n^ftwar  »die  Frau»  die  mich  nicht'  schlug« 
mgf^f^  n'fiu'ki'gf  »die  Fmu.  die  dich  nicht  schlug« 
mgfgj/ifm  i»-fto(«)-gr  {ninye)  »die  Frau*  die  ihn  nicht  achlug« 
mgf^jfifm  nfhtgr  jok  «die  Frau,  die  uns  nicht  schlug« 
enof^yoni  rtfiugr  ndai  »die  Frau,  die  euch  nicht  schlug« 
«tt^lfqjf^  nfkutf  {nmdfe)  «die  Frau,  die  sie  nicht  schlug« 

Steht  das  Verbum  io  der  3.  Person,  so  kann  man,  wie  die  Beispiele 
«eigen,  nicht  erkennen,  ob  dasRelativum  als  Subjekt  oder  Objekt  gemeint 
ist  Gewöhnlich  wendet  man  die  Bedeweise  so,  dafi  das  Bdativum  Subjekt 
ist.  Vielleicht  unterscheiden  sich  die  beiden  Formen  audi  noch  durch  ihre 
Betonung,  indem  n&mlich  das  Rdativprlfix,  wenn  es  den  Akkusativ  baw. 
Dativ  bezeichr)PTi  s  iH,  betont  wird;  doch  habe  ich  dieses  noch  nicht  mit 
Bestimmtheit  feststellen  können. 

Folgende  Redensarten  verdienen  noch  unsere  Aufmerksamkeit,  wo  im 
Masai  ein  Relativsatz  gebildet  wird,  während  im  Deutschen  der  Infinitiv 
stellt.  Bei  der  Besprechung  des  Infinitiv  wurde  sciioii  erwähnt,  daß  der 
Infinitiv  iui  Ma^iai  nur  lu  Verbindung  mit  einem  anderen  Verbum,  dem 
Verbum  finitum,  gebraucht  wird.  Folgt  aber  im  Deutscheu  einem  Sub- 
stantiv der  Infinitiv  mit  «zu«  oder  »um  xu«,  so  folgt  im  Masai  nicht,  wie 
s.  R  bi  den  mir  bekannten  Bantusprachen,  der  Infinitiv  als  Genitiv,  ab- 
hingig  von  dem  regierenden  Substantiv,  sondern  derse&e  wird  relativisch 
umschrieben.  IMe  dabei  angewandte  Verbalfom  halte  idi  Ar  ein  Kausa- 
tivum,  welches  allerdings  in  diesem  Falle  ^  abweichend  von  der  gewohn- 
lichen Kausativhildung  —  von  sämtlichen  Verba,  also  auch  von  den  mit 
Konsonant  beginnenden,  durch  Anliingen  des  Kauaakivmerkmals  ge- 
bildet  wird. 

Ist  das  Substantiv,  von  dem  der  Infinitiv  abliäiia;t,  das  Milte!  oder 
Werkzeug,  mittels  dessen  die  durch  den  folgenden  Infinitiv  ausgedrückte 
Tätigkeit  zur  Ausführung  gelangt,  und  bleibt  jegliche  Person,  die  die  Tatig- 
Iceit  ausObt,  unervriUint,  so  folgt  das  Verbum  in  passiver  Form.  Dabei 
findet  jedoch  auch  wieder  eine  besondere  Bildung  des  Passiv  statt,  indem 
nämlich  das  sich  fiir  gewöhnlich  nur  Im  Perfektum  findende  Pasnvsuffiic  'ki 
an  die  aktive  Kausativendung  i-«  gehSngt  wird,  wobei  aber  der  Halbvokal 
i  ausgestoßen  wird,  so  daß  die  Fassivendung  Jetzt  'fki  lautet 


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154 


Foraunft  Einige  Bemerining«D  fiber  du  yvhvm  im  Masd. 


Man  gebraucht  bei  dieser  Redewendung  sehr  gern  die  absolute  Form, 
welche  bekauntlich  im  Indikativ  Iini)erfpUti  auf  -t^o  auslautet.  Damn  hingt 
man  nun  das  hier  einzig  zur  An\\en<luitg  kuinmeade  Kausativsufüx  i-f, 
indem  man  zwisclien  den  beiden  SuHixen  ein  p  einschiebt,  so  daß  die  Form 
jetKt  ftuf  'üorifi^  im  Passiv  -liorvArt  endigt. 

Folgeode  Bdsptele  mSgcii  das  Gesagte  ▼araaschauUdieo: 

äta  *ng*Am  nal^^  »ich  habe  Kraft  tu  gdiea«}  wördlcb:  »ich  habe 

Kraft,  mit  der  ich  [mieb]  gehen  mache« 
kjfUa  *ti^idm  «nfti^is  «wir  haben  Kraft  zu  schlagen« 
Sla  'nffiu  nasirii^fifi  >ich  besitae  Klu^eit  su  schreiben« ,  «ich  verriebe 
zu  schreiben« 

Dagegen ,  wenn  die  Person  der  Tätigkeit  nicht  zum  Ausdruck  komint, 
wendet  man  die  Redeweise  passivisch; 

er'ikaiamu  (arab.)  endgki  nasifisoffki  »die  Feder  ist  ein  Ding  mm 
Schreiben  • 

Ein  auf  -u  endigender  \'erbalstainni  schiebt  vor  der  Ejidunf*  -{{-f  )  ein  n 
ein,  nach  dem  i  in  den  eiiLsprechenden  Halbkonsonanten  verwandelt  wird: 
mikißta  *Affukm  nUkidumuntf«  »wir  haben  keine  Kraft  anfsubeben«. 

Endlich  sei  noch  erwähnt,  daß  man  im  Masai  von  \'erba  Substantivn 
bildmi  kann,  sogenannte Sutntantiva  verbalia,  wddie  nidit  etwa  ab  Parti- 
xipia  bdiandelt  werden,  sondern  zu  vollen  Substantivs  verwaoddt  werden 
und  infolgedessen  das  lon^che  Objekt  der  durch  das  ursprüngliche  Verbon 
ausgedrOckten  lltigkeit  Im  Genitiv,  nicht  etwa  als  Akkusativ,  folgen  kssen. 
Diese  Verbalsubstantiva  werden  folgendermaßen  gebildet:  Vor  den  Stamm 
des  zugrunde  liegenden  \"erbum  setzt  man  den  Artikel  mit  folgendem  a,  n!so 
maskulinum  ola-,  im  I'lural  ia-\  außerdem  hängt  man  hinten  an  den  Verltai* 
stamm  das  Suffix  -on/ an,  das  im  Plural  in  - qä*  verwandelt  wird.  Endigt  der 
Stamm  aut  einen  \'okaI,  so  hängt  man  einfacli  -m,  im  Plural  -  Ar  an,  wobei  die 
auf  i  mit  vorliergohendnm  ^'okal  enditr^nden  Verbnlstamme  das  i  des  End- 
iüphtiiungs  wie  im  Indikativ  luipertckti  abwerfen  und  die  Lndung  -«i  an 
den  zurOckgebliebenen  einfachen  Vokal  hängen. 

Beispiele: 

qlairitani  «der  Hirt«  vom  Verbaistamm  Plur.  lairitak 

glaüos^afu  «der  Erretter,  Erlöser«  vom  unregelmifiigen  Verbal* 

stamm  -ffqtyi- 

^ih-nidarn  «dei  I  roudenmacher«  vom  kausativen  Stamm  des  Ver- 

bum  Q'  i^'  nid-a  -sich  fiTucn- 
olanamni  »der  Träger«  von  atanava  «tragen« 
olaiiedjilfdjani  «der  Troster«  von  ailedjil§dja  »trösten« 
olakdjani  «der  B^Ogw«  von  atal^dja  «betrOgen« 
efasiifpm'  »der  Dieb«  von  olpsiifjMyf  »stehlen«. 


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155 


Über  Sitten  und  Gebräuche  in  Hausa. 

Von  Adam  Mischlicii, 

StetitMdüter  w  KMa-KiatMiM  Ib  TvfO. 


Audi'M'  havsawa. 
L  Ibquniig  der  HMuaiNr. 

JtaU'n'kaitawS  an    tgke,  wadtauu  mkkmS  m: 

(Über)  Ursprufig  der  Hausaoer  man  aagte,   einige  Leute  (es)  sind: 

tea  da  Mob,  m  ka        »       daga  kata-i 

ilterer  Bruder  und  jflngerer  Bruder,  sie  «Ind  gekonunen  von  Land  der 

IwoftÄM  da       nüäd'n  §a     '  bnu    Su  ka     tdaaia  warn 
Araber  mit  Frauen  von  ihnen  awei.  Sie  haben  gewohnt  (in)  einer  gewissen 

ki$a  da  kaM'l  hämo,    «Omi-a  «a  gt^*,  su  ka 
unbewobnien  Gegend  nahe  bei  Land  Borau,  Name  von  ihr  Cttbi,  sie  haben 
jfi         UätSkt,     mt    ka       gi     tMmgS,  am  na    AoAi-n  mmmk 
gemacht  Qrashütten,  sie  haben  gemacht  &un,  sie  dnd  sdiiefiend  TWe 

n     J^,    dm  m  md-'halbä  m.    7aa,  mUm»  kma  m  na  mut 
▼on  Wüdnis,  weil  sie    Jiger   sind.   Out,  Leute  auch  sie  sind  kommend 

daga  laniio,  sv  na  sagsagfa-r  nüna,  kama  su  na  an«  daga 
von  Borau,  sie  sind   kaufend    Fleiseh,  aueh  sie  sind  kommend  von 

tnoM    ginn,  su  na   sagtaga,  katgu'n  nm  ga  xdma  gan^gatf. 
anderen  Orten,  sie  sind  kaufend,  bis  Ort  diesv  er  wurde  wie  tine  Stadt. 
8a   na   nan,  hat   tnafe>r         Mm-»  «an     ta    kaifi  ya, 

Sie  sind  liier,  bis  Fran  von  jUngerem  Bruder  diesem  sie  gebar  Toehter, 

au  ka  sa*  ma  Is  wna  fiaHama^  dmmS  su  na  yi  ma  la 
sie  Iiaben  gegeben   ihr   Namen  Fatsima,  aber  ale  sind  machend  ihr 

ldkedä*  daurdiu  da  ßkailtilit,  M  na  kmodga,  kamaa  sun  tshs,  sa 
Beinamen  DaurAtu  auf  arabisch,  es  ist     Kreis,     wie    sie  sagten,  sie 

#10      (yi^n)  kewdga'l        dSnia,  har  su    ka  go  9^> 

sind  (nwchend)  Umkreisung  von  Welt,  ins  sie  sind  gekommen  naoh  Oäbi, 
SU     ka      kaifs     ta.     Yau,  sM  ke  nan,  har  ta        dSla,  ha  ta 

sie  haben  geboren  sie.    Out,  es  ist  dies,  bis  sie  ilter  wurde,  nicht  sie 

*  jeji  unbewohntes  Land ,  Wildnis. 

*  giUti  Kraft,  Macht  (Sarigtn  -  Sprache). 


156 


Misthlich:  Über  Sitten  und  Gebräuche  in  Hausa. 


yi  magdna  ba,  /wir    üwä  -  ta  -  ta    ta    mütu.  Ta  dade,  (a 

sprach,     bis  Mutter  von  ihr  sie  starb.    Sie  machte  lange,  nicht  si« 

yi  magdna  ha,  kana  ta  yi  teata       magdna ,   ujada  iyayf- 

sprach,    dann  sie  machte  (sprach)  eine  gewisse  Sprache,  weiche  Eltern 

n    la     ba    8U       ß,      '   Su    ka  kyäle  ta,  ta  koma 

von  ihr  nicht  de  verstanden.  Sie  haben  unbeachtet  gelassen  sie,  sie  wiederholte 

yi  (-n  magdaa)  kuma,  hat  ta  jfi  da  jfona,  kana  sv  ka  täte: 
madien  (von  Sprache)  wieder,  bis  sie  machte  viel ,  dann  sie  haben  gea^: 

üi&asa  AttÜm«  haAaa* ,  shi  m  da  ISraMiS,  Wanan  9aaMä*n  wMä 
•hasa  kalimo  haäsa«,  das  ist  auf  arabisch.     Dieses  Sprache  von  Torheit 

m.  Moffdna-n  nan     da     ta    yi,  Ua  ha 

ist  (=  auf  hausanuch).   Sprache  diese  wdehe  sie  machte  (s  sprach),  sie  nicht 

lärabtsht  tsAe  ba,  ita  kutca  ba  barbartslü  tshe  ba,  ba  kuwa  asUmlsln 
arabisdi  ist        sie  auch  nicht  kanurisdi  ist,       nicht  auch  asbniiseh 

• 

tshe  ba.     Yau,  hakanau  ta  na       ji-n  magdna-l       h/ftye-ti      ta,  *k 

ist.  Gut,    doch    sie  i^t  verstehend  Sprache  von  i*Iltern  von  ihr,  sie 

kmm    ha     m  ji-n  ta  ta,  kor  ta       (yi)     girmä ,   ta  haldga. 

auch  nicht  sie  verstehen  von  ihr,  bi«  sie  (machte)  GröBe,  sie  heiratsfähig 

Säa-n  nan  ne,    mata't  tca-n  uha^n    ta  ta  mufu. 

wurde.  Zeit  diese  ist,  Frau  von  älterem  Bruder  von  Vater  von  ihr  ne  starb. 

Tau,  ta  ka^  ha&i,  ta  ^  kmea  kaman  ^^e^-n  ta,  ta 
Out,  sie  lernte  sdiieflen,  sie  konnte  aach   wie  Eltern  von  ihr,  sie 

na     ddmra  walkt  da     a^bum-n     mäsä  kaman 

ist  umbindend  ledernen  Schamschflrxe  und  Dinge  von  Mbinem  wie 

na-miji.  Yau,  m&tane  da  yanea  kuwa  m    ka       ß  mntdi§' 

mSnnKehe  (Person).   Out,   Leute    vide    auch  sie  haben  gehört  Sprache 

n    ta,    kan  su   ka        je  uxmi  gu,  su     ka  yt 

von  ihr,  wenn  sie  sind  gegangen  an  einen  bestimmten  Ort,  sie  haben  gemacht 

(shi) ,    kan      a       ka    tanbaye   su:       'tcane         iri  -  rt 
(gesprochen)  (sie),   wenn  man  hat  gefragt    sie:   «Was  für  eine  An  von 

zantshe  ke  nanf*     Su     kan         tshe:      »kalämu  hausa-.       A  kan 
Sprache  ist  dies?«    Sie  pflegten  su  sagen:  •kalimu  haüsa«.    Man  pßegte 

l»As.*       »Mine  ne  kalärm  haüsaf*    Su     kan         Isüs.*  •sonttAn»« 
XU  sagen:  «Was  ist  kalimu  hausa?«  Sie  pflegten  zu  sagen:  «Sprache  von 

vdußm,     To,  «jW  kB  nan,  kor  ^fajft^n    ta  tu  ka     m6ta,  i^Skü 
Torheit« .  Out,  es  tst  dies,  bis  Ekern  von  ihr  sie  sind  ges(oH>en,  die  Familien 

«I»  ka     tdnm      üomt-n    ßOnma  damrdtu,  dada  ta  ^«  kankMa'-n 
sie  sind  geworden  Hand '  von  Fatsima  Dauratn,  denn  sie  erbte  Werkieuge  von 

'  D.  i.  abhlngig  von  Fainma. 


Mischucb:  Über  Sitteu  und  Gebräuclie  in  Haus*.  157 

itfayt*n  1a f  im  tan  mägunffüna'n  hallt  duka,  ta  :äma  babd-l 
Eltern  von  ihr,  sie  kannte  Medizinen  von  Schießen^  alle,  irie  wurde  große 
ma-halbia,  Bakatian  har      «oom*  murima*'n       sarki^n    hämo  jfa 

Jigerio.       So     bis  ein  gewisser  Stallmeister  von  König  von  Bomu  er 

MO     nan        gäbt   gu-n  /atsima  daur^,  ya  Uhs,  9«t  Sf*  ^  sarki-n 
kam  hierher  nadx  GSbi  su  Fatsima  Daurätu,  er  ssgke,  er  tat  dem  König  von 
bamo  lat/T,  ns,  ya  gudö gu-n  ta.     Ta  tahe  ma  sa:  >toant  laift 

Borou  Übel,  ist,  er  floh  zu   ihr.   Sie  sagte  su  ihm:  «Was  für  ein  Übel 
ka     yi?»      Ya  l<<h^:    ^Akai       tcani      da^nstMit     bamo,  m  na  ki- 
du  tatest?«  Er  sagte :  >  Da  ist  ein  gewisser    Prinz,    in  Bornu,  sie  sind  hssseod 

yoya       da        Mr/fci-»       bamo  yansu.       Särki    kutoa  ya  na  da 
einander,  und  der  König  von  Bomu  jetzt  Der  König  auch  er  ist  mit  (hat) 

doki-n  hanM'n  ta  mm^kia,  bamo  duka  bäbu  doki  komm  so. 
Pferd  zum  Retten  von  ihm  schönem,  in  Bornu  gans  kein  Pferd  wie  es. 
Da-n  sarki'tt »an  ya  katco  gddiya-l    sa      gu-n       murimn,     y«'  yi 

Prinz  dieser  er  brachte  Stute  seine  zu  dem  Stnllmeister,  er  machte 
ma  sa  haye  da  döki-n  sarki-n  nan,  Ta  hai/i  dä  kamanta. 
i&r  ihn  Kmpfangnis  mit  Pferd  von  König  diesem.  Sie  warf  Junges  wie  es 

An    ka    gaya    ma    sdrkt,   ya     yi  /usM*^ 
(d.  L  Pferd  des  Königs).    Man  hat  gesagt  dem  Köni^    er  wurde  zornig, 

ya  Ukif  SO  ya  kashe  murima-n  wm-  To,  haka  km  jt.«  Murima 
er  sagte,  er  werde  töten  Stallmeister  diesen.    Gut,  so  du  hörtest.«  Murima 

kwca  da  barbartskt  shi  ne  mai-  sfutmäki.  Yau ,  shi  ke  nan.  Murima 
auch  auf  kanuriach  es  ist  Stallmeister.    Gut ,  es  ist  dies.    Der  Stallmeister 
ya  tshe,  ya  na    wn     dauräiu     (yi-n)      otir«,    ta    t$he  ma  sa: 
er  sagte,  er  ist  liebend  Daurätu  (machen)  Heirat,  sie  sagte  zu  ihm:  -Ei, 

ni,  na-mifi  ba  ya  kusänä  da  ni,  don  i  na  da  mägungüna, 
ich,  ein  Mann  nicht  er  schlaft  mit  mir,  weil  ich  bin  mit  (habe)  Medizinen, 
wadanda    ba    su     son      dauda.*      Ya  tshe  ma  ta,     to,    mv  yi 

welche  nicht  sie  lieben  Schmutz.-  Er  sagte  zu  ihr:  Gut,  wir  machen 
aure-n  nan  hakanan,  ha  ni  ktcänä  da  ke.-  Ta  tshe:  'to.*  Yau, 
Heirat  diese  so,  nicht  ich  schlafe  mit  dir.>  Sie  sagte:  »Gut.«  Gut, 
SU     kn        da^a  aüre.  Ta  na  da       knyangt         ktrwa  da  yawa,ta 

sie  haben  verbunden  die  Heirat.    Sie  hat  Sklavenmädclien  auch  viele,  sie 

ba    shi    daia    keauk?mca,    ta    tshe:      »to,       ga        mata-l  hränä.» 
gab  ihm  eines  ein  schönes,  sie  sagte:  »Gut,  hier  ist  Frau  zum  Schlafen.« 

'  Sie  verbrannte  gewisse  Kriater,  deren  Gsmcb  das  Wild  ansiahea  und  ihr 
znfthren  .sollte. 

3  muri-rmt  (kauuriach);  mai-'>hamäki  (haosanisch)  Aufseher  des  Pferdestall«, 
Stallmeister. 

>  D.  i.  der  Stallnisister. 

*  Wördieb:  er  madite  Zorn. 


158  Muchuch:  Über  Sitten  und  Gebriache  in  Huun. 

Ya  tshr :      •to.»      SM  Ihf  nan.  ItcSnä  km/anqn-r  nan.  (i 

Kr  sagte:  »Gut.«         ist  dies.    Lr  schlief  mit  iiklavenuiädchen  diesem,  sie 

yi         tsliifci ' ,       ta    hni/t  fJä  n/j  -  mtji ,       ^fn    *a   mn  xo  <n7na 

wurde  schwauger,    sie  gebai*  eiu  Kind  männliches,  er   gab  ihm  Namen 

kusötn^,  shim       bakö       da       haüsOf     don  half  a  «üna-n  bakfJ  ya  yi 
Kusöto,  es  ist  Fremdling  auf  hausanisch,  deshalb  Namen  bakö  er  machte 

yavca      tshiki-n      haüsateä,    dmma  ita      kuyanrfn-n       nan    ta  na  kira-n 
Menge  unter  den  Ilausanem,  aber  es  Sklavenmädchen  dieses  es  ist  nennend 
sa  harafzaure*.     Yau y  shi  kr  nan.      Ta       rena     uwO'r  gtfia*-r 

e,s  (>las  Kind)  Karafzaure.    0«t.  es  ist  dies.    Sie  verachtete    Herrin  von 

ta  kwarai.  Säa-n  nan  utca-r  gijia-r  van  ar?  fnrn  kira-n  ta  fatsima  daurOj 
ihr  sehr.    Zeit  diese    Herrin    diese  man  bet:aiin  nrniieii  sie  Fatsima  Danra, 

vcaciansu  m  na  tshe  ina  ta  dawra.  Har  kau  .-I'lnra  ta  yi  maffäna  da 
einige  sie  sind  sagend  zu  ihr  Daum.  Selbst  wenn  Daura  sie  sprach  mit 
itOf   ta  kan         (fhf      ma  ta:  »wo*.« 

ihm,  es  (das  Sklavenmäflchen)  pHetjle  zu  saL^cn  zu  ihr  (zu  Daura):  «Ob.* 
Yau,  har  ran   nan^  daura  ta      yi    /ushi,   ta  kicant.'ihfi  ttnlki- 
Gnt,  bis  Tag  diesen  Daura  sie  wurde  zornig,  sie  band  auf  lede-rne  Schauischürze 

n      te,    to  yas,  ta     tütuöe       t^tfäfx-n        mazä ,  da 

von  ihr,  sie  warf  (sie)  weg.  sie  zog  aus  Kleider  von  Männern,  welche 

k«  jiki-n  ta  duka   da       läyü       da        kojibüna  da  ahübua 

sind  an  Körper  von  ihr  alle  und  Amulette  und  Lederaj  uirini^c  •  und  Dinge 
da  ycma,       da      Je«  jiki-n         ta,    ta      tube        maka         tn  ta, 

viele,     welche  sind  an  Körper  von  ihr.  sie  zog  aus  Schießring "  von  ilir, 

ta   rabu   da  taf/ara-l  halbi  da    mäyunguna-n  nan     ta  yi 

sie  gab   auf  Ausrüstung  zuni  Schießen  und    Medizinen   diese,  sie  wusch 

wanka  da  sabulu,  ta  t.<efe  yäshi-n  ta,  ta  yi  kttxo,  ta 
sich  mit  Seife,   sie  kämmte  Haar  von  ihr,  sie  machte  Haarfrisur,  sie 

shSfa  shüri,  ta  kunua  lalle, 
rieb  es  ein  blau,  sie  umwickelte  (Hände  und  Fuße)  mit  (zerstoßenen)  Lalle- 

ta  shäfa  (vraruka  , 

Blättern  (um  sie  rot  zu  f&rben),  sie  rieb  sich  ein  mit  woliiriech -iK^en  ölen, 
ta    dämra  zdna^,  ta      ratdya     dütcaim    n     tpfjya-n    ki ,  tot 

sie  band  um  UmschlagetQcher,  sie  hängte  um  Perlen  um  Hals  von  ihr,  sie 

>  WeriJicb:  sie  imdile  Baodi. 

'  kanarisch. 

3  karaf  (kanunseli)  plötzlich,    roure  (hmMUUSoh)  Galle. 

*  una-  r-yijia  Mutter  des  Uauses. 

*  Zeichen  der  Verachtong. 

"  Abkfimmg  von  rdna-n  mm. 

f  Dies»  Gegeaatiiide  sollen  jetttiuMb  in  Dam  ■kRali^^ 

"  Derselbe  wird  am  linken  Damnen  getragen,  dient 

*  Alte  Pliuralfiorm  fibr 


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MiM'ULini:  Über  Sitten  und  («ebräuclie  in  llauitu.  159 

M  tmrndtMa-n  käfa  da     ta    hdnü,    ta  m     iöset^    a     idanu-n  ta, 
«og  an  Ring  von  Fuß  und  von  Hand,  sie  tat  Antimon  in  Augen  von  ihr, 
ta    /iha     kalffo,    ta  tshi  füre.  Bon    nan     ta  :äma 

sie  trank  Kalgo  S  sie  aß  Blüte  (der  Tabak ^Jllanze)•.    Tag  diesen  sie  wurde 
mdtjfhe      kiauheäica    (Inda,   ta     ;V  tju-n      miji-n     ta,   ya  hränn  da  ita, 
eine  Frau  eine  schöne  auch,  sie  ging  m   Mann  von  ihr.  er  soiiiut  rnit  ihr, 

tDÖß       ya  skigdf    ta     yi        tshthi ,      ta  hai/i       da  na-ndji, 
Empfängnis  sie  trat  ein,  sie  wunle  schwanger,  s5p  gebar  ein  Kind  männliches, 

ya   m  ma  m  süna    /atoma^,  shi  ne     mai-fp'dä      da       hausaj      ätnmd  fa 
er  gab  ihm  Namen  Katoma.  es  ist  Hausbe.siizer  auf  hausanisch ,  aber 
dmtra    ta    na     kira-n  bawo,  shi  ne:  bübii  u?ö.     An     tshr ^  saa-n  nan 

Daura  sie  ist  nennend  es  Bawo,  es  ist:  kein  oh.    Man  sagte,  Zeit  diese 
nfi ,      sarki-n     bamo  ya  mütu,  da-n  sarhi-n  nan ,       da      su     kf  ki- 
ist,  König  von  ßornn  er  starb,      Prinz     dieser,  welche  sie  ^irnl  lujssend 

yaya       da      särkif     ya  tshi  sardula,     ya  aikd,     a    ka  knmarda 
einander,  und  der  König,  er  aß  Königreich,  er  sandte,  man  ließ  heimkehren 

murimn  Murima       ya   aikö.  a  jf  da  yaya- 

den  Stallrnei.ster.    Der  Stallmeister  er  sandle ,  man  möge  gehen  mit  Kindern 
n     .sa        bamo.         Dairra  tn      hdna.        Shi  ke  nan,     iri-n  mafj  'ma  n 
von  ihm  nach  Borna.    Daiaa  sif^  verbot  es.    Eis  ist  dies,  Art  von  Spraciie 

7iGu     fa     daiira   fa    t-ihika  gürare  ko-inäy      da-n       ta    da  da-n 
diese  von  Dam  a  .sie  erfüllte    Orte   überall,  Kind  von  ihr  und  Kind  von 

kuyanga-r       nan     da       tyaUi-n  mam-yawa,  duka  Ha 

Sklavenmadchen  diesem  und  Familien  von  ihnen     viele,    alle   sie  (Sprache) 

SU     kr          yi.            A     na    lihf     ma  ta    kalämn  haüsa,    wadansu  kuwa 

sie  sind  s[jr(  (-hf  nd-    Man  ist  sagend  zu  ihr  Kalämu  haüsa,  die  einen  auch 

jtu     na    ts/tetca      magdna-n     haüsa,      wadansu  kmoa  9u    na  tsh^a 

sie  sind  sagend  .Sprache  von  Haüsa,  die  anderen  auch  sie  sind  sagend 

haüsa.    Yauy  shi  ke  nan,      zdrm-n      daura    da        kuyanga-r  nan 
Haüsa.    Gut,  es  ist  dies.  Wohnen  von  Daura  und  Sklavenm&dchen  diesem 

ba       ya       da       däd*,         haka       gäma-n       bawo    da  karafzawe, 
nicht  es  (ist)  mit  .SüßigkeitS  ebenso  Wohnen  von  Bawo  und  Karafzaui*©, 
har  bawo  ya       yt      kdrfi^,  mutant  duka  su  na       son     sa,    9U    na  hin 
bis  Bawo  er  machte  Stäike,  Leute  alle  sie  sind  liebend  ihn,  sie  sind  fulgi  ud 
sOf     don       irwa-r        .sa   tshe  tnai-kömi.  Shi  ke  nan,  ran 

ihm,  weil  Mutter  von  ihm  ist  Besitzerin  von  etwas fcls  ist  dies,  Tag 

^  D.  i.  sie  rieb  sich  die  Uppen  ein  mü  dem  Saft  an«  der  Binde  des  Kalgo- 

banmee,  damit  sie  rot  wurden. 

'  D.  i.  sie  rieb  die  Zihne  ein  mit  Tabaksblflten ,  um  sie  rot  im  färben. 

'  Kanorisch  (faio'ma). 

*  et  iat  niebt  flriedlieh. 
'  er  wurde  mächtig. 

*  Aber  daa  Sklavennideiien  hal  niebta. 


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I 


160  MiacHUCTi:  Über  Sitten  und  Gebriaclie  in  Haiuw. 

naii  utca-r         harafzaure     ta     mäht,    safxtda  haka     karafzaurf  ya 

diesen   Mutter   von    Kaiafzaure  sie    starbt       deshalb       Karaf/nure  er 

täshi .  ya    knma  icani  gn ,   ttkan  knm  da  hämo 

machte  sich  auf,  er  kehrte  zuritck  an  gewissen  Ort,  dort  nahe  bei  Borna 

trajf-n       ffdba-f  da  päbi,  ya  zdmnn  nan,  ^hihttmaya      yi  httkoH 
Richtung  von  Osten  von  Cibi,  er  wohnte  hier,  er  auch  er  machte  Grashütten 

da  shimg^f  ya     artri  ya^r         barebari,     süna-n     ta    zära,  Ta 

und  Zaun,  er  heiratete  Midchen  von  Bornuern,  Name  von  ihm  Zin.  £i  | 

haiß    da      un-mijiy    ya  M  ma  sa     ■<!üna    hiranktme.      Su    ka  tdmm 
gebar  Kind  männliohee »  er  gab  ihm  Namen  Birankane  *.  Sie  haben  gewoluit 

nan  shi  da  da-n  ta  da  ma^^r  mt  da  iyäld-n  $a ,  hat  i 
hier  er  und  Kind  von  ihm  und  Fnui  von  ihm  und  Famiiien  ron  ihm,  fais 

mklanäwa  ka  jft  jfoiflo.  Qu^n  tum  ne,  a  k»  itketoa  twm  Ai 
Leute  sie  haben  gemadil  Menge.   Ort  dinw  ist,  man  ist  sagend  Birsn  des 

gdbae*  yonsv.  SU  hat^auan  kmoa  mitam  ba  tu  /Mt-n  «Dm-«  m  ! 
Ostens  jetst.  Ilm  Knrsfeaure  auch  Leute  niebt  sie  sagen  Namen  von  ihm 

dSoMlsiV  mt  m     M§   um  §a   itecMir«,  crt'-n  «s  ifanoe  e 

richtig,  sie  mnd  sagend  «u  ihm  Kaaaure,  Naehkommen  von  ihm  aueh  man  | 

na    ttka  ma    tu       katmmwS.       Da  tu    ka  yauakwanif  j 

ist  sagend  lu  ihn«i  Kazaura- Leute.  Als  äe  haben  gemaeht  Menge  sehr,  | 

tu    ka       tSkt      gan,  tu   ka       ta    magaH'tt  naa     iSatt  katmrn^ 
sie  haben  gewechselt  Stadt,  sie  haben  gegeben  Stadt  diesen  Namen  Kamire 
kaman    «Bm-h        ibAa-«        tu.      Akai  gan^n  man  karymtu.  A 
wie  Namen  von  Orofivaler  von  ihnen.  Es  gibt  Stadt  diese  bis  jetst.  Mao 

kaa  Uht  ma  kata-r  ta  kutU't kttmirt,  To,  «t»  hmm  imto  ft 
pflegt  zu  sagen  su  Land  von  ihnen  Land  Kesaure.   Gut,  er  audi  Bawo  er 

mai    mMtt  ba-bm^ra,  ta  ha^    dä    aa-miji,    ya  ta  wu  ta  iSm 
heiratete  Frau  Bomuerin,  sie  gebar  Kind  minnliches,  er  gab  ihm  Namea 
auyöf       ka^    vmi    kmna,  ya  »a  ma  ta  (süna)    gabi  Aaman  jAm* 
Auyo,  sie  gebar  anderes  wieder,  er  gab  ihm  (Namea)  Oibi   wie  Naoiea 

n    jgi-n     aaa,     da    tu    ka     ttmmt,     Nm  m,  Aar  jf» 
von  Wildnis  dieser,  weldie  sie  haben  bewohnt.  Hier  ist,  bis  sie  (die  Stadt) 

täma  babo'n  yäri,    an  ka    gma       bfmi,        n   na  tfiettn  btni-n 
wurde  große  Stadt,  man  hat  gebaut  Stadtmauer,  man  ist  sagend  Feitnm 

dbura,  don  kaka  koAtmtS,  kan    a    na       tanttht,         a    ka  i$bt 
Daura,  deshalb  Hausaner,  wenn  man  ist  sidi  unterhaltend ,  man  hat  gesigt 

Mmt-n  daura,  tu    kan       it^    gäbt,     ka-n     kata*     To,  4s  kajfi 
Festung  Daura,  sie  pflegten  zu  sagen  Gibi,  Kopf  von  Laad*.  Gut,  sie  gebar 

*  Eotatanden  ans  bita  {bari^  and  kane.  \  erlassen  den  jflngeren  Bruder  (Bawo). 
'  Im  Gegensatz  zu  hiran  ta  gdmma,  Biran  dea  Waatens ,  einem  Ort  in  Kana. 

*  ante  Stadt  des  Landea. 


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Miäcuucu:  Über  Sitten  und  Gebräuche  tu  Hatua.  161 

warn     da,    fß  9a  ma  sa  sSna,  ämtnä  yamu  m  memta     stma-n  9a. 
anderes  Kind,  er  gab  ihm  Namen,  aber  jetet  man  vergaß  Namen  von  ihm. 

iSS&i   n9,  kam   vba-n  tum  ya  gojfa  ma  9a  magdna,  ya  kan 
Er  ist  es,  wenn  der  Vater  er  sagte  lu  ihm  Wort,  er  pflegte  zu  sagen 
ma  9a:  »ka  shina^f*  kiduu  ÜuAoi.     Ya  na  gaya    ma  sa  Aakanan,  har  ya 
au  ihm:  «ka  shina?«  immer  immer.   £r  ist  sagend  zu  ihm    so,    bis  es' 

adma  Aomon  ^ne  süna-n  9a,  a  kan  If  As  kashinOfSabodahaka 
wurde  wie  es  ist  Name  von  Ihm,  oum  pflegte  ku  sagen  Kashina,  deshalb 

an    ka     mmAl         JidMI«lt  .^arai,  dmmä  fa  uba-n    nan      ya  na 

man  hat  vergessen  Namen  von  ihm  gänzlich,    aber    Vater  dieser^  f>r  ist 
^on     sa  kxcarai,  don  haha  da  färin      kasa-r     9a  ia      ß  kämshi- 
liebeod  ihn  selir,   deshalb  au  Beginn  Land  von  ihm  es  Qbertraf  Linder 

n        yäya-n      bawo    yowa    ehika,  dmmä  daga  öäya  kano 
von  Kiodav  von  Bawo  Menge  allen      aber      später    (das  Land)  Kano 
ia      ß.  Ta  fuiiß     toani  da, 

es  übertraf  (es  wurde  größer).     8ie    (Bawos  Weib)  gebar  anderes  Kind, 
ya  sa  ma  m  /nma    da  magäna*-r      uha-n      sa    kann,  shi  ne  toütä  da 
er  gab  ihm  Namen  in  Sprache  von  Vater  von  ilmi  Kanu,  es  ist  Feuer  auf 
barbartshi.       Ski  ne,        a    ke   tshewa  kano  yantu.     Ta  haifi 

Icanorisch.   Er  ist.  (es),  man  ist  sagend  (zu  ihm)  Kano  jetzt.    Sie  gebar 

want  dä,  ya  sa  ma  sa  süna  gobir.  Ta  haifi  xcani  kuma,  ya 
anderes  Kind,  er  gab  ihm   Namen  Gobir.    Sie  gebar  anderes  wieder,  er 

sa  ma  sa  süna    rino*,  shi  ne     iri-n      tsinke-n     karfe    na  gnshi-n 
gjbh  ihm  Namen  Bino,  es  ist  eine  Art  Spitze  von  Eisen  zum  Rösten  von 

näma ,    dmmä  yanzu     a    na     ke     ma  sa    rano,  shi  ne  mita- 
Fleisch,   aber    jetzt  man  ist  sagend  zu  ihm  Kano,  er  ist  Letztgeborene 

n     boKBO.        Yäya-n      bawo    ke    nan     ahidda,    dmmä  icadanda 
von  Bawo.    Kindor  von  Bawo  sind  diese   sechs,     aber  di^enigen  welche 

ha   m  ^hina  ba ,  ,«/    na   tsh/nca,      yäya-n    bmeo   hdko'i    ne  da 
nicht  sie  kennen ,  sie  sind  sagend ,  Kind  von  Bawo  sieben  sind  einschließlich 
hvrem,        hakTkan         dai   birmi       da-n      kazattre  ne.     To,    dada  baten 
Biran,  in  Wirklichkeit  diu-  Biran  Sohn  von  Kazaure  ist.    Gut,  dann  Bawo 
ya      yi     tsawo-n    rm ,    bar     yäya-n       fa    srt    kn        giqirma ,  käna 
er  machte  langes  Leben,  bis  Kinder  von  ihm  sie  sind  aufgewachsen,  dann 
ya  müht.    Da      sa     ya  müttttpa  ,  ya   sa    ma   kashina  nlbdrka ,  ya   ba  shi 
er  sturb.    Als  gehen  er  sterben,  er  gab  dem  Kashina  Sc^en,  er  gab  ihm 


'  für  ka  sani,  verstehst  dtt? 

'  das  Wort  ka  shma. 

*  Bawo. 

*  es  war  viel  grSBer  als  die  Linder  von  allen  Kinden  Bawos. 

*  in  alt  kanuiseher  Spradie. 

*  hMsanisehes  Wort 

llHt.d.ta.llOriMk8pKMlMD.  1907.  DL  Abb     .  11 


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162  MisRBUcn:  Ober  Sitten  and  Gebriadie  in  Hausa. 

wasu    nhuhin  daga    böye.       Da  yn   mittrt ,       yayo'ft      m  m-ka 
einige  Sachen  im  geheimen.   Als  er   starb,  Kinder  von  ihm  sie  haben  sich 
wdrwat.^p  f      bahd-n       .w      auyo  ya  :anma        want       ff^n,  nan  ne, 
zerstreut,  ältestes  von  ihnen  Auyo  er  blieb  an  gewissem  Ort,  hier  ist  (ess), 

ya    zdma     pari,      a     ha        j/t  himi.  a     na     tshe     ma  m 

er^  wurde  iitadt,  man  hat  gemacht  ^Stadtmauer,  man  ist  sagead  zu  ihr 

bimi-n  auyo  yanzu ,  dmmä  fa  ya      tmfa,      ya  Watshe,         ya  zdrna 

Festung  Auyo  jetzt,    aber    sie  wurde  alt,  sie  ging  in  1  rümmer,  sie  wurde 

lutma-l  ku/ai.    Gähi  Jatwn  ya  zrima  himi-  n   dmtra ,  Kaahina  kuwa  ya  zdmna 
wie    Ruine.  Gäbt  auch  es  wurde  Festung  Daura,  Kashina  auch  er  wohnte 
kftmayau,  daga  bäya  ya  zdmna     zaye,      da  tinßta  - 1  haüsn  \hl  nr  znaCzutm  y''. 
in  Kiittmyau*.  sj)äter  er  wohnte  in  Zaye**,  auf  altes  hausanisch  es  ist  gelien. 

Gu'fi  nan     nr ,  ya   zdma   bahd-n  gart,     an    ka       yi  birm,  a 

Ort  dieser    ist,  er  wurde  große  Stadt,  man  hat  gemacht  Stadtmauer,  man 

na     tshe    tna  sa     birni-n     kashina,    dmmä  da     /lalil'^a  -n      rni/Mv/-  a 
ist  sagend  zu  ihr   Festung    Kashina,    aber    in  Sprachen  von  Lernen  man 

kern        tshe      bimi-n   katsina.       Mutant -n     yi'-n     tiav    n     na  t<:A»' 
pll^te  zu  sagen  Fe,«?tung  Katsina.      Leute   von  Ort  von  hier  man  »st  sagend 
ma    SU         katsinawäf     kasa-l  na'     kuvn     a     na    tfhe     ma   ta  kat-^tna, 
7.11  ilmen  Katsina -Leute,  Land  die,sti  auch  man  ist  sagend  zu  ihm  Katsiua, 

dm  haka   haüsawä  yamu,    kan     a    na         sanis/ie,  a    ka  tshe 

deshalb   Hausaner  jetzt,  weini  man  ist  sich  unterhaltend,  man  liat  erwihnl 

bimi-n     katsina,    su        kan  (shf      tat     ta  kor  au.     Korau  sht  ne 

Festung  Katsina,   sie  pflegten  zu  sagen  Zai'  des  Korau.     Korau  er  ist 
babd-n        da-n        katsina.      Kano  ktnca  ya    zdmna  j^J*'^ 
iltestes  Kind  von  Katsina.     Kano  auch  er  wohnte  in  der  Wildnis  von 

birinbirin,  ya      idsbi,    ya       köma  ^y^>        kuma  ya  knmo 

Birinbiria,  er  bradi  auf,  er  kehrte  zuräck  oach  Gaya',  wieder  er  kehrte  zurück 

sheshe.        A  tum  ne,  mutane  su    ka  tarA,  a    ha  yi 

nach  Sheshe'.   Hier  ist,  Leute  sie  haben  sich  veraammelt,  man  hat  gemacht 

Uni,  a  m  tähtnoa  Mni-»  üasno  Aar  yonsv.  Gofi^  hmoaya  timma 
Stadtmauer,  man  ist  sagend  Festung  Kano  bis  jetat  Gobir  auch  er  wohnte 

loo^ff-ft      ycffWMa  du  koinw,      gu  mat-gawo  yano. 

Richtung  von  Westen  von  Katsina,  einem  Ort  mit  Gawo^Blumen  mit  Menge. 


»  der  Ort. 

*  Tua  ist  eigenttich  •RoniiieD*;  oatOflich  dieselbe  Wnnsl  wie  m. 

■  Ein  Ort  bei  Katsina. 

*  liauptötadt  von  Katsina. 

*  Wörtlich  =.  Ztu^gen. 

*  Ztd  Abkttrznng  von  2Sayir, 
^  Stadt  bei  Kano. 

*  Kano. 


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AIucbucb:  Über  Sittan  und  Gebrincbe  in  HaiiMt, 


163 


Ya  jrt  gieß  gutawn  gmoo,  M  n$,  a  ke  tfAe  mm  {*a)  gawo' 
£r  machte  Haus  unter  Gawo-Banm,  ee  ist,  man  iat  sagend  su  (ihm)  Oawo- 

II  gazau.    Qatau  da    iaSßm'l  hatm  kademgare    h$  mm.    Nm  ne,  ya 

n  gauu.   Gaiau  auf  altes  hansaoiscb  Landeidechse  ist  dies.   Hier  ist,  es 

Ȋma    Hrm-n  gMr.  Mi6iani-n  nan  kmam  m    ne     gaUrawa,  hoaa" 

wurde  Festung  Oobir.    Leute   diese  audi  sie  sind  Gobir-Leute*  liand 

r  tu  kmea  UatAihaaa^gMr»  Bttnokmoa,  dagß  ke  karami,ga  sdnma 
von  ihnen  aueh  es  ist  Land  Ck»bir.  Rano  auch«  als  er  ist  klein,  er  wohnte 

k6$a  da  krnio  wtge^n  hAdm,  ga  yt  yorw,  nan  ne,  a  k» 
nahe  bei  Kann  Bichtung  von  Sflden,  er  machte  Stadt,  hier  ist,  man  ist 

ma  rono.     JUtai  aM  hat  ym.      Ib,  omft'^n 

sagend  zu-  (Ihr)  Festung  Rano.   Da  ist  sie  bis  heute.    Gut,  Ursprung  der 

kaitawa  ka  nan,  tsoiidb  na  ji  gu^n  miUam  AulpAinf'. 
Unusaner  ist  dies,  welchen  idi  hörte  von  Priester  Kutshisu. 

Jimnö  hma   na    ß  gu^n  mSkm  barmani,  ^"kaibe, 
Aber    aueh  ich  hörte  von  Priester  Barmani,  einem  Kebi-Maon, 
«ftt  na  danäta^n  m  na    gimka*    mStam  ahamdda,  ya  taha  ossA« 
er  hat  Namen  von  ihm  von  sehlachten  Priester  AhamMu,  er  sagte  Ursprung 

n     AoiMNM.*  wadanta  gSra     a    ka    ka^,  m  4ku,  mäxa 

son  Haussnem;  einige  Kinder  man  hat  geboren,  sie  (sind)  drei,  minnliche 

Ml     da     ntdUhe     düa,   kor  m    ka      girma;      na-m^^n  nan 
awei  and  weibtiehea  dnea,  bis  sie  sind  erwaehsenj  minoliches  dieses 
ya     yt     Jfeama»  ahekdra  »Mdda,    bai   yt  magdna  ha,  baka  kanmi-n 
es  machte    wie    Jahre   sechs,   nicht  es    sprach,    ebenso  kleineres 

fw-m^if-ii  non,  ktka  rndtthe-n  nan  btAd-r  au,  auduka 
minnliches  dieses,  ebenso  weibliches  dieses  das  iltesle  von  ihnen,  sie  alle 

dai  bo  au  magdna.  Tarn,  gida»n  au .  ihneo  akoi  ta,  au 
wirklich  nicht  sie  sprachen.   Out,  Haus  von  ihnen  auch  da  ist  Stier,  sie 

na      am     da    a/d     gBhä,      au    na    ASeo*«  aa  t^Uki^n  aiArä, 
sind  gehend  mit  ihm  au&  Feld,  sie  sind  IHttemd  ihn   auf  Brachfeld. 

lyayt'n      au    kuaaa  au  na       nomä      Aar  nm    nan,    böbu  köwa, 
Eltern  von  ihnen  auch  sie  sind  kullivieitnid  bis  Tag  diesen,  da  ist  nieniand 

babd'H  rui'miji-  n     tum  ya  yi  magdna,       t.s/ic :  ^hau 
(beiden  Kindern),  ältestes  männliches  dieses    es    sprach,  es  sagte:  .Hesieige 

M«.         Matshe-n  nan  kiitra  ta   tshf :       »ba'         M.»  Dago  bäya 

den  Stier.«    Mädchen  das  auch       sagte:    «Da  ist  kein  Stier.«  Später 

karämi^  nan  shi  kmoa  ya  tshe:  •hau  ka* ,  bai  /ddi  daidaiba.  Magdna-r 
das  kleinere  es  auch  es  sagte:  "hau  iLa«,  nicht  es  sprach  richtig.  Wort 


'  Katshiau  eneiciite  ein  Aiter  von  84  Jaliren  iitu!  starb  in  Katsina. 

*  Taufname,  da  am  Tauftag  ein  Schaf  gesdilaclttet  wird,  Name  des  Schlachtens. 

*  ba  «nidit«  flir  babu  »keb«. 


1(54 


Miscuuch:  Uber  Sitten  und  Gebräuclie  in  iinusa. 


na/äri-n  nan^  ita    a    ke     tshe    ma    (ia)    Aausa.   MagSm-r  mdüthe-n 
erstes  dieses,  es  man  ist  sagend  zu  (ihr)  haiisa.    Sprache  von  Midchen 

nan    kuica  ita  tshe,  a     ke     tshe    ma  (ta)       hasantshi     yanzu.  Ahm 
diesen  auch  es  ist,  man  ist  sagend  zu  (ilir)  Basa-Spraclie  jetzt    Es  gibt 
iri-n  ta     kasa-r     Usküex,     a    na     tshe     ma    su  ha-ta. 

Nachkommen  von  ihr  im  Land  Tshiki»  man  ist  sagend  zu  ihnen  Bas«. 

Mnijdna-r     karami-n     nan    kutca  ita     a     ke    tshe    ma  (ta)  hauka, 
Sprache  von  kieinerem  diesem  auch  sie  man  ist  sagend  zu  (ihr)  hauka  S 
dan  haka  yariTti  kan    wmti        mutum     ya       tabu,  bat       son  abi-m 

deshalb  Jetzt  wenn  irgend  ein  Mensch  er  ist  verrückt»  nicht  er  weiß  das 
da   ya  ke  fddi  ha ,     a       kan         txhe ,      yo  na  magdna  -  r 

was  er  ist  sagend,  man  pflegte  zu  sagen,  er  ist  (sprechend)  Wort  von 
hauka,        kö      a     t,th/' ,   ya  na    hauka.      Hatismen-n    da       ha  ^ 
\'errücktheit,  oder  man  sagte,  er  ist  verrückt.    Uausaner  welche  nicht  sie 
da    hankali ,  kuma    a       kan         tshe      ma    m  hau 
sind  gesclieit,  auch  man  pflegte  zu  sagen  zu  ihnen  verrückte  Leute,  wie 
*«         iri-n         karami-n  nan  ne. 
sie  Nachkommen  de«;  Kleineren  sind. 

To,   ddda  babä-r       yo-r        awfo,  ita  ta    haiß  ftdrfmeä; 
Out,  dann  älteste  Tochter  von  Auyo,  sie  sie  zeugte  die  Warja-Leute *i 

babd-r       yo-r        <jähi  ita  ta    hayt  hadejawS;        babd-r  ya- 

&lteste  Tochter  von  Gabi  sie  sie  leugte  die  Uad^a- Leute;  ilteate  Tf>cbter 

r    kaimaa  Ua  As    ha^        MmA  Amk^n      siBm«»  Mi 

von  Katsina  sie  sie  lengte  die  Kebi- Leute.    Ursprung  des  Namens  Kebi 

«n     tdm,  «M-fi    da         f/a^r       kalma   ia   ha^    da  na^wiji 
mao  sagte,  Zdt  welehe  Tochter  des  Kaisina  sie  geliar  Kind  rainDlidies 

dls-n  /äri,  da  yaro^n  nan  ya  d&a,  kaka-n  «a, 

erstes  Kind,  als  Knabe  dieser  er  war  etwas  gewachsen,  Großvater  von  ihm. 

kalnna,  ya  tthPy  a  kdtoö  shi,  ya  yan  shi.  Faw,  a  ka 
Katsina,  er  sagte,  man  bringe  ihn,  damit  er  sehe  ihn.     Gut,  man  ist 

so         da    shi,  ya     yi    ma  sn     /Arn   da  yawa.  Da  t/a  fforna^ 
gekommen  mit  ihm,  er  machte  ihm  üuterricht  viel.     Ais  er  fertig  war, 

jfa  tehe    ma  aas    »ka  bi       forö  na,     ha  bi     /a,      ka  bü*  SM 

er  sagte  au  ihm :  «Folge  Unterweisang  meiner,  folge  nun,  folge!«  £s 

ke  nan,  uwa-r  ta  ia  na  kira-n  as  kabi,  aAi  im  kabi  AarjfORSM. 
ist  dies,  Mutter  von  ihm  sie  ist  rufend  ilm  Kebi,  es  ist  KeU  bis  jelic 

An    Hhe,   batoo  shi  na    da  ya    mdtiAB,    Ua  Ai    ho^  tdyta^it. 
Man  sagte,  Bawo  er  hat  Tochter  weiblich,  sie  sie  aeugte  Zaxau- Leute, 

<  d.h.VanrOi!kliieit. 

*  Stamm  ian  Land  Kano. 


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Mischuch:  Über  Sitten  und  Gebräuche  in  Hausa.  165 

ämmSkaiiga  im/l      j/a    4i-iMrti.  WnimttumäkMä  m  .  ko  aum, 
aber  Kebi  er  xeugte  Toebier  weMdu    Einige  JSger   sie*  beben  gelieiratel 

m   km       ß       da  Ua      wtmi  kisa  da 

(de)»  de  sind  geg^gen  mit  ilir  in  gewisse  unbewohnte  G^fend  nelie  bd 
bWti-n   kuarOf  «u    ka      xdmaa,    nr    na    haSn-n      nmut-n  daß, 
Ufer  des  Niger,  sie  Imben  gewohnt,  sie  dnd  echiefiend  Tiere  von  Buseh, 

Mi  jj/bÜMTd       «u    k»      ma         ymda     hän,  ämmS  «a    m  ka 
bis  in  einem  Jahr  sie  sind  Iconmend  «i  grOBen  Kehl,  aber  wenn  sie  sind 
so,       tu     kan        kdtDÖ    ma  aa         gaudrä  da  yawa,  don  haka 

gekommen,  sie  pfiffen  au  bringen  ihm  getroclmetes  Fleisch  viel,  deshalb 
ya      kam        iBk§        mu    su  yaiedrawä,       «j(i  ne  masU' 

er   pflegte  au  sagen  au  ihnen  Yawara»  Leute,  es  ist  Besitser  von 

yawdrä.  Su        ne,        yanzu    a     fts     IfAe     ew  Sw 

getroclmetem  Fleiscli.     Sie  sind  (es),  jetat  man  ist  sagend  an  ihnen 

yatrmrtnBÖ.  Gobir  kawa  ya  ka^  yäya  mätä  da  yawa,  ltAAi-f>  «w 
Yawuri -Leute.   Gobir  aueh  er  aeugte  Kinder  Frauen  viele»  unter  ihnen 

kmea    akoi  tcata       zabaya,    a   na    <iAe    ma  ta    fdrä.  Tu» 

auch  es  gibt  eine  gewisse  Albino,  man  ist  sagend  au  ihr  weiiie.  Bevor 
60    Is      yt     aur¥  ba,  ta     ^        tMki  sh^fB»  Gobir  ya 

de  machte  Heirat,  sie  wurde  schwanger  (mit)  Hurenkind.   Oobir  er 
ylut/W       da  iia,  ya    kore     ta.  Wadanm  md-halbä  su   ka  ttmtthS 
wurde  somig  mit  ihr,  er  Tertrieb  sie.    Innige    Jiger  sie  haben  aufwiesen 

ta,  har  ta    Jutifa  gu-n  m.      Su     ka    tanhat/e  ta,    ta   gaya  mu  m, 
sie,  bis  sie  gebar  bei  ihnen.   Sie  Iiaben  gefragt  sie,  sie  ssgte  au  ihnen, 

to       ys-r       gobir         Taa,iu  ka        to,        ta    ka  ka 
sie  Tochtw  von  Gobir  ist    (vut,  sie  sind  gekommen,  sie  haben  g^eben 

pobir  kakmi,  ya  fSishe,  oa  ka  lifts^  §a  na  oon  ta 
GobUr  Geduld*,  er  beruhigte  sich*,  sie  haben  gesagt,  sie*  sind  liebend  sie 

«ML     Ta     ba        su.       To,  (ta)  aknna  wuri-n  tu.     Kan  an 
Heirat.   Er  gab  (sie)  ihnen.    Out,  (sie)  wohnte  bei  ihnen.    Wenn  es  war 

(iade,  SU      kern  zo,         su    yaida     gnbir.       A      kan  tshe, 

lange,  sie  pflegten  zu  kommen,  sie  grüßten  üol)ir.    Man  pflegte  zu  sagen 

mazn-n        fdrä         sun  :n.         Shi  ke   nan,     a      na  ts/mca 

Männer  der  FarS^  (wenn)  sie  kooiweo.    Es  ist  dies,  man  ist  sagend 

mazanfdräwä  kuma,  har  a  ka  tshe  zdnfarätoä,  su  ne,  su 
Maaanfara- Leute  auch,  bis  man  hat  gesagt  Zaniara- Leute,  sie  sind,  sie 


^  D.  h.  einer  von  ihnen  hat  sie  geheiratet. 
'  Sic  aajH^T!  zu  Gobir,  or  möge  Nachsicht  haben. 
Er  gab  sicii  zufrieden. 

*  D.  h.  einer  von  ainsn. 

*  Der  weiflen  Frau. 


166  Mtacmjcn;  ÜW  Sttleii  und  G«tMrineh«  in  Hann. 

ka       zdmna        raji-n     :nrnu  '\  kuma  au     ka         yi       gart  fiUna-n 
haben  gewohnt  Tal  von  Zunni,  auch  sie  hahen  s;emadit  Stadt  Nauie  von 

sa  hangOy  har  m  ka  tshika  yu-n  tum.  Ammä  gürmairä  kmca 
ilir  Banga,  bis  sie  haben  erfiillt  ( h  t  diesen.     Aber    Gunna  -  Leute  auch 

cm     tshe        asali-n  su      haiii,an-n      nc.    Säa-n      da  sarkt-n 

man  sagte  Vrsprung  von  ihnen  Hausaner  sind.     Zeit    welche  Köni^  von 

gobir  soba  ya  yi  kdrfT,  ya  tshe.  za  ya  ka*  yäki  har 
Gobir  Soba  er  wurde  mächtif^,   er  sagte,  er  werde  bringen  Krieg  bis 

haki-n  ma.  Shine,  ya     ketare      htara  da       yäki-n  sa, 

schwnvr.vs  Wasser  (Meer).   Er  ist .  er  überschritt  Niger  mit  Krieg'  von  ihm. 

ya  Je,  ya  yi  sansani  yu-n  nan.  Sua-n  nan  kmca  feji  iw. 
er  ging,  er  machte  Lager  Ort  du,>t  m'.    Um  Zeit  diese  auch  Wiitlnis  {esj 

TOf  daga  nan    miitane-n     sa     ba     su         tton  sua  ^ahd. 

ist.    Gut,  von    hier  Leute  von  ihm  nicht  sie  sind  liebend  gehen  vorwart*. 

Kuma  SU   na      (yi-n)       yawa-  n     xhmparwdrt,  ««   na      (yi-'O  i'uJa'indOf 
Auch  sie  sind  (n[  i(  lirnd)  Menge  von  Beratungen,  sie  sind  (machend)  Zaudern, 
har    ya  •ihma.  Ya      fmhi,       ya     täshi  ha 

bis  er  (es)  wiii^te  (erfuhr).     Er  wurde  zornig,  er  brach  auf  nicht  (ohne) 

shiri,  magudcmtdi  da  yawn  kuwa  mn    (aß  tshiätoa ,  gu      ne.  da 

Vorbereitung,  Sklavenjungen  viele  auch  .sie  gingen  (iras*,  sie  sind  eü.  als 

)m    ka  kämt,  ha    su      tarda   yäki  ba,  su   ka     zdmna  nan 

sie  sind  /.urückgekoaimen ,  nicht  sie  trafen  an  Heer,  sie  sind  geblieben  hier 

tar4      da        kuyanai-n      -     da     su    ka        taß     itatshF.  su  ka 
zusammen  mit  Sklaveiiiiiii  iLlif  a,  welche  sie  sind  gegangen  Holz  ',  sie  hahen 

auri         ßtnOj  ka     haiay(tfa,  sii     nf ,     <m  ka 

geheiratet  einander,  sie  haben  geboren  (viele  Kinder),  sie  sind,  sie  siud 

zdma  gürmawä     har    yau.    Ammä  myqi    kuua   an     tjiht ,  want 

geworden  Gurma- Leute  bis  heute.    Aber  Ingoi"  auch  ujnn  sagte,  gewisse«- 

ma-jidadi''-  -n       sarki-n      gobir  ne,  ya  na     ktmnä     da  yO'f 
Liebling  von  Konig  von  Gobir  ist,    er  ist  schlafend   mit  Mädchen  von 

baraya*-r  särki,  bai  gama  ba,  särkt  ya  so,  ya  gan  su. 
Schlaflimmer  von  Konig.  nicht  er  beendigte,  Ivunig  er  kam,  er  sah  sie, 

ya   tslie   rnu    su:     -^anu-n  ku   da    aiki.'*      Su     ka  täshi,  su 

er  sagte  zu  ihnen:  «Heil  euch  mit  Arbeit!«  Sie  haben  sich  aufgemacht»  sie 

*  Audi  Nane  oinaa  Bannifla. 

'  d.  i.  Heer. 

*  d.  L  Gorma, 

*  Um  Gras  zu  schueiden  t"Ör  die  Pferde. 

*  Um  Brennholz  zu  holen. 

*  daaaelb«  wia  Ui^^L 

^  Der  ma-ß-däH  ist  der  Liebling,  Vertrante  doa  Kfoiga,  gnvfSluilich  «in 
junger  hflbscher  Mann,  der  in  alle  R&ume  de«  KAnigs  Zotntt  hat. 

*  Die  ^-r  ban^  bewacbl  das  SchlaiiiHiwier  anfseeheDer  üaasaner. 


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Mimbucr:  Über  Sitten  nod  Gebrilmfae  in  HansA.  167 

duiaptit  na  Uhrnpas  •mgfgit  i'W"'  8u  ha  Mba,  m  hm  naa, 
alle,  sie*  sind  sageod:  •iogcNt  inggi*.*   Sie  sind  geflohen,  sie  beide  diese» 

M*    ha         jfSda         hff^^n    ,  m   ha      tdma    Virata,  hat 

sie  hiben  w^goworfen  Kleider  von  ilinen,  sie  sind  geworden  nackt»  bb 

t»    ha  Xaa-fi  fnam'   diZln  «mii-liaHio^  9a  ha     hau  imrorud^ 

sie  sind  g^^angen  auf  gewissen  Beig     Lohen,     sie  sind  gestiegen  Gipfel 

r     m,  SU    ha       jfi      dShi,  au    ha      tdama  iahaa,  hat  au  ha 
von  ibnit  sie  haben  gemaeht  Hans,  sie  haben  gewohnt  dort,  bis  sie  haben 

Aejlf     yä|ia.     Su   m,    ah»    tak$  mu  au      ^^'U  moM» 
geboren  Klndo*.  Sie  sind,  man  ist  siegend  sn  ihnen  Kinder  von  denen  die 

li^Uwa  t^^'•f^ysr>  Aar  ihmw  a  na  ithe  mu  au  vifigh 
sagten  ingoi-inggi,  bis  audi  man  1st  ssgend  zu  ihnen  Ingoi. 

Kannnhe-n  haüsatrn, 
2.  Länder  der  Hausaner. 

Daura  üa  iahe     tnea^t      kdsä   a  ha&aa  iuha^  Ua  tshe 

fDas  Laod)  Daura  es  ist  Mutter  von  Land  in  Uattsa  gftnz,  es  ist 

yäbi,^  ka-n  kdsä,  ta  yi  iyakä  da  haraa^  ts  yi  iyakä  da 
Gabi,  Kopf  von  Land,  es  machte  Grenze  mit  Bornu,  es  machte  Grenze  mit 

katama,  ta      yi      iyakä    da  azhin.      Ba    ta  da    yaaaa    htoaraif  ha 
Katsina,  es  machte  Grenze  mit  Asbin.    Nicht  es  (ist)    groß     sehr,  nicht 

ta  kuma  da  j^i  hcarai,  atsakatsaka  tshe.  Ämmä  iri-n  hausa-r 
es  (ist)  auch  mit  Wildnis  sehr,   Mittelding  (es)  Aber  Art  von  Sprache 

da       mutant -u  kasa-r  nan    ke        yi,      ita  tshe  tsn/ua  -  r  haüsa 
welche  Leute  von  Land  diesem  sind  sprechend,  es  ist    alte    Sprache  (unter) 
duka,  ämmä   sai  nan     daura       a     ke       yi-n  iri- 

allen  (Hausa -Sprachen),    aber    nur  hier  in  Daura  man  ist  sprechend  Art 

n     ia y     ha       a       koy^     ta        team       gitrare  ha,  sai    küxa    da  m 
von  ihr,  nicht  man  sprach^  sie  an  anderen    Orten,    our  nahe  mit  ihnen 

hwaroL    Kasa-l  danra     ahoi     abintshi  (da  arhd) ,  m     na     da  gero  ndgari 
sehr.     Land  Oaura  es  g^bt  Nabrnog  (billig),  sie  haben  (>ero'  gutes 

fHai*dSa,       an      itiia,    jfa       ß  gSFO^n      haiaa  duha 

sefamaekhaftes,    man   sagte,    es   Übertraf  O&o   von    Hause    alle  au 

dSäi'» /ura,  dmaiS  yommirAt-n  tAmakt^n 

Scbmackhaft^keit  beim  Füratrank,    aber    Menge    von   Getrink  von 


*  Der  ma-ß  dä^  und  die  ya-r  barat/ä. 

*  d.i.  Gegengruß  in  der  S.ingni-  odor  Sanwoi -Sprache. 

^  Es  ist  da.s  alte  G.ibi,  jenes  Ortes  in  der  Wildnis  nahe  hei  Bornu. 

*  D.  h.  es  ist  uicht  starii  bevölkert  und  es  ist  auch  kein  sehr  wildea  Land. 

*  W6rtli6h:  lernte. 

*  Eine  Art  Nsgerhine. 


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168  *      MiaciiLiCH:  Cbei-  Sitteo  und  Gebräuche  iu  Hau^a. 

9U  gtmhä  da     nöno.   Mutant -n  nan     ha    9U     da  rva 

ihnen,  roher  Gerokloß  und  MUch.  Leute  diese  nicht  lie  haben  Waner 
htarai,  sai  ritoöß  a     ke      sha,       su       kan  hdka 

sehr,  außer  (aus)  Brunnen  man  ist  trinkend,  sie  pflegten  zu  graben 
rt^iya   mat  -  surft  har  katnan  gabä^    süm,  käna  su         tarda  rua. 
Brunnen      tief     bis  gleich  Faden    60»   dann  stießen  sie  auf  Waaser. 
Köwane  gart     nßya     data  tske,  don  sai    an  tarü,       käna  a 

In  jeder  Stadt  Brunnen  einer  ist«  weil  nur  man  sich  versammelte»  dann  ist 
ke  hdkatca.     Su    na  J^-f*  nua-n     nan    da  manya-manya-n 

man  grabend.  Sie  sind  siebend  (herauf)  Wasser  dieses  mit    sehr  großen 

fDasüka. 
Ledereimern. 

Kasa-r      auyo    ta    na  mak^täka    da    daura.     Da     färi  stm 
Üas  Land  Auyo  es  ist  benachbart  mit  Daura.     Zu  Anfang  sie* 
yi  maldka  ktcarai,       dmmä  yanzu  sun    lälaLihf .  Tsöfafx-n 

regierten  (ganz  ilaiisa)  sehr  streng,  aber  j>t7.t  sie  verkamen.  Aite 
gdrürukd-n  duka  sun     snma    knngny^.y  har  su,  iri*-n 

Städte  vou  ihnen  alle  sie  wurden  UuineOf  bis  sie.   Nachkommen  von 
mutant -n  mtyo-n  nan  mn        kare*       yanzv  shaürä'^  kadan-kadan.  Tshikm 
Leuten  von  Auyo  diese  sie  starben  aus  jetxt  bis  auf  sehr  wenige.  Im 
kasa-r  auyo  nf,  Jindeja   ta  ke.    Amniä  himi-n    auyo  yanzu     ha      a  ß-n 
Land  Auyo  ist,  Hadeja  es  ist.    Aber  Festung  Auyo  jetzt  nicht  man  hört 
fHtnO'n       M,     aüyakawä    yanzu  xwt    L<>iyaishe ,       ha     .'ni      dn  kömL 
Namen  von  ihr,  Auyo  Lt  ute  jetzt  sie  sind  verarmt,  nielit  sie  hüben  etwas. 
Kaxa  -  r  hatsina    ita  Ui        fi         kd.sa.<h^ -  n      hnäsaicä  duka  yawa 
Land  Katsina  es  es  fibertraf  Länder  der  liausaner  alle  an  Grüße 

da  färi.  Ita  tshe,  ta  yi  iyakä  da  kdsasKe  hakoi,  ta  yi  iyakä 
/.II  Anfnng.    Es  ist,  es  machte  Grenze  mit  Ländern  sieben,  es  macht«*  (irenze 

da   azbin ,    ta      yi       iyakä    da   harm ,  ta      yi       iyakä    da    gofnr ,  ta 
mit  Asbin,  es  machte  Grenze  mit  Bornu,  es  machte  Grenze  mit  Gobir,  es 
yi       iyakä    da   zan/ara,  ta       yi      it/nkä    da    nufe,  ta       yi  iyakä 
machte  Gien/e  mit  Zanfara,  es  machte  Grenze  mit  Nufe.  es  nmchte  Grenze 

da  zazaUf  ta      yi      iyakä    da  kano,  dmmä  ta  na  jf^znzf'/krj 
mit  Zazan,  es  machte  Gieir/.e  mit  Kano,  aber  es  hat  liiibewohute  Gegenden 
da  yatca,  kttttia  tsairo  gare   ta      ba    ta   da    ,fädT,     ta       ß  yatca 
viele,  auch  Länge  mit  ihm  nicht  es  hat  Breite,  es  übertraf  an  Größe 


'  gahä  Maß  der  atisp^estrccktpn  Arme,  von  der  Spitae  dea  einen  Mittel'» 
fingers  bis  zur  Spitze  des  anderen,  Kiatler. 

*  die  Auyo -Leute. 

*  M  Art,  Gesdileeht,  Stamm,  Basse. 

*  wSrtl.  endeten. 

*  duaiMt  Rest,  das  flbrige;  gewShnlieb  «aar«.  (AfsIi.) 


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Mucbuch:  Über  Sitten  und  Gebräuclie  in  Hausa. 


169 


tsakäni-n  kudu  da  yamma,  hm  (da  färi)  day  a  btrrü'n  katsina  har 
swiachen  SOden  und  Westen  S  seit  (Anfoog)  von  Festung  Kststoa  bis 
kqlarkmhi  hir  kunhwthi  har  hmi  har  hena  hnr  kqtanknro  har  kuyanbana 
Kotsrkoshi  bis  Kunbisbi  bis  Bini  bis  Bens  bis  Kotankoro  bis  Kiiyanbana 
har  kmharki,  tshiki-n  dütoartoäiri'H  nan  Adta,  har  tcanba  har  kamuku 
his  Kusharki,  in  Bergen  diese  alle,  bb  Wanba  bis  Kainuku 
duka,  dmmä    halske-n       tu    kaman  na  kanavcä 

alles  (Land  Katsina),  aber  Sprache  von  ihnen  wie  von  Kano •Leuten 
ne,  har  düu}ancätsi-n  nan  na  kiia  da  dakarkari  /lar  him  da  lasa  -  r  yatcüri 
ist,  bis  Befge  diese  von  nahe  bei  Dakarkari '  bis  nahe  von  Land  Yawüri  ^ 
daka  \-asn-r  katstna  tshe.  Ämmä  daga  äreva  da  bimi-n  katsina  bähu 
alles  Land  Katsina  ist.  Aber  von  Norden  von  Festung  Katsina  da  ist 
KStoat  1b5  gönä  &ä5ti^  jyi  ne  har  jVAn**-«  bimi-n  nutradi.  Da 
niehts,  sogar  Feld  nicht,  Wildnis  ist  bis  nahe  von  Festung  Maradi.  Zu 

färi     bimi-n  katsina  shi  ne   kasüa-r    ha^  duka,  dmmä  jfontm  hmo 
Anfang  Festung  Katsina  sie  ist  Markt  von  Hausa  ^uis,  aber  jetzt  Kano 
tshe  kasüa-r    haiio,  Kasa-r  Katsina  ia  na  da      dätca      hoatai   da  gera 
ist  Markt  von  Hausa.   Land  Katsina  es  hat  Ouiueakom  sehr   und  Gero 
mm'l^,ya      ß  na       kano,  kasa-r  nan  kuma   ha    ta  da  kishincä. 

gutes»  es  übertraf  das  von  Kano,  Land  dieses  auch  nicht  es  hat  Durst. 

Akoi     ruwamd  «-a      sha ,      u>asu  gärürüka  su  na      sha  riwößj 
Ks  gibt  Wasser  sum  Trinken ,  einige  Stidte  sie  sind  trinkend  (aus)  Hninnen, 

tcasti     ktnoa        raßdea,  A  kasa-r  mm       akoi       birane,  akoi 

andere  wieder  (aus)  Flüssen.    In  Land  diesem  es  gibt  Festungen,  es  gibt 
aagundi ,      su    ne  kauyuka,    akoi    mäguzätoa*  kasa-r  katsina  da  yatea. 
oflTene  Städte,  sie  sind  D6rfer,  es  gibt  miguxiwa  im  Land  Katsina  viele. 
Ammä   mütan^-n  kasa-r  nan    su    na        rma  kmea      kxtarai ,  su 

Aber   Leute  von  Land  diesem  sie  sind  verachtend  Jedermann    sehr,  sie 
na  da  ffirma  -  n  kai ,  SU    na     duha      haüsatcä  dukakaman     bät/i-n  <m 
sind  hochmütig,  sie  sind  ansehend  Hausaner  alle  wie  Sklaven  von  ihnen 

me,      SU    na    kuma  da      son     fdda,     don       ha      vi     son,  a 
sind,   sie  sind  auch  mit  lieben  Streit,  denn    nicht  sie  lieben,  man 

rsna  su,  dmmä    hausa -r       su      ha    tn      y»  yawa      ha,  sfti 

DiOge  verachten  sie,  aber  Sprache  von  ihnen  uiciit  sie  breitete  sich  aus,  außer 


'  D.  h.  es  dehnte  sidi  von  der  Stsdt  Katsina  nach  Sttdweiten  aus. 

*  S&Dg.  fo'dster»,  sin  Volksrtsmia  svriseben  Zan&ra  und  TawärL 
'  Oder  Yanri,  an  mittleren  Niger. 

*  ßki  Körper. 

^  Sing,  ha-mägüje.  Mäguzäica  sind  heidnische  Hauaaner,  die  mit  islamischen 
Uausaneni  in  denselben  Stidten  wohnen,  jedoch  in  getrennten  Quartieren,  deren 
Sitten  und  OebFlnehe  angenommen  haben,  sich  kleiden  und  loßerilcli  gans  leben 
wie  Muslims. 


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170  Mjschlich:  Über  Sitten  and  OebrSuohe  in  Hansa. 

nan     kal.nna       a     kfi      yi'ft       ta  kadai.    To,     mütan/-n   kaO^ina  k'tn 
hier  in  Ivatsina  uian  ist  sprecbend  »ie  uur*    Gut,  Leute  von  Katsina  wenn 
mn    tafi  \t>ixni  gitri,  kan    an       laha      dam  ttMkm  sr/ ,  m 

sie  gingen  an  irgendeinen  Ort,  wenn  man  aorQhrte  einen  von  ilinen.  sie 
kan  tarü,  stt  dttka  stf       yi       mbabT,     ha     su  kuma 

pflegten  sich  zu  vereinigen,  sie  alle  sie  machten  Streit,  nicht  sie  auch 
tforo-n  sdrakuua-n  mt  ktrarai,  dmmä  kan  mn  taß  uxunt 
fürcJiteii  Könige  von  ihnen  sehr,  aber  wenn  sie  gingen  in  irgend  welche 
garSrt'tka ,  .m  na  yaho-n  sarakfina-n  katsma.  Kasa-r  nan  su  na  dn 
Städte,  sie  äiiul  ])reisend  Könige  von  Katsina.  In  Land  diesem  sie  haV>eu 
atcakai  da yawa.  Mütane-n  kasa-r  nnn     kuma    ha     su  kuld  da 

Ziegen    viele.    Leute  von  Land  diesem  auch  nicht  sie  kfimmei-ten  sich  um 

ado^         ha.       Da  yatca   su  na  da     abi-n        ndn.        ha    m  yi 
hübsche  Kleidung.     Viele     sie  haben  Geld  fiir  Kleidung,  nicht  sie  machen. 
YaUHZntshi-n   su     kuma      ba     su    da  röxca. 
Viele  von  ihnen   auch    nicht  sie  sind  geizif». 

Kasa-r  kano    kuica  ta  na  da  olhnrka,  ta  na  kuma  da   mutans  da  yaxca,  ta 
Land  Kano  auch  es  ist  gesegnet,  es     auch  hat  Lenie     vide,  es 
ß       kaUiina ,    ta  girkü ,  ha  ta  da     j^i.        Birni-n  k'^rut 

übertraf  Katsina''',  es  war  gleichmäßig'',  nicht  es  liat  Wildnis.    Festtinj^  l\ano 

t'saka     t/a  ke ,  kö-enä  ka^ta-r   nan    ta  kncayr  shi ,     gäbas  da 

in  Mitte  sie  ist  (gelegen),  überall  Land  dieses  es  inngah  sie,  im  Osten  und 

ydmma,     ktidti    da     drewa.      Ta  na  kuma  tshike  da    mütaue.     Ta  yi 
Westen.  Süden  und  Norden.    Sie  ist  auch   voll  mit  Leuten.    Es  machte 

iyakä  da  hämo,  ta  yi  iyakä  da  katsina ,  (a  yi  iyakä  da 
Grenze  mit  öornn,  es  machte  Grenze  mit  Katsina,  es  machte  Grenze  mit 

hautshi ,  tn  yi  iyaka  da  sazau ,  su  ne  zage-zaye.  Kasa-r  Kano 
Bautsiti,  CS  machte  Grenze  mit  Za7.au.  sie  sind  Zazau- Leute.    Land  Kano 

ta     na  da  abinl<ihi  da  yau:a,  dmma     däxca        ta       ß  yaica ,        su  na 

es   hat   Nahrung    viel,    aber  Guineakorn  e,s  übertraf  (an)  Menge,  sie  s;ind 

ts/te    ma   iri-n  däwa-l  su    kdura,  su  na  kuma    da  trfll> 

sagend  zu  Art  von  Guineakorn  von  ihnen  Kaura,  sie     auch  haben  lioiütcn 

dla  yatm  da       yedd.  Akoi      icnsu  yarürüka  a   kasa  - r  kano     a -na 

viel    und  Krdnüsse.     Ks  f^ibt  einif^e    Städte    im   Land    Kano  man  ist 

yi-n      alkdma.       har*         rcani     yarJ       sUna-n     sa    bayüi ,  a  nan  a 
pflanzend  Wei/.en.  besonders  gewisse  Stadt  Name  von  ihr  Bagöi,  hier  lhau 
ke       yi  ♦  n       alkdma  da  yaxca.      Akoi       bäbä      kasa  -  r     kano  da  yaica .  ta 
ist  pflanzend  Weizen   viel.      Es  gibt  Indigo  im  Land  Kano    viel,  es 

1  adS  Omunent,  Venieniiig,  dam  «neh  vonittte,  bObadM  KleUnng. 

*  Stifter  bevölkert  ab  Katoina. 

'  Etwa  so  lang  wie  breil« 

*  Aar  wörtlidi:  bis. 


Mmchucq:  Über  Sitten  und  Gebräuciie  iu  Hansa.  171 

fi     ka»a-r  AaAsa  dnka     bäbä,       mAtam4-n  kano  Btm      it/a  rini 
übertraf  Land  Haus»  «Ues  ao  Indigo,  Leute  von  Kano  aie  konnten  f&iben' 

ßemtroi.      Akoi  imMjya*»  Unm       kasa-r     kann  mami-kaituwai ,  wadanau 
sehr.     Es  gibt  grofie    StSdte     im  Land  Kaao  mit  MIrkten,  einige 

k(isutDai  SU    na     mugSma      daia-daia,   wadaniu  kmca  su    na  mug&na 
Märkte  sie  sind  aussetzend  einen  (Tag)S  einige  auch  sie  sind  auasetsend 

biu-biu,    domo  kasua-r    himi'n    kano    ha    la  W  mugama.     A  kasa-r 
2  (Tage)'!  sber  Markt  von  Stftdte  Kano  nicht  er  setzt  aus.    Im  Land 
kano       babu    gari-n,     da         häbu  kdrö/t        sai  ßtJcankdne 

Kano  ist  keine  Stadt,  welche  nicht  hat  l«lrbergrube  ander  nur  kleine 
kmirai.      Akoi     matä    a  ka.sa  -  r  kano,     da      ^r/     ka       igo  «frä^ 

sehr.     Ks  gibt  Frauen  im  Land  Ivano«  welche  sie  haben  gekonnt  spinnen 

kwarai.  Kasa-r    kano    akoi    guäza    mänj/S'indnjfä,  akoi  dankdli, 

sehr.  Im  Land  Kano  es  gibt  guSxa^  sehr  große,  es  gibt  s&ße  Kartoffel, 

akoi  rngö    mai-kiOf  eäsoi                      mvrüt^hT,  akoi 

es  gibt  Kassada   gute,   es  gibt  junge  Wursein  der  FicherpalmeS  es  gibt 

rizyä,  akoi        albdsa  mdngS^nidnjfä  da       gautä        da     tamSiwr  da 

rizgi%  es  gibt  Zwiebeln     große  ■    und  Eierfrüchte  und  Tomaten  und 

tugdnd^,  daka  kutva  da  arhd.  A  kasa  -  r  kano    akoi  thänu 

großscliotigen  Pfeffer,  alles  auch  billig.    Im  Land  Kano  es  gibt  Rindvieh 

da  gawa  da   tumakdi  da    atoakdi.      Akoi       tajirai,        akoi  mdtsiyata 
viel    und  Schafe  und  Ziegen.    Es  gibt  reiche  Leute,  es  gibt  arme  Leute 

kwarai       ma  •  au  •  immokardi,  ämmä  kasa-r  kano  ta      ß  kdsasM-n 
sehr  Besitzer  von  Lumpen,   aber  Land  Kano  es  übertraf  Länder  von 

hoAsa  duka  tskutä,'  don  haka  ma-UkaifS  au  kt  da  f/aiva  a  katthr 
Hausa  alle  an  Krankheit,    deshalb     Kranke  sie  sind    viele    in  Land 

nan,  kutate  dagatea  da  giragS  da  nudtitfi  da  ma-kaakaiS  da 
diesem,  Auss&tzige   viele    und  Lahme  und  Blinde  und  Verrückte  und 

mo'O»  AiMiteK'  da      ttäuiage        ma-su  taßa     m    na  tabasda 
Bucklige      und  Blfidsinnige    Herumgehende  sie  lassen  herausfließen 

miyau.  Garürüka-n    kasa-r  kano   duka      akoi     ma-tshutä  su  na 

Speichel.     In  Städten  von  Land  Kano  allen    es  gibt    Kranke    sie  sind 

kieänä       kasuitdi     da  yaiva ,   han    kasua  la  wat.se,         su  su  na 

schlafend  auf  Mäi'kten    viele,    wenn  Markt    er  sicli  /.erstreut,  sie  sie  sind 

*  Bfam  mid  schwarz. 

'  0.  h.  an  jedem  zweiten  Tag  wird  Markt  abgehaltan. 

*  D.  h.  an  jedem  dritten  Tilg  wird  lübrkt  abgshsitett. 

*  Wörtlich:  yi-n  zdrevaaxkuaa  FAden. 
'  eine  eBbare  Wurrel, 

*  Dieselben  werden  gogeaaen. 
'  Eine  Art  sflße  Kaitoffid. 

*  D.  i.  Markdente. 


172 


MiacRLicn:  Über  Sitten  und  Gebrlndie  in  tbaaä. 


nan,  kaman    <jida-n        Kit      ke   ncau    Matshuta-n  rum  wadoMu  tu  na 
liier,   wie   Haus   von   ihnen  ist  hier.       Kranke    diese    einige    sie  sind 
ja-n(/indt\,  wadansu  su    na       dofjarn         mndüna.     Haka  tshikm  bimi-n 
kriechend,    einige   sie  sind  sicli  stutzend  anf  Stöcke.     So      in  Stadt 
kano      köymtshe        nkoi     mahaukafä      keuua      da  yawa ,   nan   m  ke 
Kano  zu  jeder  Zeit  es  gil)t   Verrückte  auf  Markt      viele,     hier  sie  sind 
kwänä.      Makafi     nnfjutm  -l      m      daban  Lshe ,  bäyan      wani  düLti. 
schlafend.    Blinde  Quartier  von  ihnen  anders  ist,  hinter  gewissem  Hügel, 

da  kc  t^hikin  bimi-n  kano,  süna-n  sa  daJn .  anguwa'V  nan  ta 
welcher  ist     in      Stadt    Kano,  Name  von  ihm  Daia,  Quartier  diesem 

yi  kaman  toani  gart  karämtf  har  akoi  sarki-n  makafi. 
machte  wie  irgendeine  Stadt  kleine »  sogai'  es  gibt  Uiuptling  der  Blinden. 

Mu    na      yära,    mun  «m     t»h&f         wata  rwiä         an  kirga 

Wir  sind  Kinder S  wir  hörten,  man  sagte,  an  gewissem  Tag  man  ziUte 

make^'n  tsMkin    bimi-n  kano,    a»    ha    Uhe  aifen  <iä 

Blinden     in       Stadt  Kano,  man  hat  gesagt   zweitausend    sind  uad 

dort  iiku,    mdwä    da    m&B,     y&tt    da      min^      Anmä  kutan 
dreihundert,  Hinner  und  Frauen ,  Kinder  und  Erwachsene.  Aber  AustAts^ 

kmea  aagmoa't  m  h&ta  da  pda-n  am*  na,  atu*  na  ntak^jkalka 
auch  Quartier  von  ihnen  nahe  bei  Haus  von  uns  Ist,  wir  sind  benachbart 

da  SU,  ahoi  au  harjfonau.  Kuam  a  Jkua-rkano  akoi  m^fogu'» 
mit  ihnen,  da  sind  sie  bis  jetct.    Audi  im  Land  Kano  es  gibt  bSse 

mUaaS  da  yatea,  bdrayi  da  maau'haffS 
Leute     viele,     Diebe  und  solche,  die  ihre  Sdiuldeo  nicht  frdwiUig 

da  mia»u*ratM-n  k^a^  da  mäS  karmodi,  wadanda      aa  ka 
befahlen  und   schamlose  Leute   und  Hurmflrauen,  welche  sie  haben  sidi 

ki  yi-n  aüre.  Mütam-n  kano  su  na  da  tsoro-n  sdrkT  kwarai,  ka» 
geweigert  zu  heiraten.  Leute  von  Kano  sie     (Itrchten  König   sehr,  wenn 

sdrkT  ya  yimagdna,  duka        jiki-n         mütane     ya    kern  yi 
König  er    sprach,    allen  Körper  von  Leuten^  er  pflegte  zu  machen 

tnakerketa,  duka  SU  kan  ji  tsdro,  srt  kan  yarda  damagdna-n 
Schuttein,  alle  sie  pflegten  sich  zu  fürchten,  sie  pflegten  %n  folgen  Wort 

nan,      yära     da       mdnyä.         Kasa-r  kario   duka  mütane  *in  da 

diesem,  Kimler  und  Erwachsene.    Im  Land  Kano  aile    Leute   sie  siml  mit 

sanaöif  kötca  da  tn  sa,  kö  da-n  särkt  ne,  har  da  mäiamm  dvka. 
Beruf,  jeder  mit  seinem,  selbst     Prinz      ist,  sogar    Priester  alle. 

^  Wörtlich:  aie  ziehen  Hinteren. 

*  als  wir  Kinder  waren. 

*  Haua  des  bnam  Umam. 

*  K&per  von  allen  Leuten  er  pflegte  su  machen  Scfafltteln,  d.  h.  alle  Lssle 


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filuciiucii:  Ober  Sitten  und  Gebräudie  in  Hause.  173 

JToea-r  kam     a  i»  gkrmama     hM,       a   nakS  ^    abmiM,  a 
Im  Lnnd  Kano  man  ist  ehrend  Fremdling,  man  jpbt  ihm  Nahrung»  man 

namimaia  $ki,  km  ya  yi  kMwie,  a  nagä/aremmm*  AmnSu 
fvenA  sidi  mit  ihm,  wenn  er  sich  verfehlte,  man  ▼«igibt  ihm.   Aber  im 

kasa-r  kano  kogi  claia   tie,  shine,    a    ke  tshrwa     kogi-n    udil,  süna-n 
Land  Kano  Fluß  einer  ist,  er  ist,  man  ist  sagend  Fluß  von  Udil,  Name  von 

yart    >ie   a     bäki-n    koyi-n  nan. 
ötadt  ist  an  Ufer  von  Fluß  diesem. 

Kasa-r  gobir     kim     ha    ta  da  gaica,  nmmä  .tun  y%  maldka  dä, 
Land  Gobir  auch  nicht  es  ist  groß,   aber  sie  regierten  anfangs, 

kdsas/ie  da  yawn  .tt/n      bi       m.       Ta      yi       iyakä    da  azhin ,   ta  yi 
Länder    viele ,    sie  folgten  ihnen.    Es  machte  Grenze  mit  Asbin,  es  machte 

^folM  da  kabi,  As  yt  iyakä  da  zanfara,  la  jft  ^yoAä  dm 
Qreone  mit  Kebi.  es  maehte  Qrense  mit  Zaniara,  es  machte  Grenae  mit 

katsma.  Kasa-r  gobir  akoi  kögimgima,  don  haka  ta  ke  da  fkink^S 
Ki^aina.    Im  Land  Qobir  es  gibt  Flfisae»    deshalb   es  ist  mit  Reis 

da  k^ojfe  JKporai.  ÄmmSyanm  monjyia-»  it^ffg^M  garSriikthn  gtAir  duka  atm 
und  Fiaehen  sdir.    Aber  jetat  große     alte   Sttdte  von  Qobir  alle  sie 

iSoM»,  aai  MbdÜt  da  an  ^  ^  SakaloMkmkata'r  gcÜr 
aeratftrt,  nur  neue  welche  man  hat  gemacht.    Sokoto  in   Land  Oobir 

pa  ke  da  »unm.   Ammä  gohinnoS    «m      fi         iri'n  ha^ktauä 

es  ist  und  Wumo.  Aber  Gobir- Leute  sie  Qbertrafen  Stimme  der  Hansaner 

daka  jfSd,     kan    jfSki-n      tu  jfa      hatski,        a     kam  kaake 
«Heim  Kriegt  wenn  Krieg  Ton  ihnen  ergingverloren,  man  pflegte  au  töten 

Ml  dayatca,  don    ba   an    gada   ma$a»    .8»  kama  tu  na  da  ß-n 
de  viele,  weil  nicht  sie  fliehen  schnell*  Sie  auch  sie  aind  mit  hfiren  auf 

magäna-r  sarkt,  dmmä  ga-n  tärkt  su  na  yi  ma  sdrkt  täwäye, 
Wort  des  Königs,  aber     Printen     sie  madioi  dem  König  Aufruhr, 

kuma  yäya-n  särki  matä  ba    m   tsöro-n     sdrki.     Aaunä     kasa-r  su 
atich     Prinaessinnen   nicht  sie  (tlrchten  König.     Aber   Land  von  ihnen 

da     lä/ia,        ba      .su      da         tshuta     da  yawa  .sai    katüm,     saidai  ha 
ist  gexund,    nicht  sie  haben   is.rankheit     viel    nur  wenig,  jedoch  nicht 

tajirai      da  yawa   gobir.       Su    na  kuma  da  mägungüna  kasa-r  nan 
reiche  Leute    viel    in  Gobir.    Sie  sind  auch  mit  Arzneien  in  Land  die^sem 

da  yawn  mn.^t  kaman  tsäfi.  Abintshi-n  su 

viel   srilrhc  vvelclie  gleich  den  Fetisch  verehrend    Nahrung  von  ihnen 
mat-yatca  xhinkafä  da     gero     da  kifx, 
viel       Ueis    und  Gero  und  Fisch. 

'  Wenn  sie  Arzneien  herstellen,  wird  daneben  zugleich  der  Fetisch  verehrt 
in  dem  Glaaben,  die  Arxoei  werde  dadurch  wirkungsvolle. 


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174  Mischlich;  Ober  Sitten  und  Gebräuche  iu  Hausa. 

f 

Ammä  kasa-r  kabi    kua   ita    ha     ia  da  /tai  J^ß-^ 

Aber  Land  Kebi  auch  es  nicht  es  hat  Wildnis  außer  Wildnis  von 
fogay        ffti-n  giskirT.  A  kasa-r  kabi     gu^n  gishin   bin    ne,  dafofi 

Poga,  den  Orl  de«  Salzes.    Im  Land  Kebi  Orte  ▼nn  Salz  2  sind,  Foga 
a      kan       IrA«     ma    m««  giihiri-n  nan    da-n  yalu,     sTma-n  gart 
man  pil^e  zu  sagen  zu  Art  von  Salz  diesem  da-n  yalu Name  der  Stadt 

ne,  nan  a  ka  ;/i  keuüa-l  gishiri-n  nan  daJSri,  da  kuma  guru 
ist,  hier  man  hat  gemacht  Markt  von  Salz  diesem  zuerst,  und  auch  Sora 

a      kan       t$he     ma  iri-n    m  da-n  svrU,   ^na-n     gan  Kasa-r 
man  ptlegte  zu  sagen  zu  Art  von  ihm  da-n  Suru,  Name  der  Stadt  ist.  I^nd 
kabi  ta  na  da    kogi  mai-/adäma   baha.      A  nan    a    ke      yi-n  shmkäfä 
Kebi  es  hat  Fluß  mit  Siunpf  großem.     Hier   man  ist  pflanzead  Beis 

dayawa,  a    na  kuma    kSma     ia§bj/S  kntarm.     Kasa-r      unn  kua 
viel,    man  ist  auch  fimgend  Fische    sehr.     In  Land  diesem  auch 

in'-i»  haiBie-n  gobir  su   ke     zantshe    da  thL    Ta     yi       ij/akS  db 
Mundart  von  Gobir  sie  sind  sprechend  mit  ihr.    Es  machte  Grenze  mit 

sanwai,  ta  yi  ^ftdtS  da  ymotri,  ta  yi  ^oitö  da  ta^ara,  ia 
Sangoi,  es  machte  Grenze  mit  Yawuri',  es  machte  Grense  mit  Zanfiu«,  es 

jfi       ^fokS    da    gobir*   Gu^n  da     a    ka    gma    tahao,  nan  m 

machte  Grenze  mit  Gobir.    Ort  wo  man  hat  gebaut  Sokoto,  hier  ist 

ma-gama-r  kasa-l  kabi  da  ta  gobir,  dm  haka  wadansu  mAtane 
Zusammenkunft  von  Land  Kebi  und  von  Gobir,    deshalb     einige  Leute 

SU  ke  tshewa,  sakoto  rabi-n  so  gobir  ne,  rabi-n  sa  kabi 
sie  sind  sagend,  Sokoto  H3lfte  von  ihm  Gobir  ist,  Hälfte  von  ihm  KeW 

nf ,    ita    haka  ha  tif,  knsn -r  gobir  tshs  duka.    Amma  budinoii  t^hiki-n  kasa-r 
ist.  nicht    so     isst,  Land  Gcjbir  ist  alles.     Aber  Boditiga     im      Land  von 

kabi  ta  ke  da  je(ja  da  gandu.  Baba-n  gari-n  kabawä  na-jün 
Kebi  es  ist  und  .Ie<^a   und  Gandu.    Grolle  Stadt  der  Kebi-Leute  erste 

ga     lälatshe ,    ganzti   ba     kowa  tahikin  sa.     Ya      na       nan    ki'ixn  dn 
sie  ist  zerstört,  jetzt  nicht  jemand    in    ihr.    Es  ist  (von)  hier^  nahe  zu  dem 

s'urami    kn    stlami,    süna-n  kordma  tshe.     Mutant -n  kabi  kua  sim  iyn 
Surami  udrr  Silami,  Name  des  Baches  ist.  .  Leute  von  Kebi  auch  sie  konnten 

aiki-n  shitik^ä  ktoarai  da      au,     kuma  su  na  da  mäyunguna  iri-iri, 
Arbeit  von  Beis   sehr  und  Fischen ,  auch  sie  haben  Medizinen  verschiedene, 

masu  kaman  tsäß  da  yawa.  Su    na  kuma  yi-n 

solche  welche  gleich  den  Fetisch  verehren  *   viele.   Sie  sind  auch  machend 

'  Kind  (der  Stadt)  Yalu. 
»  Yauri. 

*  Es  ist  von  hier,  d.  h.  von  dem  Ort,  wo  die  erste  Stadl  der  Kebi- Leale  stand. 

*  Wenn  sie  Medizinen  herstellen,  wird  daneben  zpgideh  der  Fedsdi  versbi^ 
in  dem  Glauben,  die  Medoia  «erde  dadnreh  wiiknngsvoiler* 


Miscuuch:  Über  Sitten  und  Gebräuche  in  Hausa«  175 

magdna      kaman         xcaütä,      nvimä    fa     sun        ß  tri-n 
iltprache  gloichwie  Dummheit',  aber  jedoch  sie  QbertrefTen  Summe  der 

hduMmS  dnka  gaskia,  kan      mtäumti-n    kaÜ  j/a  ffq^  ma 

UauMDer  alle  an  Wahrheit(s- liebe),  wenn  Mensch  von  Kebi  er  sagte  tu 
ka     magdna j     rike  ta,        gaskia        ishe.    Su     ba  yo'n  A-a,s-tia'  ha 
dir  ein  Wort,  luUte  es,  Wahrheit  (es)  ist   Sie  nicht    Händler  sind, 

dem  haka       kasa-r        su  bäbu       yatca-n  kasutcdi,  ba     su  iya 

deahiüb  im  Land  von  ihnen  es  gibt  nicht  viele  Märkte,  nicht  sie  können 

saye  da  sayervoa^  ba.  Su  dai  masu-aiki-n  faddma  ne,  wadansu  kua 
kaufen  und  verkaufen.    Sie  nur  Arbeiter  von  Sumpf*  sind,  einige  auch 

tu     na      (yi-  n)      yaki,   dmmä  su     na    glrmama  maUtmdi.    Tun  da, 
sie  sind  (machend)  Kri^,  aber  sie  sind  ehrend   Priester.    Seit  Anfang 
kuma    kasa  -  r      ««      ba         taßrai     da  yawa,  dmmä   dkoi  abmtshi 
auch  Land  von  ihnen  nicht  reiche  Leute    vid,    aber  es  gibt  Nahrung 
arhd  mat- dädi   kua.      Kasa •  r     nan     bäbu      tshutä     da  yawa,  don  haka 
billig     suß*     auch.     In  Land  diesem  nicht  Krankheit    viel,  deshalb 

ba  ma •  tshuiä  tihiki-n  ta  sai  hadern,  ma-ka/1  kadan  ne  a  kasa-r  kabi, 
nicht    Kranke     in    ihm  außer  wenige,  Blinde  wenige  sind  im  Land  Kebi, 

haka      kutan f       haka   güaragüf  kuma  masu-ggma 
ebenso  Auasitzige,  ebenso  Lahme,  auch  solche  mit  geschwollenen  Hoden 
kadan    ne.      Kasa-r     nan     kua    su    na     ts6ro-n        tshutä,  kan 
wenige  sind.    In  Land  diesem  auch  sie  sind  fürchtend  Krankheit,  wenn 
Sti     ka        ga       mai-mugunya-r      tshutä,     su      kan  tsordta 
sie  haben  gesehen  jemand  mit  buser  Krankheit,  sie  pflegten  sich  zu  furchten 
kwarai,  su    na    gudu-n  sa.     Kasa-r     nan     kua     kan  mdLshe  ta  yi 
sehr,  sie  sind  fliehend  ihn.   In  Land  diesem  auch  wenn  Frau  sie  machte 
fnrkä,  a     ka  shina ,  a        knn  yi         ma  fa 

Uurerei,  (wenn)  man  hat  erfahren  (es),  man  pflegte  zu  machen  für  sie 
zanhö*      kwarai,     haka     kuma,       Uganda  ya       yi       tsörn  git- 

Schimpflied    sehr,    ebenso  auch  deoy^lscn,  weicher  er  fiirchtete  Ort 

n  yäki. 
von  Kri^. 

Ammära»/)     ba  shi  da  kam    da  bau,    dnka  sai    a     tshf  kasa-r  kano. 
Aber  Rang '  nicht  es  hat  Land  anderes,  alles "  nui*  man  sagte  Land  Kano. 


''■  Bier  »  mit  raaher  Stunine  und  in  laaggezogeneti  Silben. 
>  Wörtlich:  Kinder  des  Marktes. 

*  gemeinsamer  Ausdruck  filr  »handeln-. 

*  D.  h.  sie  pflanzen  Sunipfreis  und  treiben  Fiachiang. 

*  D.i.  wohlschmeckend. 

*  mmbö  (arab.). 

'  d.L  lebclgeboraner  Sohn  von  Bawo. 

*  d.h.  Land  von  Bano  und  Kano. 


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176  MisauM»:  Über  Sitlwi  md  GebrilDeha  in  Hmim. 

« 

AmmS  zazttu    kua  ita  t^hp  ham-r      zdgezdge^,      ta  na    da  yatta 
Aber  Zazaii  auch  es  ist  Land  der  Zazau- Leute,  es  ist  mit  Meng« 

ktcarai ,    dmmä   akni      mütatüg  ma^i-fädi-n  teata 

(es  ist  groß)    sehr,    aber   es  gibt  Leute  solche   die  sprechen  gewisse 

magdna  daban  tshikin  kasa-r  natu  Ta  na  da  kSgungima  da  dütodUm  kmm 
Sprache  andere    in    Land  diesem.   Es  hat    FlQase  und    Bei^e  audi 

liiUiliMi  ta  dayamtknani*  BtAd^n    gari-n      Mt    m  zaria,  Kon^r  mm 
in    Ihm    vide    sehr.    Große  Stadt  von  ihnen  ist  Zaria.   Land  dieaet 

ta  ktwojft  ffofi-n  nan  gdbat  da  ffdmma,  Mdb  da  dhwo.  Äwmä 
es  umgibt  Stadt  diese  im  Osten  und  Westen,  SQdeo  and  Norden.  Aber 

daga     woJ^'U       küdu  ta      ß  ymca,      dm       «^-m  ta 

von  Richtung  Ton  SOden  es  Ohertriffl  an  Menge,  denn  die  Riditnng  sie 

shm/iflü  har  kuk^  liar  (fitäta  har  kaß  hrtr  kogdrko.  Kasa-r  :a:mt 
dehnt  sich  aus  bis  Kuker  bis  Gitäta  bis  Kafi  bis  Kogarko.    Das  Land  Zjuaii 

ta      yi       iyakä    da    kano,    ta      yi       li/akä  ^/i^ffshi .    baulshi  kasa-r 

es  macht  Grenze  mit  Ivane,  es  macht  Grenze  mit  Uautshi»  Bautshi  Land 

jarawd        tsfif ,   don   sv  na  da  magdna       dahany         a  ke 
der  Jari-Leute  ist,  denn  sie  haben  Sprache  Terschiedene,  man  ist  aag^ 

dit  41»  bautshi.  Ta  yi  tyakS  da  katginOf  ta  yi  iyakä  da 
zu  ihnen  Bautshi.   Es*  macht  Grenae  mit  Katsina,  es  maeht  Grenze  nUc 

nafe.  Quatawa  daka  l^Mt  kagO'-r  zatau  m  kt,  Äamädaga  dnma 
Nufe.   Guari« Leute  alle    in     Land  Zacan  ^e  sind.    Aber  von  Norden 

kam-r  nm  ba  ta  da  yawa.  Kam-r  mma  dkoi  abiataki  da  j/mwa 
Land  ^eses  nicht  es  mit  Menge.   Im  Land  Zaaan  es  gibt  Nahrung  Yiel 

tri- tri,         akoi     döya,     akoi    ritga,     akoi    dyä    mdnyä-mdnyd ^  a 
verschiedene,      gibt  Yams,  es  gibtrhsga*,  es  gibt  ayä*    sehr  große,  man 

kan  Uhe  ma  iri-n  ta  aya-r  sana,  akoi  rakf>  da  yawOf 
pllegte  zu  sagen  zu  Art  von  ihr  ayä  von  Zaria,  es  gibt  Zuckerruhr  viel, 

don  haka      kdnatoä     au   ke     tsh^   ma  ta     takanda^'r    :aria.  Mutant' 
deshalb  luuio- Leute  sie  sind  sagend  zu  ihm  SCUirohr  von  Zaria.    Die  Leute 

n  kasa  -  r   nan     ma  -  nSmS    m  knani,  shi  ne     tsMaiki'n      su ;  sai 
von  Land  diesem  Ackerbauer  sind   s^r,  es  ist  Handel  von  ihnen;  außer 

dämki  m  na  rmi,  dmmä  ba  kamar  kano  ba, 
nihend  sie  sind  blauArbend,  aber  nicht  wie  in  Kano. 


*  Z<uxm  Landesname.  Ba-arfso^  (auig.),  zdgezdgt  (pL)  Name  de*  YoKaSi 

*  d.  L  Zaaaa. 

»  S.  171  Anm.  7. 

*  Eine  ErdnaOart,  in  der  Asante  -  Sprache  atddit^. 

'  talumda  ein  dem  Qoineakoni  ihnUcbes,  jedoch  aflfi  «cbmeckeiMies  fiolir. 


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Miüculich:  Ober  Sitt«ii  und  Gebr&uche  m  Hansa.  177 

Kasa  -  r     zan/ara    üa  kuma  tsdkatstika  txhe,  ta  na  da  jeji,      ta  na 
Das  Land  Zantara  es  aucb  Mittelding*  ist,  es  bat  Wildnis',  es  hat 

kmnadajßawa-nrittcaixodi,  Jcogi-n  gindi  ya  rätsa  ta  tsdka,  da  kuma 
auch  viele  Gewisser Fliiß  Gindi  er  durchfließt  es  Mitte,  und  auch 
h(Hfi-ri  tshüsu.  Akoi  kuma  ta/üka  mänjfS-miänjfStshikin  ta,  mnsu-kifaye 
FluÜ  TsbOsti.  Es  gibt  auch  Teiche  große  in  ihm,  habend  Fische 
da  yawa.  Babd-n  gari-n  su  ne  nnka,  nan  sarki-n  zanßata  duka 
viele.      Große  Stadt  von  ihnen  ist  Anku,  hier  König  von  Zanfara  ganz 

yd  ke,    Kasa-r  nan    ta    yi  da  katsina,   ta    yi      lyakS  da 

er  ist.    Land  dieses  es  macht  Grenze  mit  Katsina,  es  macht  Grenze  mit 

yohir,   ta    yt      tyakS    da    kabi,  ta     yi      iyakä   da    yawüri.    Ka:-/:  r 
Gobir,  es  macht  Grenze  mit  Kebi,  es  macht  Grenxe  mit  Yavmri*.  Land 

nan    ta  na  da  ma-kaft  da  yaioa,  Aar    aX'oi      imhm     garf     äSna-n  m 
dieses  es  hat  Hliude     viele,    sogar  es  gibt  gewisse  Stadt  Name  von  ihr 

Udtarc,   thi    kaman      gari-n      ntahnfi  ue,        matu-ido  ba 
Takare,  .sie  gleichwie  Stadt  von  BUoden  ist,  Besitzer  von  Augen  nicht 

tu  da  yawa  gari-n  nanj  kuma  mutani-n  kasa't  nan  su  rja  da  • 
sie  (sind)    viele  in  Stadt  dieser;  auch  Leute<  von  Land  diesen»  sie  hüben 

kirtshi'%        don    tu     na     s/uj-n  Hta-'U         yörn.  Ahoi 

rauhe  Haut,    denn  sie  sind  trinkeiul  Wasser  von  Bambus'.  gibt 

dä\m        kasa-r     nan    kwarai,  iia  t»he  abttUshi-n       m  tuo- 

Guineakom  in  Land  diesem*  selir,    es  ist    Nahrung  von  ihnen,  S|jeiae 
n      su:          däwa,              fxtra-r  m:  dätca.  Kasa-r 

von    ihnen:    Guineakorn,    Trank    von  ihnen:    Guineakorn.      In  Land 

nan      akoi       äbdugä     da  yawa  da  dumä,  don  haka  a 

diesem  es  gibt  Baumwolle    viel    und  Kalebassenpflan/e ,    deshalb  man 

ke       zua      daga    wasu     (furnr?,     a  na  saye-n      dbduyä     a  nan  da 

ist  kommend  von  anderen  Orten,  man  ist  kaufend  Baumwolle   hier  und 

dümä,  shi  ne       k</rdi        da  masuka.  Kasa-r 

Kjüebassenpflanze,  das  ist  Kalebassen  und  große  Kalebassen.     In  Land 

nan     su     na  da  yatm  -  n  yäki         da  juna.        Kan        swi         ndda ' 
diesem  sie  haben     viel     Krieg    miteinander.    Wenn  sie  haben  gekrönt 
mrkT.   ya  zdmna    kadan,        sai   kuma  .w     tshe,      ba    su     spn     sa ,  su 
König,  ei'  blieb  ein  wenig,  außer  auch  sie  sagten,  niclit  sie  lieben  ihn,  sie 
kore       shi,  don  haka  shi  kua  ya    kan  tafi  \ravi    gart,  yn 

vertrieben  ihn,   deshalb   er  auch  er  pllegte  zu  gehen  in  andere  Stadt,  er 

>  D.  h.  es  ist  nicht  sebr  volkreich,  es  gibt  aoch  nicht  sehr  viel  unbebantee  Laad. 

-  Jedoch  nicht  allzuviel. 

'  Wörtlich:  es  ist  aaeh  mit  Meuge  von  Gewissen». 

*  Oder  Yauri. 

^  AHfAf  (R.) ,  garj^  (S.)  unebene ,  rauhe  Haut. 

*  An  der  Waaseradiöpfstelle  sieben  Bambnase. 

WMUch:  sie  haben  gewickelt  (Ttarban  um  das  Haupt  des  Königs). 

lBtt.a.8dU.£0riul.^MMk«i.  im.  ULAbt  U 


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178 


MiacHucR:  Über  Sitten  und  Gebräuche  in  Hana«. 


gaiyatn         müfftne,     m  zo,  .m  y^*' 

rief  7.U  mife  die  Leute*  sie  möchten  kommeu,  sie  möchten  machen  Krieg 

da    mutant -rt      gari-n     to,       da      w     ka         ktrrp      shi,  xabftda  haka 
mit  Lenten  von  Stadt  von  ihm,  welche  sie  hal)en  vcrtneben  ihn,  deshalb 
kasa-r  nan    ta  na    lälatshnea  kö-yamhc.        A       mutant -n    kam-r  tum 
I^and  dieses  es  ist  verwUstend  jederzeit.     Tnter  Leuten  von  Land  diesem 

bahn       tajirdi      da  t/awa ,  sai  fa      fiakT,        da       yaki    ya  h/rö 
nicht  reiche  Leute    viele,    außer  Fremde,  vveiclie  Krieg  er  trieb  hierber 

9Uf  Jfit  ka  zämita  rmn. 
sie,  sie  haben  gewohnt  liier. 

Ammä   tnurUshi     da     aragn     da     mada     da  a/aua  hör 

Aber  Muntshi '  und  Ara^fo^  und  Mnda"^  und  die  Ato    L<  iit«'  m 

kuküku     da     kadara     Itnr      koro     da     lUmunu    dvka  titi-fun  ka<a-r 
Kuküku  '  und  ICadara'^  seU>st  Koro'  und  LümtiDÜ^  allrs  anfangs  Lniui  von 

zazau     fif,  baihayt'^  ne  tri- tri,       är/imu  u 

Zazau  war,  freaule  Sprache  Spree  liendc  (es)  sind  verscliiedeiiet  aber  sir 

na       fndi-n  fiaiisn  kaman  ta  kano. 

sind  sprechend  hausanisch wie  (Leute)  von  Kauo. 

8.  Die  «ieben  eohten  Hamastaatoa 

Ammä  haAta  bähn       thAan'dabm  niy 

Aber  (die  echten)  Haiisa  (-Staaten)  sieben  sehr  verscbiedeo'*  sind, 
m6iUmi-n  kano     /ädi-n       su        dabam,       mulaaS^n    »dkttto  fidir 
Leute  von  Kano  Angabe  von  ihnen  verschieden,  Leute  von  äokoto  Angat>e 

n     4w        äabam,      ömrnS  müfymd'n  kano  «u   «ta   tskaua,  jföj/a-n 
von  ihnen  verschieden,  abei*  Leute  von  ICano  sie  suid  sagend,  Kinder  von 
hmeo  SU    ne    kaüsaieä,  dm  haka   m   ke    Uhetoa     a  hoAao 
Bawo  sie  suid  Hausaner,   deshalb    sie  sind  sagend  unter  (echten)  Haun 
hakt»   Uran  ta    gdba*  ita  i$h0   to-färi,      ta  hm     any*,  ta 
(«Staaten)  sieben  Bimn  des  Ostens  es  ist  der  erste,  der  zweite  Auyo,  der 
üku    dmtra,  ta  /Ad»  kattina,   ta    tidr   kano,   ta  «hidda  gobir,  ta 
dritte  Datira,  der  vierte  Katsina«  der  fünfte  Kano,  der  sediste  Goliir,  der 
bäkoi    rano  ffu-n  m6tanS-n    kano  haArn  bdkoi 

siebente  Rano  bei  Leuten  von  Kano  (die  echten)  Hansa  («Staaten)  sielien 

ke    nan,     Ämmä  nMand'n   sakoto  w   na    tskemif  haisa 
sind  diese.    Al>er  Leute  von  Sokoto  sie  sind  sagoid,  (die  echten)  Hausa 

1— ■  Nameu  von  L&uderu  im  büden  der  Hatua^uaten. 
*  Sti^.  banAäuM, 

">  D.  h.  sie  sprechen  neben  ihrer  Muttersprache  auch  hanaaniadi.  Diese  Linder 
standen  zu  Anfung  unter  Zazau,  machten  sich  aber  später  selbständig. 

Die  einen  zählen  diese,  die  aaderea  andere  zu  den  sieben  eohten  Staates. 


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Mucbucb:  Ober  Sitten  und  Gebräuche  in  HaoM.  179 

6dkm    ia-/arko  ttaum,   te     tm     katsmOf    ta    iAw  gubir, 
(•Staaten)  sieben  der  ente  Daura,  der  zweite  Kataina*  der  dritte  <}obir, 

§a  Judu  kano,  ia  biär  hAi,  kt  »kidda  zan^kra.  At  bdltei  »aria, 
der  vierte  Kaeo,  der  fiinfte  Kdbi,  der  sechste  Zanfimi,  der  siebente  Zaria, 

haiia  Mkm    ke    tum  gu^n   miiland'n  aakato, 

(die  echten)  Hausa  (»Staaten)  sieben  sind  diese  bei  Leuten  von  Sokoto. 

A    na  t$he   um  su  haiw  bdkoi,   den  mt  duka 

Man  ist  sagend  zu  ihnen  (die  echten)  Hausa  (-Staaten)  sieben,  weitste  alle 

JkwMfM    m,    «it  diika  kua    «u   na       ß-n       magdnganA^n  j"na, 
Hausaner  sind,  sie  alle  auch  sie  sind  v^ntehend  Spraehoi  von  dnander, 

AnmS    üelvM-n     tu    kua  su  na     biutbanta,  dm  hakemm  ka»  wani 
aber  Zünften  von  ihnen  auch  sie  sind  verschieden     deshalb  wenn  gewisser 

ba-/uitis/*e  ya  na  yi'ti    maydtuif       a     na     shüii-n       kasa-r      sa  ga 
Hausaner  er  ist       spreehend,  man  ist  kennend  Land  von  ihm  durch 

hahhe-n  sa.  Su  duka  magän(/anii-n  m  su  na  kusäta  da 
Zunge,  von  iliiu.    Sie'  alle  Sprachen  von  ihnen  sie  sind  nahastehend  mit 

Jttna,        sai  want  gtt^     m       kan  nisant'ihi 

einander,   außer  an   gew  isst^ii    Orten   sit:   jjllegten    zu   sein  fernstehend 

juna        kwarai,      Iiar  icani       ha   ya  shini-n  ta  toani. 

(niit)eioander  sehr,   sogar  daß  der  eine  nicht  w  kannte  sie*  von  anderem. 

Amtnä     mngdna-r     kann   ta  na      kusäta   da     ta       katsina,  magdna-r 
Aber  Sprache^  von  Kann  .sie  i.st  nahestehend  der  von  iuitsina, Sprache'  von 

:^zait  kun  ta  na     kusäta       da      ta       kano,      magdna-r  auyakäirä 
Zazau  auch  sie  ist  nahestehend  mit  der  von  Kano,  Sprache^  der  Auyo» Leute 

kaman     ta     kano  tshe ^    kaka       magdna-r      binm       da        ta  rmo 
wie  die  von  Kano  ist,  ebenso  Sprache'  von  Siran  mit  der  von  Rano, 

magdna'T     ffobir  kua      da      ta  xanfin      da       ta    kaU  M  na 
Sprache  von  Qobir  auch  mit  der  von  Zanfara  und  der  von  Kebi  ^  sind 

kuMta  da  juna,  dmmS  ma^^bia'r  kabi  da  ta  gobir  wadanan 
nahestehend  niitehiander,  aber  Sprache  von  Kebt  und  von  Gobir  diese 

kaman  ddia  iahe,  dnunä  daura  kua   ta     yi        katna      da  magdna-r 
wie   eine  sind,  aber  Daura  auch  sie  macht  Gldchheit  mit  Sprache  von 

kann,    tn     yt        kama      ktimn  da     inac/d/ia-r    gobir,     ta  na  hanbanta 
Kano,  sie  macht  Gleichheit  utich  mit  Sprache  von  Gobir.  sie  ii»t  verschieden 

'  Obwohl  die  ^mdw  dieselbe  ist,  so  gibt  es  doch  in  deiselban  vsrsehledene 

Dialekte  (Zungen). 

^  die  Sprachen  (z.  6.  hm  2,  im  alt.  Zsnf.  und  SoL  bn^pi^, 

"  Sing,  steht  fur  pl.  yurart, 

*  die  Sprache,  das  Wort  (s.  B.  Blatt  yanye  [haus.],  Uiskf  |Zaz.-IKaI.J,  «smowi 
|Zanf.-  and  Sek.- Dial.]). 

s  Im  Su»  von  Dialekt. 


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180 


Mi»iCHucu:  über  Sitten  und  Gebräuche  in  TIausa. 


rla     m     duka         want         gu,  don  haka    akoi     abu  *       da  yatca, 
mit  ihnen  allen  au  bestimmtem  Ort,  desiialb  es  gibt  Dinge  viele,  (wdcbe) 

7nutane'n  daura  su   na,  fddi-n  sa',  ämmä  a  /uitisa  duka   ba  maxu- 
Leute  von  Daura  sie  sind  sagend  sie,  aber  in  Hausa  ganz  nicht  solche  LeutCt 

fd(U-n       sa^  hakanan,  gai    Su    kadai.     Ammä    zan/ara  kömi 
welche  sagen  sie     so,     außer  sie  allein'.     Aber  in  /anfara  jedes  Ding 
SU     ka     fddi ,     a  haüsa    bäkoi  icadansu  su   na    fddi  hakmoft.  fddi- 
sie  haben  gesagt,  in  liausa  sieben'   einige  sie  sind  sagend    no,  Sprache 

«  ftfi  dnka  a  na  tareita  da  si/  L'^hikin  ta.  A  (lanrn  xütta- 
von  ihnen  allen  man  hat  zusammen  ^  mit  ihnen     in    ihr.    in  Datu-a  Name 

fi  vdsä  ~  g9o6ffa ,  a  haiaa  bdkoi  duka  banda  daura  ba  masv- 
von  wasü  =  g&utga,  in  Uauaa  sieben'   allen  außer  Daum  nicht  sotdie. 

t.^h»ma    ((f(t)  wäiä  tjeaüga      xai     su,    a    kann  tcdsä  a     ke  ttkewOt 
welche  sagen  (fQr)  vriaü  gSaüga  außer  sie',  in  Kano  wasä  niaii  ist  sitgend, 

kaka   a  ktUnna  tnlra   a    ke  tthmaf    haka  a  zaria,  änmw  gobirawä 
ebenso  in  Katstna  wa^  man  ist  sagend,  ebenso  in  Zaria,  a1*er  Gobir •Leute 

«M  na  tdietea  wrgt,  ski  ne  '  kua  iMktOtmMi,  den  yaasu  a  Aomm 
sie  sind  sagend  wai:g^%  dies  ist  auch  HokoU»dlalekt,  weil  jetat  in  Hausa 

kan  a  ka  Uhe  sakoio,  io,  gcbir  ke  lum,  he^a  kaÜ  wotyi 
wenn  man  hat  gesagt  Sokoto»  gut,  Gobir  ist  dies,  ebenso  in  Kebi  warp' 

eu  ke  tskewa,  kaka  ^a^arawS  «a  ma(kHma)  vaorgi  m  ke 
sie  sind  sagend,  ebenso  Zanfara- Leute  sie  auch  wargi'  sie  sind 

iekewa,     Akoi     abu  da  hakanan. 
sagend.   Es  gibt  Dinge  viele  so. 

Baww  bukoi. 
4  IM»  flieben  tmeohten  Hamagtaaleii. 

Bdneä  bdkai  ta      baiükuUa       ga  mmtand-m 

Die  neben  unechten  Hauaastaaten  es  ist  verschieden  bei  Leuten  vuo 

kano   da  na    eakoU>y     gu-n       ktmmeä  bdnzä         bdkoi  !»• 

Kano  und  von  Sokoto*,  bei  den  Kano 'Leuten  (von)  unechten  üAea  der 

/oHto  taria,   ta     6ni    tai^ara,  ta    4ku  kabi,    ta  /äda  ytueArif  to 
erste   Zaria,  der  zwdte  Zanlkra,  der  dritte  Kebi,  der  vierte  Yanri,  der 

>  Sieg,  steht  fBr  pL  abukaa, 

*  D.  i.  Leute  von  Daura. 

■  D.  t.  in  den  7  echten  Haossstaaten. 

*  gemeinsam. 

*  wdaä  Spiel  (Raoo  -  Dialekt) ,  ^^aiiya  Spiel  (Daura  -  Dialekt). 

*  D.  i.  die  Dann -Leute. 
7  F&r  wäm  Spiel. 

*  D.  h.  in  Kano  liklt  man  sa  den  7  unediten  Staaten  andere  ab  in  Silwto. 


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MtscBLKH :  Über  Sitten  uijd  (iebräuclic  in  Haasa.  181^ 

6fVir     "^rji,     ta-shidda     Itorarafa,       ta  bdkoi      basa,    bmuä  bdkoi 
f&nfte  Wftrjiy  der  sechste  Korarafn,  der  siebente  Bns«,  sieben  unechten 

kf      nan  g»-n    mutant -n      kano.     Ammä  ff»-n  sakoUtvsä 
(Staaten)  sind  diese   bei  Leuten  von  Kano.     Aber  bei   Sokoto  -  Leuten 

hinzä  bdkoi     ta-  färi       t/rnttiri ,     ta-biu       kamuki/ ,  fa-üku 

(von)  unecliten  sieben  der  erste  —  Yauri,  der  zweite  kamuku«  der  dritte 
ingqi  y     ta-fwhi    korarafo ,    tu  -  hidr    punri ,    (a-shuhla    hafta .      ta- bdkoi 
Ingui,  der  vierte  Koni  rata ,  der  funAe  Giiari,  der  sechste  ßasa ,  der  siebente 
hnntji,    m      ne         dnkarkart ,        to,      hi'mzä  bnkni  kr  nan 

Baogi sie^  sind  Dakarkari- Leute,  gut,  uoeciiten  sieben  (Staaten)  sind  diese 
pu-n    xakotmrä.         Ammä  snniroi  daban  ne,     fta     tn  tshikin 

bei  Sokoto- Leuten.     Aber  tjangoi  verschieden  (davon)  ist,  niclit  es  in 

bdnzä  bdkoi,  fi-i  ta  kuma  tshikin  hm'isa  bdkoi,  ita  mmjdna  t<he 
unechten  sieben,  nicht  es  auch    in    Hausa  sieben,  es  ^in)  Sprache  ist 

daban. 
verschieden. 

*  Zwiichm  Zuftm  mtd  Yfturi. 

'  D.i.6angi.  Vondeneinsnimdt&litelki^iVoiidenBiiderenDtkariuttigentaii^ 


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182 


Kurze  Skizze  der  Lautlehre  des  Kipangwa. 

Aufgeiioiniiien  vom  V'erlasser  im  Pahgwalande  in  den  .lahren 
1902/OB  nach  den  Vorschlägen  von  C.  Meinhof  in  dessen  Werk 
»Grundriß  einer  LauÜehie  der  Bantusprachen«. 

Von    JVI.  Kl-AM«OTH. 
MiMiaawupMiatcBdcat  in  DaresuUm  (Berlin  1). 


Pangwa  ist  die  Sprache  der  unter  dem  Kamen  Pangwa  «usaininea- 
gefaßten  kleineren  Sttmme  im  Osten  des  Nyassa.  Da»  fragliche  Sprachgebiet 

beginnt  rnit  dem  —  vom  See  aus  —  jenseitigen  Abfall  der  Livingstoneberge 
lind  zieht  .sich  etwa  70  km  nach  Osten.  Die  Ausdehnung  des  .Sprachgebiet}: 
von  Nord  nach  Sud  ist  kaum  geringer.  Der  1).  Breitengrad  dfirfte  etwa  die 
südliche  Grenze  bilden.  Weil  die  Stämme  keine  geschlossene  Lioheit  bilden« 
lassen  sich  diese  Grenzen  nur  ungefähr  angeben. 

Die  Stümme,  die  man  heute  unter  dem  Namen  l*anj;\v:i  zM>auuiienfaC>t, 
sind  teils  au.s  Osten,  teils  aus  N<»rden  in  iiire  jptxigen  Woimsiize  eingewan- 
dert. Das  kommt  natürlich  audi  in  der  Sprache  zum  Ausdruck.  Die  Sprache 
ist  der  bei  Mbcsjela  und  Lupembe  gesprochenen  verwandu  Das  Land  ist 
Bergland  und  liegt  abseits  von  den  Hanptverkdirsstrafien.  Auch  diese 
beiden  Punkte  sind  nicht  ohne  Einflufl  auf  die  Entwicklung  der  Sprache 
geblieben. 

An  QueUenmaterial  li^  nichts  vor. 


Feststellung  der  (hrandkonsonauien. 

1.  — 

2.  Die  Momentanen. 

ka  — '/a.  Z.B.  Kl.  13  Präfix  o^a;  Verbalenduug:  -£X"«  '"/ß'^ 
*%aia  •bleiben*«  «wohnen« ,  Ui'xab  «Kohle«,  -%aU  «scharf«. 

to  >  #Aff.  Z.  B.  anui'ßitha  «Fett«,  tkambtUitiza  »ausstrecken",  iika  «aiiv 
gießen«. 

pa  >  jnAa.  apha  Di  «hier«,  ir^i-pha^  »Wildkatxc«,  -|iAa  denominative 
Verbalendung,  /.  B.  yjd^i^  «zornig  sein«. 

tlber  g,  d,  h  s.  unter  Dt. 

.Mso  lauten  die  den  ursprünglichen  Momentanen  entsprechenden  i«auie: 
50»  M,  jpk. 


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RLAimeTii:  Rone  Sknie  dttr  Lanllehre  d«s  KipaAgwa.  183 

H.   liie.  iSpirantpn. 

ya  r>  ^« ulaymdaijn  «ticli  niclit!«,  Tuivjamcmfi  »ich  habe  sie  gesehen«. 

>  a.    aniy  fi  "Txnn  Trockticn  au.sbreiten«. 

>-Ja.    vuja  -zurQckkehif II«. 
la>  la.  u%w-ata  «ausbreiten-.  Der  laut  schwankt  swiselien  /und/. 
Sia>aß.   t^gtnhu  «Menschen«,  gei  «sein«. 

Also  sind  die  den  ursprOngliehen  Spiranten  entspreehenden  Laute: 

9*  *♦  J*t     /;  fl. 

4.  Die  Nasale. 

IM» >  na  (na  -tind,  mit,  vier«;   vgl.  munana  «acht«). 

ma      ma.    Fräüx  Kl.  •>  ama-,  ima  «stehen«. 

.•Vlsn  Intitfti  die  ursprünglichen  Nn^alf:  n  tmd  m. 

.*).  Beispiele,  umtc-aya  «Jaiir«,  umtt-ana  «Kind«,  (fnr/r  nu steilen«. 
ii/jt-'/ama  «melken«,  u/jt-'/jina  «sieh  weigern,  lousnen«;  vnra  «schnierzeu- ; 
w/U'phala  «kratzeu«;  uyjii-sßi<i  «zahlen;  mala  »fertig  .sein«. 

Festsfcelliiiig  der  Vokale, 

H.  — 

7.  «,  i.  M  Miui  iiiiveründert  erhalten,  doch  wird  a  gelegentlich  zu  i 
{amathi  «Speichel«,  ti^/jc - idv/ila  «iiiiiworieii«;,  i  i<liiigt  manchninl  last  wie  f 
{fmUe  n-:  rant/ip),  u  wie  o,     B.  In  phgma  «rauben«. 

8.  T>ie  Mischlaute  «  und  ft  sind  vorhanden:  ffgnda  «gehen-,  umu-iomo 
«Lippe,  Mund«,  l{^ha  «irSuni«»!«,  pktpha  «rauchen«,  jsna  «sehen«,  ffona 
•ehebrechen«.  «Aa  »sich  warmen-,  leihtt  «bringen«. 

9.  f  und  p  sind  vorhanden,  scheinen  aber  Entsprechung  fftr  urspr.  i 
und  M  7.11  sein.  s.  7. 

U).  Üie  schweren  Vokale. 

I      /  (I*r3fix  Kl.  7  iji,  \"erb.  Präfix  f/ci). 

M  >- u  {boßi  »blind-,  amq^ttAa  «Feti«). 
Weitere  Beispiele. 

Zu  i:  t^^sima  »(^Jut-lk' i^i  «Hyäne«,  u/uji^n  <-nnkoninieu  ,  umu  -niii 
«Mond«,  mudiimu  «blödsiDnig,  besessen«,  adUmya  «entleihen«,  ilyQsi  »Rauch«, 
«^u-dKiSti  -nicht  essen  mögen  oder  dürfen«. 

Zu  d:  f^fpngafu  •fest«,yi^pAi  >kurs«,  %^ujsß  «Brust«. 
Also  lauten  die  Vokale  —  Grundvokale:  a,  i(f),  u{ö)\ 

Misch  vokale:  fit 
schwere  Vokale:  ♦,  m. 
Zu  beachten  ist  hier  wie  hfl  den  hen.'ulil>.irien  Stämmen  der  Unter- 
schied in  der  Bedeutung  der  Wcnte,  die  sich  sonst  nur  durch  KAnte  oder 
Länge  dei'  Vokale  voneinander  unterscheiden. 

ty}h  > faulen«  i'^^j  •schneiden« 

lußa  »au£sauiDieln«  hgia  »nadtdenken« 

u.  s.  w. 

'  g  wird  in  v  ielci)  Füllen  mit  Kehlverschluß  gesprochen  (vgl.  Wolff,  Klngs- 
Spraehe  S.3);  dodi  ist  noch  nicht  fmtgesteUt,  wann  das  geschiebt. 


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184  RLAMMn:  KwiA  Skiiae  der  LantMire  dM  RipaAgwa. 

In  der  Regel  wird  der  hinge  Vokal  etwa  eine  TeiY.  liöliei'  liegen  als 
der  entsprechende  ktirxe.  Somit  stellt  in  dieser  Bezietiung  für  das  Gebiet 
des  Kipafigwa  die  Versehiedeiilieit  der  Tonhöhe  in  engem  Ziuammenliaiig 
mit  der  LSnge  odor  Kfirxe  der  Vokale,  und  zwar  ist  —  wie  mir  scheinen 
will  —  dieser  letetere  Punkt  der  ftlr  den  Unterschied  der  Worte  besonders 
in  Betracht  kommende,  wihrend  die  Verschiedenheit  der  Tonb6he  mir  nur 
die  sich  daraus  ergebende  Folge  zu  sem  scheint. 

FestateUniig  der  mit  Maul  ▼6ri»imdeiien  KoDsonantan. 

u.  — 

12.  Nnsal  -f  Konsonant. 

Die  ursprünglichen  Momentanen. 

nunha  »stinke-n-,  vgl.  U-</finha  »Ei». 
Also  nrsprünglich  ilA*  >  nh. 
Die  urspriaiglicheu  Spiranten. 

vmuganga  »Arst« ,  ingüa  «hineingehen«,  w^u-genda  »gehen«» 
w^'iadta  »singen«. 
Also  ursprOnglieh      >  iljp 

nd>nd 

13.  Nasal +  •+ Konsonant. 

Die  ursprünglichen  Momentanen. 

inhatm  »Tier«  (Diminutiv  a ya'^fißno)', 

isenga  n/utlamu  (aus  *mthalamu)  •scliwarze  Kuh«; 

imhf'pho  »Wind«. 

Also:  n-\-  i  +  k  nh 
n  •\-  i -\-  p  mh 

Dasselbe  Hesultat  rrgibt  sich  bei  PrüAintc  der  ^'erbrndun£zcn  mit  w 

•  mich,  ich-,  doch  wird  ni  als  Subj.  Pronomen  beim  \'erbum  meistens  nicht 
kontrahiert.    Ks  lautet  dann  ndi. 

Die  ureprungiichen  Spiranten. 
u%w/ßnda  »Lehm  kneten«; 

mdama  «Firse*,  anditeiage  «er  möge  mir  bringen,  (von  Ifta  •bnogeo«): 
imbi(fu9  «fauU  (von       »verfaulen«),  wAogsd  «Bttfilel«}  amijiljfe  «er 

hat  mich  geschnitten  (von  gfila  •schneiden«);  aUgt^j/e  *er  hat  fDr  mich  ge* 

teilt«  (von  gas!»  «tdlen«). 

Also:  n-^i  +  g>ng 

Fällt  der  Konsonant  ganz  aus.  sn  wird  ni  vor  den»  Vokal  zu  w,  z.B. 
n-umi/  Kl.*»  »trocken«.  Dnnrhen  nilit  es  Forinm.  in  denen  r<;  srh>'iiir.  iL«, 
ob  y  m     vielleicht  untei-  EiuÜuß  des  <  verändert  ist,  z.  Ii,  miiumu  iU.  ^ 

•  trocken«,  s.  unten  21. 


Klamroth:  Rune  Skizze  der  Lautlehre  des  KipaAgwa. 


185 


14.  a)  Adjcktiva  in  Verbindung  mit  Kta.sse  9  uod  10. 

nhithu  Kl.  ^  (von  -thithu  »schwär/.«);  tnbi/u  Kl.  9  (von  ]2S^  -schlecht); 
nhattga/u  Kl.  9  (von  -yangqfu  «fe^t«). 

b)  Plnralis  von  Klasse  11. 
ulubotke  >8trick«,  pl.  tmÖQlhe. 

c)  Dimimitivprlfix  Kl.  13:  o^. 

a%abwa  «HOndchen«  neben  imbtva  ü  «Uund«;  (v/fldama  »kleine  Fiirse« 
(von  mdxma  9  oFirae«). 

Hier  kommt  also  die  sogenannte  »halbe  NtHalterung*  vor,  Tgl.  Mein- 
hof,  Grundriß  S.56. 

d)  umu-nhu  «Mensch«,  urspr.  umu-niu, 

15.  Nasal +  «  + Konsonant. 

trhnltip;o  nasnlicrte  Konsonanten  kommen  weder  in  den  Nominaijirä- 
tixen  iioi  li  h(;in)  Objekt^spronomen  mii  vor,  doch  wü'd  das  u  of^gaoz  llüchtig 
gesprochen,  so  daß  es  last  ver^cll windet. 


Hier  sei  erwähnt,  daß  von  zwei  auleinanderfolgcnde  Silben  begiO" 
nenden  ursprünglichen  Momentanen  die  erste  in  der  Regel  war  Media  er- 
weicht wird  (Dablsehes  Gesetz). 

So  erklart  sich  daa  Vorkommen  von d^b  neben  der  rcgdmSßigen  Ent- 
sprechung für  die  ursprQnglichen  Momentanen  %,  Uk^ph,  c,B.  •sehimpfen«, 
Suaheli  htkana;  idi/ila  •zustimmen«,  Suaheli  ttät»;  pha-^gaM  «zwischen-; 
-dathu  »drei-,  vgl.  Suaheli  -tat»;  u'/jc-UhM/O  -fajjsen,  ergreifen*«  vgl.  Suaheli 
pata\botha  •drrhcii-'.  vgl.  Konde phot/ta;  nma-dar^  »Gesäß- .  vp;!.  Suaheli //^^7^-'//^v>. 

Niclit  angewandt  ist  das  ficsft/.  z.B.  in  uluyopht^  -Wimpi-r«.  infniyjj 
\)  vlliiliii.,  thwiya  -Last  luifriehnicii • .  Schon  hier  sei  bemerkt,  daß  das 
Oalilsche  Oesetz  aiieh  dann  zur  üeltuti«;  ki)rnmt,  wenn  die  /.weite  der  heidcn 
Momentanen  durch  schweren  Vokal  zur  Krikativa  gewoi*den  ist,  -popu 
•bUnd-  >  bo/u 

goh(fm^  »husten«  aus  B.  Aseft»  s.  19. 

Bei  der  Verbindung  mit  Nasalen  folgen  d,  b  den  Gesetzen  der  ur- 
sprQnglidien  Spiranten,  sie  eigeben  also:  li^,  luf«  mh* 

17.  Auch  hier  macht  sich  viel  fremder  Einlliiß  geltend,  da  in  den 
fi  nheiTn  Kriegszeiten  mehrfach  Vennischung  der  Bena  und  Pangwa  eintrat. 
Die  Männer  verstehen  fast  alle  Kibena,  die  Fmuen  und  alten  Leute  weiu^er. 
Der  siidr>stlirhe  Teil  des  Landes  hatte  früher  unter  den  Kinfallen  der  \'an- 
gimi  (bei  Songeja  [Songela.  Songelyaj),  der  nördliche  unter  denen  der 
Valiehe  und  des  Mbejela  zu  leiden. 

FtotsteUnng  der  MboUauie. 

18.  i.  htatQ,  aus  lang  (fünOi  «bo  t>h. 

19.  gf^ksmj^  »husten«  s.  IH     ^n^gla  »schnitaten« 


16.  — 


hff^a  »lachen« 
./Ste  »verbeißen« 
mi'h^ßi  »Tranen« 


haguh  »aussammeln« 
kango  »zusammenkommen« 
laha  »einen  Pfeil  abschießen«. 


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186 


Klakbotii:  Kurae  Skisze  der  Lwitlahre  des  KipeAgwa. 


20.  anhqwf'll''   ■  ff  hat  mich  be/.ahlt«  \on  hmnha,  inhriitjo  ■  Ilani!i<'N>>  r«. 
inhi  9  •Land«,  inhnm  i»  -^Schande« ,  ssnha  2  -alle«,  aber  mAi  jm/ut  m\m\ 
Joha  »das  ganze  Land«. 

Also       >  nh  neben  A, 
ni  +  k>  nh. 

Fur  nh  kunnnt  vei*einzelt  auch  s  vor,  /..  B.  in  is^mi  statt  inJiqm  V 
•Sehande«  (a.  aueb  23). 

21.  Urb.  t/i^ii'o  >  ili-(izusa  »Sonne«  j 

•     ye'tga  >  dienga  •bauen«      }  also  y  d!5. 

»    ^ci  >  trfia  -kommen'«  ^ 
Vgl.  auch  diaHyfl  •ausbreiten«  neben  ah  oben  3,  Urbantu  yrft. 
Mit  Naaal:  iiuAsAi  9  «Uunger«,  iU^gatuSa  »Handfliche«,  also  ikf>n^. 


SbilliiA  der  Vokale  vaS  die  Konsonanten. 

22.  ki  >  '^/j.   umu-yjila  «iScIiuaiiz«,  r/f  Prüf.  Kl.  7,  indzu^i  9  »Birne«: 
A'li  >■  y«.    i/y  w  Inf.  Pfäf. ;  / «groß  vvei*den-; 

a  y*  t/ii.    umu-thima  "Lt^ber«,  thiyUa  «sagen« } 
/ti  >  thu.    datht  «drei« ; 

pi:>phi.   phmda  (neben  phfnth)  «tragen«    I  .  i  -. 
pu  >  phu,  pkuma  (neben  pihfma)  -rauben«  ^     *  '  * 
phda  »blasen«. 

Also      ih,  ph  bleiben  vor  den  Grundvukalen  i  und  if  unverioderL 

yf  >  I  und  Ji.    mba  «singen«.  Ji  Praf.  verb.  KI.  0; 
yii  >  II,  JUt  ffu*  uma  «trocken  wei'den«.  <fu  Prüf.  verb.  Kl.  3.  imbijm 
«Samenkorn« ; 

a  >  K.   Prif.  Kl.  5  iUi  Hma  «aekorn«,  Unda  «aufpassen«,  uh'iimi 

•  die  Zunge«: 

Ai  > /v.    Vir(.  ki.  11  täu't  ktma  »beißen«,  utmäte^  3  «Naht  an  der 

Matte«  ; 

ri  >■  CT.  innii-vilt  "Lcil)",  vifii  »böse«,  tj<7a  »sieden  ',  -rili  »"/wi-: 
U«      t?M.    Priit'.  Kl.  H  ucu;  vtimba  »Ibrinen«,  vjitja  »zurücli-iiehren». 

7  ist  nl<:<>  vor  /  inid  u  ähnlichen  i»chwaukungen  unterworfen  wie  vor 

a,  es  wild  zu    .  ;  mul  7. 

/  mill  r  lilt'iben  unverändert,  docli  vergleiclie ^tM^^j^  «BieT  rühren« 
mit  Urb.  AiUuya.  > 

23.  Die  alten  Mischlaute. 

ki      $i.    phusi  -lyitfii«; 

ffit  >  hu.    liii'icn  "auspressen,  din'chspihen* ; 

>•  ftö.    a/a-(ü.Ua  13  »der  kleine  Weg«,  indsila  U  »der  Weg«  ; 
2«  >  ci2t/.    ilidzuva  »Sonne«. 

Also  liegten  dieselben  Regeln  vor  wie  bei      —  21.  nur  daia  vor  » 
statt  h  ein  a  eiutriii. 


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KiMMRorn:  Kurze  Skizze  dor  LauUelirc  des  Kipaögwa.  187 

24.    f>it'  M  i  s  P  h    n  k  a  1  r  p.  n. 

,1)  Kiiilluß  (lerst'llx'ii  auf  die  iiisiiriiniiliclieii  .Moiiinitaiu'ii. 

ke.    '/^  vor  e  hält  sich  in  einigen  Fonnt'n,  in  aiulncii  wiid  es  zu 

z.B.  hey^jda  relat.  Form  von  » lachen aber  ßnhu 

^theleye^    -gekochtes  lassen«; 
^fl  >  Xi^'  j^yji  KL  9  >deiii«; 
pi>phe,   phgpha  «rauchen«; 

fff  >J>^  Sß'FlHina  Name  flir  die  Vangoni  im  Paogwa; 
tg>iks,   thgma  »ßillen«; 
Ii»  >  l/b,   sitho  «schwer«. 

Also  unterließen  die  ursjn  nii<:1ichen  Momentanen  mit  teilweiser  Aiis- 
nalime  von      vor  e,  o  denselben  Gesetzen  wie  vor  dm  f »nindvokalen. 
b)  Kinfbiß  derselben  auf  die  tirsprütitilichen  bpiranten. 
yt>SC'    g^do  •  gehen«,  yda  «uieiisenj 

>  umtß  -  edzi  •  Mond  • ; 
VP  > .'9'2-   i/2»a  «ehebrechen«; 

>  o.   o/a  »üicfa  Winnen« ; 

h>i^'         «bringen«,  imma  «nicht  vermögen«; 
h  >       ^t/mu-lgmo  «Lippe« ; 

£f  >£«.   ift'-is^  «Brust«,  se^o  «Frucht  bringen«; 

!2ff>£e>   SSßi^  «sehen«,  iÜog^  5  «Arm,  Hand«. 

Also  unterliegen  auch  die  Spiranten  vor     o  denselben  Gesetxeo  wie 

vor  den  Grnnd vokalen* 

Anmerkung:  y>  br  in  a^^a-beju  »Samenkorn«  und  fiS^»^  in 
oya-bi^yq  .Biiffelchen«  ist   'halbe  Na^aliernn«?«.  vgl.  14c. 

2.').   Die  Konsonanten  vor  den  schweren  Vokalen. 

:i)  Die  urs|iriinglicheo  Momentanen. 

Ai  r>  si.    ilj/-Qsi  »Hauch«,  umu'tyi>ha  3  «Ader«; 

kti     /u.    ama  - futha  »  Fett « ; 

ti  >  si,    ulu-xiku  »Tag»  (24  Stimden).  masika  ti  •Kegenzeii«,  mnmnya 
14  •Schwanziiiia.sU'iihaai  der  Kuh«,  ^o/a  .zurückbleiben"; 
h't   -  fu.    fiinda  »verführen,  ermahnen-; 
l>i  :  Ji-  ji/jt  «ankommen«,  ,^!Aa  «verl>eiKen« ; 
p&  >■  fu,   -btfu  «blind«,  s.  Iß. 

Also  werden  k  und  I  durch  i  m     p  wird/,  X\        werden  durch 

4  7Mf. 

b)  Di«  iirsprOngticiien  Spiranten. 

yi>ißi   umU'fSHlo  «verbotene  Speise«; 
yd  wird  wahrscheinlich  /v  s.  ijusp  in  27 ; 
U>«äL   dümu  »dumm«; 

IA>fu.    vpfu  >faul«,  täuk/u  II  »Bart«,  uAiA^  II  «Seite«; 

sl>/.   s/S  Prüf.  Ki.8; 

s4>>'if.    a'^/ia-ftJa  «kleiner  Regen«. 

Al.st»  werden  die  ursprünglichen  Spiranten  durcli  i  zu  äi  (nur  v  wird/), 
durch  «  werden  sie  au/. 


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188  KiAiiRon:  Knne  Skixzo  der  Lantldire  dM  Ktfwftgw«. 

Schein  a. 

il|>«t.    yt  >  tßi  kü:>/u.  yu>/u(?) 

H>si.    H>dH  tA>/u,  H>/u 

Anmerkung:  ia^4H>J^  (anstatt jSii)  «Hyine«  beruht  auf  deaGe* 
setxen  der  Konsonsntenasaimilation ,  vgl.  34. 

In  ili'hfit  pi.  <iiB-«Äi»  5  -Auge«,  iirspr. -y^^,  ist  ygane  versclnvunflen. 
In  Unga  «umgeben«  scheint  leichtes  t  vorzuliegen,  abweichend  von 

anderen  Sprachfn. 

Unregelmäßig  ist  ferner  (lhtf>{/ii  -eiritatichpn-,  Urb.  Inrn. 

!2f>.  Mit  Nasal  verbundene  Konsunanten  vor  schuerca 
Vü  k  a  l  f  II. 

fi^j      ndzi.    ttmu'  r*inii:i\ 

ndi  >  ndii,   umu'phmeßi  von  poitda  «Schmiden« ; 
nM  >ßt.  yläßt  von  ^mumüi  »mager  werden«« 
Die  mit  Nasal  verbundenen  Konsonanten  verlndem  sieb  also  vor  den 
schweren  Vokalen  ebenso  wie  vor  den  einfachen.  Vor  f  fallt  der  Nasal  aus. 

27.  Neugefunden  sind  bisher:      ««  <^>/> 

Die  \'erbindung  von  Nasal  mit  dz  ergibt  ndz  wie  in  21. 
Fur  die  Verbindung;  «  +  %  habe  ich  kein  Beispiel. 

ijinibo  10,  uiu-fintbo  11  -Stock«;  jftifio  9  -Nilpferd-;;^ d 

■  Niere«. 

n-H.«>Ä  z.B.  iseiii/a  9  »Hind«,  mngo  1>  »Nacken,  Hals». 
nd:  7..  B.  in  indztr/ß  9  «.Schlange« ,  iruihr^i  9  -Biene». 
Hier  ist  vermutlich  das  Vergrüßerung^präfix  {dzi'i  urspr.  -y»)  vor  den 
Stamm  getreten  und  dann  Act  Nasal. 

28.  düma  «erlösehen«. 

Die  Verbalstamme,  wdehe  z.  B.  im  Sotho  mit  Nasal  4-  vokalhalligeni 
Konsonanten  beginnen,  unterseheidm  sich  hier  nicht  von  Formen  ohne  NastL 

29.  Die  Konsonanten  vor  Halbvokalen. 

a)  Die  urspriinulichen  Momentanen. 

h'^>%e  oder  r^f.    x«X'*(^')'  /.«'ÄS'**  X^Ä«^ 
Ä'i|o  >  Ärt.    ffolnsn  .gerade  machen«; 
kwn  y^- ^/jca.    Cien.  Kl.  15  yjca; 
ktia  >^  ftca.    uyti-ftta  »sterben«; 
lya  :  •  thi/a.    thyflria  »gleiten» ; 

twa  >  A«Mi.   Gen.  Kl.  12  ÜMa\ 
tAa  >  ?; 

pya  >j%a.  fhya  «neu«,  /»Aya  «brennen,  gar  sein«; 
f^>/ya,   dt^ya  «rOhmen«; 
pmi  >?; 

/*it'n  >  hwa  as.  B.  htcanann  »gleichen«, 
h)  Die  ursprünglichen  Spiranten. 
yya  ~    ;'7     ("Jen.  Kl.  4  ja; 
7jfa  >  r/ia.    odsa  •waschen»; 


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KtAHKOiH:  Kurte  Skizze  der  I^iitlehre  ilea  Kipafi^wa.  189 

ywa  >  gna.   Gen.  Kl.  3  gu>a\ 

yAa  >?  ; 

lya  ^  lya.    lya  »essen«; 

t^n>d&i,     voflia   «verfaulen   lassen',    malidka    >beenden>,  media 

•sprießen  lassen«  von  mf  ln  •spj'it'ßeii« ; 
iway>itca.    Gen.  Kl.  11  Itca,  Iwa  »streiten-; 
Iwa  >  ?; 

v*ta  >  ri/a.    vyala  ■  pflanzen*; 

r^ay>/i/a.   phu/ya  »dumm  machen«; 

rwa  >  smt.    Gen.  Kl.  14  spea; 

mba>/wa.  fuBtäa  »anxiehen«,  vgl.yki'^f^a  «kleiden«. 

Also  verandern  die  einfaclieii  Halbvokale  die  Qrnndtaute  nicht  (ans- 
genommen  dafi  %  durch  folgendes  y  auch  zu  wird).  Die  acbweren  Halb- 
vokale bringen  Ver&nderu^gen  hervor  wie  im  Hauptschema  unter  25,  nur 
wird  fAa  hier  m  Ate». 

Zuweilen  ventehwindet  dabei  der  Halbvokal  ganz. 

30.  — 

31.  Veränderungen  nasalierter  Laute  durch  schwere  Halb- 
vokale. 

nlcya'>  sa.    nusa  «schnüffeln«  von  ntmha  »riechen-. 

Ks  gelten,  wie  es  scheint,  die  bisher  aufgestellten  Regeln. 

[VI.  \'eriin(lerungen ,  welche  durch  Halbvokale  entstandene  Laute  durch 

vortretende  Nasale  erleiden. 

Es  ßndcn  sich  keine  neuen  Kegehi.  Vgi,nhwaie9  «Uebhuhn«,  Qtnhya 
{jgmhya)      .neu-,  imlma  9  -'Hund«. 

33.  Dif  leincii  Nnsale  werden  durch  folgende  Vokale  oder  Halb- 
vokale meist  nicht  bceinllußt. 

Beispiele:  inhoni^  Urb.  inkonf  »Schande«;  hdinya  »Wohnsitz  ver- 
lefyen",  kau:>.  von  havta.  V'pjl.  jedoch  nh  in  ilem  elten  angeführten  in/inm  und 
sonst  .s.  20.  Kernel-  nw  \u  nwa  »trinken«,  n  in  nt/wiu  9  »trocken«  s.  13. 
mhwuia  »Krokodil-  aus  B.  ngvoetia  scheint  unregelmäßig  /.u  sein. 

Im  abrigen  ist  der  Vokal  des  Piüfixes  (»  wie  «)  beim  Verburo  fast 
immer  erhalten,  so  dafi  keine  Verbindung  des  Nasals  mit  dem  folgenden 
Konsonanten  eintreten  kann. 

n  findet  neh  vor  Vokalen  nm'  als  nh. 

Zur  Nasalierung  der  Nasale  vgl.  maß»  Kl.  9  von  »ws/m  >gut«. 

34.  Konsonanten  ass  i m  il a  t i o  n  liegt  vor  in  ^  statt  «Hyäne «. 
Urb.  imfilt 

Volcalasaimilation  findet  sich  bei  den  Verben  auf  in  be- 
kannter Weise  und  bei  den  relativen  Formen,  z,  B.: 

u%'<^^  «schwimmen« 
tt^ii-fien^to  «sichtbar  sein« 
t^'lgngeledza  «binzufBgen« 
w^'Ü^ftl^  «gleiten«} 


190 


KxjiWMm:  Kune  Skizze  der  Ltudehre  da»  Kipaägw«. 


aber  uyjdima  »ackern-,  rel.  lirmia 
w/iwita  »gießen-,  rel.  itila 
uyuhayula  »aussammelii« ,  l  el.  ttagubla 
uy  ttktyiUi  »bel'ehlen«; 
tr/jiD-ima,  davon  imäta  «stellen«; 
also  nach  a,  i,  ux  ika,  ita}  naeh  g  und  o:  fAa,  glei.    Vgl.  auch  sbümAmp 
neben  sfHnMnt  •saxt  sind  gleich«  von  IMma, 
35.  Vokale  nach  der  Abstammung. 

a)  Den  Gnindvokalen  entsprechen:  a,  t  (f),  u  (^). 

b)  Dem  Miachlaut  2  entspricht:  e. 

•  •  O  "  o. 

c)  Den  schweren  Vokalen  entspipchen:  1  und  u. 

Sclieina. 
a 

2 

(?)    *    i         V    u  (p) 
■36.  Nach  dem  Klange  sind 

a)  Reine  Vokale:     t,  «. 

b)  TrQbe  Vokale:  g,  f,  f. 

Schema, 
a 

«  S 

9  9 

i  u 

A  II  Ulf  rk  11  Dii^:  !  >nberück.sichUgt  ist  hier  nuch  die  Lauge  und  Kürze 
der  Vokale  gehUehen. 

37.  Kuusonanten  nach  der  Abstaunnung. 
a)  Orundlaüte: 

UnprQjigl.  Momentanett  Urspröngl.  Spiranten  Nasile 
Durch  Dissimilation 
7-            9                  9*    '»  J  « 
th            d                    1,1  n 

ph  b  V  m 

h)  Den  nlten  Mischlauten  entsprechen: 
den  tonlosen:  h, 
den  tönenden:  dz, 

c)  Semivoksles:  y  und  w, 

d)  Nasale  Veii>indungen  dv  Grundlaute. 

Aus  MomentaneD  Aua  Spiranten 


einfach:  nk  ng 

?  nd 

?  mb 
Dnreh  Disaimilation 

i  -lialtig:  »A  uy                          tiy  (ndit  i) 

nh  nd  nd 

mh  mb  mb 


L^icjui^uJ  üy  Google 


Halb- 
vokale 


Fortes 

«in  immI 

Leriea 

%  1» 

* 

J 

i 

m 

l 

/ 

mh 

Kr.AHROTH:  Kurze  Skizze  der  Lautlehre  des  Kipangwa.  191 

e)  Leichte  Vokale  bewirken  keine  VeriLnderung;  nur  ^  entsteht  ge- 
legentlich  aus 

Diiroh  schwere  Vokale  und  scIiu  ppp  Halli\ oknl»»  entstehen:     Sf  eß, 

f)  I>tirrli  Nasal  cntstchl  aus  denselben:  /^s,mii, 

g)  Nasale  X'erhintluiiücn  der  Mischlaute: 

»  +  A  >  «A  (vereinzelt  /lA,  Ä), 

n  +     >  ndl. 

h)  Aus  den  Nasalen  entstehen  keine  neuen  Laute. 

i)  Andere  Liaute  als  die  aufgefnhrten  kommen  nicht  vor. 

Momentaiieii  Nasale  Spiranten 

Fortes  (Toaloae)   Leneü  ('rüiiende) 
Aspiriert  rein  nasal 

Gutturales  g 
Paiatales  dl     ndi  n 

Zerebrales  fh  4      >."J  ? 

Alveolares  nd 
Labiales  a) 

•  ph  b       mh  IM  mh       v  w 

Faukales   ,  //. 

Die  Zerebral-  und  Alveolarreihe  ist  iui  Text  der  Untersuchung  nicht 
geschieh cri ,  vgl.  3. 

Vereinfacluiiigeii  der  Ortiiographie,  bei  denen  die  Schreibung  des 
Kibeoa  berücksichtigt  ist: 

a)  Von  den  Vokalen  werden  nur  «  und  9  ttesonders  bexetduiet. 
s  lies     o  lies  g. 

b)  Konsonanten: 

Phonetisch  ^  %  l  mk  nk  ng  ^  tih  ph  th  v 
Vereinfacht     dz  k   l   m     n    ng    n    A    p     t  v 

Meine  Versetsang  nach  Daressalam  zwang  mich,  das  Studium  des 
Kipangwa  xunftchsi  abzubrechen.  Es  ist  mir  so  unmSglicli,  hier  noch  nUier 
auf  Wortlehre  und  Syntax  des  Kt|>aAgwa  einzugehen.   Ja  aucli  das,  was 

ich  an  handschriftlichem  Material  dsrQber  besitze,  kann  ich  um  anderer 
Arbeiten  willen  Jetzt  nicht  ausnutzen.  Was  mich  veranlaßt,  trotzdem  mit 
dieser  kurzen  Skiz/f»  der  rmitlclin«  des  Kipangwa  nn  die  OffViitlirhkcit  zu 
treten,  i*;t  nur  der  Gedanke,  aueli  aus  dem  Süden  tiriserer  Kolonie  neulsch- 
Ostafrika  noeh  einen  neuen  Reweis  fiir  die  itichtijj;keit  und  Brauchbarkeit 
der  Meinhufsclieu  Aufsltllungen  bei/.uhiiiigen. 

Es  sei  hier  nur  noch  kurz  auf  einige  grammatische  Eigentömliciikeiten 
des  Kipartgwa  hingewiesen: 

a)  H&ttfig  kommen  Doppelpräfize  vor.  mvki-dala  »das  Frauchen«, 
ßmmba  »die  HSuschen«,  Wsanm^nmgvla  »das  alleriiebste  kleine  H&seben«. 
Der  Plursl  davon  lautet  verschieden,  je  nachdem  das  Wort  vor  Beifügung 
des  zweiten  Prifixes  singularisch  oder  füurallscli  gedacht  war  («idtl-dliifa, 
dagegen  momi^Am^  >Qeister«). 


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192  Klamroth:  Kurze  Skizze  der  Latiüehre  des  KipaAgwa. 

Sotlniiri  ist  clrr  AVVclisel  der  Präfixe  zu  beachten,  akanu  «der  kleine 
Menst-h«,  ilinu  «Kril  -  (im  burscliikosen  Sinn),  uiptnu  «Kerl«  (Schimpfwort). 

b)  Beim  Possessiv  lieachte  die  .strenge  Selieidun^: 

umutvct  (firak'-'  -sein  (des  Mensclien)  Kupf«, 
iimiihcf  (juajti  «ihr  (der  Kuh)  Ivopf«. 

c)  IJciiii  Piuuomen  rclattvuin  ist  itiit  .\usnahme  des  Singularis  der 
Menschenklaji.se  der  Nominativ  (ova,  inU,  ulu  usw.)  vom  Akkusativ  (ve^  mj/f, 
lue  usw.)  /u  unterscheiden. 

U)  Zahlwörter:  l  jhtwi,  2  dzwiU^  3  ckidalu,  4  «fema,  5  dsikemot 
0  mutandat  7  hmeka  muhanOf  8  hmeika  hoha  {mnhema  »Seite«,  haket  -Ober» 
«II«,  hend^  wahrsclieinlich  -ausisinaodersleben  laneo«).  Es  ist  an  das 
Auseinanderstehenlassen  der  Finger  (Ring-  und  Mittelfinger)  beim  miien 
gedacitt,  erst  nur  l)ei  der  einen  Hand  (nder  Seite)  =^  7,  dann  bei  beiden 
(flberall)  =  8.  Ähnlich:  0  fundika  (»zustripseln ,  zusammenschließen-) 
muhana,  10  fundika  koha  uder  mabudi,  11  kidzigo.  .Sodann:  22  kidzitp 
kavUi,  kidziyo  kadatti.  Damit  ist  alier  im  Diirdischnitt  die  Grenze  des 
iirspruoglichen  Z&hlvermügens  erreiciit. 


193 


Über  die  Bedeutung  der  Haussauation  fur  unsere 


Ums  Themft,  das  im  Folgenden  seine  BehandluDg  finden  soU»  ist  wohl 
noeh  dem  ganzen  gebildeten  PuUlkum  bis  auf  ein  paar  Fachgelehrte  terra 
incognita.  Es  ist  das  Haussavolki  das  heute  seine  Sitae  awiscbea  dem  Unterw 
lauf  des  Benue  im  SOden,  dem  Sndrand  der  Sahara  im  Norden,  zwischen 
dem  Ufer  des  hier  südlich  fließenden  Ni.i;erstromes  im  Westen  und  der  West- 
gren7.e  von  Rnrnii  im  Osten  hat.  In  dieses  Gebiet  ist  das  Uaussavolk 
srlxni  von  11<U)  ab  von  seinen  fruhen'n  Sitzen  in  Damergu  «nd  der  Oasen- 
f:ni])[i('  As1)i»n  t'irif^c wandert,  die  nunllich  von  s»'incn  hrtitigeui  belegen  sind, 
liier  hat  es  um  140')  etwa  den  Islam  nn^pnommcii ,  so  daß  schon  vor 
500  Jahren  alle  Haiussas  Mnsliius  waren.  Die  Ui'sache  der  Auswanderung 
war  der  durch  die  Ilänke'  des  Wesirs  des  ägyptischen  Fatinüdenkalifen 
Mostansair  erfolgte  Einbruch  oherägyptischer  AraberslSmme,  der  Bena  Hilal 
und  Siilaim,  in  das  weatlieh  von  Ägypten  belegene  Kulturland«  dessen  Berber- 
i&rsten  sie  in  sahllnsen  Sehlachten  besi^$ten  und,  sich  naeh  Art  nomadischer 
Eroberer  an  Zahl  durch  Naehaugler  und  abfollende  Arabogruppen  stark  ▼er- 
mehrend, die  Staaten  der  Sinden  und  Hainmäditcn  teils  eroberten,  teils  ver- 
nichteten. So  hatten  sie  sich  ulier  den  größten  Teil  Nordafrikas  zu  Herren 
gemacht.  Die  arabischen  Ileerschsren.  die  in  der  /.weiten  Hälfte  des  7.Jahr- 
hnnderts  unter  'Anir  b.  al-As  und  Okba  b.  Näfi  iln'^selbe  Gebiet  bis  Tanger 
hin  uritenvorfen  hatten,  riclifeten  sicli  in  den  selbsterbauten,  wie  Keirowän, 
oder  eroberten  Städten  als  Miliuu  koionieo  ein,  während  diese  arabischen 
Beduinenliorden  die  Berber  aus  den  fruchtbaren  Fluren  der  eroberten  Ge* 
biete  sSdvArts  jsgten  und  ihren  Beslts  okkupierten.  Die  B«rbersUlmme  waren 
geswimgen,  sieh  nach  SUden  su  begeben  und  xwangen  auch  noeh  die  dort 
hausenden  Tnarqp,  weiter  au  ziehen;  und  so  siedelten  sich  die  Tuareg  Kelowi 
im  Verlauf  dieser  Völkerwanderung  in  den  Oasen  von  Aaben  und  in  Dameign 
unter  der  Haoasabevölkerung  an.  Bekle  Völker  lebten  in  Harmonie,  beira- 

*  Vortrag,  gehalten  am  6.  Februar  1907  im  Seminar  flir  Orientaliache  Sprachen. 

*  •  Jetit  bekamen  sie  jeder  ein  Goidatnofc  tmd  eht  Kamel  geliefert  unter  der 
Bedfa^;nng,  dafi  sie  Igypten  treriieOen  und  die  Segnwigen  ihrer  Gegenwart  dem 
Reiche  von  Ifrikija  zu  Teil  werden  ließen.-  Vgl.  A.  MOUer,  Uam,  Bd.  II,  8.683; 
er  nennt  dieie  Rinice  »einen  satanUehea  Einfall«. 

IGttd.8ciii.f  Ofical.8|MMl«ik  IMV.  DI.  Ab«.  IS 


Von  Prof.  Dr.  lüpFEKTy 


I«llltt<lH 


Tfiimi  tm  ScMinar  ftt  OrienltliMlia  SptadMn. 


EHnleitmig. 


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194  Lirr&fiT:  BedeutUQg  der  Haus&aiiatioii  fur  anaere  Togo-  u.  Kamemnkuionie. 

teten  untereinander,  woraus  der  Misclistainm  der  Buzaua,  der  jetzt  in  diesem 
Gebiete  wohnt,  entstanden  ist.  Tm  Verlauf  ilires  Verkehrs  paßten  sie  aiicii 
ihre  Sprachen  einander  rin.  so  daß  die  Unussaspraohe  im  llinhlick  auf 
die  Graunnatik  völlig  liamitisch  ist,  im  Hinblick  auf  das  Lexikon  auch  zahl- 
reiche Wörter  aus  der  Sprache  der  Tuaregs  aufgenommen  hat,  anderei-seiis 
auch  heute  nocii  in  vei'schiedenen  Städten  der  Oasen  Asben  und  audi  in 
der  Stadt  QSt  die  Umgangssprache  ist  Arabisch  und  Tuar^  ist  darin  nur 
Patois.  Die  aehöne,  wohtkUngeDde  and  leiehte  Haiissaaprache  ist  also  wohl 
den  Iiamltiscben  Sprachen  zuzurechnen.  Ats  die  hdden  Volker  sieh  Tennehrteo, 
so  daß  die  Oasen  der  WQste  sie  nicht  mehr  emihren  konnten,  log  die 
Haussanation  von  dort  nach  dem  Sudan  herunter  und  Heß  sich  in  dem 
schon  beschriebenen  Gebiete  nieder.  Nur  darf  man  nicht  glauben,  daß  sie 
eine  politische  Kinheit  gebildet  hatten;  wie  weiland  das  alte  deutsche  Reich 
fielen  sie  in  eine  Anzahl  Staaten  auseinander,  die  man  als  die  sieben  eeliten  — 
Hatissa  bukoi  —  und  sieben  unechten  —  Hatissa  banza  hokoi  —  hczt-irh- 
nete.  Knno,  Rano,  Birani,  Katsena,  Gobir,  Daura  und  Saria  werden  als 
die  sieben  echten  Ilaussastaaten  bezeichnet,  Yoruba,  Nufe,  Guäri,  Yauri, 
Bautschi,  Sanfara  und  Kebi  als  die  unecliten,  weil  in  diesen  das  Haussa- 
elemeni  mehr  oder  weniger  in  der  MindwEahl  war.  Auch  der  Orßfie  nach 
waren  die  echten  Haussastaaten  nicht  gleich;  wthrend  gerade  die  UteaCen,  wie 
Biram,  Rano,  auf  das  Weichbild  ihrer  Stadt  sich  besehrlnken  mußten,  halle 
das  im  Nordwesten  belegene  Gobir,  das  den  edelsten  Stamm  der  Haussas 
bildet,  ferner  Kano,  Katsena,  Saria  sich  ausgedehnte  Territorien  /usammen- 
erobert,  so  daß  ihre  Fürsten  2000  Reiter  und  10000  Mann  Fußvolk  ins  Feld 
stellen  konnten.  Zwiselien  den  einzelnen  Staaten  und  »»ernde  an  den  waldirjen 
oder  bergigen,  also  schwer  zugäiif^lichen  Ortlichkeiten  lebten  heim  Ein/.u^e 
der  Ilaussas  lleidenstiunnie ,  Männlein  mit  Schainhinde  ans  Hiiulenbast .  W^-ih- 
lein  nackt  wie  Kva  vor  dem  Falle.  Diese  Tlcidenstämme  halten  sich  heute 
noch  in  ihren  unzugänglichen  Verstecken  auf. 

Die  ilteste  historische  Erwihnung  eines  Hainsastaates,  nnd  xwar 
Gobirs,  das  ja  auch  der  südwestlichen  Sahara  am  niehslen  lag,  finden  wir 
bei  dem  beriUimten  Reisenden  Ihn  BatSta  in  seiner  •Reisebeschreibung*, 
der  an  einer  Stdle  dieser  «Rl^la« ,  wie  der  arabische  Ausdruck  dafür  ist,  be- 
merkt: -Daß  das  in  den  Minen  von  Tekedda,  einer  Wüstenstadl  in  der 
sud westlichen  Sahara,  gewonnene  Kupfer  nach  dem  jLande  Gobir  von  den 
Landern  der  Ungläubigen  exportiert  wurde.« 

Diese  Notiz  jjibt,  wenn  man  berücksichtigt,  daß  Ibn  Hatütn  \m  .lahre 
1353  jene  (iehiele  hei-eist  hat,  einen  Terminus  ante  (pieni  for  die  Kin- 
wanderunp  dei-  Uan&sas  in  ihre  jelziiien  Wohnsitze  und  zu^UmcIi  einen 'n*mi»nus 
post  quem  für  die  Kinfiiin  ung  des  Islauis  in  die  I{aiu$2»astaaten.  Der  Inlaut  hat 
seinen  Einxug  in  diese  später  gehalten,  als  In  die  großen,  westlich  worn 
Niger  gelegenen  islamvcfaen  Großmichte  6äna,  Melle,  Songai,  die  in  dieser 
Reihe  nicht  bloß  von  Westen  nach  Osten  fortgehen,  sondern  sieh  aodi  in 
der  Macht  gefolgt  sind,  und  noch  spiter  ab  Ihr  östlicher  Nachbar,  das  Sultanat 
von  Bornu,  das  schon  um  das  Jahr  1000  den  IdSm  angenommen  hatte.  Ich 
habe  bei  Beginn  des  Artikels  schon  darauf  hingewleaen,  daß  die  £iofilhnug 


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Lmnr:  Bedwtm^  der  BntmiMrtioii  lllr  viuareTogo-  n.  Kanenmkoloiiie.  195 

des  Tslanis  in  die  Ilaiissastaaten  urn  1100  stattgefunden  hat,  und  unter  dem 
I-^intliiß  des  Islams  sind  die  hei  i'ilimteti  llaiidelsemporien  Kano  utid  Kat- 
sena,  wo  auch  die  Fürsten  der  beiden  Staaten  residierten,  zu  Hildun^s- 
zentren  gewordcu,  wie  sie  sonst  im  Sudan  nicht  so  leicht  r.u  finden  sind. 

Arabische  Chronisten,  die  jene  Zeit  beschreibeD,  erzableo  uns,,  daß 
zahlrdche  Geldirte  taut  Timbuktu  und  Oenn«,  beides  Sttdte  am  Oberianf 
des  Niger  —  Timbuktu  da,  wo  der  Fluß  naeh  Osten  wendet  —  nachdem  sie  die 
Pfi^er&brt  nadi  Mekka  gemaeht  und  vielfteh  «peh  in  Ägypten  den  arabi- 
schen Polyhistor  StQüG  au^esucht  hatten,  auf  der  SOckkebr  nach  ihrer 
Heimat  den  Sudan  passiert  und  auch  Kano  und  KaLsena  und  andere  Städte  des 
Hanssalandes  besucht  haben;  sie  lasen  hier  in  den  Moscheen  die  Mudawwana 
des  Sahntin,  ein  Handhueli  des  in  fastp^anz  Afrika  gebräuchlichen  tnalikitischen 
Ke'  htes ,  den  Kommentar  zu  dem  .fainhengedicht  über  Logik  von  Magill.  So 
üuden  wir  also  um  I  triO  in  allen  größeren  Ilaussastädten  wissenscliaftliclie  Be- 
strebungen: inalikui>che  Dogmen  und  Hedit,  Logik,  und  was  zur  Bildung -adab- 
aiabischer  Studenten  gehört,  unter  großetu  Zudrang  eifriger  Haussaschuler. 

leb  mOchte  wnldut  nodi  auf  die  Eigwiaeltaften ,  Kleidung  und  Ge- 
werbe der  Haussas  eingehen,  weil  das  »im  Vmtlndnis  meines  eigentliclien 
Themas  notwendig  ist 

Die  Haussas  sind  mtüat  grofie,  schlanke  Gestalten,  Minner  wie  Frauen; 
einen  kleinen  Haussamann  sieht  man  ikst  nie.  Sie  heben  sich  vortdllialt  in 
jeder  Beziehung  von  der  N^gerbevölkerun-'-  al  .  Sic  sind  zwar  niicli  schwat  /.. 
haben  aber  kaum  etwas  negerhaftes  an  sich ;  sie  haben  schmale  Hände  luid 
Füße,  intelligente,  scharf  ausgeprägte,  wenn  auch  nicht  hübsche  Gesichts- 
zHge.  Auch  die  Frauen  sind  von  höhei  em  und  besserem  Wuclis  als  die 
Negerweiber.  Persönlich  sind  sie  tapfer  und  auch  krieg.slustig.  So  besteht 
z.  Ii.  die  ganze  Poli/.eitruppe  unserer  Togokolonie  aus  Haussas,  in  die  Schutz- 
tmppe  Kameruns  nimmt  man  auf,  soviel  man  bekommt.  Die  Engländer 
Iwbcax  die  Anwerbung  der  Haussas  leichter  als  wir,  da  sie  nach  der  Ab- 
machung mit  Frankreich  im  Jalure  1900  die  sImtUchen  Haussaataaten  be- 
kommen und  zum  Teil  auch  schon  soweit  in  Besits  genc»mmen  haben,  als  sie 
schon  englische  Residenten  an  den  Sitzen  der  Provinzialstatthalter  haben ,  die, 
mit  einer  persönlichen  Eskorte  verselicn,  mit  ihren  höheren  politisclien  An- 
schauungen imd  dem  Hinweis  auf  die  hinter  ihnen  stehende  engilsdie  Macht, 
immer  das  durchsetzen,  wa-s  sie  wollen. 

fialier  bestellt  auch  die  gesamte  »frontiere  force«  sowohl  der  englischen 
Güldk  iitjtenkolonie  wie  des  britischen  Nigeria  aua  reinen  Haussa- 
truppen,  iu  Nigeria  allein  (»000. 

Daß  sie  sich  gut  Ijewälirt  haben,  beweist  schon  der  Umstand,  daß  Deutsche 
wie  &i^indei-,  sie  gern  behalten  und  beruht  femer  auch  auf  ihrem  islamischen 
Eäugel&hl,  was  bei  den  sonstigen  Neidern  fast  gar  nicht  vorhanden  ist. 

Jeder  Hauna  besitzt  tine  hohe  Intelligenz  und  eine  lebhafte  Phantasie  | 
dies  sind  Momente,  die  ihnen  das  Fortkommen,  den  Bdfall  und  die  An* 
erkennung  sichern,  die  sie  auch  fern  in  der  Fremde  Qberall  finden. 

Wo  man  Haussas  triffi,  erkennt  man  sie  sofort  an  ihrer  einheitlichen 
Kleidung:  die  Minner  tragen  eine  weiße  Tobe,  weiße,  oben  weite,  nach 

18* 


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196  Lifpwt:  Bedentettg  d«r  HatuMuiktfoa  flir  anaereTogo-  n.  Kamerenkoloiiie. 

unten  sich  verrngomlr  Pluderhosen.  Die  \'ornehmen  und  Wohlliabtmden 
tragen  über  der  Tohe  noch  einen  Bnnnis  mit  riesiger  Bnisttasche.  Für  die 
Fuße  haben  sie  Sandalen  mit  gescinnackvollen  Stickereien  oder,  wr  an  sie 
zu  Pferde  sind,  hohe  Reiterstiefel.  Die  Frauen  tragen  gewtdinlicii  ein  Hemd, 
das  bte  zu  den  KnGdieln  reicht,  darüber  do  blaues  Umschlagtuch,  daa 
malerisch  um  Kopf  und  Schultern  drapla^  ist;  als  Schmuck  dient  ihnen  eioe 
an  roter  Schnur  um  den  Hals  hiogende  MessingmOose  oder  ein  drd* 
eciciger  Achat  WIhrend  die  Mftnner  sidi  nadi  mohammedanischer  Sitte 
den  Kopf  rasieren  lassen,  tragen  die  Frauoi  Frisuren,  die  an  den  bayeri- 
sch«! Raupenhelm  erinnern. 

Die  Bevölkerung  nährt  sich  von  Ackerbau,  Handwerk  und  Handel; 
der  Ackerbau  wird  fi  eilich  noch  mit  der  !I?irl<e  K»*(rielien.  ^TaTu  h^T  Besitzer 
baut  die  TictreidearU^n  und  Baumwolle  auf  venscliiedenen  Farmen.  Die 
Üiiiigung  des  Ackers  mit  Viehdnng  i.st  auch  ihnen  bekannt 

Von  den  gewerblichen  Zweigen  steht  die  Textilindustrie  an  der  Spitze; 
ihre  Produkte  bezeichnen  am  besten  den  hohen  Kulturstand,  auf  dem  das 
Volk  steht.  Das  Material  su  dm  Oewebtta»  die  Baumwolle»  wird,  wie  wir 
soeben  gesehen  haben,  im  eigenen  Lande  auf  BanmwoIIfarmen  In  guter 
Qualität  gewonnen.  GeschlfUge  Weiber  spinnen  denn  den  festen  Faden, 
der  entweder  gebleicht  bleibt  oder  blau,  rot  oder  grün  geflirbt  wird.  Daraus 
werden  dann  lange,  schmale  Streifen  gewebt,  bei  denen  man  nicht  bloß  die 
Haltbarkeit  und  Feinheit  des  Gewebes,  sondern  aucYi  den  Geschmack  im 
Muster  bewundern  muß.  Aus  diesen  Streifen  verfertigt  dann  der  Schneider 
Hosen.  Toben,  welche  letzteren  bei  den  Reichen  schone  V'erüeruogen  durch 
uiübsante  und  kunstvolle  Seidenstickerei  erhalten. 

Nachstdem  ist  die  Ledei  indusu  ie .  die  von  den  Gerbern,  Firk>em, 
Sattlern  und  Schuhmachern  betrieben  wird,  zu  nennen. 

Nachtigal  im  III.  Bande  seines  Werkes  -Sahara  und  Sudih«  luficrC 
sich  darOber:  «WIhrend  in  den  Hanssastaaten  vortreffliche  Baumwollen» 
Stoffe  verfertigt  und  ebenso  geschmackvoll  als  reich  versiert  werden,  wIhi«od 
das  von  Haossaleuten  gegerbte  Ziegenleder  mannigfaeh  geflrbt  und  an 
den  zierlichsten  Arbeiten  verwendet  wird,  hat  Wadai  nichts  dergleidien«; 
und  Dr.  SchHIing  besUttigt  das  im  XIII. Bande  des  Kolonialblattes,  wo  er 
nber  Pferde-  und  Viehzucht  in  Nordtogo  spricht:  »Die  Behandlung  der  Felle 
der  geschlachteten  oder  eingeganjjrnen  Rinder  wird  wohl  nur  vrm  <b'n  Haussas 
geübt,  welche  dieselben  —  meist  aber  die  billigen  Ziegenteiie  —  7U 
den  bekannten  Lcderarbeiten  verwenden,  als  da  sind  .Sandalen,  Keilersliefcl. 
Sültel,  Ledertaschclien ,  um  den  Hals  zu  hängen,  unt  üoldstaub  oder  Briefe, 
die  drei  Monate  durch  die  Wüste  von  Tripolis  nach  Sinder  und  Kaao  trans- 
portiert werden  sollen ,  vor  Feuchtigkdt  oder  Veriieren  an  bewabreD.* 

Dazu  kommen  dann  Matten-  und  Korbflechtereien;  die  Mattmi  werden 
gewöhnlich  In  roten ,  blauen  und  grQnen  Mustern  durcheinander  gearbeitet, 
so  daß  sie  in  besug  auf  die  Farbenpracht  mit  den  persisdien  TeppidMn 
rivaUsieren  können. 

Auch  die  Metallarbeiter,  Schmiede,  Gelbgießer,  Goldschmiede  liefern 
die  zu  Angriff  und  Verteidigung,  Ackerbau,  Hauswirtschaft  und  Schmuck 


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Lippkrt:  Bedeutung  der  Haussanation  fllr  unsere  Tog^-  u.  Ranienuikolonie.  197 

dienenden  Gegenstände  stets  in  kunsUeriscbeo  Formen»  die  dann  ,auch  io 
fremden  Landern  gern  gekauft  werden. 

}I(K'h  entwickelt  ist  sciiließlich  auch  der  Handel,  der  die  Licblings- 
Lcsehiiftigiing  aller  Stände  tmd  Altersklassen  Inhlet  und  mit  großer  Schlau- 
heit und  Gewandtlieit  hetriebeu  wird.  Grußkitulleute  gehen  weit  Qber  die 
Oremen  ihres  Reiebes.  An  den  idbnttiehen  Het^dsplitsai  der  Guinea* 
küsle,  in  Lagos,  Aneeho,  Lome,  Akra  und  sdLbat  In  Freetown, 
ebenso  in  den  Hauptemporien  der  Sahara  wie  Oit  und  Gadames  und  der 
NordkOste  in  Alger,  Tunis  und  Tripolis,  und  sogar  an  der  Ost- 
kQste,  in  Kairo  und  Massaua,  sind  sie  manchmal  in  Kolonien  von  2000 
und  mehr  Köpfen  zu  finden.  In  den  beiden  letzten  Orten  wohl  wegen 
ihrer  Wallfahrt  nach  Mekka.  Natürlich  werden  auch  alle  bedeutenderen 
Haupthandels|)lät7.e  innerhalb  der  Perijiherie  der  genannten  Orte  von  ihnen 
besucht Bei  diesen  manchmal  iiber  1000  kut  weiten  Reisen  können  sie 
mir  in  größeren  Karawanen  ihre  Straße  ziehen,  die  eine  zweckmäßige  Or- 
ganisatiun  haben.  Der  Uitii])tliiig  der  Karawane  führt  nuf  Haussa  den  Titel 
•Madugu«,  der  Streitigkeiten  unter  den  verschiedenen  Mitgliedern  zu  schlichten 
luit  und  Oberhaupt  die  Rolle  des  Kadi  spielt  Mit  »Gagaba«  bexeichnet  man 
di^enige  PersTinliehkeit,  die  namentlieii  durch  die  WQste  lur  den  richtigen 

SU  sorgen  hat,  und  dann  auch  mit  Fürsten  wegen  der  Erlaubnis  zum 
Handel  auf  dem  Markte  ihrer  Residenis,  odor  mit  den  Tmreghluptlingen 
wegen  V'erhandlungen  Uber  die  Hohe  des  Zolles  (ur  die  Passage  ihres  Ge> 
bietes  in  Verbindung  treten  muß.  Bei  ihren  weiten  Reisen  Hbernachten  sie 
gewohnlich  nicht  in  Dörfern;  dagegen  errichten  sie  anfallen  großen  Ilandels- 
routen  immer  auf  Tagemai-sciilänge  eine  Anzahl  ])riinitivpr  rnfuler  Unter-  . 
kunftshutten  aus  Gras  —  Song«  genannt  — ,  welche  meist  in  geschützter 
Lage  und  in  der  Nahe  eines  Wassers  liegen.  Diese  Hutten  bleiben  natürlich 
stehen,  werden  auch  von  späteren  Karawanen  benutzt  und  auch  von  den 
benachbarten  JESngelwrenen  geschont,  gerade  so  wie  unsere  AlpenhQtten. 

So  lebten  die  Haussa  auf  einer  rdati^  hohen  Kulturstufe;  sie  trieben 
schon  tun  1500  einen  tebhalken  Export  und  Import,  indem  um  diese  Zwt 
ihre  Karawanen  schon  die  ganze  Sahara  in  dreimonatiger  Wanderung  durch- 
querten, bis  sie  Elfenbein,  Straußenfedern  und  die  Produkte  ihrer  hoch- 
stehenden Heimatsindustrie  und  wohl  auch  Sklaven  auf  die  MtrktO  von 
(rät,  (Jadanics,  Tri{)olis,  Iiengäzi  brachten  und  hier  feilboten;  wenn  sie 
ihre  Waren  verkauft  oder  j;e^en  eiirnpaisphe  Artikel  einf»etaii.scht  halten, 
nahmen  sie  iiiren  Weg  wieder  nach  der  Heimat  aus  den  ^enaruiten  nord- 
afrikanischen Städten.  Jährlich  eitunal  kamen  aber  auch  die  reichen  ara- 
bischen Kaufleute  ihrerseits  nach  dem  Sudan,  um  auf  dem  berühmten  Markte 
des  großen  Emporiums  von  Kano,  dem  Handeiszentrum  des  ganzen  inneren 
Afrikas,  ebenfalls  Elfenbein,  Straußenfedern  und  Sklaven  einzuhandeln. 

So  veiging  die  Zeit  etwa  300  Jahre  hindurch  von  1500  bis  zu  An&ng 
des  19.  Jahrhunderts.  Um  die  Zeit,  wo  Napoleon  die  politischen  Um- 
wÜzungen  in  Europa  schuf,  hat  auch,  und  zwar  im  Jahre  1802,  ein  fana- 


1  In  Knmasai  «ollen  5000  Hausaas  leben. 


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198  Lippbot;  Bfldeiitmig  der  Haossaiuitioit  fftr         Togo>  n.  Knnerankolanle. 

tischer  Fulbeschcirli  dm  Sutlan  und  die  gesamten  IlTris^nsLriateii  revoliitioiiiet  t 
und  nach  anranglii  licn  Nn-derlaf^Pii,  nach  blutig<'n  kämpfen,  die  c-tvva  \->  .Inhre 
hindurch  dauerten,  unter  seine  Herrschaft  gebraclit.  Da  aus  der  Fulhe- 
nation  gegenwärtig  alle  Sultane  unseres  nördliclien  Kameruns,  nach  dem 
firobei-er  AcUunaua  genannt  rieh  rekniticareiiy  so  verdient  ihre  iiörperllclie 
Schilderung  und  Geschichte  niher  betrachtet  zu  werden. 

Ihr  TypoB  weicht  von  dem  der  N^er,  Sudan-  wie  Bantuncger,  weit  , 
ab.  Er  gleicht,  soweit  sie  sich  rdn  erhalten,  d.  h.  dareb  Ehe  mit  Negerionen 
niclit  vermischt  haben,  völlig  dem  kaukasischen  Typus,  insbesondere  bd 
der  FOrsteniamili '  in  Ti'-nti  und  den  Bororoinädchen  bei  Banyo. 

Von  dem  Sultan  Ainalamu  von  Tibati,  bei  seinem  ersten  Besuch  bei 
ihm,  sa<^t  der  dntnnliijje  Olicrleutnant  Morj^en  in  seinem  Werke  »nnrelt 
Kamerun  von  Süd  nach  Nord«  S.  26t}:  »Anf  dem  grüßen  Platr.  erblickte  ich 
vor  den  liSusem  de«  Häuptlings ,  welche  durch  ihi  c  Große  und  Snulu'rkrit 
sich  vorteilhaft  von  den  übrigen  abiioben,  einen  Haufen  Bewafl'neter 
stellen.  Hinter  ihnen  zeigte  sich  ein  bildhübscher  Jüngliogskopf  mit  auf- 
fallend heller  Gedchtsfai-be.  Die  tiefblauen ,  mandeUonnigen  Augen  blickten 
mich  neugierig  und  schüchtern  sogleich  an.  Der  untere  Teil  seines  Gesidits 
vom  Munde  ab  war  durch  einen  Gesichtsschleier,  die  Stirn  durch  einen 
riesigen  weifien  Turban  verdeckt.  Dieser  JOngliog  mußte  unzweifelhaft  der 
Sultan  sein.«  Und  ebenda  S.  271  bei  ^nem /.weiten  Besuch:  'Von  seinem  schönen 
Gesicht  waren  wieder  nur  Augen  und  Nase  zu  sehen;  der  mächtige,  schnee- 
weiße Tiirliaii  und  der  daran  befestigte  Litani  verdeckte  die  ultrigen  Gesichts- 
teiie.«  Er  spricht  im  \'erlanf  finer  Schilderung  auch  noch  von  seiner  woiil- 
geformten,  ja  eleganten  lirsclieimmg. 

Ebenda  S.  294  —  295  sagt  Morgen,  der  einen  mehrere  Tage  wahren- 
den Autenthuk  in  Banyo  naluu:  »Bereits  am  Morgen  hatte  ich  zwei  Ex- 
pedi^nsIeulB  vorauq^cbickt,  um,  >vie  es  in  diesen  Gegenden  Qblich  ist, 
unsere  Ankunft  beim  Hiuptling  anzumelden.«  Bei  der  Ankunft  erfuhr  er, 
daß  der  Sultan  Usmiou  von  Banyo  im  Kriege  abwesend,  und  sein  Vertreter» 
seine  stob»  Gattin,  nicht  gewillt  sei,  die  Expedition  in  die  Stadt  einzulassen, 
^e  war  die  Tochter  des  großen  Königs  von  Yola,  der  damals,  1891,  noch 
der  Oberherr  aller  im  deutschen  Adamaua  goldenen  Fulbesidtanate  war. 
Morgen  wollte  sich,  ohne  sich  auf  Verhandlungen  cln/ulassen.  nach  Gaschaka, 
einem  andern ,  nordwestlich  von  Banyo  belegenen  Kjjlliesultanat  begeben, 
als  ihm  ein  sclinelUußiger  Pulo '  nachgelaufen  kam:  »Die  Königin  ^rfißt 
und  bittet  dich,  einige  Tage  am  Orte  y.u  verbleil>pn,  um  dich  für  d^^n 
Weitennarsch  7.u  stärken.«  Während  die  Expedition  noch  mit  dem  Aufbau 
der  Zelte  200  m  von  Banyo  auf  einer  Wiese  am  Mao  Banyo  beseUtftigt 
war,  kamen  Mftnner  und  Weiber  aus  dem  Orte,  um  der  Expedition  Proviant  zu 
verkaufen.  Waren  es  in  letaler  Linie  l>esonders  die  Haussafrauen  gewesen,  die 
ihnen  Fleisch,  Korn  und  andere  Nahnu^gsmittel  zum  Kaufangoboten  hatten, 
so  erhielten  sie  hier  eine  starke  Konkurrenz  an  den  bis  in  diese  OcigcodeD 
nomadisierenden  Fulbe  vom  obem  Niger. 


*  Siag.  von  Fulbe. 


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Lippskt:  B«deatiing  der  Hsnssafiatioii  flir  unsere  Togo-  v.  Ramemnkolonie.  199 

M()ri;en  fährt  fort:  •Hellgelbe,  bimmle  Gestalten,  noch  kauka'?i«^cher 
au.s-sehen<i  als  die  iiaiiptlingsfainilie  in  Tibati,  kanten  mit  ihren  Kalebassen 
des  Weges  daher.  Und  icli  wollte  meitien  Augen  kaum  trauen,  als  ich  den 
Inlialt  derselben  entdeckte;  was  boten  sie  feil?  Die  schönste  Buttermilch, 
die  frischeste  Butter,  wie  men  sie  ie  Europa  selbst  nicht  besser  haben  konnte.« 

Ihre  ui^[)inngiichen  Sitze  lagen  in  Senegambien,  wo  sie  auch  jetxt  noch 
die  Hehncahl  4er  BevIKkerung  bilden.  Nomaden  mit  Pferde-  und  Rinder- 
sucht,  be^nnt  ein  Teil  von  ihnen  schon  im  15.  Jahrhundert  mit  seinen  Herden 
nach  Osten  7.u  wandern  und  war  gegen  Ktide  des  18.  Jahrhunderls  auch 
schon  in  die  UaussalSnder  eingedrungen ,  als  Nomaden  schweifend ,  von  den 
Herrschern  geduldet,  vom  Volke  verachtet,  gerade  wie  bei  uns  die  Zigeuner. 
Charakteristisch  fTir  die  Ftilhe  im  Geirensttz  /u  andern  mohammedanischen 
Sudanstämmeti  war  ihr  religiöser  Fanati.siiiiis.  Dieser  Fanatismus  hat  auch 
den  Anstoß  /u  dem  schon  oben  erwähnten  gri'iiid liehen  Umsturz  in  den  po- 
litischen \'erhäUnissen  der  Haussnstaatcn  gegeben. 

Es  war  im  Jahre  1802 ,  ala  im  Lande  Göbir  der  berOhmte  Folbescheich 
Osmin  da-n  Födio,  der  auch  Prinxenerzieher  des  damaligen  Königs  war, 
sein  Streben  nadi  politischer ^acht  mit  einer  religiösen  Bewegung  au  ver- 
binden und  seine  Volk^enosscn  aiun  Kampfe  gc^en  den  König  von  GoHir 
so  err^en  wuSte*  indem  er  sie  durch  schwungvolle  religidse  Gesinge  zu 
hiCchster  Begeistemng  entllatmnte.  Trotz  anfanglicher  Niederlagen  bdiauptete 
er  sich  unter  dem  Zulauf  seiner  fanatisierten  Stammesgenossen  aus  den  be- 
naclibarten  Haussastanten  gegen  den  Konig  von  Oöbir  iinrl  gewann  auch 
zuletzt  einen  glänzenden  Sieg  in  einem  hartnäckigen  Hingen,  in  dem  der 
KOnig  von  uoliir,  ebenso  wie  sein  Verbündeter,  der  Konig  von  Asben,  Jielen. 
Mit  der  Eroberung  Clöbirs  begnügte  sich  aber  Osmän  nicht,  sondern  schickte 
seine  Generale  zu  gleicher  Zelt  nach  den  andern  Haussastaaten,  die  sie  nach 
15  jährigen  blutigen  lUmpfcn  trotz  des  hartn&ckigen  Widerstsndes  der  Landes- 
forsten  audi  eroberten.  Die  politischen  Verblltnisse  des  Volkra  loderten 
sich  iast  gar  nicht,  nur  daß  die  angestammten  Landesherren  durch  Fulbe- 
gouvemeure  ersetzt  wurden ,  und  die  bisher  unabhängigen  Staaten  wie  Kano, 
Katsena,  Saria,  Bautschi  und  andere  zum  Kaiserreich  Sokoto  vereinigt 
worden,  nach  dem  Namen  der  von  Osmin  da-n  Födio  neu  g^rQndeten 
Beaidenz. 

In  den  zw"anziger.laliren  des  vorigen  Jahrhunderts  hat  sicii  dann  der  Full)e- 
hauptling  Adama  in  <h*ni  Königreich  der  Hattalieiden  Fu  Mihi  na  ein  Reieh  ge- 
gründet und  Yola  zu  seiner  Hau[)ts{adt  gemacht.  Das  Land  bekam  nach 
dem  ELroberer  den  Namen  Adamaua;  und  von  Yola  haben  sich  dann  wohl 
mehr  als  40  Fulberelehe  gebildet,  deren  Herrscher  Lamidos  hießen,  und 
die  an  d^  Peripherie  vid  michtiger  waren  als  ihr  Oberherr,  der  Emir  von 
Yola,  den  sie  aber  als  ihren  Oberherm  anerkannten,  ihm  auch  Tribut  zahlten. 
Der  Emir  von  YoU  hat  aber  seinerseits  seinen  Suserin  in  dem  Sultan 
von  Sokoto. 

Nach  der  Eroberung  des  Hanssalnndes  setzten  sich  die  Fulbc  zum 
größten  Teil  in  den  Städten  fest,  mischten  sicii  mit  den  Haussas  und  ver- 
loren aUmlhlich  ihre  Sprache  und  ihre  charakteristischen  ÜjgentQmlicbkeiten 


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200  Ltramr:  Bedentvag  d«r  Hmannatlon  für  wmn  Togo»  a.  KamomnkoloDM. 

bin  auf  die  Bororos,  die  ihretn  liirteustaiide  unvertiiischt  mit  Ileiden- 
stiniinen  hin  auf  den  lieutigea  Tag  treu  gebliebeu  sind.  So  herrsclieti  die 
Fulbe  jetzt  eigentlich  nur  dem  Namen  nach  Ober  die  Linder,  deren  Be* 
vSlkerangskenii  die  HauaMs,  dank  ihres  Ktütiintandes  eine  unverwQatliclie 
Lebenskralt  bekunden. 

Wdt  entfernt,  sich  von  diesen  langen  imd  blutigen  Kimpfen  nieder- 
drücken zu  lassen  —  tbre  politische  Stellung  änderte  sieb  j*  unter  der  neuen 
Herrschaft  nicht  trieb  doch  ihr  Unternehmungssinn  sie  noch  mehr  in  die 
Ferne  als  vorher.  Jetzt  wurde  ihre  Handelsrichtung  besonders  der  Süden, 
sudlich  des  ünterlaufs  des  Bernie  und  westlich  vom  Unterlauf  des  Niger.  In 
allen  llaiuleKsstadten  der  Guineaküste  findet  aian  Ilaussasiedlungen,  die, 
wenn  sie  sich  an  einem  Ort  ansa&üig  «gemacht,  sofort  üire  Moschee  bauen, 
von  deren  Zinne  man  die  Gebetrufe  de^  Mueddin  hört,  und  so  durch  ihr 
religiüses  Beispiel,  ihre  reichere  Kleidung,  ihre  höliere  Kultur»  ganze  Hi»dea* 
stimme  ohne  Überredung  sum  Idam  bekehren;  denn  fanatisch  bez&glicfa 
ihrer  Bcdigion  sind  die  Uaussas  im  Gi^nsats  au  den  Fulbe  nicht.  Wenn 
die  fetischistischen  Heiden  sum  Islam  Obertreten,  geschieht  das  in  be- 
greiflicher Nachahmung  dner  spontan  Hglicb  beobachteten  h5heni  Kultur. 

\^on  der  Herrschan  im  eigenen  Lande  surQckgedrSogt,  breitet  sich  die 
Haussanation  um  so  kräftiger  im  friedlichen  Verkehr  Ober  alle  benachbarten 
Laiidesteile  aus  und  verschaflTt  seiner  Spraclie  immer  weitere  (ieltiiny.  Im 
ganzen  Nun!-,  Mittel-  und  Südtogo  lieri-scht  bereits  die  llati»-s;tspi-aclie ,  wenn 
auch  in  dialektlich  etwaü  verdorbener  Form .  als  Verkehrssi)rache.  KHenso 
in  Kamerun,  von  der  sudlichsten  Zone  des  Haussahandels,  den  Ba\a-, 
Maka-  und  Bomomestämmeo,  bis  zum  Tschadsee  hinauf.  Und  damit 
kommen  wir  xu  unserem  eigentlicben  Thema?  der  Bedeutung  des  Haussa- 
▼(dkes  für  unsere  Togo-  und  Kamerunkolonie. 

L  Togo. 

1.  Nordtogo. 

Wenn  wir  mit  Togo  begmnen  und  wie  die  Hausüas  von  Norden  nach 
Süden  vorgehen,  so  finden  wir  schon  im  Norddistrikt,  im  Gebiete  der 
Mangu,  Haussasiedlungen.  Sansane*  Mangu,  die  Hauptstadt  des  Landes 
und  auch  deutsdie  Station,  hat  schon  dne  große  2!ahl  Hausse  als  stindige 
Bevolkenmg.  Die  Mangoleute  dnd  tOditige  Viehsüchter;  neben  dem  Kldo» 
rieh,  Ziegen  und  Schafe,  haben  sie  zahllose  Pferde,  Elsel  und  Binder. 
Tausende  von  Rindern  werden  von  diesem  Lande  durch  Ilaussakarawanen 
nach  dem  Snden  Togos,  wo  sie  keine  Rinder  haben,  als  Schlachtvieh  ex- 
portiert. ^'iHe  Hinder  werden  aber  aucli  im  Lande  selbst  jjf schlachtet; 
denn  die  Marij:iilcute  .sind  nnch  starke  FIcisrhesser,  und  di»'  Flfisrherei 
bildet  ein  angesehenes  Gewerbe,  das  ziuneist  in  den  Händen  der  Kaussas 


*  ikmmme  bedeutet  im  Uanssa  •Fddlagar«,  in  Kamenua  •Sansend«  ansge- 

^iroebeo. 


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LiPFnr:  Bedentong  der  HauMimtlon  fitr  onaara  Togo-  «.  KMnemnkoloaie.  201 

liegt.  Von  den  Haussas  liabcn  die  Maii^iiieute  auch  verschiedene  Hand- 
werke übernommen;  so  hetr('il)t  man  Weberei,  Flechtcrei  und  Schniiede- 
kunst.  Die  I'Iiv.eugni^se  tliesei  Handwerke  kommen  auf  den  vielen  Märkten 
des  Landes  zum  Verkauf»  von  deaea  natSrlich  der  von  Mangu»  wo  sicli 
Olglicb  4000 — 5 000  Menschen  versanuneln,  der  wichtigste  ist  Viele  Produkte 
dieser  Manguindustrie  gehen  audi  mit  Haussakarawanen  nach  Salaga  und 
Kete-Kratsche.  Auf  der  Rückkehr  nach  Manga  bringen  diese  Karawanen 
nebst  europäischen  Artikeln  wie  Salz,  Pulver  und  Gewehre,  auch  Köln- 
nCtsse,  die  sie  in  8alaga  und  Ateohu  im  Hinterlande  der  englischen  Hi  l  U 
kfistenkolonie  kaufen,  mit  und  importieren  sie  auch  in  die  Ilaussaländer, 
wn  die  Kolanuß  al.s  OennDmitte!  leidenschnftlich  gekaut  wird»  wic nuui  bei  UOS 
den  Prieuitabak  oder  die  Zigarre  f^ebrauclit. 

Auf  dem  Markte  von  Dadaura,  der  Hauptstadt  vun  Tschautscho, 
verkaufen  zahlreiche  Haussahändler  Mützen,  Gewänder,  Toben  und  sonstige 
kuosIgewerbUche  Produkte  ihrer  Industrie.  Auch  Bimbila,  von  wo  die 
Karawanenstrafie  nordwirts  fiber  Yendi  naeh  Sansane  Msngu  läuft»  und 
die  im  «lahre  1890  von  Oberleutnant  Kling  aüfgesueht  wurde,  liegt,  wie 
Kling  sagt,  Inautten  au^edehnter  Felder  und  Itat  etwa  3000  Hütten.  Die 
Stadt  ist  auch  eb  wichtiger  und  von  udihreieben  Haussas  besueiiter  Handels- 
markt. In  dem  etwas  westlich  von  BimbiU  belegenen  Napasi  tnif  Kling 
eine  aus  etwa  2000  Mann  bestehende  Haussakarawane,  und  ähnUch  stMrk 
besucht  soll  der  Markt  der  nrndlich  davon  belegenen  Stadt  San  Sugti  von 
Haussa.s  sein.  Im  Lande  Dagoinba  gehen  die  äiineren  Männer  nielir  oder 
weniger  naeUt.  die  Heichen  aber  haben  schon  Haussagewandung,  dazu  Turban 
und  Sandalen. 

2.  Mitteitogo. 

Wenn  wir  nun  weiter  s&dwirts  gehen,  gelangen  wir  im  östlichen 
BÜtteltogo  SU  der  groflen  Landschaft  Atakpame,  dessen  Bewohner  «nfrig 
dem  Handel  obli^en.  An  mehreren  Stdlen  des  Landes  linden  r^selmißi^e 

]\!Srkte  statt;  der  größte  ist  aber  doch  Atakpamestadt  selbst»  WO  tum  grofien 
Markt  sich  5000  —  (5000  Menschen  einfinden.  Neuerdings  —  und  zwar  nach 
Errichtung  der  deutschen  .Station  in  Atakpanie  —  hat  sich  der  Marktverkehr 
noch  lebhaft  gesteigert  durch  Zugang  und  Durchzug  von  Karawanen.  Nicht 
nur  Händler  von  der  Küste  —  danintci-  auch  Weiße  —  haben  sich  eiii- 
ge-Htellt  unti  zum  Teil  in  Atakpauie  niedergelasjjen ,  sondern  es  kcjnunen  von 
Norden  her  auf  der  jetzt  geöffneten  Karawanenstraße  Hunderte  von  Haussa- 
leuten*;  diese  bringen  ihre  Erzeugnisse  teils  schon  in  Atakpame  zum  Ver- 

'  Oberlentnant  Freude,  zur  Zeit  stell  vertretender  Stationschef  von  Atakpanie, 
schreibt  mir  unter  dem  2S.  MTm  1007:  »tlaussaa  gibt  es  hier  überall,  bi  Jcd«ni  Dorf 
mit  Herberge  l'Or  Händler,  Triiger  usw.  friidet  man  sie.  Auch  hier  in  Atakpame  sind 
Flwaeber  und  Händler  Hauasas.«  äprigudc  Mkgt  iu  der  Deutschen  Kolonial  -  Zeitung 
vom  11.  Mai  1907  in  aeinem  Anlsatt  >Ein  Ausflog  nadb  Togo«:  »Oberraachend 
schon  präsentierte  sich  mir  bd  meinem  Eintritt  dw  Ort  Atakpame . .  *  Vor  dem 
Sadausgang  die  ausgedelinte  HerlMtfe,*bei  meiner  Anweaanhdt  von  hnndertCD  von 
HaoasahändJern  belebt.« 


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202  Limntr:  Bedatttnng  der  HawMnation  Ar  unsere         a.  Ramenukoloiiie. 

kauf,  teils  /.ielifii  sie  weiter  his  zur  Küste  nacli  Lome  und  Anecho,  um 
fill'  den  Kilüs  iluei*  Waren  Piodiikte  europäischen  Uraprungs  7.u  ei-steheo, 
wie  Perlen,  iStoffe,  Measingstangen,  Pulver  und  Gewelire,  Salz'  und  Schnaps. 

Die  Hauptniederlassung  der  Hauasas  in  Mitteltogo  nieht  b1o0,  sondern 
im  gesamten  Togogebiet  ist  Kete,  10  Minuten  vom  Voltafluß'  gelegen.  Eine 
halbe  Stunde  W^ea  von  Kete  Uegt  die  alte  Königs-  und  Fetischstadt  Kratsehe, 
weshalb  die  hier  1894  angelegte  deutsche  Verwaltungsstation  auch  den  Namen 
Krtc- K  ratsche  bekommen  liat  Während  das  heidnische  I^ratscfae  nur 
300  Hütten  hat,  soll  Kete  nach  Dr.  Biittner  im  >Uberseeischeu  Deutsehland« 
3000  Iliittcn  linhf  ii.  also  10  mal  so  groß  wie  K  ratsche  sein;  die  Zahl  der 
in  Kete  lebenden  ilaussas  beträgt  8000  Köpfe. 

Die  Rf  li^ion  der  Kingeborenen  Togos  ist  Fetischdienst.  Viel  uiächtiger 
als  irgendwt»  im  Togulande  herrsciite  in  Ivratsche  der  Fetisch  Odente  und 
sein  Oberpriester  Bo.somfo.  Zahlreich  sind  auf  dem  Wege  von  Kratscbe 
nach  Kete  die  GriUier  der  in  derOiftjwobe  Ermordelea,  dto  Opfer  des  all« 
mächtigen  Pettachpriesters  Bosomfo ,  bis  dieser  endlieh  seines  verbrecfaerisebeB 
Treibens  wegen  von  der  Togohinterlandexpedition  vor  Geriebt  gdaden  und 
standrechtlich  erschossen  wurde.  Sogar  der  eigentliciie  König  von  Kratsehe 
war  gegen  ihn  ohnmficlitig,  gescliweige  denn,  dafl  nieht  die  Haussas  in  der 
ersten  Zeit  Ihrer  Ansiedluog  in  Kete  von  seiner  sehikanösen  WittkQr  zu 
leiden  hatten. 

Hören  wii'  einen  Bericht  von  l'remierleutnant  v.  Döring*  vom  Iii.  M.ü 
1894  darüber:  »Die  Stadt  Kete  ist  nur  von  Hmissn.s  nnd  .imlprn  mohaininetia- 
nischen  Fremden  bewohnt.  Die  Hanssabevölkernng  bewoimt  das  Zentrum, 
die  Freuideu  leben  in  getrennten  Kulunien  an  der  I'eripherie.  Die  liaus^^aa. 
halten  r^n  Verkehr  mit  dem  Mutterlaode.  Von  Ngaundere  und  Yola,  von 
Kano,  von  Bornu  und  Bagirmi  treffen  Leute  Iiier  ein.  Ich  traf  mehrere 
Haussas,  die  Timbuktu  und  sogar  Tripolis  an  der  MittelmeerkOate  besudit 
hatten ,  Beispiele  l&r  den  diesem  Volke  innewohnenden  Wander-  und  Hau- 
ddstrieb.  Auf  dem  RSckmarsch  traf  ich  eine  wohl  300  Köpfe  lAhlende 
Haussakarawane ,  die  frischen  Zuzug  aus  Sokoto  brachte.  Sie  führte  eine 
Menge  beladener  Pferde,  Buckelrinder  und  wohl  t»0  oder  mehr  Esel  mit  sieb. 

Leider  sind  die  Verkelii-sverlialtnisse  in  Kete  denkbar  ungünstig. 
Hanl),  Dieb.stald,  Betrug  nnd  mit  diesen  \  erbreclien  v'erbnndene  Miß- 
liandiuiigen  sind  nlltägliehe  \'orkummnisse.  Die  Kratsciieieiite  plüudeni 
täglich  den  besetzten  Markt,  netnncn  das  Eigentum  der  Haussas  fort,  ohne 
auch  nur  einen  Schein  des  Hechts  zu  haben  oder  einen  solchen  vorzu- 
schOtzen. 

Die  Sede  aller  dieser  Unruhen  ist  der  Fetisdipriester  von  Kratsehe, 
Bosomfo }  er  hatte  es  gewsgt,  mitten  auf  dem  Markte  von  Kete  ein  Haus 
zu  bauen  und  darin  eine  Marktwaehe  zu  postieren  oder  besser  ebe  Rinberw 
höhle  einzuriditeu.  Er  hatte  femer  auf  dem  Wege  nadi  Lome  südlich  der 


<  Salz  ist  ein  Pliodiakt,  das  im  gansstt  Sudan  nicht  voikomnt. 

'  Greil/ Oiiß  gpg<^ii  f*ri'jr!i"äf"''*'s  Gebiet. 

*  Jetzt  Haaptmaon  oud  btationacbef  von  Atakpame. 


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LirpKKT:  Bedeatuiig  dor  Hatusanatloii  AmnsereTogo-  u.  Ktmarnnkolonie.  203 

Stadt  Kete  und  auf  dem  Wege  nach  Sal.ipjn  pnrdlicli  von  Kete  einen  Znnn 
und  fin  paar  IlHlten  erhaticn  lasscM,  wo  jeder  einzeln  voniberkoininende 
Hausju-iliändler  gejdundert,  oft  auch  noch  gebunden  und  geniii^handelt  wurde. 

Bei  meiner  Ankunft  in  Kete  am  \2.  Mai  181)4  wurde  ich  deshalb 
mit  Jubel  begrüßt.  Ich  hatte  Gelegenheit,  mich  bald  zu  tiberzeugen,  daß 
die  saiilreiehen  an  mich  gelangten  Klagen  kebesweg*  übertrieben  waren, 
sondern  in  der  Tat  Raab  and  Diebstahl  an  der  Tagesordnung  waren.  Selbst 
wifarend  meiner  Anwesenheit  kamen  solche  FUlle  mehrfoch  vor.  Ich  habe 
dann  stets  die  Schuldigen  aufs  strengste  bestraft,  das  Marktbaus  und  die 
ZoIIsSune  niederreißen  lassen,  den  Fetischpriester  Bosonifo  zu  mir  beschie^ 
den  und  ihm  unter  Androhung  schwerer  Sti*afen  fOr  sich  und  seine  Unter- 
tanen die  Plundernnfiien  strengstens  tiritcrs.tgt.« 

V.  Döring  piädiei't  zum  Schlüsse  des  Ar  tikels  i'i'iv  die  Eiiu'ichtung  einer 
Station  in  Kete-KrHtsclie ,  und  das  ist  auch  früher,  als  er  vielleicht  liofTte. 
erfolgt.  V.  Döring  sel>«t  wurde  am  Hl.  Dezember  desselben  Jahres  zum 
Stationsleiter  in  Kete  -  Kratsclie  ernannt,  und  konnte  jetzt  auch  die  Aus- 
sdireitnngen  der  FeÜ^prlester  im  genmtan  Kratschegebiet  unterdr&eken.  Der 
Oberpriester  Bosomfo  Iiat  ja  seine  verdiente  Strafe  durch  die  Kugel  gefunden* 

Daß  schon  vor  1894  in  Kete  unruhige  VeridUtnisse  geherrscht  Iiatten, 
auch  unter  den  Hsussa  selbst,  beweist  uns  dn  Bericht  von  Hauptmann 
Kling,  der  im  JuH  1891  von  der  TogokQsle  att%ebrochen  war  und  aber 
Bismarckburg  nach  Kete  reiste,  -der  großen,  hauptrildilich  von  Haussas 
bewohnten  Handelsstadt  von  Kratsche«. 

Sein  Erschpinen  hi**r  verhinderte  ein  allgemeines  Blutbad  zwischen 
den  Anhängern  der  beiden  um  die  Herrschaft  krunpfenden  Haussah&uptlinge 
Dsofo*  und  Abu  Badu  Hauptmann  Kling  versulmte  beide  in  Gegenwart 
eines  Haussa])nesters  und  bestätigte  dann  den  bereits  fri'iher  von  Kapitän 
Firmiugei*'  als  ersten  Häuptling  eingesetzten  Dsufo,  während  Abu  Badu  als 
zweiter  bestätigt  wurde. 

3.  Sndtügo. 

Auch  Sudtogo  wird  schon  von  Ilaussakarawanen  durchzogen  imd  sie 
hal)en  auch  schon  die  Küste  erreicht;  in  der  Hauptstadt  der  Kolonie  Lome 
geht  eine  große  Haussasiedlung  ihrem  Erwerbe  nach  und  besitzt  auch  schon 
eine  Moschee. 

Im  Jahre  1895  meldet  der  stellvertretende  Landeshauptmann  von  Togo, 
daß  drei  von  vier  Leuten,  die  der  Amtsvorsteher  Gropp  in  Lome  nach 
Misahöhe  gesdiickt  hatte,  den  aufstftndischen  Towe  (in  der  Nlhe  der  KOste) 
in  die  Hände  fielen,  gefesselt  und  eingesperrt  wurden,  wfthroid  der  vierte 
mit  dem  Gelde  und  der  Brief^Kist  unter  dem  Schutz  einer  gerade  nach 
Norden  zit  henden  Hauasakarawane  die  Bdse  madite  und  dem  Schickssl 
seiner  Begleiter  entging. 

*  Der  »Alte-  im  Hansss. 

*  Der  aaeb  gleidi  nach  der  Haggasihlssmig  donli  Nacfal^al  ab  ethischer 
KoBuniasar  in  Togo  angeitommea  war,  um  sn  erfiJiren,  daß  er  S Tage  sn  spit  ge- 
kommen sei. 


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204  LiPMorr:  Bedeatang  der  BtnaHwatkni  fBr  voMra  Togo-  a.  Kamemnkekno. 

n.  Eameim 

Nachdem  wir  nun  die  Siedlungen  der  Haussas  io  Togo  besprochen 
haben,  wollen  wir  uns  Kamerun  zuwenden,  wo  die  Haussasiedlungen  zahl* 
reicher  noeb  ab  in  Togo  sind»  wenn  sie  auch  vielleicht  an  keinem  Orte 
an  Zahl  mil  Kele-Kralsche  wetteifern  kSnnen.  Die  Haitssaliolonien  breiten 
sich  vom  Tschadsee  sQdwIrts  bis  zum  Sanaga  und  Ober  den  Sanag»  hionos 
bis  au  der  nördlichen  Grenze  des  sQdostkamenmisdien»  auf  xwei  bis  drei 
Tagereisen  unbewohnten  Urwaldes  aus. 

1.  Sanga-Ngokügeliiet. 

llaiiplmanii  v.  .Stein  —  der  Nachfolger  des  verdienstvollen  Forst- 
assessors Plein»  —  dessen  zahlreiclieti  Hxpeditionen  wir  die  Erforschung 
der  \'olkerverhällnisse  des  sudü.stliciien  Kameruns,  des  sogenannten  Sanga- 
Ngukogebietcs,  bis  nadi  Bertua  und  Jaonde  hinauf,  ver^nken,  sagt  in 
seinem  Bericht  vom  20.  August  1901  (KolonialbUtt  XIII,  72):  -Mit  dem  Ein- 
tritt in  die  BomonieuntersUlmme  der  Wubio  und  Wokun  ist  die  sild- 
liebste  Grense  des  Uaussahandels  erreicht' ;  in  einem  andern  Beridite,  wo 
er  von  dem  großen  Makastainni  spridit,  heißt  «s:  »Die  Makas  scheinen 
von  recht  un^ugringliclieni  Charakter  zu  sfin.  siml  vom  Ktiropaer  noch 
ganz  unberührt,  recht  kriegerisch  und  bedfufnislos ,  treiben  keinen  Handel 
und  sind  wegen  ihrer  durchgehenden  BewafTnting  mit  stark  vergifletea 
Pfeilen  nicht  ungefährliche  Gegner.  Die  Tatsache  ist  jedenfalls  feststehend, 
daß  vielfache  Versiu  In-  von  Haiissahnndlern ,  den  Makagürtel  südwärts  ui 
uberschreiten,  schließlich  stets  uDgliicklich  endeten*. 

Schoo  vor  ihm  hatte  der  Forstassessor  PI  eh  n  sich  über  die  Einflüsse 
der  Haussas  im  Saogu  -  Ngokogebiete  ansgesproehen  und  betont  ihren  EinffluB 
in  Mokbe ,  sQdöstUch  von  Bertua,  wo  er  breite  Straßen  und  runde,  mit  Gras  b^ 
deckte  Hatten  fand*  Der  Hluptliog  und  die  Vornehmen  trugen  Haussakleider. 

Auch  Hauptmann  Engelhardt  bestltigi  in  seinem  Bericht  Ober  seine 
Reise  von  Mbua- ßesiinbo  nach  Bertua  den  Einfluß  der  Haussas  iiti  5:an£:.'i- 
und  Kadeigebiete.  Bei  seinem  Besuclie  von  Baturi  sagt  er:  «Die  Bevölke- 
rung Vtesteht  aus  Kaka,  die  noch  mehr  als  die  unter  Dclelr,  Bua  und 
Nambolu  .stehenden  Teile  dieses  großen  Stammes  den  Haussas  in  Kleidnne 
und  Sitten  folgen.«  Er  sagt:  .Das  Baya  ist  als  \'erkehrssprache  weil  ver- 
breitet.  Ich  hörte  es  erst  in  Nola  am  Sanga,  und  habe  danu  währeud  der 

1  Im  Dexemher  lettten  nod  Januar  diesfls  Jahres  sind  nun  auch  die  gBaamtwi 

MakastSmine  durch  die  gemeinsamen  Expeditionen  von  Haui)tniann  Dominik  und  Haupt- 
mann Schlosser  dauernd  unterworfen.  Der  Bericht  darüber  steht  nn  diesjährii;en 
Deutschen  Kolonialblatt  Nr.  IR  vom  I.Juli.  Dominik  sagt  darin:  »Cnsgeii  Tinii  (H.iupt- 
ling  eines  Makaataumes),  der  aciit  Hausaaa  hatte  ermorden  lassen,  gegen  ädiuame  und 
gegen  Bcduga  •Tisna  riditeten  sieh  also  von  Schimaltoa  aus  meine  wetteren  Opentionsa. 
Dmna-  and  Bertosstatioa  worden  angel^;  und  da  aneh  die  bisher  nnbotmlß%st«a 
Makkastämme  freiwillig  Aihdter  «l  Wegebatiten  stellten,  so  ist  zu  erwarten  ,  m» 
sich  dauernd  friedlich  verhalten  und  den  Hanssahindlern  nicht  wieder  die  Passige 
dordi  ihr  Gebiet  sperren  werden.« 


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Ltrmr:  Bedeotmig  der  HanaMnatioR  fltar  miMre  Togo-  n.  Kamenmlcolanie.  205 

KadSireise  einen  des  Baya  kundigen  Dolnietsrher  pjehabt,  der  immer  ver- 
standen wurde.  Den  Kaka  ist  das  Haya  f^rlauriixrr  als  ihre  Muttersprache. 
Im  äüdcin  ist  die  Verhreitunijsf^enze  dieses  BantudialrkLs  utigcfälir  die 
Grenze  des  geschlossenen  Urwulde-s  südlich  des  Kadei,  im  Osten  wohl  der 
Sanga.  Am  unteren  Kadei  wird  üangaka,  die  V'erkehrssprache  des  Kongo- 
gebietes, ▼erstanden.  Hausm  wird  allgemeiiier  erst  in  Bertua  gesprochen; 
schon  in  Duluku*  Bapanga  und  Delete  aber  fanden  sich  einzdne  Leute, 
die  die  Hauasalinder  beaucbt  und  nch  in  Hauwa  veratibidtich  maehen  tconntea. 
Golcüni  sQdlicli  von  Bertua  ist  noch  an  Bertua  gehdrig.  Hier  ist  die  Orenze 
zwischen  dem  Handel  des  Kongobeckens  und  der  Haussas  einerseits,  und 
der  KamerunkTiste  anderseits.  Neben  Haussagewändern  und  den  von  Haussas 
eingeftihrten  beliebten,  matten,  fettig  glänzenden  imd  opalisierenden  Perlen, 
die  in  T.a<;o?;  ahf:;eseh!iiren  werden,  sah  ich  hier  7um  erstenmal  die  langen 
llauuiusscr  und  tiie  Vorderlader,  die  von  der  Batangakiiste  her  io  den  Handel 
gebracht  werden,  in  den  Händen  rh  r  I .iiigeljoreneu.« 

Von  den  Gokum-,  Maka-,  M welle-  und  Ksumstämmen  sagt  IlaupUuanu 
Elogdhardt,  als  er  auf  dem  Marsche  von  Gamaoe'  nach  Yaunde  durch  ihr 
Gebiet  zog:  »Die  Bekiddung  ist  bei  allen  vier  Stämmen  auf  das  not- 
dGrfti^te  beschitnkt  Die  Minner  tragen  ein  Stflck  Rindenstoff,  oder  wenn 
sie  reicher  sind,  ein  Stfick  eoropSischen  BaumwoUstofT,  das  zwischen  den 
Beinen  durchgezogen  und  von  einer  Perlenschnur  oder  einem  Biemen  um  die 
HSftm  festgehalten  wird.  Vornehmei  f         ieli  zuweilen  in  Haussahemden. 

Ein  Teil  des  Kautschuks  und  Elfenbeins  der  Gokum  aber  geht  sicher 
noch  nacl)  nv:t,>n,  nach  Bertua,  wo  diese  Prodiikte  bislier  die  franzosische 
Gesellschaft  »Ln  Haute  Sanga«  auf<;ekaiift  !tat,  oder  wo  sie  von  den  Haussas 
erhandelt  und  dann  in  das  französisch)  nd. m  pnL^Iivrh««  fldiiet  geschleppt 
werden.  Auch  die  im  ö.süichen  Gokumiande  vorkommenden  Kolanüsse 
wandern  in  die  Hände  der  Haussas. - 

Im  Kolonialblatt  Bd.XllI,  S.67  sagt  Freiherr  Stein:  »Bemerkenswert 
acheint  mbr  der  Versuch  einer  Neuerung,  deren  NOtzliehkeit  ich  in  Kinchassa 
kennen  geüemt,  und  die  ich  hier  vorllufig  mit  recht  gutem  Erfolg  einau* 
filhren  mich  bestrebte.  Es  sind  die  sogenannten  &f itakos,  d.  h.  nach  einem 
gewissen  Maß  zugeschnittene  St&ckchen  Messin^^draht,  die  im  mittlem 
Knni^o  völlig  das  Geld  vertreten.  Bei  dem  großen  Kaurimangel  auf  den 
sudlichen  Haussaniaikten  zeigten  sich  auch  die  Haussas  mit  einem  derartigen 
Krsatz  sehr  einverstanden.  Infolge  der  Etitwertunji;  des  8ill>erp;eldes  auf  den 
Märkten  durch  reichliche  Einfuhnuvs;  französischer  FiintTrankstficke  kann  an 
eine  Einführung  von  Mariathercsifi italern,  wie  seinerzeit  in  Yaunde,  kaum 
mehr  gedacht  werden,  da  der  Frank  nur  noch  mit  100  bis  höchstens 
200  Kauris  besahlt  \\ird,  wihrend  ich  in  Überdnstimmung  mit  dem  Haussa* 
chef  einen  Mitako«  von  denen  etwas  Ober  30  auf  ein  Kilo  (=  3,24  Mark) 
gehen ,  auf  30  Kauris  bewertete.  Auch  in  Ngoni  und  Bomome  wird  der 
neue  Vferit  allerdings  vorliufig  nur  als  Schmuckstflck*  viel  gekauft  Doch 


*  Auf  den  Karten  nnd  andi  Berlehten  metsleas  nodi  Bertua,  Name  des 
früheren  Hüaptltngs. 


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206  IdmBT;  Bedaotung  der  Htumifttioii  fiSr  qomm  Togo-  xu  Xanemnkelociio. 

glaube  ich,  daß  er  mit  Hilfe  der  Ilaiissns,  speriHl  im  Gnmmikleinhandel, 
sich  bald  auch  als  Münze  einfuhren  wird,  rumal,  da  an  einen  Impurt  voo 
Kauris  der  hohen  Transportkosten  li<ilb(;r  kaum  gedacht  werden  kann.« 

Einen  völlig  andern  Menschenschlag  repräsentieren  die  nftrdlicb  von 
den  Maka  wobnenden  Baya  und  apexidl  ihr  Hauptort  Garoane*.  Die 
Oamandeute  haben  fast  vöIUg  jBauesakuUur,  -tftfeen  und  •bekleidung  an- 
genommen,  spreetien  durchweg  Haussa,  sind  arbeitsam  und,  wie  neneriiche 
Versuche  zdgten,  awA  ein  recht  gutee  Soldatenmaterial.  Weiter  nördlich 
von  Ganiane  war  die  rationelle  Oummibereitun<;  noch  unbekannt.  Sie  wurde, 
wie  überall ,  auch  in  Gamane  gelehrt  und  speaieU  von  den  Uauaaahindiera 
mit  großen!  Interesse  aufgenommen. 

In  einem  liericht  vom  20.  August  1901  de^  Chefs  der  \'erwnltuDg  des 
Sana/^a- Ngokügebietes  Oberleutnant  Freiherr  v.  Stein  aus  iiertua  heißt  es: 
•  \\'eiter  nordlich  war  die  Gummibereitung  überhaupt  eine  unliekannte 
Sache,  und  erst  die  llaussaansiedlung  in  Bertua  sah  mein  Instruktion«' 
personal  wieder  in  T&t^keit  Einzelne  dieser  Leute,  die  in  t«agos,  Sanaane 
Mangii ,  ja  in  Kumassl  und  Akra  den  Gummihandd  gelernt  haben,  erkundigten 
sich  angelegentlichst,  ob  die  G<«eilschafl  SDdlwmemn  auch  Kautsdiuk 
ansukanfen  beabsiditige,  da  der  Kleinhandel  mit  Gummi  mehr  noch  wie  der 
Elfenbeinhaodd  den  Mark^pHogenheiten  der  II  a u  s  s  n  s  entspricht  Da  aueb 
Bertua I  groß&s  Interesse  an  den  Tag  legte,  habe  ich  eine  aus  Bertna-  imd 
Haussaleuten  gemischte  Abteilung  in  der  GjimniiV)preitiing  unt<'nieliten  lassen, 
und  ich  f»laube,  in  der  Folge  sicher  annehmen  zu  können,  auf  dem  lur  Bertn* 
und  II  au  SS  as  freien  Wej^e  über  Mokbe  oder  auch  auf  der  ueu  /n  er- 
öffnenden viel  kürzeren  Mesimarouto  in  kurzer  Zeit  die  ersten  Gummilasteii 
für  die  Yukadumafaktorei  erwarten  zu  dürfen. 

Die  Verbindung  über  Mokbe  ist  zwar  zur  Zeit  sidier,  dagegen  weiter 
und  großer  unbewolmter  Urwaldslreeken  halber  unbequemer  als  der  vor* 
Ukifig  verschlossene  Weg  Bertua- Dasai-Bepol-Merima-Yokaduma.  Die  Er- 
schließung und  Aufbess^nng  dieser  Straße,  durcli  Bdl^ng  der  Oasii- 
angelegenheit,  Beseitigung  der  scharfen  Feindschaft  Bertua-Bepol,  Regelung 
der  ^VrIlä!tnis8e  in  dem  hauss  a  feindlichen  Bomomestamm  Me^iina  und 
schließlich  Eröffnung  des  von  Yukaduma  angsllich  gelieitn  ^'ehalt«nen 
Mesimawepes  von  rückwärts  sehe  ich  als  Hau[)taufi;ahe  der  Kxpeditinn 
auf  dem  hevnrstelienden  Hückmarsch  an.  Den  der  Pli  Imschen  Kata- 
stroplie  halber  zu  bcslrnlenden  Dassileuteu  werde  ich,  wenn  irgend  tun- 
lie.h,  die  Herstellung  eines  großem  Teiles  genannter  Verbindung  aufer- 
legen, um  so  der  Absicht  der  11  a ussa handler,  mit  grußem  Eselkatawanen  den 
Verkehr  nach  Yukaduma  zu  betreiben,  naeh  MfigUchheit  Vorschub  zu  leisten.« 

Ebenfalls  noch  sQdlich  des  Sanaga  li^  westlich  von  Oamane  die 
Yaundestatlon*,  wo  sich  schon  lange  eine  ansehnliche  Niedcrisssung  voo 
Maunas  befindet,  welche  mit  den  dortigen  Europiem  dnen  lebhaftm 
Handel  treibeo* 


'  Siehe  vorige  Seite. 

*  Jetzt  Bezirksamt  geworden. 


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Li^rsKt:  Bedentang  der  Hrammition  flir  aniere  Togo-  tu  CnmenuiluikMiie.  207 

2.  Die  Wutelinder  nördlich  des  Sanaga. 

Sowie  man  den  Sanaga  nach  Korden  überschritten  hat  und  im  dt(> 
Gebiete  der  K^roßen  Sudaiistanime  der  Wute  und  Tikar  eintritt,  scitießen 
die  Haus8a.siedlungea  wie  Pil/.e  aus  der  Erde.  Alle  größeren  Ortscliaf^en, 
sofern  sie  HäuptUngssitxe  sind,  haben  ihre  Haussahändler.  So  W  a  tare', 
Ngaumdele',  Ngutte^  Ngambe*  und  vor  allein  die  Ngillastadt,  die 
von  znhlreichen  deutschen  Expeditionen  aufgesucht  wurde.  N g i 1 1 a*  ist  wohl 
durch  die  Reisewerke  &ber  Kamerun  der  bekannteste  Hiuptling  der  gao« 
sen  Kolonie  geworden.  Morgen,  Stetten,  v.  SchiBimelpfennig, 
Dominik,  v.  Kamptz  haben  Ngilla  aum  Teil  au  wlederiiollefi  Malen  be- 
sucht» denen  g«genQbtf  er  mit  setner  staricen  Kriegamaeht  prahlte.  Sein 
Verhältnis  zu  den  Haussas  sei  deshalb  hier  niher  betrachtet,  weil  es  charak- 
teristisch für  (Iit>  Nation  Oberhaupt  ist. 

Oberleutnant  Morgen*,  der  1890  zuerst  von  neiiLscIien  Gast  des  N'^illa 
gewesen  ist,  sagt  in  seinem  Reiaewerk  •Durch  Kauierua  von  Süd  nach 
Nord.  S.  84: 

•  Der  Elfenbein reichtuni  Ngillas  muß  sehr  bedeutend  sein,  und  weini  ich 
auch  den  Aussagen  seiner  Leute,  die  von  zwanzig  gefüllten  Häusern  sprachen, 
nicht  glaube,  ao  ward  es  andrerseits  doch  bewiesen  durdi  die  Billigkeit, 
mit  der  er  diesen  kostbaren  Artikel  verkaufte.  Es  befanden  sich  hier  aur 
Zrnt  meiner  Ankunft  Ober  100  Hanssahfadler,  welche  tinen  1000  km 
wdten  von  Norden  her  anrilekgelegt  liatten,  um  Elfenbein  und  Sklaven 
au  erwerben.  Der  Filhrer  dieser  Haussakarawane,  mit  dein  ich  mich  öfter 
Uber  Adamaua  untcrliidt,  mir  gelegentlich:  »Zu  NgUla  braucht  man 

nur  einmal  im  Leben  zu  gehen,  um  ein  reicher  Mann  zu  werden,  nach 
Tibati'  fnnfrnal,  und  da  oben,  wo  wir  her  sMnd  —  er  meinte  das  proße 
Haussareich  Sol^rtto  — ,  muß  uutu  das  ganze  lieben  arbeiten,  um  nur  sein 
Dasein  zu  fristen.« 

•Den  besten  Beweis  für  die  Wahrheit  dieses  Ausspruchs  erhielt  ich, 
als  am  zweiten  Abend  ein  Haussamann  zu  mir  ins  Zelt  kam  und  mir  einen 
50  Pfund  schweren  Elfenbdnaahn,  der  einen  Wert  von  450  Mark  an  der 
Koste  reprisentierle,  f&r  3  Faden  Zeug,  die  etwa  70  Pfennig  kosteten, 
zum  Kauf  anbot.  Bedenkt  man  daxu,  daß  die  Hausaaleute  Hindier  par 
excellence  sind,  so  kann  man  sich  vorstellen,  zu  welch  niedrigem  Satae 


•  Wo  der  jüngere  Brnder  NgÜIas  Stat!t!ia!ter  war. 

'  Von  Ngamndelo  berichtet  Murgon ,  der  mit  Ngitia  die  Expedition  gegen  die 
Stadt  mitmaelieu  nuAte:  -Auf  der  nördlichen  Seite,  innerhalb  der  Umwallung,  be-> 
fimd  sich  da*  ans  sedizig  Ideinea  ronden  Hütten  iMStehende  Dorf  der  Hausaahlndler, 
die  bis  hierlici'  ilireti  Handelszug  ausgedehnt  hatten.« 

^  Beim  Kia/.ug  in  das  Nguttedorf  passierte  Dominik  ein  großes  Hanssadorf, 
wo  die  Frauen  neugierig  zwischen  den  ZUnneii  herausschatiten. 

*  Ngambe  pasßieren  die  von  Bauyo  nach  Yoko  und  Ngilla  gehenden  Haussa- 
karawaoen  and  heben  da  aaeh  Merkt  ab. 

*  Ngilla  tat  sowoM  wie  Bertna  Nsme  des  Hinptlings  und  seiner  Beaidenx. 

•  Jetzt  OherstlentnanU 

^  Wo  der  Oberherr  des  Ngilla,  der  Sultan  AnaUnm,  residierte. 


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208  Lfmnr:  Bedeotaag  der  llMumatllon  flir  niisere  Togo-  o.  lUineniiikolonie. 

Nfjilla  das  kostbare  Produkt  verschletid^rt.  Und  dit'ses  reiche  Land  ist  in 
direkter  Linie  kaum  40  dt, uIncIic  MciU-n  von  der  Karneninküste  entferot! 

■  Interessant  war  mir,  die  Art  und  VV^eisc  r.n  erfahren,  wie  Ngilla  — 
denn  ihm  als  absolutem  Herrscher  gehört  alles  im  Lande  gefundene  und  auf 
der  Jagd  erbeutete  Elfenbein  r-  mit  den  Haossas  handelte.  Bei  der  Ankunft 
mußte  die  Karawane  alle  ihre  GQter,  Zeuge,  Ferien  usw.  ihm  Bbcrgeben, 
Hat  nun  der  Hftuptling  Zeit  und  Lust,  so  lifit  er  einen  dieser  liindler,  die 
sieh  inxwisdien  am  nördliehen  Dorfende  ihre  eigenen  HQtten  gebaut  liaben, 
kommen  und  verhandelt  mit  ihm.  Bis  er  mit  allen  100  und  mehr  Hiodlen 
Kfleksprache  genommen  hat,  ist  mindestens  ein  Jahr  verflossen.  Aber  das 
englisThe  Wort  »time  is  money«,  das  fur  den  europäischen  Hand«!  und 
Verkehr  so  hczciclinimd  ist,  trifft  für  afrikanische  Verhältnisse  nicht  ?n  ' 
Im  Gegenteil,  dies«'  Hanssaluindler  legeti  sofort  nach  ihrer  Ankunft  Farmen 
an.  die  liereits  nach  drei  Monaten  Friichte  tragen;  ihre  Frauen  bereiten 
Kuciien  und  anderes  Gel>8ck,  und  durch  den  V'erkatif  desselben  fristen  sie 
nidit  nur  ihr  Dasein,  sondern  verdienen  noch  nebenbei.  Aus  diesem  Grunde 
und  infolge  des  bei  ihrem  nomadisierenden  Leben  wenig  vorhandenen  Heimatr 
geAhls  rind  die  auf  Zeitfrag^n  gegebenen  Antworten  oft  sonderi>ar  und'  Ar 
uns  unnatArlich  genug.  Fragt  man  einen  Haiissa:  »Wann  wirst  du  wieder 
nach  Hause  reisen?«  so  «mtgegnet  er:  »In  einigen  Monaten,  in  einigen 
Jahren,  oder  gar  nicht,  je  nachdem  es  Allah  geAlU.«  —  »UIh  bene,  iU 
patria« ,  das  ist  ihr  Grundsat/.. ■ 

Die  ktjUurelh*  Bedeutung  der  Haussas  wird  von  Hauptmann  I Dominik 
in  seinem  Werke  .Kamerun,  Sechs  Kriegs-  und  Friedensjahre-  auscirücklirh 
betont.  Es  heißt  da  S.  76:  »Überall  im  Tschadseegebiet,  am  Nii»er  und 
in  ganz.  Adamaua,  in  allen  Fulahstaaten  finden  wir  die  Haussas,  nicht  nur 
als  Händler,  sondern  auch  als  Handwerker  und  oft  sogar  in  Uofchargen; 
bei  den  heidnlsdien  Vfilkem  sind  sie  Lehrer  und  Trlger  aller  höheren 
Kultur.  Zu  Ngilla  kommen  die  Haussas  von  Tibati  aus  und  bewohnen  ihr 
dgenes,  aus  bienenkorbartjgen  Hutten  bestehendes  Dorf.  Sie  bringe  Pferde, 
Esel  und  alle  enropXisehen  Artikel,  die  sie  aus  den  Faktoreien  der  Koyal- 
Niger-Company  am  Benue  kaufen,  mit  und  tauschen  sie  gegen  Sklaven  und 
Elfenbein  ein.  Daneben  betreil>en  sie  aber  mit  ihren  Frauen  und  Sklaven 
eine  große  Landwirtschaft,  die  niclit  nur  sie  selbst  ernährt,  sondern  voa 
deren  1  ,r/.eiignissen  '<'u'  snijnr  noch  an  die  Eingeborenen  weiter  verhandeln. 
Sie  verstehen  es,  besondeis  wohlschmeckende  Fiifukuchen  aus  Mehl  lierru- 
stellen,  Durrahhier  und  Miinbo  (Palmwein)  zu  brauen.  Die  Frauen /.ächten 
Hühner  und  macheu  Kapaune  fett,  nähen  fur  die  eingeborenen  Weiber 
und  wissen  deh^  mit  allen  mOgUchen  Hausmitteln  vertraut,  unentbehriidi 
SU  machen.  Die  MSnner  lehren  die  Wutes  Schmiede*  nnd  LederarbeiteB, 
nlhen  Roranspröche  in  die  Kleider,  die  als  Amulette  gdtea,  rasieren  die 
Mftnner,  friMeren  die  Frauen,  schießen  mit  giftigen  Speeren  ans  ihren  Vorder- 
ladern Elefanten  und  sind  als  kluge  Ratgebw  in  Krieg  und  Frieden  nÖtaBdi 


>  Die  Muslims  haben  ja  das  charakteristiadie  Sprichwort:  »Die  ESe  ist  vom 
Satan,  die  Qemfichlicbkeit  von  AUah.« 


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Lippxvr:  Bedeotuog  der  Haaasaaation  fOr  onsere  Togo-  tt.  Kajnorunkolonie.  209 

und  wert.  Sie  waren  es*  die  den  an  atdi  gana  rohen  und  auf  reclit  nie- 
driger Kulturstufe  stehenden  Wutes  emen  gewissen  Stempel  höherer  Kidtnr 
aufgedrOckt  haben. - 

Iiier  erhält  man  ein  anschauüchtvs  Bild,  wie  die  Haussas  als  Kultur- 
träger wirken;  ein  nndnres  Moment,  das  in  solchen  Gegenden,  wo  man 
gerade  Haussas  nicht  nntrilVt,  den  Einfluß  höherer  Kultur  auf  rohe  Ileiden- 
st&mme  heweijst,  ist  die  Haussagewandting,  die  in  fast  allen  Kamerun- 
stammen von  den  Häuptlingen  und  den  Voraehuien  getragen  wird,  während 
ihre  Untertanen  noch  fast  alle  nackt  oder  höchstens  mit  einem  Rinden-  oder 
Ledcnraehura  feraehen  uinherlaufen. 

Oberstteutnant  Morgen  sagt  an  anderer  Stelle  in  seinem  Buche  von  den 
Haussas  bei  N^Ua:  »Im  ttbrigen  waren  de  gegen  uns  stets  höflich  und  zuvor- 
kommend; besonders  mich  behandelten'  sie  immer  als  gldch  hoch  aiviUsierten 
Menschen  wie  sie.  Die  Unterhaltung  mit  ihnen  war  sehr  interessant»  da  fast 
alle  weitgereiste  Leute  waren.  Ktwa  ein  Drittel  von  ihnen  hatte  die  großen 
Sudanreiche  Bornti,  Ba<^irnii,  Wadat  besucht  und  wußten  mir  von  den  Zu- 
ständen dort  üinnches  71!  erzählen. 

Besonders  weit  her  lungekommeu  war  Mohammed,  der  ans  Jebn,  ostlich 
von  Lagos,  gebürtige  Oberpriester  der  Ilanssakara^v uüe.  Er  war  der 
einzige,  der  nicht  mit  Zeugeu  und  Perlen  handelte,  dabei  aber  trotzdem  die 
gröflten  £lfenbeh»ihne  fllr  sich  erwarb.  Er  schrieb,  des  Arabischen  mich^g, 
kurze  Koransprüche  auf  ein  kleine»  StQck  Papier  und  nShte  es  in  Leder- 
ttsdidien.  Diese  Amulette  verkaufte  er  dann  Itr  teures  Geld,  d*h.  Elfen- 
bein.  an  Ngilla  und  dessen  Umgebung  und  wurde  stets  prompt  bexablt 
Als  einmal  Ngilla  fur  einen  solchen  Talisman  nicht  den  geforderten  hohen 
Preis  bezahlen  wollte  und  auf  den  alten  Mohammed  einredete*  rief  dieser 
alte  Fuchs:  «Herr,  mir  ist  es  gleich,  ob  du  mir  einen  größeren  oder  klei- 
neren Zahn  gibst,  aber  nicht  so  Allah;  wenn  du  seine  heiligen  Worte  nicht 
so  hoch  anschlägst,  wird  er  dich  wcni<2;er  p;nt  beschützen.«  Das  wiikte- 
NVäiirend  wohl  manche  Haussas  schleclit  oder  gar  nicht  bezahlt  w  uriien  — 
bei  Mohammed  wurde  stets  «Aug*  um  Auge,  Zalm  um  Zahn*  gehuudelU 
Sobald  er  den  Talisman  gab,  eriiielt  er  die  Bezahlung  dafür;  denn  erst 
nach  dieser  übte  das  Amulett  seine  V^rkung.« 

S.  291  heißt  es  bei  Morgen:  Nach  der  Famge  des  Mbam  »rQckten 
wir  am  31*  Desember  1889  in  nordwestliclier  Riditung  ab.  Nach  halb- 
stöndigem  Marsch  bog  unsere  Route  in  eine  breite,  aus  mehreren  neben- 
einanderlaufenden Fußpfaden  bestdiende  Kanwanenstraße  ein.  Kaum  waren 
wir  ein  ^tilck  auf  dem  bequemen  Wege  gegangen,  als  wir  auch  bereits 
eine  große  Karawane  von  Hatissaliandlern ,  die  wohl  an  die  300  Kopfe 
zahlen  mochte,  antrafen.  Vorweg  auf  einem  kleinen  Hengst  ritt  ein  greiser 
Führer  mit  langem,  weißem,  wallendem  Bart.  Hinterher  folgte  7Amächst 
ein  Trupp  von  5Ü  Frauen,  die  riesige  Lasten  Zeuge  und  Perlen  auf  dem 
Kopfe  schleppten.  Nach  ihnen  begegneten  wir  drei  bepackten  Eseln,  die 
je  awel  Lasten  liber  den  RQeken  gehängt  trugen  und  wdche  von  %inem 
hinterfaergehenden  Führer  geleitet  und  getrieben  wurden.  In  unregelmißigen, 
bald  weiteren,  bald  engeren  Abstlnden  folgten  darauf  Mftnner  und  Weiber, 

Hltt^d.8att.£0il«t8pndi«B.*  1S07.  nLAht  H 


210  Lutert:  Bedeutung  der  HausäaiiaUoii  für  unsere  Togo-  u.  Kanicnuikolonie. 

bunt  durcheinander,  bis  der  ganze  Zug  am  I-lude  abermals  durch  einen  be- 
rittenen Handler  fresclilossfn  wurde.  Auf  unsern  Anruf  antwortete  cr,  daß 
das  Marscli/.icl  Tihati  st'i,  iirul  sie  aus  Yola  käuten.« 

Auf  clpui  W('i;tr  von  Ngilla  nach  .loko  traf  Morgen  einr  m  hri'ile 
Wasserlläche  au,  die  ktiint-rlei  Uhergau^  zu  gestatten  schien.  Kndlicli  ent- 
deckte er  auf  der  Rekognos/Jerung  eine  schmalere  Stelle  des  FIus.ve«  von 
etwa  20  m  Breite.  Hier  standen  sich  zwei  Baume  direkt  gegennber  uad 
streckten  ihre  Aste  soweit  Ober  den  Fluß,  daß  die  Endzweige  fast  ineio- 
andergewachsen  sciiieoen.  So  wurde  ein  r^ulBrer  Brückenbogen  gebildet» 
auf  dem  die  ganse  Karawane,  nur  mit  dem  Opfer  zweier  Lasten,  ^ficklicii 
passierte. 

Morgen  fälirt  nun  fort  (S.  256):  »Nach  dem  Ol*erwinden  dieses  Hin» 
dernisses  betraten  wir  einen  ebenen  Weo;.  passierten  noch  einzelne  kleine 
Bäche,  die  diiicliw atft  werden  konnten,  mul  errciclitfn  gegen  Abend  das 
Dorf  Bouibom.  Der  Ort  hatte  mehr  den  Cluirakter  cine^s  Handelsplatzes, 
als  den  einer  gewöhnlichen  Ansiedhmg.  Vor  dem  Dorfe  befanden  sich 
mehrere  Uütten  der  Uaussahätidler.  \'iele  kleine,  hier  errichtete  Vei'kaufs- 
budoi  zeugten  von  regem  Handelsverkehr. 

Am  nicbsten  Morgen  ging  es  mit  neuen  KrSften  wdter.  Ans  der 
Ebene  erholten  sieh  an  einzelnen  Stellen  große  Felskcgel  von  bizarren 
Formen»  die  bin  und  wieder  die  Höhe  von  200  m  erreichen  moditen. 
Diese  K^el  waren  vom  VuQe  bis  zur  Spitze  total  nackt  und  unbewachsen, 
und  an  ihrer  Obertläche  keinerlei  Umwandlung  und.  Zerset/.unj^  auf  dem 
sonst  typischen  roten  Laterit  wahrzunehmen.  Es  war  anstehendes  kristal- 
linisches Gestein  und  ohne  Zweifel  nrchaisehen  t^i-?;pninss. 

Als  wir  am  Nachtnittai;e  nun  an  einen»  derartij^en  Block  von"iberziehen 
wollten,  verkündete  uns  j)l<'itztich  Geiänseh  ans  dem  Innern,  daß  er  nicht 
unbelebt  sei,  und  als  wir  auf  dem  Pfade,  au  seiner  südlichen  Seite  an- 
langten» sahen  wir  dureh  einen  Felsspalt,  vor  dem  sich  ein  starkes,  pali* 
sadenartiges  Tor  befand»  mehrere  runde  Hütten  hervorblicken. 

Einzelne  HaussahSndler  kamen  als  Abgesandte  des  hier  gebietenden 
Häuptlings  hervor  und  luden  mich  In  seinem  Auftrage  mit  meiner  Kars* 
wane  in  sein  Felscnnest  ein.  Wir  passierten  das  Tor  und  erblickten  zu  unsenn 
Erstaunen  ein  aus  hundert  Hütten  bestehendes  Dorf,  welches,  von  70  m  hohen 
Felswänden  umschlossen,  eine  natürliche  Festung  bildete.  Auf  einem  sie  um- 
gebenden Kegel  fniirte  ein  eingehauener  Fuß[>f?id  spiralförmig  in  die  Höhe, 
von  welclier  aus  man  die  '^niv/.c  UniijebuDg  übersehen  konnte,  und  dadurch 
auch  uusern  Auuiarscli  bemerkt  hatte. 

Die  ICingeborenen  dieses  Orle^  waren  noch  Wuteleute,  während  der 
Häuptling  bereits  vom  Sultan  von  Tibati  eingesetzt  war.  Einen  uns  ange» 
botenen  Rahetag  nahm  ich  in  Hinsicht  auf  die  ErscbSpfung  mdner  Leute 
und  auf  das  freundliche  Wesen  der  Dorfbewohner  dmikbar  an.« 

Muß  man  nicht  erstaunt  sein,  daß  diese  betriebsamen  H&ndler  auch 
In  so  verboif ene  »Nester«  zu  finden  sind? 

Rittmeister  v.  Stetten  äußert  sich  iiber  die  Ausdehnung  des  Uaussa- 
handels  im  Gebiete  der  Wute  im  «KolonialbUtt«  VI,  1^,  Ö.  112,  wie 


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Lippkbt:  Bedeutung  der  Hauasanation  filr  oiMcreTogo-  n.  Raiiicruiikolonie.  211 

fol;;t:  »Dagegen  sind  die  Wuteorte  und  speziell  Ngilla  das  Dorado  der 
llawssakaufleute,  welch«'  wir  nherall  antreflen.  NördUch  von  Ngilla  liaben 
die  llaussas  sich  in  zwei  An.sir(lliin;!;('ii  von  50  und  60  Hütten  nied im  gelassen. 
Sie  kommen  lii»M  lM'r  in  größeren  oder  kleinncn  Karawanen,  Plerde,  Stoffe, 
Perlen  und  llau-ssagewänder  mit  sich  führend-, 

nnd  V.  Stelten  d»enda,  &135:  »Wie  bedeutend  der  Handel  in 
N^lla  ist,  beweisen  die  zahlreieiien  Haussakarawaoen,  welche  uns  fineuiidlich 
ihr  *Sarka,  sohu,  baiunm  (Segen,  GlQclcMif,  Weifier)  boten  und  uns  mit 
Nadiriehten  aus  dem  Norden  veraoi^len.  Die  Karawanen  Qbernachten  fitst 
niemals  in  den  Ortschaften ,  sondern  auf  allen  großen  Handelsrouten  findet 
man  von  Zeit  XU  Zeit  »  ine  Anzahl  primitiver,  i  nndf  i  TTnterkunftshnttrn  (songo), 
meist  in  geschfitzter  Lage  und  in  der  Nähe  einer  Wasserstelle  liegend,  die 
auch  als  Lagerplatz  fur  Expeditionen  vorzuziehen  sind,  vorausgesetzt,  daß  sie 
nicht,  allzuweit  von  einem  Wohnplatz  entfernt,  die  Verpflegung  er- 
schweren.« 

Von  seinem  auf  dem  Marsche  gemachten  Besuch  in  Sanserni  Tibati 
beim  Sultan  Amalamu  von  Tibati,  der  damals  acht  Jahre  hindurch  Ngambe* 
belagert  hatte,  heißt  es  ebenda  8. 138:  »Amalamu  selbst  ist  ein  hoeligewaebse- 
ner  Mann  von  ungeflhr  26  Jahren  mit  einem  Fütlahtjrpus  tmd  auffallend 
hellem  Gesicht.  Elr  ist  der  Prototyp  des  verschlagenen  Afrlkanmv;  Hab- 
sucht und  Grausamkeit  ^d  seine  Haupteigensqhaften,  welche,  gescbtekt 
genihrt  durch  seine  Ratgeber,  ihn  zur  verhaßtesten  und  geflirchtetsten  Geißel 
von  SQdadamaua  gemacht  haben.  Daß  er  der  Morgenschen  Expedition  so 
freundlich  begegnete,  IiattP  lediglicJt  seinen  Grund  darin,  daß  er  von  dieser, 
die  nur  noch  mit  d«'ti  spärlichsten  Mitteln  verselieii  war,  nicht  vif»!  für  sich 
erwarten  durfte,  und  mit  Heclit  hofVte  ,  daß  hei  lier/.liclieni  ii^nt^egenkouanen 
ihn  wieder  Weiße  aufsuelien  würden,  denen  gegenüber  er  seine  trügerische 
Maske  werde  fallen  lassen  können.  Mangels  größei'en  Uaubei«  versclnnäiit 
er  geringes  nicht;  so  I&ßt  er  einxelae  Haussas,  welche  mit  dem  in  Sanserni 
Erworbenen  heimwirts  aiehen,  durch  seine  Leute  im  Busch  auflauern  und 
berauben.« 

V.Stetten,  der  mit  seiner  Expedition  weiter  nofdwSrts  wollte  nnd 

dazu  die  Krlaubnis  des  I^amidos  brauchte,  schickte  Geschenke  an  ilm, 
die  über  Gebühr  reich  bemessen  waren.  Dennoch  schickte  Auialamn  sie 
zurück  mit  der  höhnischen  Antwort,  daß  er  hier  kein  Weib  sei,  das 
sich  in  goldgestickten  Toben  erfreuen  wolle;  das,  was  er  verlanj^e.  seien 
viele  Ciewelire  und  viel  Mimition,  um  seine  Feinde  niederwerfen  zu 
können. 

V.Stetten  entschloß  sicli  Jet^t,  zu  den  Mandiougolos  üherzugehcn* 
Er  sagt:  »Ich  war  mir  der  Verantwortlichkeit  vollkommen  bewußt;  aber 
es  war  besser,  auf  domal  ein  Ende  zu  machen,  als  uns  auf  diesem  Wege 
langsam  abschlachten  au  lassen,  und  darauf  war  ea  abgesehen. 


>  Rai^tstadt  des  Tikarstammes  der  Mandiongolos,  die  Amalamu  11  Jahre 
in  Sanacmi  Tibati  (d.i.  Kriegalager  von  Tibati)  belagert  hatte,  ohne  sie  eimiebmen 
SU  kSmen» 


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212  Lnvnrr:  Bedeutang  der  Hauasaoation  für  vnaere Togo-  «.  RamerBiikolonie. 

Am  27.  Mai,  morgens  5'/,  Uhr,  als  der  Neb«^!  zu  weichen  begann, 
setzte  ich  mich  mit  der  Tite  der  Expedition,  in  (ier  Hichtiiiifj;  auf  den  Buscli. 
welcher  Sanseriii  von  der  Si'kI Westseite  der  Befestigung  von  Ngarnhe  trennt, 
in  Bewegung.  Nach  vierteLstiindigem  MarscJ»  durch  den  dichten  Busch 
waren  wir  etwa  50  m  von  der  Befestigung  entfernt.  Im  selben  Momcait 
empfing  uns  Hagel  von  Pfeilen  und  SdiQasen,  and  es  wurde  mein  neben 
mir  gellender  Dolmetscher,  Musa  dnrch  einen  Gewehraebuß  zweimal  am 
Bein  Terwandet  Gleiehaeitig  eracliallte  das  Kri^sgeheul  der  Mandiongolos, 
welche  uns  fttr  Tibatts  hielten.  Nach  langem,  TergebUcbem  Rufen  kam 
endlich  ein  Mann,  welcher  Haussa  verstand,  auf  den  Wall,  doch  es  war 
eine  hochpeinliche  Situation.  Vom  die  mißtrauischen  Mandiongolos,  jederz^t 
bereit,  die  schleppenden  Verhandlungen  wieder  abzubrechen,  hinter  uns 
bereits  Tihatileute,  welche  mir  durch  ursfrc  auf  sie  c;eiirhtPten  Gewehr- 
läute in  respektvoller  Eiitfernung  geiialteu  wurden.  Die  gaii/e  Expedition 
war  auf  kaum  100  m  zusauimengepfercbt.  Ein  unvorsichtig  abgegebener 
Schuß  konnte  alles  verderben. 

Indessen  verlegte  sich  auch  der  TibatikSnig  anf  Untoliandlungeii, 
um  uns  wieder  in  atäne  Gewalt  tu  bekommen.  Er  sandte  drei  Chiefr*  mit 
welchen  ich  stets  freundlich  verkehrt  hatte,  femer  einen  Elfenbeinsahn  uiid 
viel  Essen  l&r  meine  Leute  und  ließ  mich  bei  AlUh  beschwören,  doch 
wieder  zurückzukommen,  er  w&rde  alle  meine  Wünsche  erftlHen.  Ich  zog 
hier  die  Unterhandlungen  hin,  bis  wir  mit  den  ^Ta^ciiongolos  im  reinen 
waren.  Nach  zwdi  langen  Stunden  sandte  der  König  derselben  einen 
Führer,  welcher  ims  einen  Lagerplat?:  anweisen  sollte.  Wir  marschierten 
nun  1 ' /.^  Stunden  an  der  Befestigimg  entlang  und  bezogen  neben  derselben 
au  einem  schönen,  schattigen  Platze  Lager. 

Zugleich  sandte  der  König  soviel  l-^sen,  daii  es  den  Leuten  nicht 
möglich  war,  es  an  einem  Tage  aufzuessen,  und  ließ  mir  sagen,  er  werde 
mich  mit  Freuden  empfangen. 

Ngambe  ist  die  interessanteste  Stadt,  welche  ich  auf  meiner  ganzen 
Reise  betreten  habe.  Um  die  gante  Stadt  im  Umkreis  von  20  km  Ilufl 
ein  Graben.  Deradbe  ist  oben  etwa  5  m  breit,  ebenso  tief,  die  Graben- 
sohle etwa  m  breit.  Dahinter  auf  einer  Brustwehr  ein  Hlolzzaun,  alle 
50  bis  100  m  ein  kaponnierenarliger  Vorsprung  mit  starken  Palisaden  und 
Schießscharten.  An  der  Befestigung  wurde  acht  Jahre  gearbeitet.  !>ie.s<'lhe 
hatte  früher  rnii-  den  halben  Umfang;  doch  Iinhrn  sich  mit  der  Zeil  ailf 
Bewohiiei-  hinter  dieselbe  ztirückgezogen.  Die  runden,  nut  spitzen  Dächern 
versehenen  Lelnnhäuser  liegen  verstreut;  jeder  noch  so  kleine  Itaum  ist  zu 
Anpflanzungen  benutzt;  soweit  das  Auge  reicht,  steht  Korn;  außerdem  sind 
auf  dem  Glads,  mit  Ausnahme  der  Strecke,  welche  direkt  gegen  Sunaernt 
liegt,  Korn  und  ErdnQsse  aogcpflanzl.  Das  ganze  Volk  macht  einen  (rennd> 
liehen,  eneiigischen  Eindruck;  die  Minner  sind  zum  gr5fiten  Teil  nach 
Haussaart  gekleidet 

Der  kfinig  empfing  uns  auf  einem  groBen,  sehr  sauber  gehaltenen  Platze, 
mit  groflen  viereckigen  Hftusem.  Er  war  sehr  erlreut,  den  ersten  Wctfien 
bei  sich  zu  sehen,  und  versprach,  mir  F&hrer  bis  cum  Mbam  zu  geben.« 


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Lippkrt:  Bedetttnng  der  HaiUMUMitiflMn  (tkr  watete  Togo-  u.  KtmenmkotoiiTtt.  213 

V.  Stetten  flhrt  fort:  »Icii  hc^iuclite  fcinrr  die  kleinen  hef^'^tit^teii 
i^tSdte  Ndii  und  Kiinpi  und  y.iilet/.t  Mahallia',  am  Fuße  df\s  (ul  irges' 
liegend,  den  let/.teu  Tiknrort;  der  j^atizc.  offene  Or't  ist  von  ElfPiibetnjngern 
und  Haiiäsaliundlern  bewoiiut;  es  .soll  der  grüßte  KU'enbeininurkt  von  Tikar 
sein;  der  Kön^  der  Stadl  nennt  sich  ttriki-n-hatai*» 

Von  den  Do  mm  es,  dem  dritten  großen  nördlieli  des  Ssnaga,  Gsdicli 
des  Mbam,  nordöstlich  von  Wate  und  Tikar  silsenden  Stamme  sagt  Dominilc 
in  seinem  Werke  •  Kamerun«  S.302:  »Da  ktine  Haussahindler  hierher  kamen, 
sind  die  Doinines  nur  wenig  kultiviert  und  redlt  arm.«  Wie  die  Wute  und 
Tikar  wurden  aucli  die  Doinme  von  Tibnti  unterworfen.  Morgen  schildert, 
wie  der  alte  iluuptling  der  Doiuuie  sich  in  Sanserni  vor  dem  Lamido  Ama- 
lamn  deinntigen  mußte,  naclidein  schon  der  Vater  des  jetzigen  T.nniido  ver- 
gebluii  die  Unterwerfung  versucht  hatte,  dessen  Vordringen  sicli  aber  stets 
tax  den  btarken  W&Uen  der  Doinuies  gebrochen  hätte. 

3.  Das  üebiet  westlictt  des  Mban». 

Wohueji  diese  drei  Stiininie  östlich  des  Mbain,  so  sind  westlich  des 
untpm  Mbam  und  Sanaga  die  aus  rabllosen  Abteilungen  bestehenden  Hapeas 
angesessen,  die  bis  vor  wenigen  Jalu-en  noch  keinen  Weißen  gesehen  und 
noch  untereinander  keinen  Verkehr  hatten.  Sie  waren  ein  i^uberisclies  Ge- 
sindel, das  ihre  I^achtMm  oft  durch  ÜberfUIe  heimsuchte.  Diese  EinfUle 
geschahen  Iwuptsichlich  in  das  friedliche  Gebiet  der  arbeilsfrohen  Yam- 
bass»,  die  ni<^t  einmal  Schutswaffen  sur  Verteidigung  besiteen.  Dieser  nörd> 
lieh  vom  Zusammenfluß  des  Mbam  mit  dem  Sanaga  wohnende  Stamm  hat» 
seitdem  1S92  Hauptmann  Ramsay  die  ersten  Yanibassas  an  die  Küste  ge- 
bracht und  in  Edea  lieim  Stationsbau  verwendet  hat,  jahrlicli  für  die  Yaunde- 
station,  die  ihnen  am  nächsten  war,  zuweilen  unter  FShrlich keilen,  Arbeiter 
gestellt.  Diese  hatten  in  den  beiden  letzten  Jahren  dauernd  geklagt,  daß 
sie  von  den  anwohnenden  Bapeas  angegrifTen  nrsd  beraubt  würden.  Von 
den  Hapeas  war  außer  dem  Bericht  des  llaupimnnns  v.  Schimmelpfenuig 
aus  dem  Jalu'e  1901,  der  ihre  nördliche  Grenze  berührt  und  sich  den  Durch» 
manch  hatte  erklmpfen  müssen,  nichts  bdcannt*;  das  dgentlidie  Bapealand 
war  bisher  Terra  incognita.  Versuche  Dominiks,  durch  Stationsboten  und 
selbst  durch  Fatrouilten  die  BapMs  vor  ferneren  Ai^ffen  auf  Yambassas 
und  Uaussaa  zu  warn^,  wurden  vom  Häuptling  Nubaru  mit  Hohn  surQde- 
gewiesen;  die  Patrouille  von  zehn  Mann  giiff  er  sogar  an.  Nun  suchte 
Dominik  die  Geneluniguog  des  Gouverneurs  zu  seiner  Expedition  in  das 
Gebiet  der  Hapeas  nach,  und  stand  am  27.  Januar  1905  mit  70  farbigen 
Soldaten  und  50  Marin  der  Bati •  UUfsvöIker  bei  der  Balingafahre,  um  in 
das  Rapealand  einzurücken. 


^  D.  h.  auf  Haussa  «Jäger«. 

*  SdL  TOD  Banyo. 

*  D.  h.  snf  Bsnasa  »KSing  des  Ellenbeins-. 

*  Naeh&sptmann  v.  Sehimnielpfennig  sollen  auch  nördlich  der  Bapeas  Haiisia- 
siedlimgon  gewesen  sein.  Frachtbare  Landschaft;  aneb  Fischfiuig. 


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214  Lippebt:  Bedeutung  der  Haiissanation  ftrimnre  Togo-  u.  Kamerankokmie. 

Tn  snnem  Hrrirlit  über  die  Ba  pea  expedition  sagt  Haiiptmann 
Dominik  im  Koloiiialljlatt  XVI.  1905  nnf  S.  529:  »An  der  Mbamfahre 
hatte  sicli  eine  starke  Haussa.sH'dlung  gebildet;  diese  euijifinß  uns;  ahrr 
Edongo,  der  Häuptling  der  Balinga  Batis,  hatte  wieder,  wie  stets,  wenn 
ein  Regieriiii^s\  erlreter  erscheint,  mit  seinen  Leuten  das  Weite  gesucht. 
Seitdem  ich  im  Jthre  1895  seinen  Bruder  Balinga,  der  mit  seinen  Leuten 
eine  ganze  Haussakarawane  aufgefressen  liatte,  bestraft  habe,  wobei  der 
Hluptling  selbst  fiel,  ist  Edongo  niemals  auf  der  Yaundestation  gewesen ; 
und  auch  dieses  Mal  mußte  ich,  wie  gesagt,  auf  seine  Bekanntschaft  ver- 
achten.« 

Und  S.  531  heißt  es:  'In  Kamerun  kenne  ich  —  einige  Tikars,  Balis, 
ßamums,  Mandiangolos  (Ngambe)  ausgenommen —  keinen  Stniimi .  der  sich 
fdme  ICampf  wirklich  daueind  unterworfen  hätte.  Die  aneinanderurenzeiiden 
Bapeastäiiime  verkehren  auf  neutralem  Marktplatz,  der  an  der  Gren/.e  l'w^t, 
inimri  bewaflnet,  in  der  Rei^el  alle  ftinf  Tage  niiteioander.  Hier  wird  bei 
der  nVife,  die  nie  ausgehen  darf,  unt  Perlen  und  Speerspitzen  gefeilscht, 
geheiratet,  geschwalst  imd  sehr  viel  Filmw^  getrunken.  Das  Prinacipdes 
Zwischenhandels  luitten  bisher  nur  auf  dem  Schimmeli^fennigschen  Wege  an 
der  Nordsdte  die  Haussas  durchbrechen  kSnnen,  und  such  das  doch  nur 
infolge  des  vernichtenden  Schlages,  den  die  Expedition  gc^n  die  Sudiki 
und  Biongele  getöhrt  hat.  Das  ist  nicht  vergessen;  denn  letz.terer  schickte 
sofort,  als  wir  am  9.  F^ebniar  bei  Manimbane  in  seine  Nälie  kamen, 
Fricdei^sboten.  Durch  Biongeles  Leute  bekam  ich  mit  den  Manimbanes 
Kühlung,  die  von  der  Kxistenz  weiter  Männer  in  ihren  abgeschlo.ssenen 
(Gebirgstälern  in  der  Tal  keine  Ahniiiii^  liatteii,  was  ich  so  nahe  derKii>t»i 
nicht  vorausgesetzt  hatte.  Die  Manimbanes  stellten  willig;  Führer  nach 
Westen,  wo  Haus.'iajäger  sitzen  sollten,  von  denen  aber  die  iiaussas  aus 
JUongde,  die  nach  Yabassi  handdn,  nichts  wußten.  Es  konnten  also  nur 
wilde  Jiger  sein ,  die  von  der  Yaundesdte  her  so  w«lt  vorgedrungen  waren. 
Am  11.  Februar  trat  die  Expedition  von  Osten  her  in  ein  neues  Berg^^tem 
eäUf  das  der  wilde  Stamm  der  Bunyu-Uniku  bewohnt.  Bei  dem  Oberhlupt- 
ling  Etijei^  sollten  die  UaussigSger  sich  aufhalten.«  Dominik  mußte  den 
Stamm  kri^erisch  /.richtigen,  dann  unterwarf  er  sich  und  stellte  als 
Unterpfand  Geiseln  und  Ai-beiter. 

Und  S.  TiSS:  »Wana,  hei  dem  die  Expedition  v.  Srhiminelpfenn^ 
den  Mhnm  ffhersehritten  halte,  kam  uns  am  1.  März,  stolz  mit  seituM-  Flagge 
in  llauü&ak  leidein  entf;e;;enjieritten.  Bei  ihm  in  KuduT  ist  wie  bei 
Biongele  eine  Niederlas.suiig  {aonyu)  der  Haussas,  die  direkt  über  Ngainbe 
von  Banyo  kommen.  Sie  marschierten  von  Kuduc  nach  Yabassi  in  dreizehn, 
nach  Yaunde  in  sehn  Tagen.  In  Yabassi  kaufen  sie  natllrllch  billiger, 
trotsdem  habe  ich  fUr  di^enigen,  welche  aus  Zdterspamls  nach  Yaunde 
wollen,  und  im  Interesse  der  Aufschließung  des  von  mir  bereisten  wiclitigen 
Weges  die  Yambasssstraße  anlegen  lassen.« 


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LipncHT:  Bedeotwig  der  Hannaration  Afar  unsere  Togo-  u.  Kamerunkolonia.  215 

4.   Station  Bami'nda. 

Vom  Nun,  dein  ■irößtni  i<*chtcii  Nrhentliiß  des  Mharn,  scliließt  sicli 
westlich  das  Gt'l)it»t  dev  Station  liainenda  bis  zur  engli.scheri  Grenz»'  an. 
iiaupLinann  Glaniiiitg,  der  bis  vor  kiii-zeiii  Cliei'  dieser  Station  war,  gil>t  in 
seinem  Bericht  über  seine  Reise  nach  dem  Noixlbe^irk  (Koloniulblatt  X\  II, 
1906)  auch  vmctiiedene  auf  Haussas  bexQgliche  Berichte. 

&  236.  Am  4.  September  1905  traf  ich  in  Metseho,  das  die  HatUMS 
Sunday  nennen,  ein. 

S.  237.  Der  direkte  Weg  von  Bogu  nach  Nam  a  ist  in  der  lU^enzeit 
wegen  der  tiefen  Moräste  nicht  passierbar.  Wir  mußten  daher  zuerst  nadi 
Ken  tu  marschieren,  das  am  l''uße  des  etwa  1000m  hohen  Funj^vegebiriges  and 
am  Rand  der  weiten ,  sicli  nach  dem  Benne  zu  erstrf rkendert  I''bcne  gelegen  ist. 
Die  Kinp^pboimcn  waren  ancli  hier,  wie  iiberali,  in  den  Hernien  versteckt.  In 
der  Kbene  liegt  lias  stattliche  llaussudorf  Ken  tu,  sowie  die  Faktorei  des  Rauf- 
manus  Falk  und  da.v  Lager  des  Engländer  Taylor,  liier  hatte  der  Häupt- 
ling aucli  luv  meine  i^xpedition  ein  stattliches  Barackenlager  aus  Grashütten 
erimut.  Kentu  M  ein  Hauptsentnim  (Qr  den  Handel  nut  K(da  and  Gummi 
and  liegt  an  der  großen  Hauptstraße  Dumbo-Kentn-Sama.  Die  Gegend 
ist  fruchtbar.  In  der  nahegdegenen  Haussaansiedlung  des  S eri Ic  i -n^Barlc a  S 
zwischen  den  beiden  Armen  des  Bisaalaltusses,  wird  viel  guter  Reis  geliaut. 

Der  Dongafluß  ist  etwa  200  —  300  m  breit,  tief  imd  reißend.  50  Mi- 
nuten vom  Fhiß  entfernt,  Hegt  auf  einer  niederen  Hügelkette  die  große 
Ortschaft  Nama,  die  ganz  den  Kindruck  eines  Ilau.ssadorfs  macht.  Während 
in  den  Tu  k  um  orten  des  Gebirfres  Männer  und  Weiher  völlig  nackt  gehen, 
sind  die  Tu  kums  des  llaclien  Landes  fast  sänillieli  nacli  Haussaart  gekleidet. 

Am  30.  September  erreichte  jeh  das  auf  einem  etwa  200  m  liolien  Berg- 
rücken festungsäiiulicl»  gelegene  G  alea,  da.s  mit  si  inen  Dörfern  Masoro,  Kum- 
tana, Beoti,  Ndaboro  dem  Stamme  der  Ndoro  angehüi*t«  Auch  ein  Teil  der  öst* 
lieh  daran  grenxenden  Bussumlandschafken  gehört  au  Galea.  In  den  6st> 
lidi  von  Galea  gelegenen  W&ldem  wird  ein  voraOgUclier  Gummi  gewonnen. 
Galea  macht  ganx  d«i  Eindruck  eines  Haussa-  oder  Fulbeortes.  Das  Königs- 
dorf  »I  von  einer  Mauer  umgeben. 

Am  11.  Oktober  brach  ich  von  Dumbo  auf,  das  ich  am  H.  Oktober  nach 
Überschreitung  des  Fungwegebirges  en  ei«  ht  hatte,  und  lagerte  in  Mungong; 
am  nächsten  Tage  iilxTscIu  itt  irli  auf  guten  Hängebrücken  die  beiden  etwa 
40  in  breiten  und  tiefen  .Vnne  des  Ivumbitlusse.s ,  die  sich  eine  Stunde  unter- 
hali)  des  großen,  in  fruchtbarer  Ebene  gelegenen  Farmdorfes  Fof u k a  ver- 
einigen und  als  Katsenafhiß  durcli  die  Muntschiläuder  dem  Benue  zu- 
strömen. Dicht  am  Kumbitlusse  liegt  die  kleine  Haussaniederlassung.  Von 
hier  fAhrt  der  Weg  aunlchst  nach  der  schönen  Gebirgsschlucht  des  Ngume- 
lluases,  dann  auf  steilem  Bergbang  empor  zum  H&uptlin^dorf  der  großen 
Bafumlandschaft  Bum,  xu  welcher  St&dte  sowohl  als  xahlreiche  Farrodorfer 
geboren.  Der  alte  H&uptUng  Tarn  vo-bringtin  seinem  kleinen,  in  steiniger 
Gebirgslandschaft  1311  m  Ober  dem  Meere  gelegenen  Dorfe  seine  Tage  in 

^  Auf  Uaossa  oKöuig  des  Segens«. 


* 


21 G  Limn:  Bedeatong  der  HftuuuMlion  Ar  uiMeieTogo-  u.  Kuneniiikoloiile. 

paUuu  eiialischer  Rulit-.  i>  ist  ein  treuer  Freund  der  VV^eiüen,  und  seiu  An- 
sehen hal  viel  dazu  beigetragen ,  daB  die  Stetion  ihren  isänfliiß  auf  die  Befiun- 
landschaften  fast  fiberall  in  friedlieher  Weise  auadehnen  Iconnte.  Bum  ist 
der  Zentralpunlit  filr  den  Kolahandel  aus  Nko,  Oku,  Banaso,  Bekum.  In 
den  niohsten  Ta^n  passierte  ich  das  kleine  Farmdorf  Sa  sowie  die  Ber]f- 
orte  Fang  tmd  Koscbio*  Dicht  bei  letxterem  Orte  wurde  die  Expedition 
durch  den  schwierigen  Übergang  Ober  den  tic^fen  und  reißenden  Mbumflud 
fast  einen  Tag  lang  aufgebalten.  Nahe  bei  Koschin  Hegt  Obang,  das  bei 
den  andern  Bafumstämmen  Munka,  bei  den  Uaussas  Matsche  heißt;  hier 
sowohl  wie  in  Koschin  gibt  e.s  Gummi. 

Nach  Passieren  eines  etwa  -00  m  tiefen,  schönen  Gebirgstales  über 
die  kleinen  Orte  Munkas-.Iyno  und  Jyno  erreichte  ich  den  großen  Ort  Su, 
der  bei  den  anwohnenden  Stämmen  Ndum  heißt.  Die  Haussas^  nennen 
den  Ort  Bafum-Kalse  »das  Bafum  der  Mörder«,  weil  hia*  früher  mehroe 
HauasahSndler  getötet  worden  sein  sollen* 

Etseoscbmekhfitten  gibt  es  in  Babungo,  Bekom  und  Oku;  in  die 
übrigen  wird  das  Eisen  von  Haussas  eingeführt  Einidne  Stimme,  wie 
Kudja,  ICentu  und  einige  Bafutnorte  gewinnen  auch  Gununi;  die  meisteo 
aber  überlassen  das  Gummigeschäft  den  Haussas.  Auch  Elefanten  werden 
meist  von  Haussajägern  erlebt,  die  gewölmlich  einen  Elfeobeinsahn  an  den 
Häuj)tlin;j;  des  betreffenden  Jagdgebietes  abgeben  müssen. 

Bei  seinem  Hericlit  nhev  seine  Expedition  nach  Bah",  Bameta  und  dem 
Südbezirk  luaciit  Hauplutann  ülauuing  noch  die  Bemerkung:  Ziegen«  Scliafe, 
Schweine  sind  überall  häufig,  ebenso  wie  auch  fast  jedes  Dorf  Herden  von 
12  bis  100  Stück  des  sogenannten  •Buschviebs« ,  «ner  kleinen,  meist  scbwar&- 
weiß  gefleckten  Rasse,  ohne  Höcker,  besitst.  In  Bafusab  (westlieh  vom  Nun, 
sfidtich  von  Balung)  befimd  sich  auch  bd  dieser  Herde  ein  starker  Hausssbulle. 

Zur  Station  Bamenda  gdiört  auch  Bamum,  bis  wohin  ja  die  Eisenbahn 
von  Duala  nach  Norden  gehen  soll.  Haujttmann  Ramsaj  ist  der  erste,  der  sie 
entdeckt  hat.  Er  äußerte  Ober  die  Stadt  h  >Bamum,  wo  wir  am  G.Juli  1903 
eintrafen,  ist  oluie  Zweifel  (?)  die  an  Bevnlkenuif;  und  Ausdehnung  bedeutendste 
Stadt  sudlich  des  Ben^f  .  .  .  ^^ni  !?insso,  das  auf  dem  2<)iiÜm  hohen  Iviimbo- 
plateau  liegt,  marscliicrte  ich  nach  tier  sclmn  in  INIham  -  Nun  -  Ebene  gelegenen 
Landschaft  Ba-Ntem ,  die  bereits  dem  Lainido  von  Banyo  tribntpllichÜg  ist, 
und  dann  durch  die  vuu  Haussas  bewulmten  Landstriche  Ngu,  Ma^saija, 
Marhaba.  Hier  traf  ich  auf  die  Stettensche  (1893)  Route  Ngauibe- Banyo*.« 

In  Bali  ist  seit  einigen  Jahren  auch  schon  die  Baseler  Hissbn 
titig.  Bamum  wurde  im  Jahre  1906  vom  Qeneralprises  Lutz  in  Buea  im 
Verein  mit  dem  Missionar  Stola  von  Bonaku  besucht.  Misdonw  Stola  schreibt 
dsrfiber  in  der  diesjährigen  Mainummer  des  ■Heidenboten« •Bamum  ist 
eine  große,  befestigte  Stadt.  Früher  sollen  Reiter  aus  Norden*  gekommeo 
sein  und  sie  sweimal  niedeigebrannt  haben,  weshalb  der  Großvater  des 

>  Deutaches  Kolonlalblsit  XHI,  1902,  607. 

»  Siehe  S.  213  oben. 

»  Abgedruckt  im  Deutsciien  Koloiiiaiblatt  XVII,  IDOC. 

*  Dürften  wohi  die  Fulbe  von  Banyo  gewesen  aeio. 


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LtpptMr:  BedeBtang  dar  II«iMMtHition  fllr  niiMre  Togo-  u.  Kunonuikoloiito.  217 

jetzi^'Hi!  Könij;s '  srine  RcsififTi/  1>'*fpstigte.  Ein  balclip;t's  Einsetzen  der 
Missiüiistaiigkeit  erscheint  um  so  wünschenswerter,  weil  der  Islani  luiaiif- 
haltsain  vordrängt.  In  liainum  wohnen  jetzt  sclion  über  500  llaussas  utit 
ihren  Famflien.  halten  SffentUeh  «of  dem  Miirkt  ihi«  Gebete  ftb  und 
beteugm  danebeu  dem  KSotg  ihre  Ergebenheit.« 

5.  Adamaua  nördlich  des  Tikar-  und  Wutegebietes 

sOdItch  des  Beaue. 

Wenn  wir  weiter  nach  Adamaua  hinaufgehen,  so  kommen  wirxuerst 
naeh  Yoko,  ehemals  sOdliohem  Qrensposten  von  Tlliati,  jelst  deutsche  Mi'- 
litarstation.  Der  Ort  ist  von  Morgen,  Dominik,  v.  Stetten  und  v.  Kamptz  Ik- 
schrieben.  Ich  gebe  hier  die  Schilderung  v.  Kamptz'':  Der  Ort  Yoko 
liegt  auf  einem  hohen  Hachen  Rucken  des  Berglandes,  der  nach  Norden 
steil,  nach  den  übrigen  Seit^ri  allmählich  nhCSllr  Gute.s  Trinkwasser  ist 
auf  zwei  Seiten  nahe.  Die  großen  runden  ilhii.ser  sind  nach  FuUnhart 
durch  Strohwande  in  kleinere  Gruppen  geteilt.  Durci»  alle  di«'.se  übermanns- 
hohen  geflochtenen  Wünde  werden  breite  Straßen  und  Plätze  gebildet,  so 
daß  Yoko  dneo  viel  geschlosseneren  Eindruck  macht,  ab  die  Wutesied- 
lungen,  in  denen'  die  Hftuser  regellos  nebeneinander  liegen.  Ein  Graben 
umlaBt  in  weitem  Umlang  den  Ort  Die  Höhenlage  und  dn  steter  Luftxug 
machen  den  Aufenthalt  an  einem  fÖr  Europler  gesunden. 

Yoko  ist  ein  großer  Knotenpunkt.  Es  treiTen  die  Straßen  von  N^lla, 
Ngutte  und  Wenke  zusammen,  und  nach  Norden  führen  die  Straßen  nach 
Ngaumdere  über  Boyare- Yerandi,  Tihati  Ober  Cheme,  und  Banyo  über 
Yakum  und  Ngambe.  Wutes,  FuHalis  und  Tikarleute  stoßen  hier  aufein« 
ander;  dazu  konunen  noch  die  zahlreichen  Haussahandler. 

Au.sGründen  dergesunden  La»ie  der  Stadt  und  iht^r  Bedeutung  uLs  Knideu- 
punkt  so  zaldreiclier  Handelsstraßen  hat  Hauptmann  v.  Kaiuptz  Yoko  7u  einer 
Militirstatton  gemacht.  Oberleutnant  Nolte  war  mit  dem  Bau  beauftragt,  den 
er  vortrefflich  ausführte;  er  wurde  erster  Kommandant  der  MiUttrstaticm. 

Dominik  ssgt  in  seinem  Bericht  Ober  den  Marsdi  von  Yaunde  naeh 
Garua,  Kolonialblatt  XIII ,  1902,310:  Ȇbrigens  traf  ieh  u  fast  allen  Wute- 
dörfem  bis  Nguttestadt  HIndler  an,  die  von  Yaunde  aus  vorgeschoben  waren. 
Aber  die  Gabunleute  klagten,  daß  wohl  Gummi  in  den  Wäldern  sei,  die  Wute 
aber  nirgends,  wohl  wegen  ihrer  Bedürfnislosigkeit,  mit  Eifer  an  die  Ge- 
winnung gingen.  TatsHcliHch  sind  mich  Faktoreien,  die  bereits  bis  Ngambe 
vorgesclioben  waren,  wieder  zMriickge7.(>i»en ,  so  daß  mir  in  der  Höhe  des 
Yükogehirges  fiir  den  Handel  über  Yaunde  die  Grenze  zu  liegen  «scheint, 
und  zwar  wird  das  Gebiet  nordlich  des  Sanaga  aus  Billigkeitsgründen  zweck- 
mäßig mit  Haussas  bearbeitet  werden,  wie  es  vielfach  bereits  erfreulicher- 
weise gMchldit.  Dieselben  Hanssahindler,  die  froher  bei  NgiUa  und  Ngutte 
saßen,  fand  ich  auch  Jetzt  wieder;  aber  die  Produkte,  die  sie  einkaufen,  gehen 
nieht  mehr  nach  Norden  an  denBenue,  sondern  südlich  fiber  Yaunde  cur  KQste.« 

'  Der  Köiilj;  von  Bannini  lieißt  Ngoja  (Hauptmann  Hirtler:  Joia). 
'  Ergäozt  durch  die  Schildemag  von  Dominik  in  aeiDem  •KamAraa«* 


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218  Lippxkt:  Bedentiing  der  Haomnatioii  fAr  unsere  Togo-  a.  Kamermikoionis. 

Wenn  wir  von  ^'<lk()  noi*(!wärt«?  flehen,  koiiiiacn  wir  zu  den  beiden 
grüßten  Stanteii  Aduinauas,  Tibati  und  Ngauiidere.  Beide  hatten  7.Ahlreicbe 
Haiissftliftndler. 

Von  Tibati  wissen  wir  es  ja  aus  dem  Beridit  von  Morgen,  wo  der 
Clief  der  Haiissahftndler  sagt:  »Nach  Tibati  muß  man  fUnfmal  gehen,  ehe 
man  reich  wird,  nach  Ngilla  nur  einmal.« 

Sehr  atarlc  ist  auch  die  Ilauasakolonie  in  Kgaande  re,  i&  derco 

Händen,  wie  üherall,  der  Handel  liegt.   Doch  spielen  sie  auch  als  Banlciers, 
denen  die  Gri>ßen  der  Fulbe  und  mitunter  auch  der  Lamido  selbst 
schuldet  sind,  eine  große  politisrlie  Kollc. 

Zahlreiche  Hnussaliändler  Uoninipn  7.11  den  Dürrn  beiden  in  \;!iäi^in 
(ialilni.  das  n<'ir(ili('li  von  Ngn)Hi(lerc  liegt,  um  Waffen,  ilie  von  diesen  be- 
sonders kunstv»»U  fahri/iert  werden,  als  Messer,  rieile  untl  l^uxen-spitzen. 
einzuhandeln.  FHr  eine  Lanzenspit/.e,  die  sie  bei  den  Durrus  fiir  200  Kauri 
kaufen ,  erhalten  sie  in  Yola  600  Kauri ,  also  den  dreifachen  Wert 

6.  Adamaua  nurdlicli  der  Bamendastation  südlich  des  Benue. 

Im  westlichen  Adamau»,  nördlich  der  Bamendastation,  haben  wirzunnclist 
(lorori,  wo  Obei*st  Pavel  auf  seiner  Tschadseeexpedition  im  Jahre  r.»02 
einige  Hanssagroße  nach  der  Niederbrennung  Kinkaiis  fragte,  wo  die  Kx- 
pedition  taj^s  zuvor  ()nnrtier  genommpn  hatte,  und  die  erst  zwei  Tagp  vuilier 
nach  Angabe  der  Kinwohner  vom  liäuptling  von  Kumbat  BaU  eingeäschert 
und  geplündert  sein  sollte. 

Nördlich  davon  liegt  Lugere  kaiolla,  d.  i.  Tal  des  Obersklavea, 
das  die  sQdliche  Orenxstation  von  Ban yo  1st.  Es  wird  von  Lamido  Omaru 
als  Zwischenstation  fiir  die  Ha  us sahlndler  gehalten,  die  von  hier,  nament* 
lieh  mit  Vieh  und  Zeugen,  westlich  nach  Patoko  aefaen,  wo  sie  mit  des 
Bafuts  »JMiamentreffen ,  tim  die  so  gesehltxte  Kolanuß  (gon)  zu  kaufen, 
die  in  trell'licher  Qflte  und  großen  Mengen  in  Patoko  angeboten  wird.  Aus- 
schließlich dieser  Nüsse  wegen  kommen  die  großen  Karawan<»i  den  miUi- 
samen  Wp;i  nbfr  den  Gendero  nach  Süden. 

^\'eiIeI•  nördlich  liegt  Mah;ill»a',  am  I''nße  des  Hanyot^ehimes,  d^r 
letzte  Tikm  ort.  Das  linw/c  oiTene  Dorf  ist  von  Klfenb»*injä^ei  i4  und  IIau.s»H- 
hiindlero  bcwuhnt,  i?.s  .soll  iltr  größte  LUcnbeinplat/-  vuu  ganz  Tikar  sein:  der 
Chef  nennt  sich  mit  dem  Ilaussauamen  Scriki-n -hauri,  d.i.  König  des 
Elfenbeins. 

In  Banyo  gibt  es  ebenfalls  eine  Haussakolonie.  M^or  v.  Karopti 
hatte  am  20.  April  1809  xwei  Haussale ute  nach  Banyo  geschickt,  wdehe 
dem  Lamido  den  Grund  der  Bestrafung  Tibatis,  die  beabsichtigte 

einer  Station  in  Yoko  mitteilen  und  ihm  erßffnen  sollten,  wenn  er  seift 
Freund  .sei,  so  sollte  er  sofort  Bevollmächtigte  nach  Ngambe  schicken.  Am 
6.  Mai  kamen  auch  die  nach  Banyo  abgesandten  Boten  in  Begleitung  voo 
zwei  Gesandten  des  Sultans  Omaru  von  Banyo  zurQck. 

*  Mahalba  bedeutet  Jäger;  nidit  zu  verwechseln  mit  0  ari-n-Maharba, 
d  i.  -Stadt  (h  r  J.iger>,  di«  aiii  Znsammenflufl  des  Mso  Deo  und  M«o  Faro»  ebfloAUs 
iu  Adaiiiaua,  uördüch  voo  ersterem  liegt. 


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Li»rarr:  Bedentimg  der  Hannanation  fllr  unaere  Togo-  n.  Kamemnkolonie.  219 

Omaru  ließ  sai^pn ,  er  und  alle  Fullas  und  Haussas  st  irn  liodi- 
erfrent,  daß  das  Suitannt  Tibati  ge/Qchtigt  sei.  Ki  selbst  werde  den  Weg 
von  Hiiiiyo  stets  offen  halten  und  dort  den  Hnndd  licscIiiUxen. 

iiobert  Flegel  iialte  iÖh4  Banyo  bereits  l)»  tieten.  l->  stand  hier  unter 
dem  Namen  •Dermanu«  (d.i.  Abdarrahmin)  noch  in  gutem  Andenken,  und 
man  hatte  seinen  Tod,  wovon  die  Naehricbt  durch  die  Haunnhlndler  lüer- 
her  gelangt  war,  mit  Bedauern  vernommen. 

Ebenso  hat  Gaschakasdnellaussas.  Der  Lamido  war  au  Moigens 
Zeit  Samba,  ein  jöngerer  Brudar  des  Lamido  von  Banyo.  Der  Ort  mochte 
ann&hemd  dieselbe  Gntßc  liatten  wie  Banyo  und  Tibati.  Nach  Aussage  der 
Ilaussaleute  soll  dies  aucii  i>ei  den  übrigen  vier  Adamauaresidenzen  Ng^un- 
derc,  Kont'sclm,  Laro  iiiid  Tsclianiba  '  dor  Fall  sein. 

In  (lascliaka  erfuhr  Mori^en  durch  einen  alten,  av  eitjjereisten  Ilnussa- 
hiindler,  daß  der  Mbaui  auf  dem  Ueii'lerostocU  entsjn  hitie,  der  Snnay:a  da- 
gegen seinen  Ursprung  westlich  Ngaundeie  lial»e.  Den  «beten  Lauf  dieses 
Flusses  nennen  die  dortigen  Eingeborenen,  die  Tibatileute,  Lom^ 

Ebenfillls  hat  die  Haussa-FuUahstadt  Bundang>Turakua  ihre 
Hanssainduatrie.  In  dem  Farotale,  das  sich  hier  oft  zu  Seen  erweitert, 
die  von  Tausenden  von  Vögdn  belebt  sind,  hat  sich  Bundaog,  das  von 
HnuasBS  bewohnt  ist,  zu  einem  bedeutenden  Industrieorte  mit  Firbereien, 
Seiiereien  und  Gerbereien  entwickelt.  Die  Stadt  steht  unter  dem  Schut/.c 
dm*  nahen  Fulberesidenz  Tukurua,  wo  Yerima  Husseni,  der  Bruder  des 
neuen  Lamido  Mai  von  Ngaundere,  regiert. 

7.   Adamaua  nordlich  des  Benue. 

Das  Ad.utiaiia  nördlich  des  Bcnue  scheinen  die  iiaussas  nur  mehr 
f&r  ihre  Handclsxüge  nach  dem  SQden  i^ameruns  xu  passieren.  Die  Kara- 
wanen kommen  aus  Dikoa  und  gehen  dami  in  der  Ebene  westlich  vom 
Mandaragebirge  über  Bama  nach  Madagali,  von  Madagali  Ober  Moda  und 
Uba  nach  Muhl,  von  Blubi  nach  Ojumo  und  von  Djumo  entweder  Qber 
Demssa  nadi  Garua  oder  Qber  Malabo  nach  Yola'.  An  den  Hingen  des 
Mnndaragebirges  sind  nun  eine  Anseahl  Heidenstamme  angesiedelt,  die  der 
deutsclien  Verwaltung  noch  wertvoller  werden  können  als  die  Fulbe.  Als 
die  Fulbehirlcn  vor  MenscIienaUcru  diese  T^andesbewttliner  niis  den  friirht- 
hnren  Niedernni;<Mj  am  Fttße  des  Plateaus  in  das  Felsu'rlnrge  zurückdräiii^ten, 
bal>en  .sie  da.s  \ Olk  \or  der  Kntnrtung  und  \'<  r\\ ciclihchung  gerettet,  der 
sie  nun  selbst  verfallen  sind.  Nut  und  Entliehruiig  iiat  die  Heidetistäuune 
an  den  k&rglichen  llüugcn  zur  Arbeit  erzogen;  sie  sind  gesundet  in  der 
friselieren  Ilohenlufl  und  an  den  klaren  Quellwassem  und  geschieht  und 
anstdtig  geworden  in  dem  harten  Kampf  ums  Dasein,  den  Mensch  und 
Natur  ihnen  aufzwangen.  Nicht  auf  der  Hochllache  selbst  konnten  sie  sich 

*  Bei  Laro  und  Tschauiba  halte  ich  das  nicht  für  richtig;  sie  sind  weseiit- 
lidi  kielner. 

*  Morgan  hat  Yelom. 

'  Aus  dem  Berichte  des  Residenten  von  Adaniaua,  Hauptmann  Zimmermann« 
Otier  doe  Bereisong  de«  Mandaragebirgee  vom  16.  November  1905  bis  20.  Januar  1906. 


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220  Lippkkt:  BedeDiang  der  Htnmnation  fAr  oiiMre  Togo-  o.  Ruaerankolomie. 

niederlassen,  sondern  iniißn  n  die  Hänge  besetzen,  um  dem  auf  Sklaven- 
rauh  ausgehenden  Feind  ilen  Aufstieg  zu  welirm.  Die  stete  KampfbfTfHlt- 
schait  verwies  den  Mann  aufs  Feld,  das  Weil)  baute  Haus  und  Hof,  bereit» 
beim  geringsten  Warnungssignal  mit  Kind,  Vieh  und  Besitz  in  die  vorher 
erkundeten  Scblupfwlokd  xu  verscbwindeo*  Und  mit  weleher  Liebe  hai 
dies  Volk»  der  harten  Arbeit  hing^eben»  aueh  dem  Wilsten  Hang  durch 
inaaerbeklddete  Terraaaenanlage  noch  ein  StOckchen  Boden  cur  Bestellung 
abgerungen ,  jedes  Fleckclien  zwischen  Fels  und  Stein  aui^enutxt  und  mit 
förmlichen  Talsperren  der  Wegschwemmung  des  teuren  Bodens  entgegen- 
gearbeitet. Ihre  Fanncn  sind  Musterleistungeo»  ihre  WohnaitKe  richtige 
Schmuckkästchen.  Als  llati[)tni.inn  /Üinmennann  das  Mandaragebinje  um 
die  Jahreswende  bereiste,  waren  die  \'  rhültnisse  noch  so,  daß  eine  Anzahl 
der  ui  der  Ebene  sitzenden  Fulbf'.sultane  die  Heidenstämme  angriffen,  um 
deren  Vieh  und  Menschen  als  Sklaven  zu  rauben :  die  kleinen  Heide^i- 
stänmte  rächten  sicli  durch  Repressalien,  indem  sie  in  die  Ebene  hinab- 
stiegen und  die  Vieliberden  der  Fulb^  raubten.  NatQriich  schonen  sie 
dabei  auch  die  iMssiereoden  kleineren  Uwissakarawaneii  nicht,  denen  sie 
ihre  Waren  und  gel^entlich  einen  Menschen  abnehmen.  Der  Anlaß  sum 
Eingreifen  des  Residenten  war,  daß  Qber  die  RSubereien  der  Paka»  und 
Betei^iheiden  von  versdiiedenen  teils  unbeteiligten  Seiten  Beschwerden  bei 
der  Residratur  eingegangen  waren. 

Da  der  Resident  von  der  Residenturbesatzung  Garoa  nur  20  Mann 
verfugbar  machen  konnte,  zog  er  den  Oberleutnant  Schipper  mit  40  Mann 
des  Postens  Binder  liin/u.  Kr  liatte  nun  die  Absiclit,  nur  die  freclisten  der 
K;iuber,  die  Betenjis,  enipfitullich  zu  trefl'en  und  unter  dem  Kindruck  der 
Züchtigung  mit  den  übrigen  ohne  Kampf  in  V^erbindung  -/.a  treten.  Sein 
Plan  wurde  vereitelt,  als  er  am  25.  November  1905  an  den  Betinjihöhen 
enthmg  nnrsdiierend,  unterhalb  des  wsten  Fakaortes  eine  Rast  machie, 
und  der  Amado  desselben  auf  seinen  Ruf  sofort  und  scheinbar  ohne 
jedes  Bedenken  mchien.  Er  stellte  jegliehe  Beteiligung  an  den  ihm 
aar  Last  gelegten  Riub«reien  entsdiieden  in  Abrede  und  wußte  Uaiq>t> 
mann  Zimmermann  durch  sein  Auftreten  von  seiner  Unschuld  derart  an 
übenceugen,  daß  er  Lager  in  dem  Orte  bezog.  Der  Arnado  brachte  auch 
Verpflegung.  Um  so  erstaunter  war  der  Resident,  als  am  anderen 
Morgen  einige  der  geplünderten  H an ssa  hän  d  1  er  erscliien^n  und  <\cr 
Arnado.  der  auch  jetzt  noch  die  Betenjis  als  die  Schuldigen  bezeichnete, 
nicht  in  Abrede  stellen  konnte,  daß  die  Ilauber  mit  der  Beute  in  seinejn  Orte 
verschwunden  waren;  er  hatte  sich  auch  erboten,  das  geraubte  Hau  ssa- 
weih  und  die  Waren  zur  Stelle  au  schaffen,  wenn  Uim  eine  Müchkuh  dafOr 
bezahlt  werde.  Nunmehr  erhielt  er  den  Befehl,  Weib  und  Waren  zur  Stelle 
zu  schaffen,  fOr  seine  LQgen  100  Schafe  und  200  Lasten  Korn  au  aaUen 
und  50  Geiseln  so  lange  zu  stellen,  Ins  diese  Forderungen  erflUlt  aaien. 
Er  ▼ersprach  dies,  verschwand  und  blieb  Terschwunden.  So  war  der 
Resident  mit  dem  stiirksten  der  drei  Stimme  —  die  Fakas  mochten  etwa 
3500  Knj)fe  zählen  —  ganr.  gegen  seine  Ab.sicbt  in  Konflikt  geraten.  Mit 
seinen  14  Mann  konnte  er  einen  entscheidenden  Schlag  nicht  filhren,  sumal 


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LiFPsaT :  Bedeatung  der  iiaubsajiation  fiir  muere  Togo-  u.  Kaiiicrunkolouie.  22 1 

much  kein  Widerstand  gdeislet  wurde.  Die  Pakah&he  konnte  unadiwer 
vom  Feinde,  der  anfangs  von  derselben  in  das  Lager  xu  schießen  versuchte, 
gesSiibert  werden;  die  mit  großen  Vorräten  nn  Korn  au5?gestatteten  Paka- 
orte  wnrfJen  aiißprdpni  nachts  durch  Patrouilleiifjang  gespeiTt  und  das  Aus- 
weiclien  dts  Gegners  ebenfalls  diii*ch  Patruuilleo  bis  zur  Ankunft  Schippers 
vtrliindert.  Als  Schipper  lieran  war,  wurde  in  der  Nacht  znin  'J.  De/ ember 
von  zwei  Seiten  angegriffen;  der  tugs  zuvor  uocli  bewohute  Ort  war  aber 
ebemo  wie  die  Ngulib6ben  geriiunt.  Nun  b^tnnn  der  Pttroaillengang,  um 
dem  Feinde  in  seinen  zehUoeen  SehlupfWinkeln  nachzaspfiren  und  Abbruch 
xo  tun,  seine  wundeibQbsehen  Ifiederlassungen  und  musterhaften  Farmen 
blieben  unberührL  Um  den  nach  allen  JRiebtongen  zersprengten  Offner 
wieder  aar  Besinnung  kommen  zu  lassen  und  nidit  Uber  die  englisehe 
Grenze  zu  treiben,  ließ  Zimmermann  zuniehst  von  ihm  ab,  und  beauftragte 
den  der  deutschen  Verwaltung  ei^ebenen  Arnado  von  Oda,  den  Heiden 
seine  Forderunp;en  bekanntzugeben:  je^er  der  drei  Stamme  snllte  dreißig 
Strafarbeiter  auf  ein  Jahr  stellen,  das  bereite  Uber  die  eogUsche  Grenze 
geschaffte  Haussaweib  zurückgebracht  werden. 

Hauptmann  ZiinnuM mann  brach  mit  Oberleutnant  Scliipper,  Sergeant 
Mellenthin  und  51  farbigen  SuUlaten  von  Gela  über  Mubi,  Mitscliiga-Moda- 
Duhu  nach  Madagali ,  dem  nördlidisten  Fulbesitz,  auf.  Auch  diese  Orte  hatten 
natfirlieh  ihre  Ueidenanliegen,  wurden  aber  zuniehst  auf  spiter  vwtrSetet. 
Der  Lamido  von  Madagali  eriiielt  auf  seine  BitCen  10  Mann  als  VerstSritung  CAr 
eine  Bestrafung  der  Miltubdden,  die  ibm,  statt  den  seit  Jahren  ablieben 
Tribut  zu  zahlen,  neuerdings  Vieh  geraubt  und  Leute  angeschossm  bStten. 
Dann  brach  die  Expedition  nach  Gauar  auf,  dessen  Lamido  um  Hilfe 
gegen  die  dortigen  Heiden  gebeten  hatte.  Auf  dem  Marsche  dahin  besuchte 
Zimmermann  und  Schipper  zunächst  die  Palam-,  dann  die  Kanmlu-,  iMogndi- 
uiui  Hiimumsiheiden,  Falliortc  von  2000  bis  4  000  Kinwohnern,  die  beim 
Kinrücken  der  Kxpedition  in  die  lierge  entlluhen,  sich  al)er  bahl  von  den 
friedlichen  Absichten  der  Weißen  ül>erzeugen  ließen,  reicliliche  Verpllegung 
brachten  und  erfreut  waren,  dafi  der  zum  erstenmal  in  ihren  Orten  er^ 
schienene  Weifle,  statt  Krieg  zu  ilUiren,  flir  die  angebrachten  Lebensmittel 
aueb  noch  Qesebenke  gab.  Dsgegcn  hatte  Oberleutnant  Schipper  am  14.  De- 
zember 190Ö  ein  heftiges  Gefedit  gegen  die  zu  Hoda  gehörigen  Putuheiden. 
Zur  Bestrafting  der  Gauarhdden  kam  auch  eine  Abteilung  Madagali  und 
Moda  sowie  auch  das  Krii  L'^svolk  von  Marua  und  Mindif  zu  Hilfe,  und 
dem  konzentrischen  Aogrin*  setzten  die  Gauarheiden  nur  schwachen  Wider- 
stand eiitirepen.  Cher  70  Stück  (utiPvieh  (meist  'jcraubtes  Fulbevieh)  und 
250  Schafe  wurden  erbeutet,  davon  öi>  bzw.  100  für  die  Residentnr  ver- 
einnahmt, das  übrige  sowie  ein  großes  Kurrnjuantum  dem  verarmten  Gauar- 
Iftuiido  übergeben. 

Die  Wirkung  des  Schlages  zeigte  sich  in  den  nächsten  Tagen,  indem 
die  Amados  von  Sir,  Dimeo,  Bndum  und  Oadsb  um  Frieden  baten  und 
zum  Aufbau  und  zur  Befestigung  der  Gauanttadt  Arbeiter  stellten. 

Hauptmson  Zimmermann  ging  dann  über  Msrua  nach  Mora,"  der 
Hauptstadt  von  Mandara,  dann  Aber  Bama  nach  Madagali  und  von  da 


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222  LtpmT;  Bedentang  der  Haoaeanatioii  fBr  untere  Togo«  o.  Kamarudnloiue. 

norli  cinnrnl  nach  Gaiiar,  wo  pr  nocli  die  G»*tl<tlipiu'n  zer-spreniit«*  nnd  ihn 
l  iiterliiuiplliug  ztir  Milte  iin»  Frieden  verarilaüte.  ICr  trug  ihm  auf.  am 
ijächstcn  Tnv^r-  50  Geisehi  zu  siclh'ii  und  ebensoviel  Arbeiter  luiii  Aufhau 
der  (iauarstadi.  Dann  zog  ei-  über  8ir,  Humseki- Burrhn  nach  MubL  Ani 
lä.  Janunr  «rreichte  er  Paka;  unterhalb  der  Höhe  weideten  große  Fullab> 
herden.  Noch  am  Abend  brachten  die  Pake»  30  Geiseln;  das  Ilaumweib 
war  bereits  ihrem  EigentQtner  xurfickgestellt.  Die  Befteiy  is  waren  versehwuo- 
den.  Dagegen  brachten  NguUs  und  Baus  am  folgenden  Tage  S2  Geudn 
naeh  Meiha.  Am  19.  Januar  kehlte  Hauptmann  Zimmermann  nach  Garui 
zurfick. 

» 

8.    I)  f'ii  ts  c  h -  Ii  o  r II  II. 

Noch  einii^e  Daten  aus  dem  Dericlit  1  laiipliiinnn  Dnininil^s  "iber  die 
Gebiete  zwischen  dem  obei'en  Benue  und  dem  Tschad.see.  KuluniaiblaU  Xl\'» 
S.  l.'iO,  11)03. 

Dikoa  ist  (Vw  cluiiialige  IlaupLstadt  Räbahs  und  Jetzt  des  unter 
deutscher  Herrschaft  strlKMidcn  Köiiii;s  (Jerbai. 

Hat  sich  auf  dem  Lande  nocii  üftei-s  reines  Kaiiuri  erlialten,  so  setzt 
sich  die  Dikuabcvulkerung,  wie  wohl  auch  andere  große  Bornustädte,  aus 
TrijioUtaner-,  Fezt«ner*t  Tuareg-  und  Tebumisehliogen  susammen,  aut 
Haussaleuten,  aus  Bagirmi-,  Wadai-  und  Furieuten,  vielfaeh  aus  Rnngu 
und  Dongolanem. 

Karnak  Logon  li^t  am  Logon,  der  ebenso  wie  der  Schart  zwischen 
niedrigen  Ufern  200~300m  breit  dahinströmt  Die  Stadt  selbst  ist  von  doer 
riesenhaften  Mauer  umgeben  und  geschlossen  gebaut;  viele  Hliiaer  aber 

li<'<;eM  in  Trümmern  —  ein  Andenken  an  die  Rabahisten.  Handel  und  Wände! 
ist  (»edeiitend,  weil  hier  die  eine  Hauptstraße  über  Mnssenja  nach  Wadai 
und  weiter  über  Fasr!ir,  Cliartiim,  Siiakin  tiacli  Mfkka  fülirt,  die  so  man- 
cher ^laubige  FuUah  uud  Uau^a  zieht,  um  naclt  Jaltreo  als  «liiggi«  beim' 

xukelii'<MK 

Der  Fulali  selbst,  der  eigentliche  Pferdebesit/er  und  Ziichtor.  rH«t 
nicht  viel  —  dns  besorgen  die  llfiussa-s  — ,  so  kommt  t^s,  daß  die  Titic 
wenig  Bewegung  haben.  Auch  winl  das  Pferd  nicht  mit  Korn,  i»onderu 
mit  Gras  gefüttert.  Diese  minderwertige  Ernalirung  und  der  Mao^  an 
Bewegung  haben  die  Pferdezucht  in  Adamana  verdorben;  man  findet  «oU 
nocli  öfters  schöne,  aber  selten  gute  Pferde,  die  etwas  leisten,  wie  s.B. 
der  kleine,  arbeitsgewohnte  Haussapony. 

AuDTallend  ist  die  Vorliebe  fttr  WohlgerQdie,  welche  die  Kanons  mit 
den  Haussas  teilen.  Hier  wie  dort  werden  Zibetkatzen  gehalten,  den» 
scharfriechender  Afterdrusensaft  von  Zeit  zu  Zeit  ausgepreßt  wird ,  und  sehr 
gesehnt/ 1  ist.  Aber  auch  sonst  wissen  beide  StSmme  wohlriediende  fineoxen 
anzufertigen,  die  von  Arm  und  Reich  benutzt  werden. 

Oberst  Pavel,  Kommandant  der  Kameruner  Schtttztruppc.  hatte  isi 
Jahre  11)02  mit  einigen  Kompagnien  seine  Orientierungsexpedition  bis  tum 
Tscbadsee,  der  nördlichen  Grenze  der  Kolonie,  gemacht  Den  Rackmancii 


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Lippkrt:  Bedeutung  der  liaussaitation  fQr  unsere  Togo-  u.  Kanierunkolonie.  223 

nalmi  cv  dann  von  Garua'  nach  Ngaundcre'  über  Bnbene*,  Adiimre',  Rci 
Buba'.  Er  berichtet  darüber  im  amtlichen  Kolonialblatt  XI,  1900,  S.  VUt^ 
•  daß  auf  dem  Wege  einr  tinjjpnioiii  zalilreiche  Bevölkoniiit;  lebt,  dir  (ic-^cnd 
sehr  reich  anpebaiit  und  fjioße  Mengen  Krmtschuk  und  Gummi  arahiniiii 
von  Hanssahämllci  II  nach  Vola  und  dem  l'raii/.nsischen  Gebift  gi'liarulelt 
würden  ^  Die  genannten  Städte  belinden  sich  alle  in  blühi'Uili'iu  Zu.sLande; 
die  Einwohner,  Fulbe,  der  muhanimedanisciien  Religion  angehörig,  machen 
durchweg  einen  hochkultivierten  Eindruck.  Rei  Buba  und  Ngnundere,  beide 
mit  etwa  30000  Einwohnern,  sind  vorzQglich  gebaut.  Deutsclie  Kaufleute, 
die  sieb  dort  niedeHießen,  kSnntim  die  gl&nsendaten  Geseh&fte  machen.« 

Dieae  Prophezeiung  aotlte  bald  in  Erftkllirag  gehen.  Die  untemeh- 
meiule  llaniliurger  Firma  Randad  &  Stein  hat  beielts  1904  durch  ICaufmann 
Heim  eine  Faktorei  in  Ngaundere  eingerichtet  auf  einem  ihr  zurVerfiigung  ge- 
stellten, am  Markte  gelegenen  Grundstücke.  Nachdem  Mitte  Juli  1904  der  letzte 
Warentransport  von  etwa  Lasten  in  gutem  Zustande  angekonmien  war, 
entwickelte  sich  mit  den  liier  ansässigen  llaussas  ein  iil)prraschend  starker 
Gummihandel,  so  daß  bald  darauf  4  Tonnen  prima  Ivantsehuk  nach  der 
Küste  befördert  werdeu  konnten.  KIfenbein  war  weniger,  da  in  der  Um- 
gebung nicht  mehr  vide  Elefanten  vorkamen  und  »tm  Teil  wohl  aticli  schon 
aUgesdiossen  waren.  HaussahUndler  wurden  nach  Baka,  Kongola,  Hansam 
vorgeschoben  und  arbeiteten  dort  mit  gtiten  Resultaten. 

Schriftliche  Anknüpfungen  mit  dem  Lamido  von  Bubaiidschida  fnhrten 
XU  dem  erfreuUclien  Erfolge,  daß  einige  Lasten  Elfenbein  und  Outtaperelia 
nacl)  Ngaundere  tum  Verkauf  gebracht  wurden. 

Der  Kaiserlichen  Residentur'  ist  es  zu  verdanken,  daß  der  Firma 
auf  ein  entsprechendes  Gesuch,  in  Tibati  ein  Grundstück  zu  den  gleichen 
Bedingungen  wie  in  Ngaundere  zu  bekommen,  die  Zustimjnnng  erteilt  wurde, 
so  daß  dort  in  kurzem  eine  Zw ci^rakUuei  enichtet  werden  kanu,  die  unter 
Zuhiirenaiune  der  starken  HaussauiederlassuDg  in  den  der  französischen 
Grenze  auliegenden  Gebieieo  den  Gumiui-  und  Klfenbeinhandel  betreiben 
kann  und  außerdem  ab  Stiitapunkt  fiir  die  Karawanenstraße  Ngauadere- 
Yaunde  dient. 

Es  erübrigt ,  in  Qartia  ein  Grundstück  zu  erwerben  und  eine  Faktorei 
darauf  sa  errichten,  die  ztmi  Einkauf  von  Guttapercha,  siiater  $het  auch 
als  Ausgangspunkt  für  die  iti  absehbarer  Zeit  stattfindende  Verschiffung  von 
Waren  und  Produkten  und  als  Depot  (ttr  eine  etwa  in  Marrua  za  errichtende 
Faktorei  dienen  soll. 

>  Garua  am  oberen  Benno  ist  Fiilbesaltaaat  vnd  Sitz  des  deatsehen  Resi- 
denten fBr  Adsmana. 

*  Nganndere  und  Rei  Buba  (die  Baoptstadt  von  ßuba-u  Dschida) 
sind  zwei  FulbeAultanate  mit  großer  Ausdehnung  und  KriflgsPMcht,  ihrem  früheren 
Oberherm  in  Yola  an  Macht  wpit  überlegen. 

'  Bebene  und  Adumre,  zwei  kleine  Fulbe^ulUiiate ,  gewerbeileißig  aber 
nnr  auf  das  Weichbild  ibrar  Stadt  beschränkt. 

*  Das  ist  jetst  anders  geworden ,  wie  man  ans  der  folgenden  Darstdlnng  ersieht. 

*  Wohl  hl  Gama. 


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224  Lipp£bt:  Bedeutung  der  Haussauatioii  fur  unsere  Togo-  u.  Kamenuikolonie. 

9.  KQsle  des  westlichen  Kameraii. 

Was  das  westlidie  Kamerun  und  die  Küste  betrifft,  so  ist  snoidiit 
die  Station  Yabassi  zu  erwShoea,  wohin  die  in  Bioagele  im  Bapea^ehic^t 
sitzenden  Haussas  handeln  Ferner  meldet  der  Gotiverneiir  im  Kolonialblatt 
XIV,  1903,  S.  f)<j:  »Als  ein  erfreuliches  Zeichen  f'n-  df'n  Aiifsehwunfi  des 
Handels  durch  Erscliließiinp  des  ferneren  Hinlerlaniles  tiarf  es  beiradilet 
werden,  daß  vor  kurzem  ("JO.  I)e/,eiuher  1902)  eine  H  a  u  ss  a  karaw  aiie  voü 
103  Köpfen,  von  Banyo  kommend,  in  Uuea  eintraf,  um  am  nächsten  Tage 
nach  Viktoria  weiterzugehen.  Die  Leute,  Mim  eraten  Male  hier  gesehen, 
wurden  in  ihren  malerisdien  Trachten  weidlich  ai^eateunt.  Sie  sind  uata* 
FQhruiig  eines  einzigen  Schutatruppenaoldaten  der  Station  In  42  TagM  von 
dort  henMismanehiert  und  iußerten  sich  Qher  den  Eindruck  redit  beim- 
digend«  Vor  allem  hat  ihnen  die  abaolttte  Sieherbeit  Imponiert.  Sie  wareo 
vollkommen  iinl)e\vafTnet  und  führten  schwim  Lasten  von  Elfenbein  im 
Werte  von  10000  Mark  mit  sich.  Die  Haitssaa  sind  mit  dem  Dampfer 
•  Nachtigal«  von  Viktoifa  nach  Dnala  gebracht  worden,  vim  wo  sie  nach 
Absatz  ihrer  Waren  den  Heimweg  antreten  werden,  i  alls  die  llamhurgcr 
Kaufhäuser  sich  entschließen  wollten,  Waren  feilzulialr' n ,  die  von  d*"ii 
Haussas  begehrt  werden,  was  eur  Zeit  noch  nielit  der  I  aii  ist,  so  würde 
wohl  ein  dauernder  Zuzug  aus  dem  Innern  stattfinden  und  eine  vollkommeae 
Neugestaltung  des  Kameruner  Handels  sieh  ▼olfaddien.« 

Die  Hambui^  Kaufhiuser  scheinen  den  Wunsch  des  Gouvemeon 
bdio^lgt  ta  haben;  denn  seit  dieser  Zeit  kommen  ^rlich  mehrere  Haussa- 
karawanen  nadi  Duals,  wo  iiir  aie  auch  Unterkunft  und  Magazine  f&r  die 
von  ihnen  mitgebracbleo  Waren,  wie  Elfenbein,  Kautschuk  und  KoIanfiM^ 
geschaffen  sind. 

Hierauf  scheint  sich  der  Itericht  de^  Stationsleiters  von  Barnen  da* 
zu  he/.ielten,  wonach  Ende  .ianuar  1903  eine  im  November  \'firi<jen  .Inhres 
nach  der  KOste  gegangene  llaussakarawane  zuiückirekomiueii  wäre,  dcreu 
Führer  sich  hocherfreut  über  den  lOi  trag  seines  Eilt  iihi  ifihaiidcls  im  deutschen 
Küstenbezirk  aussprach.  Von  nun  an,  sagte  er,  würde  er  sein  KlfenbeiD 
nur  an  dentaHsfae  Firmen  verkaufim. 

Wie  wir  die  Hausaanation  ab  Gesamtheit  als  Verbreiterin  der  Knllor 
unter  den  Heidrastlmmen  kennen  gelernt  haben,  so  muß  noch  sum  Sdilofi 
erwihnt  werden,  daß  auch  der  einaelne  Hausse  eine  Gesdiicklichkeit  uad  Ge* 
wandtheit  in  allen  Lebenslagen  besitzt,  die  fiber  die  der  Bantuu^er  weÜ 
hinausgeht.    Dafilr  nocli  einige  Beispiele: 

Morgen  berichtet  in  seinem  Werke  »Durch  Kamerun.  S.  215,  daß 
seinem  Dolmetscher  und  Vertrauten,  einetn  Elmina,  bei  einem  Tornado  von 
einem  starken  Aste,  der  von  einem  Bnumwollbaum  herabfiel,  die  ledite 
Schulter  zerschmettert  wurde.  Als  er  liinzuknm,  fand  er  ihn  in  der  Be- 
handhing  eines  liaussaiiuktors,  der  die  Wunde  durch  Schrüpfküpfe  behan- 
delte.  Moiigen  beschreibt  die  Prozedur  und  bemerkte,  daß  die  vom  Art 

■  YgL  den  Berldit  von  Bsaptraawi  Dominik  Über  die  Bapaaa  8. 214. 
*  Detttsefaes  Kolonislbhktt  XIV,  IflOS. 


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Lippkrt:  Bedetttnng  der  Hsmaanatioa  fttr         Togo- iLKamenmkolonie.  225 

e»nt-staiul»Mir  Ulutgescli willst  sich  /iisehends  vrningerte.  Nnchtlctii  Moi^en 
nocii  kalte  Umschlage  eutpfuhleii  haito,  ging  er  beruhigt  fort,  da  der  llaussa- 
arzt  ihn  auch  aufs  beste  zu  pilegeu  versprach. 

Ebenso  i)t'i  ici«tet  Freiheir  v.  Stein,  dap,  als  eiiuiial  ein  scluvar/er  SoUlat 
durch  einen  vergiflelen  Pfeil  schwer  verwundet  war,  ein  Gegengifl,  das  ihm  der 
Chef  der  Haussas  in  Bertiia  reichte,  ihn  in  drei  Tagen  wiederherstellte. 

Morgen  sagt  von  der  Kavallerie  des  Sultans  in  Sansemi-Tibati:  »Die 
meisten  Pferde  waren  unbeschhigen.  Nur  in  seltenen  FUlen,  bei  weichen 
Hufen,  sah  man  Besclillge  in  Form  von  geschlossenen  Volleisen.  Den  Be- 
sehlag besorgte  ein  alter,  ati<?  Lagos  stammender  Ilaussaniann,  der  bereits 
vor  zwanzig  Jahren  sich  in  Tibati  als  Fahnenschmied  niedergelassen  hatte.« 

Hauptmann  Dominik  sa»t  in  seinem  »Kamerun«  S.  278:  -Da  größere 
Siedlungen  und  Weideplätze  in  din-  Nähe»  waren,  so  machten  wir  Halt  und 
kochten  ab.  Die  Soldaten  brnchU  ii  .schönen  liunig.  l'berall  auf  d>-ii  Räumen 
befanden  sich  Bienenkörlu- ,  die  vorn  durch  eine  Lehmvvand,  m  der  sich 
ein  Flugloch  befand,  geschlossen  waren.  Innige  Hauasas  verstandeu  es 
sehr  geschickt,  die  Tiere  ausanriiadiern,  wihrend  auf  dem  Marsche  nadi 
Tibati  ein  Yaundonann  eines  Tages  bei  dem  Versudi,  Honig  au  holen,  die 
ganze  Expedition  auseinandergesprengt  hatte.  W&hreod  wir  nimlich  in 
Bendeivouastellung  standen,  hatte  der  unvorsichtige  Mann  die  Bienen  auf- 
gestöbert,  die  uns  eine  bliitif^c  Niederlage  beibrachten.  In  ganzen  Scharen 
stürzten  sich  die  infeebrachten  Tiere  in  die  niclits  ahnende  Kolonne,  die 
sofort  writeniiarschieron  iintl  melircre  Hanser  anzünden  mußte,  um  das 
Gepäck  aus  dem  Hicncndorf  herauszubekommen.« 

Ebenso  \verd«'ii  zahlreiche  militärische  Chargen,  Unteroffiziere  und 
Feldwebel ,  als  kriegstiichtig  geschildert.  Uau|ittnarm  Dominik  gab  bei  dem 
Sturm  auf  die  Wutestadt  Watare  den  Befehl  aus:  «Massadu,  du  rechts  an 
den  Palisaden  entlang  mit  15  Uaussasotdateni  Klon  (Deutscher  Unt^ffizler), 
Sie  links  mit  15  Mann,  bis  ein  Tor  gefunden  ist!*  —  ■Ich  breche  von  hier 
ein.«  —  «Alt  light.«  ^  Dann  heißt  es  weiter:  »Massadu,  der  Hauasaunter- 
offizier,  war  gleichzeitig  mit  mir  von  der  andern  Seite  eingedrungen,  so  daß 
die  Überraschung  völlig  gelungen  war.« 

Beim  Angriff  auf  Tibati  sagt  Dominik  S.  273:  »Im  Morgennebel  ging 
es  auf  die  Stadt  los.  \'or  mir,  spähend,  die  Büchse  in  der  Hand,  der 
Unteroffizier  Massadu  mit  den  Leuten  der  Sjiitze.« 

Feldwebel  Musa,  der  auch  bei  Dumiiük  gestanden  '  und  hei  der  Er- 
oberung Tibatis  im  Jahre  1899  mitgefocluen  hut,  wird  auch  von  Haupt- 
mann V.  Schimmelpfennig  sehr  geschätzt  und  fiir  diplomatische  Sendungen 
benutst  »Von  Ngilla  aus  hatte  ich  Feldwebel  Musa  au  Ngutte  gesandt, 
um  diesen  mdnes  Erscheinens  wegen  tu  beruhigen    Feldwebel  Musa  hat 


*  Er  hatte  anch  bei  Tibati  mitgekämpfL  8.278  sagt  Dominik :  «Die  Soldaten 
hatten  einen  jungen  Bollen,  der  einen  langen  Strick  um  den  Ibis  trag,  eingefangon 
und  mit  Mühe  in  einem  Kraal  festgelegt,  wo  es  ilim  hol  gutem  Futter  scheinbar 
recht  gut  ging.  Der  Feldwebel  Musa  erzählte  mir  von  der  Wildheit  des  Tieres. 
Ich  ging  mit  ihm  und  mehreren  Leuten,  um  e«  mir  anzusehen.« 

Hitt  4.  Sem.  £,  Orioifc.  Spndiai.  1907.  HL  Abt  M 


226  lipmTi  Be«l«atangderHaii«mnatk>D  fllr  m«««  Togo-  a.  Katneninkoloiiie. 

seine  nicht  leichte  Aiifjjahf  t\\  nieirMT  fjanr.  besonderti  Zufrieden !ieit  tr<-lö.st.- 
Und  kiuv.  darauf:  .Feltlwcbcl  .Miisa  hatte  von  mir  Befehl  erhalu  u.  Nuutt*» 
7Ai  veranlassen,  mit  den  MbHU):>tüuunen  FiUdiing  zu  nehmen.  Ngutte.s  Eiit- 
fluß  scheint  sich  nueh  Ober  den  Mbam  auszudehnen.« 

Auch  die  Expedition  den  Rittaidstera  v.  Stetten  bat  Feldwebel  Bf  um 
mhgenacbt;  sein  Palaver  mit  dem  Haussamann  auf  dem  Walle  von  Kgambe 
rettete  schließlich  die  Elxiiedition.  Vgl.  S.  212  oben. 

Freiherr  v.  Stein  berichtet  aus  Yukadama,  16.  Oktober  1901:  «Eine 
ausgesucht  xuverlnssige  Besatzung  von  etwa  25  Mann  werde  ich  vorlinH?  lüi^ 
zurücklassen,  als  deren  FOhrer  bis  zur  Ankunft  des  erbetenen  europäischen 
Stntioii^leiters  der  sehr  /.ifv'eriHssige  HaussascrgeantOamän  miteingebeo> 
der  Instruktion  l'un^ieten  wird.« 

Haujjtinann   v.  Kainptz  hatte  am  20.  April  zwei  H  ntisj-iileute 

nach  Banyo  gtii>audt,  vvelihe  dem  Sultan  von  Uauyo  den  UmukI  der  Be- 
strafung Tibatis  und  die  bcabsichUgte  Anlage  einer  Station  in  Yuko  luitteileo 
und  ihm  erCffnen  sollten«  wemi  er  sein  Freund  wire,  sollte  er  sofort  Be* 
vollmlchtigte  nach  Ngambe  senden. 

Mit  xwei  Haussaleuten  als  Fahrer  hat  Hauptmann  v.  Eampta  am 
5.  März  1899  den  Marsch  nach  Tilnti  angetreten. 

Lamido  Abo  von  Ngaumdere,  hocherfreut  durch  die  Sendung  des 
Hauptmanns  v.  Kauipt/. ,  will  mit  der  neuen  Station  Yoko  in  Verbindung 
treten  und  hat  r.n  diesem  Zwecke  den  Hatissanmnn  Aiidu  mitgesandt,  der 
iim  umgehend  von  der  erfolgten  Gr&nduog  der  Station  benachrichtigen  soU. 


BitUa.  fwAnuikt  b  dar  B«iid»drackaiL 


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Verlag  von  Georg  Reimer  in  Berlin 


Lehrbücher  des  Seminars  für 
Orientalische  Sprachen  zu  Berlin 

Herausgegeben  von  dem  Direktor  des  Seminars 
Groß  8°*  Iii  rotem  ttchniiegsameii  Kalikoeinband  mit  Golddrucktitel 


Erschienen  sind: 

üandl:  Lelirhuch  der  Japanischen  Umgangssprache  von  Professor  Dr.  Rudolf 
Lange,  Lehrer  des  .lapaiiisrheii  am  Seminar.    1890.    Preis  24  Mark. 

Rand  II:  Suaheli  -  Handbuch  von  Walter  von  Saint  Paul  lllaire.  1890. 
Preis  10  Mark  50  Pf. 

Band  III:  Wörterbuch  der  Suaheü- Sprache,  Suaheli  -  Deutach  und  Deutsch- 
Suaheli,  von  Dr.  C.  G.  Büttner,  Lehrer  des  Suaheli  am  Seminar.  1890.  Preis 
13  Mark. 

Band  IV:  Japanisches  Lesebuch.  Märchen  und  Ertählungen  in  japanischer 
Umgangssprache  und  lateinischer  Umschrift,  nebst  Anmerkungen  und  Wörter- 
buch von  Herman ti  Plaut.    1891.    Preis  20  Mark. 

Band  V:  Praktische^  Grammatik  der  Neugriechischen  Schrift-  und  Umgangs- 
sprache. Mit  Übungsstücken  und  Gi-sprüchen  von  J.  K.  Mitsotakis.  Ihdl. 
Preis  12  Mark. 

Bard  VI:  Lehrbuch  der  Ephe-Sprache  (Ewe),  Anlo-,  Anecho-  und  Dahome- 
Mundart  mit  Glos.sar  und  einer  Karte  der  Sklavenküste  von  Dr.  phil.  Ernst 
Henrici.    1891.    Preis  10  .Mark. 

Band  VII:  Handbuch  der  Nordchinesischen  Umgangssprache  mit  Ein- 
schluß der  Anfangsgründe  des  neuchinesisrhen  olficielien  und  Briefstil»  von 
Prof.  Karl  Arendt,  Lehrer  des  Chinesischen  am  Seminar.  Mit  1  Kart«. 
1891.    Preis  24  Mark. 

Band  VIII:  Lehrbuch  des  Oshikuanjama  (Bantu-Sprache  in  Deutsch-SQdwest- 
Afrika)  von  P.  H.  Brincker,  .Missionar.    1891.    Preis  16  Mark. 

Band  IX:  Sammlung  Arabischer  Schriftstücke  aus  Zanzibar  und  Oman.  Mit 
einem  Glossar  herausgegeben  von  Dr.  B.  Moritz,  Lehrer  des  Arabischen  am 
Seminar.    1892.    Preis  16  .Mark. 

Band  X:  Sueüieli-Schriftstücke  in  arabischer  Schrift,  mit  lateinischer  Schrift 
umschrieben,  übersetzt  und  erklärt  von  Dr.  C.  G.  Büttner,  Lehrer  des  Suaheli 
am  Seminar.    1892.    Preis  22  Mark. 

Band  XI:  Lehrbuch  der  modernen  Osmanischen  Sprache  von  J.  J.  M  a  - 
nissadjian,  vormals  Lektor  des  Türkisdien  am  .S<-minar.   1893.   Preis  16  Mark. 

Band  XII:  Einführung  in  die  Nordchinesische  Umgangssprache.  Prak- 
ti.sches  Übungsbuch  /.unächst  als  Grundlage  für  den  Unterricht  am  Seminar  von 
Prof.  Karl  Arendt.  In  2  Abteilungen.    1894.  Preis  beide  zusammen  48  Mark. 

Band  XIII:  Ein  Arabischer  Dialekt,  gesprochen  in  Oman  und  Zanzibar. 
Nach  praktischen  Gesichtspunkten  bearbeitet  von  Dr.  Carl  Reinhardt.  1894. 
Preis  40  Mark. 

Band  XIV:  Chrestomathie  der  Neugriechischen  Schrift-  und  Umgangs- 
sprache von  J.  K.  Mitsotakis.  Eine  Sammlung  von  Musterstücken  der  Neu- 
griechischen Litteratur  in  Prosa  und  Poesie,  mit  erl.^uterndeii  Anmerkungen  und 
biographischen  Notizen.    Preis  16  Mark. 

Band  \V:  Einführung  in  die  Japanische  Schrift  von  Prof.  Dr.  R.  Lange. 
Lehrer  des  .L-ipnnisrhen  am  Seminar.    1890.    Preis  8  Mark. 

Band  XVI:  Herero  -  Grammatik  von  Mi.ssionar  (».  Viehc.  1897.  Preis  12  Mark. 

Band  XVII:  Muhammedanisches  Recht  von  Ed.  Sachau.  1897.  Preis  26  M.irk. 

Band  XVIII:  Suaheli  -  Märchen  von  C.Velten,  Lehrer  des  Suaheli  am  Seminar. 
1898.    Preis  8  .Mark. 

Band  XIX:  Übungs-  und  Lesebuch  zum  Erlemen  der  japanischen  Schrift 
von  Prof  Dr.  R.  Lange,  Lehrer  des  Japanischen  am  Seminar.  IIKM.  Preis 
28  .Mark. 

Band  XX:  Wörterbuch  der  Hausasprache  von  Adam  Mischlich.    L  Teil: 
Haosa- Deutsch.    19(H).    Preis  20  Mark. 


Weitere  Bände  in  Vorbereitung  «-e» —